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Die räumliche Rekonstruktion der Bibliothek von Fulda

Hellmann, Martin

Abstract

The preserved booklists of the monastery of Fulda mark the two central periods in the history of the library of Fulda, the ninth century and the tum of the 15th to the 16th century. We point out certain structures and compare different passages in the later group of lists which enable us to draw some conclusions on the arrangement of the books in the shelves. Our knowledge is also based on archaeological research by Josef Leinweber and the wood-engraving of Hans Brosamer of 1542.

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Faventia 1911, 1997 75-87 Die raumliche Rekonstruktion der Bibliothek von ~ulda* Martin Hellmann Seminar fiir Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit Serninarstr. 3. D-69117 Heidelberg Data de recepci6: 201611996 Abstract The presemed booklists of the monastery of Fulda mark the two central periods in the history of the library of Fulda, the ninth century and the tum of the 15th to the 16th century. We point out certain structures and compare different passages in the later group of lists which enable us to draw some conclusions on the arrangement of the books in the shelves. Our knowledge is also based on archaeological research by Josef Leinweber and the wood-engraving of Hans Brosamer of 1542. ~ittelalterliche Bibliothekskataloge, die der friihen Neuzeit eingeschlossen, ziehen in besonderem MaBe das Interesse der mittellateinischen Forschung auf sich. Sie geben oft Zeugnis von untergegangenen oder weit verstreuten Bücherschatzen des Mittelalters. Die Lage fiir Fulda ist in verschiedener Hinsicht aul3ergewohnlich. Die Unterschiedlichkeit der erhaltenen Bibliothekskataloge erschwert zunachst den Vergleich der Verzeichnisse untereinander und erschwert damit die Rekonstruktion des Büchervorrates, der zurecht irn Mittelpunkt der Interessen steht. Andererseits erlauben gerade die unterschiedlichen Systeme der Katalogisierung einige Rückschlüsse auf die raumliche Aufstellung der Bibliothek, denen diese Arbeit gewidrnet ist. Die Idee dazu ergab sich aus folgender Beobachtung: Das Vatikanische Verzeichnis V ist in 46 Ordines eingeteilt. Die Reihenfolge des Pariser Verzeichnisses P folgt im grofien nicht den Ordines von V, stimmt aber hinsichtlich der aufgeführten Codices an vielen Stellen mit V überein. Man kann daher die Reihenfolge aufschreiben, nach der P die Ordines von V durchlauft: * Dieser Aufsatz ist die griindlich überarbeitete Fassung einer Rezension des von Gangolf Schrimpf herausgegebenen Buches Mittelalterliche Biicherverzeichnisse des Klosters Fulda (1992), die im Hessischen Jahrbuch fiir Landesgeschichte 45 (1995), p. 272-275 erschienen ist. He~orgegangen ist die Arbeit aus einem Vortrag "Alte Bücherlisten aus Fulda" irn Rahmen des Seminars "Lateinische Literaturlandschaften IV: Fulda" von Walter Berschin arn Seminar fur Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit in Heidelberg. 