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Ästhetik und Soziologie um die Jahrhundertwende: Georg Simmel / hrsg. von Hannes Böhringer und Karlfried Gründer

Abstract

UB Digital. Ästhetik und Soziologie um die Jahrhundertwende: Georg Simmel / hrsg. von Hannes Böhringer und Karlfried Gründer. Frankfurt am Main : Klostermann, 1976

Full text

Uni e si ä sbiblio hek Pade bo n Äs he ik und Soziologie um die Jah hunde wende: Geo g Simmel Böh inge , Hannes F ank u am Main, 1976 u n:nbn:de:hbz:466:1-37722 J. A. Schmoll gen . Eisenwe h Simmel und Rodin . In: Äs he ik und Soziologie um die Jah hunde wende : Geo g Simmel . H sg. on Hannes Böh inge und Ka l ied G ünde . F ank u am Main 1976 (S udien zu Philosophie und Li e a u des 19. Jah hunde s , 27), S. 18-43 . ÄSTHETIK UND SOZIOLOGIE UM DIE JAHRHUNDERTWENDE GEORG SIMMEL He ausgegeben on Hannes Böh inge und Ka l ied G ünde Sonde d uck Vi o io Klos e mann F ank u am Main J. A. SCHMOLL GEN. EISENWERTH Simmel und Rodin Es sei e laub , be o ich zu eigen lichen Sache komme , in diesem K eise de speziell um die Philosophie und Psychologie Geo g Simmeis Bemüh en , in dem ich als Kuns his o ike Außensei e bin, die Sä ze des e s o benen eins igen Di ek o s des Basle Kuns museums und P o esso s de Kuns ge¬ schich e an de Münchne Kuns akademie Geo g Schmid o anzus ellen , die e in de Einlei ung seines Bei ags übe ,Na u alismus und Realismus — ein Bei ag zu kuns geschich lichen Beg i sbildung ' in de Fes sch i zu Ma in Heidegge s 70. Gebu s ag 1959 sch ieb : „. . . Vo allem abe bin ich mi des g undsä zlichen Gegensa zes zwischen dem Denken des Kuns hi¬ s o ike s und dem Denken des Philosophen bewuß . De Kuns his o ike ha op isch -küns le ische Ta bes ände in das ganz ande e Medium de Sp a¬ che zu übe se zen und ha hie ü die möglichs adäqua en Beg i e be ei ¬ zus ellen . Fü den Philosophen is die Sp ache zugleich Medium und Gegen¬ s and des Denkens , denn Sp ache und Denken sind iden isch . Fü den Phi¬ losophen gib es die ie e An inomie zwischen Gegens and und Ausd ucks¬ mi el nich , wie es ü den Kuns his o ike zum äglichen B o gehö . Das Denken des Kuns his o ike s is nie ein p imä es , sonde n imme nu ein in¬ e p e ie endes Denken ." Geo g Simmel wa ein de Kuns de Ve gangenhei wie seine Gegenwa äuße s sensibel au geschlossene Mensch . Seine Kenn nisse in de zei genös¬ sischen Mode ne e s eck en sich in e s e Linie au die anzösische und deu sche Male ei des Imp essionismus on Mane bis Liebe mann und Co- in h , e ne au die Phänomene des Jugends ils und au die damals begin¬ nende Kuns des Exp essionismus , dessen heo e ische Ansä ze ihn — wie man aus e s eu en Beme kungen en nehmen kann — in e essie en . Fü einen deu schen Philosophie -P o esso , es sei mi dies zu no ie en e laub , wa eine de a ige Ube sich übe zei genössische Kuns keineswegs selbs ¬ e s ändlich . Simmel gehö e mi diese Bildung zwei ellos zu den Ausnah¬ men, wie e übe haup höchs musisch-emp indend gewesen sein muß , da e auch ü Dich ung , speziell Ly ik (abe auch ü Shakespea es D amen und 18 Goe hes Gesam we k )und insbesonde e ü Musik auße o den lich ein ge¬ s imm e O gane besaß .Daß ein ü P obleme de Äs he ik in e essie e Philosoph o allem die Male ei beach e ,is hinwiede um ü die Epoche cha ak e is isch .Simmeis Augenme k gal hie bei ,wie bekann ,p imä Remb and und e s in zwei e Linie dem zei genössischen Imp essionismus und den ihm olgenden neue en S ömungen .Abe um so e s aunliche is Simmeis in ensi e Beschä igung mi Rodin .Die Male ei behe sch e as alle äs he ischen Diskussionen des 19.Jah hunde s ,die Bildhaue ei üh e dagegen eine A Scha endasein .Man e gleiche zu diese Fes s ellung e wa Baudelai es „Salons"und p ü e das eigene Wissen übe Plas ik —im Ve häl nis zu Male ei —zwischen dem Klassizismus de Goe hezei und Rodin ,—es spiegel e mu lich in seine Lückenha igkei eine Bildungs¬ übe lie e ung des 19.Jah hunde s selbs ,de die Male ei als K one de bil¬ denden Küns e gal .—Das Au e en Rodins in de Ö en lichkei ab 1877/80 ände e die Rollen e eilung nich g undlegend , e schob abe die Akzen e :Man wu de sich in den be o enen und in e essie en K eisen mi einem Male bewuß ,daß die Schwes e kuns de d eidimensionalen Plas ik neben de zweidimensionalen Male ei doch ein gewich iges Wo in de Fo ¬ mulie ung des Lebensausd ucks de Zei mi zu eden ha e .Und genau dies wa de Punk ,an dem Simmel mi seinen Rodin -Be ach ungen anse z e . Rodins We k wu de ihm zu einem Schlüssel des Zei -und Selbs e s änd¬ nisses. Geo g Simmel is dem Oeu e Rodins ,wenn nich be ei s wäh end de Pa ise Wel auss ellung 1900,so in ollem Bewuß sein beim Besuch de g o¬ ßen P age Rodin -Auss ellung des Somme s 1902 begegne .1Siche sah e zu o schon einzelne A bei en des Pa ise Bildhaue s ,zumindes in Zei ¬ sch i en abgebilde e .Abe de e s e Niede schlag seine Emp indungen und Gedanken übe Rodins Scha en inde sich au g und de Eind ücke de P age Auss ellung in jenem Essay ,Rodins Plas ik und die Geis es ich ung de Gegenwa ',de im Feuille on -Beibla ,De Zei geis 'des ,Be line Ta¬ gebla s ' om 29.9.1902 e ö en lich wu de und de hie —da e bishe nich wiede publizie wo den is —de An egung Michael Landmanns olgend —als Quelle nochmals o geleg wi d .Simmeis Rodin -A ikel on 1902 is zwa nich die e s e deu schsp achige Äuße ung übe Rodin ,abe neben denen on H.Bah ,G.T eu ,R.M.Rilke und O.G au o doch eine 1Ma ga e e Susman,die bekann e Simmel-Schüle in,be ich e ,daß sie Simmel au sei¬ ne Reise 1902 zu g oßen Rodin -Auss ellung nach P ag beglei e e .Siehe:Buch des Dankes an Geo g Simmel —B ie e,E inne ungen ,Bibliog aphie —zu seinem 100.Ge¬ bu s ag am 1.Mä z 1958 he ausgegeben on Ku Gassen und Michael Landmann , Be lin 1958,S.280. 