Friederike Amalie (1649–1704): Dänische Prinzessin und Gottorfer Herzogin zwischen den Fronten der nordischen Hegemonialmächte
Abstract
Prinzessin Friederike Amalie von Dänemark und Norwegen (1649-1704) heiratete in die Gottorfer Herzogsfamilie ein und beeinflusste im 17. Jahrhundert…
Full text
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Melanie G eine
F iede ike Amalie (1649–1704)
Dänische P inzessin und Go o e He zogin zwischen
den F on en de no dischen Hegemonialmäch e
Im Zuge de Bes ebungen de G oßmäch e Dänema k und Schwedens um die Vo angs el-
lung im Os see aum bes imm en in de Mi e des 17. Jah hunde s poli ische und mili ä ische
Auseinande se zungen das Ve häl nis zwischen dem dänischen Königshaus und dem Go o -
e He zogshaus. Besonde s de To s enssonk ieg (1643–1645) und de Dänisch-Schwedische
K ieg (1657–1660) üh en dazu, dass sich die Go o e on ih en dänischen Ve wand en als
Bündnispa ne abwand en und mi eine Neu ali ä spoli ik ehe die poli ischen In e essen
des schwedischen Könighauses un e s ü z en.
1
E s du ch den Ve ag on Kopenhagen (1660),
de o e s einen F iedensschluss zwischen den G oßmäch en Dänema k und Schweden um
die Vo mach s ellung im Os see aum he s ell e und die Rech e des Go o e He zogs bes ä-
ig e, kam es in den nach olgenden Jah en wiede zu eine poli ischen Annähe ung zwischen
dem Fü s enhaus Go o und dem dänischen Königshaus.
2
Ve äge wie de am 28. Juni 1661
geschlossene Rezess zu Teilung des Schleswige Domkapi els und de am 5. Mai 1663 un e -
zeichne e Pe äqua ions ezess zu Klä ung de Kon ibu ionen zeugen da on.
3
Am 12. Ok obe 1667 un e zeichne en in Glücks ad die dänischen Diploma en Kay on
Ahle eld , F ied ich on Ahle eld und Con ad Wasme sowie die go o ischen Be ollmäch-
ig en Johann Adolph Kielmann on Kielmannsegg, sein Sohn F ied ich Ch is ian und de
1
Ul ich Lange: S ände, Landeshe und g oße Poli ik. Vom Konsens des 16. zu den Kon lik en des 17. Jah hunde s, in:
De s. (Hg.): Geschich e Schleswig-Hols eins. Von den An ängen bis zu Gegenwa , Neumüns e ²2003, S. 153–265, hie
S. 236–248; Jan Schlü mann: Die »Go o e F age« 1625–1700, in: E a S. Fiebig/Jan Schlü mann (Hg.): Handbuch zu
no delbischen Mili ä geschich e. Hee e und K iege in Schleswig, Hols ein, Lauenbu g, Eu in und Lübeck 1623–1863/67,
H
usum 2010, S. 347–366.
2 Siehe dazu Kai Fuh mann: Ch is ian Alb ech . Zwischen Schweden und Dänema k, in: Heinz Spielmann/Jan D ees
(Hg.): Go o im Glanz des Ba ock. Kuns und Kul u am Schleswige Ho 1544–1713. Ka aloge de Auss ellung zum
50-jäh igen Bes ehen des Schleswig-Hols einischen Landesmuseums au Schloß Go o und zum 400. Gebu s ag
He zog F ied ichs III., Bd. 1: Die He zöge und ih e Sammlungen, Schleswig 1997, S. 35–48, hie S. 35; He mann Kel-
lenbenz: Die He zog üme om Kopenhagene F ieden bis zu Wiede e einigung Schleswigs 1660–1721 (Geschich e
Schleswig-Hols eins 5), Neumüns e 1986, S. 210.
3 Zum Rezess on 1661 siehe Landesa chi Schleswig-Hols ein (LASH), Ab . 7, N . 484. Zum Rezess on 1663 siehe
Kellenbenz: He zog üme (wie Anm. 2), S. 211.
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/2943-5331/p10
190 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
go o ische Ho - und Kanzlei a And eas C ame den sogenann en Glücks äd e Rezess.4 Das
Abkommen soll e zwischen dem dänischen König F ied ich III. und He zog Ch is ian Alb ech
on Schleswig-Hols ein-Go o zu es abilie ung und e hal ung des espec i e eund-Vä e -
und Söhnlichen gu en e nehmens bei agen, gegensei ig Ansp üche, P i ilegien und Anliegen
absiche n und die gemeinscha liche Regie ung übe Teile de He zog üme Schleswig und
Hols ein egeln. Besonde s ü die Go o e Sei e wa es zu diesem Zei punk wich ig, dass
diese Ve ag den F ieden zwischen Dänema k und Go o bekunde , da es im zwei en B e-
misch-Schwedischen K ieg Ende 1666 du ch eine Allianz de Ve einig en Niede lande, Däne-
ma ks, B andenbu gs und B aunschweig-Lünebu gs zu eine ku zzei igen mili ä ischen und
poli ischen Schwächung ih es geheimen Bündnispa ne s Schwedens kam.5
Um den F ieden auch lang is ig zu siche n, soll e zudem das dynas ische Band zwischen
beiden He sche häuse n ge es ig we den. Dahe wu de in Glücks ad neben dem Rezess zu-
gleich auch eine Eheschließung zwischen de dänischen P inzessin F iede ike Amalie, zwei e
Toch e des dänischen Königspaa es F ied ich III. und Sophie Amalie, und dem Go o e
He zog Ch is ian Alb ech e einba .6
F iede ike Amalie wu de dami zu eine zen alen
Figu in den diploma ischen Ve handlungsp ozessen um mach poli ische In e essen zwi-
schen beiden He scha shäuse n (Abb. 1).7 Wie die Eheschließung e wi klich wu de und
welche Rolle F iede ike Amalie mi ih e Ve hei a ung zugesch ieben wu de, wie sie als
4
Dazu und zum Folgenden siehe LASH, Ab . 7, N . 488. Insgesam um ass de Glückbu ge Rezess 20 Punk e, in
denen un e ande em F ied ich III. on Dänema k den am 6. Juli 1647 au gese z en Ve gleich des Lübecke Dom-
kapi els akzep ie e, sechs Mi gliede des Go o e Fü s enhauses als Koadju o en übe das geis liche Fü s bis um
Lübeck zu wählen. Zu Vo geschich e siehe Anke Scha enbe g: Die ühen Lübecke Fü s bischö e aus dem Hause
Schleswig-Hols ein-Go o , in: Oli e Auge/Anke Scha enbe g (Hg.): Die Fü s en des Bis ums. Die ü s bischö liche
ode jünge e Linie des Hauses Go o in Eu in bis zum Ende des Al en Reiches. Bei äge zum Eu ine A bei sge-
sp äch im Ap il 2014 (Eu ine Fo schungen 13), Eu in 2015, S. 39–56, hie S. 41–48. Ein wei e e Punk um ass e bei-
spielsweise die Ve schiebung eine Au hebung de gemeinsamen Regie ung übe P äla en, Ri e scha und S äd en
au unbes imm e Zei . Fe ne wu de es gehal en, dass die an de Kiele Fö de gelegene Fes ung F ied ichso
( ühe Ch is iansp ies), die de dänische König 1632 e ich en ließ und die wäh end 30-jäh igen K ieges zwischen
Schweden und Dänen schwe umkämp wa , bes ehen bleiben kann, solange diese keinen Nach eil ode Schaden
ü den He zog, seine Lände und Un e anen b ingen soll e.
