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[en] (orig)
Rinje Brandis
Systematik für die integrative
Konzipierung der Montage auf
Basis der Prinziplösung
mechatronischer Systeme
Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen National-
bibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de
abrufbar
©Heinz Nixdorf Institut, Universität Paderborn – Paderborn – 2014
ISSN 2195-5239
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wertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne
Zustimmung der Herausgeber und des Verfassers unzulässig und strafbar. Das
gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzungen, Mikroverfilmungen, sowie
die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Satz und Gestaltung: Rinje Brandis
Hersteller: Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat OHG
Druck · Buch · Verlag
Münster
Printed in Germany
Geleitwort
Unternehmen sind heute mehr denn je dazu gezwungen, innovative und qualitativ
hochwertige Produkte in kürzester Zeit zu attraktiven Preisen auf den Markt zu bringen.
Dies erfordert neue Ansätze in der Produktentstehung. Die Produktentstehung umfasst
die Aufgabenbereiche Strategische Produktplanung, Produktentwicklung und Produkti-
onssystementwicklung, welche die Hauptpole eines vernetzten Handlungssystems dar-
stellen. Zwischen dem Produkt und dem zugehörigen Montagesystem bestehen vielfa-
che Wechselwirkungen. Montageverfahren schränken den Gestaltungsraum in der Pro-
duktentwicklung ein. Andererseits erfordern bspw. innovative Materialkombinationen
neue Fügeverfahren. Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Herausforderung, Produkt
und Montagesystem als Einheit zu betrachten und sie von Beginn an im engen Wechsel-
spiel zu entwickeln.
Herr Brandis hat sich dieser Herausforderung gestellt und eine Systematik für die integ-
rative Konzipierung der Montage entwickelt. Die Systematik unterstützt die beteiligten
Produktentwickler und Montageplaner bei der Erstellung eines ersten Montagekonzepts.
Sie umfasst hierfür ein detailliertes Vorgehensmodell, eine Spezifikationstechnik sowie
Methoden für die Lösung von Teilaufgaben. Die Anwendung der Systematik wird an-
schaulich am Beispiel der Konzipierung eines Pedelecs sowie des zugehörigen Monta-
gesystems erläutert.
Die von Herrn Brandis entwickelte Systematik liefert einen wichtigen Beitrag zu einer
neuen Schule der Produktentstehung für mechatronische Systeme. Durch die Verknüp-
fung von Produkt- und Produktionssystemkonzipierung ist die Systematik ein zentraler
Baustein auf dem Weg zu diesem Ziel.
Paderborn, im Februar 2014 Prof. Dr.-Ing. J. Gausemeier
Systematik für die integrative Konzipierung der Montage auf
Basis der Prinziplösung mechatronischer Systeme
zur Erlangung des akademischen Grades eines
DOKTORS DER INGENIEURWISSENSCHAFTEN (Dr.-Ing.)
der Fakultät für Maschinenbau
der Universität Paderborn
genehmigte
DISSERTATION
von
Dipl.-Ing. Rinje Brandis
aus Bielefeld
Tag des Kolloquiums: 20. Januar 2014
Referent: Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gausemeier
Koreferent: Prof. Dr.-Ing. Gisela Lanza
Vorwort
Die vorliegende Dissertation entstand im Rahmen meiner Tätigkeit als wissenschaftli-
cher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Produktentstehung des Heinz Nixdorf Instituts. Ihre
Grundlage bildet meine Forschungsarbeit im BMBF-Verbundprojekt VireS – Virtuelle
Synchronisation von Produktentwicklung und Produktionssystementwicklung.
Die Zeit am Lehrstuhl für Produktentstehung war stets herausfordernd und sehr lehr-
reich. Sie hat meine Arbeitsweise nachhaltig geprägt. Ein großer Dank gilt daher Herrn
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gausemeier für seine Förderung und das mir entgegengebrachte
Vertrauen als Mitarbeiter und Teamleiter. Er hat mir die Möglichkeit gegeben, sehr
selbstständig zu handeln und gestaltend mitzuwirken.
Frau Prof. Dr.-Ing. Gisela Lanza vom wbk Institut für Produktionstechnik des Karlsru-
her Instituts für Technologie danke ich für die Übernahme des Koreferats meiner Dis-
sertation.
Ein großer Dank gilt meinen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen für die sehr gute
Zusammenarbeit, die vielen hilfreichen Diskussionen und die schöne Zeit am Lehrstuhl.
An erster Stelle steht hierbei das Team Integrative Produktionssystemplanung: Frank
Bauer, Jan Brökelmann, Dominic Dettmer, Daniel Köchling, Johannes Kolsch, Daniel
Nordsiek, Marcus Petersen, Gerald Rehage, Mariana Reyes Krupp, Vinzent Rudtsch
und Jörg Schaffrath. Dies gilt in besonderem Maße für die beiden Erstgenannten, die
mich die gesamte Zeit über begleitet haben und mir mit Rat und Tat zur Seite standen.
Weiterhin danke ich Tobias Mittag, der mich als studentische Hilfskraft beim Test der
entwickelten Systematik unterstützt hat sowie Jan Kapischke für die Unterstützung bei
der Designstudie.
Abschließend geht ein besonderer Dank an meine Eltern Gabriele und Onno für ihr Ver-
trauen und die Unterstützung auf dem gesamten Weg. Gleiches gilt für meine Ge-
schwister Gerrit und Lilli. Der größte Dank gilt meiner Frau Annika. Sie war in dieser
Zeit immer für mich da, hat mir den Rücken freigehalten und stets an mich geglaubt.
Ohne Euch wäre dies so nicht möglich gewesen. Danke!
Paderborn, im Februar 2014 Rinje Brandis
Liste der veröffentlichten Teilergebnisse
[BGN+09] BRANDIS, R.; GAUSEMEIER, J.; NORDSIEK, D.; REYES-PEREZ, M.: A Holistic Approach for
the Conceptual Design of Production Systems regarding the Interaction between Product
and Production System. In: Proceedings of the 3rd International Conference on Changea-
ble, Agile, Reconfigurable and Virtual Production (CARV 2009). October 5-7 2009, Mu-
nich, Germany, 2009
[BDT10] BRANDIS, R.; DOROCIAK, R.; TERFLOTH, A.: Softwareunterstützte Modellierung der Prin-
ziplösung – Ein neuer Ansatz für eine integrative Produkt- und Produktionssystement-
wicklung. Produkt Daten Journal, 17. Jahrgang, Nr. 2 2010, ProSTEP iViP e.V., Darm-
stadt, 2010
[GBK10] GAUSEMEIER, J.; BRANDIS, R.; KAISER, L.: Auswahl von Montageverfahren auf Basis der
Produktkonzeption. In: Gausemeier, J.; Rammig, F.; Schäfer, W.; Trächtler, A. (Hrsg.):
7. Paderborner Workshop Entwurf mechatronischer Systeme. 18.-19. März 2010, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 272, Paderborn, 2010
[GBN+10] GÜNTHER, T.; BRANDIS, R.; NORDSIEK, D.; PETERS, S.; RÜHL, J.: Frühzeitige und qualifi-
zierte Kostenprognose für Produktionssysteme – Praxisbeispiel anhand einer mechatroni-
schen Baugruppe. In: Projektträger Karlsruhe (PTKA) (Hrsg.): 10. Karlsruher Arbeitsge-
spräche Produktionsforschung 2010 – Produktion in Deutschland hat Zukunft. 9.-10.
März 2010, Karlsruhe, 2010
[GBR10] GAUSEMEIER, J.; BRANDIS, R.; REYES-PEREZ, M.: A Specification Technique for the In-
tegrative Conceptual Design of Mechatronic Products and Production Systems. In: Pro-
ceedings of the Design 2010 – 11th International Design Conference. May 17-20 2010,
Dubrovnik, Croatia, 2010
[OB11] OLBRICH, R.; BRANDIS, R.: Methode zur frühzeitigen Ableitung von Fertigungsprozessen
für Blechteile. In: Gausemeier, J.; Schäfer, F.; Trächtler, A. (Hrsg.): 8. Paderborner
Workshop Entwurf mechatronischer Systeme. 19.-20. Mai 2011, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 294, Paderborn, 2011
[Bra12] BRANDIS, R.: Disziplinübergreifende, modellbasierte Entwicklung – Integrative Entwick-
lung von Produkt und Produktionssystem. Digital Engineering, 3/2012, WIN-Verlag, Va-
terstetten, 2012
[GBD+12] GAUSEMEIER, J.; BRANDIS, R.; DOROCIAK, R.; MÜLDER, A.; NYßEN, A.; TERFLOTH, A.:
Integrative Konzipierung von Produkt und Produktionssystem. In: Gausemeier, J.; Lanza,
G.; Lindemann, U. (Hrsg.): Produkte und Produktionssysteme integrativ konzipieren
Modellbildung und Analyse in der frühen Phase der Produktentstehung. Carl Hanser Ver-
lag, München, 2012
[GBK12] GAUSEMEIER, J.; BRANDIS, R.; KAISER, L.: Integrative Conceptual Design of Products and
Production Systems for Mechatronic Systems. Proceedings of the 13th International
Workshop on Research and Education in Mechatronics (Mechatronics-REM 2012). No-
vember 21-23 2012, Paris, France, 2012
[NBG13] NORDSIEK, D.; BRANDIS, R.; GAUSEMEIER, J.: Integrative Produktionssystemkonzipierung
in der Mechatronik. ZWF Zeitschrift für wirtschaftlichen Fabrikbetrieb, Jahrgang 108
(2013) 9, Carl Hanser Verlag, München, 2013
Systematik für die integrative Konzipierung der Montage auf Basis
der Prinziplösung mechatronischer Systeme
Moderne technische Produkte sind i.d.R. mechatronische Systeme, deren erfolgreiche
Entwicklung die abgestimmte Zusammenarbeit der beteiligten Fachdisziplinen erfor-
dert. Weiterhin müssen die Wechselwirkungen zwischen dem Produkt und dem zugehö-
rigen Produktionssystem frühzeitig im Entwicklungsprozess Berücksichtigung finden.
Ein geeigneter Ansatzpunkt ist die integrative Konzipierung von Produkt und Produkti-
onssystem. Die Schnittstelle bildet die Konzipierung der Montage, die im Wesentlichen
die montageorientierte Strukturierung des Produkts sowie die Erstellung einer ersten
Montageablaufstruktur umfasst. Das Montagekonzept bildet den Ausgangspunkt für die
Konzipierung der Fertigungsprozesse. Etablierte Ansätze betrachten diesen Übergang
nur unzureichend.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit entstand eine Systematik für die integrative Konzi-
pierung der Montage auf Basis der Prinziplösung mechatronischer Systeme. Den Kern
bildet ein Vorgehensmodell, welches die durchzuführenden Tätigkeiten detailliert be-
schreibt. Eine Modellierungstechnik ermöglicht die Beschreibung des Produkt- und
Produktionssystemkonzepts. Weiterhin sind bestehende sowie neue Methoden und
Werkzeuge für die Lösung von Teilaufgaben integriert. Produktentwickler und Monta-
geplaner werden bei der Erstellung eines ersten Montagekonzepts unterstützt. Die Sys-
tematik schließt somit die Lücke zwischen der Produkt- und der Produktionssystemkon-
zipierung. Ihre Anwendung wird an einem durchgängigen Beispiel beschrieben.
Design Framework for the Conceptual Design of the Assembly Ba-
sed on the Principle Solution of Mechatronic Systems
For the successfull design of mechatronic systems, the collaboration of experts of the
participating domains is neccecary. In addition the interdependencies between the pro-
duct and the associated production system must already be considered at an early stage
of the development process. A suitable starting point is the integrative conceptual de-
sign. The linkage between these phases is the conceptual design of the assembly system,
including the assembly-oriented structuring of the product as well as the creation of a
first assembly sequence. The assembly concept is the basis for the design of manufac-
turing processes. In established approaches this transition is not considered adequately.
In the present work a design framework for the conceptual design of the assembly based
on the principle solution of mechatronic systems is presented. The design framework
consists of three components: a detailed procedure model, which describes the activi-
ties, a technique for the description of the conceptual design of the product and the pro-
duction system as well as a collection of methods required to solve specific tasks within
the conceptual design. The approach supports the development of a first assembly con-
cept and closes the gap between the conceptual design of the product and the conceptual
design of the according production system. The use of the design framework is il-
lustrated and explained by means of a consistent application example.
Inhaltsverzeichnis Seite i
Inhaltsverzeichnis Seite
1Einleitung ........................................................................................................ 1
1.1Problematik ............................................................................................. 1
1.2Zielsetzung .............................................................................................. 3
1.3Vorgehensweise ...................................................................................... 4
2Problemanalyse .............................................................................................. 5
2.1Begriffsbestimmungen ............................................................................. 5
2.1.1Produktentstehung ....................................................................... 5
2.1.2Prinziplösung – Konzept – Konzeption ......................................... 6
2.1.3Systematik – Methodik ................................................................. 6
2.1.4Der Systembegriff ......................................................................... 7
2.1.5Produktstruktur – Erzeugnisstruktur – Erzeugnisgliederung ........ 8
2.1.6Gestalt – Baustruktur .................................................................. 10
2.1.7Produktion – Fertigungstechnik – Fertigung ............................... 11
2.1.8Montage – Fügen ....................................................................... 11
2.1.9Produktionssystem ..................................................................... 12
2.1.10Montageablaufstruktur – Montagevorranggraph ........................ 13
2.2Der Produktentstehungsprozess ........................................................... 14
2.3Mechatronische Systeme ...................................................................... 17
2.4Entwicklung mechatronischer Produkte ................................................ 18
2.4.1Entwicklung als Problemlösungsprozess ................................... 18
2.4.2Entwicklungsmethodik für technische Systeme und Produkte ... 20
2.4.3Entwicklungsmethodik für mechatronische Systeme ................. 23
2.4.3.1Problemlösungszyklus als Mikrozyklus ...................... 24
2.4.3.2V-Modell auf der Makroebene .................................... 24
2.4.4Fazit und Einordnung der zu entwickelnden Systematik ............ 26
2.5
Entwicklung von Produktionssystemen ................................................. 26
2.5.1
Aufgaben der Arbeitsplanung ..................................................... 27
2.5.1.1
Arbeitsablaufplanung ................................................. 28
2.5.1.2
Arbeitsmittelplanung ................................................... 28
2.5.1.3
Arbeitsstättenplanung ................................................ 29
Systematik für die integrative Konzipierung
der Montage auf Basis der Prinziplösung
mechatronischer Systeme
Seite ii Inhaltsverzeichnis
2.5.1.4Materialflussplanung (Produktionslogistik) ................. 30
2.5.2Entwicklungssystematik für Produktionssysteme ....................... 30
2.5.2.1Systematik zur Planung und Einführung komplexer
Produktionssysteme ................................................... 31
2.5.2.2Vorgehen bei der Arbeitsablaufplanung ..................... 33
2.5.2.3Vorgehen bei der Montageplanung ............................ 34
2.5.3Fazit und Einordnung der zu entwickelnden Systematik ............ 38
2.6Integrative Konzipierung mechatronischer Systeme und der zuge-
hörigen Produktionssysteme ................................................................. 38
2.6.1Spezifikationstechnik CONSENS zur Beschreibung der Pro-
dukt- und Produktionssystemkonzeption .................................... 39
2.6.2Vorgehensmodell für die integrative Konzipierung ..................... 44
2.6.3Fazit und Einordnung der zu entwickelnden Systematik ............ 47
2.7Problemabgrenzung .............................................................................. 48
2.8Anforderungen ....................................................................................... 52
3Stand der Technik ......................................................................................... 54
3.1Integrative Entwicklung von Produkt und Montage ............................... 54
3.1.1Integrierter Vorgehensplan für Konstruktion und Montage-
planung nach BICHELMAIER ......................................................... 54
3.1.2Integrierte Produktentwicklung und Montageplanung nach
GRUNWALD .................................................................................. 57
3.1.3Methodik für die entwicklungs- und planungsbegleitende
Generierung und Bewertung von Produktionsalternativen
nach MÜLLER .............................................................................. 58
3.1.4Systematik zur Produktionssystemkonzipierung auf Basis der
Prinziplösung mechatronischer Systeme nach NORDSIEK .......... 61
3.2Frühzeitige Gestaltmodellierung ............................................................ 62
3.2.1Methodisches Gestalten nach EHRLENSPIEL ............................... 63
3.2.2Baukonzept nach PONN/LINDEMANN ............................................ 63
3.2.3Contact and Channel Model nach ALBERS/MATTHIESEN ............. 65
3.2.4Schrittweise Gestaltsynthese nach LEMBURG ............................. 66
3.2.5Module Interface Graph nach BLEES .......................................... 67
3.3Montageorientierte Produktstrukturierung ............................................. 68
3.3.1Design Structure Matrix .............................................................. 69
3.3.2Produktstrukturierung nach STEFFEN .......................................... 70
3.3.3
Produktstrukturierung nach DAHL ............................................... 72
3.3.4
Methodische Unterstützung der Systembildung (METUS) ......... 74
3.3.5
Modularisierung nach KOEPPEN .................................................. 76
3.3.6
Modularisierung nach VDI-Richtlinie 2223 ................................. 78
3.3.7
Festlegung der Produktarchitektur nach SEDCHAICHARN ............ 79
Inhaltsverzeichnis Seite iii
3.4Technologieauswahl .............................................................................. 81
3.4.1Verbindungsauswahl nach VDI-Richtlinie 2232 ......................... 81
3.4.2Technologieauswahl nach ASHBY ............................................... 83
3.4.3Technologieauswahl nach SWIFT/BOOKER .................................. 85
3.4.4Konstruktionskataloge ................................................................ 86
3.5Montagegerechte Produktgestaltung .................................................... 88
3.5.1Design for Assembly (DfA) ......................................................... 88
3.5.2Informationssystem für DfX-Richtlinien nach BAUER .................. 90
3.6Kommerzielle Softwaresysteme für die integrierte Produktentste-
hung ................................................................................................... 91
3.7Handlungsbedarf ................................................................................... 92
4Anwendungsbeispiel Pedelec ....................................................................... 96
5Systematik zur integrativen Konzipierung der Montage ................................ 99
5.1Grundidee .............................................................................................. 99
5.2Lösungsansatz .................................................................................... 100
5.3Prinzipielles Vorgehen der Systematik ................................................ 101
5.4Bestandteile der Systematik ................................................................ 104
5.4.1Vorgehensmodell ..................................................................... 105
5.4.2Spezifikationstechnik ................................................................ 105
5.4.3Methoden ................................................................................. 106
6Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage ....................... 108
6.1Konzipieren der Produktgestalt ........................................................... 108
6.1.1Spezifikation der Produktgestalt ............................................... 109
6.1.1.1Gestaltung von Bauteilen ......................................... 112
6.1.1.2Gestaltung von Baugruppen .................................... 113
6.1.2Analyse der Wirkstruktur .......................................................... 114
6.1.3Formalisierung der Bauzusammenhänge ................................ 116
6.1.4Konkretisierung der Bauzusammenhänge ............................... 117
6.2Planen und Klären der Montageaufgabe ............................................. 119
6.2.1Analyse der Produktanforderungen .......................................... 119
6.2.2Ermittlung weiterer Montageanforderungen ............................. 120
6.2.3Festlegung der grundsätzlichen Montagemethode .................. 121
6.3Montageorientierte Produktstrukturierung ........................................... 122
6.3.1
Identifikation von Montagezwangsfolgen ................................. 124
6.3.2
Ableitung der Beziehungsmatrizen ........................................... 126
6.3.3
Montageorientierte Strukturierung ............................................ 128
6.3.3.1
Cluster ...................................................................... 130
6.3.3.2
Brücken und freie Elemente ..................................... 132
Seite iv Inhaltsverzeichnis
6.3.3.3Clusterüberlappung .................................................. 133
6.3.4Erstellung der montageorientierten Erzeugnisgliederung ........ 135
6.4Konzipierung des Montageprozesses ................................................. 136
6.4.1Ableitung einer ersten Prozesskette ......................................... 137
6.4.2Ergänzung bekannter Montageprozesse ................................. 138
6.4.3Hierarchisierung und Detailierung der Montageprozesse ........ 139
6.4.4Auswahl neuer Montageverfahren ........................................... 144
6.4.4.1Formulierung der Verbindungsanforderungen ......... 145
6.4.4.2Identifikation geeigneter Montageverfahren ............. 146
6.4.4.3Bewertung und Auswahl .......................................... 148
6.4.4.4Konkretisierung der Prozesskette ............................ 150
6.4.4.5Anpassung der Prinziplösung / Verfahrensentwick-
lung .......................................................................... 150
6.4.5Ableitung von Produktrestriktionen ........................................... 151
6.5Konzipierung des Montagesystems .................................................... 153
6.5.1Auswahl und Zuweisung der Ressourcen ................................ 153
6.5.1.1Analyse der Eingangsinformationen ........................ 153
6.5.1.2Erstellen von Ressourcenmatrizen .......................... 154
6.5.1.3Analyse der Verfügbarkeit ........................................ 154
6.5.1.4Verknüpfung zu Ressourcenfolgen .......................... 155
6.5.1.5Aufstellen des Ressourcendiagramms ..................... 155
6.5.2Anordnung der Ressourcen ..................................................... 156
6.6Bewertung der Anforderungserfüllung der Systematik ........................ 157
7Zusammenfassung und Ausblick ................................................................ 160
8Abkürzungsverzeichnis ............................................................................... 163
9Literaturverzeichnis ..................................................................................... 167
Inhaltsverzeichnis Seite v
Anhang
A1Ergänzungen zur Entwicklungsmethodik für die Konzipierung mecha-
tronischer Systeme ...................................................................................... A-1
A2Ergänzungen zum Stand der Technik ........................................................ A-2
A2.1Symbolik zur Gestaltbeschreibung ....................................................... A-2
A2.2Übersicht Checklisten und Konstruktionskataloge ............................... A-3
A2.3Ergänzungen zur Technologieauswahl nach ASHBY ............................ A-5
A2.4Ergänzungen zur Technologieauswahl nach SWIFT/BOOKER ............... A-7
A3Ergänzungen zum Produktkonzept des Pedelecs ...................................... A-8
A4Ergänzungen zur Anwendung der Systematik .......................................... A-11
A4.1Sichtenbildung im Mechatronic Modeller ............................................ A-11
A4.2Klassifikation von Verbindungen ........................................................ A-12
A4.3Faktoren zur Bestimmung von Montageanforderungen ..................... A-13
A4.4Gewichtungsfaktoren für die Produktstrukturierung ........................... A-14
A4.5Identifikation von Clustern am Beispiel Pedelec ................................ A-15
A4.6Montageorientierte Erzeugnisgliederung ............................................ A-16
A4.7Gliederungsansätze in der Montage .................................................. A-17
A4.8Bestimmung der Bewertungssumme ................................................. A-18
A4.9Technologiesteckbrief ........................................................................ A-20
A4.10Konzipierung auf Ressourcenebene nach NORDSIEK ...................... A-21
Einleitung Seite 1
1 Einleitung
Diese Arbeit entstand im Rahmen des vom BUNDESMINISTERIUM FÜR BILDUNG UND
FORSCHUNG (BMBF) geförderten Verbundprojekts VireS – „Virtuelle Synchronisation
von Produktentwicklung und Produktionssystementwicklung“ (siehe [GLL12]). Das
Ziel war ein Instrumentarium für die integrative Entwicklung von Produkten und den
zugehörigen Produktionssystemen unter frühzeitiger Berücksichtigung der Aspekte
Kosten und Robustheit. Die beschriebene Systematik für die integrative Konzipierung
der Montage auf Basis der Prinziplösung mechatronischer Systeme schließt die Lücke
zwischen der Produktkonzipierung und der Konzipierung des Produktionssystems und
liefert einen Beitrag zum Instrumentarium.
1.1 Problematik
Produzierende Unternehmen stehen heute immer neuen Herausforderungen gegenüber.
Nicht nur die Märkte unterliegen schnellen Änderungen, auch Einflussfaktoren aus dem
Unternehmensumfeld wirken auf das Unternehmen ein und verändern sich dynamisch
[NWD+08, S. 409], [WZ09, S. 9]. Beispiele für sogenannte Megatrends sind die Globa-
lisierung, die Durchdringung mit neuen Technologien, die Dynamisierung des Produkt-
lebenszyklus sowie die Ressourcenverknappung [AR11, S. 1]. Die Folgen sind eine
Verkürzung der Innovations- und Produktlebenszyklen [AR11, S. 34], eine Steigerung
der Variantenzahl durch kundenindividuelle Produkte [Kin05, S. 11], [BA12, S. 246]
sowie eine Zunahme der Komplexität der Produkte und der Produktionsprozesse
[VWB+09, S. 4]. Weiterhin sind geringe Herstellkosten und eine hohe Produktqualität
gefordert. Die Unternehmen stehen bei der Produkt- und Prozessentwicklung folglich
unter einem stetig wachsenden Zeit- und Innovationsdruck.
Bei modernen maschinenbaulichen Erzeugnissen handelt es sich in der Regel um me-
chatronische Systeme, die durch das enge Zusammenwirken von Mechanik, Elekt-
rik/Elektronik, Regelungstechnik und Softwaretechnik geprägt sind. Kennzeichnend für
diese Produkte sind eine räumliche Integration mechanischer und elektronischer Kom-
ponenten, eine hohe Funktionsintegration sowie die Miniaturisierung der Komponenten
[VDI2206, S. 10f.]. Ein Beispiel sind spritzgegossene dreidimensionale Schaltungsträ-
ger, sogenannte MID-Bauteile1, die sowohl elektrische als auch mechanische Funktio-
nen erfüllen. Weiterhin kommen vielfach neue Werkstoffe und Werkstoffsysteme zum
Einsatz [AR11, S. 116], bspw. hybride Leichtbaustrukturen aus Multimaterialsystemen
mit integrierter Sensorik zur Bauteilüberwachung. Mechatronik und neue Werkstoffe
lassen gänzlich neue Möglichkeiten in der Produktgestaltung zu, gleichzeitig steigt je-
doch die Komplexität der Produkte und Entwicklungsprozesse [GN12, S. 13].
1 MID: Moulded Interconnect Devices
Seite 2 Kapitel 1
Die Entwicklung moderner maschinenbaulicher Erzeugnisse ist durch die synergetische
Zusammenarbeit einer Vielzahl von Fachdisziplinen2 geprägt. Dies umfasst auch die
Planung der zugehörigen Produktionssysteme, um die wirtschaftliche und technische
Herstellbarkeit zu gewährleisten [HB11, S. 1f.]. Produkt und Produktionssystem lassen
sich nicht mehr getrennt voneinander betrachten. Einerseits wird bereits das Produkt-
konzept durch Fertigungs- und Montagetechnologien determiniert [Wes05, S. 137]. An-
dererseits schränken Produkteigenschaften und die Produktgestalt die Auswahl mögli-
cher Fertigungstechnologien ein [BEW+05, S. 155], [Tas05, S. 45] bzw. erfordern in-
novative Produktkonzepte die Weiterentwicklung von Fertigungstechnologien und Pro-
duktionssystemen. Produkt und Produktionssystem müssen daher von Beginn an in ei-
nem engen Wechselspiel entwickelt werden [VDI2206, S. 41], [SLB09, S. 84], [EE11,
S. 141].
Ein Lösungsansatz für die beschriebene Problematik ist die integrative Entwicklung von
Produkt und Produktionssystem3. Die strategische Produktplanung sowie die Produkt-
und Produktionssystementwicklung werden ganzheitlich betrachtet, es werden interdis-
ziplinäre Entwicklungsteams gebildet und vormals sequentielle Arbeitsabläufe paralleli-
siert. Hierfür ist eine Integration der Methoden und Arbeitstechniken der beteiligten
Fachdisziplinen erforderlich [ZML+03, S. 580], [Ehr09, S. 188f.], [AR11, S. 63]. Die
Herausforderungen liegen in der Koordination der parallelen Aktivitäten, der Abstim-
mung der beteiligten Fachbereiche und Organisationseinheiten sowie dem frühzeitigen
Austausch der Ergebnisse [ELP+05, S. 21].
Die integrative Entwicklung von Produkt und Produktionssystem sollte frühestmöglich
beginnen [EE11, S. 141]. Ein geeigneter Ansatzpunkt ist die Phase der Konzipierung
[VDI2206, S. 43], [Mic06, S. 21]. Als Resultat liegt die sog. Prinziplösung vor, welche
die Wirkungsweise und den Systemaufbau festgelegt [GFD+09, S. 209f.] und die Basis
für die Konzipierung des Produktionssystems darstellt [Nor12, S. 2]. Die Schnittstelle
zwischen der Prinziplösung und dem Produktionssystemkonzept bildet die Konzipie-
rung der Montage. Diese hat produktseitig Einfluss auf die Systemstruktur sowie die
Gestalt und auf Seiten des Produktionssystems bestimmt sie maßgeblich die Struktur
des Produktionsprozesses sowie den Automatisierungsgrad.
Heute erfolgt die Entwicklung von Produkt und Produktionssystem meist sequenziell
und arbeitsteilig in verschiedenen Fachabteilungen. Die Abläufe sind wenig durchgän-
gig und von abteilungsspezifischen Arbeitsweisen geprägt (Methoden, Softwarewerk-
zeuge etc.), wobei der Informations- und Erfahrungsaustausch nur sehr eingeschränkt
und in der Regel bilateral zwischen den beteiligten Fachleuten erfolgt. Die Häufigkeit
und Intensität sind von den persönlichen Gewohnheiten und Arbeitsweisen der beteilig-
2 Im Rahmen dieser Arbeit werden die Begriffe Fachdisziplin und Domäne synonym verwendet
3 Synonym werden die Begriffe Integrierte Produkt- und Produktionssystementwicklung sowie Inte-
grierte Produkt- und Prozessentwicklung verwendet (vgl. [GLR+00], [ESA05], [AR11]).
Einleitung Seite 3
ten Akteure abhängig [SL09b, S. 111], [EEW10, S. 200]. Hierdurch hängt die Ergeb-
nisqualität stark von den produktionstechnischen Kenntnissen und dem Verhalten des
Produktentwicklers4 ab [Mor04, S. 6]. Es besteht die Gefahr unnötiger zeit- und kosten-
intensiver Iterationsschleifen im Produktentstehungsprozess (z.B. Konstruktionsänder-
ungen), als Folge von Produktnachbesserungen [EEW10, S. 200]. Daher müssen die
erforderlichen Arbeitsschritte im Produktentstehungsprozess koordiniert und der Einsatz
der Methoden gezielt gesteuert werden [Wac94, S. 56]. Es fehlt eine systematische
Vorgehensweise für die frühzeitige Abstimmung zwischen der Produktentwicklung und
der Produktionssystementwicklung. Dies gilt in besonderem Maße für die Konzipierung
der Montage als Schnittstelle zwischen den beiden Bereichen.
1.2 Zielsetzung
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine Systematik für die integrative Konzipierung
der Montage auf Basis der Prinziplösung mechatronischer Systeme. Dadurch sollen
Produktentwickler und Montageplaner möglichst frühzeitig bei der Erstellung eines
Montagekonzepts unterstützt werden. Als Resultat liegen eine montageorientierte Pro-
duktstruktur, eine erste Montageablaufstruktur, geeignete Montageverfahren und eine
erste Beschreibung des Montagesystems vor.
Das Montagekonzept bildet das Bindeglied zwischen der Produktentwicklung und der
Produktionssystementwicklung (vgl. [Fra03, S. 27f.]). Auf Seiten der Produktentwick-
lung ermöglicht es die Überprüfung der Produktgestalt unter montageorientierten Ge-
sichtspunkten, bspw. hinsichtlich Montagegerechtheit und Automatisierbarkeit. In der
Produktionssystementwicklung ist es der Ausgangspunkt für die Konzipierung der Fer-
tigungsprozesse. Weiterhin enthält das Montagekonzept Informationen für frühzeitige
Analysen, z.B. lassen sich die Montagekosten abschätzen (vgl. [GBN+10]), die einen
wesentlichen Anteil der späteren Herstellkosten ausmachen.
Der Kern der Systematik ist ein Vorgehensmodell, welches die durchzuführenden Tä-
tigkeiten bei der Konzipierung der Montage sowie die zugehörigen Ein- und Aus-
gangsinformationen detailliert beschreibt. Weiterhin steuert es den Einsatz der Metho-
den und Werkzeuge. Den beteiligten Fachleuten stehen somit ein prozessorganisatori-
scher Leitfaden sowie Methoden und Werkzeuge zur Verfügung.
4 Die Inhalte der vorliegenden Arbeit beziehen sich in gleichem Maße sowohl auf Frauen als auf Män-
ner. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird jedoch die männliche Form (Ingenieur, Konstrukteur
etc.) für alle Personenbezeichnungen gewählt. Die weibliche Form wird dabei stets mitgedacht. Eine
Ausnahme bilden Inhalte, die ausdrücklich auf Frauen bezogen werden.
Seite 4 Kapitel 1
1.3 Vorgehensweise
Die beschriebene Problematik wird in Kapitel 2 detailliert und analysiert. Zu Beginn
werden die für die Arbeit relevanten Begriffe erläutert und die Arbeit in den Pro-
duktentstehungsprozess eingeordnet. Es folgt eine Beschreibung der Eigenschaften und
Besonderheiten mechatronischer Systeme. Anschließend werden Entwicklungsmetho-
den für Produkte und Produktionssysteme analysiert. Der Fokus liegt hierbei auf der
frühen Entwicklungsphase mechatronischer Systeme, der sogenannten Konzipierung,
sowie auf der Arbeitsablauf- und Montageplanung. Das Kapitel schließt mit der Ab-
grenzung des Problems und der Ableitung von Anforderungen an die Systematik.
In Kapitel 3 wird ein Überblick über den Stand der Technik gegeben. Zunächst werden
Vorgehensweisen für die integrative Entwicklung von Produkt und Montage untersucht.
Anschließend folgt die Vorstellung dedizierter Methoden, die Teilaufgaben der Monta-
gekonzipierung unterstützen. Dies sind Ansätze zur frühzeitigen Gestaltmodellierung,
der montageorientierten Produktstrukturierung, der Technologieauswahl sowie der
montagegerechten Produktgestaltung. Abschließend werden die untersuchten Ansätze
gegen die Anforderungen bewertet und der Handlungsbedarf abgeleitet.
Die entwickelte Systematik wird am Beispiel eines Demonstrators vorgestellt. Dieser
wird in Kapitel 4 beschrieben. Es handelt sich um ein Elektrofahrrad mit tretkraftab-
hängiger Motorunterstützung, ein sog. Pedelec (Pedal Electric Cycle).
In Kapitel 5 wird die Grundidee der zu entwickelnden Systematik zur integrativen Kon-
zipierung der Montage auf Basis der Prinziplösung mechatronischer Systeme vorge-
stellt. Anschließend wird diese in die Entwicklungsmethodik zur integrativen Konzipie-
rung von mechatronischen Systemen und der zugehörigen Produktionssysteme einge-
ordnet und ihre Bestandteile werden kurz erläutert.
Inhalt von Kapitel 6 ist die detaillierte Erläuterung der entwickelten Systematik. Dies
umfasst das Vorgehen, die einzusetzenden Methoden sowie die zugehörigen Werkzeu-
ge. Das Pedelec dient als durchgängiges Beispiel für die nachvollziehbare Erläuterung
der Systematik. Das Kapitel schließt mit einer Bewertung der Systematik gegen die in
Kapitel 2 abgeleiteten Anforderungen.
In Kapitel 7 wird die Arbeit abschließend zusammengefasst. Weiterhin wird ein Aus-
blick auf zukünftige Fragestellungen gegeben und der aus dieser Arbeit resultierende
Forschungsbedarf wird beschrieben.
Der Anhang umfasst ergänzende Informationen und Erläuterungen. Dies sind bspw.
Ergänzungen zum Stand der Technik sowie zur Anwendung der Systematik.
Problemanalyse Seite 5
2 Problemanalyse
Das Ziel dieses Kapitels sind Anforderungen an eine Systematik zur integrativen Konzi-
pierung der Montage auf Basis der Prinziplösung mechatronischer Systeme. Den Aus-
gangspunkt bildet die in Kapitel 1 beschriebene Problematik. Sie wird in diesem Kapi-
tel detailliert betrachtet und analysiert. Zunächst führt Kapitel 2.1 die für das Verständ-
nis dieser Arbeit relevanten Begriffe ein und definiert diese. Anschließend wird in Kapi-
tel 2.2 der allgemeine Produktentstehungsprozess für mechatronische Systeme vorge-
stellt und die integrative Konzipierung der Montage in diesen eingeordnet. Auf die Ei-
genschaften und Besonderheiten mechatronischer Systeme wird in Kapitel 2.3 einge-
gangen. Die Grundlagen der Entwicklung derartiger Systeme sind Inhalt von Kapi-
tel 2.4. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Konzipierung, da das Produktkonzept den
Ausgangspunkt für die Montagekonzipierung bildet. Kapitel 2.5 geht auf die Entwick-
lung von Produktionssystemen ein. Die Arbeitsplanung und insb. die Montageplanung
als Schnittstelle zwischen Produkt- und Produktionssystementwicklung stehen hierbei
im Fokus. In Kapitel 2.6 wird die Entwicklungsmethodik für die integrative Konzipie-
rung mechatronischer Systeme vorgestellt. Abschließend erfolgen die Problemabgren-
zung in Kapitel 2.7 und die Ableitung von Anforderungen in Kapitel 2.8.
2.1 Begriffsbestimmungen
Im Folgenden werden die für das Verständnis dieser Arbeit relevanten Begriffe kurz
erläutert. Bei Bedarf werden diese definiert und in den Kontext der Arbeit eingebettet.
2.1.1 Produktentstehung
Die Produktentstehung1 beschreibt einen Teil des Produktlebenszyklus. Den Ausgangs-
punkt bildet die Geschäfts- oder Produktidee. Der Abschluss der Produktentstehung ist
in der Literatur unterschiedlich festgelegt. Nach WESTKÄMPER endet die Produktentste-
hung mit dem Prototypenbau. Aspekte der Produktionssystementwicklung werden nicht
berücksichtigt [Wes05, S. 117f.]. Die Produktentstehung nach GAUSEMEIER ET AL. um-
fasst zusätzlich die Produktionssystementwicklung und endet mit dem Serienan-
lauf [GLR+00, S. 3], [GW11, S. 14]. EHRLENSPIEL, ABELE und REINHART fassen auch
die Fertigung als Teil der Produktentstehung auf. Sie endet mit der Auslieferung an den
Kunden [Ehr09, S. 1], [AR11, S. 6].
Im Rahmen dieser Arbeit wird als Produktentstehung der Prozess von der Geschäfts-
bzw. Produktidee bis zum Serienanlauf des Produkts verstanden. Dieser umfasst die
1 Die Begriffe Produkterstellung und Produktengineering werden in der Literatur synonym verwendet
[GLR+00, S. 2], [Ehr09, S. 695].
