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Die Amalienburg im Gottorfer Neuwerkgarten: Lusthaus der Herzogin?

Asmussen-Stratmann, Karen

Abstract

Der Beitrag befasst sich mit dem zwischen 1670 und 1672 erbauten Lusthaus Amalienburg. Die Amalienburg krönte die oberste Terrasse des Neuwerks,…

Full text

| 345 Ka en Asmussen-S a mann Die Amalienbu g im Go o e Neuwe kga en Lus haus de He zogin? Nö dlich des Go o e Schlosses in Schleswig is sei 2007 de zum Teil es i uie e Neuwe k- ga en wiede sich ba (Abb. 1). 1 Ab 1637 ha en die He zöge on Schleswig-Hols ein-Go o ihn anlegen lassen. Die e s e Phase e olg e ab 1637 un e He zog F ied ich III. (1597–1659). Nach seinem Tod 1659 üh e sein Sohn und Nach olge He zog Ch is ian Alb ech (1641–1694) 1 Hie zu zule z g undlegend Ka en Asmussen-S a mann: Das Neue We k on Go o . Rekons uk ion, Geschich e und Bedeu ung eines no ddeu schen Te assenga ens des 17. Jah hunde s (Sonde e ö en lichung de Gesell- scha ü Schleswige S ad geschich e), Pe e sbe g 2022. Kiel-UP • h ps://doi.o g/10.38072/2943-5331/p17 Abb. 1: Lu bild on Schloss Go o mi dem wiede he ges ell en Neuwe kga en. © S i ung Schleswig-Hols einische Landesmuseen. 346 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein Abb. 2: G und iss des Neuen We kes, la ie e Fede zeichnung on O o Johann Mülle , nach 1734. © Rigsa ki e Kopen- hagen, 1. A d. Ko - ogTegningsamlinge , K igsmin. A l. Mappe 22, N . 7; Rep oduk ion: Ka en Asmussen-S a mann. Asmussen-S a mann: Die Amalienbu g im Go o e Neuwe kga en | 347 die A bei en an de Te assenanlage o und e gänz e die Anlage du ch wei e e auße gewöhn- liche Ideen. Bei seinem Tod wa de Ga en nahezu ollende . Übe egionale Bedeu ung e lang e das Neue We k (Abb. 2), so de zei genössische Name des Ga ens, eine sei s du ch seine monumen ale Te assie ung nach dem Vo bild i alieni- sche Gä en, ande e sei s du ch seine ungewöhnliche Auss a ung, die bis au die Kaska- denanlage am Ga eneingang heu e nich meh e hal en is . Zu Auss a ung gehö e eine übe du chschni lich eiche Sammlung einheimische und exo ische P lanzen mi den dazu e o de lichen Gewächshäuse n. He zog F ied ich III. ha - e im un e en, südlichen Ga enbe eich, am Übe gang om halb unden Ga en zu e s en Te asse, ein Lus haus bauen lassen, in dem ein begehba e Riesenglobus au ges ell wu de, weshalb das Gebäude spä e den Namen ›Globushaus‹ e hiel . In de Regie ungszei He zog Ch is ian Alb ech s en s and un e ande em au de obe s en Te asse, genau in de Haup - ga enachse, ein zwei es, au wändig ges al e es Lus haus, das nach seine Gemahlin den Namen ›Amalienbu g‹ e hiel . Dieses Gebäude wi d im Folgenden en sp echend seine En s ehungsgeschich e, Ausge- s al ung und Nu zung o ges ell . Dabei wi d o allem de F age nachgegangen, inwiewei sich das Gebäude au die He zogin F iede ike Amalie (1649–1704) bezieh und ob sie auch selbs Ein luss au die Ges al ung genommen ha . Das Go o e He zogspaa Ch is ian Alb ech und F iede ike Amalie und die Handlungsspiel äume de He zogin Fü die Beu eilung de Bauau gabe, de Bauaus üh ung und des ikonog aphischen P o- g amms des Lus hauses is die Kenn nis de pe sönlichen Si ua ion des He zogspaa es o dem poli ischen Hin e g und on In e esse. Sie wa bes imm du ch die Auswi kungen de Bündnispoli ik He zog F ied ichs III. on Go o mi de G oßmach Schweden gegenübe seinem Lehnshe n, Dänema k, die 1658 im schwedisch-polnischen K ieg in de Sou e ä- ni ä des He zog ums Schleswig esul ie en. Fo an wa das Ve häl nis zwischen Go o und Dänema k gep äg du ch eine schwie ige poli ische Lage, eine pe manen e Ri ali ä und das Bes eben, das He zog um Schleswig wiede un e dänische Lehnshe scha zu b ingen. 1659 a He zog Ch is ian Alb ech (Abb. 3) 18-jäh ig die Regie ung an, mi de Hypo hek, neben de Ve bundenhei zu Schweden auch ein »gu nachba liches Ve häl nis« zu Dänema k wiede au zubauen.2 2 Jö g Ra hjen: F ied ich III. Go o im Räde we k de No deu opäischen Mäch epoli ik, in: Heinz Spielmann/Jan D ees (Hg.): Go o im Glanz des Ba ock. Kuns und Kul u am Schleswige Ho 1544–1713. Ka aloge de Auss ellung zum 50-jäh igen Bes ehen des Schleswig-Hols einischen Landesmuseums au Schloß Go o und zum 400. Gebu s ag He zog F ied ichs III., Bd. 1: Die He zöge und ih e Sammlungen, Schleswig 1997, S. 29–35, hie S. 34. 