Weibliche Macht im Porträt: Eine Befragung der Porträtsammlung Schloss Eutin
Abstract
Der Beitrag untersucht die Porträts Katharinas der Großen (Herzogin von Holstein 1762-1773) und anderer Fürstinnen aus dem Hause Romanow-Holstein-Gottorf…
Full text
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Sophie Bo ges
Weibliche Mach im Po ä
Eine Be agung de Po ä sammlung Schloss Eu in
Die Po ä sammlung des Eu ine Schosses ha bislang wenig Au me ksamkei in de kuns -
his o ischen Fo schung ge unden.
1
Dabei bie en sowohl das Sammlungsp o il als auch die
beweg e Geschich e de Sammlung spannende Fo schungsansä ze. Und aglos bie e jedes
einzelne de übe hunde Po ä gemälde Gelegenhei ü in e essan e F ages ellungen, ge-
ade auch zum Be eich weibliche Rep äsen a ion. Ein um assendes Fo schungsp ojek zu
sys ema ischen E o schung de Eu ine Po ä sammlung wä e dahe seh wünschenswe .
De o liegende Bei ag will in das Po enzial diese Sammlung ein üh en und An egung geben
ü wei e e Fo schung. Es we den zunächs knapp de Fo schungs- und E schließungss and
und mi diesen e bundene spezi ische He aus o de ungen da ges ell , be o exempla isch die
poli ische Ikonog a ie eine ›Fü s in de Lande‹ in den Blick genommen wi d, die in de Eu ine
Sammlung besonde s zahl eich e e en is : Ka ha ina II. on Russland.
Die Eu ine Po ä sammlung und ih e Sammlungsgeschich e
In de Eu ine Po ä sammlung, wie sie sich zu Beginn des zwei en Jah zehn s des 21. Jah -
hunde s da s ell , be inden sich 110 Gemälde, sie s ellen as ausnahmslos Pe sönlichkei en
aus dem Haus Oldenbu g, insbesonde e des Zweigs (Schleswig)-Hols ein-Go o da . Daneben
gib es eine g oße Zahl on Bildnissen aus e wand en He sche häuse n. Dies läss au eine
Sammel ä igkei schließen, die p imä aus einem dynas ischen Rep äsen a ionsbedü nis he -
aus e olg e. Die Absich , eine Kuns sammlung zusammenzus ellen, wa en wede nach angig
1
Auswahl de Publika ionen zu Sammlung: F ied ich Ku d on Al en: Ve zeichnis de im g oßhe zoglichen Schlosse zu
Eu in be indlichen Po ai s. Au ges ell im Sep embe 1860, Oldenbu g 1860; Die he Rudlo : Die Po ä sammlung
des Eu ine Schlosses, in: No delbingen. Bei äge zu Kuns - und Kul u geschich e Schleswig-Hols eins 25 (1957),
S. 164–193; Heiko K. L. Schulze: Schloss Eu in, Eu in 1991; Susanne Pe e sen: Die Wel zu Gas im Schloss Eu in am Bei-
spiel de Po ä gemäldesammlung im 17. und ühen 18. Jah hunde , in: Oli e Auge/Anke Scha enbe g (Hg.): Eu in
im Ba ock. Kuns und Kul u am ü s bischö lichen Ho des 17. Jah hunde s (Eu ine Fo schungen 16), Kiel/Hambu g
2021, S. 83–112.
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/2943-5331/p14
278 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
ode ga nich o handen.
2
Somi bie en g oße Teile de heu igen Sammlung die Gelegen-
hei , absei s de küns le ischen Quali ä nach den poli ischen Aussagen de Bildnisse zu
agen. Als besonde s uch ba e weis sich hie die Auseinande se zung mi de poli i-
schen Mo i a ion in de Ikonog a ie de jeweiligen Bildnisse, mi de Geschich e de Kopien
und Va ia ionen eine Po ä o mel, mi s a egisch o genommenen Anpassungen und
Ände ungen – iele Po ä en wü e exis ie en in leich a iie en Ve sionen in zahl eichen
Sammlungen in ganz Eu opa – sowie mi de P o enienz und Dis ibu ion de Eu ine Bild-
nisse, die du ch Ankäu e, Schenkungen ode Bes ellung on ande en Hö en kamen ode an
ande e Hö e gelang en.
Die sys ema ische E o schung de Eu ine Po ä sammlung müss e bei de Rekons uk i-
on de Sammlungsgeschich e beginnen. In de Li e a u wu de ü die Eu ine Po ä samm-
lung imme wiede in Ansp uch genommen, dass diese bis heu e im »O iginalbes and« bzw.
»geschlossen« übe lie e sei.3 Diese Beg i e sind jedoch i e üh end, da sie zu de Annahme
e lei en, dass die Sammlung kon inuie lich gewachsen und in ih e übe lie e en Hängung
e hal en sei. Dami wä e Schloss Eu in ein Sonde all de Residenzgeschich e, jedoch gib es
ü diesen G ad an Au hen izi ä keine lei posi i e Belege. Im Gegen eil: Allein im 20. und
21. Jah hunde wu den meh ache Komple -Neuhängungen im Schloss o genommen und
g oße Sammlungs eile wu den om 19. bis ins 21. Jah hunde en nommen bzw. neu hinzu-
ge üg . Die He aus o de ung und de zu e wa ende E kenn nisgewinn liegen dahe nich in
de Au hen izi ä de Sammlung beg ünde , sonde n in ih e his o isch wechsel ollen und
wei gehend une schlossenen Geschich e.
Die Quellen zu Sammlungsgeschich e sind e s eu und nu eilweise e schlossen ode
zugänglich. Die Bes ände be inden sich eils im Landesa chi Schleswig-Hols ein in Schles-
wig, im Niede sächsischen Landesa chi , Ab eilung Oldenbu g, sowie im P i a besi z. Dahe
sind die Quellen au die F ages ellung de Sammlungsgeschich e Schloss Eu ins hin bislang
nich sys ema isch bea bei e wo den. Einen äuße s e diens ollen, wenn auch ku so i-
schen Übe blick zum Beginn und Ve lau de Sammlungsgeschich e bie e eine de wenigen
Monog a ien zum Eu ine Schloss on 1991.4 Bis ins Jah 2022 weis die Sammlungsgeschich-
e meh e e signi ikan e Rup u en au , die in Sammlungsbewegungen Ausd uck inden, die
übe die bislang publizie en In en a e nu zum Teil nach ollziehba sind. Haben sich In-
en a e doch e hal en bzw. sind diese zugänglich, bleib de en Aussagewe meis beg enz .
2 Hinweise da au bie en B ie konzep e on F ied ich Ku on Al en, Vo s and de G oßhe zoglichen Kuns sammlun-
gen, zum Beispiel om 8. Janua 1868 an Gus a P inz zu Ysenbu g und Büdingen, p eußische Gesand e und be-
ollmäch ig en Minis e im He zog um Oldenbu g. Vgl. He zogliches P i a a chi Schloss Eu in, Kamme he enam
Kuns sachen III. 16. – Schloss Eu in ungie e sei de Ve einigung de hols einischen He scha sgebie e mi dem
He zog um Oldenbu g als Somme esidenz. Wäh end (G oß-)He zog Pe e F ied ich Ludwig in Oldenbu g eine Al -
meis e sammlung au bau e und ü diese auch en sp echende Gale ie äume schu , wu de Schloss Eu in zunehmend
zum Auss ellungso de dynas ischen Po ä sammlung, die un e diese Maßgabe o enba e wei e we den soll e,
bis in die zwei e Häl e des 19. Jah hunde s.
