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Der Fliegende Holländer in der Inszenierung von Christoph Schlingensief, Manaus 2007. Eine Annäherung anhand von Dokumenten, Aufzeichnungen und Gesprächen mit Mitarbeitern

Gebbers, Anna-Catharina

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Ausgabe 2012/3 De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. Anna-Ca ha ina Gebbe s (Be lin) ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 2 Zusammen assung. Folgende Be ach ung on Ch is oph Schlingensie s Inszenie ung on De Fliegende Hollände 2007 in Manaus basie sowohl au de Sich ung eine ilmischen Dokumen a ion de Au üh ung und ilmi- schen und ex basie en Zusa zma e ialien als auch au In e iews mi di ek be eilig en Mi gliede n aus dem Team on Ch is oph Schlingen- sie . Dami wi d eine sei s de g undsä zlichen P oblema ik on Au üh ungsanalysen und zum ande en Schlingensie s ielschich igem Vo gehen Rechnung ge agen. Diese He angehensweise komm , so meine These, de Ch is oph Schlingensie s A bei sweise nähe als de Ve such eine kong uen en Nache zählung, die alle Un e schiede zum Wohle eine zusammen üh enden Be ach ung e schlei : Auch Schlingensie s Inszenie ungen wa en au eine Ze spli e ung de Pe spek i e angeleg – e möglich du ch ein o mals seh p äzises Sk ip , das e schiedens e Inszenie ungselemen e und o spezi ische Cha ak e is ika gleichwe ig zum Einsa z b ach e. Abs ac . The ollowing conside a ion o Ch is oph Schlingensie ’s p oduc ion o The Flying Du chman in Manaus, B azil, in 2007 is based bo h on he sc eening o a documen a y ilm o he pe o mance oge he wi h ilm- and ex -based supplemen a y ma e ials as well as on in e iews wi h membe s o Ch is oph Schlingensie ’s eam who we e di ec ly in ol ed. On he one hand, he e is he undamen al p oblem o pe o mance analysis, while on he o he hand, he e a e Schlingensie ’s mul i ace ed p ocedu es o be aken in o accoun . In my iew his app oach comes close o Ch is oph Schlingensie ’s wo king me hod han does an a emp a a cong uen e elling, which blu s all di e ences o he sake o a combined conside a ion. Schlingensie ’s s agings we e also c ea ed wi h a agmen a ion o pe spec i e, made possible o en by a e y p ecise sc ip , he a ious p oduc ion elemen s, and si e-speci ic ea u es used on a pa wi h he ac ion. Anna-Ca ha ina Gebbe s, „De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen- en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n“, in: ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance 3 (2012), N . 3. www.ac .uni-bay eu h.de ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 3 De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n 2007 inszenie e Ch is oph Schlingensie im Tea o Amazonas in Manaus 1 Richa d Wagne s Ope De Fliegende Hollände im Rahmen des XI. Fes i al Amazonas de Ópe a. De küns le ische Lei e des Fes i als und Di igen Luiz Fe nando Malhei o e ö ne e gemeinsam mi Ch is oph Schlingensie das Fes i al am 20. Ap il 2007 open ai au den S u en des Thea e s und mi dem Publikum au dem Vo pla z. An die E ö nungs eden schloss sich die Da bie ung des le z en Due s aus dem Hollände an und eine on Schlingensie ini iie e g oße P ozession on Musike n, Zuschaue n sowie ö lichen Sambaschulen du ch die S ad zum Ha en und au dem Rio Neg o. Am 22. und 25. Ap il 2007 olg en zwei Au üh ungen des Hollände s im Ope nhaus. Zudem d eh e Schlingensie im Zuge seine A bei an de Inszenie ung 18 Ku z ilme in Manaus, die noch im selben Jah , und zwa om 25. Mai bis 16. Sep embe , in seine e s en g oßen ins i u ionellen Einzelauss ellung 18 Bilde p o Sekunde im Münchne Haus de Kuns gezeig wu den. Die olgende Be ach ung on Ch is oph Schlingensie s Inszenie ung De Fliegende Hollände 2007 in Manaus basie sowohl au de Sich ung eine ilmischen Dokumen a ion de Au üh ung und ilmischen und ex basie en Zusa zma e ialien als auch au In e iews mi di ek be eilig en Mi gliede n aus dem Team on Ch is oph Schlingensie . Dami wi d eine sei s au die g undsä zliche P oblema ik de Au üh ungsanalyse eagie und zum ande en Schlingensie s ielschich iges Vo gehen e deu lich . Diese He angehensweise komm , so meine These, seine A bei sweise nähe als eine kong uen e Nache zählung, die alle Un e schiede zum Wohle eine zusammen üh enden Be ach ung e schlei : Auch Schlingensie s Inszenie ungen wa en au eine Ze spli e ung de Pe spek i e angeleg – e möglich du ch ein o mals seh p äzises Sk ip , das e schiedens e Inszenie ungselemen e und o spezi ische Cha ak e is ika gleichwe ig zum Einsa z b ach e. Anme kungen zu Schlingensie s A bei sweise Die Schwie igkei en, die Au üh ungsanalysen im Allgemeinen be gen, 2 gel en insbesonde e ü Au üh ungen on Ch is oph Schlingensie : Gene ell is jede Au - üh ung eine Inszenie ung ein epheme es E eignis – selbs wenn wiede hol die selben No en, Lib e i-Zeilen und Regieanweisungen zug unde liegen. Diesen ansi- 1 E ö ne wu de das Ope nhaus 1896 – inanzie du ch die Einnahmen des Kau schukbooms. Das po ugiesische „Bü o ü Ingenieu swesen und A chi ek u “ e hiel 1883 den Au ag zu Planung und Du ch üh ung des Baus. Aus Eu opa s amm en ein G oß eil de Bauma e ialien und alle Küns le , die ü die Innenauss a ung engagie wu den. Das Deckenbild im Publikums aum zeig eine Un e ansich des Ei el u ms. Im Janua 1897 and die e s e und 1907 be ei s die o e s le z e Au üh ung s a – beding du ch den Ku zs u z des Kau schuks. 1996 g ünde e de deu sche Geige Michael Jelden do das Fes i al de Manaus und b ach e dami wiede Ope nau üh ungen in das Thea e . Es e üg übe 700 Zuschaue plä ze. 2 Vgl. E ika Fische -Lich e, „P obleme de Au üh ungsanalyse“, in: Äs he ische E ah ung. Das Semio ische und das Pe o ma i e, h g. . de s., Tübingen 2001, S. 233‒265. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 4 o ischen und unwiede b inglichen Cha ak e jedes Au üh ungse eignisses e - s ä k Schlingensie du ch das Einbeziehen agesak uelle Nach ich en ode des Zu alls (e wa du ch Publikums eak ionen und das Agie en on Laienda s elle n ode behinde en Da s elle n). Die ( ilmische) Dokumen a ion eine Au üh ung e mi el einen ande en Eind uck als die unmi elba e Augenzeugenscha , da Auswahl und Fokus de In e p e a ion des dokumen a ischen Blicks un e liegen. Die en sp echend auch bei jedem Zuschaue ode Ak eu di e ie ende Wah neh- mung wu de on Schlingensie noch wei e auseinande ge ieben, da zu Schlingen- sie s d ama u gischen Mi eln die sinnliche Übe o de ung des Publikums gehö und ein Einzelne ode eine einzelne Kame a das Gesam e eignis diese Au üh un- gen nich komple zu e assen in de Lage is . In diesem Sinne e o de insbeson- de e die Analyse on Schlingensie s We ken ein O enlegen de Beobach e pe spek- i e und de Quellen, aus denen die zug unde geleg en In o ma ionen s ammen – ob aus pe sönlich ge üh en Gesp ächen mi Ch is oph Schlingensie selbs ode Au zeichnungen on In e iews mi ihm, aus Be ich en on Mi a bei e n, aus eigenem E leben eines Au üh ungse eignisses, eine Ak ion ode Ins alla ion on Schlingensie , aus de Lek ü e on Konzep papie en, Regiebüche n, K i iken ode ande en Sekundä ex en und so o . Ch is oph Schlingensie s A bei ss il beinhal e e eine sukzessi e En wicklung seine P ojek e, die auch eine Fo üh ung on Mo i en in olgenden P ojek en sowie zahl eiche „Übe malungen“ beinhal e e, indem e eigene We ke und