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[Charakterisierung der vier Leiter der Meisterklassen für Malerei an der Kunstschule Saarbrücken] / Dr. Schmoll gen. Eisenwerth

Schmoll, Josef A.

Abstract

UB Digital. [Charakterisierung der vier Leiter der Meisterklassen für Malerei an der Kunstschule Saarbrücken] / Dr. Schmoll gen. Eisenwerth. In: Junge Menschen lernen malen. Jg.1 Faltblatt. 1948

Full text

Uni e si ä sbiblio hek Pade bo n Junge Menschen le nen malen [Cha ak e isie ung de ie Lei e de Meis e klassen ü Male ei an de Kuns schule Saa b ücken] Schmoll, Jose A. Augsbu g, 1948 u n:nbn:de:hbz:466:1-37690 13. KUNSTAUSSTELLUNG SCHAEZLERPALAIS AUGSBURG SEPTEMBER 1948 JUNGE MENSCHEN LERNEN MALEN Leh me hode heu ige Bildges al ung un e Lei ung on P o . Ka l Kunz an de Schule ü Kuns und Handwe k in Saa b ücken Geö ne ab 5. Sep embe 1948 äglich on 10 bis 13 Uh und on 14 bis 17 Uh auße Mon ag Die Kuns schule Saa b ücken (S aa lich Saa ländische Schule ü Kuns und Handwe k ) is on allen Wie¬ de - und Neug ündungen höhe e Kuns schulen nach 1945 (wenn nich die , so doch ) eine de eies en Eu opas . Was ih besonde es Gep äge ausmach , is ih e Tole anz gegenübe den e schiedenen küns ¬ le ischen Tendenzen unse e Zei . Da in lieg ih e Möglichkei , übe die Au gabe eine Kul u b ücke zwischen F ank eich und Deu schland hinaus eichend , ins Gesam eu opäische zu wi ken . Diese O enhei gegenübe den Gegenwa ss ö¬ mungen sp ich schon allein aus de Zusammense ¬ zung ih es Leh kö pe s , dem Dozen en mehe e Na¬ ionen angehö en und dessen Ab eilung ü Male ei einen ganzen Fäche an küns le ischen Rich ungen en häl . Es sei de Ve such e laub , die ie Lei e de Meis e klassen ü Male ei in Saa b ücken mi wenigen S ichwo en zu cha ak e isie en , um den wei gespann en Raum , in den die jungen Kuns schü¬ le ein e en , ahnen .zu lassen . Die leidige „Eino d¬ nung de Küns le in das geläu ige Beg i ssys em heu ige Kuns gesp äche wi d mi allen Vo behal en gewag , um schnelle zum Ziele zu kommen . 1. He mann Hen y Gowa , Di ek o de Kuns schule , aus Hambu g s ammend , in Nizza seßha gewo ¬ den , is de Meis e eine seh kul i ie en Syn hese zwischen Imp essionismus und Exp essionismus . Von e s e em zeug seine Se ie on Nizza -Imp essionen , die ge ade in eine Mappe a bige Rep oduk ionen im Saa e lag e schein . In seinen g oß lächigen Landscha en , S illeben und igü lichen Komposi io¬ nen he sch eine za e Ve hal enhei gegenübe den Dingen o , die ganz in de Abs u ung ma e zu in ensi s en Fa ben sp ich und die Fo men und Kon¬ u en bis zu Abs ak ion e schlei . 2. De Flame F ans Mase eel , de mi seine eichen Holzschni p oduk ion zu den Klassike n exp essio¬ nis ische G aphik gehö , e i auch in de Male¬ ei einen k a ollen , a big -e dha en und gedämp ges imm en seh pe sönlichen S il, de , wie sein mäch iges Holzschni we k , seinen kämp e ischen Ideen eines sozialen Humanismus dien . Im Zen um de A bei F ans Mase eels s eh de Mensch unse¬ e Zei , unse e S äd e und Indus ie , den die g oße No in ih e mechanischen Fanga me gep eß ha und de in sich ein heißpochendes He z und übe sich eie Wel en spü . 3. Bo is H. Klein , im Elsaß gebo en , in Deu schland au gewachsen , in Luxembu g ansässig gewesen , e ¬ i inne halb de G uppe de Saa -Meis e eine ganz eigenwillige „konk e e " Male ei . Sein e s aun¬ lich ielsei iges Scha en eich on de Basis eali¬ s ischen Na u s udiums bis zu absolu en Fo mges al¬ ung emo ionale Linienphan asie und geome ische Elemen a - Fä b - Fo m - Kons uk ionen . Dazwischen b ei e Klein die ganze Skala „abs ahie ende " Möglichkei en aus , om e is ischen Po ä bis zu kosmischen Vision . 