19 de ühes en und sogleich die konsequenzen eichs e Re lexion übe Pe sön¬ lichkei und We k des Pa ise Bildhaue s .2De Feuille onbei ag Simmeis ha die Diskussion übe den anzösischen Küns le in Deu schland s a k beein luß ,ja zum Teil e s ich ig en ach .Man muß heu e ekons u¬ ie en,daß Rodin ,nachdem e die Gemü e in F ank eich schon länge e Zei beweg ha e (ausgelös zue s du ch die A ä e um sein ,Ehe nes Zei al e ' 1877,dann um seine ,Bü ge on Calais 'zwischen 1885— 95 und schließlich wegen seines Balzac -Monumen s 1898),du ch die Wuch seines e sammel¬ en We ks im P i a pa illon neben de Pa ise Wel auss ellung on 1900 die Wel au me ksamkei ,zum Teil auch im Wide s ei ,de a essel e,wie kaum ein Küns le de äl e en Mode ne zu o und wie nach ihm e s wie¬ de Picasso. Simmeis Essay on 1902 ha siche meh ange eg ,als wi heu e wissen, z.B. ielleich die Ve lagsau äge ü Rodin -Monog aphien an R.M.Rilke (1903),Geo g T eu (1903)und O.G au o (1907),die e s en on Deu ¬ schen e aß en Büche übe den Pa ise Bildhaue ,und —was alles zu p ü en wä e —e en uell auch die e s en wich igen Ankäu e on Rodin - We ken du ch deu sche Museen (B emen ,Be lin ,D esden ,München )und Sammle (Ka l E ns Os haus in Hagen und D .Max Linde in Lübeck ).Be¬ sonde en Nachd uck gewann Simmeis Rodin -Essay noch du ch die aus¬ üh lichen Zi a e ,die Julius Meie -G ae e in den zwei en Band seine 1904 e scheinenden , iel beach e en En wicklungsgeschich e de mode nen Kuns 'übe nahm .Denn Meie -G ae es Rodin -Kapi el is eigen lich nich s ande es als ein ,demon ie e ',ze p lück e Wiede abd uck on Simmeis Es¬ say,du chse z on he o ischen und agg essi e klingenden F agen ,als sie es ih em Gehal e nach sind,—um zu kaschie en ,daß de Buchau o Meie - G ae e dieses Kapi el bis au einige e gänzende Fußno en und Einwände (einige da on imme hin auch on Gewich )im G unde ganz ge ne Simmel übe lassen hä e .Man kann sich s eckenweise des Eind ucks nich e weh - 2Abgesehen on den e s en E wähnungen Rodins im Rahmen on Auss ellungsbesp e¬ chungen in deu schsp achigen Zei sch i en du ch :E.Zimme mann (1893),F.Sae es (1897),A.B unnemann (1901),B.Zucke kandel (1901),H.Tschudi (1901),H.Rosenhagen (1902),J.No den (1902)und W.Holzhame (1904),sind die ühes en deu schsp achigen Äuße ungen on Gewich übe Rodin :He mann Bah :Pa ise No izen ,in :Bildung , Essays.Leipzig 1900.Geo g T eu :Rodin .In :Jah b .d.Bild.Kuns ,1903.Geo g T eu : Augus e Rodin ,Be lin 1903.Geo g T eu :Bei Rodin ,in Kuns und Küns le ,He 3,1905. R.M.Rilke :Augus e Rodin .1.Au lage ,Be lin,1903.O o G au o :Augus e Rodin , Knack uß -Küns le -Monog aphien Bd.93,Biele eld u.Leipzig 1908.Simmeis Au sa z on 1902 e schien 1912 auch au F anzösisch :Geo g Simmel :L'GZu e de Rodin comme exp ession de l'esp i mode ne ,in :Melanges de Philosophie Rela i is e .T adui de l'Alle- mand pa M.Ben Rubi)Pa is 1912,S.126-138. 20 en, als üh e Meie -G ae e nu Scheinge ech e und -deba en mi Simmel , um ihn eine sei s de a ausgiebig zi ie en zu können , ande e sei s abe auch das Deko um als Haup au o seines Rodin -Kapi els , d. h. als dessen eigen ¬ liche Ve asse , zu wah en . Meie -G ae e lei e die „Simmel-Passagen " sei¬ ne Rodin -Be ach ung olgende maßen ein: „Rodin ha in einem Deu schen , Geo g Simmel , einen Ve eidige e hal¬ en, de meh zum Ruhme diese Kuns beizub ingen wuß e , als alle Lands¬ leu e des g oßen F anzosen . Die Begeis e ung dieses e ns en Philosophen , de sich, an Schopenhaue s Pessimismus e müde , an Rodin e quick , is so geläu e , daß sie auch ü den nich e lo en geh , de nu an ih e A gu¬ men e , nich an ih e Schlüsse zu glauben e mag ." Und nach sei enlangen Zi a en be on Meie -G ae e die Schönhei diese Sä ze , die e dem Lese nich o en hal en wolle und die nich in eine Tageszei ung e bo gen bleiben soll en . Es kling nochmals wie eine En schuldigung des Au o s ü die eichlichen Anleihen aus Simmeis Au sa z . Doch ha Meie -G ae e mi diesen Passagen a sächlich iel e eich : e lei e e die Au me ksamkei sei¬ ne Lese scha und dami eine b ei e e Ö en lichkei au den bedeu end¬ s en Bildhaue seine Zei hin und zugleich au Simmel als einen K onzeu¬ gen, de mi de Au o i ä und Wü de eines deu schen Philosophie -P o es¬ so s en husias isch ü die plas ische Kuns des F anzosen ein i . Auße ¬ dem üh e Meie -G ae e eine in elligen e Diskussion mi dem, wie e meh ¬ ach be on , so klugen Geis e Simmel, die de wei e en Klä ung o ene F a¬ gen — z. B. de nach dem S ilbeg i — und dem e ie en Ve s ändnis Rodins du chaus dienlich wa en . Simmel selbs ha da au augenscheinlich niemals di ek gean wo e . Abe seine spä e en Äuße ungen übe Rodin lassen den Schluß zu, daß e sich e mu lich doch bemüh e , einige Einwände Meie -G ae es zu be ück¬ sich igen . Wie Simmel spä e be ich e , ha sich Rodin seinen Essay on 1902 übe ¬ se zen lassen und ihm nach de Lek