Frühe Eisentechnologie in der Ägäis: case study Ionien Marek Verčík ABSTRACT Iron is one of the most significant metal commodities and its discovery had adecisive impact on the development of human history. From the first millennium BC on, iron virtually permeated all spheres of ancient life, either as amaterial for weapons and tools or as acurrency. The introduction of the iron technology in Greece in the Early Iron Age has traditionally been seen as coming from eastern Anatolia through Cyprus and Crete, whereas Ionia does not appear in these assumptions. This interpretation, however, neglects the significance of this region as ahistorical bridge between the Anatolia and the Aegean, even though according to the written sources, the Greeks– and the Ionians in particular (e.g. Glaucus of Chios)– were well conscious of the highly developed metallurgy of the neighbouring regions of Phrygia and Lydia. It is therefore the main aim of this paper to revisit the traditional view on the spread of the knowledge of iron technology based on new findings from Ionia. Moreover, using this evidence the further development of this technological knowledge in the Aegean, including technical skills as well as specific social context, will be analysed in more detail to provide fresh insights into the discussion, whether the iron technology was fully developed at the end of the geometric period or there were further innovations in the course of archaic period. KEYWORDS Aegean; Geometric Period; Archaic Period; Iron; Technology; Material studies; social anthropology. EINLEITUNG Im Jahre 1969 eröffnete R. Pleiner seine Abhandlung zur Eisentechnologie im antiken Griechenland mit folgenden Wörtern (Pleiner 1969, 7): “Iron smelting and smithing are often mentioned in contemporary works on ancient Greek culture and on early metallurgy. However, there has been no systematic concentration of all the important archaeological and written sources and their evaluation.” Heute, knapp 50 Jahre nach der Erscheinung seiner Arbeit, muss man leider feststellen, dass die mahnenden Wörter Pleiners immer noch gelten und durch keine entsprechende Synthese zur frühen Eisentechnologie in der Ägäis widerlegt worden wären. 1 Und das trotz der, in den letzten Jahrzehnten gestiegenen Aufmerksamkeit durch die Altertumswissenschaften für das Thema antiker Technologien und ihrer Relevanz für die kulturellen, soziohistorischen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen im Mittelmeerraum und insbesondere in der Ägäis der vor -klassischen Zeit.2 Insofern fokussierte sich die archäologische Forschung zum Thema Eisen bislang primär auf die Einführung dieser technologischen Innovation in die Ägäis der ausgehenden Bronzezeit und richtete ihr Augenmerk vornehmlich auf die zentralen Siedlungsgebiete wie Athen, Argolis oder Kreta, wohingegen andere 1 Dagegen vgl. die zahlreichen, aktuellen State of the discipline zur Bronzemetallurgie (Mattusch 2014; Born 2009), Glas- (Henderson 2013) sowie Keramikproduktion und Vasenmalerei (Boardman 2006; Bentzetal. 2010) oder Bauwesen (Barletta 2011). 2 Zuletzt vgl. Roberts– Radivojević 2015; Kiriatzi– Knapett 2016; mit ausführlicher Literatur (bis zum Jahr der Erscheinung) zu diversen Themen vgl. Oleson 2008. STUDIA HERCYNIA XXI/1, 25–44
26 STUDIA HERCYNIA XXI/1 ägäische Regionen kaum berücksichtigt wurden (s. Snodgrass 2000; Pleiner 2006; Morris 2007). Aus diesem Grund stellen die vereinzelten Studien zur frühen Eisentechnologie in der Nordägäis (Photos 1987; Kostoglou 2008; 2010) nicht nur eine willkommene Ausnahme dar, sondern gaben zugleich Anstoß zu weiteren, überaus wünschenswerten Fundvorlagen und Aufarbeitungen.3 In diesem Sinne ist auch der hier präsentierte Beitrag zu verstehen, in dem der Fachwelt die Funde und Befunde aus Ionien vorgestellt werden– einer Region, die aufgrund ihrer günstigen geographischen Lage als ein Bindeglied zwischen dem Ägäischen Kulturraum und dem, an Metallen reichen anatolischen Hinterland diente. Bei der zusammenfassenden Besprechung des archäologischen Materials, welches in Verbindung mit der Eisentechnologie steht, wird angesichts des augenblicklichen sehr „dynamischen“ Forschungsund Publikationsstands im Arbeitsgebiet jedoch keine Vollständigkeit angestrebt.4 Abb.1: Im Text erwähnte Eisenfunde und Kontexte mit Eisenwerkstätten des 11.–6. Jhs. v. Chr. (Ausschnitt: Ionien). 3 Ein ähnliches Ziel verfolgt auch der aktuell erschienene Aufsatz von Sanidasetal. 2016 zu den Funden aus Lakonien und der Insel Thassos. Leider war es dem Verfasser nicht mehr möglich, diesen wertvollen und sehr willkommenen Beitrag zu sichten und rechtzeitig einzuarbeiten. 4 Der Beitrag basiert auf einer Präsentation, die vom Autor im Rahmen der Tagung Ex Ionia Scientia. „Knowledge“ in Archaic Greece (11.–14. Dezember 2016) vorgetragen wurde. Für die Einladung möchte ich mich ganz herzlichen bei den Organisatoren und insbesondere A. Herda (Berlin/Athen) bedanken.
