John Adams – Intellektueller, Antiintellektueller, Nichtintellektueller?: Zu Tragweite und Grenzen von Richard Hofstadters Konzept des Intellektuellen
Abstract
Für Richard Hofstadter war die Frühe Republik die Epoche der Intellektuellen schlechthin. Zu ihren markantesten Exponenten zählte John Adams.…
Full text
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Nils S e ensen
John Adams – In ellek uelle ,
An iin ellek uelle , Nich in ellek uelle ?
Zu T agwei e und G enzen on Richa d Ho s ad e s Konzep des In ellek uellen
1. Einlei ung
John Adams i i ie . Sei jehe . Schon bei Zei genossen lös e e ein Ge ühl de F emdhei aus.
Teils wa es seine Pe sönlichkei , die Ans oß e eg e. Impulsi , s ei süch ig, jähzo nig, ba je-
de »poli eness« und ei el bis zu Sku ili ä , schei e e e o ensich lich am Ideal des geschli -
enen Gen leman, wie es die Eli e seine Gene a ion kul i ie e.
1
Poli isch wiede um gal sein
e mein liches Faible ü eine A is ok a ie ode eine Mona chie englischen Zuschni s als
ge äh liche, ga unpa io ische Ve ück hei . Von Benjamin F anklin is das Bonmo übe lie-
e , Adams sei s e s ein eh enha e Mann, häu ig e nün ig in seinem U eil, phasenweise
abe öllig on Sinnen.
2
Solche mo alisie enden Bewe ungen, die nich sel en als P oduk e
pe sönliche ode poli ische Kon lik e aus den Kon ulsionen de F ühen Republik he o -
gingen, ha die Fo schung längs du ch sachliche Eino dnungen e se z und Adams’ Handeln
eine di e enzie en Analyse un e zogen.
3
Ums i en is jedoch bis heu e das nahezu in jede Biog aphie ode biog aphischen Aus-
einande se zung ad essie e Ve häl nis des zwei en P äsiden en zu Bildung, zu den Wissen-
1 Vgl. Wood 1992, 229–243; S alo 2005, 138.
2 Fü diese Anekdo e und e gleichba e Äuße ungen gl. Wood 2006b, 177. Be ed e Selbs zeugnisse zu Adams’ on
ihm selbs als solche wah genommenen Schwächen im sozialen Umgang e sammeln Bailyn 1990, 7–8 und S alo
2005, 132–136.
3 Übe den ak uellen S and de Adams-Fo schung in o mie en Wood 2017 sowie Be ns ein 2013 und 2020, zu Adams’
Da s ellung in de Popula kul u gl. den ku zweiligen Übe blick on Eisenbe g/Bu s ein 2013 sowie Be ns ein
2020, 239 ( ü wei e e Li . s. Anm. 5). Fü eine neue e Da s ellung, die zwa beinahe ausschließlich au Adams’ Cha-
ak e se z , alle dings en schieden posi i gehal en is , gl. McCullough 2001.
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/978-3-910591-27-1/p2
18 | An iin ellek ualismus. Ein unwah scheinliche Klassike
scha en und Küns en.4 F aglos zähl e Adams, ein manische Lese ,5 de eine de g öß en
Biblio heken Neuenglands besaß,6 zu den gebilde s en Pe sönlichkei en in den Kolonien.
Von de An ike bis zu Gegenwa , om Rech bis zu Belle is ik gebo e übe in ime Kenn -
nisse, de en Um ang – o ge üh in Reden, Sch i en und de Ko espondenz – bei Gegne n
wie Un e s ü ze n einen ie en Eind uck hin e ließ. Keine de Founde e eidig e so kon i-
nuie lich, so sys ema isch und so in ensi die G ündung des neuen S aa es mi Mi eln de
poli ischen Publizis ik wie e . Une müdlich, so lau e en die U eile, habe e sich und die
Ö en lichkei au geklä , un ennba seien Le nen und Leh en in seinem Leben au einan-
de bezogen gewesen.7 Wä e e nich P äsiden gewo den, ließe e sich als P o esso ü
Regie ungsleh e in Ha a d o s ellen.8 Du ch sein poli isches Engagemen habe e womög-
lich seine wah e Be u ung e ehl .9 Nich nu habe e den Nu zen de Bildung ü S aa und
Gesellscha e kann 10 – nach seinem Ges ändnis wä e ein Leben ohne Küns e soga eine
Bes a ung.11 Das Vo bild Cice os o m e den P o inzanwal zum »in ellec ual lawye «.12 Als
Poli ikwissenscha le schlech hin habe e wie kein ande e au dem Gebie de Ve assungs-
leh e die ame ikanische Au klä ung gep äg , de en »schöns e F uch « seine De ence o he
4
An diese ü das Thema de S udie g undlegenden Beg i e knüp en sich ebenso undamen ale e minologische P o-
bleme. Zum einen ha de Gehal on »Bildung« bis zu Gegenwa s e s E wei e ungen e ah en, wobei ge ade dem
idealis isch-neohumanis ischen Bildungsideal eine lang is ige Nachwi kung im Sp achgeb auch beschieden wa ;
hinzu komm , dass ü »Bildung« im Englischen mi »educa ion« ode »lea ning« keine genauen Äqui alen e exis ie en
( gl. Wal he 2005, bes. 223–224, 235–238 sowie Vie haus 1972). Zum ande en k is allisie en sich die Kollek i -
singula e »Wissenscha « und »Kuns « e s ab dem Ende des 18.Jah hunde s he aus ( gl. Yeo 2003, 241–266 ). Den
sich aus diesen Ums änden e gebenden He aus o de ungen soll mi Bezug au Adams möglichs ebenso his o isch
angemessen wie p agma isch begegne we den: Is on ihm die Rede, wi d un e »Bildung« in einem ganz basalen
analy isch-desk ip i en Sinn lediglich die Gesam hei sowie de Zusammenhang de Kenn nisse eine Pe son e -
s anden, de »sozialen und kul u ellen Techniken« (Wal he 2005, 224), die sie behe sch ode seine Ansich nach
behe schen soll. De Beg i »Wissenscha « wiede um wi d, was Adams be i , in de Regel nu dann geb auch ,
wenn e sich au eine einzelne Disziplin, zumeis die Wissenscha en om Rech und on de Poli ik, bezieh . Es e -
s eh sich dabei on selbs , dass sowohl die »Rech s-« als auch die »Poli ikwissenscha « des 18.Jah hunde s on
ih en mode nen Nach olge n im G undsa z zu un e scheiden is . Mi »Wissenscha s e s ändnis« wi d Adams’ Hal-
ung gegenübe den Wissenscha en insgesam bezeichne . Analog wi d mi den Beg i en »Küns e« und »Kuns « e -
ah en, wobei Adams’ Ve wendung des Te minus »Küns e« sich mi dem Sp achgeb auch seine Zei deck , da un e
also o allem die Schönen Küns e in Abg enzung on Handwe k und Wissenscha en beg ei ( gl. hie zu g und-
legend K is elle 1952). Ho s ad e s Ve s ändnis diese Beg i e is Gegens and de Da s ellung selbs
.
5 Zum ge adezu sinnlichen Ve gnügen, das ihm Li e a u be ei e e, gl. Richa d 1995, 61 sowie McCullough 2001, 19,
35, 619.
6 Vgl. hie zu je z die Bei äge in Ba on/W igh 2010.
7 So eind ücklich Be ns ein 2020, 2; zu Adams als P aecep o gl. auch Wood 2006b, 178.
8 G an 2005, 23: »Adams became ha a es o alumni, he li elong s uden , a ue p o o ype o wha ano he age
would call an in ellec ual.« Vgl. auch China d 1964, i– ii, lx.
9 Vgl. Iacuzzi 1952, 2, 262, 264, de alle dings es s ell , Adams sei wegen seine Okkupa ion du ch die Poli ik kein
»ca e ul schola « gewesen.