ü e „einen üh end dankba en B ie " gesch ieben , „mi de d ingenden Einladung , ihn gelegen lich in Pa is zu be¬ suchen".3 Diese Begegnung kam abe e s 1905 zus ande . Rodin s and da- 3 G. Simmel : E inne ung an Rodin , in : Vossische Zei ung , Be lin, 27. No embe 1917. Wiede abd uck in Geo g Simmel : B ücke und Tü , Essays des Philosophen zu Geschich e , Religion , Kuns und Gesellscha , im Ve ein mi Ma ga e e Susman he ausgegeben on Michael Landmann , S u ga 1957, S. 194—199. Ve gleiche auch die leich abweichende Da s ellung des Sohnes on Geo g Simmel, Hans Simmel, in seinen E inne ungen an seinen Va e : „Wie ihm in de En wicklung de Philosophie eigen lich nu die Männe wich ig wa en , die zum e s en Male eine neue wel anschauliche Idee zum Ausd uck geb ach ha en , so in de Kuns diejenigen, denen e was g undsä zlich Neues gelungen wa . So in e essie e 21 mals schon im 65.Lebensjah ,Simmel im 47.De Philosoph besch eib die Eind ücke on seinen zwei Besuchen bei Rodin höchs anschaulich in seine „E inne ung an Rodin ",die e nach de Meldung om Tode des Bildhaue s ku z da au in de Vossischen Zei ung om 27.11.1917 e ö en lich e .4 Simmel be ich e ,daß e Rodin zunächs an einem seine Emp angs age in seinem S ad a elie and ,„in einem g oßen K eise on Besuche n ,besonde s on o nehmen und elegan en F auen . E wa ein kleine ,b ei schul ige Mann on iesige Kö pe k a ,de mi Ma mo büs en ,die ich ge ade nu anheben konn e ,wie mi Spielzeugen he umhan ie e .Au den e s en Blick wi k e e wede seh bedeu end noch seh angenehm ;e ha e e was Lis iges,Haschendes im Auge,e wa wie ein schlaue Händle .In seh liebenswü dige Weise üh e e mich an den da¬ s ehenden We ken umhe ,sp ach iel,abe ich ha e seh bald den Ein¬ d uck ,daß dies be ei ges ell e Ph asen wa en und daß e den F emden üh¬ e an seinen eigenen We ken mach e .E s als ich,da übe e d ießlich ,an¬ ing ,zu sagen,wie ich meine sei s mi diese Dinge deu e e ,wu de e e ns ¬ ha e ,zog sich mi mi in eine Ecke des A elie s zu ück ,und als ich mein¬ e,ihn nich länge seinen Besuche n en ziehen zu dü en ,ba e mich,ihn in seine Villa in Meudon zu besuchen ,wo e ein kleines Museum on sei¬ nen We ken au ges ell ha e .Do nun habe ich einen mi höchs denkwü ¬ digen halben Tag mi ihm allein e b ach .E heo e isie e ge n,wie e auch, o z des Mangels an allen Sp achkenn nissen ,eine e hebliche li e a i¬ sche Bildung besaß .Allein es wa seh schwie ig ,das Gesp äch au das We¬ sen liche und En scheidende zu b ingen .E e ging sich mi Vo liebe in all¬ gemeinen Redensa en on ziemlich abgeb auch em Pa hos und einem Ein¬ gehen in die ie e en P obleme schien e wie e was Mühseligem und as kö pe lich Schme zha em zu wide s eben .Ich gab abe nich nach ,und schließlich ha e ich ihn so wei —ich muß e an Odysseus denken ,de den o wäh end ausweichenden P o eus zum Wah sagen zwing — ,daß e ganz e au und pe sönlich on seine Kuns und seinem Leben sp ach . Die indi iduelle ,kon en ions eie deu sche Äuße ungsa schien ihm sympa hisch zu sein.> Zu Ihnen kann ich ei eden < ,sag e e ,> hie e s eh mich niemand < . ihn in de Plas ik nach Michelangelo eigen lich e s wiede Rodin .Diesem begegne zu sein,bezeichne e e als einen de ganz g oßen Pe sönlichkei s -Eind ücke ,die e in seinem Leben ha e .Es ha e sich machen lassen,daß eine Inhal sangabe on Va e s Au sa z übe Rodin diesem o gleg wu de zu eine Zei ,als mein Va e in Pa is wa .So wu de e zu einem de ,Emp änge 'eingeladen ..."(S.262 dieses Bandes.) 4Vgl.hie Anm.3. 22 ...in allem ,was e in diesen S unden übe Kuns sag e, e einig e sich die Rich ung au das Haup sächlichs e und Subs anzielle ,un e öllige Gleichgül igkei gegen alles bloß Technische und E ek olle ,mi eine un¬ glaublichen Sensibili ä ü die eins en Nuancen de E scheinungen ."(S. 194,195)„E ha e die uhige Siche hei des Menschen ,dessen Denken aus¬ schließlich seine Sache gil und sozusagen an de en G enzen hal mach , ohne nach ih en Wi kungen und au ihn zu ück allenden Re lexionen zu agen .Besonde s ansp echend wa die A ,in de e übe seine Fachgenos¬ sen ede e .Das Gesp äch kam au manche ,die ihm du chaus an ipa hisch sein muß en ;abe ich habe kein ab älliges U eil on ihm gehö ,übe all and e ein Posi i es und i gendwie We olles he aus ."(S.197) „Als wi uns enn en ,wa die Hülle kon en ionelle Schön edne ei ,in de e mi zue s gegenübe ge e en wa ,ge allen .Wah scheinlich wuß e e sich dem F emden gegenübe ,den e ielleich nich zum zwei enmal a , wenige engagie und gab sich deshalb o ene als manchem Mi bü ge . Wenigs ens sag e mi Be gson o einigen Jah en ,daß e Begegnungen mi Rodin nich ge ade such e :»Ii ne pa le que des banali es «.Ich hä e ihn ei¬ nes Besse en beleh en können .Denn es wa mi ganz kla gewo den ,daß diese banale Ph aseologie nu ein Außenwe k diese ie en und leidenscha ¬ lichen Seele wa ,ebenso wie seine e o ischen Aben eue , on de en nich ge¬ ade anmu enden (anmu igen ?)De ails ganz Pa is sp ach .5Alles dies wa¬ en Schich en um eine g oße Einsamkei he um ,die e du ch das eine zu e be gen ,du ch das ande e ,wie es mi schien, e geblich zu bannen such e. Denn e sich lich ehl e ihm jede E lösung du ch einen eligiösen Gedan¬ ken .E ha e e ganz und ga am Leben,das e eilich nich in pe sonale Umsch änk hei ,sonde n in seine kosmischen Ve wu zel hei und Ausb ei¬ ung ühl e ."