27MAREK VERČÍK INNOVATION „EISENTECHNOLOGIE“ IN DER ÄGÄIS Eisen gehört zu den wichtigsten metallischen Rohstoffen in der Geschichte. Die Kenntnis seiner Verhüttung, Formbarkeit und Weiterbearbeitung hatte einen folgenschweren Einfluss auf die kulturhistorischen Entwicklungen im antiken Mittelmeerraum spätestens seit der Mitte des 2. Jts. v. Chr. 5 Die Eisentechnologie war dabei stets tief im historischen und soziokulturellen Kontext jeweiliger Gesellschaften verankert und von diesem untrennbar. Diese Feststellung ist nicht nur im Rückblick und aus dem heutigen Blickwinkel zutreffend, sondern die Bedeutung des Eisens und seiner dazugehörigen Technologie war bereits den verschiedenen mediterranen sowie nahöstlichen Kulturen sehr wohl bewusst. In der Ägäis wurde die Achtung dieses Metalls bereits in einem der frühesten erhaltenen schriftlichen Zeugnisse– Hesiods Werke und Tage– erfasst, wobei der inhaltliche Kern dieses Textes sehr wohl aus älteren kosmologischen Vorstellungen in Anatolien oder dem Iran hervorging (Herda 2013, 107, Fußnote 253): So beschreib Hesiod (Erga 110–201) die Entwicklung des menschlichen Geschlechts als eine Abfolge von Epochen, welchen ein, den Metallen entsprechender Symbolismus anhaftet. Das eiserne Zeitalter positioniert er (Hes. Erga 174–201) im Rahmen seiner „Evolution“ als das letzte– charakterisiert durch die Kälte des grau glänzenden Metalls und symbolisiert durch die aus ihm hergestellten kalten Waffen und Instrumente. Blickt man auf die archäologischen Quellen, so vollzieht sich die Innovation der Eisentechnologie in ihren Anfängen über einen sehr langen Zeitraum (s. Snodgrass 1980; Pernicka 1990; Waldbaum 1999; Yalçin 2000; Pleiner 2006, 3–11). Genutzt wird zuerst Meteoreisen mit hohem Nickelanteil (ca. 7–10%), wie die ältesten stratifizierten Eisenfunde aus dem 4. Jt. v. Chr. und 3. Jt. v. Chr. aus Ägypten, Anatolien und Mesopotamien belegen. 6 Erste verlässliche Belege für gezielte Verhüttung von terrestrischen Eisenerzen liegen aus dem 2. Jt. v. Chr. aus Zentralanatolien vor und werden mit dem Hethitischen Reich in Zusammenhang gebracht (e.g. Gailhard 2014; Yalçin 2005; Jean 2001; Muhlyetal. 1985). Aus den entsprechenden schriftlichen Quellen geht weiter hervor, dass in der neu -hethitischen Zeit das Eisen bereits in seiner Qualität unterschieden wurde (Siegelova 1984). 7 Die ersten archäometallurgischen Untersuchungen des Fundmaterials aus den Nekropolen von Ernis und Karagündüz (Sevin– Kavakli 1996) scheinen diese Angaben zu bestätigen. Neben dem weichen Eisen wurde bei der Herstellung von Waffen und Messern ebenso der kohlenstoffhaltige Stahl bekannt und verwendet (Yalçin 2005, 500). 8 Laut Ü. Yalçin erfolgte diese technologische Innovation im 5 Die Eisenerzeugung ist ein langwieriger Prozess, der im Allgemeinen in drei Phasen aufgeteilt werden kann: Schmelzen von eisenhaltigen Erze zur einer Eisenluppe (Verhüttung / primäre Produktion)– Raffinierung der Eisenluppe zu einem Halbprodukt, den Barren (sekundäre Produktion)– Schmieden des Endprodukts (tertiäre Produktion). 6 Die frühesten Eisenfunde stammen aus stratigraphisch nicht sichereren, bzw. nicht mehr rekonstruierbaren Kontexten des 5. Jts. v. Chr. aus Samara, Irak und Tepe Sialk, Iran. Dabei wurden die frühesten Objekte (Dolche mit Eisenklingen, Schmuck) neben dem meteoritischen Eisen wohl auch aus eisenhaltiger Luppe hergestellt, die als Zufallsprodukt bei der Kupfergewinnung entstand. In dieser war das Eisenmetall nur im geringen Umfang verfügbar, was sich auch in der Dimension der Funde zeigt. Entsprechende Zusammenstellung der frühen Eisenfunde findet sich bei Pernicka 1990; Pleiner 1996. 7 Zu den wenigen Erwähnungen von Eisen in zeitgleichen assyrischen Quellen vgl. Curtisetal. 1979. 8 Ob die Einsetzung vom Stahl gezielt erfolgte (Yalçin 2005, 500), muss jedoch offenbleiben, denn die Kohlenstoffanreicherung konnte sowohl durch absichtliche Karburierung der Objekte als auch eine zufällige Aufkohlung der Eisenluppe im Brennofen eintreten. Dazu vgl. Maddin 1982; Scott– Eggert 2009. Zu frühen Stahllegierungen aus der südlichen Levante vgl. Yahalom -Mack– Eliyahu -Behar 2015, 296 (mit weiterer Literatur).
28 STUDIA HERCYNIA XXI/1 späten Abschnitt der sog. industriellen Phase der Metallurgie in Anatolien, die von ihm als ein Zeitalter mit organisierter Produktion und vielfältigen Verarbeitungstechniken charakterisiert wurde, und in der, auf Basis einer jahrhundertlangen Erfahrung in der Kupfermetallurgie der Weg zur Eisenerzeugung endgültig aufgestoßen wurde (Yalçin 2003, 529 Tab.1. 535).9 Welchen Einfluss der Kollaps der bronzezeitlichen Kulturen im östlichen Mittelmeerraum auf die Verbreitung der Innovation Eisen von Anatolien aus hatte, ist immer noch ungewiss.10 Klar ist nur, dass sich ausgerechnet am Ende des 2. Jts. v. Chr. und Beginn des 1. Jts. v. Chr. einzelne Eisenfunde auch in den benachbarten Regionen häuften– auf Zypern, in Mesopotamien und Iran sowie im Kaukasus11– und darüber hinaus auch erste direkte Hinweise auf primäre, sekundäre sowie tertiäre Eisenproduktion aus der südlichen Levante überliefert sind (vgl. Yahalom -Mack– Eliyahu -Behar 2015). Dementsprechend wurden in den vergangenen Jahrzehnten auch die Wege, über die Eisen in die Ägäis gelangte und die steigende Anzahl archäologisch fassbarer Eisenfunde vor und während der Umbruchsphase nach 1200 v. Chr. unterschiedlich erklärt. Breite Akzeptanz in der Fachwelt erlangte zuerst das dreistufige Erklärungsmodel (circulation model) von A. Snodgrass (1980; 2006).12 Er postulierte anhand der proportionalen Distribution von Eisenfunden in den Gräbern eine allmähliche Einführung von Eisen und der entsprechenden Technologie aus den eigentlichen Innovationszentren in Anatolien, der Levante und auf Zypern in die Ägäis. Ausschlaggebend für ihn waren die ökonomischen Faktoren, denn die Eisentechnologie etablierte sich im 11. und 10. Jh. v. Chr. aufgrund des Mangels an Kupfer, Zinn und Bronzeschrott (Snodgrass 1980, 345–355). Dagegen behauptete wenige Jahre später I. Morris, dass der Mangel an Rohstoffen nicht die Ursache für die Einführung des Eisens und den Katalysator dieser Invention darstellte, sondern er betonte vielmehr die soziokulturellen Faktoren hinter dem verstärkten Vorkommen des neuen Metalls (Morris 1989). Dem Eisen wurde so in der protogeometrischen Periode ein hoher Prestigewert zugeschrieben, der sich in der Niederlegung eiserner Objekte in Gräbern widerspiegeln sollte. Und obwohl gewisse Unterschiede zum Konzept von A. Snodgrass (1980; 2006) bestehen, die zu heftigen Kontroversen führten, nimmt auch dieses, sog. deposition model in Bezug auf die weitere Etablierung der Eisentechnologie in der Ägäis folgendes an (Morris 1989, 513–515):13 – In der ersten Phase (bis ins 12. Jh. v. Chr.) waren die Eisenobjekte noch selten und als Güter mit hohem Prestige an die spätbronzezeitliche Elite gebunden. – Das Fundspektrum der submykenischen Periode kennzeichnet ein verstärktes Auftreten von eisernen Waffen, wie Schwertern und Dolchen in den Gräbern. Diese werden bereits als Produkte von heimischen Handwerkern gesehen, wobei für die Einführung dieser Innovation die Kontakte zwischen der Ägäis und dem Zypern maßgebend waren. – Ab der protogeometrischen bis hin zur frühen archaischen Periode durchdrang das neue Metall alle Lebensbereiche der ägäischen Gesellschaft und das Eisen ersetzte in dieser Zeit als 9 Ein ähnlicheres Modell der Entwicklung der Metallurgie in der Bronzezeit in Anatolien sieht auch Yener 2000. 10 Dazu vgl. Sherratt 1994; 2003; Pickles– Peltenburg 1998. 11 Zusammenfassend vgl. Literaturverzeichnis in Pleiner 2006; Veldhuijzen– Rehren 2007. Iran: Pigott 1980; 1989. Kaukasus: Erb -Satulloetal. 2014. 12 Der Model von A. Snodgrass (1980) wurde für den gesamten östlichen Mittelmeerraum ausgearbeitet. 13 Eine Kombination von wesentlichen Argumenten der beiden Ansätze wurde schließlich im letzten, vom J. K. Papadopoulos entworfenen Erklärungsmodel präsentiert, der die „continuity of technological practice“ von der Bronzebis in die frühe Eisenzeit unterstreicht (Papadopoulos 2015, 182–183).
