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Logiken strukturbildender Prozesse: Automatismen

Abstract

Veröffentlichungen der Universität ohne VL-DOI. Logiken strukturbildender Prozesse: Automatismen. Paderborn : Fink, 2016

Full text

No be O o Eke, Lioba Foi , Timo Kae lein, Jö n Künsemölle (Hg.) LOGIKEN STRUKTURBILDENDER PROZESSE: AUTOMATISMEN SCHRIFTENREIHE DES GRADUIERTENKOLLEGS „AUTOMATISMEN“ He ausgegeben on Hannelo e Bubli z, No be O o Eke, Reinha d Keil, Ch is oph Neube und Ha mu Winkle No be O o Eke, Lioba Foi , Timo Kae lein, Jö n Künsemölle (Hg.) LOGIKEN STRUKTUR- BILDENDER PROZESSE: AUTOMATISMEN Wilhelm Fink Ged uck mi Un e s ü zung de Deu schen Fo schungsgemeinscha Umschlagabbildung: Jü gen Gebha d (pic u ep ess) Bibliog a ische In o ma ion de Deu schen Na ionalbiblio hek Die Deu sche Na ionalbiblio hek e zeichne diese Publika ion in de Deu schen Na ionalbibliog a ie; de aillie e bibliog a ische Da en sind im In e ne übe h p://dnb.d-nb.de ab u ba . Ged uck au umwel eundlichem, chlo ei gebleich em und al e ungsbes ändigem Papie . Alle Rech e, auch die des auszugsweisen Nachd ucks, de o omechanischen Wiede gabe und de Übe se zung, o behal en. Dies be i auch die Ve iel äl igung und Übe agung einzelne Tex abschni e, Zeichnungen ode Bilde du ch alle Ve ah en wie Speiche ung und Übe agung au Papie , T anspa en e, Filme, Bände , Pla en und ande e Medien, sowei es nich §§ 53 und 54 U hG ausd ücklich ges a en. © 2014 Wilhelm Fink, Pade bo n (Wilhelm Fink GmbH & Co. Ve lags-KG, Jühenpla z 1, D-33098 Pade bo n) In e ne : www. ink.de Lek o a und Sa z: Ma g e Wes e win e , Düsseldo ; www.lek o a -wes e win e .de Einband: E elyn Ziegle , München P in ed in Ge many. He s ellung: Fe dinand Schöningh GmbH & Co. KG, Pade bo n ISBN 978-3-7705-5730-1 Online-Ausgabe: 2016 INHALT NORBERT OTTO EKE, LIOBA FOIT, TIMO KAERLEIN, JÖRN KÜNSEMÖLLER Logiken s uk u bildende P ozesse. Au oma ismen ............................................................................................ 9 AUTOMATISMEN DER HERAUSBILDUNG VON NORMEN, HIERARCHIEN UND HEGEMONIEN HANNELORE BUBLITZ AUTOMATismen ...................................................................................... 19 RALF ADELMANN Lis en und Ranken. Zu medialen S uk u ie ung des In e ne s ................................................ 41 MARION NÄSER-LATHER Una decisione con di isa da u e? Soziale und disku si e Dynamiken am Beispiel de i alienischen F auenbewegung „Se non o a quando“ ................................ 59 ROMAN MAREK Au oma ismen de Beg i sgeschich e. De „Klon“ und seine Me amo phosen ...................................................... 81 THESEN I JÖRN KÜNSEMÖLLER These 1: Au oma ismen sind Modelle meh dimensionale S a is ik .......... 109 INHALT TIMO KAERLEIN These 2: Eine gegebene S uk u wi d un e Ums änden o schnell au das Wi ken on Au oma ismen zu ückge üh . Dadu ch en s ehen blinde Flecken bei de Suche nach e klä enden Va iablen und die Fo schung d oh selbs zum Au oma ismus zu we den. ................................................................... 116 AUTOMATISMEN ALS GESTALTUNGSELEMENT IN DIGITALEN SYSTEMEN MARCO PLATZNER, CHRISTIAN PLESSL Ve schiebungen an de G enze zwischen Ha dwa e und So wa e ........... 123 TORBEN WEIS, CHRISTOPHER BOELMANN Au oma ismen zu S uk u bildung und Selbs -O ganisa ion in e eil en Sys emen ............................................... 145 DOMINIK LEIBENGER, CHRISTOPH SORGE Au oma ismen in einem e eil en Sys em: Das Beispiel Bi coin .................................................................................. 161 THESEN II CHRISTIAN KÖHLER These 3: Auch eine k i ische Au oma ismen-Fo schung kann eigene Au oma ismen nich e meiden, da sie un e meidliche Bedingung on E kenn nisp oduk ion sind. ............................................... 175 MARTIN MÜLLER These 4: Scha enkon en. O dnungsp ak iken des T ennens und de Reduzie ung on Komplexi ä können zu une wa e en Au oma ismen de He ausbildung he e ogene S uk u en und zu Komplexi ä ss eige ungen üh en. .................................................. 179 INHALT HARTMUT WINKLER These 5: „Maschinen ö miges Ve hal en“ is ü menschliche Kul u en „das wesen liche Elemen des Übe lebens“ (Le oi-Gou han). ....................................................................................... 184 WIEDERHOLUNG, UNTERBRECHUNG, ENTAUTOMATISIERUNG FRIEDRICH BALKE „Wel geschich liche To enbeschwö ung“. De Ak de Wiede holung und die Mach des Anach onismus in Geschich e und Li e a u .............................................. 191 NORBERT OTTO EKE „Ih d äng euch zu“. Inszenie ungen mnemonische Au oma ismen und epiphanischen E scheinens ................................................................. 209 WERNER WOLF Wiede holung bzw. Ähnlichkei in de (Sp ach-)Kuns als sinns i ende o male Selbs e e enz .................................................... 227 INGA LEMKE De Küns le als „Appa a “ und „Maschine“ – Das Beispiel Paul Cézanne ........................................................................ 253 THESEN III DOREEN HARTMANN, MONIQUE MIGGELBRINK These 6: Es gib Kul u echniken, die eine Nähe zum Unbewuss en au weisen. So is beispielsweise das Kochen eingebunden in wei eichende P ozesse und S uk u en, die sich als Au oma ismen besch eiben lassen. ............................................................ 273 INHALT MATTHIAS KOCH These 7: Die epis emologische P oblema ik (eine His o isie ung) on Au oma ismen s eh im Ho izon eines mode nen Geschich s e s ändnisses . ........................................................ 279 ABBILDUNGSNACHWEISE ........................................................................... 285 ÜBER DIE AUTORINNEN UND AUTOREN ..................................................... 287 LOGIKEN STRUKTURBILDENDER PROZESSE. AUTOMATISMEN 15 gen und lüch ig gewo dene Wah nehmungen“14 esul ie en, die die Wel nich meh au oma isch in En i ä en beg ei e (und dami en au oma isie e). Zu- gleich we de jedoch kla , dass diese Subjek i i ä imme – au oma isch – auch neue Zusammenhänge p äge, die sich unweige lich und ebenso au oma isch im Kuns we k niede schlagen. 14 Ebd., S. 268. AUTOMATISMEN DER HERAUSBILDUNG VON NORMEN, HIERARCHIEN UND HEGEMONIEN HANNELORE BUBLITZ AUTOMATISMEN Einlei ung Es bes eh eine p oduk i e Spannung zwischen dem Modell des Au oma en als selbs ä ige Maschine und dem Au oma ismus als eine besonde en Fo m de Selbs ä igkei , die die Dynamik komplexe P ozesse und Handlungs ollzüge du ch den Einsa z – wiede e kennba e – Mus e s eue . E schein de Au o- ma als bloße Wiede holungsmaschine, die echnisch P og ammie es ü eine gewisse Zei selbs ä ig aus üh , so bilde beim Au oma ismus eine implizi e S uk u den ,Mo o ‘ de si ua i en Ak ualisie ung on Schema a. Abe als echnisch-appa a i e ‚Spiegel‘ is de Au oma meh als das, nämlich eine ‚Maschine des Selbs -Bezugs‘. ‚Re lexionsins umen ‘ des Subjek s im dop- pel en Sinne (de Spiegelung und de Selbs -Re lexion) wie auch Me aphe unbewuss en Geschehens, ück e als Medium, das Selbs e häl nisse des Subjek s ma e iell e s e möglich , in den Blick. Doch de medial e mi el e Bezug au ein Selbs is nich ungeb ochen: Das Subjek bilde sich selbs zwa du ch die ma e iellen Bedingungen, die es mi - o men, abe es bilde die- se nich gleichsam als S uk u bloß in sich ab. ,Re lexi e‘ P ak iken, die au de G enz läche wei gehend unbewuss e P ozesse angesiedel sind, b ingen die Subjek e sowohl als Objek e als auch als Ak eu e ins Spiel. Dabei sind in- anspa en e Vo gänge wi ksam, die sich dem bewuss en Zug i des Subjek s en ziehen. Und auch das Inne e des Subjek s koppel sich an opake Techniken; es unk ionie , wie F eud annimm , selbs gleichsam au oma isch und wei ge- hend unbewuss . Als Folie soma ische P ak iken und übe wiegend unbewuss ges eue e Disposi ionen bilde de Au oma das Modell eingespiel e und an izipie e Abläu e, die die Komplexi ä de sozialen P axis ebenso wie die psychische P ozesse eduzie en. So zeig sich eine gewisse Ähnlichkei zwischen selbs ä- igen Maschinen und Kul u echniken. Mein Bei ag spann den Bogen zwi- schen dem echnischen Au oma en als Me aphe ü selbs beweg es Funk io- nie en, ja, ü die Funk ionsweise des lebendigen O ganismus und Au oma is- men als selbs ges eue en Kul u echniken und -p ak iken. De Bei ag will zeigen, dass und wie Au oma ismen au ielschich ige Weise mi Techniken des Selbs und de Soziali ä e sch änk sind. Ich gehe da on aus, dass so- wohl de Au oma als Modell eine Maschine, die o p og ammie en Abläu- en olg , als auch Au oma ismen, die als eingespiel e, e es ig e Abläu e, e dich e e Mus e und schnell ab u ba e Techniken unk ionie en, au iel- schich ige Weise mi einande sowie mi spezi ischen Fo men de Soziali ä HANNELORE BUBLITZ 20 und Selbs echnologien e sch änk sind. Au oma ismen ücken als wei ge- hend unbewuss e Fo men de Selbs ä igkei in die Nähe de Funk ionsweise echnische Objek e; als Gegens ück zu bewuss en Re lexion (in en ional handelnde Subjek e) bewegen sich Au oma ismen abe auch in unmi elba e Nähe zum Ins ink i en und Re lexha en sowie zum bloß e lexa ig An ai- nie en. Es zeig sich, dass Au oma ismen zwa eine sei s dem Au oma en, Maschinenha -Technischen, abe auch de ie ischen Na u , nah sind, abe zu- gleich au bloße Re lexe ode eingeüb e Abläu e nich zu ückge üh we den können, sonde n da übe hinausgehen. Und es is dieses ‚Meh ‘, das sie zu S uk u bildenden Vo gängen mach . Vo Re lexion gewisse maßen ge- schü z e Au oma ismen, bilden, so die These meine Aus üh ungen, ein we- sen liches Elemen kul u elle P ak iken, die komplexe Handlungs ollzüge au habi ualisie e (Ve hal ens-)Schema a und Mus e eduzie en. Au oma ismen e scheinen am Gegenpol plan ollen Handelns, das sich mi Willen und Be- wuss sein Bahn b ich . Gemein sind hie un o he gesehene und un o he seh- ba e Abläu e, die quasi wie eine in Gang gese z e Maschine ie unk ionie en, da übe hinaus abe eme gen e P ozesse und S uk u en he o b ingen. Wo sich Mus e he ausbilden, die sich de bewuss en Kon olle plan ollen Han- delns en ziehen ode die Schwelle subjek i en Bewuss seins un e sch ei en, können komplexe Si ua ionen gewisse maßen ökonomisch und d. h. in diesem Fall ‚gedankenlos‘ – und, wie Gehlen sag , ‚zu e lässig‘ – gehandhab we - den1. Das gil e s ech ü soziale Au oma ismen, schema isch eingeschli ene Ve hal ensabläu e eines „im Schni punk e schiedene soziale Koo dina en ‚ unk ionie enden‘ Menschen“2, dessen habi ualisie e Schema a wie eine Maschine übe all und scheinba wie ‚ on selbs ablau en‘ und inso e n op- imal angepass sind an e schiedene Si ua ionen und Umgebungen.3 Ich will im Folgenden einige de Disku s- und Schni s ellen ma kie en, an denen Au oma ismen lokalisie we den können. Dabei zeichne sich ab, dass Au o- ma ismen eine sei s, bezogen au das einzelne, als sou e än kon u ie e Sub- jek , als Zeichen des Kon oll e lus s e scheinen, ande e sei s in Bezug au kollek i koo dinie e Selbs üh ung ge adezu als Zeichen eines Kon ollzu- wachses lesba sind. Kon olle e ände hie seine Quali ä . Sie wi d du ch an kollek i e Dynamiken de Koo dina ion gekoppel e Fo men de Selbs kon- olle und Selbs üh ung beschleunig , ges eige . 1 Vgl. A nold Gehlen, Die Seele im echnischen Zei al e . Sozialpsychologische P obleme de indus iellen Gesellscha , Hambu g, 1957, S. 105. 2 Ebd., S. 106. 3 Gehlen weis da au hin, dass de so Handelnde dami aus auschba is ; gl. ebd., S. 104. AUTOMATISMEN 21 Das Ande e de Ve nun In de – abendländischen – Geschich e do angesiedel , wo die Ve nun auße K a gese z is und sich die E scheinungen de Einbildungsk a , de Ge ühle wie auch des T aums nich ha aneignen können, e en, so zeig Goya au seinem be ühm en Bild De Schla /De T aum de Ve nun T ugbilde , wenn nich ga mons öse ‚Ungeheue ‘ an die S elle des Bewuss seins und des Wissba en. Die Insch i au dem Tisch leg nahe, dass die Ve nun gekoppel is an Wachzus ände und A bei (sdisziplin): „De Schla de Ve nun p odu- zie Ungeheue “. 1 – De T aum de Ve nun Nach F eud soll e man wissen, daß e nün ig sein ein P ojek de Disziplin da - s ell . Ve nun e möglich nich nu Behe schung und Kon olle, sonde n is selbs schon Behe schung und Kon olle: eine s ändige Zensu muß da ü so - HANNELORE BUBLITZ 22 gen, daß das Ande e die schöne O dnung de Reali ä , des Disku ses, de Ra io- nali ä nich du cheinande b ing 4. Ve nun is ohne ih Ande es nich denkba ; abe eine disziplina isch wi ken- de Ve nun , die ih Ande es als i a ional, ja i eal disk edi ie , bleib sich im Unkla en da übe , was gewisse maßen im Rücken de Ve nun en s eh und wie es wi k . Die Disquali izie ung de Einbildungsk a und de Fan asie als bloß i a ionale K ä e, die, mi de Ve nun nich kon o m, Ge ah im Ve - zug anzeigen, es sei denn, sie we den dem Ve s and un e s ell , e weis au den um assenden Ansp uch, abe auch au die Täuschung de Ve nun übe sich selbs . Sie wi k sich o allem do aus, wo sie alles zu umschließen ge- denk , was sich ih und ih em Disku sp inzip zu en ziehen d oh – und an G enzen s öß . Und da wi d sie zum My hos, de au Abweh , Zensu , Re- p ession, G enzziehungen und Ausg enzungen geg ünde is . Hie e schein sie selbs als das, was das P ojek de mode nen Ve nun ge ade ausschließen woll e, eine g öß en eils unkon ollie wi kende Maschine ie, die sich ‚hin e dem Rücken‘ de e ollzieh , die bewuss au Abs and gehen – zum ‚Unzi ili- sie en‘ und ‚Unkul i ie en‘. Ve nun is ein Züch ungsp oduk […], abe de Selbs -Zuch , de Disziplin. Was das im Inne en hieß, welche Dunkelhei en da gescha en wu den, welche I - a ionali ä im Rücken de Ve nun en s and, wu de ielen e s deu lich, als Dis- ziplin nich meh Leis ung des Einzelnen wa , sonde n on außen ab e lang , ins i u ionell e zwungen wu de.5 Goyas Gemälde „De Schla de Ve nun “ gib Anlass zu olgenden F agen: Sind die im Hin e g und des übe seinem Zeichen isch zusammengesunkenen Küns le s au s eigenden Gebilde – alles ‚Nach schwä me ‘ – P oduk e de Ve nun und ih es uni e sellen, ih es Vollkommenhei sansp uchs selbs , ja, is die kon ollie ende Ve nun hie selbs am We k ode en s ehen sie, wenn die Ve nun nich ,wach ‘, sonde n schlä und dahe unkon ollie en P ozes- sen Raum gib ? Ande s ge ag : Wi d das ‚I a ionale‘ on eine um assenden Ve nun , die alles in sich au nehmen und egeln zu können beansp uch , (mi -)p oduzie ? Is also die Ve nun selbs eine unkon ollie wi kende, selbs ges eue e Maschine? Ode sind es die om Ve s and unkon ollie en Vo gänge des T iebgeschehens, die Schema a de Fan asie, Gebilde de T äu- me und T auma a selbs , die hie im Rücken des schla enden – und mögliche - weise e schöp en – Subjek s wi ken? Und eine wei e e Möglichkei : Is das, was sich da Ausd uck e scha das le z lich womöglich Unkon ollie ba e, das sich de Be echnung, Quan i izie ung und Ve messung ebenso wie dem Logischen zu en ziehen schein , wenige das ‚Ande e‘, die unliebsame Keh - sei e de Ve nun , de en Auße k a se zung (im Schla ) Ungeheue p odu- 4 Ha mu Böhme/Ge no Böhme, Das Ande e de Ve nun . Zu En wicklung on Ra ionali- ä ss uk u en am Beispiel Kan s, F ank u /M., 1985, S. 12 . 5 Ebd., S. 10. AUTOMATISMEN 23 zie , als ielmeh Ausd uck eine Eigendynamik, mi de komplexe, ieldeu i- ge P ozesse au handhabba e eduzie we den, die unabdingba sind ü unk- ionie ende echnische und soziale Abläu e? Exku s An dem olgenden Beispiel, das de Li e a u en nommen is , we den die Mons osi ä en und ‚Ungeheue ‘ deu lich, die eine gleichsam ‚ökonomische‘, ep essi e Ve nun , o enba ungeplan und un o he gesehen, au g und de ih eigenen, ih selbs unbewuss en Dynamik he o b ing ; an ihm we den die zi ilisa o ischen Kos en de Genesis eine Ve nun sich ba , die sich de Handlungslogik eine Ökonomie – de Ausbeu ung und Un e d ückung – e - sch eib und diesen ü einen bes imm en Zi ilisa ions yp nich nu in Eu opa, sonde n in de ganzen Wel e allgemeine und e bindlich gemach ha . So schilde de pe uanische Sch i s elle Ma ios Va gas Llosa in seinem Roman De T aum des Kel en den – mons ösen – T aum de Ve nun , den Alb aum, de on de handelnden Ve nun (man könn e nach äglich auch sagen: de handelskapi alis ischen ode mi Ho kheime /Ado no, de ‚ins umen ellen Ve nun ‘, de Schwes e de au klä e ischen Ve nun ) selbs p oduzie wi d. De P o agonis des Romans, Roge Casemen , de im Au ag de b i ischen Regie ung zu Beginn des 20. Jah hunde s einen Be ich übe die kolonialen G ausamkei en im belgischen Kongo und im pe uanischen Amazonasgebie e ass , ag sich, wie man „die kün ige Kolonisie ung legi imie en“ könne, „wenn man es mi Menschen zu un ha e, die kein Wo on diesen ‚Abkom- men‘ e s anden, in denen ih e Zukun und die ih e Nachkommen es geleg wu de?“ E ag den da ü Ve an wo lichen: „Ve u sach Ihnen das, was wi hie un, nich manchmal Gewissensbisse?“ De an wo e , dass die ‚Unzi ili- sie en‘, am Lei aden e nün igen Wissens – als Maß alle Dinge – ge üh , eines Tages die (Vo -)He scha de – ih e Bedü nisse und kolonialisie en- den – Ve nun ‚anbe en‘ und ih ewig dankba sein we den: „Sie wissen nich , was sie un, abe wi wissen, dass es zu ih em Wohl is “.6 Und e is sich siche : Na ü lich is das alles zu ih em Wohl [...] Es we den Missiona e kommen, die Ch is en aus ihnen machen und ihnen beib ingen we den, dass man seinen Nächs en nich au essen da . Ä z e, die sie gegen Epidemien imp en und sich besse um sie kümme n we den als ih e Wunde heile . Un e nehmen we den ihnen A bei geben. In den Schulen we den sie le nen, sich zu kleiden, zum wah- en Go zu be en und sich in eine ch is lichen, zi ilisie en Sp ache auszud ü- cken s a in diesen A endialek en. Nach und nach we den sie die ba ba ischen B äuche au geben und zu mode nen Menschen we den. Sie wü den uns die Füße küssen, wenn sie wüss en, was wi alles ü sie un. Abe ih geis ige En wick- 6 Ma io Va gas Llosa, De T aum des Kel en, F ank u /M., 2011, S. 36. HANNELORE BUBLITZ 24 lungss and is ehe e gleichba mi dem eines K okodils ode Nilp e ds als mi Ih em ode meinem. Deshalb müssen wi ü sie en scheiden, ob es ü sie on Vo eil is , diese Ve äge zu un e sch eiben. Ih e Kinde und Enkelkinde we - den es uns danken. Und es wä e nich e wunde lich, wenn sie Leopold II. i - gendwann so anbe en wie je z ih e Fe ische und Vogelscheuchen.7 De Bei ag eu opäische Lände (Fi men) zu Zi ilisa ion e weis sich, neu is das nich , als unglaubliche Raubzug und als Ausbeu ung menschliche und i dische Ressou cen, ja, meh noch, als menschen e ach ende Ze s ö ung on A bei sk a , de sich ausend ach wiede hol – und de einen Teil de Wel als ‚Handelsniede lassung‘ eines ande en Teils ins allie ; El enbein und Kau - schuk we den un e mons ösen, ungeheue lichen Bedingungen ab anspo - ie , ganze Dö e we den e wüs e , „ih e Obe häup e geköp und de en F auen und Kinde e schossen, wenn sie sich weige en, das Expedi ionsko ps mi Nah ung zu e so gen ode T äge , Füh e und Männe mi Mache en zu Ve ügung zu s ellen“.8 Die F age is hie : Se z sich ins umen elle Ve nun hin e dem Rücken de Subjek e, ohne dass sie es wissen, gegen Au klä ung und Humani ä du ch? Is sie de – echnisch-ökonomische – Au oma ismus, de Au klä ung und Kul u ungeplan du chk euz ? Ode geh hie de Plan eine Ve nun au , die alles un e wi , was sich ih en gegens ell und en - zieh ? De P o agonis des Romans ag sich, wie e es hä e me ken können, was da o sich ging, wo e doch nu „ein winziges Rädchen in eine gigan i- schen Maschine ie [wa ], die langsam Ges al angenommen ha e, ohne dass i gendjemand […] ahn e, wo in sie bes ehen wü de“.9 Da is sie wiede , die in Gang gese z e Maschine ie, die e was he o b ing , was so keine – ode doch (?) – gewoll ha . Wäh end es dahinges ell sein mag, ob zu i , was de P o- agonis des Romans hin e de in Gang gese z en Maschine ie de „hochheili- ge(n) D ei al igkei de d ei ‚C‘ – Ch is iani y, Ci ilisa ion, Comme ce“ e - mu e , die „die Region dem Handel e schließen, die Skla e ei abscha en und den Heiden Zi ilisa ion und Ch is en um b ingen möge“10, nämlich einen aus- geheck en Plan, den nu wenige kennen, kann man sich dessen siche sein, dass e sich gewisse maßen ‚hin e dem Rücken de Subjek e‘ ollzieh und wie eine Maschine ie wie on selbs abläu . Hie handel es sich alle dings um die Ve selbs s ändigung eine Absich , eines plan ollen Handelns, das P ozesse und Wi kungen eise z , die so mögliche weise ungeplan wa en. Es geh im Folgenden da um, de Wi kungsweise on Au oma ismen au die Spu zu kommen, die nich aus eine Absich ode einem Plan olgen; sie sollen aus dem jeweils o ges ell en Ma e ial ekons uie we den. 7 Ebd., S. 39. 8 Ebd., S. 41. 9 Ebd., S. 46. 10 Ebd., S. 41. Fes geleg au de Kongo-Kon e enz on 1885 in Be lin, „an de nich ein einzi- ge Kongolese eilnahm“, s a dessen abe ie zehn G oßmäch e „un e de Ägide on G oß- b i annien, den Ve einig en S aa en, F ank eich und Deu schland „den zweieinhalb Millionen g oßen Kongo und seine zwanzig Millionen Einwohne “ Leopold II ( on Belgien) übe ließen. AUTOMATISMEN 31 auch machen wü de. Da ü s ehen die Pinguine zu eng au einande . Du ch die Ke en eak ion jedoch kann sich die Kolonie als Ganzes bewegen.26 Das Beispiel zeig : Abged äng zu we den, wä e ödlich ü den Einzelnen, Bewegungskoo dina ion gewäh leis e das Übe leben alle . Die einzelne Be- wegung e schein als Elemen eines Au oma ismus mi spezi ischen Übe a- gungsquali ä en. Man könn e diese Kö pe echniken auch als spezi ische Kul- u echniken bezeichnen27, die e was he o b ingen, was so keine geplan ha – und was sich e s eine wissenscha lich gelenk en Beobach e pe spek i e e schließ .28 Dies gil auch ü das olgende Beispiel, das aus de sozialen Physik und Massenpsychologie komm . De Einzelne als Au oma – Kon ollzuwachs du ch Au oma ismen Die Koo dina ion on Bewegungen gib es auch in de Masse; ja, meh noch, hie we den nich nu physische Bewegungen, sonde n auch Bewegungen und Regungen des ‚psychischen Appa a s‘ koo dinie , wie Cane i und Le Bon deu lich machen, alle dings on den genann en Au o en nich als Kul u ech- nik, sonde n als kul u eindliche K a , Ausd uck de „nied igen Ins ink e“ de- kla ie und in eine Reihe mi „Mo d a en, B ands i ungen und Ve b echen alle A “29 ges ell : De einzelne is nich meh e selbs , e is ein Au oma gewo den, dessen Be- ieb sein Wille nich meh in de Gewal ha . Allein du ch die Ta sache, Glied eine Masse zu sein, s eig de Mensch [...] meh e e S u en on de Lei e de Kul u hinab. Als einzelne wa e ielleich ein gebilde es Indi iduum, in de Masse is e ein T iebwesen, also ein Ba ba 30, so Le Bon. 26 Ebd. 27 Vgl. Ma cel Mauss, Soziologie und An h opologie, Bd. 2, F ank u /M., 1975, S. 201 .; gl. dazu auch Hannelo e Bubli z, „Täuschend Na ü lich. Zu Dynamik gesellscha liche Au o- ma ismen, ih e E eignisha igkei und s uk u bildenden K a “, in: dies./Roman Ma ek/ Ch is ina L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma ismen, München, 2010, S. 153- 171: 157 . 28 Ak uelles Beispiel: Als Gegenweh gegen sozialen Ausschluss wi d empo ä e Zusammen- schluss echnisch und echnologisch o ganisie : Hie geh es nich um Konsum, sonde n um De- mons a ion on Ausschluss, ehlende Zukun spe spek i e e c. S aßenschlach en, medial e- p äsen ie als „Ana chie“ wie übe haup Demons a ionen poli ische Opposi ion, o ches ie en sich ak uell übe Twi e ode Facebook, al e na i übe einen Blackbe y-Messenge -Se ice (BBM, SMS-Diens zum Ve schicken on e schlüssel en Nach ich en); gl. dazu den Bei ag on Johansson zu Dynamiken on Massenpaniken. Johansson (2010), Selbs o ganisa ion und (Un-)Koo dina ion in Menschenmengen. Die Dynamiken on Massenpaniken, S. 61 . 29 Gus a e Le Bon, Psychologie de Massen, S u ga , 1975 [1885], S. 36 . 30 Ebd., S. 17 [He . H. B.]. HANNELORE BUBLITZ 32 Auch Cane i e säum es nich , den eg essi en Cha ak e de Massen he - o zuheben. Wo sich im Tie eich, e wa bei den Kaise pinguinen, kollek i e Bewegung als Übe lebensga an alle eins ell , üh die ‚Wä me de Mi e‘ hie , so schein es, olg man kul u konse a i en ode soll e man sagen -pessi- mis ischen Analysen, zum Un e gang des Indi iduums – und mi ihm de ge- sam en Kul u ; de Kul u – ode soll e man ehe sagen, den männlichen Kul- u äge n bü ge liche P o enienz – wi d angesich s de ‚Menschenschwä ze‘ de Masse gewisse maßen ‚schwa z o Augen‘: „Wo alles schwa z on Men- schen is , do en hüll sich das Wesen de Masse als pu e Sog. Die Bahn des Sogs üh nach un en und zu Mi e“31, kolpo ie Slo e dijk Cane is Angs o den Massen, die sich, so Slo e dijk, aus dessen bü ge liche Sozialisa ion und dem „une bi lichen Sys em de Ich-Abs ände“ speis , das „die Einzelnen oneinande isolie und jeden ü sich in die einsame Anspannung des Selbs - Sein-Müssens einweis “.32 Ohne Kon olle und Abs and (Ans and?) sieh es düs e aus, „Au oma ismen scheinen“, so auch Ha mu Winkle in seine The- se zu „Eigenscha en, Funk ionsweisen und Funk ionen on Au oma ismen“ „ ie schwa z ge ä b “.33 Masse bilde hie den Inbeg i des willenlos e nges eue en und o p o- g ammie en Au oma en, de sich wie ein physikalische Appa a au - und en - läd , die Gegenposi ion des au geklä en, gebilde en Indi iduums und willen - lich handelnden, e lek ie en Subjek s; Gleichhei – eine „Kollek i seele“ (bei Le Bon) und eines Kollek i kö pe s (bei Cane i) – e schein hie nich als Gleichbe ech igung alle , sonde n als „gleichzei iges Sichgehenlassen“34, die Redewendung „plö zlich is alles schwa z on Menschen“ e weis , wie Slo- e dijk mein , wenige au die „ e nun oman ische Vision om demok a i- schen Subjek , das wissen könn e, was es will; de T aum om selbs anspa- en en Kollek i is “, so Slo e dijk, e logen, „das sozialphilosophische Phan- asma on eine Uma mung zwischen Wel geis und Kollek i ze schell an ei- nem Block aus unau lösliche Dunkelhei : Menschenschwä ze“.35 Da is e wiede , de ‚T aum de Ve nun ‘, de ins Schwa ze i und his o isch so kläglich geschei e is . In de Kons i u ion des Massensubjek s übe wiegen, so Slo e dijk im An- schluss an Cane i, die opaken, undu chsich igen Mo i e. Wie eine ‚Ans e- ckung‘ (Epidemie) übe äg sich die Bewegung om einen zum ande n, ohne dass de Einzelne e an wo lich wä e. Diese Be üh ungen schlagen um in e was Neua iges, die G enzen des Einzelnen und die Abs ände zwischen 31 Pe e Slo e dijk, Die Ve ach ung de Massen. Ve such übe Kul u kämp e in de mode nen Gesellscha , F ank u /M., 2000, S. 12 . 32 Ebd., S. 14. 33 Ha mu Winkle , „These I: Au oma ismen s ehen in Spannung zum eien Willen, zu Kon- olle und Selbs kon olle und zum Bewuss sein“, in: Hannelo e Bubli z/Roman Ma ek/Ch is- ina L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma ismen, München, 2010, S. 17-22: 22. 34 Slo e dijk (2000), Die Ve ach ung de Massen, S. 15. 35 Ebd., S. 13. AUTOMATISMEN 33 ihnen Übe sch ei endes. So kons a ie U s S äheli, dass es hie um eme gen e Fo men des Aus auschs und de Zi kula ion geh , die die Übe agungsge- schwindigkei nach A on S omk eisläu en e höhen und empo ä e Fo men de Soziali ä kons i uie en.36 Auch S äheli nimm , wie massenpsychologische Be unde und kul u konse a i e Disku se, an: [D]ie Massen sind unbe echenba und nich o he sagba . Die Genese de Masse en zieh sich de Beobach ung: Wo zu o noch e einzel e Passan en un e wegs wa en, e en wi plö zlich au eine neugie ige, au gewühl e, ielleich soga ze s ö e ische Masse37. Abe ande s als die Massenpsychologie sieh e in de Masse ein eme gen es Phänomen, das keineswegs, wie es die Massenpsychologie glauben machen will, du ch bloßen Kon oll e lus zu cha ak e isie en is , „sonde n im Gegen- eil du ch Kon ollzuwachs, alle dings in e ände e Fo m mi e ände en Übe agungsquali ä en“38. Masse e schein also selbs als S uk u bildende Au oma ismus, dessen Bes and eile sich un o he sehba und imme wiede neu und ande s e binden und sich gegenübe den einzelnen Elemen en e - selbs s ändigen.39 Das soziale Band en s eh hie demnach du ch eine „Logik de Ans eckung“, „Elek isie ung“ und „Magne isie ung“.40 Die Me aphe des Au oma en is olgen eich; ih e Bedeu ung lieg nich nu in de Analogisie ung on Mensch und Au oma , sonde n es zeig sich, dass au oma isie e Abläu e, kollek i e Bewegungen in de Masse, je nach Disku s- posi ion, als besonde s geschick e (Übe lebens-)S a egie, die zudem Ve ei- lungsge ech igkei ga an ie (da is sie wiede , die ‚unsich ba e Hand‘ des Adam Smi h!), als Zeichen des Ve alls ode abe als sozialkons i u i es Phä- nomen mi eigens ändige Quali ä e scheinen. Ich komme zu meinem le z en Beispiel; hie geh es um Au oma ismen im Zusammenschluss on Kö pe und Medium: Soziale Au oma ismen – Boxen und Fußball als Modelle des Sozialen Soll e man einen g oßen Geis und einen Box-Landesmeis e psycho echnisch ana- lysie en, so wü den in de Ta ih e Schlauhei , ih Mu , ih e Genauigkei und Kom- bina o ik sowie die Geschwindigkei de Reak ionen au dem Gebie , das ihnen 36 Vgl. U s S äheli, „Eme genz und Kon olle in de Massenpsychologie“, in: E a Ho n/Lucas Ma co Gisi (Hg.), Schwä me. Kollek i e ohne Zen um. Eine Wissensgeschich e zwischen Le- ben und In o ma ion, Biele eld, S. 85-100. 37 Ebd., S. 88. 38 Ebd. 39 Vgl. dazu auch Hannelo e Bubli z, „These 4: Au oma ismen o mie en Subjek e“, in: dies./ Roman Ma ek/Ch is ina L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma ismen, München, 2010, S. 32-35: 32. 40 Ch is ian Bo ch/U s S äheli, „Einlei ung – Ta des Soziologie de Nachahmung und des Be- geh ens“, in: dies. (Hg.), Soziologie de Nachahmung und des Begeh ens. Ma e ialien zu Ga- b iel Ta de, F ank u /M., 2009, S. 7-36: 13. HANNELORE BUBLITZ 34 wich ig is , wah scheinlich die gleichen sein, ja, sie wü den sich in den Tugenden und Fähigkei en, die ih en besonde en E olg ausmachen, o aussich lich auch on einem be ühm en Hü denp e d nich un e scheiden, denn man da nich un e - schä zen, wie iele bedeu ende Eigenscha en ins Spiel gese z we den, wenn man übe eine Hecke sp ing . Nun haben abe noch dazu ein P e d und ein Boxmeis e o einem g oßen Geis o aus, dass sich ih e Leis ung und Bedeu ung einwand ei messen läss und de Bes e un e ihnen auch wi klich als de Bes e ane kann wi d, und au diese Weise sind de Spo und die Sachlichkei e dien e maßen an die Reihe gekommen, die e al e en Beg i e on Genie und menschliche G öße zu e d ängen.41 Eingespiel e und an izipie e Abläu e haben mi dem unbewuss en Zusammen- spiel on Kö pe und Medium zu un. Klaus Thewelei e anschaulich dies in seinem Buch Das To zu Wel (2004). E bezieh sich au Zinedine Zidane und dessen „ an oma isches Spiel“, das, olg man Thewelei , da au zu be u- hen schein , dass e imme da au auch , wo ihn keine e wa e und e sich in seinen Bewegungen mi dem Medium, also dem Fußball, men al so zusam- menschließ , dass e o wegnimm , wo de Ball sich in einigen Sekunden be- wegen wi d. Das ha auch mi de Raumwah nehmung zu un. „Sein Abspiel [...] e olg ohne Sich kon ak . D. h. Zidane ha im Momen de Ballannahme die Posi ion all seine Mi spiele gespeiche “.42 Dabei unk ionie de Kö pe als Gedäch nisspeiche , de ohne Übe legung Au oma ismen eise z . Das heiß : Im Kö pe si z gewisse maßen de Mo o , de Au oma (ismus), de kein Schema ü einzelne Bewegungsabläu e bie e , sonde n de An ieb ü Selbs ä igkei is . Vo ausse zung ü die An izipa ion on (Bewegungs-) Abläu en is also de Leib als Gedäch niss ü ze.43 De Sa z ‚die Au oma ismen haben e sag ‘ e weis also da au , dass das Gedäch nis und das bedeu e in diesem Fall pa adoxe weise, dass de Leib/Kö pe den Kop im S ich gelassen ha und dass ande e sei s bewuss e, om Kop ges eue e Handlungen nich g ei en. Was in diesem Fall nich unk ionie , is , wie Loïc Wacquan (2003) es im Anschluss an Bou dieu am Beispiel des Boxens – und de Spo sozio- loge Thomas Alkemeye am Beispiel on Bildungsp ak iken – besch eib , de – unbewuss e – Zusammenschluss kö pe liche und men ale Vo gänge.44 De 41 Robe Musil, De Mann ohne Eigenscha en, Bd. 1, 14. Au l., Reinbek bei Hambu g, 2009, S. 45. 42 Klaus Thewelei , Das To zu Wel , Köln, 2004, S. 153. 43 Vgl. Pie e Bou dieu, Die einen Un e schiede. K i ik de p ak ischen U eilsk a , F ank u / M., 1984, S. 734; gl. dazu Bubli z (2010), Täuschend na ü lich, S. 158 44 „Als ehemalige Schüle Bou dieus ha sich Wacquan Ende de 1980e Jah e einem Boxklub im schwa zen Ghe o on Sou h Side Chicago angeschlossen, um im Zusammenhang eine e hnog aphischen S udie einen Zugang zu All agswi klichkei dieses Ghe os zu bekommen. Waquan nimm egelmäßig am Box aining eil und wi d da on de a in Bann gezogen, dass seine ‚en scheiden eilnehmende Fo schung‘ (Schmid 2005) in eine imme hin ie jäh ige Ka ie e als Ama eu boxe übe geh [...] in plas ischen e hnog aphischen Besch eibungen e- kons uie e “, wie sich „in Se ien on Übungen und Spa ingskämp en allmählich ein boxe- ische Habi us o m “. Thomas Alkemeye , „Le nen und seine Kö pe . Habi us o mungen und -um o mungen in Bildungsp ak iken“, in: Ba ba a F iebe shäuse /Ma kus Riege -La- AUTOMATISMEN 35 Kö pe e schein , wie zu Beginn dieses Abschni s zi ie , als in elligen Han- delnde ode , ielleich besse , als ‚in elligen e Maschine‘. In de Vo wegnahme de Absich en des Gegne s, ablesba am Blick, an den Ges en und de Kö pe hal ung, den Bewegungen des Kö pe s und seine Ve - lage ung, abe auch in de men alen An izipa ion äumliche Ve eilungsmus- e eku ie en, a ikulie en sich Au oma ismen, die eine komplexe Si ua ion s a egisch au schema ische Abläu e eduzie en. Die F age is am Ende: Was is da an ‚ o p og ammie ‘, lediglich eingeüb , e le n , also ‚gedankenlose‘ Anwendung e le n e Bewegungsmus e ohne Übe legung, und was is eme - gen e Ausd uck de Si ua ion, des Au oma ismus, de eine öllig neue S uk- u e scha ? Die Beispiele zeigen, dass Au oma ismen zwa du ch Einübung s anda disie e Abläu e en s ehen können, abe da übe hinaus gehen; und es is dieses Meh , dass sie eine bewuss en Kon olle en zieh und sie e s zu s uk u bildenden Vo gängen mach . Wenn Bou dieu mi Reku s au Leibniz da on ausgeh , dass „wi Menschen [...] in D ei ie el unse e Handlungen Au oma en sind“45, dann ücken Au oma ismen als selbs ges eue e P ak iken in die Nähe echnische Abläu e, abe sie bewi ken Fo men des Selbs -Bezugs und sind als solche kons i u i es Elemen on Subjek i ie ung und sozialem Aus ausch: als au oma isie e, übe wiegend unbewuss ges eue e, ‚in Fleisch und Blu ‘ übe gegangene Disposi ion und soma ische Ablau bilden unkon- ollie e, unbewuss e Mus e Kul u echniken. Sie e möglichen und beg en- zen: Sie e möglichen die – eibungslose – Bewäl igung komplexe Si ua ionen und sie beg enzen Handlungsmöglichkei en und eduzie en dami Komplexi- ä . Sie bilden eine Bedingung des Menschen als soziales Subjek , das ihn – gegen Un o he gesehenes, gegen komplexe An o de ungen und si ua i e Übe o de ungen – schü z , ihn umgekeh ode ge ade in de Abweh des Komplexen sozial handlungs ähig mach , zum E olg üh , ihn mach oll agie en läss , pe ek ionie . Schluss Was ich zeigen woll e wa : Es gib gesellscha lich gene ie e Fo men de ‚Einkapselung‘, die mi dem Au oma den quasi- echnischen Ablau und die Wiede holung, mi dem Au oma ismus die ‚au oma enha e‘ S eue ung kom- plexe Si ua ionen und selbs - und eedbackges eue e Abläu e, de Ve es i- gung und de Reduk ion on Komplexi ä du ch quasi schema ische Abs ak- ionen eilen. Ohne diese Au oma ismen können komplexe und wechselnde Si ua ionen nich bewäl ig we den; es handel sich um Au oma ismen, die – in de pe o ma i en und di e enzie enden Wiede holung und in de Ve ke ung dich/Lo ha Wigge (Hg.), Re lexi e E ziehungswissenscha . Fo schungspe spek i en im An- schluss an Pie e Bou dieu, 2. Au l., Wiesbaden, 2009, S. 119-142. 