5 De Go o e He zog siche e seine Rech e in einem sepa
a en und geheimen Bündnis e ag mi Schweden und ein
Jah nach dem F ieden on Kopenhagen im Mai 1661 zusä zlich ab und zeig dadu ch das Miss auen au , das e wei e -
hin gegen Dänema k ha e. Das Schu zbündnis wu de 1672 sowie 1674 e neue und ug dazu bei, dass de dänische
König wiede um nach Bekann we den alle Inhal e des Ve ages dem Go o e He zog wenig e au e. Besonde s
eine geheime Ve agsklausel ug dazu bei, die dem Go o e He zog im Falle eines B uches des no dischen F ie-
dens und eine mili ä ischen Un e legenhei Dänema ks He scha s ech e übe die königlichen An eile in Schleswig
und Hols ein zus and. Dazu siehe Fuh mann: Ch is ian Alb ech (wie Anm. 2), S. 36. Die U kunde übe die Allianz zwi-
schen dem He zog on Go o und dem König on Schweden is abged uck bei Henning Ra jen: Ve handlungen zwi-
schen dem König zu Dänema k und dem He zoglichen Go o ischen Hause 1658 bis 1684, in: No albingische S udien 4
(1847), S. 139–200, hie S. 160–167.
6
Zu Kindhei und zu E ziehung F iede ike Amalies am dänischen Ho siehe Melanie G eine : Zwischen Un e o dnung
und Selbs behaup ung. Handlungsspiel äume Go o e
Fü s innen (1564–1721) (Kiele Sch i en zu Regional-
geschich e 1), Kiel/Hambu g 2018, S. 54.
7 Wäh end des Zwei en No dischen K ieges kam es im Rahmen des Dänisch-Schwedischen K ieges 1658 bis 1660 be-
ei s zu e s en Übe legungen on go o ische und dänische Sei e, eine Hei a sallianz zwischen de dänischen P in-
zessin F iede ike Amalie und dem Go o e He zogssohn Ch is ian Alb ech einzugehen, um den F ieden zwischen
den d ei no dischen Mäch en Dänema k-No wegen, Schweden und Schleswig-Hols ein-Go o wiede he zus ellen.
Dazu siehe Oli e Auge: Ch is ian Alb ech . He zog – S i e – Mensch (Wissen im No den), Kiel/Hambu g 2016, S. 112.
G eine : F iede ike Amalie (1649–1704) | 191
Mi glied ih e
He kun s- und Ankun sdynas ie agie e und inwiewei sie Ein luss au die
dynas isch-poli ischen Beziehungen de no dischen Hegemonialmäch e Dänema k-No we-
gen, Schweden und dem Fü s enhaus Go o ha e, wi d nach olgend skizzie .
Eheschließung on F iede ike Amalie und Ch is ian Alb ech
Einen kleinen Einblick in die Ve handlungen zu Eheschließung F iede ike Amalies und
Ch is ian Alb ech s in Glücks ad gib ein Sch eiben des schwedischen Zei genossen und
Diploma en Die ich Kleihe an den Reichs eldhe n Ca l Gus a W angel.8 Da in be ich e e
on seine Reise on S ade übe Hambu g, I zehoe und Glücks ad nach Husum, wo e un e
ande em mi Ma ia Elisabe h, de e wi we en He zogin on Schleswig-Hols ein-Go o und
Mu e Ch is ian Alb ech s, bezüglich de beide sei igen In e essen an eine dänisch-go o i-
8 Siehe dazu und zum Folgenden LASH, Ab . 7, N . 1514.
Abb. 1: F iede ike Amalie, Gemälde on Jü gens O ens. © Fo o: Hans Tho -
wid; Schwedisches Na ionalmuseum, Schloss G ipsholm, NMG h 1259, e -
ö en lich un e de Lizenz CC BY-SA 4.0.
192 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
schen Ehe e bindung sp ach, den He zog pe sönlich übe die Ve handlungen in Glücks ad
be ag e und das Ve hal en einzelne Rä e bewe e e, die e wäh end seines Au en hal es a .
