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Zwischen Gesangbuch und Oper: Gottorfer Fürstinnen und die Musik

Kirsch, Matthias

Abstract

Viele Daten zum höfischen Leben auf Schloss Gottorf um das Jahr 1700 sind noch nicht genau bekannt. Insbesondere die weiblichen Mitglieder der…

Full text

| 325 Ma hias Ki sch Zwischen Gesangbuch und Ope Go o e Fü s innen und die Musik Vo weg eine ku ze Beme kung zum me hodischen Hin e g und dieses Bei ags: Mi is be- wuss , dass de angekündig e Gegens and auch au ansp uchs olle e Weise, e wa mi meh Kul u heo ie und Disku sanalyse behandel we den kann. Mein Eind uck om ak uellen Fo - schungss and zu Go o e Ho musik is alle dings de , dass es noch einige posi i is ische Kon ex o schung beda , um ü diesen Be eich zu einem e lässlichen Gesam bild zu kom- men. Denk man in g öße em Zusammenhang und sieh dabei e wa au die Lage biog aphi- sche Fo schung zu Pe sonen de Go o e He sche amilie, so scheinen ganze Quellenbes än- de bislang wei gehend ungenu z . Fü den o liegenden Bei ag e wa wa die Auswe ung de zei genössischen Tagesp esse um 1700 eine E kenn nisquelle, de en Nu zung o z einige län- ge zu ückliegende Ve suche in de Musik o schung bislang kaum Bedeu ung ha . 1 Ta sächlich abe e geben sich aus hunde en on Funds ellen in den Rela ionsCou ie en ode O dina -Zei- ungen zahl eiche Bezüge zum Go o e S aa . Eine um assende Auswe ung allein diese Be- lege dü e zwa einige Zei in Ansp uch nehmen, könn e abe hel en, die ›Bewegungsp o ile‹ einzelne Go o e besse zu besch eiben. 2 Eine ähnliche Zu ückhal ung he sch bislang in de Fo schung auch bei Quellenbes änden, die ehe epheme als ›Schu ‹ de Dokumen a ion ein unpaginie es Dasein in A chi en is en: Das gil beispielsweise ü die o als ›Beilagen‹ bezeichne en um änglichen Sammlungen on Rechnungsbelegen, Qui ungen, Lis en jegliche A und ande es meh , die sich sekundä zu Haup quellen (e wa Rechnungsbüche n) e hal en 1 Zei ungen als musikgeschich liche Quellen zu nu zen, is keineswegs es im Me hoden epe oi e ühneuzei liche Musik o schung e anke . Wenige Ausnahmen inden sich in äl e en A bei en zum 18. Jah hunde , so zum Beispiel bei Heinz Becke : Die ühe Hambu gische Tagesp esse als musikgeschich liche Quelle, in: Hein ich Husmann (Hg.): Bei äge zu Hambu gischen Musikgeschich e (Sch i en eihe des Musikwissenscha lichen Ins i u s de Uni e si ä Hambu g 1), Hambu g 1956, S. 22–45. 2 Das on mi bislang e mi el e Ko pus an egionalgeschich lich ele an en Funds ellen um ass inzwischen as 600 Belegs ellen (in Fo m on URL, die au das B eme Zei ungs epe o ium e weisen) und dü e noch ziemlich un- olls ändig sein. Vgl. dazu h ps://b ema.suub.uni-b emen.de/zei ungen17 (le z e Au u : 12.02.2024). Ich ha e mi dem Sich en solche S ellen begonnen, um eine A ›Bewegungsp o il‹ He zog F ied ichs IV. zu e s ellen und au diese Weise die populä e musikgeschich liche Da s ellung zu en k ä en, nach de die Go o e Ho musik auch un e diesem He sche noch einmal eine Hochphase e leb e. Kiel-UP • h ps://doi.o g/10.38072/2943-5331/p16 326 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein und wohl o allem deswegen wenige Beach ung inden. 3 T adi ionelle A chi o schung bleib also auch wei e hin eine No wendigkei , wenn Themen wie e wa pe sonell ode zei lich ixie e Musik e häl nisse bea bei e we den sollen. Na ü lich spiel de Ti el dieses Bei ags zunächs au das 1676 da ie e Husume Ho - gesangbuch Ma ie Elisabe hs (1610–1684) an:4 Die Bedeu ung diese Sammlung is einge- hend on Ada Kadelbach da ges ell wo den und sei langem anhand eine eind ucks ollen Faksimile-Ausgabe nach ollziehba .5 Die e s sechseinhalbjäh ige P inzessin Sophie Amalie (1670–1710) wu de hie mi einem neugedich e en Ak os ichlied bedach , und dami wa auch die ak uell jüngs e Gene a ion de Familie im Gesangbuch selbs ep äsen ie .6 Und dies wa na ü lich nich die le z e Ve bindung Sophie Amalies mi musikalischen Sach e - hal en: Vo allem du ch ih e Ve hei a ung an den b aunschweig-lünebu gischen E bp in- zen Augus Wilhelm (1662–1731) kam es meh ach zu Widmungen, dann alle dings im Zusammenhang mi gewich igen Ope np oduk ionen des B aunschweige Thea e s, eines Un e nehmens mi e hebliche Bedeu ung ü die Go o e Familie. Hie is eine om Au - wand he ehe unspek akulä e bibliog aphische Reche che au schluss eich: Belege ü Lib- e o-D ucke und de en Widmungs äge *innen geben o genug