29MAREK VERČÍK primärer Werkstoff endgültig die Bronze. Ab dem 10. Jh. v. Chr. verbreiteten und etablierten sich die Kenntnis der Eisenverhüttung, des Raffinierens der Eisenluppe und die entwickelten Schmiedetechniken (Aufkohlung, Abschrecken und Temperierung) demnach kontinuierlich von den Zentren in Argolis, Attika und Kreta über Mittelgriechenland und Westgriechenland bis nach Epirus und Makedonien. Somit erreichte die Ägäis laut Snodgrass im Verlauf der geometrischen Zeit die „true Iron Age“ (Snodgrass 1980, 336). Die ägäische Region wurde, folgt man den bisherigen Forschungsansätzen weiter, zu einer Drehscheibe, über die Wissen und Technologie im Gegenzug für Rohstoffe in der nachfolgenden archaischen Zeit weiter im westlichen Mittelmeerraum und nach Nordeuropa vermittelt wurden (Muhly 2006; Pleiner 2006). Welche Dynamik die Verbreitung der Eisentechnologie in der Ägäis hatte und welche strukturelle Züge und Stellung sie im gesellschaftlichen Kontext annahm, lässt sich jedoch anhand der vorhandenen Konzepte ebenso wenig nachvollziehen wie der Zeithorizont der endgültigen Etablierung dieser Innovation in der Region. So machen die aktuellen Untersuchungen zu Eisenobjekten und Produktionszentren in der südlichen Levante, dem historischen Kanaan, deutlich, dass in dem besagten Zeitraum des 11.–8. Jhs. v. Chr. die Entwicklung von Schmiedetechniken keineswegs abgeschlossen war (McConchie 2004, 31–35; Yahalom- -Mack– Eliyahu -Behar 2015, 297).14 Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, ob es eine Diskontinuität in der technologischen Entwicklung während der geometrischen– und der archaischen (?)– Periode gab. Entstanden aufgrund naturräumlicher und kultureller Gegebenheiten oder sozialer Bedürfnisse regionale Unterschiede in den Produktionsabläufen und eingesetzten Techniken? In welcher Relation steht das Niveaus des technologischen Wissens zur sozialen Differenzierung und Entstehung von wirtschaftlichen Strukturen im ägäischen Raum? Alle diese Fragen blieben bislang unbeantwortet. Denn die Forschungslage führte in der Vergangenheit zu einigen Befangenheiten: Zum einen ist es die einseitige Fokussierung bisheriger Studien auf die Rekonstruktion der Eisentechnologie auf Basis der archäologischen Evidenz weniger, ausgewählter Regionen, die man als entscheidend für den gesamten Prozess des Wissenstransfers in die und innerhalb der Ägäis vorklassischer Zeit identifizierte (Snodgrass 1980; 2006; Morris 1989; Muhly 2006; Pleiner 2000; 2006). Dies gründet darauf, dass das Potential der archäologischen Evidenz in vielen Regionen nur unzureichend ausgeschöpft wurde. Obwohl die Eisenobjekte die zahlenmäßig größte überlieferte Gruppe unten den archäologischen Funden darstellen, wurden sie nur selten zum Gegenstand einer thematisch – geschlossenen, holistischen Analyse. Bezogen auf die Periode im Fokus, sind es– neben den Vorlagen des früheisenzeitlichen Materials (vgl. Snodgrass 2000, 218, fig. 74), so etwa aus den Nekropolen in Asty (Lemos 2002), Lefkandi auf Euböa (Pophametal. 1979–1980) oder im Knossos (Coldstream– Catling 1996)– lediglich die archaischen Eisenfunde aus dem Heiligtum in Olympia (Baitinger 2001; Baitinger– Völling 2007). Dagegen wurden die Funde aus anderen Kultstätten (vgl. Kilian -Dirlmeier 2002; Raubitschek 1998; Schmitt 2007) sowie städtischen Zentren (Davidson 1952) nur im Rahmen größerer Kleinfundeditionen vorgelegt. Diese Publikationen verbindet, dass sie meist nicht über eine berichtsähnliche oder klassifikatorische Auswertung hinausgehen und ihr Fokus primär auf die Ausarbeitung von typologischen Sequenzen verschiedener Fundgruppen sowie 14 Die Daten deuten zwar auf eine Kenntnis des Aufkohlens hin. Die weiteren, für die Härtung des Eisens entscheidenden Techniken des Abschreckens und der Temperierung wurden jedoch nicht oder nur unzureichend verwendet (Yahalom -Mack– Eliyahu -Behar 2015, 297). Dazu vgl. auch die Kritik von M. McConchie (2004, 33) an die Analyse der Funden aus Idalion/Zypern (12. Jh. v. Chr.), die das früheste Beispiel für das Abschrecken von Eisenobjekten darstellen sollten (Tholander 1971; Maddin 1982).