45 Bou dieu (1984), Die einen Un e schiede, S. 740. HANNELORE BUBLITZ 36 on E eignissen – gewisse maßen „schla wandle isch“46 und au eine quasi echnische Weise soziale Aus auschbeziehungen ins allie en und e es igen. De einzelne Ak , die einzelne Bewegung is Teil eine Dynamik, die – in de Wiede holung und hin e dem Rücken de Subjek e – s uk u ie ende E ek e ha . Dabei gewäh leis en wei gehend unbewuss e Au oma ismen die op imale, (weil) selbs ges eue e Einpassung des einzelnen Selbs ins (jeweils lexibel- dynamische) Soziale.47 Ob dies in de Regel nich bewuss ode manchmal doch bewuss ons a engeh , läss sich nich en scheiden, is abe im G unde auch bedeu ungslos. Es läss sich in Gänze in jedem Fall nich au die In en io- nen einzelne (Subjek e) zu ück üh en und du ch sie e klä en. De E ek be- s eh nich zule z in de P oduk ion eine sozialen No malisie ungsma ix und de Kon igu a ion sogenann e No malsubjek e. Dabei wi d jedes Subjek in eine sozialen Ma ix und in eine „Zelle“ pla zie .48 Das so kon igu ie e Sub- jek i – nu – mi solchen Indi iduen in Aus ausch, die eben alls lexibel no mal(isie ) sind und in ih e Subjek i ie ung mi No mal e eilungen e - koppel sind. Di e enzen und eldspezi ische Indi idualisie ungen sind in No malisie ungs elde eingeschlossen; diese kon igu ie en sich, indem die ex- zen ischen ‚Abweichungen‘ he ausge il e ode abged äng , abe geb auch we den, um zu wissen, was no mal(isie ba ), also anschluss ähig is und was nich . In welche Gesellscha leben wi also? In eine Gesellscha , in de die Angs da o , abged äng zu we den und sozial zu e ie en, jeden dazu be- weg , sich zu bewegen, sobald jede ande e sich beweg ? Die Angs , aus de Zone de No mali ä , dem Innenbe eich de Gaußschen Glocke, de No mal- e eilung, he auszu allen und an die Rände ged äng zu we den, is g oß, die Mi e is die unkomplizie e Gewäh ü soziale Zugehö igkei . Und zugleich is P o ilie ung ge ag , die Au me ksamkei binde , ein ex-zen isches, abe anschluss ähiges P o il, und die Abg enzung on de Mi e, om Du chschni sind ge o de .49 Mi de panop ischen S uk u de Disziplin(a gesellscha ) is siche eine Komponen e de Gegenwa sgesellscha angemessen besch ieben, sie wi d du ch die echnischen Möglichkei en de Obse a ion und Da enspei- 46 Vgl. Bo ch/S äheli (2009), Einlei ung, S. 10. 47 Dabei we den medial e mi el e Spiegelbilde , die übe einande p ojizie und zu einem Du chschni sbild syn he isie we den, zu Applika ions olie ü das einzelne Indi iduum, seine P o ilie ung und Passung in sozial anschluss ähige Mus e . 48 Vgl. Michel Foucaul , Übe wachen und S a en. Die Gebu des Ge ängnisses, F ank u /M., 1976; Jü gen Link, „Ko e e a zu Hannelo e Bubli z. ‚Im Beich s uhl de Medien‘“, in: Kul- uRRe olu ion 60, 1 (2011), S. 80-84; das in eine No malisie ungsma ix si uie e Subjek wi d in eine Ma ix si uie , im Gegensa z zu Singula i ä de Subjek e, die hizoma isch schwä mend angeleg sind, wie dies bei Ha d /Neg i de Fall is ; gl. dazu auch Michael Ha d /An onio Neg i, Empi e. Die neue Wel o dnung, F ank u /M., 2002; dies., Mul i ude. K ieg und Demok a ie im Empi e, F ank u /M., 2004. 49 Vgl. Hannelo e Bubli z, In de Ze s euung o ganisie , Biele eld, 2005; dies., Im Beich s uhl de Medien, Biele eld, 2010; gl. dazu auch And eas Reckwi z, Das hyb ide Subjek . Eine Theo ie de Subjek kul u en on de bü ge lichen Mode ne zu Pos mode ne, Weile swis , 2006. AUTOMATISMEN 37 che ung adikalisie . „Jede in seine ‚Zelle‘ – heu e in seinem ‚cell phone‘“50 e weis au Aspek e de Disziplina gesellscha , in de jede , in eine Hie a - chie eingeo dne (ge ank ), posi ionie und dadu ch e gleichba gemach wi d. Abe diese Disziplina komponen e inne halb de ‚Kon ollgesellscha ‘ eich nich aus zu Besch eibung de Gegenwa . „Die on den Indi iduen selbs zu p oduzie ende ‚au onome‘ Subjek i i ä , die sich selbs ‚ eiwillig kon ollie ‘ […] muss hinzukommen“.51 Es geh um Kopplungen zwischen meh e en je i eduk iblen Komponen en. […] Die hie gewähl e Pe spek i e au den Typ de Subjek i ie ung üh übe […] De e mina ionen [und „‚monokausal‘ e s andene Beg i e wie Indus ialismus, Kapi alismus, Techno-Szien ismus, bei denen jeweils eine Komponen e (Ökono- mie, Technik, Wissen) alle ande en de e minie . Beg i e wie ‚Mediengesell- scha ‘ gehö en zu solchen Ismen“] hinaus und leg Kopplungs-Modelle nahe, also in e disku si e und in e p ak ische Modelle. ‚Kon olle‘ is ein solches Mo- dell[.] […] Das lexible-no malis ische Modell koppel eine indi iduell-di e en- e und dadu ch ‚au onome‘ Posi ion in psychologischen und sexuellen No mal- elde n mi Selbs -Managemen [...] und ‚Bildung‘ (indi iduelle Wissens-Akku- mula ion). [...] Wesen lich dabei bleib zu be onen, dass die Kopplungen zum einen je i eduk ible (nich aus eine Basis-Komponen e ‚ablei ba e‘) Kompo- nen en um assen. Wenn man eine ‚du chschlagende‘ De e mina ion ‚in le z e Ins anz‘ abe ausschließ und on einem Kopplungsmodell ausgeh , kann es keine das Wesen bezeichnende ‚X-Gesellscha ‘ geben, sonde n nu eine Addi- ion on Pa ialde e minan en eine sei s [...] plus Kopplungs-In e disku se und Kopplungs-Disposi i e ande e sei s.52 Dami is dann abe auch die F age nach den Au oma ismen als dem ‚Ande en de Ve nun ‘ und de en Auße k a se zung e schoben zu Eigendynamik indi iduelle und kollek i e , echnische und soziale P ozesse selbs , die sich dem um assenden Ansp uch eine komp ehensi en Ve nun en winden – und sich au diese auch nich zu ück üh en lassen, wede in ih e o alisie enden noch in ih e ins umen ell-ökonomischen Va ian e. Li e a u Alkemeye , Thomas, „Le nen und seine Kö pe . Habi us o mungen und -um o mun- gen in Bildungsp ak iken“, in: Ba ba a F iebe shäuse /Ma kus Riege -Ladich/Lo- ha Wigge (Hg.), Re lexi e E ziehungswissenscha . Fo schungspe spek i en im Anschluss an Pie e Bou dieu, 2. Au l., Wiesbaden, 2009, S. 119-142. 50 Link (2011), Ko e e a , S. 80-84: 81. 51 Ebd., S. 81. 52 Ebd. HANNELORE BUBLITZ 38 Balsamo, Anne, Technologies o he Gende ed Body. Reading Cybo g Women, Du - ham, NY, 1995. Böhme, Ha mu /Böhme, Ge no , Das Ande e de Ve nun . Zu En wicklung on Ra- ionali ä ss uk u en am Beispiel Kan s, F ank u /M., 1985. Bo ch, Ch is ian/S äheli, U s „Einlei ung – Ta des Soziologie de Nachahmung und des Begeh ens“, in: dies. (Hg.), Soziologie de Nachahmung und des Begeh ens. Ma e ialien zu Gab iel Ta de, F ank u /M., 2009, S. 7-36. Bou dieu, Pie e, Die einen Un e schiede. K i ik de p ak ischen U eilsk a , F ank- u /M., 1984. Bubli z, Hannelo e, In de Ze s euung o ganisie , Biele eld, 2005. Dies., Im Beich s uhl de Medien, Biele eld, 2010. Dies., „These 4: Au oma ismen o mie en Subjek e“, in: dies./Roman Ma ek/Ch is ina L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma ismen, München, 2010, S. 32-35. Dies., „Täuschend na ü lich. 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F agen wie „Was is wissenscha liches Wissen?“ ode : „Was is populä es Wissen?“ haben keine allgemein gül igen An wo en. We den abe beide Wissens o men zueinande in Beziehung gese z , komm man dennoch zu bes imm en Aus- sagen: Wäh end zum Beispiel die Wissenscha ih e Wissensp oduk ion in heo e ischen und me hodischen Übe legungen explizi hema isie , en wi- ckel die Populä kul u da übe nu implizi e Re lexionen. An einigen Punk en läss sich am Beispiel on Rankings und Lis en im In e ne zeigen, dass diese populä en Wissenskul u en in Rela ion zueinande besch eibba , e assba , abe siche nich de inie ba sind. Einen zen alen Punk bei de Wissensp oduk ion in Lis en und Rankings s ell die Quan i izie ung da . In de Bes immung dessen, was quan i izie , was gezähl wi d, lieg eine Möglichkei de S eue ung und de Tak ik de Wissensp oduk ion. Ebenso s eue n iele Zug i e, iele Nu ze , iele An a- gen, iele Einkäu e das, was quan i izie in E scheinung i . Beim Blick au die E gebnisse on Suchmaschinen, wenn de Suchbeg i „Au oma ismen“ eingegeben wi d, äll au , dass die Websei e des (gleichnamigen) G aduie - enkollegs au den e s en Plä zen des Rankings de gezeig en E gebnisse is . Doch was bedeu e dies, in Rela ion zu Häu igkei des Beg i es, in Rela- ion zu den umgebenden E gebnissen de Suchmaschinen aus den Wissens el- de n de Psychologie ode de Ve hal ensbiologie, in Rela ion zu den au oma- isie en Fil e eins ellungen de Suchmaschinen (z. B. Suche besch änk au Deu schland), in Rela ion zum Suchs ando und zu wei e en Pe sonalisie un- gen? Welches Wissen wi d dabei übe Au oma ismen ode übe das G aduie - enkolleg gene ie ? Ein hohes Bing- ode Google-Ranking wi d siche nich beim nächs en Fo schungsan ag einge eich we den. Dagegen könn e ode müss e ein ci a ion index, in dem die eigenen Au sä ze hoch ge ank we den, E wähnung im An ag inden. Wie un e scheiden sich diese Rankings, wenn ih e mediale Fo m gleich bleib ? Lieg es an einem ande en Konzep , eine an- de en Rele anz des Wissens? Bei amazon.de is de e s e Sammelband des G aduie enkollegs au einem Ve kau s ang wei jensei s on eine Million. Sind diese Eino dnungen im Leis ungs e gleich des Buchma k es ü die wissenscha liche Repu a ion i - ele an ? Welches sind die Bezugs ahmen? In welche T adi ionslinien on Wissenssys emen lassen sich Lis en und Rankings eino dnen? Wie können diese Wide sp üche heo e isch einge angen we den? Mi Be ina Hein z läss sich – on ih sys em heo e isch o mulie – on Quan i izie ung als einem symbolisch gene alisie en Kommunika ionsmedi- RALF ADELMANN 48 um sp echen, das mi den Objek i i ä s o s ellungen in de Wissenscha sei dem 19. Jah hunde e knüp is .13 Quan i izie ung is demnach ein Ve ah- en, dem wissenscha liche Übe zeugungsk a zuge echne wi d und das da ü- be hinaus gene elle gesellscha liche Akzep anz ü Folgehandlungen mobili- sie en kann. Quan i izie ende Ve ah en s ellen asymme ische A gumen a- ions e häl nisse he , in dem sie mi schon e hobenen Da en a gumen ie en. Eine spon ane Wide legung eines Rankings ode eine zahlenbasie en Lis e is in de Regel nich möglich. Diese his o ische Linie de Ve da ung als Mach echnologie e olg auch Johannes Ange mülle .14 S a is iken bilden zen ale Elemen e des nume ok a i- schen Mach -Wissen-Komplexes sei dem 18. Jah hunde . In de his o ischen Ab olge nume ok a ische Regime spielen Rankings zunächs keine g oße Rolle. Rankings we den Ange mülle zu olge e s sei den 1960e Jah en Be- s and eil neonume ok a ische P axen, die in ensi e au Selbs üh ung und Selbs übe wachung abzielen. Dazu s ellen Rankings die mediale Fo m ü Leis ungs e gleiche be ei , die als Basis eine sich s e ig selbs übe p ü enden Gesellscha mi sich selbs op imie enden Subjek en dien . In diesem his o ischen Zusammenhang komm es zei gleich zu einem Au - schwung und eine Ausdi e enzie ung popkul u elle P axen. Thomas Hecken läss beispielsweise die Geschich e des Pops 1955 beginnen.15 In de Populä - kul u is de Umgang mi Rankings öllig e au . Rankings s ellen als Ve - kau slis en – wie z. B. Nu ze ankings, Music Cha s, Blockbus e - und Bes - selle lis en – ein ü den indi iduellen Cha ak e des Konsums in de Un e - hal ungsindus ie g obes Ras e zu Ve ügung. Aus den Di e enzen des eige- nen Mediengeb auchs zu publizie en, subjek i en und empi ischen Rankings e geben sich imme eine Lücke und ein In e p e a ionsspiel aum ü den Ein- zelnen. Diese Spiel aum is ein kons i u i es Elemen de medialen Fo m on Rankings. Rankings scha en eine ü die Populä kul u kons i u i e Ö en - lichkei . Am Beispiel de au empi ischen Da en be uhenden Rankings wie Musik Cha s, Blockbus e - und Bes selle lis en wi d dies g ei ba ; sie sind du ch ih e Reduk ion on Komplexi ä und ih e mediale Fo m als Lis e endenziell a i ma i . Du ch E hebung on Zuschaue quo en beim Fe nsehen läss sich eindeu ig bes immen, welche Fe nsehsendung des o he igen Tages die meis en Zuschaue ha e. Dadu ch e eich diese Sendung ö en liches In e esse und kann ü Anschlusskommunika ionen genu z we den. 13 Be ina Hein z , „Zahlen, Wissen, Objek i i ä : Wissenscha ssoziologische Pe spek i en“, in: And ea Mennicken/Hend ick Vollme (Hg.), Zahlenwe k. Kalkula ion, O ganisa ion und Ge- sellscha , Wiesbaden, 2007, S. 65-85. 14 Johannes Ange mülle , „Wissenscha zählen. Regie en im digi alen Panop icon“, in: Le ia- han. Be line Zei sch i ü Sozialwissenscha , Sonde he 25 (2010), S. 174-190. De Be- g i de Nume ok a ie bezieh sich bei Ange mülle au das Regie en mi S a is iken, Du ch- schni en und Wah scheinlichkei en und dami au zahlen ö mige Mach be uhende Regime. 15 Thomas Hecken, Pop: Geschich e eines Konzep s 1955-2009, Biele eld, 2009. LISTEN UND RANKEN 49 5 – Bewe ung ü den Film G a i y au o en oma oes.com16 Diese Au oma ismen im Ge olge on Quan i izie ung und Hie a chisie ung sind schwe ang ei ba ode wide legba . Rankings, die aus Ve käu en, aus Besuche zahlen, aus Downloads gene ie we den, s ellen e mein lich ‚objek- i e‘ Ebenen des Ve gleichs he . In de Populä kul u inden – neben diesen Quan i izie ungen und ih en O dnungen – subjek i e und quali a i e Rankings, wie beispielsweise die bes- en Fe nsehse ien ode die ein luss eichs en Punkmusike , imme in de Meh - zahl und in einem kon o e s disku ie enden Um eld s a . Rankings we den disku ie und sind auch hie Ausgangso e on Anschlusskommunika ionen. Selbs die Rankings, die au s a is ischen E hebungen basie en, können au diese Ebene e s ä k , angezwei el und seman isie we den. Eine Reihe on sozialen Ne zwe ken disku ie en Rankings ode e suchen aus ielen Ran- kings ein e mein lich genaue es Gesam bild zu e s ellen. Auch au diese Me aebene he sch die Vo s ellung übe einen Zusammenhang on Quan i ä- en und Quali ä en. Viele Meinungen und iele Zahlen e geben besse e Be- we ungen und besse e Zahlen. Beispiele sind die In e ne pla o men lis al.com, me ac i ic.com ode o en oma os.com. Je nach Aus ich ung de Pla o m we den Fil e eingese z , die nu bes imm e In o ma ionen ü eine Lis e ode ein Ranking bewe en. Mögliche mediale S a egien sind dabei Top-Ten-Lis en ode die Quan i izie ung on Meinungsäuße ungen wie dies beispielsweise au dem Filmbewe ungspo al o en oma oes.com s a inde (Abb. 5): „The A e age Ra ing is an a e age o he indi idual c i ic sco es, based on a 1-10 scale. Each c i ic’s o iginal a ing scale (s a , le e g ade, nume ic) is con e ed o a numbe be ween 1 and 10, and hen he numbe s a e a e aged.“17 16 Zule z au ge u en am 01.10.2013. 17 Online un e : h p:// lixs e .desk.com/cus ome /po al/a icles/62680-wha -is- he-a e age- a ing- how-is-i -calcula ed, zule z au ge u en am 01.10.2013. RALF ADELMANN 50 S a is iken und aus ihnen gene ie e Au zählungen und Rankings sind dem- nach ein kons i u i es Elemen de Populä kul u . Manchmal en scheiden Zah- len da übe , ob e was ode jemand zu Populä kul u gehö ode nich . In Übe spi zung eine e was ‚bösa igen‘ Idee on Wal e G asskamp is die Au - gabe des Pops, den Spaß zu o ganisie en und zu e wal en.18 Kein ande es Medium bie e ü diese Ve wal ung und O ganisa ion de Populä kul u bes- se e Möglichkei en als das In e ne , in dem massenha e und zahlenmäßige Rep äsen a ionen de Popkul u au indi iduelle Äuße ungen des Populä en e en. Beide Elemen e und die Auseinande se zung mi ihnen sind Baus eine de Popkul u . Ve kau szahlen e en au indi iduelle Meinungsbildungen. Die Au me k- samkei swellen in sozialen Ne zwe ken e en au p o essionalisie e K i ik popkul u elle P oduk e. Zu diesen jeweiligen Nachba scha en kann sich de Rezipien e hal en ode auch nich . Es gib die Möglichkei , subjek i e We - ungen in Lis en umzuse zen – au Basis on Geschmack, Meinung ode K i- ik. In de medialen Fo m de Lis e ode des Rankings s eh dann empi isches Wissen und subjek i es Wissen nebeneinande , wi d e gleichba ode soga kombinie ba . Die A gumen e bei Wal e G asskamp zu Kon o mi ä und Banali ä des Pops zielen auße dem au die Au oma ismen des Populä en, die ins Unbe- wuss e, in die S uk u en abglei en. Diese Au oma ismen e komplizie en mi - un e eine Theo e isie ung des Pops. Dies üh – nach G asskamp – dazu, dass wi die S uk u en s ehung und die S uk u en des Pops wissenscha lich nu schwe e assen können. So gesehen wi ken die Au oma ismen de Popu- lä kul u als En au oma isie ung on Wissenscha . An diese S elle bes eh eine epis emische Übe schneidung mi den gene ellen P oblemen de E as- sung de En s ehung on Au oma ismen, die schon in den einlei enden Übe le- gungen e wähn we den. Die enge Ve knüp ung on neonume ok a ischen Regimen und Populä kul- u bleib an diese S elle noch eine Hypo hese und müss e wei e un e such we den: Meines E ach ens se z Ange mülle den Beginn de Rankingkul u in den 1960e Jah en e was zu spä an. Zum Beispiel gib es im Spo schon im 19. Jah hunde den Leis ungs e gleich au Basis on Tabellen und Ranglis- en. Ranking e ah en sind in ökonomischen Zusammenhängen zu gleichen Zei im Geb auch. In den Zei ungen Ende des 19. und An ang des 20. Jah - hunde s inden sich Bes selle lis en on Büche n und Schallpla en. 18 Wal e G asskamp, „Pop is eklig“, in: de s./Michaela K ü zen/S ephan Schmi (Hg.), Was is Pop? Zehn Ve suche, F ank u /M., 2004, S. 9-19. LISTEN UND RANKEN 51 Ranke 3: Imaginie e Ö en lichkei en Mi den Wo en on Sabine Maasen und Pe e Weinga wi ken Rankings als „eine Fo m imaginie e Ö en lichkei “.19 Die Wi kmäch igkei on Rankings läss sich übe diese Idee eine „imaginie en Ö en lichkei “ e klä en. Ran- kings scha en eine scheinba ‚neu ale‘ Ebene de Ve gleichba kei , die du chaus losgelös sein kann on ande en We ungszusammenhängen. Zusä z- lich e möglich diese e mein liche ‚Neu ali ä ‘ eine Ö nung zu ande en Wissens o men, die au Geschmack, au gemeinscha liche Ve einba ung ode Ähnlichem be uhen. Die au Quan i izie ung au bauenden Rankings ode Lis en haben imme den demok a ischen Ansp uch de Abbildung on Bewe ungsp ozessen ge- sellscha liche Reali ä en. Dadu ch e langen sie den S a us eine „imaginie - en Ö en lichkei “. Diese „Ö en lichkei “ s ell jeweils spezi isches Wissen zu Ve ügung. Da aus e klä sich die un e schiedliche P oduk i i ä ode Be- we ung on Rankings in den jeweiligen gesellscha lichen Teilbe eichen wie Wissenscha und Populä kul u . Im Feld de Poli ik dienen Rankings dazu, Ak i i ä en einzu o de n. Rankings de wi scha lichen Leis ungs ähigkei , des Bildungss anda ds usw. dienen als „Ö en lichkei “, die poli isch ges al e we den muss. Rankings üh en di ek zu Handlungsanweisungen. Bei Tag Clouds, wie denen in lick , geh es wenige um Handlungsanwei- sungen bzw. -legi imie ungen. Die Tag Cloud dien de He s ellung eine „imaginie en Ö en lichkei “ alle Nu ze innen und Nu ze de Pla o m. Mi Rankings wi d ein ex e nes und in wei en Teilen in anspa en es K i e ium de Beu eilung gescha en, das du ch Komplexi ä s eduk ion p oduk i wi d. Rankings e zeugen gleichzei ig anspa en e und e gleichba e G ößen, die eine Auseinande se zung mi de Komplexi ä on Phänomenen e möglichen. Rankings können dann als „imaginie e Ö en lichkei en“ mi jeweils di e en- zie en Wissenskonzep en und - unk ionen e s anden we den. Ranke 4: Wuche nde Da enbanken Eine pa allel e lau ende his o ische Linie de Lis en und Rankings s eh in Ve bindung mi de Da enbanken wicklung, die eine eigene Geschich e de Quan i izie ungsu opien he o geb ach ha . Schon ühe Da enbanku opien en wickeln Vo s ellungen ü eine Indizie ung und Hie a chisie ung on Wis- sensbes änden. Die A bei en on Co nelia Vismann und Ma kus K ajewski, in denen die Tabelle als Medium de In o ma ions- und Wissensp oduk ion und als Vo läu e de Da enbank sei dem 17. und 18. Jah hunde hema isie 19 Sabine Maasen/Pe e Weinga , „Un e nehme ische Uni e si ä und neue Wissenscha skul- u “, in: Hildega d Ma hies/Dagma Simon (Hg.), Wissenscha un e Beobach ung: E ek e und De ek e on E alua ionen, Wiesbaden, 2008, S. 141-160: 152. RALF ADELMANN 52 wi d, bilden e s e Vo geschich en zu Indizie ung und Hie a chisie ung on Wissen.20 Wäh end Tabellen ü s a ische Au sch eibesys eme s ehen, zieh mi de Da enbanken wicklung ab Mi e de 20. Jah hunde s die U opie ein a- che und dynamische Ausgabeop ionen ein, in denen sogenann es O ien ie- ungswissen sich ba gemach wi d. Rela ionale Da enbankmodelle und au o- ma ische Indizie ung e möglichen mul iple Ab agen, die den Nu ze n an de Obe läche allein die E gebnislis en p äsen ie en. Du ch die Da enbanklogiken des In e ne s sind in den le z en Jah en Rezep- ionss uk u en de Populä kul u ‚sich ba ‘ gewo den, die beispielsweise iel- äl ige Nischenkul u en zu age e en ließen. Populä kul u wi d dadu ch au ande e Weise ‚sich ba ‘ als o dem In e ne . Bedingung ih e ‚Neu-En de- ckung‘ is ih e s a is ische Wah nehmba kei und ih e Thema isie ung als No - mal all des Medienkonsums. Hie an lassen sich die o he igen Übe legungen zu den „imaginie en Ö en lichkei en“ andocken. Au gamezone.de beispiels- weise auschen sich Compu e spiele übe ih e Bewe ungen und E ah ungen aus. Die Pla o m egel dabei die Sich ba kei de Use in den Ranglis en de Communi y (Abb. 6). Es exis ie ein Nebeneinande on Bewe ungsk i e ien, Lis en und Meinungen. 6 – h p://www.gamezone.de/Communi y/21 Um diese ‚Sich ba kei en‘ wei e gehend mi dem Wissensbeg i zusammen- zu üh en, sind einige Thesen on John Fiske zu den Eigenscha en populä en Wissens hil eich. Fiske sp ich dabei on eine „kul u ellen Ökonomie“ – eine Sphä e des populä en Wissens, dessen Tauschwa e un e ande em Be- 20 Co nelia Vismann, Ak en. Medien echnik und Rech , F ank u /M., 2000; Ma kus K ajewski, „In Fo ma ion. Au s ieg und Fall de Tabelle als Pa adigma de Da en e a bei ung“, in: Da- id Guge li/Michael Hagne /Michael Hampe/Ba ba a O land/Philipp Sa asin/Jakob Tanne (Hg.), Da en. Nach Feie abend: Zü iche Jah buch ü Wissensgeschich e, Bd. 3, Zü ich, Be lin, 2007, S. 37-55. 21 Zule z au ge u en am 01.10.2013. LISTEN UND RANKEN 53 deu ungen sind.22 Diese Tauschsys eme a bei en bei Fiske au de Mik oebene on indi idualisie en Mediennu zungen, sozialen Beziehungen und Bedeu- ungsgemeinscha en, die im Gegensa z ode absei s zu hegemonialen Bedeu- ungsp oduk ion s ehen. O ensich lich lassen sich hie s uk u elle Pa allelen zwischen de zen alen Rolle on Repu a ionsökonomien wie denen des In e - ne s und de kul u ellen Ökonomie bei Fiske he s ellen. Das populä e Wissen in Fiskes Konzep en wickel keinen on ologischen Wah hei sansp uch. Populä es Wissen en s eh ak isch an den Schwachs ellen des hegemonialen Wissens. Dabei is es g öß en eils au die medialen Res- sou cen hegemoniale S uk u en angewiesen. Diese Ressou cenabhängigkei s ell sich im In e ne nich ande s da : Die echnische In as uk u wi d on S aa en und mul ina ionalen Konze nen be ei ges ell . Das populä e Wissen ank sich um schon bes ehende Mediali ä en und S uk u en. Au g und diese Abhängigkei en e ände sich nach Fiske das populä e Wissen s ändig und ha keine s abile mediale Basis: E umsch eib es als „knowledge on he un“23. Die Eigenscha en des populä en Wissens sind: Es e heb keinen on ologischen Wah hei sansp uch. Populä es Wissen is ein P o- duk de Mik oebene – on sozialen Fo ma ionen, die nu empo ä und ins a- bil sind. Dadu ch is es imme lexibel und ak uell. Da enbanklogiken und da aus esul ie ende Lis en und Rankings e es i- gen dieses populä e Wissen, machen es ‚sich ba ‘ als Teil eine Selbs s uk u- ie ung übe empo ä e, soziale Fo ma ionen wie Fans, Rezipien en ode Nu - ze eines Medienangebo s. Das Wissen übe den Konsumen en deck sich nich mi dem populä kul u ellen Wissen, das aus ielen einzelnen En schei- dungen, wide sp üchlichen En wicklungen und medialen S uk u ie ungen be- s eh . Was eine Kul pla e, eine gehyp e Fe nsehse ie, ein angesag es Compu e - spiel is , wi d heu e im In e ne du ch Abgleich iele Meinungen und ih e eilweisen Quan i izie ung en schieden und nich nu du ch den di ek en Aus- ausch in sozialen Fo ma ionen wie dies noch on Fiske ü die gemeinsame Bedeu ungsp oduk ion eines Fe nsehe lebnisses gedach wa . Die Mik oebene e eich dadu ch in de Da enbanklogik des In e ne s eine gewisse ‚Sich ba - kei ‘ au de Mak oebene. Mi dem In e ne sowie seine Mobilisie ung we - den Elemen e des populä en Wissens on de Mik o- au die Mak oebene ge- hoben und dadu ch auch als Au oma ismen beobach ba . Au den Social-Web- Pla o men we den die Geschmäcke , die Vo lieben, die F eundscha sne z- we ke ode die ak uellen Lieblingssongs zumindes zei weilig mani es . Bei Fiske en s ehen diese Kul u en und ih populä es Wissen als eme gen e und ins abile Phänomene, die nu eine ge inge Halbwe szei besi zen. Mi de 22 John Fiske, „Die populä e Ökonomie“, in: Raine Win e /Lo ha Mikos (Hg.), Die Fab ika- ion des Populä en: de John Fiske-Reade , Biele eld, 2001, S. 111-137. 23 John Fiske, „Popula i y and he Poli ics o In o ma ion“, in: Pe e Dahlg en/Colin Spa ks (Hg.), Jou nalism and Popula Cul u e, London (u. a.), 1992, S. 45-63: 52. RALF ADELMANN 54 Da enbanks uk u und ih en Au zählungen we den diese Phänomene mani- es e , daue ha speiche - sowie e ände ba und somi ‚sich ba e ‘. Da en- banken e möglichen die pa ielle Umwandlung empo ä e soziale Fo ma io- nen in s abile e mediale Fo ma ionen, wie sie zum Beispiel die sozialen Ne z- we kpla o men zu Ve ügung s ellen, in dem die S uk u en des populä en Wissens du ch mediale Fo ma ie ung eine g öße e S abili ä und dami einhe - gehend eine iel äl ige e Geschich e bekommen. Wi sind s ändig au ge o - de , unse e E ah ungen zu bewe en und uns zu unse en populä en P axen zu e hal en. Diese iel äl igen P axen sinken als Au oma ismen un e halb unse e Wah nehmungsschwelle und we den in die Nu zung des In e ne s ein- gesch ieben. Die Da enbank als kul u elle Fo m e dich e das „knowledge on he un“ au iel äl ige Weise. Wie iele S e nchen bekomm ein bes imm es Musik- s ück, was sind meine Lieblings ilme und wie iele Toma en bekommen sie on de Filmk i ik, we is meine F eundin ode mein F eund? E laube ich Un- bekann en, die meinen, einen ähnlichen Musikgeschmack zu haben, mich au ih e F eundscha slis e zu nehmen? Gehe ich den Kau emp ehlungen au Basis meine Einkäu e de le z en Mona e nach? Teile ich mi , wie es mi je z und hie geh ? Bin ich e eichba , und wenn ja in welche Fo m? Wie we den du ch das In e ne o handene Da ene hebungen mi subjek i en E ah ungen gekoppel ? Wie we den die quali a i en Ka ego ien des Kul s ode des Geschmacks zu quan i a i en s a is ischen G ößen? Die medialen S uk u ie ungen populä en Wissens im In e ne sind p inzi- piell un ollkommen. Es bleiben iele Res e, die nich e we ba sind und im ‚Unsich ba en‘, jensei s de Da enbanklogiken e ha en, so z. B. soma ische und emo ionale An eile de popkul u ellen P axen. Gleichsam en s ehen Ve - suche, die Flüch igkei – und dami die Wide s ändigkei –populä en Wissens au In e ne pla o men wie zum Beispiel 4chan.o g zu implemen ie en, indem Au me ksamkei s ens e in de Nu zung beg enz we den.24 In diesem Sinne demons ie en die In e aces on Da enbanken nich nu eine ande e ‚Sich ba - kei ‘ on Medienpublika, sonde n bezeugen ebenso den Wandel de disku si- en En s ehungsbedingungen diese Publika om Rund unk zu Da enbank im In e ne . Die p inzipielle Ad esse on Medienangebo en is nich meh nu die Masse ode Meh hei , sonde n die Vielhei und Un e schiedlichkei kommen s ä ke hinzu, die sich übe e eil e Subjek e kons i uie en. 24 Sobald in 4chan au einen Pos keine An wo en kommen, wi d e nach un en du chge eich und e schwinde : „Th eads expi e and a e p uned by 4chan’s so wa e a a ela i ely high a e“, online un e : h p://www.4chan.o g/ aq, zule z au ge u en am 01.10.2013. LISTEN UND RANKEN 55 Ranke 5: Subjek logiken Welche Subjek posi ionen we den du ch die mediale S uk u ie ung des In e - ne s e möglich ? Au bauend au de Zen ali ä de Da enbank ü diese S uk- u ie ung ag Ma k Pos e schon 1995 in seinem Buch The Second Media Age nach al e na i en Fo men de Subjek kons i u ion.25 Die Da enbank is ü Pos e ein neue Disku s und eine neue P axis, die im sozialen Feld ope ie und die Kons i u ion des Subjek es e-kon igu ie . Du ch Da enbanken e - schwinde nach Pos e das adi ionelle Kons uk de T ennung zwischen Ö - en lichem und P i a em, und dami ende das Konzep de bü ge lichen P i- a sphä e; die Subjek e nehmen g öß en eils unbewuss und mi ge ingem echnischen Au wand an ih e Übe wachung lus oll eil. Die Da enbank wi d bei Pos e , im Anschluss an Foucaul , als disku si e Fo ma ion besch ieben, die ein wich iges Elemen de No malisie ungss a e- gien im mode nen S aa is . In diesen disku si en Fo ma ionen wi d das Sub- jek e iel ach und dezen ie – in den e schiedenen Da enbanken und ih- en möglichen Rela ionie ungen wi d das Subjek objek i ie , höchs ens als e s eu es au ge u en und in seine Abwesenhei ange u en. Im (unbewuss- en) Sch eiben de Da enbankein äge wi d das Subjek bei Pos e auße halb de Sich ba kei und dami auße halb de Reichwei e on libe alen ode ma - xis ischen Subjek ansä zen e o e . Die Au oma ismen de Subjek ze s eu- ung e schwinden in den Da enbanks uk u en, de en Obe lächen wiede um ein kohä en es Subjek e scheinen lassen können. Pos e s Ansa z läss sich ü die Subjek posi ionie ung in Rankings und Lis- en p oduk i machen, indem die Sei e des bü ge lichen Subjek s als ‚imaginä- e ‘ Bes and eil des Disku ses de Da enbank nich öllig au gelös wi d. Das bü ge liche Subjek bleib neben dem e eil en, in den Da ens uk u en e - schwindenden Subjek bes ehen.26 Sie schließen sich nich aus, sonde n bedin- gen sich gegensei ig in den Subjek i ie ungss a egien des In e ne s. Rankings und Lis en als ‚imaginie e‘ Ö en lichkei en p oduzie en dabei den ‚imaginä- en‘ An eil de Subjek e mi . Die Quan i izie ung in den neonume ok a ischen Regimen ze spli e das Subjek in mannig al ige Ka ego isie ungen und Klassi izie ungen, um gleichzei ig die Imagina ion und das Phan asma eine s a ken Subjek posi ion und eines kohä en en Subjek s au ech e hal en zu können. De ‚imaginä e‘ An eil is die Vo s ellung, dass die „ as e pe o mances“27, die Ak i i ä en de Nu ze , ih en Geschmack, ih e Meinung, ih e We ung in Lis en und Rankings zu p äsen ie en, die Iden i ä und Kohä enz des Subjek s 25 Ma k Pos e , „Da abase as Discou se, o Elec onic In e pella ions“, in: de s. (Hg.), The Sec- ond Media Age, Camb idge, 1995, S. 78-94. 26 Vgl. Ral Adelmann/Ha mu Winkle , „Ku ze Ke en. Handeln und Subjek kons i u ion in Compu e spielen”, in: Äs he ik & Kommunika ion 148 (2010), S. 99-107. 27 Liu Hugo, „Social Ne wo k P o iles as Tas e Pe o mances“, in: Jou nal o Compu e -Media- ed Communica ion 13, 1 (2007), S. 252-275. RALF ADELMANN 56 he s ellen. Dami e bunden is ein Ve sp echen on Empowe men und Sou- e äni ä des Konsumen en. Bes ä k wi d dieses Ve sp echen du ch die S abi- lisie ung und Sich ba machung popkul u elle P axen au den In e ne pla - o men. Diese Subjek posi ionie ung spiel in de Deba e um Se endipi ä , den Glücks und, im In e ne eine Rolle. Mi Se endipi ä we den in diesem Zusam- menhang zu ällige En deckungen beim Suchen ode beim Su en im Ne z be- zeichne , die o z ih e Zu älligkei ‚une wa e e Rele anz‘ ü das Nu ze sub- jek en wickeln.28 Die geäuße en Be ü ch ungen gehen in die Rich ung, dass du ch die bewuss en und unbewuss en, die sozialen und algo i hmischen Fil e sowie die dami s a indenden Pe sonalisie ungen de Glücks und – une wa - e au e was subjek i Rele an es im Ne z zu s oßen – imme wei e e un- möglich wi d.29 De Glücks und wi d dami indi ek zum Op e e eil e und quan i izie ba e Subjek i i ä , indem die Au oma ismen de Subjek bes im- mung im In e ne eine (une wa e e) Nachba scha de Dinge zu e hinde n d ohen. De Nu ze in de kohä en en Subjek posi ion als En decke und E - obe e wi d du ch die o geschal e en Fil e abgelös . De en Un ollkommen- hei üh gleichzei ig zu eine abgeschwäch en Fo m des Glücks undes in Fo m une wa e e pe sonalisie e E gebnisse de Vo schlagsys eme. Ebenso en s ehen In e ne pla o men wie s umbleupon.com, die dieses kohä en e Subjek ge ade du ch Fil e - und Pe sonalisie ungsalgo i hmen wiede he s el- len möch en. In s umbleupon können die Nu ze Websei en bewe en, ih e In e ne ak i i ä en we den ausgewe e und sie können ein soziales In e essen- ne zwe k bilden. Alle In o ma ionen üh en zu Vo schlägen, die lau Eigen- we bung on s umbleupon nu du ch die Hil e de Pla o m zu e hal en sind: „We help you easily disco e new and in e es ing s u on he Web.“30 Das pa adoxe P ojek on s umbleupon – du ch eine Mischung aus pe sönliche Meinung und P ä e enzen Glücks unde wiede he zus ellen – s eh beispielha ü die Ve suche, das Spiele ische und die P oduk ion on O dnungen als au oma isie e P axen zu Ve ügung zu s ellen. Das e eil e Subjek soll du ch dieselben P ozesse wiede als ein handlungsmäch ige Aben eu e ein- gese z we den: „E e y S umble is an ad en u e, and some hing amazing is always jus a click away.“31 In de Nachba scha de Dinge wa e nu einen Klick wei e e was E s aunliches ü jeden. Ob mi s umbleupon und ähnlichen Websei en das Une wa e e e eich wi d und Rele anz e häl , e schein ü die zug unde liegenden P axen und P ozesse kaum on Bedeu ung. Am Ende bie e die Sich au die mediale S uk u ie ung des In e ne s mi Lis en und Ranken eine Pe spek i e au die Au oma ismen-Fo schung an. 28 Je Ja is, „Se endipi y is Unexpec ed Rele ance“, 30.03.2010, online un e : h p://buzzmachine. com/2010/03/30/se endipi y-is-unexpec ed- ele ance, zule z au ge u en am 01.10.2013. 29 Siehe dazu z. B. Damon Da lin, „Se endipi y, Los in he Digi al Deluge“, in: The New Yo k Times om 02.08.2009, S. BU3. 30 Online un e www.s umbleupon.com/abou , zule z au ge u en am 01.10.2013. 31 Ebd. UNA DECISIONE CON DIVISA DA TUTTE? 63 zug , in denen G uppenen scheidungen on allen ge agen we den und sich im Diskussionsp ozess he ausbilden soll en.13 Auch die meis en de on mi in e iew en F aueng uppen on SNOQ leh- nen Abs immungen und Meh hei sen scheidungen als Kennzeichen männli- che poli ische P axis ab und a o isie en s a dessen eine eins immige En - scheidung. Insbesonde e anhand on In e iews und eilnehmenden Beobach- ungen in Flo enz und Reggio di Calab ia konn e ich es s ellen, dass dami das geschilde e, aus de Bewegung de emminis e s o iche bekann e und als Ideal be ach e e Ve ah en gemein is , bei dem de en sp echende Gesp ächs- gegens and wiede hol besp ochen wi d und sich aus de Diskussion schluss- endlich eine En scheidung he ausbilde , die ideali e und in de Da s ellung de Be eilig en de Übe zeugung alle en sp ich . Am Schluss de Diskussion seien sich die F auen imme alle einig.14 De Hin e g und ü das Ans eben dieses Vo gehens sei, wie mi ein Mi - glied on SNOQ Siena in einem in o mellen Gesp äch e klä e, dass man mi - einande disku ie en und nich „Poli ik machen“ wolle. Le z e es wu de on meine Gesp ächspa ne in als männlich konno ie es Handeln da ges ell , das on pa ikulä en Mach in e essen mo i ie sei und nich das Gemeinwohl und die Bedü nisse de Menschen be ücksich ige. S a dessen gehe man om ma- e iellen Leben de F auen aus, jede on sich, mi dem Willen, das gemeinsa- me Ziel zu e eichen und de Sache zu dienen. Wenn jede F au on sich aus- gehe (pa i e da sé), komme man in de G uppe, so meine Gesp ächspa ne in, as au oma isch zu einem Konsens und könne in de Folge ganz ande e Res- sou cen ü das beschlossene P ojek mobilisie en, als wenn man nich mi ganzem He zen dabei sei, wie dies de Fall sei, wenn das Meh hei sp inzip zu Anwendung gekommen wä e und es sich dahe um eine En scheidung gehan- del hä e, die eben nich jedes G uppenmi glied olls ändig mi ge agen hä e.15 Die P axis des pa i e da sé is eine au die poli ische Philosophie Hannah Ah end s eku ie ende, aus de i alienischen eminis ischen philosophia della di e enza16 he gelei e e Vo gehensweise de F auenbewegung de 1960/70e Jah e, eine Technik de Selbs e ah ung, die un e ande em zu einem Bewuss - sein ü gesellscha spoli ische P oblems ellungen und zu en sp echende 13 In o melles Gesp äch mi einem SNOQ-Mi glied aus Siena, 06.04.2013. 14 G uppenin e iew mi ün Mi gliede n on SNOQ Reggio di Calab ia, 19.09.2012; In e iew mi einem Mi glied on SNOQ Fi enze, 13.09.2013. 15 In o melles Gesp äch mi einem SNOQ-Mi glied aus Siena, 06.04.2013. 16 Die philosophia della di e enza geh da on aus, dass jede F au sich in ih e Di e enz – das heiß in ih e spezi ischen Exis enz, ih en indi iduellen Fähigkei en, Bedü nissen und Wün- schen (und nich in als dicho om gedach en Un e schieden zu Männe n) – zu Wel (zu de auch die Männe gehö en) posi ionie en muss. Sie basie au ma xis ischen sowie psycho- analy ischen Theo ien, e wa denen on Lacan und I iga ay. Die bekann es en Ve e e innen sind Luisa Mu a o und Ad iana Ca a e o. Zum i alienischen Di e enz eminismus siehe G a- ziella Pa a i/Rebecca J. Wes , „In oduc ion“, in: dies. (Hg.), I alian Feminis Theo y and P ac ice: Equali y and Sexual Di e ence, C anbu y, 2002, S. 13-30. MARION NÄSER-LATHER 64 Handlungs ähigkei üh en soll. Dass SNOQ on den T adi ionen de emmi- nis e s o iche beein luss wi d, kam in ielen In e iews zu Sp ache.17 Pa i e da sé heiß also zum einen, on sich selbs als F au auszugehen (es- se e donna), zum ande en die Be eiung on de o dine simbolico maschile (de männlichen symbolischen O dnung), die das Weibliche nu als das Ande- e kons uie : Das pa i e da sé „en sp ing dem konk e en Bedü nis eines weiblichen Wissens […] eine e izien e Seman ik zu inden“18, wie es die Phi- losophin Elisabe a Zama chi o mulie . Pa i e da sé bedeu e nach Luisa Mu a o, eine de G ünde innen de Dio- ima-G uppe – eine Ve einigung eminis ische Philosophinnen de Uni e si- ä Ve ona – auch, sich selbs als luides Subjek wah zunehmen und sich au eine Wande scha de (Selbs -)E kenn nis zu begeben: Das pa i e da sé e mi el ein Dasein und einen S andpunk , ohne on i gend- eine Sei e aus e was es zulegen. Es is wie das Reisen, das […] Dich [die Din- ge] auch sehen läss , wie sie niemand Dich hä e sehen lassen können ohne diese En ö lichung [spos amen o] […]. Es is ein Denken, dass nich au die Logik de Iden i ä es geleg is und ähig, in de Kon ingenz einhe zuwande n, zwischen dem Sein, welches jenes is , das is , und dem Sein, das niemals genau das is , was es is .19 Pa i e da sé implizie , so Elisabe a Zama chi, „die We schä zung des kon- k e en E leb en, de Pa ikula i ä de eigenen E ah ung in de Begegnung mi de Wel “, es is „ein Sich-Ö nen gegenübe de Wel und eine Re lexion übe diese, ausgehend on de pe sönlichen E ah ung und on de Reali ä des Sei- enden selbs , die den p imä en Ho izon de menschlichen E ah ung da - s ell .