We ke on ande en Küns le n ode Filmemache n zi ie e, da s ell e, assoziie e, wei e üh e, k i isie e ode als An egung e wende e. 3 Den einzelnen P ojek en ging ein lange Phase de gemeinsamen Bild indung mi e schiedenen küns le ischen Mi a bei e n o an. Da aus en wickel e sich in Schlingensie s Vo s ellung ein o schon p äzises, as ilmisches Sk ip be o die eigen liche szenische A bei begann. Inne halb de konk e en Vo gaben dieses Sk ip s und des da au hin angeleg en Regiebuchs wu den dann in de Au üh ungsp axis selbs seh spon ane Ve ände ungen, Adap- ionen sowie Anpassungen o genommen und au diese Weise die Li e-Elemen e in ih e E eignisha igkei e deu lich . En scheidend dabei is , dass Schlingensie au den e schiedenen Inszenie ungsebenen mi gleiche In ensi ä gedach und gea - bei e ha : Seine musikalische He angehensweise wie das Rhy hmisie en on Film- schni en ode on Bühnengeschehnissen wa ihm ebenso wich ig wie die äuße s ielschich ige zwei- und d eidimensionale Bilda bei . Seine Pe sonen egie wa o z des geziel en Einsa zes on Zu alls- ode S ö elemen en und de Au o de ung zu Imp o isa ion ex em genau, da Schauspiele seh so g äl ig hinsich lich ih e Au onomie als Pe son und ih e jeweiligen da s elle ischen Fähigkei ausgewähl und eingese z wu den. Das bedeu e auch, dass sowohl in den e schiedenen Pha- 3 Vgl. konk e zu Schlingensie s Ve häl nis zum We k on Joseph Beuys: Kaspa Mühlemann, Ch is oph Schlingensie und seine Auseinande se zung mi Joseph Beuys, mi einem Nachwo on Anna-Ca ha ina Gebbe s und einem In e iew mi Ca l Hegemann, F ank u 2010. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 5 sen de A bei an de Inszenie ung als auch in de spezi ischen A bei mi e schie- denen Mi a bei e n du chaus seh un e schiedliche Themenschwe punk e gese z wu den. E s in de eigen lichen Au üh ung g i en diese pa allel en wickel en Konzep s änge ineinande . Die olgenden Be ach ungen de Inszenie ung des Hollände s basie en nich au meine Augenzeugenscha des Li e-E eignisses in Manaus, sonde n au Konzep - papie en sowie eine ilmischen Dokumen a ion und zahl eichen Zusa zma e ialien, die mi Ch is oph Schlingensie s Filmp oduzen und - e leihe F iede Schlaich in einem Sich aum zu Ve ügung ges ell ha , dem ich da ü ebenso he zlich danke wie meinen In e iewpa ne n ü ih e Auskün e. Do bin ich das Ma e ial mi Ch is oph Schlingensie s Cu e in und Kame a au Ka h in K o en hale du chge- gangen: Sie ha mi zu de En s ehung des in de Inszenie ung e wende en und ü eine spä e e Auss ellung im Münchne Haus de Kuns p oduzie en Filmma e ials sowie übe das Einspielen de Filme wäh end de Au üh ung we olle In o ma io- nen gegeben, die wei um ang eiche sind als die im olgenden Tex zi ie en Passagen. Das Gleiche gil ü die In e iews, die ich mi Schlingensie s Kos ümbild- ne in und Ehe au Aino Labe enz und seinem D ama u gen und küns le ischen Mi a bei e Jö g an de Ho s ge üh habe, sowie ü die E-Mail-Ko esponden- zen, die ich mi seinem D ama u gen Ma hias Pees und mi dem damaligen Lei e des Goe he-Ins i u s São Paulo Joachim Be naue ge üh habe. Die Sch i assun- gen diese in den Mona en Feb ua und Mä z 2012 en s andenen In e iews habe ich on den In e iewpa ne n au o isie en lassen. Obwohl ich auch mi Ch is oph Schlingensie selbs übe die Inszenie ung zu meh e en Gelegenhei en gesp ochen ha e, sind aus G ünden de Nach ollziehba kei Schlingensie s eigene Kommen a e zu Inszenie ung e schiedenen Gesp ächsau zeichnungen en nommen. Aus diesen Schilde ungen lassen sich deu lich eine Reihe on Aspek en en nehmen, die Schlingensie s spezi ische He angehensweise cha ak e isie en: De eigen lichen szenischen A bei ging eine aus üh liche Bild indungs- und Reche chephase o an; e ließ sich zunächs in ensi au die lokale Kul u und gesellscha liche Gegenwa ein, um diese in die Inszenie ung ein ließen zu lassen; e and Möglichkei en de Ve sch änkung on Umwel und Bühnengeschehen; e a bei e e mi seinen küns le- ischen Mi a bei e n seh indi iduell und au e schiedenen Ebenen an den Bild indungen; e woll e die Schauspiele du ch Pe sonen egie möglichs wenig en pe sönlichen; e behandel e e schiedene Inszenie ungselemen e gleichbe ech- ig – on diesen we den hie insbesonde e die inhal liche Lib e o-In e p e a ion und Figu enen wicklung, das Kos üm und die Bühne sowie die Filmeinspiele o ges ell . Es zeig sich, dass Schlingensie s als dezen alisie es Au üh ungse eig- nis angeleg e Inszenie ungen au einem so g äl ig und genau angeleg en Regiekon- zep basie en, das e schiedens e Inszenie ungselemen e gleichwe ig zum Einsa z b ach e. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 6 Zu Au üh ung des Hollände s in Manaus Die Sich ung on zum Teil bislang un e ö en lich em Ma e ial wie eine om Tea o Amazonas zu Dokumen a ionszwecken ange e ig en Au zeichnung de Au üh ung, on ‚ ilmischen No izen’, die Schlingensie wäh end seine Vo ab eche che eisen und wäh end de A bei an de Inszenie ung au 16-mm-Ma e ial und Video d eh e, on dokumen a ischen und ü die Inszenie ung en s andenem Ma e ial, das Ka h in K o en hale ge ilm und zum Teil be ei s zusammenges ell ha , abe auch e schiedene on Ch is oph Schlingensie , Ma hias Pees und Jö g an de Ho s e ass e Konzep papie e zeig , dass Schlingensie die Ope De Fliegende Hollän- de mi Anspielungen au alle kul u ellen und gesellscha sk i ischen Aspek e des gegenwä igen B asiliens inszenie e: ein E gebnis on Schlingensie s genauem S udium des Um elds. 4 Die Inszenie ung soll e wei e Assozia ions elde ö nen, ohne Wagne s We k zu ins umen alisie en. E wa als zum Schluss de allgemeinen E ö nung des Fes i als o dem Ope nhaus die In e p e en des Hollände s und de Sen a die le z en Passagen aus de Ope singen: Zu Lib e o-Passage, an de Sen a sich in die Flu en s ü z , ließ Schlingensie o dem Fes spielhaus T ommle au e- en, die Wagne s Musik in Samba-Rhy hmen und Sen as Tod explosionsa ig in eine öhliche Au e s ehungs eie au gehen lassen. In de zwei Tage spä e s a indenden Au üh ung olg en de o geschlossenem Vo hang und ohne Filmeinspiele bildlos zu Au üh ung geb ach en Ou e ü e im e s en Ak Filme on Amöben au einem Gaze o hang. Als Daland und sein S eue mann das Hollände -Schi en decken, wi d de Film eines Amazonas isches gezeig . Schon üll sich die Bühne mi Figu- en, die im wei e en Ve lau als Hee on Fan asie igu en, Minis an en, imme s ä ke e o m en Missges al en, Samba-Tänze innen, Nonnen, Jung auen und on den als Figu en ü sich s ehenden Schlingensie -P o agonis en Ka in Wi und Klaus Beye die Haup igu en beglei en. Im zwei en Ak wi d aus dem no wegischen Ha eno eine Fa ela mi Caipi inha-Ba . Die Spindeln de Spinne innen sind Kau - schukballen, die am Spieß d ehend geg ill we den. Daland äg einen Bischo s ala , seine Mannscha mu e wie eine bun e, synk e is ische Mischung on Minis an en und P ies e n an. E wi d hie zum Füh e eine Sek e, die, in Ri ualen e s a , in eine he me ischen Wel mi Ri ualmo den an Jung auen leb . Au dem Gespens- e schi mi eine Mannscha on männlichen, als Nonnen gekleide en Un o en läss Schlingensie den Hollände on außen in die e logene Scheinwel dieses Küs eno es eind ingen. Die zügellose Gie des Hollände s nach jungen F auen au de Suche nach E lösung un e -/übe mal Schlingensie mi Remakes on Szenen aus Pie Paolo Pasolinis Salò ode Die 120 Tage on Sodom 5 . Daland bie e dem Hollände be echnend seine eigene Toch e an, und da ih Tod die Bedingung is ü diese auch ü Daland luk a i e Ve bindung mi dem wohlhabenden Hollände , wi d sie zum Schluss e s ochen. Im Lau e de Handlung e pupp sie sich zunehmend in 4 Diese Reche chen eich en om Besuch on Indio-S ämmen und Communi ies übe die Zusammena bei mi Sambaschulen bis zum Beobach en des Ve hal ens on Amazonas ischen. 