76 Faventia 1911,1997 Martin Heiimann Es bietet sich nun an, mit Ordo 5 eine neue Zeile zu beginnen und die Spriinge der Ordo-Nummern zu markieren: Das System von V wechselt also nach jeweils vier Ordines die Reihe, wihend P wesentlich lhger die Reihe entlanglauft. Damit ergibt sich eine Vierergruppierung der Ordines, die unabhangig davon in dem inventarischen Verzeichnis F als Strukturmerkmal der Bibliothek hervortritt. Denn in F sind jeweils vier Ordines zu ehem Repositoriurn (=Regal) zusammengefal3t. Dieser Weg der Rekonstruktion fuhrt genau bis zu diesem Punkt und nicht weiter. Wir haben damit aber eine Motivation und einen festen Anhaltspunkt fiir die raudiche Rekonstruktion gewonnen und konnen sie von anderen Beobachtungen ausgehen lassen. Die Handschriften Die folgenden Skizze gibt einen Überblick uber die Fuldaer Bibliothekskataloge und ordnet sie nach einfachen Kriterien. Die Vielfalt reicht von kurzen Bucherlisten bis zum vollstandigen Inventar der Klosterbibliothek sowie vom IX. bis zum xv1.Jahrhundert. Ein umfangreicher und vollstandiger Katalog aus dem m.Jahrhundert, der Glanzzeit der Bibliothek von Fulda, fehlt allerdings. In Friihwie Spatzeit der Bibliothek gibt es inhaltlich gut sortierte Verzeichnisse, die eine wohlgeordnete Bibliothek bezeugen (B5lC und Ba), und reine Standortkataloge (D, E und F). Letztere geben genaue Standortbezeichnungen an, lassen aber keine konsequente Ordnung der Bucher erkennen. Ba, V, S und P folgen der Bibliotheksaufstellung nach der beruhmten Ordnung von Johann Kn~tel'. In diesen Katalogen ergibt sich so auch eine inhaltliche Sortierung, die aber nur in Katalog Ba konsequent verfolgt wird. systematische Katalogisierung kurze Listen nach Inhalt nach Standort S. IX A B1 B2 B3 B4 48 17 6 17 8 Fragmente s. IXIX Ausziige s. XVI 1. Die Queiien zu Leben und werk von Johann Knottel hat Josef Leinweber untersucht: Der Fuldaer Stiftskastos Johann Knottel - Neue Funde .In: & SCHRIMPF (1992), p. 173-177. Die raumliche Rekonstruktion der Bibliothek von Fulda Faventia 1911, 1997 77 Die Siglen stehen fur die nachfolgend angegebenen handschriftlichen Quellen. Bei jeder Sigle steht die Anzahl der Eintrage in der jeweiligen Liste, die im wesentlichen der Anzahi der nachgewiesenen Bücher entspricht. Faiis die EinMge in Abteilungen zusammengefaljt sind, steht nach einem Doppelpunkt die Anzahl der Abteilungen. Die Zahlung folgt den unten angegebenen maljgeblichen Editionen. Handschrift Editionen Abbildungen Basel, UB, F Ui 15a, LEHMANN (1925,11927) SCHRIMPF (1992) tab. lsq. fol. 17'-18' SCHRIMPF (1992) p. 201sq. Vat. Pal. lat.1877, LEHMANN (19251) Bibl. Pal. (1986) p. 83 fol. 35'-43' SCHRIMPF (1992) p. 18-47 SCHRIMPF (1992) tab. 3-5 BERSCHIN (1992) p. 13 1 LEHMANN (1925J tab. lsq. t SCHANNAT (1729) p. 64sq. RULAND (1859) p. 277sq. BECKER (1885) p. 30sq. Fulda, HLB, B 1, RULAND (1859) p. 277 SCHRIMPF (1992) tab. 6 fol. 31' BECKER (1885) p. 31sq. Basel, UB, F Ei 15b, WINTERFELD (1900) p. 403 SCHWF (1992) tab. 7 Vorsatz SCHRJIVPF (1992) p. 91 Paris BN, nouv. acq. lat. 643 CHRIST (1933) p. 295-305 CHRIST (1928) tab. 2 Basel, UB, F III 42 SCHRIMPF (1992) p. 104-171 SCHRIMPF (1992) tab. 8 Vat. Pal. lat. 1928 CHRIST (1933) p. 66-160 CHRIST (1928) tab. 1 Einzelblatt in CHRIST (1933) p. 160 Vat. Pal. lat. 1928 (ohne Ziihlung) Signaturaufschriften und SPILLINGLOWE (1982) tab. 14 Notizen in F Übersicht in F CHRIST (1933) p. 249 Marburg, StA, R 38 SCHERER (1902) p. 89-1 11 CHRIST (1933) p. 249-275 Auf die palaographische Datierung der Kataloge des xv~. Jh. bin ich nicht niiher eingegangen. Sie ist einerseits sehr schwierig und andererseits fiir die Rekonstruktion der Bibliothek nicht unmittelbar verwertbar. Die erhaltenen Kataloge scheinen nlimlich Abschriften alterer Vorlagen zu sein, so dalj das Datum der Niederschrift nicht mit dem Datum der wiedergegebenen Bibliotheksaufstellung übereinstimmen mulj. Es kann als evident betrachtet werden, dalj die in Ba, V, S und P bezeugte Bibliotheksordnung an der Wende zur Neuzeit mit der Knottelschen um 1480 identisch ist. Bezweifeln mochte