Frauen in der Debatte um Antiintellektualismus in den USA: Historiographische Revision am Beispiel autobiographischer Schriften aus dem 19. Jahrhundert
Abstract
Der vorliegende Artikel betrachtet aktuelle gesellschaftspolitische und wissenschaftliche Debatten zu Antiintellektualismus in den USA. Hauptaugenmerk…
Full text
| 41
Julia Ni z
F auen in de Deba e um
An iin ellek ualismus in den USA
His o iog aphische Re ision am Beispiel au obiog aphische Sch i en
aus dem 19. Jah hunde
1. Einlei ung: F auen in Ho s ad e s An i-in ellec ualism in Ame ican Li e
In seinem 1963 e ass en ich ungsweisenden We k zu Geschich e des An iin ellek ualismus
in den Ve einig en S aa en on Ame ika, An i-in ellec ualism in Ame ican Li e, denk Richa d
Ho s ad e F auen so gu wie nich mi . Es schein so, als wä en F auen nich Teil des on
ihm beobach e en, p ä alen en A gwohns iele Ame ikane *innen gegen In ellek uelle.
1
Ziel
dieses A ikels is es, zum einen au zuzeigen, inwiewei Ho s ad e die Diskussion zu An i-
in ellek ualismus und F auen bis heu e p äg , und eine de aillie e Übe sich zu Fo schungs-
ends in diesem Be eich zu lie e n. Zum ande en soll die his o iog aphische Deba e um zwei
Fallbeispiele de Jah hunde wende e wei e we den. Un e suchungen zum An iin ellek ua-
lismusdisku s in Rebecca Ha ding Da is’ au obiog aphischem We k Bi s o Gossip (1904) und
Eliza F ances And ews’ Bü ge k iegs agebuch The Wa -Time Jou nal o a Geo gia Gi l (1908)
s ellen die wei e b ei e e These on de als an iin ellek uell de inie en Na u de ik o ia-
nischen F au in age und e lauben Einblicke in die A und Weise, wie konse a i e und p o-
g essi e in ellek uelle F auen sich selbs in den (An i-)In ellek ualismusdisku s einsch ieben.
Es inde sich im Schlagwo e zeichnis on An i-in ellec ualism in Ame ican Li e kein
Ein ag zu F auen, F auenbewegungen ode ähnlichem. Nu eine Hand oll F auen wi d na-
1 I
m G unde gil diese Abwesenhei in de his o ischen Re ision zu An iin ellek ualismus ü alle Mino i ä en, sowohl
bei Ho s ad e als auch in de au ihn olgenden Fo schung zum Thema. Eine en sp echende Au a bei ung in diesen
Be eichen wü de de These on eine an iin ellek uellen ame ikanischen Kul u meh Komplexi ä und Nuancie hei
e scha en, insbesonde e bezüglich eines inhä en en Geschlech e -, Rassen-und Na ionali ä enessen ialismus im
Ve s ändnis on In ellek bzw. in ellek uellen Fähigkei en und In elligenz (Common Sense). Dami könn en u.a. We -
ke wie John McWho e s Losing he Race. Sel -Sabo age in Black Ame ica (2000/2001), welches An iin ellek ualis-
mus als kul u elles Resul a o lau ende Disk i
minie ung on schwa zen Ame ikane n diagnos izie , du ch eine
his o ische Dimension kon ex ualisie we den.
Kiel-UP •
h ps://doi.o g/10.38072/978-3-910591-27-1/p3
42 | An iin ellek ualismus. Ein unwah scheinliche Klassike
men lich au ge üh , die in e schiedenen Zusammenhängen ku z E wähnung inden, da-
un e Anne Hu chinson (1591–1643, eligiöse Re o me in), Ma ie a Johnson (1864–1938,
p og essi e Pädagogin), Ellen Key (1849–1926, schwedische Feminis in), Mabel Dodge Lu-
han (1879–1962, wohlhabende Kuns mäzenin) und Ma y McCa hy (1912–1989, Sch i -
s elle in).2 Ho s ad e disku ie F auen lediglich im Zusammenhang mi den Wid igkei en
aus üh liche , denen sich männliche Re o mpoli ike im ausgehenden 19. Jah hunde aus-
gese z sahen, und im Rahmen de bildungspoli ischen Mise e im gleichen Zei aum. Diese
Ein äge inden sich jeweils un e den Schlagwo en Poli ik/Rolle on F auen und Bildung/
Leh e innen (» he woman eache «3).
