Annales Universitatis Saraviensis
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UB Digital. Philosophie = Lettres / Annales Universitatis Saraviensis. Saarbrücken, 1.1952 - 10.1961
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Universitätsbibliothek Paderborn Annales Universitatis Saraviensis Universität des Saarlandes Saarbrücken, 1.1952 - 10.1961 urn:nbn:de:hbz:466:1-37553
J.A.Schmoll gen .Eisenwerth Rezension :Lawrence und Elisabeth Hanson :Paul Gauguin . ,Der elde Wilde'.Zürich 1955. In: Annales Universitatis Saraviensis .Philosophie .Jg.3(1955), H.4,S.187f.
LAWRENCE und ELISABETH HANSON :«Paul Gauguin —Der edle Wilde »,Zürich 1955 (Rascher et Cie),318 Seiten Text,16 Bildtafeln. Die seit dem Bewusstwerden der Vor¬ kämpferschaft Gauguins für die Malerei des 20.Jahrhunderts seit Jahrzehnten ständig im Wachsen begriffene Literatur über den Künstler und sein Werk erhält durch das neue Buch des englischen Äutorenpaares eine willkommene Bereiche¬ rung .Die Gauguin -Biographie mit dem Untertitel «Der edle Wilde »(«The noble savage »),die der Rascher -Verlag Zürich in einer ausgezeichneten Übertra¬ gung in die deutsche Sprache (besorgt durch Ilse Krämer )vorlegt ,ist kein Buch der Kunstgeschichte oder Kunstwissen¬ schaft im Sinne einer exakten Quellendar¬ legung und Werkanalyse .Es will dies auch garnicht sein .Dennoch wird das Buch —so widersprüchlich es klingt — seine Rolle auch im Rahmen kunsthisto¬ rischer Bemühungen um die eigenwillige Gestalt Gauguins spielen .Das beruht auf der Verwertung aller bisher bekannt ge¬ wordenen Quellen ,ohne dass diese aus¬ führlich genannt sind oder gar in Anmer¬ kungen verzeichnet werden .So liest sich das Buch völlig wie ein Roman ,flüssig im Text ,anschaulich in der Schilderung der Stationen dieses bewegten ,tragischen Künstlerschicksals .Dabei wird der Le¬ bensbericht streng chronologisch geglie¬ dert ,exakt Jahr für Jahr registrierend , was dem Helden begegnet ,was er sieht , wie er sein Ziel hartnäckig verfolgt .Und nirgends gleitet die Darstellung in das Peinliche psychologisierender Künstler¬ romane ab .Es wird nur berichtet ,was durch die Quellen auch nachprüfbar ist. Dennoch liegt ein besonderer Akzent auf der Verständlichmachung der Gefühle , Gesinnungen und Entschlüsse Gauguins . Die psychologische Methode ist hier wohl¬ tuend zurückhaltend angewandt .Es wird nicht seziert ,dennoch fast alles in diesem oft widersprüchlichen Charakter und Le¬ bensweg zart gedeutet ,das Schwerver¬ ständliche der Klärung nahegeführt .Und wo es die Quellen gebieten ,wird auch kein Blatt vor den Mund genommen .In allem zieht die neue Biographie gleich¬ sam die Resultierende aus den verschie¬ denen Kurven ,die durch Gauguins eigene Äusserungen ,Briefe und Schriften ,durch die Bemerkungen seiner dänischen Frau , durch die Darstellung seines Sohnes Pola («Mein Vater Paul