ich aber, dalj schon Knottel Signaturen vergeben hat. Man kann zwar davon ausgehen, dalj er die Bibliothek in die bekannten und durchgezahlten Ordines eingeteilt hat, die Signaturvergabe mul3 sich dann über einen langeren Zeitraum erstreckt haben und ist nie vollendet worden. Die Numerierung der Codices innerhalb der Ordines ist nur bis zum Ordo 37 durchgefiihrt. Hohere Signaturen bestehen nur aus der Ordo-Zahl. Zu dem durch V reprasentierten Zeitpunkt kann auch diese unvollstiindige Signaturvergabe noch nicht 78 Faventia 1911, 1997 Martin Helimam abgeschlossen sein, weil V in den Ordines 35-36 und 43-46 nicht die durch die Signaturen festgeschriebene Ordnung hat. Die Rekonstruktion Ein guter Ausgangspunkt fiir die Rekonstruktion der raumlichen Verhldtnisse in der Bibliothek von Fulda ist der Katalog F mit einer Einteilung in 10 Regale (repositoria) und jeweils vier Unterabteilungen (ordines). Die zahlenmaBige Verteilung der Codices auf die Regale lat drei Gruppen von Regalen erkennen. Der Unterschied zwischen den Regalgrofien der Gruppe I-VI und der Gruppe VII-IX ist zwar alles andere als sigmfikant, wir kiinnen aber die Zusammengehijrigkeit in der Nurnerierung als weiteres Indiz fur ihre rhmliche Zusarnrnengehiirigkeit ansehen. VII 82 vm 79 An dieser Stelle schon ist der Vergleich mit der archaologischen Rekonstruktion des Bibliotheksraumes von Josef Leinweber2 und dem Holzschnitt von Hans Brosamer aus dem Jahr 15423 aufschlufireich. Dieser Holzschnit ist bisher nicht emstgenommen worden, weil er in Sebastian Münsters Cosmographia auch bei der Bibliothek von Alexandria auftaucht. Dabei liegt es doch nahe, daí3 im sechzehnten Jahrhundert die Bibliothek von Fulda als alter Bücherschatz rnit der untergegangenen Bibliothek von Alexandria in Verbindung gebracht wird. 2. LEINWEBER, J. WO befand sich im Mittelalter die Bibliothek des Klosters Fulda? in: SCHRIMPF (1992), p.178-181. 3. In M~NSTER, S. Cosmographia universalis, Base1 (1550), p. 706, repr. in SCHRIMPF (1992), tab. 15. Die raumliche Rekonstruktion der Bibliothek von Fulda Faventia 1911,1997 79 Rechts der Holzschnitt aus Sebastian Miinsters Cosmographia universalis, links davon seine Spiegelung. Darunter die archblogische Rekonstruktion aus dem Beitrag von Leinwerber, worin die Ziffem (1) Bibliothek, Archiv und Heiltumshaus und (2) den Kapitelsaal bezeichnen. Die Raummalje von etwa 17 m x 8 m, die der Skizze von Leinweber zu entnehmen sind, fügen sich gut rnit einer Codexbreite von etwa 10 cm. Eine Regalreihe an der Langseite urnfa13t ungefsihr 180 Codices, eine Regalreihe an der Schmalseite urn die 80 Codices. Wie auf dem Holzschnitt ergeben sich in meiner Skizze zurn Teil eine, zum Teil zwei Regalreihen pro Wand. Die fensterlosen Wiinde haben zwei Regale ubereinander, die Fensterwande haben nur ein Regal. Will man die Auljenwande der archaologischen Rekonstruktion mit den Fensterwanden des Holzschnitts in Einklang bringen, mul3 man eins von beiden spiegeln. Die Vermutung liegt nahe, dalj der Holzschnitt spiegelverkehrt abgedruckt ist. Die Verteilung der Repositorien und Ordines in das Regalschema tritt viel weniger deutlich hervor. Im Prinzip suchen wir eine Anordnung, in der jedes der Verzeichnisse einen einfachen Weg durch den gesamten Biichervorrat darstellt. Dieser Weg wird fur verschiedene Verzeichnisse unterschiedlich ausfallen. Wir stoljen aber auf eine Schwierigkeit, die nicht ganz auljer Acht gelassen werden 80 Faventia 1911,1997 Martin Hellmann kam, da13 die verschiedenen Verzeichnisse namlich nicht gleichzeitig und