Ho s ad e s Diskussion zu Rolle on F auen in de Poli ik besch änk sich au die Fes s el-
lung, dass F auen on de Poli ik ausgeschlossen gewesen seien, da poli isch ak i en F auen
die Weiblichkei abgesp ochen und Poli ik pe se als männliche Sphä e be ach e wu de. Im
Umkeh schluss, und hie in lieg das eigen liche In e esse Ho s ad e s, wu de die Männlich-
kei jene Poli ike bes i en, die Re o men un e s ü z en: »I women in aded poli ics, hey
would become masculine, jus as men became eminine when hey espoused e o m.«4
Ein zwei e Be eich, in dem F auen bei Ho s ad e s Auseinande se zung mi An iin el-
lek ualismus eine Rolle spielen, sind seine k i ischen Be ach ungen zum ame ikanischen
Schulsys em und zu gesellscha lichen und ökonomischen Si ua ion on Leh e *innen. In
Teil 5 des Buches, de sich mi Bildung und Demok a ie beschä ig , e läu e e , wie F auen
ab de Mi e des 19. Jah hunde s langsam den Leh kö pe in allgemeinbildenden Schulen
dominie en, da sie als billige A bei sk ä e in diesem wenig p es ige eichen Be eich will-
kommen gewesen seien. Genau hie lieg auch Ho s ad e s K i ik, nämlich im schlech en
Renommee de allgemeinen Schulbildung und de übe p opo ionalen Rep äsen a ion des
Schulwesens du ch Leh e innen. Dabei sp ich e F auen nich die en sp echende Leh ex-
pe ise ab, monie abe , dass Jungen somi ohne Leh e o bilde au wüchsen und bei den
nachkommenden Gene a ionen de Eind uck en s anden sei, Bildung sei weibisch, da on
F auen e e en. Ho s ad e sp ich konk e on » eminiza ion o eaching«.5
Ho s ad e geh ni gends explizi au in ellek uelle F auen ein ode au die Sich weise
on F auen au In ellek uelle, also ih e Teilhabe an (an i-)in ellek uellen S ömungen. Dabei
e klä sich die Abwesenhei on F auen in Ho s ad e s Auseinande se zung mi an iin el-
lek uellen Tendenzen in Religion, Poli ik, »p ak ische Kul u « und Bildung aus de unhin-
e ag en Übe nahme de sepa a e sphe es ideology des 19. Jah hunde s. Ho s ad e s Kom-
men a e hie zu machen deu lich, dass e die ik o ianische Wel anschauung de ge enn en
Sphä en, in de Männe de ö en lichen (poli ischen) Wel zugeo dne wu den und F auen
2 Die besch eibenden Ka ego ien zu den namen lich im Index on An i-in ellec ualism in Ame ican Li e gelis e en
F auen lehnen sich an Ho s ad e s Sp achp axis bzw. Bezeichnungen an und s ellen keine essen ialis ischen Fes -
sch eibungen de Au o innen da .
3 Ho s ad e 1963, Index .
4 Ebd., 190.
5 Ebd., 320.
Ni z: F auen in de Deba e um An iin ellek ualismus in den USA | 43
de p i a en (häuslichen), seh wohl als ideologische Maxime en la e, sie jedoch gleich-
zei ig als his o ische Reali ä beg i . E beans ande e den Geschlech e essen ialismus des
19. Jah hunde s, de p opagie e, dass, wie Ho s ad e es o mulie , »women would soil
and unsex hemsel es i hey en e ed he ine i ably di y male wo ld o poli ical ac i i y«.6
Au g und diese o he schenden We e o s ellungen ging e da on aus, dass F auen a -
sächlich nich an poli ischen Ak i i ä en eilha en und auch nich Teil (an i-)in ellek uelle
S ömungen des ö en lichen Lebens und poli ische Demok a iekul u en gewesen seien, au
die e sich in An i-in ellec ualism okussie e.
2. An iin ellek ualismus und ame ikanische F auengeschich e:
sepa a e sphe es, die Republikanische Mu e und die Wah e F au
Schon am Ende de 1980e Jah e kam die Übe nahme de sepa a e sphe es ideology in den
Kul u - und Li e a u wissenscha en un e scha e K i ik, die in Sammelwe ken wie No Mo e
Sepa a e Sphe es: ANex Wa e Ame ican S udies Reade (2002) münde e.
7
Hie wu de eben
jene bei Ho s ad e oben iden i izie e Mechanismus k i isie , de Ideologie und Rhe o ik in
lebenswel liche Reali ä en übe ug. Im G unde be on die No-Mo e-Sepa a e-Sphe es-Schule,
dass zwischen p opagie em Gedankengu , welches F auen im P i a en zu e anke n such e,
und den eigen lichen, o seh ö en lichen Ak i i ä en on F auen kla zu un e scheiden sei.
8
T o z de K i ik an de Übe agung eine ik o ianischen Kons uk ion on Geschlech e -
sphä en au kul u his o ische Auseinande se zungen mi dem 19. Jah hunde spiegel die
bis heu e seh beg enz e Fo schungsp axis zu F auen und An iin ellek ualismus Ho s ad e s
Posi ionie ung bzw. Nich posi ionie ung on F auen im wissenscha lichen Disku s zu
An iin ellek ualismuss ömungen in den USA wide . Dabei olg e die Fo schung den ie
Schwe punk elde n, in denen Ho s ad e F auen e o e bzw. in denen geschlech sspezi-
ische Aspek e inne halb seine An iin ellek ualismusdeba e eine Rolle spielen: Ho s ad e
de inie die Rolle on F auen im 19. Jah hunde und da übe hinaus als (1) inhä en an i-
in ellek uell und sieh ih e soziale Funk ion als (2) gesellscha liche unpoli ische Mo alapos-
el, ealisie in ih e Rolle als Mü e und Ehe auen.9 Zudem spielen soziokul u elle Kons-
uk ionen on Geschlech in zwei Diskussions elde n eine Rolle: zum einen in Ho s ad e s
6 Ho s ad e 1963, 190.
7 Da idson/Ha che 2002. De Ti el und die Konzep ion de Au sa zsammlung beziehen sich au ein 1998 e schiene-
nes Themenhe de Zei sch i Ame ican Li e a u e. A Jou nal o Li e a y His o y, C i icism, and Bibliog aphy mi
dem Ti el No Mo e Sepa a e Sphe es!, Da idson 1998.
8 In ih em wegweisenden Au sa z zum Thema ge enn e Wel en, Sepa a e Sphe es, Female Wo lds, Women’s Place:
The Rhe o ic o Women’s His o y, e läu e Linda Ke be die P oblema ik de un e lek ie en Anwendung de Me a-
phe sepa a e sphe es: »When hey used he me apho o sepa a e sphe es, his o ians e e ed, o en in e change-
ably, o an ideology imposed on women, a cul u e c ea ed by women, a se o bounda ies expec ed o be obse ed
by women« (1988, 37).