10 Richa d 1995, 32–34, 37, 83–84, 87 (zu klassischen Bildung); Thompson 1998, 27–30, 202. Fü wei e e Belege,
wenngleich mi ande e We ung, s.u. Kap. 2 und 3.
11 B ie an J. Sewall, Feb . 1760 (Wo ks 1, 151–155, hie 153), au geg i en beispielsweise bei Iacuzzi 1952, 39 und
S alo 2005, 138.
12 Z
um Ein luss Cice os au Adams’ Selbs e s ändnis gl. Fa ell 1992; 1995, zu seinem P o il als Anwal gl. Coquile e
1984, 400, 417, 418 (Zi a ).
S e ensen: J
ohn Adams – In ellek uelle , An iin ellek uelle , Nich in ellek uelle ?
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Cons i u ion o he Uni ed S a es gewesen sei.13 Dem »denkenden Poli ike « dien en Wo e
als Wa en,14 in de Bewegung de »denkenden Re olu ionä e« ha e e »einen ganz eigenen
Kop «.15 Seine Ve bindung on In ellek mi Poli ik wi k e au manche akademischen Be-
wunde e wie die E üllung on Pla ons Ideal de Philosophenhe scha .16
Zugleich wu de Adams damals wie heu e auch ein enges Ve s ändnis on Bildung un-
e s ell .17 Schon die Nach u e bescheinig en seinem In ellek eine gewisse Robus hei und
Unbeweglichkei .18 Was jensei s de Poli ik lag, habe ihn kaum in e essie , Küns e habe
e e ach e ode soga ge ü ch e .19 K i isch a es ie en ihm selbs Ve eidige ein u ili a-
is isches Ve s ändnis on Bildung, die e haup sächlich als Ins umen ü den sozialen
Au s ieg und den E we b on P es ige20 sowie ü die Fö de ung de gesellscha lichen
Wohl ah beg i en habe.21 Vo allem als »man o ac ion« sei e zu wü digen.22 In seinen
poli ischen Ideen sei e dabei ein ypische Rep äsen an de Au klä ung ohne besonde-
e O iginali ä gewesen,23 ja, sei soga hin e ak uelle in ellek uelle En wicklungen im
poli ischen Be eich zu ückge allen und zu einem lebenden Anach onismus gewo den.24
Bezeichnende weise – » ielleich las e zu iel« – wi d ge ade sein als pedan isch diagnos-
izie e Ve such, wissenscha liche E kenn nisse unmi elba in die Poli ik zu übe agen,
als U sache seines Schei e ns in de P axis he angezogen.25 Desin e essie , eindimensio-
nal und selbs bezogen, habe e in de Republik de a is ok a ischen In ellek uellen wie
ein Soli ä gewi k .26
13 Wood 2006b, 179; 178. Vgl. auch Thompson 1998, xiii sowie ü einen Übe blick zu ähnlich lau enden Aussagen in
de äl e en Fo schung 281. Als le z es Meis e we k des klassischen Republikanismus wü dig Pocock 1975/2003,
526 die De ence.
14 Be ns ein 2020, 7 sowie 1–2.
15 Le ne 1978 (Ve bindung on Ti el des Buches mi einem Un e kapi el de Ein üh ung); zu O iginali ä gl. auch
China d 1964, lx, zu Rele anz seines Denkens ü die Re olu ion Thompson 1998, xiii sowie passim.
16 Diggins 2003, 10 (Zi a ) sowie 18, 54, 166 (hie Adams als eine de » hinking p esiden s«). Zu Adap ion on Pla ons
Konzep im Zusammenhang mi dem (An i)In ellek ualismus in de U.S.-ame ikanischen Geschich e gl. auch den
Bei ag on Geo g Ecke in diesem Band, h ps://doi.o g/10.38072/978-3-910591-27-1/p4, S. 63; 66.
17 So noch neue dings Wood 2006b, 177 (in dezidie e Abg enzung zu Je e son). Fü ein Résumé de äl e en Fo -
schung s. China d 1964, i.
18 Einen Übe blick übe die Wü digungen bie e Wood 2017, 1–4.
19 Vgl. die kla e Einschä zung bei Bu e ield 1996, 36: »Science became o him like he ine a s, some hing he e-
sponded o wi h en husiasm om ime o ime, bu could ake o lea e alone.« Vgl. e ne Smi h 1962/1963, 562–564;
Mo gan 1976, 6–8; P indle 2010, 4; Rye son 2010, 204; Samuelson 2019, 123–124; Wood 2017, 16.
20 Fü diese Sich gl. Smi h 1962/1963, 46–47; Shaw 1976, 18–20, 40; Coquile e 1984, 399–400; S alo 2005, 239;
Sieme s 2013, 202, 204; Rye son 2016, 89.
21 Vgl. je z Nicolson 2013, 63–65.
22 Pa adigma isch ü diese Sich is Howe 1966, bes. xiii–xi (Zi a : xi ).
23 Fü eine solche Eino dnung in den Kon ex de Au klä ung gl. S alo 2013, 36–37.
24 Dies is die ieldisku ie e und inso e n ein luss eiche These on de » ele ance and i ele ance«, die Wood 2006b
au ges ell ha (e s mals o ge agen in Wood 1969).
25 Vgl. ebd., 179 (do auch das Zi a ). Zu diesem Poli ik e s ändnis gl. auch Appleby 1999, 206 und Rye son 2016,
70–73. Eine eindeu ig wohlwollende Einschä zung nimm Be ns ein 2020, 146 o .
26 Rep äsen a i ü diese ielge eil e Posi ion is das d as ische U eil on Fe ling 1992, 173–175.
20 | An iin ellek ualismus. Ein unwah scheinliche Klassike
Diese aus den Quellen ex ahie en, jedoch sel en heo e isie en Au assungen zu
Adams’ in ellek uellem P o il und seine S ellung in de ansa lan ischen » épublique de
le es« ußen implizi au K i e ien, die Ho s ad e ü seine Kons uk ion de Ges al des
In ellek uellen, abe auch des An iin ellek uellen und des Nich in ellek uellen e wende .
In An i-in ellec ualism in Ame ican Li e is de In ellek uelle27 ein Wah hei ssuchende , de
ü Ideen leb , gängige Einsich en hin e ag und mi unkon en ionellen Einsich en au -
wa e . De geis igen Beschä igung geh e mi Hingabe nach, on Besessenhei häl e
Abs and. Seine In e essen sind g undsä zlich nich au die P axis ge ich e , ih Cha ak e
is »ex a-p ak isch«. Dass de In ellek uelle zu ällige weise ein P ak ike sein kann, schließ
Ho s ad e alle dings nich aus. Gesellscha lichen Nu zen en al e de In ellek uelle jeden-
alls als »mo alische An enne«. Übe s eige e seine on Ho s ad e als quasi eligiös ge-
kennzeichne e »Hingabe«, nimm e »obsessi e« und »g o eske« Züge an: e wi d zum »Ze-
lo en«. Den Nich in ellek uellen28 hingegen e gleich Ho s ad e mi einem A bei e ode
Technike . Zu diesem Typus echne e die gewöhnlichen Ve e e akademische Be u e,
so e n sie indi e en ü geis ige Aben eue sind. Ab dem Ende des 19.Jah hunde s bilde e
sich dann aus dem Nich in ellek uellen die Ges al des Expe en he aus, den Ho s ad e als
eine neue Spiela des In ellek ualismus beg ei .29 De An iin ellek uelle30 schließlich is
das Gegens ück zum In ellek uellen. E häl geis ige Tä igkei en en wede ü eine Ge ah
ode ü eine sinnlose, p axis e ne Ak i i ä . Die No wendigkei on o malen Kenn nissen
negie e ; e is Ve ech e eines o e lek ie en »common sense«. In Ges al des »ma ginal
in ellec ual«, des »would-be in ellec ual« und des »un ocked o embi e ed in ellec ual« be-
s ehen Ve bindungen zwischen ihm und dem Be eich des In ellek ualismus.