e s e Hinweise ü wei e e Fo schungen. G ei man Sophie Amalie als Teil des pe sonellen Go o e Pano amas he - aus, so lassen sich be ei s an ih allein ein paa wesen liche Beobach ungen zum Thema machen. Ih e Pe son e binde gewisse maßen die handwe klich-konse a i e Sphä e des Gesangbuchlieds mi de up o da e-Ga ung de ba ocken Ope , die in B aunschweig und Hambu g on Musike n wie Geo g Caspa Schü mann (1672/73–1751) ode Reinha d Keise (1674–1739) p oduzie wu de. Vo allem abe S ücke des damals be ühm en und heu e wiede e was besse bekann en Agos ino S e ani (1654–1728) be ölke n die ope nmäßig önende Umgebung de Go o e . Eine knappe und ielleich auch lückenha e Au s ellung bibliog aphisch e mi el e Widmungen an Go o e Fü s innen, die den Be eich on Ope und hö ische Fes kul u um assen, mag dies e deu lichen: 7 3 Vgl. dazu Ma hias Ki sch: » ein holl. Wapenpapie Zu Capelle«. Papie e so gung und Handsch i enp oduk ion am Go o e Ho , in: Schü z-Jah buch 37 (2015), S. 63–76. 4 Neben Ma ie Elisabe h, de Ehe au He zog F ied ichs III. (1597–1659), behandel de o liegende Bei ag o allem Pe sonen de unmi elba olgenden beiden Gene a ionen: Dies sind F iede ike Amalie (1649–1704), die Ehe au He - zog Ch is ian Alb ech s (1641–1694), de en Toch e Sophie Amalie (1670–1710) und die schwedische P inzessin Hed- wig Sophia (1681–1708), die 1698 mi He zog F ied ich IV. (1671–1702) e hei a e wu de. 5 Vgl. dazu Ada Kadelbach (Hg.): Auße lesene Geis liche Liede [...],Husum 1986 (ND Schleswig 1676). 6 Vgl. ebd., Lied N . 294, S. 489. 7 Säm liche bibliog aphische Belege lassen sich p oblemlos übe die gängigen Ressou cen on Wo ldCa ode VD 17 (He zog Augus Biblio hek Wol enbü el) e mi eln. Ich e zich e deshalb hie au de aillie e Nachweise. Ki sch: Zwischen Gesangbuch und Ope  | 327 Komposi ion Au üh ungsjah und -O Widmungs äge *in Ga ung 1. Das F euden-Fes de Musen au dem Sal z halischen Pa nassus (Reinha d Keise ) B aunschweig 1695 Sophie Amalie Singballe 2. Clelia (Reinha d Keise ) B aunschweig 1696 Sophie Amalie und Augus Wilhelm Ope 3. Das beglück e und e eu e Salz hal (Reinha d Keise ?) B aunschweig 1697 F iede ike Amalie Fes kan a e 4. De hochmü hige Alexande (Agos ino S e ani) B aunschweig 1699 F iede ike Amalie Ope 5. De aus Hype bo een übe b ach e Güldene Ap el (Reinha d Keise ) Hambu g 1699 Hedwig Sophia und F ied ich IV. Ope 6. Leonilde ode die siegende Bes ändigkei (Geo g Caspa Schü mann) B aunschweig 1704 Sophie Amalie Ope Tab. 1: Übe sich zu bibliog aphischen Hinweisen au musikalische Widmungen an Go o e Fü s innen. © Ma hias Ki sch, e ö en lich un e de Lizenz CC BY-SA 4.0. Es äll so o au , dass die hö ische B aunschweige Bühne eine g öße e Bedeu ung ü die Go o e ha e als das iel bekann e e bü ge liche Hambu ge Un e nehmen am Gänsema k , dessen G ündungsgeschich e so ge n mi He zog Ch is ian Alb ech in Ve bindung geb ach wi d. Dessen Widmungsbilanz äll , e glichen mi de on Ehe au (F iede ike Amalie) und Toch e (Sophie Amalie) ehe dü ig aus: Auße eine knappen Huldigungsmusik anlässlich seine Heimkeh aus dem zwei en Hambu ge Exil schein ihm a sächlich kein einziges aus- gewachsenes S ück gewidme wo den zu sein. 8 De a ige Ve gleiche mögen e was schie sein, können abe die bishe gängigen Lesa en de Ope nbeziehungen Ch is ian Alb ech s au sinn- olle Weise e gänzen. 8 Die ku ze Huldigungskomposi ion mi dem Ti el Die be üb e und e eue e Cimb ia, eine Komposi ion on Johann Phi- lipp Fö sch (1652–1732) au einen Tex on Ch is ian Hein ich Pos el (1658–1705), wu de nach Abschluss de Ve - handlungen übe den F ieden on Al ona im Jah 1689 au de Hambu ge Bühne gegeben. 328 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein Musikbeziehungen on S andespe sonen – mögliche Sys ema isie ungen Musikbeziehungen nich nu bei Fü s innen, sonde n ü S andespe sonen insgesam lassen sich o mal e was s ä ke sys ema isie en: Möglich is eine Un e scheidung on (1.) ak i en, (2.) dedika i en und (3.) passi en Musikbeziehungen. Von eine ak i en ode empha ischen Musikbeziehung läss sich dann sp echen, wenn Belege ü musikalische Be ä igung ode auch nu das Ve anlassen musikalisch ele an e Sach e hal e g ei ba we den: Genau das i au Ma ie Elisabe h mi ih em Ho gesangbuch zu, wobei sich de en Musikbeziehung ganz siche nich in diese einen Un e nehmung e schöp e. Das zei weise an ih em Ho in Husum leben- de Kind Sophie Amalie wa do musikalisch noch mi einem ande en weiblichen ole model kon on ie , dessen ak i e Musikbeziehung ohne g öße en Fo schungsau wand nach ollzogen we den kann: Hie leb e nämlich auch Sophie Amalies Tan e Anna Do o hea (1640–1713), de- en ak i es ins umen ales Musizie en einige Spu en in den Husume Ho echnungen hin e las- sen ha . 