E schilde in dem Sch eiben, dass e o seine Reise nu übe Ge üch e eine geplan en
Ehe e bindung gehö ha e und e s o O e uh , dass die Ve handlungen schon wei es -
gehend abgeschlossen wa en. E sch eib dazu:
[...] so iel die besag e Hey a h be e en hu , ich aus denen mi bekand gewo den umb-
s änden noch Zu Zei Zwa nich eben schließen kan, daß im nahmen Ih e ü s l. du chl.
einige we bung de Königl. dähnischen P incessin halbe heimblich ode ö en lich be ei
ü gegangen seyn soll e [...]. [Abe ] [...] die Gemü he sind o e s on beyden Sei en da zu
[i. e. zu Eheschließung] gewonnen, [...]. [D]e Chu ü s zu B andenbu g, He zog Johann
F ied ich zu B aunschweig Lünebu g, He zog E ns Gün he , deßelben Gemahlin haben des
Ih ige da zu ge han, und seyen zum Theil auch noch nich Un e den Minis is haben
einige kann lange Zei he o Ih e g öes e Kuns da an e wende . Nun henge de Himmel
da übe bey dem Fü s l. Holls einischen Ho e olle Geigen, Liebe und T eue, Ge ech igkei
und F iede, Segen und Siche hei , und ich weiß nich was ü ande e glückseligkei en [...].9
Nu wenige Tage nach Un e zeichnung des Glücksbu ge Rezesses wu de am 23. Ok-
obe 1667 ein Ehe e ag on König F ied ich III. und He zog Ch is ian Alb ech un e -
sch ieben (Abb. 2).10 Da in wu den F iede ike Amalie 100.000 Reichs ale als Hei a sgeld
zugesp ochen, die mi wei e en 100.000 Reichs ale n on Ch is ian Alb ech wide leg
we den soll en. Des Wei e en e hiel sie als Mo gengabegelde eine Haup summe on
20.000 Reichs ale n, die jäh lich mi 1.000 Reichs ale n ausgezahl wu den. Daneben wu -
den ih als Leibgedinggsäm e Kiel, Oldenbu g und Cisma mi dem Wi umssi z Schloss
Kiel und jäh lich 20.000 Reichs ale an Wi umsgelde n zugesag . F iede ike Amalie e -
hiel mi dem Ehe e ag eigene inanzielle Ressou cen zugesp ochen, die sie wäh end
ih e Ehe sowie in ih e Wi wenzei nach eigenem E messen geb auchen konn e. Zudem
wu den ih im Wi wen all He scha s ech e übe die im Ve ag zugesch iebenen Leib-
gedingsgü e und den do igen Un e anen zugesp ochen, was du ch olgenden Passus
sch i lich es gehal en wu de:
9 Ebd. Zugleich e weis de Diploma auch au die möglichen nega i en Konsequenzen solch eine dänisch-go o i-
schen Ehe e bindung aus schwedische Sich und b ing in dem Sch eiben zum Ausd uck, dass Ch is ian Alb ech sich
seh wohl übe diese im Kla en wa . Un e ande em is Kleihe in dem Sch eiben beso g da übe , daß Dennema ck
das Ve mögen des Fü s l. Hauses Go o und dessen Un e hanen so o en daßelbe wiede gewachsen und Sie deßen
mäch ig seyn können, gegen des Reich Schweden zu deßen g oße Schaden und Nach heil jede zei sich angemaße .
E sch eib dazu wei e , de He zog hö e mich hie un e mi g oße gedul , wü den abe as au ig und pe plex, und
wüß en nich was sie an wo en soll en, sonde n ließen in ih em gemü he keinen ge ingen Kamp e spüh en.
10 LASH, Ab . 7, N . 124. Eine aus üh liche e Schilde ung zum Inhal des Ehe e ages gib G eine : Un e o dnung und
Selbs behaup ung (wie Anm. 6), S. 73.
G eine : F iede ike Amalie (1649–1704) | 193
Unse e Amb leu e und sämb liche Mannscha und Unde hanen, die zu bemeld en Wi -
humb Schloß und Amb e n gehö ig, Ih e Ld: mi Ob igkei liche Ju isdic ion. Gebo und
Ve bo übe dieselbe ohn männigliches ein ag und hinde ung zu exe ci en ange=wiesen
we den, und de selben schwe en [= schwö en] und huldigen, dami Sie alsonach Ih e Ld:
und sons Niemand ande s, sich zu hal en und zu ich en haben [...].
Nu einen Tag nach Un e zeichnung de ehe e aglichen Dokumen e hei a e en de
26-jäh ige Go o e He zog und die 18-jäh ige dänische P inzessin am 24. Ok obe 1667 au
Schloss Glücksbu g in Glücks ad und die neue he scha spoli ische Allianz beide Häuse
wu de bek ä ig .11 Die Eheschließung wu de ech unspek akulä im kleinen amiliä en K eis
ohne g oße Feie lichkei en geschlossen, doch exis ie en einige im Zuge de Hei a he aus-
gegebene Rep äsen a ionsmi el, die die Eheschließung dennoch als wich iges dynas isch-
poli isches E eignis demons ie en und mani es ie en soll en. Denn mi de Eheschließung
des He zogs mi eine anghöhe en P inzessin e band das Go o e Fü s enhaus zugleich
auch ein Wachsen des eigenen dynas ischen P es iges im ühneuzei lichen Fü s ens aa und
Gedich e, Bilde ode Medaillen ugen zu S ä kung on Ansehen im eigenen Beziehungs-
11 Siehe dazu und zum Folgenden G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 6), S. 68.
Abb. 2: Ehe e ag on F iede ike Amalie und Ch is ian Alb ech om 23. Ok obe 1667. © Landesa chi Schleswig-
Hols ein, U k.-Ab . 7, N . 102.
194 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
ne zwe k und gegenübe den Un e anen und zu g undsä zlichen Mach demons a ion
nach außen bei.12 Als Beispiel solch eines Rep äsen a ionsmi els kann hie eine Medaille
on Je emias He cules genann we den (Abb. 3). Au de en Vo de sei e wi d da ges ell ,
wie Ch is ian Alb ech und F iede ike Amalie sich un e einem Bogen aus Wein anken o
einem eich gedeck en Tisch im Si zen uma men und küssen. Ve schiedene Symbole au de
Rücksei e de Medaille wie zwei sich schnäbelnde Tauben ode zwei Palmen, die du ch eine
Ke e e bunden sind, sowie ein Schloss in de Mi e de Ke e, dessen Schlüssel in Go es
Hand is , sollen au die Ve bundenhei on B au und B äu igam hinweisen.