Ho s ad e selbs o dne Adams in An i-in ellec ualism den In ellek uellen zu. In seinem
Na a i om An iin ellek ualismus in de U.S.-ame ikanischen Geschich e bilde e die F ühe
Republik einen Sonde all. Habe im g öß en Teil de U.S.-ame ikanischen Geschich e de In-
ellek uelle als »Außensei e , Bediens e e ode Sündenbock« he hal en müssen, seien in de
G ündungsphase des S aa es die poli ischen Füh ungsges al en zugleich In ellek uelle gewe-
sen:31 »The Founding Fa he s we e sages, scien is s, men o b oad cul i a ion, many o hem
ap in classical lea ning, who used hei wide eading in his o y, poli ics, and law o sol e he
exigen p oblems o hei ime.« Noch wa de In ellek uelle ein Gen leman, kein Expe e. Den
»Gleichklang« on Wissen und Mach hä en e s die Spezialisie ungsp ozesse de Mode ne
ze b ochen. Dass Männe on Bildung nich nu »nu zlos und unp ak isch als poli ische Füh-
ungsges al en« gewesen seien, diese »Wah hei « hä en die Ve e e de »G ea Gene a ion«
bezeug . Fü Ho s ad e wa auch Adams ein ypische Rep äsen an seine Epoche.
27 Ho s ad e 1963, 25–26, 27–29, 29–31, 32–33, 45–47.
28 Vgl. ebd., 24–51 passim, bes. 24–25, 26–27, 45–46.
29 Ebd., 197–199 sowie auch 35–38.
30 Ebd., 21–23, 29–31.
31 Ho s ad e 1963, 145 (»The leade s we e he in ellec uals.« – He o hebung Ho s ad e s); do – sowie 427–428 –
auch die Belege zu olgenden Rekapi ula ion on Ho s ad e s Da s ellung de F ühen Republik.
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Das Spek um de Posi ionen zum Geleh en und Publizis en Adams wi wegen des
Reku ses au ein ela i einhei liches Se an K i e ien alle dings p inzipielle F agen zu
Ho s ad e s Konzep des In ellek uellen, dessen Au e en in de U.S.-ame ikanischen Ge-
schich e sowie de (Re-)Kons uk ion de F ühen Republik in An i-in ellec ualism au . An-
gesich s nich nu de ex emen Disk epanzen zwischen den e schiedenen Au assungen
als auch de Spannungen inne halb einzelne Deu ungen s ell sich sowohl das P oblem,
ob Ho s ad e s Typus eines In ellek uellen übe haup unk ional is , sonde n auch, welche
Schluss olge ungen sich ü Ho s ad e als His o ike e geben. Handel es sich, wenngleich
ausd ücklich in de U.S.-ame ikanischen Geschich e e o e , a sächlich um einen empi ie-
basie en Beg i ? Is es nich womöglich ielmeh ein Ideal, das au ideologische P ämissen
zu ückgeh , eine isionä e P ojek ion, die aus En äuschung übe die Gegenwa he o ge-
gangen is , jeden alls abe um ein selbs his o isch gebundenes Phänomen, das meh übe
Ho s ad e und die Deba en seine Zei als au den »In ellek uellen« und die Geschich e
de Ve einig en S aa en als Ganze e weis ? Ode kapi ulie en Teile de Fo schung o dem
ebenso gigan ischen wie ielschich igen Quellenma e ial, das sich übe meh als 70Jah e
e s eck und neben Adams’ Ve ö en lichungen so un e schiedliche Ga ungen wie B ie e
und Tagebüche , au obiog aphische Skizzen und p i a e Lek ü eno izen um ass , wäh end
die kühne Skizze in An i-in ellec ualism ein u eilssiche es Po ai on Adams und de
F ühen Repubik en wi ? Angesich s so g undlegende F agen bie e sich de komplexe
Founde Adams als Tes all an: ü eine zumindes pa ielle Bes immung de analy ischen
Funk ionali ä on Ho s ad e s An iin ellek ualismus-These und dami de Möglichkei ih e
Adap ion au gegenwä ige Disku se.
Die E p obung on Ho s ad e s Konzep s, ü die Adams als his o isches Exempel, als Ve-
hikel dien , e olg in ie Sch i en. Im Fokus s eh als e s es Adams’ Hal ung zu F agen de
Bildung als P i a mann, Geleh e und Publizis (Kap. 2). Anschließend soll seine Einschä -
zung de Bedeu ung on Bildung, Wissenscha en und Küns en ü S aa und Gesellscha
un e such we den (Kap. 3). Gelei e wi d die Un e suchung om Gegensa z zwischen U i-
li ä sdenken und Selbs zweck on Bildung und Wissenscha , dem Kon as on b ei en
Kenn nissen und Spezialis en um sowie dem Dualismus zwischen dem Spiele ischen und
dem Obsessi en als A des Denkens, die je un e schiedliche Be eiche und Phasen on
Adams’ in ellek uellen Ak i i ä en au schließen. Die gewonnenen E kenn nisse bilden die
Basis ü eine Re lexion übe die Anwendba kei on Ho s ad e s Beg i des In ellek uellen
sowie die Cha ak e isie ung de F ühen Republik in An i-in ellec ualism (Kap. 4). Die heu-
is ischen Po en iale und He aus o de ungen, die sich mi de Figu des In ellek uellen e -
binden, die T agwei e und G enzen on Ho s ad e s Figu des In ellek uellen, möch e dann
die Schlussbilanz au zeigen (Kap. 5).
22 | An iin ellek ualismus. Ein unwah scheinliche Klassike
2. Adams’ Selbs e s ändnis als P i a pe son, Geleh e und Publizis
Zei lebens wa Adams geis ig ein Suchende .
32
Ha a d wu de ü ihn zu einem säkula en E -
weckungse lebnis. Hie emanzipie e e sich on den pu i anischen Ideen, die ihm übe seine
amiliä e He kun e mi el wo den wa en, hie wu de e on seinen Leh e n ü mode ne
Wissenscha en gewonnen.
33
Den an New on und Locke geschul en Empi ismus akzep ie e
e ü sich als lei ende Me hode, um E kenn nisse übe die Wel zu e langen.
34
Du ch die
Bildungsinhal e, die ihm das Cu iculum e mi el e, wu de e zu einem klassischen P oduk
de damaligen Uni e si ä , de en P ägungen e nie e lo .
Zei ypisch e s eck e sich seine Neugie au höchs un e schiedliche Gebie e. Die zi ili-
sa o ische Übe legenhei des 18.Jah hunde s üh e e au wissenscha liche En deckun-
gen in allen Disziplinen zu ück.35 Im Mi elpunk seines pe sönlichen In e esses s anden
F agen des Rech s, de Geschich e, de Religion und de Philosophie.36 Seine au ließende
Behe schung de O iginalsp ache ußende Kenn nis de an iken Au o en, e mi el o
allem an de Uni e si ä , um ass e die ganze Bandb ei e de Li e a u .37 Zu seine Un e -
hal ung, ohne Zweck de Beleh ung, las e jedoch auch »leich e e« Dich ung, beispielsweise
O ids Amo es. Neben die obliga o ische Lek ü e de an iken Au o en a auch ak uelle
Li e a u , bis hin zu den Romanen Wal e Sco s. Keine e gleichba e Expe ise besaß e in
Musik und Male ei – Küns en, denen gegenübe die Tagebüche und B ie e zwischen An-
e kennung, Gleichgül igkei und Missach ung changie en.38 Ge ade ü Kuns besaß e eine
sinnliche Emp änglichkei , die ihn selbs miss auisch s imm e.39
Schon üh wa e ganz im Sinne de Au klä ung es on de Bedeu ung de Nü zlich-
kei on Bildung und Wissenscha übe zeug . Fü den P ak ike , Geleh en und Publizis en
Adams wa en die Disziplinen Rech und Poli ik mi einande e woben und bilde en sein
in ellek uelles G a i ä szen um. Unzu ieden mi dem e nüch e nden Dasein als Schul-
meis e in eine Heima s ad B ain ee, wohin e nach dem S udium zu ückgeleh wa ,40
beschloss Adams, sich übe das übliche »app en iceship« bei einem Men o zum Anwal
o zubilden.41 Als das seine Exis enz bes immende, alle seine damaligen und spä e en
En scheidungen bedingende Mo i e kann e e in diese Zei ein »s ong desi e o dis inc-
32 Vgl. hie zu e end Bu e ield 1966, 35 sowie, e was einsei ig, Rye son 2010, 84; ande s Fe ling 1992, 174.
33 Zum ühen und im Al e wiede au genommenen In e esse an den Na u wissenscha en gl. Bu e ield 1966, 27,
34–35 sowie Be ns ein 2020, 20.