348 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein Ein wich ige Sch i dazu wa die Hei a mi de dänischen P inzessin F iede ike Amalie (Abb. 4) am 24. Ok obe 1667, die mi einem Ehe e ag besiegel wu de.3 Die Hochzei wa zweckmäßig und wenig eie lich in g oße Eile in Glücks ad e olg .4 Nach den neues en Fo schungen on Melanie G eine schein sich das Ve häl nis de Eheleu e, die sich o de Hochzei e mu lich noch nie begegne wa en, du chaus posi i en wickel zu haben und on Übe eins immung gep äg gewesen zu sein.5 Die e s en d ei gemeinsamen Jah e bis 1670, als König F ied ich III. (1609–1670) noch egie e, wa en eine äuße lich iedliche und ha monische Zei zwischen Go o und Kopen- hagen mi gegensei igen Besuchen und kul u ellem Aus ausch. E s mi de Th onbes eigung 3 Zu S ellung de He zogin F iede ike Amalie am Go o e Ho gl. die g undlegende S udie on Melanie G eine : Zwischen Un e o dnung und Selbs behaup ung. Handlungsspiel äume Go o e Fü s innen (1564–1721) (Kiele Sch i en zu Regionalgeschich e 1), Kiel/Hambu g 2018, S. 67 ., 73 . (zum Ehe e ag). 4 Ebd., S. 68. Vgl. auße dem Oli e Auge: Ch is ian Alb ech . He zog – S i e – Mensch (Wissen im No den), Kiel/ Hambu g 2016, S. 116 . 5 G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 3), S. 162–167. Sie wide leg dami die nega i en U eile in de äl e en Li e a u . Abb. 3: He zog Ch is ian Alb ech on Schleswig-Hols ein- Go o , Kup e s ich on Johann F iedlein nach einem Ge- mälde on Ludwig Weyand , 1695. © De KongeligeBiblio ek Kopenhagen, Billedsamling, Mülle s Pinako hek 3, 78, I, 2°. Abb. 4: He zogin F iede ike Amalie on Schleswig-Hols ein- Go o , Kup e s ich on Pie e an Guns nach einem Gemäl- de on Ludwig Weyand , um 1695. © De KongeligeBiblio ek Kopenhagen, Billedsamling, Mülle s Pinako ek 3, 77, 2°. Asmussen-S a mann: Die Amalienbu g im Go o e Neuwe kga en | 349 seines Sohnes, König Ch is ians V. (1646–1699), F iede ike Amalies B ude , de die poli ische Unabhängigkei seines Schwage s Ch is ian Alb ech nich akzep ie en konn e, ge ie das He - zog um Schleswig-Hols ein-Go o in eine daue ha schwie ige Lage.6 Im Somme des Jah es 1668 un e nahm das Ehepaa eine Reise nach Dänema k – au die Insel Seeland.7 Do be- sich ig en sie den Dom on Roskilde, die G ablege des dänischen Königshauses, den be ühm- en ›Runden Tu m‹ und die königliche Kuns kamme in Kopenhagen. Das junge He zogspaa nahm auch die neues en Fo sch i e in den Ga enanlagen de königlichen Residenzschlösse (siehe un en) in Augenschein.8 Es olg en Au en hal e au Schloss F ede iksbo g und au de Rück eise übe Fals e au Schloss Nyköbing. Eine zwei e Reise and 1670 s a .9 In diesen F iedensjah en, die bis 1675 anhiel en, ges al e e sich auch das Ho leben au Schloss Go o ielsei ig und an egend un e ande em mi Thea e - und Balle au üh un- gen mi Küns le n aus Hambu g und eine e s en Ope ninszenie ung 1668. Die g oßa ige Musikausübung und Musik ö de ung am Go o e Ho gip el e 1672 in de Planung eines Thea e baus nach i alienischem Vo bild, womi ein Ope nhaus gemein wa , das abe wegen de poli isch zunehmend schwie ige en Si ua ion nich ealisie wu de.10 1668 e eigne e sich im Go o e Neuwe kga en mi de Blü e eine Aga e ame icana ein spek akulä es Vo kommnis on in e na ionalem In e esse. Die P lanze, die on den Zei - genossen wegen ih e komplizie en und langwie igen Kul i ie ung bis zu Blü e ›Hunde - jäh ige Aloe‹ genann wu de, ieb als ün es Exempla in Deu schland sei ih e Ein üh ung 1561 nach Eu opa einen ci ca ach Me e hohen Blü enansa z mi ausenden on Blü en.11 Aus Anlass dieses auße o den lichen gä ne ischen E olges publizie e de e s e Medizin- p o esso de ku z zu o geg ünde en Ch is ian-Alb ech s-Uni e si ä in Kiel, Johann Daniel Majo (1634–1693), ein wissenscha liches We k übe die Kul i ie ung diese P lanze. In ba ocke Manie wünsch de Au o in seinem an F iede ike Amalie ge ich e en Widmungs- gedich ih und dem Land Hols ein F uch ba kei und Segen: G ün / wie die Aloe / ag F üch e / wie sie äg ! Dem Hols ein sey / und Euch / iel Segen beygeleg ! Wei e hin se z e das E eignis in d ei Sinnbilde n mi dem He zogspaa in Ve bindung: E e gleich die spä e Blü e de P lanze mi de bedach samen Regie ung He zog Ch is ian Alb ech s und den lan- gen Blü ens ängel mi de hohen Abs ammung und den gu en Eigenscha en de He zogin F iede ike Amalie. Schließlich e binde e die Vielzahl de Blü en mi de e ho en El e n- scha des He zogspaa es.12 Es läss sich hie aus sowohl au die Bedeu samkei de Rolle 6 Kai Fuh mann: Ch is ian Alb ech . Zwischen Schweden und Dänema k, in: Spielmann/D ees: Go o (wie Anm. 2), S. 35–48. 7 Landesa chi Schleswig-Hols ein (LASH), Ab . 7, N . 137. 8 Ebd. Bei de Ab eise aus Kopenhagen we den jeweils de Gä ne des Königs und de jenige de Königin mi T inkgel- de n bedach , was explizi in den Ak en e me k is . 9 Annie Ch is ensen: Ha e ne – dengang, o. O. 1999, S. 292. 10 Do o hea Sch öde : »Seh angenehm und e gö zlich«. Das Musikleben am Go o e Ho , in: Spielmann/D ees: Go o (wie Anm. 2), S. 293–297, hie S. 295; Auge: Ch is ian Alb ech (wie Anm. 4), S. 120. 