Auch ein Gedich des Go o e Ho geleh en Adam Olea ius, in dem die dänisch-go o ische
Ve bindung als keusches Band und zugleich als G undlage on Glück und F ieden au zeig wi d,
dien de ep äsen a i en und ö en lichen Zu schaus ellung diese dänisch-go o ischen Ehe-
e bindung (Abb. 4).13
12 Wie wich ig das Konnubium ü ›kleine Fü s en‹ wie die Go o e ü die eigene He scha ssiche ung wa , wi d in dem
on Oli e Auge und Michael Hech he ausgegeben Band anhand e schiedene ›kleine ‹ Fü s enhäuse da ges ell :
Oli e Auge/Michael Hech (Hg.): »Kleine Fü s en« im Al en Reich. S uk u elle Zwänge und soziale P ak iken im Wan-
del (1300‒1800) (Zei sch i ü His o ische Fo schung, Beihe 59), Be lin 2022. Fe ne zu Rep äsen a ion ü s liche
Hochzei en on Mi gliede n de Go o e Dynas ie siehe g undlegend Melanie G eine : »Au dem Hoch=Fü s lichen
Beylage «. Ablau , Inszenie ung und dynas ische Bedeu ung Go o e Ve mählungen im 17. Jah hunde am ku säch-
sischen, dänischen und schwedischen Ho , in: Zei sch i de Gesellscha ü Schleswig-Hols einische Geschich e 139
(2014), S. 49–76.
13 Zu Biog a ie des Ho geleh en Olea ius und zu seinem Wi ken als Fo sche , Au o on Gedich en und Reimen sowie
He ausgebe zahl eiche We ke siehe Ki s en Baumann/Cons anze Kös e /U a Kuhl (Hg.): Adam Olea ius. Neugie als
Me hode. Tagungsband, Pe e sbe g 2017.
Abb. 3: A Himlen ignes den som elske æ ligen o Gud de gio leg ey opho . © Landesmuseum Wü embe g, S u ga ,
In .-N . MK 19213, e ö en lich un e de Lizenz CC BY-SA 4.0.
G eine : F iede ike Amalie (1649–1704) | 195
Die unmi elba en Auswi kungen de Hei a
au das dänisch-go o ische Ve häl nis
De Rezess in Glücks ad und die Ve mählung F iede ike Amalies und Ch is ian Alb ech s ha e
eine meh jäh ige Phase de diploma ischen En spannung zwischen dem Go o e Fü s enhaus
und dem dänischen Königshaus zu Folge und die He zogin konn e im Sinne ih e He kun s- und
Ankun sdynas ie au Schloss Go o mi ih em eils aus Dänema k s ammenden Ge olge s andes-
gemäß esidie en.
14
Anhand de Kamme echnungen sei 1668 is nach ollziehba , dass die He -
zogin nach und nach meh Pe sonal am Go o e Ho beschä ig e und ih e Ausgaben on Jah zu
Jah s iegen.
15
Be ugen die Ausgaben 1668 noch und 1.689 Reichs ale und im Jah danach 2.760
Reichs ale , s ieg die Summe nach olgend au und 11.000 Reichs ale . Dies häng auch mi de
Gebu de e s en d ei Kinde des He zogspaa es zusammen, de en Säugammen und Mägde un e
14 Zum Schloss Go o und dem Fü s innenappa emen sowie zu den Bediens e en de He zogin siehe G eine : Un e -
o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 6), S. 91–100, 134–139.
15 Dazu und zum Folgenden siehe LASH, Ab . 7, N . 2341–2357.
Abb. 4: Gedich anlässlich de Eheschließung, e -
ass on Adam Olea ius. © Sächsisches S aa s-
a chi D esden, Bes . 10024 (Geheime Ra ), Loc
08713/18.
196 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
ande em in den Ausgaben de He zogin e zeichne we den.
16
Die e s e Toch e Sophia Amalie,
benann nach de G oßmu e mü e liche sei s, wu de am 19. Janua 1670 gebo en, de männli-
che Th on olge F ied ich am 18. Ok obe 1671 und de nachgebo ene Sohn Ch is ian Augus kam
am 11. Janua 1673 au die Wel . F iede ike Amalie ha e nach dem Rollen e s ändnis ih e Zei
somi schon wenige Jah e nach de Eheschließung ih e wich igs e Au gabe als Fü s in e üll und
siche e du ch die Gebu zweie Söhne den wei e en E hal de Go o e Dynas ie.
Nachweislich ha e die Go o e He zogin in den e s en Ehejah en egelmäßig Kon ak
zu ih e dänischen Ve wand scha . 1668 hiel sich das dänische Königspaa am Go o e
Ho au und de Go o e Ho geleh e Adam Olea ius e me k in einem B ie om 24.
Ap il 1668 an den Geheimen Kamme sek e ä des sächsischen Ku ü s en Gab iel Voig zu
Langendo und Ebe sdo die g osse e aulichkei zwischen König[,] Königin und diesem
Hause, de König is hi so lus ig gewesen, das sie ihn in 12 Jah en so lus ig nich gesehen [...].
Go e hal en das gu e e auen un e die beiden häuse und ziehe das d i e mi he zu.17
Fe ne be ich e Olea ius, e habe dies age on unse p incessin gele ne auß einem heue
ey be ns ein zu machen und mein dami e mu lich, dass e on F iede ike Amalie gele n
ha , wie man sogenann e Tausendjäh ige Eie he s ellen kann. In den nach olgenden Jah en
eis e F iede ike Amalie meh ach nach Dänema k zu ih e Familie ode ko espondie e au
b ie lichem Wege übe die wich igs en amiliä en Angelegenhei en mi ih en nahen Angehö-
igen.18 Fe ne zeugen B ie e Ch is ian Alb ech s und des dänischen P inzen Ch is ians, des
B ude s F iede ike Amalies, die zwischen 1668 und 1670 gegensei ig e schick wu den, on
dem zu diesem Zei punk exis ie enden gu en Ve häl nis zwischen den Schwage n und dem
egelmäßigen Kon ak zwischen den Hö en.19 In den selbs gesch iebenen B ie en nu zen de
He zog und Ch is ian imme die gegensei ige An ede Ve e , Suage und b oude , die unse ß
He n b oude en bes endige ami ie be on ; in den Sch eiben we den auch gegensei ige Ein-
ladungen zu Jagden ode ande en T e en ausgesp ochen.