damit unter ver%nderten Aufstellungen verfaí3t wurden. Wir mussen fiir die Rekonstruktion also Veriinderungen der Aufstellung zulassen, gleichzeitig mussen wir aber damit rechnen, da13 die Aufstellung nicht eindeutig zuriickverfolgt werden kann. Wir konnen zunachst die Verteilung der Ordines von Verzeichnis V auf die Regale von F studieren: Es ist offensichtlich, daí3 auf den Repositorien I und I1 eine Verschiebung stattgefunden hat und daí3 die urspriingliche Anordnung so aussah: Die Abfolge der Knottelschen Ordines 1-24 und die der Repositorien I-VI von F stimmen also uberein. Fur die simvolle Verteilung der ersten sechs Repositorien an der Nordseite kommen zwei grundsatzliche Moglichkeiten in Frage: Die Entscheidung fillt nach den einleitenden Bemerkungen eindeutig zugunsten der zweiten Moglichkeit aus. Wir komen allerdings noch nicht wissen, ob die Reihen von West nach Ost oder umgekehrt orientiert sind. Fur die Gesarntverteilung der Repositorien kommen folgende Varianten in die engere Auswahl, wenn wir beriicksichtigen, da13 die beiden ubereinanderliegenden Regale an der Westseite aufeinanderfolgende Nummem besitzen sollten: Die Abteilung derjenigen Autoren, die rnit nur einzelnen Buchern vertreten sind, bildet in der Knottelschen Ordnung die Ordines 21-25 und verteilt sich in F auf die Repositorien VI und VII. Das spricht fur die Nachbarschaft von VI und VI1 und damit fur eine der Varianten cdef. Die raumiiche Rekonstruktion der Bibliothek von Fulda Faventia 1911, 1997 ' 81 Weitere direkt von F ausgehende Entscheidungskriterien fur die Verteilung der Repositorien sehe ich nicht. Unter der Annahme, daí3 auch in den restlichen Repositorien von F die Abfolge der Knottelschen Ordines erhalten wurde, hatten wir nach den vier favorisierten Verteilungen von F folgende Verteilungen der Knottelschen Ordines: Die Orientierung einiger Regale ist noch nicht klar. Die Orientierung des Regals 25-28 ergibt sich aus der angenommenen Nachbarschaft der Ordines 24 und 25. Daí3 Regal 29-32 in e und f die gleiche Orientierung hat, dürfen wir annehmen. i4ele der Ordines lassen sich in inhaltlichen Gruppen zusammenfassen: 1-4 Augustinus, 5-6 Gregor d.Gr. usw. Aus der inhaltlichen Zusammengehorigkeit von 2125 komten wir sogar Rückschliisse auf die Aufstellung ziehen. Die am auEZlligsten auseinandergerissene Gruppe ist die der Heiligen Schrift. Sie besteht aus den Ordines 29,30 und 37. Da die Heilige Schrift urspriinglich, also in einer ccvorknottelschen,, Ordnung, sicherlich zusammen aufgestellt war, konnen wir eine Nachbarschaft dieser Ordines annehrnen. Darnit ergibt sich zunachst die Orientierung von Regal X in allen vier Fallen. Eine unmittelbare Nachbarschaft dieser Ordines ist nur bei c und d moglich. Daí3 die unmittelbare Nachbarschaft der biblischen Schriften auch nach Knottel noch gegeben ist, geht aber aus der Übersichtsliste f hervor, deren erste Nummer Libri textum biblicum continentes lautet. Die nachfolgenden Nummem 2. Statuta conciliorum et patrum, 3. Augustini, etc. fügen sich dann gut mit der Anordnung der Ordines 3 1/32 und 1/21 ... Die Varianten c und d sind kaum zu trennen. Mir personlich gefallt c besser, weil die biblischen Ordines hier auf gleicher Hohe stehen. Mit dieser Entscheidung zugunsten von Variante c ergibt sich folgende raumliche Verteilung der Ordines zur Zeit Knottels: 82 Faventia 1911, 1997 Martin Hellmann Weitergehende Spekulationen Unter unveroffentlichten Notizen Hermann Degerings fand man folgende Bemerkung: Um so mehr verwundert es mich jedoch, daJ er [Karl