11 Johann Daniel Majo : Ame icanische / und bey dem Hoch Fü s l. Schloß Go o im Mona Augus und Sep embe 1668 blühenden ALOE, De o Liebhabe n zu ge allen kü zlich besch ieben on [...], Schleswig 1668, S. 10–13. 12 Ebd., S. 14 . 350 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein F iede ike Amalies als Ehe au und Mu e als auch au die Rele anz dieses E eignisses ü die he zogliche Rep äsen a ion schließen. Übe die kul u ellen In e essen und Ak i i ä en de He zogin F iede ike Amalie sind bis zu ih e Wi wenzei nu wenige Nach ich en übe lie e . Sie bes ehen da in, dass die He zogin in ih en e s en Ehejah en bis 1671 einmal ü 830 und ein wei e es Mal ü 495 Reichs ale selbs s ändig Po ä s bei dem Ho male Jü gen O ens (1623–1678) in Au ag gab, die sepa a neben wei e en Au ägen des Go o e Ho es au ge üh we den.13 Wich ig und auch bezeichnend is , dass – o z diese eigens ändigen Tä igkei – F iede ike Amalie bei de Beau agung on Jü gen O ens ü die Auss a ung de Amalienbu g nich in E scheinung i . Eine mögliche E klä ung da ü könn e sein, dass das ganze P ojek eine Übe aschung Ch is ian Alb ech s ü die He zogin sein soll e. Wei e e Nach ich en übe ein eigens ändiges kul u elles Wi ken F iede ike Amalies in de Zei ih e Ehe sind nich bekann . Es is abe anzunehmen, dass F iede ike Amalie au g und de el e lichen P ägung g oßes In e esse besaß an de gesam en Bandb ei e kul u elle Themen zu Ausges al ung eine Residenz, wozu auch die Ga enkuns zähl e.14 Ih Va e , König F ied- ich III., mode nisie e den Ga en on Schloss Rosenbo g bei Kopenhagen und ließ bei Schloss F ede iksdal au No dseeland einen neuen Ga en anlegen. Au ih e Mu e , Sophie Amalie on B aunschweig-Lünebu g (1628–1685), gehen die Anlagen on Schloss und Ga en Sophie- amalienbo g in Kopenhagen und Schloss D onninggaa d wes lich de Haup s ad zu ück. Nach Annie Ch is ensen besuch e das He zogspaa au ih e Dänema k eise 1668 genau diese ge ade in de En s ehung be indlichen Gä en in F ede iksdal und D onninggaa d.15 Es he sch e in den Jah en on 1668 bis 1675 ein ege Disku s und Aus ausch au dem Gebie de Ga enkuns zwischen Go o und Kopenhagen. Das be a zum Beispiel die Gä ne in Bezug au gegen- sei ige P lanzenlie e ungen.16 Noch deu liche wi d es in de p ak ischen Hil e in Fo m on Pe sonalwei e gabe. So e mi el e He zog Ch is ian Alb ech schon o seine Hochzei 1666 den A chi ek en Michel Le Roy, de im Neuwe kga en die Kaskade am Ga eneingang und die Wasse spiele au den Te assen e wi klich ha e, nach Kopenhagen, um ü die Königin auch eine Kaskade mi G o e und ein Pome anzenhaus mi de neues en Technik wie au Go o im Ga en on Sophieamalienbo g zu bauen.17 Die nachweisba ak i e Zei de He zogin F iede ike Amalie beginn e s mi dem Ausbau ih es Wi wensi zes Kiel ab 1695 nach dem Tod ih es Mannes an de Jah eswende 1694/95.18 Den he un e gekommenen, damals lee s ehenden sogenann en He zog-Adol -Bau (Os lügel) des 13 Ha y Schmid : Jü gen O ens. Sein Leben und seine We ke. Ein Bei ag zu Geschich e de niede ländischen Male ei im XVII. Jah hunde , Kiel 1922, S. 44, Anm. 381. 14 Übe ih e E ziehung und Jugendzei am dänischen Königsho is nich seh iel bekann . Vgl. G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 3), S. 54 ., die au die schlech e Quellenlage e weis und e mu e , dass »ih Un e - ich den no ma i en Rich linien zu E ziehung und Ausbildung ü s liche Töch e ih e Zei en sp ach«. 15 Ch is ensen: Ha e ne (wie Anm. 9), S. 287, 289. 16 Ebd., S. 48 ., 287, 289, 292. Vgl. auch Asmussen-S a mann: Das Neue We k (wie Anm. 1), S. 191. 17 Ch is ensen: Ha e ne (wie Anm. 9), S. 282 .; Asmussen-S a mann: Das Neue We k (wie Anm. 1), S. 41, 87. 18 Nach Julianischem Kalende s a b e am 27. Dezembe 1694, nach G ego ianischem Kalende am 6. Janua 1695. Asmussen-S a mann: Die Amalienbu g im Go o e Neuwe kga en | 351 Kiele Schlosses, den F iede ike Amalie nach Umbaua bei en selbs bezog, ließ sie on dem i alie- nisch geschul en Rendsbu ge Baumeis e Domenico Pelli (1657–1729) du ch einen Winkelneubau im Süden und Wes en ü ih en Sohn, den egie enden Go o e He zog F ied ich IV. (1671–1702), e gänzen, womi sie den Fokus kla au dynas ische T adi ion leg e.19 Auch den Schlossga en, de in de Renaissancezei noch seh ge inge Ausmaße gehab ha e, ließ sie zu eine s a lichen An- lage in holländisch- anzösischem S il ausbauen und scha e dami den G und iss, de auch den spä e en Ve ände ungen des 18. Jah hunde s als G unds uk u dienen soll e.20 Ob die in de äl- e en Li e a u e wähn e Musik hea e ö de ung de He zoginwi we in Kiel a sächlich s a ge un- den ha , bleib de zei unsiche .21 Beleg is dagegen de Kon ak zu Kiele Uni