3
So bei Pe e sen: Schloss Eu in (wie Anm. 1), S. 83; Juliane Mose /Tomke S iasny: Schloss Eu in (G oße DKV-Kuns -
üh e 2), Be lin/München 2010, S. 63.
4 Schulze: Schloss Eu in (wie Anm. 1), S. 118–121.
Bo ges: Weibliche Mach im Po ä | 279
Das In en a on F ied ich Ku on Al en on 18605 is beispielsweise nach da ges ell en
Pe sönlichkei en so ie . Es e zeichne neben dem Namen des bzw. de Da ges ell en eine
meh ode wenige nach ollziehba e Da ie ung. Sel en gib es eine Zusch eibung an eine*n
Küns le *in ode eine*n Kopis *in ode eine nähe e Besch eibung de Da s ellung. Angaben
zu Maßen, Ma e ial und Technik ehlen meis . Die Besch eibung de zu Mi e des 20. Jah -
hunde s im Schloss be indlichen Gemälde du ch Die he Rudlo 6 is eine wei e e wich ige
Quelle, doch es handel sich hie bei um einen unübe sich lichen Fließ ex . In einigen Fäl-
len sind Da ie ungen und Zusch eibungen nähe ausge üh , die Ve zeichnung on Me a-
da en bleib abe e a isch. Rudlo is wohl auch de He s elle eines Ze elkas ens, übe den
sei 1955 alle Gemälde des Schlosses in en a isie wu den. Die In en a ka en e zeichnen
mögliche weise e s mals sys ema isch Bild i el, Küns le *inzusch eibungen, Besch i ungen,
Maße und bie en sowohl eine nähe e Besch eibung wie auch eine Abbildung. Dennoch bleib
es au g und de on Quelle zu Quelle a iie enden E schließungs ie e schwie ig, übe den
Ve gleich de In en a e einzelne We ke zu iden i izie en und de en ü die Sammlung e-
le an es Zugangsda um zu bes immen. De o liegende Bei ag bie e die Gelegenhei , zu-
mindes ün Gemälde hinsich lich ih e Zusch eibungen und Da ie ungen zu übe p ü en,
gegebenen alls zu ko igie en, zu e gänzen und übe haup e was übe die He kun und die
Funk ion de Po ä s sowie die Küns le *innen zu le nen.
Ein Fallbeispiel – die Po ä s Ka ha inas II. on Russland
Im Fokus des o liegenden Bei ags s ehen die Po ä s de Sophie Augus e F iede ike on An-
hal -Ze bs , spä e Ka ha ina II., die G oße, Kaise in bzw. Za in on Russland (1729–1796).
Ka ha ina wa qua Gebu eine Enkelin aus dem Haus (Schleswig-)Hols ein-Go o und du ch
Hei a Fü s in des Hauses Romanow-Hols ein-Go o p. Als solche üh e sie auch den Ti el eine
He zogin on (Schleswig-)Hols ein Go o und is als ›Fü s in de Lande‹ zu be ach en. Ka-
ha ina is auch jene Fü s in, de en Kon e ei heu e am häu igs en in de Po ä sammlung au
Schloss Eu in e e en is und dies in eine ü die Biog a ie diese Fü s in besonde s spannen-
den Weise. Die d ei e hal enen Po ä gemälde
7
da ie en on ci ca 1744 bis 1777, sie zeigen
Ka ha ina in e schiedenen Lebensal e n und umspannen 33 Jah e eine Fü s innen-Biog a ie.
5 Al en: Ve zeichnis (wie Anm. 1).
6 Rudlo : Po ä sammlung (wie Anm. 1).
7 Das In en a de Eu ine Po ä sammlung on 1860 (Al en: Ve zeichnis [wie Anm. 1]) e zeichne noch sechs Po ä s
Ka ha inas mi den Ka alognumme n 31, 45, 57, 130, 191, 236. T o z de lückenha en In o ma ionen in Al ens Ka alog
können diesen Bilde n d ei noch heu e in de Sammlung de S i ung Schloss Eu in (SSE) be indliche We ke zugeo d-
ne we den (Ka alognumme n 31 = In . SSE 117; 57 = In . SSE 139; 130 = In . SSE 143).
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Alle ie Bildnisse sind his o ische Ve sionen nach Gemälde o lagen,
8
die sich nich im Schloss
Eu in be inden und auch nie do be unden haben.
Eine ideale B au – An oine Pesne
Das e s e zu un e suchende Bildnis zeig Ka ha ina als junge P inzessin (Abb. 1).
9
Da das Ge-
mälde keine Signa u ode Da ie ung au de Bild o de sei e au weis , geben lediglich In en a -
ka e und das In en a Al ens nähe e Hinweise. Die In en a ka e e zeichne eine heu e nich
meh sich ba e
10
Besch i ung au de Rücksei e des Gemäldes: Ca ha ina II. Russische Kaye se-
in = He z. . Anhal -Ze bs . Dieses Po ä on de G oß ü s in on Russland Kayse l. Hohei is
nach dem O iginal on Pennen in Be lin im Janua 1744 gemahle wo den.
Das Gemälde zeig Ka ha ina als junge, dunkelhaa ige Dame in Ho kleidung. Es is ein idealisie -
e F auen ypus, wie ihn auch ande e hö ische Damenpo ä s au weisen, die de p eußische Ho -
male An oine Pesne (1683–1757) zu Mi e des 18. Jah hunde s in Be lin schu . Au schluss eich
is de Ve gleich zu Pesnes Po ä de P inzessin Philippine Cha lo e on P eußen, e hei a e e
He zogin on B aunschweig-Lünebu g (1716–1801), das nahezu zei gleich en s and (Abb. 2).11
De Kö pe ypus mi ab allenden Schul e n, langem Hals und schmale Taille sowie die
undlich-weichen Gesich skon u en sind wei gehend schema isie , auch Hau a be und
Kleidung ähneln sich seh . Au wendige, kos ba e Spi ze schmück jeweils das ie e, um
die Schul e n liegende Dekolle é und is üppig an den Ä meln applizie . Die Ho oben de
beiden Damen bes ehen jeweils aus mi Silbe du chwi k e Seide und sind in de Mi e des
Obe eils mi einem diaman geschmück en Einsa z, dem sogenann en S ecke , e sehen.
De mi He melin e b äm e Man el bezeug den ü s lichen Rang de beiden Da ges ell en.