9 Ho s ad e 1963, 189.
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Deba e zu (3) Rep ession und Angs o Sexuali ä inne halb undamen alis isch- eligiöse
S ömungen,10 die seine Ansich nach in de Übe hebung on Fühlen gegenübe Denken
maßgeblich an iin ellek uelle Ansich en lenk en, zum ande en in dem schon e wähn en (4)
Ve pönen on In ellek uellen als weibisch.11
Es schein ganz so, als wä en die in den 1960e n und 1970e n Jah en einse zenden
kul u - und geschich swissenscha lichen Deba en zum o he schenden F auenbild de
ühen ame ikanischen Republik, dem Kul de Wah en F au und dem da aus esul ie enden
Konzep de Republikanischen Mu e du ch Ho s ad e s We k, wenn nich ge ade ini iie ,
so doch au jeden Fall be eue wo den. Ba ba a Wel e s Au sa z An i-in ellec ualism and
he Ame ican Woman, 1800–1860, e schien nu d ei Jah e nach de Publika ion on Ho -
s ad e s A bei in de Zei sch i Mid-Ame ica, as zei gleich zu ih em Au sa z, The Cul
o T ue Womanhood, 1820–1860. Le z e e Publika ion e ablie e das Konzep de Wah ha -
igen Weiblichkei als es en Bes and eil in de Neube ach ung de Rolle ame ikanische
F auen im 19. Jah hunde . In dem Bei ag e such e Wel e nachzuzeichnen, was Au o en
des 19. Jah hunde s un e diesem ge lügel en Beg i e s anden. An i-in ellec ualism and
he Ame ican Woman konzen ie sich s ä ke au die mi T ue Womanhood e bundene
pseudo-wissenscha liche Da s ellung on de angeblich an iin ellek uellen Na u de F au.
Gleich zu Beginn kons a ie Wel e in di ek e Anlehnung an Ho s ad e s An iin ellek ualis-
mus hese, dass die Gesellscha in den USA des 19. Jah hunde s F auen on Na u aus als
nich in ellek uell ansah, sie abe ge ade wegen ih es e mein lich ehlenden In ellek s als
gesellscha lich we oll schä z e:
»Nine een h-cen u y Ame ican man o en p e e ed common sense o in ui ion o eason,
as modes o achie ing wisdom and u h.
12
Bu i mankind, gene ically, was an i-in ellec-
ual, woman was so in a pa icula way – one in which he e y essence was in ol ed.
Indeed, he mo e she used he hea a he han he mind he mo e eminine she was. An i-
in ellec ualism
was implici in he cul which exal ed women as c ea u es who did no
use logic o eason, ha ing a su e , pu e oad o he u h – he high oad o he hea .«
13
Wel e a gumen ie hie , dass de on Ho s ad e besch iebene T end in den USA, gesunden
Menschen e s and und In ui ion abs ak em Ra ionalismus o zuziehen, F auen au spezielle
Weise be o en habe. Man habe F auen quasi pe se als an iin ellek uell gesehen, in dem
Sinne, dass ih e Wel e kenn nis nich übe in ellek uelle Fähigkei en bes imm we de, son-
de n übe ein ge ühlsmäßiges E kennen. F auen wüss en in ui i , was ich ig und alsch sei.
10 Ebd., 118–119.
11 Ebd., 189–190; 320.
12 Im O iginala ikel inde sich hie eine Fußno e, in de sich Wel e an Ho s ad e s De ini ion on in ellek uell als
Gegensa z zu In elligenz anschließ (Wel e 1966a, 258, Anm.1).
13 Wel e 1966a, 258.
Ni z: F auen in de Deba e um An iin ellek ualismus in den USA | 45
F ausein bedeu e im Ke n, die Wel mi dem He zen wah zunehmen, die Wah hei spon an
zu ühlen. Wel e beleg diese wei e b ei e e Annahme on de nich a ionalen Na u de
F au mi eine Vielzahl zei genössische Beispiele aus (pseudo-)wissenscha lichen (Ana-
omie, Gynäkologie, Ph enologie), eligiösen, jou nalis ischen und li e a ischen Disku sen.
Zugleich zeig Wel e das Dilemma au , in dem sich in ellek uelle F auen wie Ma ga e
Fulle ode Madame de S aël be unden hä en, die quasi wide na ü liche Phänomene da -
ges ell hä en und denen man die Weiblichkei abe kann habe. Wel e geh im Gegensa z
zu Ho s ad e beispielha au die schwie ige Si ua ion on in ellek uellen F auen ein und
beläss es nich bei Allgemeinaussagen zu Maskulinisie ung on denkenden F auen. Sie
sch ieb F auen in die An iin ellek ualismusdeba e de 1960e Jah e ein, abe nich übe ih e
eigene an iin ellek uelle Wel sich , sonde n in de Ho s ad e -T adi ion als an iin ellek uelle
En i ä en pa excellence.