4. In eine benachba en P o inz küns le ische An¬ schauungen is Ka l Kunz , dessen Schüle mi ih en A bei en hie auss ellen , angesiedel . De Augsbu - ge is in de Ö en lichkei du ch die Mi wi kung an de im Nachk iegsdeu schland Au sehen e egenden Auss ellung „Ex eme Kuns " im Schaezle palais be¬ kann gewo den . Kunz üh e ein ü die Gegenwa s¬ gene a ion bezeichnende Weg om Nachimp essio¬ nismus zu absolu en Ges al ung . Wie Bo is H. Klein ge ä auch Kunz o übe gehend in den S ahlungs¬ be eich des „Dessaue Bauhauses ". Nach eine Epo¬ che ganz „konk e en " (d. h. landläu ig gesp ochen „abs ak en ") Scha ens in Male ei und - höchs be¬ deu sam - i plas ischen A bei en (Holzskulp u und Relie ) und dann wäh end de Zwischenpe iode o ¬ izielle Mal e bo e , bilde sich sein eigene S il aus . Du ch den Ans u m schon üh geschau e Gesich e on de Ze s ö ung des Menschen und seine Wel ge ä e imme zwangsläu ige in die Auseinande ¬ se zung mi dem P oblem de Ges al . Kunz ha das absolu e ode konk e e Bilden niemals au gegeben , abe es gib sei länge e Zei nu meh den Un e ¬ bau ü seine Ve suche ab , mi dec Ges al und mi den ealen Abb e ia u en eine Umwel e inne ung Komposi ionen zu o men , die en wede ein deko¬ a i en Zielen dienen (Wandbilde , Sg a i os ), ode sein Ringen mi neuen symbolischen Deu ungen zu g oßen Ta elbilde n ge innen lassen . Ein wich ige Bes and eil seine s a k on de ku igen Linie he schwingenden Fo m is neben de plas ischen ode lächenha en Ges al (und das heiß o : de mensch¬ lichen Figu ode Teil igu ) die Gegenges al , die en emde e , en we e e , umgekeh e , ausgehöhl e ode e hüll e Fo m, iel ach das Nega i eines Kö pe s als Abd uck ode die lee e Hülse eines Ab¬ gusses , endlich das Liniengespinns seine du chsich¬ igen und sich spiele isch e selbs ändigenden Kon¬ u en . De Sinn diese Figu en , die zu wohlausge¬ wogenen Gebilden , Komposi ionen und Wandbild¬ ges al ungen zusammenwachsen , is le z en Endes in de ie schich igen K ise des Menschenbildes unse e Zei zu suchen . In den Bilde n on Kunz wi d dieses Menschenbild schme zlich en hüll . Kunz is eine s a ke pädagogische Begabung eigen und ihm is neben Klein die G undleh e ü Male ei in Saa b ücken an e au . In de Me hode diese G undleh e und in ih en E gebnissen spiegel sich das pe sönliche Scha en des Leh e s kaum wiede . Auch dies gehö zu den e eulichen und e ischen¬ den Ta sachen de Saa b ücke Kuns schule : es we ¬ den do keine kleinen Gowas , Mase eels , Klein s ode Kunzs he angezüch e !Die Elemen a leh e wi d wie das Na u s udium , wie das Ak zeichnen , wie die Fä b - und Komposi ionsleh e , wie die Ma e ialkunde als objek i e Pla o m angesehen , on de aus jede Einzelne seine Begabung en sp echend absp ingen kann , - in welche Rich ung e mag , und sowei und so ie ode hoch ihn seine eigenen K ä e agen . Die Un e ich sme hode is aus den eichen E ah¬ ungen en wickel , die sich sei de sys ema ischen E a bei ung dieses Gebie es in de „Bauhaus "-P axis e gaben . Als heo e ische Ausgangssch i en dü en imme noch die Äuße ungen Kandinskys zu den P o¬ blemen de absolu en Male ei und Paul Klees „ Pä¬ dagogisches Skizzenbuch " aus de Bauhaus -Buch¬ eihe gel en . Die Elemen e , mi denen de Küns le au de gegebenen Fläche ope ie : Punk , Linie, Linien igu , Flächen igu , Fa bwe e und ih e Funk¬ ionen , En wicklungs - und Kombina ionsmöglichkei¬ en bis zu S eige ung und Ve dich ung in Gebilde on konk e em Dasein und küns le ischem Ausd uck , dies is de Au gabenk eis de sys ema ischen G und¬ leh e . Es handel