Mi de gleichen zie lichen Bewegung üh en Sophie und Philippine eine Hand zu B us ,
wäh end die ande e lässig au dem panie ges ü z en Rock uh .12 Solche Ges en en sp echen
8 Im Rahmen des Bei ags we den s a ›O iginal‹ und ›Kopie‹ bewuss die Beg i e ›Ve sion‹, ›E s e sion‹ ode ›Vo lage‹
e wende . Die Un e scheidung zwischen ›O iginal‹ und ›Kopie‹ implizie eine We ung, die im Kon ex dynas ische
Po ä sammlungen i e üh end is . Die Ve iel äl igung dynas ische Po ä gemälde wa no wendig, dami de en
Zweck e eich we den konn e. Da übe hinaus en s anden He sche bildnisse sel en in Anwesenhei de po ä ie -
en ü s lichen Pe sonen. Auch bei neu ini iie en Po ä au ägen o ien ie en sich Male *innen gelegen lich an ü-
he en Bildnissen, wenn die He scha nich ode nu ku zzei ig ü Po ä si zungen zu Ve ügung s and. Die Analyse
de Abhängigkei en e wand e Po ä s is dahe on besonde em In e esse.
9 Unbekann nach An oine Pesne, Sophie Augus e F iede ike on Anhal -Ze bs /G oß ü s in Ka ha ina on Russland,
1744, Öl au Leinwand, 75,5 x 62 cm, SSE, In . SSE 139. Da nich le z gül ig au gelös we den kann, wann im Jah 1744
das Po ä en s and, we den sowohl de p o es an ische Tau nahme als auch de nach de Kon e sion angenommene
Name angegeben.
10 Au de Gemälde ücksei e o handene In o ma ionen sind ak uell nich zugänglich, da die Bilde in den 2000e Jah en
aus konse a o ischen G ünden e schlossen wu den. Eine sys ema ische Fo odokumen a ion de Rücksei en wu de
seine zei , sowei bekann , nich du chge üh .
11 Unbekann nach An oine Pesne, P inzessin Philippine Cha lo e on P eußen, um 1744, Öl au Leinwand, 140 x 95 cm,
Baye ische S aa sgemäldesammlungen, Bay eu h, Neues Schloss, In . 7193.
12 Im Eu ine B us bild Ka ha inas is die ech e Hand nich zu sehen, es sind jedoch mindes ens zwei Knies ück e sionen
e hal en, die beide Hände zeigen. Siehe un en und gl. auch Anm. 16.
Bo ges: Weibliche Mach im Po ä | 281
dem in e na ionalen hö ischen Hal ungs epe oi e des 18. Jah hunde s, wie es mi Tanzmeis-
e n eingeüb wu de.13 Diese Ges e de e hobenen Hand mi de zu B us gewand en Innen lä-
che könn e e wa eine g azile Ve neigung andeu en. Un e schiede zwischen den Da ges ell en
bes ehen in de F isu , denn wäh end de un e hei a e en Ka ha ina einzelne S ähnen o en
übe die Schul e n allen, äg die be ei s e hei a e e Philippine eine lange Pe ücke mi ge-
bundenen Locken. Die Indi idualisie ung des Gesich s bleib hingegen seh zu ückhal end,
insbesonde e bei Ka ha inas Po ä . Neben den s anda disie en Fo meln, die den hohen Rang
13 Dmi i Zakha ine: Von Angesich zu Angesich . De Wandel di ek e Kommunika ion in de os - und wes eu opäischen
Neuzei (His o ische Kul u wissenscha 7), Kons anz 2005, bes. S. 163 ., 168.
Abb. 1: Unbekann nach An oine Pesne, Sophie Augus e F iede ike on Anhal -Ze bs /G oß ü s in
Ka ha ina on Russland, 1744, Öl au Leinwand, 75,5 x 62 cm. © S i ung Schloss Eu in, In . SSE 139.
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Abb. 2: Unbekann nach An oine Pesne, P inzessin Philippine Cha lo e on P eußen, um 1744, Öl au Leinwand,
140 x 95 cm. © Baye ische S aa sgemäldesammlungen, Bay eu h, Neues Schloss, In . 7193, e ö en lich un e de
Lizenz CC-BY-SA 4.0.
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beide Damen sich ba machen, wi d bei de B au Ka ha ina du ch die Haa ach und das
Weiß ih es Kleides neben ih e Schönhei auch au ih e Jung äulichkei hingewiesen.
Um den Kon ex de En s ehung des Eu ine Po ä s und dami seine poli ische Bedeu ung zu
beleuch en, is die Analyse des Schmucks Ka ha inas, insbesonde e des O densschmucks, on
Bedeu ung. Au ällig is zunächs de ›O den de Heiligen Ka ha ina on Alexand ien‹, Pa onin
de Wissenscha en und de Küns e, pla zie . E s eck als Pe lens e n an de linken B us und
lieg als O denskleinod am o en Band au de Taille. In diese Fo m handel es sich um die
O dens e sion E s e Klasse. De ›O den de Heiligen Ka ha ina‹ wa die höchs e an F auen e -
liehene Auszeichnung des ussischen Za enhauses. Ges i e wu de e on Za Pe e dem G oßen
zu Eh en seine Ga in Za in Ka ha ina I. Die E s e Klasse des O dens wu de nu an Töch e aus
dem Haus Romanow e liehen ode an eingehei a e e P inzessinnen. Ka ha ina, damals noch So-
phie Augus e F iede ike on Anhal -Ze bs (und auch ih e Mu e Fü s in Johanna Elisabe h on
Anhal -Ze bs , gebo ene [Schleswig-]Hols ein-Go o ) e hiel en den O den am 9. Feb ua 1744
on Za in Elisabe h I. als designie e Ehe au (und als Schwiege mu e ) des kün igen Za en.14
Das Wissen um die Ve leihung des O dens im Feb ua 1744 in Russland wi F agen hin-
sich lich de En s ehung des Po ä s on de Hand Pesnes in Be lin im Janua 1744 au . Ab-
gesehen on de Ta sache, dass dieses Ölgemälde unmöglich in den ün Tagen des Be line
Au en hal es de beiden Damen e igges ell we den konn e, hä e Pesne de damaligen Sophie
Augus e F iede ike on Anhal -Ze bs den O den nich au malen können, da sie ihn noch nich
e hal en ha e. Ande e sei s wa die P inzessin, nachdem sie Be lin Rich ung Russland e -
lassen ha e, nich wiede in Be lin und a auch nich meh au Pesne. Seh wah scheinlich
zeichne e Pesne im Janua 1744 lediglich eine S udie ü das Po ä de jungen P inzessin und
e ig e das Gemälde dann nach ih e Ab eise. Da Ka ha ina den O den nu d ei Wochen spä e
e hiel , also e mu lich noch wäh end de Aus üh ung de E s e sion des Gemäldes, e schein
es seh naheliegend, dass die O densabzeichen unmi elba e gänz wu den. Denn schließlich
wa die O dens e leihung de en scheidende Hinweis da au , dass die Ve lobung de anhal-
inischen P inzessin mi dem Ziehsohn de Za in e olgen wü de. Diese Ums and mach die
Ve leihung in de Ta zu eine poli isch bedeu enden Nach ich , die siche lich asch an den
Be line Ho gelang e, zumal König F ied ich II. an de Planung de Ve lobung be eilig wa .15
Neben de Eu ine Ve sion gib es di e se wei e e Aus üh ungen dieses Po ä s, allein ün
sind im We kka alog on An oine Pesne e zeichne .16 Die E s e sion unbekann e G öße soll
sich in de E emi age in S . Pe e sbu g be inden, was jedoch bislang nich e i izie we den
14 V. M. Niki ina: S e n des O dens de Heiligen Ka ha ina, in: Hans O omeye /Susan Tip on (Hg.): Ka ha ina die G oße. Aus-
s ellung de S aa lichen Museen Kassel, Museum F ide icianum Kassel, 13.12.1997– 8.3.1998, Eu asbu g 1997, S. 108 .
