Die doppelte Triade: Wotan - Loge - Erda/Wagner - Freud - Butler
Full text
Ausgabe 2012/3
Die doppel e T iade: Wo an –
Loge – E da/Wagne – F eud –
Bu le .
Simone Foh -Man hey (Bay eu h/Nü nbe g)
ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3
Simone Foh -Man hey: Die doppel e T iade: Wo an – Loge – E da/Wagne – F eud – Bu le .
2
Zusammen assung.
Diese Au sa z un e zieh Richa d Wagne s Rheingold eine Relek ü e,
die sich au die da in en hal enen Momen e mode ne Konzep e hin-
sich lich Inhal und Handhabung de gesanglichen Disposi ion konzen-
ie . Diese sind, e s ens, die Des abilisie ung des Ich-Beg i es und,
zwei ens, F euds Konzep de d ei Ins anzen (Ich, Es und Übe -Ich) die
das Selbs behe schen. Einen d i en Schwe punk mach Wagne s
Idee eines and ogynen Sys ems jensei s des Dualismus on Männlich-
kei /Weiblichkei aus, wie es on Judi h Bu le besch ieben wi d. Eine
Analyse de d ama ischen Funk ion und Gesangspa ien – in Hinblick
au die oben genann en P ämissen – de Cha ak e e Wo an, Loge und
E da soll dabei au zeigen, ob und wie Richa d Wagne , ein Musikd a-
ma ike des 19. Jah hunde s, als P o omode nis und somi als
Wegbe ei e de Mode ne gewe e we den kann.
Abs ac .
This essay o e s a eading o Richa d Wagne ’s Rhinegold as a wo k
in which impo an endencies o mode ni y a e p e igu ed in he
ope a’s na a ological and ocal disposi ions. These endencies a e,
i s o all, he des abiliza ion o an in ac iden i y and, second, he
F eudian-based concep o he h ee aspec s o he psyche, he id, he
ego, and he supe -ego, which go e n he indi idual sel . A hi d ocus
is on Wagne ’s ideas o an and ogynous sys em beyond he dualism o
maleness/ emaleness, as desc ibed by Judi h Bu le . Wi h hese p e-
mises, an analysis o he ope a’s d ama ic unc ion and ocal pa s o
he cha ac e s Wo an, Loge, and E da shows whe he Richa d Wag-
ne , as an au ho -compose o he la e nine een h cen u y, can be
ega ded as a p o omode nis and hus a pacese e o mode ni y.
Simone Foh -Man hey, „Die doppel e T iade: Wo an – Loge – E da/Wagne –
F eud – Bu le “, in: ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance 3 (2012), N . 3.
www.ac .uni-bay eu h.de
ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3
Simone Foh -Man hey: Die doppel e T iade: Wo an – Loge – E da/Wagne – F eud – Bu le .
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Die doppel e T iade: Wo an – Loge – E da/Wagne – F eud – Bu le
Einlei ung
Obschon die Ausmaße de Wagne -Fo schung de o mals pos ulie en ‚G öße‘ ih es
Gegens andes in nich s nachs ehen, sind längs noch nich alle Nischen des eno men
Themenkomplexes ausgeleuch e . Im Gegen eil: mi de zunehmenden Geschwin-
digkei des globalen, in e - und ansdisziplinä en P og ess’ de gesam en Wissen-
scha skul u (en) e schließen sich s ändig neue Anknüp ungspunk e ü e ie ende
S udien in Sachen Richa d Wagne . Zwei solche noch ela i junge Ansä ze sollen
hie e ein und au das We k Wagne s angewende we den: S imm- und Gende -
o schung. Als Anschauungsgegens and mag hie de Vo abend de Ring-Te alogie
dienen und hie aus speziell die Figu en-T ias Wo an – Loge – E da.
Ausgehend on de These, dass Wagne in seine (Kuns -)Philosophie und seinem
musikd ama ischen Scha en als Wegbe ei e de Mode ne gel en kann,
1
is das
Rheingold eine Relek ü e zu un e ziehen, die sich in de Ta zunächs als philolo-
gisch au assen läss , akus ische Pa ame e abe zwingende weise mi einschließ .
Die Pe sonnage des Wagne ’schen Rings wu de o als a chaisch und my hisch
au ge ass , und obwohl zahl eiche Inszenie ungsansä ze die hohen Go hei en und
HeldInnen als ‚no male Menschen‘ auszudeu en e mögen, bleib ihnen ein Ke n
on uni e sale Symbol unk ion. Hie klingen Reminiszenzen an die F eud’sche
Psychoanalyse beziehungsweise C.G. Jungs Theo ie de A che ypen an, die aus
poe ogene ische Sich au Wagne bezogen zwa anach onis isch scheinen, un e
Be ücksich igung des Pos ula s, nach welchem Wagne als P o omode nis gel en
mag, jedoch in eine uch ba e Fo schungs ich ung weisen, die be ei s bei Michael
S ü me s Plädoye ü Wagne als Ze s ö e und Neue e seine eigenen Zei
ankling :
Welches wa abe Richa d Wagne s Zei ? Die 70, 80 Jah e o seinem Tode, ode die 70, 80
Jah e sei dem und bis heu e? Das 19. Jah hunde lie e e nich nu den En wu eine neuen
Wel echnisch-indus ielle Ra ionali ä , es lie e e mi Ma x, mi Nie zsche, mi F eud – und
ielleich auch mi Eins ein – noch die K i ik an sich selbs und die geis igen Ins umen e, die-
se K i ik adikal Folge zu geben. Richa d Wagne wi d man zu diesen Meis e denke n zählen
müssen, die au bau en und ein issen. [...] [E ] woll e seh wei zu ück und seh wei o aus.