Schon Wel e und nach ih noch nuancie e Linda Ke be lei e en aus de als an iin el-
lek uell de inie en Na u de ik o ianischen F au die ü sie o gesehene gesellscha liche
Rolle de Republikanischen Mu e ab. Ke be e läu e in Towa d an In ellec ual His o y
o Women (1997), dass sie sich An ang de 1970e Jah e ge ag habe, wie die G ünde ge-
ne a ion F auen inne halb de epublikanischen sozialen O dnung posi ionie hä e. E s e
Resul a e diese Übe legungen wa en zwei Au sä ze, die ü iel Au sehen in de Wissen-
scha swel so g en und Ke be s anhal endes Renommee beg ünde en: Daugh e s o Colum-
bia (1974), ge olg on The Republican Mo he (1976). Daugh e s o Columbia e schien als
Teil eine on ehemaligen Schüle n Richa d Ho s ad e s zusammenges ell en Au sa zsamm-
lung zum Gedenken an den ku z zu o e s o benen Wissenscha le und Men o . Auch
hie and die Auseinande se zung mi de Rolle de F au in de neu beg ünde en Republik
in Anlehnung an Ho s ad e s soziohis o ische Analyse s a und p äg e den kul u his o i-
schen Disku s zu ame ikanischen F auen im langen 19. Jah hunde nachhal ig. Ke be , wie
zu o Wel e , kons a ie , dass F auen in de jungen Republik als nich in ellek uell de inie
wo den seien, konzen ie sich im Folgenden jedoch s ä ke au die Deba e zu Bildung
de F au. Ke be diagnos izie ü das ühe 19.Jah hunde eine on Ho s ad e e s dem
ausgehenden ik o ianischen Zei al e zugesch iebene Fo m des An iin ellek ualismus, den
Daniel Rigney in seine Ka ego isie ung de on Ho s ad e disku ie en An iin ellek ualis-
mus ypen als un e lek ie en Ins umen alismus bezeichne .14 Bildung wi d hie bei gesell-
scha spoli isch einem kla en Nu zen-und Anwendungsp inzip un e s ell und nich im au -
klä e ischen Sinne de geis igen Fo mung des mündigen (männlichen) Indi iduums. Nach
Ke be o ien ie e sich das Bildungsziel im Falle on ame ikanischen F auen an de ihnen
zugewiesenen poli ischen Rolle als Mu e und dami E ziehe in mündige Bü ge . Bildung
ü F auen sei nunmeh um die poli ische Dimension de mo alischen E ziehung zukün -
ige S aa sbü ge e wei e wo den. In ellek uali ä um ih e selbs Willen habe man als
k ankha , unna ü lich und e männlichend angesehen.
14 Rigney 1991, 446–447.
46 | An iin ellek ualismus. Ein unwah scheinliche Klassike
Ke be und Wel e si uie en F auen im An iin ellek ualismusdisku s bzw. binden eine
Diskussion on Geschlech e ideologien an An iin ellek ualismus heo ien. Sie gingen dabei
nich subs an iell übe Ho s ad e hinaus, sonde n okussie en sich in e s e Linie au die
A und Weise, wie F auen inne halb dominan e Ideologien e o e wu den und wie dies in
das g oße Na a i des ame ikanischen An iin ellek ualismus pass e. Sie nahmen Ho s ad e
zum Anlass, um übe die poli ische Rolle on F auen in de ame ikanischen Republik nach-
zudenken, und a en dies im Rahmen de Dicho omie »in ellek uell« und »an iin ellek uell«.
Im Gegensa z zu Ho s ad e zeig en sie nich nu au , dass F auen und Weiblichkei kla
an iin ellek uell bzw. als nich in ellek uell de inie wu den, sonde n, wie da aus eine ge-
sellscha spoli ische Rolle ü F auen e wuchs. Ke be kam zu dem Schluss, dass die Ka e-
go isie ung on F auen als nich in ellek uell und die dami einhe gehende Zusch eibung de
Rolle als Hü e in de mo alischen G undwe e de Na ion ein bewuss e P ozess gewesen
seien. Die G ünde gene a ion habe so dem Dilemma begegnen wollen, welches sich aus
de Klu zwischen epublikanischen We en de Bü ge sou e äni ä und gesellscha lichen
Geschlech e hie a chien e gab, die in den en mündigenden Gese zen de co e u e ü e -
hei a e e F auen ekla an sich ba wa en.
Die Diskussion zu an iin ellek uellen Na u de F au und ih e da übe zugesch iebe-
nen gesellscha lichen Rolle üh e zu eine eben alls bei Ho s ad e anklingenden Neuin e -
p e a ion e angelikale undamen alis ische S ömungen. Ho s ad e in e p e ie e die im
19.Jah hunde um sich g ei enden eligiösen E weckungsbewegungen als Mani es a ionen
eines e b ei e en An iin ellek ualismus.15 Ba ba a Wel e e s and die Bewegungen jedoch
ehe als Feminisie ung. Sie a gumen ie in einem Au sa z on 1973 mi dem Ti el The Fe-
miniza ion o Ame ican Religion, 1800–1860,16 dass au g und e schiedene soziokul u elle
Ve ände ungen Religion zu F auensache gewo den sei, was dazu ge üh habe, dass eligiöse
P ak iken domes izie und emo ionalisie wu den. Die E weckungsbewegungen sind nach
Wel e als Symp ome dieses Wandels zu e s ehen. Ku zum e gib sich ü sie und ande e
Kul u wissenscha le *innen nach ih das A gumen , dass die Ve ände ung de eligiösen
P axis ein di ek es Resul a de De ini ion on F auen als an iin ellek uell gewesen sei. Da
man da on ausging, dass F auen in ui i Zugang zu Wel wissen und zu Go hä en, e gab
sich da aus eine Zusch eibung eines höhe en G ades an mo alischen und eligiösen Tugen-
den. Da aus wiede um lei e e sich (nach Ke be sowie Wel e ) die poli isie e Rolle de Re-
publikanischen Mu e ab, die auch eligiöse Angelegenhei en ins häuslich-p i a e, also die
Sphä e de F au, e schob. Wel e und noch p ominen e Ann Douglass en wickel en au die-
se Basis die sogenann e Feminisie ungs hese on Religion und Kul u im 19.Jah hunde .17
Douglass üh e das An iin ellek ualismusa gumen einen Sch i wei e als Wel e , indem
sie die angebliche Feminisie ung ame ikanische Kul u im 19.Jah hunde , d.h. die e -