sich hie bei z. B. um die Weckung des Ve s ändnisse ü den Eigenwe eine Fa be , sowohl ü sich, als in ih em Ve häl nis zu eine Fo m , und zu Nachba o men und - ä ben . Es handel sich um die Schä ung de Siche hei in de Anwendung bes imm e Linien ü bes imm e Funk ionen , um das Abschä zen de Wi kungen de „Dinge an sich". Da aus diesen „Dingen an sich" alle Kuns we ke be¬ s ehen , so is diese G undleh e nich s ande es als die Ve mi lung des konk e en We kzeugs , mi dem die Ges al ung un e nommen wi d . De junge Male le n hie die Buchs aben des U alphabe s , das zu¬ gleich ein ewiges Espe an o e möglich , - e le n die Zusammense zung de Buchs aben zu Wö e n und de Wö e zu Sä zen . Abe die Ausbildung eine eigenen Handsch i , das Niede sch eiben eines Ge¬ dankens , die Fügung de Buchs aben , .Wö e und Sä ze zu eine Dich ung , - das bleib seine inne en S imme o behal en , die seine Hand üh ung „be¬ s imm ". - Mi den E gebnissen de G undleh e , den konk e en Gebilden (neugescha enen Fo m - und Fa bkompo¬ si ionen on Eigenwe ), Übungss ücken de musika¬ lischen Komposi ions - und Tonleh e e gleichba , sind ü den Schüle die Möglichkei en e ungen , nun selbs ändig wei e bilden zu können , übe dies be¬ si z de Schüle du ch die Behe schung de Mi el im einzelnen auch die ' Fähigkei , selbs siche e übe den We , die schöp e ische Leis ung und Dich e kon¬ k e e Kuns gebilde zu u eilen , um seine eigene Sp ache zu s eige n . E s aunlich is imme wiede die Füile de pe sönlichen Äuße ungsmöglichkei en , de indi iduellen Va iabili ä , die besonde s deu lich in den Lösungen gleichges ell e G undleh e -Au gaben du ch e schiedene Schüle zu age i . Hie übe gib die gegenwä ige Auss ellung beme kenswe e Au ¬ schlüsse . Nich s is da in on de sogenann en *Ab - ö ung des Schöp e ischen zu e kennen , die on den K i ike n de abbild emden Kuns sei jehe p ophe¬ zei wu de . Im üb igen wi d du ch die G undleh e keine sys ema ische Abkeh on de „Wel de Na¬ u o men " e zwungen . Im Gegen eil beweisen die du chaus „na u gegens ändlichen "A bei en de du ch die G undleh e hindu chgegangenen Schüle wel - eben Gewinn sie aus de G unde ziehung schöp en : ih e Komposi ionen e scheinen du ch U k ä e ge¬ s ä k , a big und o mal behe sch und geläu e . Die En scheidung , ob die Fo mensp ache mi den zu Zei allgemeindeu ba en Na u - und Symbol beg i ¬ en umkleide we den ode „nack " und ei ü sich s ehen soll , i de einzelne Küns le ode sch eib ihm de Au ag o . Ge äh lich schein es , die e schieden lich sich abzeichnende Anbahnung neue „o ganische " Fo m-Sinn -Einhei en in de Gegen - wansmale ei du ch die Tages o de ung nach eine sogenann en allgemein e s ändlichen , allgemein¬ e bindlichen Kuns zu o cie en . Wi neigen aus No (nu zu e s ändlich !) zu Tagesp og ammen , S undenzielen , Augenblicks ezep en . Es wä e allzu ungeduldig in eine Zei allgemeine Abwe ungen , die Wünsche nach eine neuen ,allgemein ane kann en Kuns wäh ung zum Maßs ab ü die Beu eilung de in Fluß be indlichen konk e en (abs ak en ) Male ei zu e heben . De g oße Bedeu ungswandel , de sich in de Abwendung on de Na u obe läche und ih en Bilde n om Menschen und seine UmweJ sei Jah zehn en ollzieh , be ei e ielleich nich nu den Ve lus de cl en Bildgehal e als „allgemein e bind¬ liche " We e o , sonde n doch wohl auch den Ge¬ winn neue Aus-Sich en und Ein-Sich en , denen sich zunächs - wie imme - nu wenige schauend 'en ¬ gegen as en . Noch imme da übe de gesam en Leis ung de konk e en Kuns , die nach dem zwei en ■Wel k iege besonde s in Deu schland wiede s a k au blüh e , de Ti el s ehen , den F anz Ma c (ge . 