34 Fü die Bedeu ung des Empi ismus in de Poli ik gl. Appleby 1992, bes.191, 197–203, 206; Thompson 1998, 11–17;
2001, 239–240; S alo 2013, 42–44.
35 Vgl. S alo 2013, 36–38.
36 Hie zu gleich Nähe es.
37 Zu Analyse de Biblio heksbes ände gl. besonde s Iacuzzi 1952.
38 Zu Eino dnung k i ische Äuße ungen s.u. S. 25–26, 29–30.
39 Vgl. hie zu je z bes. Wood 2017, 12–13.
40 Vgl. den plas ischen Tagebuchein ag om 24.04.1756 (Dia y 1, 22).
41 Vgl. Be ns ein 2020, 22–39.
S e ensen: J
ohn Adams – In ellek uelle , An iin ellek uelle , Nich in ellek uelle ?
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ion«.42 In de »ambi ion« iden i izie e e »one o he mo e ungo e nable Passions o he
human Hea «.43 Die P oblema ik des S ebens nach P es ige igno ie e e nich .44 Fü ihn
ging Ansehensgewinn jedoch zwingend mi eine »g ea ness o mind« einhe ,45 basie e au
de Fö de ung des ö en lichem Nu zens und wa au Lang is igkei angeleg .46 Nich inan-
zielle Absich en e olg e e also bei diese Ka ie een scheidung, sonde n ausschlaggebend
wa ein imma e ielles Mo i , de Eh geiz.47 Seine Aspi a ionen eich en alle dings übe den
Gewinn on P es ige als Anwal au koloniale Ebene hinaus. Idealis isch s eb e e danach,
als Ju is zu Ruhm zu gelangen, da in seinem an iken Vo bild Cice o olgend und inspi ie
on de Lek ü e an ike Au o en.48 De Ges al eines Gese zgebe s wies e den höchs en
gesellscha lichen Rang übe haup zu.49 E s abilisie e Gesellscha en, ihm e danke die
Menschhei ih Wohl.50 Wie seine Ka ie een scheidung demons ie , e s and Adams Bil-
dung und Wissenscha nich nu als Wege zu E kenn nis, sonde n auch als Ins umen ü
sozialen Au s ieg und die E eichung poli ische Ziele.51 De Nu zen ü die Gesellscha ,
42 Vgl. einen anschaulichen Tagebuchein ag aus dem F ühjah 1759 (Dia y 1, 98–100, Zi a : 100).
43 [No es o an O a ion a B ain ee, Sp ing 1772] (Dia y 2, 56–61, hie 59).
44 Fü eine Diskussion gl. Thompson 1998, 28–30.
45 Vgl. Tagebuchein ag om 18. (bzw. 19.)03.1759: »Le me assume a Fo i ude, a G ea ness o mind« (Dia y 1, 80).
46 Vgl. Tagebuchein ag om Ok . 1758: »Con emp u amae, con emni i u em. A Con emp o Fame gene ally bege s
o accompagnies a Con emp o Vi ue. Iago makes he Re lec ion, ha Fame bu b ea h, bu ib a ed Ai , an emp y
sound« (Ea lies Dia y, 91).
47 Nich zu iel Bedeu ung da dem Tagebuchein ag om 30.01.1768 (Dia y 2, 357–358) zugewiesen we den, de
häu ige als Ausd uck on Adams’ e mein lich di e gie enden Lebenszielen gelesen wo den is , a sächlich abe
als eine si ua ionsbeding e Klage übe die mäßigen Lebensums ände und Adams’ soziale S ellung in de Kolonie
e s anden we den soll e.
48
In den Discou ses on Da ila (Wo ks 6, 241) hiel e den Un e schied zwischen » epu a ion« und »glo y« es . Sei P es-
ige das Ziel des Handelns eines jedweden Gen leman, so gebüh e Ruhm »g ea ac ions o lawgi e s and he oes, and
he managemen o he g ea commands and i s o ices o s a e«. Zu Bedeu ung Cice os ü Adams s. neben den in
Anm. 12 e wähn en Einzels udien gl. je z bes. Be ns ein 2020, 18, 27, zu adho a i en Wi kung de Li e a u au
Adams Coquile e 1984, 416–417. – Vo e s begnüg e e sich indes dami , wahlweise de Moses, Solon ode Lyku g
on Massachuse s zu we den, gl. hie zu B ie an A. Adams, 02.06.1777 (Family Co espondence 2, 253).
49 Vgl. die Re lexion übe den Genius mi de he aus agenden S ellung des »lawgi e «, Ok ./Dez. 1758 (Ea lies Dia y,
73) sowie Discou ses on Da ila (Wo ks 6, 241); B ie an J. Sewall, Ok . 1759 (Dia y 1, 123–124, hie 124). Fü wei-
e e Belege sowie Adams’ Be u ung au an ike Vo bilde wie Solon, Pe ikles und Themis okles gl. die bei Thom-
pson 1998, 41–42 e zeichne en S ellen. Zu den Leis ungen de Poli ik gl. e ne Rye son 2016, 89–90. Fü Adams’
Ansich , dass die Gegenwa wegen de iel äl igen poli ischen Ges ak ungsmöglichkei en, die sie bie e, den Neid
an ike Gese zgebe au sich gezogen hä e, Samuelson 2019, 118.
50 Ein plas isches Zeugnis ü Adams Ansich übe die Bedeu ung des Nu zens wissenscha liche Ak i i ä en gl. B ie
an einen Anonymus, Ok ./Dez. 1758 (Ea lies Dia y, 70–72); ü wei e e S ellen gl. Bu e ield 1966, 35 sowie B ie
an J. Sewall, Feb . 1760 (Wo ks 1, 151–155, hie 153).
51 Vgl. hie zu on ech sgeschich liche Sei e Coquile e 1984, 399–400. Wenn e es s ell , dass auch den Geleh en
Ruhm an eibe, nich P lich bewuss sein ode Wah hei sliebe, lieg da in keine Abwe ung des S ebens nach E -
kenn nis, sonde n es handel sich um den Ve such, seine gesellscha lichen Ambi ionen zu legi imie en ( gl. hie -
zu Discou ses on Da ila (Wo ks 6, 240): »Bu he uni e sal objec and idol o men o le e s is epu a ion. I is he
no o ie y, he celeb a ion, which cons i u es he cha m ha is o compensa e he loss o appe i e and sleep, and
some imes o iches and hono s.« Zu ku z g ei dahe die Reduk ion on Adams’ Lek ü e und des Au baus seine Bi-
blio hek au p imä ode ausschließlich p ak ische, im Diens des pe sönlichen A ancemen s s ehende Zwecke, wie
bei P indle 2010, Be ns ein 2010, 83 (di e enzie e 84) ode Nicolson 2013, 65. Vgl. e ne B ie an J. Wendwo h,
Ok ./No . 1758 (Ea lies Dia y, 64–65, hie 65).
24 | An iin ellek ualismus. Ein unwah scheinliche Klassike
Dis ink ionss eben und Wissenscha en üg en sich ü ihn zu einem unau löslichen D ei-
klang zusammen.