15 Jan Kusbe : In de Konku enz um Ruhm. Ka ha ina II. und F ied ich II., in: Olga Ku ilo (Hg.): F ied ich II. und das ös -
liche Eu opa. Deu sch-polnisch- ussische Re lexionen, Be lin 2013, S. 185–206, hie S. 186 .
16 Bei Ekha Be ckenhagen/Geo g Poensgen: An oine Pesne, Be lin 1958, we den ün Ve sionen gezähl . Zwei wei e e
B us s ücke be inden sich in P i a besi z (beispielsweise eine 2019 im Auk ionshaus Neumeis e in München e kau -
e Ve sion: Neumeis e Auk ionen, Al e Kuns und Sonde auk ion de Sammlung Mele a A & In e ieu s, 3. Juli 2019,
G aphik Ikonen Gemälde Ka .-N . 127-382, München 2019, h ps://www.neumeis e .com/ ileadmin/use _upload/
pd /AK384_Al e_Kuns _G aphiken_und_Gemaelde.pd [le z e Au u : 12.02.2024], S. 245).
284 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
konn e. Neben de Eu ine Ve sion eines B us bildes exis ie en mindes ens zwei g öße e
Knies ücke, die sich ehemals im Be line S ad schloss be anden, sie gel en sei 1945 als e -
schollen. E hal en ha sich hingegen eine Ve sion des B us s ückes in Schloss Callenbe g bei
Cobu g, eine wei e e B us s ück-Ve sion be inde sich in P i a besi z sowie eine Knies ück-
Ve sion in Schloss Reinha z in Sachsen-Anhal .17 Zwei de B us s ücke zeigen Ka ha ina mi
hochges eck em Haa , einem ein ache en Kleid und wenige Schmuck. Am Dekolle é is do
jeweils lediglich ein Blumenbuke s a de Diaman b osche angeb ach , wie sie au dem
Eu ine Bildnis zu inden is . Ta sächlich übe i Ka ha inas Schmuck – Oh gehänge und
A mbände sowie eine diaman ene Blü enb osche am Dekolle é – die übliche Auss a ung
bei Pesnes Damenpo ä s. Wie de ›O den de Heiligen Ka ha ina‹ weis de besonde s üp-
pige Schmuck au die angebahn e Eheschließung mi dem designie en Nach olge au dem
ussischen Za en h on hin.18
Du ch die Ve lobung mi dem kün igen Za en Pe e im Juni 1744 und e s ech du ch die
Hei a 1745 wa aus de unbedeu enden anhal inischen P inzessin die G oß ü s in eines de
mäch igs en Lände de damaligen Wel gewo den. Demen sp echend gewann auch ih Bild-
nis s a k an In e esse. Dieses In e esse de Beschenk en ode Käu e des Po ä s gal wenige
dem Schönhei en-Po ä eine hei a s ähigen P inzessin, sonde n dem Bildnis de designie -
en Za in. Diese Funk ionen we den unmi elba symbolisie im ›O den de Heiligen Ka ha-
ina‹. Zusä zlich a ak i wi d diese E gänzung dadu ch, dass die Da ges ell e nach ih e
Kon e sion zum ussisch-o hodoxen Glauben den Namen de O denspa onin annimm .
Als Ka ha ina iden i izie e sich die Za in in spe mi de Schu zheiligen de Wissenscha en
und a in den Folgejah en und o allem wäh end ih e He scha zunehmend als In el-
lek uelle und Fö de in de Wissenscha en au . Eine Kopie ih es Po ä s zu besi zen, wu de
obliga o isch ü Angehö ige des ussischen Adels und zum Ausweis eigene dynas ische
Bedeu ung ü die Ve wand en an den deu schen Fü s enhö en. So is auch zu e klä en, dass
in An oine Pesnes We ks a eine ganze Reihe wei e e g öße e ode kleine e Ve sionen die-
ses Bildes en s and. Wäh end eine Ve sion o enba nach Russland geschick wu de, blieben
mindes ens zwei Knies ücke und zwei B us s ücke in Deu schland. Es is also gu möglich,
dass die Eu ine Ve sion be ei s in den 1740e Jah en an die Residenz de mü e lichen Linie
Ka ha inas in Eu in gelang e. Di ek nachweisen läss sich dies leide bishe nich .
17 Die Ve sion au Schloss Reinha z wi d in Be ckenhagen/Poensgen: Pesne (wie Anm. 16) nich genann . Es is nich
auszuschließen, dass es sich dabei um eine de e schollen geglaub en Be line Ve sionen handel .
18 Blumenbouque s und Fede n imi ie ende B oschen, Ag a en und Aig e en aus Diaman en und Fa bs einen in de hie
da ges ell en G öße wa en ex em we oll und wu den ü eine seh kleine po en e Käu e scha aus höchs en Adels-
k eisen he ges ell . Vgl. Cla e Phillips: Jewels & Jewel y, London/New Yo k 2019, S. 62 .
Bo ges: Weibliche Mach im Po ä | 285
Schön wie eine Za in – Pie o An onio Ro a i
Auch das zwei e Po ä Ka ha inas zeig die Fü s in als junge F au (Abb. 3).19 Gegenübe dem
o he igen Bild ha sich dennoch einiges e ände . Zunächs muss kons a ie we den, dass es
auch bei diesem Po ä schwe äll , übe haup wiede e kennba e physiognomische Me kmale
auszumachen. Das Gesich is o ensich lich wiede um dem zei genössischen Schönhei sideal ge-
mäß ges al e : ein o ales Gesich mi hohe S i n, weiche Kinnlinie, osigen Wangen, eine Nase,
kleinem Mund und dunkelblauen Augen un e gebogenen B auen. Die gepude e F isu à la Pom-
padou en -indi idualisie die E scheinung zusä zlich. Ka ha ina äg eine silbe ne Robe à la
ançaise mi b ei en Seiden üschen an Dekolle é und Säumen, die ku zen Ä mel geben den Blick
19 Lucas Con ad P andzel (1716–1786) nach Pie o An onio Ro a i (1707–1762), Ka ha ina G oß ü s in on Russland,
Öl au Leinwand, 89 x 68,5 cm, S i ung Schloss Eu in, In . SSE 117.
Abb. 3: Lucas Con ad P andzel nach Pie o An onio Ro a i (1707–1762), Ka ha ina G oß-
ü s in on Russland, Öl au Leinwand, 89 x 68,5 cm. © S i ung Schloss Eu in, In . SSE 117.