Du ch Thea e und Ope woll e e die Übe windung de mode nen Wel bewi ken.
2
1
Vgl. Richa d Klein, „Wagne s plu ale Mode ne. Eine Kons uk ion on Un e einba kei en“, in: Richa d Wagne . Kons uk eu
de Mode ne, h g. on Claus-S e en Mahnkop , S u ga 1999, S. 185‒225.
2
Michael S ü me , „Abschied und Au b uch. Zu geis igen Si ua ion de Jah hunde wende“, in: Richa d Wagne , Mi le
zwischen Zei en. Fes o äge und Diskussionen aus Anlass des 100 Todes ages. Schloss Thu nau 1983, h g. on Ge ha d Held ,
Ani bei Salzbu g 1990, S. 9‒26, hie S. 10 beziehungsweise S. 21 (Wo und Musik. Salzbu ge Akademische Bei äge, h g. on
Ul ich Mülle , F anz Hundsnu sche und Oswald Panagl, Bd. 3).
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Wenige Jah zehn e nach Wagne s Tod, mi dem Anb uch de Klassischen Mode ne
‚um 1900‘, mach sich ein allgemeines gesellscha liches Unbehagen b ei , das nich
zule z dem Ve lus eines ein ach zu assenden Iden i ä sbeg i es geschulde is . Die
in diesem sozio-kul u ellen Subs a wu zelnden E kenn nis de Psychologie, nach
denen das Indi iduum in d ei Ins anzen gespal en is (Ich, Es und Übe -Ich
3
) und
das Ich somi als ganzhei liche En i ä ‚un e ba ‘
4
wi d, e weisen au einen g öße-
en zei lichen Zusammenhang, de um einiges ühe einse z und die Au assung
on menschliche Iden i ä bis heu e p äg . Aus diese Ak uali ä he aus d äng sich
die F age au , ob nich be ei s de megalomanische Ansa z, den Richa d Wagne mi
seinem Ring e olg – die Da s ellung eine Wel genese, de en En wicklung übe
lange Zei äume hinweg bis hin zu ih em Niede gang und ho nungs ollem Wiede -
beginn –, auch eine ühe Thema isie ung des Ich-Beg i es is und zwa un e de
P ämisse, dass das menschliche Indi iduum pe se in dispa a e Fo m in seine
Umwel wal e und dahe kein ganzhei liches Handeln, das so o ige Folgen augen-
ällig zei ig , möglich is – was in de Mode ne-Fo schung als zen ales Symp om
eine Deso ien ie ung de Menschhei inne halb ih e Umwel kons a ie wi d:
die gö liche Schöp ung ze äll in objek i ie e Na u und subjek i en Eing i des Menschen,
und de Mensch ze äll in das Ga ungswesen, das ü die Ein ich ung de Wel e an wo lich
is , und das Indi iduum, das eben diese Ein ich ung als eine ihm emde e äh . [...] Die F ei-
hei des Willens, die das mode ne Indi iduum sich selbs zusp ich , s öß in de Auseinande -
se zung mi de Na u au Wide s ände, die das Resul a seines P ojek s in dem Maße de o mie-
en, wie es die Eigengese zlichkei de Na u mißach e . [...] Die P oblemlage des mode nen
Menschen d äng dahe danach, einen Raum möglichen Handelns zu en we en, de de Fa ali-
ä de Ve keh ung on P ojek und Resul a en geh . [...] Ein Handeln, das diese Fo de ungen
e üll , se z sich selbs alle dings enge G enzen. Denn es da wede die Na u zu seinem S o
nehmen noch sich au die Gesellscha als Sphä e einande wide s ei ende Willensäuße ungen
einlassen. Es muß sich aus dem Sys em kon ollie en Eing ei ens in Na u p ozesse ebenso zu-
ückziehen wie aus dem Beziehungsge lech s a egischen Handelns inne halb de Gesellscha .
5
Das ‚mode ne‘ Ring-Pe sonal
Lesen wi Wagne s Ring als „Wo ans agödie“,
6
so he sch e schon in my hische
Vo zei de Geis de Mode ne – und Wo an zeichne da ü e an wo lich. Deu un-
gen de Wo ans igu du ch die Fo schungsli e a u weisen imme den Aspek des
aus dem Rude gelau enen Mach sys ems au , dessen U hebe keine Kon olle meh
übe die selbs e ablie en S uk u en ha . So cha ak e isie S en F ied ich Wo ans
agische Anlage, au die auch schon Udo Be mbach e weis , wie olg :
3
Vgl. Siegmund F eud, Das Ich und das Es, Wien 1923.
4
Vgl. E ns Mach, E kenn nis und I um, Leipzig 1917.
5
Pe e Bü ge un e Mi a bei on Ch is a Bü ge , P osa de Mode ne, F ank u a. M. 1988, S. 13‒15.