“20 Au diese Weise kann auch eine Ve bindung zu ande en F auen he - ges ell we den, wie es die häu ige du ch die Mi gliede on SNOQ zi ie e Redewendung „pa i e da sé pe a i a e alle al e“ – „ on sich selbs aus- gehen, um bei den ande en anzukommen“ – andeu e .21 Dabei un e scheide 17 Z. B. In e iew mi einem Mi glied on SNOQ Fi enze, 13.09.2013; G uppenin e iew mi ün Mi gliede n on SNOQ Reggio di Calab ia, 19.09.2012; In e iews mi Mi gliede n on SNOQ Venezia, 19.02.2013; eilnehmende Beobach ung beim na ionalen T e en de Comi a- i in Ancona, 06. und 07.04.2013. Eine de g undlegenden Un e schiede zwischen SNOQ und den emminis e s o iche, insbesonde e den F auen de Lib e ia delle Donne in Mailand, is jedoch, dass diese jegliche Zusammena bei mi den als männlich dominie beg i enen Ins i u ionen ablehnen und die Au assung e e en, e s müsse die symbolische O dnung ge- ände we den (zu Lib e ia delle Donne di Milano – einem de ab 1975 in e schiedenen i a- lienischen S äd en en s andenen F auenbuchläden mi ege eminis ische Publika ions ä ig- kei – siehe den Sammelband: Lib e ia delle Donne di Milano (Hg.), Wie weibliche F eihei en s eh . Eine neue poli ische P axis, übe s. . T audel Sa le , Be lin, 1991). 18 Elisabe a Zama chi, „Pa i e da sé“, in: la i is a online di iloso ia applica a ai mondi di la- o o 4 (2004), online un e : h p://www. abb ica iloso ica.i /MA/04/01.h ml, zule z au ge u- en am 03.10.2013. 19 Luisa Mu a o, „Pa i e da sé e non a si o a e“, in: Dio ima (Hg.), La sapienza di pa i e da sé, Napoli, 1996, S. 5-22: 8 . und 15. 20 Zama chi (2004), Pa i e da sé. 21 So zum Beispiel bei eine Ve sammlung on SNOQ Fi enze, 11.02.2013. UNA DECISIONE CON DIVISA DA TUTTE? 65 sich das pa i e da sé nach Chia a Zamboni – eben alls G ündungsmi glied on Dio ima – om Subjek i ismus: „Man geh aus […] on den Ge ühlen und den Wide sp üchen, die am eigenen Leib e leb wo den sind. […] [D]as is ein Weg, die Wah hei de Wel an die eigene Wel zu ückzubinden.“22 Die Anwendung diese P axis in de En scheidungs indung e inne an das Ideal de Demok a ie, wie sie du ch Jean-Jacques Rousseau in seinem Con a Social besch ieben wi d: Die heilige, un ehlba e olon é géné ale, de „allge- meine Wille“ basie ebenso au einem bes imm en angenommenen gemeinsa- men psychischen Zus and de En scheidungs äge . Die olon é géné ale bilde das Allgemeinwohl des Volkes ab, das sich un- e scheide on de olon é de ous, dem „Willen alle “, de nu au das P i a - in e esse abziel und die Summe de Einzelin e essen da s ell . Im Falle de olon é géné ale e allgemeine das „allgemeine In e esse, [das die S immen] e einig “ den Willen.23 Das allgemeine In e esse, die olon é géné ale, wi d nun e mi el , indem jede Bü ge dabei an das „dem S aa e o eilha [e]“ denk ,24 das heiß , indem e sich in diese Si ua ion in einen besonde en Zu- s and e se z . Dabei un e scheide Rousseau zwischen dem Menschen als P i- a mann und als Bü ge : „In de Ta kann jede einzelne als Mensch einen be- sonde en Willen haben, de dem allgemeinen Willen, den e als S aa sbü ge ha , zuwide läu ode mi dem e doch nich übe all in Einklang s eh .“25 Bei de Bes immung de olon é géné ale wi d zug unde geleg , dass die Bü ge jede ü sich, also ohne die Bildung on Pa eiungen, In e essens e - e ungen ode Lobbys, en scheiden: „Hä en bei de Beschluss assung eines hinlänglich un e ich e en Volkes die S aa sbü ge keine es e Ve bindung un- e einande , so wü de aus de g oßen Anzahl kleine Di e enzen s e s de all- gemeine Wille he o gehen“26, so Rousseau. Die on Rousseau o ges ell e kogni i e Ausgangslage de Bü ge im P ozess de He ausbildung de olon é géné ale kann als Pa allele zum Ideal des pa i e da sé gesehen we den: Auch bei diese P axis inde keine Pa eienbildung s a , sonde n übe die En schei- dung wi d in de Ve sammlung de G uppe ausgehend on de pe sönlichen E ah ung e lek ie . Am s ä ks en zeig sich die Ähnlichkei de zug unde ge- leg en Eins ellungen im olgenden Rousseau-Zi a : „Weshalb is de allgemei- ne Wille imme ich ig, […] weil es niemand gib , de nich das Wo ‚jede ‘ sich aneigne und nich an sich selbe denk , so o e ü alle s imm ?“27 Das heiß , ähnlich wie bei de Ve ah ensweise des pa i e da sé nimm Rousseau an, dass die Bü ge on sich selbs ausgehen, um beim Allgemeinwohl anzu- 22 Chia a Zamboni, „Il ma e ialismo dell’anima“, in: Dio ima (Hg.), La sapienza di pa i e da sé, Napoli, 1996, S. 155-170: 156. 23 Jean-Jacques Rousseau, De Gesellscha s e ag ode die G undsä ze des S aa s ech es, übe s. . He mann Denha d , Leipzig, 1880 [1758], 2. Buch, 4. Kapi el. 24 Ebd., 4. Buch, 1. Kapi el. 25 Ebd., 1. Buch, 7. Kapi el. 26 Ebd., 2. Buch, 3. Kapi el. 27 Ebd., 2. Buch, 4. Kapi el. MARION NÄSER-LATHER 66 kommen – da aus esul ie en auch die minimalen Di e enzen in de Wah neh- mung des Allgemeinwohls, die sich im indi iduellen E ah ungsho izon des pa i e da sé wiede spiegeln: Ähnlich wie in de idealen Gesellscha Rous- seaus, in de „jede einzelne, obgleich e sich mi allen e ein , gleichwohl nu sich selbs geho ch “28 und „nu ü seine eigene Übe zeugung ein e en“29 soll, implizie das pa i e da sé pe a i a e alle al e eine luiden Posi ionie ung, in de das Denken des Gemeinwohls in diesem Fall au die G uppe bezogen eine Gleichzei igkei on e ah ungsbezogenem und leibgebundenem Bei- sich-Sein und eine Dis anzie ung om eigenen S andpunk en sp ing . Das E gebnis wi d bei Rousseau ähnlich wie bei SNOQ als Op imum imaginie . „De allgemeine Wille [is ] bes ändig de ich ige […] und [ziel ] imme au das allgemeine Bes e“.30 Eine g undlegende Di e enz zwischen de olon é géné ale und dem En - scheidungs indungs e ah en bei SNOQ bes eh da in, dass bei SNOQ die En scheidung quasi aus de G uppendiskussion he aus eme gie , wäh end die olon é géné ale du ch eine Abs immung wäh end de Volks e sammlung e - mi el wi d: „Jede sp ich du ch seine S immabgabe […] und aus de Be ech- nung de S immen geh die Da legung des allgemeinen Willens he o .“31 Bei SNOQ hingegen wi d die Willensen scheidung zum einen nich du ch das als männliche poli ische P axis e pön e Abs immungs e ah en ge äll , zum an- de en soll sie imme eins immig sein. Im Un e schied dazu muss die olon é géné ale mi Ausnahme des Gesellscha s e ages, de an änglichen s aa s- bü ge lichen Ve einigung, nich eins immig sein.32 Alle dings is die olon é géné ale umso ehe wi klich o handen, je eins immige die En scheidung aus äll : „Je g öße e Übe eins immung in den Ve sammlungen he sch , das heiß , je meh sich die ge ass en Beschlüsse de Eins immigkei nähe n, des o g öße e He scha gewinn auch de allgemeine Wille, wäh end langdaue nde Wo ge ech e, Uneinigkei en und Lä men das Wachsen de P i a in e essen und das Sinken des S aa es anzeigen.“33 Auch hinsich lich de Na u des psychischen Zus ands wäh end de En - scheidung und seines Zus andekommens un e scheiden sich die Rousseauische Konzep ion und die eminis ische Philosophie. Wäh end das pa i e da sé emo ional und leiblich undie is und ge agen om Willen, „de Sache zu dienen“, also al uis isch-idealis isch mo i ie , beda es zu E kenn nis de olon é géné ale und dami des Gemeinwohls, „nu gesunde Ve nun “.34 Die olon é géné ale en sp ich nach Rousseau den En scheidungen de Gemein- scha de Bü ge bei olls ändige In o mie hei und uneingesch änk e U - 28 Ebd., 1, Buch, 6. Kapi el. 29 Ebd., 2. Buch, 3. Kapi el. 30 Ebd., 2. Buch, 3.Kapi el. 31 Ebd., 4. Buch, 2. Kapi el. 32 Ebd., 2. Buch, 2. Kapi el; 4. Buch, 2. Kapi el. 33 Ebd., 4. Buch, 2. Kapi el. 34 Ebd., 4. Buch, 1. Kapi el. UNA DECISIONE CON DIVISA DA TUTTE? 67 eilsk a , die on Rousseau u opisch anmu end als ei on Ideologien ode Emo ionen gedach wi d. Zudem komme die Geis eshal ung, die zu E kenn - nis de olon é géné ale be ähig , dem Bü ge mi dem Übe gang om Na u - zus and in den bü ge lichen Zus and gewisse maßen on selbs zu: Dann „[ i ] in seinem Ve hal en die Ge ech igkei an die S elle des Ins ink es“, P lich e d äng physischen An ieb und Rech Begie de, e „[be ag ] die Ve nun , be o e au seine Neigungen hö “.35 Die i alienischen Feminis in- nen hingegen gelangen zum pa i e da sé übe einen P ozess de Selbs e ah- ung, de sich ge ade im Aus ausch mi ande en F auen im Rahmen en sp e- chende Diskussionsg uppen übe einen länge en Zei aum ollzogen ha , nie abgeschlossen is und in de En scheidungssi ua ion wiede au ge u en wi d. De Ideal o s ellung de decisione con di isa da u e en sp ich in de Selbs wah nehmung de In e iewpa ne innen de SNOQ-G uppen on Reg- gio di Calab ia und Flo enz eine e olg eiche P axis: En scheidungen we den lau Auskun de Mi gliede sei Bes ehen diese G uppen (Feb ua 2011) au diese A und Weise ge äll , wie beispielsweise ein Mi glied aus Flo enz be- ich e : „Bis je z muss en wi noch nie wählen. Wi haben imme eine […] Quad a u des K eises ge unden, wi haben es imme gescha , eine Posi ion zu inden, die on allen ge eil wi d [la posizione con di isa da u e].“36 Dass diese idealisie e Da s ellung nich imme zu i , we de ich noch zeigen. Wie läu ein solche En scheidungsp ozess nun genau ab? Wie ich bei den na ionalen T e en in Ancona und Rom und den Ve sammlungen de SNOQ- G uppe in Flo enz beobach en konn e, üh de in ensi e disku si e Aus- ausch de F auen un e einande , de sich übe S unden e s ecken kann, in Fo m eine Wiede holung on Aspek en, S andpunk en und A gumen en und eine Re lexion übe diese dazu, dass sich sukzessi e ein Meinungsbild kon- k e isie , das zu eine konk e en En scheidung kondensie . Eine di use Wol- ke un e schiedliche Pe spek i en, In e essen, Mo i e und Vo s ellungen e - dich e sich im Diskussionsp ozess und nimm im Sinne on Bahnung, gegen- sei ige Ve s ä kung und Ve es igung un e dem Ein luss de in de Einlei- ung besch iebenen g uppenpsychologischen Dynamiken Ges al an: De Dis- ku s s ell das he , wo übe e sp ich (konk e e Beispiele ü diesen Vo gang we de ich im Abschni übe au oma is ische P ozesse au de Mak oebene au üh en). Da bei den Ak eu innen eine punk uelle Bewuss hei übe die Mechanismen de besch iebenen Eme genz on En scheidungen bes eh und es sich um ein zielge ich e es Vo gehen handel – de Vo gang wi d willen lich ini ialisie , ähnlich wie die on Bubli z besch iebenen Au oma ismen des T ainings (e wa das i uose Kla ie spiel37) – kann die Eme genz on En scheidungen aus dem 35 Ebd., 1. Buch, 8. Kapi el. 36 In e iew mi einem Mi glied on SNOQ Fi enze, 13.09.2013. 37 Hannelo e Bubli z ha au Au oma ismen au me ksam gemach , bei denen aus bewuss em Übungshandeln unbewuss e Rou ine und schließlich ein quali a i neues, meis e ha es Be- he schen de jeweiligen Fähigkei wi d, das du ch Ve dich ung de Handlungssch i e in MARION NÄSER-LATHER 68 pa i e da sé den on Mi na Zeman ange üh en „kon ollie ba en und zielab- hängigen Au oma ismen“ zugeo dne we den. Zeman bezieh sich dabei au Be nd Schaals (1997) Un e suchung zu S e eo ypenak i ie ung als jeweils eilweise kon ollie ba em, bewuss em und in en ionalem Au oma ismus und au das Modell de zielabhängigen Au oma ismen on Ba gh (1989), das Au oma ismen besch eib , die im Zuge de Fo mulie ung und Ve olgung on Zielen en s ehen. Diesem Modell olgend, könn e de eme gen e En schei- dungsp ozess de Subka ego ie de „au oma ische[n] P ozesse, die mi de Ziel o mulie ung in Einklang s ehen“ zugeo dne we den im Gegensa z zu Au oma ismen, die „Nebene ek e“ on de Ziele eichung dienenden Hand- lungen da s ellen.38 De Vo gang de eins immigen En scheidungs indung wi d un e s ü z du ch eine spezi ische, wiede um au T adi ionen de emminis e s o iche zu- ückgehende S uk u ie ung des Ne zwe ks de Beziehungen zwischen den Ak eu innen: Ein G ündungsmi glied de Bewegung sp ich bei einem na io- nalen T e en in Rom om „a idamen o insieme pe a e e più o za“, om gegensei igen Ve auen, das de Bewegung zu meh S ä ke e hil .39 Im Kon- ex de na ionalen Ebene ma kie e diese Aussage ehe ein Deside a , das abe in den on mi un e such en lokalen G uppen du chaus geleb wi d. Das a i- damen o, das in de i alienischen F auenbewegung de 60e /70e Jah e die in de Ane kennung de g öße en E ah ung und Au o i ä eine äl e en F au be- g ünde en engen Ve auens- und Men o innenbeziehungen zwischen äl e en und jünge en F auen bezeichne e,40 wi d in den SNOQ-G uppen allgemeine als Ve auen zwischen F auen geleb . Das so beg i ene a idamen o is eine de e leich e nden Bedingungen ü den besch iebenen P ozess. Daneben be- ich e ein Mi glied aus Flo enz on Dynamiken, welche in ih e G uppe die eins immige En scheidungs indung begüns igen: „Im Momen haben wi das Glück, un e uns d ei The apeu innen zu haben, [dazu] eine Feminis in [de Schema a und Op imie ung gekennzeichne is . Hannelo e Bubli z, „These 2: Au oma ismen beinhal en einen quali a i en Sp ung: Aus de wiede hol en Einschlei ung du ch Übung en - s eh – pa adoxe weise – ge ade das Neue: spiele isch-mühelose Pe ek ion, in: dies./Roman Ma ek/Ch is ina L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma ismen, München, 2010, S. 23- 26. 38 Mi na Zeman, „Volkscha ak e e und Na ionali ä enschema a“, in: Tobias Con adi/Gisela Ecke /No be O o Eke/Flo ian Muhle (Hg.), Schema a und P ak iken, München, 2012, S. 97- 116: 101; John A. Ba gh, „The Fou Ho semen o Au oma ici y: Awa eness, In en ion, E i- ciency, and Con ol in Social Cogni ion“, in: Robe S. Wye J ./Thomas K. S ull (Hg.), Hand- book o Social Cogni ion, Bd. 1, 2, 2. Au l., Hillsdale, NJ, 1994, S. 1-41; Be nd Schaal, Willen - liche Kon olle s e eo ypen Denkens: In en ionse ek e au die Ak i ie ung on S e eo ypen, Kons anz, 1997, S. 67 ., online un e : h p://deposi .ddb.de/cgi-bin/dokse ?idn=956885004&d ok_ a =d1&dok_ex =pd & ilename=956885004.pd h p://deposi .ddb.de/cgibin/dokse ?idn=9 56885004&dok_ a =d1&dok_ex =pd & ilename=956885004.pd , zule z au ge u en am 28.03.2011; beides zi . n. Zeman (2012), Volkscha ak e e und Na ionali ä enschema a, S. 100. 39 T e en de Comi a i und des CP, Rom, 15.12.2012 (Beobach ung du ch Li es eam). 40 Zum a idamen o siehe z. B. Ad iana Ca a e o/F anco Res aino, Le iloso ie emminis e, Mi- lano, 2002, S. 72 . UNA DECISIONE CON DIVISA DA TUTTE? 69 emminis e s o iche], eine seh junge F au [...] – die Dynamik de G uppe hil iel. Es hil iel, weil es uns, wie wi sagen, imme Ruhe zum Disku ie en gib “.41 Dass die geschilde e Zusammense zung de G uppe zu Ha monisie- ung bei äg , konn e ich bei Ve sammlungen de G uppe es s ellen: die Ex- pe ise de Psychologinnen, die ge ade s a indende emo ionale Dynamiken zu e klä en e moch en; die E ah ung eine F au, die die Selbs e ah ungs- g uppen de 1960/70e Jah e mi e leb ha ; schließlich die Anwesenhei de jungen S uden in, o de ielleich ein S ei nich eskalie en soll e, da die an- de en F auen sich in eine Vo bild unk ion sahen.42 Im Reku s au T adi ionen und P axen de emminis e s o iche inde also eine Habi ualisie ung s a , die die Eme genz on En scheidungen als au oma- is ischem P ozess e leich e . In sozialpsychologischen Theo ien zu G uppendynamiken, die beispiels- weise G uppenklima a und G uppenno men als im G uppengeschehen au - e ende und sich e es igende Phänomene assen, die om einzelnen Indi i- duum nich kon ollie ba sind, wu den en sp echende Cha ak e is ika on G uppen be ei s besch ieben. So mein en e wa Le Bon (1896) und McDougall (1920), eine G uppe besi ze ein jeweils spezi isches „g oup mind“, und Mead (1934), She i (1936), Asch (1952) und Lewin (1952) e a en die Theo ie, G uppen wiesen einziga ige Eigenscha en au , die aus dem Ne zwe k de Beziehungen de G uppenmi gliede he aus eme gie en.43 Bei den Mi gliede n on SNOQ we den die Beziehungen und In e ak ionen du ch die on ielen F auen ge eil en und jünge en Mi gliede n adie en E ah ungen44 de F au- enbewegung de 1960/70e Jah e beein luss , die bes imm e sozial e wünsch e In e ak ions o men sowie Tabus wie die A e sion gegen Meh hei sen schei- dungen be ei s o geben. G uppenmi gliede zeigen nach sozialpsychologischen Un e suchungen zu- dem seh häu ig Uni o mi ä in Bezug au ih e Eins ellungen und ih Ve hal- 41 In e iew mi einem Mi glied on SNOQ Fi enze, 13.09.2013. 42 E ek e meine eigenen Anwesenhei dü en hie minimal sein, zum einen, da die Beziehung zwischen mi und de G uppe in Flo enz zu diesem Zei punk be ei s e ablie wa , zum ande- en, weil sich die Mi gliede de Bewegung bei ande en Gelegenhei en nich scheu en, o mi au seh leidenscha liche A und Weise mi einande zu s ei en. 43 Vgl. Gus a e Le Bon, The C owd: A S udy o he Popula Mind, Auckland, 1896; William McDougall, The G oup Mind: a Ske ch o he P inciples o Collec i e Psychology, wi h Some A emp o Apply Them o he In e p e a ion o Na ional Li e and Cha ac e , 2. übe a b. Au l., New Yo k, NY, London, 1920; Geo ge He be Mead, On Social Psychology, Chicago, IL, 1934; Muza e She i , The Psychology o Social No ms, New Yo k, NY, 1936; Solomon Elli- o Asch, Social Psychology, New Yo k, NY, 1952; zi . n. Rupe B own, G oup P ocesses, Ox o d, New Yo k, NY, 1988, 3 .; Ku Lewin, Field Theo y in Social Science, New Yo k, NY, 1952. 44 Die on mi du chge üh en In e iews e gaben, dass iele meine Gesp ächspa ne innen selbs in de F auenbewegung de 60e /70e Jah e ak i wa en. Wäh end meine eilnehmen- den Beobach ungen konn e ich zudem es s ellen, dass au die da ges ell en Ke npunk e de philosophia della di e enza und die genann en P axen de emminis e s o iche häu ig als selbs e s ändliche Vo ausse zungen gemeinsamen Handelns eku ie wu de. MARION NÄSER-LATHER 70 en. Du ch die G uppenzugehö igkei komm es zu eine Rede ini ion on Selbs bild und Ve hal en, das heiß hie inde , um mi Jü gen Link zu sp e- chen, eine Selbs adjus ie ung des Indi iduums an die No mali ä de G uppe s a .45 Die in de G uppe o he schenden Geb äuche und T adi ionen üben einen g oßen Ein luss au die Ve hal ens egula ion aus, es en wickeln sich G uppenno men – auch dies zum Teil ungeplan und hin e dem Rücken de Ak eu e. Im o liegenden Falle sind dies un e ande em die T adi ionen des i alienischen Di e enz eminismus, die No men des in ag uppenpoli ischen Handelns e zeugen – die P axis des pa i e da sé pe a i a e alle al e, um zu eine En scheidung zu gelangen, die on allen ge eil wi d. De au oma is ische P ozess de decisione con di isa da u e s ell gewis- se maßen eine handlungslei ende disku si e No m und gleichzei ig ein Ideal da , wie die posi i ie ende Da s ellung des Eme genzcha ak e s de esul ie- enden En scheidungse gebnisse du ch die Mi gliede on SNOQ zeig . Dies is auch da au zu ückzu üh en, dass diese A de pa izipa i en En schei- dungs indung SNOQ als poli ische Bewegung mi basisdemok a ischen Idea- len en sp ich , wie es auch ein Mi glied o mulie : Ein Mo imen o sei eine spon ane Sache, es gäbe keinen Füh e 46, jede mache das, was ih en Fähigkei- en und In e essen en sp äche, d. h. nich bei jede Ini ia i e engagie e sich je- de gleiche maßen, je nach dem Thema de Ini ia i e übe nähme die eine ode die ande e eine he ausgehobene Rolle.47 Dieses Ideal wi d jedoch du ch g uppendynamische P ozesse de En s e- hung on Mach s uk u en mode ie . Dies is de nächs e soziale Au oma is- mus, au den ich eingehen möch e. c) G uppendynamiken de E zeugung on Au o i ä In G uppen komm es häu ig zu eine Rollendi e enzie ung,48 indem die Wie- de holung on P axen sowie In e ak ionen de G uppenmi gliede bes imm e Rollene wa ungen und gleichzei ig en sp echende Habi us p oduzie und da- du ch soziale Di e enzie ungen he o b ing . Anhand de SNOQ-G uppe in Flo enz möch e ich im Folgenden die g uppendynamischen P ozesse au zei- gen, die in Fo m on Wiede holung und Bahnung on Ve hal en zu He aus- bildung on Rollen und Hie a chien hin e dem Rücken de Be eilig en üh en. Noch im Sep embe 2012 be ich e e mi die zukün ige O ganisa o in de G uppe, dass die G uppenmi gliede e such en, sich bei de O ganisa ion im Tu nus abzuwechseln. Sie kümme e sich ein paa Mona e um die Koo dinie- 45 Vgl. Jü gen Link, Ve such übe den No malismus. Wie No mali ä p oduzie wi d, 2. e w. Au l., Opladen, 1997; B own (1988), G oup P ocesses, S. 14. 46 Hie wu de im I alienischen on de Sp eche in bewuss „il capo“, das heiß „de Che “ ge- sag , um dadu ch da au anzuspielen, dass Hie a chien und Füh e scha „männliche“ O gani- sa ions o men sind. 47 G uppenin e iew mi ün Mi gliede n on SNOQ Reggio di Calab ia, 19.09.2012. 48 B own (1988), G oup P ocesses, S. 19, S. 45 und S. 55. UNA DECISIONE CON DIVISA DA TUTTE? 71 ung, also e wa um das Ve senden on Mails ü die Ankündigung de T e - en, dann übe gäbe sie die O ganisa ion an ein ande es Mi glied de G uppe. Auch o ih habe eine ande e F au diese Rolle innegehab .49 Mi le weile schein es sich jedoch eingespiel zu haben, dass sie ü diese Au gaben zus ändig is . Abe nich nu das: In einem In e iew äuße e ein Mi glied de G uppe, dass sich SNOQ Fi enze so en wickel hä e, dass sich einige s a ke Pe sönlichkei en, besonde s zwei F auen, als Füh e innen – im Sinne on hohem Engagemen und O ganisa ionszus ändigkei , nich im Sinne on En scheidungsbe ugnis – he ausgebilde hä en.50 Neben de „O ganisa o- in“ spiel noch eine ande e F au eine he ausgehobene Rolle. Dies wi d un e ande em auch da an deu lich, dass mich meh e e Mi gliede on SNOQ Fi en- ze, als ich sie um ein pe sönliches In e iew zum Thema ih e pe sönlichen En wicklung zum Feminismus und ih e A bei ü die G uppe ba , zunächs an diese beiden F auen als diejenigen e wiesen, die zu SNOQ am meis en und kompe en es en Auskun geben könn en – das heiß ihnen wu de in be- sonde em Maße Kompe enz und Deu ungsmach zugesch ieben. Die he ausgehobene S ellung besonde s eine F au konn e ich bei eil- nehmenden Beobach ungen on G uppen e en am 11. Ok obe 2012 und am 7. Mä z 2013 es s ellen: Bei den Ve sammlungen gab es zwa wede äum- lich noch o iziell eine Dis ink ion zwischen „Lei e in“ und „ein achen Dis- kussions eilnehme innen“ – alle F auen saßen um einen g oßen Tisch he um. E wa ein D i el be eilig e sich ak i e an de Diskussion. Es wa jedoch die be ei s e wähne F au, die die ande en un e ande em zu O dnung ie , wenn es zu iele Nebengesp äche gab ode alle du cheinande ede en, und sie no- ie e auch die E gebnisse. Sie e wies bei Redebei ägen zu Themen, die nich o d inglich wa en, au das nächs e T e en und s uk u ie e imme wie- de die Diskussion. Sie s ieß Themenbe eiche an und mach e au die No wen- digkei on En scheidungen au me ksam, beispielsweise au diejenige da ü- be , welche Ak ionen SNOQ Fi enze beim in e na ionalen Tag de F auen am 8. Mä z du ch üh en soll en, und nann e un e schiedliche Al e na i en. In ih e In e ak ion mi den ande en G uppenmi gliede n e en Pe sönlich- kei seigenscha en zu age, die in sozialpsychologischen Un e suchungen häu- ig als ü ein(e) Füh e In ele an au ge üh we den: In elligenz, Ex a e - sion, Dominanz und Sensibili ä gegenübe ande en.51 Zudem besi z sie ein besonde s ausgep äg es O ganisa ions alen , eine wei e e Eigenscha , die e - olg eiche Füh e Innen kennzeichne .52 De Sozialpsychologe Rupe B own besch eib , wie sich Füh ung he ausbilden kann: Die zukün igen Füh e Innen olgen e s den bes ehenden T adi ionen de G uppe und schlagen nu kleine e Ve ände ungen o . E s nach eine An angsphase des angepass en Ve hal ens 49 In e iew mi einem Mi glied on SNOQ Fi enze, 13.09.2013. 50 In e iew mi einem Mi glied on SNOQ Fi enze, 23.07.2013. 51 Vgl. Penning on (2002), The Social Psychology o Beha iou in Small G oups, S. 133. 52 Vgl. B own (1988), G oup P ocesses, S. 72. MARION NÄSER-LATHER 72 beginnen sie, neue Ak i i ä en und adikale e Abweichungen on de Rou ine o zuschlagen. Diese P ozess des E langens on Ein luss wu de on Me ei (1949) als on eme gen e Na u besch ieben.53 Un e schiedliche Rollen und in o melle Ein luss inne halb eine G uppe s ellen nun, wie ich anhand de eilnehmenden Beobach ungen es s ellen konn e, keinen Wide sp uch zum P ozess gemeinscha liche , Einigkei in en- die ende En scheidungs indung da . Die P axis de aus dem Diskussionsp ozess eme gie enden En scheidung wi d jedoch nich imme als p ak ikabel emp unden. Dahe muss ü das mög- liche Fehlschlagen dieses Ve ah ens eine al e na i e Vo gehensweise e a- blie we den, so die „O ganisa o in“ on SNOQ Fi enze: „Fü dieses Jah müssen wi dahin kommen, dass wi uns Regeln geben […] ü den Fall, dass wi keine Übe eins immung e eichen – was man in diesem Fall mach . Und ich glaube, dass in Bezug au die Fehle des Feminismus eben de es wa , komple Mechanismen, O ganisie en, O ganisa ionen und Abs immungen ab- zulehnen, de im Wesen lichen Immobili ä ode Spal ungen he o ge u en ha .“54 Sie sp ich also o dem Hin e g und de E ah ung des Schei e ns de i alienischen F auenbewegung, aus de en T adi ion kleine Selbs e ah ungs- Gesp ächsg uppen die P axis des pa i e da sé und de decisione con di isa da u e he o ging.55 Un e ande en aus dem Bewuss sein de Schwie igkei en, dieses in Mik o- zusammenhängen bewäh e Ve ah en au de Mak oebene de Bewegung zu p ak izie en, und ande e sei s dem Willen, möglichs ho izon ale En schei- dungsmodali ä en anzuwenden, esul ie auch die Deba e um Regeln und O ganisa ions o men au na ionale Ebene, de en eben alls mi disku si en und sozialen Au oma ismen e loch ene A gumen a ionss änge ich im Fol- genden nach ollziehen möch e. d) Zwischen Skylla und Cha ybdis – kon ligie ende En wicklungs endenzen on SNOQ nazionale Ho izon ale S uk u en sind, wie be ei s angesp ochen, ein Ideal on SNOQ: Ein Mi glied aus Reggio di Calab ia üh aus: „Unse e Bewegung is eine ho izon ale Bewegung. In dem Sinne, dass wi alle zusammen die Modali ä en en scheiden, wi disku ie en mi einande und wi agie en alle zusammen. Es komm kein Che und sag : ‚Mo gen machen wi das und das.‘ Absolu nich .“56 Ins i u ionalisie ung, ode sys em heo e isch allgemeine gesp ochen, Sys- embildung, is jedoch ein Vo gang, de au oma is ische Züge au weis : Bei 53 Vgl. ebd., 81. 54 In e iew mi einem Mi glied on SNOQ Fi enze, 13.09.2013. 55 In e iew mi einem Mi glied on SNOQ Fi enze, 21.02.2013. 56 G uppenin e iew mi ün Mi gliede n on SNOQ Reggio di Calab ia, 19.09.2012. UNA DECISIONE CON DIVISA DA TUTTE? 79 I ing, Janis, Vic ims o G oup hink: A Psychological S udy o Fo eign-Policy Deci- sions and Fiascoes, Bos on, MA, 1972. Johansson, Ande s, „Selbs o ganisa ion und (Un-)Koo dina ion in Menschenmengen. Die Dynamiken on Massenpaniken“, in: Hannelo e Bubli z/Roman Ma ek/Ch is- ina L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma ismen, München, 2010, S. 61-70. 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DER „KLON“ UND SEINE METAMORPHOSEN De o liegende A ikel un e nimm den Ve such, den P ozess de Beg i sbil- dung als „Au oma ismus“ zu e s ehen, um eine neue Pe spek i e au die be- g i sgeschich liche En wicklung zu e ö nen. Im beg i sgeschich lichen Ve - s ändnis is dabei ein „Beg i “ om „Wo “ deu lich zu un e scheiden. So is zwa jede Beg i an ein Wo (bzw. einen Ausd uck) gebunden, abe nich hin e jedem Wo e bi g sich auch ein Beg i . Vielmeh s ehen Beg i e in einem geschich lichen Zusammenhang, sie haben eine Ve gangenhei und e - weisen un e Ums änden au die Zukun , und sie assen wei meh Vo s ellun- gen, d. h. sie aszinie en wei meh , als es ‚gewöhnliche‘ Wö e e mögen: „Ein Beg i bündel die Viel al geschich liche E ah ung und eine Summe on heo e ischen und p ak ischen Sachbezügen in einem Zusammenhang, de als solche nu du ch den Beg i gegeben is und wi klich e ah ba wi d.“1 Wie abe wi d aus einem „Wo “ ein „Beg i “? Und weshalb z. B. gehen eini- ge ( e mein lich ehe ockene) wissenscha liche Fachbeg i e in den allge- meinsp achlichen Geb auch ein, ande e hingegen nich ? Wieso en e nen sich einige de in die Allgemeinsp ache eingegangenen Beg i e imme wei e on ih e u sp ünglichen wissenscha lichen De ini ion? Is die Faszina ion eines Beg i s de Mo o diese P ozesse, die hie als „Au oma ismen“ ge ass we - den sollen? Und alls ja: Was lös die Faszina ion eines Beg i s aus? Um den Au oma ismus jedoch genau e o en zu können, is es zunächs no wendig, den P ozess de Beg i sbildung genaue zu un e suchen. De Beg i „Klon“ eigne sich besonde s gu dazu, diese P ozesse sich ba zu machen, da e als kla de inie e Fachbeg i einge üh wu de, es gib also einen assba en An- ang. Ein unzu eichende Wo scha z kann im All ag häu ig du ch Zeichen- sp ache, Mimik, Ges ik u. Ä. kompensie we den, bei de Da s ellung kom- plexe e Sach e hal e hingegen wi ken diese Me hoden kaum. Man s elle sich z. B. einen kla um issenen biologischen Sach e hal o , ü den es noch keinen sp achlichen Ausd uck gib . Genau dieses Dilemma plag e An ang des 20. Jah hunde s den P lanzenphysiologen He be J. Webbe om U. S. Depa men o Ag icul u e. Webbe such e meh e e Jah e lang nach einem neuen Fachwo ü P lanzen, die du ch ungeschlech liche, d. h. ege a i e 1 Reinha Koselleck, „Einlei ung“, in: O o Bunne /We ne Conze/Reinha Koselleck (Hg.), Geschich liche G undbeg i e. His o isches Lexikon zu poli isch-sozialen Sp ache in Deu schland, Bd. 1, S u ga , 1972, S. XIII–XXVIII: XXII . ROMAN MAREK 82 Ve meh ung (du ch Zwiebel, Knolle, S eckling, Sp össling e c.) en s ehen. Im Jah e 1903 schließlich konn e e in de Fachzei sch i Science das E gebnis seine Übe legungen e ö en lichen: „Recen ly M . O. F. Cook, o he De- pa men o Ag icul u e, has called he w i e ’s a en ion o he G eek wo d clon (κλών) meaning a wig, sp ay, o slip, such as is b oken o o p opaga- ion which could be used in he connec ion desi ed.“2 Du chaus mi gewissem S olz besch ieb Webbe die Vo züge ‚seines‘ neuen Wo es: „Clon, plu al clons (p onounced wi h long o), is a sho wo d, easily p onounced, spelled phone ically and wi h a de i a ion which a leas sugges s i s meaning. The w i e would u ge i as a sui able e m o adop in o gene al use.“3 1905 wu de de Fach e minus on de Associa ion o Ag icul u al Colleges and Expe i- men S a ions o iziell angenommen.4 Als Lehnwo is „Klon“ heu e in as alle Sp achen eingegangen: clone, clon, clón, clona, kloon, klonu, klónn, kloo- ni, klón, клон, цлоне, κλώνος, クローン (ku o-n), 克隆 (kèlóng). Dass sich „Klon“ nich nu als Fachausd uck e ablie ha , sonde n auch Eingang in die All agssp ache ge unden ha , kann siche lich auch au seine Kü ze und ein a- che Aussp ache zu ückge üh we den. De Wunsch nach allgemeine Ve wendung („gene al use“) e üll e sich je- doch ganz ande s als es Webbe wohl o schweb e. Man könn e sagen: De „Klon“ is sei 1903 ein ach nich zu Ruhe gekommen. Im Ap il 2013 gelang- e mi dem Film Obli ion5 ein Science-Fic ion-Aben eue in die Kinos, das mi einem Budge on ca. 120 Mio. US-Dolla 6 die Selbs indung eines Klons in- szenie . Im Lau e eines „Kamp [s] um Wiede gu machung und Einsich “7 s ell sich he aus, dass de Haup p o agonis (Tom C uise) nu ein Klon des u - sp ünglichen Jack Ha pe s is , gezüch e on eine eindlichen auße i dischen Mach in einem in de E dumlau bahn be indlichen Raumschi . Um die au de e wüs e en E de e bliebenen Menschen – da un e die aus einem 60-jäh- igen Käl eschla zu ückgekeh e, au ische Ehe au Jack Ha pe s (Olga Ku ylenko) – zu e en, op e sich de Klon, um das auße i dische Raumschi in eine Kamikaze-Mission zu ze s ö en (wobei in eine A o bi alen Abo ion auch noch die Scha de sich do im Züch ungsp ozess be indlichen, ungebo- 2 He be J. Webbe , „New Ho icul u al and Ag icul u al Te ms“, in: Science 18, 459 (1903), S. 501-503: 502 . [He . i. O.]. 3 Ebd. [He .i. O.]. 4 Cha les Louis Polla d, „On he Spelling o ‚Clon‘“, in: Science 12, 551 (1905), S. 87-88. Nu ein s ummes e wu de noch zu eindeu igen Aussp ache im Englischen ange üg . 5 Obli ion, USA 2013, 125 Minu en, Regie: Joseph Kosinski, Buch: Joseph Kosinski/Ka l Gaj- dusek/Michael A nd , Da s elle : Tom C uise (Jack Ha pe ), Mo gan F eeman (Malcolm Beech), Olga Ku ylenko (Julia), And ea Risebo ough (Vic o ia „Vika“ Olsen), Nikolaj Cos e -Waldau (Sykes), Melissa Leo (Sally), Zoë Bell (Ka a). 6 „Box O ice/Business o Obli ion“, in: IMDB, online un e : h p://www.imdb.com/ i le/ 148 3013/business? e _= _d _bus, zule z au ge u en am 23.04.2014. 7 „O izielle Websei e Obli ion“, in: Uni e sal Pic u es In e na ional S udios, online un e : h p://mo ies.uni e sal-pic u es-in e na ional-ge many.de/obli ion/, zule z au ge u en am 23.04.2014. DER „KLON“ UND SEINE METAMORPHOSEN 83 enen Klone den Tod e leide ). Doch obwohl de Haup p o agonis in eine A omexplosion e damp , gib es ein Happy End, denn ein ande e Klon Jack Ha pe s keh zu Ha pe s Ehe au zu ück, gelei e on Ahnungen und E inne- ungen. Glücklich schließ diese den Klon N . 2 in die A me und in o mie die mi Klon N .1 gezeug e Toch e da übe , dass ih Va e zu ückgekeh sei. Aus diese ku zen Zusammen assung könn e de Eind uck en s ehen, das „Kinoe eignis“8 wolle o allem zeigen, dass ein Klon ebenso gu is wie de ande e. Ta sächlich abe geh es wohl da um, dass die E inne ung an eine ge- lieb e Pe son so s a k is , dass sie noch nich einmal du ch einen auße i di- schen Klonp ozess gelösch we den kann. Obli ion näh somi eine Vo s el- lung des Klonens, die nich nu iden ische, als E wachsene gebo ene Klone um ass , sonde n auch das Kopie en on E inne ungen und Ge ühlen. Nu einen Mona spä e ging die nächs e Klon-Nach ich um die Wel – diesmal aus dem Be eich de Wissenscha . In de Fachzei sch i Cell e kün- de e ein A ikel das e olg eiche Klonen menschliche Zellen.9 Un e dem Ti el „Geh nich gib ’s nich meh “ kommen ie e die FAZ: „Es wa de T aum du chgeknall e Bio echnike : Geklon e Menschen. Je z wu de in Ame ika zumindes das Fo schungsklonen ealisie . De T ick: Ka ee in de Pe ischale.“10 De A ikel bedien im wei e en Ve lau as säm liche Assozia- ionen zum Klon11: on Aldous Huxleys B a e New Wo ld übe „Dolly, das Klonscha “ bis zum ko eanischen Klon-Fo sche Hwang Woo-suk, de im Jah 2005 de Fälschung übe üh wu de. Die Süddeu sche Zei ung beobach- e , dass Nach ich en aus dem Be eich Klonen so o e lexha e Deba en p o- ozie en: „Kaum d ingen Neuigkei en aus den Labo en de S ammzell o - sche , wa nen K i ike schon o einem neuen F ankens ein.“12 Anschließend kon as ie de mi „Die Labo gö e “ be i el e Kommen a Ve sa zs ücke des ch is lichen Schöp ungsmy hos mi de neues en Va ian e des Fo schungsklo- nens: Nich aus eine Rippe, wie sie Go gemäß de Schöp ungsgeschich e e wende haben soll, sonde n aus einem S ück Hau haben ame ikanische Wissenscha le 8 Ebd. 9 Masahi o Tachibana/Paula Ama o/Michelle Spa man e al., „Human Emb yonic S em Cells De- i ed by Soma ic Cell Nuclea T ans e “, in: Cell 153, 6 (2013), S. 1228-1238, online un e : h p://www.cell.com/abs ac /S0092-8674%2813%2900571-0?swi ch=s anda d#, zule z au ge- u en am 23.04.2014. 10 Joachim Mülle -Jung, „Klonen. Geh nich gib ’s nich meh “, in: FAZ om 15.05.2013, on- line un e : h p://www. az.ne /ak uell/wissen/medizin/klonen-geh -nich -gib -s-nich -meh -12 183323.h ml, zule z au ge u en am 23.04.2014. 11 Vgl. Roman Ma ek, „De ,Klon‘ und seine Bilde . Übe Faszina ion und Äs he ik in de Be- g i sgeschich e“, in: Fo um In e disziplinä e Beg i sgeschich e, E-Jou nal 1, 2 (2012), S. 15- 44, online un e : h p://www.z l-be lin.o g/ o um-beg i sgeschiche-de ail/i ems/ o um-in e diszi plinae e-beg i sgeschich e.238.h ml, zule z au ge u en am 23.04.2014. 