Adams’ Eh geiz au dem Feld des Rech s schlug sich in iel äl igen in ellek uellen In e es-
sen niede .52 Ihm wa bewuss , dass e eine e schöp ende Kenn nis de Geschich e und de
Philosophie benö ig e,53 eine Kenn nis, die um ieles ie e eichen muss e als bei Ju is en,
die beg enz e e pe sönliche und poli ische Absich en e olg en.54 Mi dem wissenscha -
lichen Ausg ei en au ande e Felde e band e das Ziel, die Na u des Menschen und die
Menschhei sgeschich e e assen zu können.55 Inso e n e üll en ande e Disziplinen seine
Ansich nach eine unk ionale Rolle ü die Rech swissenscha . Ge ade indem de Ju is die
G enzen seine Disziplin übe sch ei e, so seine E wa ung, pe ek ionie e e seine Behe -
schung de Rech swissenscha .
Die Leidenscha ü die Poli ik wa ein unmi elba es De i a on Adams’ Selbs e s änd-
nis als Ju is . E s ilisie e sie zu eine au egenden Romanze.56 Seine Einschä zung nach
be and sich diese on ihm als gö lich übe höh e Wissenscha jedoch sei »zwei-ode d ei-
ausend Jah en« in de S agna ion.57 Fu ch los e o e e e die le z en epochalen Leis ungen
au dem Gebie des poli ischen Denkens in de An ike. Sich selbs sch ieb Adams die Rolle
eines his o ischen Re o me s zu. Du ch die Anwendung des Empi ismus, den e als he me-
neu isches P inzip aus den Na u wissenscha en übe nahm,58 e hob e ü sich den Ansp uch,
die Poli ik au ein de s ü mischen En wicklung des 18.Jah hunde s wü diges Ni eau ge-
hoben zu haben. In Übe eins immung mi dem ü die Au klä ung kons i u i en Ziel de
Op imie ung des Lebens des Einzelnen wie de Gesellscha du ch Ve nun und Wissenscha
e s and Adams seine poli ikwissenscha lichen Bemühungen als Bes and eil eines um assen-
den Zi ilisie ungsp ozesses. In seine Pe son sah e au dem Feld de Poli ik die A an ga de
des Fo sch i s e kö pe . Die »science o poli ics« wa ü ihn die »science o happiness«.59
Seine monomane Fokussie ung au die Poli ik ech e ig e Adams mi äuße en Zwängen:
»The Science o Go e nmen i is my du y o s udy […]. I mus s udy Poli icks and Wa ha
my sons may ha e libe y o s udy Ma hema icks and Philosophy. My sons ough o s udy
Ma hema icks and Philosophy, Geog aphy, na u al His o y, Na al A chi
ec u e, Na iga ion,
Comme ce and Ag icul u e, in o de o hei child en a igh o s udy Pain ing, Poe y,
52 Zum um assenden Cha ak e de Rech swissenscha en gl. eben alls B ie an J. Wendwo h, Ok ./No . 1758 (Ea -
lies Dia y, 64–65, hie 65).
53 Vgl. z.B. [On Shakespea e & on Mo i es o Ha d S udy], 1758 (Ea lies Dia y, 76–78, hie 77) ode B ie an J. Sewall,
Ok . 1759 (Dia y 1, 123–124, hie 124).
54 Hinzuweisen is alle dings da au , dass die Spannwei e on Adams’ Lek ü e auch Nu zen ü die all ägliche Anwal s-
p axis mi sich b ach e, wie Coquile e 1984, 394–395 au zeig .
55 Vgl. hie zu u.a. De ence 1 (Wo ks 4, 291).
56 Vgl. B ie an A. Ja dine, 01.06.1790 (Wo ks 9, 567).
57 Vgl. hie zu und zum Folgenden De ence 1 (Wo ks 4, 283–284).
58 Vgl. Thompson 2001, 239–240.
59 Vgl. nochmals B ie an A. Ja dine, 01.06.1790 (Wo ks 9, 567).
S e ensen: J
ohn Adams – In ellek uelle , An iin ellek uelle , Nich in ellek uelle ?
| 25
Musick,
A chi ec u e, S a ua y, Tapes y and Po celaine.«60 Das d eis u ige En wicklungs-
schema, das Adams skizzie , e lek ie unmi elba seine his o ischen En s ehungsum-
s ände.61 Nich Indi e enz gegenübe den schönen Küns en ode ande en Wissenscha en
beg ünde diese Hie a chie de Wissenscha en, sonde n Einsich in die exis en iellen E -
o de nisse de Ve einig en S aa en, die sich jüngs ü unabhängig e klä ha en, sich dann
im Unabhängigkei sk ieg be anden und nach dem Sieg eine sozialen, wi scha lichen und
poli ischen O dnung bedu en. Die En wicklung des S aa es be uh ü Adams zualle e s
au de Siche ung on dessen poli ischen Fundamen en. E s nachdem poli ische S abili ä
e eich wo den sein wi d, du ch e nün ige Poli ik und du ch ökonomische P ospe i ä ,
bleib Ene gie ü die Schönen Küns e. Auße gewöhnlich is an diesem P og amm wenige
das os en a i e U ili ä sdenken, das ü die Au klä ung einschlägig wa , als die spezi ische
Si ua ion, in de sich die Ame ikane be anden, die Kons i u ion eines neuen S aa es, e nab
Eu opas und ge adezu aus dem Na u zus and he aus (wie e und iele seine Zei genossen
es zumindes imaginie en).
T o z seine in ellek uellen P ä e enzen äuße sich Adams imme wiede ab ällig übe Wis-
senscha en und Küns e. U sache wa seine pe sönliche Disposi ion. Schon üh iden i izie e
Adams g a ie ende Hinde nisse ü seine Zukun spläne: seine T äghei , seine mangelnde
Konzen a ions ähigkei , seine sinnliche Emp änglichkei .62 Zu e schiedenen Gelegenhei en
sah e sich wie He kules am Scheideweg s ehen und wähn e sich in de Ge ah , de Ve üh-
ung de Sinne du ch Male ei, Plas ik und Dich ung zu e liegen.63 Die In ek i en, zu denen e
sich zuweilen hin eißen ließ, wa en abe nich Ausd uck on Ve ach ung de Küns e, sonde n
des Ringens mi Eigenscha en und Ve hal ensweisen, die e als cha ak e liche De izi e wah -
nahm. Was imme sein S eben nach Ane kennung und P es ige behinde e, e u eil e e in
eine Schä e und D as ik, die seine eigenen, ihm wohlbewuss en Schwächen neu alisie en
soll en.64 An iin ellek ualismus is bei Adams egelmäßig eine F age des Kon ex s.
60
B ie an A. Adams, 12.05.1780 on seine Mission in F ank eich (Family Co espondence 3, 341–342, hie 342). Die
Rücks ändigkei Ame ikas hiel Adams be ei s 1778 es , als e am 31.03.1778 im Tagebuch seine F eude übe einem
Besuch in Eu opa, dem »g ea Thea e o A s, Sciences, Comme ce and Wa «, Ausd uck gab (Dia y 4, 32–33, hie 32).
61 Abzulehnen is dahe de on Be ns ein 2020, 7–8 anges ell e Ve gleich mi Niccolò Machia elli und dessen B ie
an F ancesco Ve o i om 10.12.1513, in dem Machia elli seine exis en ielle Leidenscha ü die Poli ik ausb ei e .
Adams Zukun sp ojek ion im B ie an seine Ga in Abigail be uh dagegen au sachlichen E wägungen.
62 Aussagek ä ige Beispiele lie e n Egodokumen e aus dem Jah 1758 (Ea lies Dia y, 66, 67, 70, 72).
63 Zu He kules gl. die Tagebuchein äge om Jan. 1759 (Dia y 1, 72, 73) sowie B ie an C. Maccauly, 31.12.1772 (Dia y
2, 75); zu symbolischen und auch poli ischen Bedeu ung des He cules ü Adams gl. e ne B ie e an A. Adams
14.08.1776 und Ap il/Mai 1780 (Family Co espondence 2, 95–97; 3, 332–333).