e si ä . Bei einem Au en hal in Kiel am 15. Augus 1695 wu de ih en beiden Töch e n on P o esso Samuel Reyhe (1635–1714) eine Came a obscu a o ge üh , was du chaus ü In e esse und Fö de ung de Uni- e si ä sei ens F iede ike Amalies sp ich .22 Aus den wenigen bekann en und hie ange üh en Beispielen ih e Ak i i ä en is e sich lich, dass F iede ike Amalie die on ih em Mann be o - zug en kul u ellen Tä igkei s elde , un e ande em die Vo liebe ü Ga enkuns , eil e. Gleichzei ig läss sich in ih en Handlungen ein ziels ebiges dynas isches Denken e kennen, das sowohl in den schwie igen Zei en de Go o e Besa zung und Ch is ian Alb ech s Exil in diploma ische Tä ig- kei als auch im Ausbau ih e Wi wen esidenz Kiel zum Ausd uck komm .23 Aus beiden Face en sp ich ein gewisse eheliche Konsens bzw. eine kla e Un e s ü zung on Sei en de He zogin ü den Mach e hal des Go o e He zogshauses un e ih em Ehemann und Sohn. Die Amalienbu g im Go o e Neuwe kga en In den Jah en 1670 bis 1672 en s and im obe en Be eich des Neuen We kes als poin -de- ue de Te assenhaup achse ein zwei es Lus haus, das den Namen ›Amalienbu g‹ e hiel (Abb. 2). 24 19 Jens Ma in Neumann: De Amalienbau des Kiele Schlosses. Zu Rhe o ik des ba ocken Wi wensi zes, in: Oli e Auge/Nina Gallion/Thomas S eensen (Hg.): Fü s liche Wi wen und Wi wensi ze in Schleswig-Hols ein (Quellen und Fo schungen zu Geschich e Schleswig-Hols eins 127), Husum 2019, S. 67–81. Neumann in e p e ie die Absich en F iede ike Amalies aus üh lich anhand eine his o ischen Quelle und sch eib ih dami geziel es dynas isches Denken zu. Me kwü dige weise wi d ih e Tä igkei bei Dee La enz: Schlösse in Schleswig-Hols ein (S udien zu schles- wig-Hols einischen Kuns geschich e 18), Pe e sbe g 2022, S. 214 ., kaum e wähn und soga ehe negie , indem de Neubau on 1695 bis 1697 de Ini ia i e ih es Sohnes, des egie enden He zogs F ied ich IV., zugesch ieben wi d. 20 Bi gi Albe s: Kiel. Schloßga en, in: Ad ian on Bu la /Ma gi a Ma ion Meye (Hg.): His o ische Gä en in Schleswig- Hols ein, Heide 1996, S. 345–355, hie S. 346–348. 21 K. Gudewill: Go o , in: F ied ich Blume (Hg.): Die Musik in Geschich e und Gegenwa , Bd. 5, Kassel/Basel 1956, Sp. 564–572, hie Sp. 570. Den eundlichen Hinweis, dass dazu die Quellenbelege ehlen, e danke ich Ma hias Ki sch. 22 Diese In o ma ion aus eine zei genössischen Zei ungsno iz s amm eben alls eundliche weise on Ma hias Ki sch. 23 G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 3), S. 162–167. 24 Dazu zule z g undlegend Asmussen-S a mann: Das Neue We k (wie Anm. 1), S. 101–112 (Rekons uk ion), 151–158 (kuns his o ische Eino dnung), 186 . (Bedeu ung), S. 247–253 (Baugeschich e 18. Jah hunde bis zum Ab iss). Eine Rekons uk ion mi Schwe punk au a chi ek onische Kons uk ion e s ell e zu o Felix Lühning: A chi ek u im ba- ocken Niemandsland. Die Go o e Amalienbu g, in: No delbingen 80 (2011), S. 81–120. Zum Gemäldezyklus siehe auch Cons anze Kös e : Jü gen O ens (1623–1678). Male in Schleswig-Hols ein und Ams e dam (S udien zu in e - na ionalen A chi ek u - und Kuns geschich e 147), Pe e sbe g 2017. 352 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein Die Planungen zu dem Lus haus begannen 1668, als de Ingenieu No ack wohl ü En wü e und 1669 de Zimme meis e F ied ich Tamsen ü ein Holzmodell bezahl wu den. Von 1670 bis 1672 e olg en de Bau und die Innenauss a ung. Bis zum Ab iss im Jah 1826 gab es zahl- eiche Reno ie ungsmaßnahmen, abe nu wenige Ve ände ungen. Es handel sich um eine ü Schleswig-Hols ein sowohl außen als auch innen seh au wändig und ungewöhnlich am- bi ionie ges al e e A chi ek u . Sein Aussehen kann mi hil e on sch i lichen und bildlichen Quellen ech genau ekons uie we den. Die Haup quelle, ein In en a de Residenz Go o on 1709, wi d dabei e gänz du ch Be- lege aus dem gesam en Zei aum de Exis enz des Gebäudes.25 Da aus e gib sich olgendes Bild (Abb. 5): Ein du chgängig zweigeschossige Zen albau e hob sich übe dem G und iss eines mi le en, g oßen Quad a s, in dessen Ecken wiede kleine e Quad a e einges ell wa en. 25 Die nun olgenden Aus üh ungen sind eine seh e kü z e Fassung de Rekons uk ion aus Asmussen-S a mann: Das Neue We k (wie Anm. 1), wo auch alle Quellen genann sind. Zu den en sp echenden Sei enzahlen gl. Anm. 24. Hie we den nu die Zi a e ex a nachgewiesen; LASH, Ab . 7, N . 