292 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Wiede gabe eale Schmucks ücke au Ka ha inas B us e inne ehe an den Panze eine
Feldhe n üs ung als an die elegan e Kleidung eine Fü s in. Au die sieg eiche Feldhe in,
die innen- wie außenpoli ische He aus o de ungen übe wunden ha , spiel auch de um die
e kleine e Za enk one geleg e Lo bee k anz an.35 Ka ha ina ließ diese e kleine e K one
wie üb igens nahezu alle ussischen K onjuwelen nach eigenen Vo s ellungen neu an e i-
gen – auch dies is ein Teil de Inszenie ung ih e Regen scha als Neuan ang.36 Wäh end die
üppige Diaman ga ni u , insbesonde e die O denske e, zum höchs en ussischen ›O den des
Heiligen And eas‹ gehö , häng an Ka ha inas Taille das Kleinod des ›O dens om Heiligen
Geo g‹. Dies wa ein on ih selbs gescha ene O den ü mili ä ische Ve diens e. Auch dies
bedeu e ü sich einen beme kenswe en Ums and: Mili ä ische O den zu s i en, wa ü
Ka ha ina als weibliche Fü s in alles ande e als selbs e s ändlich.37 Mi de übe die Maßen
p unk ollen O denske e, die zusammen mi de eno men Man elschließe egel ech wie ein
Ha nisch au Ih e B us lieg , is de And eas-O den zwa seh p äsen , jedoch e deck das
gold-o ange-schwa z ges ei e Band des Geo gs-O dens das Blau des eigen lich höhe angigen
und zuobe s zu agenden And eas-O dens. Diese bewuss e Übe sch ei ung des e bindlichen
P o okolls is P og amm: Ka ha ina s ell sich mi dem on ih gescha enen O den übe den
Beg ünde des ande en O dens – in diesem Fall übe Pe e I., den G oßen.38
In de g oß o ma igen E s e sion Roslins wi d dieses P og amm im Hin e g und noch wei-
e aus o mulie : Zu Ka ha inas ech e Hand be inde sich eine Büs e Pe e s des G oßen in
dunklem S ein ode B onze. Sie geh im e scha e en Bildg und beinahe un e und be inde
sich mi de ak uellen Za in auch nich au Augenhöhe, sonde n leich un e halb. Du ch die
Insch i am Büs ensockel – Was begonnen wu de is ollende – s ell Ka ha ina ih en Vo -
gänge Pe e I. im Wo sinn in den Scha en. Wie E in McBu ney e end es s ell e, geling es
Ka ha ina, in diesem Po ä signi ikan e männliche und weibliche Aspek e on He scha zu
e einen: In einem Innen aumpo ä in ussischem Kos üm wi d sie zu Mu e des Reiches
und gleichzei ig zu dessen obe s e Feldhe in sowie zu di ek en E bin des le z ens g oßen
Re o me s, Za Pe e s I., den sie in ih e Tä igkei als E neue in wiede um übe hol und übe -
winde .39 Ka ha ina ließ das Gemälde hunde ach kopie en und in ih en neuen P o inzhaup -
s äd en ins allie en.40 Es soll das meis kopie e Bildnis de Za in sein und wu de auch im
es lichen Eu opa wei e b ei e , sowohl als Ganzkö pe bildnis als auch in de e kleine en
Ve sion des B us bildes. Spä e e Ve sionen olgen dabei häu ig einem leich abgewandel en
Typ des ussischen Po ä is en Fjodo Roko ow (um 1735/36–1808). Nich so die Eu ine
35 E in McBu ney: A and Powe in he Reign o Ca he ine he G ea . The S a e Po ai s, New Yo k 2014, h ps://aca-
demiccommons.columbia.edu/doi/10.7916/D8CC0XT5 (le z e Au u : 12.02.2024)), S. 272.
36 De Au ag e ging an den anzösischen Ho juwelie Jé émy Pauzie . Siehe dazu Tip on: Mine a (wie Anm. 32), S. 75.
37 Den ›O den des Heiligen Geo g‹ g ünde e Ka ha ina 1769, um insbesonde e Helden a en au dem Schlach eld auszu-
zeichnen: McBu ney: A and Powe (wie Anm. 35), S. 221 .
38 Vgl. ebd., S. 273.
39 Ebd., S. 270.
40 Ebd., S. 278.
Bo ges: Weibliche Mach im Po ä | 293
Ve sion, die e mu lich bald nach de E s e sion Roslins en s and. Sie is sowohl in de ma-
le ischen Quali ä als auch in de de ailge euen und p ägnan en Da s ellung de so wich igen
De ails de ikonog a isch au geladenen Bekleidung und des Schmucks he aus agend.
Die Ma ia chin – Pompeo Ba oni und Élisabe h Vigée-Le B un
Ka ha inas Bildnispoli ik wa keineswegs au Po ä s ih e eigenen Pe son besch änk . Zwei wei-
e e Po ä gemälde de Eu ine Sammlung zeigen, wie sich ih e spezi isch weibliche He scha s-
ikonog a ie als Ma ia chin de Familie in den Bilde n ih e Nachkommen o se z .
41
Ma ia Fjodo-
owna, gebo en als P inzessin Sophie Do o hee on Wü embe g (1759–1828), is mi insgesam
zwei Po ä s in de Sammlung e e en. Die deu sche P inzessin wu de du ch die Ehe mi Ka-
ha inas Sohn Paul 1776 G oß ü s in on Russland und nach dem Tod de Schwiege mu e 1796
selbs Za in, wenn auch nu als Gemahlin des ak uellen Za en und nich als He sche in eigenen
Rech s. Das Bildnis de Ma ia Fjodo owna mi o alem Bildausschni is in de Eu ine Ve sion eine
zei genössische Kopie (Abb. 7).
42
Das zugehö ige O iginalbild is ein ganz igu iges Po ä de jun-
gen G oß ü s in, das au ih e Hochzei s eise 1782/83 in Rom en s and. Gemal wu de dieses on
de Hand jenes Küns le s, den de in e na ionale Adel au seine G and Tou au such e, um sich
po ä ie en zu lassen: Pompeo Ba oni (1708–1787).
43
Ma ia Fjodo ownas Bildnis en s and also zu
eine Zei , als es noch e liche Jah e daue n soll e, bis das junge Paa die egie ende Za in bee ben
und selbs au den Th on gelangen soll e. Dabei wa , wie iel ach übe lie e , die Beziehung zwi-
schen dem Th on olge Paul und seine Mu e Ka ha ina seh angespann .
44
Hie mi be and sich die junge Schwiege och e in eine komplizie en Si ua ion, die ein
s e es Balancie en zwischen de Loyali ä gegenübe ih em Ehemann und de Eh e bie ung
gegenübe de egie enden Za in e o de e. Ma ia Fjodo owna wuss e dieses schwie ige
Fah wasse zu na igie en. Sie wa seh gebilde , übe aus begab und eil e bald die in el-
lek uellen In e essen ih e Schwiege mu e . Un e diesen angie e allen o an Ka ha inas
übe g oße Sammelleidenscha ü geschni ene S eine.45 Ma ia Fjodo owna ließ sich on
diese Passion ›ans ecken‹ und konn e sich als alen ie e Dille an in soga selbs du ch einen
be o zug en S einschneide Ka ha inas in de He s ellung on Gemmen un e weisen lassen.