Im Schloss Go o , de Haup esidenz des He zogspaa es, wu de F iede ike Amalie die
enge dynas ische Ve bindung zwischen den beiden Häuse n s e s o Augen o ge üh , denn
ih eigenes Gemach wa mi 13 schönen g oßen s ücken Schilde eyen ausges a e , on denen
einige de Bilde nachweislich dem on Jü gen O ens gescha enen Gemäldezyklus mi de
Da s ellung de He kun und de Geschich e de Go o e He zöge aus dem Hause Oldenbu g
zugesch ieben we den können, de um 1665 u sp ünglich ü das Gemach Ma ia Elisabe hs,
de Mu e Ch is ian Alb ech s, gemal wu de.20 Wei e e g oß o ma ige allego ische Da s el-
16 Siehe dazu und zum Folgenden ebd., N . 2347; G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 6), S. 136 .
17 Siehe dazu und zum Folgenden Haup s aa sa chi D esden, Bes . 10024, Loc 08713/18.
18 G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 6), S. 315.
19 Dazu und zum Folgenden siehe LASH, Ab . 7, N . 489. Ch is ian on Dänema k sch eib beispielsweise an Ch is ian
Alb ech , ob e mi den ge allen oun au eine Jag wi aug ein klein üs ück [...] zu mi kommen mi de o gemahlin.
20 Zu Ve o ung und Auss a ung de he zoglichen Wohnung F iede ike Amalies au Schloss Go o siehe Anja Silke
Wiesinge : Schloss Go o in Schleswig. De Süd lügel. S udien zu ba ocken Neuges al ung eine no ddeu schen
Residenz um 1700 (Bau + Kuns . Sch i en zu Kuns geschich e 23), Kiel 2015, S. 143–147.
G eine : F iede ike Amalie (1649–1704) | 197
lungen zu Rep äsen a ion des He zogshauses und zu Sich ba machung de dänisch-go o i-
schen Beziehungen be anden sich in de Amalienbu g au dem Hügelpla eau des Neuwe kga -
ens.21 Im Gebäude, das 1669/70 e bau und nach F iede ike Amalie benann wu de, be and
sich eine idealisie e Da s ellung de He zogin au einem g oßen Deckengemälde:
[...] gan z oben in das Dach und e deck dieses Saals de en 8 C ohn und C an z Lies en
e gulde , wi d das po ai Ih e Königl Hohei en de in Go uhenden He zogin F. A. on
Engeln und Gö innen ge üh e , wie dann auch in den ande n äche n de hoch ü s l P ince
und P incessinn mi den Gö e n e gesellscha e , so he lich abcon e ai sein, daß daß
we ck sich selbs en am bes en loben wi d.
22
De Bedeu ung de He zogin als Mu e und zugleich als Bewah e in de Dynas ie wu de
hie in besonde e Weise gehuldig . Zugleich soll e das Gemälde wie auch die Amalienbu g
an sich den he scha lichen, wi scha lichen und kul u ellen Au schwung de Go o e
wide spiegeln, de mi de dänisch-go o ischen Hei a 1667 einhe ging.
Die He zogin im Spannungs eld zwischen Dänema k und Go o
Die Blü ezei am Go o e Ho soll e jedoch nich lange anhal en, denn zu Beginn de 1670e
Jah e kam es be ei s wiede zu eine zunehmend wachsenden poli ischen Spannung zwischen
den no dischen Königshäuse n Schweden und Dänema k sowie zwischen de dänisch-kö-
niglichen Linie und de he zoglich-go o ischen Linie des Hauses Oldenbu g. Dies ging auch
mi dem Tod on F iede ike Amalies Va e F ied ich III. zusammen, de 1670 e s a b. Denn
mi de Th onbes eigung Ch is ians V. und dem Au s ieg on neuen Be a e n wie dem au-
ße ehelichen Sohn Kö
nig F ied ichs III., Ul ich F ied ich Gyldenlø e (1638–1704), und dem
Lehnsg a en F ied ich on Ahle eld (1623–1686), e olg e ein poli ische Ku swechsel am
dänischen Ho .23 Zudem schü en S ei igkei en übe die oldenbu gische E b olge age, ein
schwedisch- anzösisches Bündnis mi eine Spezialga an ie ü Go o im Jah 1671, de
1672 begonnene Niede ländisch-F anzösische K ieg, de Schwedisch-B andenbu gische K ieg
ab 1674 sowie die geheimen Bündnis e äge zwischen Go o und Schweden on 1672
und 1674 mach poli ische Auseinande se zungen zwischen dem dänischen König und dem
21 Zu Amalienbu g im Go o e Neuwe k-Ga en siehe den Bei ag on Ka en Asmussen-S a mann in diesem Band,
h ps://doi.o g/10.38072/2943-5331/p17, S. 345–365, sowie die Aus üh ungen on Felix Lühning: A chi ek u im ba-
ocken Niemandsland. Die Go o e Amalienbu g, in: No delbingen 80 (2011), S. 81–120.
22 Ebd.
23 Dazu siehe aus üh liche Kellenbenz: He zog üme (wie Anm. 2), S. 214–217. Siehe zudem De le K aack: Das Rin-
gen um das E be G a An on Gün he s on Oldenbu g († 1667). Konku enzen und Allianzen zwischen den Olden-
bu ge Linien, in: Oli e Auge/Silke Hunzinge /De le K aack (Hg.): Die He zöge on Plön. Bei äge zu in e na io-
nalen Tagung in Plön am 6. und 7. Mai 2016 (Quellen und Fo schungen zu Geschich e Schleswig-Hols eins 124;
Sonde e ö en lichung de A bei sgem
einscha im K eis Plön e. V.), Eu in 2017, S. 79–98.