6826, In en a on 1709. Abb. 5: Ansich und G und iss de Go o e Amalien- bu g, De ail aus eine Fede zeichnung on Wilhelm F ied ich Meye , 1823. © Rigsa ki e Kopenhagen, TyskeRen ekamme , E 24 (1823, 2. Packen); Rep o- duk ion: Ka en Asmussen-S a mann. Asmussen-S a mann: Die Amalienbu g im Go o e Neuwe kga en | 353 Die Un e geschosswände wa en massi gemaue au einem Findlings undamen , wäh end das obe e S ockwe k in Leich bauweise aus Holz mi eine äuße en Bekleidung aus Kie e b e e n e ich e wu de. Schon in he zogliche Zei so g e die Kons uk ion ü E s aunen, die de Schleswige Ch onis Johann Ch is ian Jü gensen 1822 olgende maßen besch eib : Das Besonde e im Bau dieses Gebäudes bes eh da in, daß die un e e E age eine so s a ke Mau- e e hal en ha , daß, nachdem die da au geleg e halbe Ve dachung on Zimme we k sich nach oben um 50–60 G ad zusammenzieh , und wiede ein Quad a on einigen 20 Fuß bilde , dieses wiede um den G und ü eine zwei e E age abgieb , de en Zimme we k au diese Oe nung passe [...]. Au diese Ve zimme ung is abe mals ohne Balken die Kuppel e möge ach e was gebogene Spa en, welche ach Fäche geben, an einem Knop e e bunden we den [sic!].26 D ie ie sei lichen, kleine en Pa illons mi eine Sei enlänge on 5,9 Me e n glichen also in de äuße en Ansich , Kons uk ion und Au bau dem g öße en Mi elbau mi 11,9 Me e n Sei enlänge. Die Zel däche alle Pa illons und die ku zen Abdachungen wa en mi Schie e eingedeck . Die den jeweiligen P opo ionen angepass en Fens e besaßen in de un e en E age Läden. Die Eingangs ü en be anden sich jeweils in de Mi elachse de Fassaden. Das seh eich e zie e Haup po al an de Südsei e zu Te assenanlage mach e zusammen mi den Dachau - sä zen die Dedika ion an die junge He zogin F iede ike Amalie deu lich, indem ih Name, si- che lich in Fo m on Ini ialen, zusammen mi Lo bee zweigen (im F on ispiz des Po als) bzw. Palmzweigen (au den Holzkugeln de Dachspi zen) un e eine e golde en K one da ges ell wa . Die ande en Po ale zeig en eine schlich e e Ges al ung, nu im Wes en wa die Jah eszahl 1670 angeb ach . An de Os sei e be and sich s a eines Po als ein ach eckiges Holzgehäuse mi eine Wendel eppe zu E schließung des Obe geschosses, die au eine umlau ende Gale ie und dami zu den obe en Kabine en de äuße en Pa illons üh e. Wie die Kons uk ion des Lus hauses se z e auch seine äuße e Fa b assung die Besuche siche lich in E s aunen. Sie is nu aus de In en a besch eibung on 1709 bekann , die Felix Lühning in seine Rekons uk- ionszeichnung anschaulich gemach ha (Abb. 6). Von den gemaue en Wänden des Un e ge- schosses ausgehend, wa en die Fugen weiß und die Maue s eine diagonal ge eil halb o und halb gelb anges ichen. Diese Fassung se z e sich im Obe geschoss au de B e e e kleidung o . Dami wu de die Illusion eine einhei lich gebau en Fassade gescha en und zugleich ein schille nde E ek e ziel . Einen Kon as bilde en die g auen Schie e däche sowie ein An- s ich alle ande en Bauelemen e in g aue S ein a be, un e ande em die Sockels ei en, Fens- e und Sands einpo ale, Dachgesimse und das Dockengelände de Gale ie. Dazu kam noch eine Bemalung de Fens e läden mi alle hand schönen ga en s ücken, Spa zie gängen und de - gleichen.27 Die Fa b assung wu de ab 1722 in einen schlich e en o -weißen Ans ich geände . 26 Johann Ch is ian Jü gensen: Nicolaus Helduade ’s Ch onik de S ad Schleswig, om Jah e 1603 bis zum Jah e 1822 o ge üh und mi Anme kungen und E gänzungen beglei e [...], Schleswig 1822, S. 160. 27 LASH, Ab . 7, N . 6826, S. 629 . 360 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein Gö e -Leh e, in lebensg öße, wie Koch sie in seinen bezüglich de Gemäldeau eilung e was undu chsich igen Tagebuchau zeichnungen besch eib , läss sich am ehes en mi diesem Abschni des Zyklus in Ve bindung b ingen, weil nu hie wi klich Gö e in Lebensg öße gemal wa en.43 Die Jah eszei en sind im P og amm de Kuppel a sächlich e kennba , näm- lich in de Gö in de blühenden Na u – Flo a – als F ühling und de Gö in des Acke baus – Ce es – als Somme im Südwes en und de Jagdgö in Diana als Win e im No den. Sie s ellen in ih e Posi ion (Himmels ich ung) an de Kuppel zugleich den Bezug zum Ga - en (im Süden) bzw. dem Tie ga en he , de sich im No den an den Ga en anschließ .44 Noch deu liche lassen sich die Tageszei en mi dem Lau de Sonne und die dazu pas- senden Himmels ich ungen iden i izie en. Das pass zumindes zu de Posi ionie ung on Diana im No den und Phoebus mi dem Sonnenwagen im Süden. Diana wu de nich nu umsehend, langsam dahe sch i « (ebd., S. 156, N . 111); 8. Feld: »Flo a schweb e, on einem wenig e hüllenden Ge- wande umwall , mi Blumen im Haa und in den Händen, s ahlenden An li zes dahin, und mi sp ossenden Blä e n und Äh en bek änz , au dem F uch ko b die E s linge de e jüng en Na u agend, keh e Ce es mi eine Fackel aus de Un e wel heim, um den F ühling zu b ingen« (ebd., S. 157, N . 