41 Zu Ka ha inas Selbs inszenie ung als Ma ia chin, als Mu e ode G oßmu e Russlands gl. I le a: Ca he ine II (wie
Anm. 34), S. 27–30.
42
Unbekann nach Pompeo Ba oni, G oß ü s in Ma ia Fjodo owna, nach 1782, Öl au Leinwand, 72,5 x 61,5 cm, SSE,
In . SSE 188.
43
Johann Go lieb Puhlmann (1751–1826) nach Pompeo Ba oni, G oß ü s in Ma ia Fjodo owna, 1782/83, Öl au Leinwand,
210 × 124 cm, Pawlowsk, G oße Palas , In . N . CCh-3765-III. Vgl. dazu Napp: Russische Po ä s (wie Anm. 26), S. 96 .
44
Vgl. N. S. T e jakow: Die Besi ze on Schloss Pawlowsk, in: Hube us Gaßne /Alexej Gusanow (Hg.): K ieg und
F ieden. Eine deu sche Za in in Schloß Pawlowsk. Auss ellung im Haus de Kuns München, 9.11.2001–10.2.2002,
Hambu g 2001, S. 16–52, bes. S. 23.
45 Vgl. insgesam Julia Kagan: Za in Ka ha ina II. als Au aggebe in und Sammle in geschni ene S eine des 18. Jah -
hunde s, in: Zei sch i ü Kuns geschich e 59.2 (1996), S. 230–243.
294 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
So schni sie bald eigenhändig ein Po ä Ka ha inas als Mine a in Jaspis-Acha . Wohl wis-
send, dass die Schwiege mu e auch Po ä -Kameen ih e selbs sammel e, schenk e Ma ia
Fjodo owna ih imme wiede solche S ücke zum Gebu s ag.46 Selbs he ges ell e Objek e
zu e schenken, wa du chaus Teil de Ho adi ion, meis besch änk en sich die ü s lichen
Kuns handwe ke innen dabei abe au Male ei ode elabo ie e Handa bei en wie S icke eien
in kos ba en Ma e ialien.47 Du ch ih e in diesem Sinne he aus agenden Fähigkei en ge ade in
46 Ebd., S. 231, 237, 404 .; Nina I. S adni schuk/Albina A. Wassiljewa: Die Küns le in Ma ia Fjodo owna, in: Gaßne /Gu-
sanow: K ieg und F ieden (wie Anm. 44), S. 392–417, hie bes. N . 266 (Ka ha ina II. in Ges al de Mine a, A bei on
Ma ia Fjodo owna, Gebu s agsgeschenk an die Za in om 21. Ap il 1789).
47 Co dula Bischo /Nicola Im ie: P esen s o P incesses. Gende in Royal Recei ing and Gi ing, in: S udies in he Deco-
a i e A s 15.1 (2007/08), S. 19–45, hie S. 33.
Abb. 7: Unbekann nach Pompeo Ba oni, G oß ü s in Ma ia Fjodo owna, nach 1782, Öl au
Leinwand, 72,5 x 61,5 cm. © S i ung Schloss Eu in, In . SSE 188.
Bo ges: Weibliche Mach im Po ä | 295
einem Be eich ge eil e In e essen konn e Ma ia Fjodo owna sich de Schwiege mu e siche -
lich besonde s e binden. Ka ha ina wiede um wa da ü bekann , dass sie das Medium de
Bildnisminia u – das heiß ih e eigenen in S ein geschni enen ode gemal en Po ä s – um-
assend nu z e, um poli ische Allianzen und amiliä e Zuneigung zu demons ie en.48
Mi ih em Ba oni-Bildnis nu z e Ma ia Fjodo owna schon 1783 die Gelegenhei , ih e E ge-
benhei gegenübe de Ma ia chin auszud ücken. Mi el dazu is auch hie ein os en a i es
Schmucks ück – sie äg eine Ka ha ina-Kamee: An eine langen Pe lenke e häng mi ig
übe ih e B us das e mu lich in Acha geschni ene P o il de Za in (Abb. 8). Das S ück is
in Diaman en ge ass und wi d du ch die g oße, osa a bene und seidig glänzende Schlei e
am Dekolle é des Kleides noch zusä zlich he o gehoben. Das Minia u po ä olg de Iko-
nog a ie de He sche in als sieg eiche Feldhe in. Übe dem an ikisie en P o il umwinde
de eldhe liche Lo bee k anz den Kop . In de lebensg oßen Ve sion des Ba oni-Gemäldes
in ganze Figu wu de dieses Bildp og amm noch wei e ge üh : Die junge G oß ü s in si z
an einem Tisch, Fede n und eine au ge ich e e Zeichnung e weisen au eine S udie si ua-
ion und au die in ellek uell-küns le ische Tä igkei de Po ä ie en wäh end
ih e Hoch-
zei s eise, die zugleich eine G and Tou wa . Übe ag wi d die Si ua ion on eine Mine abüs-
e, die den Kop zu neigen schein , wie um die Leis ungen de Ma ia Fjodo owna zu p ü en.
Übe ag Ka ha ina im zule z besch iebenen Roslin-Po ä die Büs e Pe e s des G oßen, is die
Si ua ion hie umgekeh : Ma ia Fjodo owna u ih We k un e dem au me ksamen Blick de
Mine a – nich zu ällig jene Gö in, mi de sich ih e Schwiege mu e sei Anbeginn ih e
He scha am in ensi s en ikonog a isch iden i izie en läss .49 Die Schwiege och e inszenie
sich demnach als Schüle in de Ma ia chin Ka ha ina. Dieses Sys em de Bes ä igung weib-
liche Mach du ch Ve weise im Po ä se z sich auch in de Enkelinnengene a ion o und
auch dies läss sich anhand de Po ä sammlung on Schloss Eu in zeigen.
48 Kagan: Ka ha ina II. (wie Anm. 45), S. 231.
49 Vgl. Tip on: Mine a (wie Anm. 32).
Abb. 8: De ail aus Unbekann nach Pom-
peo Ba oni, G oß ü s in Ma ia Fjodo owna,
nach 1782, Öl au Leinwand, 72,5 x 61,5 cm.
© S i ung Schloss Eu in, In . SSE 188.