6
Udo Be mbach, „Wo an – de Go als Poli ike “, in: „Alles is nach seine A “. Figu en in Richa d Wagne s „De Ring des
Nibelungen“, h g. on Udo Be mbach, S u ga und Weima 2001, S. 27‒48, hie S. 47.
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Die T agödie Wo ans is die T agödie des Poli ike s. E e lage das poli ische Handeln on de
an das Subjek gebundenen Ve nun au eine mechanis isch e wal ende, abs ak e Ins i u ion
des Ve agswe ks [...], womi das poli ische Handeln selbs ins i u ionalisie wi d und dami
nich meh an den eien Willen gebunden is . De Poli ike -Go als eins malige Besi ze und
Ges al e de Mach wi d dami selbs zum Objek und Op e seines eigenen Sys ems. Es gib
keine ak i en En scheidungen meh , sonde n nu noch passi e, e wal ba e En scheidungsp o-
zesse un e Rückgang pe sönliche Ve an wo ung.
7
Konsequen e weise – auch de d ama u gischen Logik de Gesam disposi ion de
Te alogie geschulde , nach de jede Teil du ch eine ande e Sphä e und de en
Angehö ige gep äg is , – ollzieh Wo an den Sch i des ölligen Rückzugs aus dem
Geschehen. Ließ seine Mach im Ringen mi F icka um das Schicksal Siegmunds
(Walkü e) me klich nach, so „g ei Wo an [in Sieg ied, Anm. S. F.-M.] in de Ta
nich meh ak i in das Geschehen ein [...] sonde n läß alles gewäh en, nimm
gleiche maßen einen neuen Anlau “
8
. Diese neue Anlau üh alle dings nich meh
zu eine Be eiligung am Wel enlau sonde n wi d s ell e e end on Wo ans
Geschöp en im biologischen wie geis igen Sinne – B ünnhilde und Sieg ied –
ausge üh und zu Ende geb ach (Gö e dämme ung).
Eine wei e e Haup olle des Rings, die, obwohl in de Fo schung bislang e nach-
lässig ,
9
in ih e d ama u gischen T agwei e de Wo ans abe nahe s eh , is die
Figu des Loge.
10
Eine um assende Cha ak e isie ung de Loge-Figu , wie sie im
Rheingold au i , bie en F ied ich beziehungsweise De yck Cooke. So e eine de
Feue go olgende Funk ionen, die sich in Teilen wide sp echen mögen: „ eie
In e essen e e e “, „Un uhes i e , de die ande en Gö e in Ve wi ung s ü z
und sie wiede da aus be ei “, „komp omißlose Ve e e und Ve künde auch
geschmacklose Wah hei en“, „Spö e de ande en Gö e “, „Fa o i Wo ans“.
11
Dem en sp ich auch Jean Shinoda Bolens Ansich , nach welche Loge in e s e
Linie eine Ve sion des Gö e bo en da s ell
12
und als „ icks e and a ele wi h a
cha ac e is ic quickness o mo emen , agili y o mind, and acileness o wo d“
13
e schein . Loges Wesen wi d dabei auch musikalisch oh en ällig, sein „uns e e[ ]
7
S en F ied ich, „Loge – de p og essi e Konse a i e“, in: Be mbach, Alles is nach seine A (s. Anm. 6), S. 178‒197, hie
S. 193.
8
Be mbach, „Wo an” (s. Anm. 6), S. 40.
9
Fü Einzels udien gl. F ied ich, „Loge“ (s. Anm. 7), S. 178; Ca l Wal he Simon, „Das e gö lich e Elemen . Gedanken zu
Wagne s Loge – eine analy ische Be ach ung“, in: P og ammhe de Os e es spiele Salzbu g, Salzbu g 1968, S. 40 ; Felix G oss,
„Ve such eine olls ändigen philosophischen Deu ung on Wagne ’s Ringmy hos. Die Ges al Loges im Ring“, in: Bay eu he
Blä e , N . 30, Bay eu h 1907, S. 257; Wieland Wagne , „Richa d Wagne s Loge“, in: P og ammhe e de Bay eu he Bühnen es -
spiele, h g. on de Fes spiellei ung, Bay eu h 1951, H. 3. S. 6 ; De yck Cooke, I Saw he Wo ld End. A s udy o Wagne ’s Ring,
London 1979.
10
Vgl. F ied ich, „Loge“ (s. Anm. 7), S. 186. Mi Bezug au G oss, Ve such eine Deu ung (s. Anm. 9), S. 257.
11
F ied ich, „Loge“ (s. Anm. 7), S. 188. Mi Bezug au Cooke (1979).
12
Vgl. Jean Shinoda Bolen, Ring o Powe . The Abandoned Child, The Au ho i a ian Fa he , and The Disempowe ed Feminine. A
Jungian Unde s anding o Wagne ’s Ring Cycle, San F ancisco 1993, S. 30.
13
Bolen, Ring o Powe (s. Anm. 12), S. 30 .