9 Beg ünde e Spekula ion is es deshalb, wenn wi uns ü Sophie Amalies Kinde jah e eine insgesam musiks a ke Umgebung denken. Leide bleiben die ak i en Musikbeziehungen on Mi gliede n de Go o e He sche amilie im Üb igen abe eine ech um ängliche Lee - s elle, de en eilweise ollzogene Füllung wohl nu mi bishe noch unbekann en Dokumen en möglich sein dü e. Bis dahin sind wi au Ve mu ungen ehe allgemeine A angewiesen. Dass ein Mi glied de He sche amilie übe eine p o ilie e ak i e Musikbeziehung e üg e, läss sich imme dann sinn oll e mu en, wenn es Belege ü dedika i e Musikbeziehungen gib . Solche Musikbeziehungen haben o in e wa diesen Ausgangspunk : Woll e ein Musike i gendwelche Komposi ionen eine S andespe son widmen, so wa e gu be a en, sich zu o um die Annahme seine Widmung zu bemühen – und e konn e dann womöglich auch au eine ( inanzielle) ›Gegen e eh ung‹ ho en. Von S andespe sonen abe , die au diese Weise ›Kul u ö de ung‹ be ieben, läss sich g undsä zlich annehmen, dass sie an Musik besonde s in e essie wa en und ielleich auch selbs musizie en. Dann abe wä e eine dedika i e Mu- sikbeziehung zugleich auch eine A ›Scha en‹ on ak i en Musikbeziehungen. Wenn abe ak i e und dedika i e Musikbeziehungen meis das g öß e In e esse au sich ziehen, soll e das nich da übe hinweg äuschen, dass le z lich eine d i e Fo m on Musikbe- ziehungen und de en e hal ene Dokumen e (in Fo m on zahllosen Komposi ionen nämlich) unse Bild zei genössische Musikbeziehungen maßgeblich bes imm : Die passi e Musikbe- ziehung is wohl eindeu ig diejenige mi dem höchs en dokumen a ischen Gewich , denn sie um ass die zahllosen Gelegenhei s- ode Kasualmusiken de hö ischen Gesellscha . Ganz übe wiegend sind das T aue musiken und in ge inge e Zahl auch Komposi ionen zu ande en Lebensanlässen, beispielsweise ü Hochzei en ode Gebu s age. Nachweise solche Kompo- si ionen sind ü die Go o e ähnlich zahl eich wie bei ande en Dynas ien auch. 9 Dies geh aus den schon on Be nha d Engelke gesich e en Rechnungsbelegen ü den Husume Ho he o . Vgl. dazu Be nha d Engelke: Musik und Musike am Go o e Ho e, Bd. 2: 1630–1702, unged uck es Typosk ip (Biblio- hek des Musikwissenscha lichen Ins i u de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel, Signa u D I Dlschl 101/2), eilpaginie , S. 55 u. ö. Ki sch: Zwischen Gesangbuch und Ope  | 329 Zum sys ema ischen Gesam bild gehö die E kenn nis, dass du ch das e hebliche dokumen- a ische Gewich de passi en Musikbeziehungen ein Be eich unse Bild dominie , in dem die mi allem Rech disku ie en ›Handlungsspiel äume‹ wohl am ge ings en wa en:10 Was genau nämlich komponie und musizie wu de, gab de ze emonielle Rahmen o und oblag auch in de konk e en Umse zung einem Pe sonenk eis, dem die ad essie e Pe son in de Regel nich angehö e. Kasualkomposi ionen soll en dahe als A e ak e angesehen we den, die o allem e was übe ›die Ums ände‹ aussagen und wenige übe die ›gemein en‹ Pe sonen. Diesen Übe - legungen sei ku z am Beispiel de Go o e Fü s en och e Sophie Amalie nachgegangen. Sophie Amalie – die Fü s in als ›Objek ‹ on Kasualmusiken Bleiben wi wei e bei Sophie Amalie, dann is es zus ellen, dass ih e Ve hei a ung nach Wol en- bü el o enba soga zwei Gelegenhei smusiken he o geb ach ha : Die e s e diese beiden Kom- posi ionen gib sich so o zu e kennen als Singballe anlässlich de ›Heimholung‹ de B au an den S ammsi z de Ankun sdynas ie. Leide is die Musik Reinha d Keise s e lo en, sodass wi nu das Lib e o be ach en können: Dieses Singballe mi dem Ti el Das F euden-Fes de Musen (siehe Tab. 1) eie e den doppel en Anlass des He sche gebu s ags (He zog An on Ul ich [1633– 1714]) und die ›Heimholung‹ de B au des E bp inzen Augus Wilhelm, eben Sophie Amalies. De Lib e o-Tex b ing eine ziemlich kla e Fixie ung au den Nachwuchs-Wunsch de He sche ami- lie, dem wah scheinlich die allgemein bekann e Homosexuali ä Augus Wilhelms en gegens and. Es is deshalb auch in d ama u gische Hinsich höchs beme kenswe , dass Sophie Amalie in diesem Singballe nun ausge echne die Rolle de Mine a übe nahm, eine Figu mi