(S.198) Simmel schloß seine ,E inne ung an Rodin 'mi den Wo en :„Wi ha en wohl beide beim Abschied die Emp indung ,daß wi uns nich wiede sehen wü den .Und ielleich wa es gu so.E schick e mi noch ein paa Jah e lang zum Neujah eine eundliche Zeile,die abe wiede öllig kon en io¬ nell wa und mi zeig e,daß jene e au en S unden zu den seelischen Glücks ällen gehö en ,die man nich zu wiede holen e suchen soll."(S. 198,199) Obwohl also Simmel Rodin nich wiede begegne e ,blieb e doch seinem Helden un e den lebenden Küns le n eu .So hiel e im No embe 1908 5Rodin wa damals in (die Pa ise Gesellscha e egende )Beziehungen mi de Du- chesse de Choiseul,eine gebü igen Ame ikane in , e s ick ,aus denen e sich nu müh¬ sam lös e.Auch e zähl e man sich alle lei Amou en om ,al en Pan on Meudon '. 23 jek en seine subjek i en Emp indungen und seine Dich ung e heb ,wi d sie bei Simmel zum Demons a ionsbeispiel seine Lebensphilosophie und zum Illus a ionsexempel seine Deu ung mode ne he akli ische Exi¬ s enz . Man kann nich sagen,daß Rodins Kuns au die eine ode au die ande¬ e Weise , e gewal ig 'wü de ,denn sie leb dadu ch in einem ande en Me¬ dium wei e ,dem de Sp ache —in de Dich ung wie in de Philosophie . Wi kungen und Deu ungen (die imme auch Wi kungen sind)gehö en zum Sein de Kuns we ke .Doch wa sich Simmel de g undsä zlichen Schwie¬ igkei en du chaus bewuß ,die da in bes ehen ,das E lebnis des Kuns ¬ we ks ,das allein seinem Wesen adäqua is ,zum Gegens and eine wissen¬ scha lichen Un e suchung zu machen .Im Vo wo zu seinem Remb and - Buch heiß es zu diesem P oblem (S.VII ): „Hie in lieg die Sch anke on E ö e ungen ,die das Kuns we k nich his o isch , echnisch ode äs he isch au klä en ,sonde n ,als philosophische , dasjenige suchen,was man seinen Sinn nennen kann :die Ve häl nisse zwi¬ schen seinem inne s en Zen um und dem äuße s en Umk eis ,in dem Wel und Leben on unse en Beg i en umsch ieben we den .Denn jenes p imä e E lebnis des Kuns we ks , on dem dessen philosophische Wei e üh ungen genäh we den ,is nich mi objek i e Eindeu igkei es zulegen ;es bleib , so iel Theo e isches auch on ihm ausgehen mag,in de Fo m de Ta sache und is de Theo ie unzugängig —zwa nich on zu ällige Willkü be¬ s imm ,abe on eine imme hin indi iduellen Ge ech igkei ,die die philo¬ sophischen Linien on ihm aus in mannig al igs e Rich ung e lau en läß . Von jede G uppe solche Linien kann man beansp uchen ,daß sie zu le z¬ en En scheidungen üh e ,abe keine da beansp uchen ,zu denle z en zu üh en ."Und nochmals einige Sä ze spä e :„Dies ein ache Ta sächliche is hie jenes E lebnis des Kuns we ks ,das ich als ein unau löslich P imä es hinnehmen will .—Daß die da an angese z en philosophischen Rich linien sich du chaus in einem äuße s en Punk zu schneiden ,sich also in ein philosophisches Sys em einzuo dnen hä en ,is ein monis isches Vo u eil , das dem iel meh unk ionellen als subs anziellen Wesen de Philosophie wide sp ich ." Fü Simmel is also im Oeu e Rodins ,ungeach e seine Vo behal e hin¬ sich lich des wissenscha lich kaum objek i zu besch eibenden Kuns we k¬ e lebnisses,ein Schleie gelü e om geheimnis ollen Wesen mode ne Exis enz .(Wobei wi Heu igen wohl den Einwand e heben dü en ,daß auch dieses sogenann e Wesen mode ne Exis enz um 1890— 1914 keines¬ alls eing ündig cha ak e isie we den kann und da ,da es —wie jede Epoche und beliebige Zei spanne —meh schich ig ,d.h.nu in seine plu a - 30 lis ischen E scheinung his o isch adäqua beg i en we den könn e .15 Sim- mel ha dabei auch e kann , was man heu e wohl deu liche als die Zei ge¬ nossen sieh , obwohl es damals hie und da schon in den Auseinande se zun¬ gen e wa zwischen den Anhänge n de Kuns heo ie Adol on Hilde¬ b ands und den Bewunde e n Rodins als eine g undsä zliche Deu ung on Kuns au bli z e :10 nämlich , daß die Kuns au die Gegebenhei en des Le¬ bens in zwei pola en Möglichkei en eagie (zwischen denen alle dings ein b ei es Spek um on Zwischenlösungen lieg ). Au das O ganisch -S ö - mende im ewigen We den und Ve gehen , au das anscheinend Chao ische und siche Schwe du chschauba e des o alen Lebensp ozesses eagie Kuns nämlich en wede du ch ein Sichdagegens emmen (man kann es mi Simmel auch „Fluch " nennen ) du ch die E ich ung s enge , ja s a e Ge¬ se ze in geome ischen O dnungen — wie in allen Klassizismen — ode du ch ein Bejahen de wuche nden , beweg en und s e s auch ge äh de en Exis enz , indem man ge ade den Ausd uck des Beweg en annimm und s eige — wie z. B. bei Rubens und Be nini , im i alienischen und süddeu ¬ schen Ba ock , in de symphonischen Musikdich ung des 19. Jah hunde s on Bee ho en bis Wagne ode wie im plas ischen We k Rodins , insbeson¬ de e in seinem opus magnum de ,Höllenp o e c. Bei Simmel kling soga gelegen lich de Hinweis au die zei genössische Kon o e se um Hilde¬ b ands neuklassische Theo ie deu lich an. Und es gehö zu seine das Le¬ ben, wie es is , bejahenden Philosophie , daß e sich on Hildeb ands allzu einengende Sich dis anzie und in Rodin den Geis es e wand en e kenn , de aus dem Unbewuß en das ges al e , was e als Analy ike , abe auch als Emp indende , an Einsich en gewonnen ha , — die Zus immung zum „mo¬ de nen " j d a §e (pan a hei ). Beme kenswe , daß Simmel dabei nich die so o —und spä e imme wiede —geb auch e Fo mel om Imp essionis¬ mus —sowohl ü Rodin , als ü seinen „mode nen " Lebensbeg i einse z ( gl. Richa d Hamann : De Imp essionismus in Leben und Kuns , 1907). F eilich isolie Simmel Rodin übe Gebüh (was ihm Meie -G ae e speziell hinsich lich de En wicklung de neue en eu opäischen Plas ik o wa ), o allem auch in bezug au En sp echungen in de Kuns on Rubens bis Goya . Nu zwei übe agende schöp e ische Küns le we den zu Zeugen¬ scha au ge u en : Michelangelo und Remb and , — auch dies wiede im 15 J. A. Schmoll gen. Eisenwe h : S ilplu alismus s a Einhei szwang . Zu K i ik de S ilepochen -Kuns geschich e , in : ARGO , Fes sch i Ku Bad , Köln 1970, S. 77—95. 