30 STUDIA HERCYNIA XXI/1 ihre Verankerung innerhalb der örtlichen Chronologie gerichtet wurde. Dementsprechend liegen bislang wenige metallurgische Analysen der Eisenfunde aus stratifizierten Kontexte vor, die Aufschluss über die technischen Fertigkeiten geben könnten.15 Desgleichen fanden die eisenproduzierenden bzw. verarbeitenden Werkstätten in der archäologischen Forschung nur bedingt Beachtung, was sich in der Tatsache widerspiegelt, dass die technologische Entwicklung bisher auf Basis von diachronen und synchronen Distribution von Objekten verstanden wurde.16 Das steht im klaren Kontrast zur großen Zahl untersuchter Werkstattzentren in anderen Regionen entlang des Mittelmeerraums und nördlich der Alpen.17 Eine Ausnahme bilden lediglich die Untersuchungen von G. Zimmer (1990) und Chr. Risberg (1992; 1997; 1998), in denen die Autoren die Eisenwerkstätte im Rahmen von größeren Studien zu metallverarbeitenden Werkstätten (mit primärem Fokus auf die Bronzegusswerkstätte) behandelten.18 Die interdisziplinäre Auswertung der in situ Ausstattung, Infrastruktur, Ressourcen und der soziokulturellen und bzw. wirtschaftlichen Funktion der Werkstätten sowie ihre mikround makroregionale Kontextualisierung sind jedoch für das weitere Verständnis des verwendeten technologischen Wissens und seines Transfers maßgebend. Daher überrascht es wenig, dass die Etablierung der Eisentechnologie bis in die archaische Periode hinein seitens der Forschung ganz im Sinne einer, bereits vorher angedeuteten Diffusion betrachtet wurde, die– wenn auch nicht ausgesprochen– dem Konzept Zentrum -Peripherie entspricht. Abb. 2: Schematische Darstellung der eisenmetallurgischen chaîne opératoire (nach Yahalom ‑Mack– Eliyahu ‑Behar 2015, fig. 3). Nicht zuletzt ist allen Forschungsansätzen eine Generalisierung gemein, dass sie die Eisenobjekte und die dazugehörige Technologie ausschließlich aus dem Blickwinkel einer Evolution von technischen Fertigkeiten betrachten. Infolgedessen wird die Eisentechnologie als eine lineare Produktionskette (chaîne opératoire) wahrgenommen (Abb. 2), deren Kenntnis sich kontinuierlich ausbreitete und funktionalbedingt in der Ägäis etablierte– ohne den gesellschaft15 Untersucht wurden bislang singuläre Funde aus der Athener Akropolis (Varoufakis 1995), Milet (Yalçin 1993) und den Museen in Kaval und Thasos (Fundorte: Amphipolis, Drama, Aidonochori, Limenas; Photos 1987) sowie zwei gezielt ausgewählte Fundensemble aus der Nord Ägäis (Kostoglou 2008) bzw. Asine in Argolis (Backe -Forsberg– Risberg 2002). 16 Ähnliches war bis vor kurzem auch in den Forschungen zur Eisentechnologie im Nahen Osten zu beobachten (Waldbaum 1978; 1980; 1982; Snodgrass 1980; McNutt 1990). Dagegen vgl. Veldhuijzen 2012; Yahalom -Mack– Eliyahu -Behar 2015. 17 Letzte Zusammenfassung in Pleiner 2006; Modarressi-Tehrani 2009. 18 Dazu vgl. auch die neuesten Studien zu eisenverarbeitenden Metallwerkstätten der spätgeometrischen Periode in Asine (Backe -Forsbergetal. 2000/2001), Eretria (Verdan 2007) und Skala Oropou (Mazarakis Ainian– Doonan 2007). Zusammenfassend mit Literatur s. auch Cevizoğlu– Yalçin 2012, 75.
31MAREK VERČÍK lichen Rahmen und den Faktor „Mensch“ anders als im Hinblick auf die Aspekte supply and demand bzw. status zu reflektieren (vgl. auch die Kritik in Kostoglou 2010, 171–174). Dagegen ist es, in der heutigen, intensiv von Material Cultural Studies geprägten Technologieforschung, der sog. SCOT -Ansatz (zusammenfassend Green 2008), welcher dem nicht -linearen Modell Vorzug gibt (Abb. 3): Die Objekte sind ein Enderzeugnis einer Sequenz von Arbeitsschritten und bewusster Entscheidungen, die allesamt in einem bestimmten soziokulturellen Raum durchgeführt wurden. Sie basierten gleichermaßen auf materialtechnischen Ressourcen und Erfahrungen der einzelnen Handwerker sowie auf Erwartungen der Verbraucher. Diese standen entweder zur Verfügung oder mussten über existierende Handelsund soziale Netzwerke beschafft bzw. vermittelt werden. Demzufolge stellt die Gesamtheit der einzelnen Arbeitsgänge und Entscheidungen– die Technologie– nicht nur einen rein technischen Ablauf dar. Sie ist immer auch ein soziales Produkt, welches den Habitus einer Gesellschaft in einer Region reproduzierte und gleichzeitig konstruierte. Abb. 3: Schematische Darstellung der Technologie als ‘social choice’ (nach Sillar– Tite 2000, fig. 1). Davon ausgehend haben vor wenigen JahreM. Kostoglou (2008; 2010) und A. Mazarakis Ainian (Doonan– Mazarakis Ainian 2007) in ihren Studien zur Eisenbearbeitung in der Nordägäis bzw. in Skala Oropou in Zentralgriechenland die oben angeführten problematischen Interpretationen infrage gestellt.19 Im Rahmen von detaillierten regionalen Analysen dekonstruierten 19 Die Auswertung der Metallproduktion in Asine steht dagegen immer noch aus. Zum methodischen Ansatz vgl. Backe -Forsbergetal. 2000/2001 bzw. Backe -Forsberg– Risberg 2002. CONTEXT Enviromental Technological Economic Social Political Ideological PRODUCTION PERFORMANCE CHARACTERISTICS Properties Forgeable Heating effectiveness Survive impact High reactiveness Corrosion Visual Tactile Context of use Warfare Production Construction Domestic Prestige gifts Decoration Ritual-funerary Function Weapons Armour Tool Equipment Fixing elements Group identity Social status USE DISTRIBUTION TRADE - EXCHANGE RE-USE + DISCARD Colour Decoration Shape Ferromagnetic Ductile Hardness High stiffness Chemical Context of production Mode of production Craft specialisation Technique sequence Smelting Refining Forging Raw materials Tools Energy sources