Seite 6 Kapitel 2
Phasen Strategische Produktplanung, Produktentwicklung und Produktionssystement-
wicklung [GPW09, S. 39f.].
2.1.2 Prinziplösung – Konzept – Konzeption
Das Ergebnis der Konzipierung im Rahmen der Produktentwicklung ist die Prinziplö-
sung [PBF+07, S. 198], [Ehr09, S. 254] (vgl. Kap. 2.4.1). Sie beschreibt die Wirkungs-
weise sowie den Aufbau des Systems mittels Lösungsprinzipien und stellt somit einen
ersten Lösungsvorschlag für die Entwicklungsaufgabe dar [VDI2221, S. 41]. Eine voll-
ständige Lösungsbeschreibung liegt mit der Prinziplösung nicht vor [PL11, S. 114].
Die Begriffe Konzept und Konzeption werden umgangssprachlich häufig synonym
gebraucht. In der Sozialpädagogik werden die Begriffe nach ihrem Konkretisierungs-
grad unterschieden. Unter einem Konzept ist ein erster, noch modifizierbarer Entwurf
zu verstehen. Demgegenüber beschreibt die Konzeption den festgelegten und ausgear-
beiteten Entwurf [Kre08, S. 9f.]. Bei der Prinziplösung handelt es sich dementsprechend
um ein Konzept [Nor12, S. 6].
Die vorliegende Arbeit folgt dieser Definition. Mit der Prinziplösung wird ein Produkt-
konzept beschrieben. Dieser erste Entwurf ist im weiteren Entwicklungsverlauf zu de-
taillieren und zu konkretisieren. Analog handelt es sich bei dem Resultat der Produkti-
onssystemkonzipierung um ein Produktionssystemkonzept.
2.1.3 Systematik – Methodik
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter einer Systematik eine „planmäßige, ein-
heitliche Darstellung [bzw.] einheitliche Gestaltung nach bestimmten Ordnungsprinzi-
pien“ verstanden [Dud10]. Der Begriff findet vorwiegend in der Biologie Gebrauch und
beschreibt die „Wissenschaft von der Vielfalt der Organismen und ihrer Erfassung in
einem System“ [Dud13b-ol]. Systematiken im Bereich Maschinenbau sind z.B. die Sys-
tematik der Einteilung der Stähle [GS12, S. 12] oder die Systematik der Maschinen- und
Konstruktionselemente [BBJ+12, S. 131].
BISCHOF und HANSEN verwendeten den Begriff erstmalig im Kontext der Produktent-
wicklung. Demnach ist eine Konstruktionssystematik „das planmäßige, wissenschaftli-
che Kombinieren der Einzelerkenntnisse der Technik zum Aufbau eines technischen
Gebildes“ [Han55, S. 36], [Hub76, S. 74]. Hiervon ausgehend definiert DUMITRESCU
eine Entwicklungssystematik als:
„Ein universelles Rahmenwerk, das ein Vorgehensmodell sowie dedi-
zierte Hilfsmittel zur erfolgreichen Umsetzung der Entwicklung tech-
nischer Systeme bereitstellt. Sie ermöglicht weder ein automatisiertes
Entwickeln noch ist sie ein Ersatz für die kreative Leistung des An-
wenders. Das Vorgehensmodell strukturiert den Entwicklungsprozess
Problemanalyse Seite 7
nach aufgabenspezifischen Gesichtspunkten. Hilfsmittel können bspw.
Methoden, Richtlinien, Spezifikationstechniken/Modellierungsspra-
chen, Konstruktionsprinzipien, Entwurfsmuster oder Werkzeuge sein“
[Dum11, S. 6].
Allgemein wird unter einer Methodik ein Teilgebiet einer Wissenschaft verstanden,
welches sich mit dem Methodengefüge des entsprechenden Fachgebiets befasst und
Methoden bereitstellt [Mül90, S. 17]. Häufig wird in der Produktentwicklung auch das
„Zusammenwirken verschiedener Einzelmethoden“ als Methodik bezeichnet [Lin07,
S. 33]. Darüber hinaus beinhalten solche Entwicklungsmethodiken Erkenntnisse aus der
Denk- und Arbeitspsychologie sowie organisatorische Leitlinien zur interdisziplinären
Zusammenarbeit [PBF+07, S. 10f.], [Dum11, S. 6].
Die Arbeit folgt der Definition nach DUMITRSCU. Somit besteht die zu entwickelnde
Systematik aus einem Vorgehensmodell und Hilfsmitteln. Die Hilfsmittel sollen die
integrative Konzipierung der Montage unterstützen. Es sind etablierte Hilfsmittel zu
verwenden und in das Vorgehen zu integrieren. Ist dies nicht möglich, sind die Hilfsmit-
tel auf die gegebene Problemstellung anzupassen bzw. neue Hilfsmittel zu entwickeln.
2.1.4 Der Systembegriff
Komplexe technische Erzeugnisse sowie die zur ihrer Herstellung eingesetzten Produk-
tionssysteme können nach den Grundprinzipien der Systemtheorie als Systeme betrach-
tet werden [HWF+12, S. 34ff.]. Die systemtheoretische Betrachtung erleichtert das Ver-
ständnis und den Umgang mit komplexen Systemen [Sch05b, S. 32f.], [Lin07, S. 54],
[VWB+09, S. 100ff.]. EHRLENSPIEL definiert ein System folgendermaßen:
„Ein System besteht aus einer Menge von Elementen (Teilsystemen),
die Eigenschaften besitzen und durch Beziehungen miteinander ver-
knüpft sind. Ein System wird durch eine Systemgrenze von der Umge-
bung abgegrenzt und steht mit ihr durch Ein- und Ausgangsgrößen in
Beziehung (offenes System)“ [Ehr09, S. 19].
Die Elemente beschreiben das System auf der gewählten Betrachtungsebene. Sie kön-
nen ihrerseits auch als Systeme aufgefasst werden, die wiederum aus einzelnen Elemen-
ten (Teilsystemen) bestehen. Hierdurch ergeben sich hierarchische Ordnungsbeziehun-
gen (Aggregationsbeziehungen). Weiterhin existieren Flussbeziehungen zwischen den
Elementen, wie Stoff-, Energie- und Informationsflüsse. Die Gesamtheit der Elemente
und ihrer Beziehungen wird als Struktur des Systems bezeichnet. Über Ein- und Aus-
gangsgrößen werden die Beziehungen des Systems zu seiner Umgebung beschrieben,
welche sämtliche Elemente und Einflüsse außerhalb der Systemgrenze umfasst. Diese
können auf das System einwirken bzw. vom System beeinflusst werden. Als Verhalten
wird die Gesamtheit aller Reaktionen des Systems bezeichnet [Mül90, S. 58], [PBF+07,
S. 17], [Ehr09, S. 19ff.]. Bild 2-1 zeigt die Grundbegriffe der Systemtheorie.
Seite 8 Kapitel 2
Bild 2-1: Grundbegriffe der Systemtheorie nach [DH02, S. 5]
Der Nutzen der Systemtheorie und dem „Denken in Systemen“ liegt in einer erhebli-
chen Vereinfachung der Planung, Entwicklung und Konstruktion technischer Systeme
[Ehr09, S. 26], [DH02, S. 9ff.]:
Komplexitätsreduzierung durch klare Systemgrenzen, Betrachtung einzelner
Elemente als „Black-Box“, Hierarchisierung des Systems über mehrere Betrach-
tungsebenen und die Bildung unterschiedlicher Sichten auf das System.
Frühzeitige Identifikation der Eigenschaften des Systems durch gedankliche,
graphische oder mathematische Modelle und deren Simulation.
Reduktion auf das Wesentliche eines Systems durch eine abstrakte Modellierung
der relevanten Systembestandteile.
2.1.5 Produktstruktur – Erzeugnisstruktur – Erzeugnisgliederung
Die Begriffe Produktstruktur, Erzeugnisstruktur und Erzeugnisgliederung sind nicht
einheitlich definiert und werden in der Literatur unterschiedlich verwendet. Teilweise
werden sie auch synonym genutzt [Bre97, S. 4], [Rap99, S. 9ff.].
Als Produktstruktur bezeichnen EVERSHEIM und UNGEHEUER die Zusammensetzung
eines Erzeugnisses aus Teilelementen und deren Zuordnung untereinander [Ung86,
S. 158], [Eve89, S. 145]. SCHUH definiert die Produktstruktur als die Zusammensetzung
eines Produkts, das aus Komponenten, Baugruppen und Einzelteilen besteht [Sch05a,
S. 119ff.]. Nach RAPP ist die Produktstruktur eine Produkteigenschaft, welche die Zu-
ordnung der Produktbestandteile zueinander beschreibt [Rap99, S. 9f.]. MEIER definiert
die Produktstruktur als „strukturierte Abbildung eines Produkts aus seinen physischen
Komponenten. Sie zeigt die Zusammenhänge zwischen den Komponenten sowie deren
Schnittstellen“ [Mei07, S. 43].
Die Erzeugnisstruktur ist nach DIN 199 definiert als die „Gesamtheit der nach einem
bestimmten Gesichtspunkt festgelegten Beziehungen zwischen den Gruppen und Teilen
eines Erzeugnisses“ [DIN199-5, S. 1]. Ihre Gliederung kann z.B. funktional oder mon-
System
Systemgrenze
Teilsystem
Beziehung
Element
Umgebungselement
Umgebung
Problemanalyse Seite 9
tageorientiert erfolgen und die Darstellung graphisch als Strukturbaum oder tabellarisch
als Stückliste erfolgen [DIN199-5, S. 1].
Die Erzeugnisgliederung wird zum Teil synonym zur Produktstruktur gesetzt [Ung86,
S. 158]. Nach anderen Definition ist sie ein Abbild der Produktstruktur und somit eine
Sichtweise auf diese [Rap99, S. 9f.].
In der vorliegende Arbeit wird das Begriffsverständnis von RAPP zugrunde gelegt
[Rap99, S. 9f.]. Bild 2-2 zeigt den Zusammenhang zwischen Produktstruktur und Er-
zeugnisgliederung.
Bild 2-2: Zusammenhang zwischen Produktstruktur und Erzeugnisgliederung nach
[Rie03, S. 31]
Unter der Produktstruktur wird die Gesamtheit aller Beziehungen zwischen den Ele-
menten des Produkts verstanden [Rap99, S. 9], [Rie03, S. 30]. Durch die Konzentration
auf einen Beziehungsaspekt werden Sichten auf die Produktstruktur gebildet. Beispiele
sind die Funktionsstruktur (Abbildung funktionaler Beziehungen) und die Baustruktur
(Abbildung baulicher Beziehungen). Die Begriffe Produktstruktur und Erzeugnisstruk-
tur werden synonym verwendet. Als Erzeugnisgliederung wird die Abbildung nach ei-
nem Beziehungsaspekt bezeichnet, wobei Elementen zu übergeordneten Einheiten (z.B.
Baugruppen, Montagegruppen, Verkaufseinheiten, Module) zusammengefasst werden.
Die Erzeugnisgliederung ist keine Produkteigenschaft, sondern eine hierarchische Ab-
bildung der Produktstruktur [Rap99, S. 10]. Die Darstellung der Erzeugnisgliederung
kann bspw. als Strukturbild oder Stückliste erfolgen.
A
C
FE
D
G
B
Produktstruktur
Beziehungsaspekt A
A
C
DB
Beziehungsaspekt B
C
F
A
B
E
D
A1 A2
B2
B1
System
Subsystem A1 Subsystem A2
A C D
BE G
F
System
Subsystem B1 Subsystem B2
A F
CB E
D
Legende
Strukturelement X
Beziehungsaspekt A
Beziehungsaspekt B
X
Aspekte der
Produktstruktur
E
F
G
Erzeugnisgliederung
Seite 10 Kapitel 2
2.1.6 Gestalt – Baustruktur
Die Gestalt ist die Gesamtheit der geometrischen Merkmale eines materiellen Objekts.
Sie umfasst die Makrogeometrie (Form, Größe), die Mikrogeometrie (Oberfläche) so-
wie den Werkstoff. Die Gestalt eines Systems wird über die Gestalt der einzelnen Ele-
mente sowie deren Lage (Anordnung) beschrieben. [Ehr09, S. 692], [PL11, S. 34]. Im
Verlauf der Produktentwicklung wird sie konkretisiert und detailliert (Bild 2-3).
Bild 2-3: Konkretisierung der Gestalt im Entwicklungsprozess nach [Gru02, S. 88]
Erste Gestaltinformationen werden in den Anforderungen beschrieben und die Geomet-
rie wird in Form von Hüllvolumen festgelegt. Anschließend werden die Schnittstellen
des Produkts gestaltet, bspw. die Geometrie des Flansches. Abschließend erfolgt die
Festlegung der Detailgeometrie [Cui00, S. 16], [Gru02, S. 88]. Die Beschreibung des
Gestaltmodells kann mittels Prinzipskizzen2, Zeichnungen, 2D- oder 3D-CAD-
Modellen erfolgen [VWB+09, S. 148f.].
Als Baustruktur wird eine spezifische Sicht auf die Produktstruktur bezeichnet (vgl.
Kap. 2.1.5). Sie beschreibt die physischen Bestandteile des Systems (Bauteile) und de-
ren Aggregation (Baugruppen). Weiterhin bildet sie die Beziehungen zwischen den
Elementen ab. Ihre Strukturierung kann nach unterschiedlichen Gesichtspunkten erfol-
gen, z.B. funktional oder montageorientiert. Üblich ist hierbei die Orientierung an der
Montage und die Bildung von Montagegruppen [Lin07, S. 327], [Ehr09, S. 396].
Den Ausgangspunkt für die Gestaltung des Produktionssystems bilden die Produktge-
stalt und die Baustruktur [Fuc05, S. 27], [Ald09, S. 23]. Bild 2-4 verdeutlicht die zentra-
le Stellung der Produktgestalt im Produktentstehungsprozess. Sie bildet die Schnittstelle
zwischen Produktentwicklung und Produktionssystementwicklung und ergibt sich im
Verlauf des Entwicklungsprozesses aus den eingesetzten Wirkprinzipien, den gestellten
Produktanforderungen sowie dem Produktdesign. In der Produktionssystementwicklung
bildet die Produktgestalt den Ausgangspunkt für die Fertigungs-, Montage- und Prüf-
planung.
2 Grafisches Gestaltmodell mit geringem Detaillierungsgrad [Sed10, S. 74].
Anforderungen
2
3
2.1
3.1
2.2
3.2
2.3
3.3
2.4
Geometrie
Fertigung
Automatisierungsgrad: >60%
Ausbringungsmenge: 5.000 p.a.
Herstellkosten (max): 45,00 €
Wellenlänge: 200 mm
Durchmesser: 250 mm
Breite: 70 mm
Wellendurchmesser: 20 mm
Hüllvolumen DetailgeometrieFlanschgeometrie
Konkretisierung
Problemanalyse Seite 11
Bild 2-4: Produktgestalt in der Produktentstehung nach [Sch93, S. 100]
2.1.7 Produktion – Fertigungstechnik – Fertigung
Die Produktion wird in der Betriebswirtschaftslehre als „Prozess der zielgerichteten
Kombination von Produktionsfaktoren (Input) und deren Transformation in Produkte
(Erzeugnisse, Output)“ [Gab13-ol] definiert. In der Ingenieurwissenschaft wird die Pro-
duktion als „ein vom Menschen organisierter Prozess der Wertschöpfung“ [Spu79,
S. 25] bezeichnet. Je nach Art des Transformationsprozesses und des Erzeugnisses wird
die Produktion in Energie-, Verfahrens- und Fertigungstechnik unterteilt [Spu79, S. 25].
In der Fertigungstechnik bzw. Fertigung werden geometrisch bestimmte materielle
Güter in einem diskreten Prozess hergestellt [Dan03, S. 49], [DIN8580, S. 4], [Wes05,
S. 24]. Hierbei wird zwischen der (Teile-)Fertigung und der Montage unterschieden
[War93b, S. 1ff.]. Als Teilefertigung wird die Herstellung von Einzelteilen bezeichnet
[TD11, S. S1]. In der Montage werden die Einzelteile zu Baugruppen und schließlich
zum Enderzeugnis zusammengefügt [MR96, S. 10-17]. Für eine bessere Abgrenzung
der Fertigungstechnik bzw. Fertigung gegenüber der Teilefertigung wird in dieser Ar-
beit der Oberbegriff Produktion verwendet. Demnach subsumiert die Produktion die
Teilefertigung und die Montage (vgl. [Nor12, S. 11]).
2.1.8 Montage – Fügen
Unter Montage werden alle Vorgänge zusammengefasst, die für den Zusammenbau
geometrisch bestimmter Körper zu funktionsfähigen Produkten erforderlich sind
[PBF+07, S. 468], [WRN09, S. 162]. Kernfunktion der Montage ist das Fügen [Sel11,
S. S97]. Handhaben [VDI2860], Kontrollieren, Justieren und Sonderoperationen stellen
weitere Funktionen dar [Lot06a, S. 2], [WRN09, S. 164].
Fügen bezeichnet ein auf Dauer angelegtes Verbinden oder sonstiges Zusammenbrin-
gen von zwei oder mehreren Werkstücken [DIN8580, S. 5]. Es wird nach DIN 8593 in
neun Teilgruppen unterteilt [DIN8593-0, S. 4]: Zusammensetzen [DIN8593-1], Füllen
[DIN8593-2], Anpressen/Einpressen [DIN8593-3], Urformen [DIN8593-4], Umformen
[DIN8593-5], Schweißen [DIN8593-6], Löten [DIN8593-7], Kleben [DIN8593-8] und
Fertigungsplanung
Produktanforderung Produktfunktion Wirkprinzip
Montageplanung Prüfplanung
Herstellung
Betriebsmittel
Produktgestalt
erfüllt realisiert
wird bestimmt durch
definiert
bestimmt
erfordert
bestimmt
bestimmt
realisiert durch
bestimmt bestimmt
bestimmt
bestimmt
beeinflussen
beeinflusst
Seite 12 Kapitel 2
Textiles Fügen. Weiterhin lassen sich Fügeverfahren nach der Art der Verbindung klas-
sifizieren [HB11, S. 67]:
Der Stoffschluss verbindet die Teile durch atomare- oder molekulare Kräfte zu
einer unlösbaren Einheit. Dies kann mit oder ohne Zusatzwerkstoff erfolgen. Bei-
spiele sind Schweißen, Löten und Kleben.
Beim Kraftschluss3 werden durch eine Verspannung in der Kontaktfläche Reib-
kräfte erzeugt. Beispiele sind Keil-, Press- und Schraubverbindungen.
Der Formschluss stellt die Kraftübertragungen mit Hilfe von Formelementen her.
Dies kann mit oder ohne Zusatzelemente erfolgen. Beispiele sind Passfeder-, Pro-
filwellen- und Stiftverbindungen.
2.1.9 Produktionssystem
Allgemein wird unter einem Produktionssystem ein sozio-technisches System verstan-
den, dessen Aufgabe die Herstellung eines End- oder Zwischenprodukts ist. Hierfür
wird aus einem Input (z.B. Material, Energie) unter Einsatz wertschöpfender Prozesse
(z.B. Fertigung, Montage) und assoziierter Prozesse (z.B. Transport, Lagerung) ein
Output (z.B. Produkt, Reststoffe) erzeugt [NHR+08, S. 85].
Der VERBAND FÜR ARBEITSSTUDIEN UND BETRIEBSORGANISATION E.V. – REFA defi-
niert komplexe Produktionssysteme als Produktionseinrichtungen, die mehrere sich er-
gänzende Einzelfunktionen selbständig durchführt. Dies umfasst Funktionen aus den
Bereichen Teilefertigung und Montage sowie Material- und Informationsfluss [Ref90,
S. 15]. Es kann sich um einzelne Arbeitsplätze (z.B. Montagezellen), Mehrmaschinen-
systeme (z.B. Produktionslinien) oder ganze Produktionsbetriebe handeln [Eve96, S. 4].
Die Bestandteile eines Produktionssystems lassen sich in die Teilsysteme Informations-,
Materialfluss- und Bearbeitungs-/Montagesystem unterteilen (Bild 2-5) [Ref90, S. 41f.].
Als Informationssystem (Steuerungs- und Überwachungssystem) werden die Einrich-
tungen zur Speicherung, Verarbeitung, Verwaltung und zum Austausch von Informatio-
nen bezeichnet. Das Ziel ist die Abwicklung des Fertigungsablaufs. Beispiele sind Stan-
dard-Rechner, Industrie-PCs sowie Software-Programme, z.B. für die Bereitstellung
von Steuerungsprogrammen [Ref90, S. 42].
Das Materialflusssystem besteht aus Fördermitteln und Förderhilfsmitteln, dessen
Aufgaben sind Transport, Lagerung, Bereitstellung und Handhabung der benötigten
Werkstücke, Werkzeuge, Vorrichtungs- und Spannsysteme, Werkstückmess- und
Prüfsysteme. Weiterhin versorgt es die Bearbeitungs- und Montagesysteme mit Hilfs-
stoffen und entsorgt die Abfälle [Ref90, S. 42].
3 Der Kraftschluss wird auch als Reibschluss bezeichnet [HB11, S. 67].
Problemanalyse Seite 13
Bild 2-5: Bestandteile eines komplexen Produktionssystems nach [Eve89, S. 55]
Das Bearbeitungs-/Montagesystem umfasst alle Betriebsmittel zur Erfüllung der Pro-
duktionsfunktion. Dies sind z.B. Maschinen, Werkzeuge, Vorrichtungen und Prüfmittel
[Ref90, S. 42]. Im Rahmen dieser Arbeit werden unter Bearbeitungssystemen Betriebs-
mittel zur Teilefertigung und unter Montagesystemen Betriebsmittel zur Montage ver-
standen. Die Begriffe Montagesystem und Montageanlage werden synonym verwendet.
2.1.10 Montageablaufstruktur – Montagevorranggraph
Die Montageablaufstruktur beschreibt die logische und zeitliche Reihenfolge der be-
nötigten Teilfunktionen zur Montage eines Produkts. Die am häufigsten eingesetzte
Darstellungsform der Montageablaufstruktur ist der netzplanähnliche Montagevor-
ranggraph4 [BAD+86, S. 94f.], [Fri89, S. 81ff.], [Bul95, S. 95], [Fra03, S. 32],
[Muc05, S. 25f.]. Der Montagevorranggraph unterstützt die Strukturierung der Teilfunk-
tionen und die Zuordnung zu Betriebsmitteln und Arbeitsplätzen [Wes05, S. 162].
Ein Beispiel ist in Bild 2-6 dargestellt. Die Knoten stellen Teilfunktionen der Montage
dar, sogenannte Teilverrichtungen, die nicht mehr sinnvoll weiter unterteilt werden
können [Ref90, S. 157f.]. Über Kanten werden die logischen und zeitlichen Abhängig-
keitsbeziehungen beschrieben. Teilverrichtungen werden immer zum zeitlich frühsten
Ausführungszeitpunkt eingetragen [BAD+86, S. 94f.], [Bul95, S. 95], [Wes05, S. 163].
Zeitgrößen (z.B. Vorgangsdauer, frühster/spätester Anfangs- oder Endtermin) sowie
Stückzahlen finden im Montagevorranggraph keine Berücksichtigung [Bul95, S. 103],
[Fra03, S. 33f.].
4 Für eine Übersicht graphenbasierter Ansätze zur Beschreibung der Montageablaufstruktur siehe
[Sei98, S. 38].
Werkstückmess- und
prüfsystem
Vorrichtungs-
und Spannsystem
Ver- und Ent-
sorgungssystem
Bearbeitungs-/Montagesystem
Maschine 1
Maschine ...
Maschine n
Werkzeugflusssystem
• Handhabung
• Transport
• Speicherung
Werkstückflusssystem
• Handhabung
• Transport
• Speicherung
Steuerungs- und Überwachungssystem
Werk-
zeuge
Hilfsstoffe
Späne
Werk-
stücke
Hilfsstoffe
Späne
Seite 14 Kapitel 2
Bild 2-6: Montagevorranggraph nach [BAD+86, S. 95]
2.2 Der Produktentstehungsprozess
Der Produktentstehungsprozess bezeichnet im Produktlebenszyklus den Zeitraum bis
zum Serienanlauf (vgl. Kap. 2.1.1) und umfasst die Phasen strategische Produktplanung,
Produktentwicklung und Produktionssystementwicklung [GLR+00, S. 3], [GW11,
S. 14]. Bei der Betrachtung dieser Phasen sind folgende Punkte zu berücksichtigen:
Keine sequenzielle Reihenfolge: Die Phasen lassen sich in der Praxis nicht streng
sequenziell abarbeiten. Sie unterliegen Iterationsschleifen und gegenseitigen Ab-
hängigkeiten. Eine Beschreibung als Folge von Aufgaben in einem Phasen-
Meilenstein-Diagramm ist nur unter idealisierten Annahmen möglich.
Keine klare Abgrenzung der Phasen: Die einzelnen Phasen sind z.T. nicht trenn-
scharf und eine eindeutige Abgrenzung fällt schwer. Beispielsweise ist der Über-
gang von der strategischen Produktplanung in die Produktentwicklung im Bereich
der Konzipierung nicht eindeutig festgelegt. Ein weiteres Beispiel ist die Abschät-
zung der Herstellkosten, die in der strategischen Produktplanung im Rahmen der
Geschäftsplanung erfolgt. Diese kann nur durchgeführt werden, wenn die ersten
Fertigungskonzepte in der Produktionssystementwicklung bereits festgelegt wur-
den.
Nach GAUSEMEIER ist der Produktentstehungsprozess daher als ein Wechselspiel von
Aufgaben zu betrachten. Diese lassen sich in drei Zyklen gliedern (Bild 2-7) [GPW09,
S. 38ff.].
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
110 120 140 160 170 190 210 220 230
130 150
180 200
Montageflussrichtung
Beginn Ende
Knoten: Teilverrichtungen,
die zum jeweils frühesten
Zeitpunkt beginnen.
Teilverrichtung Nr.: 10
Beschreibung: 2 Schrauben in Zugentlastung einsetzen
Vorgabezeit: 15 Min./100 Stck.
Kanten: Reihenfolge-
beziehungen, die zum
jeweils spätesten Zeit-
punkt enden.
Problemanalyse Seite 15
Bild 2-7: 3-Zyklen-Modell der Produktentstehung [NBG13, S. 619]
G
RS
(s)
G
M
(s)
Produktentwicklung
Produktions-
system-
entwicklung
Strategische
Produktplanung
Von der Geschäftsidee...
...zum Serienanlauf.
Geschäftsplanung
Geschäftsstrategie
Produktstrategie
Geschäftsplan
Potentialfindung
Erfolgspotentiale,
Handlungsoptionen
der Zukunft
Produktfindung
Produkt- und
Dienstleistungsideen
Anforderungen
Entwurf und Ausarbeitung
Komponente A
Komponente B
Regelungs-
technik
Elektronik Software-
technik
Mechanik
Produktintegration
Verifiziertes
Gesamtsystem
Produktkonzipierung
Strategiekonforme,
ganzheitliche
Produktkonzeption
Mecha-
tronik
Mechanik
Software-
technik
Elektronik
Regelungs-
technik
Produktionssystemintegration
Arbeitsplanung
Material-
fluss-
planung
Arbeits-
mittel-
planung
Arbeits-
ablauf-
planung
Arbeits-
stätten-
planung
Produktionssystemkonzipierung
Ablauf
Fabrik
Logistik
Mittel
Strategiekonforme,
ganzheitliche Produk-
tionskonzeption
Verifiziertes
Produktionssystem
Seite 16 Kapitel 2
In der strategischen Produktplanung wird ein erfolgversprechendes Produktkonzept
erarbeitet. Die Phase umfasst die Aufgabenbereiche Potentialfindung, Produktfindung,
Produktkonzipierung sowie Geschäftsplanung. Zunächst werden im Rahmen der Poten-
tialfindung die zukünftigen Erfolgspotentiale identifiziert und entsprechende Hand-
lungsoptionen entwickelt. Zur Erschließung der Erfolgspotentiale werden im Rahmen
der Produktfindung neue Produkt- und Dienstleistungsideen gesucht und ausgewählt.
Des Weiteren werden Anforderungen an diese definiert. Darauf aufbauend wird in der
Produktkonzipierung ein erstes technisches Konzept erarbeitet. Abschließend entsteht
im Rahmen der Geschäftsplanung die Geschäfts- und Produktstrategie sowie der Ge-
schäftsplan [GLS04, S. 8f.], [GPW09, S. 39].
Die Produktentwicklung umfasst die Produktkonzipierung, den domänenspezifischen
Entwurf und die Ausarbeitung sowie die abschließende Integration. Die Konzipierung
bildet die Schnittstelle zwischen der strategischen Produktplanung und der Produktent-
wicklung. Auf Basis des ersten technischen Konzepts wird eine fundierte Konzeption
des Produkts erarbeitet. In der Phase Entwurf und Ausarbeitung wird die Konzeption
innerhalb der Fachdisziplinen Mechanik, Elektrik/Elektronik, Regelungstechnik und
Softwaretechnik konkretisiert. Die fachdisziplinspezifischen Ergebnisse werden im
Rahmen der Produktintegration zur Gesamtlösung zusammengeführt [GPW09, S. 40].
Die Aufgabenbereiche der Produktionssystementwicklung sind die Produktionssys-
temkonzipierung, die Arbeitsplanung sowie die Produktionssystemintegration. Auf Ba-
sis des Produktkonzepts wird in der Produktionssystemkonzipierung eine strategiekon-
forme, ganzheitliche Produktionssystemkonzeption erstellt. Diese bildet den Ausgangs-
punkt für die Konkretisierung im Rahmen der Arbeitsplanung. Hierbei werden die vier
Aspekte Arbeitsablaufplanung, Arbeitsstättenplanung, Materialflussplanung und Ar-
beitsmittelplanung von den entsprechenden Abteilungen bearbeitet. Analog zu der Pro-
duktentwicklung werden die Teilergebnisse abschließend zu einer Gesamtlösung inte-
griert. Das Resultat ist ein verifiziertes Produktionssystem [GPW09, S. 40].
In dem Modell ist die Produktionssystementwicklung parallel zur Produktentwicklung
angeordnet. Die beiden Phasen sind im Wechselspiel und eng aufeinander abgestimmt
voranzutreiben. Nur durch diese integrative Entwicklung kann sichergestellt werden,
dass alle Potentiale ausgenutzt werden, um ein leistungsfähiges und kostengünstiges
Erzeugnis zu entwickeln. Dies gilt insb. bei Produkten der Mechatronik (z.B. enge
räumliche Integration von Mechanik und Elektronik) und für den Einsatz neuer Hoch-
leistungswerkstoffe (z.B. Hybridsysteme aus unterschiedlichen Materialien). In beiden
Fällen sind wechselseitige Abhängigkeiten zwischen dem Produktkonzept und potenti-
ellen Produktionstechnologien zu berücksichtigen [GPW09, S. 40], [GN12, S. 15ff.]:
Bereits die Prinziplösung wird durch die in Betracht gezogenen Fertigungs- und
Montagetechnologien determiniert [DGJ+12, S. 1421]. Beispielsweise bestimmt bei
MID-Bauteilen die eingesetzte Bestückungstechnologie die minimalen Randab-
stände der elektronischen Bauteile.
Problemanalyse Seite 17
Neue Produktkonzepte können die Entwicklung neuer Fertigungs- bzw. Montage-
technologien erforderlich machen. Ein Beispiel ist die Integration von Sensoren in
Hybridbauteile aus neuartigen Materialkombinationen.
Aus den genannten Gründen besteht ein hoher Abstimmungsbedarf zwischen der Pro-
duktentwicklung und der Produktionssystementwicklung. Dies gilt bereits für die Kon-
zipierung, deren Resultat die Konzepte von Produkt und Produktionssystem sind. Sie
bilden die Grundlage für frühzeitige Analysen (z.B. der Herstellkosten oder der Ro-
bustheit gegenüber Störungen) und sind der Ausgangspunkt für die weitere wechselsei-
tige Konkretisierung. Die beiden horizontalen Pfeile in Bild 2-7 visualisieren diese Ab-
hängigkeiten [GPW09, S. 40], [GN12, S. 17].
Einordnung der zu entwickelnden Systematik: Im Rahmen dieser Arbeit wird das 3-
Zyklen Modell als Basismodell des Produktentstehungsprozesses verwendet. Produkt
und Produktionssystem werden demnach von Beginn an integrativ entwickelt. Die zu
erarbeitende Systematik ordnet sich in diesem Modell in den beiden Konzipierungspha-
sen ein. Sie konkretisiert die montageorientierte Produktkonzipierung sowie den Über-
gang zu einem ersten Konzept des Produktionssystems mit dem Fokus auf Montagepro-
zesse. Hierzu stellt sie das Vorgehen sowie dedizierte Methoden bereit.
2.3 Mechatronische Systeme
Bei heutigen technischen Erzeugnissen, z.B. des Maschinenbaus, der Automobilindust-
rie oder der Medizintechnik, handelt es sich in der Regel um mechatronische Systeme.
Sie beruhen auf dem engen Zusammenwirken von Mechanik, Elektronik/Elektrik, Re-
gelungs- und Softwaretechnik. Der Begriff Mechatronik bzw. das mechatronische
System ist ein Kunstwort aus Mechanik (mechanics) und Elektronik (electronics). Die-
ses wurde erstmals Ende der 60er Jahre von KIKUCHI für die Erweiterung mechanischer
Systeme durch elektronische Komponenten verwendet [VDI2206, S. 13f.], [VWB+09,
S. 103f.]. Das heutige Mechatronik-Verständnis beruht auf der Erweiterung und Defini-
tion von HARASHIMA, TOMIZUKA und FUKUDA [HTF96, S. 1]. Die VDI-Richtlinie 2206
übersetzt diese folgendermaßen:
„Mechatronik bezeichnet das synergetische Zusammenwirken der
Fachdisziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstech-
nik beim Entwurf und der Herstellung industrieller Erzeugnisse sowie
bei der Prozessgestaltung“ [VDI2206, S. 14].
Ein mechatronisches System setzt sich aus den folgenden Elementen zusammen. Das
Grundsystem ist in der Regel ein mechanisches, elektromechanisches, elektrisches,
fluidtechnisches oder thermodynamisches System bzw. eine Kombination. Die Senso-
rik nimmt aktuelle Größen (Messwerte) des Grundsystems und der Umgebung auf und
stellt diese zur Verfügung. Auf Basis der Messwerte ermittelt die Informationsverar-
beitung die Stellwerte für die Aktoren des Systems. Die Aktoren setzen die Stellwerte
Seite 18 Kapitel 2
um und greifen dazu direkt in das Grundsystem ein. [VDI2206, S. 14f.], [VWB+09,
S. 104f.]. Über Flüsse sind die Elemente des mechatronischen Systems miteinander
verbunden. Hierbei werden drei Flussarten unterschieden. Stoffflüsse kennzeichnen den
Austausch von festen Körpern sowie flüssigen oder gasförmigen Medien. Energieflüsse
beschreiben die Übertragung von Energien (z.B. mechanische, elektrische oder thermi-
sche Energie) sowie entsprechende Größen (z.B. Kraft, Strom). Informationsflüsse
bilden den Austausch von Messgrößen, Steuerinformationen oder Daten ab [PBF+07,
S. 43]. Die beschriebene Grundstruktur stellt den Grundbaustein mechatronischer Sys-
teme dar. Komplexe mechatronische Systeme setzen sich in der Regel aus verschiede-
nen mechatronischen Modulen zusammen. Diese bestehen aus Elementen, die spezifi-
sche Funktionalitäten erfüllen. Hierdurch ergibt sich eine Hierarchisierung des Sys-
tems [LKS00, S. 1ff.], [VDI2206, S. 16].
Die Entwicklung mechatronischer Systeme ist durch starke Wechselwirkungen und Ab-
hängigkeiten geprägt. Diese bestehen einerseits zwischen den Bauteilen und Baugrup-
pen aufgrund der räumlichen Integration, andererseits existieren Wechselwirkungen
zwischen dem Produkt und dem zugehörigen Produktionssystem. Beispielsweise beste-
hen zwischen der Aufbau- und Verbindungstechnik, den gewählten Werkstoffen und
den Fertigungstechnologien Abhängigkeiten, die bereits in der frühen Phase der Pro-
duktentwicklung Berücksichtigung finden müssen [Gau06, S. 18f.].
2.4 Entwicklung mechatronischer Produkte
Die integrative Montagekonzipierung ist die Schnittstelle zwischen der Produktentwick-
lung und der Produktionssystementwicklung. Im Folgenden wird die Produktentwick-
lung vorgestellt, da diese den Ausgangspunkt bildet. Inhalt von Kapitel 2.4.1 ist der
grundsätzliche Ablauf der Produktentwicklung. Dieser wird in den Entwurfsraum ein-
geordnet und die Hauptphasen werden beschrieben. In Kapitel 2.4.2 wird die Entwick-
lungsmethodik der VDI-Richtlinie 2221 für technische Systeme und Produkte vorge-
stellt. Sie umfasst das Vorgehen von der Entwicklungsaufgabe bis zur fertigen Produkt-
dokumentation, inkl. Fertigungsunterlagen. Abschließend wird in Kapitel 2.4.3 die
Entwicklungsmethodik der VDI-Richtlinie 2206 erläutert. Diese ist auf die Besonder-
heiten bei der Entwicklung mechatronischer Systeme ausgerichtet.
2.4.1 Entwicklung als Problemlösungsprozess
Wie der Produktentstehungsprozess ist auch der Produktentwicklungsprozess keine se-
quentielle Abfolge von Arbeitsschritten [GPW09, S. 40]. Nach der Denkpsychologie
entsprechen streng linear ablaufende Vorgehensweisen nicht dem menschlichen Vorge-
hen beim Problemlösen [Dyl90, S. 104f.], [VDI2221, S. 5]. Der Mensch geht beim
Entwickeln und Konstruieren weder arbeitsschrittrein noch teilaufgabenrein vor [Hac02,
S. 15]. Die Abläufe in der Produktentwicklung folgen dem Vorgehen des Problemlösens
und bestehen aus einer Folge von Synthese- und Analyseschritten [Lin07, S. 38].
Problemanalyse Seite 19
Zur Strukturierung des Entwicklungsgeschehens führt GAUSEMEIER das Modell des
Entwurfsraums ein (Bild 2-8). Dieser wird durch die drei Dimensionen Abstraktion –
Konkretisierung, Detaillierung – Generalisierung sowie Systemsicht aufgespannt. Die
Systemsicht orientiert sich am Y-Modell der Mikroelektronik [BGH+96, S. 53] und
gliedert sich in Struktur, Verhalten und Gestalt. In den Entwurfsraum werden die Syn-
these- und Analyseschritte bei der Entwicklung mechatronischer Produkte eingeordnet.