16 J. A. Schmoll gen. Eisenwe h : Rodins kuns heo e ische Ansich en , in : Bei äge zu Theo ie de Küns e im 19. Jah hunde , Bd. 2, he ausgegeben on H . Koopmann u. J. A. Schmoll gen. Eisenwe h . S udien zu Philosophie und Li e a u des 19. Jah hun¬ de s , Bd. 12/2 (F i z Thyssen S i ung /Fo schungsun e nehmen 19. Jah hunde ), F ank¬ u am Main 1972, S. 238- 256. 31 Geis eli ä e Genie e eh ung ,die eben auch sein Ve häl nis zu Rodin mi ¬ p äg . So is es nich e wunde lich ,wenn Simmel auch in einem ganz ande en Zusammenhang nochmals au Rodin zu ückkomm ,nämlich in seinem Remb and buch on 1916 (2.Au lage 1919).Wie e wähn , auch schon 1902 in seinem e s en Rodin -Essay de Name Remb and s au .Meie -G ae e bezieh sich da au in eine k i ischen Beme kung :„Es is nich bedeu ungs¬ los,daß auch Simmel ...nach eine his o ischen Legi imie ung au einen Male (Remb and )und ge ade au diesen äll ,den Liebling Rodins .E mach es nich ande s als die ganze Plas ik ,die sich in einem Momen e ¬ sch eckende A mu an eigenen Zielen au die Male ei besinn und aus de¬ en spezi ische Fo m ,die bei Remb and das Ex em e s eig ,die E laubnis ähnliche ,d.h.nich plas ische Wi kungen ablei e ."Meie -G ae e geh hie ,gemessen an Simmeis Gedankengang ,in die I e ,weil e in seinen Kuns ka ego ien be angen is .Dahe sein i onische Schluß diese Passage : „das heiß also,wenn es angeh ,aus de Plas ik Male ei und aus de Kuns eine Hexe ei zu machen ,s eh dem Expe imen nich s im Wege."—Da on is abe bei Simmel ga keine Rede .E bezieh Rodin nich in diesem äuße ¬ lichen Sinne de ,Hell -Dunkel -Manie £au Remb and .Das wi d ollends deu lich in seinem Remb and -Buch.Do üh e imme wiede die g oßen gegensä zlichen Möglichkei en de Kuns au ,Leben da zus ellen ,ode ,bes¬ se ,und wie oben be ei s e läu e ,au die Ta sache des Lebens,seine Ei¬ gena ,zu eagie en :Die klassische An ike ,Michelangelo ,Remb and und Rodin sind ü Simmel ie exempla ische Phänomene ,en wicklungsge¬ schich lich ie S a ionen ,denen gelegen lich noch eine ün e zugesell wi d ,das abs ahie ende S ilisie en ägyp ische ode auch sogenann e p i¬ mi i e Kuns (womi Simmel den Anschluß an die mode ns e S ömung seine Zei gewinn ,an die aus Jugends il und Exp essionismus he o ge¬ henden Ziele des A chaisie ens ,des Kubismus usw.,ohne ihnen alle dings Zukun saussich en zuzusp echen ).Rodins Kuns e i in diesem Bezugs¬ sys em wel geschich liche Ges al ungs o men de „Lebensk a "—wie soll e es ande s sein —den ex ems en Punk mode ns e Exis enz .Und ü sie inde e im Remb and -Buch den neuen Beg i des He akli is - mus,de hie schon e wähn wu de .Die E kenn nis om Lebens¬ luß und das Bewuß sein om Fließenden ,ja Ve s ömenden im Le¬ bensganzen de Neuzei —wie Simmel es sieh —wi d on ihm im Bilde on He akli s „pan a hei"beschwo en .Im Remb and -Buch heiß es (S.134):„Rodins Kuns ,insowei sie o iginell schöp e isch is ,s eh im Zei¬ chen des mode nen He akli ismus .Fü das so bezeichenba e Wel bild is alle Subs anziali ä und Fes igkei des empi ischen Anblicks in Bewegungen 32 übe gegangen , in as losen Umse zungen du chs öm ein Ene giequan um die ma e ielle Wel , ode ielmeh : is diese Wel ; keine Ges al ung is auch nu das ge ings e Maß on Daue beschieden , und alle scheinba e Einhei ih es Um isses is nich s als Vib a ion und das Wellenspiel des K ä e au¬ sches. Rodins Ges al en sind Elemen e eine so emp undenen Wel , Um isse und Bewegungen des Leibes sind hie die Symbole on Seelen, die sich in eine Unendlichkei on En s ehung und Ve nich ung hineinge issen ühlen , in jedem Augenblick an dem Punk e s ehen, wo We den und Un e gehen sich begegnen . Die Fo m im Sinne de Klassik is deshalb hie ebenso au ge¬ lös wie bei Remb and , abe das Lebendigwe den , P ozeßwe den de Ge¬ s al ung ollzieh bei Rodin nich zugleich die Fes igung zu dem ganz neu¬ en Sinn und de Ein eihigkei de Indi iduali ä . Die Oszillie ungen und Wi bel des kosmischen Geschehens ielmeh lassen es zu diese nich kom¬ men . . . Die absolu e Beweg hei , in die die Seelen und die ib ie enden und sich bäumenden , zuckenden und liegenden Kö pe bei Rodin hineinge is¬ sen sind, negie die Zei ge ade so, wie das Zu ück e en on alle Beweg ¬ hei in dem Fo mp inzip de Klassik sie negie ha e . Das absolu e We den is genau so unhis o isch wie das absolu e Nich -We den ." Hie da noch einmal an Simmeis me apho isches Ve gleichspaa on Alpen und Mee e ¬ inne we den , die de Ruhe de Klassik und dem Ewigbeweg en in Rodins Kö pe n en sp echen . „Hie lieg , was die Rodinsche Au assung des Men¬ schen on de Remb and schen enn . De Mensch bei Rodin is in