5 Pie Paolo Pasolini, Salò ode Die 120 Tage on Sodom, Spiel ilm, I alien 1975. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 7 einem osa Tüllkokon und is zum Schluss hin imme meh on Ve le zungen gezeichne . Zwischendu ch e eg ein au einem Ka a alk au gebah e To e den Neid des Hollände s. De Ka a alk wi d je nach szenischem Beda du ch En e nen eines da übe geleg en S o es zum gläse nen Schneewi chensa g, in dem de S eue mann und de Hollände T aum- wie Todese ah ungen machen. Bilde on Indio-F auen mi Babies im A m e s ä ken im zwei en Au zug die Schwü e Sen as und des Hollände s. Nach de en angedeu e em Liebesak schieb Ka in Wi einen Kinde wagen mi Kau schukballen übe die Bühne. Am Ende des zwei en Ak es wi d de Hollände au seinem Weg zu Sen a on Samba-Tänze innen beglei e , die die Bühne mi ih en opulen en Kos ümen as sp engen; und wäh end diese Hochzei s- ma sch au einem Gazeschleie on eine Hochzei sma schszene aus Pasolinis Salò ode Die 120 Tage on Sodom gespiegel wi d, d ingen T ommle on außen in den Zuschaue saal ein und übe önen Wagne s Musik. Im Schlussbild is de Film eines Amazonasdamp e s zu sehen, de in die Abenddämme ung und wie e lös in die S ille glei e . Übe mal is die Au üh ung on eine übe wäl igenden Bilde lu , e zeug du ch die Lich egie, Filmeinspiele und eine s ändig o ie ende D ehbühne mi Show eppe, Wach u m, Kanzel, S acheld ah zaun, Kolonials il-Gelände n und einem wahlweise als Al a , Op e isch, Ka a alk, Glassa g ode Ess isch eingese z en Glaskubus. Die wäh end de Au üh ung au de Bühne sich ba en Umbau en wa en ein in eg ale Bes and eil des d ama u gischen Konzep s, um die o lau ende En wicklung mi e lebba zu machen. Das lokale Publikum zeig e sich on de P ozession und de Inszenie ung begeis e . Die au de Bühne gezeig en Filmeinspiele wu den g öß en eils on Schlingensie selbs ge ilm . Seine spezi ische P axis de Übe malung wand e e dabei au seine eigenen Bild indungen aus seinen o he gehenden P ojek en und au We ke ande e Küns le an. Ein besonde e Rolle spiel en Filme, die ü ihn ilmgeschich lich ele an wa en, beispielsweise ühe A an ga de-Filme sowie Pie Paolo Pasolinis Salò ode Die 120 Tage on Sodom, die e im Hollände ilmisch ode au de Bühne zi ie . Ein wich ige Bezug zu We ne He zogs Film Fi zca aldo 6 is die das Bühnenbild, die Kos üme und die Filmeinspiele du chgehend anzu indende, ökonomisch gewinnb ingende Kau schuk-P lanze. Insbesonde e die Schlussszene aus Fi zca aldo inde seine di ek e En sp echung in einem als Einspiele ü die Inszenie ung p oduzie en Ku z ilm Hollände 2C – Die Auswei ung de Dunkel- phase 7 . E gehö zu den eind inglichs en Ku z ilmen, die au Schlingensie s Reche che eisen 2004 und 2006 sowie in den zwei Mona en o de Au üh ung in B asilien en s anden sind. Fü diesen Film anspo ie e e das O ches e – ähnlich de Schlussszene des Films Fi zca aldo – au einem Amazonasdamp e den Rio Neg o hinau . Do spielen die Philha monike in de om Regenwald be ei s 6 We ne He zog, Fi zca aldo, Spiel ilm, Deu schland/B asilien 1982. 7 Ch is oph Schlingensie , Hollände 2C – Die Auswei ung de Dunkelphase, Ve schiedene un e schiedliche Fassungen: Ope neinspiele und O ches e ilm, Deu schland/B asilien 2007. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 8 übe wachsenen Ruine eines Gebäudes, das o mals als Ge ängnis, Klos e und Lep as a ion gedien ha e. Die Musike s immen hie in weißen Büße gewände n gekleide die Ou e ü e des Hollände s an: un e eiem Himmel bei 90 P ozen Lu euch igkei und 40 G ad Außen empe a u . Ein wei e e , bei diesem D eh en s andene Film zeig die Heimkun Dalands, de hie zwischen eine G uppe on Kinde n, die wie Säulenheilige au Podes en pla zie sind, umhe sch ei e . Viele de beim Fliegenden Hollände en s andenen Filmau nahmen lossen im No embe und Dezembe 2007 in das P ojek T em Fan asma – E s e P o o yp eine Ope ngeis e bahn 8 im Blenzinho in São Paulo, B asilien, ein. Diese „P ojek - lib e o in 3 Ak en“ genann e Ins alla ion soll e de Au ak ü eine mobile Ope n- we ks a sein. Übe dem Eingang des Zel es s and in g oßen Le e n: „Bay eu h ü das Volk“. En lang eine Geis e bahns ecke in onie en Ope nsänge gleichzei ig e schiedene Ope n – da un e Ope n on Händel, Moza , Ve di und Donize i. Aus Wagne s We k misch e Schlingensie den Pa si al und Den Fliegenden Hollän- de ein. Und in de Klangwolke e ein en sich Wagne s Walkü en i und Ka ne- alssamba. Zu Szene ie gehö e eine g oße D ehbühne, eine Ba und eine Ope n- Tanzkneipe. Übe die gesam e Ins alla ion üh e eine B ücke. Bei den Zwischen- s opps konn en die Besuche aus de Geis e bahn auss eigen und alles zu Fuß e kunden, sich mi den Ope nsänge n un e hal en, mi spielen und mi singen. Ma hias Pees und Joachim Be naue zu Anbahnung de Inszenie ung und zu Au üh ung Dem o aus gingen 2004 du ch den D ama u gen Ma hias Pees 9 o ganisie e e s e Übe legungen und Kon ak e ü eine Wagne -Inszenie ung in B asilien ode eine mögliche Musik hea e p oduk ion in A gen inien. Ch is oph Schlingensie s e s e B asilienau en hal e und sein Wunsch nach einem P ojek do e gaben sich dann auch im Zusammenhang mi de do igen Anwesenhei und A bei sp äsenz on Pees, mi dem e be ei s ühe zusammengea bei e ha e. Pees’ P oduk ionsbü o a bei e e eng mi den Goe he-Ins i u en in São Paulo und Rio de Janei o zusammen, namen lich mi dem P og ammdi ek o in São Paulo, Joachim Be naue , und dem Ins i u slei e in Rio, Al ons Hug. Beim Goe he-Ins i u selbs ha e es be ei s sei Langem ein In e esse an Ch is oph Schlingensie s A bei gegeben. 8 Ch is oph Schlingensie , T em Fan asma – E s e P o o yp eine Ope ngeis e bahn. Ein P ojek lib e o in 3, Szenische Ins alla ion, Regie, Filme, Bühnenbild: Ch is oph Schlingensie , São Paulo 22. No embe bis 3. Dezembe 2007. 9 Ma hias Pees is heu e bei den Wiene Fes wochen lei ende D ama u g und Koo dina o des Fo ums. E is ein ühe Wegbeglei e on Schlingensie s Thea e a bei en: Als D ama u g de Volksbühne am Rosa-Luxembu g-Pla z, Be lin (1995‒2000) a bei e e Pees an Schlingensie s P oduk ionen Schlach um Eu opa I–XLII – U o-K ise ‘97 (1997) und Ho el P o a – Übe nach en bei Chance 2000 mi Ch is oph Schlingensie und F eunden (1998, P a e de Volksbühne) mi . Als P og ammd ama u g de on F ank Cas o e an wo e en Ruh es spiele NO FEAR 2004 in Recklinghausen beglei e e e Schlingensie s P ojek Wagne allye 2004 du ch den Ruh po . Anschließend zog Pees nach São Paulo und e ö ne e do eine P oduk ions i ma ü den in e na ionalen Kul u aus ausch. Sei dem gab es den gemeinsamen Wunsch on Schlingensie und ihm, ein P ojek in B asilien zu ealisie en. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 9 Wie man einem Konzep papie on Pees en nehmen kann, plan e Schlingensie mi ihm Richa d Wagne s Ope nen wu Die Siege (1856) als „ anspo able, begeh-, bewohn- und bespielba e Hub- und D ehscheibe, au die man on außen p ojizie en ode die on innen leuch en kann“ 10 , umzuse zen. Von Schlingensie ged eh we den soll en meh e e Filme, om Ma sch de Musike du ch den Regenwald au das Amazonas hea e on Manaus bis zu Ankun ih e Ope in Buenos Ai es und Be lin, die sich wiede um übe un e - schiedliche und a iable P ojek ions lächen au de Scheibe d ehen – und somi ein neues und al e na i es, indi iduell ges al iges- und s eue ba es Kinoe lebnis e möglichen, jensei s de Übe wäl igungss a egien à la IMAX. E übe üh die D ehscheibe om opulen en Ope nbüh- nenbild zum lexiblen Kuns objek , zu indi iduell nu zba en, anspo ablen und ans o mie ba en Raumins alla ion. E ekons uie und ins allie das buddhis ische Wag- ne -Ton agmen zu einem beweglichen Klang-Bild-Kö pe im Raum-Zei -Kon inuum diese publikumsbewande en Filmbühne. 11 Dieses 2004 an das Goe he-Ins i u São Paulo geschick e Konzep um eiß den En wu eine ü Zuschaue begehba en D ehbühnen-Ins alla ion mi meh schich- igen äumlichen P ojek ionen. In Schlingensie s Bühnenbilde n ü die Inszenie- ungen ATTA ATTA 12 und Bambiland 13 gab es be ei s 2003 e s e Ansä ze, die Gen es Film, Li e-Pe o mance und Ins alla ion ineinande übe gehen zu lassen. Das Konzep ei e in de in ensi en Auseinande se zung mi dem We k Wagne s anlässlich de Pa si al-Inszenie ung bei den Bay eu he Wagne -Fes spielen on 2004 bis 2007. 14 In B asilien woll e e die e s e a sächlich begehba e D ehbühne ealisie en; es kam alle dings e s 2005 in Island zu e s en Ausgabe seine We k- se ie de so genann en Anima og aphen. Zunächs un e nahm Ch is oph Schlingensie Ende 2004 gemeinsam mi Ma hias Pees eine e s e Reche che eise. Pees wies Schlingensie au die zunehmende Zahl on synk e is ischen Sek en und F eiki chen in B asilien hin. 15 Einen wei e en Hinweis au eine Besonde hei de b asilianischen Kul u nenn Joachim Be naue . 16 Be naue wa de damalige P og ammdi ek o des Goe he- Ins i u s São Paulo. Das Goe he-Ins i u São Paulo un e s ü z e die P oduk ion in 10 Ma hias Pees, Die Siege . Ins alla ionsp ojek on Ch is oph Schlingensie in ie S a ionen nach Richa d Wagne s En wu zu eine „buddhis ischen“ Ope . Manaus – São Paulo – Buenos Ai es – Be lin, un e ö . P ojek skizze, unda ie [2004]. 11 Ebd. 12 Ch is oph Schlingensie , ATTA ATTA – Die Kuns is ausgeb ochen, Thea e s ück, Volksbühne am Rosa-Luxembu g-Pla z, UA 23. Janua 2003. 13 Ch is oph Schlingensie mi Tex en on El iede Jelinek, Bambiland, Thea e s ück, Bu g hea e Wien, UA 12. Dezembe 2003. 14 Richa d Wagne , Pa si al, Ope ninszenie ung, Regie: Ch is oph Schlingensie , Richa d Wagne Fes spiele Bay eu h 2004-2007, P emie e 26. Juli 2004. 15 Un e ö . B ie on Ma hias Pees an Ch is oph Schlingensie übe den Zwischens and de Planungen om 14. Ok obe 2004. 16 Joachim Be naue is heu e de Lei e des Goe he-Ins i u s Po ugal. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 16 im Reich de To en. Düs e e G unds immung. Jeho oho! düs e gesungen, nich ins hei e e, ehe ein Klagelied! […] Die Gesänge klingen bed ohlich, es sind Hil esch eie aus dem To en eich, sie sind das Böse, das Une lösba e, de Fol e sch ei. In dem anspa en en Gebilde si z de Be ach e mi an Bo d. Die Ope als Zen um de Une lösba kei . Die g öß e Sehnsuch : In de Ope s e ben! 39 Im In e iew mi de Deu schen Welle be on Schlingensie in Manaus wäh end den A bei en an de Inszenie ung, dass glückliche weise be ei s die A bei sbedingung o O dem en gegenwi k en, dass die Ope und ih e Inszenie ung hie in eine on de Außenwel abgesonde en, g u a igen A mosphä e en s ünden: Ich inde die Ope n langweilig, bei denen ich eine S unde lang au die Deko a ion glo zen muss, ü die i gendjemand S ö chen ausgesuch ha und dami i gendwie wahnsinnig dabei gewesen is . Ich weiß nich , wa um so e was noch inanzie wi d. Ich inde ein ach, das nü z nich s. Es gib siche auch Ope n, bei denen man das so machen muss. Abe bei Wagne kann man sich mal meh e lauben. De is nich so ein, wie e imme da ges ell wi d […] Hie gib es nu ie Bühnen-O ches e -P oben und da muss man gucken, wie man das am Abend [de Au üh ung] dann wiede ekons uie . Ich ind’s abe eine g oße Be eiung. 40 Und Tópicos an wo e e Schlingensie au die F age nach dem S ellenwe de P ozession zu Fes i al-E ö nungs eie mi den Wo en: E ö nungs eie und Hollände lassen sich ga nich oneinande ennen. De Übe gang wa ließend. Da a en zwei S öme au einande , Rio Neg o und Rio Solimões. Eine sei s die Ope , die endlich aus ih en k us igen S uk u en und ih en Häuse n ausb ach, und ande e sei s die Bü ge on Manaus, die mi dem Hollände in die Ope gespül we den soll en. De Auszug de Ope , die on den Uns e blichen handel , ins schwüle und s ickige Leben, und de Einzug de S e blichen in die genauso s ickige Ope . Das wa ein g oßa iges E lebnis und bes imm in Wagne s Sinn. 41 Inszenie habe e die Ope ü „die Leu e o O , weil man nich , ü sie‘, sonde n ,mi ihnen‘ diesen Hollände s emmen konn e. Und ü mich, weil ich in Sachen Wagne noch Suchende bin und auch bleiben will.“ 42 Fü Schlingensie pass en Wagne 39 Ebd., He o hebungen im O iginal. 40 Ch is oph Schlingensie im Bei ag on Alexande W. Rausche , Kul u .21, DW-TV, Deu sche Welle 2007, h p://www.goe he.de/uun/wwm/awp/deindex.h m (Zug i : 12.02.2012); Ch is oph Schlingensie im Bei ag on B igi e Kleine und Alexande W. Rausche , Ti elThesenTempe amen e 22. Ap il 2007, h p://www.schlingensie .com/ lash ideo.php?b=320&h=258&id=manaus_a d (Zug i : 21.02.2012). 41 Schlingensie im In e iew mi Me klinge (s. Anm. 35). 42 Ebd. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 17 und Samba he o agend zusammen. Nich , dass man das je z imme machen muss, abe es gib iele T ommelwi bel, es gib iele Mo i e, es gib iele Dinge, bei denen man sich imme mal wiede ag , wo ha e das eigen lich he . Und wa um sollen die damals nich auch mal da- on gehö haben, dass es hie Ba e ias gib , in denen ielleich 200 Menschen wie die I en ommeln. 43 Ihn s ö e, dass de Hollände ü gewöhnlich as wie ein Musical inszenie we de, denn „mich in e essie imme die Ebene de Pe sonen, die sich in einem Zus ande de Schizoph enie be inden. Und jemand, de alle sieben Jah e zu ückkomm , um wiede e lös zu we den, de kann ja eigen lich nich ganz dich sein.“ 44 Schlingensie s Hollände -Inszenie ung in de Ope nk i ik De Ope nk i ike Klaus Billand besch ieb die Inszenie ung und Au üh ung als „übe zeugende Assimila ion des Hollände -S o es mi de Geschich e und Lebens- weise, sowie den T adi ionen, My hen, Ho nungen und Ängs en de hie lebenden Menschen“. Und Schlingensie hä e in seine eigenen o enen und abso p i en A […] seinen eigenen kul u ellen Ballas e gessen, […] die Au hen izi ä de In o ma ionen aus allen Be ölke ungsschich en unge il e au sich wi ken lassen und nich zule z das Um eld mi seinen hie besonde s ielen Face en ak ibisch [s udie ] […]. Den Mi wi kenden [ließ e ] iel Spiel aum ü eigene En al ungsmöglichkei en […]. [De Lohn ü Schlingensie s] Höchs mass an küns le ische Sensibili ä , soziale Kompe- enz und Ein ühlungs e mögen […] wa […] eine ungeahn e Mobilisa ion lokale K ä e und Mo i a ion […]. Schlingensie s Hollände [is ] dabei s ingen e und iel nähe am We k insze- nie als sein Bay eu he Pa si al. Es geling ihm und seinem D ama u gen Ma hias Pees, du ch eine in ensi e D ama u gie die Numme nha igkei des Fliegenden Hollände s nahezu olls ändig au zuheben. Dami nehmen sie im P inzip das e s spä e on Wagne zu olle Rei e ge üh e Konzep des Gesam kuns we ks au Regieebene o weg. Mi diese In eg a ion de „Numme n“ in den hie besonde s in ensi o lau enden Handlungss ang e se z Schlingensie in seinem Hollände on Manaus gewisse maßen die in diesem We k noch nich o handene „endlose Melodie“ Wagne s du ch die „endlose Geschich e“. 