sozusagen my hologisch eingebau e Kinde losigkei . De Vo gang is wohl nich ohne wei e es au zuklä en: Ob dami ielleich ein bewuss o ensi e Umgang mi den Neigungen des b aunschweig-lüne- bu gischen Th on olge s zum Ausd uck komm , is nich so o zu en scheiden und beda eigen - lich de nähe en Be ach ung. Jeden alls wi d Sophie Amalie im Tex di ek angesp ochen: in diesem S ück sols du / Mine en ungleich sein. Wenn du dem Jupi e wi s einen Enkel b ingen / So woll’n die Musen ihm selbs Wiegen=Liede singen. Eine ex a ausgewiesene Anme kung im Lib e o iden i izie das im e s en Ve s genann e ›S ück‹ als die ewige Jung e nscha de my hologischen Mine a. Eine wei e e Komposi ion is schwie ige zuzuo dnen: Sie is en hal en in einem Band mi Musikhandsch i en Geo g Ös e eichs (1664–1735), des le z en ü s lich-go o ischen 10 In welchem Ausmaß ein – mode n gesp ochen – ›kul u elles Engagemen ‹ auch die Handlungsspiel äume de Go o e Fü s innen (mi -) üll e, ha Melanie G eine in ih e g undlegenden S udie gezeig . Vgl. dazu Melanie G eine : Zwi schen Un e o dnung und Selbs behaup ung. Handlungsspiel äume Go o e Fü s innen (1564–1721) (Kiele Sch i en zu Regionalgeschich e 1), Kiel/Hambu g 2018. 330 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein Kapellmeis e s. Diese Band gehö zu sogenann en Sammlung Bokemeye in de Be line S aa sbiblio hek.11 Abe wede das o gelage e Tex bla diese S ophena ie mi dem Tex - incipi En weiche So gen=Nach noch die eigen liche Musikhandsch i selbs en hal en i - gendwelche di ek en Hinweise au den Komposi ionsanlass ode Komposi ionszei aum,12 den man deshalb allein aus dem Tex de hohen Sings imme e schließen muss: Do is on einem Sohn de Ve heißung die Rede, den eine hols einische P inzessin gebä en soll. De Tex se z na ü lich diese Gebu als dynas isch hoch ele an ü B aunschweig an und mach dami unmiss e s ändlich kla , in welchem Kon ex die ganze Komposi ion s eh : Auch dies is eine ›Heimholungskomposi ion‹, o enba ü den gleichen Anlass wie das F euden-Fes de Mu- sen ange e ig und mi mindes ens ebenso eind ingliche He o hebung des Wunsches nach männlichem Nachwuchs. Wah scheinlich wu de diese A ia auch jus am olgenden Tag au - ge üh , dann wohl im Fes go esdiens im B aunschweige Dom am 19.Ok obe 1695. Da ü sp ich jeden alls die E wähnung des Sa a-Tags, de ü die E zmu e Sa a au den 9. Ok obe äll und de mi de zei üblichen 10-Tage-Di e enz de beiden gängigen Kalende ü diese Gelegenhei ole an angese z we den kann. Eine plausible zei liche Eino dnung geling also am bes en, wenn meh e e Indizien he angezogen we den, nämlich de dynas ische Kon ex de Dich ung, die unge äh e Wasse zeichenda ie ung de Musikhandsch i und die ziemlich genaue Da ie ungshil e de om A ien ex gese z en al es amen lichen Beziehung eben au den Sa a-Tag. Au diese G undlage hal e ich die Iden i izie ung diese Geo g-Ös e eich-Kom- posi ion als Sophie Amalies ›Heimholungsmusik‹ ü ech zu e lässig. Dass ü die musikalische Ausges al ung de B aunschweige ›Heimholung‹ Sophie Amalies ein Go o e Musike , eben Geo g Ös e eich, ä ig wu de (und kein am Wol enbü ele Ho anges ell e Musike ), is e en uell genauso on Bedeu ung, wenn Sophie Amalies ak i e Mu- sikbeziehung ein geschä z we den soll: Geo g Ös e eich könn e aus al e Ve bundenhei ä ig gewo den sein, s and e doch sei 1689 in Go o e Diens en und wa ielleich auch an de musikalischen Bildung des ü s lichen Haushal s be eilig . Fü eine gewisse Ve bundenhei Ös e eichs mi Sophie Amalie sp ich auch, dass diese Fü s in die Pa enscha ü Ös e eichs 1696 gebo ene gleichnamige Toch e übe nahm.13 Sophie Amalie Ös e eich wu de spä e Sän- ge in am Wol enbü ele Thea e und blieb do bis zu ih e Ve hei a ung 1729 ak i .14 11 Es handel sich um die Musikhandsch i Ms.mus.au og .Ös e eich, G 3., in de wesen liche Teile de Gelegenhei s- musiken Geo g Ös e eichs (auch aus dessen Cobu ge und B aunschweige Zei ) en hal en sind. De gesam e Band kann au de Websi e de Be line S aa sbiblio hek online gelesen we den. 12 Vgl. dazu die Da ie ung des Wasse zeichens au 1695/97 bei Kon ad Küs e : Geo g Ös e eichs Musiksammlung. En - s ehung – Gliede ung – Fo en wicklung, in: De s. (Hg.): Zwischen Schü z und Bach. Geo g Ös e eich und Hein ich Bokemeye als No ensammle (Go o /Wol enbü el), S u ga 2015, S.117–276, hie S. 236. 