alle Be- bungen und Wehen des We dens au gelös , e bes eh sozusagen nu in dem he akli ischen Momen e des We dens — abe das Gewo densein dieses Mo¬ men es spü en wi nich . Auch on seine eigenen Ve gangenhei is e los¬ ge issen —das will sagen, daß e keine Indi iduali ä is . Es is das Lebens¬ ge ühl wie in dem Ve laineschen Ve s : E je m'en ais Au en mau ais Qui m'empo e De ja , de lä Pa eil ä la Feuille mo e." (S. 136) Und ein zwei es Zi a aus dem Remb and -Buch bek ä ig Simmeis Rem¬ b and und Rodin du chaus un e scheidende Au assung (S. 137 .): „Wäh end abe die Klassik , in ih e E üllung du ch Michelangelo , de ewige Une lös hei dieses Menschenschicksals ge ade du ch die Zei losigkei de Fo mgebung eind inglich mach e , Remb and dagegen seine Ges al en on diese übe indi iduellen Wei e ausschloß —ha e sie du ch den ein ei- 33 hig es en Ablau ih e indi iduellen Zei lichkei on dem kosmischen Schicksal abgespe , in dem die Rodinschen Ges al en s ehen und sich ei¬ lich au lösen . Wie die Remb and schen Ges al en deshalb den Michelange¬ lesken gegenübe e was F eies, abe dem Allgemein -Menschlichen Un e - bundenes haben , so zeigen sie den Rodinschen gegenübe eine le z e inne e Siche hei , die diesen, om S u m und den absolu en Ve gewal igungen des Daseins en wu zel en und unpe sönlich gewo denen ganz ehl ; abe im¬ me hin is diese Au gelös hei eine in den Kosmos gehende , das kosmische Leben (dahinges ell , ob es so de ini i ich ig o mulie is ) läß ihnen kei¬ nen Res on Fü sichsein , sie sind nich s als die Oszilla ionen in eine he- akli ischen Wel , zu de en To ali ä sie die Zugehö igkei um den P eis ge¬ winnen , jegliche Subs anz und Lebenseinhei dem bloßen Je z des absolu¬ en We dens p eiszugeben . Indem Remb and s Ges al en diese Einhei und selbs siche e Kon inui ä bewah en , bezahlen sie ih e sei s da ü den P eis , nich eigen lich das Ge ühl des Kosmischen in uns zu wecken ." Die Beweiske e ü die Deu ung des Rodinschen Oeu es im Sinne Sim¬ meis schließ sich, wenn wi — mi ande en — als ein Wesensme kmal sei¬ ne Figu enkonzep ionen das T ansi o ische be onen und ganz allgemein das F agmen a ische als Ausd uckswe seine Kuns beach en . Dies ha e auch Simmel schon üh e kann . Es en sp ich Simmeis Au assung om He akli ischen wie Rodin eine sei s seine Figu en „uns a isch " (labil ) und in s ändigen Bewegungsübe gängen emp inde und wie e ande e sei s einen — dann Schule machenden — S il des F agmen isie ens en wickel , jene Technik , zumal im Ma mo , die Figu en nich ganz aus de Masse zu lösen, sonde n sie wie im P ozeß des We dens , des Sichhe auswindens und Au ¬ auchens zu zeigen, gleichzei ig abe auch wie im Beg i e , Einzu auchen in die Ma e ia P ima , aus de sie sich o m en . Übe dieses Da s ellungsp o¬ blem und seine Deu ungen gib es ge ade in neue e Zei eine eigene Li e a¬ u 17, die dahe hie nich b ei e e ö e zu we den b auchen . Das schein- 17 He be on Einem : De To so als Thema de bildenden Kuns , in : Zei sch i . Äs he ik und Allgem. Kuns wissenscha , 29. Bd. 1935; J. A. Schmoll gen Eisenwe h : De To so als Symbol und Fo m, Zu Geschich e des To so -Mo i s im We k Rodins , Baden -Baden 1954; Das Un ollende e als küns le ische Fo m . Ein Symposion mi Bei ägen on M. Bemol, A. Chas el , K. Con ad , H . . Einem, D. F ey , J. Gan ne , F. Ge ke , J. Mülle -Bla au , J. A. Schmoll g. E., E. Zinn , he ausgegeben on J. A. Schmoll gen. Eisenwe h , Be n und München 1959, Tokio 1971; Non Fini o : DU — Kul u elle Mo¬ na szei sch i , Zü ich , Ap il -He 1959 (mi e schiedenen Bei ägen zum Thema ); To so — das Un ollende e als küns le ische Fo m . Ruh es spiele Recklinghausen 1964, S äd ische Kuns halle Recklinghausen , Ka alog mi Bei ägen on Th. G ochowiak , A. Sch öde , A. Schulze-Vellinghausen , J. A. Schmoll gen. Eisenwe h . 34 ba e Non -Fini o de Ges al ungen Rodins is zu un e scheiden on Michelan¬ gelos aus äuße em Zwang ode inne en Hemmungen un ollende gelassenen Skulp u en wie de ,Ma häus 'und die Boboli-Skla en ,abe auch Teile sei¬ ne Skulp u en in de Medici -Kapelle .Neben Simmel haben auch ande e Zei genossen Rodins diesen Un e schied schon beme k und ,je nach ih e Eins ellung ,k i isie ode bewunde .Simmel gehö zu den posi i We ¬ enden und sieh auch ge ade in diesem F agmen isie en und im bossie en- den Andeu en eine de wesen lichen Ausd ucks o men des Mode nismus im We k Rodins .Spä e wi d e es als An eil am übe g ei enden P inzip des zei genössischen He akli ismus deu en . Ein ande e P oblemk eis be i die Diskussion um den Na u alismus . Simmel un e scheide hie nich ,—wie schon oben beme k —wie wi es heu e wiede in alle Deu lichkei un müssen —ge ade auch wegen de Ve wilde ung in diesem Be eich des Han ie ens mi kuns geschich lichen Be¬ g i en —zwischen Realismus und Na u alismus .Fü Simmel scheinen die¬ se beiden Wo e Synonyme .Deshalb is sein Bei ag zu den Möglichkei en und No wendigkei en ,abe auch G enzen des Na u alismus nu noch be¬ ding uch ba .Einiges da aus wi d sich als gedankliche Hinweiske e , wenn ich es so nennen da , e we en und übe nehmen lassen,ande es müß e aus inzwischen gewachsenen E kenn nissen und neuen Beispielen de G enz e wischung und Ex emges al ung allen gelassen we den .18 Aus dem Ma e ial zu Na u alismus -Diskussion heb sich abe ,wie ich meine,besonde s beach enswe Simmeis Beobach ung übe das Wesen de G uppenplas ik bei Rodin he aus .Hie b ing e Ansä ze zu De ini ionen , zumal im pos hum und agmen a isch publizie en Au sa z on 1923 ,Zum P oblem des Na u alismus ',die bleibende Beweisk a haben .Man möch e angesich s solche Gedankenspli e e mu en ,daß Simmel,hä e e länge leben können , ielleich auch noch zu einem zusammen assenden We k übe Rodin gekommen wä e ,ähnlich seinem Remb and -Buch.Abe auch ohne eine solche — o s ellba e —Zusammen assung seine Gedanken zu Rodin s ellen die e schiedenen Au sä ze on 1902,1909,1911 und 18 Zu Neubes immung de Beg i e Na u alismus und Realismus gl.:Geo g Schmid : Na u alismus und Realismus .Ve such eine kuns his o ischen Beg i sbes immung .Fes ¬ sch i Ma in Heidegge zum 70.Gebu s ag .Göppingen 1959;J.A.Schmoll,gen.Eisen- we h :Na u alismus ,Realismus,Fo o ealismus —Ve such eine Beg i sklä ung ,in :Mi Kame a ,Pinsel und Sp i zpis ole —Realis ische Kuns in unse e Zei .Ruh es spiele Reck¬ linghausen 1973,S äd ische Kuns halle Recklinghausen ,Ka alog ex und J.A.Schmoll, gen.Eisenwe h :Realis ische Male ei und Fo o ealismus —zu eine Reihe on Auss ellun¬ gen und Ka alogen de jüngs en Zei ,in :Kuns ch onik ,27.Jg.,He 2,Feb ua 1974, S.44-65. 35 1917, seine im Remb and -Buch on 1916 (1919) en hal enen g undsä zli¬ chen Beme kungen und die agmen a ischen Äuße ungen im pos hum e ¬ ö en lich en Bei ag ,Zum P oblem des Na u alismus ' übe den anzösi¬ schen Bildhaue insgesam — neben Rilkes Buch, Vo ag und B ie s ellen zum gleichen Thema —den gewich igs en zei genössischen deu schen li e a¬ ischen Niede schlag zu Kuns des Pa ise Meis e s da . Und sie sind da ¬ übe hinaus in de Konsequenz , Rodins We k als exempla isch ü das We¬ sen „mode ne " und zukun sweisende exis enzielle he akli ische Lebens¬ au assung zu e s ehen , zwei ellos die wei ausg ei ends e und ielleich auch ie s e Deu ung , die Rodins Oeu e je e ah en ha . Die schä s e K i ik an Geo g Simmeis E hebung des We ks on Rodin zum Symbol de neuen Zei kam on Leo T o zki . De Ma xis ha e sich nach seine aben eue lichen Fluch aus de sibi ischen Ve bannung 1907 in Wien niede gelassen , wo e bis zum Ausb uch des E s en Wel k iegs seinen es en Wohnsi z ha e . Hie edigie e e die illegale ,P a da c. E sch ieb abe nich nu poli ische A ikel , sonde n auch Kuns be ich e und Glossen zum kul u ellen Leben . Seine Lebensge äh in Na alia Sedowa , die in Pa is Kuns geschich e s udie ha e und ü Male ei ein imme waches In e esse besaß, besuch e ge ne an allen Au en hal so en des Paa es Kuns auss ellun¬ gen und Vo äge übe bildende Kuns . In den ela i uhige en Zwischen¬ zei en des Exils in Wien eg e sie auch T o zki zu solchen Besuchen an. So kam es zu dessen Be ich en übe zei genössische Male ei in München und Wien und zu seine S ellungnahme zu Simmeis Äuße ungen übe Rodin . Seinem A ikel ,Zwei Wiene Auss ellungen im Jah e 1911'19 üg e e eine spezielle Simmel-Passage ein. Sie beginn : „Ube die neue Kuns und die ,neue Seele' sp ach o ku zem bei uns in Wien de Be line P o esso Geo g Simmel in einem b illan en Vo ag übe Rodin . Die ,neue Seele' is ganz in Bewegung , und diese Bewegung is ohne zen ales S eben und ohne Dog¬ ma. Sie is nich nu in zwei ku z au einande olgenden Augenblicken e ¬ schieden, sonde n auch in ein und demselben Augenblick bleib sie sich nie¬ mals gleich. Sie is imme e schieden . Auch die Seele de Renaissance wa in Bewegung . Abe das wa eine ließende und gemessene Bewegung zwischen zwei ex emen Momen en de Ruhe . Die Menschen de Renais¬ sance schwank en zwischen Glauben und Unglauben , zwischen Ch is en um und ,Heiden um ', zwischen Tugend und Las e , zwischen JA und NEIN . 18 Leo T o zki : Zwei Wiene Auss ellungen im Jah e 1911, in : „P a da " om 27. 5. 1911. Wiede abd uck in : Leo T o zki : Li e a u und Re olu ion . Gesammel e Au ¬ sä ze, ussische Ausgabe 1924. Deu sche Übe se zung on Eugen Schae e und Hans on Riesen, Be lin 1968. Neuausgabe : München 1972 (nach diese Ausgabe wu de zi ie ), S. 412- 427, insbes. S. 418 . 36 Solche Abg enzungen kenn die mode ne Seele nich .Sie e einig alles in sich und lös es in sich au .Jede ih e Zus ände is —nu eine E appe des Weges aus dem Unbekann en in das Unbekann e .Sie e ein alle Gegensä ¬ ze in sich,ih JA ön nu ih NEIN e was ab,sie glaub und glaub gleich¬ zei ig nich ,sie lieb Ziele ohne Wege und Wege ohne Ziel.Und eben dieses Ewig-Wide sp üchliche ,Ras lose ,sich Bewegende e moch e Rodin in alle - hä es em und sp ödes em Ma e ial ,in S ein da zus ellen ." T o zki e wi mi un e hohlenem Sa kasmus die on ihm de ges al e e ie e Meinung Simmeis.E s ell zwei Gegenbeispiele au :die deu schen Sozialdemok a en Singe und Bebel au de einen,die Kapi almanage Ca ¬ negie und Aschinge au de ande en Sei e.Auch diese hä en in ih e Weise An eil an de ,mode nen Seele'de Zei ,abe sie kann en absolu kla e Wege und Ziele,wenn auch öllig gegensä zliche .T o zki äh o :„Die Simmelsche Cha ak e isie ung läß sowohl Bebel wie Aschinge ,die pola en E scheinungen de mode nen Kul u ,auße ach und läu dami au die Selbs cha ak e is ik eine G uppe hinaus .Die ,neue Seele'Simmeis is in Wi klichkei die Seele de In elligenzle g oße S äd e .De Imp essionis¬ mus is ih e Kuns und die äs he