32 STUDIA HERCYNIA XXI/1 beide Autoren überzeugend die Funktion der wenigen, zentralen Poleis oder ausgewählte Regionen als foci des technologischen Wissens. Gleichzeitig kontextualisierten sie die bisher als „Peripherie“ angesehenen Regionen in der vorklassischen Ägäis. Und obwohl diese Studien örtlich bezogen sind und daher Momentaufnahmen darstellen, die punktuelle Informationen zu Produktion und Bearbeitung von Eisen von und in bestimmten Siedlungszentren geben, zeigen sie in aller Deutlichkeit, dass die künftige Forschung zur Eisentechnologie in der Ägäis ihren Augenblick auf weitere Regionen in diesem geographischen Raum richten muss. Das wird die notwendigen Daten für die bereits von Pleiner so antizipierte Synthese liefern können. FRÜHE EISENTECHNOLOGIE IN IONIEN Eine besondere Stellung innerhalb der Ägäis nimmt die historische Landschaft Ioniens ein. Dieser Landstrich an der westlichen Kleinasiatischen Küste und den gegenüberliegenden Inseln, insbesondere Chios und Samos, wurde am Ende der geometrischen Periode zu einer der führenden Regionen in der griechischen koine und seine kulturelle, wirtschaftliche sowie politische Dominanz beendete erst die persische Zerschlagung des ionischen Aufstandes im Jahre 494 v. Chr. Während dieser Periode nahmen die ionischen Städte aktiv an dem intensiven pan -mediterranen Austausch teil, innerhalb ihrer chora wurden monumentale Bauten und Tempel errichtet, und sie selbst wurden zu intellektuellen Zentren der antiken Welt, aus denen die ersten Naturphilosophen wie Thales, Anaximander oder Anaximenes hervorgingen. Untrennbar davon ist auch die Rolle Ioniens und der gesamten westlichen Küste Kleinasiens als eine Brücke der Kulturen, die (nicht nur) während der Antike die Ägäis mit Anatolien verband und vielschichtige Kontakte sowie Transfer von Wissen, technologischen Impulse, etc. ermöglichte (Cobet 2007; Hoepfner 2011; Stampolidisetal. 2015). Dennoch, die bisherigen Forschungen schienen– primär aufgrund der oben angeführten Schwierigkeiten– die Entwicklung der Eisentechnologie in diesem spezifischen regionalen Kontext zu vernachlässigen. Es verwundert umso mehr, als dass die schriftlichen Quellen eindeutig berichten, dass die Griechen, und die Bewohner Ioniens insbesondere, mit der hoch entwickelten Metallurgie der Nachbarregionen in Anatolien wie Phrygien oder Lydien bestens vertraut waren. Zweifelsohne spiegelt sich diese Kenntnis bereits in der mythologischen Tradition (PEG 1 fr. 2) wider. Namentlich in der Gestalt von drei, aus dem idäischen Gebirge in Phrygien stammenden Daktylen– Akmnon, Damnameneus und Kelmis– denen das Entdecken der Schmiedekunst zugeschrieben wird.20 Ebenso berichten mehrere Autoren über einen, für seine Eisenverarbeitungskunst berühmten Volksstamm, dem man auch die Erfindung des Eisens zuschrieb und der im nordanatolischen Gebirge westlich des Flusses Halys angesiedelt wurde– die Chalybes.21 Ein weiteres Beispiel ist in dem Werk von Herodot (Hdt. I,25) zu finden, der kurz das Leben und Werk eines gewissen Glaukus aus Chios erwähnt. Dieser galt als Schmiedemeister und Metallurg, der für lydischen König Alyattes einen prächtigen 20 Zu Δάκτυλοι Ἰδαῖοι vgl. auch Diod. XVII, 7.5; Eur. Orest. 1453; Strab. X, 3.22.–Nicht für das idäische Gebirge im Phrygien, sondern das auf der Insel Kreta bezeugen dasselbe Marmor Parium FGrH 239 A11 und Eur. fr. 472 TGF; Hes. Cat. fr. 282 M -W, schol. Apoll. Rhod. I,1126; Diod. V,64.3; LV, 64.5.– Außerdem wurden sie verbunden mit Olympia (über den Idäischen Herakles: Paus. VIII,31.3) und Zypern (Clem. Al. Stromateis 1,16,75,4). Zusammenfassend zu Daktylen vgl. Caduff 2006. 21 Über Χάλυβες oder Χάλυβοι berichteten Hekat. FGrH 1 F 203, Aischyl. Prom. 714–715; Hdt. I, 28; Strab. XII, 3.19ff. Zusammenfassend mit weiterer Literatur s. Olshausen 2006.
33MAREK VERČÍK silbernen Kessel auf einem eisernen Dreifuss gefertigt haben sollte. Zudem wird ihm auch die Erfindung des Schweißens von Eisen zugeschrieben. Aus diesem Grund überrascht es wenig, wenn zahlreiche Bronzearbeiten phrygisches Ursprungs sowie Erzeugnisse, die auf phrygischen Vorlagen basieren, spätestens ab dem frühen 7. Jh. v. Chr. in die Heiligtümer von Ephesos, Samos oder Milet geweiht, in diesen hergestellt und anschließend deponiert wurden (s. Klebinder -Gauss 2008). Ein vergleichbarer Transfer vom technologischen Wissen lässt sich auch im Falle der Distribution von lydischen bzw. lydisch -griechischen Metallfunde aus Silber beobachten, die in Kontexten des ausgehenden 7. Jh. und des frühen 6. Jhs. v. Chr. im Artemision von Ephesos und in Smyrna aufgefunden wurden (Kerschner 2005; zum Transfer vgl. auch Gaussetal. 2015). Richtet man nun sein Augenmerk auf die Eisentechnologie, so ist zunächst in dem zu behandelnden Zeitraum vom 11. Jh. v. Chr. bis in die vorklassische Zeit eine Zunahme der stratifizierten Eisenfunde in Ionien festzustellen. Jedoch, auch die Deutung dieses, im Vergleich zu anderen ägäischen Regionen eher stufenartigen Anstieges entging nicht dem konventionellen Erklärungsmuster des Zentrum -Peripherie -Modells. So wurde postuliert, dass entsprechend der Verbreitung von kulturellen, künstlerischen oder technologischen Innovationen (wie z.B. des protogeometrischen Stils) von Griechenland aus auf die westanatolische Küste im Rahmen der sog. „Migration“ auch die Kenntnis des Eisens nach Ionien gelangte. 22 Dabei wurde versucht, diese Annahme mit dem Mangel an frühen Eisenfunden aus der protogeometrischen und geometrischen Zeit zu bestätigen. Denn, der bislang einzige veröffentlichte, westkleinasiatische Kontext mit Eisenfunden stammt aus Assarlik/Bodrum23 (Bez. Muğla) und wurde ins 11. Jh. v. Chr. datiert (Snodgrass 2000, 224). Aus den bekannten Siedlungszentren der Region wie Ephesos, die alte Hauptstadt des bronzezeitlichen Reiches Arzawa, oder Smyrna und bis vor kurzem auch Milet, sind dagegen kaum frühere, vor das 7. Jh. v. Chr. datierbare Kontexte mit metallurgischer debris bekannt. Die verstärkte Grabungstätigkeit der letzten Jahre, gemeinsam mit den neuen Überlegungen zur Koexistenz der ankommenden Griechen mit der einheimischen Bevölkerung, lässt jedoch die Rolle Ioniens nicht nur bei der Verbreitung der Eisentechnologie (1) sondern auch in Bezug auf die weitere Etablierung dieses technologischen Wissens im Sinne einer longue durée (2) ins neue Licht treten.24 Im Folgenden soll daher ein Überblick über die Fundorte und Kontexte gegeben werden, die Aufschluss über die Rekonstruktion der Eisentechnologie gewähren. Die Informationen zu den, chronologisch aufgelisteten Fundplätzen sind skizzenhaft und im Hinblick auf die oben erwähnten Schwerpunkte angeführt. Sie bilden die Basis für die abschließende Auswertung, in der die Perspektiven und Möglichkeiten weiterer Forschung erläutert werden sollen. FUNDORTE Bezogen auf die erste Frage, das Aufkommen von Eisens in der Ägäis, nimmt das bislang partiell publizierte Fundkontext aus Phokaia/Foça eine wichtige Position im bisherigen 22 Zur Kritik am Konstrukt der „ionischen“ Kolonisation vgl. mit weiterer Literatur in Lemos 2007; MacSweeney 2014, 157–165. 23 Der Fundort Assarlik befindet sich zwar in der historischen Landschaft Karien, jedoch in den Forschungen zur ägäischen Bronzezeit wird diese Region, gemeinsam mit den Gebieten südlich des Gebirges Mykale/Samsun Daği, zum Kulturkreis der sog. southern interface zugerechnet (Mountjoy 1998). 24 Dazu vgl. auch die Studien von M. Kerschner (2008; 2011) zur Keramik der frühen Eisenzeit aus dem Artemision in Ephesos.