Gauguin »,1937), durch die Meinung der Freunde (vor allem unter Benutzung der Briefwechsel Gauguins mit den Malern Schuffenecker , Bernard ,Van Gogh und de Monfreid ) und durch die kritischen Bearbeiter des Themas (unter denen vor allem die spä¬ teren Autoren Cogniat ,Graber ,Haute - coeur,Perruchot ,Rewald und Russell genannt seien )gezeichnet worden sind . Eine Resultierende in diesem Koor¬ dinatennetz von Gewissheiten und Mög¬ lichkeiten ,die immer verantwortungsbe - wusst scheidet ,interpoliert und verdich¬ tet .Es ist bewunderungswürdig ,wie auf diese Weise die beiden gefährlichen Klip¬ pen «freischriftstellerischer Künstlerro¬ man »und «registrierende Chronologie » umfahren werden . Da sich die Verfasser zum Hauptthema den Menschen Gauguin gewählt haben , nimmt nicht wunder ,dass sein Werk un¬ tergeordnet erscheint und mitunter etwas zu kurz kommt .Dennoch finden sich ein¬ zelne in wenigen Strichen angelegte Bild¬ beschreibungen und Bilddeutungen ,die z. T.auf dem festen Grund der Quellen ba¬ sieren ,z.T.freilich auch neue Erläuterun¬ gen hinsichtlich der Genesis gewisser Bild¬ motive und bestimmter Formwandlungen geben .Hier beginnt das Kunsthistorische im engeren Sinne ,obwohl es nicht in der Fachsprache auftritt .Und man sollte es nicht einfach beiseiteschieben ,weil es in einen «Roman »verknüpft erscheint .Wie denn überhaupt dieses Buch voller Anre¬ gungen steckt und vorbildlich zu nennen ist für eine neue Form der reinen «Vita » —im Sinne Vasaris ,Grimms und Justis —nur mit den Mitteln neuzeitlicher Quellenverwertung und Psychologie er¬ baut ,deren Hilfsgerüste für den Leser je¬ doch unsichtbar bleiben .Man möchte die¬ ses Buch jedem empfehlen ,der sich nicht nur flüchtig mit dem romanhaften Verlauf der Lebenskurve Gauguins bekannt ma¬ chen will ,aber auch allen ,die ernsthaft bemüht sind ,in das Wesen seiner Kunst einzudringen .Es ist ein ideales Buch zur Einführung in das Thema Gauguin und wird sich neben den Schriften ,die sich mit seinem Werk befassen ,behaupten ,da es nicht nur den vollständigen Abriss sei¬ nes Lebens gibt ,sondern zugleich auch mit den Lebens -und Kunstfragen seiner Epoche vertraut macht .Der Meister von Pont -Aven und Tahiti ,sein elementares Künstlerschicksal ,zwischen Impressionis¬ mus ,Symbolismus und Expressionismus , geschichtlich zwischen den kraftverwand¬ ten Erscheinungen von Courbet und Pi¬ casso ,—dieses Malerphänomen ,mit dem die Moderne des 20.Jahrhunderts (wie die des 19.mit Goya )beginnt ,wird hier faszinierend lebendig :—die beste Gau¬ guin -Biographie ,die bisher geschrieben wurde ,vielleicht die beste auf lange Sicht . J.A.SCHMOLL gen .EISENWERTH
J.A.Schmoll gen .Eisenwerth Rezension :Lottlisa Behling: Die Handzeichnungen des Mathis Gothart Nithart genannt Grünewald .Weimar 1955. In: Annales Universitatis Saraviensis .Philosophie .Jg.3(1955), H.4,S.188f.