1916) un e eine seine le z en abs ak en Zeichnun¬ gen im K iegsskizzenbuch sch ieb : „A senal ü eine Schöp ung ". Dieses ho nungs olle Wo könn e auch übe de je zigen Auss ellung de Saa b ücke Kuns -Schüle ¬ a bei en s ehen , in denen sich das e ns e Bemühen um die U gese ze und .U elemen e bildha en Scha ¬ ens ausp äg . Hie is uns ein Blick in die We ks a geö ne , in de die Möglichkei en eine eine en Kuns sp ache e p ob we den , ,die ims ande wä e , eine neuen Schöp ung zu dienen . D . Schmoll gen . Eisenwe h . De Weg des mode nen Male s , de heu e be ei s de Gene a ion de 60 - 70jäh igen angehö , begann ausschließlich in de na u alis ischen bzw . imp essio¬ nis ischen Bildau assung , also in eine gegens änd¬ lichen , die sei de Renaissance die eu opäische Ma¬ le ei behe sch . Ih e En wicklung bedeu e ein Sich L loslösen on de äuße en und g ei ba en E schei¬ nung de Dinge und ein Hinabs eigen zu den We¬ senhei en , den U o men und G und o men des Le¬ bens und de Na u . Es en sp ach dem Wesen diese En wicklung , daß sie auch danach s eb e , die we k - ge ech e 'n o malen und male ischen Mi el (Fläche , Plas ik , Hell -dunkel , Kal -wa m usw .) in ih e eigenen Ausd ucksk a wiede zu Anwendung zu b ingen . Diese En wicklung is un e ande em beding du ch die F agwü digkei des mode nen Lebens , du ch die En we ung de We e und bedeu e ein Suchen nach unze s ö ba em Besi z . Eine mode ne Kuns e ziehung kann nich meh , wie es bishe in de Kuns schulen geschah ode noch ge¬ schieh , mi de Wiede gabe des op isch e aßba en Na u eind ucks beginnen , sie beginn ielmeh mi de Leh e on den Mi eln und de ihnen eigenen Ausd uckswe e . Dies is de eigen liche Sinn des hie ausges ell en Leh planes , de in meinen beiden Klas¬ sen , G undleh e und Meis e klasse , an de Saa ¬ b ückene Kuns schule inne halb eines Jah es du ch¬ ge üh wu de . E is au ge eil in eine Anzahl eng beg enz e Au gaben , die on den absolu en Fo ¬ men (Quad a , K eis, D eieck usw .) übe o ganische Fo men zu eine neuen Gegens ändlichkei üh , die aus den G undgese zen des Bildes , in e s e Linie de Fläche , en wickel is . Dabei zeig sich, daß schon in den An ängen Wesenhei en zum Ausd uck ge¬ b ach we den , wie S ehen , S eigen , Fallen , Schwe¬ ben , K eisen , S a ik , Dynamik , Wachs um , Kö pe - ha igkei usw . Vom Ges al en mi absolu en Fo ¬ men , die de Schüle in e schiedenen Komposi ions¬ p inzipien anwende , wi d e angehal en , mi o ga¬ nischen , wachs umsähnlichen Fo men zu komponie¬ en . E e leb hie bei , daß die Na u nähe des Bildes unabhängig is on Gegens ändlichkei , daß in je¬ dem Bild die Gese ze und Rhy hmen des Lebens und de Na u am We k sein müssen . Von hie aus e ¬ such e , mi den bishe gegebenen Fo men in ih en Abwandlungen und Halbie ungen s illebenha e , landscha liche und igü liche Komposi ionen zu geb .en . Neben diesen „abs ak en " Übungen lau en die S u¬ dien nach de Na u (Ak , Po ä , ges ell e Gegen¬ s ände ) einhe , eils um ein E s a en de abs ak en Übungen zu e meiden , eils um die Bildgese ze im gegens ändlichen Bild in Anwendung zu b ingen . Nebe "n den äglichen ab s ak en Übungen und dem S udium o de Na u ges al e de Schüle eie Komposi ionen , die ohne ges ell e Au gabe und Modelle en s ehen . Die hie ausges ell en 134 A bei en s ammen nich on einigen wenigen besonde s alen ie en Schü¬ le n , sonde n on 34 Schüle und Schüle innen , also om G os de Klassen . Sie s ellen keine „Bilde " da , sonde n Übungen , die abe bildha ges al e sind . Jedes Bild is auch eine o male , male ische und komposi ionelle Au gabe . P o . Ka l Kunz.