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Heinz Nixdorf und die Universität Paderborn / Herausgeber: Wilhelm Schäfer, Präsident der Universität Paderborn. Text: Anikó Szabó, Universitätsarchiv Paderborn. Redaktion: Christian Berg und Anikó Szabó, Universitätsarchiv Paderborn sowie Frauke Döll, Stabstelle Presse und Kommunikation

Szabó, Anikó

Abstract

Veröffentlichungen der Universität ohne VL-DOI. Heinz Nixdorf und die Universität Paderborn / Herausgeber: Wilhelm Schäfer, Präsident der Universität Paderborn. Text: Anikó Szabó, Universitätsarchiv Paderborn. Redaktion: Christian Berg und Anikó Szabó, Universitätsarchiv Paderborn sowie Frauke Döll, Stabstelle Presse und Kommunikation. Paderborn : Präsidium der Universität, 2016

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Heinz Nixdorf und die Universität Paderborn Am 9. April 2015 wäre der Paderborner Computerpionier Heinz Nixdorf 90 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses runden Geburtstages erinnert die Universität Paderborn an die Verdienste des visionären Unternehmers – für den Hochschulstandort insgesamt und insbesondere für das Heinz Nixdorf Institut als interdisziplinäres Forschungszentrum für Informatik und Technik. Heinz Nixdorf war überzeugt, dass eine erfolgreiche, innovative Entwicklung nur gewährleistet ist, wenn sich Industrie und Forschung gegenseitig Impulse geben. Diese Weitsicht, verbunden mit Nixdorfs entschlossenem Handeln und seinen großzügigen Entscheidungen, wirken in der Universität bis heute fort – bis hin zum Projekt Zukunftsmeile Fürsten allee und dem Spitzencluster it‘s OWL. Der Computerpionier Heinz Nixdorf als Förderer der Universität Paderborn 1952 – Heinz Nixdorf gründet das Labor für Impulstechnik Mit nur 27 Jahren gründet Heinz Nixdorf 1952 das Labor für Impulstechnik, das als Zulieferbetrieb elektronische Rechenwerke herstellt. Von Paderborn aus entwickelt sich die Nixdorf Computer AG zum deutschen Marktführer für Datentechnik mit weiteren Produktionsstandorten in Deutschland, in Europa, in den Vereinigten Staaten und in Singapur. International wächst die Nixdorf Computer AG in den 1980er-Jah- ren zum viertgrößten Computerhersteller in Europa. 1963 – Nixdorf als Förderer von Bildung und Forschung Das Wirtschaftswachstum verlangt nach gut ausgebildeten Arbeitskräften. Neben der Qualifizierung von Fachkräften sollen auch innovative Forschungen Stadt und Region nachhaltig stärken. Heinz Nixdorf findet sich im Jahr 1963 gemeinsam mit zentralen Persönlichkeiten der lokalen Gesellschaft und Wirtschaft in einer Fördergesellschaft zusammen, um sich für den Bildungs- und Forschungsstandort Paderborn sowie die Gründung einer Hochschule einzusetzen. Abbildung 2: Heinz Nixdorf auf dem Richtfest der Staatlichen Ingenieur schule Paderborn, 6. November 1969. Abbildung 1: Aus einer Laborfirma entwickelt sich ein Unternehmen von Weltrang. Versandabteilung der Nixdorf Computer AG in Paderborn, 1980. Heinz Nixdorf gründet das Labor für Impulstechnik Nixdorf als Förderer von Bildung und Forschung 1952 1963 3 1972 – Paderborn wird Hochschulstandort Die Wirtschaftsfachschule und die Ingenieurschule für Maschinenwesen werden 1971 in die Fachhochschule Südost-West- falen integriert. Diese Fachhochschule und die Paderborner Abteilung der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe werden im August 1972 in die neu gegründete Gesamthochschule Paderborn