296 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Die Eu ine Ve sion des Po ä s de G oß ü s innen Alexand a (1783–1801) und Helena
(1784–1803) Romanow-Hols ein-Go o p – Enkelinnen Za in Ka ha inas und Töch e Ma ia
Fjodo ownas – is bislang keine*m/ Küns le *in zugeo dne wo den (Abb. 9).50 Die E s -
e sion dieses Gemäldes en s and 1796 im Au ag Za in Ka ha inas on de Hand de be-
deu enden anzösischen Po ä is in Élisabe h Vigée-Le B un (1755–1842) und be inde sich
heu e in de E emi age S . Pe e sbu g.51 Die anzösische Ho male in kam 1795 bis 1801 ü
sechs Jah e nach Russland und and in Moskau und S . Pe e sbu g sowohl jene zahlungs-
k ä ige Kundscha als auch jene hö ische P ach en al ung o , die sie im o e olu ionä en
Pa is bzw. Ve sailles genossen ha e.52 Das Po ä de G oß ü s innen Alexand a und Helena
wa Vigée-Le B uns e s e Au ag ü die be ag e Za in Ka ha ina. Du ch e gleichba e
Au äge am anzösischen Ho wa die Küns le in hoch quali izie da ü , gleiche maßen
adäqua e, hei e e und a ak i e Po ä s ü s liche Kinde zu malen. Vigée-Le B uns Bild-
nis de Madame Royale und des Dauphins on 1784 zeig die anzösischen Königskinde in
zä liche Uma mung (Abb. 10).53 Auss a ung und Symbolik dieses anzösischen Po ä s
wünsch e sich Ka ha ina o enba auch ü ih e eigenen Enkelinnen. En sp echend kopie e
Vigée-Le B un die bewäh e Uma mungs-Ges e und wähl e im Sinne ih e Au aggebe in
den S il des Ancien Régime auch ü die Bekleidung de zwei G oß ü s innen – obwohl
zwöl Jah e zwischen beiden Bilde n lagen. Die massi en modischen Umb üche jene Zei
spiegeln sich demen sp echend nich in de Kleidung: Helena und Alexand a agen Ho -
oben aus ganz ähnlichem, golddu chwi k em und ges ei em Seidensa in wie ehemals die
Madame Royale im Po ä on 1784.
Vigée-Le B un üh e Buch übe ih e Si zungen, und so is zu e ah en, dass sie u sp üng-
lich eine öllig ande e Bekleidung ü die beiden G oß ü s innen o gesehen ha e und auch
in einem e s en Bildnis aus üh e: »I had hem pose holding and looking a he po ai o he
emp ess; hei cos umes we e sligh ly G eek bu e y modes .«54 Diese Au i miss iel de
Za in massi . In einem B ie k i isie e sie die E s e sion de Küns le in ha sch: »Madame Le
B un has hese igu es [...] like wo naugh y li le Sa oya d gi ls, hei hai done up like bac-
chan es wi h clus e s o g apes, and d esses hem in big ed and iole unics [...].« Mi g o-
ßem Bedaue n e wa Vigée-Le B un das Po ä de G oß ü s innen und mal e ein zwei es,
in dem sie den modischen Au i du ch p äch ige Ho oben und die T auben du ch
Rosen
50 Unbekann nach Élisabe h Vigée-Le B un, Alexand a und Helena Pawlowna, nach 1796, Öl au Leinwand, 79,5 x 66,5 cm,
SSE, In . SSE 71.
51 É
lisabe h Vigée-Le B un (1755–1842), Po ä de Töch e Pauls I., 1796, Öl au Leinwand, 99 x 99 cm, E emi age
S . Pe e sbu g.
52 McBu ney: A and Powe (wie Anm. 35), S. 242.
53 Vgl. Vigée-Le B un, Ma ie-Thé èse Cha lo e de F ance, di e Madame Royale e son è e, le dauphin Louis-Joseph
Xa ie F ançois de F ance, 1784, Öl au Leinwand, 117,5 x 94,3 cm, Musée Na ional des Châ eaux de Ve sailles e de
T ianon, In . MV 3907.
54 Alle Zi a e in diesem Abschni nach Eka e ina De yabina: 59. G and Duchesses Alexand a Pa lo na and Elena
Pa lo na, 1796, in: Joseph Baillio (Hg.): Élisabe h Louise Vigée Le B un. Auss ellung G and Palais, Gale ies Na io-
nales, Pa is, 23.9.2015–11.1.2016, The Me opoli an Museum o A , Ne
w Yo k, 9.2.–15.5.2016, Musée des Beaux-
A s du Canada, O awa, 10.6.–12.9.2016, Pa is 2015, S. 176 ., hie S. 176.
Bo ges: Weibliche Mach im Po ä | 297
e se z e. De üppige Schmuck mi g oßen Pe len und dem diaman ge ass en Medaillon du e
hingegen auch in de zwei en Ve sion bleiben, denn hie bei handel e es sich seh wah schein-
lich um Geschenke Ka ha inas an ih e Enkelinnen und das kleine Medaillon-Po ä bildnis
de G oßmu e als ›Bild im Bild‹ is die pe ek e Fo m de Eh e bie ung. Dieses e mu lich in
Öl au El enbein gemal e Minia u po ä de G oßmu e wiede um olg einem nu wenige
Jah e zu o , nämlich 1793 e igges ell en S aa spo ä de Za in on Johann Bap is Lampi
dem Äl e en.55 Es is auße dem nachweisba , dass es sich um a sächliche Schmucks ücke aus
dem Besi z de jungen G oß ü s innen handel , die auch au wei e e Po ä s Helenas und
55 Das lebensg oße Po ä de Za in Ka ha ina II., 1793/94, on Johann Bap is Lampi dem Äl e en be inde sich in de
E emi age, S . Pe e sbu g, In . ГЭ-2755.
Abb. 9: Unbekann nach Élisabe h Vigée-Le B un, Alexand a und Helena Pawlowna, nach 1796,
Öl au Leinwand, 79,5 x 66,5 cm. © S i ung Schloss Eu in, In . SSE 71.
298 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Abb. 10: Élisabe h Vigée-Le B un, Ma ie-Thé èse Cha lo e de F ance, di e Madame Royale e son è e, le dauphin
Louis-Joseph Xa ie F ançois de F ance, 1784, Öl au Leinwand, 117,5 x 94,3 cm. © Musée Na ional des Châ eaux de
Ve sailles e de T ianon, In . MV 3907. Gemein ei ia Wikimedia Commons (le z e Au u : 15.05.2024).
Bo ges: Weibliche Mach im Po ä | 299
Alexand as zu e kennen sind.56 Das ins Gemälde in eg ie e Bildnismedaillon übe nimm hie
in in e essan e Weise eine Doppel unk ion: Minia u en konn e am Ho eine poli ische Be-
deu ung zukommen, als Geschenk und dami als Zeugnis de Guns de He sche in. Ode sie
besaßen – wie auch im bü ge lichen Kon ex – eine emo ionale, amiliä e Konno a ion: Die
Minia u en dien en dann in e s e Linie als E inne ungss ück an einen gelieb en Menschen, sie
wu den zu Hand genommen, um die Memo ia und die emo ionale Bindung isuell zu un e -
s ü zen und dami e lebba we den zu lassen.57
Eine nochmals e wei e e Bedeu ung e äh de Po ä schmuck, wenn e als Teil eines
Po ä gemäldes inszenie wi d. Die In e ak ion zwischen den Po ä ie en, ih em Po ä -
schmuck und le z lich den Be ach enden e möglich ein eines Spiel mi de Wah nehmung
des Publikums.58 Vigée-Le B un wähl e ein be uhig es Rund o ma ü ih Bildnis de G oß-
ü s innen, in dem e s die In e ak ion de Figu en mi einande und mi de Minia u Span-
nung e zeug . Die Komposi ion is in de Eu ine Ve sion leich zusammenged äng , au ein
Hoch o ma , dabei abe quali ä oll umgese z : Alexand a si z as on al im Hin e g und,
ih linke A m um ass die o ih si zende Schwes e Helena. Diese e wide die zä liche
Ges e, indem sie ih en ech en A m um die Schul e n Alexand as leg . Dabei wende sie
sich zu Sei e und ö ne mi ih em Kö pe den Bild aum. Ih o de e linke A m is leich
ausges eck und sie e g ei mi de linken Hand das Medaillon am Hals de Schwes e und
zieh es leich nach o ne. Ih Daumen lieg san au dem Glas des Po ä schmucks ücks.