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lacke nde[ ] Cha ak e [...], seine Ambigui ä [...] is du ch Sechzehn el igu en
gekennzeichne , die G undlage alle Loge-Mo i e sind.“
14
In Bezug au das Ve häl nis Loges zu den wei e en P o agonis Innen des Rings,
he sch eine e was dispa a e e Lage o : Be ei s Felix G oss e ablie Loge –
siche lich zum Teil be ech ig – als Ve e e eines amo alischen In ellek ualismus,
de abe keineswegs mi Nihilismus gleichzuse zen is , was im Lich e Nie zsches
Wagne -Rezep ion und -K i ik nu allzu leich pos ulie wu de, obschon Loge
siche lich „auße halb de gese z en No men und mo alischen We e s eh “
15
. So
beme k F ied ich wei e hin dezidie :
De Deu ung Loges als willenlos, als zweck eien Theo e ike , de ä ig wi d nu aus de Lus am
Spiel des eigenen In ellek s, muß dagegen na ü lich en schieden wide sp ochen we den! Denn
na ü lich ungie Loge ganz im Gegensa z ielmeh als Anwal de Rhein öch e und somi de
Na u selbs . [...] Sein T ach en is also da au ge ich e , den ha monischen U zus and de Na-
u wiede he zus ellen, die Res i u ion des My hos o anzu eiben. Die Lis igkei Loges is nu
Mi el zum Zweck, keineswegs Selbs zweck.
16
E weis sich Wo an als agische Ge angene seine eigenen Machs uk u en, so
ep äsen ie „Loges agische I onie [...] die T agik des In ellek uellen schlech hin“:
E e schein als eine A ‚Spiellei e ‘ des Rheingold, de die Fäden zieh , sich an de äuße en
Handlung jedoch selbs so gu wie nich be eilig , und is somi Ingenieu und Regisseu de
e dien en und unausweichlichen menschlich-poli ischen T agödie.
17
Obwohl e zu Rech als Spiellei e bezeichne we den kann, i de Feue go nu
im Rheingold als Pe son in E scheinung. Sein Wi ken als Elemen a k a bes imm
alle dings die wich igen Eckpunk e und Wendungen des gesam en Ring-Gesche-
hens. So is e mi seine Wandlung om pe soni izie en Halbgo zu Wabe lohe,
die B ünnhilde umgib bis hin zum Wel enb and, die Zen alges al des e a die en-
den und gleichsam ekapi ulie enden No nen-T ialogs, de in de Gö e dämme-
ung die ele an en Geschehnisse de o he gegangenen Teile de Te alogie o
Augen u en soll.
The oldes No n [...] complains ha she no longe sees he sac ed isions ha Loge used o ligh
up wi h his adian i e. [...] The second No n ells he how Wo an con olled Loge wi h his
spea and summoned him o su ound B unnhilde wi h his i e. The hi d No n [...] desc ibes
how he i e will be summoned ha will send Valhalla up in lames.
18
14
F ied ich, „Loge“ (s. Anm. 7), S. 191.
15
F ied ich, „Loge“ (s. Anm. 7), S. 188, gl. ebd. S. 193.
16
F ied ich, „Loge“ (s. Anm. 7), S. 186 , mi Bezug au G oss, Ve such eine Deu ung (s. Anm. 9), S. 261. Vgl. auch F ied ich, ebd.,
S. 189.
17
F ied ich, „Loge“ (s. Anm. 7), S. 192.
18
Bolen, Ring o Powe (s. Anm. 12), S. 136, gl ebd. S. 177.
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Wie diese we kin e ne Rückschau beleg , zeichne Loge on An ang bis Ende mi e -
an wo lich ü die En wicklung des Geschehens, wenn auch zum ge ings en Teil
ak i handelnd. Ihm eigne de ini i eine „P o agonis en-Eigenscha “, diese „sei
indessen nich quan i a i , wohl abe quali a i .“
19
Eben alls aus dem eigen lichen Geschehen he ausgenommen und dennoch au nich
zu un e schä zende Weise in ol ie is die Figu de E da, „...de ew’gen Wel U -
Wala“
20
– so ih e Selbs bezeichnung, wenn sie im Rheingold mahnend Wo an zum
Ring e zich anhäl . Beach ung sei hie o allem ih em d ama u gischen Gewich
zugemessen: Inne halb des gesam en Rings en allen zwei Szenen au die P äsenz
E das; ih e Wa nung im Rheingold sowie ih e Zwiesp ache mi Wo an im Sieg-
ied.
21
Dabei äll au , dass E da jeweils eagie abe keines alls aus einem eigenen
U -Impuls he aus handel – sie is in ih en Handlungsmöglichkei en du ch Wo ans
Um-O dnungen in de Wel s a k eingesch änk . Im Rheingold wi d dies augen äl-
lig:
Die Bühne ha sich on Neuem e ins e ; aus de Felsklu zu Sei e b ich ein bläuliche
Schein he o : in ihm wi d [...] ERDA sich ba , die bis zu halbe Leibeshöhe aus de Tie e au -
s eig .
22
E da, die F au ohne Un e leib, is zu Reglosigkei e u eil , und lediglich ähig
du ch Geis und Wo zu wi ken. Handeln im enge en Sinne is dies nich , da
e waige Mi -Agen en ode Ad essa Innen sich einem bloßen ‚Wi ken‘ en ziehen
könn e. Dabei is E das Posi ion inne halb des Pe sonenge üges und de Handlung
– wiede um ähnlich wie bei Loge – die Rolle de ‚An agonis in im posi i en Sinne‘.