überführt. In den ersten Jahren wird in den Räumen der Vorgängereinrichtungen gelehrt und geforscht, ehe im Mai 1977 die Hochschulgebäude an der Warburger Straße offiziell eröffnet werden. In der anschließenden „Woche der Gesamthochschule“ werden alle Paderborner Bürgerinnen und Bürger auf den Campus eingeladen. Die Veranstaltungen dieser Festwoche sind gleichzeitig Bestandteil des Festprogramms zum 1.200jährigen Stadtjubiläum Paderborns. Abbildung 3: Hochschulrektor Prof. Dr. Friedrich Buttler (l.) und Heinz Nixdorf begutachten einen Nixdorf-Rechner 8820, der an der Hochschule für die Wirtschaftsinformatik eingesetzt wird, 1981. „ Eine Hochschule kann zwar nicht garantieren, dass die Industrie am Ort bleibt, aber ohne eine Befruchtung durch eine Hochschule wird sich die Industrie auf Dauer nicht halten können.“ Heinz Nixdorf am 12. Februar 1986 anlässlich der Einweihung des Cadlab. Paderborn wird Hochschulstandort 1972 4 Abbildung 4: Hochschulrektor Prof. Dr. Friedrich Buttler, Heinz Nixdorf und NRW-Wissenschaftsminister Rolf Krumsiek (v. l.) unterzeichnen am 31. Mai 1985 die Kooperationsverträge zwischen der Hochschule und der Nixdorf Computer AG über das Forschungs- und Entwicklungslabor Cadlab sowie die Sportstiftungsprofessur. 1984 – Nixdorf stiftet Sportprofessur Angesichts der langwierigen Startphase und ungenügender öffentlicher Mittel entscheidet sich Heinz Nixdorf für eine gezielte Förderung der Hochschule. Anfang März 1984 wird bekannt, dass Heinz Nixdorf – selbst immer sportlich aktiv und interessiert – eine fünfjährige Stiftungsprofessur für Sportmedizin und deren Ausstattung finanzieren wird. Zu dieser Zeit wird auch der auf Nixdorfs Initiative hin erbaute Ahorn-Sport- park fertig gestellt. Nixdorf fühlt sich seiner Geburtsstadt Paderborn verbunden und lässt als Mäzen die Stadt und Region an seinem Erfolg teilhaben – auch die Universität-Gesamt- hochschule profitiert von seiner Großzügigkeit. Nixdorf stiftet Sportprofessur 1984 5 Abbildung 5: Fünf Jahre nach der Zusage der Sponsorenmittel wird das Gästehaus am 15. Mai 1990 eingeweiht. Stellvertretend für den 1986 verstorbenen Heinz Nixdorf ist seine Ehefrau Renate Nixdorf gekommen, hier zu sehen mit Hochschulrektor Prof. Dr. Hans-Dieter Rinkens, Dr. Anton Osterhus von der Universitätsgesellschaft und Architekt Prof. Hubert Krawinkel (v. l.). 1985 – Nixdorf sagt Sponsorenmittel für Gästehaus zu Die noch junge Hochschule verfügt schon bald über zahlreiche internationale Beziehungen und schließt Partnerschaften mit Universitäten in aller Welt. Um den Forschern und Gastwissenschaftlern aus dem Ausland unkompliziert Gastfreundschaft gewähren zu können, sagt Nixdorf der Hochschule im Juni 1985 Fördermittel in Höhe von 400.000 D-Mark für ein Gästehaus zu – die Grundlage für das Internationale Begegnungszentrum (IBZ) und das Jenny-Aloni-Gästehaus ist gelegt. 1985 – Gründung des Cadlab Den Vertrag für die Stiftungsprofessur Sportmedizin unterschreiben Heinz Nixdorf, der Hochschulrektor Prof. Friedrich Buttler und der nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister Rolf Krumsiek im Mai 1985. Gleichzeitig besiegelt Nixdorf mit der Hochschule eine Kooperation auf dem Gebiet der Informationstechnik. Mit diesem Vertrag wird das Forschungs- und Entwicklungslabor Cadlab (Computer Aided Design Laboratory) gegründet, das „rechnergestützte Entwürfe von integrierten Schaltkreisen und digitalen Systemen“ erforschen soll. Das Cadlab wird zu gleichen Anteilen mit jeweils 1,2 Millionen D-Mark vom Land Nordrhein-Westfalen und von der Firma Nixdorf finanziert. 