204 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Hedwig Sophie lau wu den. F iede ike Amalie, die die Ehe e bindung ö de e, besuch e
1691 den schwedischen Ho , um die junge P inzessin kennenzule nen, die damals und
zehn Jah e al wa .57 Die He zogin eis e am 26. Mä z 1691 on S ockholm nach Ul iksdal
und e ließ dann im Ap il mi eine gu en Meinung übe die junge Hedwig Sophie Schweden
wiede Rich ung Go o . F iede ike Amalie un e s ü z e da au hin die Eheanbahnung ih es
Sohnes mi de schwedischen P inzessin, ö de e au diese Weise schon wäh end ih e Ehe
die schweden eundliche Poli ik ih es Gemahls und agie e ak i gegen ih en B ude , de
solch eine schwedisch-go o ische Ve bindung nich gu heißen konn e.
Die Un e s ü zung des Sohnes und das Handeln im Eigenin e esse als Wi we
Am 27. Dezembe 1694 e s a b Ch is ian Alb ech , F iede ike Amalie wu de Wi we und ih
Sohn F ied ich IV. übe nahm o an die Regie ungsgeschä e übe das Go o e He zog um.
58
Sie selbs soll e nun ih en Wi wensi z in Kiel beziehen, den sie mi eigenen inanziellen Mi eln
jedoch e s einmal um- und ausbauen ließ.
59
De Einzug in das Schloss konn e im F ühjah
1696 e olgen und mi den Jah en wu de de Wi wenho zu einem kul u ellen Zen um ü die
S ad , in dem abwechselnd Küns le innen und Küns le au a en, di e se Fes e ge eie wu den
und F iede ike Amalie Besuch on e schiedenen Gäs en e hiel . Das Wi ken de e wi we en
He zogin is bis heu e noch nich aus eichend un e such wo den, jedoch zeig sich anhand de
wenigen o handenen Quellen, dass sie sich nach dem Tod ih es Gemahls als ü s liche Landes-
mu e gesellscha lich engagie e (Abb. 5). Sie s i e e bzw. ö de e Schulen un e ande em in
de B unswik, in Wellsee und Neumühlen und ließ 1697 auch eine Schulo dnung e assen, die
abe e s zu Beginn des 18. Jah hunde s pe Dek e umgese z wu de.
60
Als Wi we e leb e F iede ike Amalie mi , wie ih e äl es en zwei Kinde hei a e en. So-
phie Amalie ehelich e 1695 Augus Wilhelm on B aunschweig-Wol enbü el und F iede ike
Amalie un e zeichne e gemeinsam mi F ied ich IV. als egie ende He zog und B ude de
B au den Ehe e ag, de am 7. Juli 1695 au Schloss Go o ausges ell wu de.61 F iede ike
Amalies Mu e wa eine gebo ene Fü s in on B aunschweig-Calenbe g und mi de Hei a
soll e auch die dynas ische Ve bindung de Go o e zum Wel enhaus he ges ell bzw. ge-
s ä k we den, das neben dem schwedischen Königshaus eine mögliche Schu zmach im
Kon lik mi den Dänen da s ellen soll e. Ih Sohn F ied ich se z e wiede um die schweden-
57 Dazu und zum Folgenden siehe Melanie G eine : Hed ig So ia, P incess o Sweden, Duchess o Schleswig-Hols ein-
Go o p, in: Ral Bleile/Joachim K üge (Hg.): »P incess Hed ig So ia« and he G ea No he n Wa , D esden 2015,
S. 90–100, hie S. 92 .
58 Kai Fuh mann: He zog F ied ich IV. im Ringen um das Ansehen als »a mie e S and«, in: Spielmann/D ees: Go o
(wie Anm. 2), S. 49–53, hie S. 49 .
59 Dazu und zum Folgenden siehe G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 6), S. 115 . Siehe auch den
Bei ag on Jens Ma in Neumann in diesem Band, h ps://doi.o g/10.38072/2943-5331/p18, S. 367–379.
60 Dazu siehe G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 6), S. 236 .
61 LASH, Ab . 7, N . 152.
G eine : F iede ike Amalie (1649–1704) | 205
eundliche Poli ik Ch is ian Alb ech s o und es ig e im Somme 1698 die schwedisch-
go o ische Allianz du ch ein eheliches Band mi seine Cousine Hedwig Sophie.62
Hedwig Sophie leb e nach de Hochzei on Augus 1698 bis Ap il 1699 soga in Kiel bei
F iede ike Amalie am Ho , be o Hedwig Sophie endgül ig nach Go o heimge üh wu de.
Hedwig Sophie sch ieb übe ih en Au en hal im Kiele Schloss am 29. Janua 1699 an Coelis in
F ied ich Gu e mu h,
wi sind hie Go lob alle wohl, und wi passi en unse zei hie mi alle ley di e issemen ,
also daß es hie ech lebendig is , woll e man daß die ande geselscha auch könn e hie bey
seyn, so wü de die lus olkommen seyn e e s eh mich wohl was ich meine.
63
62 Dazu und zum Folgenden siehe G eine : Hed ig So ia (wie Anm. 57), S. 93–95. Du ch diese Eheschließung wa es
möglich, dass und ein halbes Jah hunde spä e – im Jah 1751 – ein Mi glied des Go o e Fü s enhauses, Adol
F ied ich, schwedische König we den konn e und die Go o e dynas isch gesehen dami zu einem seh ein luss-
eichen Fü s enhaus in de Vo mode ne wu de. Siehe dazu F ede ic Zangel: Die ü s bischö liche Linie des Hauses
Go o au dem schwedischen Königs h on, in: Auge/Scha enbe g: Fü s en des Bis ums (wie Anm. 4), S. 113–126.
63 Riksa ki e S ockholm, K 361 Hed ig So ia.
Abb. 5: F iede ike Amalie, Gemälde on
Da id on K a . © Schwedisches Na ional-
museum, Schloss G ipsholm, NMG h 1339,
e ö en lich un e de Lizenz CC BY-SA 4.0.