Bild 2-8: Entwurfsraum der Produktentwicklung [GPW09, S. 41]
Das generelle Vorgehen der Produktentwicklung im Entwurfsraum folgt den Grundsät-
zen vom Abstrakten zum Konkreten, vom Generellen zum Detail und von der Funktions-
zur Baustruktur. Der Entwickler bearbeitet in einem Wechselspiel aus Synthese- und
Analyseschritten die einzelnen Aspekte der Systemsicht (Struktur, Verhalten, Gestalt).
Hierbei wechselt er je nach Bedarf die Detaillierungs- und Konkretisierungsebenen und
springt zwischen diesen hin und her. In Abhängigkeit von Entwicklungsaufgabe, Rand-
bedingungen und Zielen ergeben sich somit spezifische Verläufe des Entwicklungspro-
zesses im Entwurfsraum [GPW09, S. 40f.]. Die Dimension der Konkretisierung wird in
die vier Hauptphasen Planen und Klären der Aufgabe, Konzipieren, Entwerfen und
Ausarbeiten gegliedert [Hub76, S. 10], [Dyl90, S. 51], [PBF+07, S. 194]:
Planen und Klären der Aufgabe: Den Ausgangspunkt der Produktentwicklung bildet
die Aufgabenstellung. Diese wird vom Vertrieb oder anderen verantwortlichen Berei-
Exaktes
Styling
Hauptabmessungen
Fahrzeug
Generalisierung
Detaillierung
Abstraktion Konkretisierung
Struktur
Verhalten
Gestalt
Gesamtsystem
z.B. Fahrzeug
z.B. Radmodul
F
F1
F2 F3
Funktionsstruktur
Gesamtfahrzeug
F 3.1.2
Detaillierte
Funktionsstruktur
von der
Funktionsstruktur
über die
Wirkstruktur
Wirkstruktur
Legende
Energiefluss
Informationsfluss
Funktion
Wirkprinzip
Systemelement
Stoff-/Materialfluss
Baustruktur
(Lösungselemente
sowie Stütz- u.
Hüllsystem)
zur
Baustruktur
Seite 20 Kapitel 2
chen festgelegt. Ziel der Phase sind Informationen über die Anforderungen, die an das
zu entwickelnde Produkt gestellt werden. Hierzu sind die entsprechenden Informationen
zu beschaffen und deren genaue Bedeutung festzulegen (z.B. Fest- oder Wunschforde-
rung, Wertebereiche). Das Resultat der Phase ist die Anforderungsliste, die im Entwick-
lungsverlauf kontinuierlich aktualisiert werden muss [PBF+07, S. 195].
Konzipieren: In dieser Phase erfolgt eine Abstraktion der Aufgabenstellung auf die
wesentlichen Probleme. Die Gesamtfunktion des Systems wird in Teilfunktionen unter-
gliedert. Für die Umsetzung dieser Teilfunktionen werden geeignete Wirkprinzipien
gesucht und in einer Wirkstruktur zusammengeführt. Hierbei wird auch das Zusam-
menwirken der Wirkprinzipien festgelegt. Weiterhin sind erste Festlegungen zur Gestalt
(z.B. Grundabmessungen, Werkstoff), zur Anordnung sowie zur Verbindung der Sys-
temelemente zu treffen. Das Ergebnis ist die Prinziplösung. Aufgrund der meist unvoll-
ständigen Informationen in dieser frühen Entwicklungsphase sind grobe bzw. über-
schlägige Modelle ausreichend [PBF+07, S. 195f.], [VWB+09, S. 129], [PL11, S. 132].
Entwerfen: Auf Basis der Prinziplösung erfolgt die Festlegung der Lösung. Hierbei
wird die Gestalt des Systems unter Berücksichtigung technischer und wirtschaftlicher
Randbedingungen erarbeitet. Nach Abschluss dieser Phase liegt ein maßstäblicher Ent-
wurf vor [PBF+07, S. 196f.].
Ausarbeiten: In dieser Phase wird der Entwurf weiter konkretisiert (z.B. Form, Ober-
fläche, Werkstoff, Herstellbarkeit) und verbindlich finalisiert. Das Resultat sind die Fer-
tigungsunterlagen für die Herstellung des Systems. Dies umfasst Fertigungszeichnun-
gen, Stücklisten, Fertigungs- und Montagevorschriften etc. [PBF+07, S. 197f.].
2.4.2 Entwicklungsmethodik für technische Systeme und Produkte
Ziel der Konstruktionswissenschaft sind Regeln und Vorgehensweisen zur Entwicklung
technischer Systeme. Hierzu werden mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden der Sys-
temaufbau sowie die Beziehungen zur Systemumwelt analysiert [PBF+07, S. 10]. Einen
umfangreichen Überblick der Konstruktionsforschung liefern MÜLLER [Mül90, S. 77ff.]
und PAHL/BEITZ [PBF+07, S. 11ff.].
Als Konstruktionsmethodik wird ein „geplantes Vorgehen mit konkreten Handlungsan-
weisungen zum Entwickeln und Konstruieren technischer Systeme“ bezeichnet
[PBF+07, S. 10]. Die Grundlage bilden Erkenntnisse aus der Konstruktionswissenschaft
sowie der Denkpsychologie. Sie umfasst Handlungsstrategien (Regeln und Prinzipien),
Methoden und Vorgehensmodelle und schafft ein einheitliches Begriffsverständnis. Die
Vorteile des methodischen Konstruierens liegen in einer Zeit- und Kostenersparnis
durch die Vermeidung unnötiger Iterationsschleifen im Entwicklungsprozess, der Wie-
derverwendung von Lösungen und dem Erkennen von Anwendungsmöglichkeiten für
bewährte Lösungen [PBF+07, S. 10f.].
Problemanalyse Seite 21
Als allgemeingültiger und branchenunabhängiger Leitfaden für das methodische Entwi-
ckeln und Konstruieren findet die VDI-Richtlinie 2221 Methodik zum Entwickeln und
Konstruieren technischer Systeme und Produkte [VDI2221] breite Anwendung
[PBF+07, S. 21], [Ehr09, S. 252], [Lem09, S. 34]. Die Richtlinie wird durch die VDI-
Richtlinie 2222 Blatt 1 Methodisches Entwickeln von Lösungsprinzipien [VDI2222-1]
und Blatt 2 Erstellung und Anwendung von Konstruktionskatalogen [VDI2222-2] sowie
der VDI-Richtlinie 2223 Methodisches Entwerfen technischer Produkte [VDI2223] de-
tailliert und ergänzt.
Aufgrund der angestrebten allgemeinen Anwendbarkeit des Vorgehens handelt es sich
bei der VDI-Richtlinie 2221 um einen groben Ablauf, bestehend aus sieben Schritten
(Bild 2-9). In Abhängigkeit von der Aufgabenstellung sind die Schritte vollständig oder
ggf. nur teilweise zu durchlaufen. Neu gewonnene Erkenntnisse können Rücksprünge
auf vorangegangene Arbeitsschritte erforderlich machen. Bei der Entwicklung von Seri-
enprodukten werden die Schritte mehrmals iterativ durchlaufen (Labormuster, Prototyp,
Serienprodukt) [VDI2221, S. 8f.]. Die sieben Schritte können den in Kapitel 2.4.1 be-
schriebenen Hauptphasen zugeordnet werden.
Klären und präzisieren der Aufgabe: Die Aufgabenstellung wird aus Sicht des Kon-
strukteurs formuliert und ggf. strukturiert. Die vom Kunden oder der Produktplanung
vorgegebenen Anforderungen werden präzisiert und ergänzt, bspw. um unternehmensin-
terne Anforderungen. Informationslücken müssen identifiziert und geschlossen werden.
Als Resultat liegt die Anforderungsliste vor. Sie bildet die Grundlage für die weitere
Entwicklung und ist stets aktuell zu halten [VDI2221, S. 9f.].
Ermitteln von Funktionen und deren Strukturen: Zunächst wird die Gesamtfunktion
des Systems identifiziert und diese in die wesentlichen Teilfunktionen untergliedert. Die
Strukturierung und Dokumentation der Teilfunktion erfolgt bspw. in Form einer Funkti-
onshierarchie oder Funktionsstruktur [VDI2221, S. 10].
Suche nach Lösungsprinzipien und deren Strukturen: Für die Erfüllung der Teil-
funktionen werden geeignete Lösungsprinzipien gesucht. Kataloge bekannter Lösungs-
prinzipien für häufig wiederkehrende Funktionen unterstützen diese Suche5. Die Lö-
sungsprinzipien werden über den zugrunde liegenden Effekt sowie Wirkgeometrie,
Wirkort und Werkstoff charakterisiert. Analog zur Funktionsstruktur werden die identi-
fizierten Lösungsprinzipien in der Wirkstruktur verknüpft. Das Ergebnis dieser Phase ist
die Prinziplösung [VDI2221, S. 10], [VDI2222-1, S. 6f.].
Gliederung in realisierbare Module: Im Rahmen dieser Phase wird das zu entwi-
ckelnde System in Teilsysteme und Module gegliedert. Insbesondere bei komplexen
Produkten ermöglicht eine Modularisierung vor den arbeitsintensiven Gestaltungsschrit-
ten eine effiziente Aufteilung der Arbeitsinhalte und die Identifikation relevanter Ent-
5 Vgl. das Konstruieren mit Konstruktionskatalogen nach ROTH [Rot82], [Rot96], [Rot00], [Rot01].
Seite 22 Kapitel 2
wicklungsschwerpunkte. Die Modularisierung kann z.B. konstruktions-, montage- oder
instandhaltungsorientiert erfolgen, wobei die Art der Gliederung von der spezifischen
Zielstellung abhängig ist. Das Resultat der Phase ist eine modulare Struktur des Systems
[VDI2221, S. 10], [VDI2223, S. 19f.].
Bild 2-9: Generelles Vorgehen beim Entwickeln und Konstruieren nach [VDI2221,
S. 9], [PBF+07, S. 198]
Gestaltung der maßgeblichen Module: Die für die Systemoptimierung maßgeblichen
Module werden unter geometrischen, stofflichen und/oder programmtechnischen Ge-
Problemanalyse Seite 23
sichtspunkten gestaltet. Dies erfolgt so weit, bis das Gestaltungsoptimum erkannt und
ausgewählt werden kann. Bei der Modulgestaltung sind grundlegende Gestaltungsprin-
zipien6 einzuhalten. Das Arbeitsergebnis sind Vorentwürfe der maßgeblichen Module,
z.B. grobe maßstäbliche Zeichnungen [VDI2221, S. 11], [VDI2223, S. 21ff.].
Gestalten des gesamten Produkts: Ausgehend von den Vorentwürfen werden die noch
nicht betrachteten Elemente ergänzt bzw. bestehende Elemente konkretisiert und detail-
liert. Weiterhin werden die Zusammenhänge zwischen den Systembestanteilen und Mo-
dulen festgelegt. Das Produkt erhält somit seine endgültige Gestalt. Als Resultat dieser
Phase liegt ein Gesamtentwurf vor, welcher die Gestaltfestlegungen in Form von Zeich-
nungen und vorläufigen Stücklisten umfasst [VDI2221, S. 11], [VDI2223, S. 24ff.].
Ausarbeiten der Ausführungs- und Nutzungsangaben: Inhalt dieses Arbeitsschrittes
ist die Erstellung der endgültigen Produktdokumentation, z.B. Fertigungszeichnungen,
Stücklisten, Fertigungs- und Montagevorschriften sowie Betriebsanleitungen. Die Ar-
beitsinhalte dieses Schrittes überschneiden sich z.T. mit denen der vorangegangenen
Phase [VDI2221, S. 11].
2.4.3 Entwicklungsmethodik für mechatronische Systeme
Mit dem Wandel von klassisch mechanischen hin zu mechatronischen Produkten änder-
te sich auch die Arbeitsweise im Entwicklungsprozess. Die Besonderheiten bei der
Entwicklung mechatronischer Systeme liegen in der Interdisziplinarität, der hohen Pro-
duktkomplexität sowie der Notwendigkeit des Virtual Prototyping [Ehr09, S. 269]. Es
fehlte jedoch eine eigenständige, auf mechatronische Produkte ausgerichtete Entwick-
lungsmethodik. Die Entwicklung erfolgte meist fachdisziplinspezifisch mit den jeweils
etablierten Vorgehensweisen und Methoden. Hierdurch kam es zu einem sequenziellen
Vorgehen bei der Entwicklung. Zunächst wurde die mechanische Grundstruktur entwi-
ckelt, welche anschließend um Elektrotechnik und Informationsverarbeitung ergänzt
wurde [Ise99, S. 10]. Die Folge waren teiloptimierte Produkte sowie zeit- und kostenin-
tensive Iterationsschleifen im Entwicklungsprozess [VDI2206, S. 22], [Möh05, S. 231].
Um diese Lücke zu schließen, entstand eine Vielzahl von Vorgehensweisen und Metho-
den für die Entwicklung mechatronischer Systeme. Eine Übersicht und Klassifikation
gibt MÖHRINGER [Möh04, S. 14ff.]. Als übergeordnete Methodik zur Entwicklung me-
chatronischer Systeme hat sich die VDI-Richtlinie 2206 Entwicklungsmethodik für me-
chatronische Systeme durchgesetzt [Ehr09, S. 270f.]. Sie beschreibt ein flexibles Vor-
gehensmodell, das sich aus drei Elementen zusammensetzt [VDI2206, S. 26]:
Auf Mikroebene der allgemeine Problemlösungszyklus entsprechend des „Sys-
tems Engineering“ (vgl. [DH02, S. 190f.]).
6 Beispiele für Gestaltungsrichtlinien finden sich bei Pahl/Beitz [PBF+07], SPUR/STÖFERLE [SS86] und
den Ansätzen des Design-for-X nach ANDREASEN ET AL. [AKL83] und BOOTHROYD ET AL. [BDK11].
Seite 24 Kapitel 2
Auf Makroebene das V-Modell aus der Softwareentwicklung, das auf die Anfor-
derungen der Mechatronik angepasst ist (vgl. [BD93, S. 15ff.], [FKM00, S. 41f.]).
Prozessbausteine für wiederkehrende Arbeitsschritte in den Bereichen Syste-
mentwurf, Modellbildung und -analyse, domänenspezifischer Entwurf, Systemin-
tegration und Eigenschaftsabsicherung.
2.4.3.1 Problemlösungszyklus als Mikrozyklus
Der Problemlösungszyklus beschreibt das allgemeine Vorgehen bei der Lösung vorher-
sehbarer Teilaufgaben sowie plötzlich auftretender Probleme. Der Zyklus umfasst die
folgenden fünf Schritte, die zyklisch immer wieder durchlaufen werden. Ausgangssitua-
tion, Ziele und Randbedingungen ändern sich im Verlauf der Entwicklung kontinuier-
lich [VDI2206, S. 27ff.].
Situationsanalyse bzw. Zielübernahme: Externe Ziele werden übernommen und an-
schließend eine Situationsanalyse durchgeführt. Ist die Ausgangssituation unklar, er-
folgt eine Situationsanalyse gefolgt von einer Zielformulierung [VDI2206, S. 27].
Analyse und Synthese: In einem Wechsel von Synthese- und Analyseschritten erfolgt
die Lösungssuche. Das Resultat sind Lösungsalternativen [VDI2206, S. 27f.].
Analyse und Bewertung: Es erfolgt die Evaluation der erarbeiteten Lösungsalternati-
ven mittels Berechnungen, Simulationen, Versuchen etc. [VDI2206, S. 28].
Entscheidung: In diesem Schritt wird entschieden, ob die gefundenen Lösungen im
Sinne der gestellten Ziele befriedigend sind. Ist dies nicht der Fall, erfolgt ein Rück-
sprung auf die Situationsanalyse bzw. Zielübernahme. Andernfalls wird eine bzw. wer-
den mehrere alternative Lösungen ausgewählt [VDI2206, S. 28].
Planung des weiteren Vorgehens: Meist schließt sich quasi fließend ein weiterer Prob-
lemlösungszyklus an. Die Grundlage bildet die gewählte Lösung [VDI2206, S. 28f.].
2.4.3.2 V-Modell auf der Makroebene
Das generelle Vorgehen für den Entwurf mechatronischer Systeme ist im V-Modell
allgemein beschrieben. Die Tätigkeitsfolge ist je nach Aufgabenstellung, Entwurfsfort-
schritt, Art und Komplexität des zu entwickelnden Produkts fallweise auszuprägen und
ggf. mehrfach iterativ zu durchlaufen. Vordefinierte Prozessbausteine unterstützen
wiederkehrende Teilschritte. Das V-Modell als einfacher Makrozyklus sowie einen Pro-
zessbaustein am Beispiel des Systementwurfs zeigt Bild 2-10 [VDI2206, S. 29ff.].
Problemanalyse Seite 25
Bild 2-10: V-Modell als Makrozyklus und ein Prozessbaustein [VDI2206, S. 32]
Anforderungen: Die Aufgabenstellung eines konkreten Entwicklungsauftrags wird
präzisiert und in Form von Anforderungen beschrieben. Diese bildet den Bewertungs-
maßstab für das zu entwickelnde Produkt [VDI2206, S. 29].
Systementwurf: Der Systementwurf entspricht der Hauptphase Konzipieren (vgl.
Kap. 2.4.1). Zunächst wird die übergeordnete Gesamtfunktion des Systems identifiziert
und in Teilfunktionen untergliedert. Dies erfolgt solange bis den Teilfunktionen geeig-
nete Wirkprinzipien7 bzw. Lösungselemente8 zugeordnet werden können. Als Resultat
liegt ein fachdisziplinübergreifendes Lösungskonzept vor. Dieses beschreibt die physi-
kalische und logische Wirkungsweise des Systems [VDI2206, S. 29f.].
Domänenspezifischer Entwurf: Ausgehend vom Lösungskonzept erfolgt die weitere
Konkretisierung innerhalb der Fachdisziplinen. Hierbei kommen die disziplinspezifi-
schen Vorgehensweisen, Methoden und Werkzeuge zum Einsatz [VDI2206, S. 30].
Systemintegration: Die Ergebnisse der Fachdisziplinen werden in ein Gesamtmodell
integriert. Auf dieser Basis wird das Zusammenwirken untersucht [VDI2206, S. 30].
Eigenschaftsabsicherung: Durch einen kontinuierlichen Abgleich der Entwicklungser-
gebnisse wird sichergestellt, dass die realen mit den geforderten Systemeigenschaften
7 Ein Wirkprinzip charakterisiert abstrakt die prinzipielle Lösung zur Erfüllung einer Funktion. Es be-
schreibt den Zusammenhang zwischen einem physikalischen Effekt sowie den geometri-
schen/stofflichen Merkmalen [PBF+07, S. 54].
8 Bereits realisierte und bewährte Lösungen zur Funktionserfüllung werden als Lösungselemente be-
zeichnet. In der Regel handelt es sich um Module oder Baugruppen (z.B. Zukauf-, Katalog- oder
Normteile) [GEK01, S. 36], [FGK+04, S. 57].
Eigenschaftsabsicherung
Systementwurf
Domänenspezifischer Entwurf
Elektrotechnik
Informationstechnik
Modellbildung und -analyse
Maschinenbau
Anforderungen Produkt
Systemintegration
Planen und Klären
der Aufgabe
Anforderungsliste
Lösungskonzept
Phasen/
Meilensteine
ResultateAufgaben/
Tätigkeiten
Systementwurf
Abstraktion zum Erkennen der
wesentlichen Propleme
Aufstellen der Funktionsstruktur
Gesamtfunktion - Teilfunktion
Suche nach Strukturen zur Erfüllung
von Teilfunktionen
Wirkstruktur - Baustruktur
Konkretisieren zu prinzipiellen
Lösungsvarianten
Bewerten und Auswählen
Festlegung des domänen-
übergreifenden Lösungskonzepts
Seite 26 Kapitel 2
übereinstimmen. Die Bewertungsgrundlage bilden die Anforderungen sowie das spezi-
fizierte Lösungskonzept [VDI2206, S. 30].
Modellbildung und -analyse: Parallel zu den Entwicklungsphasen werden rechnerin-
terne Modelle erstellt. Diese ermöglichen Untersuchungen der Systemeigenschaften mit
Hilfe von Analyse- und Simulationswerkzeugen [VDI2206, S. 30].
Produkt: Nach dem Durchlaufen des Makrozyklus liegt als Ergebnis das Produkt vor.
Hierunter ist nicht ausschließlich ein fertiges, reales Produkt zu verstehen. Vielmehr
handelt es sich um unterschiedliche Konkretisierungsstufen des zu entwickelnden Sys-
tems. Mit jedem weiteren Durchlauf des Zyklus nimmt der Reifegrad zu (z.B. Labor-
muster, Funktionsmuster, Vorserienprodukt, Serienprodukt) [VDI2206, S. 30].
Weiterhin liefert die VDI-Richtlinie Ansätze für den integrativen Entwurf von Produkt
und Produktionssystem und den modellbasierten Systementwurf. Sie gibt einen Über-
blick der benötigten Werkzeuge und liefert Hinweise zur Organisation der Produktent-
wicklung [VDI2206, S. 41ff.].
2.4.4 Fazit und Einordnung der zu entwickelnden Systematik
Aufgrund der Produktkomplexität und der Interdisziplinarität der Entwicklungsteams
spielt die Konzipierung bei der Entwicklung mechatronischer Systeme eine Schlüssel-
rolle. Die fachdisziplinübergreifende Beschreibung des Aufbaus und der Wirkungswei-
se in der Prinziplösung schafft ein einheitliches Verständnis und dient als Kommunika-
tionsgrundlage der beteiligten Fachleute. Weiterhin bildet sie den Ausgangspunkt für
die Konkretisierung innerhalb der einzelnen Fachdisziplinen.
Im Rahmen der Konzipierung werden u.a. erste Festlegungen getroffen, die sich auf die
Entwicklung des Produktionssystems und insb. auf die Planung der Montage auswirken.
Dies sind Aspekte der Produktstrukturierung, der Bauweise (integral/differential), der
Gestalt oder des Werkstoffs. Wurden Lösungselemente ausgewählt, sind konkrete Bau-
teile oder Baugruppen bereits bekannt. Die Prinziplösung bildet somit den geeigneten
Ausgangspunkt für eine möglichst frühzeitige Konzipierung der Montage.
2.5 Entwicklung von Produktionssystemen
In produzierenden Industrieunternehmen ist die Arbeitsvorbereitung das Bindeglied
zwischen der Produktentwicklung (Entwicklung/Konstruktion) und dem Produktionsbe-
reich. Nach AWF/REFA9 sind die Aufgaben der Arbeitsvorbereitung die Planung, Steu-
erung und Überwachung der wirtschaftlichen Herstellung von Erzeugnissen [AR68,
9 AWF: Ausschuss für wirtschaftliche Fertigung e.V. (heute: Arbeitsgemeinschaft für Wirtschaftliche
Fertigung) / REFA: Verband für Arbeitsstudien e.V. (heute: Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebs-
organisation und Unternehmensentwicklung)
Problemanalyse Seite 27
S. 5f.]. Die Arbeitssteuerung umfasst die Bereiche Arbeitsplanung und Arbeitssteue-
rung.
Nach AWF/REFA und DANGELMAIER umfasst die Arbeitsplanungalle einmalig zu
treffenden Maßnahmen bezüglich der Gestaltung eines Produktionssystems und der
darin stattfindenden Produktionsprozesse“ [AR68, S. 6], [Dan03, S. 56]. Das überge-
ordnete Ziel ist eine wirtschaftliche Herstellung der Produkte [Ref93a, S. 26]. Hierfür
ist festzulegen, welche Werkstoffe genutzt werden und welche Fertigungsverfahren und
Fertigungsmittel zum Einsatz kommen. Im Rahmen der Arbeitsplanung erfolgt die Fest-
legung Was, Wie und Womit gefertigt wird [Eve97, S. 3], [GPW09, S. 29f.].
Die Arbeitssteuerung plant, steuert und überwacht die Produktionsabläufe im Unter-
nehmen. Dies umfasst den gesamten Auftragsabwicklungsprozess von der Bearbeitung
des Angebots bzw. des Kundenauftrags bis zum Versand der fertigen Ware. Im Fokus
stehen Mengen-, Termin- und Kapazitätsaspekte. Somit legt die Arbeitssteuerung fest,
Wie viel, Wann, Wo und durch Wen hergestellt wird [Eve97, S. 3], [GPW09, S. 29f.].
Nach GAUSEMEIER entspricht die Produktionssystementwicklung im wesentlichen der
Arbeitsplanung (vgl. Kap. 2.2) [GPW09, S. 39]. Sie bildet die Schnittstelle zwischen
der Produktentwicklung und der Produktion. Die vorliegende Arbeit fokussiert auf die
frühzeitige Konzipierung der Montage. Das auf Basis der Prinziplösung eines Produkts
erstellte Montagekonzept soll den Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung des Pro-
duktionssystems bilden. Zur Identifikation der relevanten Inhalte eines Montagekon-
zepts wird im Folgenden die Arbeitsplanung vorgestellt und analysiert. In Kapitel 2.5.1
werden die Grundlagen der Arbeitsplanung erläutert. Anschließend werden klassische
Systematiken der Arbeitsplanung und der Montageplanung in Kapitel 2.5.2 vorgestellt.
2.5.1 Aufgaben der Arbeitsplanung
Das Modell des Entwurfsraums (vgl. Kap. 2.4.1) lässt sich auch auf die Entwicklung
von Produktionssystemen übertragen (Bild 2-11). Die Dimension der Detaillierung und
Generalisierung wird hierbei durch Planungsebenen ersetzt [GPW09, S. 41f.],
[MEL+09, S. 41f.].
Die Aufgaben der Arbeitsplanung werden nicht in einer streng sequentiellen Folge be-
arbeitet. Wie bei der Entwicklung mechatronischer Systeme handelt es sich um eine
Reihe von Entwurfsschritten. Hierbei werden über die verschiedenen Planungsebenen
die Sichten Struktur, Verhalten und Gestalt bearbeitet. Allgemein lassen sich die Auf-
gaben der Arbeitsplanung in die vier Hauptaspekte Arbeitsablaufplanung, Arbeitsmit-
telplanung, Arbeitsstättenplanung und Materialflussplanung unterteilen [GPW09,
S. 41ff.].
Seite 28 Kapitel 2
Bild 2-11: Planungsraum der Arbeitsplanung [GPW09, S. 42]
2.5.1.1 Arbeitsablaufplanung
Der Arbeitsablauf beschreibt die Reihenfolge bzw. die zeitliche Abfolge der Arbeits-
aufgaben. Weiterhin wird angegeben, auf welcher Arbeitsstation und mit welchen Be-
triebsmitteln die Arbeitsaufgabe durchgeführt wird [GPW09, S. 42]. Im Rahmen der
Arbeitsablaufplanung sind dafür die Produktionstechnologien, der Werkstoff bzw. das
Rohteil sowie der eigentliche Arbeitsablauf festzulegen und die benötigten Ressourcen
(Arbeitsstation und Betriebsmittel) auszuwählen. Weiterhin werden die Vorgabezeiten
ermittelt [Eve97, S. 7ff.].
Konstruktionszeichnungen und Stücklisten bilden den Ausgangspunkt der Arbeitspla-
nung [Ref91, S. 369ff.], [PBF+07, S. 553ff.]. Als Resultat liegt der Arbeitsplan vor,
welcher die Arbeitsvorgangsfolge zur Herstellung des Produkts beschreibt. Der Ar-
beitsplan enthält Informationen zum eingesetzten Material und den einzelnen Arbeits-
vorgängen (Arbeitsplatz, Betriebsmittel, Vorgabezeit, Lohngruppe) [Ref93b, S. 22]. Im
Fall von maschinellen Operationen (z.B. Bearbeitung mit einer Werkzeugmaschine)
kann der Arbeitsplan auch als Steuerungsprogramm umgesetzt sein.
2.5.1.2 Arbeitsmittelplanung
Die Arbeitsmittelplanung umfasst die Planung sämtlicher Betriebsmittel, welche für die
wirtschaftliche Ausführung der Arbeitsvorgänge erforderlich sind. Betriebsmittel sind
Maschinen, Vorrichtungen, Werkzeuge etc. Nach EVERSHEIM lassen sich zwei Arten
der Arbeitsmittelplanung unterscheiden [Eve97, S. 70f.]:
Das Ziel der produktionsprogrammbezogenen Arbeitsmittelplanung ist die Bestim-
mung, Entwicklung und Beschaffung der Betriebsmittel. Die Grundlage der Planung
bildet das herzustellende bzw. zu montierende Teilespektrum (Produktionsprogramm).
Gestalt
Sichten
Branchen-
wertschöpfungssystem
Betriebsmittel
Produktionsbetrieb
Produktionssystem
Arbeitssystem
Fabrik, Arbeitsstätte
Fertigungssystem
Arbeitsplatz
Abstraktion Konkretisierung
Struktur
Verhalten
Spezifikations-
technik
Ausgangs-
information
Eingangs-
Information Entwurfs-
schritt
Planungsebenen
Arbeitsmittel
Werkzeug
Methode
etc.
Problemanalyse Seite 29
Weitere Randbedingungen sind die verfolgte Fertigungstiefe, Stückzahlen und Varian-
tenvielfalt [Eve97, S. 100].
Die auftrags- bzw. produktbezogene Arbeitsmittelplanung wird für jedes herzustel-
lende Produkt durchgeführt. Den einzelnen Arbeitsvorgängen werden bestehende Be-
triebsmittel zugeordnet. Hierbei bestehen starke Abhängigkeiten mit der Arbeitsablauf-
planung, z.B. zwischen der Wahl des Werkzeugs und der Wahl der Fertigungstechno-
logie. Die produktbezogene Arbeitsmittelplanung hat Schnittstellen zur Arbeitsablauf-
planung sowie dem Betriebsmittelbau [Eve97, S. 69ff.].
2.5.1.3 Arbeitsstättenplanung
Im Rahmen der Arbeitsstättenplanung wird der räumliche Aufbau des Produktionsbe-
triebs sowie der Produktions- und Arbeitssysteme festgelegt. Produktionssystem, Ar-
beitsplätze und Materialflusskomponenten sind auf die bauliche Struktur der Fabrik
abzustimmen, um einen effizienten Arbeitsablauf zu ermöglichen. Der Fertigungsplaner
wird bei dieser interdisziplinären Aufgabe u.a. von Architekten, Arbeitspsychologen
und Sicherheitstechnikern unterstützt. Auf Grundlage der Planungsebenen (Bild 2-11)
lässt sich die Arbeitsstättenplanung folgendermaßen unterteilen [GPW09, S. 45]:
Wesentlicher Inhalt der Bebauungsplanung ist die Ermittlung der Flächenbedarfe, der
Funktionszusammenhänge und des benötigten Gebäudetyps. Die Gebäude werden auf
dem Grundstück angeordnet (Bebauungsplan) und die funktionalen und baulichen Or-
ganisationsprinzipien festgelegt. Hierbei sind Restriktionen wie bspw. Bauvorschriften
und Geländeeigenschaften zu berücksichtigen. Eine weitere Aufgabe der Bebauungs-
planung ist die Gestaltung der benötigten Gebäude (z.B. Produktions-, Lager- oder Bü-
rogebäude) [Dan99, S. 245ff.], [GPW09, S. 45], [WRN09, S. 317ff.].
Die Aufgabe der Planung der Produktionsbereiche und -linien ist die Festlegung
einer geeigneten Anordnungsstruktur10 im Rahmen der Fabrikplanung. Beispiele für
Anordnungsstrukturen sind Werkbankfertigung, Verrichtungsprinzip, Fließprinzip,
Sternprinzip, Fertigungsinsel und Baustellenfertigung. Bei der Planung der Produkti-
onsbereiche (Anordnungsplanung) wird die räumliche Anordnung und Verbindung der
Produktionsbereiche festgelegt. Inhalt der Planung der Produktionslinien ist die Aus-
wahl, Dimensionierung und Integration der benötigten Komponenten. Hierbei handelt
es sich bspw. um Werkzeugmaschinen, Industrieroboter, Handarbeitsplätze, Material-
flusssysteme oder Pufferlager. Die Zielvorgaben stammen aus der Arbeitsablaufpla-
nung. Restriktionen ergeben sich durch die Gebäude [Ref93a, S. 66f.], [Eve97,
S. 104f.], [Gru06, S. 65ff.], [GPW09, S. 45], [Wie10, S. 30].
Die Gestaltung der Arbeitsplätze erfolgt nach den Vorgaben der Arbeitsablauf- und
Anordnungsplanung. Für die einzelnen Arbeitsplätze werden Flächenbedarfe bestimmt,
10 Die Anordnungsstruktur entspricht dem Ablaufprinzip nach REFA [Ref93a, S. 66f.].
Seite 30 Kapitel 2
sowie die Anordnung der Betriebsmittel, Transport- und Lagereinrichtungen festgelegt.
Weitere Planungsaspekte sind die Sicherstellung der Energie- Material- und Werkzeug-
versorgung, die Arbeitssicherheit (z.B. Schutz vor gesundheitsschädlichen Emissionen,
Trittsicherheit, Kennzeichnung), die Ergonomie (z.B. Sichtfelder, Greifräume, Be-
leuchtung) sowie die Klimatisierung [GPW09, S. 45], [WRN09, S. 237].
2.5.1.4 Materialflussplanung (Produktionslogistik)
Als Materialfluss wird die Verkettung aller Vorgänge bei der Gewinnung und Vertei-
lung sowie der Be- und Verarbeitung stofflicher Güter bezeichnet. Teilaufgaben sind
Fördern, Handhaben und Lagern [Dan99, S. 47]. Im Rahmen der Materialflussplanung
wird der gesamte Materialfluss vom Wareneingang bis zum Versand innerhalb eines
Produktionsbetriebs festgelegt. Dies umfasst weiterhin die mit dem Materialfluss ver-
bundene Ausrüstung (Handhabungs- und Lagersysteme) und die Steuerungssoftware.
Die Planung kann in vier Hauptaufgaben unterteilen werden [GPW09, S. 44].
Auf Basis der Unternehmensstrategie erfolgt die Erstellung der Logistikkonzeption.
Sie legt die an den Materialfluss gesetzten Ziele fest. Dies sind bspw. Lieferzeiten und
Verfügbarkeiten. Weiterhin umfasst sie Aussagen zur Logistikstrategie, den Logistik-
prozessen und den logistischen Gestaltungsmitteln [GPW09, S. 44].
Im Rahmen der Arbeitsplanung erfolgt die innerbetriebliche Projektierung des Mate-
rialflusses. Je nach Planungsebene werden die Materialflüsse zwischen Bereichen und
Abteilungen (z.B. Wareneingang, Fertigung, Montage), zwischen einzelnen Produkti-
onssystemen oder innerhalb von Produktionssystemen zwischen den Arbeitssystemen
geplant. Aufgaben sind hierbei die Planung der Förderstrecken, der benötigten Ausrüs-
tung und die Erstellung der Steuerungssoftware [Dan99, S. 47], [GPW09, S. 44].
Die Aufgaben der Projektierung des Handhabungssystems sind die Klassifikation der
Handhabungsaufgabe (z.B. Ordnen, Spannen, Übergeben) und die Auswahl geeigneter
Handhabungsmittel (z.B. Greifsystem, Handhabungsroboter). Handhabungsvorgänge
sind meist Vorgänger- oder Nachfolgerprozesse von Bearbeitungs-, Transport- oder
Lagervorgängen [Ref93b, S. 90], [GPW09, S. 44].
Die Projektierung der Lagersysteme umfasst die Festlegung des Lagerprinzips und
die Auswahl geeigneter Lagersysteme. Dabei sind die Lageraufgabe und die Art des
Lagerguts (z.B. Stückgut, Schüttgut) zur berücksichtigen. Lagersysteme ermöglichen
die Stabilisierung der Materialflüsse zwischen Fertigungssystemen, wenn Ausstoß und
Bedarf nicht aufeinander abgestimmt sind [Dan99, S. 698], [GPW09, S. 44f.].
2.5.2 Entwicklungssystematik für Produktionssysteme
Im klassischen, sequentiellen Produktentstehungsprozess erfolgt die Entwicklung des
Produktionssystems bzw. die Arbeitsplanung auf Grundlage der Produktdokumentation
Problemanalyse Seite 31
und somit nach der Ausarbeitung des Produkts (vgl. Kap 2.4.2). Die einzelnen Aspekte
der Produktionssystementwicklung werden iterativ und im Wechselspiel bearbeitet.
Anhand der Systematik zur Planung und Einführung komplexer Produktionssysteme
nach REFA wird im Folgenden die grundsätzliche Reihenfolge vorgestellt
(Kap. 2.5.2.1). Anschließend werden Vorgehensweisen für die Arbeitsablaufplanung
(Kap. 2.5.2.2) und die Montageplanung (Kap. 2.5.2.3) beschrieben. Auf die Arbeitsmit-
tel-, Arbeitsstätten- und Materialflussplanung wird im Rahmen dieser Arbeit nicht im
Detail eingegangen. Sie bauen auf den Ergebnissen der Arbeitsablaufplanung auf und
sind für die integrative Konzipierung der Montage nur bedingt relevant.
2.5.2.1 Systematik zur Planung und Einführung komplexer Produktionssyste-
me
Die Systematik zur Planung und Einführung komplexer Produktionssysteme nach REFA
ist ein verfahrens- und anlagenneutraler Leitfaden, der unabhängig von der Planungs-
ebene anwendbar ist. Technik, Organisation und Personal werden dabei ganzheitlich
betrachtet. Der Planungsprozess ist transparent und die Planungsergebnisse sind repro-
duzierbar. Trotz der Darstellung als Phasen-Meilenstein-Diagramm (Bild 2-12) ist das
Vorgehen nicht streng sequentiell. Ergebnisse werden in vorangegangene Phasen zu-
rückgeführt und Iterationsschleifen durchlaufen [Ref90, S. 87ff.].
Analyse der Ausgangssituation: Nach der Bildung eines Projektteams erfolgt die Ana-
lyse des zu produzierenden Produktspektrums und der bestehenden Fertigungseinrich-
tungen. Als Resultat liegt eine Beschreibung der Ist-Situation vor [Ref90, S. 91ff.].
Konkretisierung der Planungsaufgabe: Die Aufgabe dieser Phase ist die Konkretisie-
rung des Gesamtziels auf Basis des Planungsauftrags und der Situationsbeschreibung.
Das Gesamtziel wird in Teilziele unterteilt und diese werden nach Möglichkeit quantifi-
ziert. Es werden die Aspekte Technik, Organisation, Personal und Kosten berücksich-
tigt. Abschließend wird der Projektumfang festgelegt, wobei die Betrachtungsgrenzen
und Schnittstellen des Produktionssystems definiert werden [Ref90, S. 98ff.].