Nu E da, die (ande s als Loge) imme (noch) ein nai -in ui i es Na u wesen ep ä-
sen ie , das ohne Kalkül und Winkelzüge benenn s a lenk , e mag in Wo an den
le z en Res seines mo alischen Ve an wo ungsge ühls au ech zu e hal en. Dies
ende in eine pa adoxen Kons ella ion: „Wo an möch e on E da le nen – auch
wenn e sie e gewal ig .“
23
Wo an schä z E da als wissende Ra gebe in, such ih e
Kompe enz, weiß sich abe nich ande s Zugang zu ih zu e scha en, als du ch
Gewal . Hie zeichne sich deu lich ab, was be ei s in de oben genann en Regiean-
weisung im Rheingold anklang: De Dicho omie Weishei /Handeln is die an i he i-
sche Paa ung Weiblich/Männlich beigeo dne . Die e Bo chmeye , de sich dem
Aspek des Wissens im Ring annimm , kons a ie hie zu wie olg :
19
F ied ich, „Loge“ (s. Anm. 7), S. 186, mi Bezug au G oss, Ve such eine Deu ung (s. Anm. 9), S. 257.
20
Richa d Wagne , Das Rheingold, Tex buch mi Va ian en de Pa i u , h g. on Egon Voss, S u ga 2007, S. 87.
21
Vgl. hie zu die Rolle E das im musikd ama u gischen Kon ex , hema isie in: Susanne Vill, „E da – my hische Quellen und
musikalische Ges al ung“, in: Be mbach, Alles is nach seine A (s. Anm. 6), S. 198‒224, hie S. 209‒224.
22
Wagne , Das Rheingold (s. Anm. 20), S. 86, Kapi älchen im O iginal.
23
Sabine Zu mühl, „Visionen und Ideologien on Weiblichkei in Wagne s F auenges al en“, in: „Das Weib de Zukun “.
F auenges al en und F auens immen bei Richa d Wagne , h g. on Susanne Vill, S u ga und Weima 2000, S. 57‒69, hie S. 64.
Vgl. hie zu auch Vill, „E da“ (s. Anm. 21), S. 207: „E [Wo an; Anm. S. F.-M.] beg ei nich , daß ih Wesen das Sein is , das sich
nich in seine Dimension, das Tun, ans o mie en kann, dieses jedoch umg ei .“
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Auch in de Ring-Te alogie gib es e schiedene, nach de Wissens ie e hie a chisch abges u e
my hische Schich en, de en ie s e on de U mu e E da [...], de en obe lächlichs e hingegen
die on my hischen E ah ungsquellen nahezu abgeschni ene Männe wel Hundings und de
Gibichungen mi den on ihnen ücksich slos e dinglich en F auen ep äsen ie en. Die ie s e
my hische Wissensschich geh mi Wo ans Gesellscha s e ag [...] – also mi dem Anb uch
de männlichen He scha swel zunehmend e lo en. „U mü e -Weishei “ e geh [...] o
Wo ans „Willen“ [...]. E das Wissen is ein my hisch-un e ügba es, das sich nich ins umen a-
lisie en läß [...]. Eben die my hische Dimension de Weiblichkei is [...] du ch das männliche
He scha swissen bed oh . [...] Ge ade was dieses He scha swissen nich aus sich he aus e -
zeugen kann, such es zu ins umen alisie en.
24
Doch diese An agonismus is keineswegs ein eingleisige Disku s; ielmeh sind
E da und Wo an in eine Dialek ik beg i en. Se z man das Pos ula als P ämisse,
nach dem E da als Wel enschöp e in die Quelle alles Exis ie enden sei,
25
so is auch
Wo an eingebunden in ih e Schöp ung und gezwungene Maßen den Wel gese zen,
die lange o seinem Ve agswe k he sch en, un e wo en – was sich im Kon lik
de ‚Wo ans agödie‘ zeig . E da als k ea i e K a , als Schöp e in und Gebä e in de
„Wunschmaid“
26
B ünnhilde is nich wegzudenken aus Wo ans Wel en wu . Sie is ,
ganz im Gegen eil, soga nö ig, um Wo ans Handeln dahingehend zu lenken, dass e
seine Pläne e idie , sich zu ückzieh und den Menschen eine neuen Zei , die sich
da in heimisch ühlen, die ‚Bühne übe läss ‘. Wobei nich da on auszugehen is ,
dass Wo an in seine pa ia chalen Wel o dnung de F au als solche einen ‚wich i-
gen‘ Pla z zumiss , sonde n, dass Wo an an B ünnhilde e äh , dass He scha ssys-
eme – seien sie pa ia chalisch ode eihei lich o ganisie – imme auch Wech-
selwi kungen eingehen: B ünnhilde en sp ing dem einen Sys em, um ih e eigene
O dnung en gegense zen zu können. Beides üh le z lich abe du ch die ‚In e e-
enzen‘ zum Wel enb and, de jede O dnung ilg .
In diesem Sinne is auch die Rolle E das zu e s ehen, die du ch ih e Gegenposi ion
zu Wo an und seinem Sys em ihn e s „die Beg enzung seine F eihei du ch die
Einbindung in den O ganismus des E denlebens“ e ah en mach , wo au hin „de
Wille zu Ta “ sich „kon on ie mi dem Sein“ sieh .