Christ] den letzten, freilich mit Schwierigkeiten, aber auch aussichtsreichsten Weg zu diesem Ziel nicht erkannt und beschritten, sondern nur gequert und ihn gleichsam iibersprungen hat, namlich den Weg, die alten vor Knoetelschen Ordines zu rekonstruieren4. Die Schwierigkeiten sind durchaus grofler, als man aus diesen Worten vermuten konnte, und bis heute nicht aus dem Weg geraumt, ja nicht einmal formuliert worden. Leider zeigt die oben rekonstruierte Anordnung der Ordines nicht die erwartete Einfachheit des Weges von P. Der aufangs night betrachist tete Abschnitt von Katalog P (230-348) ist offensichtlich mit dieser Aufstellung nicht vertraglich. Wenn wir nun weitere Bewegungen in der Bibliothek zulassen, kommt es sehr darauf an, ob die fur P ausschlaggebende Aufstellung junger als F oder alter als die Knottelsche ist. Diese Frage konnen wir aber leicht entscheiden, weil P die charakteristische Verschiebung der Augustinus-Ordines in F gegenüber V noch nicht aufweist. Nur deswegen kann in P Hieronymus direkt an Augustinus anschlieflen. Versuchen wir also, die Aufstellung c so zuriickzuverschieben, dai3 der Weg von P nachvollziehbar wird. Verschiebungen in der Aufstellung lassen ein Wachstum der Bibliothek vermuten. Wir konnten deshalb riickwk-tsrechnend versuchsweise an einer geeigneten Stelle ein Regal entfernen5. Man konnte darin das Abbild einer noch alteren und besser sortierten Aufstellung erkennen (vergleiche skizze W). Das Wachstum der alphabetischen Sarnrnelabteilung doc fuhrte dann zu. AuBerdem hat sich in zwischen Bibel und Vaterliteratur unsystematisch allerhand zur alten Kirchengeschichte angesammelt. Ein neues Regal im Eingangsbereich erlaubte dann die Verschiebung von Gre Amb Rab Bed Boe, so daB die doctores wieder in einer Reihe stehen konnten. Dabei entstand an der Ostwand Raum fiir die neue historische Abteilung. Die wach4. SCHRIMPF (1992), p. 256. 5. Die in der Skizze venvendeten Abkiirmngen sind der konkordanz der Ordines p. 76 sq. zu entuchmen. Die raumiiche Rekonstruktion der Bibliothek von Fulda Faventia 1911, 1997 83 sende Abteilung der Schulautoren dr2ngte die Bibel zum Teil in die entstandene Lucke bei den Konzilien der Vater. Das wiire dann die Ausgangssituation fiir Johann Knottels Einteilung der Bibliothek in Ordines, unter denen man sich 48 Facher vorzustellen hat, deren Anordnung im wesentlichen schon oben rekonstruiert wurde. Einordnung der übrigen Quellen Eine umfangreiche und ehem Katalog gleichwertige Quelle bilden die Signaturen, die einerseits als zusatzliche Notizen in Katalog F, andererseits als Aufschriften erhaltener Codices iiberliefert sind. Bei der Erstellung des Vatikanischen Verzeichnisses waren, wie ich vorschlagen mochte, die beiden letzten Facher noch leer. Feste Signaturen fur die einzelnen Codices waren noch nicht vergeben. Nur so ist zu erkliiren, dalj die Ordo-Nummern der Signaturen nicht uberall mit den aus V hervorgehenden Standorten ubereinstimmen. S ist also junger als V. Der umgekehrte Schlulj ist nicht moglich, nachtragliche Andercurgen der signaturen nicht belegt und wenig wahrscheinlich sind. Unsicher ist bisher noch die Einordnung der Liste v. Ihr auffalligstes Charakteristikum ist die abweichende Position von Isidor gegeniiber der knottelschen Ordnung. Die Schwierigkeit besteht darin, dal3 Isidor sowohl in der alteren Aufstellung als auch in der jungeren F nicht vorkommt. Die Kataloge des IX. und x. Jahrhunderts erlauben keinen direkten Vergleich mit denen des xv. und XVI. Jahrhunderts. Bemerkenswert ist aber, dal3 es in den