12 Pa ick Illinge , „Die Labo gö e “, in: Süddeu sche Zei ung 18.05.2013, online un e : h p:// www.sueddeu sche.de/wissen/deba e-um-klonen-die-labo goe e -1.1675907, zule z au ge u- en am 23.04.2014. ROMAN MAREK 84 eine menschliche U zelle, einen Emb yo, he ges ell . Und es wa nich das Pa a- dies, in dem de Eing i geschah, sonde n die Pe ischale eines Labo s in O e- gon. Mi diese Ta haben sich die ame ikanischen Zellbiologen nach Ansich iele K i ike ähnlich e sündig wie eins E a, als sie nach dem e bo enen Ap el g i . Wenn sich Fo sche e mein lich an de Schöp ung e g ei en, is die Empö ung da: Wie wei da die Wissenscha gehen?13 F aglos umweh die Pe ischale eines Labo s in O egon nich in gleiche Wei- se das Flai eines my hischen Sehnsuch so es, imme hin abe kommen bei diese mode nen Va ian e de Schöp ungsgeschich e die F auen e was besse weg – muss en diese sich doch jah hunde elang o we en lassen, die Männe hä en e s eine ih e Rippen ü sie he gegeben, nu um dann ih e wegen aus dem Pa adies e ieben zu we den. Dank neues e Klon echnik wi d die F au noch nich einmal meh als Eizellenspende in geb auch , nun kann sich de Mann gewisse maßen ‚sich selbs aus de Rippe schneiden‘. Doch das Thema „Klonen“ bleib b isan . Nu ein paa Tage spä e ge ie de A ikel in Cell un e Manipula ions e dach – wegen e mein lich kopie - e (geklon e ?) Bilde . Spiegel Online melde : „Insgesam d ei Abbildungen seien e doppel und meh ach e wende wo den […].“14 Nun solle geklä we den, ob es sich bei diesen Mängeln um o sä zliche Täuschung handel , und weshalb die doppel en Bilde keinem de Gu ach e au ge allen wa en.15 Nu eine Woche spä e is zu lesen, dass die En deckung eines auße gewöhn- lich gu e hal enen Mammu s Anlass zu Ho nung gib , die ausges o bene Ga ung könne mi els Klonens wiede zum Leben e weck we den: Es is nich die e s e Ankündigung, ein Mammu klonen zu wollen. Doch was ussische Fo sche nun au eine a k ischen Insel en deck haben, beeind uck sie zu Rech – ein e s aunlich gu konse ie e Mammu kada e , de noch deu liche Spu en ehemaligen Lebens zeig .16 Bei all diesen Beispielen gil es zu bedenken, dass de u sp ünglich im Jah 1903 gep äg e Fach e minus „Klon“ sich au Zwiebeln, Knollen, S ecklinge e c. bezog. Heu zu age scheinen den Konno a ionen hingegen kaum noch G enzen gese z zu sein. Menschen und Mammu s, Adam und E a, Fälschung und Fo schung, dies alles und noch iel meh wi d mi dem Beg i „Klon“ as- soziie . Die Wissenscha shis o ike in Ch is ina B and e s eh den Beg i „Klon“ dahe als „hyb ide Kons ella ion“17 his o isch un e schiedlich gelage - 13 Ebd. 14 Che, „Manipula ions o wu : Klons udie en häl kopie e Bilde “, in: Spiegel Online om 23.05.2013, online un e : h p://www.spiegel.de/wissenscha /medizin/kopie e-bilde - aelsch ungs o wu -gegen-klons udie-a-901471.h ml, zule z au ge u en am 23.04.2014. 15 Ebd. 16 Ch is ina Elme , „Klonen: Mammu -Fund aszinie ussische Fo sche “, in: Spiegel Online om 30.05.2013, online un e : h p://www.spiegel.de/wissenscha /na u /klonen-mammu - und- aszinie - ussische- o sche -a-902766.h ml, zule z au ge u en am 23.04.2014. 17 Vgl. Ch is ina B and , „Codes & Clones: Beg i s-Konjunk u en in den Biowissenscha en, 1950-1980“, in: Zei geschich e 6, 35 (2008), S. 354-371. Vgl. auße dem: dies., „Zei schich en DER „KLON“ UND SEINE METAMORPHOSEN 85 e Bedeu ungsebenen, in de die biowissenscha liche De ini ion und wesen - lich äl e e eligiöse, na u philosophische Denk igu en und kul u his o ische Na a i e zueinande in Spannung ge a en sind. Dami is „Klon“ ein Beg i , de in e schiedenen Disku sen und Disziplinen e o e is und au de G undlage kul u his o isch wesen lich äl e e Na a i e und Denk igu en neue Bedeu ungen gene ie . Wie abe läss sich ein de a iges, nich enden wol- lendes Hin und He um Auslegung und Ve wendung eines Beg i s heo e isch assen, wie könn en die äuße s komplexen inne en Mechanismen de Be- g i sbildung modellie we den? Das Ve häl nis on Wo und Beg i Wie de Sp ach- und Li e a u wissenscha le Heinz Va e es s ell , bes eh hinsich lich de Ve wendung on „Wo “ und „Beg i “ im Deu schen ein „ e minologische Wi wa “, denn älschliche weise we den beide häu ig als Synonyme e wende .18 G undsä zlich muss jedoch zwischen dem „Wo “ als Sp acheinhei und dem „Beg i “ als Denkeinhei (d. h. meh e e Vo s ellun- gen) un e schieden we den: „Ein Wo (ode ein sp achliche Ausd uck aus meh e en Wö e n) gib einen Beg i wiede , is abe kein Beg i .“19 Wo - und Beg i sbildung sind dabei unabhängig oneinande : „O s eh ü einen Beg i kein sp achliche Ausd uck zu Ve ügung. Beim Kind geh Beg i s- bildung de Wo bildung o aus. Tie e sind zu Beg i sbildung (zum min- des en i. S. . Agg ega ion) ähig.“20 Am „Klon“ läss sich seh schön illus ie en, dass Wo und Beg i unab- hängig oneinande exis ie en können. So e o e z. B. die Li e a u wissen- scha le in Ma ia Aline Seab a Fe ei a das e s e Au e en des Beg i s „Klon“ in de Science-Fic ion au das Jah 1915: „The wo d i s appea s in science ic ion in 1915, in a collec ion o sho s o ies, Mas e Tales o Mys- e y by he Wo ld’s Mos Famous Au ho s o Today, edi ed by F ancis Joseph Reynolds.“21 Fe ei a, de en Fachgebie englische Li e a u is , mach keine wei e e Angaben zu ih e Quelle. Ve mu lich bezieh sie sich au S. R. des Klons. Anme kungen zu eine Beg i sgeschich e“, in: Be ich e zu Wissenscha sge- schich e 33, 2 (2010), S. 123-146. 18 Heinz Va e , „Beg i s a Wo – Ein e minologische Wi wa “, in: Sp ach epo 4 (2000), S. 10-13. Bei dem A ikel handel es sich um eine übe a bei e e Fassung on: Heinz Va e , „Beg i s a Wo – eine e minologische Klä ung“, in: And zej Ką ny/Ch is oph Scha e (Hg.), Das Deu sche on innen und außen. Ul ich Engel zum 70. Gebu s ag, Poznań, 1999, S. 147-153. Vgl. hie zu auch Die ich Busse, His o ische Seman ik. Analyse eines P o- g amms, hg. . Reinha Koselleck und Ka lheinz S ie le, S u ga , 1987, S. 77 . 19 Va e (2000), Beg i s a Wo , S. 12. 20 Ebd. 21 Ma ia Aline Seab a Fe ei a, I Am The O he . Li e a y Nego ia ions O Human Cloning, Wes po , CT, 2005, S. 4 . ROMAN MAREK 86 C ocke s Ku zgeschich e „The Smuggle s o he Clone“22. Eine sei s abe is aglich, ob es sich bei diese Schmuggle geschich e a sächlich um „science ic ion“ handel 23, ande e sei s wi d „Clone“ in diese Geschich e als bloße Eigenname ü einen O e wende . Zudem e schien de meh ach au geleg e Sammelband e s mals schon 1889 – dami is ausgeschlossen, dass sich „Clone“ hie au den e s 1903 gep äg en biologischen Fachbeg i bezieh . Umgekeh wi d im Zusammenhang mi Klonen imme wiede – so auch in dem zu o be ei s angesp ochenen A ikel de FAZ24 – au Aldous Huxleys B a e New Wo ld (1932) e wiesen. Diese Roman gil als „ he i s science- ic ion classic which u nishes explici images o cloning and, as such, i has had conside able popula esonance e e since i s ini ial publica ion.“25 In de ‚schönen neuen Wel ‘ is na ü liche Fo p lanzung e pön , und gleich im e s en Kapi el we den die neuen P oduk ionsme hoden ü Menschen e läu e . Im Fall de niede en Kas en (Gammas, Del as und Epsilons) handel es sich um Klone, denn die Emb yonen we den ge eil , um möglichs g oße Mengen eineiige Zwillinge zu e zeugen. Ein Buchco e on B a e New Wo ld aus dem Jah 1965 (Abb. 1) is bei- spielha ü eine ikonische Seman ik, die das Mo i diese se iellen bzw. in- dus iellen Rep oduk ion on Menschen isuell umse z . In eine A ‚Copy- Pas e-Technik‘ we den abs ahie e (und dami be ei s en indi idualisie e) menschliche Figu en e iel ach und leich e se z nebeneinande ges ell . Dieses Mo i is beliebig s eige ba und inde sein Ex em in den o allem aus Science-Fic ion-Filmen bekann en Sequenzen, die zeigen, wie scheinba unendliche Massen uni o me Klonk iege im Gleichsch i in den Kamp zie- hen. Ta sächlich abe komm in Huxleys Roman das Wo „Klon“ nich o , de P ozess heiß im Buch „Bokanowsky-Ve ah en“ (benann nach einem ik- i en Wissenscha le ). Dem Medizinhis o ike Pe e N. Poon zu olge e and Huxley das Kuns wo , ge ade weil sich „Klonen“ explizi au das Gebie de Bo anik besch änk e.26 Als Quelle dieses biologischen Fachwissens kann e - mu lich Aldous Huxleys äl e e B ude Julian gel en: 22 Samuel Ru he o d C ocke , „The Smuggle s o he Clone“, in: F ancis Joseph Reynolds (Hg.), Mas e Tales o Mys e y by he Wo ld’s Mos Famous Au ho s o Today, New Yo k, NY, 1915 [1889], S. 205-217. 23 In seine Einlei ung sieh de He ausgebe die Bei äge des Bandes ausd ücklich in de T adi ion de „P oblem o Mys e y Tales“ on Edga Allan Poe. In e essan e weise be on e gleichzei ig abe ebenso die Bezüge dieses Gen es zu Wissenscha („as onomy, chemis y, physics, biology, medicine, geology, elec ici y“). 24 Vgl. Mülle -Jung (2013), Klonen. Geh nich gib ’s nich meh . 25 Joan Ha an/Jenny Ki zinge /Mau een McNeil/Ka e O‘Rio dan, Human Cloning in he Media. F om Science Fic ion o Science P ac ice, New Yo k, NY, 2008, S. 23. 26 Pe e N. Poon, „E olu ion o he Clonal Man: In en ing Science Un ic ion“, in: Jou nal o Medical Humani ies 21, 3 (2000), S. 159-173: 162. DER „KLON“ UND SEINE METAMORPHOSEN 87 Howe e , one yea be o e Aldous Huxley’s book was published, his olde b o h- e Julian Huxley, an e olu iona y biologis , had published Wha Da e I Think?27 (1931) in which many o he adical concep s d ama ized in B a e New Wo ld we e al eady moo ed, such as gene ic manipula ion and imp o emen o he hu- man species, a goal ha is conside ed eminen ly desi able.28 1 – Buchco e on Aldous Huxleys B a e New Wo ld [1932], Penguin Edi ion aus dem Jah 1965, Co e illus a ion: Denis Pipe Zudem is bekann , dass de E olu ionsbiologie John Bu don Sande son Hal- dane (ein Jugend eund, den die Huxley-B üde sei ih e gemeinsamen Zei in 27 Julian Huxley, Wha Da e I Think? The Challenge o Mode n Science o Human Ac ion and Belie , London, 1932, S. 2-3 [engl. OA New Yo k, 1931]. 28 Fe ei a (2005), I Am he O he , S. 5. ROMAN MAREK 88 Ox o d kann en) eine wei e e Que e bindung zu Biologie da s ell .29 Au eine du chaus undie en biologischen G undlage ug B a e New Wo ld so maßgeblich zu Ve b ei ung und Popula isie ung des Beg i s „Klon“ bei – ohne das Wo „Klon“ explizi zu e wenden.30 Auch im an angs ku z o ge- s ell en Film Obli ion äll zu keinem Zei punk das Wo „Klon“, jedoch wi d dem Zuschaue im Ve lau de Handlung kla , dass es sich bei den Haup p o- agonis en um Klone handel – bzw. um das, was heu e in de All agssp ache als „Klon“ bezeichne wi d. Vom Beg i und seinen Beg i sinhal en In Anlehnung an die an ike Ideenleh e läss sich „Beg i “ de inie en als eine A Sammelbecken gemeinsame (und dadu ch e bindende ), abs ahie e , cha ak e is ische Eigenscha en eine G uppe on Einzelphänomenen.31 So de inie Pla on Beg i e – lau Rudol Halle – als „[e]igen lich seiende Fo - men, U bilde , die unabhängig on Einzeldingen un e ände lich exis ie en, und das Wesen des Einzeldings, das in diesem e schein .“32 Dami wi d eine - sei s die syn he isie ende Leis ung menschlichen Geis es in den Mi elpunk ge ück , wäh end ande e sei s on einem ‚un e ände lich exis ie enden We- sen‘ de Dinge ausgegangen wi d, das es nu zu e kennen gil . Ein Abweichen on diesem Konzep schein ge äh lich zu sein. So wa n e de Ma hema ike und Philosoph Go lob F ege be ei s im Jah 1884 o den Folgen eine be- g i sgeschich lichen Me hodik: Die geschich liche Be ach ungsweise, die das We den de Dinge zu belauschen und aus dem We den ih Wesen zu e kennen such , ha gewiss eine g oße Be- ech igung; abe sie ha auch ih e G enzen. Wenn in dem bes ändigen Flusse al- le Dinge nich s Fes es, Ewiges beha e, wü de die E kennba kei de Wel au - hö en und Alles in Ve wi ung s ü zen. Man denk sich, wie es schein , dass die Beg i e in de einzelnen Seele so en s ehen, wie die Blä e an den Bäumen und mein ih Wesen dadu ch e kennen zu können, dass man ih e En s ehung nach- o sch und sie aus de Na u de menschlichen Seele psychologisch zu e klä en such . Abe diese Au assung zieh Alles ins Subjec i e und heb […] die Wah - hei au . Du ch g oße geis ige A bei , die Jah hunde e hindu ch andaue n kann, 29 Ch is ina B and , „Die zwei (und meh ) Kul u en des ‚Klons‘. U opie und Fik ion im biowis- senscha lichen Disku s de Nachk iegszei “, in: NTM. Zei sch i ü die Geschich e de Wis- senscha en, Technik und Medizin 17 (2009), S. 243-275: 254. Besonde s in e essan is in diesem Zusammenhang John Bu don Sande son Haldanes bekann e P og ammsch i Daeda- lus, o Science and he Fu u e, London, 1924. 30 In de Ta sch eib Huxley in eine spä e en Publika ion de Li e a u eine Ve mi le - und Übe se ze olle zu. Li e a u soll, so Huxley, die abs ak en na u wissenscha lichen Be unde und Beg i e au die all ägliche Lebenswel übe agen und so e s ändlich machen. Vgl. Al- dous Huxley, Li e a u e and Science, London, 1963. 31 Fü einen his o ischen Übe blick gl. Rudol Halle , „Beg i “, in: Joachim Ri e (Hg.), His o isches Wö e buch de Philosophie, Bd. 1, Basel, 1971, S. 780-785. 32 Ebd., S. 781. DER „KLON“ UND SEINE METAMORPHOSEN 95 Schließlich haben Biologen den Beg i „Klon“ auch au die ungeschlech liche Ve meh ung on Menschen e wei e , obwohl dies damals noch u opisch wa . Dami wu de im biologischen Disku s aus dem Koselleck’schen E ah ungs e- gis a u beg i „Klon“ de E ah ungss i ungsbeg i „Klon“, ein Beg i , de nich meh nu au E ah ungen be uh , sonde n de sich eine neue Zukun e - schließen soll.58 En scheidend ü die Ö nung des Beg i s wa ebenso, dass nun wei e e In e esseng uppen den „Klon“ ü sich en deck en. Plö zlich gab es nich nu ein Fachpublikum, auch die Li e a u und die Allgemeinhei be eilig- en sich unge ag an de Beg i sbildung. Aus diesem G und sind die en sp e- chenden G uppen in de schema ischen Da s ellung (Abb. 3, links oben) nich kla ge enn . Li e a ische wie populä wissenscha liche Sch i en haben maß- geblich zu Ve b ei ung des – in seine Kü ze und Ein achhei ech eingängi- gen – Wo es „Klon“ beige agen. Ausschlaggebend ü die g oße Au me k- samkei und Faszina ion wa jedoch die Kopplung an wesen lich äl e e eligiö- se ode na u philosophische Denk igu en und kul u his o ische Na a i e. Beispielha seien hie zwei ü den Beg i „Klon“ en scheidende Na a i e genann , die in küns le ische Fo m äuße s ace en eich bea bei e wu den: E s ens das Mo i de Ve iel äl igung, und zwei ens das Mo i de Scha ung küns liche Menschen. Bei le z e em lassen sich d ei T adi ionslinien un e - scheiden: 1. eine magisch-my hische (Golems, Homunculi, beleb e S a uen e c.), 2. eine mechanisch-elek ische (die Au oma enwesen des spä en 18. Jah - hunde s, e wa die Olimpia-Puppe, sowie chi u gisch zusammenge lick e Kuns menschen des spä en 19. Jah hunde s á la F ankens ein59) und 3. eine ehe mode ne, biochemisch de e minie e T adi ionslinie (Cybo gs, Klone e c.).60 Auch das Mo i de Ve iel äl igung besi z eine lange T adi ion und is in seine Faszina ionsk a ungeb ochen.61 In de po enziell unendlichen Mul i- plika ion des Klons inde das Mo i zwa sein Ex em, die g oße Nähe zu Ve - dopplung, Double62 und Zwillingskul 63, sowie zum wei e b ei e en li e a i- schen Mo i des Doppelgänge s (mi den e wand en Mo i en des Scha ens, des Spiegelbilds, des Po ä s, de Maske) is jedoch kaum on de Hand zu weisen. So de inie de Li e a u wissenscha le Ge ald Bä den Klon zusam- men mi Vampi en, Au oma en, Robo e n und Golems als Un e g uppe des 58 Koselleck (2006), Die Geschich e de Beg i e und Beg i e de Geschich e, S. 68. 59 Vgl. Hans J. Wul , „Klone im Kino ilm. Geschich en und Mo i e de Menschen e doppe- lung“, in: Medien p ak isch 3 (2001), S. 47-52: 47; Rol Au ich/Wol gang Jacobsen/Gab iele Ja ho, Küns liche Menschen. Manische Maschinen. Kon ollie e Kö pe , Be lin, 2000, S. 204; Rudol D ux, De F ankens ein-Komplex. Kul u geschich liche Aspek e des T aums om küns lichen Menschen, F ank u /M., 1999. 60 Geo g Ruppel , „,Keine , den ein Weib gebo en‘: Von schönen neuen Menschen und Klonen in de Li e a u “, in: Lesesaal 1 (2002), S. 4-23: 4 . 61 Zu Faszina ion on Zwillingen, Duplika en e c. gl. Hillel Schwa z, The Cul u e o he Copy. S iking Likenesses, Un easonable Facsimiles, New Yo k, NY, 1996. 62 Joan Pe e nel, „The Double“, in: Jane Ga y/Hasan M. El-Shamy, A che ypes and Mo i s in Folklo e and Li e a u e. A Handbook, New Yo k, NY, 2005, S. 453-458: 453. 63 Ebd. ROMAN MAREK 96 Doppelgänge mo i s.64 Dami läss sich ieles, was lau Bä an Doppelgänge n hema isie wi d, auch au den Klon übe agen: F agen zu eigenen Iden i ä (Iden i ä s e lus e, Spal ungs an asien, Selbs e kenn nis, Selbs k i ik), na ziss- ische Selbs e hal ungss a egien (Uns e blichkei s an asien, Pe pe uie ung des eigenen Ichs, Abweh de Bed ohung du ch den Tod), die Wiede keh des ewig Gleichen, Ve wechslungsp oblema iken (Subs i u ion ode Usu pa ion de eigenen du ch emde Pe sonen), Iden i ika ion eines Sündenbocks (du ch P o- jek ion eigene e d äng e Ich-An eile au ande e).65 Die Kombina ion des Mo i s de Ve iel äl igung mi dem Mo i de Scha ung küns liche Menschen is eben alls kein mode nes Phänomen. Im kollek i en Gedäch nis es gese z ha sich in diesem Zusammenhang eine Figu , die mi Wal Disneys Zeichen ick ilm Fan asia (1940) populä wu de. Das „mi Abs and bekann es e Segmen des Films und ein wah ha ikonische Au i “66 is de Abschni , in dem sich Micky Maus zu den Klängen on Paul Dukas’ „poème symphonique“ L’App en i So cie (1897) als Zaube leh ling e such . Micky e weck in diese Szene aus Faulhei einen Besen zum Leben. Diese dien ihm anschließend als A bei sskla e, läss sich abe nich meh s oppen und schlepp une müdlich Wasse he bei. In seine Ve zwei lung p o- bie Micky schließlich, den Besen in S ücke zu hauen, doch dabei en s ehen aus jedem Span nu wei e e Besen-Klone, die ih e sei s unau hal sam Wasse he bei agen. Hie scheinen die e zaube en Besen die unheimliche Sei e des „Klons“ zu e kö pe n: die Ge ah des Kon oll e lus s, d ohende Ve selbs - s ändigung und blinde Geho sam. Sowohl Dukas (1897) als auch Disney (1940) ließen sich on Goe hes Ballade De Zaube leh ling (1797) inspi ie- en. Ande s als de Zeichen ick ilm eib Goe hes Ballade das Mo i de Ve iel äl igung nich au die Spi ze, denn do wi d de Besen nu in zwei Teile gespal en.67 Zudem be on Goe he den Aspek de Ve menschlichung nich in dem Maße, wie es de Zeichen ick ilm mi seinen isuellen Mi eln e mag. Ta sächlich abe lieg Disneys Konzep ion hie nähe an dem Tex , de auch Goe he zu seine Ballade an eg e68, nämlich eine Anekdo e des an i- ken Sa i ike s Lukian on Samosa a, de on 120 bis 180 n. Ch . leb e.69 Luki- 64 Ge ald Bä , Das Mo i des Doppelgänge s als Spal ungsphan asie in de Li e a u und im deu schen S umm ilm, Ams e dam, 2005, S. 446. 65 Vgl. ebd., S. 449 . 66 Ananke Ro, „De Zaube leh ling“, in: Si Donne bolds Baga ellen, online un e : h p://si donne boldsbaga ellen.blogspo .de/2011/10/de -zaube leh ling.h ml, zule z au ge u en am 23.04.2014. 67 Johann Wol gang on Goe he, „De Zaube leh ling“, in: De Musenalmanach ü das Jah 1798, hg. . F ied ich Schille , Tübingen, 1797, S. 32-37: 35 . 68 He mann Wiegmann, Abendländische Li e a u geschich e. Die Li e a u in Wes eu opa on de g iechischen und ömischen Dich ung de An ike bis zu mode nen englischen, anzösi- schen, spanischen, i alienischen und deu schen Li e a u , Wü zbu g, 2003, S. 66. 69 Einige Quelle da ie en sein S e bejah auch au 200 n. Ch . In diesem Zusammenhang is noch in e essan , dass Lukian auch Vo läu e des Science-Fic ion-Romans (Ἰκαρομένιππος /Die Lu eise; ἈληθεῖςἹστορίαι/Wah e Geschich en) und eine gesellscha sk i ische Abhandlung übe die dem „Klon“ e wand e Figu des „Pa asi en“ e ass e (Περὶτοῦ παρασίτου/De Pa asi ). DER „KLON“ UND SEINE METAMORPHOSEN 97 ans De Lügen eund ode De Ungläubige70 e schien 1788 e s mals in deu - sche Übe se zung on Ch is oph Ma in Wieland (1733–1813).71 Wie die Li- e a u wissenscha le in Lilo B ügge zeig , handel es sich alle dings be ei s bei Lukians „Münchhausiade“72 um eine „zwei e, zi ilisie e Fo m de E zäh- lung“73, denn schon diese wi d „eine gläubige Volkse zählung aus dem al en magischen Mo i k eis […] o gelegen haben, und ü die einzelnen Elemen e de E zählung: das Ru -, Diens -, Ve gessens-, Plage- und Ve iel äl igungs- mo i , kann jeweils [...] iel Ve wand es au ge unden we den.“74 Demnach läss sich auch das Ve iel äl igungsmo i au wei aus äl e e E zählungen zu- ück üh en. In Bezug au die ( e e sible) Menschwe dung des Besens heiß es in de Übe se zung Wielands (1788): Sobald wi in ein Wi hshaus kamen, nahm e einen hölze nen Thü iegel, ode einen Besen, ode den S ößel aus einem hölze nen Mö se , leg e ihm Kleide an und sp ach ein paa magische Wo e dazu. Sogleich wu de de Besen, ode was es sons wa , on allen Leu en ü einen Menschen wie sie selbs gehal en; e gieng hinaus, schöp e Wasse , beso g e unse e Mahlzei , und wa e e uns in al- len S ücken so gu au als de bes e Bedien e. Sobald wi seine Diens e nich meh nö hig ha en, sp ach mein Mann ein paa ande e Wo e, und de Besen wu de wiede Besen, de S ößel wiede S ößel, wie zu o .75 Augus F ied ich on Pauly wi d in seine spä e en Übe se zung aus dem Jah 1830 an de en sp echenden S elle soga noch deu liche : „und sogleich wa o Alle Augen ein leibha ige Mensch da aus“76. Im wei e en Ve lau de Geschich e wi d de e menschlich e Gegens and du ch einen Schlag e dop- pel : das Ve iel äl igungsmo i . Die Menschwe dung des Besens is – zusam- mengenommen mi dem alle dings e s in Fan asia au s Ex em geb ach e Ve iel äl igungsmo i – ein Beleg da ü , dass das Klon-Mo i be ei s in de An ike o handen wa und im his o ischen Ve lau du ch Goe he und beson- de s Disneys Zeichen ick ilm popula isie wu de. So zeig sich am Beispiel des „Klons“, dass Beg i e als his o isch e wu - zel e „Konzen a e iele Bedeu ungsinhal e“77 zu e s ehen sind. Die schema- ische Da s ellung de Beg i sen wicklung des „Klons“ ab 1903 (Abb. 3) i- sualisie dahe , wie de Beg i „Klon“ sich mi neuen Beg i sinhal en üll . Die P eile deu en an, dass neue Beg i sinhal e – symbolisie du ch unde 70 Al g .: Φιλοψευδὴς ἢ Ἀπιστῶν, la .: Philopseudes si e Inc edulus. 71 Lukian on Samosa a, „De Lügen eund ode de Ungläubige“, in: de s., Säm liche We ke, aus dem G iechischen übe se z und mi Anme kungen und E läu e ungen e sehen on Ch is oph Ma in Wieland, E s e Teil, Leipzig, 1788, S. 149-198. 72 Lilo B ügge , „De Zaube leh ling und seine g iechische Quelle. Eine e gleichende In e p e- a ion“, in: Goe he. Vie mona ssch i de Goe he-Gesellscha 13 (1951), S. 243-259: 245. 73 Ebd., S. 248. 74 Ebd. 75 Lukian (1788), De Lügen eund ode de Ungläubige, S. 191 . 76 Lukian on Samosa a, „Lügengeschich en und Dialoge“, in: de s., Lucian’s [sic!] We ke, übe se z on Augus Pauly, Bd. 11, S u ga , 1830, S. 1355-1388: 1384 . 77 Koselleck (1972), Einlei ung, S. XXII. ROMAN MAREK 98 Bildausschni e – gewisse maßen in den Beg i ‚einwande n‘. Dabei sind die neuen Bildausschni e eilweise g öße als die al en. Dies soll andeu en, dass die Beg i sinhal e, die sie symbolisie en sollen, eine sei s wei aus ie e e Wu zeln haben, und ande e sei s on meh Menschen mi dem Beg i assozi- ie we den. Schließlich is die G uppe de P lanzenphysiologen wei aus klei- ne als die de Allgemeinhei ; schon du ch die zahlenmäßige Übe mach we - den die o angegangenen Beg i sinhal e an den Rand ged äng . 4 – Schema ische Da s ellung des Beg i s „Klon“ heu e Das ( o läu ige) E gebnis diese En wicklung is in de schema ischen Da - s ellung des heu igen S andes des Beg i s „Klon“ isualisie (Abb. 4). Was als e s es au äll , is , dass die zu o be ei s pe o ie e Beg i skon u (Abb. 3) nun olls ändig wegge allen is : De Klon wu de zu einem o enen Beg i , de sich imme meh on de E ah ung de Wi klichkei abgelös ha und mi Beg i sinhal en, die z. B. My hen ode de Science-Fic ion en s ammen, ange- eiche wi d. Dami is e , so könn e man mi Koselleck sagen, zum u opisch ange eiche en E wa ungsbeg i 78 gewo den. Dies bedeu e abe auch, dass die Beg i sen wicklung keineswegs ih en Endpunk e eich ha ; die schema- ische Da s ellung zum heu igen S a us quo (Abb. 4) e heb keine lei An- 78 Vgl. Koselleck (2006), Geschich e de Beg i e und Beg i e de Geschich e, S. 68. DER „KLON“ UND SEINE METAMORPHOSEN 99 sp uch au Volls ändigkei . Vielmeh soll deu lich we den, dass im Ve gleich zum symme ischen, ausgewogenen und kon ollie en E ah ungs egis a u - beg i (Abb. 2) die Si ua ion unübe sich lich gewo den is . De Beg i „Klon“ läss sich nun nu noch als eine polyzen ische, ola ile Agglome a ion on Beg i sinhal en da s ellen. Dabei sind einige de u sp ünglichen und ehe- mals de ini o ischen Beg i sinhal e komple wegge allen, ande e haben an Bedeu ung e lo en, wiede ande e wu den du ch mode ne e Vo s ellungen e se z . Beg i sbildung als Au oma ismus Die bishe ige En wicklung des Beg i s „Klon“ üg sich ge adezu mus e - gül ig ein in die „His o ie eine beleb en, animie en, dynamischen Beg i s- wel “79. Am „Klon“ ließ sich zeigen, dass Beg i sbildung als ein sich e - selbs s ändigende P ozess beg i en we den kann, übe den selbs die u - sp ünglich de ini ionss i ende Ins anz die Kon olle e lo en ha . Kon on ie mi den zahl eichen neuen und schille nden Beg i sinhal en des „Klons“ s ell de Molekula biologe Lee M. Sil e im Jah 2001 in de Fachzei sch i Na- u e e was e nüch e , wenn nich soga esignie , es : The scien i ic communi y has los con ol o e Webbe ’s pleasan -sounding li le wo d. Cloning has a popula conno a ion ha is impossible o dislodge. We mus accep ha democ a ic deba e on cloning is be e o any meaning. Science and scien is s would be be e se ed by choosing o he wo ds o explain ad ances in de elopmen al bio echnology o he public.80 Die Biologie e lo demnach die De ini ionshohei übe den on ih selbs ins Leben ge u enen Beg i ; ein deu liches Anzeichen da ü , dass die Beg i sbil- dung nun in einem e eil en Sys em s a inde , in dem niemand meh en - scheidend Ein luss nehmen kann. Die gesam e Kons ella ion aus be eilig en Ins anzen (Abb. 5, oben), Bilde n und My hen e c. läss sich als wi kmäch iges A angemen e s ehen, das un o he gesehene und ungeplan e S uk u en he - o b ing . Auch Au oma ismen „ e danken sich nich dem Willen eines plan- oll handelnden Subjek s […], sonde n sind Bes and eil eines wi kmäch igen A angemen s on Dingen, Zeichen und Subjek en.“81 Aus diese Pa allele he aus läss sich de P ozess de Beg i sbildung als Au oma ismus modellie- en, ep äsen ie diese doch ein En wicklungsmodell, das sich eine bewuss- en Kon olle wei gehend en zieh und – quasi im Rücken de be eilig en In- 79 Die ich Busse, „Rezension zu Reinha Koselleck. 2006. Beg i sgeschich en. S udien zu Seman ik und P agma ik de poli ischen und sozialen Sp ache“, in: ZRS 2, 1 (2010), S. 79- 85: 80. 80 Lee Sil e , „Wha a e Clones?“, in: Na u e 412 (2001), S. 21. 81 Hannelo e Bubli z/Roman Ma ek/Ch is ina L.S einmann/Ha mu Winkle , „Einlei ung“, in: dies. (Hg.), Au oma ismen, München, 2010, S. 9-16: 10. ROMAN MAREK 100 s anzen – neue S uk u en he o b ing .82 Wie auch die Beg i sbildung s ehen Au oma ismen in Spannung zu eine bewuss en Ges al ung und geplan en P o- zessen, und sie scheinen besonde s in e eil en Sys emen wi ksam zu sein.83 Im Fall des „Klons“ exis ie e de Beg i übe einen länge en Zei aum inne - halb eines kon ollie en Sys ems, dem de Biologie. Doch sobald wei e e In- s anzen – die Li e a u ode ga die Allgemeinhei – begannen, sich des Be- g i s zu bedienen und in eine A Bo om-up-P ozess („democ a ic deba e“) an seine Bedeu ung zu a bei en, en gli de Wissenscha die Kon olle, de En wicklungsp ozess ge ie in seine unkalkulie ba en Logik zum Au oma is- mus (Abb. 5). Ein g. Abb. 5: 5 – Beg i sbildung als Au oma ismus Wie die Da s ellung de e schiedenen En wicklungss u en des Beg i s „Klon“ (Abb. 5, un en) zeig , e höh e sich im zei lichen Ve lau die Komple- xi ä de Beg i sinhal e. Dami is ein wei e es K i e ium de Au oma ismen e üll , denn diese können Komplexi ä p oduzie en.84 Doch Au oma ismen können ebenso gu in die ande e Rich ung unk ionie en und Komplexi ä e- duzie en – en sp echend modellie das G aduie enkolleg Au oma ismen de Uni e si ä Pade bo n diese auch als „Kul u echniken zu Reduzie ung on 82 Ebd., S. 9. 83 Ebd. 84 Vgl. hie zu das Fo schungsp og amm des G aduie enkollegs Au oma ismen, Un e punk „Komplexi ä “, online un e : h p://www.uni-pade bo n.de/ins i u e-ein ich ungen/gk-au oma ismen/ o schungsp og amm/, zule z au ge u en am 23.04.2014. DER „KLON“ UND SEINE METAMORPHOSEN 101 Komplexi ä “.85 Beim all äglichen Geb auch des „Klons“ wi d siche lich nu in den wenigs en Fällen die gesam e Komplexi ä biologische Zusammenhän- ge mi e lek ie . So wi d deu lich, dass beg i sbildende P ozesse in ih e En - wicklungs ich ung g undsä zlich o en sind. In diesem Zusammenhang s ell sich dann jedoch die F age, was denn dann das ‚E was‘ is , das den Beg i übe haup zusammenhäl . Denn die Vo s el- lung eines ‚Beg i ske ns‘ – bes ehend aus cha ak e is ischen Me kmalen, die ü alle Beg i sinhal e gel en sollen – ha sich als Wunschdenken e wiesen. Es blieb nu noch die aus wissenscha liche Sich nich zu iedens ellende Fo mulie ung, dass die Beg i sinhal e i gendwie i gendwas mi einande zu un haben müssen. Bedeu e dies nun, um es mi F ege zu sagen, dass „die E - kennba kei de Wel “ au hö , so dass alles „in Ve wi ung“ s ü zen muss? Die ich Busse lie e zwei Hinweise da au , wie die inne en Mechanismen de Beg i sbildung modellie we den könn en: Was als ‚Beg i lichkei ‘ bezeichne wi d, schein ielmeh ein Konglome a on Me kmalszusch eibungen, Abs ak ionen, Que - und Si ua ionsbezügen zu sein, welche Resul a de Kenn nis eine Vielzahl kommunika i e Ak e is , in denen einzelne Sp achzeichen als Auslöse bzw. Bezugspunk K is allisa ionen on (du ch Ve wendungskon ex e kons i uie en) Bedeu ungsaspek en sein können, nie abe den ‚Gegens and‘ als Einhei in seine Gesam hei ep äsen- ie en können.86 Die „Vielzahl kommunika i e Ak e“ is ein s a ke Hinweis au die Wiede - holung und Wiede holba kei (I e a ion) on Beg i en, denn: ‚e was‘ muss gleich bleiben, sons geh de kommunika i e Ak ins Un e s ändnis übe . Dennoch ehl ein Zen um, ein daue ha e Beg i ske n, de die Wiede hol- ba kei ga an ie en wü de. Hie schein es, als könne de Beg i nu du ch pe manen e Wiede holung exis ie en, e muss im sp achlichen Umlau bleiben und s ändig e neue we den, sons gehen die Beg i sinhal e S ück ü S ück e lo en. En wede muss ein Beg i demnach äuße s nü zlich sein, ode es muss on ihm eine ungeheu e Faszina ion ausgehen – sons wi d e nich meh benu z . Gleiches gil ü den Au oma ismus: Auch diese exis ie nu in den unzähligen, sich wiede holenden P axen einzelne Be eilig e , in diese P o- zessha igkei is e jedoch niemals olls ändig assba . Zum besse en Ve - s ändnis diese Vo s ellung eine sich s ändig e neue nden und doch e bin- denden Repe i ion bie e sich De idas Konzep de I e abili ä an, das eben- alls du ch ein Mi - und Gegeneinande on Ande shei und Wiede holung ge- p äg is : Die I e abili ä se z eine minimale es ance o aus (wie auch eine minimale, wenngleich beg enz e Idealisie ung), dami die Selbs -Iden i ä in, que du ch und selbs hinsich lich de Ve ände ung [al é a ion] wiede holba und iden i i- 85 Vgl. die P äsenz des G aduie enkollegs Au oma ismen im In e ne : h p://www.uni-pade bo n.de/ins i u e-ein ich ungen/gk-au oma ismen/, zule z au ge u en am 23.04.2014. 86 Busse (1987), His o ische Seman ik, S. 89. ROMAN MAREK 102 zie ba is . Denn die S uk u de I e a ion, ein wei e e en scheidende Zug, im- plizie gleichzei ig Iden i ä und Di e enz.87 Das bedeu e zwangsläu ig, dass de P ozess de Beg i sbildung niemals oll- ende ode s abil sein kann, denn in den einzelnen kommunika i en Ak en kons i uie sich die Bedeu ung on Mal zu Mal neu. Die Beg i sinhal e en - wickeln sich au diese Weise imme wei e , ielleich imme wei e weg on einem e waigen U sp ung – de im Fall des „Klons“ ein eindeu ig de inie e Fachbeg i wa . Bei De idas es ance handel es sich dami eben nich um ein bleibendes Me kmal, das im Sinne eine gewissen Pe manenz übe eins im- mend in Bezugnahme au eine u sp üngliche Bedeu ung wiede hol wi d, das on eine Beg i sgene a ion in die nächs e hinübe ge e e wi d. In einem In- e iew ko igie De ida diese Vo s ellung und s ell he aus, dass es e in sei- ne Ve wendung dem deu schen Wo „Res “ nähe is als dem anzösischen Ve b „ es e “ ü „bleiben“. Res e wä e olglich meh im Sinne on Übe bleib- sel, Ab all ode Spu zu e s ehen.88 Jede Wiede holung, jede kommunika i e Ak , jede neue Beg i sgene a ion beinhal e einen Res de o he igen Be- g i sinhal e (mögliche weise mi Bes and eilen des u sp ünglichen Beg i s) plus einen gewissen An eil an Neuhei , und in diesem Teil s eck ih k ea i es, schöp e isches Po enzial, de Mo o des P ozesses. Dieses k ea i e Po enzial gib es üb igens auch beim Au oma ismus, denn ein Au oma ismus b auch Raum und En scheidungs eihei . Wenn de einzige Weg o gegeben is , wenn es keine Wahlmöglichkei meh gib , dann bedeu e dies, eine Ins anz ha die Kon olle übe nommen, und de Au oma ismus is kein Au oma ismus meh .89 De zwei e in e essan e Punk wi d in Busses Fo mulie ung om „Bezugs- punk “ und den zugehö igen „K is allisa ionen“ deu lich. Wie sich gezeig ha , sind die einzelnen Beg i sinhal e eines Beg i es nich gleichwe ig. Einige sind dominan e , p äsen e , ande e pe iphe e und abwegige . Doch diese Cha- ak e isie ungen be e en ehe quan i a i e Aspek e. Vielleich un e scheiden sich Beg i sinhal e auch au de quali a i en Ebene, nämlich in dem Sinn, dass einige besonde s gu dazu geeigne sind, wei e e Beg i sinhal e an sie zu binden um so Konglome a e zu bilden. Scheinba besi zen bes imm e Be- g i sinhal e eine besonde s ‚kleb ige‘ Sei e, die es e möglich , zahl eiche ‚ emde‘ Beg i sinhal e an sie zu binden. Wenn dies passie , dann komm noch ein ganze Schwei ande e Beg i sinhal e in den Beg i hinein. Dann wä e es gleichsam, als hä e die Beg i shülle eine o ene Flanke, ein Ein alls- o ü u sp ünglich emde Beg i sinhal e. Wiede ande e Beg i sinhal e ungie en ielleich als eine A ‚Joke ‘: Sie sind ielsei ig einse zba , passen 87 Jacques De ida, „Limi ed a b c …“, in: de s., Limi ed Inc., hg. . Pe e Engelmann, Wien, 2001 [ z. OA 1977], S. 53-168: 89 [He . i. O.]. 88 Jacques De ida, Auslassungspunk e. Gesp äche, Wien, 1998, S. 325. 89 Roman Ma ek, „These 6: Von Au oma ismen kann man nu dann sp echen, wenn keine äuße en Zwänge o liegen, Au oma ismen b auchen Al e na i en“, in: Hannelo e Bubli z/Roman Ma- ek/Ch is ina L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma ismen, München, 2010, S. 102-107. DER „KLON“ UND SEINE METAMORPHOSEN 103 i gendwie übe all ein bisschen hin, e egen Au me ksamkei und besi zen gleichzei ig eine hohe Anziehungsk a au die Allgemeinhei . Wu den sie im allgemeinsp achlichen Geb auch e s einmal mi einem Beg i e bunden, dann bilden sie dank ih e Vielsei igkei eine ideale Andockmöglichkei ü wei e e ‚ emde‘ Beg i sinhal e. Diese besonde s po en en Beg i s o s ellungen unk ionie en gleichsam als Ka alysa o beg i sbildende P ozesse: Sie binden Vo s ellungen an sich, ö - nen geschlossene Beg i e, e knüp en, was o he nich zusammengehö e. Die bishe igen Be ach ungen des „Klons“ lie e en deu liche Hinweise da- au , dass es diese besonde e Klasse on Vo s ellungen und Assozia ionen a - sächlich zu geben schein . Ideale Kandida en scheinen hie Beg i s o s ellun- gen zu sein, die mi g undsä zlichen kul u his o ischen, eligiösen ode na u - philosophischen Denk igu en und Na a i en zusammenhängen. Man könn e auch sagen: Es handel sich um Ideen und Vo s ellungen, die jede i gendwie kenn und die im kollek i en Gedäch nis o handen sind, da sie die mensch- liche Vo s ellungswel schon sei länge e Zei beschä igen. Ausschlaggebend is somi die Faszina ion, die ein Beg i sinhal ausüb . Im Fall des „Klons“ wä e ein Beispiel die Assozia ion mi eineiigen Zwillingen. Diese sind ein na- ü liches Phänomen, das jede kenn und das sei jehe hohe Au me ksamkei genieß . Auch wenn sich de Beg i „Klon“ u sp ünglich nu au P lanzen be- zog, so is de Sch i on ‚gleichen‘ P lanzen zu gleich aussehenden Men- schen nich abwegig. Und wenn man P lanzen du ch Klonen e meh en kann, wa um dann nich auch Menschen? Diese F age schien ü die Allgemeinhei längs schon geklä zu sein, lange be o die Wissenscha das Klonen on Menschen dann a sächlich als g undsä zlich ealisie ba e klä e. Die Vo s el- lung eineiige Zwillinge e binde sich zudem seh leich mi allem, was i - gendwie mi Ve dopplung und einem iden ischen Äuße en zu un ha . So kam es, dass zusammen mi den eineiigen Zwillingen noch ande e Beg i sinhal e in den Beg i „Klon“ kamen, e wa die unheimlichen Vo s ellungen on Dop- pelgänge n, my hische Konno a ionen zum Zwillingskul ode F agen zu Iden- i ä s e lus und Uns e blichkei . Dami abe aszinie en Au oma ismen90 und die P ozesse de Beg i sbil- dung nich nu , sie leben auch on de Faszina ion. De g undlegende Aspek on Au oma ismen is O enhei , und zwa in zweie lei Hinsich . Eine sei s muss die Rich ung, das E gebnis om G undsa z he o en sein, denn sons wä e de P ozess nich ungeplan . Ande e sei s abe müssen sich möglichs iele Menschen und Ins anzen be eiligen können, denn sons komm es zu kei- ne Bo om-up-Bewegung. Das abe , was die meis en Menschen dazu ani- mie , sich zu be eiligen, is nich s ande es als Faszina ion. Diese Gedanke ha le z en Endes e was T ös liches, denn man kann ielleich die Au me k- 90 Ch is ina L. S einmann, „These 11: Au oma ismen wi ken bed ohlich – und aszinie end“, in: Hannelo e Bubli z/Roman Ma ek/Ch is ina L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma is- men, München, 2010, S. 120-125. ROMAN MAREK 104 samkei lenken91, abe niemand kann dazu gezwungen we den, e was aszinie- end zu inden. Vielleich is dies die Quelle des Zaube s, de Au oma ismen zu umwehen schein . Li e a u „Box O ice/Business o Obli ion“, in: IMDB, online un e : h p://www.imdb.com/ i le/ 1483013/business? e _= _d _bus , zule z au ge u en am 23.04.2014. „O izielle Websei e Obli ion“, in: Uni e sal Pic u es In e na ional S udios, online un e : h p://mo ies.uni e sal-pic u es-in e na ional-ge many.de/obli ion/, zule z au - ge u en am 23.04.2014. Au ich, Rol /Jacobsen,Wol gang/Ja ho, Gab iele, Küns liche Menschen. Manische Ma- schinen. Kon ollie e Kö pe , Be lin, 2000. Bä , Ge ald, Das Mo i des Doppelgänge s als Spal ungsphan asie in de Li e a u und im deu schen S umm ilm, Ams e dam, 2005. B and , Ch is ina, „Codes & Clones: Beg i s-Konjunk u en in den Biowissenscha en, 1950-1980“, in: Zei geschich e 6, 35 (2008), S. 354-371. Dies., „Die zwei (und meh ) Kul u en des ‚Klons‘. U opie und Fik ion im biowissen- scha lichen Disku s de Nachk iegszei “, in: NTM. Zei sch i ü die Geschich e de Wissenscha en, Technik und Medizin 17 (2009), S. 243-275. 