45 43 Schlingensie im Bei ag on Kleine und Rausche (s. Anm. 40). 44 Ebd. 45 Klaus Billand, „De Fliegende Hollände on Ch is oph Schlingensie in Amazonien. Kul u elle Assimila ion“, in: De Neue Me ke (10. Juni 2007) Wien, dokumen ie in: h p://www.schlingensie .com/weblog/?p=225 (Zug i : 28.02.2012). ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 18 Jö g an de Ho s s Einschä zung de Hollände -Inszenie ung im Bezug au Schlingensie s Gesam we k Jö g an de Ho s , 46 langjäh ige küns le ische Mi a bei e Ch is oph Schlingen- sie s, beglei e e nich nu die Hollände -Inszenie ung mi Konzep ex en, sonde n auch die da au olgenden P ojek e. In de e s en Konzep assung 47 ließ an de Ho s den Hollände im Regenwald und au dem Fluss (I. Ak ), in de S ad Manaus (II. Ak ) und im Thea e (III. Ak ) s a inden: Demen sp echend wa die Inszenie- ung des I. Ak s de Ope au einem Schi , dem Fliegenden Hollände , geplan . Musike , Cho , Solis en, S a is en und Zuschaue bilde en so eine Schi sgemein- scha , in de die T ennung zwischen Ak eu en und Zuschaue n au gehoben wi d. Au dem Amazonas nimm das Schi Ku s au Manaus. Im II. Ak soll e sich die Schi sbesa zung in einem Fes zug om Ha en zum Ope nhaus bewegen: Dessen Inszenie ung zwischen sak ale P ozession und säkula em Ka ne alsumzug könn e soga on den Bewohne n Manaus’ o genommen we den. Allein de III. Ak hä e im „Kul u a chi Ope “, au de Bühne des Tea o Amazonas, s a ge unden, jedoch bei geö ne en Saal- und Haus ü en. Die ganze Ope soll e zum Schi we den und zum Be s en oll sein. Fü an de Ho s is Schlingensie s A bei du ch und du ch ope al, und zwa nich e s sei Beginn seine Ope ninszenie ungen, sonde n be ei s in seinen Filmp ojek en. Das Begegnen mi und das Abs oßen on Richa d Wagne wa sei Mi e de 1980e Jah e ein pe manen es Thema ü Schlingensie und üh e dazu, dass e sich zu den Wagne -Ope n selbs o a bei e e. Obwohl die Pa si al-Inszenie ung aus hei e em Himmel zus ande kam, wa sie le z lich eine logische Konsequenz seine bishe i- gen A bei en. 48 Und da seine Ansich nach „Schlingensie s In en ionen imme seh pe sönliche Na u wa en“ 49 , ag e ich ihn am 22. Feb ua 2012 danach, wie sich De Fliegende Hollände o z de e o de lichen Musik- und Lib e o o lagen eue in Schlingen- sie s du ch seh pe sönliche E ah ungen und Gegenwa sdiagnos ik gep äg e We k ein üg e. G undsä zlich hiel sich Ch is ophs In e esse an de Inszenie ung e ige S ück ex e in G en- zen. Ausnahmen wa en seine Zü iche Hamle -Inszenie ung und die Lib e i Wagne s. T is an und De Fliegende Hollände ha e schon lange o Bay eu h als He zensangelegenhei en an- 46 Jö g an de Ho s a bei e e sei 1999 anlässlich des E s en In e na ionalen Kame adscha sabends/Deu schlandsuche 3. Teil (D . Schauspielhaus Hambu g, 3.10.1999) mi Ch is oph Schlingensie zusammen. E gehö e zehn Jah e lang zum küns le ischen Team, a bei e e anschließend als Lei e de P esseab eilung am Cen al hea e Leipzig und is heu e als P esse e e en ü das Ope ndo A ika und eie Au o ä ig. Zu Zei sch eib e an eine e s en Gesam da s ellung on Schlingensie s We k. 47 Jö g an de Ho s , Das Unmögliche is das Wah ha e. E s e Ab iß zu Ch is oph Schlingensie s HOLLÄNDER-P ojek . Manaus, B asilien. F ühjah 2007, un e ö . P ojek skizze, unda ie . 48 „,Schlingensie wa Ope nkomponis ‘“, Gesp äch mi Ba ba a Beye , Jö g an de Ho s , Thomas Wö deho , mode ie on Pia Janke, in: De Gesam küns le Ch is oph Schlingensie , h g. . Pia Janke und Te esa Ko acs, Wien 2011, S. 164. 49 Ebda., S. 166. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 19 gesehen. Den Hollände in Manaus woll e e seh ge ne inszenie en – abe eben nich als kon- en ionelle Ope , sonde n als Volksope , als die e schon den Pa si al ge ne e wi klich hä e. De Hollände is ielleich die e s e konk e e Realisie ung seines ,e wei e en Ope nbeg i s‘. Das be i sowohl die A bei o O in B asilien als auch das Ma e ial, das e aus o angegan- genen P ojek en – de A ika-Reise im Vo eld de Pa si al-Inszenie ung 50 und dem Anima o- g aphen au Island 51 – mi b ach e. Fü den Hollände wesen lich wa Ch is ophs ilmische He angehensweise: Viele Szenen wu - den in de Umgebung ged eh , Filmszenen ühe e P ojek e o gesch ieben. Im Hollände auch en so auch Bilde de mi Fisch bedeck en Ka in Wi au , wie sie analog schon au Island ged eh wu den. Die Ope wu de sozusagen als Film o p oduzie – Ope als Film. Übe haup in e essie e Ch is oph an de Ope das Bildha e, und das gib es in besonde em Maße bei Wagne – Ve wandlungen de Szene ie, schni ähnliche Szenen olgen usw. Das bezeichne e auch sein ganzes Ve häl nis zu Wagne . E woll e Wagne nich en zaube n, sonde n wei e e - zaube n bis zu Kenn lichkei , die in unse en Rezep ions- und Rezensionsk eisen kaum eine Rolle spiel . Fü Ch is oph wa Wagne ein D ehbuchau o und Filmkomponis , den die Ungna- de de ühen Gebu , also o de E indung des Kinos, zu Ope geb ach ha e. Das alles häng seh mi Ch is ophs P inzip de Übe malung zusammen. Es be i die Übe ma- lung de A bei en ande e genauso wie die Übe malung eigene A bei en. Die Zei zwischen An- ang 2004 und Ende 2007 komm mi im Rückblick o wie ein lange Fluss, in den man ge- meinsam eingesp ungen is und de imme b ei e , auch eißende wu de, weil man ieles mi - genommen, mi ge issen ha . De Pa si al wa eine Zäsu , die abe mi dem Pa si al nich abge- schlossen wa . Die We ks a Bay eu h, die Ch is oph am G ünen Hügel nich o ge unden ha - e, nahm e ein ach mi – an die Volksbühne, nach Island, nach Namibia, ans Bu g hea e und nach Manaus. Im Hollände woll e e Wagne s Assozia ionen zu Religion und Abe glauben, Pa- hos und E lösung ,südame ikanisie en‘ und mi Bilde n on Ka ne al, Samba und su ealen Mo i en aus dem Amazonas neu au laden. Es gal wiede die Losung Die e Ro hs, die Ch is- oph schon dem Anima og aphen ein e leib ha e: ,Die Umgebung wi d zum We k und das We k zu Umgebung‘. En sp echend soll e also kein deu sches Kul u gu impo ie we den, sonde n de Hollände soll e sich gemäß den Ums änden, Bilde n und E ah ungen am O sei- ne Au üh ung ans o mie en. Von diese Idee de gegensei igen Be uch ung, diesem Kul u - ans e is es dann ga nich meh so wei bis zum Ope ndo A ika in Bu kina Faso. Und as schon nebenbei ha e das Tea o Amazonas in Manaus du ch We ne He zogs Fi zca aldo ü Ch is oph einen eigenen Reiz, und diese Reiz wa g ei ba : Eine Hommage ode eine A Re- make des Films en s and schon wäh end de D eha bei en zu The A ican Twin owe s 52 in Lü- de i z (Namibia), wo ein Schi du ch die Township A ea 7 gezogen wu de. 53 50 Richa d Wagne , Pa si al (s. Anm. 14). 51 Ch is oph Schlingensie , De Anima og aph: Island Edi ion – „House o Obsession“, Thea e /Ak ion, Reykja ik A Fes i al, Reykja ik, Island 2005. 52 Ch is oph Schlingensie , De Anima og aph: A ican Edi ion – The A ican Twin owe s – De Ring 9/11, Ins alla ion (als Spiel ilm geplan ) in Lüde i z, Namibia 2005, sowie: Ch is oph Schlingensie , De Anima og aph: A ican Edi ion – The A ican Twin owe s – De Ring 9/11 Ein Filmp ojek on Ch is oph Schlingensie , Expe imen al ilm (in F agmen en Teil meh e e P ojek e und Auss ellungen, u.a. als 18 Bilde -Ins alla ion au de Be linale 2008 e ö en lich ), Deu schland 2005–2009. 