64 So is auch de Selbs appell im soeben zi ie en Tagebuchein ag om Jan. 1759 zu e s ehen (Dia y 1, 72): »Le no
i ling Di e sion o amuzemen o Company decoy you om you Books, i.e. le no Gi l, no Gun, no Ca ds, no lu es,
no Violins, no D ess, no Tobacco, no Laziness, decoy you om you Books.« – Si ua ionsbezogenhei kennzeichne
auch sons Adams’ Polemik gegen Küns e. Wenn e beispielsweise einmal beme k e, dass e keinen Sixpence ü
ein Gemälde on Ra ael ode eine S a ue des Pheidias ausgeben wü de und dass die Küns e ho en lich e s spä
in No dame ika Einzug hal en wü den, sp ach da aus nich Ve ach ung, sonde n seine Unzu iedenhei mi on ihm
ange e ig en Bildnissen. Zu diese Episode gl. B ie an J. B. Binon, 07.02.1819 (zum Beleg s. Bibliog aphie: Quel-
len). Fü die k i isie e Sich gl. s ell e e end Wood 2017, 12.
32 | An iin ellek ualismus. Ein unwah scheinliche Klassike
ung. Abe mi de En s ehung des mode nen S aa es und de Fo mulie ung de S aa s aison
begann sich ein ins umen elles und echnisches Ve s ändnis on Poli ik als Maschine ie zu
Realisie ung des Gemeinwohls sowie eines Sys ems on Klughei s egeln du chzuse zen.89
Demen sp echend ich e e sich die E o schung de Poli ik au die Lösung ö en liche P ob-
leme sowie au die Implemen ie ung on In e essen. Dies gal auch ü die F ühe Republik.
Founde wie Thomas Je e son und James Madison wa en zwa Gen lemen, p ädes inie
ü einen Lebenss il, de au a is ok a ische Muße be uh e. Die Wahl ih es S udien aches,
de Rech swissenscha , wa jedoch on o nhe ein mi de Pe spek i e eine ö en lichen
Rolle e knüp , die sie auch ohne Re olu ion, in de kolonialen Gesellscha , wah genom-
men hä en. Alexande Hamil on wiede um zwang seine He kun zu E we bsa bei in
Fo m anwal liche P axis. Alle d ei e ein e indes, dass sie ähige, im Fall on Madison und
Hamil on auch inno a i e, Theo e ike wa en, ü die Poli ik als Wissenscha mi p ak i-
schen poli ischen He aus o de ungen Hand in Hand ging.
Neben die p agma ische Anwendba kei a auch das Mo i de P es igegene ie ung.
Die Ve bindung on Leis ungen ü die Ö en lichkei mi gesellscha lichem Ansehen wa
sei de An ike ie im Ruhmesdisku s e anke und auch im 18.Jah hunde unmi elba
p äsen .90 Die Bekleidung möglichs hoch angige poli ische Funk ionen en sp ach a is-
ok a ischem E hos. Füh ungsposi ionen zu übe nehmen, wa eine Pe spek i e, die zum
s a us ixie en, konku enzo ien ie en Selbs e s ändnis auch de kolonialen Eli e in Neu-
england gehö e. Nich zu ällig wand e sich beispielsweise Benjamin F anklin, zum Gen le-
man au ges iegen, nach zei weilige Beschä igung mi na u wissenscha lichen F agen de
Poli ik zu, die wegen ih e p ak ischen Rele anz ein noch höhe es Ansehen e sp ach.91
Nich nu an Adams, auch an diesen Re olu ionä en mani es ie sich, wie p äsen de Zu-
sammenhang on E kenn nis und Nu zen in de Au klä ung, in insische Ziel o s ellungen
anszendie end, au dem Feld de wissenscha lichen Poli ik wa .
Das Beispiel Adams sensibilisie auch ü den Ums and, dass nich alle Founde Gen-
lemen im Sinne on geleh en Dile an en ohne Spezialkenn nisse wa en, wie Ho s ad e
behaup e . Wede soziologisch noch on seinem Wissenscha s e s ändnis he gehö e de
zwei e P äsiden zu ihnen. Pe ek dem Typus des »gen leman schola «, de in seine Gene-
a ion dominie e, en sp ach de als sein An ipode gel ende Thomas Je e son.92 E e üg e
übe eine ausg ei ende Wissbegie de, die e mi dem Habi us eines Connaisseu s p leg e.
Dass seine Ansich en, abgesehen on ih e poli ischen Radikali ä , alle dings kon en ionell
wa en, mach e ihn wenige zu einem Vo denke als einem Rep äsen an en de Au klä ung.
89 Fü einen enzyklopädischen Übe blick gl. Reinha d 2002 m. w. Li . Zum A is o elismus gl. bes. Flüele 1992 und
Schmi 1993.
90 Fü diese E kenn nis bei Adams gl. Thompson 1998, 32–33.
91 Wood 2004, 17–60, 66–68.
92 S a iele Biog aphien gl. ü eine Ein üh ung Wood 2006a.
S e ensen: J
ohn Adams – In ellek uelle , An iin ellek uelle , Nich in ellek uelle ?
| 33
T e end bezeichne e ihn Be na d Bailyn als lebendes »S e eo yp des 18. Jah hunde s«.93
Höchs ens eingesch änk e üll e e Ho s ad e s An o de ungen an den In ellek uellen. Weni-
ge b ei ge äche e In e essen besaß demgegenübe Adams, doch e olg e e die ü ihn ele-
an e Spezialdisziplin – die Poli ik – mi eine In ensi ä , die ihn zu neua igen, ü Zei genos-
sen exo isch wi kenden Einsich en üh e. Wiewohl biog aphisch in de Au klä ung e anke ,
pe soni izie e e die he au ziehende P o essionalisie ung de Wissenscha , die im 19.Jah -
hunde ih en Du chb uch e leb e. So wi d de Fu o e klä ba , mi dem Adams sowohl Wis-
senscha als auch Poli ik als Fo se zung on Wissenscha be ieb. Ihn kennzeichnen be ei s
elemen a e Züge, wie sie dem Expe en zu eigen wa en, dessen Exis enz Ho s ad e ü das
18.Jah hunde ka ego isch negie und e s in de Recons uc ion E a e o e .
(2) Zu diesen F agen an die T i igkei on Ho s ad e s Deu ung de F ühen Republik
e en P obleme mi de Kohä enz des In ellek uellenbeg i s in An i-in ellec ualism. Adams
besaß o ensich lich Eigenscha en, die sich aus dem Rese oi des In ellek uellen wie des
An iin ellek uellen und des Nich in ellek uellen ek u ie en. Das S eben nach E kenn -
nis um ih e selbs willen, das Übe p ü en e ablie e Gewisshei en, die Hochschä zung
ü die Wissenscha en sowie das ge adezu exis en ielle Engagemen ü Ideen s ehen bei
ihm neben Nü zlichkei sdenken, P axiso ien ie ung, Fach-und Me hodenmonismus sowie
in ellek uellem Zelo en um. Die Möglichkei eines Spannungs e häl nisses zwischen be-
s imm en K i e ien, beispielsweise zwischen geis ige Flexibili ä und obsessi em In ellek-
ualismus bes eh a sächlich. Ob es sich abe ealisie , is , wie de Fall Adams o üh ,
diskussionswü dig. Zu klä en wä e auch, ob nich Elemen e, die Ho s ad e un e An i-
in ellek ualismus echne , Vo ausse zungen ü bes imm e Eigenscha en und Funk ionen
des In ellek uellen sind. So könn e auch ein e hebliche G ad an Insis ie en au om Main-
s eam abweichenden Ansä zen und E kenn nissen, wie bei Adams, no wendig sein, um
lang is ig poli ischen Ein luss zu e zielen ode als »mo alische An enne« zu ungie en.
Teils läss sich abe auch die Ausschließlichkei einzelne Me kmale in Zwei el ziehen.