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Was Leis e zu S uk- u und D au sich sch eib , gil allgemein ü jede Fo m on Wissen: Es bleib imme au die Ebene (Pe spek i e) seine E hebung besch änk . Das Wissen um eine Messg öße is nu mi au dieselbe Weise e hobenen Da en e gleich- ba . Genauso e schöp sich mi els s a is ische Me hoden e hobenes Wissen übe einen signi ikan en Un e schied zweie S ichp oben in de ein s a is i- schen Aussage, dass eine Wiede holung de P obe mi eine gewissen Siche - hei dieselbe Di e enz p oduzie . Diese kann imme nu aus de selben Pe - spek i e wah genommen we den, alles wei e e (wie de Rückschluss au das Indi iduum ode ande e Popula ionen) is Spekula ion. Am Mik o-Mak o-P oblem in de Soziologie möch e ich e deu lichen, wo- zu es üh en kann, wenn die genann e Besch änkung des gewähl en Blickwin- kels nich beach e wi d. Be ina Hein z un e scheide die e schiedenen Sich - weisen bezüglich des Mik o-Mak o-P oblems in d ei Ka ego ien.6 Seh e - kü z : Elimina i e Theo ien seien de Au assung, dass es eine Mak oebene „s eng genommen ga nich gib und alle ele an e Fo schung olglich aus- schließlich au de Mik oebene s a zu inden habe.“7 Reduk ionis ische und eme genz heo e ische Theo ien dagegen e kennen eine gesellscha liche Ebene mi au Indi idualebene nich gegebenen Eigenscha en. Dabei sei die eduk ionis ische Au assung, dass diese Eigenscha en „aus dem indi idu- ellen Handeln ablei ba sind“8 und die eme genz heo e ische Sich die, dass e - was un o he sehba Neues en s eh . Hie möch e ich zunächs die elimina i en Theo ien unbeding in ih e Aus- sage un e s ü zen, dass es die Mak oebene eigen lich nich gib . Sie is eine Kons uk ion. Genau so, wie üb igens auch die Idee da on, dass au eine Mik oebene gleicha ige Indi iduen handeln. Wenn man die Kons uk ion eine Mak oebene deswegen abe als unzulässig e klä , müss e man konse- quen sein und den Geis jedes Indi iduums auch als Zusammenspiel synap i- sche Ak i i ä be ach en. Und diese au a oma e Ebene als Ablau physikali- sche P ozesse und so wei e . Eine Ebene, die a sächlich exis ie , wi d nich zu inden sein. Objek e wie Indi iduen ode Ins i u ionen zu de inie en und diese dadu ch zu Elemen en de Beobach ung zu machen, e möglich eine sol- che Beobach ung übe haup e s . Inso e n e scheinen mi die Sich weisen ga nich so un e einba : Un e Ums änden is es ein ach p ak ikabel, eine Mak o- pe spek i e einzunehmen, weil die Indi idualp ozesse ge ade ga nich in e - 6 Be ina Hein z, „Eme genz und Reduk ion. Neue Pe spek i en au das Mik o-Mak o-P o- blem“, in: KZ SS Kölne Zei sch i ü Soziologie und Sozialpsychologie 56, 1 (2004), S. 1- 31. 7 Ebd., S. 15. 8 Ebd., S. 18. JÖRN KÜNSEMÖLLER, TIMO KAERLEIN 112 essie en, „aus eine Seins age [wi d] eine me hodologische [ge]mach “9. Zum P oblem wi d das e s , wenn Mak ophänomene mi P ozessen de Mik oebene e klä we den sollen. Wi d eine s a is ische S ichp obe wiede hol , is die Ve eilung de Einzelwe e au die Indi iduen jedes Mal un e schiedlich. T o zdem e hal en wi wah scheinlich dieselben Signi ikanzen, weil das Kon- zep de Signi ikanz on indi iduellen We en abs ahie . Vielleich kann be- sch ieben we den, was die Di e enz ep oduzie ba e zeug . Die konk e e Ve eilung wi d nich ep oduzie und wodu ch sie en s eh , bleib ungeklä . Ve mu lich is also de e mein liche Wide sp uch zwischen eme genz heo e- ische und eduk ionis ische Sich ga keine , sonde n beg ünde sich da in, dass die konk e e Kons i u ion eine Gesellscha ss uk u (analog zu Ve ei- lung) e was ande es is als das Konzep diese S uk u (analog zu Di e enz): Das Au e en de S uk u selbs mi ih en konzep ualisie en Eigenscha en geh e en uell mi einigen wenigen Rahmenbedingungen einhe und is im Sinne eduk ionis ische Theo ien aus de Indi idualebene ablei ba . Die kon- k e e Ausp ägung de S uk u hingegen häng on so ielen Fak o en ab, dass sie in diese Fo m nich absehba is . Das eme genz heo e ische meh sind dann die übe das Konzep de S uk u hinausgehenden, abe a sächlich auch noch o handenen indi iduellen Eigenscha en. Es handel sich also um eine Folge de me hodischen Abs ak ion und dami um ein ein p ak isches P o- blem. Modelle Die Na u wissenscha en dagegen besch eiben mi ih en Modellen Gese zmä- ßigkei en, die sich aus eine de inie en Pe spek i e und un e de inie en Rah- menbedingungen beobach en lassen. Im Expe imen wi d du ch geziel e Va- ia ion einzelne Pa ame e bei gleichzei ige Beobach ung au e ende Ve - ände ungen au ande e Ebene ein kausale Zusammenhang zwischen beiden Pe spek i en he ges ell . Die da aus abgelei e en Modelle sind Abbildungen des Beobach e en, de en K i e ium es is , sich au Ebene de Anschauung mi dem Beobach e en zu decken. Zweck diese Modelle is nich zu e klä en, son- de n au gleicha ige Si ua ionen übe agba zu sein. Es gil , (Vo -)Aussagen zu e en, was beobach ba wä e ode sein wi d. Expe imen e lie e n die E - ah ung da übe , in welchen G enzen diese Übe agung noch e e ba e Ab- weichungen p oduzie und ein Modell anwendba is . Weich ein Modell om Expe imen ab, muss es modi izie ode ein neues Modell e dach we den, um auch diese Beobach ung egelha besch eiben zu können. Sei de En deckung des pho oelek ischen E ek s beispielsweise sp ich man om Welle-Teilchen-Dualismus. Lich weis demnach Eigen- scha en au , die sich zum Teil mi denen on Teilchen, zum Teil mi denen on Wellen decken. De Ve weis au die bekann en Konzep e mach es an- 9 Ebd., S. 27. THESEN I 113 schauliche , abe eigen lich sp ich man on einem ganz neuen Objek de An- schauung namens Pho on, das mi de inie en Eigenscha en seinen Pla z im Modell ha . Dabei geh es nich um E kenn nis im Sinne eines E kennens de Dinge an sich10, sonde n allein um ein E kennen und Besch eiben on Regel- mäßigkei in dem, was beobach ba is . Im Theo iegebäude wiede um können spannende Zusammenhänge (wie e wa Ma e ialien mi p ak ischen Eigen- scha en) pos ulie we den, die e s du ch die zielge ich e e expe imen elle P ü ung gegebenen alls auch a sächlich beobach e und le z endlich auch nu zba we den. Modell und Beobach ung be uch en sich gegensei ig und einzig da in lieg de Sinn de Übung namens Wissenscha . Jede Ve bindung zweie Beobach ungen jensei s de einen Fes s ellung eine Di e enz is modellha es Denken. Leis e sp ich om „Au oma ismus des Ve bindens“11. Jede Ve such eine Beobach ung zu e klä en, jede Fes s el- lung bzw. Fes legung on Kausali ä , is eine solche Ve bindung. Sie exis ie nu im Modell. So wie Objek wissen au beobach ba e Di e enz be uh und au die Pe spek i e seine Beobach ung besch änk is , bleib Modellwissen au die Pe spek i e de expe imen ellen bzw. empi ischen Übe p ü ung des dami besch iebenen Zusammenhangs besch änk : Beides sind pe spek i isch gep äg e Kons uk ionen. Ich schließe mich Leis e s Fo de ung an, dieses Wechselspiel on subjek i- e Pe spek i e und objek i em Be und s ä ke zu e lek ie en. Nich weil da- mi „de Au oma ismus des Ve bindens [...] un e b ochen“12 wä e, sonde n weil sich Wissenscha des spekula i en Cha ak e s ih es so gescha enen Wissens bewuss wä e. Wi sehen nu , was wi sehen wollen. Es geh mi also nich um eine neue Fo m k i ische e wissenscha liche Me hoden, sonde n um e ände e Ansp üche und Zielse zungen on Wissenscha im Sinne pos - mode ne S ömungen. Vo dem Hin e g und ih e Besch änk hei soll e mi Wissenscha p agma isch umgegangen we den. Modelle sind nich wah , abe gegebenen alls anwendba . In de Anwendba kei lieg de a sächliche Maß- s ab on Wissenscha (und zwa jede Fo m on Wissenscha ): Sie is ein We kzeug, denn meh kann sie schlich nich leis en. Das muss sie abe auch nich . Dimensionen de Di e enz Die ein achs e denkba e Di e enz is die zweie disk e e Zus ände, wie sie Boole’sche Algeb a und o male Logik zug unde lieg . Ein Dimensions- sp ung zu Skala scha neue Möglichkei en, um Di e enz zu de inie en und sys ema isch zu e kennen. Die S a is ik kenn hie ü Konzep e on Di e en- 10 Dass das Pho on a sächlich exis ie . 11 Leis e (2010), These 5: Au oma ismen we en das P oblem de Beobach e in au , S. 100 [He . i. O.]. 12 Ebd., S. 102. JÖRN KÜNSEMÖLLER, TIMO KAERLEIN 114 zen höhe e O dnung: Die Beobach ung on un e schiedlichen Häu ungen läss auch unscha ge enn wi kende G uppen oneinande abg enzen. Da- aus e gib sich eine gewisse Tole anz gegenübe eine solchen Unschä e: S a is ische Di e enz is wenige absolu und dami empi isch anwendba . Da die s a is ische Pe spek i e Unschä e il e , is pe S a is ik e zeug es Wissen au oma isch unscha . Wo in genau die S ö ung bes eh , also ob wei e e ü die Di e enz wich ige Fak o en unbe ücksich ig sind ode ob on „ alschen“ Objek g enzen ausgegangen wi d, kann im Einzel all nich gesag we den. Die Auslegung (E klä ung) des Be unds is , wie gesag , ein Modell und wei e e Be unde können (und müssen) es s ü zen ode ang ei en. Meine These is , dass sich Ka ego ien eine Di e enz on noch höhe e Dimension als de Skala als S uk u beg ei en und e wa als Mus e ode Ne zs uk u oneinande abg en- zen lassen. Das Wissen um S uk u is o enba im Wah nehmungsappa a einge- sch ieben. Wi können zum Beispiel übe Visualisie ungen absich lich eine Pe spek i e einnehmen, aus de wi gegebenen alls in ui i eine S uk u e - kennen. Dabei kann es nich um das E kennen on Wah hei gehen, sonde n um die Nu zung eines Wah nehmungsappa a s, de Konzep e ü Regelha ig- kei besi z . Sinn ode Unsinn de Me hode e gib sich einzig aus de Anwend- ba kei dieses Wissens. Die biologische Einsch eibung deu e da au hin, dass es (jeden alls im wei es en Sinne) nü zlich is . Sie is ein Indiz da ü , dass sich die sys ema ische Anwendung dieses Wissens lohnen könn e. Ob sie das im Einzel all wi klich u , muss sich zeigen; die A bei shypo hese s eck in den gewähl en Pe spek i en.13 In de F age nach den P ozessen, die zu En s ehung on S uk u en bei a- gen, s eck die F age nach Modellen da on, welche K i e ien die S uk u e- p oduzie en und welche da ü une heblich sind. Sie sind – wie alle Modelle – nich absolu : Modell und Beobach ung können au ande e Ebene (z. B. aus eine zei lichen Pe spek i e) un e Ums änden öllig auseinande lau en. Auch is gu möglich, dass nich alle ein ließenden Pa ame e be ücksich ig sind. Wah scheinlich is auch, dass au eine Ebene Objek g enzen gezogen we den, die ande s gezogen besse passen wü den.14 Abs ak e gesag sind Au oma ismen das Bindeglied zweie gewähl e Pe - spek i en, ein Modell e wa olgende A , wobei M ü eine S uk u s eh : „Imme wenn au de Mik oebene P1 ODER P2 ODER P3 ... ODER Pn, i au de Mak oebene M au “15. 13 Vgl. Hein z (2004), Eme genz und Reduk ion, S. 27: „Es is [...] de Un e suchungsgegen- s and, de da übe en scheide , ob eine mik o- ode mak osoziologische Pe spek i e an- gemessene is [...]“. 14 Vielleich wi d die S uk u ja nich gene ell on Scha en, sonde n nu on Tie en eines be- s imm en Al e s e zeug . Ode on solchen, die ein bes imm es Gen agen. Ode wi haben noch ga kein Konzep on dem, was beein luss , ob und wie ein Scha an de S uk u mi wi k . 15 Ebd., S. 9. THESEN I 115 Da in e bi g sich die No wendigkei on kla en De ini ionen e schiede- ne S uk u en und de en Eigenscha en. Es eich nich aus zu sagen: „Ich e - kenne da i gendwie S uk u “. Dami das Konzep de Au oma ismen anwend- ba wi d, muss Wissenscha objek i ie en und Ve ah en eine meh dimen- sionalen S a is ik en wickeln. In de mul i a ia en Da enanalyse und de Mus- e e kennung sind hie be ei s einige Sch i e ge an. Mi solchen Me hoden s ehen ü Au oma ismen auch s ö ungsbeha e e Besch eibungen des Zusam- menspiels ausgewähl e Fak o en o en: au empi ische Basis, jensei s ein sinnliche E ah ung ode eines Wah hei sansp uchs. Jö n Künsemölle JÖRN KÜNSEMÖLLER, TIMO KAERLEIN 116 These 2: Eine gegebene S uk u wi d un e Ums änden o schnell au das Wi ken on Au oma ismen zu ückge üh . Dadu ch en s ehen blinde Flecken bei de Suche nach e klä enden Va iablen und die Fo schung d oh selbs zum Au oma ismus zu we den. Die Fo schungspe spek i e bei de Besch eibung on Au oma ismen is häu ig eine e ospek i e. Von einem beobach ba en Mus e ausgehend (Spu en on Scha en im Schnee), wi d nach dessen Genese ge ag , indem mögliche B ü- ckengese ze zwischen eine Mik oebene sich akkumulie ende Einzelp ozesse und eine Mak oebene ge es ig e S uk u en o mulie we den. Hie bei komm eine T ampelp ad-Logik zum Einsa z: Eine gegebene S uk u (z. B. eine Ve keh s-In as uk u ) wi d aus Bo om-up-Vo gängen he gelei e . We- ge en s ehen do , wo Menschen und Wa en sich egelmäßig on A nach B be- wegen. Die Mak os uk u o m sich aus P ak iken he aus und wi k gleiche - maßen e möglichend wie es ik i au diese P ak iken zu ück. Is ein T am- pelp ad e s einmal in de Wel , beein luss e unzwei elha das Bewegungs- e hal en de Ak eu e. Es e o de eine bewuss e En scheidung (und meis ens einen i igen G und), sich diame al zum o handenen Wegene z zu bewe- gen, eine o gängige S uk u also willen lich zu igno ie en. Diese zunächs einleuch ende und E kenn nisgewinn e sp echende Pe - spek i e s öß do an ih e G enzen, wo S uk u en hinsich lich ih e Genese opak bleiben. So behaup e de philosophische Funk ionalismus (und auch die Fo schungen zu Küns lichen In elligenz), dass en gegen einem an h opozen- ischen Ve s ändnis Bewuss sein au e schiedene Weise ealisie sein kann. Das A gumen de mul iplen Realisie ung läss sich e allgemeine n und üh zu Aussagen de Fo m: „Imme wenn au de Mik oebene P1 ODER P2 … ODER Pn, i au de Mak oebene M au “16. Die Pos ulie ung on e allge- meine ba en B ückengese zen schein dann ausgeschlossen, au de Theo ie- ebene bleib nu die Zu luch zu Eme genzkonzep en. Weil die G ünde ü die En s ehung eine S uk u on Fall zu Fall e schieden sein können, üh jede einsei ige P io isie ung on Bo om-up ode Top-down-Ansä zen zu blinden Flecken de Beobach ung und Besch eibung. Ich möch e das P oblem an einem Beispiel e anschaulichen. In e lässli- che Regelmäßigkei we den landwi scha liche Nu z lächen übe Nach zum O e bo gene P ozesse, de en Resul a e am olgenden Tag ü Au sehen so gen. G oß lächig niede ged ück e Halme e geben aus de Vogelpe spek i e be ach e un e schiedlich komplexe Mus e , die on eine in e essie en ,Fo - sche ‘gemeinde als Ko nk eise ode „Ko n eld igu en“17 bezeichne we den. 16 Hein z (2004), Eme genz und Reduk ion, S. 9. 17 Wol gang Schindle , „Eine Biblio hek olle Fak en“, in: Zei sch i ü Anomalis ik 4 (2004), S. 131-134: 131. Da un e wi d e s anden: „[E]in komplexe es Gebilde, welches aus meh bes eh als nu aus K eisen, nämlich aus Ringen, Sek o en, P aden und ande en geome i- schen G und igu en“ (ebd.). An diese S elle muss angeme k we den, dass die Beobach ba - THESEN I 117 Die Spekula ionsmaschine übe die U sachen des Phänomens läu spä es ens sei den 1970e Jah en au Hoch ou en, wäh end das Au auchen neue Ko n- k eise beizei en ein inniges Ve häl nis mi de medialen Be ich e s a ung au - weis . Dabei komm den Ko nk eisen selbs e s ändlich ein en scheidende Vo eil ge- genübe ande en mys ischen bzw. g enzwissenscha lichen Phänomenen zugu e: Sie sind eal e ah ba und somi auch un e suchba . Im Un e schied dazu blei- ben beispielsweise UFOs ode Geis phänomene meis e was Abs ak es.18 Diese Eigenscha de Ko nk eise e laub ih e objek i e Besch eibung und Klassi izie ung. Konku ie ende Au assungen e en au , sobald es an die E - klä ung de im Dunkel de Nach liegenden G ünde ü das Phänomen geh , die sich de Anschauung und dem empi ischen Zug i en ziehen. Am augen- älligs en und ehemen es en e e en sind hie Top-down-E klä ungsansä ze in nai en (Aliens) und skep ischen (Menschenwe k) Va ian en. Solche Ansä - ze sch eiben die beobach ba e S uk u menschlichen ode nich -menschlichen Ak eu en zu, on denen sie in en ional e zeug wo den sei. Gemeinsam is E - klä ungen diese A , dass die Ko nk eise in alle Regel als Zeichen gelesen we den, also als symbolische Mani es a ion eine Kommunika ionsabsich . Diese Ums and is ü sich beme kenswe , wenn man bedenk , dass his o i- schen Kon ingenzen un e lieg , welche Medien übe haup den S a us on Sp ache haben. Den Flugbahnen wil- de Vögel, die die an iken Augu en en zi e en, den okkul en Eigenscha en de Geschöp e, die das Wissen de Renaissance ho e e, ha unse e Kul u den S a us on Sp ache abgesp ochen, nich ohne in eine Gegenbewegung sei Ma x, Nie zsche und F eud die ‚Hie oglyphen‘ des Kapi als, die ‚Semio ik‘ de A ek e und die ‚Symp ome‘ de Neu ose zu Zeichen lesba e Sp achen zu e nennen.19 Nun also auch Ko nk eise, wenn man den Deu ungs e suchen de Ce eologen (Selbs bezeichnung de Ko nk eis o sche ) Gewich beimiss . Fü die F age de Au oma ismen ele an e schein alle dings eine ande e Lesa : Zu e - schiedenen his o ischen Zei punk en b ach en sich S immen in den Disku s ein, die au die Möglichkei eines na ü lichen En s ehens on Ko nk eisen hin- wiesen. Häu ig kamen diese Wo meldungen aus den Reihen de e ablie en Na u wissenscha en, so beispielsweise on dem b i ischen Chemiep o esso Robe Plo , de be ei s 1686 die These au s ell e, Bli ze hä en mi de En s e- hung on Ko nk eisen zu un.20 De Spek oskopie-Expe e John Rand Cap on kei on Ko nk eisen wie auch on Au oma ismen sich selbs einem gleiche maßen medien- echnischen wie epis emologischen Ap io i e dank , das häu ig ausgeblende wi d. Vgl. dazu Leis e (2010), These 5: Au oma ismen we en das P oblem de Beobach e in au . 18 Ha ald Hoos, „Zu den Hin e g ünden des Ko nk eisphänomens und de Ko nk eis o schung“, in: Zei sch i ü Anomalis ik 4 (2004), S. 102-121: 119. 19 Ho s Tu k/F ied ich A. Ki le , „Einlei ung“, in: dies. (Hg.), U szenen. Li e a u wissenscha als Disku sanalyse und Disku sk i ik, F ank u /M., 1977, S. 9-43: 27. 20 Vgl. Robe Plo , The Na u al His o y o S a o d-Shi e, Ox o d, 1686, S. 9-19. JÖRN KÜNSEMÖLLER, TIMO KAERLEIN 118 mu maß e 1880 in einem B ie an die Zei sch i Na u e übe „some cyclonic wind ac ion“21 als U sache des Phänomens. Noch 1991 e wei e e de Me eo- ologe Te ence Meaden die Wi bels u m-Hypo hese um den elek omagne i- schen Aspek eine „Selbs elek i izie ung“ und kam nach el jäh ige Fo - schungsa bei zu dem Schluss, „daß die K eis o ma ionen au das He absinken eines ene ge ischen Wi bels aus de A mosphä e zu ückzu üh en sind, eines Wi bels, de so s a k ionisie is , daß man ihn besse als eine A kühles Plas- ma bezeichne .“22 Das jüngs e Deu ungsangebo , das eine nich -in en ionale P oduk ion de Ko nk eise un e s ell , lie e e de Deu sche Jagdschu z e band in eine P es- semeldung om 19. Juni 2010. Un e de Übe sch i „Manche mögen’s heiß! Fü das Rehwild beginn je z die Paa ungszei “ inde sich olgende Passage: Haben Bock und Ricke in eie Na u besonde s iel Pla z ü ih T eiben, so gen sie auch ü ein besonde es Phänomen: die En s ehung on Ko nk eisen. Bei ih em Daue ma sch du ch die Na u lau en die Tie e auch imme wiede in Felde hinein und do im K eis. Nich Auße i dische sind also ü die zehn bis d eißig Me e um assenden Zi kel e an wo lich, sonde n die paa ungswilligen Rehe.23 Diese gleiche maßen bo om up a gumen ie enden In e p e a ionen – die inso- e n au oma ismena in sind, als sie eine S uk u en s ehung auße halb geplan- e P ozesse behaup en – e lie en mi zunehmende Komplexi ä de beob- ach ba en Mus e an Glaubwü digkei und A ak i i ä . Beme kenswe is die spezi ische Blindhei de konku ie enden E klä- ungs e suche: We einmal eine Top-down-Pe spek i e eingenommen ha , is in de Regel nich be ei , al e na i e Lösungen des P oblems in Be ach zu ziehen. Das gleiche gil abe auch umgekeh : Se z man die Au oma ismen- B ille au , um die Genese eine gegebenen S uk u zu e klä en, blende man un e Ums änden aus, dass sie seh wohl auch u sächlich au in en ionales und zielo ien ie es Handeln zu ückzu üh en sein könn e. Eine solche Pe spek i e wi d beispielsweise dann p oblema isch, wenn e eil e Sys eme au oma isch e eil e Ve an wo ung implizie en. Die allgegenwä ige Finanzk ise is si- che eine sys emische, doch auch hie gib es zen ale En scheide und Wei- chens elle , die on bes imm en En wicklungen p o i ie en. Diese we den en - las e , wenn man da on ausgeh , dass komplexe Sys emdynamiken zu K ise 21 John Rand Cap on, „S o m E ec s“, in: Na u e 22, 561 (1880), S. 290-291: 291. 22 Geo ge Te ence Meaden, „Die K eise im Ko n und de Plasmawi bel“, in: Ralph Noyes (Hg.), Die K eise im Ko n. Mys e iöse Bodenmus e in Ge eide elde n – E klä ungs e suche zwi- schen Na u wissenscha , Kul u geschich e und Eso e ik, 2. Au l., München, 1991 [engl. OA 1990], S. 100-123: 101. 23 Anonymus, „Manche mögen’s heiß! Fü das Rehwild beginn je z die Paa ungszei “, 19.07.2010, online un e : h p://dj .news oom.de/news/?me a_id=2171, zule z au ge u en am 10.06.2014. Ähnlich lau ende Meldungen gab de Ve band auch schon in ühe en Jah en he aus (zue s im Jah 2000). Besonde s o iginell is die Hypo hese nich . Schon Robe Plo äuße e eine Ve mu ung in diese Rich ung. Vgl. Plo (1686), The Na u al His o y o S a o d-Shi e, S. 14. THESEN I 119 üh en und nich das bewuss e Handeln (und spek akulä e Ve sagen) einzelne Ak eu e. Ku z: Au oma ismen sind kein Passepa ou . Abschließend soll ein wei e e k i ische Punk zu Sp ache kommen, de das Selbs e s ändnis de Au oma ismen-Fo schung be üh . Ich bleibe bei dem on mi einge üh en Beispiel: Ein wunde Punk de Ko nk eis o schung is die wei e b ei e e pe sonelle Ve quickung on Ko nk eis o sche n und Ko nk eismache n. „De Ko nk eismache , den du bei Nach in lag an i e - wisch has , is bei Tageslich be ach e o de eigene Ko nk eis o sche kol- lege.“24 S uk u e u sache und -beobach e allen also zusammen, sei es be- wuss (ein „Gesellscha sspiel au höchs em Ni eau“25) ode unbewuss (die nach s im Feld hin e lassenen Spu en de eigenen Fo sche ä igkei geben am nächs en Mo gen Rä sel au ). Das sich s ellende P oblem läss sich heo e isch als Kybe ne ik zwei e O dnung besch eiben.26 Es is on de E kenn nis ge- p äg , dass beobach endes und beobach e es Sys em in einem geschlossenen Regelk eis mi einande in e agie en. De Ak de Beobach ung g ei unwei- ge lich in die zu besch eibenden Abläu e des beobach e en Sys ems ein. Von e schiedenen p ominen en Ve e e n de Szene wi d selbs k i isch einges an- den, dass das Ko nk eis o schen „zu eine A Selbs zweck gewo den“ zu sein schein , „Anlass da ü , um Ge ä e zu bauen, du ch Deu schland zu eisen, nach England zu ah en und sich mi Gleichgesinn en zu e en.“27 Meh noch: „Ko nk eismache , - o sche und -gläubige, Landwi e und die Medien bilden einen sich selbs ep oduzie enden sozialen Zusammenhang, de das angebliche Rä sel um die Ko nk eise am Leben e häl .“28 Wenn man e suchsweise im o angehenden Zi a die Ko nk eise du ch Au oma ismen e se z (und die Landwi e einmal außen o läss ), zeichne sich das Bild eine ge äh lichen Dynamik ab. Will die Au oma ismen-Fo - schung e meiden, selbs zum Au oma ismus zu we den, muss sie sich s ändig ak i da um bemühen, ih en Beobach e s ando und dessen unhin e gehba e Wechselwi kungen mi dem Fo schungsgegens and zu e lek ie en. Timo Kae lein 24 Schindle (2004), Eine Biblio hek olle Fak en, S. 133. 25 Hoos (2004), Zu den Hin e g ünden des Ko nk eisphänomens und de Ko nk eis o schung, S. 118. 26 Vgl. Heinz on Foe s e , „Cybe ne ics o Cybe ne ics (Physiology o Re olu ion)“, in: de s., Cybe ne ics o Cybe ne ics. The Con ol o Con ol and he Communica ion o Communica- ion, 2. Au l., Minneapolis, MN, 1995 [1974], S. 128-129. 27 Hoos (2004), Zu den Hin e g ünden des Ko nk eisphänomens und de Ko nk eis o schung, S. 119. 28 Ebd., S. 102. JÖRN KÜNSEMÖLLER, TIMO KAERLEIN 120 Li e a u Anonymus, „Manche mögen’s heiß! Fü das Rehwild beginn je z die Paa ungszei “, 19.07.2010, online un e : h p://dj .news oom.de/news/?me a_id=2171, zule z au - ge u en am 10.06.2014. Cap on, John Rand, „S o m E ec s“, in: Na u e 22, 561 (1880), S. 290-291. Foe s e , Heinz on, „Cybe ne ics o Cybe ne ics (Physiology o Re olu ion)“, in: de s., Cybe ne ics o Cybe ne ics. The Con ol o Con ol and he Communica ion o Communica ion, 2. Au l., Minneapolis, MN, 1995 [1974], S. 128-129. Ha ald Hoos, „Zu den Hin e g ünden des Ko nk eisphänomens und de Ko nk eis o - schung“, in: Zei sch i ü Anomalis ik 4 (2004), S. 102-121. Hein z, Be ina, „Eme genz und Reduk ion. Neue Pe spek i en au das Mik o-Mak o- P oblem“, in: KZ SS Kölne Zei sch i ü Soziologie und Sozialpsychologie 56, 1 (2004), S. 1-31. Leis e , Oli e , „These 5: Au oma ismen we en das P oblem de Beobach e in au . Hie mi sind wei eichende epis emologische F agen e bunden“, in: Hannelo e Bubli z/Roman Ma ek/Ch is ina L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma is- men, München, 2010, S. 99-102. Meaden, Geo ge Te ence, „Die K eise im Ko n und de Plasmawi bel“, in: Ralph Noyes (Hg.), Die K eise im Ko n. Mys e iöse Bodenmus e in Ge eide elde n – E klä- ungs e suche zwischen Na u wissenscha , Kul u geschich e und Eso e ik, 2. Au l., München, 1991 [engl. OA 1990], S. 100-123. Plo , Robe , The Na u al His o y o S a o d-Shi e, Ox o d, 1686, S. 9-19. 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Google AppEngine, Amazon Elas ic Beans alk) und auch Anwen- dungen an (GoogleDocs, Mic oso O ice 365), was lang is ig auch au ein in eg ie es Modell hinauslau en könn e. Wie sich die Mä k e ü Ha dwa e und So wa e ü Compu e sys eme, ge- ieben du ch echnologische Inno a ionen und neue Anwendungen, wei e - en wickeln und ob sich au diesen Mä k en lang is ig in eg ie e ode modula e Geschä smodelle du chse zen we den, is noch o en. Eine mög- liche Zukun solche Mä k e und de dazugehö igen echnischen Um- gebungen wi d an de Uni e si ä Pade bo n im Sonde o schungsbe eich 901, On-The-Fly Compu ing3, on einem Fo sche eam aus In o ma ike n und Wi scha swissenscha le n un e such . 3. Ha dwa e/So wa e-Co-Design In diesem Abschni besp echen wi , wie sich Compu e sys eme du ch ein Schich enmodell on au einande au bauenden Ha d- und So wa eschich en besch eiben lassen. Diese Be ach ung üh uns zum Konzep de Ins uk- ionssa za chi ek u , welche als Schni s elle zwischen Ha dwa e und So wa e dien . Schließlich s ellen wi das Fo schungsgebie des Ha dwa e/So wa e- Codesigns o , das sich mi de sys ema ischen Op imie ung de G enze zwi- schen Ha d- und So wa e zum En wu szei punk beschä ig . 3.1 Schich enmodell ü Compu e sys eme De Au bau on Compu e sys emen und de en S uk u ie ung in Ha d- und So wa e wi d übliche weise du ch ein Schich enmodell besch ieben. Jede Schich s ell dabei eine Abs ak ionsebene da , welche es den höhe liegenden Schich en e laub , die Funk ionen de da un e liegenden Schich en übe eine de inie e Schni s elle zu nu zen, ohne de en de aillie e Eigenscha en zu kennen. Abbildung 2 zeig eine in de Leh e übliche weise e wende e Da - s ellungs o m dieses Schich enmodells. 3 On-The-Fly Compu ing, online un e : h p://s b901.uni-pade bo n.de, zule z au ge u en am 24.04.2014. MARCO PLATZNER, CHRISTIAN PLESSL 128 2 – Klassisches Schich enmodell on Compu e sys emen mi e schiedenen Abs ak ionsebenen de Ha dwa e (g au) und So wa e (weiß) Die un e s e Ha dwa eebene is die de Halblei e s uk u , welche die geome- ischen Abmessungen und die Halblei e ma e ialien besch eib , die einen P o- zesso als in eg ie e Schal ung (Chip) umse zen. Au de nächs höhe en S u e we den diese S uk u en als T ansis o en abs ahie , welche die G undele- men e elek onische Schal ungen bilden. Da P ozesso en digi ale Schal ungen sind, wi d die Ha dwa e wei e abs ahie und du ch Logikelemen e da ge- s ell , welche die Funk ionen on T ansis o -Baug uppen du ch ma hema- ische G undope a ionen in binä e Logik abbilden. Diese G undope a ionen we den in de sogenann en Mik oa chi ek u zu komplexe en Einhei en zu- sammenge ass , welche die Rechen- und Kon olleinhei en des P ozesso s sowie die o handenen Regis e und Speiche zum Hal en on Da en be- sch eib . Obwohl diese Schal ungss uk u die G undlage ü die konk e e Aus üh ung eines P og amms du ch den P ozesso da s ell , wi d sie gegen- übe dem P og ammie e öllig e bo gen. S a dessen wi d als Schni s elle zwischen de Ha d- und So wa e die sogenann e Ins uk ionssa za chi ek u als zusä zliche Abs ak ion einge üh . Die Ins uk ionssa za chi ek u besch eib die G undope a ionen des P o- zesso s aus Sich des P og ammie e s, ohne eine spezi ische Ha dwa eumse - zung o wegzunehmen. So de inie die Ins uk ionssa za chi ek u zum Bei- spiel die Namen und Funk ionen on a i hme ischen Ope a ionen sowie die Namen de in e nen Regis e zum Zwischenspeiche n on Da en. Eigenscha - en eine konk e en Implemen ie ung, z. B. wie schnell Ins uk ionen ausge- üh we den, ob die Aus üh ung pa allel ode sequenziell e olg ode ob zu VERSCHIEBUNGEN AN DER GRENZE ZWISCHEN HARDWARE UND SOFTWARE 129 Op imie ung de Da enhal ung neben den Regis e n zusä zliche in e ne Spei- che e wende we den, bleiben bewuss o en. Als un e s e So wa eebene is die Assemble sp ache eng mi de Ins uk- ionssa za chi ek u e wand . Bei de Assemble sp ache handel es sich um eine ex uelle Rep äsen a ion des Ins uk ionssa zes ohne wei e gehende Ab- s ak ionen. Das P og ammie en au diese Ebene is heu zu age lediglich noch ü seh wenige, ha dwa enahe Au gaben geb äuchlich, zum Beispiel ü Ke n unk ionen des Be iebssys ems ode zu Op imie ung de Rechenleis ung ü nume ische Be echnungen. In den alle meis en Fällen wi d Assemble sp a- che jedoch nich di ek om P og ammie e e s ell , sonde n aus einem in ei- ne Hochsp ache gesch iebenen P og amm e zeug . Hochsp achen un e schei- den sich on Assemble sp ache dadu ch, dass sie abs ak e e P og ammie - konzep e und eine ex uelle No a ion anbie en, welche au eine spezielle Klas- se on Anwendungen zugeschni en sind. So bie e die P og ammie sp ache Fo an zum Beispiel die Möglichkei , nume ische Be echnungen mi Ma i- zen, Vek o en und komplexen Zahlen bequem auszud ücken. Ein Hochsp a- chenp og amm läss sich dann du ch ein So wa eübe se zungswe kzeug (Compile ) au oma isch und e izien in Assemble sp ache ans o mie en. Als obe s e So wa eschich kann man die Anwendung be ach en. 3.2 Die Ins uk ionssa za chi ek u als G enze zwischen Ha dwa e und So wa e Aus de Pe spek i e de Ve schiebung de G enze zwischen Ha dwa e und So wa e is die Ins uk ionssa za chi ek u on zen ale Bedeu ung. Diese G enze wu de in Indus ie und Wissenscha seh aus üh lich un e such . Das lieg un e ande em auch da an, dass die Ins uk ionssa zschich nich nu die G enze zwischen Ha d- und So wa e, sonde n auch zwischen wissenscha li- chen Disziplinen ma kie . Die Umse zung eines Ins uk ionssa zes in Ha d- wa e, d. h. de En wu eine Mik oa chi ek u und de en Implemen ie ung, lieg im Be eich de Elek o echnik, wäh end die F ages ellungen obe halb de Ins uk ionssa zebene Ke ngebie e de In o ma ik sind. Un e schiedliche Im- plemen ie ungen desselben Ins uk ionssa zes sind du chaus üblich. In de Ta is genau diese T ennung zwischen Ha d- und So wa e da ü e an wo lich, dass Compu e sys eme du ch Einsa z on neuen P ozesso en mi e besse e Mik oa chi ek u ode ak uelle e mik oelek onische Technologie eno me Geschwindigkei szuwächse e zielen können, ohne dass eine Anpassung de Anwendungsso wa e no wendig is . Eine G und age bei de De ini ion eines Ins uk ionssa zes is die Fes le- gung de G enze zwischen Ha d- und So wa e, d. h. welche Funk ionen als P ozesso ins uk ionen angebo en we den sollen und welche Funk ionen bes- se als Sequenz on solchen Ins uk ionen (P og amm) umgese z we den. Bie e de Ins uk ionssa z nu ein ache Ins uk ionen, welche wenig A bei e - MARCO PLATZNER, CHRISTIAN PLESSL 130 ledigen (z. B. zwei Zahlen addie en), benö ig man iele Ins uk ionen, um ein P og amm auszu üh en. Dadu ch wi d die Aus üh ungszei e länge , die Ha dwa ekomplexi ä des P ozesso s bleib hingegen nied ig. Bie e de In- s uk ionssa z mäch ige Ins uk ionen, welche iel A bei e ledigen, wi d das P og amm kü ze . Die Ha dwa ekomplexi ä des P ozesso s s eig hingegen, was zu höhe en Kos en und nied ige e Geschwindigkei üh . Ein klassisches Beispiel ü eine komplexe Ins uk ion is die Mul iplika ion. In den ühen Jah en de Compu e echnik (1950 bis 1970) konn en P ozesso en au g und de hohen Schal ungskomplexi ä keine Ha dwa emul iplizie e in eg ie en. S a dessen wu den Mul iplika ionen, wie bei de sch i lichen Mul iplika ion, du ch Addie en und Schieben in So wa e ausge üh . Diese Me hode wa abe seh langsam, und mi s eigenden echnologischen Möglichkei en wu den ab Mi e de 70e Jah e Mul iplizie e in Ha dwa e gebau . De Ha dwa eau - wand diese ühen Mul iplizie e wa mi e wa 10.000 Chips exo bi an . Abe du ch asan e Fo sch i e in de Halblei e echnologie und - e igung konn e die Komplexi ä on Schal ungen, die au einem Chip ealisie we den kön- nen, massi ges eige we den. Somi konn e ein Mul iplizie e be ei s Ende de 70e Jah e au einem einzigen Chip ge e ig we den und heu e mul ipli- zie en nahezu alle P ozesso en in Ha dwa e. Im Lau e de Zei ha es imme wiede Expe imen e mi Ins uk ionssä zen gegeben, die seh nahe an ode ga iden isch mi Hochsp achen wa en. So wu den in den 70e und 80e Jah en spezielle LISP-P ocessing-Machines en - wickel (z. B. die Texas Ins umen s Explo e ), de en P ozesso en di ek LISP- Code aus üh en konn en. LISP is eine unk ionale P og ammie sp ache, die in den 70e Jah en seh populä ü P oblems ellungen aus dem Be eich de küns lichen In elligenz wa . Man ho e mi solchen Hochsp achen-P ozesso- en die sogenann e Seman ische Lücke zwischen P og ammie sp ache und In- s uk ionssa z zu schließen, und dami auch die Au gabe de Compile zu eduzie en ode sie im Ex em all ganz übe lüssig zu machen. Diese Ansä ze wa en alle dings allesam nich e olg eich, da die echnische En wicklung on Gene al-Pu pose-P ozesso en zu asch o ansch i und es au g und de besch änk en G öße des LISP-Ma k es nich en abel wa , diese speziellen P ozesso en alle 1,5 bis 2 Jah e in de neues en Technologie zu ealisie en. Die F age, ob P ozesso en komplexe (Complex Ins uc ion Se Compu ing, CISC) ode ein ache (Reduced Ins uc ion Se Compu ing, RISC) Ins uk io- nen nu zen sollen und ob ein Konzep dem ande en g undsä zlich übe legen is , wi d sei Jah zehn en in ensi deba ie . Eine Übe sich übe die wesen li- chen Un e schiede on CISC- und RISC-P ozesso a chi ek u en is in Tabelle 1 da ges ell . VERSCHIEBUNGEN AN DER GRENZE ZWISCHEN HARDWARE UND SOFTWARE 131 Tabelle 1: Ve gleich on CISC- und RISC-P ozesso en CISC (Complex Ins uc ion Se Compu ing) RISC (Reduced Ins uc ion Se Compu ing) Viele Ins uk ionen Wenige Ins uk ionen Va iable Ins uk ionslänge Fixe Ins uk ionslänge Viele, komplexe Ad essie ungsa en Wenige, ein ache Ad essie ungsa en Beispiele: In el IA-32, VAX, IBM/360, In el 8051 Beispiele: Powe PC, SPARC, MIPS, Alpha, I anium, AVR His o isch ha en die meis en Compu e komplexe Ins uk ionen, da ühe Compu e p imä in Assemble sp ache p og ammie wu den und du ch kom- plexe Ins uk ionen ku ze und aussagek ä ige Assemble p og amme e mög- lich we den. Die mi komplexen Ins uk ionen e bundenen Nach eile de ho- hen Ha dwa ekomplexi ä und die dami einhe gehende Einsch änkung de Aus üh ungsgeschwindigkei wu de als wenige g a ie end eingeschä z . Mi - e de 80e Jah e wu de diese F age in zwei P ojek en an den ame ikanischen Uni e si ä en S an o d4 und Be keley5 sys ema isch un e such . Dabei wu de empi isch e mi el , welche Ins uk ionen on ealen P og ammen a sächlich genu z we den und welche Speiche zug i s- und P og ammablau mus e sie dabei e wenden. Das Resul a diese Un e suchungen wa , dass die meis en komplexen Ins uk ionen kaum benu z we den und dass man du ch eine adi- kale Ve ein achung des Ins uk ionssa zes, de Zu ügung on schnellem loka- lem Zwischenspeiche (Cache) und du ch Fließband e a bei ung on Ins uk- ionen (Pipelining) wesen lich ein ache e und leis ungs ähige e P ozesso en en we en kann. Die aus diesen beiden Fo schungsp ojek en esul ie enden und komme zialisie en P ozesso a chi ek u en SPARC und MIPS läu e en das Zei al e de RISC-P ozesso en ein und sei den 90e Jah en olgen nahezu alle neu en wickel en P ozesso a chi ek u en dem RISC-Konzep . Die g oße Ausnahme on diese Regel is In els IA-32-P ozesso a chi ek u , welche o de RISC-Re olu ion en wickel wu de. Diese A chi ek u ha aus Kompa ibi- 4 Vgl. John Hennessy/No man Jouppi/S e en P zybylski e al., „MIPS: A Mic op ocesso A - chi ec u e“, in: P oceedings o he 15 h Wo kshop on Mic op og amming (MICRO), Pisca a- way, NJ, 1982, S. 17-22. 