40 STUDIA HERCYNIA XXI/1 Coldstream, J.N.– Catling, H.W.: Knossos North Cemetery. Early Greek Tombs. BSA Supplementary Volume 28. London. Curtis, J.etal. 1979: Neo -Assyrian Ironworking Technology. Proceedings of the American Philosophical Society 123/6, 369–390. Davidson, G. 1952: The minor objects. Corinth 12. Princeton. Donder, H. 2002: Funde aus Milet 11. Die Metallfunde. Archäologischer Anzeiger 2002/1, 1–8. Donder, H. 2015: Die Metallfunde vom Kalabaktepe in Milet. Siedlungsniederschlag oder thesauriertes Altmetall? In: H. Baitinger (ed.): Materielle Kultur und Identität im Spannungsfeld zwischen mediterraner Welt und Mitteleuropa. Akten der internationalen Tagung am Römisch -Germanischen Zentralmuseum Mainz, 22.–24. Oktober 2014. Mainz, 175–184. Doonan, R.– Mazarakis Ainian, A. 2007: Forging Identity in Early Iron Age Greece: Implications of the Metalworking Evidence from Oropos. In: A. Mazarakis Ainian (ed.): Oropos and Euboea in the Early Iron Age. Acts of an international round table, University of Thessaly, June 18–20, 2004. Volos, 361–378. Erb -Satullo, N.etal. 2014: Late Bronze Age and Early Iron Age Copper Smelting Technologies in the South Caucasus. The View from Ancient Colchis c. 1500–600 BC.Journal of Archaeological Science 49, 147–159. Gailhard, N. 2014: Reflections on Experimentation and Innovations Process. The Origin of Iron in Anatolia. In: P.Bielińskietal. (eds.): Archaeology of Fire, Conservation, Preservation and Site Management, Bioarchaeology in the Ancient Near East Islamic Session. Proceedings of the 8th International Congress on the Archaeology of the Ancient Near East, 30 April–4 May 2012, University of Warsaw. Wiesbaden, 173–186. Gaitzsch, W. 1980: Eiserne römische Werkzeuge. Studien zur römischen Werkzeugkunde in Italien und den nördlichen Provinzen des Imperium Romanum. BAR International Series 78. Oxford. Gaitzsch, W. 2005: Eisenfunde aus Pergamon. Geräte, Werkzeuge und Waffen. Pergamenische Forschungen 14. Berlin. Gauss, W.etal. 2015: Introduction. In: W. Gaußetal. (eds.): The Transmission of Technical Knowledge in the Production of Ancient Mediterranean Pottery. Wien, 7–16. Gralfs, B. 1988: Metallverarbeitende Produktionsstätten in Pompeji. BAR International Series. Oxford. Held, W. 2000: Das Heiligtum der Athena in Milet. Milesische Forschungen 2. Mainz. Henderson, J. 2013: Glass and Faience. In: H. Fokkens– A. Harding (eds.): The Oxford Handbook of the European Bronze Age. Oxford, 492–500. Herda, A. 2013: Burying aSage. The Heroon of Thales in the Agora of Miletos. In: O. Henry (ed.): Le mort dans la ville. Pratiques, contextes et impacts des inhumations intra -muros en Anatolie, de début de l’ Âge du Bronze à l’ époque romaine. Istanbul, 14–15 Novembre 2011. Istanbul, 67–122. Hoepfner, W. 2011: Ionien. Brücke zum Orient. Stuttgart. Jean, E. 2001: Le fer chez les Hittites. Un bilan des données archéologiques. Mediterranean Archaeology 14, 163–188. Kerschner, M. 2005: Die Ionier und ihr Verhältnis zu den Phrygern und Lydern. Analyse der literarischen, epigraphischen und numismatischen Zeugniss. In: E. Schwertheim– E. Winter (eds.): Neue Forschungen zu Ionien. Bonn, 113–146. Kerschner, M. 2008: Archäologische Forschungen zur Siedlungsgeschichte von Ephesos in geometrischer, archaischer und klassischer Zeit. Grabungsbefunde und Keramikfunde aus dem Bereich von Koressos. Wien. Kerschner, M. 2011: Approaching Aspects of Cult Practice and Ethnicity in Early Iron Age Ephesos Using Quantitative Analysis of aProtogeometric Deposit from the Artemision. In: S. Verdanetal. (eds.): Early Iron Age Pottery. AQuantitative Approach. Proceedings of the International Round Table organized by the Swiss School of Archaeology in Greece. Athens, November 28–30, 2008. Oxford, 19–27. Kilian -Dirlmeier, I. 2002: Kleinfunde aus dem Athena Itonia -Heiligtum bei Philia (Thessalien). Monographien des Römisch -Germanisches Zentralmuseums Mainz 48. Bonn.