Beg ündungsp lich ig e wa is , wa um sich Nü zlichkei sdenken nich mi eine Vo s el-
lung on Bildung und Wissenscha en als Selbs zweck e binden lasse, wie Adams und
die Au klä e es a en. Eben alls a sich in seine Pe son kein Wide sp uch zwischen de
ausschließlichen Konzen a ion au eine wissenscha liche Disziplin und einem en husias-
ischen En deckungs ieb au . O en is schließlich, ob und inwiewei de In ellek uelle
nich P io isie ungen zwischen In e essengebie en o nehmen und mi subjek i e No -
ma i i ä beg ünden dü e, weshalb ü Adams bes imm e Küns e und Wissenscha en
nu nach angige Bedeu ungen ha en. Va ianzen, Abschich ungen und Kombina ionsmög-
lichkei en im Feld des In ellek uellen e wähn Ho s ad e zwa im p og amma ischen Teil
93 Vgl. Bailyn 1990, 26–41, bes. 26–27 (Zi a : 27). In eine ähnliche Rich ung ziel , mi posi i e e We ung, S alo 2005,
bes. 234–235, 236, 239–240, de alle dings zu Un ech im »shee joy« on Je e sons in ellek uellen In e essen ei-
nen Un e schied zu Adams kons uie (hie zu s eh auch Je e sons Wissen um den gesellscha lichen Nu zen de
Wissenscha en und [indi iduelle ] Bildung im Wide sp uch, gl. ebd., 261–263; auch wies Je e son de Bildung
Rele anz bei de Einhegung de A is ok a ie zu, wie Neem 2012 he auss ell ).
34 | An iin ellek ualismus. Ein unwah scheinliche Klassike
on An i-in ellec ualism, be ücksich ig sie jedoch nich in de his o ischen Analyse des
18.Jah hunde s. De on ihm um issene Ideal ypus des In ellek uellen is dahe , wie sich
an Adams illus ie en läss , on konzep ionellen B uchs ellen du chzogen, die sein heu is-
isches Po en ial beein äch igen.
Die Plausibili ä sp obleme in Ho s ad e s his o ischem Na a i de F ühen Republik wie
in seinem Bild des In ellek uellen sind du ch zwei konzep ionelle P ämissen on An i-in el-
lec ualism beding . Zum einen olg Ho s ad e einem subs an ialis ischen Ve s ändnis on
In ellek uali ä und dem In ellek uellen. Seinem on ihm selbs nich heo e isie en Ansa z
lieg eine A idealis isch-neohumanis ische Bildungsbeg i zug unde, den Ho s ad e als
undamen al ü sein Selbs e s ändnis und seine Lebens üh ung ansah.94 Da dieses Kon-
zep wie jedes ande e auch his o isch gebunden is , üh seine uni e sale Anwendung au
ande e Epochen no wendige weise zu ahis o ischen E gebnissen. Die »In ellek uellen« des
18.Jah hunde s kann e nich aus ih e Zei he aus e s ehen, weil e sie an Maßs äben
zu bes immen und messen e such , die de Au klä ung emd wa en. Inso e n e weis sich
seine A de Beg i sbildung im konk e en Fall als inadäqua , ü das Ganze de U.S.-ame-
ikanischen Geschich e als s uk u elles De izi .
Zum ande en a bei e Ho s ad e mi einem addi i en Beg i om In ellek uellen und
dessen iel äl igen Gegen igu en.95 Fü seine Kombina ion on Ideenmi Kul u geschich e
wa en die indi iduellen P o agonis en des (An i-)In ellek ualismus nach angig. Wede ha
sich Ho s ad e um eine heo e ische Fundie ung seines Konzep es des In ellek uellen be-
müh noch dessen Wesensme kmale zu einem in sich geschlossenen Po ai zusammen-
ge üg . Übe das ganze Buch hinweg sind s a dessen de ini o ische F agmen e e s eu .
Was Ho s ad e als An iin ellek ualismus e s and, de e minie e seinen Beg i des In ellek-
uellen. Es wa unumgänglich, dass au diese Weise Spannungen und Wide sp üche, abe
auch Bezüge zwischen einzelnen Cha ak e is ika e bo gen blieben, eine Un e scheidung
zwischen no wendigen und hin eichenden Elemen en hin ällig wu de und eine P io isie-
ung on Me kmalen en iel.
Zu E klä ung diese Unbes imm hei en d äng sich Ho s ad e s Selbs e s ändnis als
engagie e , Gegenwa und Ve gangenhei in eine iskan e Beziehung zueinande se zen-
de In ellek uelle au .96 Ausschlaggebend ü das Design des Na a i s dü e die pole-
mische S oß ich ung des Buches sein. Ho s ad e e s and An i-in ellec ualism als eine
poli ische In e en ion aus de Wissenscha he aus, die sich gegen die Radikalisie ung
de ame ikanischen Rech en sei den 1950e Jah en ich e e.97 Den Kamp gegen eine
p og essi e Poli ik nahm Ho s ad e , ühe ein adikale Linke , spä e ein ehe konse a-
94 Snodg ass 2018, 11–12.
95 Dies gil o z des Kapi els 15 (Ho s ad e 1963, 393–432), das mi dem Ti el »The In ellec ual: Aliena ion and Con-
o mi y« übe sch ieben is .
96 Vgl. hie zu die Einlei ung in diesen Band, h ps://doi.o g/10.38072/978-3-910591-27-1/p1, S. 7–10
97 Diese his o ische Eino dnung und Beg ündung des Themas nimm Ho s ad e gleich zu Beginn des Buches o
(Ho s ad e 1963, 3–5).
S e ensen: J
ohn Adams – In ellek uelle , An iin ellek uelle , Nich in ellek uelle ?
| 35
i e Libe ale , als Bed ohung seine eigenen poli ischen und in ellek uellen Ideale wah .98
Die au de Besch eibung und Analyse de Gegenwa ußende Beobach ung eines An i-
in ellek ualismus mach e e zum Lei mo i eine Meis e e zählung, indem e sie au die
gesam e U.S.-ame ikanische Geschich e p ojizie e. Von seinem Ve dik nahm Ho s ad e
die F ühe Republik aus. E o m e sie o dem Hin e g und ak uelle Mise e zum o ien ie-
ungss i enden Ideal. Indem seine Da s ellung die g öß e Epoche de USA als Schöp ung
on In ellek uellen deu e e, bewies e nich nu die his o isch beglaubig e Wi kungsk a
seines Bildungs- und Wissenscha skonzep s, sonde n disk edi ie e zugleich die Vo s el-
lungen de An iin ellek uellen. Die schema ische Kons uk ion de Gene a ion de Foun-
de läss sich dahe als P oduk eines S ebens nach manichäischen Dualismen e assen,
das aus de unmi elba en In ol ie hei des Au o s in g undsä zliche F agen de zei ge-
nössischen Poli ik he o ging.
Auch Ho s ad e s pe sönliche Hal ung zu eine poli ischen Be ä igung beein luss e
wohl die his o ische Da s ellung. So seh e eine dezidie engagie e Geschich e sch ieb,
so wenig wa e selbs zu eine ak i en Rolle in de Poli ik be ei . Ande s als P o esso en-
kollegen wie A hu M. Schlesinge J ., und McGeo ge Bundy, die Mi gliede de Kennedy-
Regie ung wa en, ode Hen y A. Kissinge , Geo ge Shul z und James R. Schlesinge , die
un e P äsiden Nixon dien en, zog es ihn – nach eine ak i is ischen Phase als S uden
und junge Dozen – nich in ö en liche Äm e . T o z seines Einsa zes ü die Kampagne
on Adlai S e enson bei de P äsiden scha swahl 1952 lehn e Ho s ad e Angebo e zu
Übe nahme poli ische Funk ionen ab.99 Fü sein Bedü nis nach Unabhängigkei ,100 sein
Bekenn nis zu Exzellenz und seine Ablehnung des Egali a ismus sah e in de Massen-
demok a ie keine Chance. In das Kons uk des Gen lemans de F ühen Republik, das
e in An i-in ellec ualism en wa , p ojizie e e seine eigenen P ä e enzen. Mi hil e de
Geschich e indizie e e pe sönliche Lebensen scheidungen. Nich Ve ach ung de Mach
lei e e ihn in seine Dis anz zu ope a i en Poli ik, sonde n die Einsich in die his o i-
sche En wicklung: »Today knowledge and powe a e di e en ia ed unc ions. When pow-
e e
so s o knowledge, as i inc easingly mus , i looks no o in ellec , conside ed as a
ee specula i e and c i ical unc ion, bu o expe ise, o some hing ha will se e i s
needs.«101 De »gi ed ama eu « wa sei dem Ende de F ühen Republik, sei dem »Niede -
98 Zu his o ischen Eino dnung on Ho s ad e s poli ische O ien ie ung und de en Wandel s. Howe/Finn 1974, bes.
11–23; Singal 1984 sowie den Übe blick bei Snodg ass 2018, 5–10.