5 Vgl. Da id A. Pa e son, „Reduced Ins uc ion Se Compu e s“, in: Communica ions o he ACM 28, 1 (1985), S. 8-21. MARCO PLATZNER, CHRISTIAN PLESSL 132 li ä sg ünden bis heu e einen CISC-Ins uk ionssa z, is in e n alle dings eben- alls als RISC-A chi ek u o ganisie . 3.3 Op imie ung de Ha dwa e/So wa e-G enze Die Suche nach de op imalen G enze zwischen Ha d- und So wa e is nach wie o eine ele an e En scheidung beim En wu on Compu e sys emen, welche – ge ieben du ch neue An o de ungen und Anwendungen – jeweils neu ge o en we den muss. Zum Ve s ändnis de En wicklung is es no wen- dig, zwei g undsä zliche Klassen on Compu e sys emen zu un e scheiden. Die Klasse de Gene al-Pu pose-Compu ing-Sys eme is nich au eine spe- zielle Anwendung ode Domäne zugeschni en, sonde n e such ü ein seh b ei es Spek um on Anwendungen eine hohe Rechenleis ung bei akzep a- blem Ene gie e b auch abzudecken. Das Anwendungsspek um eich hie bei on klassischen Bü oanwendungen wie Tex e a bei ung, Tabellenkalkula ion ode Bildbea bei ung bis zu Se e anwendungen in Rechenzen en, welche Diens e wie Da enbanken, Buchhal ung ode E-Mail anbie en. Compu e sys e- me ü diesen Ma k sind hochg adig modula isie und s anda disie , d. h. sie we den du ch die In eg a ion aus auschba e Ha dwa ekomponen en (P ozes- so en, Mainboa ds, Speiche baus eine, Fes pla en, Gehäuse, S om e so - gung) au gebau und du ch ein eben alls s anda disie es Be iebssys em e - wal e . Die So wa e ü diese Sys eme is auch modula und wi d on eine g oßen Anzahl on Fi men angebo en. Au g und de ü die S anda disie ung no wendigen Abs immung on Ha dwa e, So wa e und Be iebssys emen is die Inno a ion an de Ha dwa e/So wa e-Schni s elle im Gene al-Pu pose- Be eich ehe langsam, inde abe dennoch kon inuie lich s a . Zum Beispiel wu de de In el IA-32-Ins uk ionssa z in den le z en Jah en mi Be ehlen zu Beschleunigung de echenau wendigen AES-Ve schlüsselungsme hode e - wei e , um dem zunehmenden Einsa z dieses Ve ah ens Rechnung zu agen. Demgegenübe s eh die Klasse de Embedded-Compu ing-Sys eme, wel- che Compu e besch eib , die in echnische Sys eme in eg ie sind. Beispiele ü solche Sys eme sind Au os, Sa elli en, Hö ge ä e, indus ielle S eue ungen, D ucke , Fax, Fe nsehe e c. Im Gegensa z zu Gene al-Pu pose-Sys emen üben eingebe e e Sys eme eine seh spezi ische Funk ion aus und sind dahe nich als ypische Compu e sys eme zu e kennen. Sie un e liegen du ch die In e ak ion mi de physikalischen Wel (z. B. Senso en, elek o-mechanische Komponen en, Benu ze ) auch ande en En wu szielen, wie zum Beispiel ge- ingen Kos en, nied igem Ene gie e b auch, hohe Zu e lässigkei , Siche hei ode eine aus eichenden Pe o mance ü eine kla de inie e Au gabe. Viele diese Ziele s ehen g undsä zlich mi einande in Kon lik und können nich gleichzei ig maximie , sonde n nu gegeneinande abgewogen we den. Zum Beispiel s eh eine hohe Rechenleis ung im Kon lik mi ge ingen Kos en, da zu E zielung hohe Rechenleis ung zusä zliche, spezialisie e Ha dwa ekom- ponen en benö ig we den. Folglich müssen Ha d- und So wa e im Be eich VERSCHIEBUNGEN AN DER GRENZE ZWISCHEN HARDWARE UND SOFTWARE 133 des Embedded Compu ing seh genau au einande abges imm we den, um ü das esul ie ende Gesam sys em ein op imales E gebnis zu e zielen. Anbie e in diesem Be eich e olgen dahe s a einem modula en meis ein in eg ie es Geschä smodell, bei dem ein Sys em mi ü die Anwendung maßgeschnei- de en Ha dwa ekomponen en und genau da au abges imm e So wa e ange- bo en wi d. In den 90e Jah en wu de de sys ema ische En wu on Compu e sys e- men und de en Op imie ung als eigenes, me hodisch o ien ie es Fo schungs- gebie mi dem Namen Ha dwa e/So wa e-Codesign e ablie .6 Die G undidee des Ha dwa e/So wa e-Codesigns is dabei eine ganzhei liche Be ach ung des En wu sp ozesses ausgehend on eine Besch eibung des gewünsch en Sys em e hal ens. Diese Besch eibung is unabhängig da on, welche Funk io- nen le z lich in So wa e – das heiß als P og amm au einem P ozesso – aus- ge üh we den und welche aus G ünden de Pe o mance ode de Ene giee - izienz in maßgeschneide e Ha dwa e umgese z we den. Zu sys ema ischen Op imie ung we den die Funk ionen des Sys ems modellie , sowie die ge- wünsch en nich unk ionalen Eigenscha en und Rahmenbedingungen (z. B. die benö ig e Pe o mance, akzep able Ene gie e b auch, Reak ionszei en zu Ve a bei ung on Senso und Benu ze eingaben) o mal e ass . Dann we den die be ach e en Komponen en ( e schiedene A en on P ozesso en, Ha d- wa ebeschleunige , Speiche , Kommunika ionsne zwe ke) und de en Eigen- scha en eben alls au eine abs ak en Ebene modellie . Du ch compu e - ges ü z e Me hoden kann nun eine Auswahl an Ressou cen ge o en und eine op imale Zuo dnung on Anwendungs unk ionen zu So - und Ha dwa e es- sou cen bes imm we den. Diese P ozess wi d als Ha dwa e/So wa e-Pa i- ionie ung bezeichne . Im Allgemeinen esul ie diese P ozess nich in eine einzigen, op imalen Lösung, sonde n in eine Vielzahl on Implemen ie ungs- a ian en. Abbildung 3 illus ie die U sache eines de a igen Kon lik s. Bei de Ab- bildung on Funk ionen au Rechen essou cen exis ie en e schiedene Va ian- en. Eine Va ian e is es, die Funk ion in So wa e au einem p og ammie ba- en Gene al-Pu pose-P ozesso auszu üh en. Diese Lösung is seh lexibel, da g undsä zlich jede Funk ion ausge üh und auch leich geände we den kann. De Allzweckcha ak e des P ozesso s beding alle dings auch Ine izienzen, welche sich in subop imale Pe o mance niede schlagen. Du ch die Ve wen- dung eines P ozesso s, de ü eine spezi ische Klasse on Funk ionen ode ga ü die Anwendung selbs op imie is , läss sich eine besse e Pe o mance e zielen. Diese Lösungen sind alle dings wenige lexibel, da die Umse zung au die spezialisie en Rechen essou cen komplizie e is und sich die Spezia- lisie ung ü ande e Funk ionen nega i auswi ken kann. Die op imale Lösung in Bezug au die Pe o mance is eine Aus üh ung in es e , komple anwen- 6 Vgl. Jü gen Teich/Ch is ian Haubel , Digi ale Ha dwa e/So wa e-Sys eme. Syn hese und Op- imie ung, 2. Au l., Be lin, Heidelbe g, New Yo k, NY, 2007. MARCO PLATZNER, CHRISTIAN PLESSL 134 dungsspezi ische Ha dwa e. Du ch diese Ve schiebung on So wa e zu Ha dwa e en allen zwa alle Ine izienzen de P og ammie ba kei , alle dings läss sich die Funk ion im Nachhinein auch nich meh anpassen. 3 – Im Ha dwa e/So wa e-Codesign s ehen die e schiedenen En wu sziele übliche weise mi einande in Kon lik . Die Abbildung illus ie einen T ade-O zwischen den Zielen Flexibili ä und Pe o mance. Du ch zunehmende Spezialisie ung de Rechen essou cen läss sich eine höhe e Pe o mance e zielen, alle dings bewi k die Spezialisie ung eine ge inge e Flexibili ä . Diese A de Ve schiebung on Funk ionen an de Ha dwa e/So wa e-G en- ze is im En wu heu ige Compu e sys eme, insbesonde e ü Embedded Sys ems, essenziell. Dies i besonde s au Sys eme zu, welche Da en mi seh hohe Ra e e a bei en müssen ode ba e iebe iebene Ge ä e, welche mi einem seh knappen Ene giebudge haushal en müssen. Im Lau e de Zei wu - den Komponen en, die sich in ielen Sys emen als anwendungsspezi ische Be- schleunige -Ha dwa e bewäh haben, in P ozesso en in eg ie , um das Bes e aus beiden Wel en zu e einen. So besi zen heu e alle domänen-spezi ischen P ozesso en ü Mobil ele one spezielle Ha dwa ebeschleunige -Einhei en zum Dekomp imie en on Videoda en, ohne die in einem ba e iebe iebenen Ge ä ein s undenlanges kon inuie liches Abspielen on Videos undenkba wä e. Alle in diesem Abschni be ach e en Ansä ze e schieben Funk ionen an de G enze zwischen Ha dwa e und So wa e zu En wu szei . Im nächs en Abschni be ach en wi neua ige Sys eme, welche diese G enze wäh end de Lau zei des Compu e sys ems e schieben, um dynamisch au e ände e An- o de ungen zu eagie en. VERSCHIEBUNGEN AN DER GRENZE ZWISCHEN HARDWARE UND SOFTWARE 135 4. Ha dwa e/So wa e-Mig a ion In diesem Abschni besch eiben wi , wie ekon igu ie ba e Ha dwa e echno- logie e wende we den kann, um Funk ionen wäh end des Be iebs eines Compu e sys ems übe die Ha dwa e/So wa e-G enze hinweg zu e schie- ben. Diese Ha dwa e/So wa e-Mig a ion e möglich den Au bau selbs -adap- i e Sys eme. Wi um eißen zue s die En wicklung de zug undeliegenden Ha dwa e echnologie, besch eiben dann de en Einsa z anhand eines Anwen- dungsbeispiels au einem hyb iden Mul ico e-Sys em und e weisen abschlie- ßend au ein ak uelles Fo schungsp ojek in dem Gebie . 4.1 Rekon igu ie ba e Ha dwa e Die Idee, Ha dwa e lexibel zu hal en, geh au G. Es in zu ück, de 1960 an de UCLA den Vo schlag mach e, Compu e sys eme mi es en und a iablen An eilen zu ges al en.7 De a iable An eil kann de jeweiligen Anwendung angepass we den. Bei Es in wa en die a iablen An eile Module ü a i hme- ische Ope a ionen, das Anpassen e olg e manuell du ch Eins ecken und En - e nen on Modulen in ein sogenann es Mo he boa d. 4 – Au bau eines Field-P og ammable Ga e A ay (FPGA) Eine Ha dwa e echnologie, die Es ins Ansa z au oma isie ba mach e, wu de e s Mi e de 80e Jah e on de Fi ma Xilinx mi dem Field P og ammable Ga e A ay (FPGA) einge üh . Ein FPGA is ein Ha dwa ebaus ein, de , wie in Abbildung 4 skizzie wi d, aus d ei Teilen bes eh : aus eine Menge on 7 Vgl. Ge ald Es in, „Recon igu able Compu e O igins: The UCLA Fixed-Plus-Va iable (F+V) S uc u e Compu e “, in: IEEE Annals o he His o y o Compu ing 24, 4 (2002), S. 3-9. MARCO PLATZNER, CHRISTIAN PLESSL 136 Logikelemen en in eine ma ix ö migen Ano dnung, einem Ve bindungsne z- we k, in das die Logikelemen e eingebe e sind, und ex e nen Anschlüssen. Bei einem FPGA sind die Funk ionen de Logikelemen e und die konk e en Ve bindungen zwischen den Logikelemen en kon igu ie ba . Die Funk ion eines Logikelemen es kann zum Beispiel eine Addi ion ode eine logische Ve knüp ung de Eingänge sein. Die Kon igu a ion eines FPGA wi d in SRAM-Speiche zellen abgeleg . Du ch Sch eiben diese Speiche zellen, was je nach G öße des FPGAs on einigen Millisekunden bis zu wenigen hunde Millisekunden daue n kann, wi d dem FPGA e s eine bes imm e Funk ion eingep äg . FPGAs e möglichen es, die Ha dwa e unk ion du ch Sch eiben on Speiche zellen zu e ände n. Dies e ö ne die Möglichkei , du ch einen So - wa ep ozess die Logikebene zu e ände n. Im Schich enmodell eines Compu e sys ems (siehe Abbildung 2) en sp ich das eine Ve schiebung de G enze zwischen Ha dwa e und So wa e on de Ebene des Ins uk ions- sa zes nach un en in die Logikebene. Die ie e en Ebenen bleiben abe unan- ge as e . Das bedeu e insbesonde e, dass auch bei FPGAs die mik o- elek onische Schal ung mi ih en T ansis o en bei de Fe igung endgül ig es geleg wi d. Zu Beginn de 90e Jah e wu de eine Reihe on Fo schungsp ojek en ges a - e , um das Po enzial on FPGAs ü den Au bau on Compu e sys emen zu un e suchen. Ein p ominen es Beispiel is das DECPe Le-1 Sys em8, das am DEC Pa is Resea ch Lab en wickel wu de. DECPe Le-1 konn e ausgewähl e Anwendungen aus de K yp og a ie und d ei G ößeno dnungen mal schnelle aus üh en als de schnells e Supe compu e zu de Zei – und das bei einem B uch eil de Kos en. Alle dings wa die P og ammie ung de DECPe Le-1 seh ha dwa enahe und man benö ig e da ü elek o echnische Fachkenn nisse on Ha dwa eingenieu en. Ab ci ca Mi e de 90e Jah e wu de die dynamische Rekon igu a ion on FPGAs zum Fo schungs hema. Bei de dynamischen Rekon igu a ion wi d ein FPGA zu Lau zei neu ekon igu ie , en wede de komple e Baus ein ode auch nu ein Teil da on. Dynamische Rekon igu a ion e laub es, die Ha d- wa e unk ionen seh asch, d. h. im Be eich on Millisekunden, an neue E o - de nisse anzupassen. Ein 1997 im Scien i ic Ame ican e schienene A ikel s ell e FPGAs und dynamische Rekon igu a ion eine b ei e en Lese scha o und p äsen ie e die E kennung on Objek en in Bilde n als Anwendungs- beispiel.9 Du ch Anpassung bzw. Spezialisie ung de Ha dwa e unk ionen an die einzelnen zu suchenden Objek e konn e das Sys em seine Ve a bei ungs- geschwindigkei deu lich s eige n. Die spezialisie en Ha dwa e unk ionen 8 Vgl. Pa ice Be in/Didie Roncin/Jean Vuillemin, „P og ammable Ac i e Memo ies: A Pe - o mance Assessmen “, in: P oceedings o he Con e ence on Field-P og ammable Ga e A - ays, ACM, 1992. 9 Vgl. John Villaseno /William H. Mangione-Smi h, „Con igu able Compu ing“, in: Scien i ic Ame ican (Juni 1997), S. 66-71. VERSCHIEBUNGEN AN DER GRENZE ZWISCHEN HARDWARE UND SOFTWARE 143 5. Conclusion Die G enze zwischen Ha dwa e und So wa e is du ch neue Ha dwa e echno- logien im Lau e de Zei du chlässig gewo den. Rekon igu ie ba e Ha dwa e e laub heu e die Kons uk ion on selbs -adap i en Sys emen, die sich lau- end e ände en An o de ungen anpassen können. Besonde s bei komplexen Sys emen, die in iel äl ige Weise mi ande en Compu e sys emen und Be- nu ze n in e agie en, lassen sich iele En scheidungen nich meh zu En - wu szei o wegnehmen und dami es in das Sys em p og ammie en. Hie is die Selbs -Adap ion ein iel e sp echende Ansa z. Die Au lösung on s a en G enzen zwischen Ha dwa e und So wa e wi abe auch eine Reihe on neuen F ages ellungen au . Aus echnische Sich sind das neben de P o- g ammie ba kei solche Sys eme o allem die Modellie ung und die Validie- ung. Bei de Modellie ung geh es um die kla e konzep ionelle Besch eibung de Komponen en on selbs -adap i en Sys emen und de en Funk ionali ä . Heu e en s ammen die meis en Beispiele selbs -adap i e Ha dwa e/So wa e- Sys eme einem Ad-hoc-En wu . E s eine um assende, abe nach ollziehba e Modellie ung on Selbs -Adap ion e möglich einen sys ema ischen En wu s- p ozess und den Ve gleich mi klassischen Sys emen. Ein Teil de Modellie- ung is auch die Be ei s ellung on geeigne en algo i hmischen Me hoden ü die En scheidungs indung und das Le nen. Bei de Validie ung on Ha dwa e ode So wa e möch e man bes imm e Sys emeigenscha en zu En wu szei nachweisen. Wie kann man abe zum Beispiel die Siche hei eines Sys ems nachweisen, das sich selbs ändig e ände n kann? Neben dem echnisch-wis- senscha lichen Be eich ha die sich au lösende G enze zwischen Ha dwa e und So wa e auch Auswi kungen au die Ausbildung. Die Beschä igung mi selbs -adap i en Compu e sys emen wi d e meh Expe en des Compu e - Enginee ing e o de n, die in In o ma ik und Elek o echnik gleiche maßen geschul sind. Li e a u Becke , Tobias/Agne, And eas/Lewis, Pe e R. e al., „Enginee ing P op iocep ion in Compu ing Sys ems“, in: P oceedings o he Con e ence on Embedded and Ubiqui ous Compu ing (EUC), IEEE, 2012. Be in, Pa ice/Roncin, Didie /Vuillemin, Jean, „P og ammable Ac i e memo ies: A Pe - o mance Assessmen “, in: P oceedings o he Con e ence on Field-p og ammable Ga e A ays, ACM, 1992. Ce uzzi, Paul E., A His o y o Mode n Compu ing, Camb idge, MA, 2003. Ch is ensen, Clay on M., The Inno a o ’s Dilemma, Bos on, MA, 1997. MARCO PLATZNER, CHRISTIAN PLESSL 144 EPiCS: ENGINEERING PROPRIOCEPTION IN COMPUTING SYSTEMS, online un- e : h p://www.epics-p ojec .eu, zule z au ge u en am 24.04.2014. Es in, Ge ald, „Recon igu able Compu e O igins: The UCLA Fixed-Plus-Va iable (F+V) S uc u e Compu e “, in: IEEE Annals o he His o y o Compu ing 24, 4 (2002), S. 3-9. Happe, Ma kus/Lübbe s, Enno/Pla zne , Ma co, „A Sel -Adap i e He e ogeneous Mul i- Co e A chi ec u e o Embedded Real-Time Video Objec T acking“, in: In e na ional Jou nal o Real-Time Image P ocessing. Special Issue, Be lin, Heidelbe g, 2011, S. 1- 16. Hennessy, John/Jouppi, No man/P zybylski, S e en e al. „MIPS: A Mic op ocesso A - chi ec u e“, in: P oceedings o he 15 h Wo kshop on Mic op og amming (MICRO), Pisca away, NJ, 1982, S. 17-22. Lübbe s, Enno/Pla zne , Ma co, „ReconOS: Mul i h eaded P og amming o Recon igu - able Compu e s“, in: ACM T ansac ions on Embedded Compu ing Sys ems 9, 1 (2009), S. 1-33. Neisse , Ul ic, „The Roo s o Sel -Knowledge: Pe cei ing Sel , I , and Thou“, in: Annals o he New Yo k Academy o Sciences 818 (1997), S. 19-33. On-The-Fly Compu ing, online un e : h p://s b901.uni-pade bo n.de, zule z au ge u en am 24.04.2014. Pa e son, Da id A., „Reduced Ins uc ion Se Compu e s“, in: Communica ions o he ACM 28, 1 (1985), S. 8-21. Pla zne , Ma co/Teich, Jü gen/When, No be (Hg.), Dynamically Recon igu able Sys- ems: A chi ec u es, Design Me hods and Applica ions, Be lin, Heidelbe g, 2010. Teich, Jü gen/Haubel , Ch is ian, Digi ale Ha dwa e/So wa e-Sys eme. Syn hese und Op imie ung, 2. Au l., Be lin, Heidelbe g, New Yo k, NY, 2007. Villaseno , John/Mangione-Smi h, William H., „Con igu able Compu ing“, in: Scien i ic Ame ican (Juni 1997), S. 66-71. TORBEN WEIS, CHRISTOPHER BOELMANN AUTOMATISMEN ZUR STRUKTURBILDUNG UND SELBST-ORGANISATION IN VERTEILTEN SYSTEMEN E hal ung de Konsis enz in eine e eil en i uellen Wel In de In o ma ik gib es gegenwä ig zwei undamen al un e schiedliche An- sä ze, um g oße e eil e Sys eme, die aus ielen einzelnen mi einande e - ne z en Compu e n bes ehen, zu be eiben: Clien -Se e -Sys eme und Pee - o-Pee -Sys eme. Bei Clien -Se e -Sys emen s ehen alle Se e un e de Kon olle eine Ins anz (e wa eine Fi ma wie Google, Amazon ode Apple, ode eine s aa lichen Ins anz). Im Gegensa z zu zen alisie en Ve wal ung on Clien -Se e -Sys emen o ganisie en sich Pee - o-Pee -Sys eme (ku z: P2P) selbs s ändig. Alle Rechne (meis PCs), welche die P2P-So wa e aus- üh en, schließen sich zu einem P2P-Ne z zusammen. In diesem Ne z gib es alle dings keine zen ale Adminis a ion, die den einzelnen Rechne n ih e Au gaben zusch eib und de en Funk ion übe wach . Vielmeh müssen die Rechne sich au oma isch o ganisie en und die an allenden Au gaben un e - einande au eilen. In kleinen Ne zen is dies ela i ein ach, da alle Rechne sich mi einande ins Benehmen se zen können. In g oßen Sys emen mi meh- e en ausend PCs is es abe sinnlos zu e suchen, den Übe blick übe das gesam e Ne z zu e langen. Dies wü de Minu en daue n und in diese Zei haben schon wiede Rechne das Ne z e lassen und ande e sind beige e en. De Algo i hmus, de das Ne z o ganisie , kann also nich on globalem Wis- sen ausgehen. Jede Rechne e üg demnach nu übe lokales Wissen, au - g und dessen e seine En scheidungen e en muss. Die Summe alle lokalen En scheidungen soll abe dazu üh en, dass das gesam e P2P-Ne z global be- ach e die e wa e e S uk u bilde . Die Algo i hmen, die ein e eil es Sys em zusammenhal en, machen An- nahmen übe die Kausali ä on E eignissen und die Konsis enz de Reali ä , die sich o nich mi de all äglichen E ah ung de Menschen decken. Das kann zu einem une wa e en Ve hal en aus de Sich des Nu ze s üh en. Um dies zu illus ie en, e wenden wi als Anwendungsbeispiel eine i uelle Wel , wie sie auch Basis de meis en Compu e spiele is . De Nu ze e wa e beim e s en Be e en de Spielwel , dass diese i uelle Wel sich analog zu ealen e häl . Wi we den zeigen, dass i uelle Wel en o ande s icken und dies auch ü den Nu ze wah nehmba is . Ein wei e es P oblem bei de au oma ischen O ganisa ion on PCs in einem P2P-Ne z is die Unzu e lässigkei de einzelnen PCs (Pee s). Ein PC kann TORBEN WEIS, CHRISTOPHER BOELMANN 146 jede zei ausgeschal e we den, abs ü zen ode om Ne z ge enn we den. Da- he is es zwingend no wendig, dass ein P2P-Ne z selbs s abilisie end is . Ein P2P-Ne z muss sich nich nu selbs o ganisie en, um eine S uk u auszubil- den. Es muss auch jede zei e k a en können, dass Rechne aus allen und dami die S uk u beschädig wi d. Dahe besp echen wi in diesem A ikel sowohl die Selbs s abilisie ung und da au au bauend die Selbs o ganisa ion. Mi Algo i hmen zu Selbs o ganisa ion und Selbs s abilisie ung können Pee s au oma isch eine s abile globale S uk u e zeugen, au de en Basis man dann eine i uelle Wel be eiben kann. Neben den schon e wähn en Beson- de hei en bezüglich Kausali ä und Konsis enz (die den e wende en Algo i h- men geschulde sind), kann es abe auch zu absich lichen Regel e le zungen kommen, wenn sich be üge ische Spiele hie on einen Vo eil e ho en. Dahe we den wi im abschließenden Teil unse es Bei ags da au eingehen, wie sich ein selbs o ganisie endes Sys em gegen Be üge schü zen kann und wi we den die G enzen dieses Schu zes au zeigen. Selbs s abilisie ung Beim P og amms a be inde sich ein P og amm in einem aliden (d. h. ko - ek en) Zus and. Das bedeu e , dass die ak uell gespeiche en We e und die e hal enen Eingaben die ü die Aus üh ung e wa e en We e haben, und dass das P og amm ko ek ausge üh wi d. Du ch au e ende Fehle wäh end de Lau zei (z. B. eine Un e b echung de Ne zwe k e bindung) können bei de P og ammaus üh ung alle dings Fehle au e en, du ch die eine ko ek e Aus- üh ung nich imme gewäh leis e is . De klassische Ansa z ü den Umgang mi Fehle n, die zu P og ammlau - zei au e en, is , die Fehle abzu angen und im P og ammcode explizi eine Fehle behandlung es zulegen. Diese He angehensweise ha den Vo eil, dass das Ve hal en des P og amms zu Lau zei zu jedem Zei punk , auch im Feh- le all, o he sehba is . Alle dings e sag das Konzep de klassischen Feh- le behandlung im Falle on Fehle zus änden, die bei de En wicklung nich in Be ach gezogen wu den. Hie bei kann zwischen zwei Fehle zus änden un e - schieden we den, die sich aus einem une wa e en Fehle e geben können: Zum einen kann beispielsweise eine ehle ha e Be echnung zu einem a alen Fehle (z. B. eine Di ision du ch Null) und somi zu einem P og ammab- b uch üh en (siehe Abbildung 1a). Zum ande en kann das Sys em abe auch du ch einen Fehle (z. B. ehle ha übe agene We e) in einen Zus and ge- langen, in dem das P og amm zwa ehle ha e We e en häl , abe dennoch wei e ausge üh wi d. In diesem Falle we den die Fehle nich en deck und es wi d on eine ko ek en P og ammaus üh ung ausgegangen, obwohl das P og amm du ch die ehle ha en gespeiche en We e daue ha alsche Aus- gaben lie e . AUTOMATISMEN ZUR STRUKTURBILDUNG UND SELBST-ORGANISATION 147 Einen Gegensa z zu ehle ole an en Sys emen s ellen selbs s abilisie ende Sys eme da , de en Konzep au die Ve ö en lichung „Sel -S abilizing Sys- ems in Spi e o Dis ibu ed Con ol“1 des niede ländischen In o ma ike s Eds- ge W. Dijks a im Jah e 1974 zu ückgeh . Ein selbs s abilisie endes Sys em kon e gie aus jedem möglichen Zus and in kons an e Zei k au oma isch wiede zu einem aliden Zus and (d. h. es s abilisie sich), solange es sich bei dem Fehle um einen empo ä en Fehle handel (z. B. hi zebeding e Fehlbe- echnungen ode Ne zwe k ehle ). Soll e es sich nich um einen empo ä en Fehle handeln, wü de de Zus and des Sys ems unabhängig on den Selbs - s abilisie ungs-Maßnahmen imme wiede in einen Fehle zus and übe gehen, ohne dass sich das P og amm s abilisie en könn e, da die Fehle quelle bes e- hen bleib . De Vo eil de Selbs s abilisie ung nach kons an e Zei wi d alle - dings au Kos en de Vo he sehba kei des P og ammablau s e kau . Da au - e ende Fehle nich e hinde (d. h. nich abge angen) we den, kann wäh- end de S abilisie ungszei keine Aussage übe die Ko ek hei de ak uellen Be echnungen und somi auch nich übe die Ko ek hei des P og amm e - hal ens gemach we den. Die Selbs s abilisie ungs-Eigenscha ga an ie nu , dass sich das P og amm nach kons an e Zei wiede ko ek e hal en wi d, und dass die Ein lüsse du ch den Fehle wiede behoben we den (d. h., dass wiede ein alide Zus and e eich wu de; siehe Abbildung 1b). Die En schei- dung, ob ein Sys em selbs s abilisie end ode ehle ole an ealisie we den soll, is demen sp echend eine Abwägung on Aus allsiche hei gegen die ge- siche e Ko ek hei des P og ammablau s zu jedem Zei punk . 1 – P og ammzus ands-Übe gänge im Fehle all Selbs o ganisa ion Au oma ismen zu Selbs o ganisa ion se zen Mechaniken zu Selbs s abilisie- ung ein und so gen da ü , dass ein Sys em eine S uk u annimm , die den ge- 1 Edsge W. Dijks a, „Sel -S abilizing Sys ems in Spi e o Dis ibu ed Con ol“, in: Communi- ca ions o he ACM 17, 11 (1974), S. 643-644. TORBEN WEIS, CHRISTOPHER BOELMANN 148 gebenen Regeln en sp ich und ohne Ein lussnahme on außen eine solche S uk u au ech e häl . Im Kon ex on e eil en Sys emen in de In o ma ik kann solch eine S uk u beispielsweise einen Zusammenschluss on Compu- e n zu eine Rings uk u bedeu en. Im Falle eine Rings uk u müss e sich jede Compu e einen Vo gänge und einen Nach olge aussuchen. Dabei i jede Compu e die En scheidung ü einen Vo gänge und einen Nach olge basie end au seinem lokalen Wissen. Die En scheidungen we den pe iodisch wiede hol , dami die Sys ems uk u imme wiede an die ak uellen Gegeben- hei en und das ak ualisie e lokale Wissen angepass wi d. Au globale Ebene kon e gie das Sys em du ch die lokalen En scheidungen zu einem Sys em mi de o he es geleg en S uk u und du ch die pe iodische Wiede holung we den auch Ve ände ungen wie hinzukommende und aus allende Compu e in die S uk u einbezogen. Ein Beispiel ü die Umse zung selbs o ganisie en- de Sys eme sind s uk u ie e P2P-Sys eme wie z. B. Cho d2. In s uk u ie en P2P-Sys emen is es wich ig, dass eine eindeu ige S uk u e eich wi d, um ein e izien es Au inden on Da en inne halb des Sys ems zu e möglichen. Da alle dings kein einzelne Pee (ein Compu e inne halb des P2P-Sys ems) globales Wissen besi z , we den Au oma ismen zu Selbs o ganisa ion ein- gese z , die da ü so gen, dass nach eine gewissen Zei das P2P-Sys em eine gewisse S uk u annimm . Das Fo schungsp ojek Pee s@Play3 (P@P) beschä ig sich mi de E o - schung und Umse zung eines Massi ely Mul iplaye Online Games (MMOG) ohne zen alen Se e . Ein MMOG is ein Spiel, in dem seh iele Spiele ge- meinsam in eine i uellen Wel mi den Spielinhal en in e agie en können. Das wohl bekann es e Beispiel is das MMORPG (Massi ely Mul iplaye On- line Role-Playing Game) Wo ld o Wa c a 4, das 2004 om Spieleen wickle Blizza d En e ainmen e ö en lich wu de und das zei weise (Ok obe 2010) on bis zu 12 Millionen Spiele n wel wei gespiel wu de.5 In einem se e basie en MMOG gib es eine Menge on Spielese e n, die om En wickle be ieben und gewa e we den. Diese Se e kennen und e - wal en die komple e i uelle Wel , den Zus and de Objek e inne halb de Spielwel und die Spiele -Benu ze kon en. Zum Zus and de Spielwel gehö en u. a. In o ma ionen übe die Spiele und Non-Playe Cha ac e s (NPCs), die sich in de Wel be inden, die Reihen olge de Ak ionen/E eignisse, die in de Spielwel s a ge unden haben und die ak uellen Posi ionen on Objek en. Jede 2 Ion S oica/Robe Mo is/Da id Liben-Nowell/Da id R. Ka ge /M. F ans Kaashoek/F ank Da- bek/Ha i Balak ishnan, „Cho d: a Acalable Pee - o-Pee Lookup P o ocol o In e ne Appli- ca ions“, in: IEEE/ACM T ansac ions on Ne wo king 11, 1 (2003), S. 17-32. 3 Fo schungsp ojek Pee s@Play, online un e : h p://www.pee s-a -play.o g/, zule z au ge u en am 29.09.2013. 4 Wo ld o Wa c a , online un e : h p://eu.ba le.ne /wow/, zule z au ge u en am 29.09.2013. 5 „Wo ld o Wa c a Subsc ibe Base Reaches 12 Million Wo ldwide“, in: Blizza d En e ain- men , online un e : h p://us.blizza d.com/en-us/company/p ess/p ess eleases.h ml?id=2847881, zule z au ge u en am 29.09.2013. AUTOMATISMEN ZUR STRUKTURBILDUNG UND SELBST-ORGANISATION 149 Spiele ha eine Ve bindung zum Se e , die wäh end des Spielens nich un e - b ochen we den da und ausch mi dem Se e In o ma ionen aus (siehe Ab- bildung 2a). Übe diese bes ehende Ve bindung sende jede Spiele seine Ak- ionen (z. B. seine Bewegungen, Ang i e ode In e ak ionen) an den Se e . De Se e we e die emp angenen Ak ionen aus und übe p ü , ob die Ak io- nen den Regeln en sp echen, wie sich die Posi ion des Spiele s du ch seine Be- wegung e ände ha und ob die Ang i e ode In e ak ionen ande e Spiele be- ein lussen. Solch eine Beein lussung könn e beispielsweise sein, dass ein Spiele einem ande en Spiele Schaden zu üg ode dass ein Spiele e such mi einem ande en Spiele zu handeln. Bei gleichzei igen Ak ionen ha de Se e des Wei- e en die Möglichkei , die Ak ionen in eine es e Reihen olge zu b ingen. Nach de Ve a bei ung de Ak ionen du ch den Se e sende diese die E eignisse zu ück an alle Spiele , die on den Ak ionen be o en sind. Bei den Spiele n wi d anschließend die Anzeige de Spielwel anhand de emp angenen E eig- nisse ak ualisie . Diese E eignisse können u. a. Ve ände ungen im Zus and de Spielwel sein ode abe auch die e ände en Posi ionen de eigenen Spiel igu und ande e Cha ak e e in de Spielwel . Dadu ch, dass de Se e globales Wis- sen ha und den gesam en Zus and de Spielwel und de Spiele kenn , kann ge- wäh leis e we den, dass es imme eine eindeu ige Reihen olge ü alle E eig- nisse in de Spielwel gib . Somi wi d siche ges ell , dass alle Spiele die glei- che konsis en e Wel sehen und dass sich alle Spiele an die Regeln de Spiel- wel hal en. Pee s@Play Im Rahmen des Pee s@Play-P ojek es wi d un e such , wie ein MMOG ohne einen zen alen Se e unk ionie en kann. Die Mo i a ion des P ojek es sind u. a. die hohen Kos en ü die Se e be eibe , die es nich e möglichen, auch kleine e inno a i e MMOGs en abel zu be eiben. Um au einen zen alen Se e e zich en zu können, nu z de Pee s@Play-P o o yp ein P2P-Sys em zum Aus ausch on Nach ich en zwischen den einzelnen Spiele n und zu Speiche ung des Zus ands de Spielwel . Dadu ch äg jede Spiele au oma- isch dazu bei, die In as uk u des Spiels (die bishe on den Se e n geleis- e wu de) zu e s ä ken, indem e die Ressou cen seines Compu e s (un e an- de em CPU-Rechenzei und Speiche pla z) mi in das Ne zwe k einb ing . Je meh Spiele spielen, des o leis ungss ä ke wi d die P2P-In as uk u , d. h. das Sys em skalie au oma isch mi de Anzahl de Spiele . In einem P2P- Sys em sind alle Teilnehme (Pee s) gleichbe ech ig und bauen un e einande Ve bindungen au . Abbildung 2b s ell zu Ve anschaulichung ein oll e - masch es P2P-Sys em da . In de Reali ä bau jede einzelne Pee alle dings nu Ve bindungen zu wenigen ande en Pee s au . Die Kommunika ion mi den es lichen Pee s des P2P-Ne zes wi d dabei übe die e bundenen Pee s wei- e gelei e . Da es keinen zen alen Se e gib , de globales Wissen ha , müs- TORBEN WEIS, CHRISTOPHER BOELMANN 150 sen die Au gaben des MMOG-Spiele-Se e s on den einzelnen Pee s im Ne zwe k übe nommen we den. 2 – Ne zwe k-Topologien Ve gleich Wie be ei s besch ieben, nu zen P2P-Sys eme Au oma ismen, um die S uk u des Ne zwe kes ohne Eing i e on außen zu e hal en. De Ve zich au einen zen alen Se e b ing e schiedene P obleme ü das MMOG mi sich, au die im Folgenden wei e eingegangen wi d: 1. Es gib ohne einen Se e keinen zen alen Punk im Sys em, an dem de Zus and de Spielwel sowie de in de Spielwel be indlichen Objek e gespeiche we den kann. 2. Es ehl eine zen ale Ins anz, die übe die Reihen olge on E eignissen in de Spielwel en scheide . 3. Ohne einen zen alen Punk , an dem alle E eignisse de Spielwel und In e ak ionen de Spiele e a bei e und au die Spielwel angewende we den, kann es passie en, dass sich die lokalen Zus ände de Spielwel bei den Spiele n oneinande un e scheiden. 4. Ohne eine zen ale Ins anz, die die Ko ek hei und Regelkon o mi ä on Spiele in e ak ionen übe p ü , is eine Du chse zung on Regeln nich leich zu ealisie en. Inne halb eines P2P-Sys ems is jede Pee ü einen Teil de gespeiche en Da en zus ändig. Die Zus ändigkei en ü die einzelnen Teile de Spielwel müssen so un e den o handenen Spiele n au ge eil we den, dass zum einen die Las de Spielbe echnungen ai au die Spiele e eil wi d und dass die im P2P-Sys em gespeiche en In o ma ionen anschließend auch on ande en Spiele n au ge unden we den können. Das bedeu e au de einen Sei e, dass die O e, an denen Da en zu inden sind, du ch ein es es Schema e echenba sein müssen. Au de ande en Sei e muss e hinde we den, dass ein böse Spiele , also ein Spiele , de beabsich ig gegen die Regeln zu e s oßen ode das Spiel nega i zu beein lussen, sich ei auswählen kann, ü welche Da en e zus ändig is . Ansons en hä e e beispielsweise die Möglichkei , sich so AUTOMATISMEN ZUR STRUKTURBILDUNG UND SELBST-ORGANISATION 151 inne halb des P2P-Sys ems zu posi ionie en, dass e e an wo lich ü den Zus and seines eigenen In en a s is . In diesem Falle könn e e die Da en, die sein In en a besch eiben, e ände n und z. B. neue Gegens ände hinzu ügen. In P@P we den die Da en de Spielwel au einen zweidimensionalen Zu- s ands aum abgebilde . Haben Da en O sbezug, so e gib sich ih e Posi ion im Zus ands aum i ial. Die Posi ion on o sunabhängigen Da en läss sich dadu ch e mi eln, dass man den Namen des gesuch en Da ums in eine Ein- weg unk ion (eine Hash-Funk ion) gib , die als Ausgabe einen Zahlenwe ha , de als Posi ion im Zus ands aum in e p e ie wi d. Auch die einzelnen Pee s we den au eine Posi ion im Zus ands aum abgebilde . Jede Pee is im Zu- s ands aum e an wo lich ü die Da en, die ihm gemäß eine euklidischen Dis anz am nächs en liegen. Du ch diese Annahme und die zu ällige Ve ei- lung de Pee s im Zus ands aum e gib sich eine Vo onoi-Ze legung des Zu- s ands aumes in un e schiedlich g oße Zellen6, die in Abbildung 3a beispiel- ha da ges ell is . 