15 Ho s ad e 1963, 81–116.
16 Wel e 1973.
17 Douglass 1977.
Ni z: F auen in de Deba e um An iin ellek ualismus in den USA | 47
s ä k e Hinwendung zu F ömmigkei und Mo al, als bewuss e Gegenbewegung zu Säkula i-
sie ung des ö en lichen Lebens und des indus iellen Kapi alismus e s and. Sie sah da in
eine an iin ellek uelle Gegenkul u , die on Sen imen alismus und Häuslichkei gep äg ge-
wesen sei.18 Die Feminisie ungs hese beein luss e anhal end die ame ikanische und eu opäi-
sche Religions-und Kul u his o iog aphie, auch wenn sie insbesonde e sei den 1990e Jah-
en s a k ums i en wa und in iele lei Hinsich in F age ges ell bzw. wide leg wu de: So
monie e Ann B aude, dass es keine konk e en Nachweise ü einen demog aphischen Wan-
del in de eligiösen P axis des 19.Jah hunde s gegeben habe. Zudem wies sie und spä e
auch Pa ick Pas u e da au hin, dass In e p e a ionen und De ini ionen on eminin und
maskulin s ä ke his o isch kon ex ualisie we den müss en, um Fehlin e p e a ionen zu
e meiden. Nach Callum B own s ell sich zum Beispiel die F age, ob nich e wa nu F öm-
migkei eminisie wo den sei, sonde n eben auch eine Ve ömmigung on Weiblichkei
s a ge unden habe.19 Gegen die Feminisie ungs hese und dami die Annahme, dass Männe
sich on Ki chen en emde en und F auen eine wich ige e Rolle zukam, sp eche eben alls,
dass dies in nu einigen wenigen p o es an ischen Denomina ionen a sächlich de Fall, abe
keines alls die Regel gewesen sei. Nach B aude zeig sich hie eine ü das 19.Jah hunde
gängige Disk epanz zwischen weibliche P äsenz und männliche Mach habe.20
Die Diskussion zu Feminisie ungs hese dominie sei den 1980e Jah en die wissen-
scha liche Auseinande se zung zu F auen und An iin ellek ualismus. De Fokus lieg hie -
bei au de Be ach ung eine sen imen alisie en an iin ellek uellen Gegenkul u . Sen imen-
alismus und Häuslichkei we den dabei als an iin ellek uell e s anden. Das P oblem eine
solchen kul u wissenscha lichen Aus ich ung ü eine (in ellek uelle) Kul u geschich e on
ame ikanischen F auen lieg da in, dass sie die his o ische und on Ho s ad e wiede be-
leb e Ka ego isie ung on F auen als nich in ellek uell o üh , s a ih e Teilhabe an an i-
in ellek uellen S ömungen zu beleuch en.
Ho s ad e selbs zeig in eine Momen au nahme, dass F auen soga eine Vo ei e olle
in an iin ellek uellen Sich - und Ak ionsweisen zukam. So be ich e e , wie die pu i ani-
sche Massachuse s Bay Colony schon im ühen 17.Jah hunde du ch an iin ellek uelle
Ak i i ä en on Anne Hu chinson au ge ü el wu de. E besch eib , wie sie geleh e Ki -
chen e e e an einde e und Uni e si ä sbildung als ko umpie end ablehn e. Obwohl
Ho s ad e sie als eine A Vo läu e in de E weckungsbewegungen des 19.Jah hunde s
sieh , spielen F auen in seine Auseinande se zung mi den E weckungsbewegungen kei-
ne wei e e Rolle. Geschlech und Sexuali ä e wähn Ho s ad e e s wiede in Zusammen-
hang mi dem Ende des 19.Jah hunde s au kommenden eligiösen Fundamen alismus,
de Sexuali ä zu un e d ücken such e. E mein ku z dazu, dass Fundamen alis en ge-
18 Ebd.
19 Vgl. B aude 1997, 96, Pas u e 2012, 13; B own 2001, 59.
20 Vgl. B aude 1997, 99–100; siehe auch McLeod 2000, 216–247. Fü eine aus üh liche e Zusammen assung de
Diskussion zu Feminisie ungs hese siehe Pas u e 2012.
48 | An iin ellek ualismus. Ein unwah scheinliche Klassike
adezu Angs o Sexuali ä in jegliche Fo m gehab hä en.21 Ma ilyn F ench k i isie e
diese Sich weise und a gumen ie e, hie übe sehe Ho s ad e , dass undamen alis ische
Kon olle on Sexuali ä au die Un e we ung on sich zunehmend emanzipie enden
F auen abgeziel habe. Anhand eine Un e suchung undamen alis ische Rhe o ik zu
weibliche Sexuali ä und zu F auenbewegungen schließ sie au das Bes eben eligiöse
Fundamen alis en, männliche Dominanz in Poli ik und eligiös-mo alischen Angelegen-
hei en zu zemen ie en.22
F ench sah F auen als Op e inne halb on an iin ellek uellen Bewegungen, da diese
die hegemoniale Mach on Männe n s ä ke. Genau diese F age, ob F auen, da sie als
an iin ellek uell de inie we den, in an iin ellek uellen Bewegungen (E weckungs eligion,
Sen imen alismus und Fundamen alismus) pa izipie en bzw. An iin ellek ualismus zu
S ä kung de eigenen Posi ion ins umen alisie en, und inwiewei sie dami die Hegemo-
nie des Pa ia cha s un e s ü zen, dominie in den le z en Jah en die Diskussion zu F au-
en und In ellek ualismus.23 A bei en wie die on Ma y Wea n McCa in zeigen jedoch au ,
dass die Ve o ung on F auen in an iin ellek uellen Disku sen komplexe und nich no -
wendige Weise eindimensional zu sehen is . So könn en sie ih e an iin ellek uelle Posi-
ionie ung sowohl zu Teilhabe an ihnen sons e schlossenen gesellscha lichen Räumen
und Deba en nu zen, als auch in ellek uelle Posi ionen einnehmen. McCa in illus ie
in Nine een h-Cen u y Ame ican Women W i e Religion, wie F auen inne halb eligiöse
Bewegungen s a k a ek i e Rhe o ik nu z en, um heologische Dok inen und Theo ien
in hoch in ellek uellen Disku sen zu hin e agen.24
3. F auen und (An i-)In ellek ualismusdisku se im ausgehenden
19.Jah hunde : Rebecca Ha ding Da is und Eliza F ances And ews
McCa ins A bei schein wegweisend ü eine nuancie e Deba e da übe , wie sich F auen
als an iin ellek uell e s anden, e hiel en und posi ionie en und welche ak i e Rolle sie in
An iin ellek ualismuss ömungen einnahmen. Es s ell sich o allem die F age, wie eine ge-
sellscha liche G uppe, de In ellek abgesp ochen wu de bzw. ü die in ellek uelles Bes e-
ben und Können als unna ü lich gal , sich übe haup in an iin ellek uellen Deba en posi io-
nie en konn e. Um diese Schlag ich ung einen wei e en Impuls zu geben, wi d im Folgenden
un e such , wie sich zwei weiße in ellek uelle F auen im ausgehenden 19.Jah hunde zum
Thema äuße en. Hie sei nochmals angeme k , dass sich die Deba e zu F auen und In el-
lek ualismus in de Regel au weiße F auen bezog bzw. keine Di e enzie ung o genommen