27
Diese Kon on a ion ende
mi „Wo ans Pa alyse in einem Scheinsieg übe die einzig ebenbü ige An agonis in
unmi elba o de endgül igen Demon age seine Au o i ä du ch Sieg ied“.
28
Eine gewisse ‚ eminis ische Häme‘ bleib in diese Deu ung des Ve häl nis’ Wo-
an/E da nich aus, dennoch bleib sie s immig in ih em Fazi , nach welchem E da
24
Die e Bo chmeye , „Übe das Weibliche im Menschlichen in Richa d Wagne s Musikd amen“, in: Vill, Das Weib de Zukun
(s. Anm. 23), S. 34‒43, hie S. 40 .
25
Vgl. Vill, „E da“ (s. Anm. 21), S. 198.
26
Richa d Wagne , „De Nibelungen-My hus. Als En wu zu einem D ama. (1848.)“, in: Richa d Wagne , Säm liche Sch i en
und Dich ungen, sog. Volksausgabe beziehungsweise 6. Au l., Leipzig 1913, Bd. 2, S. 156‒166, hie S. 164.
27
Vill, „E da“ (s. Anm. 21), S. 198.
28
Vill, „E da“ (s. Anm. 21), S. 207.
ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3
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„den Lau de E eignisse an[häl ], indem sie mi ih e O enba ung Wo an eine
Bewuss seinsdimension e ö ne , de en kosmische Gese zmäßigkei e o z allen
Au begeh ens nich meh en komm .“
29
Wo an – Loge – E da: Eine Kons ella ion
Nach den obigen Einzelbe ach ungen soll im Folgenden de Ve such eine zusam-
men üh enden Deu ung de Pe sonenkons ella ion Wo an – Loge – E da o ge-
nommen we den. Hie bei sei nochmals die p o omode ne Ve weisk a des Rings
be on : Wo an, de seines ganzhei lichen Seins e lus ig ging und dami die gesam e
Wel in einen Zus and de a-kausalen Bezugslosigkei s ü z e, s eh als agische
P o agonis in allen Teilen de Te alogie – mal ak i e , mal passi e in die Bühnen-
handlung in ol ie – im Zen um des Geschehens. Seine Rolle und Funk ion im
d ama u gischen wie s ückimmanen en Sinne, wi d angie on Ansp üchen,
Fo de ungen, Eigenscha en und In e essen ande e Einzelpe sonen, Gemeinscha -
en, Kollek i e ode P inzipien, die sich, je nach Si ua ion, auch in sich ände n
mögen. In e essan is dahe , ge ade die Ve bindung Wo ans zu jenen beiden Figu-
en zu beleuch en, die, wie be ei s e läu e , auße halb des Geschehens s ehen: Loge
und E da. Es e gib sich hie bei eine T iade, in de en Mi e Wo an als Anke inne -
halb de Handlung de gesam en Te alogie ungie . Um ihn o dnen sich die beiden
ande en, die un e einande eben alls Bezüge au weisen.
Diese Kons ella ion e inne an die eingangs e wähn e Theo ie F euds, nach de das
menschliche Ich in die d ei Ins anzen Ich, Es und Übe -Ich gespal en is , die sich
gegensei ig beein lussen. Das Ich s eh hie bei ü das Indi iduum, wie es handelnd
in de Wel agie , das Es ü seine T iebna u und das Übe -Ich ü eine Kon oll-
Ins anz, die das Handeln an he schenden No men abgleich .
30
Es gib siche lich
zahl eiche meh ode wenige gelungene psychoanaly ische Deu ungen des Rings,
wo on die Bolens hie be ei s E wähnung and. Dahe soll in diese Hinsich nich
wei e a gumen ie we den. Was das eudianische Modell alle dings als We kzeug
in diesem Kon ex b auchba mach , is seine O enhei , mi de das Indi iduum
au ge ass wi d. So können einzelne Figu en plö zlich neue Face en au weisen,
wenn man sie als Teile ande e Einzel igu en ode Figu enkons ella ionen be ach-
e , alle dings nich im Hinblick au eine d ama u gische Funk ionali ä , sonde n
au ih e inne e Disposi ion.
De Aspek de Pe sönlichkei sspal ung (hie nich pa hologisch zu e s ehen)
wu de in de Fo schungsli e a u bishe nu im Ve häl nis Wo an/B ünnhilde
hema isie . Un e ausd ücklichem Ve weis, dass nu B ünnhilde das gemeinsame
Kind Wo an und E das sei,
31
sp ich Susanne Vill on de Walkü e als Seelenspli e
Wo ans; als „Anima“.
32
Auch Be mbach e kenn dies, sieh alle dings da in einen
29
Vill, „E da“ (s. Anm. 21), S. 198.
30
Vgl. F eud, Das Ich und das Es (s. Anm. 3).
31
Vgl. Susanne Vill, „‚Das Weib de Zukun ‘. F auen und F auens immen bei Wagne “, in: Dies., Das Weib de Zukun
(s. Anm. 23), S. 6‒33, hie S. 14.
32
Vill, „E da“ (s. Anm. 21), S. 203.
ACT – Zei sch i ü Musik & Pe o mance, Ausgabe 2012/3
Simone Foh -Man hey: Die doppel e T iade: Wo an – Loge – E da/Wagne – F eud – Bu le .