3 – Ze legung des Zus ands aums in Vo onoi-Zellen Algo i hmen zu Selbs o ganisa ion so gen da ü , dass die S uk u des Sys- ems (d. h. die ko ek e Ze legung des Zus ands aumes in Vo onoi-Zellen und die ge ech e Ve eilung de Zus ändigkei en ü Teile de Spielwel au die einzelnen Spiele ) auch in Anbe ach on neu hinzukommenden und on aus- allenden Pee s e hal en bleib . Dazu auschen die Pee s mi ih en di ek en Zellennachba n S a usin o ma ionen aus. Anhand diese In o ma ionen e en die Pee s lokale En scheidungen da übe , ü welche Posi ionen sie selbs zu- s ändig sind und ü welche Posi ionen ih e di ek en Nachba n zus ändig sind. Sobald ein neue Pee A in das Sys em ein i , bes imm e seine Posi ion und such den Pee B, de ü diese Posi ion zus ändig is . Pee B benach ich ig seine Nachba n übe die Posi ion des neuen Pee s A und alle be o enen Pee s be echnen ih e Zus ändigkei sbe eiche neu. Falls ein Pee aus äll , wi d dies on seinen Nachba n beme k , die pe iodisch e suchen In o ma ionen auszu- auschen. Wi d ein Aus all en deck , we den die Nachba n des ausge allenen Pee s übe den Aus all in o mie und alle be o enen Pee s e echnen ih e 6 Vgl. F anz Au enhamme , „Diag ams – a Su ey o a Fundamen al Geome ic Da a S uc- u e“, in: ACM Compu ing Su eys 23, 3 (1991), S. 345-405. TORBEN WEIS, CHRISTOPHER BOELMANN 152 Zus ändigkei neu. So wi d e eich , dass sich das Sys em au oma isch und ohne explizi e Einwi kung on außen an Ve ände ungen anpass , d. h. die S uk u wah und epa ie . Wenn jedes im Zus ands aum gespeiche e Da um nu on genau einem Pee e wal e wü de, gingen die gespeiche en In o ma ionen bei einem Aus- all des Pee s e lo en. Fü die Pe sis enz de Spielwel hä e das a ale Fol- gen. Aus diesem G und wi d da ü geso g , dass Da en eplizie und on un- e schiedlichen Pee s e wal e we den. Eine Möglichkei zu Umse zung de Replika ion is es, den Zus ands aum au zu eilen und jedem Da um s a eine einzelnen Posi ion meh e e Posi ionen zuzuweisen. Abbildung 3b zeig die Au eilung des Zus ands aumes in ie Teile. Dies bedeu e , dass ein Da um, das nu zu eine Posi ion in de i uellen Wel gehö , an meh e en (hie : ie ) Posi ionen inne halb des Zus ands aumes gespeiche wi d und do on ande- en Pee s ab u ba is . Wenn ein Pee aus äll , kann sich de Pee , de die Zu- s ändigkei en übe nimm , die Replika e de e lo enen Da en zusammen- suchen. Dami Pee s die Da en, die inne halb des Pee - o-Pee -Sys ems gespeiche wu den, schnell au inden können, we den Weg indungs-Algo i hmen (Rou- ing Algo i hms) genu z . Um eine Zielposi ion im Zus ands aum zu e eichen, kann eine Nach ich (z. B. eine An age ü bes imm e In o ma ionen) imme zu einem di ek en Nachba n wei e gelei e we den, de nähe an de Zielposi- ion is . Soll e de en sp echende Nachba nich selbs ü die Posi ion e an - wo lich sein, so wiede hol e die Wei e lei ung de Nach ich . Im besch iebe- nen Zus ands aum mi eine Vo onoi-Ze legung wü de man alle dings im Du chschni 0(√n) Sch i e benö igen, um eine Posi ion zu e eichen (wobei n die Anzahl de Pee s im Sys em is ). Dies wü de ü 40.000 Pee s, die sich im Spiel be inden, be ei s eine du chschni liche S ecke on 100 Sch i en be- deu en. Um die Anzahl benö ig e Sch i e zu eduzie en, nu zen Rou ingalgo- i hmen Abkü zungen. Jede Pee üh eine Sp ung abelle mi bekann en Pee s an bes imm en Punk en im Sys em. Diese Punk e sind so e eil , dass mi jedem Rou ingsch i de Abs and zum Ziel mindes ens halbie we den kann. Somi e gib sich eine Rou ingkomplexi ä on du chschni lich 0(log(n)) Sch i en zum Ziel.7 Fü 40.000 Pee s e gib sich somi beispielswei- se eine e wa e e Anzahl on 15 Sch i en. 7 Vgl. Sebas ian Holzap el/Sebas ian Schus e /To benWeis, „Vo oS o e – a Secu e and Reli- able Da a S o age o Pee - o-Pee -Based MMVEs“, in: In e na ional Con e ence on Compu- e and In o ma ion Technology, 2011, S. 35-40. DER KÜNSTLER ALS ‚APPARAT’ UND ‚MASCHINE‘ 255 Ein scha e Sinn ü Nuancen a bei e in mi . Ich ühle mich a big on all die- sen Ab önungen des Unendlichen. In diesem Augenblick bin ich ollkommen eins mi meinem Bilde. Wi sind ein schille ndes Chaos. Ich komme o mein Mo i und e lie e mich da in. Ich denke nach, ich schwei e umhe . Die Sonne du chd ing mich dump , wie ein en e n e F eund, de meine Faulhei wä m und wiede uch ba mach . Wi keimen. [S. 13] Ich beginne mich on de Landscha zu ennen, sie zu sehen. Ich löse mich on ih du ch diese Skizze, diese geologischen Linien. Die Geome ie, das Maß de E de. Eine zä liche E egung e g ei mich. Aus de Wu zel de E egung s eig de Sa de Fa be. Eine A Be eiung. Das Auss ahlen de Seele, de Blick, das nach außen gekeh e Geheimnis, die Wechselwi kung zwischen E de und Sonne, das Ideal und die Wi klichkei de Fa ben. Eine lu ige a bige Logik i plö z- lich an die S elle de düs e en, ha näckigen Geome ie. Alles o dne sich, die Bäume, die Felde , die Häuse . Ich sehe. In Flecken. [S. 13]3 Diese Zi a e machen be ei s deu lich, dass mi dem Geb auch de Me aphe n de ‚lich emp indlichen Pla e‘ und des ‚Regis ie appa a s‘ keine o de g ün- dige Analogie des Auges des Küns le s mi de Fo okame a gemein sein kann. Die Me aphe , die au die Möglichkei eine au oma ischen Ope a ions- weise schließen läss , schein sich zwa au das menschliche Auge als das p i- ilegie e, abe nich einzige O gan menschliche Wah nehmung zu beziehen; sie mein abe auch und insbesonde e den Geis , de unmi elba mi diesem e bunden is , in eine Einhei , die Cézanne auch als das ‚Sein‘ des Küns le s bezeichne ha .4 Das Schweigen und die S ille, das Ve s ummen des subjek i- en Ausd ucks, des Wollens und Wissens des Küns le s, is die Vo ausse zung ü eine ges eige e Responsi i ä , ‚ein ollkommenes Echo zu sein‘, dami eine unbewuss e Übe agung, eine ‚Realisie ung‘ sich e eigne . Eine ges ei- ge e Wah nehmung und Sensibili ä , die gleiche maßen au die ‚gesehene Na- u ‘ und die ‚emp undene Na u ‘, das Leben de sich ba en Na u und de Din- ge und die Na u des wah nehmenden Subjek s ge ich e is . Das emp indende Subjek , das ‚Sein‘ des Küns le s, sein mi dem Geis e mi el e Blick und sein empé amen , is die Ma ix, de Fil e , du ch den Na u und Kuns e - mi el sind. Das empé amen is dabei als die Summe des menschlichen Em- p indungs e mögens und de E ah ung zu sehen, die de Küns le im Lau e seines Lebens du ch ‚A bei , Medi a ion, S udium, Leiden und F euden‘ e - wo ben ha . Die Na u sch eib sich also nich unmi elba au de ‚lich emp indlichen Pla e‘ des Küns le s und in seinem We k ein. Dies gil , um die oben benann e Analogie wiede au zug ei en, hingegen insbesonde e ü die Dague eo ypie und auch ü die Fo og a ie als mechanisch-chemisch ( e-)p oduzie endes Me- dium, als ein Bild zwischen Na u p oduk und A e ak , das ohne Re e enz au die Na u nich en s ehen kann. Dague e ha die Dague eo ypie als eine 3 Alle Zi a e en nommen aus ebd. [He . I. L.]. 4 Vgl. Jona han C a y, Au me ksamkei . Wah nehmung und mode ne Kul u , F ank u /M., 2002, S. 270. INGA LEMKE 256 „Lich zeichnung“ bezeichne , die „die Na u und de Gegens and selbs “ sei, „sowei es im Bilde möglich is “.5 Und im gleichen Jah , 1839, in dem auch Hen i Fox Talbo Pencil o Na u e6 als wissenscha liche Beg ündung eine ‚neuen Kuns ‘ e ö en lich e, ging Jules Janin soga so wei , das Lich , ja, „die Sonne selbs , als allmäch iges We kzeug eine neuen Kuns “7 zu bezeich- nen. In de Theo ie de Fo og a ie des 19. Jah hunde s gib es auch zahl eiche Ansä ze, die, wie Wol gang Kemp in seine E ö e ung de his o ischen Tex e he ausges ell ha , „das Medium in einem Blick als Sp ache de Na u und Diens an de Na u “ e s ehen.8 So habe Hen y Da id Tho eau (1841) die Da- gue eo ypie als „Wiede holung de Na u , nich im Sinne eines bloßen Spie- gelbildes, sonde n wie eine o ganische Fo p lanzung, wie ein Ebenbild des U bildes“ gesehen, die ebenso „Tie e und Viel al “ habe, „wie das O iginal“9. Die En deckung de „Une schöp lichkei de De ailau zeichnung“ du ch den o og a ischen Appa a , die Faszina ion de neuen Sehe ah ung und die du ch den De ail eich um ange eg e Vo s ellungsk a , wie sie beispielsweise Oli e Wendel Holmes (1859) angesich s seine s e eoskopischen Be ach ung on Fo og a ien besch ieb, wa G undlage ü das ‚Indizienpa adigma‘ des 19. Jah hunde s, abe auch ü dessen spezi ische Wendung im ame ikani- schen T anszenden alismus, de , so Kemp, die „Kommunika ion mi de Na u du ch die Maschine Fo okame a gewäh leis e “ sah.10 Sie wa zugleich Aus- gangspunk ü zwei g undlegend e schiedene „Modi de Appe zep ion, die dem Denken des 19. Jah hunde s in hohem Maße en sp ochen haben“: ü die „Lek ü e on Spu en“, die einem Empi ismus de Indizien en sp ach, und ü die „E ah ung de Komplexi ä und Unendlichkei de Na u du ch den s ill- geleg en, de ail eichen Ausschni “ des o og a ischen Bildes, welche im ame- ikanischen T anszenden alismus ins T ansi o ische gewende wu de.11 Paul Cézannes Ve wendung de Me aphe n de ‚lich emp indlichen Pla e‘ und eines ‚Regis ie appa a s‘ weis an einigen S ellen eine e s aunliche Nähe zu diesen o og a ie heo e ischen Posi ionen au . Bezüge lassen sich beispiels- weise in de Besch eibung de Schä ung seines Sinns ü Nuancen es s ellen, in de Be onung de wi kenden K ä e de Sonne und des Lich s und den zahl- eichen Anspielungen au den Pa e Omnipo en es. Dabei bleib o en, ob e im Sinne eines „poe isch-pan heis ischen Na u beg i s“12 eine T anszendie- 5 Be nd S iegle , Theo iegeschich e de Pho og aphie, München, 2006, S. 36. 6 William Hen y Fox Talbo , The Pencil o Na u e, München, 2011 [Rep in de O iginalausga- be, London, 1844]. 7 Jules Janin, „De Dague o yp (1839)“, in: Wol gang Kemp (Hg.), Theo ie de Fo og a ie, Bd. I, 1839-1912, München, 1999, S. 46-51: 47. 8 Wol gang Kemp, „Theo ie de Fo og a ie 1839-1912“, in: de s. (Hg.), Theo ie de Fo og a- ie, Bd. I, 1839-1912, München, 1999, S.13-35: 32. 9 Ebd., Kemp bezieh sich au die Tagebuchau zeichnungen Tho eaus in Hen y D. Tho eau, W i ings. Jou nal, hg. . B ad o d To ey, Bos on, MA, 1906. 10 Ebd., S. 32 . 11 Ebd., S. 33 .; gl. den Tex on Janin (1999), De Dague o yp (1839). 12 Hajo Düch ing, Paul Cézanne. Bilde eines Be ges, München, 1990. DER KÜNSTLER ALS ‚APPARAT’ UND ‚MASCHINE‘ 257 ung seines We kes ins Absolu e e eichen woll e, ode nich ielmeh seine Eh u ch o dem We k de Schöp ung de Na u zum Ausd uck b ach e, de- en ‚Sp ache‘ e im Sinne eines ‚Diens es an de Na u ‘ au seine Leinwand bannen woll e. Die Unmi elba kei de Fo og a ie bleib dem wah nehmenden und emp indenden küns le ischen Subjek e weh . Dennoch will Cézanne „Ein achhei . Das Unmi elba e“13 e eichen. „Das Unmi elba e is – wie Hegel sag – ein ‚Köhle glaube‘, ein Glaube, de “, wie be ei s Con ad Fiedle beme k e und Gün e Wohl a in seinen Übe legungen zum Bei ag eine philosophischen Äs he ik zu ak uelle en Neubes immung des Bildes au g ei , „ eilich auch un e Küns le n und Kuns eunden so wei e b ei e is , daß man in Abwandlung on Hegels Wo sagen möch e: Das Unmi elba e is ein Küns le glaube.“14 Ein achhei , Unmi elba kei e eichen zu wollen is bei Cézanne mi de ein ach anmu en- den Bes ebung e bunden, zu malen, was man sieh .15 In einem B ie an Paul Be na d sch eib Cézanne noch im Ok obe 1905 on de Ha näckigkei , mi de e „die Realisie ung jenes Teils de Na u “ e olge, „de o unse en Au- gen liegend das Bild e gib “ und on de „zu lösende[n] Au gabe – welches auch imme unse Tempe amen ode unse e K a angesich s de Na u sei – das Abbild dessen zu geben, was wi sehen, und dabei alles zu e gessen, was o uns dagewesen is .“16 „Niemand sieh unmi elba “, so könn e man mi Wohl a einwenden, „denn nich das Auge sieh , sonde n wi sehen. Sehen is nich e was Rezep i es, sonde n zugleich e was Spon anes.“17 Das Sehen is ein ak i e Vo gang. Und das Unmi elba e de Anschauung is im P ozess de Rezep ion on Sinnesda en be ei s Konzep ion und da übe , zumindes im An- sa z, mi dem Beg i e mi el .18 Cézanne wa sich diese Ta sache o enba seh wohl bewuss , s ell e e doch imme wiede das émpe amen des Küns le s, das Go ied Boehm als den „Inbeg i [] emo ionale , imagina i e und kogni i e Fähigkei en“19 be- zeichne und den du ch den Geis e mi el en Blick als wesen liche Fak o en küns le ischen Handelns he aus. Dieses Bewuss sein des ‚Seins‘ de wah neh- menden Subjek i i ä des Küns le s wa – e bunden mi de selbs au e leg en Sachlichkei und Besch änkung – wesen liche Vo ausse zung ü seinen Ve - such, sich selbs zu einem „ eak i -p oduk i en O gan neue A “20 zu machen, 13 Paul Cézanne/Joachim Gasque , „CÉZANNES GESPRÄCHE MIT GASQUET“, in: PAUL CÉZANNE. Übe die Kuns . Gesp äche mi Gasque . B ie e, hg. . Wal e Hess, Hambu g, 1957, S. 7-70: 17. 14 Gün e Wohl a , „Das Schweigen des Bildes“, in: Go ied Boehm (Hg.), Was is ein Bild?, München, 1994, S. 163-183: 166. 15 Vgl. Go ied Boehm, Mon agne Sain e-Vic oi e, F ank u /M., 1988, S. 24 . 16 Paul Cézanne, „B ie an Emile Be na d, 23.10.1905“, in: de s., B ie e, hg. . John Rewald, Zü ich, 1979, S. 295-296: 295. 17 Wohl a (1994), Das Schweigen des Bildes, S. 166 . 18 Vgl. ebd. 19 Boehm (1988), Mon agne Sain e-Vic oi e, S. 117. 20 C a y (2002), Au me ksamkei , S. 280. INGA LEMKE 258 wo ü die Me aphe n des Küns le s als ‚lich emp indliche Pla e‘ und ‚Regis- ie appa a ‘ s ehen. Wä e Hegels Besch eibung de „sinnlichen Gewißhei “, die sich allein au die E ah ung des Da-Seins de Dinge bezieh , ein mögliche Ansa zpunk , Cézannes Bes eben nach Ein achhei und Unmi elba kei zu e s ehen? Die „sinnliche Gewißhei “ bei Hegel is au das „Au assen“ – jensei s des Beg ei- ens – bezogen und somi als ein „unmi elba es Wissen“, ein „Wissen des Un- mi elba en ode Seienden“ zu e s ehen.21 Dieses Wissen des „ eine[n] Sein[s]“ eines Objek s ode Gegens andes und des „ eine[n] Ich[s]“, des ei- nen Seins des Subjek s is jedoch, in dem Momen , in dem de Gegens and on dem Bewuss sein eines Ichs, einem Subjek de Wah nehmung, e g i en wi d, be ei s e mi el und somi nu e mi el kommunizie ba .22 Das Ich kann an dem „ einen Anschauen“ und somi „an eine unmi elba en Bezie- hung“ es hal en, jedoch „die Wah hei diese unmi elba en Beziehung is die Wah hei dieses Ich, de sich au ein Je z und Hie einsch änk .“23 Eine sol- che, du ch die Wah nehmung des Subjek s e mi el e Wah hei des Gegen- s andes im Hie und Je z insis ie end zu e ah en, ja diese im Sinne eine Re- lexion diese unmi elba en Beziehung zu beg ei en und male isch umzuse - zen (male isch zu sehen und zu denken) wä e kein ein ache Vo gang, sonde n ein Vo gang höchs e Abs ak ion. Mau ice Me leau-Pon y ha da au hingewiesen, dass Cézanne sich geläu i- gen An inomien „des sehenden und des denkenden Male s“ en zog. E sp ach on seine Kuns als eine „pe sönlichen Wah nehmung“, de en Ges al ung mi dem Ve s and e mi el sei und on de No wendigkei „eine Op ik [zu] scha en“, die sich im Sinne eines „logische[n] Sehen[s]“ e s eh .24 Es is nich de empi ische Blick de Wissenscha en und auch nich de appa a i e Blick de Kame a, mi dem Cézanne au die Na u blick , sonde n eine zu ie s menschliche Op ik, die Cézanne mi de Me aphe des Küns le s als ‚Appa a ‘ en wi : „Au sich selbs zu ück gewo en, konn e e die Na u so be ach en, wie es nu einem Menschen möglich is .“25 Cézanne wand e sich gegen die geis lose, empi ische Na u des na u wis- senscha lichen Posi i ismus und die on ihm gep äg e Zi ilisa ion, die die Wi klichkei zum ‚bloßen Rohs o ‘ und zu ‚Funk ion des Wissens und de wissenscha lichen Behe schung‘ eduzie 26, abe auch gegen den einen Geis eine idealis ischen Äs he ik, de en K i ik an de ecole des ai s des Rea- 21 Geo g Wilhelm F ied ich Hegel, „Phänomenologie des Geis es“, in: de s., We ke, Bd. 3, F ank u /M., 1970, 16. bis 19. Tausend: 1974, S. 82; Hegel bezieh sich in seinem Tex au ein männliches Subjek , heu e müss e die Fo mulie ung selbs e s ändlich neu ale „[…] die- ses Ich, das sich […]“ lau en. 22 Ebd., S. 83. 23 Ebd., S. 88 . 24 Mau ice Me leau-Pon y, „De Zwei el Cézannes“, in: Go ied Boehm (Hg.), Was is ein Bild?, München, 1994, S. 39-59: 44. 25 Ebd., S. 41. 26 Boehm (1988), Mon agne Sain e-Vic oi e, S. 56. DER KÜNSTLER ALS ‚APPARAT’ UND ‚MASCHINE‘ 259 lismus und de Fo og a ie sich in den kuns heo e ischen Deba en in de Mi e des 19. Jah hunde s niede schlug. Reine Empi ie und Idealismus wa en ihm keine Al e na i e in eine Zei , in de die Wah nehmung de Na u und de Dinge dem Subjek de Mode ne zunehmend en emde , e s ell e schien, und de en Einhei nich meh selbs e s ändlich gegeben wa . Die Wi klich- kei wa ü ihn „nich kopie ba “; da es „kein bildha es Double ü sie gab, muss e sie aus den Möglichkei en de Male ei neu e zeug we den.“27 Wesen liches Ziel de Kuns Cézannes wa es, die Na u zu ‚ ealisie en‘, eine Na u , „die sich nich on selbs zeig und die e s die Kuns sich ba mach .“28 Die Realisie ung de Na u wä e in diesem Sinne die in de gemal en Na u Ges al gewinnende „O enba ung eines Ve bo genen.“29 In dem o an- ges ell en Zi a auszug aus den Gesp ächen Cézannes mi Gasque inden wi die Me aphe on dem ‚zu en zi e nden Tex ‘, die an die T adi ion om ‚Bu- che de Na u ‘ e inne ode an eine phänomenologisch undie e Au assung on de „Lesba kei de Wel “30, wie sie bei Hans Blumenbe g en wo en wi d. „Die Na u lesen können“, so Go ied Boehm, „is Absich des Realisie- ens.“31 Dieses Realisie en is als ein den Vo gängen in de Na u analoge P ozess des We dens zu e s ehen, in dem Wah nehmung und Bildges al ung mi einande e woben sind. Max Raphael ha be ei s Ende de 1940e Jah e in seinem (im ame ikanischen Exil nach dem Besuch de Elkins Collec ion in Philadelphia und de Cézanne-Re ospek i e in New Yo k e ass en) Tex zum Mon Sain e-Vic oi e au die bildschöp ende Funk ion des Sehens in Cé- zannes küns le ischem Ve ah en hingewiesen. Einem Ve ah en, in dem „Se- hen, Konzipie en, und Komponie en keine zei liche Folge bilden, sonde n sich in wechselsei ige Abhängigkei oneinande ollziehen.“32 Realisie ung be- deu e nich nu , das Mo i als Idee am Mo i ode den Beg i des Suje s am Suje zu s udie en, das Ideal de Fa be an de Wi klichkei de Fa be, sonde n Ges al und Konzep ion on Bild und Na u in einem p oduk i - ezep i e - sch änk en, p ozessualen Vo gang alle e s he o zub ingen.33 Max Raphael ha Cézannes küns le isches Ve ah en als eine Me hode bezeichne , die eine „empi isch-expe imen elle“ und eine „ heo e isch-ideelle Komponen e“ en - 27 Ebd., S. 118. 28 Ebd., S. 9 und S. 11. 29 Max Raphael, „Kuns we k und Na u o lage. Cézanne: Mon Sain e-Vic oi e“, in: de s., Wie will ein Kuns we k gesehen we den? The Demands o A , hg. . Klaus Binde , F ank u /M., 1989, S. 11-73: 47. 30 Hans Blumenbe g, Die Lesba kei de Wel , F ank u /M., 1981. 31 Boehm (1988), Mon agne Sain e-Vic oi e, S. 60. 32 Raphael (1989), Kuns we k und Na u o lage, S. 45. 33 Vgl. Be nd G owe, „Anschauung und Scha ensp ozess. Kuns geschich liche Beme kungen zu Max Raphaels Bilds udien“, in: Max Raphael, Wie will ein Kuns we k gesehen we den? The Demands o A , hg. . Klaus Binde , F ank u /M., 1989, S. 369-395: 374. INGA LEMKE 260 häl und somi wede als eine Induk ion noch als eine Deduk ion zu besch ei- ben is .34 De Küns le schaue, in sich selbs und in de Na u ungesag e Dinge, welche auße halb de G enzen gel ende Kul u kon en ion liegen […] do hin wo diese im We den und En wi- ckeln beg i en sind […]. Im Ge ühl des Küns le s leb das Ganze des Menschen und de Wel um assende , und es i so in den konk e en Einzel all ein, daß diese zum Ge äß ode zum Symbol ü die subjek i e und objek i e To ali ä wi d. […] De Küns le e mag dieses neue und zu To ali ä s ebende Ge ühl es zuhal en, ohne es ge innen ode ein ie en zu lassen, bis es eine zugleich in- ne e und äuße e Ges al ge unden ha .35 Nu in de Na u und in den on ih ausgelös en Ge ühlen und Si ua ionen kann de Küns le seine Me hode en decken und en al en.36 Mi de Realisie- ung das Wesen de Na u in seine Male ei selbs zu Sp ache zu b ingen wa das e klä e Ziel Cézannes, das e , ielleich e was miss e s ändlich, als ‚See- lengeschich e‘, als ‚Psychologie de E de‘ bezeichne ha . Um sein Ziel de Realisie ung de Na u zu e eichen, muss de Küns le sich on allen Kon en ionen und Klischees de Wah nehmung und om Li e- a ischen, Allego ischen und Symbolischen in de Kuns be eien. Diese be- wuss e „Ak des Ve gessens“37, wie es Go ied Boehm genann ha , e o de die En wicklung eine neuen, eigenen Me hode, die Suche nach eine adäqua- en Wah nehmung, küns le ischen Sp ache und Bildkonzep ion, die Cézanne bis zu seinem Lebensende e olg e. Dabei lös e e sich sukzessi e om S il, on den Gese zen de wissenscha lichen Pe spek i e, on Abbild ealismus und Illusion wie on dem klassischen Came a-Obscu a-Modell des Sehens und un e wa die Ges al ungs egeln de Fa be, de Zeichnung, de plas ischen Ges al ung, de Kon u , des Hell-Dunkels usw. eine k i ischen Re ision. Cézanne bezeichne e die Kuns als eine ‚Ha monie pa allel zu Na u ‘.38 Das Kuns we k i dami als O ganismus eigenen Rech s neben das We k de Na u , au welches es zugleich, auch mi zunehmendem Au onomwe den de 34 Raphael (1989), Kuns we k und Na u o lage, S. 68. Die E ah ung de Na u is bei Raphael imme an spezi isch menschliche Weisen de Wel wah nehmung gebunden, die in de küns - le ischen Da s ellung zugleich eine Übe sch ei ung e äh . Go ied Boehm ha anknüp end an Raphael und Imdahl au die „p ozeßha e Exis enz“ und das „Schauspiel de we denden Na u “ in Cézannes Bildwe ken hingewiesen. Dami e bunden is ein Na u beg i , de die Na u als „Schöp ung“ im Sinne eine „gewo denen Na u (na u a na u a a)“ und eine „we - denden Na u (na u a na u ans)“ beg ei , de en Syn hese Cézanne in seinen Bildwe ken an- s eb . Vgl. Boehm (1988), Mon agne Sain e-Vic oi e, S. 102 . 35 Ebd., S. 46. 36 „Alles is , besonde s in de Kuns , im Kon ak mi de Na u angewand e und en wickel e Theo ie.“ Paul Cézanne, „B ie an Cha les Camoin, 22. Feb ua 1903“, in: Paul Cézanne, B ie e, hg. . John Rewald, Zü ich, 1979, S. 274-275: 275. 37 Boehm (1988), Mon agne Sain e-Vic oi e, S. 55. 38 Vgl. Paul Cézanne, „B ie an Joachim Gasque , 26. Sep embe 1897“, in: Paul Cézanne, B ie- e, hg. . John Rewald, Zü ich, 1979, S. 243. DER KÜNSTLER ALS ‚APPARAT’ UND ‚MASCHINE‘ 261 Bildkons uk ion, imme bezogen bleib .39 De küns le ische P ozess is in die- sem Sinne zu e s ehen als ein Ak de Übe se zung, des Findens eine ange- messenen Fo mulie ung, eines ges al e ischen Äqui alen s im Medium de Male ei, in de Ma e ie de Fa be. E s hie g ei en die küns le ische E ah- ung und das Handwe k mi ein. Konk e bezieh sich die Suche nach a bigen und plas ischen Äqui alen en au das Ve häl nis de Dinge zum Um aum, au die ma e ielle und kö pe liche Kons i uie ung de Einzel o m, au die Bezie- hung on Ma e ie und Fo m, on Fo m und Raum, Lich und Scha en und de gleichen. Cézanne ealisie die Ma e iali ä de Dinge in de Ma e iali ä de Fa be. Dabei e gib sich eine me kwü dige Pa adoxie, eine S eige ung de dingha en P äsenz mi zunehmende Abs ak ion. „Bei Cézanne hö die Ess- ba kei [de F üch e, I. L.] übe haup au , so seh dingha wi klich we den sie, so ein ach un e ilgba in ih e eigensinnigen Vo handenhei “ sch ieb Raine Ma ia Rilke in einem seine B ie e übe Cézanne40 angesich s eines S illlebens mi Äp eln in de g oßen Pa ise Re ospek i e 1907. 1 – Paul Cézanne malend au dem Hügel on Les Lau es, 1906 39 Vgl. Max Imdahl, „Cèzanne – B aque – Picasso. Zum Ve häl nis on Bildau onomie und Ge- gens andssehen“, in: Ul ich Weisne (Hg.), Zeichnungen und Kollagen des Kubismus: Picasso, B aque, G is, Kuns halle Biele eld, 11. Mä z – 29. Ap il 1979, Biele eld, 1979, S. 279-314: 279. 40 Raine Ma ia Rilke, B ie e übe Cézanne, hg. . Cla a Rilke, F ank u /M., 1983 [1953], S. 29. INGA LEMKE 262 Paul Cézanne is seine elemen a en Fo de ung zu malen, „was man sieh , nich […] was man denk ode imaginie “41, mi eine une müdlichen Diszi- plin nachgegangen. Ange eg du ch seinen Leh e Camille Pissa o und beein- luss du ch die Imp essionis en, mi denen e 1872 bis 1877 in einem engen Aus ausch s and, p ak izie e e das S udium de Na u in seinen Po ai s, in seinen S illleben und insbesonde e o dem Mo i in de Landscha , en plein ai , imme wiede und in imme neuen Va ia ionen. Hie , o dem Mo i , en - deck e e die Na u und die Male ei neu, die Synäs hesie de P lanzen, de S eine und de Fa ben, das We den und Ve gehen zwischen E de und Sonne, die Nuancen, Töne, den De ail eich um de sich ba en Na u . Inne halb eine an sich besch änk en Fa bigkei ha Cézanne in seinen spä en Landscha sbil- de n einen Reich um de Fa bwi kungen und Di e enzie ungen on Fo mbe- zügen en wickel , die mi einem in den Rich ungen a iie enden, sich an man- chen S ellen e dich enden, übe lage nden, an manchen S ellen zum Weiß de Leinwand hin ö nenden Fa bau ag einhe gehen und pa iell zu Abs ak ion, zu Eigenwe igkei de Fa b- und Fo mwe e üh en. 2 – Paul Cézanne: Flußlandscha , 1904-1905 41 Boehm (1988), Mon agne Sain e-Vic oi e, S. 26. DER KÜNSTLER ALS ‚APPARAT’ UND ‚MASCHINE‘ 263 Am 8. Sep embe 1906, nu wenige Wochen o seinem Tod, sch ieb Cézanne an seinen Sohn Paul: Ich kann nich jene In ensi ä e eichen, die sich o meinen Sinnen en wickel , ich besi ze nich den wunde ollen Fa ben eich um, de die Na u beleb . Hie , am U e des Flusses, e iel achen sich die Mo i e; dasselbe Suje , un e einem ande en Blickwinkel gesehen, bie e ein S udienobjek on äuße s em In e esse und on solche Mannig al igkei , daß ich glaube, ich könn e mich wäh end eini- ge Mona e beschä igen, ohne den Pla z zu wechseln, indem ich mich bald meh nach ech s, bald meh nach links wende.42 Cézanne begann o dem Mo i die Zei lichkei und die äumliche Beg enz - hei des es ges ell en Blicks zu e lek ie en, de in seine a empo alen Gegen- wa und ela i en Fixie ung des Kö pe s äuße s e In ensi ä e laub . De mo- bile Blick e möglich nich nu zahl eiche Va ia ionen desselben Mo i s, die Eigenwah nehmung de Beweg hei e bunden mi de Ö nung de Zei e ah- ung des Kö pe s au eine den Augenblick übe sch ei ende Gegenwa ö ne die Wah nehmung auch ü die Bewegung, die Belebung, das Fließen, das im Mo i des Flusses be ei s angeleg schein .43 Man kann hie einen Bezug he - s ellen zu Op ik de Fo okame a, de en s illges ell e Blick, de en äumliche und zei liche Beg enzung du ch den Ausschni und den Augenblick nu eine beg enz e Mobili ä im Rahmen eines Posi ionswechsels, eine wiede hol en und a iie enden Au nahme desselben Mo i s e laub . E s de Film e mög- lich es, du ch die ihm eigene Bewegung und Zei lichkei , die Lebendigkei , die Beweg hei de Dinge und de phänomenalen E scheinungen einzu angen. 3 – John Rewald: Blick au die Mon agne Sain e-Vic oi e 42 Paul Cézanne, „B ie an Paul Cézanne j ., 8. Sep embe 1906“, in: Paul Cézanne, B ie e, hg. . John Rewald, Zü ich, 1979, S. 304-305: 304 . 43 Vgl. C a y (2002), Au me ksamkei , S. 278 . INGA LEMKE 264 John Rewald ha sich in den 1930e Jah en die Mühe gemach , die zahl eichen Mo i e und de en Va ia ionen in Cézannes p o enzalische Heima du ch o og a ische Dokumen e zu ekons uie en.44 Die Mon agne Sain e-Vic oi e, hie gesehen on Les Lau es, wa Cézannes be o zug es Mo i , insbesonde e auch seines Spä we ks. Insgesam sind es ca. 60 Gemälde, Zeichnungen und Aqua elle, die sei den 1880e Jah en bis in die Zei nach 1900 (genaue , bis zu seinem Tod 1906) en s anden. Das o og a ische Dokumen e möglich eine e gleichende Be ach ung de o og a ischen und male ischen E assung des Mo i s, die sich jedoch o angig au die Fes s ellung wiede e kennba e Bildda en und de de aillie en E assung des Mo i s besch änk . Zudem wi d sich ba , dass es sich beim o og a ischen Abbild mi seine au den Augen- blick und den Ausschni beg enz en zen alpe spek i ischen Op ik (und ins- besonde e bei de Schwa z-Weiß-Fo og a ie) um eine on de Wi klichkei abs ahie ende Bild o m handel . Die Kame a äng zwa die di ek en Einwi - kungen des Lich s au die Gegens ände ein, au de zweidimensionalen Obe - läche des o og a ischen Bildes we den diese jedoch in eine sich zum Teil in Unbes imm hei au lösende Skala on G auwe en eduzie . Diese als ealis i- sche Abbildung de Reali ä zu lesen, is eine uns selbs e s ändlich gewo de- ne Kul u leis ung eigene A . Die ilmische, a bige Fo og a ie de Mo i e Cézannes in dem Film on Jean-Ma ie S aub und Danièle Huille 45, in dem u. a. auch die einlei end ange- üh en Passagen aus Gasque s Gesp ächen mi Cézanne zi ie we den, läss , wenn auch nu ü Momen e, die lebendige Gegenwä igkei des Na u mo i s spü en. Insbesonde e in jene Passage, in de die Cézanne ezi ie ende S imme Danièle Huille s innehäl und wi nu noch den o O au gezeichne en Ge- äuschen de Na u lauschen und dem s a au das Mo i ge ich e en Kame a- blick olgen, de sich dann, einen ku zen Momen lang, übe den in de To ale sich ba en Ho izon des Be g ückens beweg . „Eine Wel minu e zieh o übe . Sie in Wi klichkei malen! Und alles da ü- be e gessen. Mi ih eins we den. Und die lich emp indliche Pla e sein.“46 Die „Sensa ion“ eines Übe gangsmomen s es zuhal en – das e such e Cé- zanne o seinem Mo i . Auch die Imp essionis en haben die Gegens ände de E ah ung als op isches Phänomen beg i en, als ‚Imp ession‘ on Lich und Fa ben, als momen anen Eind uck eine lüch igen, isuellen E ah ung, und haben diese in eine ib ie ende Obe läche a bige Tex u on hellen Fa b- we en ans o mie . Cézannes ‚Sensa ion‘ hingegen, die sich ü den Male in eine Fülle on a bigen Sehda en (sensa ions colo an es) e schließ , be- zieh sich au „zwei gegensä zliche Bewegungen – die de E de und die des Lich s“; nich die Fixie ung des Momen s, sonde n das „Dasein […] in eine 44 John Rewald, The Pain ings o Paul Cézanne: a Ca alogue Raisonné, New Yo k, NY, 1996. 45 Paul Cézanne im Gesp äch mi Joachim Gasque , F/D 1989, 63 min., Regie und Buch: Dani- èle Huille und Jean-Ma ie S aub, nach den Kapi eln 1 „Le Mo i “ und 3 „L’A elie “ des Buchs Cézanne – Ce qu’il m’a di on Joachim Gasque . 46 Hess (1957), CÉZANNES GESPRÄCHE MIT GASQUET. Vo beme kung, S. 14. DER KÜNSTLER ALS ‚APPARAT’ UND ‚MASCHINE‘ 271 Hie , in de Einsamkei de Landscha seine p o enzalischen Heima , in seine selbs gewähl en, zu ückgezogenen Exis enz jensei s de Zen en g oß- s äd ischen Lebens und de indus iellen P oduk ion, a bei e e Cézanne an ei- nem höchs mode nen P ojek , das Bezüge zu jenem kon o e sen ‚P oblem- komplex‘ au weis , de sich am Ende des 19. Jah hunde s aus de wissen- scha lichen E o schung und de appa a i en T ans o ma ion de Au me k- samkei und de Wah nehmung e gab77 und um 1900 in eine K ise de Wah - nehmung und eine K ise de Sp ache kulminie e. Jenen „eing ei ends en Ve ände ungen in de an iken Indus ie des Schönen“ du ch die „Einwi kun- gen de mode nen Wissenscha en und de mode nen P axis“, du ch die „we- de die Ma e ie, noch de Raum, noch die Zei sind […] was sie sei jehe ge- wesen sind“ und die „die gesam e Technik de Küns e e ände n“, wie es in dem be ühm en Valé y-Zi a am An ang on Wal e Benjamins Kuns we k- Au sa z heiß .78 Li e a u Bäume , Rol , „F agmen a ische Wi klichkei se ah ung, ‚äs he ische Kul u ‘ und das au geschobene Ende de Ve söhnung um 1900“, in: A le e Camion/Wol gang D os /Gé aldi Le oy/Volke Rolo (Hg.), Übe das F agmen . Du agmen , Heidel- be g, 1990, S. 56-71. Blumenbe g, Hans, Die Lesba kei de Wel , F ank u /M., 1981. Boehm, Go ied, Mon agne Sain e-Vic oi e, F ank u /M., 1988. Cezanne, Paul, „B ie an Joachim Gasque , 26. Sep embe 1897“, in: Paul Cézanne, B ie e, hg. . John Rewald, Zü ich, 1979, S. 243. De s., „B ie an Cha les Camoin, 22. Feb ua 1903“, in: Paul Cézanne, B ie e, hg. . John Rewald, Zü ich, 1979, S. 274-275. De s., „B ie an Emile Be na d, 23. Ok obe 1905“, in: Paul Cézanne, B ie e, hg. . John Rewald, Zü ich, 1979, S. 295-296. De s., „B ie an Paul Cézanne jun., 8. Sep embe 1906“, in: Paul Cézanne, B ie e, hg. . John Rewald, Zü ich, 1979, S. 304-305. De s./Gasque , Joachim, „CÉZANNES GESPRÄCHE MIT GASQUET“, in: PAUL CÉZANNE. Übe die Kuns . Gesp äche mi Gasque . B ie e, hg. . Wal e Hess, Hambu g, 1957, S. 7-70. C a y, Jona han, Au me ksamkei . Wah nehmung und mode ne Kul u , F ank u /M., 2002. Düch ing, Hajo, Paul Cézanne. Bilde eines Be ges, München, 1990. 77 Vgl. ebd., S. 225. 78 Paul Valé y, Pièces su l’a , Pa is, o. J., zi . in: Wal e Benjamin, Das Kuns we k im Zei al- e seine echnischen Rep oduzie ba kei , hg., kommen ie und mi einem Nachwo e se- hen on Bu kha d Lindne , S u ga , 2011, S. 7. INGA LEMKE 272 G owe, Be nd, „Anschauung und Scha ensp ozess. Kuns geschich liche Beme kun- gen zu Max Raphaels Bilds udien“, in: Max Raphael, Wie will ein Kuns we k gese- hen we den? The Demands o A , hg. . Klaus Binde , F ank u /M., 1989, S. 369- 395. Hegel, Geo g Wilhelm F ied ich, „Phänomenologie des Geis es“, in: de s., We ke, Bd. 3, F ank u /M., 1970, 16. bis 19. Tausend, 1974. Hess, Wal e , „CÉZANNES GESPRÄCHE MIT GASQUET. Vo beme kung“, in: Paul Cézanne/Joachim Gasque , PAUL CÉZANNE. Übe die Kuns . Gesp äche mi Gasque . B ie e, hg. . Wal e Hess, Hambu g, 1957, S. 7. Imdahl, Max, „Cèzanne – B aque – Picasso. Zum Ve häl nis on Bildau onomie und Gegens andssehen“, in: Ul ich Weisne (Hg.), Zeichnungen und Kollagen des Kubis- mus: Picasso, B aque, G is, Kuns halle Biele eld, 11. Mä z – 29. Ap il 1979, Biele- eld, 1979, S. 279-314. Janin, Jules, „De Dague o yp (1839)“, in: Wol gang Kemp (Hg.), Theo ie de Fo o- g a ie, Bd. I, 1839-1912, München, 1999, S. 46-51. Kemp, Wol gang, „Theo ie de Fo og a ie 1839-1912“, in: de s. (Hg.), Theo ie de Fo og a ie, Bd. I, 1839-1912, München, 1999, S.13-35. Me leau-Pon y, Mau ice, „De Zwei el Cézannes“, in: Go ied Boehm (Hg.), Was is ein Bild?, München, 1994, S. 39-59. Paul Cézanne im Gesp äch mi Joachim Gasque , F/D 1989, 63 min., Regie und Buch: Danièle Huille und Jean-Ma ie S aub, nach den Kapi eln 1 „Le Mo i “ und 3 „L’A elie “ des Buchs Cézanne – Ce qu’il m’a di on Joachim Gasque . Raphael, Max, „Kuns we k und Na u o lage. Cézanne: Mon Sain e-Vic oi e“, in: de s., Wie will ein Kuns we k gesehen we den? The Demands o A , hg. . Klaus Binde , F ank u /M., 1989, S. 11-73. Rewald, John, The Pain ings o Paul Cézanne: a Ca alogue Raisonné, New Yo k, NY, 1996. Rilke, Raine Ma ia, B ie e übe Cézanne, hg. . Cla a Rilke, F ank u /M., 1983 [1953]. S iegle , Be nd, Theo iegeschich e de Pho og aphie, München, 2006. Talbo , William Hen y Fox, The Pencil o Na u e, München, 2011 [Rep in de O igi- nalausgabe London 1844]. Tho eau, Hen y D., W i ings. Jou nal, hg. . B ad o d To ey, Bos on, MA, 1906. Wohl a , Gün e , „Das Schweigen des Bildes“, in: Go ied Boehm (Hg.), Was is ein Bild?, München, 1994, S. 163-183. THESEN III These 6: Es gib Kul u echniken, die eine Nähe zum Unbewuss en au weisen. So is beispielsweise das Kochen eingebunden in wei eichende P ozesse und S uk u en, die sich als Au oma ismen besch eiben lassen. De Beg i de Kul u echniken is in ak uellen kul u wissenscha lichen Dis- ku sen seh p ominen . Besonde s in de medienwissenscha lichen Fo schung spiel das Konzep eine wich ige Rolle. Das G aduie enkolleg Au oma ismen äg den Beg i im Un e i el: Au oma ismen we den als „Kul u echniken zu Reduzie ung on Komplexi ä “ e s anden. Eine Annahme des Kollegs is es, „dass zumindes bes imm e Kul u echniken in ih e Funk ionsweise au das Halbdunkel eine eduzie en Bewuss hei angewiesen sind“.1 Zwa gib es keine e bindliche P og amma ik de Kul u echnik o schung2, doch wi d diese beg i liche Wei e gleichzei ig als eine ih e S ä ken da ge- s ell . Ha un Maye sch eib : „Das Konzep is nich au die sogenann en ele- men a en Kul u echniken (Lesen, Sch eiben, Rechnen) besch änk , sonde n beinhal e auch Techniken des Kö pe s, Rep äsen a ions e ah en und ande e Techniken de He o b ingung.“3 Dies e wei e die Pe spek i e om Zeichen- geb auch4 hin zu T adi ionen, Ri ualen, Habi ualisie ungen, T aining ode Dis- ziplinie ung als den elemen a s en P ak iken, mi denen sich die Kul u ech- nik o schung, wie lange o ih be ei s die E hnologie, beschä ig .5 E ha d Schü pelz sp ich sich ü eine „p axeologische Wende“6 aus, um den P axisaspek in de Besch eibung on Medien als Kul u echniken zu be- onen. Diese Sich weise schein besonde s p oduk i ü die Au oma ismen- Fo schung zu sein. Medien we den in diesem Sinne übe die Fo men ih es 1 Hannelo e Bubli z/Ha mu Winkle , Au oma ismen – Kul u echniken zu Reduzie ung on Komplexi ä , Fo se zungsan ag, Pade bo n, 2011, S. 8-26: 16. 2 Vgl. Ha un Maye, „Was is eine Kul u echnik?“, in: Be nha d Siege /Lo enz Engell (Hg.), Zei sch i ü Medien- und Kul u o schung 1 (2010), S. 121-135: 126-127. 3 Ha un Maye, „Kul u echnik“, in: Ch is ina Ba z/Ludwig Jäge /Ma cus K ause/E ika Linz (Hg.), Handbuch de Mediologie. Signa u en des Medialen, München, 2012, S. 142-148: 142. 4 Vgl. hie zu o allem Sybille K äme /Ho s B edekamp (Hg.), Bild, Sch i , Zahl, München, 2003. Auße dem: Tobias Nanz/Be nha d Siege (Hg.), Ex Machina. Bei äge zu Geschich e de Kul u echniken, Weima , 2006; Ch is ian Kassung/Thomas Macho (Hg.), Kul u echni- ken de Synch onisa ion, München, 2013. 5 Siehe e wa E ha d Schü pelz, „Kö pe echniken“, in: Zei sch i ü Medien- und Kul u o - schung 1 (2010), S. 101-120; Ma cel Mauss, „Die Techniken des Kö pe s“, in: de s., Soziolo- gie und An h opologie, Bd. 2, München, 1975, S. 197-220 [zue s e schienen in: Jou nal de Psychologie No male e Pa hologique 32, 3-4 (1935), S. 271-293]. 