Grobplanung des Produktionssystems: Zunächst wird der Produktionsablauf erarbei-
tet und in Form einer Arbeitsvorgangsfolge beschrieben. Für die Umsetzung der Ar-
beitsvorgänge werden Betriebsmittel ausgewählt und die benötigte Anzahl der Arbeits-
stationen auf Grundlage der zu erwartenden Stückzahlen bestimmt. In der Regel liegen
mehrere alternative Lösungsvarianten vor, die abschließend auf Grundlage von techni-
schen und wirtschaftlichen Kriterien bewertet werden [Ref90, S. 104ff.].
Feinplanung des Produktionssystems: Diese Phase umfasst die Detaillierung und
Konkretisierung des Grobkonzepts. Hierbei werden die Arbeitsvorgänge in ihre elemen-
taren Arbeitsschritte unterteilt und auf dieser Grundlage wird eine detaillierte Zeitpla-
nung durchgeführt. Es folgt die Planung der Betriebsmittel sowie der Materialfluss- und
Informationssysteme für die Arbeitsstationen. Die Planungsergebnisse werden in Form
Seite 32 Kapitel 2
eines Lastenheftes dokumentiert. Abschließend erfolgen die Personalplanung und die
Planung der Inbetriebnahme (Systemeinführung) [Ref90, S. 109ff.].
Bild 2-12: Systematik zur Planung und Einführung komplexer Produktionssysteme
nach [Ref90, S. 89]
Systemeinführung: Die Systemeinführung umfasst die Beschaffung und die Installati-
on der neuen Betriebsmittel sowie die notwendigen Personalschulungen. Anschließend
erfolgt die Anlaufphase, in der die Produktionsmenge kontinuierlich gesteigert und das
Produktionssystem optimiert wird [Ref90, S. 111ff.].
Systembetrieb: Nach erfolgreichem Anlauf der Produktion wird das Produktionssys-
tem übergeben. Die Phase endet mit der Abschlussdokumentation [Ref90, S. 114ff.].
Problemanalyse Seite 33
2.5.2.2 Vorgehen bei der Arbeitsablaufplanung
In der Literatur existiert eine Vielzahl von Vorgehensweisen für die Arbeitsablaufpla-
nung, bspw. die Vorgehen nach EVERSHEIM [Eve97, S. 18ff.], nach WARNECKE
[War93a, S. 279] oder nach WIENDAHL [Wie10, S. 198ff.]. Die durchzuführenden Ar-
beitsschritte sind sehr ähnlich. Im Folgenden wird daher stellvertretend das Verfahren
nach EVERSHEIM beschrieben (Bild 2-13).
Bild 2-13: Vorgehen und zeitlicher Ablauf der Arbeitsablaufplanung nach [Eve97,
S. 18]
Planungsvorbereitung: Zunächst erfolgt die Beschaffung und Kontrolle der Ein-
gangsinformationen. Diese stammen zumeist aus der Konstruktion (z.B. Konstruktions-
zeichnungen, Stücklisten). Handelt es sich um eine Anpassungs-, Änderungs- oder Va-
riantenkonstruktion wird auf bestehende Unterlagen von ähnlichen Teilen oder Wieder-
holteilen zurückgegriffen. Weiterhin wird die Fertigungs- und Montagegerechtheit
überprüft und ggf. werden Änderungsbedarfe mit der Konstruktion abgestimmt. Falls
erforderlich erfolgt die Beauftragung neuer Fertigungs- und Prüfmittel [Eve97, S. 20].
Stücklistenverarbeitung: Ausgehend von der Konstruktionsstückliste werden Ferti-
gungsdaten ergänzt und je nach Bedarf Fertigungs-, Mengenübersichts- oder Struktur-
stücklisten erzeugt. Sie bilden die Grundlage für die Planung der Fertigungs- und Mon-
tagevorgänge und der Bedarfsbestimmung von Materialien (Rohstoffe, Halbzeuge) und
Zukaufteilen [Eve97, S. 21f.], [DIN199-1], [PBF+07, S. 560f.].
Prozess- und Operationsplanung: Die übergeordnete Aufgabe ist die Planung einer
wirtschaftlichen Fertigung der konstruierten Bauteilumfänge. Hierfür werden in der
Prozessplanung zunächst geeignete Rohteile bestimmt. Dies erfolgt unter Berücksichti-
gung technologischer, wirtschaftlicher und zeitlicher Aspekte. Anschließend werden
geeignete Arbeitsvorgänge ermittelt, um aus den Rohteilen die Werkstücke herzustellen.
Planung von Fertigung und Montage
Planungsvorbereitung
Stücklistenverarbeitung
NC-/RC-Programmierung
Prozessplanung
Operationsplanung
Planungsfortschritt
(zeitlicher Ablauf)
Kostenplanung / Kalkulation
Prüfplanung
Fertigungs- und Prüfmittelplanung
(Sonderwerkzeuge und -vorrichtungen)
Legende
Informationsaustausch und Abstimmun
g
Montageplanung
Seite 34 Kapitel 2
Im Rahmen der Operationsplanung werden die Arbeitsvorgänge detailliert und konkre-
tisiert. Als Resultat liegen die elementaren Operationen vor, die als Eingangsinformati-
onen für die NC- und RC-Programmierung11 dienen [Eve97, S. 23ff.].
Montageplanung: Die Planung der Montageprozesse erfolgt parallel zur Planung der
Fertigungsprozesse. Auf Basis der Stücklisten und Konstruktionszeichnungen wird ein
Montageplan erstellt. Dieser beschreibt die Reihenfolge der Montageoperationen. Hier-
bei wird das Erzeugnis in Baugruppen und Unterbaugruppen strukturiert. Im Fall einer
Serienmontage erfolgt weiterhin die Planung der Montageanlagen [Eve97, S. 57ff.]. Das
detaillierte Vorgehen der Montageplanung ist in Kapitel 2.5.2.3 dargestellt.
NC-/RC-Programmierung: Es werden die Steuerungsprogramme für die eingesetzten
Werkzeugmaschinen und Industrieroboter erstellt12. Die Grundlage bilden die Ergebnis-
se aus der Prozess-, Operations- und Montageplanung [Eve97, S. 78ff.].
Parallele Planungsaktivitäten: Die Planung der Fertigungs- und Montagevorgänge
wird von parallelen Aktivitäten begleitet. Ziel der Kostenplanung und Kalkulation ist
die wirtschaftliche Herstellung der Erzeugnisse. Hierzu werden Produktionstechnolo-
gien und alternative Fertigungsfolgen unter wirtschaftlichen Kriterien verglichen. Wei-
terhin werden Entscheidungen bzgl. Eigenfertigung und Fremdvergabe getroffen
[Eve97, S. 89ff.]. Die Aufgabe der Prüfplanung ist die Festlegung der Prüfprozesse
und der hierzu benötigten Prüfmittel mit dem Ziel, die geforderte Qualität sicherzustel-
len. Dies umfasst die Identifikation geeigneter Prüfmerkmale, die Bestimmung der
Prüfintervalle und -methoden sowie die Dokumentation. Das Ergebnis ist der Prüfplan
[VVD2619, S. 4f.], [Eve97, S. 61ff.]. Wenn auftrags- oder produktspezifische Be-
triebsmittel nicht verfügbar sind, wird die Fertigungs- und Prüfmittelplanung aktiv.
Sie bildet die Schnittstelle zum Betriebsmittelbau und koordiniert die Entwicklung und
den Bau neuer Betriebsmittel [Eve97, S. 69ff.].
2.5.2.3 Vorgehen bei der Montageplanung
Die Montageplanung umfasst die Ablaufplanung, die Mittelplanung und die Dokumen-
tation. Den Ausgangspunkt bilden hierfür die Ergebnisse der Konstruktion (z.B. Zeich-
nungen, Stücklisten) [BB05, S. 627]. In der Literatur existiert eine Vielzahl von Vorge-
hensweisen für die Montageplanung. Beispiele sind die Montageplanungsmethodik
nach BULLINGER ET AL. [BAD+86, S. 51], die Planungsrichtlinie für automatische Mon-
tageanlagen nach LOTTER [Lot86, S. 328ff.], das Vorgehen zur integrierten, rechnerun-
terstützten Montageplanung nach DEUTSCHLÄNDER [Deu89, S. 67], die Planungssystem
für die flexibel automatisierte Montage nach SCHUSTER [Sch92, S. 48] oder die Metho-
11 NC: Numerical Control / RC: Robot Control
12 Hier sei auf die Fachliteratur zur Programmierung von Werkzeugmaschinen und Industrierobotern
verwiesen [KR11], [Web09].
Problemanalyse Seite 35
de zur integrierten Montageplanung nach FELDMANN [Fel97, S. 66]. Im Detail gibt es
einige Aspekte, die sich in den Vorgehensweisen unterscheiden. Die grundsätzlichen
Arbeitsinhalte sind aber weitestgehend deckungsgleich [Bic00, S. 17f.].
Die allgemeine Montageplanungsmethodik nach BULLINGER ET AL. ist weit verbreitet
[Rud06, S. 17] und lieferte die Grundlage für viele nachfolgende Vorgehensweisen. Sie
wird im Folgenden beispielhaft für die Montageplanung beschrieben (Bild 2-14).
Bild 2-14: Vorgehensweise der Montageplanung nach [BAD+86, S. 51]
Konzeption: Zunächst werden die Planungsdaten ermittelt (z.B. Stückzahlen und
Stückkosten, einzusetzende Technologien, Ist-Situation Personal, Investitionsumfang).
Auf Grundlage des Planungsauftrags und der Planungsdaten werden Anforderungen an
das Montagesystem abgeleitet und Zielkriterien festgelegt. Es folgt die Erstellung der
Prinziplösung, welche die Grundmerkmale des Montagesystems beschreibt. Hierfür
Seite 36 Kapitel 2
werden Planungsmaßnahmen zur Erfüllung der Zielkriterien identifiziert. Beispiele für
Maßnahmen sind eine Kapazitätsteilung der Gesamtstruktur bzw. der Teilsysteme, eine
Überdimensionierung oder Puffer zur Entkopplung. Anschließend werden die Pla-
nungsmaßnahmen und ihre Ausprägungen in einem morphologischen Kasten struktu-
riert. Durch die Auswahl von Ausprägungen bzw. Teillösungen werden mehrere alterna-
tive Prinziplösungen spezifiziert (Bild 2-15). Diese bilden die Grundlage für eine erste
Montagekostenkalkulation [BAD+86, S. 58ff.].
Bild 2-15: Morphologischer Kasten zur Spezifikation der Prinziplösung eines Monta-
gesystems nach [BAD+86, S. 70]
Ablaufplanung: Ziel dieser Phase ist die Montageablaufstruktur. Diese beschreibt die
Reihenfolge der Montagetätigkeiten und deren Freiheitsgrade (z.B. Zwangsfolgen, pa-
rallele Tätigkeiten). Die Konstruktionsunterlagen (Konstruktionszeichnungen, Kon-
struktionsstücklisten) bilden die Eingangsinformationen. Das Produkt wird zunächst
fertigungsorientiert strukturiert. Dies umfasst die Bildung von Unterbaugruppen, Bau-
gruppen und Montagefamilien13. Zur Reduzierung der Arbeitsumfänge werden ausge-
wählte Erzeugnisse betrachtet und nicht das gesamte Produktionsprogramm. Das Er-
gebnis ist die Erzeugnisgliederung, die meist in Form einer Baukastenstückliste doku-
mentiert wird. Auf Basis der Erzeugnisgliederung wird die Montageablaufstruktur erar-
beitet. Die Hauptaufgaben sind hierbei die Aufgabengliederung, bei der die durchzufüh-
renden Tätigkeiten definiert werden, sowie die Ablaufgliederung, bei der die Reihenfol-
gebeziehungen der Tätigkeiten festzulegen sind. Die Montageablaufstruktur wird um
13 Als Montagefamilien werden Unterbaugruppen, Baugruppen oder ganze Produkte mit einer ähnlichen
Montageablaufstruktur bezeichnet [BAD+86, S. 53].
Kapazitätsteilung
Gesamtstruktur
Kapazitätsteilung
Teilsysteme
Überdimensionierung
“System“
Puffer
(Entkopplung)
Planungsmaßnahmen
Ausprägungen
1 System
Artteilung
nein
parallele Systeme
gleich groß ungleich groß
Mengenteilung gemischte
Arbeitsteilung
ja
parallel in Reihe
Platzpuffer
kombi-
niert
Legende
Soll-Ausprägung des Montagesystems
nicht zu berücksichtigende Ausprägungen des Montagesystems First In - First Out
FIFO
First In - Last OutFILO
Abschnittspuffer
FIFO FILO wahlfrei kombi-
niert
FIFO FILO
wahlfrei
keine
Puffer
Baugruppenzuordnung
Vormontage zentral dezentral kombiniert
Problemanalyse Seite 37
weitere Planungsdaten ergänzt (z.B. Vorgabezeiten). Abschließend erfolgt die Kapazi-
tätsteilung, d.h. der Abgleich des Kapazitätsbedarfs der Montagetätigkeiten mit dem
Kapazitätsangebot der Arbeitsplätze und die Bildung der Arbeitsinhalte [Amm85,
S. 18ff.], [BAD+86, S. 88ff.].
Montagesystementwurf: Auf Grundlage der Montageablaufstruktur erfolgt die Monta-
gesystementwicklung. In einem iterativen Ablauf werden technische (z.B. Montageope-
rationen, Materialfluss, Puffer), organisatorische (z.B. Organisationsprinzip) und räum-
liche Aspekte (z.B. Layout, Materialbereitstellung) bearbeitet. Hierbei entstehen mehre-
re Alternativen, die hinsichtlich Nutzwert und Wirtschaftlichkeit bewertet werden. Liegt
kein geeigneter Entwurf vor, ist die Phase erneut zu durchlaufen. Die Analyse kann
durch Simulationen unterstützt werden. Abschließend wird das gesamte Produktions-
programm auf das ausgewählte Montagesystem eingeplant, um eine Leistungsabstim-
mung durchzuführen und Modell-Mix-Verluste zu reduzieren [BAD+86, S. 147ff.].
Ausarbeitung: Ausgehend vom Entwurf des Montagesystems erfolgt die Konkretisie-
rung der Arbeitsstationen. Hierbei wird kontinuierlich überprüft, ob die Eigenschaften
der entwickelten Montagesysteme mit den Planvorgaben übereinstimmen, bspw. Vor-
gabezeiten oder Arbeitswert. Kommt es zu signifikanten Abweichungen, ist ein Ab-
gleich der Montagestationen erforderlich. Abschließend erfolgt die Erstellung der Mon-
tageunterlagen (z.B. Montage- und Prüfanweisungen) [BAD+86, S. 249ff.].
Realisierung: Die Phase umfasst die Bereitstellung der Betriebsmittel, die Personalein-
satzplanung sowie den Montagesystemaufbau und -anlauf. Zunächst erfolgt die Kon-
struktion und Herstellung bzw. Beschaffung der benötigten Betriebsmittel. In der an-
schließenden Personaleinsatzplanung werden der Personalbedarf und die benötigten
Qualifikationsprofile bestimmt. Hierbei sind die betrieblichen Personalstrukturen und
Mitarbeiterqualifikationen, Arbeitszeitenregelungen sowie der inner- und außerbetrieb-
liche Arbeitsmarkt zu berücksichtigen. Im Rahmen des Aufbaus werden die Montage-
systeme installiert und die Bereitstellung von Material, Medien (z.B. Energie, Druck-
luft), Informationen (z.B. Arbeitspläne, Montageanweisungen), Werkzeugen und Prüf-
plänen sichergestellt. Abschließend erfolgen die Inbetriebnahme des Montagesystems
und die Einweisung des Personals [BAD+86, S. 309ff.].
Betrieb: Mit dem Übergang in den Serienbetrieb ist eine Ermittlung der Montage-
grunddaten (z.B. Vorgabezeit, Arbeitswert) durchzuführen. Dies ist erforderlich, da
sich in der Realisierungsphase häufig Änderungen ergeben und somit Leistungswerte
vom Planungsstand abweichen können. Weiterhin werden Rationalisierungsmaßnahmen
zur Optimierung der Montage durchgeführt. Diese können bspw. durch Verbesserungs-
vorschläge oder Kostenanalysen angestoßen werden [BAD+86, S. 331].
Seite 38 Kapitel 2
2.5.3 Fazit und Einordnung der zu entwickelnden Systematik
In der Montageplanung wird das Produkt in Baugruppen strukturiert, die Montageab-
laufstruktur wird spezifiziert und Montageverfahren werden festgelegt, insb. Fügever-
fahren. Die Montagplanung bildet somit eine wesentliche Schnittstelle zwischen der
Produkt- und der Produktionssystementwicklung. Sie liefert die Grundlage für die Pla-
nung der Montagesysteme im Rahmen der Arbeitsstätten-, Arbeitsmittel- und Material-
flussplanung. Die Ergebnisse der Konstruktion (z.B. Zeichnungen, Stücklisten) bilden
den Ausgangspunkt der Montageplanung. Bei der klassischen Montageplanung muss
daher die Produktentwicklung bereits weitestgehend abgeschlossen sein.
Mit Hilfe der zu entwickelnden Systematik soll die Montageplanung früher im Pro-
duktentstehungsprozess beginnen und integrativ mit der Produktentwicklung erfolgen
(vgl. Kap. 2.2). In diesem Fall bildet nicht die fertige Produktdokumentation sondern
die Prinziplösung des herzustellenden Produkts den Ausgangspunkt. Auf Grundlage der
enthaltenen Informationen soll das Produkt montageorientiert strukturiert und eine erste
Montageablaufstruktur erarbeitet werden. Wechselwirkungen zwischen Produkt- und
Montagekonzept können so frühzeitig identifiziert und berücksichtigt werden. Das auf
das Produkt abgestimmte Montagekonzept ist die Grundlage für die Konzipierung der
Fertigung und die weitere Konkretisierung des Produktionssystems.
2.6 Integrative Konzipierung mechatronischer Systeme und der
zugehörigen Produktionssysteme
Die Hauptphase Konzipieren (vgl. Kap. 2.4.1) entspricht dem Systementwurf des V-
Modells der VDI-Richtlinie 2206. In dieser Phase werden die grundsätzlichen Entwick-
lungsentscheidungen getroffen und in der fachdisziplinübergreifenden Prinziplösung
(Produktkonzept) dokumentiert. Die Prinziplösung legt den grundsätzlichen Aufbau und
die Wirkungsweise des Systems fest. Sie bildet die Grundlage für die Kommunikation
und Kooperation der beteiligten Fachleute entlang des Entwicklungsprozesses und trägt
somit maßgeblich zu einem einheitlichen Verständnis bei (vgl. [AR11, S. 63]). Weiter-
hin stellt sie die Datengrundlage für frühzeitige Analysen bereit, bspw. der Herstellkos-
ten oder der Robustheit gegenüber Störungen [GFD+09, S. 209ff.], [GBD+12, S 88f.].
Aufbauend auf der VDI-Richtlinie 2206 wurde von GAUSEMEIER ET AL. am Lehrstuhl
für Produktentstehung des Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn eine Ent-
wicklungsmethodik für die Konzipierung mechatronischer Systeme und der zugehöri-
gen Produktionssysteme entwickelt14. Diese umfasst als wesentliche Bestandteile:
14 Vgl. die Arbeiten im Sonderforschungsbereich 614 Selbstoptimierende Systeme des Maschinenbaus
[GFD+09, S. 205ff.], [GRS09, S. 155ff.] sowie der Verbundprojekte InZuMech [Gau10] und ENTIME
[GSA+11]. Erweiterungen um die Konzeption des Produktionssystems finden sich in den Ergebnissen
der Verbundprojekte INERELA [GF06] und VireS [GLL12] sowie in [Mic06], [BGN+09], [GBR10],
[Rey11] und [Nor12].
Problemanalyse Seite 39
Die Spezifikationstechnik CONSENS – „CONceptual design Specification tech-
nique for the Engineering of complex Systems“ für die ganzheitliche und fachdis-
ziplinübergreifende Beschreibung der Prinziplösung mechatronischer Systeme und
der zugehörigen Produktionssysteme.
Ein Vorgehensmodell, welches detailliert die durchzuführenden Tätigkeiten der
Konzipierung beschreibt und den Einsatz von Methoden und Werkzeugen steuert.
2.6.1 Spezifikationstechnik CONSENS zur Beschreibung der Produkt-
und Produktionssystemkonzeption
Die Spezifikationstechnik CONSENS ermöglicht die fachdisziplinübergreifende und
integrative Beschreibung der Prinziplösung mechatronischer Systeme und der zugehöri-
gen Produktionssysteme (Bild 2-16). Die Prinziplösung wird über die Aspekte Umfeld,
Anwendungsszenarien, Anforderungen, Funktionen, Wirkstruktur, Verhalten und Ge-
stalt beschrieben. Prozesse, Ressourcen und Gestalt beschreiben das zugehörige Pro-
duktionssystem. Rechnerintern werden die Aspekte durch Partialmodelle repräsentiert.
Sie stehen zueinander in Beziehung und sollen ein konsistentes Ganzes ergeben. Daher
bestehen die Prinziplösung und das zugehörige Produktionssystemkonzept aus einem
kohärenten System von Partialmodellen [GBD+12, S. 89ff.].
Die Erstellung und Bearbeitung der Aspekte erfolgt im engen Wechselspiel und ist von
Iterationen geprägt. Es existiert jedoch eine grundsätzliche Reihenfolge (vgl.
Kap. 2.6.2). Auf Basis des Umfelds und der Anwendungsszenarien werden Anforde-
rungen abgeleitet. Anschließend werden die Systemfunktionen erarbeitet und die
Wirkstruktur aufgestellt. Abschließend erfolgt die Spezifikation des Verhaltens und der
Gestalt [Fra06, S. 79], [GFD+09, S. 209f.], [GD10, S. 56ff.], [GBD+12, S. 89f.]. Im
Folgenden werden die einzelnen Aspekte kurz erläutert:
Umfeld: Es wird die Einbettung des zu entwickelnden Systems in sein Umfeld be-
schrieben, wobei das System als Black Box betrachtet wird. Die Beziehungen zwischen
dem System und den Elementen des Umfelds (z.B. Benutzer, Witterung) werden über
Stoff-, Energie- und Informationsflüsse spezifiziert. Beziehungen sind Interaktionen
(z.B. Benutzereingaben) oder Einflüsse (z.B. Umgebungstemperaturen, Vibrationen)
[GFD+09, S. 210], [GBD+12, S. 91f.].
Anwendungsszenarien: In diesem Partialmodell werden Betriebssituationen beschrie-
ben, für die das System auszulegen ist. Weiterhin wird festgelegt, wie sich das System
in diesen Situationen verhalten soll. Somit beschreiben Anwendungsszenarien situati-
onsspezifische Sichten auf das zu entwickelnde System und dessen Verhalten. Sie bil-
den die Grundlage für die Anforderungsermittlung und die Identifikation von Betriebs-
modi [GFD+09, S. 210f.], [GBD+12, S. 92f.].
Seite 40 Kapitel 2
Bild 2-16: Partialmodelle zur fachdisziplinübergreifenden Beschreibung der Prinziplö-
sung mechatronischer Systeme und der zugehörigen Produktionssysteme
[KNT09, S. 32], [GBD+12, S. 90]
Beschleunigen Bremsen
ohne
Unterstützung
mit
Unterstützung
Fahrer
bewegen
Bohr-
maschine
Schweiß-
automat
End-
montage
CNC-
Zentrum
Alurohr Schneiden Oberrohr
Alurohr Schweißen Sitzrohr Rahmen
schweißen
Rahmen
Unterrohr
Economic Modus
Touring Modus
Sport Modus
Motormoment / Trittmoment [%]
Geschwindigkeit v / km/h
15 20
Legende
510 25
100
200
300
4
1
2
3
4
City Modus
3
2
1
Fahren mit
Tretunterstützung
Pedelec steht Fahren ohne
Tretunterstützung
f > 0 s
tritt
v = 0 km/h
v = 0 km/h
v < 25 km/h
_
f = 0 s
tritt
-1
v > 25 km/h
U < U
Akku min
Pedelec
Benutzer
Umgebung
HMI
Werkstatt
beeinflusst
Kraft
Modus
liest aus
Akku Steuerung
Rahmen
Vorderrad Hinterrad
Gabel
Lenker
2
3
2.1
3.1
2.2
3.2
2.3
3.3
2.4
Produktionssystem-
konzeption
(kohärentes System
von Partialmodellen)
Gestalt (Produkt)
Funktionen
Wirkstruktur
Prozesse
Gestalt (PS)
Anwendungsszenarien
Verhalten
Umfeld
Ressourcen
Produktkonzeption
(kohärentes System
von Partialmodellen)
PS: Produktionssystem
Anforderungen
Geometrie
Fertigung
Automatisierungsgrad: >60%
Ausbringungsmenge: 5.000 p.a.
Herstellkosten (max): 1.500 €
Sattelhöhe: 200 mm
Radgröße: 28 zoll
Rahmengröße: 500 mm
Radstand: 120 mm
Problemanalyse Seite 41
Anforderungen: Die Anforderungen bilden die „Messlatte“ für das zu entwickelnde
System sowie für das zugehörige Produktionssystem im gesamten Produktentstehungs-
prozess. Sie werden in einer Anforderungsliste strukturiert und rechnerintern im Par-
tialmodell Anforderungen repräsentiert. Anforderungen werden nach Wunsch- und
Festforderungen klassifiziert und durch qualitative und quantitative Angaben konkreti-
siert. Checklisten geben Hilfestellungen bei der Aufstellung der Anforderungen15
[PBF+07, S. 215], [GFD+09, S. 211f.], [GBD+12, S. 94].
Funktionen: Funktionen beschreiben lösungsneutral den allgemeinen und gewollten
Zusammenhang zwischen Ein- und Ausgangsgrößen [PBF+07, S. 215]. Das Ziel ist die
Erfüllung einer Aufgabe. Die identifizierten Funktionen werden in einer Funktionshie-
rarchie strukturiert und in Teilfunktionen untergliedert. Hierbei erfolgt die Unterteilung
solange, bis sinnvolle Lösungen zur Erfüllung der einzelnen Teilfunktionen gefunden
werden können. Die Erstellung der Funktionshierarchie wird durch Funktionskataloge
unterstützt16 [GFD+09, S. 212f.], [GBD+12, S. 94f.].
Wirkstruktur: Die Wirkstruktur bildet den Kern der Prinziplösung eines mechatroni-
schen Systems. Sie beschreibt den grundsätzlichen Aufbau und die Wirkungsweise. Die
gefunden Lösungen zur Erfüllung der Teilfunktionen werden in der Wirkstruktur als
Systemelemente modelliert und zueinander in Beziehung gesetzt. In Anhängigkeit vom
Konkretisierungsgrad kann es sich bei Systemelementen um abstrakte Wirkprinzipien,
Module, Bauteile, Baugruppen oder Software-Komponenten handeln. Die Beziehungen
der Systemelemente werden mittels Stoff-, Energie- und Informationsflüsse modelliert.
Im Entwicklungsverlauf werden die Systemelemente konkretisiert und detailliert. Bild
2-17 zeigt die oberste Abstraktionsebene der Wirkstruktur eines Pedelecs17 [GFD+09,
S. 213f.], [GBD+12, S. 95ff.].
Verhalten: Bei der Entwicklung mechatronischer Systeme spielt die Modellierung des
Verhaltens eine zentrale Rolle. Es bildet den Ausgangspunkt für den Software- und
Reglerentwurf. Das Verhalten kann sowohl für das Gesamtsystem als auch für einzelne
Systemelemente spezifiziert werden. Hierfür stehen zwei Partialmodelle zur Verfügung.
Zustände und Zustandsübergänge werden im Partialmodell Verhalten-Zustände be-
schrieben. Das Partialmodell Verhalten-Aktivitäten umfasst die Ablaufprozesse inner-
halb eines Systemzustands. Nach Bedarf können weitere Aspekte ergänzt werden, bspw.
Kinematik oder Dynamik [GFD+09, S. 213f], [GBD+12, S. 98f.].
15 Beispiele für Checklisten finden sich in [Rot00], [PBF+07], [Ehr09].
16 Beispiele für Funktionskataloge finden sich in [Bir80], [Lan00].
17 Pedelec (Pedal Electric Cycle): Fahrrad mit elektrischer Motorunterstützung (vgl. Kap. 4)
Seite 42 Kapitel 2
Bild 2-17: Wirkstruktur eines Pedelecs nach [GBD+12, S. 97]
Motor
Rahmen
Drehimpuls-
geber
(Motor)
Steuerungs-
einheit Akku Drehmoment-
sensor Pedaleinheit
HMI
Tourensattel
Rad hinten Rad vorne Gabel
Beleuchtungs-
anlage
Drehimpuls-
geber
(Tretkurbel)
Getriebe
Leistungs-
elektronik
Bremsanlage
Lenker
Ist-Wert Puls
Benutzereingabe
Statusinformationen
U = 6V
Motordrehfrequenz
SoC / SoH
f
Bremskraft
Getriebemoment
M
f
M
F
Trittfrequenz f
Trittmoment M
Pedelec
Lenk
F
Lenk
U (AC)
Motor
U
Rekuperation
U
Versorgung
U
Rekuperation
U
Versorgung
F
Stütz
F
Stütz
F
Stütz
F
Stütz
F
Stütz
F
Stütz
F
Stütz
U
Versorgung
M
Motor
tritt
tritt
Legende
MesspunktVerbindungspunkt Logische GruppeEnergiefluss Informationsfluss
Systemelement
Problemanalyse Seite 43
Gestalt des Produkts: Erste Festlegungen zur Produktgestalt sind bereits in der Konzi-
pierung zu treffen. Den Ausgangspunkt bilden die Wirkstruktur sowie Gestaltinformati-
onen bereits existierender Bauteile und Baugruppen (z.B. Zukauf- oder Normteile).
Spezifiziert werden Anzahl, Form, Lage, Anordnung und Art der Wirkflächen und
Wirkorte. Weiterhin können Hüllflächen und Stützstrukturen ergänzt werden. Für die
rechnerinterne Modellierung werden gängige 3D-CAD-Systeme verwendet. Bild 2-18
zeigt die grobe Gestalt eines Pedelecs in einer frühen Entwicklungsphase [GFD+09,
S. 213], [GBD+12, S. 96ff.].
Bild 2-18: Grobe Gestalt eines Pedelecs als 3D-Modell nach [GBD+12, S. 98]
Prozesse: Das Partialmodell beschreibt den Produktionsablauf betriebsmittelunabhän-
gig als eine Folge von Arbeitsvorgängen (Fertigungs-, Montage- und Transportprozes-
se)18. Die Prozesse werden im Entwicklungsverlauf detailliert und konkretisiert19. Ein-
und Ausgangsobjekte der Prozesse werden als Materialelemente bezeichnet. Diese um-
fassen alle Rohstoffe, Zulieferteile, Handelswaren sowie Roh-, Halb- und Fertigteile im
Herstellungsprozess [GK06, S. 2]. Ein Teil der Materialelemente entspricht den zu fer-
tigenden Systemelementen aus der Wirkstruktur (z.B. Bauteile, Baugruppen), andere
Materialelemente ergeben sich als Zwischenzustände im Produktionsprozess (z.B. Aus-
gangsmaterialen, Zwischenbaugruppen) [GBR10, S. 717f.], [GBD+12, S. 100ff.].
Analog zur Wirkstruktur der Prinziplösung bildet das Partialmodell Prozesse den Kern
des Produktionssystemkonzepts und stellt die Grundlage für die frühzeitige Identifikati-
on von Wechselwirkungen dar, bspw. Restriktionen durch Fertigungstechnologien. Die-
se können somit bereits während der Konzipierung in die Produktentwicklung einflie-
18 Vgl. Prozesskette nach [Wes05, S. 7]
19 Fertigungsprozesse werden zunächst als Fertigungsfunktionen spezifiziert. Diese werden zu Ferti-
gungsverfahren und -technologien konkretisiert (vgl. [DIN8580]). Die Konkretisierung von Montage-
und Transportprozesse erfolgt analog [GBR10, S. 717].
Mögliche Positionen
des Radnabenmotors
Bauraum des Akkus Existierender Rahmen
eines Tourenrades
Seite 44 Kapitel 2
ßen. Des Weiteren bildet das Partialmodell den Ausgangspunkt für die Konkretisierung
im Rahmen der Arbeitsablaufplanung [GBR10, S. 717f.], [GBD+12, S. 101].
Ressourcen: Die Realisierung der Prozesse erfolgt über Ressourcen, die im gleichna-
migen Partialmodell beschrieben werden. Dies umfasst alle für die Ausführung der Pro-
zesse benötigten Betriebsmittel20 sowie das Personal [DIN69901-5, S. 17]. Die Res-
sourcen werden den Arbeitsvorgängen zugeordnet. Es ist durchaus möglich, dass eine
Ressource mehrere Arbeitsvorgänge ausführt, bspw. ein CNC-Bearbeitungszentrum.
Über Materialflüsse sind die Ressourcen untereinander verkettet. Diese ergeben sich aus
den Reihenfolgebeziehungen der Arbeitsvorgänge in der Prozessfolge. Die Konkretisie-
rung der Ressourcen erfolgt über Parameter und Gestaltinformationen (z.B. Layouts).
Das Partialmodell Ressourcen bildet den Ausgangspunkt für die Arbeitsmittel- und Ma-
terialflussplanung [GBR10, S. 718f.], [GBD+12, S. 102f.].
Gestalt des Produktionssystems: In Analogie zur Produktkonzipierung können auch
bei der Produktionssystemkonzipierung erste Festlegungen zur Gestalt getroffen wer-
den. Dies umfasst Arbeitsräume und Platzbedarfe von Maschinen oder grobe Layouts.
Die Spezifikation der Produktionssystemgestalt erfolgt in Form quantifizierter Flächen-
bedarfe, Skizzen oder 3D-CAD-Modellen. Diese Informationen werden für die Konkre-
tisierung im Rahmen der Arbeitsstätten- und Arbeitsmittelplanung verwendet [GBR10,
S. 719.], [GBD+12, S. 103].
2.6.2 Vorgehensmodell für die integrative Konzipierung
Das Vorgehen für die integrativen Konzipierung nach GAUSEMEIER ET AL. gliedert sich
in sieben Phasen (Bild 2-19). Die Produktkonzipierung umfasst die Phasen Planen und
Klären der Aufgabe, Konzipierung auf Systemebene, Konzipierung auf Modulebene und
Konzeptintegration. Die Phasen Planen und Klären der Aufgabe, Konzipierung auf
Prozessebene und Konzipierung auf Ressourcenebene beschreiben das Vorgehen der
Produktionssystemkonzipierung. Trotz der Darstellung ist das Vorgehen nicht als strin-
gente Folge von Aktivitäten zu verstehen. Zum Teil werden mehrere Iterationsschleifen
durchlaufen und die Lösung dabei konkretisiert. Anzahl, Reihenfolge und Zeitpunkte
sind von der spezifischen Entwicklungsaufgabe abhängig (z.B. Komplexität, Organisa-
tionsformen) [GDK+11, S. 774f.].
20 Der Begriff Betriebsmittel umfasst Maschinen, Fahrzeuge, Lager- und Transportsysteme, Werkzeuge,
Messmittel, Prüfgeräte, Vorrichtungen und Steuerprogramme [Wes05, S. 8].
Problemanalyse Seite 45
Bild 2-19: Generelles Vorgehen zur integrativen Konzipierung von Produkt und Pro-
duktionssystem nach [GDK+11, S. 775], [Nor12, S. 99]
Modul n
Modul 2
Modul 1
Prinziplösung auf
Systemebene
Prinziplösung
auf Modulebene
Vollständige
Prinziplösung
Integrative Konzipierung von Produkt und Produktionssystem
Dekomposition
Anforderungsliste,
Anwendungsszenarien,
Umfeldmodell
Konzept des PS
auf Prozessebene
Fertigungsanforderungen,
produktionsorientierte Erzeugnisstruktur
Vollständiges
Konzept des PS
Planen und Klären
der Aufgabe
Konzipierung auf
Modulebene
Wechsel-
wirkungen
Konzipierung auf
Systemebene
Konzept-
integration
Planen und Klären
der Aufgabe
Konzipierung auf
Prozessebene
Konzipierung auf
Ressourcenebene
Legende
Produkt
PS: Produktionssystem
Phase
Phase Produktions-
system
Resultat
Seite 46 Kapitel 2
Planen und Klären der Aufgabe (Produkt): Die Entwicklungsaufgabe wird abstra-
hiert und der Kern der Entwicklungsaufgabe identifiziert. Für die Ermittlung der Rand-
bedingungen und der externen Einflüsse auf das System wird ein Umfeldmodell erstellt.
In Form von Anwendungsszenarien werden typische Betriebssituationen des Systems
und die zugehörigen Systemzustände spezifiziert. Diese beschreiben abstrakt einen Teil
der Systemfunktionalität. Umfeldmodell und Anwendungsszenarien bilden die Grund-
lage für die systematische Ermittlung von Anforderungen an das zu entwickelnde Sys-
tem. Als Resultat liegt eine Anforderungsliste vor [GFD+09, S. 217f.], [GD10, S. 62f.].
Eine detaillierte Darstellung findet sich im Anhang (siehe Anhang Bild A-1).
Konzipierung auf Systemebene: Ziel der Phase ist die fachdisziplinübergreifende
Prinziplösung des zu entwickelnden Systems. Den Ausgangspunkt bilden die Anwen-
dungsszenarien und die Anforderungsliste. Aus diesen werden die Hauptfunktionen
abgeleitet, die in einer Funktionshierarchie strukturiert und in Teilfunktionen unterglie-
dert werden. Dies erfolgt solange, bis geeignet Teillösungen zur Erfüllung der Teilfunk-
tionen zugeordnet werden können. Mit Hilfe eines morphologischen Kastens werden die
Funktionen und Lösungen strukturiert und konsistente Kombinationen gebildet. Das
logische und funktionale Zusammenwirken der Teillösungen wird in der Wirkstruktur
beschrieben. Ausgehend von der Wirkstruktur erfolgt die Spezifikation der Gestalt und
des Systemverhaltens. Abschließend werden die Lösungsalternativen gegenüber den
Anforderungen bewertet und die am besten geeignete Lösung ausgewählt [GFD+09,
S. 218], [GD10, S. 64]. Eine detaillierte Darstellung findet sich im Anhang (siehe An-
hang Bild A-2).
Konzipierung auf Modulebene: Das mit der Prinziplösung beschriebene Gesamtsys-
tem wird entwicklungsorientiert in Module strukturiert. Anschließend erfolgt die Detail-
lierung und Konkretisierung der einzelnen Module. Das Vorgehen entspricht hierbei
den beiden vorangegangenen Phasen. Als Resultat dieser Phase liegen die Prinziplösun-
gen der verschiedenen Module vor. Sie ermöglichen Aussagen zur technischen und
wirtschaftlichen Realisierbarkeit [GFD+09, S. 216], [GD10, S. 62].