13 Adam Sol ys e e ie e den einschlägigen Tau ein ag im Ki chenbuch de S . Ka ha inenki che in B aunschweig. Vgl. Adam Sol ys: Geo g Oes e eich (1664–1735). Sein Leben und seine We ke. Ein Bei ag zu Geschich e de no ddeu schen Kan a e, in: A chi ü Musikwissenscha 4.2 (1922), S. 169–224, hie S. 181. 14 Vgl. Ca s en Lange: A . ›Geo g Ös e eich‹, in: Die Musik in Geschich e und Gegenwa . Allgemeine Enzyklopädie de Musik, Pe sonen l., Bd. 12, Kassel u. a. 2 2004, Sp. 1454. Ki sch: Zwischen Gesangbuch und Ope  | 331 Aus de Nähe be ach e – Geo g Ös e eichs A ia En weiche So gen=Nach Im Gegensa z zu ielen ande en Komposi ionen, on denen in diesem Bei ag die Rede is , ha sich die A ia En weiche So gen=Nach olls ändig e hal en, und ein Blick au die handwe k- liche Sei e dieses Sa zes bes ä ig allgemeine E wa ungen an zei genössische Kasualmusiken zum g oßen Teil. Zunächs zu ex lichen Sei e: Die S ophen o m diese Dich ung gehö , leg man die Sys ema ik Ho s J. F anks an, nich un e die e s en 50 e b ei e en Fo men de Sechs- zeile , was ge ade dieses Rahmenme kmal als zumindes ausge allen ma kie . 15 Sechszeile wu den im 16. und 17. Jah hunde be o zug ü Ki chenlieddich ung e wende , was diese A ia ga ungsmäßig noch nähe an eine mögliche go esdiens liche Ve wendung he an ück . Die Wahl des ungewöhnlichen Me ums mi einem abschließenden dak ylischen Ve spaa abe is en wede besonde s indi iduell ode eine Folge ga ungsmäßige Unen schiedenhei : [1. S ophe] En weiche So gen=Nach , de Tag b ich an zu deinen euden; De Himmel selbs en lach und denck mi wonne dich zu kleiden. Es wache dein glücke und eil di en gegen, E mun ’ e dich, Hols ein, es eu el di Segen. Deklama ion, Wo wahl und o allem die nich ganz wenigen Elisionen hin e lassen einen e was ungeüb en Eind uck, und in diese Rich ung weis auch die Idee de Bezugnahme au den Sa a-Tag: Passgenau is diese al es amen liche Anspielung nich , denn das Au u en des My hos on de E zmu e Sa a b ing noch wei e e Assozia ionen he o als nu den Bezug au die Gebu des › e heißenen Sohns‹ Isaak. Dazu gehö das Mo i des Sa a-Lachens, denn im 1. Buch Mose is das Lachen eine Reak ion Sa as au die gö liche P ophezeiung, sie wü de noch im Al e on 90 Jah en einen Sohn gebä en. Zu den po enziell unbeabsich ig en Assozia- ionen mag denn auch ein Nachdenken übe die Kinde losigkei des E bp inzen und de en U - sachen gehö haben, womi noch einmal dessen Homosexuali ä ins Blick eld ge ück wä e. Me apho isch-assozia i gesehen bleib de Tex on En weiche So gen=Nach also schwie ig. Musikalisch a bei e de Sa z diese A ia dagegen in ließendem Tempo ech gängige To- poi eine beseel - eudigen Fes musik ab, in de auch eine A mo i ische Bezugnahme au das Sa a-Lachen sich melisma isch äuße (Abb. 1): Alle dings wi d jus diese A iolische Ach el igu a ion im wei e en Ve lau de Kom- posi ion o he und nachhe auch ü ande e melisma ische und behandel e Tex eile e - wende . Eine kla e Seman isie ung de T iolen i also nich ein. Auch sons e äh de 15 Vgl. dazu Ho s J. F ank: Handbuch de deu schen S ophen o men (UTB 1732), Tübingen/Basel 2 1993, S.407 . 332 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein Sa z es ik i mi den musikalischen Möglichkei en: Die as ausschließliche Ve wendung de Kadenzs u en I. und V. besch änken das Klangspek um deu lich.16 Die Ins umen a ion dagegen wechsel gelegen lich zu Oboen und Fago ,17 dem ypischen T io o allem anzö- sische Ou e ü enmusik, b ing abe g undsä zlich den S eiche sa z mi o pa allelge üh - en Violinen. Wäh end T aue musiken auch um 1700 noch o on ehe ie geschlüssel en S eiche n (Viole da Gamba) und nich sel en ün s immigem Sa z Geb auch machen, wa en die leich e en Gen es de Kasualmusiken o ene ü den ge ings immig-mode nen Sa z mi Geigen/Oboen-Mischklang ode auch einen Fa bwechsel on S eiche n und Bläse n. Die klangliche Ges e mi ih en p imä wel lichen Assozia ionen mag hie also das bes im- mende Momen sein. Im Zen um s eh na ü lich als wich igs e musikalische T äge des Sa zes die hohe Sings imme, de en Aus üh ung in den 1690e Jah en noch nich zwangsläu ig eine F auens imme o ausse z e. Ge ade ü eine Au üh ung im Go esdiens wä e hie ehe mi eine Knabens imme zu echnen, wobei de Wol enbü ele Ho auch übe Kas a en e - üg e, de en Spezialisie ung abe eindeu ig dem belcan o de neue en Ope en sp ach. Ganz unabhängig on quali a i en E wägungen da Sophie Amalie insgesam als eine besonde s eich mi dedika i en und passi en Musikbeziehungen ausges a e e