LOTTLISA BEHLING : Die Handzeichnungen des Mathis Gothart Nithart genannt Grünewald , Weimar 1955 (H. Böhlau Nachfolger ), 128 Textseiten mit 31 Abbildungen und 41 Bildtafeln . Das dem Andenken Wilhelm Pinders gewidmete Buch der ehemaligen Schüle¬ rin von Paul Frankl (früher Halle / Saale , jetzt Princeton ) und Wilhelm Pinder be¬ handelt gleichsam aus dem Geiste beider so unterschiedlichen früheren Lehrer eines der schönsten und zugleich schwie¬ rigsten Kapitel aus der Geschichte der altdeutschen Zeichenkunst . Der Wert des Unterfangens liegt zunächst in der sorg¬ fältigen Sammlung aller Fakten , in der Zusammenfassung der bisherigen For¬ schungsergebnisse und vor allem in dem Versuch , die neuesten Funde in das be¬ kannte Werk des Meisters einzugliedern . Diese Bemühung allein rechtfertigt die Darstellung des Zeichners « Grünewald », dessen letzte gründliche Behandlung G. Schönberger noch ohne Kenntnis der jüngsten Funde vorgenommen hatte . (G. Schönberger , The Drawings of Mathis Gothart Nithart , called Grünewald , New York 1948). Dachte man nach Schönber¬ gers Veröffentlichung , dass der Meister des berühmten Isenheimer Altars als Zeichner so erschöpfend behandelt sei wie er ur¬ kundlich uns in seinem malerischen Werk durch H . A. Schmid , H . Feurstein und vor allem W . K. Zülch gewürdigt und durchleuchtet erschien , — so sahen sich die Grünewald -Forschung und alle Freun¬ de der Kunst des Seligenstädter Meisters durch die z. T . abenteuerlichen Entdek - kungen verlorengeglaubter oder ganz un¬ bekannter Werke seiner Hand in Donau¬ eschingen (die Ergänzungstafeln zu den beiden Frankfurter Altarflügeln ), Marburg (6 Zeichnungen aus einer Abfallgrube ) und Berlin (3 Zeichnungen , ausgeschnitten und in eine alte Bibel geklebt ) vor einer ganz neuen Situation . Während die neugewon¬ nenen Dokumente von Donaueschingen (Fürstenbergische Sammlungen ) und Ber¬ lin (Märkisches Museum ) bald allgemein als zum Werk Meister Mathis gehörend anerkannt wurden , regte sich gegen die Autorschaft Grünewalds , ja gegen die Echtheit und das Alter der Marburger Zeichnungen sofort ein wachsender Ver¬ dacht . Nach dem heftigen Streit um die¬ se Fragen , der in der Tagespresse begann und in Fachzeitschriften weitergeführt wurde , nimmt man das neue Buch von L. Behling besonders gespannt zur Hand . Mit äusserster Sorgfalt hat die Verfasse¬ rin , die dem Kunstgeschichtlichen Institut der Universität Jena vorsteht , alle Meinun¬ gen gegeneinander abgewogen und bei aller Zurückhaltung doch eindeutig Stel¬ lung genommen : auch sie kann sich zur vollen Anerkennung der Marburger Zeich¬ nungen nicht durchringen und neigt zur These von W . Niemeyer , der die Mar¬ burger Zeichnungen dem Grünewald¬ schüler Hans Grimmer zuschreiben möch¬ te . Aber sie äussert auch hierzu Beden¬ ken , da wir von Grimmers Art zu zeich¬ nen keine deutliche Vorstellung besitzen . Jedenfalls wird die u . a. auch von Zülch vorgeschlagene These , dass der Grimmer¬ schüler Uffenbach zu Frankfurt a. M. (der als Enkelschüler Grünewalds Zeichnungen des grossen Meisters besass ) als Autor der Marburger . Studien in Frage komme , aus stilistischen Gründen von L. Behling ent¬ schieden abgewiesen . Gegen die gewich¬ tige Stimme Friedrich Winklers , des heute unbestritten grössten Kenners altdeut¬ scher Zeichenkunst , der sich für die Echt¬ heit der Marburger Funde und für die Autorschaft Grünewalds (schon aus tech¬ nischen Gründen ) aussprach , fasst L. Beh¬ ling alle Bedenken sachlicher Art , die bis¬ her geäussert wurden , zusammen , und un¬ terstreicht selbst noch einmal die künst¬ lerisch -stilistisch abweichende Haltung und