53 Tele on-In e iew mi Jö g an de Ho s (Lipps ad ) am 22. Feb ua 2012. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 20 Schlingensie en wickel e Kuns du chs eigene E ah en und E leben, dami sie selbs e lebba wi d. Van de Ho s s E s e Ab iß zu Ch is oph Schlingensie s HOLLÄNDER-P ojek 54 e ass mi hin zunächs Manaus als Millionens ad am Rio Neg o inmi en des Regenwalds, die zwischen 1890 und 1920 au g und des Kau - schukhandels ih e wi scha liche Blü ezei e leb e. Als zen al ü die Ope selbs wi d in an de Ho s s Konzep papie das E lösungs hema genann , das bei Wagne e s mals im Hollände au auch und ihn bis zum Pa si al beschä ig . Die Hollän- de -Inszenie ung wa gemäß an de Ho s s Aus üh ungen übe das Ope nsuje hinaus jedoch auch als Fo en wicklung des Langzei p ojek s Anima og aph angeleg : Dessen zen ales Elemen is die ü den Be ach e begehba e D ehbüh- nen-Ins alla ion, in de die Ga ungen Thea e , Ope , Film und Bildende Kuns du ch Ak ionen, Komposi ionen und P ojek ionen ineinande ließen. De Be ach e soll selbs zum Teil des Bildes we den und dami eine ak i e Rolle e hal en. Ebenso sollen Na u , Kul u und die in ih lebenden und a bei enden Menschen ein ließen. Aino Labe enz zu den Figu en und zu Bühnenges al ung Aino Labe enz, Ch is oph Schlingensie s Ehe au und sei de Pa si al-Inszenie ung 2004 langjäh ige küns le ische Mi a bei e in und Kos ümbildne in, beglei e e alle Reche che eisen und en wickel e 2007 die Kos üme ü den Fliegenden Hollände . Sie schilde e mi im In e iew am 20. Feb ua 2012 in Be lin die En wicklung de gemeinsamen A bei an de Inszenie ung: Ch is oph ha au gesogen, was wi au den o ausgehenden Reche che eisen 2004 und 2006 in São Paulo, Rio und im Regenwald gesehen und als p ägnan e leb haben. Es ging ihm imme da um, sich au seine Umgebung einzulassen. Also: Nich ich behe sche den Raum, sonde n de Raum behe sch mich. Die wich igs e F age, die Ch is oph dabei umge ieben ha , wa , welchen Anknüp ungspunk de Fliegende Hollände in B asilien haben könn e. Und so sind wi die ganze Zei on den Ex emen ausgegangen, die B asilien p ägen: das Missiona ische und die synk e is ischen Messen, die wi besuch haben, abe auch de b asilianische U wald, die Eind ücklichkei de Na u und de indigenen Völke . Aus unse en Regenwaldbesuchen und unse e Beschä igung mi de Tie wel do en s and die Assozia ion zum Ve puppungs o gang und, dass ich bei den Kos ümen mi Kö pe e o mun- gen a bei e, die sich an de Ges al des Kokons ode Kau schukballens o ien ie en. De Kokon s and ü den Hollände , de sich e pupp und alle sieben Jah e wiede kommen muss. So en - s and de Gedanke an den Schme e ling und eine Ve puppung, die übe all alles umweb . Da- aus haben wi ü die Figu en die Idee de Ve puppung en wickel , des Nich - aus-kommen- könnens, dass man endlich zum Schme e ling wi d – ein di ek e Bezug zu Figu des Hollän- de s, de die ganze Zei e pupp du ch die Gegend läu und endlich, de E lösung des Schme - e lings en sp echend, e lös we den will. Kokons auch en als Kleid on Sen a ode eine G up- pe kleine Kinde n au . Und diese Kinde wu den on mi au de Bühne angezogen, so dass de- 54 Van de Ho s , Das Unmögliche is das Wah ha e (s. Anm. 47). ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 21 en lee e Kokons bis dahin au S ühlen liegend au de Bühne anwesend wa en. So ha e dann das in unse en Übe legungen en wickel e Konzep in den Bühnenbau eingeb ach : De Kokon de e pupp e Figu läss eine Ve bindung zu den Klö zen aus dem Fischinge -Film zu und en - sp ich o mal dem Kau schukballen. An den Kos ümen wiede um anden sich Kau schukballen als angeb ach e Ve wachsungen, Wuche ungen ode Beulen de Kö pe wiede . Einen wei e en Bildkomplex bilde en die Ve le zung und ih e no dü ige Heilung, sobald de wachsende Kokon d oh , zu pla zen und sein Inne es eizugeben. Im Lau e des S ückes e s ä k en sich dahe nich nu die Ve o mungen und die Zahl de an den Kö pe hängenden Ballen ode an unmög- lichen S ellen he auskommenden Kö pe eile wie Hände. Diese Ve o mungen wu den auße - dem zunehmend du ch Nägel und Ve bände zusammengehal en. Und so wa en alle P o agonis- en nich nu e o m , sonde n auch leich kapu da ges ell . E ik s ü z in seinem wegen nich e wide e Liebe e zwei el en Ringen um Sen a soga so schwe , dass e que schni gelähm wi d und nu noch übe die Bühne obben kann. De Hollände wa an Nos e a u angelehn . Als Un o e äg e nu Schwa z und äll dami a blich ollkommen aus dem Spek um de ande en Figu en, weil e aus de ande en Wel komm . De Ma osencho om Hollände i als To encho au , bei dem wi die Männe als Nonnen mi einem schwa zen Gesich da ges ell haben. Daland wi d e wa als übe ladene ki chliche Wü den äge da ges ell : Ebenso wie bei dem Mädchencho als O densschwes e n ode auch in ande en S ücken wie Ki che de Angs 55 habe ich zwa mi Elemen en bekann e ki chliche O densgewände gea bei e , um da aus abe eine eigene O dens ach zu en wickeln. Daland is eine ziemlich iese Figu und wide lich: E is de Va e , de seine Toch e e kau . Seine Kleide we den übe ie Kos ümwechsel imme p äch- ige und opulen e bis zu eine A Ka dinals ala und Bi e , wäh end die ande en imme s ä - ke kapu gehen. E is ein D ah ziehe und Zuhäl e . Die Ma osen on Dalands Schi hingegen agen un e schiedlichs e ki chliche Gewände und bilden eine synk e is ische ode eigene Ve einigung. Alle agen jedoch das Augensymbol au de B us ode au dem Schal. Sie agen du chgehend das gleiche Kos üm als gleichbleibende synk e is ische Mischmasch. Sen a is zunächs das unschuldige, schüch e ne Mädchen im weißen Kleid, das noch keine Be- üh ung mi dem Hollände ha e. Wäh end alle ande en wissen, dass e egelmäßig wiede komm , um die F auen wegzunehmen, ahn Sen a da on nich s. Spä e e schein sie als Ma i- lyn-Figu , also als Ve üh ungsgeschöp . In diese Szene ließen wi sie mi Ballons in de Hand om Schnü boden au die Bühne hinab: de Ballon is hie ein Symbol ü Schwe elosigkei , abe gleichzei ig als Fo m dem Kokon beziehungsweise de Spindel ode dem Kau schukballen nich unähnlich. Ch is oph übe nahm dann die Bilde a bei au de Bühne und läss e wa Sen- as Kö pe hin e eine Indio-F au e schwinden. Spä e im zwei en Ak äg Sen a einen Ko- kon, bei dem ich übe das Ma e ial e such habe, die Fo m so he zus ellen. Ende des zwei en Ak s äg sie übe all Mullbinden, is wie de Hollände schon ziemlich kapu . Zugleich i sie aus dem K eis de spinnenden Mädchen als so e was wie eine Seiden aupe he o , die sich zu 55 Ch is oph Schlingensie , Ki che de Angs o dem F emden in mi , Thea e s ück, Regie: Ch is oph Schlingensie . UA im Rahmen de Ruh iennale 2008, Duisbu g 21. Sep embe 2008. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 22 B au e pupp . Zum Schluss e schein sie im B au kleid aus lau e Rüschen und bilde das Pendan zum in B au kleide n au e enden Cho : Die Menge de B äu e e schwe das E ken- nen de Rich igen. De S eue mann ha e als einzige ein du chgehendes Kos üm. Dies e inne e an eimau e i- sche Bekleidung – üb igens ein Elemen , dass ich auch bei den Kos ümen ü Ki che de Angs imme wiede eingeb ach habe. Dahin e s and die Übe legung, dass Küns le sich zu O den zusammenschließen. Das Spiel mi Symbolen und die g oße Symbolik auch imme wiede au , beispielsweise Go es Auge. E iks Kos üm als Showbiz-Man en sp ich au den e s en Blick nich dem Aussehen eines Jä- ge s, de e dem Lib e o zu olge is . Abe es mach um so deu liche , dass e ein ganz ande e Typ als die Ma osen is . Und dass e wenige ein Jäge in de di ek en Bedeu ung is , sonde n ielmeh ein Jäge im Show Business, also ein F auenjäge , is eine du chaus mögliche Übe se - zung. Das Lib e o wu de seh e ns genommen, abe Übe agungen und Ve schiebungen un- e zogen. Diese anden au eine in ui i en Ebene s a : wi haben niemals bewuss gesag , wi müssen je z i gendeine S elle ak ualisie en. Die Mädchen an den Spinn äde n we den zunächs als O den de Spinne innen da ges ell . Weil Ch is oph damals mi seine Augenk ankhei zu kämp en ha e, ha en die O densmi glie- de alle als Symbol D usen 56 , die ich gemal und au die Kos üme au gekleb habe. Spä e im zwei en Ak e en die Mädchen zunächs als Schwes e n und dann im d i en Ak als B äu e au , ü die ich e schiedene B au kleid a ian en en wickel hab – und ku z be o die T ommle den Saal be e en auchen im Bühnenbild mi dem Einma sch de Hochzei sgesellscha ein Auszug aus Pasolinis 120 Tage on Sodom au , au den ich kam, weil ich nach Bilde n on B äu- en gesuch habe, de abe na ü lich ebenso ü die Eks ase s eh . Denn eigen lich d eh sich die Ope um eine A Fleischbeschau: De Hollände will sich übe eine F au e lösen und die Liebe is keine Liebe, sonde n ein Mi el zum Zweck. Und so e deu lich auch im d i en Ak de als B äu e gekleide e Mädchencho die s ändige Suche des Hollände s nach eine F au, um e lös zu we den: De Cho als B au schau. Die on mi en wo enen Tänze innen knüp en mi Fede elemen en an den Ka ne al an. Ih e Kos üme sind zum Teil so üppig und ausladend, dass man bei ih em Au i auch on eine A Ve einnahmung de Bühne sp echen kann – wie ein wuche nde Pilz. Das en sp ich Ch is- 56 Ch is oph Schlingensie wa du ch seinen Va e gene isch disponie , eine al e sabhängige Makuladegene a ion zu e leiden, bei de sich im F ühs adium am Augenhin e g und sogenann e D usen (gelbe Ablage ungen) bilden. In de Folge können lächige Degene a ionen ode Ödeme au e en, die zu einem Abs e ben de Pho o ezep o en üh en. Bei Schlingensie s 2007 e s o benen Va e ha e dies zu eine olls ändigen E blindung ge üh . 2007 wu den bei Ch is oph Schlingensie D usenpapillen am Augenhin e g und diagnos izie . Aino Labe enz: „Die Augenk ankhei ha ihn lange beglei e : wäh end Pilo en [Ch is oph Schlingensie , Die Pilo en. 10 Jah e Talk 2000. Fo ma e on mo gen ü das Fe nsehen on ühe . G ündung de e s en Anima og aphischen Gesellscha nach Wagne . Au zeichnungen ü eine nie au Sendung gegangene Talkshow, Akademie de Küns e Be lin, 15., 19., 26. Janua , 10. Feb ua und 5. Juli 2007 – Anm. d. Au o in], de Auss ellung im Haus de Kuns [Ch is oph Schlingensie , 18 Bilde p o Sekunde, Einzelauss ellung und Ins alla ion, Haus de Kuns , 2007 – Anm. d. Au o in], F eax [Ch is oph Schlingensie , F emd e s ümmelung, Film on Ch is oph Schlingensie anlässlich de Ope FREAX on Mo i z Egge , In e na ionales Bee ho en es Bonn 2007 – Anm. d. Au o in]. Das lag in de Familie: De Va e und de G oß a e ha en da an schon geli en. De Sehne e eng sich und das wa gekoppel an einen G ünen S a , bei dem sich de D uck im Augap el e höh . Dadu ch en s ehen schwa ze Felde au de Pupille und eine Einsch änkung des Seh eldes, das die Augen zunächs ausgleichen, abe du has ein paa schwa ze Flecken d au . Das wa ü Ch is oph die Auswei ung de Dunkelphase – zusä zlich zu den ilmischen Übe legungen, wie komme ich zum Film und wa um.“ (In e iew mi Aino Labe enz in Be lin am 20. Feb ua 2012). ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 23 ophs Konzep de Raumeinnahme, e wa du ch Maden. 57 Und das hab ich mi den Tänze innen am Ende des zwei en Ak es seh bildlich als Übe ladung de Bühne o wie hin e de Gaze- P ojek ions läche und in Mi en des Cho es umgese z . Sie ze s ö en die Bühne as , nu dami sie au e en können. Sie sind die Ve üh e innen, die s e s alle Männe e locken und „umga - nen“ wollen. Sie sind auch die om Hollände be ei s abgeleg en Gelieb en, denn e komm ja imme wiede und ha jedes Mal eine ande e F au. Ih e zwischenzei liche Kos ümie ung in B au kleide n zeig , wie seh sie sich anbiede n – wäh end e eigen lich die Unschuld such . Dann gab es Figu en, die in den o ab ü den Einsa z au de Bühne ged eh en Filmen zu sehen sind und die keine eindeu ig zugewiesene Rolle au de Bühne spielen, jedoch die Ve bindung zu Filmebene he s ellen: Den beiden Al en habe ich Kos üme gegeben, die his o isch e scho- ben wi ken, abe au jeden Fall du ch ih e Cha ak e is ik zeigen, dass sie mi de Kokon- Thema ik nich s zu un haben. Ka in Wi is hingegen eine Figu , die ich s ändig umgezogen habe, ohne dass es imme eine di ek e Beg ündung da ü gab: Sie s eh als Bühnenp o agonis in ehe ü sich als ü eine da ges ell e Figu . Genauso wie Klaus Beye . Somi äg Ka in eine - sei s so e was wie die ges ä k e Halsk ause de Konquis ado en und ande e sei s ein Tüllkleid, das sie auch in einem de Filme äg . Film und Bühnengeschehen bilden zwa keine ollkom- men un e bundenen Pa allelwel en. De dennoch o handene Abs and wi d du ch Figu en wie die beiden Al en, Ka in ode Klaus übe b ück . Die Wi kung diese Beziehung muss seh genau ausbalancie we den, denn das Bühnengeschehen en wickel sich in einem ganz ande en, iel länge en P ozess und is inhal lich iel de aillie e als ein eingespiel e Film, de dazu ein wei- e es Bild addie en, e was kommen ie en ode un e s eichen kann. 58 Zu Bühne be ich e Labe enz: Fü die Bühne haben wi mi Gazen und Filmeinspiele n gea bei e , um eine Ve emdung zu e zielen. Die D ehbühne, die ex a gebau wo den wa , wu de pe Hand beweg , so dass sich Un egelmäßigkei en einschlichen und manchmal de Einsa z eines Sänge s und sein E scheinen au de Bühne nich übe eins imm en. Diesen Aspek moch e Ch is oph seh , weil sich dami wiede Bilde e schoben. Die Bühne spiegel auch die Auseinande se zung mi de Kolonialzei , mi de Ope und mi Fi zca aldo: Wie komm es, dass ich i gendwo lande und e suche, du ch Ma e ial, Ikonen, Bilde , Büs en on Komponis en, die Un e ansich des Ei el u ms an de Decke des Thea e zuschaue aums und so wei e meine Kul u , meine Heima in einen öl- lig neuen Kon ex zu übe agen? Da ich auch im Zusammenhang mi de Wei e üh ung des Ope ndo s da an gedach habe, weiß ich noch seh deu lich, dass e sich in B asilien ex em mi dem Beg i de Heima auseinande gese z ha . Die Absu di ä des Ope nhauses in Manaus wi d noch wei e au die Spi ze ge ieben, indem e das ganze O ches e in den U wald anspo ie ha : Die Geigen und alle ande en Ins umen e aus de eu opäischen Kul u hal en de Feuch igkei des Dschungels eigen lich übe haup nich s and. Die Musik is ü die Akus ik eines Konze saals komponie und nich ü eine on Bäu- 57 Gemein sind die wäh end e schiedene Inszenie ungen und auch zu Beginn des 1. Ak s des Hollände s au Gaze o hängen gezeig en Filme on Maden. 58 In e iew mi Aino Labe enz in Be lin am 20. Feb ua 2012. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 24 men übe wachsene Ruine. Unse e Vo s ellungen on Ope und Musik unk ionie en do übe - haup nich , allein schon du ch die Gegebenhei en. Ch is oph woll e B asilien nich mi unse- em Blick und unse em kul u ellen Wissen begegnen, sonde n diesen un e lau en. Zudem ha Ch is oph die T ommle aus dem Boi-Bumbá 59 übe nommen: Am E ö nungsabend des Fes i als, de in eine P ozession münde , übe önen die T ommle Wagne s Musik. Das gleiche geschah am Ende des zwei en Au zugs, als mi Fede kos ümen übe ladene Tänze innen die Bühne e obe en und dann die T ommle ins Ope nhaus einma schie en. Mi diesem Ele- men ha Ch is oph unse en kul u ellen Impo du ch die höchs eigene Kul u , E zähl- und Kommunika ionsweise de lokalen Be ölke ung übe wuche n lassen – genauso wie de U wald sich die Klos e uine zu ücke obe : Wäh end die üppigen Kos üme de Tänze innen die Bühne zu übe wuche n begannen, soll en die T ommle die Ve ans al ung s ö en und he ein asen. Und das D außen und D innen des Ope nhauses soll en sich mischen. Dieses als U o gelande e Ope nhaus wu de on de lokalen Kul u und den Leu en on d außen eingenommen – auch mi ih em eigenen Rhy hmus, de dem on Wagne ge adezu en gegengese z is . Dennoch ge- lang eine Ve bindung. 60 Ka h in K o en hale zu Schlingensie s ilmische A bei im Hollände -Kon ex Die Filme, die wäh end de Hollände -Au üh ung au de Bühne lie en, wu den on Schlingensie s langjäh ige Kame a au und Cu e in Ka h in K o en hale 61 geschni en, eingespiel und zum Teil auch ge ilm . Ich habe sie am 26. Mä z 2012 in Be lin ge ag , wie sich die gemeinsame A bei on de En s ehung de Idee, dem D eh übe den Schni bis zum Einspielen de Bilde au de Bühne en wickel e, und mi ih gemeinsam die zu allgemeinen Dokumen a ionszwecken om Tea o Amazo- nas au gezeichne en Au üh ungen sowie wei e e, in Manaus en s andene, sowohl on ih wie on Schlingensie ged eh e ilmische No izen und Ku z ilme gesich e : Die En wicklung de Bilde is imme übe eine lange Zei hinweg e olg , in de wi Ma e ial gesammel , uns Filme angesehen und Musik gehö haben, uns e wa angeschau haben, wie die ühen A an ga de-Filmemache e was gemach haben, und nach Aspek en gesuch , die wi il- misch – in diesem Falle – ü die Hollände -Inszenie ung e wenden konn en. Dann sind da- aus ganz spiele isch und o zu ällig neue Bilde en s anden. Die He angehensweise en sp ach Ch is ophs und meinem ehe hy hmischen ode musikalischen Denken. Und genauso wie e und so wie man gemeinsam übe Film nachgedach ode Film benu z ha mache ich manchmal sel same Dinge, die kon en ionell ausgebilde e Leu e nich machen wü den. 59 Bumba-meu-boi („S eh au mein Ochse“) is ein Tanzzyklus, de den Tod und die Au e s ehung eines Ochsen hema isie : Haup igu en sind ein de i alienischen Ope en lehn e Ha lekin (A lequim) und ein Ochse (Boi). Beim Boi-Bumbá in Pa in ins im No dos en und No den B asiliens kommen als musikalische Beglei ung un e schiedliche T ommeln zum Einsa z. 60 In e iew mi Aino Labe enz (s. Anm. 58). 61 Ka h in K o en hale ha Ge manis ik und Kuns geschich e in Be lin s udie . Sie wa als P ak ikan in und Assis en in bei Film, Fe nsehen und Thea e im Be eich Regie, Kame a und Video ä ig. 2002 kam es übe die Volksbühne zu Zusammena bei mi Ch is oph Schlingensie : Quiz 3000 wa das e s e Schlingensie -P ojek , beim dem sie als Regie-Assis en in eins ieg. Dann olg en bis zu Inszenie ung Szenen aus dem Leben de Heiligen Johanna (2010) zahl eiche Schlingensie -P oduk ionen, an denen sie als Kame a au und Cu e in be eilig wa . K o en hale wa ü die P oduk ion zwei Mona e bis zu Au üh ung in Manaus. ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3 Anna-Ca ha ina Gebbe s, De Fliegende Hollände in de Inszenie ung on Ch is oph Schlingensie , Manaus 2007. Eine Annähe ung anhand on Dokumen en, Au zeichnungen und Gesp ächen mi Mi a bei e n. 25 In B asilien ha e Ch is oph wiede ange angen au 16 mm zu d ehen, also analogem Film, um das Ma e ial wiede in de Hand haben zu können – auch um es zu ze s ö en und dami zeigen zu können, dass es meh leb als digi al gespeiche e Da en – und um zu seinem U sp ungsma- e ial und seine ühe Faszina ion ü ilmische Technik zu ückzukeh en. En sp echend ha sich Ch is ophs In e esse auch wiede seh s a k den An ängen des Film zu- gewand . In B asilien haben wi seh o gemeinsam A an ga de-Filme aus de e s en Häl e des 20. Jah hunde s gesehen: Komposi ion in Blau on Oska Fischinge 62 , L’É oile de Me on Man Ray 63 ode Anémic Cinéma on Ma cel Duchamp 64 . Als Ausgangspunk haben wi iele Zi a e aus diesen Filmen e wende . Fischinge s Anima i- ons ilm konn en wi im O iginal au de Bühne einse zen, da Ch is oph diesen Film schon ein- mal in seinem Film Tunguska 65 e wende und die Rech e on Fischinge s Wi we e wo ben ha - e: Do dien e e als Beispiel, um den Eskimos den Expe imen al ilm zu e klä en. Nach dem Hollände haben wi ihn bei de Heiligen Johanna 66 wiede benu z . Ein S op-Mo ion-Film, die Fo men sind au den Film d au ged uck wo den. Oska Fischinge ha be ei s in den 1920e Jah en Ideen ü die Ve bindung on Musik und isuellen E ek en en wickel und den isuellen Rhy hmus de Bilde dem audi i en un e geo dne . Von Man Rays Film L’É oile de Me haben wi mi einem äl e en Paa ein Remake un e ande em in de Fischma k halle on Manaus ge- d eh und den do zu sehenden E ek mi eine Glassche be o dem Objek i kopie . Wi ha- ben die Lochblende nachgebau und o die Kame a gehal en und übe haup iel gebas el . Das heiß , wi haben di ek beim D ehen die E ek e mechanisch e zeug und nich bei de Nach- bea bei ung. Es gib nu wenige Filme, bei dem das Ma e ial anschließend wi klich on mi ge- schni en und bea bei e wu de. Ansons en habe ich ieles on Ch is ophs Ma e ial so e wen- de , wie e es ged eh ha . Die ganzen E ek e, auch die zu älligen, wie ein Lich ein all, kann man digi al ga nich so nachs ellen, dass es analog aussieh . In spä e olgenden P ojek en mi Ch is oph habe ich bes imm e P inzipien, Tex u en und S uk u en aus diesem Ma e ial wei e ge agen – bis hin zu Heiligen Johanna: Fü die Auss el- lung in München 67 ha Ch is oph das Manaus-Ma e ial selbs im Posi i schni geschni en, an- schließend haben wi , so wie e in den 1980e Jah en gea bei e ha e, einen iden ischen Nega- i schni bei de Ba a ia machen lassen, bei dem ich de Cu e in o O unse uncodie es Ma e ial o so ie e. Ein heu e öllig unübliches Ve ah en. Abe dadu ch muss en wi das Ma- e ial nich ab ilmen und beim Videoschni einen Quali ä s e lus in Kau nehmen, sonde n haben die 16-mm-Filmquali ä ü die Loops in de Auss ellung e hal en, ü die imme wiede neue Kopien geb auch wu den. Denn in München wu den ‚Filmleichen‘ gesammel , die du ch die Abnu zung des Ma e ials in de Daue p ojek ion en s ehen: je kü ze de Film, des o schnel- le is e du chge ieben und ze b ann und en sp echend meh ‚Filmleichen‘ gab es on solchen ku zen geloop en Szenen in München. Die ‚Leichen‘ habe ich dann am Schneide isch noch ein- 62 Oska Fischinge , Komposi ion in Blau, Anima ions ilm, Deu schland 1935. 63 Man Ray, L’É oile de Me , Expe imen al ilm, F ank eich 1928. 64 Ma cel Duchamp, Anémic Cinéma, Expe imen al ilm, F ank eich 1926. 65 Ch is oph Schlingensie , Tunguska – Die Kis en sind da, Spiel ilm, Deu schland 1983/84. 66 Wal e B aun els, Jeanne D‘A c – Szenen aus dem Leben de Heiligen Johanna, Ope , Regie: Ch is oph Schlingensie , P emie e: Deu sche Ope Be lin 27. Ap il 2008. 67 Gemein is Ch is oph Schlingensie , 18 Bilde p o Sekunde, Einzelauss ellung und Ins alla ion, Haus de Kuns , München 25. Mai bis 16. Sep embe 2007.