Angehö ige de Go o e Dynas ie gel en. Das wa nich unbeding zu e wa en und is doch o allem wegen de his o isch-ga ungsmäßigen Spannwei e beme kenswe : Vom Gesangbuchlied übe Kasualkomposi ionen aus den Be eichen A ie und Singballe eichen Sophie Amalies Musikbeziehungen bis hin zu ausgewachsenen Ope mi ömisch-an iken und no disch-my- hologischen Suje s. Eine e gleichba b ei e Belegdich e dü e sich ü ein ande es Familien- 16 So kadenzie diese Sa z in seinen ex ie en Teilen ausschließlich en wede nach B-Du (Haup ona ) ode nach F-Du (höchs angige Neben ona , ›Dominan e‹). Nu die In ada als ein ins umen ale Einlei ung weich ku z in das zu B-Du ›pa allele‹ g-Moll aus. 17 Die Handsch i b ing da ü o enba nach ägliche Sch i zusä ze, die eindeu ig nich zu ühes en Schich de Niede sch i gehö en. Abb. 1: Ausschni aus de A ia En weiche So gen-Nach on Geo g Ös e eich, iolisches Melisma au ›Lachen‹ (hie T. 5–13). © Ma hias Ki sch, e ö en lich un e de Lizenz CC BY-SA 4.0. Ki sch: Zwischen Gesangbuch und Ope  | 333 mi glied kaum inden lassen. Wich igs e Anlehnungskon ex ü Sophie Amalies Musik- beziehungen is nun alle dings nich de Go o e , sonde n de Wol enbü ele Ho . Die G ünde da ü sind nach ollziehba , üh en abe an eine e b ei e en Sich , die den sons kul u s a ken Ho an de Schlei so ge n auch in einen kla en Zusammenhang mi de p es- ige äch igen musikalischen G oßga ung Ope zu b ingen e such . Go o und die Ope Abe wu de denn nich auch in Go o selbs Ope gespiel ? Eine An wo au diese F age häng da on ab, welche A musikalisch-szenische Da bie ung man in de zwei en Häl e des 17.Jah - hunde s als Ope gel en lassen möch e. Dass zum Beispiel die Zei genossen wohl auch Sing- balle e als Ope n bezeichne haben, is gu dokumen ie . De a ige S ücke wu den in Go o um die Jah hunde mi e meh ach p oduzie , wäh end die a chi alischen Dokumen e o O auch in solchen Fällen ge n on Ope n sp echen. 18 De P oduk ionsau wand ü ein Singballe konn e deu lich kleine als de jenige ü eine › ich ige‹ Ope sein: Tempo ä e Bühnen wu den dazu im einschlägigen Fes saal e ich e und e scheinen deshalb in Go o e Ho -Rechnungen. Se zen wi abe unse neuzei lich dominan es Bild on Ope o aus und e wa en szenische Da bie ung mi au wändige Bühnen echnik, mi sänge ischen Höchs leis ungen im zyklischen Rahmen on Rezi a i und A ie, dazu ein schlagk ä iges O ches e und Da bie ungs anz, dann is in Go o wohl keine Ope gespiel wo den. Ge ade das Fehlen geeigne e Räumlichkei en – e s im 18.Jah hunde wu de das do ige Ballhaus zum Thea e umgebau – e hinde e o - enba s andesgemäße Ope np oduk ionen. Den P es igewe eine eigenen Spiels ä e ü das Musik hea e ha e man siche lich e kann , abe es kam – wohl wegen knappe Mi el in den Exilzei en Ch is ian Alb ech s – nich zu Umse zung en sp echende Pläne. Ein wei e es e wi endes Fak um is die Übe lie e ung meh e e Ope npa i u en in de genann en Sammlung Bokemeye ,19 die wesen liche Teile de u sp ünglichen Go o e Musika- lien en häl . Geo g Ös e eich, au dessen Sammle ä igkei de G undbes and de Sammlung Bokemeye zu ückgeh , wa abe wäh end seine Go o e Kapellmeis e zei auch selbs als Ope nsänge ak i , und so lassen sich die Ope npa i u en de heu igen Sammlung Bokemeye zwanglos als p i a e Bes and ohne di ek e Beziehung zu Go o e Ho musik e klä en. Im Feb ua 1692 e wa wi k e Ös e eich jus in B aunschweig an zwei Ope np oduk ionen mi ,20 18 Schon Wol gang on Ge sdo wies diesen Geb auch des Te minus ›Ope ‹ nach und bezog sich dabei o allem au die Go o e Zei des Kapellmeis e s Augus in P lege (1635–1686). Vgl. dazu Wol gang on Ge sdo : Geschich e des The- a e s in Kiel un e den He zogen zu Hols ein-Go o p (Mi eilungen de Gesellscha ü Kiele S ad geschich e 27/28), Kiel 1912, S. 28, 110. 19 Vgl. dazu Ha ald Kümme ling: Ka alog de Sammlung Bokemeye (Kiele Sch i en zu Musikwissenscha 18), Kassel u. a. 1970, S. 135. 20 Vgl. dazu F ied ich Ch ysande : Geschich e de B aunschweig-Wol enbü elschen Capelle, in: Jah büche ü Musika- lische Wissenscha 1 (1863), S. 147–286. 