Form der Marburger Zeichnungen , die nicht allein mit der Auswaschung der dem Regen längere Zeit preisgegebenen Blätter erklärt werden könnte . Vorsichtig folgert sie aus allen Argumenten des Für und Wider , dass die Forschung in diesem Punkte jedenfalls noch im Fluss sei . Neben dem vielfach verbreiteten stilkri¬ tischen Unbehagen gegenüber der Mar¬ burger « Handschrift » ist für diese Fest¬ stellung vor allem auch die noch unge¬ löste ikonographische Problematik (eine in den Lüften schwebende Veronika ? u .s.f.) massgebend , obwohl bewusst ist, dass sich in Grünewalds unangefochtenen Zeichnun¬ gen auch ähnliche Rätsel stellen (z. B. denke man nur an das wunderbare Ber¬ liner Blatt mit dem knienden Kronenträ¬ ger und die darum geführte Diskussion : L. Behling möchte gegen Kehrer . doch in der Hauptfigur den Christus einer Marien¬ krönung sehen , gibt aber zu, dass die Szene auf einem Waldboden höchst merk¬ würdig erscheint ). Die ikonographischen Bedenken sollte man gerade bei Grüne¬ wald zuletzt prüfen , und wo keine tech¬ nischen bestehen (wie Winkler nachwies ) bleibt eben doch nur die stilkritische Me¬ thode übrig . Und in diesem Feld ist es freilich ein weiter Weg vom Unbehagen zum Beweis . Immerhin deutet L. Behling auf eine ganze Reihe kritischer Punkte in den Marburger Zeichnungen , die man auch nicht einfach fortschieben kann . Vielleicht liegt des Rätsels Lösung wirk¬ lich in jenem noch so unbekannten Be¬ reich der Grünewald -Nachfolge , die ge¬ sondert zu untersuchen ein dringliches An¬ liegen wäre . Im Leser , der sich in die schwierigen Fragen letzter Kennerschaft vertieft , ent¬ steht der Wunsch , gelegentlich eine Neu¬ auflage des Behlingschen Buches zu er¬ leben , der alle besprochenen Zeichnungen als Faksimile -Drucke in einer Mappe bei¬ gefügt werden sollten . Denn es lässt sich
COMPTES-RENDUS — BUCHBESPRECHUNGEN 189 an Hand der zwar guten , aber doch ver¬ kleinerten und nur in der schwarz -grau - weiss -Skala wiedergegebenen Abbildungen des vorliegenden Buches kein genügendes Bild vom Zustand , von der Beschaffen¬ heit und vor allem von der Grösse und Farbigkeit der kostbaren Blätter , gewin¬ nen . Wenn es schon nicht möglich sein sollte , in absehbarer Zeit eine Grünewald - Gesamtausstellung zu veranstalten — wie die Verfasserin vorschlägt — , so sollte man doch den Versuch unternehmen , die 41 behandelten Zeichnungen in adäquaten Drucken zu publizieren , eine Aufgabe , die des Deutschen Vereins für Kunstwissen¬ schaft würdig wäre . Erst dann könnte die Diskussion um die z. T . so schwer zugänglichen Zeichnungen fortgeführt werden , eine Diskussion , für die L . Beh¬ ling ein gediegenes Fundament gebreitet hat . Denn das neue Buch gibt den letzten Stand der Forschung an , enthält eine ausführliche Literaturübersicht und einen kritischen Katalog der besprochenen Blät¬ ter . In der Auseinandersetzung mit den vielfältigen , verstreuten Äusserungen zu einzelnen Zeichnungen kommt die Verfas¬ serin auch zu neuen Bestimmungen hin¬ sichtlich der Datierung (z. B. setzt sie den Rückenakt des Tubabläsers nach 1520 an) und der Deutung (so spricht sie gegen H . Köhns Einwand doch wieder dafür , dass die Weimarer Zeichnung eines alten Mannes den Isenheimer Auftraggeber Guido Guersi darstellen könne ; bei den neuen Zeichnungen des Märkischen Mu¬ seums Berlin setzt sie sich gegen Zülch — und mit Stengel — dafür ein , hier Studienfragmente für das verlorene Main¬ zer Verklärungsbild zu erkennen , unter ihnen namentlich das Bild des grossarti¬ gen über dem Tabor schwebenden Moses ). Darüberhinaus gibt L. Behling eine Gliederung des Gesamtstoffes in 4 Ab¬ schnitten : 1. frühe Arbeiten (ca . 