112). Kös e : O ens (wie Anm. 24), S. 315, Anm. 1178, is diese aus üh liche e Besch eibung de Kuppelgemälde scheinba bekann . Deshalb is es un e s ändlich, dass sie sie nich in ih e Rekons uk ion e wende und soga Ve gleichsbilde he anzieh (S. 222 .), die ande e Szenen da s ellen. 43 Tagebuch on Koch (wie Anm. 38), S. 134 ., zi . n. Kös e : O ens (wie Anm. 24), S. 349. 44 Diese Beziehung sieh auch Lühning: Niemandsland (wie Anm. 24), S. 97. Abb. 11: Au eilung de Kuppelgemälde in de Go o e Amalienbu g, Schema. © Ka en Asmussen-S a mann, e ö - en lich un e de Lizenz CC BY-SA 4.0. Asmussen-S a mann: Die Amalienbu g im Go o e Neuwe kga en | 361 als Jagdgö in, sonde n als al i alische Mondgö in e eh . In beiden Funk ionen mach ih e Pla zie ung im No den de Kuppel Sinn: Eine sei s zeig diese Posi ion zum he zoglichen Jagda eal Tie ga en und ande e sei s s eh die Himmels ich ung No den nach dem Lau de Sonne ü die Nach , die dann Diana als Mondgö in e kö pe . Als Pendan ungie Apoll im Süden de Kuppel. E is gleich zweimal da ges ell : Zusammen mi den Musen im Südos en is e zu e s ehen als Allusion au die Kuns sinnigkei am Go o e Fü s enho . Di ek im Süden, wo die Sonne am höchs en s eh , is Apoll mi seinem Beinamen Phoebus ode Phoibos (de S ahlende) als Sonnengo da ges ell , womi e gleichzei ig die Tageszei Mi ag und die Himmels ich ung Süden ep äsen ie . Koch besch eib in seinem Tagebuch auch eine – in de Li e a u häu ig un e s andene – Szene, die e au de ech en Sei e sah, weil e wah scheinlich du ch das Haup po al im Süden den Saal be e en ha . Folglich be- and sich die Da s ellung im Os en, was im Kon ex de Tageszei en Sinn mach . Es wa do ein o ensich lich unmo i ie e Junge gezeig , de sich mi seinem ABC-Buch ühmo gens au den Schulweg mach , wo übe de Knabe de Ungemächlichkei wegen unlus ig, sich da übe an die Oh en k a z .45 Ma s und Venus im Wes en sowie Jupi e im Os en passen als Plane en ebenso in diese kosmologische Deu ung wie die nach Kopenhagen weisende Himmels ich ung No dos en mi dem Bildnis de He zogin F iede ike Amalie.46 Wei e hin zeigen sich in einigen Felde n de Kuppel inhal liche Ve bindungen zu He zogin. Flo a und Ce es gegenübe im Südwes en s ehen ü die F uch ba kei , die ü den Fo bes and de Dynas ie g undlegend und Bes and eil des Ehe e ages wa . Daneben, im Wes en, konn e de Be ach e in de Liebesgö in Venus, die ih em aus dem K ieg heimkeh enden Ga en, Ma s, en gegen i , die Bedeu ung de S ellung F iede ike Amalies als liebende Ehe au und un e s ü zende Pa ne in he auslesen. Auch die Da s ellung on Juno als ömische Gö in de F auen und de Ehe zusammen mi Jupi e im Os en kann in diese Rich ung in e p e ie we den. Mine a, das ömische Pendan zu g iechischen Gö in Pallas A hene, wa im No dwes en pla zie . Ih e Bedeu ung als Gö in de Weishei deu e Koch in seinen Tagebuchau zeichnungen an. E nahm in dem Gemäldezyklus eine sowohl inhal liche als auch äumliche Ve knüp ung on de Kuppel oben bis zu Sch ägung un en in Ges al eines o en Vo hangs wah . Diese e band das in de Kuppel gemal e Po ä de He zogin – nach Koch als B us bild ges al e – hema isch mi einem jungen Kind in F auenzimme Fü s li- chen Habi gekleide , un e de Au sich iele ley Tugenden, die das Fü s liche Kind de Ballas [i. e. Pallas A hene] übe geben. Diese wiede um zeig ih lau Koch den Küns le in Ges al des oben genann en Selbs bildnisses on O ens (Abb. 10), de sie du ch seine Kuns e ewigen soll.47 Dieses Kind is ö e in de Li e a u ganz selbs e s ändlich als das am 19. Janua 1670 e s gebo ene Kind F iede ike Amalies, P inzessin Sophie Amalie, iden i izie wo den, das 45 Tagebuch on Koch (wie Anm. 38), S. 134. Vgl. auch die T ansk ip ion bei Kös e : O ens (wie Anm. 24), S. 349, die diese Szene nich e s eh (S. 217). 46 Vgl. Lühning: Niemandsland (wie Anm. 24), S. 97 . 47 Tagebuch on Koch (wie Anm. 38), zi . n. Schlee: Schleswige Ansich en (wie Anm. 39), S. 14 . 362 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein zum En s ehungszei punk de Gemälde ein Säugling wa .48 Viel sinn olle e schein abe die Idee, dass hie die junge He zogin selbs gezeig wu de als äumlich leich g ei ba e Ve anschaulichung ih e un e de Au sich on Mine a genossenen gu en E ziehung. De on Koch als Küns le bezeichne e Mann (Abb. 10) is du ch den übe g oßen Folian en au seinem Schoß und sein du ch Gla ze und Ba da ges ell es o ge ück es Al e ielleich ehe als E ziehe ode Leh e zu lesen. Au diese Weise o dne sich diese Szene, die de he o a- genden Ausbildung und Weishei de He zogin zugedach is , dem Gesam hema des Saales, de Apo heose de He zogin F iede ike Amalie, ein. Die Pla zie ung de he aldischen Ele- men e an de No dwand, quasi un e dem Po ä de He zogin, zeig e nich nu den Bezug nach Kopenhagen, sonde n muss e