99 Zu Ho s ad e s Einsa z ü S e enson gl. B own 2006, 127–128, 131–132, 135 sowie Snodg ass 2018, 144–147.
Nich di ek als In ellek uelle , abe als ein In ellek uelle anziehende Poli ike wi d S e enson gleich zu Beginn
on An i-in ellec ualism angesp ochen (Ho s ad e 1963, 3: »poli ician o uncommon mind and s yle, whose appeal
o in ellec uals o e shadowed any hing in ecen his o y«). S e enson wa alle dings kein Gen leman, wie e Ho -
s ad e s Bild de F ühen Republik p äg , sonde n – ungeach e seines geis igen Fo ma s – ein Ka ie ebeam e ,
dessen poli ische Lau bahn unmi elba nach dem Ende des Uni e si ä ss udiums begann.
100 S. hie zu Snodg ass 2018, 10.
101 Ho s ad e 1963, 428.
36 | An iin ellek ualismus. Ein unwah scheinliche Klassike
gang des Gen lemans«102 aus de Poli ik e bann , ungeach e de on Ho s ad e selbs
konzedie en neuen Anziehungsk a Washing ons au »In ellek uelle« nach de Eisen-
howe -P äsiden scha .103
5. Bilanz
We nun wa Adams: ein In ellek uelle , ein An iin ellek uelle , ein Nich in ellek uelle ?
Welche g undlegenden heu is ischen Schwie igkei en diese F age innewohnen, demons -
ie die Un e suchung seine Pe son und die Anwendung ih e E gebnisse au Ho s ad e s
An i-in ellec ualism. Sich ba wi d Adams’ P o il e s in eine di e enzie enden his o ischen
Analyse. Vielsei ig und spannungs eich wie die F ühe Republik, e ein es gegensä zliche
K i e ien aus Ho s ad e s Taxonomie. Doch abwägende, ha monisie end besch eibende, ge-
schich liche Ambi alenz wide spiegelnde Fo meln, wie sie e wa P äsiden John F. Kennedy
in seinem U eil übe den Poli ike Adams and,104 als e seinen Vo gänge ü die Ve -
bindung on Re lexion und p ak ischem Handeln p ies, konn en Ho s ad e s Deu ungsan-
sp uch nich zu ieden s ellen.
Meh als die F ühe Republik beleuch e Adams dahe als his o isches Fallbeispiel die
Zei -und S ando gebundenhei on An i-in ellec ualism. Ho s ad e s his o isches Na a i
und seine Vo s ellung des In ellek uellen lei en sich unmi elba aus seine Posi ionie ung
in F agen de Poli ik, seinem pe sönlichen Bildungsideal und seinem Selbs e s ändnis ab.
Nich umsons bekann e e sich zu den s a ken au obiog aphischen Zügen des Buches, die
o im Fokus de K i ik s anden.105 De Subs an ialismus seines (An i-)In ellek ualismus-
konzep s und de addi i e Cha ak e seines In ellek uellenbeg i s bedingen alle dings eine
En his o isie ung de U.S.-ame ikanischen Geschich e. Sein 18.Jah hunde , seine F ühe
Republik is eine hagiog aphische Kons uk ion. Die F eihei im ak ischen De ail, die e
sich selbs zuges and,106 bes eh hie in dessen Ve nachlässigung.107 Dass die Wiede keh
de G ünde phase, die nie in de on ihm da ges ell en Fo m exis ie ha e, wegen de
Al e i ä on F ühe Neuzei und Mode ne eine U opie bleiben muss e – ü die Ve einig en
S aa en wie ihn selbs –, wa Ho s ad e bewuss . Schlaglich a ig wi diese Be und das
g undsä zliche P oblem de In e dependenz on his o ische Kons uk ion und dem Ope-
ie en mi ka ego ialen Ansä zen in An i-in ellec ualism (abe auch de Adams-Fo schung)
102 So de Ti el on Kapi el 6 (ebd., 145–171).
103 Ebd., 5.
104 Vgl. Kennedy 1963, 479 in seine Rezension de e s en ie Bände de Edi ion on Adams’ Tagebüche n.
105 Vgl. hie zu B own 2006, 140, e ne Weiland 1988, 468.
106 V
gl. Ho s ad e 1963, ii (»la gely a pe sonal book, whose ac ual de ails a e o ganized and domina ed by my
iews«).
107 In ande em Zusammenhang, z.B. in The Ame ican Poli ical T adi ion, konn e Ho s ad e indes auch eine nüch e ne
Hal ung gegenübe de Gene a ion de Founde einnehmen, gl. Singal 1984, 983.
S e ensen: J
ohn Adams – In ellek uelle , An iin ellek uelle , Nich in ellek uelle ?
| 37
au . Skep isch äll Ho s ad e s Blick in die Zukun aus: Moch e auch »das In ellek uelle«
imme hin in Fo m des Expe en ums wiede als »K a in de ame ikanischen Poli ik« es-
i uie wo den sein – » he pe inen ques ion is whe he he in ellec ual, as expe , can
eally be an in ellec ual«.108 Ho s ad e is wenige ein E o sche de Ve gangenhei als
ielmeh selbs eine Quelle de Geschich swissenscha , die Auskün e übe die libe ale
akademische Eli e de Nachk iegszei e sp ich : übe ih e Selbs sich und ih Wi ken im
ö en lichen Raum, abe auch übe ih e Deu ung de Gesam geschich e de USA, die no -
ma i e Funk ion de F ühen Republik und die hin e diesen In e p e a ionen s ehenden
Mo i e und In e essen.
Auch die Theo iebedü igkei seines addi i angeleg en, als gesellscha liches und his-
o isches Analyseins umen nu eingesch änk auglichen Beg i s des In ellek uellen e -
ö ne p oduk i e Möglichkei en. Sie läd zu Übe p ü ung bildungs-und wissenscha s-
geschich liche E kenn nisse au dem Gebie de U.S.-ame ikanischen Geschich e ein. Sie
kann wie im Fall on Adams neue Pe spek i en au his o ische Kon o e sen e ö nen. Sie
o de zu F age nach his o ischen Kon inui ä en und Diskon inui ä en, nach Ges al ungs-
bedingungen on Gegenwa und Zukun au . Und sie inspi ie zu eine Re lexion gängi-
ge , bequem gewo dene Vo s ellungen des In ellek uellen, eine im ö en lichen Disku s
und in de Wissenscha ebenso p ominen en wie ums i enen Ges al . So sind ge ade die
Idiosynk asien und heu is ischen G enzen on An i-in ellec ualism in Ame ican Li e eine
S imulanz ü das S eben nach E kenn nise wei e ung. Nich nu Adams is es, de i i ie ,
sonde n auch Ho s ad e .
108
Ho s ad e 1963, 428. Zugleich wende e sich jedoch gegen »Selbs mi leid«, »Ve zwei lung« und die Ve lockung eine
o eiligen inne en Kapi ula ion (ebd., 432, gl. auch 7). Neue Ho nungen e weck in ihm, auch ü seinen eigenen
Blick au die U.S.-ame ikanische Gesellscha und die on ihm disku ie en P obleme, die P äsiden scha Kennedys
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.
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