21 Ho s ad e 1963, 119.
22 F ench 1992, 51–66.
23 Vgl. Samuel 1992.
24 Vgl. McCa in 2014.
Ni z: F auen in de Deba e um An iin ellek ualismus in den USA | 49
wu de. Die e e ie en Beispiele lassen kla au Weißsein als una ikulie e No m schließen.
Fü schwa ze F auen und Women o Colo po enzie e sich die P oblema ik. Kün ig müss en
hie zu sepa a e bzw. komplexe e S udien du chge üh we den, die in e sek ionale Fo men
de Absch eibung in ellek uelle Fähigkei en be ücksich ig en.
In diesem Bei ag s ehen die au obiog aphischen Tex e on zwei weißen F auen im Fo-
kus, die sich auch zu ehemals e skla en F auen posi ionie en und die Pe spek i e dami
ö nen. Bei den Tex en handel es sich um die kul u elle Au obiog aphie Bi s o Gossip
(1904) on Rebecca Ha ding Da is (1831–1910) und um das 1908 publizie e Bü ge k iegs-
agebuch The Wa -Time Jou nal o a Geo gia Gi l, 1864–1865, on Eliza F ances And ews
(1840–1931). Beide Tex e e binde de in ellek uelle S a us de Au o innen als Sch i s elle-
innen und im Falle on And ews auch Na u wissenscha le in, das Gen e des Li e W i ing
im wei e en Sinne und die di ek e Ve handlung on In ellek uali ä , (Wel -)Wissen und
Bildung.
Au obiog aphisches Sch eiben on F auen im langen 19.Jah hunde en sp ach nich
dem gängigen Kodex ame ikanische Weiblichkei , de eine ö en liche Selbs inszenie ung
nich o sah. Deshalb g i en F auen häu ig zu Al e na i en, indem sie quasi eine Beobach-
e -bzw. Zei zeugen olle ü sich dekla ie en und ih e Selbs da s ellungen legi imie en.
Da is p oklamie in den e ö nenden Kommen a en zu Bi s o Gossip, dass es ih um e leb e
Zei geschich e gehe. And ews be on im Vo wo zum Tagebuch, dass sie einen Bei ag zu
Gesellscha sgeschich e des Südens leis en wolle.25
Da is und And ews publizie en au obiog aphische Tex e mi de In en ion, ein b ei es
Publikum zu e eichen. Es is da on auszugehen, dass hie Gedanken p opagie we den,
die ö en lich e handelba wa en. Dies is gleichzei ig Haup augenme k de Un e suchun-
gen, nämlich die ö en lichkei swi ksame Ve handlung on In ellek ualismus und An i-
in ellek ualismus du ch F auen und in Bezug au F auen um die Jah hunde wende. Die
Un e suchungspe iode lieg im sogenann en Gilded Age am Übe gang zu P og essi en Ä a.
Dami handel es sich nach Ho s ad e um eine Phase des Übe gangs om An iin ellek ualis-
mus des indus iellen Zei al e s zu Expe enkul u des ühen 20.Jah hunde s.26 Es soll
en sp echend un e such we den, inwiewei sich die Eins ellungen de zwei Au o innen zu
In ellek uellen in diese T adi ion eino dnen lassen. Die Auswahl bleib le z lich s ichp oben-
ha und e heb keinen Ansp uch au ep äsen a i e Gene alisie ungen, gleichwohl zeig
sie einen kla en noch zu besch eibenden T end dahingehend, wie F auen an iin ellek uelle
Deba en zu Einsch eibung in die in ellek uelle Eli e nu z en.
25 Da is 1904, 21; And ews 1908, 3.
26 Vgl. Ho s ad e 1963, 197–229.
56 | An iin ellek ualismus. Ein unwah scheinliche Klassike
keine Ahnung on Menschen a ikanischen U sp ungs hä en. De Disku s de »Rassenex-
pe ise« uß e kla au eine epis emologischen Dicho omie on heo e ischen Abs ak io-
nen de No ds aa le im Kon as zu All agse ah ungen on Süds aa le n. Als Beweis ü
ein Ve sagen on No ds aa enideologien und - heo ien wu de dabei die on No ds aa en
poli isch kon ollie e Rekons uk ionspe iode he angezogen, die on Rassenun uhen und
poli ischem Chaos gep äg gewesen sei.