Die zä liche Ges e de schwes e lichen Uma mung wi d e wei e au eine d i e Pe son:
du ch das san e Spiel mi dem Bild de G oßmu e , de Za in Ka ha ina. Gleichzei ig b ing
Helenas Bewegung die Minia u de Za in in unmi elba e Nähe zu den Be ach enden. Un-
e s ü z wi d diese Bewegung du ch die Blicke beide Schwes e n, die pa allel aus dem Bild
und au o de nd au die Be ach enden ge ich e sind. Hie in lieg kla die Einladung an uns,
au das Medaillon zu blicken. Es soll als Minia u bildnis de Za in e kann und als Schmuck-
s ück on besonde e Bedeu ung wah genommen we den: als Ausweis dynas ische Ve bun-
denhei und enge emo ionale Ve au hei mi de mäch igs en He sche in de damaligen
Wel . Das Minia u bildnis is somi keineswegs ein aus auschba es Schmucks ück. Vielmeh
wi d de Ak seine Zu schaus ellung zum zen alen Mo i des Po ä gemäldes. Die Bild-
komposi ion ziel da au ab, die Da ges ell en und den Schmuck in In e ak ion mi einande
und mi den Be ach enden zu b ingen.59 Die en minia u e da ges ell e He sche in wiede -
um blick ih e sei s aus ih em ›Bild im Bild‹ di ek zum Be ach enden zu ück. Aus diesem
56
Zum Beispiel: Wladimi Bo owikowski (1757–1825): G oß ü s in Alexand a Pawlowna, 1796, Öl au Leinwand, 72 x 58 cm,
Museum Ga schina; De s.: G oß ü s in Helena Pawlowna, 1796, Öl au Leinwand, 73 x 59 cm, ebd. Siehe dazu auch Ka in
Sch ade : »Telling Objec s«. Minia u es as an In e ac i e Medium in Eigh een h-Cen u y Female Eu opean Cou Po ai s,
in: É udes Épis émè en ligne 36 (2019), § 38, h p://jou nals.openedi ion.o g/epis eme/5399 (le z e Au u : 12.02.2024).
57 Vgl. Diana Sca isb ick: Po ai Jewels. Opulence and in imacy om he Medici o he Romano s, London/New Yo k
2011, S. 186–221.
58 Vgl. hie zu die Aus üh ungen bei Sch ade : Minia u es (wie Anm. 56), bes. § 4–14.
59 Vgl. ebd., § 43.
300 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
d i en au o de nden Blick wiede um e gib sich eine Pa alleli ä alle Da ges ell en und
eine gemeinsame Aussage. Die d ei Romanowas we den du ch Ges e, Pe len und Diaman en
e ein und p äsen ie en sich in poli ische und emo ionale Einigkei .
Po ä s Ka ha inas II. on Russland in de Eu ine Sammlungsgeschich e
Ak uell be inden sich somi d ei ›di ek e‹ und zwei › e s eck e‹ Po ä s Ka ha inas II. on Russ-
land in de Sammlung de S i ung Schloss Eu in. Das In en a on 1860 e zeichne e hingegen
noch sechs ›di ek e‹ Bildnisse de ussischen Za in. Die Ve kleine ung des Bes andes en s and
wohl in olge de Fü s enab indung on 1918 und du ch die T ennung on S i ungs e mögen
und he zoglichem P i a e mögen anlässlich de G ündung de S i ung Schloss Eu in 1992,
sodass die Gemälde heu e in P i a besi z zu e mu en sind. Ve lo en gegangen is in den e -
gangenen 150 Jah en abe insbesonde e das Wissen übe die an diesen Bildwe ken be eilig en
Küns le *innen, das Wissen übe die Gemälde o lagen de Ve sionen im Eu ine Schloss und
o allem das Wissen übe die u sp ünglichen Ankäu e, aus denen die Sammlung he o ging.
De o liegende Bei ag is ein e s e Ve such, bei schwie ige Quellenlage o allem anhand de
Gemälde U hebe scha und Vo lagen zu iden i izie en und die poli ische Aussage de Po ä s
zu ekons uie en.
Vo allem hinsich lich le z e e wu de deu lich, dass sich in de Po ä sammlung Schloss
Eu in hochin e essan e Beispiele de Inszenie ung on He sche *innen be inden. Dabei kön-
nen die meis en de hie besp ochenen We ke, obwohl sie spä e e Ve sionen nach Vo lagen an
ande en Hö en sind, auch in küns le ische Hinsich übe zeugen. Vo allem abe kann du ch
die Eu ine Po ä s on Ka ha ina II. on Russland die spezi isch weibliche Ikonog a ie eine
g oßen ›Fü s in de Lande‹ da ges ell we den: als eine mi allen hö ischen Tugenden ausge-
s a e e Schönhei au dem Kamp pla z hochadelige Eheschließung, als P ä enden in au den
Za en h on, als selbs bewuss e gek ön e Fü s in und sieg eiche Feldhe in, als wü dige E bin
und Re o me in des Reiches Pe e s des G oßen und schließlich als Ma ia chin ih e Dynas ie.
Abs ac
This pape examines he po ai s o Ca he ine he G ea (Duchess o Hols ein, 1762‒1773) and o he
p incesses om he House o Romano -Hols ein-Go o wi hin he po ai collec ion a Schloss Eu in,
wi h a speci ic ocus on he depic ion o emale powe and emale ne wo ks in po ai pain ings. The
la ge po ai collec ion a Schloss Eu in emains a young ield o esea ch. This a icle o e s an ini ial
o e iew o possible esea ch pe spec i es in o de o gain insigh s in o he o igins o his collec ion, i s
s a egic impo ance o he House o Oldenbu g/Schleswig-Hols ein-Go o and i s e olu ion o e he
cen u ies. The pape shows ha , among he many possible esea ch app oaches, he ques ions o emale
ne wo ks and emale ep esen a ion o powe in he po ai galle y a e o pa icula in e es .
Bo ges: Weibliche Mach im Po ä | 301
Au o in
D . Sophie Bo ges
Kuns his o ike in, sei 2021 Ku a o in de S i ung Schloss Eu in. Ih Tä igkei sbe eich um ass Auss el-
lungsp ojek e zu Po ä s des 18. und 19. Jah hunde s, zu Residenzgeschich e sowie zu ma e iellen
und isuellen Kul u am Eu ine Ho .
E-Mail: sophie.bo ges@schloss-eu in.de
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