206 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
F ied ich IV. wa in diese Zei iel au Reisen und wa als Gene e alissimus de schwe-
dischen T uppen in Deu schland um den no dischen F ieden und in eigene Sache auch um
den wei e en E hal de Go o e Mach ansp üche bemüh .64 Sein Fokus lag dabei besonde s
au dem Ausbau des Go o e Mili ä wesens und de Au s ellung on schwedischen T up-
pen au Go o e Gebie , was de dänische König als Bed ohung ü sein Te i o ium ansah.
Un e s ü zung e hiel F ied ich IV. dabei on seinem Schwage , Ka l XII. on Schweden, de
sei 1697 König wa und schon in jungen Jah en einen Ru als Mili ä mona ch e wa b.65
1699 e nahm F iede ike Amalie den Tod ih es B ude s Ch is ian V., de am 25. Augus
e s a b, sowie die K önung ih es Ne en F ied ich am 15. Ap il 1700.66 F ied ich IV. on
Dänema k-No wegen üh e die an ischwedische Poli ik seines Va e s o und e klä e im
F ühjah 1700 Schweden den K ieg, was un e ande em auch zu Bese zungen on Go o e
Gebie en üh e, wo sich schwedische T uppen au hiel en.67 Die Kamp handlungen zwi-
schen den no dischen Mäch en gingen jedoch im Ve lau des G oßen No dischen K ieges
an ande en K iegsschauplä zen wei e und F ied ich IV. be eilig e sich als Feldhe au de
Sei e Schwedens an diesen. Hedwig Sophie zog zu ih em eigenen Schu z im Jah 1701 mi
ih em Ho s aa zu ück an den schwedischen Ho , wäh end F iede ike Amalie wei e hin au
Schloss Kiel leb e. Am 19. Juli 1702 s a b F ied ich VI. in de Schlach bei Klissow und seine
Mu e e leb e die Übe nahme de Adminis a ion übe Schleswig-Hols ein-Go o du ch
ih en zwei en Sohn Ch is ian Augus .68 Hedwig Sophie, die neben Ch is ian Augus die Vo -
mundscha ü ih en e s zweijäh igen Sohn Ka l F ied ich es amen a isch zugesp ochen
wu de, blieb am schwedischen Ho und be eilig e sich on do an de o mundscha lichen
Regie ung übe die He zog üme Schleswig und Hols ein.69
F iede ike Amalie e k ank e 1704 und e ass e im Mä z des gleichen Jah es ih Tes a-
men .70 Sie e mach e da in ih em damals ie jäh igen Enkelsohn Ca l F ied ich, ih em
Sohn Ch is ian Augus und ih en beiden Töch e n insgesam 78.545 Reichs ale . Ab Mi e
des Jah es 1704 wa F iede ike Amalie be läge ig und konn e somi nich meh an de
Hochzei ih es Sohnes Ch is ian Augus mi Albe ine F iede ike on Baden-Du lach am
64 Dazu und zum Folgenden siehe Fuh mann: F ied ich IV. (wie Anm. 58), S. 49.
65 Siehe dazu aus üh liche Joachim K üge : Ka l XII. De »he oische« Mili ä mona ch Schwedens, in: Ma in W ede
(Hg.): Die Inszenie ung de he oischen Mona chie. F ühneuzei liches König um zwischen i e lichem E be und mili-
ä ische He aus o de ung (His o ische Zei sch i , Beihe 62), München 2014, S. 358–381.
66
Zu F ied ich IV. on Dänema k-No wegen siehe Knud J. V. Jespe sen: King F ede ick IV. o Denma k-No way. Absolu is
king in an age o ansi ion, in: Bleile/K üge : »P incess Hed ig So ia« (wie Anm. 57), S. 140–149.
67 Siehe dazu und zum Folgenden Fuh mann: F ied ich IV. (wie Anm. 58), S. 50. So wu de beispielweise im Jah 1700
auch das Husume Schloss on dänischen T uppen eingenommen; und die Fes ung Tönning wu de on dänischen
T uppen eingeschlossen.
68 Ebd. Zum Ve ag zwischen Hedwig Sophie und Ch is ian Augus übe die gemeinsam on ihnen zu üh ende o mund-
scha liche Regie ung wäh end de Minde jäh igkei Ca l F ied ichs, de am 7. Ok obe 1702 geschlossen wu de, siehe
LASH, U k.-Ab . 8, N . 590.
69 G eine : Hed ig So ia (wie Anm. 57), S. 96–98.
70
Siehe dazu und zum Folgenden Dies.: Un e o dnung und Selbs bes immung (wie Anm. 6), S. 217. T o z de es amen-
a ischen Ve ügung b achen nach F iede ike Amalies Tod schwe e S ei igkei en zwischen den E ben um den Nachlass
aus, die e s Jah e spä e mi Hil e des schwedischen Königs geschlich e we den konn en. Dazu siehe ebd., S. 218–220.
G eine : F iede ike Amalie (1649–1704) | 207
4. Sep embe 1704 in Eu in pe sönlich eilnehmen.71 Ku ze Zei spä e , am 30. Ok obe 1704,
e s a b F iede ike Amalie au ih em Wi wensi z.72 Zu Huldigung de e s o benen Fü s in
ließen die P o esso en de Uni e si ä Kiel, die 1665 on Ch is ian Alb ech geg ünde wu de,
einen T aue ex e assen und on Ba hold Reu he d ucken (Abb. 6), in dem die zei ge-
n
össische Bedeu ung F iede ike Amalies ü die Nachwel übe mi el we den soll e, wenn
es beispielsweise heiß :
Die g osse Königin / so Dennema ck e ließ /
Und das zwey He zen sich biß in den Tod e binden /
Du ch Ih e Gegenwa o ku ze Zei bewieß.
Das gan ze B aunschweig wein / und Mecklenbu g ingleichen /
So zeig Pohlen auch und Baden seine T eu /
Wie jamme Schweden nich ü allen König eichen
Daß diese ische Schme z ihm seine Wund e neu?