Konzeptintegration: Die entwickelten Prinziplösungen der Module werden in dieser
Phase zu einer detaillierten Prinziplösung des Gesamtsystems integriert. Hierbei sind
Probleme und Widersprüche zu identifizieren und zu lösen. Den Abschluss bildet eine
Bewertung der gefundenen Lösung unter technischen und wirtschaftlichen Gesichts-
punkten. Die vollständige Prinziplösung bildet die Grundlage für den fachdisziplinspe-
zifischen Entwurf (vgl. Kap. 2.4.3.2) [GFD+09, S. 216], [GD10, S. 62].
Planen und Klären der Aufgabe (Produktionssystem): Auf Grundlage der Prinziplö-
sung des zu entwickelnden Systems wird die Entwicklungsaufgabe aus Sicht der Pro-
duktionssystementwicklung analysiert. Die bestehende Anforderungsliste wird auf die
fertigungsrelevanten Anforderungen reduziert. Dies sind bspw. Stück- und Varianten-
zahlen, Abmessungen und Produktmasse. Anschließend werden die Wirkstruktur und
die Gestalt des Produkts analysiert und die zu fertigenden Systemelemente (Bauteile,
Problemanalyse Seite 47
Baugruppen, Module) sowie ihre strukturellen Verbindungen identifiziert [BGN+09,
S. 529], [GDK+11, S. 775], [NBG13, S. 621].
Konzipierung auf Prozessebene: Die zentrale Aufgabe dieser Phase ist die Erstellung
eines ersten Arbeitsablaufs. In diesem werden die notwendigen Fertigungs- und Monta-
gevorgänge, ihre Reihenfolgebeziehungen sowie die relevanten Systemelemente (z.B.
Bauteile, Baugruppen und Zwischenzustände im Herstellungsprozess) spezifiziert. Auf
Grundlage der identifizierten zu fertigenden Systemelemente und ihrer Verbindungen
wird eine erste Montagefolge abgeleitet. Anschließend werden die Materialelemente in
Eigen- und Fremdfertigung unterteilt. Für die Bauteile aus Eigenfertigung ist der Ar-
beitsablauf auszuarbeiten. Dazu werden geeignete Fertigungstechnologien bestimmt,
Fertigungstechnologieketten gebildet und die Zwischenzustände der Bauteile ermittelt
[BGN+09, S. 529], [GDK+11, S. 775], [NBG13, S. 621ff.].
Konzipierung auf Ressourcenebene: Für die Realisierung der spezifizierten Ferti-
gungs- und Montageprozesse werden Ressourcen ausgewählt. Prozesse können häufig
auf unterschiedlichen Maschinen realisiert werden. Ein Bohr-Prozess kann sowohl mit
einem CNC-Bearbeitungszentrum als auch mit einer Standbohrmaschine umgesetzt
werden. Somit ergeben sich alternative Konzepte für das Produktionssystem. Diese bil-
den den Ausgangspunkt für die weitere Konkretisierung im Rahmen der Arbeitsplanung
[BGN+09, S. 529f.], [GDK+11, S. 775], [NBG13, S. 623].
Wechselwirkungen: Zwischen der Konzipierung von Produkt und Produktionssystem
bestehen vielfache Wechselwirkungen. Dies gilt insb. für die Phasen Konzipierung auf
Modulebene, Planen und Klären der Aufgabe (Produktionssystem) und Konzipierung
auf Prozessebene. Beispielsweise hat die Auswahl einer Fertigungstechnologie direkten
Einfluss auf die Gestalt und den Werkstoff des Produkts. Die zyklischen Pfeile in Bild
2-19 deuten dies an. Die Konzipierung von Produkt und Produktionssystem muss daher
parallel und in enger Abstimmung erfolgen [GDK+11, S. 774].
2.6.3 Fazit und Einordnung der zu entwickelnden Systematik
Die Entwicklungsmethodik ermöglicht die integrative Konzipierung mechatronischer
Systeme und der zugehörigen Produktionssysteme. Hierbei bestehen jedoch Defizite.
Die Produktmodellierung mittels 3D-CAD-Systemen ist für die Konzipierung ungeeig-
net [Lem09, S. 18]. Die Spezifikationstechnik CONSENS stellt keine Beschreibungs-
mittel für eine intuitive und effiziente Beschreibung der Gestalt mittels Hand- oder 2D-
Skizzen zur Verfügung. Weiterhin unterstützt die Entwicklungsmethodik die Erarbei-
tung der Prinziplösung sowie die Konzipierung des zugehörigen Produktionssystems.
Jedoch ist insb. der Übergang von der Konzipierung des Produkts in die Produktions-
systemkonzipierung unzureichend beschrieben. Beispielsweise wird keine Produktstruk-
turierung unter montagetechnischen Gesichtspunkten unterstützt.
Seite 48 Kapitel 2
Die zu entwickelnde Systematik soll sich in die beschriebene Entwicklungsmethodik für
die integrative Konzipierung mechatronische Systeme einfügen. Die Vorgehensweise
für die integrative Konzipierung der Montage wird in das bestehende Vorgehensmodell
integriert. Auf Basis der in den Partialmodellen der Prinziplösung enthaltenen Informa-
tionen erfolgt die montageorientierte Produktstrukturierung. Die Spezifikationstechnik
CONSENS bildet die Grundlage für die Beschreibung des Montagekonzepts, wobei die
existierenden Partialmodelle genutzt und ggf. erweitert werden.
2.7 Problemabgrenzung
Immer kürzer werdende Produktlebenszyklen und Entwicklungszeiten, eine zunehmen-
de Produktkomplexität bei hoher Produktqualität, interdisziplinäre Entwicklungsteams
sowie ein dynamisches Unternehmensumfeld prägen den Produktentstehungsprozess
moderner maschinenbaulicher Erzeugnisse. Die Produktentstehung kann nicht mehr als
Sequenz separater Tätigkeiten verstanden werden. Es bedarf eines Ansatzes, bei dem
die Gesamtheit der vernetzten Aktivitäten im Produktlebenszyklus sowie die Wechsel-
wirkungen zwischen Produkt und Produktion Berücksichtigung finden. Gefordert wird
ein übergreifender Ansatz, der die fachdisziplinspezifischen Methoden und Arbeitstech-
niken integriert [AR11, S. 63].
Ein Lösungsansatz ist die integrative Entwicklung von Produkt und Produktionssys-
tem. Hierbei werden die sequentiellen Abläufe im Sinne des Simultaneous Engineering
parallelisiert und von einem interdisziplinären Entwicklungsteam durchgeführt [Ehr09,
S. 188], [AR11, S. 63]. Die Ergebnisse der beteiligten Fachbereiche müssen ausge-
tauscht und aufeinander abgestimmt werden [ELP+05, S. 21]. Das 3-Zyklen-Modell der
Produktentstehung bildet ein Rahmenwerk für die integrative Entwicklung [GPW09,
S. 38ff.]. Das Bindeglied zwischen Produkt- und Produktionssystementwicklung ist die
Montageplanung [Fra03, S. 27]. Durch ein abgestimmtes Vorgehen von Produktent-
wicklung und Montageplanung ergeben sich die folgenden Nutzenpotentiale:
Berücksichtigung von Wechselwirkungen: Zwischen Produktentwicklung und
Montageplanung bestehen vielfache Wechselwirkungen. Beispielsweise beeinflus-
sen die Produktgestalt und -struktur die Gestaltung des Montageprozesses. Anders-
herum determinieren die gewählten Montageverfahren das Produktkonzept, z.B.
bzgl. Gestalt und Werkstoff [AR11, S. 63]. Nur unter der Berücksichtigung der ge-
genseitigen Abhängigkeiten lässt sich ein leistungsfähiges und kostengünstiges
Produkt entwickeln.
Abstimmung der Entwicklungsbereiche: In den frühen Entwicklungsphasen ent-
stehen ca. 80 % der Produktfehler. Zu 70 % werden die Fehler erst am Ende der
Auftragsabwicklung in der Montage und im Versuch erkannt, wenn die Teilsysteme
zum Gesamtsystem kombiniert werden. Die Kosten für die Beseitigung nicht ent-
Problemanalyse Seite 49
deckte Fehler steigen im Verlauf der Produktentstehung progressiv an21 [Hes06,
S. 24], [Bos07, S. 111], [Ehr09, S. 138]. Durch die Abstimmung der Entwicklungs-
bereiche können unnötige zeit- und kostenintensive Iterationsschleifen im Entwick-
lungsprozess vermieden werden. Die Abstimmung zwischen Produktentwicklung
und Montageplanung spielt hierbei eine Schlüsselrolle.
Frühzeitige Kostenverantwortung: Die Montage verursacht einen Großteil der
späteren Produktkosten [Fra03, S. 27f.], [BK12, S. 344]. Viele kostenbeeinflussen-
de Entscheidungen werden jedoch bereits in der Konzeptphase der Produktentwick-
lung getroffen. Diese können in den nachgelagerten Bereichen nicht mehr bzw. nur
bedingt beeinflusst werden. Somit werden die Herstellkosten bereits frühzeitig fest-
gelegt [EE11, S. 141]. Produktentwicklung und Montageplanung sollten frühzeitig
aufeinander abgestimmt werden, um eine positive Beeinflussung der Herstellkosten
zu ermöglichen [ESA05, S. 15].
Aufgrund der wirtschaftlichen und technischen Bedeutung der Montageplanung sollten
die Produktentwicklung und Montageplanung so früh wie möglich und im engen Wech-
selspiel erfolgen [Fra03, S. 28]. Die Integration von Produktentwicklung und Produkti-
onssystementwicklung ist heute jedoch nur unzureichend realisiert. Produkt- und Pro-
duktionssystementwicklung erfolgen organisatorisch und inhaltlich meist getrennt
[NWD+08, S. 409], [PSD+09, S. 988], [SL09b, S. 111], [EEW10, S. 200].
In der Produktkonzipierung werden die Funktionen und der grundsätzliche Aufbau fest-
gelegt. Die Prinziplösung beschreibt fachdisziplinübergreifend die physikalische und
logische Funktionsweise des Systems. Weiterhin legt sie die Systemelemente hinsicht-
lich Anzahl und Anordnung fest und beinhaltet erste Angaben zur Gestalt des Systems
[GFD+09, S. 213]. Ein geeigneter Ansatzpunkt für die integrative Montagplanung
ist somit die Prinziplösung eines mechatronischen Systems. Auf diese Weise werden
Produktentwicklung und Montageplanung bereits frühzeitig parallelisiert. Wechselwir-
kungen zwischen der Prinziplösung und dem Produktionssystemkonzept können von
Beginn an berücksichtigt werden [VDI2206, S. 43], [Mic06, S. 2]. Der Übergang von
der Prinziplösung des Produkts zur Konzipierung des Produktionssystems ist bislang
nicht hinreichend konkretisiert (Bild 2-20).
21 Vgl. „rule of ten“ nach CLARK und FUJIMOTO [CF92]. Diese besagt, dass die Fehlerbeseitigungskosten
mit jeder Entwicklungsphase um den Faktor Zehn steigen.
Seite 50 Kapitel 2
Bild 2-20: Handlungsfeld integrative Konzipierung der Montage
Die für die Montageplanung relevanten Partialmodelle sind Anforderungen, Wirkstruk-
tur und Gestalt. Aus den Produktanforderungen lassen sich Anforderungen an das Pro-
duktionssystem ableiten (z.B. Stückzahlen). Die Wirkstruktur enthält gestaltbehaftete
Systemelemente sowie montagerelevante Zusammenhänge (z.B. Kraft- oder Energie-
übertragungen). Angaben zur Geometrie und räumliche Anordnung der Systemelemente
werden im Partialmodell Gestalt beschrieben. Bei der Beschreibung der Prinziplösung
des zu entwickelnden Produkts bestehen heute folgende Defizite:
Gestalt: Die Spezifikation der Produktgestalt erfolgt in konventionellen 3D-CAD
Systemen. Dies verleitet zu einer direkten Modellierung der Gestalt. Konzeptionelle
Überlegungen, die Betrachtung von Alternativkonzepten etc. werden hierdurch häu-
fig übergangen [Lem09, S. 18]. Die Modellierung der Gestalt sollte in der Kon-
zeptphase auf Basis von grob maßstäblichen Skizzen erfolgen und die 3D-
Modellierung erst mit dem Übergang von der Konzipierung in die Entwurfsphase
beginnen [VDI2209, S. 59].
Struktur: Flussbeziehungen aus der Wirkstruktur geben Hinweise auf mögliche
Bauteilverbindungen (z.B. erfordert eine Kraftübertragung i.d.R. eine mechani-
sche Verbindung). Die Beschreibung von baulichen Strukturbeziehungen (z.B.
Verbindung von Bauteilen, Montagegruppen) ist hingegen nicht vorgesehen. Folg-
lich ist die Ableitung einer montageorientierten Erzeugnisgliederung nicht möglich.
Vor dem beschriebenen Hintergrund stellen sich die folgenden Forschungsfragen:
Wie können die Bauzusammenhänge eines Produkts in der Prinziplösung spe-
zifiziert werden? Es ist zu klären, welche Bauzusammenhänge zu spezifizieren
Produktionssystem-
konzept
(kohärentes System
von Partialmodellen)
Handlungsfeld
integrative
Konzipierung
der Montage
- Anforderungen
- Informationen zur Gestalt
- montageorientierte
Erzeugnisgliedeurng
- Gestaltungsrestriktionen
- Werkstoffeinschränkungen
Akku Steuerung
Rahmen
Vorderrad Hinterrad
Gabel
Lenker
Wirkstruktur
Alurohr Schneiden Oberrohr
Alurohr Schweißen Sitzrohr Rahmen
schweißen
Rahmen
Unterrohr
Prozesse
Gestalt (Produkt) Gestalt (PS)
Produktkonzept
(kohärentes System
von Partialmodellen)
PS: Produktionssystem
Bohr-
maschine
Schweiß-
automat
End-
montage
CNC-
Zentrum
Ressourcen
Anforderungen
2
3
2.1
3.1
2.2
3.2
2.3
Geometrie
Fertigung
Automatisierungsgrad: >60%
Ausbringungsmenge: 5.000 p.a.
Radgröße: 28 zoll
Rahmengröße: 500 mm
Radstand: 120 mm
Problemanalyse Seite 51
sind. Weiterhin ist festzulegen, in welchen Partialmodellen und mit welchem De-
taillierungsgrad diese Informationen modelliert werden.
Wie können mechatronische Systeme frühzeitig montageorientiert strukturiert
werden? Die Produktbestandteile sind in der Regel funktionsorientiert zu Bau-
gruppen zusammengefasst. Auf Grundlage der Prinziplösung ist das Produkt mon-
tageorientiert zu strukturieren. Es ist zu klären, welche Informationen als Grundlage
der Strukturierung dienen und wie Montagegruppen gebildet werden.
Wie kann frühzeitig der Montageprozess spezifiziert werden? Der Montagepro-
zess beschreibt die Montageablaufstruktur und die Montageverfahren. Er dient als
Kommunikationsmittel für die Abstimmung zwischen Produkt- und Produktions-
systementwicklung. Es ist festzulegen, welche Informationen in welchem Detaillie-
rungsgrad abgebildet werden und wie der Montageprozess mit der Prinziplösung
des Produkts und dem Produktionssystemkonzept verknüpft wird.
Wie lassen sich in der frühen Phase der Produktentstehung geeignete Monta-
geverfahren auswählen? In der Konzipierung liegen meist nur unscharfe und teil-
weise unvollständige Informationen vor. Auf dieser Basis sollen unter technischen
und wirtschaftlichen Gesichtspunkten die bestmöglichen Montageverfahren ausge-
wählt werden. Der Fokus liegt hierbei auf der Auswahl der Fügeverfahren.
Wie lassen sich die resultierenden Wechselwirkungen zwischen der Prinziplö-
sung und dem Montagekonzept berücksichtigen? Durch die Festlegung der
Montageablaufstruktur und die Auswahl der Fügeverfahren ergeben sich Restrikti-
onen an das Produkt. Diese müssen in die weitere Produktentwicklung einfließen.
Aus der geschilderten Problematik ergibt sich der Bedarf für eine Systematik zur integ-
rativen Konzipierung der Montage auf der Basis der Prinziplösung mechatronischer
Systeme. Die Systematik soll die beteiligten Fachleute in der frühen Phase der Pro-
duktentstehung bei der Erstellung eines ersten Montagekonzepts unterstützen22. Dies
umfasst die montageorientierte Strukturierung und Gestaltung des Produkts, die Ablei-
tung geeigneter Montageablaufstrukturen, die Auswahl von Montageverfahren sowie
die Berücksichtigung der gegenseitigen Wechselwirkungen mit dem Produktkonzept.
Weiterhin ist die Systematik in das Vorgehen zur integrativen Konzipierung von Pro-
dukt und Produktionssystem nach GAUSEMEIER ET AL. [GDK+11, S. 775] zu integrieren.
Der Definition in Kapitel 2.1.3 folgend, besteht eine Systematik aus einem Vorgehens-
modell sowie dedizierten Hilfsmittelen für dessen erfolgreiche Umsetzung. Dement-
sprechend umfasst die Systematik folgende Bestandteile:
22 Die Systematik soll das Entwicklungsgeschehen nicht automatisieren sondern die beteiligten Fachleute
in ihrer kreativen Tätigkeit unterstützen und bei häufig wiederkehrenden Aufgaben entlasten.
Seite 52 Kapitel 2
Ein Vorgehensmodell als Leitfaden für die Entwickler und Planer, welches die
erforderlichen Tätigkeiten der Montagekonzipierung detailliert beschreibt. Die Ar-
beitsschritte werden mit den erforderlichen Ein- und Ausgangsinformationen sowie
den einzusetzenden Methoden und Werkzeugen verknüpft.
Methoden für die Lösung von Teilaufgaben im Rahmen der integrativen Montage-
konzipierung sowie Werkzeuge zur deren Umsetzung.
Eine Spezifikationstechnik für die integrative Beschreibung des Montagekonzepts.
Sie soll auf die Spezifikationstechnik CONSENS aufbauen [GBD+12, S. 89ff.] und
diese erweitern.
2.8 Anforderungen
Auf Grundlage der Problemanalyse werden die folgenden Anforderungen an die Syste-
matik zur integrativen Konzipierung der Montage auf Basis der Prinziplösung mechat-
ronischer Systeme gestellt.
A1) Anwendbarkeit in der Mechatronik: Bei heutigen maschinenbaulichen Erzeug-
nissen handelt es sich in der Regel um mechatronische Systeme. Daher soll die Syste-
matik branchen- und produktneutral für die integrative Konzipierung der Montage me-
chatronische Systeme eingesetzt werden können. Das Vorgehensmodell und die zuge-
hörigen Methoden müssen fachdisziplinübergreifend anwendbar sein. Andernfalls sind
fachdisziplinspezifische Vorgehensmodelle und Methoden auszuprägen.
A2) Abstimmung auf die Entwicklungsmethodik für die integrative Konzipierung
mechatronischer Systeme: Für die integrative Konzipierung von mechatronischen
Systemen und der zugehörigen Produktionssysteme existiert eine Entwicklungsmetho-
dik (vgl. Kap. 2.6). Die geforderte Systematik zur integrativen Konzipierung der Mon-
tage muss sich in diese Methodik integrieren.
A3) Prinziplösung als Ausgangspunkt: Die Entwicklung von Produkt und Produkti-
onssystem muss von Beginn an integrativ erfolgen. Der frühestmögliche Ausgangs-
punkt für die Montageplanung ist die Prinziplösung des zu entwickelnden Systems.
Somit muss die Systematik in der Phase der Konzipierung ansetzten.
A4) Frühzeitige Spezifikation der Produktgestalt: Den Ausgangspunkt für die Mon-
tageplanung bildet die Produktgestalt. Grobe Abmessungen, Lage und Anzahl von Kon-
taktpunkten oder Verbindungseigenschaften (z.B. Lösbarkeit, Zugänglichkeit) werden
in der Regel bereits frühzeitig definiert. Die Systematik muss die Festlegung montage-
relevanter Gestaltinformationen in der Konzipierungsphase ermöglichen.
A5) Frühzeitige montageorientierte Produktstrukturierung: Die Montageab-
laufstruktur basiert auf der montageorientierte Erzeugnisgliederung des Produkts. In der
Konzipierung liegt der Fokus auf der Wirkungsweise des Systems. Eine montageorien-
Problemanalyse Seite 53
tierte Erzeugnisgliederung liegt noch nicht vor. Die Systematik muss daher die frühzei-
tige montageorientierte Produktstrukturierung auf Basis der Prinziplösung ermöglichen.
A6) Auswahl von Montagetechnologien: Ein zentraler Aspekt der Montageplanung ist
die Auswahl geeigneter Montageverfahren bzw. -technologien. Die Systematik muss
daher entsprechende Methoden beinhalten, um auf Grundlage des Produktkonzepts eine
frühzeitige Auswahl zu ermöglichen.
A7) Berücksichtigung montagetechnischer Restriktionen: Wechselwirkungen zwi-
schen Produkt und Produktionssystem bestehen beidseitig. Es ist nicht ausreichend, nur
die Einflüsse des Produktkonzepts auf das Montagekonzept zu berücksichtigen. Auch
müssen Restriktionen an das Produkt, die sich aus dem Montagekonzept ergeben, in die
weitere Produktentwicklung einfließen.
A8) Ganzheitliche Konzipierung der Montage: Das Aufgabenspektrum der Monta-
gekonzipierung entspricht einer frühzeitigen Montageplanung. Es müssen der Montage-
ablauf sowie das Montagesystem spezifiziert werden. Die Systematik muss daher eine
frühzeitige Festlegung der Montageablaufstruktur, eine Auswahl der Montageverfahren
und eine Grobbeschreibung des Montagesystems (Ressourcen, Layout) ermöglichen.
A9) Nutzung eines disziplinübergreifenden Beschreibungsmittels: In der Konzipie-
rung dient die Prinziplösung als Kommunikationsmittel der beteiligten Fachleute. Ab-
hängigkeiten zwischen dem Produktkonzept und dem Montagekonzept müssen für die
Entwickler und Planer deutlich erkennbar sein. Das Montagekonzept muss daher allge-
meinverständlich und nachvollziehbar beschrieben sein. Die Notation der Prinziplösung
und des Montagekonzepts soll ähnlich sein und eine Wiedererkennung ermöglichen.
A10) Systematische Vorgehensweise: Das Vorgehen in der Produktentstehung ist von
Iterationen geprägt (vgl. Kap. 2.2). Mit Hilfe einer systematischen Vorgehensweise
kann sichergestellt werden, dass die notwendigen Entwicklungsschritte in der richtigen
Reihenfolge durchlaufen werden. Die Dokumentation erfolgt in einem Vorgehensmo-
dell. Die Systematik muss daher ein Vorgehensmodell enthalten, welches die Entwick-
ler und Planer in der zielgerichteten Konzipierung der Montage unterstützt.
Seite 54 Kapitel 3
3 Stand der Technik
Die vorangegangene Problemanalyse hat den Bedarf nach einer Systematik zur integra-
tiven Konzipierung der Montage auf Basis der Prinziplösung mechatronischer Systeme
aufgezeigt. Bereits in der frühen Phase der Produktentstehung sind das Produkt und
dessen Montage integrativ zu konzipieren. Auf diese Weise finden die Wechselwirkun-
gen zwischen Produktgestalt und den eingesetzten Montageverfahren frühzeitig Berück-
sichtigung, Fehler können vermieden und die Entwicklungszeit verkürzt werden.
Inhalt dieses Kapitels sind bestehende Ansätze und Arbeiten, die im Kontext der integ-
rativen Konzipierung der Montage relevant sind. In Kapitel 3.1 werden Vorgehenswei-
sen für die integrative Montageplanung vorgestellt. Inhalt von Kapitel 3.2 sind Metho-
den und Modellierungssprachen für die frühzeitige Beschreibung der Produktgestalt.
Auf die montageorientierte Produktstrukturierung geht Kapitel 3.3 ein. Anschließend
werden in Kapitel 3.4 Methoden für die Auswahl von Montagetechnologien vorgestellt
und Kapitel 3.5 behandelt die montagegerechte Produktgestaltung. Kommerzielle Soft-
waresysteme sind Inhalt von Kapitel 3.6. Die vorgestellten Ansätze werden auf Grund-
lage der in Kapitel 2.8 aufgestellten Anforderungen bewertet. Das Ergebnis dieser Be-
wertung wird in Kapitel 3.7 zusammengefasst und analysiert.
3.1 Integrative Entwicklung von Produkt und Montage
Im Folgenden werden Vorgehensweisen diskutiert, die ein abgestimmtes Vorgehen der
Produktentwicklung und der Montageplanung ermöglichen. Sie folgen der Prämisse,
dass bei komplexen maschinenbaulichen Erzeugnissen die Montageplanung bereits
während der Entwicklung des Produkts erfolgen soll.
3.1.1 Integrierter Vorgehensplan für Konstruktion und Montageplanung
nach BICHELMAIER
BICHELMAIER stellt einen integrierten Vorgehensplan vor, der die Abstimmung zwi-
schen Konstruktion und Montageplanung unterstützt und verbessern soll. Dieser be-
schreibt welche Informationen zu welchen Zeitpunkten zwischen den Bereichen auszu-
tauschen sind und schlägt Vorgehensweisen für diese Abstimmung vor. Der Vorge-
hensplan basiert auf dem Vorgehen zum methodischen Konstruieren nach VDI-Richt-
linie 2221 [VDI2221] und dem Vorgehen zur Montageplanung nach FELDMANN
[Fel97]. Die Arbeitsschritte werden in sog. Konkretisierungsebenen strukturiert. Inner-
halb dieser Ebenen erfolgt die Abstimmung zwischen der Konstruktion und der Monta-
geplanung [Bic00, S. 70f.]. Bild 3-1 zeigt den Vorgehensplan.
Stand der Technik Seite 55
Bild 3-1: Integrierter Vorgehensplan [Bic00, S. 71]
Ebene 1 – Aufgabe klären: Auf der obersten Konkretisierungsebene werden die Ziele
aufeinander abgestimmt. Die Schnittstelle zwischen dem Produkt und der Montageanla-
ge bildet der Montagevorgang. Aufgrund dieser engen Vernetzung ergeben sich in der
Regel Zielkonflikte zwischen den Bereichen, die zu lösen sind [Bic00, S. 71].
Ebene 2 – Konzipieren Planen mit Produktstruktur: In dieser Ebene werden Kon-
zepte für das Produkt und die Montageanlage erstellt. Zum Beispiel werden eine monta-
gegerechte Erzeugnisgliederung sowie ein Ablaufplan erarbeitet. Auf dieser Basis kann
die Verfügbarkeit der benötigten Betriebsmittel geprüft und die erforderlichen Anlagen-
komponenten können grob ausgewählt werden [Bic00, S. 71].
Ebene 3 – Entwerfen Planen mit Einzelteil- und Baugruppeninformationen: Auf
Seiten des Produkts erfolgt die Festlegung der Gestalt von Bauteilen und Baugruppen
(z.B. Dimensionen, Hüllvolumen, Materialien). Auf Grundlage dieser Informationen
werden montagerelevante Eigenschaften überprüft, wie Speicherbarkeit oder Handhab-
barkeit. Weiterhin werden auf Basis der Baugruppeninformationen die Verbindungen
zwischen den Bauteilen überprüft, der zugehörige Montageprozess konkretisiert und die
Betriebsmittel festgelegt [Bic00, S. 71f.].
Ebene 4 – Ausarbeiten Planen mit vollständigen Produktinformationen: In dieser
Ebene wird das Produkt final ausgearbeitet. Für die Montageplanung stehen somit die
Ebene 1
Aufgabe
klären
Definition von
Anforderungen,
Funktionen, ...
Zielinformationen
Konzepte, Strukturen,
Prinziplösungen
Einzelgeometrien
Baugruppeninformationen
komplette
Produktinformation
Definition des
Lösungsprinzips
Definition von
Dimensionen,
Material, ...
Definition von
Toleranzen,
Oberflächen-
qualität, ...
Definition von
Anforderungen,
Randbedingungen,
...
Definition von
Prinziplösungen,
Fügefolgen, ...
Definition von
Fügevorgängen,
Betriebsmitteln,
...
Definition von
Handhabungs-
vorgängen,
Betriebsmitteln,
...
Gesamtlayout-
planung,
Steuerungs-
planung, ...
Konzipieren
Entwerfen
Ausarbeiten
Aufgabe
klären
Planen mit
Produkt-
struktur
Planen mit
Einzelteil-
information
Planen mit
Baugruppen-
information
Konstruktion
Produktmodell Modell der
Montageanlage
Montageplanung
Planen mit
vollständiger
Produkt-
information
Ebene 2
Ebene 3
Ebene 4
Aufgabe
Seite 56 Kapitel 3
gesamten Produktinformationen zur Verfügung. Diese bilden die Grundlage für die Er-
arbeitung von Layout- und Steuerungsplänen [Bic00, S. 72].
Innerhalb der einzelnen Ebenen werden die Arbeitsschritte Aufgabenklärung, Lösungs-
suche“ und Lösungsanalyse, Bewertung, Auswahl zyklisch für die Aspekte Produkt,
Montagevorgang und Montageanlage durchlaufen. Bild 3-2 zeigt das Vorgehen.
Bild 3-2: Ablauf der Absicherung einer montagerelevanten Produkteigenschaft
[Bic00, S. 74]
Auf Basis der Konzeptskizze wird der Vorgehenszyklus Getriebe entwerfen solange
durchlaufen, bis eine zufriedenstellende Lösung gefunden ist (1). Sind nicht alle monta-
gerelevanten Produkteigenschaften abgesichert (z.B. die Speicherbarkeit der Getriebe-
welle) erfolgt einer Abstimmung mit dem Montageplaner (2). Dieser durchläuft den
Vorgehenszyklus Ablaufplan erstellen auf Ebene der Montagevorgänge für die gesamte
Baugruppe (3). Sind die erforderlichen Betriebsmittel noch nicht ausgewählt wechselt er
in den Zyklus Betriebsmittel auswählen (4). Hier werden geeignete Betriebsmittel re-
cherchiert und ausgewählt (5). Auf dieser Grundlage kann der Ablaufplan finalisiert (6)
und die Anpassung der Produktgestalt angestoßen werden (7) [Bic00, S. 74f.].
Bewertung: Der Ansatz nach BICHELMAIER beschreibt die abgestimmte Vorgehenswei-
se zwischen Konstruktion und Montageplanung auf Grundlage existierender Vorge-
hensmodelle. Abstimmungspunkte und die auszutauschenden Informationen werden
aufgezeigt und die Montage wird ganzheitlich betrachtet. Die Beschreibung des Vorge-
hens erfolgt auf einer sehr abstrakten Ebene. Zwar stellt BICHELMAIER detailliertere
Prozessbausteine zur Verfügung, die durchzuführenden Tätigkeiten werden jedoch nicht
Konzeptskizze
Skizze der
Getriebewelle
Ablaufplan,
Skizze der
Getriebewelle
Entwurf der Getriebewelle
mit abgesicherten
Montageeigenschaften
Produkt Montagevorgang Montageanlage
Aufgaben-
klärung
Lösungs-
suche
Lösungsanalyse,
Bewertung,
Auswahl
Restriktionen der
Montageanlage
Betriebsmittel im
Ablaufplan zugeordnet
Aufgaben-
klärung
Lösungs-
suche
Lösungsanalyse,
Bewertung,
Auswahl
Ablaufplan
detaillierter
Ablaufplan
Aufgaben-
klärung
Lösungs-
suche
Lösungsanalyse,
Bewertung,
Auswahl
123 4 5
6
7
Stand der Technik Seite 57
detailliert beschrieben. Die Montageplanung beginnt bereits mit der Produktentwick-
lung. Somit bildet die Prinziplösung den Ausgangspunkt der Montageplanung und die
montageorientierte Produktstrukturierung erfolgt frühzeitig. Methoden für die Produkt-
gestaltung, die Produktstrukturierung und die Technologieauswahl werden nicht bereit-
gestellt.
3.1.2 Integrierte Produktentwicklung und Montageplanung nach GRUN-
WALD
GRUNDWALD entwickelt eine Methode für die integrierte Produktentwicklung und Mon-
tageplanung. Die Grundlage bilden Prozessbausteine, welche Teilaufgaben des Pro-
duktentwicklungs- und Montageplanungsvorgehens beschreiben. Diese sind in einem
Baukasten strukturiert und ermöglichen die Planung des Gesamtprozesses. Den Kern
des Vorgehens bilden die vier Schritte Zielfindung, Konzepterarbeitung, Moduldefiniti-
on sowie Modulentwicklung und -detaillierung (Bild 3-3).
Bild 3-3: Makrozyklus der integrierten Produktentwicklung und Montageplanung
[Gru02, S. 100]
Zielfindung: In dieser Phase ist die Hauptaufgabe die Beschaffung und Aufbereitung
von Informationen. Kundenwünsche und Unternehmensziele werden gesammelt und
aufbereitet. Hierbei wird zwischen integrierten Zielen (z.B. Produktgeometrie) und spe-
zifischen Zielen differenziert. Letztere unterteilen sich in produktspezifische (z.B.
Funktionen), montagevorgangsspezifische (z.B. Taktzeit) und montagesystemspezifi-
sche Ziele (z.B. Flächenbedarf). Die integrativen Ziele müssen in enger Abstimmung
zwischen Konstruktion und Montageplanung bearbeitet werden. Als Resultat dieser
Phase liegen Lastenhefte für das Produkt und die Montage vor [Gru02, S. 102f.].
Montagevorgang /
-anlage Produkt
Zielfindung Konzeption
Fügefolgen,
Anlagenidealstruktur
Grobreallayout, Fügetech-
nologien, Betriebsmittelwahl
Arbeitsplätze / Stationen,
Prozesse, Greifer
Moduldefinition Modulentwicklung
und -detaillierung
Produktstruktur,
Produktkonzept
Grobgeometrien,
Verbindungstechniken
Detailgeometrien,
Kontaktflächen
Produkt-
Lastenheft
Montage-
Lastenheft
Seite 58 Kapitel 3
Konzepterarbeitung: Das Ziel dieser Phase sind die Prinziplösungen des Produkts und
des Montagesystems. Für das Produkt wird die Funktionsweise festgelegt und eine erste
grobe Baustruktur entwickelt. Die Baustruktur gliedert das Produkt in Module und Bau-
teile und wird in enger Abstimmung mit der Modul-Fügereihenfolge erarbeitet. Auf
Basis der Fügereihenfolge entstehen das Konzept der Montageanlage sowie ein erstes
Groblayout. Die Strukturierung von Produkt, Fügereihenfolge und Montageanlage er-
folgt in Abstimmung zwischen Konstrukteuren und Montageplanern [Gru02, S. 103].
Moduldefinition: Entsprechend einer Kapazitätsteilung werden PVA-Module gebildet.
Diese beschreiben Einheiten aus Aspekten von Produkt, Vorgang und Anlage. Die
PVA-Module werden anschließend kategorisiert (vorhanden, anzupassen, neu zu entwi-
ckeln) und innerhalb von Modulteams aus Produktentwicklung, Montagevorgangs- und
Anlagenplanung integrativ detailliert. Zum Beispiel werden die Handhabungsprozesse
und Referenzpunkte sowie ein grobes Reallayout der Anlage festgelegt [Gru02, S 104].
Modulentwicklung und -detaillierung: Die Modulentwicklung umfasst erste geomet-
rische Festlegungen bzgl. Dimension, Form und Werkstoff. Verbindungselemente und
Fügetechnologien werden in enger Abstimmung zwischen Konstrukteur und Montage-
planer ausgewählt. Der Montageprozess wird mittels Grundoperationen beschrieben
(z.B. Speichern, Vereinzeln, Bewegen, Fügen) und es werden erste Betriebsmittel aus-
gewählt. Die Gestaltung von Produkt, Betriebsmittel und Montageanlage sollte hierbei
ganzheitlich erfolgen. In der anschließenden Moduldetaillierung erfolgt die Festlegung
der Maße und Oberflächeneigenschaften. Auf Grundlage der Handhabungseinrichtun-
gen werden z.B. Greifflächen und Aufnahmebohrungen definiert. Für die Montagean-
lagen wird das Feinlayout entworfen [Gru02, S. 104.].
Bewertung: GRUNWALD beschreibt eine Vorgehensweise zur integrativen Entwicklung
von Produkt und Montage. Das Vorgehen deckt den gesamten Prozess ab, von der Ziel-
definition über die Konzipierung bis zur Detailgeometrie bzw. dem Anlagenlayout. Die
Beschreibung erfolgt sehr abstrakt mit vier Hauptphasen. Für die Ausprägung projekt-
spezifischer Vorgehensweisen stellt GRUNWALD insgesamt 85 Prozessbausteine bereit.
Den Prozessschritten sind z.T. Methoden zugewiesen, wobei die Angaben sehr allge-
mein gehalten sind (z.B. Analogiebetrachtungen, Kreativitätstechniken, Bewertungs-
und Auswahlmethoden) und nur wenige konkrete Methoden genannt werden. Hierdurch
bietet der Ansatz eine nur eingeschränkte Unterstützung bei den durchzuführenden Tä-
tigkeiten.
3.1.3 Methodik für die entwicklungs- und planungsbegleitende Generie-
rung und Bewertung von Produktionsalternativen nach MÜLLER
Die von MÜLLER entwickelte Methodik ermöglicht die frühzeitige Generierung von
Produktionsverfahrensketten auf Grundlage erster Produktskizzen und unscharfer Pro-
duktinformationen. Hierbei werden neben den im Unternehmen bekannten Technolo-
gien auch neue Technologien berücksichtigt [Mül08, S. 10]. Die Methodik umfasst Mo-
Stand der Technik Seite 59
delle zur Abbildung von technologischem Wissen, zur Berücksichtigung von Interde-
pendenzen und zur Bewertung von Alternativen sowie ein Vorgehensmodell.
Die Abbildung von technologischem Wissen erfolgt unternehmensspezifisch. Auf die
informationstechnische Realisierung geht MÜLLER nicht weiter ein. Für die Strukturie-
rung des Wissens schlägt er bestehende Arbeiten vor. Dies sind die DIN 8580 Ferti-
gungsverfahren – Begriffe, Einteilung und ihre Verweise für die Strukturierung von
Fertigungsverfahren [DIN8580] sowie die VDI-Richtlinie 2860 Montage- und Handha-
bungstechnik [VDI2860] für die Aspekte Handhabung und Montage. Weiterhin werden
die Arbeiten von KNOCHE [Kno04] und MORYSON [Mor04] für die Strukturierung von
Fertigungstechnologien und Betriebsmitteln herangezogen [Mül08, S. 88ff.]
Interdependenzen beschreiben Abhängigkeiten zwischen dem Produkt und den Pro-
duktionstechnologien sowie zwischen mehreren Produktionstechnologien. Für ihre Ab-
bildung stehen mehrere Hilfsmittel zur Verfügung: Produkte werden entsprechend einer
Strukturierungskonvention in Produktfunktionen, -elemente und -subelemente unter-
gliedert. Analog erfolgt die Einteilung der Produktionsverfahren in Verfahrensgruppen.