340 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein Da ie ung de ü s lichen Fes -Ope , die doch e s eine ganze Weile nach Ankun des Paa es in Hols ein s a and. Anna Ca ha ina Pogwisch – auch eine ›Fü s in de Lande‹? Zum Schluss dieses Bei ags noch e was zu eine passi en Musikbeziehung, die es zumin- des quellenmäßig ›in sich ha ‹: Anna Ca ha ina Pogwisch (1634–1694) wa zwa nich im enge en Sinne eine ›Fü s in de Lande‹, wohl abe eine Fü s in ›aus dem Land‹, denn sie s amm e aus Hols ein und e b ach e Teile ih es Lebens in Hambu g.33 Zu Fü s in wu de sie nu deswegen, weil sie als be ei s e wi we e F au eines Go o e Ho beam en 1665 die Ehe mi einem zumindes nominellen Fü s en einging: Geo g Ch is ian on Hessen-Hombu g (1626–1677) ha e Anna Pogwisch 1665 in Hambu g gehei a e . Ve mu e wi d, dass diese Ve bindung le z lich o allem einen geschä lichen Cha ak e ha e, de an diese S elle abe nich wei e disku ie we den kann. En scheidend is hie , dass Anna Pogwischs Tod in ih em 61. Lebensjah zumindes im No den doch einen gewissen Nach ich enwe ha e. Im No dischen Me cu ius (24. Augus 1694) wa deshalb zu lesen: Zu Kiel Wu de den 17. dieses des Du chl. Fü s en und He n / Hn. Geo = ge Ch is ians / Landg a en zu Hessen / Fü s en zu Hi sch eld ec. Hochsehl. Gedäch niß nachgelassene Hoch l. F au Wi ibe Anna Ca ha ina geboh ne on Pogwischen / nachdem dieselbe den 18. May dieses 1694s en Jah es im 61 en Jah Ih es Al e s hoch= selig in dem He n e schieden / in De o E bbeg äbniß bey hoch- ansehnlichem T aue =Ge olge un e eine ü e lichen T au= e =Musiq / welche du ch den Hoch l. Hols ein=Go o ischen Capelmeis e Hn. Oes e eich componi e / beygese ze . De Al onaische Me cu ius (24. Augus 1694) e gänz e dazu noch, dass die T aue musik on He n Geo g Oes e eichen / componi e , und on denselben mi g ossen ap- plausu iele 100 Zuhö e au ge üh e wo den 33 Anna Pogwisch wa in e s e Ehe e hei a e gewesen mi dem Diploma en F ied ich on Ahle eld (1618–1664), de hohe Äm e im Go o e S aa übe nahm, F iedens e handlungen mi Dänema k üh e und auch das He zog um au dem Reichs ag 1653 in Regensbu g e a . Ki sch: Zwischen Gesangbuch und Ope  | 341 sei.34 Na ü lich is es die hie o enkundige (passi e) Musikbeziehung Anna Pogwischs, die on de gegebenen Mi eilung im No dischen Me cu ius nu knapp, doch schlaglich - a ig e hell wi d. Im Rahmen dieses Bei ags e dien sie ein gewisses In e esse. Ein Fü s l. Go o ische Capellmeis e also – de be ei s im Zusammenhang mi Sophie Amalie ge- nann e Geo g Ös e eich – lie e e die T aue -Musique ü den Aussegnungsgo esdiens de Ve s o benen in de Kiele Nikolaiki che am 17. Augus 1694. Als ein hö ische Bedien e komponie e (und lei e e) e also o enba auch Musiken ü ›Kunden‹ auße halb des Ho es und konn e dabei zu seinem Vo eil on de allgemeinen ›Ö en lichkei ‹ beobach e we den. An diese S elle wä e die Geschich e eigen lich zu Ende, wenn nich de inzwischen ela i gu e Au a bei ungss and zumindes on Teilen de no o ischen Sammlung Bokemeye da- ü so gen wü de,35 dass de d ingende Eind uck en s eh , ebendiese T aue musik ü Anna Pogwisch könn e a sächlich übe lie e sein. De Band Mus.ms.au og .Ös e eich, G 3 de Be line S aa sbiblio hek en häl nämlich auch eine Komposi ion Geo g Ös e eichs mi dem Texincipi Seelg e Fü s in, uhe wohl, de en Papie on Kon ad Küs e wegen seines Wasse - zeichens au 1693/94 da ie wi d und die nich nu deswegen du chaus au die Ums ände de Pogwisch-T aue eie pass .36 De Tex diese Komposi ion is de a allgemein gehal en, dass absolu keine o ensich lich pe sonalisie en Elemen e ausgemach we den können, die i gendeine Zuo dnung zu bekann e en Pe sonen zuließe:37 [1. S ophe] Seel’ge Fü s in [e se z du ch seelge He zog, Bischo ], uhe wohl, schla e san in deine Kamme leuch om Wechsel, C eu z und Jamme nach dem sich en Himmel Pol. Ob es uns gleich he ig k äncke daß man in die G u dich senke schlies doch deine süße Ruh uns e Klag die Lippen zu. [wei e e sieben S ophen gleichen Baus] Ge ade die S eichung des Wo es Fü s in und das E se zen du ch die silbengleichen Wö e He zog und Bischo als spä e e Zusä ze in de Handsch i zeigen, dass dieses S ück sich wohl 34 De Hinweis des Ko esponden en-Be ich s au die posi i e Au nahme (applausu) du ch ein quasi-Publikum ( iele 100 Zuhö e ) soll e ge ade wegen seine me kwü digen Que s ändigkei zum li u gischen Anlass – es handel e sich imme hin um einen T aue go esdiens – unbeding e me k we den. 35 Siehe Anm. 11. 36 Vgl. dazu Küs e : Ös e eichs Musiksammlung (wie Anm. 12), S. 228. 37 Ich danke He n Cosimo S awia ski (B egenz) bes ens ü den Hinweis, dass Seelge Fü s in, uhe wohl sich bishe a sächlich keinem bes imm en Anlass zuo dnen ließ und dami eine Sonde s ellung un e den T aue musiken Geo g Ös e eichs einnahm. 