41MAREK VERČÍK Kiriatzi, E.– Knappett, C. eds. 2016: Human Mobility and Technological Transfer in the Prehistoric Mediterranean. New York. Klebinder -Gauss, G. 2003: Zu Bronzewerkstätten im früharchaischen Artemision von Ephesos. Forum Archaeologie 27. Vol. VI Klebinder -Gauss, G. 2007: Bronzefunde aus dem Artemision von Ephesos. Forschungen in Ephesos XII/3. Wien. Klebinder -Gauss, G. 2008: Ephesos und seine Beziehungen zur phrygischen Bronzekunst. In: U. Muss (ed.): Die Archäologie der ephesischen Artemis. Gestalt und Ritual eines Heiligtums. Wien, 235–240. Kostoglou, M. 2008: Iron and Steel in Ancient Greece. Artefacts, Technology and Social Change in Aegean Thrace from Classical to Roman Times. BAR International Series 1883. Oxford. Kostoglou, M. 2010: Iron, Connectivity and Local Identities in the Iron Age to Classical Mediterranean. In: P.van Dommelen– A.B. Knapp (eds.): Material Connections in the Ancient Mediterranean. Mobility, Materiality, and Mediterranean Identities. Abingdon, 171–189. Lemos, I. 2002: The Protogeometric Aegean. The Archaeology of The Late Eleventh and Tenth Centuries BC.Oxford. Lemos, I. 2007: The Migration to the West Coast of Asia Minor. Tradition and Archaeology. In: J. Cobetetal. (eds.): Frühes Ionien. Eine Bestandaufnahme. Panionion -Symposion Güzelçamli 25. Sempember– 1. Oktober 1999. Milesische Forschungen 5. Mainz, 713–727. Mac Sweeney, N. 2014: Foundation Myths and Politics in Ancient Ionia. Cambridge. Maddin, R.1982: Early Iron Technology in Cyprus. In: J.D. Muhlyetal. (eds.): Early Metallurgy in Cyprus, 4000–500 B.C. Nicosia, 303–314. Mattusch, C. 1977: Bronze and Ironworking in the Area of the Athenian Agora. Hesperia 46, 340–379. Mattusch, C. 2014: Enduring Bronze. Ancient Art, Modern Views. Los Angeles. McConchie, N. 2004: Archaeology at the North -East Anatolian Frontier V: Iron Technology and Iron -making Communities of the First Millennium BC.Ancient Near Eastern Studies. Supplement 13. Louvain. McNutt, P.M. 1990: The Forging of Israel. Iron Technology, Symbolism and Tradition in Ancient Society. Sheffield. Modarressi-Tehrani, D. 2009: Untersuchungen zum früheisenzeitlichen Metallhandwerk im westlichen Hallstattund Frühlaténegebiet. Rahden/West. Morris, I. 1989: Circulation, Deposition and the Formation of the Greek Iron Age. Man, New Series 24/3, 502–519. Morris, I. 2007: Early Iron Age Greece. Cambridge. Mounthoy, P.A. 1998: The East Aegean‐West Anatolian Interface in the Late Bronze Age: Mycenaeans and the Kingdom of Ahhiyawa. Anatolian Studies 48, 33–67. Muhly, J.D.etal. 1985: Iron in Anatolia and the Nature of the Hittite Iron Industry. Anatolian Studies 35, 67–84. Muhly, J.D. 2006: Texts and technology: the beginning of iron metallurgy in the Eastern Mediterranean. In: T.P.Tassios– C. Polyvou (eds.): Ancient Greek Technology. Proceedings of the 2nd International Conference on Ancient Greek Technology, October 2005. Athens, 19–31. Oleson, J.P.ed. 2008: The Oxford Handbook of Engineering and Technology in the Classical world. Oxford. Olshausen, E. 2006: Chalybes. In: H. Canciketal. (eds.): Der Neue Pauly. Avalaible online: http://dx.doi.org. emedien.ub.uni -muenchen.de/10.1163/1574-9347_dnp_e231270 (visited 12/05/2017). Özyiğit, Ö. 2003: Yili Phokaia Kazi Çalişmalari. Kazi Çalişmalari Toplantisi 26/2, 43–50. Özyiğit, Ö. 2017: Phokaia kazilari tarihi ile Foça yarimadasini çeviren kent duvarlari ve restorasyonu. Phokaia Kazı ve Araştırmalar. Istanbul. Papadopoulos, J.K. 2015: Greece in the Early Iron Age. Mobility, Commodities, Polities, and Literacy. In: A.B. Knapp– P.van Dommelen (eds.): The Cambridge Prehistory of the Bronze and Iron Age Mediterranean. Cambridge, 178–195. Pernicka, E. 1990: Gewinnung und Verbreitung der Metalle in prähistorischer Zeit. Jahrbuch des Römisch- -Germanischen Zentralmuseums Mainz 37, 21–129. Photos, E. 1987: Early Extractive Iron Metallurgy in N Greece. AUnified Approach to Regional Archaeometallurgy. Unpublished PhD Thesis, University of London. London.
42 STUDIA HERCYNIA XXI/1 Pickles, S.– Peltenburg, E. 1998: Metallurgy, Society and Bronze/Iron Transition in the East Mediterranean and the Near East. Report of the Department of Antiquities Cyprus 1998, 67–100. Pigott, V.C. 1980: The Iron Age in Western Iran. In: T.A. Wertime– J.D. Muhly (eds.): The Coming of the Age of Iron. New Haven, 417–461. Pigott, V.C. 1989: The Emergence of Iron Use at Hasanlu. Expedition 31/2–3, 67–79. Pleiner, R.1969: Iron Working in Ancient Greece. Praha. Pleiner, R.1996: Das frühe Eisen. Von den Kleinwaagemengen zu der ältesten Industrie. Ethnographisch- -Archäologische Zeitschrift 37/3, 283–291. Pleiner, R.2006: Iron in Archaeology. Early European Blacksmiths. Praha. Popham, M.R.etal. 1979–1980: LefkandiI. The Iron Age. BSA Supplementary Volume 11. Oxford. Psaroudakis, K. 2003: Iera kai metallotechnia stin anatoliki mesogeio apo tin epochi tou chalkou sta istorika chronia. In: N. Kyparissi -Apostolika– M. Papakonstantinou (eds.): The Periphery of the Mycenaean World. Proceedings of the 2nd International Interdisciplinary Colloquium, Lamia 1999. Athens, 581–585. Raubitschek, A.E. 1998: The Metal Objects (1914–1988). Isthmia 7. Princeton. Risberg, C. 1992: Metal -working in Greek Sanctuaries. In: T. Linders– B. Alroth (eds.): Economics of Cult in the Ancient Greek World. Proceedings of the Uppsala Symposium, 1990. Uppsala, 33–40. Risberg, C. 1997: Evidence of Metal Working in Early Greek Sanctuaries. In: C. Gillisetal. (eds.): Trade and Production in Premonetary Greece. Production and the Craftsman. Proceedings of the 4 th and 5 th International Workshops, Athens 1994 and 1995. Jonsered, 185–196. Risberg, C. 1998: Production in aSacred Place. Topoi 8/2, 671–679. Roberts, B.– Radivojević, M. 2015: Invention as aProcess. Pyrothechnologies in Early Societies. Cambridge Archaeological Journal 25, 299–306. Sanidas, G.M.etal. 2016: Polykmetos sideros. Apropos du fer en grèce antique. Revue Archéologique 62, 279–301. Scott, D.A– Eggert, G. 2009: Iron and Steel in Art. Corrosion, Colorants, Conservation. London. Schmitt, H.-O. 2007: Die Angriffswaffen. In: R. Felschetal. (eds.): Kalapodi. Ergebnisse der Ausgrabungen im Heiligtum der Artemis und des Apollon von Hyampolis in der antiken PhokisII. Mainz, 423–551. Sevin, V.– Kavakli, E. 1996: Van/Karagündüz. Bir erken demir çağ nekropolü / An Early Iron Age Cemetery. Istanbul. Sherratt, S. 2003: The Mediterranean Economy. “Globalisation” at the End of the Second Millennium B.C.E. In: W.G. Dever– S. Gitin (eds.): Symbiosis, Symbolism and the Power of the Past: Canaan, Ancient Israel and their Neighbors from the Late Bronze through Roman Palestina. Proceedings of the Centennial Symposium W.F. Albright Institute of Archaeological Research and the American Schools of Oriental Research Jerusalem, May 29–31, 2000. Winona Lake. Eisenbrauns, 37–62. Siegelova, J. 1984: Gewinnung und Verarbeitung von Eisen im Hethitischen Reich im 2. Jahrtausend v. u. Z. Annals of the Náprstek Museum 12, 71–168. Sillar, B.– Tite, M.S. 2000: The Challenge of “Technological Choices” for Material Science Approaches in Archaeology. Archeometry 42/1, 2–20. Slawisch, A. 2013: Didyma. Untersuchungen zur sakralen Topographie und baulichen Entwicklung des Kernheiligtums vom 8.–4. Jh. v. Chr. In: I. Gerlach– D. Raue (eds.): Sanktuar und Ritual. Heilige Plätze im archäologischen Befund. Rahden 2013, 53–60. Snodgrass, A.M. 1980: Iron and Early Metallurgy in the Mediterranean. In: T.A. Wertime– J.D. Muhly (eds.): The Coming of the Age of Iron. New Haven, 335–374. Snodgrass, A.M. 1982: Cyprus and the Beginnings of Iron Technology in the Eastern Mediterranean. In: J.D. Muhlyetal. (eds): Early Metallurgy in Cyprus, 4000–500 B.C. Acta of the International Archaeological Symposium. Larnaca, Cyprus, 1st–6th of June 1981. Nicosia, 285–294. Snodgrass, A.M. 2000: The Dark Age of Greece. An Archaeological Survey of the Eleventh to the Eight Centuries BC.Edinburgh.