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dass hie o allem die Helden enö e und de Ba i on im Mi elpunk s ehen. Neben
dem ‚hohen Paa ‘ kann also de Ba i on als neu ale Cha ak e ode – im Falle
Wo ans – als eigen liche Held de T agödie noch eine gewisse Hochach ung und
indi iduelle Behandlung schä zen. Die es lichen Fachzuo dnungen en allen bei
e ablie en Bese zungs-S anda ds.
Die Pe sonen-T ias Wo an – Loge – E da o enba abe ge ade du ch das In-Bezug-
Se zen de d ei Cha ak e e auch in ih e s immlichen Disposi ion eine neue T ag-
wei e, o allem im Hinblick au die zug undeliegenden Gende -Konzep e.
Neben dem posi i bese z en Teno -Helden, dem ein weibliche Gegenpa gegeben
is , im Ring du ch Siegmund und spä e na ü lich du ch Sieg ied e e en, s eh
im Zen um des Geschehens de Ba i on-Held Wo an, dessen Schicksal ande s
agisch e läu . E schein in seinen Idealen geb ochen und e mag zu e kennen,
abe nich meh zu handeln. De i ilen, hohen männlichen Lage, die in Szenen
höchs e Leidenscha zu b illie en e mag, s eh ein hade nde G üble gegenübe ,
de abe gleichsam nich wenige ‚männlich‘ e schein beziehungsweise kling , wobei
die ie e e Lage und das dunkle e Timb e das Al e und dami den Vo sp ung an
Lebense ah ung oh en ällig machen.
Wo an s eh auch im Zen um de hie beleuch e en D eie -Kons ella ion und
e kö pe dami sowohl das Neu ale, als auch die No m, an de Abweichungen
ding es gemach we den können – und diese e en in de Ta au :
In Loge is eine Spiela des Teno s gegeben, die on ih em Um ang nahe am
Helden eno lieg ,
58
on ih em Konno a und ih e musikalisch-komposi o ischen
Anlage ausgehend alle dings wei en e n da on lieg . Die Al -Lage E das wiede um
is eben alls keineswegs iel höhe angeleg als eine du chschni liche Teno -Tessi-
u
59
und weis demnach, de Logik de akus ischen Kon en ion hoch-weiblich/ ie -
männlich olgend, eben alls eine Tendenz zum And ogynen au , die dadu ch
e s ä k wi d, dass die Figu E da ü ein zu ie s weibliches P inzip s eh .
Wie be ei s e wähn kennzeichne die Mo i ik und Vokalmelodik Loges eine
ex eme Agili ä , die seinem lacke nden Na u ell en sp echen soll und sich in
ku zen No enwe en, Sp üngen und allgemeinem Pa lando-Cha ak e seine
Passagen zeig . Dies ko espondie mi de Bese zung als Teno – eine Lage, die
meis ein Timb e mi sich b ing , das, wenn es nich heldisch-d ama isch gep äg is
– die musikalischen An o de ungen diese Pa ie mi eine anspa en en, sp öden
Leich igkei ode ga Schä e e üll und somi einen deu lichen Kon as zum
schwe en Fach bilde , wie es zum Beispiel du ch Sieg ied im Ring e e en is .
Dieses Fach is du ch Spi zen öne, Höhen- und S ä ke-Akzen e, länge e Lega o-
Passagen sowie g undsä zlichen Fa ben- und A ek -Reich um gekennzeichne und
s eh im Be eich de Teno -Lage ü den Typus des männlichen Helden. Ve se z
58
De Helden eno is ie e gelage , Spi zen öne eichen abe bis an die G enzen de allgemeinen Teno -Tessi u . Vgl. hie zu
Pe e -Michael Fische , Die S imme des Sänge s. Analyse ih e Funk ion und Leis ung – Geschich e und Me hodik de S immbil-
dung, S u ga und Weima 1998, S. 129‒137.
59
Vgl. Fische , Die S imme des Sänge s (s. Anm. 58), S. 129‒137.
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man die A ibu e eine Lage ie e – in die Ba i on-Lage – so e gib sich ein okales
P o il, das on Wo an, dem agischen Helden, e üll wi d. Hie kann man wei e
a gumen ie en, dass eben in de ie e en Lage das Männliche zuguns en des T agi-
schen de Helden igu in den Hin e g und ück . So mag man sich denn auch
Sieg ied nich ohne B ünnhilde denken; F icka – als Wo ans F au ge ä alle dings
schnell in Ve gessenhei au g und de wel bewegenden E eignisse, die ih Ga e
ans öß und du ch die hindu ch wi ihn beglei en. Komposi ionsp axis bese z also
nich nu Figu en mi S immlagen und - äche n sonde n auch mi Geschlech e o -
s ellungen und -bilde n.
Wo an is in diesem Kon ex olglich als doppel -and ogyn zu be ach en – um
Na iez zu wide sp echen, de and ogyne Figu enkonzep e bei Wagne ja ausschloss.
Zum einen is Wo an au eine okalen Ebene nich du ch eine Zugehö igkei zu
eine he e osexuellen Zweie kons ella ion gekennzeichne .