Der Fokus liegt hierbei auf den maßgeblich wertschöpfenden Verfahren, den sog. Pri-
märverfahren [Mül08, S. 94ff.]. Die Zuordnung von Produktionsverfahren zu Produkte-
lementen erfolgt mit Hilfe der Produkt-Primärverfahren-Matrix. Für die Paarungen von
Produktelement und Produktionsverfahren werden Kennzahlen festgelegt. Sie beschrei-
ben die Art der Relation (z.B. muss, optional, darf nicht), mögliche Verfahrensalterna-
tiven zur Erzeugung eines Produktelements und den Einfluss eines Verfahrens auf wei-
tere Produktelemente [Mül08, S. 100f.]. Die Abbildung von Abhängigkeiten zwischen
Primärverfahren wird durch die Primärverfahren-Primärverfahren-Matrix unterstützt.
Diese beschreibt, ob ein Verfahren Vor- bzw. Nachfolgeverfahren benötigt. Zwangsfol-
gen von mehreren Produktionsverfahren (z.B. das Entfetten vor einem Klebeprozess)
werden zu Verfahrensmodulen zusammengefasst [Mül08, S. 101f.].
Für die Bewertung der alternativen Verfahrensketten kommen qualitative und quantita-
tive Zeit- und Kostenbewertungen zum Einsatz. Diese erlauben die Bewertung von Lö-
sungsalternativen mit unterschiedlichem Konkretisierungsgrad. Die Güte der Bewer-
tungsaussagen steigt somit mit fortschreitender Entwicklung [Mül08, S. 106ff.].
Das von MÜLLER beschriebene Vorgehen gliedert sich in vier Phasen. Diese sind ggf.
mehrfach iterative zu durchlaufen. Bild 3-4 zeigt die Schritte ohne Rücksprünge.
Integrierte Produktdefinition: 2D-Skizzen, Werkstoffangaben und Lösungsprinzipien
des zu entwickelnden Produkts bilden die Eingangsinformationen. Zunächst wird das
Produkt in die Produktklassen des Unternehmens einsortiert. Die Grundlage bilden
Ähnlichkeitsbetrachtungen, bspw. der Funktion, Beanspruchung und Geometrie. Die
Produktklasse stellt eine Beschreibung der zugrundeliegenden Produkte mit einer Ma-
ximalausprägung der Produktfunktionen, Produktelemente und Produktsubelemente dar.
Bei dem Beispiel des Produkts Turbinenschaufel ist Kühlung eine Produktfunktion und
Seite 60 Kapitel 3
Kühlbohrung ein Produktelement. Anschließend werden die erforderlichen Produktele-
mente für das spezifische Produkt ausgewählt [Mül08, S. 129].
Verfahrenskettendefinition: Ziel dieser Phase sind erste grobe Verfahrensketten.
Hierzu werden die Produktelemente in eine Produkt-Primärverfahren-Matrix eingetra-
gen und es werden Produktionsverfahren zugeordnet. Zum Beispiel wird dem Produkt-
merkmal Verbindung zweier Produktelemente das Produktionsverfahren Schweißen
zugewiesen. Anschließend werden die gewählten Produktionsverfahren in eine Reihen-
folge gebracht. Hierbei kommen die Verfahren nach FALLBÖHMER [Fal00], TROMMER
[Tro01] und KNOCHE [Kno04] zum Einsatz [Mül08, S. 130ff.].
Bild 3-4: Vorgehen bei der entwicklungs- und planungsbegleitenden Generierung und
Bewertung von Produktionsalternativen [Mül08, S. 128]
Anpassung und Analyse der Verfahrensketten: Die Produktionsplaner optimieren die
erstellten Verfahrensketten, indem sie Verfahren eliminieren, substituieren, ergänzen
oder die Reihenfolge anpassen. Als Resultat liegt die maximale Anzahl geeigneter Ver-
fahrensketten vor [Mül08, S. 136ff.].
Bewertung und Auswahl von Verfahrensketten: In diesem Schritt wird die Anzahl
der alternativen Verfahrensketten reduziert. Dies erfolgt auf der Grundlage von wirt-
schaftlichen und qualitativen Aspekten. Die wirtschaftliche Bewertung umfasst die Be-
stimmung der Fertigungskosten und der Investitionskosten. Die Fertigungskosten wer-
den über den Maschinenstundensatz und die benötigten Zeiten ermittelt. Hierbei werden
Stand der Technik Seite 61
die Zeiten geschätzt, standardisiert, historisch ermittelt oder berechnet. Die Investitio-
nen werden mittels Kapitalwertmethode bestimmt. Für die qualitative Bewertung
kommt eine Nutzwertanalyse zum Einsatz. Als Resultat liegt die am besten geeignete
Verfahrenskette vor [Mül08, S. 136ff.].
Bewertung: Die von MÜLLER entwickelte Methodik ist grundsätzlich für die Konzipie-
rung mechatronischer Systeme geeignet. Der Fokus liegt jedoch auf konventionellen
Produkten [Mül08, S. 177]. Das Produkt wird hierfür in seine Elemente gegliedert und
strukturiert. Für die Produktelemente mit verbindenden Eigenschaften werden anschlie-
ßend systematisch Fügeverfahren ausgewählt und Prozessketten gebildet. Aufgrund der
sehr detaillierten Strukturierung des Produkts in Subelemente (z.B. Kühlbohrungen
einer Turbinenschaufel) ist die Methodik in der Konzipierung nur sehr eingeschränkt
anwendbar. Die notwendigen Informationen liegen in dieser Phase noch nicht vor.
3.1.4 Systematik zur Produktionssystemkonzipierung auf Basis der Prin-
ziplösung mechatronischer Systeme nach NORDSIEK
Die Systematik nach NORDSIEK ermöglicht die Konzipierung von Produktionssystemen
auf Basis der Prinziplösung mechatronischer Systeme. Produktentwickler und Ferti-
gungsplaner werden frühzeitig bei der Erstellung erster Produktionssystemkonzepte
unterstützt [Nor12, S. 3]. Sie umfasst ein Vorgehensmodell, eine Spezifikationstechnik
sowie unterstützende Methoden. Das Vorgehen ist in das Vorgehensmodell für die in-
tegrative Konzipierung mechatronischer Systeme eingebettet (vgl. Kap. 2.6.2). Es glie-
dert sich gemäß Bild 3-5 in drei Hauptphasen, die sich in weitere Unterphasen aufteilen.
Für eine detaillierte Beschreibung der Unterphasen sei auf [Nor12] verwiesen.
Bild 3-5: Vorgehen für die Konzipierung von Produktionssystemen nach NORDSIEK
[Nor12, S. 99]
Seite 62 Kapitel 3
Planen und Klären der Aufgabe (des Produktionssystems): Den Ausgangspunkt
dieser Phase bildet das Produktkonzept. Die Anforderungsliste wird auf fertigungsrele-
vante Anforderungen reduziert. Basierend auf den Informationen aus der Wirkstruktur
und der Gestalt des Produkts wird eine produktionsorientierte Erzeugnisstruktur abge-
leitet [Nor12, S. 100]. Hierbei kommt das Verfahren zur Produktstrukturierung nach
DAHL zum Einsatz [Dah90] (vgl. Kap. 3.3.3). Gestaltbehaftete Systemelemente und ihre
strukturellen Verbindungen werden identifiziert und entsprechend der Funktionshierar-
chie strukturiert. Anschließend wird auf Basis der Anzahl der strukturellen Verbindun-
gen der einzelnen Systemelemente die produktionsorientierte Erzeugnisgliederung er-
stellt [Nor12, S. 108f.].
Konzipierung auf Prozessebene: Die produktionsorientierte Erzeugnisgliederung wird
um lösungsneutrale Montagevorgänge ergänzt und in einen Montageprozess überführt.
Anschließend werden die Systemelemente auf Basis eines Prüfschemas in Eigen- und
Fremdfertigung unterteilt. Für die Elemente in Eigenfertigung werden die erforderlichen
Fertigungsprozesse bestimmt. Die Auswahl erfolgt in Anlehnung an die Methode zur
Technologievorauswahl nach FALLBÖHMER [Fal00] in enger Abstimmung mit der Pro-
duktentwicklung [Nor12, S. 100].
Konzipierung auf Ressourcenebene: Frühzeitige Analyse (z.B. bzgl. Wirtschaftlich-
keit) erfordern die Festlegung von Ressourcen. Diese werden den einzelnen Prozess-
schritten zugeordnet. Die Auswahl geeigneter Ressourcen erfolgt auf Basis von Res-
sourcenmatrizen und ist an die Methodik zur Generierung von Fertigungsfolgen nach
TROMMER angelehnt [Tro01]. Das Konzept auf Ressourcenebene bildet den Ausgangs-
punkt für die weitere Konkretisierung des Produktionssystems.
Bewertung: Die von NORDSIEK entwickelte Systematik erweitert die Entwicklungsme-
thodik für die Konzipierung mechatronischer Systeme. Ausgehend von der Prinziplö-
sung unterstützt sie die integrative Konzipierung von Produktionssystemen. Der Fokus
liegt hierbei auf der Auswahl von Fertigungsverfahren und der Bildung von Prozessket-
ten zur Herstellung von Bauteilen. Eine frühzeitige Produktgestaltung sowie die Monta-
ge von Bauteilen zu Baugruppen werden nicht bzw. nur peripher betrachtet. Weiterhin
erfolgt die Produktstrukturierung ausgehend von der Funktionshierarchie, weshalb sie
nur eingeschränkt für die montageorientierte Strukturierung geeignet ist.
3.2 Frühzeitige Gestaltmodellierung
Die Produktgestalt ist die zentrale Schnittstelle zwischen der Produktentwicklung und
der Produktionssystementwicklung (vgl. Kap. 2.1.6). Bereits im Rahmen der Konzipie-
rung werden erste Festlegungen zur Gestalt getroffen. Die Gestaltinformationen und die
Gliederung der gestaltbehafteten Systembestandteile in Baugruppen und Module bilden
den Ausgangspunkt für die Montageplanung. Für eine integrative Konzipierung der
Montage ist daher eine frühzeitige Beschreibung der Gestalt von Bauteilen und Bau-
gruppen unerlässlich. Im Folgenden werden Ansätze vorgestellt, die eine frühzeitige
Stand der Technik Seite 63
Gestaltmodellierung ermöglichen. Die Ansätze haben gemein, dass sie Gestaltkonzepte
einfach und verständlich beschreiben. Von dem Detaillierungsgrad gängiger 3D-CAD
Systeme sind sie meist weit entfernt.
3.2.1 Methodisches Gestalten nach EHRLENSPIEL
EHRLENSPIEL fasst unter der Gestalt eines Produkts die Gesamtheit seiner geometrisch
beschreibbaren Merkmale und des Werkstoffs zusammen. Dabei differenziert er zwi-
schen der Wirkgestalt, welche durch die Funktionalität des Produkts festgelegt wird,
und der Produktionsgestalt, die sich auf Basis der Forderungen aus Teilefertigung und
Montage ergibt [Ehr09, S. 440].
Die Beschreibung der Gestalt erfolgt mit Hilfe von zwei Basiselementen und wird in
Form von Skizzen dargestellt (Bild 3-6). Wirkflächen ermöglichen die Umsetzung von
Haupt- und Nebenfunktionen und somit den Umsatz von Energien, Stoffen und Infor-
mationen. Demgegenüber sind Konturflächen nicht funktional erforderlich. Sie ver-
binden die Wirkflächen zu Wirkkörpern [Ehr09, S. 441].
Bild 3-6: Wirk- und Konturflächen am Beispiel eines Nagelbohrers [Ehr09, S. 441]
Der Gestaltungsprozess erfolgt über die direkte und indirekte Variation. Bei der direkten
Variation werden systematisch die Wirkflächen und Wirkkörper bzw. die Beziehungen
zwischen diesen verändert, z.B. Form, Lage, Zahl oder Größe. Die indirekte Variation
der Gestalt erfolgt durch äußere Einflüsse. Dies kann durch eine Variation des Werk-
stoffs oder der Fertigungs- und Montageverfahren erfolgen [Ehr09, S. 441].
Bewertung: Der Ansatz von EHRELENSPIEL gibt Hinweise für die frühzeitige Gestalt-
modellierung und beschreibt die grundsätzlichen Basiselemente. Konkrete Beschrei-
bungsmittel umfasst der Ansatz jedoch nicht. Die Besonderheiten mechatronischer Sys-
teme sowie die montageorientierte Produktstrukturierung sind nicht Gegenstand des
Ansatzes und werden daher nicht betrachtet.
3.2.2 Baukonzept nach PONN/LINDEMANN
Das Münchener Konkretisierungsmodell (MKM) nach PONN und LINDEMANN ist ein
Beschreibungsmodell für den Produktentwicklungsprozess. Das MKM differenziert den
Anforderungs- und den Lösungsraum. Der Lösungsraum wird nach dem Konkretisie-
Wirkfläche für die Neben-
funktion „Drehmoment und
Axialkraft erzeugen“
Nebenumsatz: „Energie“
Konturfläche, durch ferti-
gungstechnische Gesichts-
punkte bestimmt
Wirkfläche für die Hauptfunktion
„Loch bohren“ = Stoff trennen,
Herausschneiden
Hauptumsatz: „Stoff“
Seite 64 Kapitel 3
rungsgrad in die Funktions-, Wirk- und Bauebene unterteilt [PL11, S. 26f.]. Die Be-
schreibung der Produktgestalt erfolgt auf zwei Ebenen und ist in Bild 3-7 dargestellt.
Im Wirkkonzept auf Wirkebene werden erste, durch die technische Funktion festgeleg-
te Gestaltaspekte beschrieben. Dies sind bspw. die räumliche Lage und Anordnung ein-
zelner Subsysteme. Diese Informationen bilden den Ausgangspunkt für die Gestaltbe-
schreibung in der Bauebene [PL11, S. 138].
Bild 3-7: Gestaltbeschreibung im Münchener Konkretisierungsmodell [PL11, S. 139]
Das Baukonzept auf Bauebene beschreibt die Verbindungsstruktur, die Anordnung und
Lage der Systembestandteile zueinander sowie ihre Form und Schnittstellen. Die Be-
trachtung erfolgt auf der Ebene von Bauteilen und Baugruppen. Die im Baukonzept
enthaltenen Informationen lassen Aussagen zu gestaltabhängigen Produkteigenschaften
zu (z.B. Bauraum, Gewicht) und ermöglichen somit erste Abschätzungen der Herstell-
barkeit und der Herstellkosten [PL11, S. 115]. Das Baukonzept wird zunächst in Form
von Verbindungsstrukturen und Prinzipskizzen beschrieben. Mit fortschreitender Kon-
kretisierung werden Gestaltskizzen und 3D-CAD-Modelle der Bauteile und Baugruppen
erstellt [PL11, S. 157]. Bild 3-8 zeigt dies am Beispiel eines Klappfahrrades.
Bild 3-8: Gestaltbeschreibung im Baukonzept nach [Mül04], [PL11, S. 155ff.]
Ansatzpunkte für die
Konkretisierung der
Gestalt erarbeiten
1
Gestalt eines Produktes
konkretisieren
2
Gestaltungsspektrum
strukturiert darstellen
und ergänzen
3
Gestalt-Gesamtlösungen
zusammenführen
4
Gestaltlösungsalterna-
tiven bewerten und
auswählen
5
1. Verbindungsstruktur
3. Gestaltskizze
2. Prinzipskizze
4. 3D-CAD-Modell
Stand der Technik Seite 65
Bewertung: Mit dem Münchener Konkretisierungsmodell (MKM) beschreiben PONN
und LINDEMANN die grundsätzliche Vorgehensweise für die Produktgestaltung. Das
Vorgehen erfolgt hierbei vom Abstrakten zum Konkreten. Da Vorgehen stimmt in vie-
len Punkten mit der Entwicklungsmethodik für mechatronische Systeme überein und ist
grundsätzlich mit dieser kombinierbar. Die Beschreibung der Gestalt beginnt bereits in
der Wirkebene und ist somit auch Teil der prinzipiellen Lösung. Das Modell stellt je-
doch keine konkrete Beschreibungssprache für die Modellierung zur Verfügung.
3.2.3 Contact and Channel Model nach ALBERS/MATTHIESEN
Das von ALBERS und MATTHIESEN entwickelte Contact and Channel Model (C&CM)1
unterstützt den Übergang von der funktionalen Systemmodellierung zur Gestaltung der
Komponenten. Die zugrundeliegende Hypothese besagt, dass die Funktion eines techni-
schen Systems durch den Kontakt von Wirkflächen erfüllt wird. Ein System besteht
somit aus mindestens zwei Wirkflächenpaaren und der sie verbindenden Leitstützstruk-
tur. Das Ziel ist ein grobes Gestaltmodell, welches mittels definierter Basiselemente für
Flächen und Volumina beschrieben wird [AM02, S. 55ff.], [Mat02, S. 53].
Wirkflächen (WF) sind Oberflächen eines Körpers, die über einen Kontakt mit anderen
Wirkflächen an der Stoff-, Energie- und Informationsübertragung beteiligt sind. Der
Kontakt zweier Wirkflächen stellt ein Wirkflächenpaar (WFP) dar. Die Wechselwir-
kung zwischen den Wirkflächen erfolgt im Funktionskontakt (FK). Flächen, die nie
Wirkflächen sind, werden als Begrenzungsflächen (BF) bezeichnet [Mat02, S. 49f.].
Leitstützstrukturen (LSS) sind Volumina, die genau zwei Wirkflächen verbinden und
die Stoff-, Energie- und Informationsübertragung ermöglichen. Die Gesamtheit aller
Leitstützstrukturen bildet die Tragstruktur (TS). Volumina, die nie Tragstrukturen
darstellen, werden als Reststrukturen (RS) bezeichnet [Mat02, S. 51].
Die Summe der Wirkflächen und Leitstützstrukturen eines Systems stellt die
Wirkstruktur dar [Mat02, S. 51]. Aus dieser wird die Systemgestalt abgeleitet und als
Skizze beschrieben. Bild 3-9 zeigt ein C&C Model am Beispiel eines Elektromotors.
Bild 3-9: C&C Model am Beispiel eines Elektromotors [Sed10, S. 32]
1 Das C&CM wird auch als „Elementmodell Wirkflächen und Leitstützstrukturen“ bezeichnet.
Funktion: Elektrische Energie in
mechanische Energie
konvertieren
LSS1 WFP1, WFP2, WFP3
Legende
LSS Leitstützstruktur
WF Wirkfläche
WFP Wirkflächenpaar
Seite 66 Kapitel 3
Bewertung: ALBERS und MATTHIESEN liefern mit dem Contact and Channel Model
einen Ansatz für die frühzeitige und systematische Beschreibung der groben Produktge-
stalt. Durch die Definition von Wirkflächen und Leitstützstrukturen werden die funktio-
nale und die gestaltorientierte Sichtweise kombiniert. Bauteile bzw. Bauteilelemente
können mit Systemfunktionen verknüpft werden. Über Wirkflächenpaare werden bauli-
che Zusammenhänge beschrieben, welche den Ausgangspunkt für die Konzipierung der
Montage bilden. Durch die Hierarchisierung der Modelle ist eine montageorientierte
Produktstrukturierung prinzipiell möglich, diese wird methodisch aber nicht unterstützt.
Weiterhin fehlt es an einer detaillierten Vorgehensweise.
3.2.4 Schrittweise Gestaltsynthese nach LEMBURG
Die von LEMBURG entwickelte Methodik zur Gestaltsynthese basiert auf einer zykli-
schen Abfolge von Synthese- und Analyseschritten. Für die Beschreibung der Gestalt
setzt er auf dem Contact and Channel Model auf (vgl. Kap. 3.2.3) und erweitert dieses
um eine Vorgehensweise. Durch diese einfache und intuitive Darstellungsform sollen
die kognitiven Ressourcen des Produktentwicklers bestmöglich für den eigentlichen
Problemlösungsprozess zur Verfügung stehen [Lem09, S. 100f.].
Der Betrachtungsfokus in der Analyse liegt auf Wirkflächenpaaren. Es werden Wirkflä-
chen oder Gruppen von Wirkflächen identifiziert. Weiterhin werden die Schnittstellen
der Wirkflächen überprüft, d.h. welche Gegenflächen vorliegen, welche Wirkflächen-
paare gebildet werden und ob es mehrere alternative Leitstützstrukturen zur Verbindung
der Wirkflächen gibt [Lem09, S. 82].
In der Synthese werden die einzelnen Wirkflächen und die sie verbindenden Leitstütz-
strukturen betrachtet. Wirkflächen werden variiert (z.B. Art, Form, Lage) oder bei Be-
darf neu erzeugt. Anschließend werden die Wirkflächen über Leitstützstrukturen zu
einer Tragstruktur verbunden. Die sich hierbei ergebenen Begrenzungsflächen und
Reststrukturen werden ebenfalls skizziert [Lem09, S. 82].
Die Repräsentation der Produktgestalt erfolgt mittels sog. Prinziplösungsskizzen. Hier-
für stellt LEMBURG ein Set von Symboliken zur Verfügung (Bild 3-10). Eine gesamte
Übersicht findet sich im Anhang (siehe Anhang Bild A-3).
Bild 3-10: Symbolik zur Beschreibung der Gestalt (Auszug) [Lem09, S. 73]
Element
Darstellung
Beispiel
Struktur
Typ
Wirkflächen-
paar
Element 2
Element 1
berührende Linien
Stand der Technik Seite 67
Der Aufbau der einzelnen Wirkflächen und somit der Gestalt erfolgt schrittweise für die
verschiedenen Haupt- und Nebenfunktionen des Produkts. Aus der Überlagerung der
beschriebenen Zusammenhänge resultiert die Gestalt des Bauteils bzw. des technischen
Systems. Bild 3-11 zeigt dies am Beispiel eines Hebels. Im linken Teil ist eine Skizze
des Gesamtsystems dargestellt. Der rechte Teil zeigt die Beschreibung der Wirkflächen
und Leitstützstrukturen für die Hauptfunktion Kraftübertragung und die Nebenfunktion
Positionieren [Lem09, S. 80].
Bild 3-11: Prinzipskizze nach LEMBURG [Lem09, S. 74]
Bewertung: Der Ansatz basiert auf dem Contact and Channel Model und bietet somit
eine einfache und nachvollziehbare Möglichkeit für die frühzeitige Gestaltmodellierung.
Weiterhin beschreibt LEMBURG ein Vorgehen für die Gestaltsynthese und stellt Symbo-
liken für die Gestaltbeschreibung bereit. Die Strukturierung des Produkts wird hierbei
nicht unterstützt und ist lediglich über die Hierarchisierung der Modelle möglich. Durch
die allgemeine Darstellungsform ist eine Anwendung für mechatronische Systeme prin-
zipiell möglich, LEMBURG fokussiert diese Produktgruppe allerdings nicht.
3.2.5 Module Interface Graph nach BLEES
Der von BLEES entwickelte Module Interface Graph (MIG) ist eine schematische Abbil-
dung der Komponenten eines Systems und ihrer Zusammenhänge. Das Ziel ist ein ein-
faches Verständnis des Systems und der erforderlichen Schnittstellen. Weiterhin bildet
der MIG den Ausgangspunkt für die Konkretisierung der Gestalt der einzelnen Bauteile
sowie der Bildung von Modulen [Ble11, S. 67f.].
Die Systemelemente werden grob maßstäblich (Größe, Lage, Form) dargestellt. Hierbei
wird eine skizzenhafte Darstellungsform verwendet. Über Funktionsbeziehungen wer-
den die Beziehungen zwischen den Systemelementen beschrieben. Es handelt sich um
Strukturverbindungen, elektrische und mechanische Leistungen sowie Stoffflüsse, die
2. Sicht auf WF & LSS
1. Prinzipskizze
Legende
Wirkfläche
(WF)
Leitstütz-
struktur
(LSS)
Hauptfunktion
Kraftübertragung
Nebenfunktion
Positionieren
Seite 68 Kapitel 3
sowohl gerichtet als auch ungerichtet auftreten [BK08, S. 304f.], [Ble11, S. 75ff.]. Bild
3-12 zeigt einen Module Interface Graph am Beispiel eines Sprühgeräts.
Bild 3-12: Module Interface Graph eines Sprühgeräts nach [BJK10, S. 170]
Bewertung: Der Module Interface Graph ist eine Methode zur frühzeitigen Gestaltmo-
dellierung. Ein grobmaßstäbliches Modell der Systembestandteile wird mit den Fluss-
beziehungen zwischen den Elementen kombiniert. Durch die Integration von geometri-
schen Informationen und Wirkzusammenhängen ist die Methode für die Abbildung me-
chatronischer Systeme geeignet. Aufgrund der integrierten Darstellungsform werden
komplexe Systeme mit einer Vielzahl von Flussbeziehungen allerdings schnell sehr un-
übersichtlich. Die für eine montageorientierte Produktstrukturierung benötigten Infor-
mationen sind z.T. im MIG enthalten (z.B. Strukturverbindungen). Eine Beschreibung
der erforderlichen Verbindungseigenschaften ist jedoch nicht vorgesehen.
3.3 Montageorientierte Produktstrukturierung
Das Produktkonzept bildet den Ausgangspunkt für die Konzipierung der Montage. Die
Strukturierung im Rahmen der Konzipierung erfolgt in der Regel unter entwicklungsre-
levanten Aspekten, bspw. unter funktionalen oder variantentechnischen Gesichtspunk-
ten. Die Baugruppen und Module entsprechen daher meist nicht bzw. nur z.T. den Zu-
ständen im Montageprozess. Für die Konzipierung eines ersten Montageablaufs ist die
Struktur der Prinziplösung daher ungeeignet. Es ist eine Gliederung in Montagegruppen
und Vormontagegruppen erforderlich. Im Folgenden werden Methoden für die Produkt-
strukturierung vorgestellt, welche auf eine montageorientierte Strukturierung ausgerich-
tet sind bzw. angepasst werden können.
Strukturverbindungen
Elektrische Verbindungen
Mechanische Verbindungen
Präparatfluss
A Akku
Ac Achse
AL Ausleger
AV Absperrventil
DH Düsenhalter
DK Durchflusskontrolle
EM Elektromotor
F Filter
GR Grundrahmen
HG Handgriff
HS Hauptschalter
LB Ladebuchse
LR Laufrad
MK Magnetkupplung
P Pumpe
PG Pumpengetriebe
RR Radrahmen
S Sprühschirm
SA Schirmanbindung
SH Schirmhalter
Si Sicherung
T Taster
Ta Tank
TR Teleskoprohr
W Welle
ZD Zerstäuberdüse
Legende
Stand der Technik Seite 69
3.3.1 Design Structure Matrix
Die Design Structure Matrix (DSM) und die Verfahren zur Clusterung wurden maßgeb-
lich von STEWARD, EPPINGER und PIMMLER entwickelt [Ste81], [EWS+94], [PE94],
[UE95], [ECW+98] (vgl. [Mau07, S. 53f.]). Sie werden für die Strukturierung von tech-
nischen Systemen nach spezifischen Beziehungsaspekten verwendet. Das Ziel sind
Gruppen von Systemelementen, die untereinander keine oder nur wenige Beziehungen
aufweisen. Das Vorgehen erfolgt in drei Schritten und ist Bild 3-13 dargestellt.
Bild 3-13: Vorgehen der Strukturierung mittels DSM nach [PE94, S. 3]
Dekomposition des Systems in Elemente: Den Ausgangspunkt bildet ein grobes Mo-
dell des zu strukturierenden Systems, z.B. in Form einer Prinzipskizze. Hierfür wird das
System in seine Systemelemente dekomponiert. Anschließend werden die relevanten
Beziehungen zwischen den Systemelementen beschreiben. Dies sind Flussbeziehungen
(Stoff, Energie, Information) sowie räumliche Verbindungen [PE94, S. 3].
Dokumentation der Beziehungen zwischen den Elementen: Die Systemelemente
sowie ihre Beziehungen werden in die DSM übertragen. Diese ist symmetrisch aufge-
baut. In den Zeilen und Spalten sind jeweils die Systemelemente aufgetragen. Die Be-
ziehungen zwischen zwei Systemelementen werden auf einer Skale von stark positiv
(starke Verbindung notwendig) bis stark negativ (Verbindung vermeiden) bewertet und
in das entsprechende Matrixfeld eingetragen (Bild 3-14 links) [PE94, S. 4f.].
Clustern der Elemente in Blöcke: Bei der anschließenden Strukturierung, der sog.
Clusterung, wird die Matrix umsortiert (Bild 3-14 rechts). Dabei werden schrittweise
Spalten und Zeilen gleichgerichtet verschoben. Das heißt, dass wenn die Spalte des Sys-
temelements A nach rechts verschoben wird, rückt gleichzeitig die Zeile des System-
elements A um den gleichen Betrag nach unten. Die Matrix wird solange umsortiert, bis
Seite 70 Kapitel 3
die Systemelemente mit positiven Beziehungen nah beieinander stehen. Die Zellen mit
starken Abhängigkeiten rücken dabei nah an die Diagonale der Matrix. Im Idealfall be-
sitzen die sich so ergebenen Cluster starke interne Beziehungen und lediglich schwache
Beziehungen außerhalb ihrer Grenzen [PE94, S. 5f.].
Bild 3-14: Funktionsweise der DSM nach [PE94, S. 6f.] (vgl. [Ste07, S. 69])
Bewertung: Das Verfahren ist klar strukturiert. Eine Vielzahl verfügbarer Software-
Werkzeuge unterstützt die Clusterung und Auswertung. Das Verfahren eignet sich somit
auch für die Anwendung auf komplexe Systeme. Da bei der Strukturierung auch räum-
liche Verbindungen (spatial) berücksichtigt werden, ist eine montageorientierte Pro-
duktstrukturierung grundsätzlich möglich. Die DSM fokussiert dies allerdings nicht. Bei
komplexen Systemen ist die Matrixdarstellung schnell unübersichtlich und wenig intui-
tiv.
3.3.2 Produktstrukturierung nach STEFFEN
STEFFEN hat ein Verfahren zur Produktstrukturierung für fortschrittliche mechatronische
Systeme entwickelt. Das Verfahren ist für die frühe Phase der Produktentstehung ausge-
legt und setzt auf der Prinziplösung auf. Das Ziel ist eine entwicklungsorientierte Struk-
tur des mechatronischen Systems. Diese soll die notwendigen Abstimmungsaufwände
in der weiteren Konkretisierung reduzieren [Ste07, S. 3]. Das Vorgehen gliedert sich in
vier Schritte. Iterationsschleifen und somit Rücksprünge können vorkommen, sind aber
nicht dargestellt [Ste07, S. 89].
Analyse der Entwicklungsaufgabe: STEFFEN definiert neun Grundtypen von Entwick-
lungsaufgaben, bspw. „Miniaturisiertes Produkt“. Für die einzelnen Grundtypen be-
Ausgangssituation Zielsituation
JI KDLABEFHGC
J22 2
2
1
1
1
111
1
11
1
1
1
-1
-1
-1
-1
-1
-2
-2
-2
2
22
2
2
2
2
22
22
2
2
2
2
2
2
2
2
2
1
2
1
2
1
2
2
2
2
2
I
K
D
L
A
B
E
F
H
G
C
ABCDEFGH I JKL
A22-2
2
2
1
1
1
11
1
1
111
1
1
-1
-1
-1
-1
-1
2
2
2
2
1
2
2
22
2
2-2
-2
2
2
2
2
2
2
2
222
2
2
2
11
2
2
2
2
2
2
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
Legende
Räumliche Verbindung (spatial)
Stofffluss
Informationsfluss
Energiefluss
+2:
-1:
-2:
0:
+1:
S:
M:
I:
E:
Starke Verbindung notwendig
Negative Wechselwirkung
Verbindung vermeiden
stark vernetzte Systemelemente
Keine Beeinflussung
Verbindung wünschenswert
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
SE
IM
Cluster
Systemelemente
Stand der Technik Seite 71
schreibt er Empfehlungen und Hinweise für die Produktstrukturierung. Die vorliegende
Entwicklungsaufgabe wird analysiert und einem Grundtyp zugeordnet. Im weiteren
Verlauf wird die Produktstruktur entsprechend der grundtypspezifischen Empfehlungen
ausgeprägt [Ste07, S. 90].
Bild 3-15: Verfahren zur Produktstrukturierung nach STEFFEN [Ste07, S. 89]
Bestimmung relevanter Entwurfsregeln: Für die Unterstützung der beteiligten Ent-
wickler definiert STEFFEN 27 Entwurfsregeln. Diese berücksichtigen die Besonderheiten
bei der Entwicklung mechatronischer Systeme. Entsprechend des zuvor identifizierten
Grundtyps des Systems werden die relevanten Entwurfsregeln bestimmt [Ste07, S. 90].
Anwendung der Entwurfsregeln: Die Entwurfsregeln werden auf die Partialmodelle
der Prinziplösung des zu entwickelnden Systems angewendet (vgl. Kap. 2.6.1). Die
Modelle enthalten strukturrelevante Informationen, wie z.B. die Beziehungen zwischen
Systemelementen der Wirkstruktur [Ste07, S. 91]. Auf Grundlage dieser Informationen
kommen etablierte Methoden zur Strukturierung zum Einsatz. Zunächst werden die Be-
ziehungen zwischen den Systembestanteilen in einer Design Structure Matrix struktu-
riert [Ste07, S. 109ff.] (vgl. Kap. 3.3.1, [EWS+94]). Weiter Eigenschaften der System-
bestandteile, wie Produktleistung, Qualität oder Recyclingfähigkeit, fließen über die
Module Indication Matrix in die Produktstrukturierung ein [Ste07, S. 111ff.] (vgl.
[Eri98]). Den Besonderheiten selbstoptimierender mechatronischer Systeme trägt STEF-
FEN Rechnung, indem er die Design Structure Matrix zu einer Reconfiguration Structure
Matrix erweitert und den Aspekt der Rekonfigurierbarkeit berücksichtigt [Ste07, S.
Seite 72 Kapitel 3
113ff.]. Als Resultat liegen ein erster Entwurf der Produktstruktur sowie eine Erzeug-
nisgliederung vor (siehe Bild 3-16). Die Erzeugnisgliederung ist entwicklungsorientiert
strukturiert. Es werden eine funktionsorientierte sowie eine gestaltorientierte Struktur
gebildet und gegenübergestellt.
Bild 3-16: Ausschnitt einer Erzeugnisgliederung nach STEFFEN [Ste07, S. 146]
Bewertung der Produktstruktur: Abschließend wird die Konzeption der Produkt-
struktur unter wirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten bewertet. Hierdurch
soll die Anforderungserfüllung und der Einhaltung aller Rahmenbedingungen sicherge-
stellt werden [Ste07, S. 91].
Bewertung: Das von STEFFEN entwickelte Verfahren ermöglicht die Strukturierung
mechatronischer Systeme in der frühen Entwicklungsphase. Es nutzt die in der Prin-
ziplösung (vgl. Kap. 2.6.1) enthaltenen Informationen und ist in das Vorgehensmodell
für die integrative Konzipierung integriert (vgl. Kap. 2.6.2). Als Resultat liegt eine Er-
zeugnisgliederung vor, die jedoch entwicklungsorientiert gebildet wird. Aspekte der
Fertigung und Montage werden explizit ausgeklammert [Ste07, S. 92].
3.3.3 Produktstrukturierung nach DAHL
Den Kern des Konstruktionssystems zur montagegerechten Produktgestaltung nach
DAHL bildet ein Verfahren zu montageorientierten Produktstrukturierung. Ausgehend
von der Funktionsstruktur des zu entwickelnden Produkts werden den Teilfunktionen
Strukturelemente (Bauteile) zugewiesen, welche die Funktionen realisieren. Zwischen
den Strukturelementen bestehen montagerelevante Beziehungen, die ebenfalls in der
Struktur abgebildet werden. Auf Basis dieser funktionalen Gliederung der Systembe-
Antriebsmodul 1
Stator 1
Rotor 1
Fahrmodul 1
RailCab
Fahrmodul 2
F/N-Modul 1
Oberträger
Luftfeder 1
...
...
...
Spurführ.-Modul 1
FM
Antrieb
FM Aktive
Federung
FM E-Ver-
sorgung
...
Legende
F/N Feder/Neige
FM Funktions-
modul
Stand der Technik Seite 73
standteile erfolgt die Überführung in die montagegerechte Produktstruktur im Rahmen
von drei Aufgabenkomplexen [Dah90, S. 57ff.], die in Bild 3-17 dargestellt sind.
Bild 3-17: Aufgabenkomplexe der Produktstrukturierung nach DAHL [Dah90, S. 60]
Strukturierung: Die Grundlage bilden die montagerelevanten Beziehungen zwischen
den Strukturelementen. In einem Top-Down-Vorgehen wird über die Ebenen der funk-
tionsorientierten Struktur die Anzahl dieser Beziehungen für die Strukturelemente der
jeweiligen Ebene bestimmt. Das Strukturelement mit der höchsten Beziehungsanzahl
stellt das Basiselement der Montage dar. Es wird mit dem Strukturelement mit der
zweithöchsten Beziehung zu einem Montagepaar zusammengefasst. Entsprechend der
Bewertungsanzahl folgen die anderen Strukturelemente. Die Reihenfolge ist hierbei
z.T. nicht eindeutig, da mehrere Strukturelemente die gleiche Beziehungsanzahl auf-
weisen können. In diesem Fall wird das Vorgehen iterativ wiederholt. Auch haben die
Entwickler und Montageplaner die Möglichkeit, die Struktur manuell zu modifizieren.
Als Ergebnis liegt eine erste montageorientierte Produktstruktur vor [Dah90, S. 61ff.].
Verlagerung: Das Ziel dieses Schrittes sind Vormontagegruppen zur Reduzierung der
Umfänge in der Endmontage. Hierfür werden Strukturelemente identifiziert, deren Be-
ziehungen die Teilmenge eines anderen Strukturelements abbilden oder sogar komplett
deckungsgleich sind. Für diese Strukturelemente wird die Möglichkeit einer Verlage-
rung in eine niedrigere Hierarchieebenen geprüft [Dah90, S. 67f.].
Integration: Abschließend wird versucht, die Anzahl der zu montierenden Bauteile zu
reduzieren. Auf Basis des Erfahrungswissens des Produktentwicklers wird die Möglich-
keit der Funktionsintegration von Bauteilen überprüft. Hierdurch entstehen Integralbau-
teile die mehrere Funktionen erfüllen [Dah90, S. 70].