jedem Besuche beim Be e en des Lus hauses du ch das Haup po al an de Südsei e so o ins Auge allen und somi das Bildp og amm seh schnell e assba machen. Nach Kochs Besch eibung dien e den Kuppelda s ellungen ein hei e e schöne Himmel als Hin e g und, an dem eine sei s die Gö e die He zogin umschweb en und ande e sei s alle hand Scheußliche Fu ien o ih em Anblick lohen.49 Es is seh bedaue lich, dass die Amalienbu g und de Bilde zyklus des Fes saals nich meh e hal en sind. Es ehl die genaue Kenn nis seines Aussehens. Deshalb wi d jede In e - p e a ion des Bildp og amms lückenha und age bleiben. Resümie end beschä ig e sich die on O ens zusammen mi He zog Ch is ian Alb ech konzipie e Raumauss a ung mi de Ve gö lichung de He zogin F iede ike Amalie, eingebe e in ein kosmologisches, my- hologisches, bacchan isches und dynas isches Ambien e. Die Kuppelbilde sind insgesam als eine Abbildung de Tages- und Jah eszei en zu e s ehen, die sich an diesem O , de Amalienbu g, an höchs e S elle inmi en eines g oßa igen Ga ens, wunde ba und in en- si e leben ließen. Sie symbolisie en die höhe e, pa adiesische Sphä e de Gö e , in die F iede ike Amalie du ch ih e gu e E ziehung und Tugendbildung au ges iegen is . Von oben s ahl diese Sphä e nach un en in den menschlichen Be eich, wobei die Pu i de mi le en Ebene eine Übe lei ung bilden zu den Szenen de Sch ägung. Die do gezeig en Liebessze- nen können e s anden we den als das Goldene Zei al e , in dem die Menschen in F ieden un e dem Schu z de gö lichen Sphä e leben können. Das ganze P og amm läss au die Ho nungen und den Ansp uch des He zogspaa es schließen, eine neuen F iedens- und Blü ezei en gegenzugehen. Zu e gänzen bleib noch ein ku ze Exku s zu de eben alls seh au wändigen Auss a - ung de insgesam ach Räume in den ie Eckpa illons des Lus hauses (Abb. 5, 6), die hie zumindes angedeu e we den soll.50 Auch hie on gib es keine bildliche Übe lie e ung: Die Wände de un e en ie Kabine e wa en olls ändig mi Leinwand bezogen, wo au o b aunem Hin e g und ach eckig ge ahm e Embleme mi anzösischen Insk ip ionen on 48 Kös e : O ens (wie Anm. 24), S. 214; Lühning: Niemandsland (wie Anm. 24), S. 96. Le z e e bezieh sich dabei au die oben genann e Besch eibung des In en a s on 1709, wo es heiß , wie denn auch in den ande n äche n die hochFü s . P incen und P inceßinnen mi den Gö e n e gesellscha e sein (LASH, Ab . 7, N . 6826, S. 635). 49 Tagebuch on Koch (wie Anm. 38), zi . n. Schlee: Schleswige Ansich en (wie Anm. 39), S. 14 . 50 Aus üh liche und mi Quellennachweisen nachzulesen in Asmussen-S a mann: Das Neue We k (wie Anm. 1), S. 111 . Asmussen-S a mann: Die Amalienbu g im Go o e Neuwe kga en | 363 Jü gen Fuh mann gemal wa en. Auch die Decken schmück en je ein g oßes au Leinwand gemal es Bild mi Da s ellungen on Gö e n und Pu en. Die B e e ußböden de obe en Kabine e besaßen eine illusionis ische Fliesenmale ei mi Elemen en des hoch ü s lichen Wappens. Es is aus de Quelle nich kla e sich lich, ob dami das Wappen de He zogin ge- mein is , was abe am meis en Sinn e geben wü de.51 Sowohl die übe kuppel en Decken als auch die Wände diese in Leich bauweise e ich e en Räume wa en mi Leinwand bezogen und bemal mi Gö e -, Sa y - und Pu enszenen. Mögliche weise ha sich hie in einem de obe en Räume auch das op ische Kabine (Came a obscu a) be unden, on dem de Kiele P o esso Samuel Reyhe be ich e e.52 Dass F iede ike Amalie das ih gewidme e Lus haus a sächlich in Besi z nahm und e- p äsen a i nu z e, spiegel sich da in, dass sie in de e s en Exilphase Ch is ian Alb ech s 1678/79 meh ach den Neuwe kga en in den Somme mona en anlässlich on Besuchen ih- e nächs en Angehö igen aus dem dänischen Königshaus als Rep äsen a ions ibüne nu z- e. Dazu gehö e auch ein Essen, das die Hohei en in de Amalienbu g zu sich nahmen.53 Diese Begebenhei en gehö en zu den Gelegenhei en, on denen wei e oben die Rede wa im Zusammenhang mi den diploma ischen Bemühungen de He zogin mi de Absich , die Lage ih es Mannes und des He zog ums zu e besse n. De Ti el des Au sa zes is als F age o mulie : Die Amalienbu g im Go o e Neuwe k- ga en. Lus haus de He zogin? Dami soll e on o nhe ein die am An ang ges ell e F age an- gedeu e we den, o b die He zogin selbs auch Ein luss au die Idee und die Ges al ung des Lus hauses genommen ha . Resümie end muss es ges ell we den, dass die Fak en ehe gegen ih en pe sönlichen Ein luss sp echen, insbesonde e die Ta sache, dass de Ve ag mi Jü gen O ens explizi on Ch is ian Alb ech geschlossen wu de. Abe auch die He kun wei e e Ges al ungsideen wie die äuße e Fo m des Gebäudes und die Ein ich ung eines doppelgeschossigen Saales mi einem monumen