342 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein bes ens ü wei e e Gelegenhei en eigne e und wohl auch en sp echend e wende wu de.38 Wa Seelge Fü s in, uhe wohl also u sp ünglich die T aue musik ü Anna Pogwisch, on de imme hin zwei Zei ungen im No den be ich e en? Fes s eh , dass sich dami im posi i en Fall eine wei e e Komposi ion des Go o e Ho kapellmeis e s Ös e eich sinn oll zuo dnen ließe. Meh noch: Diese Fall könn e anschaulich zeigen, dass ›Neben ä igkei en‹ eines hö ischen Bedien en übe seine Diens p lich en hinaus – wah scheinlich mindes ens mi ausd ückliche Duldung des Diens he n – einem b ei e en Publikum bekann gemach we den konn en.39 Ös e eich jeden alls dü en die en sp echenden Zei ungsmeldungen nich geschade haben . Schluss Die nähe e E ö e ung on Musikbeziehungen im hö ischen Kon ex – und da ü eignen sich die Go o e Fü s innen in besonde em Maße – se zen einen gewei e en Blick o aus, de übe die ohnehin manchmal nu spä lich übe lie e en musiknahen A chi alien on Hö en hinausgehen muss. Dies läss sich in de o ges ell en Weise ech gu du ch üh en. Zwei Quellenbe eiche sind es o allem, die dabei einen un e mu e hohen Rang einnehmen: Zum einen machen biblio- g aphische Angaben mi Ve weisen au Lib e o-D ucke deu lich, in welchem Ausmaß Go o e Fü s innen (und na ü lich auch ande e aus eichend ›wich igen‹ Pe sonen) mi musikalischen P oduk ionen in Ve bindung geb ach wu den und wohl auch selbs gesehen we den woll en. Zum ande en e weis sich de Be eich de zwa mühe ollen, abe e giebigen Reche che in zei ge- nössischen Tages- und Wochenzei ungen als lohnend, was die Absiche ung on Bewegungsda en be i . Abge unde wi d diese Be eich on Zu alls unden (wie im zule z o ges ell en Fall de Anna Pogwisch), die sich bei au me ksame Du chsich des Ma e ials eins ellen können. Zusam- mengenommen bleib die Da s ellung on Musikbeziehungen his o ische Pe sonen also eine klein eilige, ehe mosaika ige A bei . Sie wi d abe inzwischen e leich e du ch die gu e und schnelle Ve ügba kei on In o ma ionen jegliche A im Rahmen on Web-Ressou cen, de en Nu zung auch die Bedingungen ho musikalische Fo schung e heblich e besse ha . 38 Die Angabe im Ka alog de Be line S aa sbiblio hek, Seelge Fü s in, uhe wohl könn e eine Komposi ion au den Tod Ch is- ian Alb ech s sein, is be ei s wegen de S eichungslage (He zog is o ensich lich ein spä e e Zusa z) wohl un ich ig. 39 Wenn Anna Pogwisch du ch ih e e s e Ehe mi einem anghohen Go o e Beam en dem do igen Ho auch nach ih e Ve wi wung noch e bunden wa , dann könn e Geo g Ös e eichs komposi o ische Einsa z bei diesem T aue all eine in Go o du chaus e wünsch e Handlung gewesen sein. Abs ac Much da a conce ning cou ly li e a Go o -Cas le a ound he yea 1700 emains unknown . In pa ic- ula , he cul u al in e es s o emale membe s o he uling amily, along wi h hei musical ›p o ile‹, wa an u he in es iga ion.This b ie ske ch ini ia es a discussion by examining dedica ions o Ki sch: Zwischen Gesangbuch und Ope  | 343 Can a as, Singballe e, and Ope a-A angemen s, shedding ligh on ce ain emale musical in e es s du ing his pe iod. He e, he main igu es a e Ma ie Elisabe h, F iede ike Amalie and Sophie Amalie o Schleswig-Hols ein-Go o , ep esen ing h ee gene a ions o he uling amily. Employing con em- po a y newspape ex s as a p ima y me hod, his s udy del es in o cou ly musical ac i i ies, explo ing bo h ypical b ie announcemen s ela ed o cou music and mo emen da a. Th ough his app oach, new insigh s eme ge, p omp ing u he inqui ies in o his in iguing aspec o cou li e. Au o D . Ma hias Ki sch Leh beau ag e ü Elemen a e Musikleh e und Tonsa z am Musikwissenscha lichen Ins i u de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel. Seine be o zug en wissenscha lichen A bei s elde sind ak uell die Geschich e de Musik heo ie, digi ale Musikanalyse und egionale Musikgeschich e in Schleswig-Hols ein. E-Mail: mki sc[email p o ec ed]iel.de Open Access // De Bei ag is un e de C ea i e-Commons-Lizenz Namensnennung - Wei e gabe un- e gleichen Bedingungen 4.0 In e na ional (CC BY-SA 4.0) e ö en lich . Den Ve ags ex inden Sie un e : h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by-sa/4.0. Bi e beach en Sie, dass einzelne, en sp e- chend gekennzeichne e Teile des Bei ags on de genann en Lizenz ausgenommen sein bzw. ande en u hebe ech lichen Bedingungen un e liegen können.