isch maskie e Indi e enz ih e soziale Mo¬ al ,Nie zsche ih P ophe ,de ,Simplicissimus 'ih e Sa i e ,Simmel ih phi¬ losophische Feuille onis wie Somba ih olkswi scha liche Feuille o¬ nis ."T o zki s ell lapida es ,daß die neuen In elligenzle ,die in eine „e s en Pe iode ih e Selbs bes immung "„s ü misch mi de T adi ion au allen Gebie en de Philosophie ,de Mo al und de Kuns geb ochen ha en ", und die damals „ih e S ü ze in de Gemeinscha "such en ,seh bald schon in sich die sozialen Tendenzen du ch e eine en Indi idualismus übe ¬ wanden .T o zki cha ak e isie dami auch den Weg de Sezessionen und das Abebben des sozial engagie en Realismus und (nach deu schem li e a¬ u wissenscha lichen Te minus :)Na u alismus um 1900.An spä e en S el¬ len seine Aus üh ungen komm T o zki imme wiede au Rodin ,dessen Cha ak e isie ung du ch Simmel e übe nimm („Rodin ha den Kö pe de Bewegung un e geo dne ,abe eine inne en Bewegung ,de Bewegung de Seele,die in dem Kö pe leb "),—doch gegen Simmeis Lebensphilosophie de ,neuen Seele'bleib e ge eiz und emp indlich .Die Kuns ha sich sei¬ ne Meinung nach imme meh on ih e sozialen Ve an wo ung zu ück¬ gezogen,um sich in de „ze b echlichen Schale de ,neuen Seele'"zu e ¬ schließen .De Sozial e olu ionä de Pe manen en Re olu ion s ieß mi dem Philosophen des mode nen He akli ismus zusammen .Das We k des Bildhaue s Rodin ha e ü beide nu ein me apho isches In e esse .Abe sein Rang als Küns le s and ü beide unbes i en es .Rodin ha e ein neues Menschenbild gescha en ,das hob ihn he aus aus allen Bemühungen 37 seine bildne isch ä igen Zei genossen .Die Anschauung dieses neuen Men¬ schenbildes ,eines in s e e Bewegung gleichsam zi e nden und dadu ch see¬ lische Kon lik e nach außen p ojizie enden ,ö ne e dem sensiblen Kul u ¬ philosophen Simmel die Augen ü E kenn nisse ,die schon in ihm wuchsen . So sah Simmel in Rodins Menschen Sinnbilde de Zei und de Zukun , wie e sie analysie e .T o zki ,de on ande en Vo ausse zungen aus die k i ische Sonde an die Zei phänomene se z e ,e kann e auch die hohe Lei¬ s ung Rodins ,sah in ih abe nu die Bes ä igung seines U eils übe die Kuns de spä bü ge lichen In elligenz als eine o den ha en sozialen Ta sachen und Au gaben in die Ve inne lichung lüch enden .Fü ihn wa Meunie eigen lich in e essan e ,wenn auch küns le isch wenige bedeu end —wo in e mi Simmeis We ung üb igens wiede übe eins imm e . 38 AUS DER DISKUSSION Joachim Ri e :In Simmeis Ve häl nis zu Rodin i die Bedeu ung des Äs he i¬ schen in den Blick.Simmel nimm es zunächs ein ach als Ausd uck de mode nen Zei .Abe dann komm mi de Rede om He akli ismus eine Wende :Die mode ¬ ne Exis enz is he akli ische Exis enz ,es gib ein Oszillie en und Wi beln de kos¬ mischen Elemen e usw.Das Kuns we k Rodins is die Inka na ion dieses mode ¬ nen Lebens,e e kö pe diesen He akli ismus ,und zwa in de ex ems en Fo m .So is e ü Simmel ebenso exempla isch wie einziga ig .Gib es noch ein Phänomen ,in dem diese He akli ismus aßba wi d ?Geschieh es nu in Rodin , wä e das eine sei s eine ungeheue e S eige ung de äs he ischen Ka ego ie ,ande e ¬ sei s eine G enze .Es is die F age ,ob diese Inka na ion des He akli ismus in an¬ de e Zusammenhänge übe se zba is ode eine le z e Fo m ,übe die man eigen ¬ lich nich hinauskomm .Es wä e eine Konsequenz diese Inka na ion ,daß de ä he ische S ilbeg i p oblema isch wi d .Wohin geh es on diese unmi elba en , nich nu äs he ischen Da s ellung des mode nen He akli ismus wei e ?Is ü Simmel Rodin eine le z e Inka na ion ,ode üh ein Weg da übe hinaus ?Simmel sag einmal ,das gegenwä ige Leben en hal e in de Fo m des Lebensp ozesses auch die Zukun .Übe äg man das au Rodin ,so wä e e als Inka na ion auch die Zukun ,und es könn e da übe hinaus nich s meh gesag we den . Schmoll :Simmel ha an eine S elle soga gesag ,Rodin is de Küns le —e o ¬ mulie e was o sich ig —de die g öß e Zukun besi z ,de in seine Kuns ü die kommende Kuns am meis en zu sagen ha .Das wä e eine Teilan wo .—Im Au sa z on 1909 ha e e kann ,was ihm 1902 noch nich kla wa :daß die Be¬ wegung das En scheidende is in de Figu enges al ung Rodins ,und om Bewe¬ gungsmo i komm e dann spä e zum Schluß des He akli ismus .Abe im 1902- Au sa z ha e eben schon gesag ,daß die Gegensä ze ,die uns auseinande eißen , in diesem We k eine Syn hese inden ,eine Lösung,die dadu ch den Be ach e eben auch e lösen kann . Coenen :E s aunlich is ja,daß Simmel,de in seine Soziologie on abs ak en Fo men ede ,sich mi de abs ak en Kuns ,den geome ischen Bilde n Kan - dinskys z.B.,nich meh be aß ha . Schmoll :Bei Simmel auch de Beg i des S ilisie ens ,de Geome isie ung au , wobei e abe keine Beispiele nenn .So bleib man im Ungewissen :Mein e au¬ ße eu opäische sogenann e „p imi i e "Kuns ode e wa den geome ischen S il de G iechen ,A chaisches ode Ägyp isches ?Ode mein e ga Bes ebungen ,die zum Kons uk i ismus in de damals p og essi s en Fo m —bei Malewi sch — üh en ,die ja in de Konsequenz de Geome isie ung noch o Kandinsky lie¬ gen?Abe diese Dinge ha e wohl nich meh ech e s ehend wah genommen . Joachim Ri e :Die Rodin -Abhandlung in de philosophischen Kul u 1beginn mi eine Vo beme kung übe Meunie ,de „den küns le ischen Anschauungswe de kö pe lichen A bei "en deck habe .De Mensch selbs is de A bei ende ... 39