alen Gemäldezyklus nach dem Vo bild des Huis en Bosch in Den Haag ode die Ein ich ung on gleich ie Emblem-Zimme n gehen nach den bishe igen Fo schungen ziemlich kla au An egungen des He zogs au seine Reise 1662 du ch die Niede lande, F ank eich, die Schweiz und Deu schland zu- ück, die in einem Tagebuch übe lie e sind.54 Selbs wenn mi diesem hochin e essan en Lus haus nich die Handlungsspiel äume und Ak i i ä en de He zogin zu age e en, so haben wi doch hie ein Beispiel ü die We schä zung eine Fü s in und Landeshe in aus dem Hause Go o , das seinesgleichen such . Ch is ian Alb ech s Handlungsmaxime wa wohl on dem Memo ia-Gedanken bes imm , seine Gemahlin zu ih en Lebzei en ein sich ba es Denkmal zu se zen. Das Vo bild da ü is wohl in dem be ühm en O anjezaal 51 LASH, Ab . 7, N . 6826, S. 638. 52 Vgl. Asmussen-S a mann: Das Neue We k (wie Anm. 1), S. 112 und Anm. 1058; Lühning: Niemandsland (wie Anm. 24), S. 101, mi de Übe se zung des Reyhe ’schen Tex es au S. 118, Anm. 88. 53 LASH Ab . 7, N . 138, Rela ionen des Ho meis e s Jaspe on Buchwald, B ie e om 6. Mai und 6. Juni 1678 sowie om 4., 5, 19. (be e end die Amalienbu g) und 26. Juni 1679. 54 Vgl. die genaue Analyse in Asmussen-S a mann: Das Neue We k (wie Anm. 1), S. 153–158. 364 | Fü s innen in Schleswig-Hols ein des Huis en Bosch in Den Haag zu sehen, den die Wi we des S a hal e s de Niede lande, Amalie zu Solms-B aun els (1602–1675) im Gedenken an ih en e s o benen Mann F ede- ik Hen ik P inz on O anien (1584–1647) mi einem Gemäldezyklus als E inne ungss ä e ausges al en ließ.55 Das Vo handensein on Doppelwappen wie beispielsweise dem on He zog Adol on Schleswig-Hols ein-Go o (1526–1586) und seine Gemahlin Ch is ine on Hessen (1543–1604) übe dem Po al zu Go o e Schlosskapelle wi d häu ig als Zeichen ü ein gleichbe ech ig es In e esse und Handeln eines Fü s enpaa es in e p e ie . Auch ü Ch is- ian Alb ech und F iede ike Amalie is so ein Beispiel bekann . Nachdem die Go o e Exil- und Besa zungszei übe s anden und He zog Ch is ian Alb ech du ch den Al onae Ve ag am 20. Juni 1689 in die Lage e se z wu de, es i uie und ausges a e mi allen Rech en wiede in sein He zog um zu ückzukeh en, wu de de neue Gä ne Johannes Kempe beau ag , die Pa e es au den Te assen im Neuen We k zu e neue n. Die beiden un e s en an p ominen e S elle sei lich des Globushauses ges al e e e mi B ode ien je als Spiegelmonog amm on Ch is ian Alb ech und F iede ike Amalie, die heu e im eilweise wiede he ges ell en Neuwe kga en zu besich igen sind (Abb. 1).56 Auch sie sind ein Sym- bol ü die gleichbe ech ig e und on gegensei ige We schä zung dominie e »A bei s- gemeinscha « des He zogspaa es »bei de Ausübung und Rep äsen a ion on He scha «, wie es Melanie G eine e end zusammen ass .57 55 Vgl. ebd., S. 156, Abb. 144. 56 Vgl. ebd., S. 95 und Abb. 73. 57 G eine : Un e o dnung und Selbs behaup ung (wie Anm. 3), S. 162, 167. Abs ac The a icle discusses he Amalienbu g pleasu e house, buil be ween 1670 and 1672. Si ua ed a op he highes e ace o he Neuwe k, he las ga den o he Go o Residence buil in he 17 h cen- u y, he Amalienbu g ado ned he landscape. While much o he Neuwe k has been es o ed, he pleasu e house i sel was un o una ely demolished in 1826. Alongside explo ing he cul u al and poli ical si ua ion o he e a, he a icle in oduces he cons uc ion his o y, design, and use o he Amalienbu g. I also in es iga es whe he he building bea s e e ence o Duchess F iede ike Amalie, a e whom i was named, o i she had di ec in luence on i s design p ocess. The esea ch sugges s ha while Duke Ch is ian Alb ech likely in ended he pleasu e house as a memo ial o his conso , e en du ing he li e ime, F iede ike Amalie eme ges as an independen pe sonali y who ac ed in ha - mony wi h he husband. Asmussen-S a mann: Die Amalienbu g im Go o e Neuwe kga en | 365 Au o in D . Ka en Asmussen-S a mann Kuns his o ike in, Wissenscha liche Mi a bei e in im Fo schungsp ojek ›Residenzs äd e im Al en Reich (1300‒1800)‹ de Niede sächsischen Akademie de Wissenscha en in Gö ingen. Ih e Fo schungs- schwe punk e sind die Ga enkuns sowie die Rep äsen a ion in Kuns und Kul u in Spä mi elal e und F ühe Neuzei . E-Mail: ka en.asmussen.s a [email protected] Open Access // De Bei ag is un e de C ea i e-Commons-Lizenz Namensnennung - Wei e gabe un- e gleichen Bedingungen 4.0 In e na ional (CC BY-SA 4.0) e ö en lich . Den Ve ags ex inden Sie un e : h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by-sa/4.0. Bi e beach en Sie, dass einzelne, en sp e- chend gekennzeichne e Teile des Bei ags on de genann en Lizenz ausgenommen sein bzw. ande en u hebe ech lichen Bedingungen un e liegen können.