1985 Gründung des Cadlab Nixdorf sagt Sponsorenmittel für Gästehaus zu 6 Abbildung 6: NRW-Wissenschaftsministerin Anke Brunn (l.), Heinz Nixdorf und Paderborns Bürgermeister Herbert Schwiete (3 v. r.) auf der Eröffnungsfeier des Cadlab am 12. Februar 1986 in einem ehemaligen Fabrikgebäude an der Bahnhofstraße. 1986 – 50 Millionen D-Mark für Lehre und Forschung Auf der Eröffnungsfeier des Forschungs- und Entwicklungslabors Cadlab im Februar 1986 macht Heinz Nixdorf ein sensationelles Angebot. Nixdorf will der Hochschule 50 Millionen D-Mark aus seinem Privatvermögen für die Forschung und Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zur Verfügung stellen. Als Voraussetzung für die Schenkung dieses Ausmaßes sollen Land und Bund ein doppelt so großes Finanzvolumen aufbringen. Innerhalb kürzester Zeit entwirft die Hochschule ein Konzept für die von Nixdorf geplante Einrichtung. Bereits einen Monat später, im März 1986, berichten die Paderborner Zeitungen von der Zusage des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes zum erforderlichen Eigenbeitrag. Die Gründung des interdisziplinären Zentrums für Informatik und Technik (ZIT), des heutigen Heinz Nixdorf Instituts (HNI), mit dem Forschungs- und Lehrschwerpunkt Informatik mit anwendungsbezogener Technik ist damit beschlossen. 1986 Nixdorf sagt Sponsorenmittel für Gästehaus zu 50 Millionen D-Mark für Lehre und Forschung 7 1987 – Vertrag zur Gründung des Heinz Nixdorf Instituts (HNI) Wenige Tage nach der Ankündigung stirbt Heinz Nixdorf völlig überraschend am 17. März 1986 nach einem Herzinfarkt auf der ersten CeBIT-Messe in Hannover. Den Vertrag zur Gründung des Heinz Nixdorf Instituts unterzeichnet im Juli 1987 Dr. Gerhard Schmidt als Vorstandsvorsitzender der noch von Heinz Nixdorf errichteten gemeinnützigen Stiftungen – der Friedrich von Spee Stiftung, später umbenannt in Heinz Nixdorf Stiftung, sowie der Stiftung Westfalen. Abbildung 7: Am 23. Juli 1987 unterzeichnen NRW- Wissen schaftsministerin Anke Brunn, Hochschul rektor Prof. Dr. Friedrich Buttler und Dr. Gerhard Schmidt als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Westfalen den Vertrag zur Errichtung des Zentrums für Informatik und Technik (ZIT), heute Heinz Nixdorf Institut (HNI). Renate Nixdorf am 10. März 1994 anlässlich ihrer Ernennung zur Ehrenbürgerin der Universität-Gesamthochschule Paderborn. „ Die Universität gehörte bei allem, was mein Mann sich für seine Vaterstadt vorgestellt hatte, zu dem Wichtigsten.“ Vertrag zur Gründung des Heinz Nixdorf Instituts (HNI) 1987 8 Abbildung 8: Zentrum für Informatik und Technik (ZIT) im E-Gebäude, 1990. 1991 – Das HNI im E-Gebäude Im September 1990 bezieht das Heinz Nixdorf Institut (HNI) das auf dem Hochschulcampus neu errichtete E-Gebäude. Offiziell eingeweiht werden die Räumlichkeiten am 25. Januar 1991. Die Bedingungen im Institut sind für Professoren und Forschende hervorragend. Sie haben für die kommenden zwanzig Jahre ein umfangreiches Finanzvolumen erhalten, um anwendungsnahe Grundlagenforschung auf den Gebieten der Informatik und Ingenieurwissenschaften zu betreiben. Begleitend werden im Institut die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse durch neue Techniken untersucht. Das HNI im E-Gebäude 1991 9 www.uni-paderborn.de