Bewertung: Das Verfahren ermöglicht die einfache Strukturierung des Produkts und ist
bereits in der Konzipierung anwendbar. Den Ausgangspunkt bilden die funktionale
Struktur des Systems sowie die baulichen Zusammenhänge zwischen den Systembe-
standteilen. Diese Informationen können aus den Partialmodellen der Prinziplösung
entnommen werden. Defizite zeigt das Verfahren bei der Strukturierung mechatroni-
scher Systeme, da bspw. elektrische und informationstechnische Beziehungen nicht
Strukturierung
Legende
Bildung einer Montagereihen-
Strukturelement
funktionale Zuordnung
folge und Aufbau einer monta-
georientierten Produktstruktur
montagerelevante Beziehung
Funktionsintegration
Integration
Reduzierung der Element-
anzahl und Standardisierung
durch die Bildung von Integral-
baugruppen
Verlagerung
Verlagerung von Endmontage-
umfängen in die Vormontage
Seite 74 Kapitel 3
berücksichtigt werden. Weiterhin wird der Lösungsraum durch die Verwendung der
Funktionshierarchie als Strukturierungsbasis stark eingeschränkt. Die funktionale Struk-
tur bleibt weitestgehend erhalten und fließt somit in die montageorientierte Struktur ein.
3.3.4 Methodische Unterstützung der Systembildung (METUS)
Der von GÖPFERT entwickelte Ansatz zielt auf die Modularisierung technischer Systeme
in Verbindung mit der Entwicklungsorganisation. Ziel des Ansatzes sind funktional und
physisch unabhängige Module. Hierbei besteht der Anspruch, dass die Module von ver-
schiedenen Organisationseinheiten möglichst eigenständig und voneinander getrennt
entwickelt werden. Das Vorgehen gliedert sich in fünf Schritte (Bild 3-18).
Bild 3-18: Vorgehen zur technischen und organisatorischen Gestaltung nach [Göp98,
S. 233]
Definition der Prämissen: Das Ziel der Phase sind die Prämissen des Gestaltungspro-
zesses. Hierzu wird die Aufgabenstellung analysiert und es werden die technischen und
Stand der Technik Seite 75
organisatorischen Rahmenbedingungen festgelegt. Die Phase wird durch einen Fragen-
katalog unterstützt [Göp98, S. 228f.].
Bildung technischer Gestaltungsalternativen: Zunächst wird die Funktionsstruktur
aufgebaut. Die Funktionen des zu entwickelnden Produkts werden in Teilfunktionen
untergliedert. Komponenten zur Erfüllung der Teilfunktionen werden identifiziert und
den Teilfunktionen zugewiesen. Anschließend werden die Komponenten schrittweise zu
Baugruppen zusammengefasst. Es entsteht die Baustruktur (Bild 3-19). Im Konzipie-
rungsprozess ergeben sich alternative Funktions- und Baustrukturen. Sie werden zu Ge-
staltungsalternativen kombiniert [Göp98, S. 229f.].
Bewertung und Vorauswahl einer technischen Gestaltungsalternative: Auf Grund-
lage einer Nutzwertanalyse erfolgt die Bewertung der vorliegenden Gestaltungsalterna-
tiven. Hierbei sind nur technische Kriterien zu berücksichtigen (z.B. Plattformkonzept,
Recyclingfähigkeit). Die am besten geeigneten Gestaltungsalternativen werden ausge-
wählt [Göp98, S. 230f.].
Bildung organisatorischer Gestaltungsalternativen: In dieser Phase erfolgt die Struk-
turierung unter organisatorischen Gesichtspunkten. Funktionen, Komponenten und
Baugruppen werden zu Tätigkeitsumfängen zusammengefasst. Diese werden organisa-
torischen Einheiten zugeordnet [Göp98, S. 231f.] (Bild 3-19).
Bild 3-19: Darstellungsform von METUS nach [Göp98, S. 251], [Kip12, S. 31]
Gesamtbewertung und Auswahl einer technischen und organisatorischen Gesamt-
lösung: Das Vorgehen schließt mit einer Bewertung der erarbeiteten Gestaltungsalter-
nativen unter technischen und organisatorischen Aspekten mittels Nutzwertanalyse. Das
im dritten Schritt eingesetzte Bewertungsverfahren wird hierfür um organisatorische
Kriterien erweitert (z.B. Berücksichtigung eigener Kernkompetenzen, Globalisierungs-
strategien) [Göp98, S. 232].
Funktionsstruktur
Welche Funktionen erfüllen die Komponenten des Produkts?
Baustruktur
Wie sind die Komponenten zusammengebaut?
Produkt-
idee
Komponente
K1
Komponente
K6
Komponente
K5
Komponente
K4
Komponente
K3
Komponente
K2
Funktion
F1
Funktion
F3
Funktion
F2
Modul
M1
Produkt
OE2
OE1
OE3
Organisatorische Einheit (OE)
Wer verantwortet welche Arbeitsumfänge?
Modul
M2
Seite 76 Kapitel 3
Iterationen: Auch wenn das Vorgehen in Bild 3-18 als stringenter Ablauf dargestellt
ist, ist es von Iterationsschleifen geprägt. Liefert die technische Bewertung keine befrie-
digende Lösung wird der vorangegangene Schritt wiederholt. Gleiches gilt für die ab-
schließende Bewertung. Der Gesamtzyklus wird solange durchlaufen, bis eine zufrie-
denstellende Gesamtlösung gefunden ist [Göp98, S. 232].
Bewertung: Das Vorgehen zur modularen Produktentwicklung nach GÖPFERT ermög-
licht die Synchronisation der Strukturen des Produkts und der Entwicklungsorganisati-
on. Die Darstellungsform zur Abbildung der Funktions- und Baustruktur sowie der Or-
ganisationseinheiten ist leicht verständlich und visualisiert sehr gut den Zusammenhang
der beiden Produktstrukturen. Allerdings umfasst der Ansatz keine konkreten Methoden
zur Bildung sinnvoller Module und die Frage, welche modulare Produktstruktur sinn-
voll ist, wird nicht beantwortet.
3.3.5 Modularisierung nach KOEPPEN
Die von KOEPPEN entwickelte Methodik ermöglicht die Modularisierung komplexer
Produkte auf Grundlage der Kopplungen zwischen den Produktbestandteilen (Kompo-
nenten). Hierbei werden neben den technischen Aspekten auch betriebswirtschaftliche
Faktoren berücksichtigt. Die Modularisierung wird durch die Festlegung und Gewich-
tung von Modularisierungszielen, sog. Modultreibern, auf den konkreten Anwendungs-
fall und die unternehmensspezifische Situation angepasst. Das Vorgehen unterteilt sich
in fünf Schritte und fügt sich in das Vorgehen zur Modularisierung nach PIMMLER und
EPPINGER ein [PE94, S. 345] (Bild 3-20).
Zerlegung des Produkts in Komponenten: Den Ausgangspunkt der Modularisierung
bilden die Komponenten des Produkts. Im Fall einer Neuentwicklung wird auf die
Funktionen und Komponenten der prinzipiellen Lösung nach PAHL/BEITZ zurückgegrif-
fen [PBF+07, S. 231ff.], [Koe08, S. 28f.].
Identifikation der wesentlichen Modultreiber: Die Modultreiber beschreiben die Zie-
le der Modularisierung. Sie sind entsprechend der Phasen des Produktlebenszyklus in
sieben Hauptkategorien eingeteilt. Beispiele für Modultreiber der Konzeptentwicklung
sind geometrische Abhängigkeiten wie Größe, Form und Art der Kopplung oder die
Übertragung von Energie. Die Modultreiber werden unternehmens- und produktspezi-
fisch durch die Produktverantwortlichen festgelegt und entsprechend ihrer Relevanz
gewichtet [Koe08, S. 60].
Abbildung der Kopplungen für jeden Modultreiber: In diesem Schritt werden die
Kopplungen zwischen den Komponenten beschrieben. Je Modultreiber wird für jedes
Komponentenpaar ein Kopplungswert festgelegt, welcher die Stärke der jeweiligen
Kopplung beschreibt. Die Bestimmung der Kopplungswerte geschieht über modultrei-
berspezifische Abbildungsfunktionen. Die Abbildung erfolgt in Design Structure Matri-
zen, wobei für jeden Modultreiber eine DSM erstellt wird [Koe08, S. 62f.].
Stand der Technik Seite 77
Zusammenfassung der Kopplungswerte zu einem Gesamtwert: In diesem Schritt
werden die Einzelmatrizen zu einer Gesamtkopplungsmatrix zusammengeführt. Die
Kopplungswerte je Modultreiber werden auf den Wertebereich 0-1 normiert. Anschlie-
ßend werden die Werte der Komponentenpaare über alle Modultreiber gewichtet auf-
summiert. Die Grundlage bilden die zuvor aufgestellten Gewichtung der einzelnen Mo-
dultreiber [Koe08, S. 65f.].
Bild 3-20: Vorgehen zur Modularisierung nach [Koe08, S. 60]
Bildung von Modulen auf Grundlage der Kopplungen: Abschließend erfolgt die
Gruppierung der Komponenten. Hierfür werden die Zeilen und Spalten der Gesamt-
kopplungsmatrix permutiert. Das Ziel ist eine Blockdiagonalmatrix mit hohen Kopp-
lungswerten innerhalb der Diagonalblöcke (vgl. [PE94, S. 347]). Die Blöcke werden als
Module definiert [Koe08, S. 30f.].
Bewertung: Die Methode nach KOEPPEN ermöglicht die Modularisierung komplexer
Produkte unter technisch-funktionalen und produktstrategischen Gesichtspunkten.
Durch die Gewichtung der Modultreiber kann gezielt Einfluss auf die Art der Modulari-
sierung und damit auf die Produktstruktur genommen werden (z.B. eine montageorien-
Seite 78 Kapitel 3
tierte Produktstruktur). Eine Anwendung der Methode ist bereits in der Konzipierung
möglich, allerdings erfordert die Bestimmung der Kopplungswerte zwischen den Kom-
ponenten eine umfassende Kenntnis der Produkteigenschaften, der Modultreiber und
der Abbildungsfunktionen. Weiterhin wird die Gewichtung der Modultreiber durch eine
Bewertung von Fachleuten ermittelt. Sie unterliegt somit einer starken Subjektivität.
Zudem muss je Komponentenpaar der Kopplungswert für jeden Modultreiber manuell
bestimmt werden. Das Verfahren ist daher sehr aufwändig in der Anwendung.
3.3.6 Modularisierung nach VDI-Richtlinie 2223
Die VDI-Richtlinie 2221 Methodik zum Entwickeln und Konstruieren technischer Sys-
teme und Produkte beschreibt die Modularisierung als Teil des generellen Vorgehens
beim Entwickeln und Konstruieren [VDI2221, S. 10] (vgl. Kap. 2.4.2). Der Arbeits-
schritt wird in der VDI-Richtlinie 2223 Methodisches Entwerfen technischer Produkte
detailliert [VDI2223, S. 18]. Das Ziel ist eine modulare Struktur des Produkts, um eine
effiziente Arbeitsaufteilung vor der Konkretisierung zu ermöglichen. Den Ausgangs-
punkt bildet die prinzipielle Lösung (Bild 3-21).
Bild 3-21: Gliedern in realisierbare Module [VDI2223, S. 18]
Erkennen gestaltbeeinflussender Anforderungen und Bedingungen: Das Ziel dieser
Phase sind gestaltbestimmende Anforderungen, die bisher noch nicht explizit formuliert
sind. Diese werden aus den beschriebenen Anforderungen abgeleitet oder ergeben sich
in Folge eine Analyse der prinzipiellen Lösung. Die prinzipielle Lösung enthält funkti-
onale (z.B. bedingt durch Wirkprinzipien), kinematische (z.B. aus Getriebeschemata)
oder geometrische Bedingungen (z.B. Anschlussgeometrien und Hauptabmessungen),
welche die Gestaltung beeinflussen [VDI2223, S. 17ff.].
Modularisierung der „prinzipiellen Lösung“: In diesem Schritt wird das System in
Module untergliedert. Hierbei gibt die Richtlinie Hinweise in Form von Fragestellun-
gen, die bei der Modularisierung beachtet werden müssen. Beispiele sind Wie kann man
das Produkt derart in Module gliedern, dass diese beim Entwerfen möglichst unabhän-
gig voneinander bearbeitet werden können? oder Welche Module sind neu zu entwer-
Stand der Technik Seite 79
fen? Als Resultat liegt die Produktstruktur vor. Anschließend wird das weitere Vorge-
hen im Gestaltungsprozess festgelegt und es werden Zeiten und Kapazitäten geplant.
Das Ergebnis wird in Form eines organisatorischen Arbeitsplans dokumentiert
[VDI2223, S. 19ff.].
Bewertung: Die VDI-Richtlinie 2223 liefert einen sehr generalisierten Ansatz zur Pro-
duktstrukturierung auf Basis der fertigen prinzipiellen Lösung. Beschrieben wird das
Vorgehen in nur zwei Schritten auf einer sehr abstrakten Ebene. Eine konkrete Methode
bzw. ein detailliertes Vorgehen zur Strukturierung fehlen. Die eigentliche Gliederung
des Produkts erfolgt manuell auf Basis zuvor identifizierte Anforderungen und Frage-
stellungen. Hierdurch ist das Verfahren sehr subjektiv und die Ergebnisse hängen stark
von dem Erfahrungswissen und den Kompetenzen des Anwenders ab.
3.3.7 Festlegung der Produktarchitektur nach SEDCHAICHARN
Das Ziel der von SEDCHAICHARN entwickelten Methode ist eine Produktarchitektur un-
ter Berücksichtigung von Funktion und Gestalt. Diese soll bereits in einer frühen Phase
der Produktentwicklung festgelegt werden. Der verfolgte Ansatz ist die Verknüpfung
von Funktions- und Gestaltinformationen über das Contact and Channel Model
(C&CM) (vgl. Kap. 3.2.3). Den Ausgangspunkt bildet die Produktidee und eine erste
Prinzipskizze [Sed10, S. 65]. Das Vorgehen gliedert sich in drei Phasen, die in Bild
3-22 dargestellt sind.
Bild 3-22: Vorgehen bei der Festlegung der Produktarchitektur nach [Sed10, S. 68]
Erstellung der C&CM Dependency-Matrix (CDM): Das Ziel dieser Phase sind die
Funktions- und Gestaltinformationen in Form einer Matrix. Zunächst sind auf Grundla-
ge der Prinzipskizze die Funktionen des Produkts zu identifizieren. Diese werden in
Seite 80 Kapitel 3
eine Funktionsstruktur überführt und mittels Energie-, Stoff- und Informationsflüsse
verbunden. Anschließend wird aus der Prinzipskizze ein C&CM erstellt und die Mo-
dellelemente (Wirkflächenpaare und Leitstützstrukturen) werden den Funktionen zuge-
ordnet. Es ist möglich, dass Leitstützstrukturen bereits in dieser Phase manuelle zu Bau-
teilen zusammengefasst werden. Abschließend erfolgt die Überführung in eine C&CM
Dependency Matrix. In den Zeilen und Spalten sind jeweils die Leitstützstrukturen ge-
geneinander aufgetragen. Die Wirkflächenpaare kennzeichnen funktionale Verbindun-
gen zwischen Leitstützstrukturen, die einen Energie-, Stoff- oder Informationsfluss er-
möglichen. Sie sind in den Matrixfeldern als „X“ markiert und stellen funktionale Be-
ziehungen dar [Sed10, S. 71ff.].
Bewertung der Beziehungen der Leitstützstrukturen: In dieser Phase finden nicht-
funktionale Beziehungen zwischen Leitstützstrukturen Berücksichtigung, sog. Kompa-
tibilitätsbeziehungen. Zunächst werden die Kompatibilitätsbeziehungen bestimmt und
in das C&CM eingetragen. Sie leiten sich aus Anforderungen an das System ab. Bei-
spiel sind eine einfach Demontage oder möglichst wenig Einzelteile. Die funktionalen
Beziehungen und die Kompatibilitätsbeziehungen werden anschließend gewichtet. Dies
erfolgt über eine Bewertung der Wichtigkeit der Beziehungen durch den Entwickler.
Abschließend wird die CDM aktualisiert. Für jede Kombination zweier Leitstützstruktu-
ren wird eine Beziehungszahl ermittelt. Diese ergibt sich aus der gewichteten Summe
der funktionalen Beziehungen und der Kompatibilitätsbeziehungen zwischen den bei-
den Leitstützstrukturen und hat einen Wert zwischen 0 und 1 [Sed10, S. 80ff.].
Optimierung der C&CM Dependency Matrix: Die Aufgabe dieser Phase ist die Bil-
dung von Modulen mit möglichst vielen internen Beziehungen und wenig Schnittstel-
len. Zunächst wird hierfür eine Zielfunktion formuliert. Diese beschreibt den Zusam-
menhang der Modulanzahl, der Anzahl von Beziehungen innerhalb der Module und der
Gewichtung der Beziehungen. Auf Grundlage genetischer Algorithmen erfolgt die Clus-
terung in der CDM. Die Zeilen und Spalten der Matrix werden schrittweise gleichge-
richtet verschoben (vgl. Kap. 3.3.1). Hierbei wird versucht, die Zielfunktion zu maxi-
mieren, was möglichst vielen modulinternen Beziehungen entspricht. Als Resultat liegt
ein Vorschlag für eine Produktarchitektur vor. Diese ordnet die Leitstützstrukturen ein-
zelnen Modulen zu und kennzeichnet die Schnittstellen zwischen diesen [Sed10, S. 88].
Bewertung: SEDCHAICHARN präsentiert ein umfangreiches Verfahren zur Festlegung
der Produktarchitektur in der frühen Phase der Produktentwicklung. Auf Grundlage des
C&CM werden Funktions- und Gestaltinformationen des Produkts zusammengeführt.
Die Beziehungen werden in einer Matrix zusammengeführt, bewertet und einer Cluste-
rung unterzogen. Die Beziehungen zwischen den Komponentenpaaren müssen manuell
bewertet werden, wodurch der Aufwand steigt und das Ergebnis einer Subjektivität un-
terliegt. Das Verfahren ist grundsätzlich für die montageorientierte Strukturierung ge-
eignet, der Fokus liegt jedoch auf der frühzeitigen Festlegung der Produktarchitektur
aus Sicht der Produktentwicklung.
Stand der Technik Seite 81
3.4 Technologieauswahl
Die Erstellung eines ersten Montagekonzepts erfordert die Auswahl geeigneter Monta-
geverfahren, insb. von Fügeverfahren. Die Auswahlkriterien ergeben sich in der Regel
aus der Produktgestalt, dem Werkstoff und produktionstechnischen- sowie wirtschaftli-
chen Anforderungen (z.B. Stückzahl, Kosten, Mitarbeiterqualifikation). Durch die star-
ken Wechselwirkungen zwischen Produktgestalt, Werkstoff und Montageverfahren ist
die Auswahl i.d.R. von Iterationen geprägt und stark von dem montagetechnischen
Wissen und den Erfahrungen des Konstrukteurs abhängig [Fal00, S. 8], [SB03, S. 1].
Heute existieren Software-Werkzeuge für die Technologieauswahl (z.B. [Fen05],
[SWS03], [Zha05]). Auf Grundlage von Datenbanken, in denen Technologie- und
Werkstoffinformationen gespeichert sind, wird der Konstrukteur durch Suchalgorith-
men bei der Technologieauswahl unterstützt. Die erforderlichen Eingangsinformationen
für die Suche sind allerdings sehr detailliert und die Verfahren für die frühzeitige Aus-
wahl auf Basis unscharfer Informationen somit ungeeignet [Nor12, S. 69]. Im Folgen-
den werden Ansätze vorgestellt, die eine frühzeitige Auswahl von Montagetechnologien
ermöglichen.
3.4.1 Verbindungsauswahl nach VDI-Richtlinie 2232
In der VDI-Richtlinie 2232 Methodische Auswahl fester Verbindungen – Systematik,
Konstruktionskataloge, Arbeitshilfen ist eine Vorgehensweise für die Auswahl von Bau-
teilverbindung beschrieben. Den Ausgangspunkt bildet die Konstruktion des techni-
schen Systems. Weiterhin stellt die Richtlinie Arbeitshilfen zur Verfügung, die das
Vorgehen unterstützen. Dies sind Begriffsdefinitionen und Checklisten sowie Über-
sichtstabellen von verfügbaren Konstruktionskatalogen und Datenbanken [VDI2232, S.
2]. Das Vorgehen für die Auswahl fester Verbindungen gliedert sich gemäß Bild 3-23 in
fünf Phasen.
Hauptaufgabensatz formulieren: Die Aufgabe der Verbindung wird beschrieben. In
Analogie zur Beschreibung von Funktionen kann dies lösungsneutral erfolgen. Das ist
nicht erforderlich, wenn bereits Einschränkungen vorliegen. [VDI2232, S. 11ff.] Ein
Beispiel für eine Aufgabenbeschreibung ist: Rahmen und Sattel fest und lösbar mitei-
nander verbinden und im Betriebszustand verbunden halten.
Anforderungen identifizieren: In dieser Phase werden Anforderungen an die zu er-
zeugende Verbindung festgelegt. Hierfür stehen Hilfsmittel zu Verfügung, wie bspw.
Checklisten2 oder Leitlinien mit Hauptmerkmalen für Anforderungen [PBF+07, S. 514].
Die Anforderungen werden identifiziert und beschrieben. Die Dokumentation erfolgt in
Form einer Anforderungsliste [VDI2232, S. 11ff.].
2 Es wird zwischen allgemeinen, unternehmensspezifischen und produktbezogenen Checklisten unter-
schieden. Eine Übersicht verfügbarer Checklisten findet sich im Anhang (siehe Anhang Tabelle A-1).
Seite 82 Kapitel 3
Konstruktionskataloge auswählen: Das Ziel dieses Schrittes sind Konstruktionskata-
loge für die Suche nach geeigneten Verbindungen. Die Richtlinie liefert hierfür eine
Übersicht verfügbarer Konstruktionskataloge für feste Verbindungen. Je Konstruktions-
katalog sind Inhalt, Zweck, Einsatz, Anwendung und Gliederung in Form eines Prinzip-
blattes beschrieben [VDI2232, S. 22ff.]. Eine Übersicht der Konstruktionskataloge fin-
det sich im Anhang (siehe Anhang Tabelle A-2).
Bild 3-23: Vorgehen zur Auswahl von Verbindungen nach [VDI2232, S. 11]
Identifikation geeigneter Verbindungen: In dieser Phase werden mit dem sog. Sieb-
verfahren geeignete Verbindungen identifiziert. Die aufgestellten Anforderungen wer-
den den Verbindungseigenschaften aus den Konstruktionskatalogen (Zugriffsmerkmale)
gegenübergestellt und verglichen. Als Resultat liegen alternative Verbindungen vor
[VDI2232, S. 11ff.].
Herstellerangaben überprüfen: Für die geeigneten Verbindungen werden Hersteller
der entsprechenden Verbindungstechnik gesucht. Auf Grundlage der detaillierten Her-
stellerinformationen kann der Lösungsraum evtl. weiter eingeschränkt werden. Weiter-
Stand der Technik Seite 83
hin sind eine Festigkeitsberechnung und eine Nutzwertanalyse bzw. eine technisch-
wirtschaftliche Bewertung erforderlich [VDI2232, S. 11f.].
Bewertung: Die VDI-Richtlinie 2232 beschreibt einen Leitfaden für die Auswahl fester
Bauteilverbindungen und der zugehörigen Fügeverfahren. Das Vorgehen wird durch
Hilfsmittel unterstützt, wie bspw. Tabellen und Checklisten. Durch die manuelle Durch-
führung ist das Vorgehen allerdings sehr zeit und arbeitsaufwändig. Ein Beispiel ist die
Suche nach geeigneten Bauteilverbindungen mit Hilfe von Konstruktionskatalogen. Den
Fokus des Verfahrens bildet die gestaltende Phase, nach Abschluss der prinzipiellen
Phase [VDI2232, S. 7]. Das Vorgehen ist grundsätzlich auf die frühe Phase übertragbar
und liefert einen geeigneten Ablauf für die Verfahrensauswahl.
3.4.2 Technologieauswahl nach ASHBY
ASHBY beschreibt ein Verfahren zur Technologieauswahl auf Grundlage einer Taxono-
mie und einer einheitlichen Beschreibung der Technologien. Das Verfahren ist zusam-
men mit einem Verfahren zur Materialauswahl in dem kommerziellen Softwaretool
CES Selector [GDL13-ol] implementiert.
Die Taxonomie strukturiert die Technologien. Auf oberster Ebene werden sie in drei
Familien eingeteilt: Formgebende Technologien, Fügetechnologien und Technologien
zur Feinbearbeitung. Diese werden weiter in Technologieklassen untergliedert, welche
die konkreten Technologien enthalten [Ash07, S. 177ff.]. Bild 3-24 zeigt einen Auszug
der Taxonomie.
Bild 3-24: Ausschnitt der Taxonomie für Technologien nach ASHBY [Ash07, S. 179]
Die Beschreibung der Technologien erfolgt über vordefinierte Attribute in Form von
Technologiesteckbriefen (siehe Anhang Bild A-4). Beispiele sind die Verbindungsgeo-
metrie, Größenbereiche, Wandstärken oder die relativen Technologiekosten [Ash07, S.
210]. Auf Grundlage der Steckbriefe erfolgt ein Abgleich der geforderten Eigenschaften
des Produkts mit den realisierbaren Fähigkeiten der Technologien. Das Vorgehen glie-
dert sich in vier Phasen, die in Bild 3-25 dargestellt sind.
Übersetzung der Bauteilanforderungen: In dem ersten Schritt werden die zu ferti-
genden und zu fügenden Bauteile bzgl. Material und Form klassifiziert. Beispiele für
Reich Familie Klasse Technologie Attribute
Technologie
Fügen
Formgeben
Fein-
bearbeiten
Kleben
Schweißen
Befestigungs-
elemente
Hartlöten
Weichlöten
Lichtbogenschweißen
MIG-Schweißen
Plasma-Schweißen
...
Technologie-
Steckbrief
Verbindungs-
geometrie
Größenbereich
min. Wandstärke
relative Tech-
nologiekosten
...
Seite 84 Kapitel 3
Materialklassen sind Stähle, Nichteisenmetalle, Elastomere etc. Die Gestalt unterglie-
dert sich bspw. in prismatisch, blechförmig und dreidimensional3. Weiterhin werden
Anforderungen an die Technologie beschrieben (z.B. Toleranzklassen oder Bauteilge-
wicht) und Zielgrößen festgelegt (z.B. Kosten, Zeit oder Qualität) [Ash07, S. 196ff.].
Bild 3-25: Vorgehen zur Technologieauswahl nach ASHBY [Ash07, S. 195]
Ungeeignete Technologien ausschließen: Auf Grundlage der zuvor festgelegten Bau-
teilanforderungen erfolgt eine Analyse der verfügbaren Technologien. Hierbei werden
die Technologien ausgeschlossen, welche die Anforderungen nicht erfüllen. Als Ar-
beitshilfen stehen verschiedene Matrizen und Tabellen zur Verfügung, die sog. Ashby-
Diagramme. Diese stellen die Technologien bspw. den Materialien (process-material
matrix) (siehe Anhang Bild A-6) oder der Bauteilmasse (process-mass-range chart)
(siehe Anhang Bild A-7) gegenüber. Als Resultat liegen die geeigneten Technologien
vor [Ash07, S. 196ff.].
Bewertung der Technologien (Screening): Das Ziel dieser Phase ist eine Reihenfolge
der geeigneten Technologien. Die Grundlage bildet eine wirtschaftliche Bewertung
durch den Entwickler. Hierbei werden die folgenden vier Kriterien verwendet: Stan-
dards verwenden, einfache Lösungen bevorzugen, einfach Montierbarkeit und keine
3 Eine Übersicht der Gestaltklassen findet sich im Anhang (siehe Bild A-5)
Stand der Technik Seite 85
unnötige Überdimensionierung. Weiterhin wird die Bewertung durch Diagramme unter-
stütz, die Technologien in Relation zur Losgröße setzen [Ash07, S. 202ff.].
Analyse ergänzender Technologieinformationen (Ranking): Abschließend werden
weitere Informationen in die Bewertung einbezogen, z.B. Investitionskosten oder der
Energieverbrauch von Technologien. Auf Grundlage einer detaillierten wirtschaftlichen
Bewertung wird so die am besten geeignete Technologie ausgewählt [Ash07, S. 205f.].
Bewertung: Der Ansatz zur Technologieauswahl nach ASHBY basiert auf dem Ver-
gleich der Anforderungen des Bauteils bzw. der Verbindungsstelle mit den realisierba-
ren Technologiefähigkeiten. Hierfür werden eine Taxonomie, Technologiesteckbriefe,
Auswahlmatrizen und -diagramme sowie ein Vorgehen zur Verfügung gestellt. Das
Verfahren zeichnet sich durch seine Anwendbarkeit in der frühen Phase aus. Technolo-
gien können bereits auf Grundlage sehr weniger Informationen ausgewählt werden. Um
dies zu ermöglichen sind die Hilfsmittel allerdings auf einer sehr abstrakten Ebene be-
schrieben.
3.4.3 Technologieauswahl nach SWIFT/BOOKER
Die von SWIFT und BOOKER entwickelte Methode unterstützt den Entwickler bei der
Auswahl von Fertigungs- und Montagetechnologien sowie der Bestimmung des Auto-
matisierungsgrad des Montagesystems. Analog zu Technologiesteckbriefen werden in
sog. Prozessinformationskarten4 die Fähigkeiten der Technologien in standardisierter
Form beschrieben. Ein matrixbasierter Ansatz ermöglicht die Auswahl geeigneter Tech-
nologien für ein vorliegendes System [SB03, S. 19ff.]. Das Vorgehen gliedert sich in
zwei Schritte (Bild 3-26).
Bild 3-26: Vorgehen zur Technologieauswahl nach [SB03, S.27ff.]
Analyse der Bauteilverbindung: Auf Grundlage der Produktspezifikation werden für
die Verbindung der Werkstofftyp, die Materialstärke, die Lösbarkeit der Verbindung
4 Process Information Map – PRIMA
Seite 86 Kapitel 3
sowie die geplante Jahresstückzahl festgelegt. Bei der Materialstärke wird zwischen
dünn (<3 mm), mittel (3-19 mm) und stark (>19 mm) differenziert. Die Lösbarkeit wird
in lösbar, bedingt lösbar und nicht lösbar unterteilt [SB03, S. 30f.].
Auswahl möglicher Fügetechnologien: Das Ziel dieser Phase sind geeignete Füge-
technologien, die in der frühen Phase des Entwicklungsprozesses auf Grundlage einiger
weniger Einflussfaktoren ausgewählt werden. Die Auswahl erfolgt auf Basis der Aus-
wahlmatrix für Fügetechnologien5. In der Matrix werden die vier Aspekte Werkstofftyp,
Materialstärke, Lösbarkeit der Verbindung und geplante Jahresstückzahl gegenüberge-
stellt. In den Feldern der Matrix sind die für die jeweilige Kombination der Aspekte
geeignete Fügeverfahren aufgeführt [SB03, S. 32f.]. Ein Ausschnitt der Matrix ist im
Anhang zu finden (siehe Anhang Tabelle A-3).
Bewertung: Der Ansatz nach SWIFT und BOOKER unterstützt die frühzeitige Auswahl
von Montagetechnologien. Die Auswahl erfolgt über Technologieauswahlmatrizen, die
Technologien sind mittels Prozessinformationskarten beschrieben. Aufgrund der An-
wendung des Verfahrens in der frühen Phase werden nur sehr grob Technologieklassen
ausgewählt und es existiert meist eine Vielzahl unterschiedlicher Technologien zur Rea-
lisierung einer Bauteilverbindung. Die weitere Technologiebetrachtung und -auswahl
erfordert tiefgehende Kenntnisse über die Bauteile und Montageprozesse.
3.4.4 Konstruktionskataloge
Konstruktionskataloge stellen manuell handhabbare Informationsspeicher dar und er-
möglichen die Ausschöpfung häufig wenig bekannter Wissensquellen. Ihr Inhalt, der
Aufbau und der Zugriff sind auf das methodische Konstruieren abgestimmt.
Abhängig vom Inhalt lassen sich Konstruktionskataloge in Objekt-, Operations- Lö-
sungs- und Beziehungskataloge einteilen [Rot01, S. 7f.]. Eine Übersicht verfügbarer
Konstruktionskataloge im Kontext Verbindungstechnik ist im Anhang dargestellt (siehe
Anhang Tabelle A-2). Bild 3-27 gibt einen Überblick der einzelnen Katalogtypen.
Bild 3-27: Einteilung von Konstruktionskatalogen [Rot01, S. 10]
5 Joining process PRIMA selection matrix
Objektkataloge
(aufgabenunabhängig) Operationskataloge Lösungskataloge
(aufgabenabhängig) Beziehungskataloge
Beispiele: Physikalische
Effekte, Eigenschaften
von Werkstoffen, Gerad-
führungen, einstuf. Zahn-
radgetriebe
Beispiele: Regeln zur
Erzeugung von Funkti-
onsstrukturen, Konstruk-
tionsregeln, Regeln zur
Variation der Struktur
oder der Gestalt
Beispiele: Stückgut spei-
chern, Kraft erzeugen,
Nachricht verknüpfen
Beispiele: Welle-Nabe-
Verbindungen,
Rohrverbindungen,
Textilverbindungen
Konstruktions-
kataloge
Stand der Technik Seite 87
Der Aufbau von Konstruktionskataloge gliedert sich nach ROTH in einen Gliederungs-,
Haupt- und Zugriffsteil. Der Gliederungsteil beschreibt die Strukturierungsaspekte,
nach denen die im Katalog enthaltenen Elemente widerspruchsfrei eingeteilt werden.
Der eigentliche Kataloginhalt ist im Hauptteil abgelegt. Je nach Inhaltsart sind dies
bspw. Objekte oder Operationen (Regeln). Sie werden in Form von Skizzen, Gleichun-
gen oder textuell beschrieben. Der Zugriffsteil enthält die Zugriffsmerkmale. Diese sind
mit dem Hauptteil gekoppelt, d.h. es wird gekennzeichnet, ob bzw. in welchem Wer-
tebereich eine Lösung das Merkmal erfüllt [Rot01, S. 5]. Bild 3-28 zeigt den Ausschnitt
eines Konstruktionskatalogs für Verbindungen
Bild 3-28: Konstruktionskatalog für feste Verbindungen [Rot96, S. 11] (Ausschnitt)
Der Zugriff erfolgt über die Vorgabe geforderter Zugriffsmerkmale. Lösungen, welche
die Zugriffsmerkmale nicht erfüllen, werden systematisch ausgeschlossen und der Lö-
sungsraum wird eingeschränkt. Beispielsweise werden durch die Forderung nach De-
montierbarkeit und Spielfreiheit die Lösungen 1, 2 und 4 ausgeschlossen.
Die Verknüpfung mehrerer Konstruktionskatalogen erfolgt über eine Hierarchisierung.
Dabei werden drei Katalogebenen unterschieden: Übersichtskataloge, Detailkataloge
und Firmenkataloge [VDI2232, S. 10]. Entsprechend dieser Gliederung erfolgt auch die
rechnerinterne Abbildung der Kataloge [Rot01, S. 34f.]). Übersichtskataloge geben auf
Grundlage der Schlussart und der den Schluss erzeugenden Kräfte einen ersten Über-
blick der Verbindungverfahren und ermöglichen eine grobe Vorauswahl geeigneter Ver-
fahren. In den verbindungsklassenspezifischen Detailkatalogen werden unterschiedli-
che Verbindungsverfahren innerhalb einer Verbindungsklasse gegenübergestellt. Bei-
spiele sind Kataloge für Schraubenverbindungen [Bög83], Schnappverbindungen
[Kol98], [Rot96], [KJ77] und Nietverbindungen [Rot96], [DK81]. Auf der niedrigsten
Hierarchieebene sind firmenspezifische Kataloge enthalten, die meist nur ein
Teilspektrum der Verbindungsklasse abdecken, die enthaltenen Verbindungsverfahren
allerdings sehr detailliert beschreiben [VDI2232, S. 10].
Schlussart
Stoffschluss
Berührungs-
schluss
Kraftschluss
elastischer
Schluss
3
1.1
1
1.2
1
1.3
1
1.4
1
1.5
2
1.6
1,2
1.7
1,6
1.8
1,5
1.9
1
123456789Nr.
Feste
Verbindung Demon-
tierbar Kein
Spiel
Vor-
span-
nung
Rei-
bungs-
unab-
hängig
Dreh-
ge-
sichert
Ferti-
gung
preis-
wert
Demon-
tierbar
Vor-
span-
nung
Gesamt
Bewertung
bei Verzicht auf
Eigenschaften
Gliederungsteil Hauptteil Zugriffsteil
2
2.1
3
2.2
3
2.3
1
2.4
1
2.5
1
2.6
1,8
2.7
1,6
2.8
1,84
2.9
2
1
3.1
1
3.2
0
3.3
3
3.4
2
3.5
3
3.6
1,8
3.7
2,0
3.8
1,67
3.9
3
3
4.1
1
4.2
1
4.3
2
4.4
2
4.5
2
4.6
1,6
4.7
2,0
4.8
1,84
4.9
4
Bewertung der Eigenschaft
von „ausgezeichnet“ (0)
bis „schlecht“ (3)
Seite 88 Kapitel 3
Bewertung: Konstruktionskataloge bieten umfangreiche Informationen zu Montage-
technologien und stellen daher eine gute Datenbasis für die Technologieauswahl dar.
Über die geforderten Verbindungseigenschaften können geeignete Fügeverfahren iden-
tifiziert und gegeneinander bewertet werden. Die Suche nach Verfahren ist allerdings
sehr zeitaufwändig. Eine effiziente Nutzung von Konstruktionskatalogen erfordert daher
eine IT-technische Unterstützung.
3.5 Montagegerechte Produktgestaltung
Die integrative Konzipierung der Montage ist von einer Vielzahl von Wechselwirkun-
gen geprägt. Das Montagekonzept beeinflusst maßgeblich die Produktgestalt, bspw.
über Fügeverfahren oder Handhabungseinrichtungen. Ein möglicher Ansatzpunkt zur
Berücksichtigung dieser Abhängigkeiten in der frühen Phase sind Ansätze zur monta-
gegerechten Gestaltung. Im Folgenden werden zwei Ansätze vorgestellt.
3.5.1 Design for Assembly (DfA)
Im Bereich der montagegerechten Gestaltung, die auch als Design for Assembly (DfA)
bezeichnet wird, existiert eine Vielzahl von Arbeiten (z.B. [Gai81], [AKL83], [MO86],
[Bar87]). Das übergeordnete Ziel ist ein kostengünstig zu produzierendes Produkt. Die
bedeutendste Methode ist das von BOOTHROYD und DEWHURST entwickelte Design for
Manufacturing and Assembly (DFMA6) [BD87], [BDK11]. Dieses beschreibt ein pro-
duktentwicklungsorientiertes Vorgehen für die fertigungs- und montagegerechte Kon-
struktion, wobei auch Aspekte der Produktionsplanung betrachtet werden. Den Aus-
gangspunkt bildet ein Produktentwurf mit einem hohem Konkretisierungsgrad [Hes06,
S. 19], [Mül08, S. 32]. Das Vorgehen gliedert sich in drei Schritte, die bei Bedarf mehr-
fach durchlaufen werden (Bild 3-29).