43MAREK VERČÍK Snodgrass, A.M. 2006: Archaeology and the Emergence of Greece. Collected Papers on Early Greece and Related Topics (1965–2002). Edinburgh. Stampolidis, N.etal. (eds.) 2015: Nostoi. Indigenous Culture, Migration and Integration in the Aegean Islands and Western Anatolia During the Late Bronze and Early Iron Age. Istanbul. Tholander, E. 1971: Evidence for the Use of Carburized Steel and Quench Hardening in Late Bronze Age Cyprus. Opuscula Atheniensia 10, 15–22. Tuchelt, K. 2007: Überlegungen zum archaischen Didyma. In: J. Cobetetal. (eds.): Frühes Ionien. Eine Bestandaufnahme. Panionion -Symposion, Güzelçamli, 25. Sempember–1. Oktober 1999. Milesische Forschungen 5. Mainz, 393–412. Tulunay, E.T. 2015: Nif (Olympos) Dağı araştırma ve kazı projesi: 2013 yılı Kazısı. Kazı Sonuçları Toplantısı 36/3, 695–717. Varoufakis, G. 1995: The Iron T -clamps and Dowels of Parthenon. Pact. Revue du Groupe européen d’études pour les techniques physiques, chimiques et mathématiques appliquées à l’ archéologie 45, 137–142. Veldhuijzen, H. 2012: Just aFew Rusty Bits. The Innovation of Iron in the Eastern Mediterranean in the 2nd and 1st millennia BC.in: V. Kassianidou– G. Papasavas (eds.): Eastern Mediterranean Metallurgy and Metalwork in the Second Millennium BC.AConference in Honour of J.D. Muhly. Nicosia, 11th–11th October 2009. Oxford, 237–250. Veldhuijzen, H.– Rehren, T. 2007: Slags and the City: Early Iron Production at Tell Hammeh, Jordan and Tel Beth -Shemesh, Israel. In: S. La Niece– P.Craddock (eds.): Metals and Mines. Studies in Archaeometallurgy. Selected Papers from the Conference Metallurgy: ATouchstone for Cross -cultural Interaction. British Museum, 28–30 April 2005. London, 189–201. Verčík, M. 2016: Nichts als Schrott? Nahöstliche Panzerschuppen aus dem Apollon -Heiligtum in Didyma. Distant World Journal 1, 11–26. Verdan, S. 2007: Eretria. Metalworking in the Sanctuary of Apollo Daphnephoros during the Geometric Period. In: A. Mazarakis Ainian (ed.): Oropos and Euboea in the Early Iron Age. Acts of an International Round Table, University of Thessaly, June 18–20, 2004. Volos, 345–359. Waldbaum, J. 1978: From Bronze to Iron. The Transition from the Bronze Age to the Iron Age in the Eastern Mediterranean. SIMA 54. Goteborg. Waldbaum, J. 1980: The First Archaeological Appearance of Iron and the Transition to the Iron Age. In: T.A. Wertime– J.D. Muhly (eds.): The Coming of the Age of Iron. New Haven, 69–98. Waldbaum, J. 1982: Bimetallic Objects from the Eastern Mediterranean and the Question of the Dissemination of Iron. In: J.D. Muhlyetal. (eds): Early Metallurgy in Cyprus, 4000–500 B.C. Acta of the International Archaeological Symposium. Larnaca, Cyprus, 1st– 6th of June 1981. Nicosia, 325–350. Waldbaum, J. 1999: The Coming of Iron in the Eastern Mediterranean. Thirty Years of Archaeological and Technological Research. Masca Research Papers in Science and Archaeology 16, 27–57. Yahalom -Mack, N.– Eliyahu -Behar, A. 2015: The Transition from Bronze to Iron in Canaan. Chronology, Technology, and Context. Radiocarbon 52/2, 285–305. Yalçin, Ü. 1993: Archäometallurgie in Milet. Technologiestand der Eisenverarbeitung in archaischer Zeit. Istanbuler Mitteilungen 43, 361–370. Yalçin, Ü. 2000: Zur Technologie der frühen Eisenverhüttung. Arbeitsund Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 42, 307–316. Yalçin, Ü. 2003: Metallurgie in Anatolien. In: T. Stöllneretal. (eds.): Man and Mining– Mensch und Bergbau. Studies in honur of Gerd Weisgerber on Occasion of his 65th Birthday. Der Anschnitt, Beiheft 16. Bochum, 527–536. Yalçin, Ü. 2005: Zum Eisen der Hethiter. In: Ü. Yalçinetal. (eds.): Das Schiff von Uluburun. Welthandel vor 3000 Jahren. Katalog der Ausstellung des Deutschen Bergbau -Museums Bochum vom 15. Juli 2005 bis 16. Juli 2006. Bochum, 493–502.
44 STUDIA HERCYNIA XXI/1 Yalçin, Ü.– Cevizoğlu, H. 2011: Eine archaische Schmiedewerkstatt in Klazomenai. In: Ü. Yalçin (ed.): Anatolian MetalsV. Der Anschnitt. Beiheft 24. Bochum, 85–90. Yalçin, Ü.– Özyiğit, Ö. 2013: Die Schmiedewerkstatt aus Phokaia. Ein Kurzbericht. In: Ü. Yalçin (ed.): Anatolian MetalsVI. Der Anschnitt. Beihef 25. Bochum, 239–246. Yener, K.A. 2009: The Domestication of Metals. The Rise of Complex Metal Industries in Anatolia. Culture and History of the Ancient Near East 4. Leiden. Zimmer, G. 1990: Griechische Bronzegusswerkstätten. Zur Technologieentwicklung eines antiken Kunsthandwerkes. Mainz. Marek Verčík Institute of Classical Archaeology Faculty of Arts, Charles University Celetná 20, CZ-110 00 Prague 1
[email protected] Post-Doc Affiliate Distant Worlds: Munich Graduate School for Ancient Studies Ludwig-Maximilians-University Munich Geschwister-Scholl-Platz 1 D-80539 München