60
Zum ande en eih e
sich mi E da und Loge in eine Riege on s immlichen ‚Rand igu en‘ ein, denen e –
okal
61
, abe auch on seine d ama u gischen Posi ionie ung im Gesam ge üge des
Ring-Pe sonals – ein Bindeglied be ei s ell , das ih e Ma ginali ä e schwinden
läss und sie am Zen algewich des obe s en Go es eilhaben läss . Dieses Ve bin-
dende is wiede um au de konzep ionellen beziehungsweise ideellen Ebene de
Te alogie angesiedel . Es handel sich e neu um den Aspek des Wissens. In ih e
Teilhabe und in ih em Umgang dami , kennzeichnen sich alle d ei Figu en als
Eckp eile eine and ogynen Anlage, in de en Zen um nun Loge s eh . So beme k
F ied ich:
Wie das on ihm e kö pe e Elemen des Feue s ep äsen ie Loge die An inomie on lebens-
e hal endem und lebensspendendem Wä me-Po en ial. [...] In Loge s ei en sich also die P in-
zipien Na u und Geis /In ellek .
62
Bezieh man in diesen Kon ex Bolens Au eilung in eine sei s das ‚weibliche Wis-
sen‘, e kö pe du ch E da und cha ak e isie du ch zei liche und kollek i e Ganz-
hei lichkei und ande e sei s in den a ionalen ‚männlichen In ellek ‘ ein,
63
wie e
Wo an eigne , so schein Loge beiden Konzep en e ha e zu sein – ein Eind uck,
de sich dadu ch e s ä k , dass e nich nu pe se als wandelba und uns e
gekennzeichne is , sonde n, dass auch sein u eigenes Elemen , das Feue , gängigen
Zusch eibungen on sowohl weiblichen S e eo ypen (Wä me, Lebendigkei , lebens-
spendende und -e hal ende Eigenscha en) als auch männlichen (Ze s ö ungsk a ,
Unau hal samkei , lebens e nich ende Eigenscha en) en sp ich .
60
De Beg i de He e osexuali ä is in diesem Kon ex als e wei e zu e s ehen und nich e wa au das p i a e Sexualleben de
Ope n igu en bezogen, sonde n au ein kul u elles Konzep , das als quan i a i und quali a i höhe we ige Kons ella ion die
bipola e zwischen Mann und F au ansieh .
61
Du ch seine mi ige männliche S immlage des Ba i on.
62
F ied ich, „Loge“ (s. Anm. 7), S. 194.
63
Vgl. Bolen, Ring o Powe (s. Anm. 12), S. 122.
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Fazi
In de Einlei ung wu de Wagne als P o omode nis bezeichne und seine Figu en-
konzep e mi zwei zen alen Ideen eine mode nen Wel au assung assoziie : Dem
ins abilen Ich, das sich in seine eigenen Wel eno dnung emd ühl , da sein
Handeln keine unmi elba einse zende beziehungsweise wah nehmba e Wi kung
zei ig , und den d ei Ins anzen (Ich, Es und Übe -Ich), die den o mode nen Ich-
Beg i , de noch ganz au Geschlossenhei und Einhei basie , ablösen. Diese
p ekä en Disposi ionen inden sich, wie es am Beispiel de Figu en Wo an, E da und
Loge au gezeig wu de, in den pe sonellen und symbolischen Anlagen de Wag-
ne ’schen Musikd amen, insbesonde e des Rheingold: Wo ans Pläne schei e n an
seine eigenen Wel eno dnung, e is zu seh e s ick , als dass sein Handeln noch
unmi elba in de Wi kung sein könn e. Die Figu en-T ias Wo an – Loge – E da
bilde eine eigene Einhei , die sich um einen gemeinsamen Ke n g uppie , wobei
jede de d ei be eilig en Ins anzen in spezi ischen Si ua ionen jeweils ih en Aspek
auss ell , den sie mi dem Ke n eil , sie abe on den beiden wei e en Ins anzen
un e scheide . Wäh end sich die ‚Wo ans agödie‘ als T agödie des mode nen
Menschen haup sächlich übe die na a i e Ebene mi eil , so lieg de Schlüssel ü
das Ve s ändnis de iadischen Kons ella ion Wo an – Loge – E da au eine
ande en, nämlich de okalen Ebene. Dabei wi d nich nu die Beziehung on
S imm- beziehungsweise Rollen ypen und dami e knüp en Konno a en e iden ,
sonde n auch die Einbe ung de selben in einen kul u ellen Disku s de Geschlech-
e kons uk ion. Die Neubewe ung on Geschlech e bilde n, gep äg o allem
du ch Bu le , is eben alls de Mode ne als Ka alysa o ü pos -mode ne Neuo d-
nungen de Ka ego ien männlich/weiblich geschulde . Indem Richa d Wagne
du ch die Kon on a ion on He scha ssys emen, die eine sei s jeweils einem
Geschlech e -P inzip zugeo dne sind, ande e sei s abe auch du ch die Zusammen-
üh ung d eie Cha ak e e mi e schieden konno ie em ‚ okalem Gende ‘ zu eine
p ä-F eud’schen Syn hese, eine sich des abilisie ende und dadu ch iel äl ige e und
eie e Geschlech e o dnung e ozie , e ich e e die Keimzelle eine Geschlech e -
U opie, die in einem ganzhei lich-sozialen Sinne eine neue Gesellscha so dnung
e heiß – und zeig hie in sein p o omode nes Po en ial.