Ja selbs die Königin de un e zag en B i en /
Die alles i z bezwing und niemahls un e lieg /
Ha nich iel wenige / als ih Gemahl / e li en /
Dem seine Schwes e Tod so He z als Mu h gebieg .
Es is / Höchs seeligs e / o ande n Di e p lich e
Das Kleinod Cimb iens / de Kielsche Musensi z /
Als welche / sind de Zei ihn Dein Gemahl e ich e
Von ie zig Jah en he / Dich nand e seine S ü z.
Hie nechs has Du ihn selbs zu Deinem Si z e wehle /
wUnd seinen weh e meh / und seine no h e süß /
Biß neulich Du in Ihm / wie e mi Di / en seele
Ja gleichsam Mu e loß und Waise wo den is .
73
F iede ike Amalie wu de 55 Jah e al , leb e da on 18 Jah e als P inzessin in Dänema k,
wa 28 Jah e lang mi He zog Ch is ian Alb ech e hei a e und e b ach e neun Jah e
als Wi we in Kiel au ih em Wi wensi z. Die e schiedenen Hegemonialbes ebungen ih e
dänischen Ve wand en und schwedischen An e wand en p äg en dabei ih e e schiedenen
Lebensphasen. Sie selbs p leg e zei lebens ein eigenes engmaschiges Beziehungsne zwe k
nach Schweden und Dänema k und s and als Go o e Landes ü s in mi den Mi gliede n
de egie enden Häuse imme wiede im Aus ausch.
71 LASH, U k.-Ab . 8, N . 600.
72 G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 6), S. 117.
73 Uni e si ä s- und Landesbiblio hek Sachsen-Anhal , VD18 11190949L, u n:nbn:de:gb :3:1-710993: Die hoch ü s l.
Leiche de weyland Du chlauch igs en Fü s in und F auen, Kiel 1704.
208 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Abb. 6: Leichenp edig ü F iede ike Amalie. © Uni e si ä s- und Landesbiblio hek Sachsen-Anhal ,
VD18 11190949. Gemein ei, h ps://doi.o g/10.25673/65600.
G eine : F iede ike Amalie (1649–1704) | 209
Sie e a hie bei imme die dynas isch-poli ischen In e essen des Go o e He zogshau-
ses und a als Sp ach oh ü ih en Gemahl bei ih en dänischen Ve wand en au . In o ma-
ionen, die sie on ih e Mu e Sophie Amalie e hiel , gab sie an den Go o e Ho meis e
on Buchwald und an Ch is ian Alb ech wei e . Obwohl ih Gemahl wegen ih es B ude s im
Exil leben muss e, hiel sie zwischen 1675 und 1680 den Kon ak zu ih em B ude dennoch
au ech und e weh e sich nich die g oßzügige inanzielle Un e s ü zung aus Dänema k
in diese Zei . Die nach olgende Besa zung de Go o e Gebie e du ch Ch is ian V., ih
e zwungene Auszug aus dem Go o e Schloss und de Tod de eigenen Mu e scheinen
jedoch wesen liche Schlüssele eignisse gewesen zu sein, die F iede ike Amalie meh und
meh dazu bewogen, die enge Beziehung zu ih em B ude zu lösen und gegen die Ziele
ih e He kun sdynas ie zu handeln. Besonde s als Hei a s e mi le in ih es Sohnes F ied ich
ha sie dann die schweden eundliche Poli ik des Hauses Go o ge ö de . Auch nach dem
Tod Ch is ian Alb ech s ha sie als Wi we ih en Sohn bei seinen Bes ebungen un e s ü z ,
den F ieden und die He scha s ech e de Go o e zu wah en. Als F ied ich IV. e s a b,
wa sie eine wich ige Kons an e im Land, die als e wi we e He zogin und hin e bliebene
He zogsmu e das posi i e Ansehen de Dynas ie du ch ih eigenes gesellscha liches Enga-
gemen s ä k e und das ü s liche Leben am Kiele Ho ep äsen a i ges al e e, wäh end ih e
Schwiege och e in Schweden leb e. Dami wu de ih Leben nich nu du ch das Mach -
s eben de no dischen Hegemonialmäch e on außen gelenk , sonde n sie selbs ha auch
ak i im dynas ischen Sinne die Geschich e de He zog üme zwischen den F on en ih e
Ankun s- und He kun sdynas ie nachhal ig mi gep äg .
Abs ac
P incess F iede ike Amalie o Denma k and No way (1649–1704) ma ied in o he Go o ducal amily
and in luenced diploma ic ela ions be ween Denma k, Sweden and Go o in he 17 h cen u y. He
ma iage o Duke Ch is ian Alb ech o Schleswig-Hols ein-Go o (1641–1695) was pa o a b oade
s a egy o s abilize powe s uggles in he Bal ic Sea egion h ough dynas ic ies. Th oughou he
li e, she na iga ed he complex web o alliances and con lic s, se ing as a media o and in luence
amids he shi ing poli ical landscape. He ole unde sco es he impo ance o dynas ic ma iages in
Eu opean poli ics, whe e pe sonal connec ions we e c ucial o building peace and alliances. F iede ike
Amalie’s e o s o balance he loyal ies be ween he biological amily and he ma i al amily illus a e
he complica ed dynamics a play in he pu sui o powe and s abili y in No he n Eu ope.
210 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein
Au o in
D . Melanie G eine
His o ike in, nach dem S udium de Mi le en und Neue en Geschich e, Kuns geschich e und Klas-
sischen A chäologie an de Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä zu Kiel P omo ion zu den Handlungs-
spiel äumen de Go o e Fü s innen. Fo schungsschwe punk e sind die his o ische F auen- und
Gende o schung, die ühneuzei liche Ho - und Dynas iegeschich e sowie die A bei e - und Wohl-
ah sgeschich e des 20. Jah hunde s.
E-Mail: melanieg eine @gmx.de
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e gleichen Bedingungen 4.0 In e na ional (CC BY-SA 4.0) e ö en lich . Den Ve ags ex inden Sie
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