6 Vgl. E ha d Schü pelz, „Die medienan h opologische Keh e de Kul u echniken“, in: Lo- enz Engell/Be nha d Siege /Joseph Vogl (Hg.), Kul u geschich e als Mediengeschich e (ode ice e sa?), Weima , 2006, S. 87-110. DOREEN HARTMANN/MONIQUE MIGGELBRINK, MATTHIAS KOCH 274 Geb auchs bes imm . Die Fokussie ung au die all äglichen, sozialen (und ökonomischen) P ak iken, in die sie eingebunden sind, die sie (mi -)ges al en ode die sie kons i uie en, e möglich es, Medien echniken/- echnologien als o ene (nich -de e minie e) Sys eme zu e s ehen. Diese zen alen Aspek e de Kul u echnik o schung zeigen zugleich die G enzen und Anknüp ungspunk e ü die Au oma ismen-Fo schung. Welches Ve häl nis bes eh zwischen Au oma ismen und Kul u echniken? Und o al- lem: Was kann die Au oma ismen-Pe spek i e zu Kul u echnik o schung bei agen? Wäh end Kul u echniken bislang o wiegend als bewuss e Lösung ü komplexe gesellscha liche P obleme beg i en wu den, eg die Au oma is- men-Fo schung dazu an, einen Blick au solche Kul u echniken zu we en, die sich wei es gehend blind ollziehen.7 Au oma ismen se zen do ein, wo das Bewuss sein ausgeschal e wi d; in das wiede hol e Aus üh en on Tä ig- kei en, in Rou inen und Gewohnhei en schlei sich eine ungeplan e S uk u ein. Ein Bei ag des Au oma ismen-Konzep s ü die Kul u echnik o schung is demnach, dass solche unbewuss en P ozesse als Kul u echniken s a k ge- mach we den – bo om up unk ionie ende Kul u p ak iken also, die sich „ohne das Bewuss sein de Be eilig en“ ollziehen. Dem Vo schlag des Kollegs nach gib es also eine Beziehung zwischen Au oma ismen und Kul u echniken. Am Beispiel de Esskul u soll diese Spu nun im Folgenden nachgegangen we den. In de Kul u echnik o schung wi d das Kochen als Kul u echnik e han- del .8 Be nha d Siege leg un e Bezugnahme au Claude Lé i-S auss da , dass das Kochen – als eine de elemen a s en Kul u echniken – au We kzeu- ge angewiesen is . Ein Koch op s elle eben keine McLuhan’sche E wei e ung des menschlichen Kö pe s da , schließlich lassen sich in eine hohlen Hand keine Speisen e hi zen.9 Hie zu sch eib Maye: „Lö el, Töp e, K üge und Schalen sind We ke de Techné, nich de Mimesis.“10 Kochen als Kul u ech- nik is olglich wede au den menschlichen Kö pe besch änk noch da aus ablei ba . Soll nun das Ve häl nis on Kul u echniken und Au oma ismen anhand eine wei e ge ass en Esskul u in den Blick genommen we den, schein die Kul u echnik o schung Schü pelz’sche P ägung besonde s geeigne , da sie 7 Vgl. Bubli z/Winkle (2010), Au oma ismen – Kul u echniken zu Reduzie ung on Komple- xi ä , S. 10. 8 Alle dings bes eh in diesem Punk , wie in ielen wei e en Aspek en inne halb de Kul u - echnik o schung, keine Einigkei . So zwei el e was Thomas Macho den S a us des Kochens als Kul u echnik an. Vgl. Thomas Macho, „Tie e zwei e O dnung. Kul u echniken de Iden i ä und Iden i ika ion“, in: Di k Baecke /Ma hias Ke ne /Di k Rus emeye (Hg.), Übe Kul u : Theo ie und P axis de Kul u e lexion, Biele eld, 2008, S. 99-117: 100. 9 Vgl. Be nha d Siege , „Kul u echniken“, in: Ha un Maye/Leande Scholz (Hg.), Ein üh ung in die Kul u wissenscha , Pade bo n, 2010, S. 95-118: 99-100 sowie Maye (2010), Was is eine Kul u echnik?, S. 131 und S. 135. 10 Maye (2010), Was is eine Kul u echnik?, S. 124. THESEN III 275 eine „P io i ä de Ope a ionske en“11 ein o de , welche au de Handlungs- mach alle be eilig en (nich -)menschlichen Ak eu e be uh .12 Aus diese Pe - spek i e lassen sich sowohl ma e ielle A e ak e als auch kul u elle P ak iken au schlüsseln, die solche Handlungske en ausmachen. Du ch wiede hol es, mühe olles Üben13 mi dem Kochbuch schlei en sich Abläu e ein, die die Komplexi ä des Koch o gangs eduzie en.14 Diese Rou- ine scha nich nu Raum ü das gleichzei ige Aus üh en wei e e Au ga- ben, sonde n e möglich auch den spiele ischen Umgang mi Zu a en und Re- zep en. Zudem beda die Nah ungszube ei ung sei jehe de We kzeuge und wei e e Techniken, ohne die beispielsweise die Jagd ode das Feue machen nich denkba sind. Aus spezi isch mode ne Pe spek i e is die Küche mi - sam ih en Ge ä scha en die äumlich-ma e ielle Basis ü die Techniken des Kochens im All ag bis hin zu Vi uosi ä de Hau e Cuisine. De Kühlsch ank wi d so beispielsweise zum Ak eu in de heimischen Kü- che, de eine ü das Kochen ele an e Lebensmi el e wah ung im All ag e s e laub . Die Domes izie ung15 des Kühlsch anks is in be ei s o handene kul- u elle P axen und We o s ellungen on Ve häuslichung eingebe e , die ihm bo om up o ausgehen. Als Ge ä scha de mode nen Küche is de Kühl- sch ank nich ausschließlich Designobjek , sonde n eine Technologie, die au gesellscha liche Bedü nisse eagie : „De Kühlsch ank wa das Zen um beide Aspek e diese Ideologie de Häuslichkei – e wu de zum Schni punk on Essen (E näh ung) und Saube kei (Ins andhal ung).“16 Wie die Technik- his o ike in Ma ina Heßle zeig , wi d die Implemen ie ung des Kühlsch anks in die häusliche Sphä e zwa beglei e on Ve suchen de S eue ung wie e wa 11 Schü pelz (2010), Die medienan h opologische Keh e de Kul u echniken, S. 91. 12 Vgl. Maye (2010), Was is eine Kul u echnik?, S. 125. 13 Hannelo e Bubli z mach dies am Beispiel des Violine- und Kla ie spielens deu lich. Vgl. Hannelo e Bubli z, „These 2: Au oma ismen beinhal en einen quali a i en Sp ung: Aus de wiede hol en Einschlei ung du ch Übung en s eh – pa adoxe weise – ge ade das Neue: spie- le isch-mühelose Pe ek ion“, in: dies./Roman Ma ek/Ch is ina L. S einmann/Ha mu Wink- le (Hg.), Au oma ismen, München, 2010, S. 23-26. 14 In Anlehnung an Le oi-Gou hans Übe legungen zum Ope a ionsgedäch nis in Hand und Wo (1964) s ell Ha mu Winke anhand e le n e P ak iken (häu ig wiede hol e Rou inen, Ab olgen s e eo ypisie e Ges en) und Ope a ionen (im kollek i en Gedäch nis e anke e Handlungs olgen) dieses ökonomische P inzip on Au oma ismen o . Vgl. Ha mu Wink- le s These im o liegenden Band: „These 5: ,Maschinen ö miges Ve hal en‘ is ü menschli- che Kul u en ,das wesen liche Elemen des Übe lebens‘ (Le oi-Gou han).‘ 15 Im Domes izie ungsansa z medien- und sozialwissenscha liche P ägung wi d de Beg i de Domes izie ung, de im eigen lichen Sinne eine Zähmung wilde Tie e mein , übe agen au die Ve häuslichung und Aneignung on Technik. Vgl. Ju a Röse , „De Domes izie ungsansa z und seine Po enziale zu Analyse all äglichen Medienhandelns“, in: dies. (Hg.), MedienAll ag. Do- mes izie ungsp ozesse al e und neue Medien, Wiesbaden, 2007, S. 15-30: 20. 16 John Ha ley, „Die Behausung des Fe nsehens. Ein Film, ein Kühlsch ank und Sozialdemo- k a ie“, in: Ral Adelmann/Jan O. Hesse/Judi h Keilbach/Ma kus S au /Ma hias Thiele (Hg.), G undlagen ex e zu Fe nsehwissenscha . Theo ie – Geschich e – Analyse, Kons anz, 2002, S. 253-280: 266. DOREEN HARTMANN/MONIQUE MIGGELBRINK, MATTHIAS KOCH 276 wi kmäch igen Disku sen de Haushal smode nisie ung sei ens de Indus ie.17 Jedoch seien die Hausa bei und die Technisie ung des All ags du ch Nich - planba kei gekennzeichne und nu beg enz a ionalisie ba .18 Auch wenn die Indus ie geziel in die Konsumkul u und um Lebensmi el und E näh ung in es ie , zeichne sich Esskul u ge ade dadu ch aus, dass sie eben nich op down planba is . Die Au oma ismen-Fo schung ag nach solchen P ozessen de S uk u en s ehung. Nah ungsau nahme als ein na ü liche Zwang ließe sich nu schwe als Au- oma ismus assen.19 Jedoch is Essen als kul u elle P axis in wei eichende T adi ionen und Ri uale eingebunden, und zwa mi sam seine möglichen En i ualisie ung.20 Die an h opologische Bedeu ung on Lebensmi eln, ih e Zube ei ung sowie de Nah ungsau nahme wu de e schieden lich küns le- isch e lek ie 21 sowie kul u his o isch und philosophisch au gea bei e .22 Es- sen is Teil de kul u ellen Iden i ä und e weis sich, wie Ha ald Lemke be- me k , als e was, „wo in allgemeins e Wel - und Selbs bezüge de Poli ik, de Na u , de Gesellscha , de Kul u , de Geschlech e e häl nisse und de All- agsp axis […] zusammenkommen“.23 Essen is auße dem Mi el de indi idu- ellen Iden i ä ss i ung, inso e n es die eigene Kö pe wah nehmung ad essie ; dami sind die sinnlichen F euden des Genusses ebenso angesp ochen wie die Las des Essens, wenn es in unmi elba en Konnex zu Kö pe gewich , Ge- sundhei sp oblemen ode Spo ges ell wi d.24 Doch nich nu die P axis de Nah ungszube ei ung sowie de Ve zeh on Essen als kul u ell gep äg e Ak sind an Au oma ismen gebunden. Auch die 17 Vgl. Ma ina Heßle , M s. Mode n Woman. Zu Sozial- und Kul u geschich e de Haushal s- echnisie ung, F ank u /M., New Yo k, NY, 2001, S. 187-189. 18 Vgl. ebd., S. 392-393. 19 Vgl. Roman Ma ek, „These 6: Von Au oma ismen kann man nu dann sp echen, wenn keine äuße en Zwänge o liegen. Au oma ismen b auchen mögliche Al e na i en“, in: Hannelo e Bubli z/Roman Ma ek/Ch is ina L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma ismen, Mün- chen, 2010, S. 102-107. 20 Vgl. Ha mu Winkle , „These 13: Au oma ismen haben einen engen Bezug zu Wiede ho- lung, zu Gewohnhei und zu Schemabildung“, in: Hannelo e Bubli z/Roman Ma ek/Ch is i- na L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma ismen, München, 2010, S. 234-236. 21 Essen als Mo i in de Kuns inde sich be ei s in Leona do da Vincis „Abendmahl“ ode in de niede ländischen S illlebenmale ei des 16. und 17. Jah hunde s. Die Ve bindung on Es- sen, Kochen, Kuns und All ag wi d um 1930 on den i alienischen Fu u is en um Ma ine i zen al e handel , be o sie mi Daniel Spoe i in den 1970e Jah en die Bezeichnung „Ea A “ e häl . 22 Siehe e wa Eugene New on Ande son, E e yone Ea s: Unde s anding Food and Cul u e, New Yo k, NY, 2005; Massimo Mon ana i, Food is Cul u e. A s and T adi ions o he Ta- ble: Pe spec i es on Culina y His o y, New Yo k, NY, 2006; Gun he Hi sch elde , Eu opäi- sche Esskul u . Geschich e de E näh ung on de S einzei bis heu e, F ank u /M., New Yo k, NY, 2001; Claudia Schi meis e , B a wu s ode Lachsmousse? Die Symbolik des Es- sens – Be ach ungen zu Esskul u , Biele eld, 2010. 23 Ha ald Lemke, Die Kuns des Essens. Eine Äs he ik des kulina ischen Geschmacks, Biele eld, 2007, S. 15. 24 Vgl. e wa Daniele Dell’Agli, „Essen als ob nich – ein Synd om à la ca e“, in: de s. (Hg.), Essen als ob nich : Gas osophische Modelle, F ank u /M., 2009, S. 7-16. THESEN III 277 Seman iken des Essens selbs sind eingebunden in wei eichende kul u elle P ozesse de S e eo ypisie ung und Schemabildung, die wei es gehend unbe- wuss mi lau en.25 So sp echen e wa Gisela Engel und Susanne Scholz on ei- ne „P oduk ion on na ionalen ode egionalen S e eo ypisie ungen ia Essen und T inken“.26 In seine be ühm en Analyse eine We beanzeige des Pas a- He s elle s Panzani en schlüssel Roland Ba hes die Bo scha en, welche an das abgebilde e Essen gekoppel sind. Die Lebensmi el – allesam Zu a en ü eine ypisch i alienische Pas a – sind mi Vo s ellungen on I aliani ä konno- ie .27 Ba hes leg dami in seine Zeichenanalyse soziokul u elles Wissen übe ou is ische S e eo ype on eine i alienischen Lebensweise o en. Ein ähnliches Spiel mi den Zeichen is es auch, das de Popula isie ung des Toas Hawaii in den bundesdeu schen Haushal en zug unde lieg . Clemens Wilmen- od, seines Zeichens e s e deu sche Fe nsehkoch, e knüp ein he kömmli- ches Toas , eine Scheibe Schinken, Käse und Dosenananas sowie eine obliga- o ische Cock ailki sche mi den Sehnsüch en an eine exo ische Ess- und Le- benskul u .28 Am Beispiel de Esskul u deu e sich an, wie die Pe spek i e de Au oma- ismen die Kul u echnik o schung be eiche n kann. Gleichsam zeig das Bei- spiel au , dass das Ve häl nis on Kul u echniken und Au oma ismen on iel äl igen und wechselsei igen Bezugnahmen gekennzeichne is . Zum einen (1) lassen sich Au oma ismen als Elemen bzw. Bes and eil on bekann en Kul u echniken denken. Wie das Beispiel gezeig ha , is die Kul u echnik Kochen eingebunden in wei eichende Au oma ismen eine Esskul u . Zum ande en (2) sind Au oma ismen ein spezi ische Typ on Kul u echniken. Au oma ismen- und Kul u echnik-Fo schung s ehen also in einem gegensei i- gen Bedingungsge üge: Au oma ismen sind eingebunden in Kul u echniken, ebenso wie sie diese selbs wiede um einbinden. Um diese Annahmen zu e i- izie en und das Ve häl nis noch wei e zu di e enzie en, müss en wei e e Falls udien du chge üh we den; die o liegende These mach hie ü einen e s en Au schlag. Es lieg die Annahme nahe, dass nich nu in eine solch ele- men a en Kul u echnik wie dem Kochen und de gesam en Esskul u Au o- ma ismen wi ksam sind. Als ein Schlüssel ü die Annähe ung zwischen Kul u echniken und Au o- ma ismen könn e sich, wie de Du chgang du ch das Beispiel Esskul u ge- zeig ha , die Logik de Ope a ionske en e weisen. Die Übe se zungsleis un- gen de Ope a ionske en sind nich nu in de Kul u echnik o schung ein 25 Mi solchen S e eo ypisie ungen is ein Ke n hema de Au oma ismen-Fo schung angesp ochen. 26 Gisela Engel/Susanne Scholz, „Einlei ung“, in: dies. (Hg.), Essenskul u en, Be lin, 2008, S. 7- 10: 7. 27 Vgl. Roland Ba hes, „Rhe o ik des Bildes“, in: de s., De en gegenkommende und de s ump e Sinn. K i ische Essays III, F ank u /M., 1990 [ z. OA 1964; „Rhé o ique de l’image“, in: L’ob ie e l’ob us. Essais c i iques III, S. 24-42, 1982], S. 28-46: 43. 28 Ge d Hallenbe ge , „Clemens Wilmen od. Zeichen on Esskul u “, in: mon age/a 10, 2 (2001), S. 123-129: 127. DOREEN HARTMANN/MONIQUE MIGGELBRINK, MATTHIAS KOCH 278 wi kmäch iges A angemen . Auch in de E o schung de Au oma ismen is e eil e Handlungsmach ein bedeu ende heu is ische Fak o . Gleichsam s ell das „Denken in Ope a ionske en“ – zumindes lau Schü pelz – die g öß e He aus o de ung nich nu ü die Ak eu -Ne zwe k-Theo ie selbs , sonde n eben auch ü die Fo schung zu Kul u echniken da .29 Hie aus e ge- ben sich einige F agen zum Ve häl nis on Au oma ismen und Ope a ionske - en. In de Ak eu -Ne zwe k-Theo ie we den Ope a ionske en und Ne zwe k gleichgese z . Wie e hal en sich nun Au oma ismen zu Ope a ionske en? Sind Au oma ismen als Teil de Ope a ionske en zu e s ehen ode s ellen sie e en uell soga selbs die Ke e da ? Do een Ha mann und Monique Miggelb ink 29 Vgl. E ha d Schü pelz, „De Punk des A chimedes. Eine Schwie igkei des Denkens in Ope- a ionske en“, in: Geo g Knee /Ma kus Sch oe /E ha d Schü pelz (Hg.), B uno La ou s Kol- lek i e. Kon o e sen zu En g enzung des Sozialen, F ank u /M., 2008, S. 234-258. THESEN III 279 These 7: Die epis emologische P oblema ik (eine His o isie ung) on Au oma ismen s eh im Ho izon eines mode nen Geschich s e s ändnisses. De Beg i Au oma ismus is e s ens ein Re lexionsbeg i und dien de be- g i lichen Ve gegens ändlichung eines un e ügba en P ozesses. Da in is e dem Re lexionsbeg i Geschich e ähnlich. Zwei ens handel es sich, eben alls analog zu Geschich e, um einen Bewegungsbeg i , de die Dynamik spezi i- sche his o ische P ozesse be i . Au oma ismus is d i ens ein heu is ische Beg i , weil e nich nu einen Gegens and, sonde n auch das Konzep de Besch eibung dieses Gegens ands da s ell . Die These is , dass sich die Me hodologie de Au oma ismen-Fo schung im Ho izon des neuzei lichen Geschich s- und Kon ingenzbewuss seins e o en läss . Dem His o ike Reinha Koselleck zu olge gehen am Ende des 18. Jah - hunde s einschneidende poli ische, ökonomische und soziale E eignisse mi eine kollek i en Wah nehmung s eigende Komplexi ä und Beschleunigung bzw. eine e ände en Zei e ah ung einhe , die sich im Quellenbes and de Jah e zwischen 1780 und 1800 (einem Teil de sogenann en „Sa elzei “30 zwi- schen 1750 und 1850) als abs ak e „Kollek i singula “31 Geschich e aus- d ück . E is Indiz ü die kollek i e Wah nehmung, dass das Zusammenspiel on Bedingungen in his o ischen Zusammenhängen zunehmend komplex und un e ügba is : So s eh e ü eine „E ah ungsweise s uk u elle Vo gege- benhei en [...], die zwa in die jeweils momen anen E eignisse eingehen, die abe diesen E eignissen in ande e Weise o ausliegen als in einem ch onolo- gischen Sinne des Zu o “32, da beide „im E ah ungs aum geschich liche Be- wegung e schiedene zei liche E s eckungen“33 haben. Im Sinne eines globa- len P ozesses, eine empo alisie en Geschich e an und ü sich umg ei die- se abs ak e Re lexions- und Bewegungsbeg i o an sowohl die ielen ein- zelnen Geschich en (his o ia e um ges a um) als auch das his o ische Ge- schehen ( es ges ae).34 Dami en s eh ein ambi alen e Geschich sbeg i : „Objek bezogen wi d Geschich e zu eine his o ischen Ka ego ie, ohne Ge- gens and bleib sie eine me ahis o ische G öße.“35 Me ahis o isch is de Kol- lek i singula angeleg , da e eine abs ak e, nich empi isch e ah ba e His o- izi ä ep äsen ie . Selbs ungegens ändlich, ahm diese His o izi ä die zei - 30 Reinha Koselleck, „Übe die Theo iebedü igkei de Geschich swissenscha “, in: de s., Zei schich en. S udien zu His o ik, F ank u /M., 2003 [OA 1972], S. 298-317: 303. 31 Reinha Koselleck, „Geschich e, Geschich en und o male Zei s uk u en“, in: de s., Ve gan- gene Zukun . Zu Seman ik geschich liche Zei en, F ank u /M., 1979 [OA 1973], S. 130- 144: 130. 32 Reinha Koselleck, „Da s ellung, E eignis und S uk u “, in: de s., Ve gangene Zukun . Zu Seman ik geschich liche Zei en, F ank u /M., 1979 [OA 1973], S. 144-158: 147. 33 Ebd., S. 148. 34 Vgl. Koselleck (2003), Übe die Theo iebedü igkei de Geschich swissenscha , S. 301. 35 Ebd., S. 301 . DOREEN HARTMANN/MONIQUE MIGGELBRINK, MATTHIAS KOCH 280 liche Eigengese zlichkei de ielen und he e ogenen kul u ellen P ozesse36, d. h. die Plu ali ä his o ische Zei en und „Gleichzei igkei des Ungleichzei i- gen“37. Das im Kollek i singula ausged ück e Geschich s e s ändnis is übe die Zei au un e schiedlichs e Weise hema isie wo den und ha dadu ch Ve ände ung e ah en. Koselleck zu olge is diese abs ak e Geschich e als „ anszenden ale Ka ego ie [jedoch nach wie o ] Bedingung unse e neuzei - lichen E ah ung.“38 Das in de Au oma ismen-Fo schung disku ie e Beobach e p oblem39 s eh o dem Hin e g und de du ch das neuzei liche Geschich s- und Kon ingenz- bewuss sein au gewo enen epis emologischen F agen, o allem jene nach Bedingungs e häl nissen in his o ischen P ozessen. Sie sieh sich mi einem Fo schungsobjek kon on ie , das – gleich Geschich e – un e ügba is und anhand eines Re lexions- und Bewegungsbeg i s in p o iso isch-p agma i- sche Absich au den Beg i geb ach we den soll: „Was is de Mo o , ode was die Mo o en, die hin e den beobach ba en Ve ände ungen in Wi kung sind?“40 Au oma ismen selbs sind inso e n keine me ahis o ischen G ößen, sonde n sollen in je spezi ische Weise iden i izie ba sein. Es is jedoch ge a- de ih e La enz bzw. das ü sie cha ak e is ische Ve häl nis on Un e ügba - kei /Phänomenali ä , das eine P oblema ik au wi , die mi de du ch den neu- zei lichen Geschich sbeg i hema isie en e wand is . Anhand einige Dis- kussionspunk e zu His o izi ä on Au oma ismen und zum Ve häl nis on S uk u /E eignis soll das hie ku z e sich lich we den. We Au oma ismen beobach e , sieh sich zu ück e wiesen au de en En s e- hungsp ozess, Au oma ismen haben imme Geschich e. Gleichzei ig haben Au- oma ismen p ozessha en Cha ak e , also eine zei liche Dimension. [...] Die zwei e wich ige Bes immung schein diesem P ozesscha ak e as en gegenge- se z ; als Au oma ismus nämlich wi d man nu ansp echen können, was sich im Vo gang de Wiede holung e es ig .41 Au oma ismen sind demnach eine sei s s uk u elle, e es ig e Resul a e on P ozessen, e wa langen Reihen on Wiede holungen, die plö zlich in einen Au oma ismus umgeschlagen sind.42 Ande e sei s sind sie dynamisch. Sie exis ie en nämlich nich jensei s jene halbbewuss en Abläu e und Handlun- 36 Als ühes Beispiel läss sich an üh en: Johann Go ied He de , Auch eine Philosophie de Ge- schich e zu Bildung de Menschhei , S u ga , 1990 [OA 1774]. 37 Reinha Koselleck, „Wozu noch His o ie?“, in: His o ische Zei sch i 212 (1970), S. 1-18: 17. 38 Ebd., S. 16. 39 Vgl. Oli e Leis e , „These 5: Au oma ismen we en das P oblem de Beobach e in au . Hie - mi sind wei eichende epis emologische F agen e bunden“, in: Hannelo e Bubli z/Roman Ma- ek/Ch is ina L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma ismen, München, 2010, S. 99-102. 40 Ha mu Winkle , „Spu en, Bahnen ... D ei he e ogene Modelle im Hin e g und de F age nach den Au oma ismen“, in: Hannelo e Bubli z/Roman Ma ek/Ch is ina L. S einmann/Ha mu Winkle (Hg.), Au oma ismen, München, 2010, S. 39-61: 39. 41 Winkle (2010), These 13: Au oma ismen haben einen engen Bezug zu Wiede holung, S. 235. 42 Vgl. Bubli z (2010), These 2: Au oma ismen beinhal en einen quali a i en Sp ung, S. 23-26. ÜBER DIE AUTORINNEN UND AUTOREN DR. RALF ADELMANN is Akademische Ra am Ins i u ü Medienwissen- scha en de Uni e si ä Pade bo n. Fo schungsschwe punk e: Wissens- und O dnungss uk u en digi ale Medien, Medienökonomien de Populä kul u , mobile Medien, dokumen a ische Bild o men, isuelle Kul u en. Neue e Pub- lika ion u. a.: Das Medium meine T äume. Ha mu Winkle zum 60. Gebu s- ag (Hg. mi Ul ike Be ge mann) (2013). PROF. DR. FRIEDRICH BALKE is P o esso ü Medienwissenscha un e be- sonde e Be ücksich igung de Theo ie, Geschich e und Äs he ik bilddoku- men a ische Fo men an de Ruh -Uni e si ä Bochum. Von 2008 bis 2012 Sp eche des G aduie enkollegs Mediale His o iog aphien; sei 2013 S ell- e e ende Sp eche de DFG-Fo sche g uppe Medien und Mimesis. Fo - schungsschwe punk e: G enzgebie e zwischen poli ische Theo ie, Li e a u und Medien, Kul u - und Mediengeschich e on Dingen und A e ak en, Me- dien und Mimesis, Theo ie und Geschich e des Dokumen a ischen. Neue e Ve ö en lichungen u. a.: De S aa nach seinem Ende. Die Ve suchung Ca l Schmi s (1996); Gilles Deleuze (1998); Figu en de Sou e äni ä (2009); Die Wiede keh de Dinge (mi Ma ia Muhle und An onia on Schöning) (2011); Reisen mi Ka ka. Pa is, Weima (mi Rembe Hüse ) (2014). Mi he ausgebe des „A chi s ü Mediengeschich e“. CHRISTOPHER BOELMANN is sei 2011 wissenscha liche Mi a bei e am Leh s uhl Ve eil e Sys eme de Uni e si ä Duisbu g-Essen. Fo schungs- schwe punk e: Selbs -S abilisie ung in e eil en Sys emen, neua ige P o- g ammie modelle ü pa allele Anwendungen und P i a sphä e in Online Social Ne wo ks. PROF. DR. HANNELORE BUBLITZ is Senio p o esso in ü Soziologie an de Fakul ä ü Kul u wissenscha en de Uni e si ä Pade bo n. Von 2009 bis 2013 s ell e e ende Sp eche in des DFG-G aduie enkollegs Au oma ismen an de Uni e si ä Pade bo n. Fo schungsschwe punk e: Pos s uk u alis ische (Disku s-)Theo ie und Gesellscha sanalyse, P ak iken de Subjek i ie ung und Selbs echnologien sowie S eue ungs- und No malisie ungsdynamiken in mode nen Gesellscha en, Analysen on Kö pe -, Selbs - und Geschlech e - echnologien. Neue e Ve ö en lichungen u. a.: Disku s (2003); In de Ze - s euung o ganisie . Pa adoxien und Phan asmen de Massenkul u (2005); Im Beich s uhl de Medien. P oduk ion des Selbs im ö en lichen Bekenn nis (2010); Unsich ba e Hände (Hg. mi I ina Kald ack, Theo Röhle und Ha mu Winkle ) (2011); Au oma ismen – Selbs -Technologien (Hg. mi I ina Kal- ÜBER DIE AUTORINNEN UND AUTOREN 288 d ack, Theo Röhle und Mi na Zemann) (2012); Judi h Bu le zu Ein üh ung, 4. e gänz e Au l. (2013). PROF. DR. NORBERT OTTO EKE is P o esso ü Neue e deu sche Li e a u und Li e a u heo ie an de Uni e si ä Pade bo n. Fo schungsschwe punk e: E in- ne ungskul u en und äs he ische Fo mungen mi Schwe punk en in den Be ei- chen D amen- und Thea e geschich e, deu sch-jüdische Li e a u (Li e a u und Shoah), Vo mä zli e a u und Gegenwa sli e a u . Neue e Ve ö en li- chungen u. a.: Wo /Spiele. D ama – Film – Li e a u (2007); New Readings – Neulek ü en (Hg. mi Ge ha d P. Knapp) (2009); „Sp ache, die so ös lich zu mi kam“. Thomas Valen in in B ie en on und an He mann Hesse (mi Dag- ma Olasz-Eke) (2011); Deu schsp achige Li e a u (en) sei 1989 (Hg. mi S e an Eli ) (2012); Poe ologisch-poe ische In e en ionen: Gegenwa sli e a- u sch eiben (Hg. mi Alo Allkempe und Ha mu S einecke) (2012); Sche- ma a und P ak iken (Hg. mi Tobias Con adi, Gisela Ecke und Flo ian Muh- le) (2012); „Nach de Maue de Abg und“? (Wiede -)Annähe ungen an die DDR-Li e a u (Hg.) (2013); Bühne: Raumbildende P ozesse im Thea e (Hg. mi Ul ike Haß und I ina Kald ack) (2014); En au oma isie ung (Hg. mi An- ne e B aue hoch, Rena e Wiesne und Anke Zechne ) (2014). No be O o Eke is de zei Sp eche des G aduie enkollegs Au oma ismen und He ausge- be de Zei sch i ü deu sche Philologie sowie de Ams e dame Bei äge zu neue en Ge manis ik. LIOBA FOIT wa on Mai 2011 bis Mai 2014 wissenscha liche Mi a bei e in am DFG-G aduie enkolleg Au oma ismen an de Uni e si ä Pade bo n. P o- mo ionsp ojek zu „Logik on Hipness: My hen, Figu en, Ökonomien und Poli iken“. S udium in Bonn, Siena und Swansea; MA in he Di e si y o Con- empo a y W i ing (Poli ik, Kul u , Äs he ik). 2012 Visi ing Resea che am McGill Ins i u e o he S udy o Canada in Mon éal. Vo äge, Ve ö en li- chungen, Kon e enzo ganisa ion und Leh e zu En s ehung des Populä en zwi- schen Eme genz und S a egie, zu I onie, kollek i e Iden i ä und Di e si y, Komplexi ä , Kanada, hizoma ische S uk u en s ehung und zu Figu des Hips e s. DOREEN HARTMANN s udie e Allgemeine Li e a u wissenscha , Medienwis- senscha und In o ma ik an de Uni e si ä Pade bo n. Von 2006 bis 2013 wa sie wissenscha liche Mi a bei e in im Be eich Medienäs he ik, Ins i u ü Medienwissenscha en, an de Uni e si ä Pade bo n. Sei 2012 is sie assozi- ie es Mi glied des DFG-G aduie enkollegs Au oma ismen in Pade bo n. Sie a bei e an ih e Disse a ion zu „P ak iken, A e ak en und S uk u en de De- moszene“. Sei 2014 is sie Ku a o in am Heinz Nixdo MuseumsFo um in Pade bo n. Leh - und Fo schungsschwe punk e: Digi ale Kul u en, Kuns und neue/digi ale Medien, Ech zei -Compu e anima ion, Visuelle Musik, Hacke - kul u . LOGIKEN STRUKTURBILDENDER PROZESSE. AUTOMATISMEN 289 TIMO KAERLEIN is wissenscha liche Mi a bei e am Ins i u ü Medienwis- senscha en an de Uni e si ä Pade bo n und assoziie es Mi glied am DFG- G aduie enkolleg Au oma ismen. Von Mai 2011 bis Mai 2014 wa e Kolle- gia dieses Kollegs. P omo ionsp ojek zu Au oma ismen bei de En wicklung und Aneignung on pe sonal media. Fo schungsschwe punk e: Digi ale Kul- u , Mobile Medien, kul u an h opologische Technik- und Medien heo ie. Neue e Ve ö en lichungen: „Playing wi h Pe sonal Media. On an Epis emolo- gy o Igno ance“, in: Cul u e Unbound 5, (2013), S. 651-670; „Apo ien des Touchsc eens. Faszina ion und Disk epanzen eines allgegenwä igen In e - aces“, in: MEDIENwissenscha Rezensionen – Re iews, 1, (2013), S. 7-25. MATTHIAS KOCH is wissenscha liche Mi a bei e am DFG-G aduie enkol- leg Au oma ismen an de Uni e si ä Pade bo n; Disse a ionsp ojek : „His o- iog a ische Ve ah en in A chäologien de Medien“ (A bei s i el). Fo - schungsschwe punk e: Theo ie und Geschich e de Medienhis o iog a ie (Me- dienhis o ik), Geschich s heo ie, Geschich sphilosophie, Disku sanalyse, The- o ien de Un o en. Neue e Ve ö en lichungen: „Valé y, Blumenbe g und die Phänomenologie de Geschich e“, in: Reinha d Babel e al. (Hg.), Alles Mögli- che: Sp echen, Denken und Sch eiben des (Un)Möglichen (2014), S. 35-50; „Das kul u echnische Ap io i F ied ich Ki le s“ (mi Ch is ian Köhle ), in: F ied ich Balke/Be nha d Siege /Joseph Vogl (Hg.), Mediengeschich e nach F ied ich Ki le (2013), S. 157-167. CHRISTIAN KÖHLER is wissenscha liche Mi a bei e am DFG-G aduie en- kolleg Au oma ismen an de Uni e si ä Pade bo n. E o sch zu Theo ie und Geschich e mediale His o iog a ien sowie zu Theo ien de Un o en. Neue e Ve ö en lichungen: „Au sch eibesys eme bes immen unse e Lage: Ki le s e eil es Subjek de Geschich e“ (mi Ma hias Koch), in: Nebulosa. Figu en des Sozialen (2014), S. 75-88; „Das kul u echnische Ap io i F ied ich Ki - le s“ (mi Ma hias Koch), in: F ied ich Balke/Be nha d Siege /Joseph Vogl (Hg.), Mediengeschich e nach F ied ich Ki le (2013), S. 157-167. JÖRN KÜNSEMÖLLER is sei Feb ua 2014 So wa een wickle in de Radio- as onomie de Uni e si ä Biele eld. Zu o wa e wissenscha liche Mi a - bei e am DFG-G aduie enkolleg Au oma ismen und wissenscha liche Hil s- k a im Sonde o schungsbe eich On- he- ly Compu ing an de Uni e si ä Pade bo n. P omo ionsp ojek zu Ma k en wicklung des Cloud Compu ing. E s udie e Na u wissenscha liche In o ma ik in Biele eld. Fo schungsschwe - punk e: Cloud-In as uk u , Spiel heo ie und Mensch-Maschine-In e ak ion. Neue e Publika ion: „P o ide Compe i ion in In as uc u e-as-a-Se ice“, in: P oceedings o he 11 h IEEE In e na ional Con e ence on Se ices Compu- ing (SCC), IEEE Compu e Socie y (2014). ÜBER DIE AUTORINNEN UND AUTOREN 290 DOMINIK LEIBENGER is Dok o and am DFG-G aduie enkolleg Au oma is- men, da o S udium de In o ma ik an de Uni e si ä Pade bo n. Fo schungs- in e essen: Angewand e K yp og aphie, Ne zsiche hei . PROF. DR. INGA LEMKE is P o esso in ü Medienäs he ik mi dem Schwe - punk Visuelle und Neue Medien an de Fakul ä ü Kul u wissenscha en de Uni e si ä Pade bo n. Fo schungsschwe punk e: Medium Auss ellung; medi- ale Aspek e de Rep äsen a ion on Kuns , Thea e , Li e a u in Film und Fe nsehen; In e mediali ä und Thea ali ä , Mediale T ans o ma ion des Pe - o ma i en; Äs he ik de isuellen Medien (Fo og a ie, Film, Video) und Me- dienkuns ; Kuns und Visuelle Kul u ; Äs he ik und Poli ik; neue e Fo schung zum Dokumen sowie zu Bildk i ik, Bildgedäch nis und -disku s. Neue e Ve - ö en lichungen u. a.: „‚Ve schwinden des Kö pe s‘ – ‚Wiede keh des Kö - pe s‘. Thea alisie ung und An h opologisie ung in den audio isuellen Me- dien“, in: E nes W. B. Hess-Lü ich (Hg.), Au o en, Au oma en, Audio isio- nen. Neue Ansä ze de Medienäs he ik und Tele-Semio ik (2001), S. 151-168; „S a egien des Si ua i en. An i-Äs he ik und Re-Äs he isie ung“, in: Zwi- schen-Bilanz. Eine Fes sch i zum 60. Gebu s ag on Joachim Paech, [email p o ec ed]; „Fe nseh hea e -Videope o mance. Samuel Be- cke und die Videokuns “, in: Pe e Seibe /Simone Malagu i (Hg.), Becke und die Medien (2008), S. 157-187; „Thea e /Film – de Kon lik A aud/Du- lac als Pa adigma“, in: Michael Lommel/Isabel Mau e Queipo/Nane e Riss- le -Pipka/Volke Rolo (Hg.), F anzösische Thea e ilme – zwischen Su ea- lismus und Exis enzialismus (2004), S. 109-131; „Fish S o y. Bildk i ik, In e - mediali ä und Disku s – Allan Sekulas k i ische Dokumen a ismus“, in: An- d eas Ki chne /As id Pohl/Pe e Riedel (Hg.), K i ik des Äs he ischen – Äs- he ik de K i ik (2010), S. 190-197; In e en ionen. G enzübe sch ei ungen in Äs he ik, Poli ik und Ökonomie (Hg. mi Do een Ha mann und Jessica Ni - sche) (2012). DR. ROMAN MAREK p omo ie e 2012 in Medienwissenscha en am DFG- G aduie enkolleg Au oma ismen de Uni e si ä Pade bo n. Da o S udium on In e na ional Business & Managemen S udies in Ams e dam und Do - mund (2003), anschließend Os eu opas udien (Kul u & Poli ik) an de FU Be lin mi eine Abschlussa bei (2007) übe die BRD und DDR Mode o o- g a ie. Neue e Ve ö en lichungen u. a.: „Wel aumhunde im Kal en K ieg: Laika als Ve suchs ie , P opagandawa e und Heldin“, in: Raine Pöppinghege (Hg.), Tie e im K ieg. Von de An ike bis zu Gegenwa (2009); Au oma is- men (Hg. mi Hannelo e Bubli z, Ch is ina Louise S einmann und Ha mu Winkle ) (2010); „C ea i i y Mee s Ci cula ion: In e ne Videos, Ama eu s and he P ocess o E olu ion“, in: Ge ha d Fische /Flo ian Vassen (Hg.), Col- lec i e C ea i i y. Collabo a i e Wo k in he Sciences, Li e a u e and he A s (2011); „De ,Klon‘ und seine Bilde . Übe Faszina ion und Äs he ik in de Beg i sgeschich e“, in: E-Jou nal Fo um In e disziplinä e Beg i sgeschich e, LOGIKEN STRUKTURBILDENDER PROZESSE. AUTOMATISMEN 291 2. Jg (2012); Unde s anding YouTube. Übe die Faszina ion eines Mediums (2013). MONIQUE MIGGELBRINK is wissenscha liche Mi a bei e in am Ins i u ü Medienwissenscha en de Uni e si ä Pade bo n. Fo schungsschwe punk e: Fe nseh- und Designgeschich e, Fe nsehmöbel, Populä e Se iali ä und T ends bei Fe nseh o ma en. Neue e Publika ion: Zei sch i ü Medienwissenscha 9, 2 (2013), Themenschwe punk „We bung“ (Gas he ausgebe scha zusam- men mi Ch is ina Ba z). MARTIN MÜLLER s udie e Kul u -, Religions- und E ziehungswissenscha sowie Soziologie und Psychologie in Be lin, Pade bo n und S ellenbosch, Süda ika. E is de zei P omo ionss ipendia de Uni e si ä Pade bo n und Mi glied des Fo schungskolloquiums on Wol gang Schä ne am Ins i u ü Kul u wissenscha de Humbold -Uni e si ä zu Be lin. Von 2011 bis 2014 wa e zue s S ipendia und anschließend wissenscha liche Mi a bei e des DFG-G aduie enkollegs Au oma ismen an de Uni e si ä Pade bo n. 2013 wa e Doc o al Visi ing Fellow an de Uni e si é Pa is-1 Pan héon-So bonne am Cen e d’E udes des Techniques, des Connaissances e des P a iques. 2012 wa e Visi ing Schola an de Columbia Uni e si y in New Yo k. In seinem P omo ionsp ojek a bei e e an kul u - und medienwissenscha lichen F age- s ellungen zu Ve sch änkung on zei genössischen Lebenswissenscha en, Biopoli iken und Technosciences mi speziellem In e esse ü die Disku se de Syn he ischen Biologie. DR. MARION NÄSER-LATHER o sch de zei zu i alienischen F auenbewe- gung „Se Non O a Quando“ (Habili a ionsp ojek ). Von 2012 bis 2014 wa sie Pos doc am DFG-G aduie enkolleg Au oma ismen de Uni e si ä Pade bo n. Nach einem S udium de Eu opäischen E hnologie, Philosophie, Soziologie, Völke kunde, Neue en Deu schen Li e a u und Al en Geschich e p omo ie e sie 2010 am Ins i u ü Eu opäische E hnologie/Kul u wissenscha de Uni- e si ä Ma bu g zum Thema „Bundesweh amilien“. Fo schungsschwe punk- e: Gende o schung, Neue Medien, Religiosi ä s o schung und die Kul u ge- schich e de An ike. PROF. DR. MARCO PLATZNER is P o esso ü Technische In o ma ik an de Uni e si ä Pade bo n. Fo schungsgebie e: Recon igu able Compu ing, Ha d- wa e/So wa e Codesign und pa allele Rechne a chi ek u en. Mi a bei in Ve - bund o schungsp ojek en: EU P ojek EPiCS (Enginee ing P op iocep ion in Compu ing Sys ems), SFB 901 (On-The-Fly Compu ing), SPP 1500 (Ve läss- liche Eingebe e e Sys eme), SPP 1148 (Rekon igu ie ba e Rechena chi ek u- en) und SPP 1183 (O ganic Compu ing). ÜBER DIE AUTORINNEN UND AUTOREN 292 PROF. DR. CHRISTIAN PLESSL is Junio p o esso ü Cus om Compu ing an de Uni e si ä Pade bo n. Seine ak uellen Fo schungsin e essen liegen in den Gebie en Pa allele und Rekon igu ie ba e Rechne a chi ek u en, Ha dwa e/ So wa e Codesign und Adap i e Compu e sys eme. PROF. DR. CHRISTOPH SORGE is Inhabe de Ju is-S i ungsp o essu ü Rech sin o ma ik an de Uni e si ä des Saa landes. Fo schungsschwe punk e: Ne zsiche hei und Da enschu z; in e disziplinä e A bei en an de Schni s elle zwischen In o ma ik und Rech . Neue e Ve ö en lichungen: Siche hei in Kommunika ionsne zen (mi Nils G uschnka und Luigi Lo Iacono) (2013). PROF. DR.-ING. TORBEN WEIS is P o esso an de Uni e si ä Duisbu g-Essen und lei e do die G uppe ü Ve eil e Sys eme. Seine Fo schungsschwe - punk e sind A chi ek u en und P o okolle ü Ve eile Sys eme, Pee - o-Pee Sys eme und selbs -o ganisie ende e ne z e Sys eme. PROF. DR. HARTMUT WINKLER is P o esso ü Medienwissenscha , Medien- heo ie und Medienkul u an de Uni e si ä Pade bo n. Fo schungsgebie e: Medien, Kul u heo ie, Technik heo ie, All agskul u , Semio ik. Neue Ve ö - en lichungen u. a.: Docu e se − Zu Medien heo ie de Compu e (1997); Disku sökonomie −Ve such übe die inne e Ökonomie de Medien (2004); Basiswissen Medien (2008). P ozessie en – Die d i e und e nachlässig e Medien unk ion (e schein 2015). PROF. DR. WERNER WOLF is P o esso ü Englische und Allgemeine Li e a- u wissenscha an de Ka l-F anzens-Uni e si ä G az/Ös e eich. Fo - schungsschwe punk e: Li e a u heo ie (äs he ische Illusion, Na a ologie, Me- a e e enz), In e mediali ä , Funk ionsgeschich e de Li e a u , englische Ro- man des 18. bis 21. Jhs., D ama des 18. bis 20. Jhs. Ve ö en lichungen u. a.: Äs he ische Illusion und Illusionsdu chb echung in de E zählkuns (1993); The Musicaliza ion o Fic ion: A S udy in he Theo y and His o y o In e me- diali y (1999); F aming Bo de s in Li e a u e and O he Media (2006); De- sc ip ion in Li e a u e and O he Media (2007); Me a e e ence ac oss Media: Theo y and Case S udies (2009); The Me a e e en ial Tu n in Con empo a y A s and Media: Fo ms, Func ions, A emp s a Explana ion (2011); Imme - sion and Dis ance: Aes he ic Illusion in Li e a u e and O he Media (2013). (Mi -)He ausgebe de Bde. 1, 3, 5 und 11 de Se ie „Wo d and Music S u- dies“ (1999-2010) sowie meh e e Bde. de Se ie „S udies in In e mediali y“ (Rodopi). Die Au omo ismen o schung un e such s uk u bi ldende P ozesse iensei s bewussle Plcnungen. Sie zeig , doss En wicklungsp o zesse, ouch wenn sie nichl zen ol, in en ionol und on uobenu ge egeh weiden, dennoch ein hohes Moß cn O dnung he o - b ingen und doss es möglich is , ou diese Bosis neue En wick- lungslogiken, neue A en on Kousali o und Geselzmaßlgkel in Wi kung zu besch eiben. Cho ok e is isch ü Aulomo ismen is , doss sie wede dem Be wuss sein noch dem {gesellscho ilichJ Unbewuss en zuzu ech- nen .cind dn.s.s .sia iel neh cu de G enze zwischen beiden Sphö en ope ie en. De Bond s ell E gebnisse de le *en i n Joh e Au omo ismen o schung do . Die Bei öge we en ous e - schiedenen Fochpe spek i en einen Blick ou dcs Konzep de Auioma ismen und * h*l en den i<omplexen Zusommenhöngen de $ ull enlslehung in ln a mo ionslech*ik, Medien und Kul- u zu Sich bo kei . sBN 978-3-7705-5Z3G ililil ||il|ililil]ililil l 9x78377O 557301x