Genau diese Geschich s e klä ung schloss And ews sich mi ih e Tagebuch e ö en -
lichung an, in de sie übe Pa a ex e in Fo m on Vo -und Nachwo sowie Fußno en An-
sp uch au »Rassenexpe ise« e heb . So heiß es:
»These e en s [Mach übe nahme du ch No ds aa le , Skla enemanzipa ion, JN] ma k he
beginning o ha deplo able succession o blunde s and ou ages ha has bequea hed us
he mos e ible legacy o he wa – he ace p oblem; a p oblem which, unless he com-
mon sense o he na ion shall awaken, and ha igh ea ly, o he simple ac ha a ho se
and an ox, o an elephan and an an elope, canno pull oge he in he same ha ness, will
se le i sel be o e ano he gene a ion has passed in a agedy compa ed wi h which he
agedy o he Ci il Wa was child’s play.«
46
In diesem Kommen a zu dem Teil des Tagebuchs, welche die di ek e Nachk iegszei be-
handel , be on And ews, dass sie sich nich ü die olgenden Passagen olle G oll und En -
üs ung gegen No ds aa le en schuldigen we de, da sie diese Emo ionen ü be ech ig e Re-
ak ionen hal e. Die Tagebuchein äge sind ge üll mi Anekdo en dazu, wie gewinnsüch ige
Yankees ein äl ige Schwa ze ko umpie haben sollen und No ds aa le gegenübe Schwa -
zen Gewal anwenden. Demgegenübe be on And ews, wie die ehemaligen Ve skla e dem
Chaos und Elend mi leidig und hil los gegenübe ges anden hä en, und e läu e szenisch die
scheinba (essen ialis ische) Na u on ehemals Ve skla en. Sie beklag die Un ähigkei ehe-
malige Ve skla e , sich wei e um diese zu kümme n. S a dessen sähen sie zu, wie ih e ehe-
maligen Schu zbe ohlenen e oh en und e kämen, da sie mi de neu gewonnenen F eihei
und Gleichs ellung nich umgehen könn en. Sie e wa e , dass die Na ion endlich den gesun-
den Menschen e s and einschal e und e kenne, dass Schwa ze und Weiße nich gleich seien,
um eine gesellscha liche Ka as ophe zu e hinde n. Sie illus ie den Un e schied zwischen
»schwa zen« und »weißen« Menschen au e s ö ende Weise als P e d und Ochse ode An ilope
und Ele an , also quasi als eine Spezies, die un e schiedlich zu behandeln seien.
And ews ma kie sich selbs als Expe in in diese Angelegenhei und e u eil jene,
die sie ganz ähnlich wie Rebecca Ha ding Da is als »neue P ophe en« und »Neuengland
Apos el«47 bezeichne . Sie mein hie jedoch Pe sonen wie Wendell Philipps und William
Lloyd Ga ison, die sich ü die Rech e on Schwa zen einse z en. Sie sind in den Augen
46 And ews 1908, 336.
47 Ebd., 337.
Ni z: F auen in de Deba e um An iin ellek ualismus in den USA | 57
on And ews igno an e T äume , sie selbs hingegen sei eine A An h opologin, die dem
Lese die Na u de Schwa zen zu e klä en suche, wie aus olgende Passage eind ücklich
e sich lich is :
»The apos les o eedom a e doing hei bes o make hem [ehemalige Ve skla e] in-
solen and discon en ed, and a e a while, I suppose, hey will succeed in making hem
ho oughly unmanageable, bu come wha will, I don’ hink I can e e che ish any e y
ha d eelings owa ds he poo , igno an blacks. They a e like g own up child en u ned
ad i in he wo ld. The neg o is some hing like he I ishman in his blunde ing good
na u e, his impulsi eness and imp o idence, and he is like a child in ha ing always had
some one [sic] o hink and ac o him. Poo c ea u es, I shudde o hink o wha hey
mus su e in he u u e, and o wha hey a e going o make his whole coun y su e
be o e we a e done wi h hem.«
48
Wie Da is e u eil And ews die Aboli ionis en ü de en Wel emdhei , geh abe noch
ein S ück wei e und behaup e , dass sie dami das Land ins Chaos s ü z en. Ganz in de
Manie on Da is nimm And ews eine Ka ego isie ung on Menschen ypen o , abe nich
als eine A Bes andsau nahme, sonde n mi dem kla en Ziel de Hie a chisie ung. Da is
und And ews legi imie en ih e Sich weisen du ch e leb e E ah ung und ins umen alisie en
Inside wissen, um sich selbs eine ö en liche S imme zu geben. Die einande ähnlichen
S a egien dienen jedoch ande en Zielen. Da is schließ ih e kul u elle Au obiog aphie mi
einem Au u zum iedlichen Mi einande , das keine Pa ei-ode Rassenzugehö igkei kenn :
»I used o like o dislike hem as Democ a s o Republicans, whi es, Indians o neg oes,
c iminals o Ch is ians. Now I only see men and women […] he despe a e s uggle o each
one, day by day, o be clean and decen and ue.«
49
And ews hingegen eih sich in die Süd-
s aa ene inne ungskul u ein, die sich in ik ionalen und nich ik ionalen Sch i en als «Ras-
senexpe *innen« zu s ilisie en such e und ganz kla heo e ische Re o mgedanken gegen
p ak ische E ah ungen s ell e.