1503 - 1512), 2. Studien zum Isenheimer Altar (1512-1516), 3. der « breite » Stil (um und nach 1515), 4. die späten Zeichnungen (1520-28). So wird die Einheit der Zeich¬ nungen behutsam differenziert und die einzelnen Abschnitte lassen sich am male¬ rischen Werk kontrollieren . Dabei weist die Verfasserin schon eingangs darauf hin , dass wir noch immer keine Vorstel¬ lung von Mathis Nithart -Gotharts Frühzeit haben . Hier liegt zweifellos die grösste Lücke in der vita des Künstlers . Man stelle sich vor , wir hätten von Dürer , der wie « Grünewald » 1528 starb , erst vom Jahre 1503 ab Bildurkunden , oder — um ein ganz anderes Beispiel zu nennen : — wir hätten von Goya , der 1828 starb , erst Bilder vom Jahre 1803 ab (also nach dem gesamten Jugendwerk und nach dem ganzen Werk der Reifezeit , ja der reifsten Epoche zwischen 1792 (Beginn der Ca - prichos !) und den Bildern vom Mai -Auf- stand 1802 . . . : man müsste dann doch alles , was ab 1803 vorhanden ist, dem Altersstil zurechnen (vom 58. Lebensjahre ab) ! Insofern ist also die Bezeichnung « frühe Arbeiten » für das Grünewald - Werk zwischen 1503 und 1512 nur relativ gültig , da wir nicht wissen , wann der Meister geboren wurde , wie alt er 1503 war . In dieser Ungewissheit verbirgt sich denn auch die Möglichkeit , für den unbe¬ kannten , wirklich « frühen » Grünewald immer neue Hypothesen aufzustellen , die in den Vorschlägen von H . Naumann und H . Haug für den Bereich zwischen Schon - gauer und dem Hausbuchmeister bisher dichteste , wenn auch von der Forschung noch nicht ernsthaft diskutierte Gestalt angenommen haben , auf die L. Behling in Beschränkung auf das in seinem Kern gesicherte Werk nicht eingeht . Auch die Zuschreibung des Lindenhardter Altars als « Frühwerk » darf wohl unter diesem — wie unter stilistischen Gesichtspunkten — noch nicht als absolut gesichert gel¬ ten . Trotz dieser Einwände lassen sich unverkennbare entwicklungsmässige Ten¬ denzen von der « Verspottung Christi » in München (1503 ) zum Isenheimer Altar in Kolmar (um 1515) und von dort zur Gruppe der letzten Werke um 1525 (Aschaffenburger Beweinung z. B.) zei¬ gen , die L. Behling auch im zeichneri¬ schen Stil klar nachweist . Endlich wird der geistesgeschichtlichen Voraussetzungen (an Hand der Vorar¬ beiten von Zülch u . a.) und des kunstge¬ schichtlichen Wurzelbodens der Zeichen¬ kunst Nithart -Gotharts gedacht . Dieser wird im Anschluss an die Untersuchungen von Friedländer , Graul , Hagen , Holzinger , Reau , Schönberger , Winkler u. a. noch um mancherlei Hinweise verdichtet , wobei vor allem der auf die innere Verwandt¬ schaft mancher Formulierungen Grüne¬ walds mit der Plastik des « weichen Stils » im frühen 15. Jahrhundert und mit der Kunst Lionardos Beachtung verdient . (Die¬ ser Hinweis kann vielleicht auch einen Fingerzeig auf die Generationszugehörig¬ keit des Meisters geben !) Schliesslich sei nicht vergessen , dass L. Behling immer wieder auf den religiösen Urgrund , aus dem Grünewald schuf , leuchtet , jenen mit¬ telalterlich -mystischen Glaubensgrund , « den zu enthüllen in seiner ganzen Herr¬ lichkeit das vornehmste Anliegen seines Schöpfers gewesen ist und auch das einer ernsthaften Forschung sein sollte » (aus dem Vorwort von L. Behling ). So ist dieses neue Grünewaldbuch in seiner beschei¬ denen Form , seiner gediegenen Ausarbei¬ tung und Ausstattung ein willkommener Beitrag zur Klärung der neuesten Situa¬ tion der Grünewaldforschung und zugleich die wünschenswerte Einführung für den Laien in die Geheimnisse der Zeichen¬ kunst eines der grössten deutschen Maler . J. A. SCHMOLL gen . EISENWERTH .