Das »G and Na a i e« de Süds aa en zu »Rassenexpe ise« s ell E ah ung (Empi ie)
gegen Theo ie und e laub e Eli esüds aa en auen Teilhabe am ö en lichen Disku s und
dami die Einsch eibung in das na ionale Na a i de Gebu de Na ion nach dem Bü ge -
k ieg. Gleichzei ig s ilisie sich And ews in ih en Beglei ex en als in ellek uelle F au, die
his o ische Ve läu e wissenscha lich zu beu eilen e s ehe. So sei de al e eudale Süden
keine Mons osi ä , sonde n »a case o bela ed su i al« gewesen, de nun om mode nen
Indus iesys em abgelös wü de, das Lohnskla e ei p o i able als »cha el sla e y« gemach
hä e.50 Neben sozialda winis ischen und ma xis ischen E klä ungsmus e n zieh And ews
48 Ebd., 340.
49 Da is 1904, 129–130.
50 And ews 1904, 11.
58 | An iin ellek ualismus. Ein unwah scheinliche Klassike
zusä zlich li e a ische P äzedenz älle bzw. Einschä zungen he an, um ih e b ei e Bildung
und ih en In ellek ö en lich zu Schau zu s ellen. So schließ sie ih e einlei enden Aus-
üh ungen mi einem Zi a on Al ed Lo d Tennysons Locksley Hall (1842), einem Gedich ,
welches einen kon inuie lichen na ü lichen Fo sch i de Menschhei implizie .51
6. Fazi : An iin ellek uelle in ellek uelle F auen
Die au obiog aphischen Sch i en on And ews und Da is beinhal en an iin ellek uelle Ten-
denzen, die die Aus üh ungen on Ho s ad e und Rigney, abe auch on Wel e und Ke be
um signi ikan e Nuancen e wei e n. Sie sind an iin ellek uell in dem Sinne, dass sie In ellek-
uelle als e snob , abgehoben, a ogan und nich e auenswü dig bis hin zu ge äh lich
(And ews) e u eilen. Sie sehen In ellek uelle als übe sensibel, e kop e Reali ä s emde
ohne D ah zum Volk.
52
Im Gegensa z zu den Annahmen on Ho s ad e , Rigney, Wel e und
ande en e s ehen sich die Au o innen nich als pe se an iin ellek uell. Seh wohl sch ei-
ben sie F auen die ypischen A ibu e des ik o ianischen F auenbilds zu (Ge ühl, He z,
In ui ion, mo alisch- eligiöses Bewuss sein), jedoch se z en sie diese Eigenscha en neben
einen ausgep äg en In ellek . Sie eihen sich wede in die Sen imen alismus adi ion noch in
die »Republican Mo he hood«-Ideologie ein, sonde n insinuie en, dass F auen le z lich die
besse en In ellek uellen seien, da sie Ve s and, In ui ion und He z e ein en. Wenn Männe n
wie Wendell Holmes on Da is also weibliche A ibu e zugesch ieben we den, so geschieh
dies nich im Sinne de Ma kie ung on In ellek uellen als weibisch e weichlich , sonde n
als We schä zung.
Ho s ad e is dahingehend zuzus immen, dass sich im Übe gang om Gilded Age zu
P og essi en Ä a ein Wandel weg on eine In ellek uellenkul u hin zum Expe en um oll-
zieh . Da is und And ews p opagie en die Annahme, dass wel liche E ah ungen, In ui ion
und Common Sense legi imes Wissen da s ellen. Alle dings o ie en sie ü eine Kombi-
na ion aus Theo ie und P axis, abe nich no wendige weise im Sinne des un e lek ie en
Ins umen alismus, sonde n um eine solide epis emologische Basis zu scha en und um eine
gesellscha spoli ische Legi imie ung he zus ellen.
Es handel sich bei Da is und And ews also nich in e s e Linie um eak ionä en An i-
in ellek ualismus zu Un e maue ung männliche Hegemonie, wie ihn Ann Douglass in The
Feminiza ion o Ame ican Cul u e kons a ie . Es wi d nich weibliche A ek gegen männ-
lichen Ra ionalismus ges ell , sonde n weibliche gegen männlichen In ellek . Die Sch i -
en sind Ausd uck weiblichen In ellek s und weibliche Subjek i i ä , sie sind gep äg on
einem Au u zu geleb em, angewand em, bodens ändigem In ellek ualismus, de das Weib-
liche als Poli isches einbezieh .
51 Fü eine aus üh liche e Diskussion zu And ews’ in e ex uellen Ve weisen siehe Ni z 2016.
52 Vgl. Ho s ad e 1963, 12.
Ni z: F auen in de Deba e um An iin ellek ualismus in den USA | 59
Die Falls udien s ü zen alle dings Ho s ad e s Annahme, dass an de Schwelle zu P o-
g essi en Ä a In ellek uali ä nich länge nu als Teil eine p i ilegie en Schich angesehen
wu de, sonde n de Fokus s ä ke au Expe enwissen lag, welches p ak ischen Nu zen zu
Re o m eine on Indus iegigan en und poli ischen Bossen egie en Gesellscha ha e.
Mo alische und eligiöse P inzipien e en wiede in den Vo de g und,53 abe im Falle on
And ews und Da is nich an iin ellek uell, sonde n zu Einsch eibung on F auen in den In-
ellek ualismus. Iden i izie we den konn e diese Tendenz sowohl ü die ehe konse a i e
Süds aa le in And ews als auch die poli isch p og essi e Da is, die sich als (Ve -)Mi le in
zwischen No d und Süd e s and. Wei e e geog aphisch di e se sowie e schiedene ge-
sellscha liche G uppen einschließende S udien zu F age, wie F auen sich in In ellek ualis-
musdeba en posi ionie en, könn en diesem Eind uck wei e nachgehen und uns ein iel-
schich iges Bild de An iin ellek ualismusgeschich e lie e n, das auch heu igen komplexen
gesellscha lichen Phänomenen und populis ischen P ägungen ge ech wü de.
53 Ebd., 197–199.
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Julia Ni z
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Fo schungsin e essen gehö en neben de Geschich e und Kul u des ame ikanischen Südens
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die na a ologische His o iog aphie, die pos kolonialen Museumss udien, die anglophone Ka
ibik
und die Adap ionss udien sowie ansa lan ische F auenne zwe ke im langen 19. Jah hunde ; hie -
zu g ünde e sie 2014 auch ein eigenes Ne zwe k: In e con inen al C oss-Cu en s (h ps://c osscu -
en s.uni-halle.de).
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