Auswahl der Montagemethode: Im ersten Schritt ist der angestrebte Automatisie-
rungsgrad festzulegen. Hierzu wird auf Grundlage der erwarteten jährlichen Produkti-
onsmenge und die Variantenzahl mit Hilfe von Auswahldiagrammen die grundsätzliche
Montagemethode bestimmt (z.B. Manuelle Montage, Einzelstation mit Roboter, Mehr-
stationen mit Roboter) [BD87, S. 1-6], [Hes06, S. 19].
Analyse der Montageaufgabe: In Abhängigkeit der gewählten Montagemethode wird
das Produkt analysiert. Zunächst wird die theoretisch minimale Teileanzahl bestimmt.
Hierbei wird überprüft, ob separate Teile erforderlich sind oder sich Bauteile integrieren
lassen. Die zu klärenden Fragestellungen sind: Erfordert die Funktion eine Relativbe-
wegung des Bauteile?, Wird ein anderes Material benötigt (Isolation)? und Erfordert
die Montage/Demontage eine Bauteiltrennung? Anschließend wird auf Grundlage der
Handhabungs- und Fügeeigenschaften der Bauteile die minimal erforderliche Montage-
6 DFMA ist ein eingetragenes Warenzeichen der Boothroyd Dewhurst Inc. [BD13-ol]
Stand der Technik Seite 89
zeit abgeschätzt. Hierfür stehen Datenbanken mit Standardwerten zur Verfügung. Durch
einen Vergleich mit der tatsächlichen Montagezeit ergibt sich der DFA-Index, der die
Designeffizienz kennzeichnet. Abschließend werden Schwierigkeiten im Montageablauf
identifiziert, die Qualitätsprobleme zur Folgen haben könnten [BA92, S. 626].
Bild 3-29: Vorgehen beim Design for Assembly nach [BD87, S. 0-1]
Verbesserung der Konstruktion: Basierend auf den Analyseergebnissen erfolgt eine
Überarbeitung des Produkts. Hierbei wird versucht die Bauteilanzahl durch Integration
zu minimieren. Die entstehenden Bauteile sollen montagegerecht gestaltet sein [Bot87,
S. 3]. Abschließend wird durch einen erneuten Durchlauf der Analyse die Verbesserung
der Konstruktion quantifiziert und es werden ggf. weitere Anpassungen vorgenommen.
BOOTHROYD und DEWHURST haben die DFMA-Methode als kommerziellen Software-
tools realisiert. Dieses unterstützt den Entwickler bei der fertigungs- und montagege-
rechten Konstruktion und stellt eine umfangreiche Sammlung von Erfahrungswissen aus
verschiedenen Industriebereichen zur Verfügung. Der Reifegrad der Software ist sehr
hoch, ihre Anwendung jedoch komplex. Die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse wird
hierdurch eingeschränkt [Mor04, S. 61], [MWB+12, S. 459].
Bewertung: Das DfA ermöglicht die Berücksichtigung montagerelevanter Aspekte in
der Produktgestalt. Durch die Ermittlung des DfA-Index können mehrere Alternativen
gegeneinander verglichen werden. Den Ausgangspunkt bildet die Gestalt eines weitest-
gehend fertig konstruierten Produkts, weshalb der Ansatz für die frühe Phase nicht ge-
eignet ist. Das Verfahren und insb. die Bestimmung der erforderlichen Zeiten aller
Montageschritte ist sehr arbeitsintensiv und zeitaufwändig. Weiterhin fokussieren so-
wohl das Verfahren als auch das Softwaretool auf die Reduzierung der Teilezahl durch
eine Integralbauweise. Dies führt zu einer Einengung des Lösungsraums.
Seite 90 Kapitel 3
3.5.2 Informationssystem für DfX-Richtlinien nach BAUER
BAUER hat ein Werkzeug zur Unterstützung multikriterieller Entscheidungen im Kon-
text Design for X (DfX) entwickelt. Teil dieses Werkzeugs ist ein Informationssystem
für DfX-Richtlinien. Das prototypisch implementierte Software-Werkzeug ermöglicht
die strukturierte Sammlung und Bereitstellung von Gestaltungsrichtlinien. Die Grundla-
ge der Datenbank bilden Gestaltungsrichtlinien aus der Literatur7. Eine Erweiterung der
Datenbank um unternehmensspezifische Gestaltungsrichtlinien ist möglich. Hierdurch
wird die Integration des Erfahrungswissens der Mitarbeiter ermöglicht und die Bereit-
stellung dieses Wissens in zukünftigen Entwicklungsprojekten unterstützt.
Die in der Datenbank gespeicherten Gestaltungsrichtlinien umfassen eine Beschreibung
in semantischer Form, ggf. eine bildhafte Darstellung, den betroffenen DfX-Aspekt,
eine Quellenangabe, die Phase im Produktentstehungsprozess, in der die Gestaltungs-
richtlinie relevant ist, und die Herkunft der Gestaltungsrichtlinie. Bild 3-30 zeigt bei-
spielhaft eine beschriebene Gestaltungsrichtlinie.
Bild 3-30: Rechnerinterne Abbildung von Gestaltungsrichtlinie nach [Bau09, S. 106]
Sämtliche Richtlinien sind in einer dreistufigen, hierarchischen Struktur eingeordnet,
die eine Identifikation geeigneter Richtlinien ermöglicht. Jeder Richtlinie sind hierzu
festgelegte Merkmale, resultierende Eigenschaften und übergeordnete Ziele zugeordnet.
Merkmale bezeichnen die Aspekte eines Produkts, auf welche sich die Aussagen der
Richtlinie beziehen (z.B. Form, Lage, Werkstoff, Montageverfahren). Der Produktent-
wickler kann diese unmittelbar beeinflussen. Aus den Merkmalen resultieren Produktei-
genschaften (z.B. Gewicht, Sicherheit, Langlebigkeit, Fertigbarkeit, Montierbarkeit).
Auf diese kann der Produktentwickler nur über die Merkmale mittelbar Einfluss ausü-
ben. Die Beachtung der Richtlinie bzgl. der Merkmale fördert die Sicherstellung der
7 Die Datenbank umfasst mehr als 300 Richtlinien aus [Wee81], [AKL85], [Lew85], [Hes94], [Neu02].
ID DfX-Aspekt Quelle
160 montagegerecht HESSE, S.: Montage-Atlas.
Hoppenstedt Technik Tabellen
Verlag, Darmstadt, 1994
DBID
---
Richtlinie
Gestalte genau so viele Fügeflächen, wie zu einer eindeutigen
Lagebestimmung (Position und Orientierung) eines Bau-
elements nötig sind.
Zusatz
Überbestimmungen führen zu Montageschwierigkeiten, bei
einer Unterschreitung wird das Funktionsziel nicht erreicht.
Den Gestaltungsrichtlinie sind in der
Datenbank weitere Attribute zuge-
wiesen:
Phase im PEP
• Merkmale
• Eigenschaften
• Ziele
Legende
ID: Identifikationsnummer
DBID: Datenbank Identifikationsnummer
Stand der Technik Seite 91
Produkteigenschaften sowie das Erreichen der Ziele (z.B. niedrigere Kosten, Qualitäts-
steigerung, Reduzierung der Umwelteffekte) [Bau09, S. 61ff.].
Bewertung: Das von BAUER entwickelte Informationssystem ermöglicht die struktu-
rierte Bereitstellung von Gestaltungsrichtlinien. Über die Strukturierung der Richtlinien
nach Merkmalen, resultierende Eigenschaften und übergeordnete Ziele ist die Identifi-
kation der relevanten Richtlinien möglich. Die Erweiterbarkeit des Informationssystems
ermöglicht die Integration von Richtlinien für mechatronische Systeme. Durch die Ver-
knüpfung der Gestaltungsrichtlinien mit den betreffenden Phasen des Produktentste-
hungsprozesses ist eine Fokussierung auf die Phase der Konzipierung möglich.
3.6 Kommerzielle Softwaresysteme für die integrierte Produktent-
stehung
Unter dem Begriff CAx-Systeme werden Softwaresysteme im Unternehmensumfeld
zusammengefasst. Sie bieten für verschiedene Aufgabenstellungen eine Rechnerunter-
stützung (CA: Computer-Aided). Je nach Einsatzgebiet wird das „x“ ersetzt, z.B. CAD
für Computer Aided-Design Design im Bereich der Entwicklung und Konstruktion. Der
eigentliche Problemlösungsprozess und der gesamte Entwicklungsablauf wird weiterhin
vom Anwender geführt [VWB+09, S. 1].
Im Bereich der Produktentwicklung kommen in erster Linie CAD-Systeme sowie Simu-
lationssoftware (z.B. FEM- und Mehrkörper-Simulationen) zum Einsatz. Die Schnitt-
stelle zwischen Produktentwicklung und Produktion bildet die Arbeitsplanung. In die-
sem Umfeld unterstützen Systeme zur Prozessplanung, NC- und RC-Simulation, Mate-
rialflusssimulation und der Layoutplanung [VWB+09, S. 359f.]. Die Speicherung der
Produktdaten erfolgt über Produktdatenmanagement-Systeme. Im Kontext der integrati-
ven Konzipierung der Montage sind daher die folgenden drei Klassen von Softwaresys-
temen relevant:
Computer-Aided Design (CAD): CAD-Systeme unterstützen in der Entwicklung und
Konstruktion die Modellierung von Produkteinzelteilen und -baugruppen. Die Schwer-
punkte liegen in der Modellierung der Geometrie, der Ableitung von Zeichnungen, der
Informationsbereitstellung sowie der Durchführung von Berechnungen und Simulatio-
nen. Der Funktionsumfang heutiger Systeme geht weit über diese Kernfunktionalität
hinaus und umfasst bspw. auch Module zur Erstellung von NC-Programmen [Hac12,
S. 833ff.]. Beispiele sind CATIA der Firma Dassault Systemes oder NX von Siemens
PLM Software.
Computer-Aided Planning (CAP)8: CAP-Systeme unterstützen die Planung von Pro-
duktionsprozessen und die Erstellung von Arbeitsplänen. Den Ausgangspunkt bildet das
im CAD-System erstellte Modell des herzustellenden Produkts. Den Bauteilen und
8 Wird auch als Computer-Aided Process Planning (CAPP) bezeichnet.
Seite 92 Kapitel 3
Baugruppen werden Fertigungs-, Montage- und Prüfprozesse zugewiesen. Anschließend
erfolgen die Maschinenauswahl, die Bestimmung der Fertigungsmittel sowie die Vor-
gabezeitermittlung. Den einzelnen Arbeitsvorgängen werden anschließend Betriebsmit-
tel zugewiesen. Aufgrund der zentralen Stellung besitzen CAP-Systeme für den Daten-
austausch Schnittstellen zu CAD-, PPS- und NC-Systemen [EMP+96, 7-83ff.],
[BGW11, S. 183]. Tecnomatix Assembly Planning der Firma Siemens PLM Software
oder Delmia V6 Manufacturing Planning von Dassault Systemes sind zwei Beispiele für
kommerzielle CAP-Systeme.
Produktdantemanagement (PDM): Die Aufgabe von PDM-Systemen ist die Speiche-
rung und Verwaltung von Produktdaten entlang des Produktentstehungsprozesses. Ein
zentraler Aspekt ist hierbei die Abbildung der Produktstruktur. Auf Basis einer generi-
schen Produktstruktur werden anwendungsfallspezifisch Sichten gebildet, z.B. eine
Funktionssicht oder eine Montagesicht. Die informationstechnische Darstellung der
Strukturen erfolgt in der Regel in Form von Listen oder Tabellen, z.B. Stücklisten
[ARV+12, S. 932ff.].
Bewertung: Die kommerziell verfügbaren Softwarewerkzeuge in den Bereichen CAD,
CAP und PDM unterstützen die Verknüpfung von Produktentwicklung und Arbeitspla-
nung. Den Ausgangspunkt der CAP-Systeme bilden jedoch fertige Produktmodellen aus
den CAD-Systemen. Eine frühzeitige Gestaltmodellierung sowie die Ableitung erster
Montagefolgen auf Basis eines Produktkonzepts bleiben weitestgehend unberücksich-
tigt. Die PDM-Systeme erzeugen verschiedene Sichten der Produktstruktur, wobei eine
frühzeitige montageorientierte Strukturierung nicht fokussiert wird. Weiterhin unter-
stützen Softwarewerkzeuge einen Entwicklungsprozess lediglich, eine Steuerung erfolgt
nicht. Ihren vollen Nutzen entfalten diese Systeme erst durch die Integration in eine
umfassende Systematik [Pro10, S. 5f.].
3.7 Handlungsbedarf
Die untersuchten Ansätze wurden jeweils mit den in Kapitel 2.8 aufgestellten Anforde-
rungen verglichen. Im Folgenden wird die Bewertung je Anforderung zusammenge-
fasst. Das Ergebnis ist in Bild 3-31 visualisiert.
A1) Anwendbarkeit in der Mechatronik: Einige Ansätze erfüllen diese Anforderung
in vollem Umfang und sind speziell für mechatronische Systeme entwickelt (z.B. die
Produktstrukturierung nach STEFFEN). Fast alle weiteren Ansätze sind allgemein an-
wendbar und nicht auf eine Fachdisziplin beschränkt. Sie lassen sich auch in der Me-
chatronikentwicklung einsetzen bzw. hierfür anpassen.
A2) Abstimmung auf die Entwicklungsmethodik für die integrative Konzipierung
mechatronischer Systeme: Die meisten Ansätze sind im Kontext der klassischen Kon-
struktionsmethodik entwickelt worden und setzten zeitlich nach der Konzipierung ein.
Stand der Technik Seite 93
Die Verfahren zur Gestaltmodellierung und zur Produktstrukturierung lassen sich in die
Entwicklungsmethodik integrieren. Dies erfordert z.T. die Anpassung der Verfahren
A3) Prinziplösung als Ausgangspunkt: Die Ansätze zur Technologieauswahl und der
montagegerechten Gestaltung beginnen mit einer vollständigen Produktbeschreibung
nach Abschluss der Konstruktion. Die anderen Ansätze fokussieren bereits die frühe
Phase oder lassen sich entsprechend adaptieren.
A4) Frühzeitige Spezifikation der Produktgestalt: Bei den untersuchten integrativen
Ansätzen zur Montageplanung steht die Festlegung der Produktgestalt nicht im Fokus.
Entsprechende Hilfsmittel werden nicht zur Verfügung gestellt. Nur die Verfahren zur
frühzeitigen Gestaltmodellierung erfüllen diese Forderung.
A5) Frühzeitige montageorientierte Produktstrukturierung: Sowohl die integrati-
ven Ansätze als auch die Ansätze zur montageorientierten Produktstrukturierung bieten
die Möglichkeit, das Produkt in Baugruppen und Module zu gliedern. Allerdings kaum
ein Verfahren ist auf die Besonderheiten der montageorientierten Strukturierung ausge-
richtet. Auch einige Ansätze zur frühzeitigen Gestaltmodellierung bieten mittels Hierar-
chisierung die Möglichkeit, dass Produkt montageorientiert zu strukturieren.
A6) Auswahl von Montagetechnologien: Die Ansätze zur Technologieauswahl erfül-
len diese Forderung weitestgehend. Einschränkend ist festzuhalten, dass die Verbin-
dungsauswahl nach VDI-Richtlinie 2232 sowie Konstruktionskataloge für die Anwen-
dung in den späteren Entwurfsphasen entwickelt wurden. Eine Übertragung in die Kon-
zipierung ist jedoch möglich.
A7) Berücksichtigung montagetechnischer Restriktionen: Die integrativen Ansätze
nutzen das Produktkonzept als Ausgangspunkt, ein Rückfluss von montagetechnischen
Restriktionen erfolgt jedoch nicht. Die Ansätze zur montagegerechten Produktgestal-
tung bieten die Möglichkeit, auf Grundlage des Montagekonzepts Gestaltungsrichtlinien
in der Produktentwicklung bereitzustellen.
A8) Ganzheitliche Konzipierung der Montage: Lediglich die integrativen Ansätze
nach BICHELMAIER und GRUNWALD erfüllen diese Anforderung. Die Ansätze nach
MÜLLER und NORDSIEK weisen Defizite auf und vernachlässigen Teilaspekte.
A9) Nutzung eines disziplinübergreifenden Beschreibungsmittels: Die Ansätze nach
NORDSIEK und STEFFEN basieren auf der Spezifikationstechnik CONSENS (vgl.
Kap. 2.6.1) und erweitern diese. Sie bieten somit ein disziplinübergreifendes Beschrei-
bungsmittel.
A10) Systematische Vorgehensweise: Die meisten der vorgestellten Ansätze bieten
eine systematische Vorgehensweise. Dabei werden allerdings entweder nur Teilaspekte
der integrativen Montagekonzipierung betrachtet oder die Ansätze sind in den späteren
Entwurfsphasen angeordnet.
Seite 94 Kapitel 3
Bild 3-31: Bewertung des untersuchten Stands der Technik anhand der Anforderungen
Bewertung der untersuchten Ansätze
hinsichtlich der gestellten Anforderungen.
Bewertungsskala:
= nicht erfüllt
= teilweise erfüllt
= voll erfüllt
Anforderungen (A)
Anwendbarkeit in der
Mechatronik
Abstimmung auf die Ent-
wicklungsmethodik
Prinziplösung als Aus-
gangspunkt
Frühzeitige Spezifi kation
der Produktgestalt
Frühzeitige montageorien-
tierte Produktstrukturierung
Technologieauswahl
Berücksichtigung montage-
technischer Restriktionen
Ganzheitliche Konzipierung
der Montage
Disziplinübergreifendes
Beschreibungsmittel
Systematisches Vorgehen
A1 A2 A3 A4 A5 A6 A7 A8 A9 A10
Integrative Ansätze
Integrierter Vorgehensplan für Konstruktion
und Montageplanung nach BICHELMAIER
Integrierte Produktentwicklung und Montage-
planung nach GRUNWALD
Methodik für die Generierung und Bewertung
von Produktionsalternativen nach MÜLLER
Systematik zur Produktionssystemkonzipie-
rung nach NORDSIEK
Frühzeitige
Gestaltmodellierung
Methodisches Gestalten nach EHRLENSPIEL
Baukonzept nach PONN/LINDEMANN
Contact and Channel Model nach
ALBERS/MATTHIESEN
Schrittweise Gestaltsynthese nach LEMBURG
Module Interface Graph nach BLEES
Montageorientierte
Produktstrukturierung
Design Structure Matrix
Produktstrukturierung nach STEFFEN
Produktstrukturierung nach DAHL
Methodische Unterstützung der Systembil-
dung (METUS)
Modularisierung nach KOEPPEN
Modularisierung nach VDI-Richtlinie 2223
Festlegung der Produktarchitektur nach
SEDCHAICHARN
Technologieauswahl
Verbindungsauswahl nach
VDI-Richtlinie 2232
Technologieauswahl nach ASHBY
Technologieauswahl nach SWIFT/BOOKER
Konstruktionskataloge
Montagege-
rechte Produkt-
gestaltung
Design for Assembly (DfA)
Informationssystem für DfX-Richtlinien nach
BAUER
Kommerzielle Softwaresysteme für die
integrierte Produktentstehung
Stand der Technik Seite 95
Der Vergleich zeigt, dass einige der untersuchten Ansätze eine Vielzahl der Anforde-
rungen erfüllen, sie zeigen allerdings auch ausgeprägte Defizite. Zum Beispiel eignet
sich der Ansatz nach NORDSIEK sehr gut für die integrative Produktionssystemkonzipie-
rung im Bereich der frühzeitigen Fertigungsprozessplanung. Defizite bestehen hingegen
bei der Betrachtung der Produktgestalt, der montageorientierten Strukturierung sowie
dem Rückfluss von montagetechnischen Restriktionen in die Produktentwicklung. Kei-
ner der Ansätze erfüllt die gestellten Anforderungen vollumfänglich. Es besteht somit
Handlungsbedarf, eine Systematik für die integrative Konzipierung der Montage auf
Basis der Prinziplösung mechatronischer Systeme zu entwickeln.
Seite 96 Kapitel 4
4 Anwendungsbeispiel Pedelec
Zur besseren Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit wird die entwickelte Systematik
an einem durchgängigen Beispiel erläutert. Im BMBF-Verbundprojekt VireS – „Virtu-
elle Synchronisation von Produktentwicklung und Produktionssystementwicklung“
diente die Konzipierung eines Elektrofahrrads als Demonstrator für das entwickelte In-
strumentarium. Dieses Anwendungsbeispiel wird in der vorliegenden Arbeit weiterge-
führt.
Elektrofahrräder mit tretabhängiger Motorunterstützung werden als Pedelec (Pedal
Electric Cycle) bezeichnet. Durch die Integration von Sensorik und Aktorik sowie dem
Einsatz von Software- und Regelungstechnik hat sich das ursprünglich rein mechani-
sche System Fahrrad zu einem komplexen mechatronischen System gewandelt. Der
prinzipielle Aufbau und die Wirkungsweise eines Fahrrads sind allgemein bekannt,
wodurch eine gute Nachvollziehbarkeit gewährleistet ist. Bild 4-1 zeigt beispielhaft ein
Pedelec und erläutert die spezifischen Komponenten.
Bild 4-1: Beispielhafte Darstellung eines Pedelec mit Tretlagermotor [GB12, S. 71]
In der EU Richtlinie 2002/24EG [EU02] und der DIN EG 15194 [DIN15194] sind die
rechtlichen Grundlagen definiert. Der Fahrer wird von dem integrierten Elektromotor
nur unterstützt, wenn er in die Pedale tritt. Die Motorleistung ist auf maximal 250 W
limitiert. Mit zunehmender Geschwindigkeit muss die elektrische Tretkraftunterstüt-
zung progressiv abnehmen und bei Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 km/h wird
die Motorunterstützung abgeschaltet.
Steuereinheit: Die Inter-
aktion mit dem Fahrer
erfolgt meist über eine
Steuereinheit am Lenker.
Der Fahrer kann dort den
Unterstützungsmodus
auswählen und bekommt
Informationen bzgl.
Geschwindigkeit und
Ladezustand des Akkus.
Akku: Heute kommen fast
ausschließlich Lithium-
Ionen-Akkus zum Einsatz.
Alternative Positionen sind
am Gepäckträger, am
Unterrohr oder in das
Rahmenrohr integriert.
Steuerung: Die Motorsteuerung kann über
die Tretkraft (z.B. Moment in der Tretkurbel)
oder die Tretfrequenz erfolgen. Zusätzlich
wird die Geschwindigkeit gemessen, um den
Motor ab 25 km/h abzuschalten.
Motor: Die Anbringung des Motors hat einen
starken Einfluss auf die Fahrdynamik. Neben
der Integration in das Tretlager kommen
häufig Nabenmotoren im Vorder- oder Hinter-
rad zum Einsatz.
Anwendungsbeispiel Pedelec Seite 97
Die elektrische Energie wird über einen Akku zur Verfügung gestellt. Bei Verwendung
von Nabenmotoren kann die Reichweite durch eine Rückspeisung der Bremsenergie
erhöht werden. Diese Funktionalität wird als Rekuperation bezeichnet.
Über eine Steuereinheit erfolgt die Interaktion mit dem Fahrer. Dieser kann Eingaben
vornehmen (z.B. die Wahl des Unterstützungsmodus) und wird über den aktuellen Sta-
tus informiert (z.B. Ladezustand des Akkus, verbleibende Reichweite). Über Software-
programme können zusätzliche Funktionen implementiert werden, wie Assistenzsyste-
me zur automatischen Gangwahl oder eine Lichtautomatik.
Sämtliche Regelaufgaben werden von einer Steuereinheit übernommen. Diese wertet
die Sensorsignale aus und steuert den Motor an. Über Sensoren werden bspw. die Tritt-
frequenz, das Trittmoment und die Fahrzeuggeschwindigkeit erfasst.
Als Unternehmensumfeld wurde ein fiktives Unternehmen der Fahrradindustrie ge-
wählt. Das Unternehmen hat bisher Tourenräder und Mountainbikes entwickelt und in
großer Stückzahl produziert. Es kann daher von einem umfangreichen Erfahrungswis-
sen bzgl. konventioneller Fahrräder ausgegangen werden. Weiterhin liegt aus dem
BMBF-Verbundprojekt VireS für dieses Unternehmen ein voll funktionsfähiges Enter-
prise Resource Planning System mit den zugehörigen Daten vor, bspw. Stücklisten und
Arbeitspläne.
Mit der Verbreitung und Etablierung der Elektromobilität steigen die Verkaufszahlen
von Pedelecs rasant an [ADFC09], [ZIV11]. Das Modellunternehmen will in den Markt
der Elektrofahrräder einsteigen und entwickelt hierfür ein Pedelec. Aus der strategi-
schen Produktplanung resultiert die Forderung nach einem innovativen und ausgefalle-
nen Antriebskonzept. Das Pedelec soll nicht direkt als Elektrofahrrad erkennbar sein. In
Bild 4-2 ist der erste Entwurf der Designabteilung zu sehen.
Seite 98 Kapitel 4
Bild 4-2: Designentwurf des zu entwickelnden Pedelecs
Der Entwurf zeigt ein Fahrrad mit klassischem Diamantrahmen. Die Gabel ist asymmet-
rische mit einseitiger Aufhängung des Vorderrades ausgeführt. In die Gabel ist der An-
triebsmotor integriert, der so nicht direkt im Sichtbereich liegt. Der Akku wird von
Rahmenelementen kaschiert
In der Konzipierung wurde für das Pedelec bereits ein Produktkonzept erarbeitet1. So-
mit liegen die Partialmodelle Anwendungsszenarien, Umfeld, Anforderungen, Funktio-
nen, Wirkstruktur, Verhalten und Gestalt in einem ersten Entwurf vor. Sie bilden den
Ausgangspunkt für die integrative Montagekonzipierung für das Pedelec. Eine detail-
lierte Darstellung der Partialmodelle findet sich im Anhang (siehe Anhang Kap. A3).
Die Spezifikation der Prinziplösung des Pedelecs erfolgt mit Hilfe der Spezifikations-
technik CONSENS. Hierbei kommt das Modellierungswerkzeug Mechatronic Model-
ler2 zum Einsatz, welches die Spezifikationstechnik umsetzt. Der Mechatronic Modeller
bildet die Prinziplösung rechnerintern als zusammenhängendes, formales Datenmodell
ab [GBD+12, S. 89].
1 Das Anwendungsbeispiel orientiert sich an dem Demonstrator aus dem Verbundprojekt VireS. Für
weiterführende Informationen zur Konzipierung des Pedelecs sei auf [GB12, S. 69ff.] und [GBD+12,
S. 88ff.] verwiesen.
2 Für detaillierte Informationen zum Mechatronic Modeller sei auf [GBD+12, S. 107ff.] verwiesen.
Systematik zur integrativen Konzipierung der Montage Seite 99
5 Systematik zur integrativen Konzipierung der Montage
Die im Rahmen dieser Arbeit entwickelte Systematik zur integrativen Konzipierung der
Montage auf Basis der Prinziplösung mechatronischer Systeme unterstützt den Über-
gang von der Produktkonzipierung in die Produktionssystemkonzipierung. Der Fokus
liegt hierbei auf der montageorientierten Produktstrukturierung und der Spezifikation
der Montageprozesse, ausgehen von der Prinziplösung des Produkts.
Das vorliegende Kapitel gibt eine Einführung in die entwickelte Systematik. In Kapi-
tel 5.1 wird zunächst die Grundidee vorgestellt und die Systematik in die Produktentste-
hung eingeordnet. Kapitel 5.2 umfasst den Lösungsansatz der integrativen Montagekon-
zipierung. Das grundsätzliche Vorgehen ist Inhalt von Kapitel 5.3 und abschließend
werden in Kapitel 5.4 die Bestandteile der Systematik vorgestellt. Die detaillierte Be-
schreibung der Systematik am Anwendungsbeispiel Pedelec folgt in Kapitel 6.
5.1 Grundidee
Das 3-Zyklen-Modell der Produktentstehung stellt das übergeordnete Rahmenwerk für
die entwickelte Systematik dar. Demnach sind Produkt und Produktionssystem bereits
in der frühen Entwicklungsphase, der Konzipierung, parallel und in enger Abstimmung
zu entwickeln (vgl. Kap. 2.2). Die Systematik soll den Übergang von der Produktkonzi-
pierung in die Konzipierung des Produktionssystems unterstützen und entspricht somit
dem oberen horizontalen Pfeil im 3-Zyklen-Modell der Produktentstehung (Bild 2-7).
Den prinzipiellen Ablauf der integrativen Montagekonzipierung zeigt Bild 5-1.
Bild 5-1: Prinzipieller Ablauf der Montagekonzipierung nach [GBR10, S. 716]
System
Modul
Hauptaspekt
Anforderung
Anforderung
...
Hauptaspekt
Anforderung
...
F
W
...
F
...
Produktions-
ressource 2
Produktions-
ressource 1
Montage-
ressource
Bauteil 1.1
Bauteil 1.2
Bauteil 1.1
(Rohzustand) Bauteil 1.1
Baugruppe 1
Bauteil 1.1
fertigen
Bauteil 1.2
(Rohzustand) Bauteil 1.2
Bauteil 1.2
fertigen
Bauteile
montieren
1
1.1
1.2
...
2
2.1
...
AnforderungenF/W
1
2
3
45
6
zunehmende Konkretisierung
Montagegruppe 1
System
Bauteil 1.1
Bauteil 1.2
Montagegruppe 2
Bauteil 2.1
Bauteil 2.2
Legende
Element der montage-
orientierten Erzeugnis-
gliederung
Ressource
Systemelement Prozess
Produktions-
system
PS
Materialfluss
Verweis
Montageorientierte
Erzeugnisgliederung
Ressourcen
Gestalt (PS)
Anforderungen
Prozesse
Gestalt (Produtk)
Wirkstruktur
Seite 100 Kapitel 5
Den Ausgangspunkt bildet die Prinziplösung des Produkts, die in der Regel funktions-
orientiert strukturiert ist. Ihre Module und Baugruppen spiegeln daher nicht die im
Montageprozess vorliegenden Baugruppen wider. Aus diesem Grund ist das Produkt
zunächst nach montageorientierten Gesichtspunkten zu strukturieren. Ausgehend von
den Partialmodellen Anforderungen (1), Wirkstruktur (2) und Gestalt (3) wird eine
montageorientierte Erzeugnisgliederung gebildet, welche den Ausgangspunkt für die
anschließende Spezifikation der Montageprozesse (4) darstellt. Der Montageprozess
bringt die Montageschritte in eine logische und zeitliche Reihenfolge und definiert die
zum Einsatz kommenden Montageverfahren. Weiterhin bildet er die Grundlage für die
Konzipierung der Fertigungsprozesse (vgl. [Nor12, S. 96ff.]). Auf Basis des Montage-
prozesses erfolgt die Konzipierung des Montagesystems, d.h. es werden die notwendi-
gen Ressourcen zur Ausführung der Montageprozesse ausgewählt (5) sowie deren Ge-
stalt und Anordnung festgelegt (6).
5.2 Lösungsansatz
Die entwickelte Systematik beruht auf der Verknüpfung von Produktkonzept und Pro-
duktionssystemkonzept über die Eigenschaften der Bauteilverbindungen, die sog. Ver-
bindungseigenschaften. Bild 5-2 zeigt die wesentlichen Entitätsmengen und ihre gegen-
seitigen Beziehungen.
Bild 5-2: Vereinfachte relationale Darstellung eines semantischen Informationsmo-
dells für die Konzipierung der Montage nach [GBK10, S. 348]
Die Aspekte bei der Konzipierung von Produkt und Produktionssystem sind durch Par-
tialmodelle beschrieben. Bei dem Produktkonzept sind dies Umfeld, Anwendungssze-
narien, Anforderungen, Funktionen, Wirkstruktur, Verhalten und Gestalt (vgl.
Kap. 2.6.1). Das Produktkonzept bildet die Grundlage der montageorientierten Er-
zeugnisgliederung, welche die gestaltbehafteten Systemelemente und ihre Aggregation
zu Montagegruppen und Vormontagegruppen beschreibt. Die notwendigen Informatio-
ggf. IT-Unterstützung
Beeinflussung durch
Produkteigenschaften
Restriktion
durch Montageverfahren
Produkt-
konzept
Verbindungs-
eigenschaften
montageorientierte
Erzeugnisgliederung
Montage-
verfahren
Wechselwirkungen
Produktions-
system-
konzept
Anforderungen
Prozesse
Ressourcen
Gestalt
Umfeld
Anwendungs-
szenarien
Anforderungen
Funktionen
Wirkstruktur
Verhalten
Gestalt
Legende
Beziehung
(i.d.R. m:n)
Entitätsmenge
Systematik zur integrativen Konzipierung der Montage Seite 101
nen sind in den Partialmodellen Wirkstruktur und Gestalt enthalten. Bauzusammenhän-
ge zwischen den Systemelementen werden mittels Verbindungseigenschaften be-
schrieben, z.B. die Lösbarkeit der Verbindung oder die Art des Zusammenhalts. Das
Produktkonzept wird um diese Informationen ergänzt. Realisiert werden Bauteilverbin-
dungen bzw. der Verbindungseigenschaften über Montageverfahren, die im weiteren
Verlauf der Konzipierung detailliert und konkretisiert werden. Auf Grundlage der mon-
tageorientierten Erzeugnisgliederung und der Montageverfahren wird das Produktions-
systemkonzept erstellt, welches in den Partialmodellen Anforderungen, Prozesse, Res-
sourcen und Gestalt beschrieben wird (vgl. Kap. 2.6.1).
Dieser Lösungsansatz zeigt deutlich die Wechselwirkungen zwischen der Prinziplö-
sung des Produkts und dem Konzept des zugehörigen Produktionssystems. Die Prin-
ziplösung schränkt die möglichen Montageverfahren ein, bspw. über die Gestalt der
Bauteile (Zugänglichkeit der Fügestelle) und deren Materialpaarung. Andererseits fol-
gen aus den gewählten Montageverfahren Restriktionen an die Produktgestaltung, bspw.
erforderliche Materialstärken oder Greifflächen für Handhabungswerkzeuge.
5.3 Prinzipielles Vorgehen der Systematik
Das prinzipielle Vorgehen zur Konzipierung der Montage gliedert sich in fünf Haupt-
phasen: Konzipierung der Produktgestalt, Planen und Klären der Montageaufgabe,
montageorientierte Produktstrukturierung, Konzipierung des Montageprozesses und
Konzipierung des Montagesystems. Die Phasen ordnet sich entsprechend Bild 5-3 in das
Vorgehensmodell für die integrative Konzipierung von Produkt und Produktionssystem
ein (vgl. Kap. 2.6.2, Bild 2-19).
Konzipierung der Produktgestalt: Den Ausgangspunkt für die Montagekonzipierung
bildet die Produktgestalt. Im Partialmodell Gestalt wird die Geometrie der einzelnen
Bauteile spezifiziert und Bauteile werden zu Baugruppen zusammengefasst. Hierbei
sind die räumliche Anordnung sowie die Bauzusammenhänge festzulegen. Die Be-
schreibung der Produktgestalt erfolgt in Form von Handskizzen oder grob maßstäbli-
chen 2D-Zeichnungen. Da diese nicht maschineninterpretierbar sind, werden die Bauzu-
sammenhänge formalisiert und in der Wirkstruktur abgelegt. Abschließend werden die
Bauzusammenhänge konkretisiert, wobei Eigenschaften, wie der Verbindungstyp, die
Lösbarkeit der Verbindung oder die primäre Schlussart festzulegen sind. Die Bauzu-
sammenhänge und Verbindungseigenschaften bilden die Grundlage für die spätere mon-
tageorientierte Produktstrukturierung und die Identifikation geeigneter Montageverfah-
ren, insb. der Fügeverfahren.
Seite 102 Kapitel 5
Bild 5-3: Vorgehen zur Konzipierung der Montage und Einordnung in das Vorge-
hensmodell zur integrativen Konzipierung
Modul n
Modul 2
Modul 1
Integrative Konzipierung von Produkt und Produktionssystem
Dekomposition
Planen und Klären
der Aufgabe
Konzipierung auf
Modulebene
Wechsel-
wirkungen
Konzipierung auf
Systemebene Konzept-
integration
Planen und Klären
der Aufgabe
Konzipierung auf
Prozessebene
Konzipierung auf
Ressourcenebene
P
Legende
Produkt
PS: Produktions-
system
Phase
Phase Produktions-
system
Resultat
Integrative Konzipierung der Montage
montagespezifische
Anforderungsliste,
Montagemethode
Produktgestalt,
Bauzusammenhänge
Konzipierung der
Produktgestalt
Planen und
Klären der
Montageaufgabe
Montageablauf als
Prozesskette,
Gestaltungsrichtlinien
Montagezwangsfolgen,
montageorientierte
Erzeugnisgliederung
Montageorientierte
Produkt-
strukturierung
Konzipierung des
Montageprozesses
Konzept des
Montagesystems
(Ressourcen, Layout)
Konzipierung des
Montagesystems
Systematik zur integrativen Konzipierung der Montage Seite 103
Planen und Klären der Montageaufgabe: In dieser Phase werden die Anforderungen
an das zu entwickelnde Montagekonzept aufgestellt. Zunächst erfolgt die Analyse der
Produktanforderungen. Hierbei wird die Anforderungsliste auf die montagerelevanten
Anforderungen reduziert, bspw. Angaben zu den erwarteten Stück- und Variantenzah-
len. Das Resultat ist eine montagespezifische Anforderungsliste. Anschließend werden
Anforderungen an die Montage aus weiteren Unternehmensbereichen ergänzt (z.B. aus
der strategischen Produktionsplanung). Weiterhin hat der Automatisierungsgrad des
Montagesystems einen großen Einfluss auf das Montagekonzept und die Produktgestal-
tung, weshalb bereits auf Grundlage der Anforderungen eine erste Festlegung der
grundlegenden Montagemethode erfolgt (z.B. manuelle-, hybride- oder automatisierte-
Montage). Die Grundlage hierfür bilden Stückzahlabschätzungen sowie die zu erwar-
tende Produktkomplexität.
Montageorientierte Produktstrukturierung: Das Ziel dieser Phase ist eine montage-
orientierte Erzeugnisgliederung. Sie beschreibt die Aggregation der Bauteile zu Monta-
gegruppen und Vormontagegruppen, die im Verlauf der Montage gebildet werden. In
der Regel stimmen diese nicht mit den funktionsorientiert gebildeten Baugruppen des
Produktkonzepts überein. Zunächst werden in enger Abstimmung mit der Produktent-
wicklung Montagezwangsfolgen identifiziert. Dies sind Restriktionen in der Reihenfol-
ge der Montageschritte der Bauteile. Auf Grundlage der Flussbeziehungen und der Bau-
zusammenhänge erfolgt die montageorientierte Produktstrukturierung, in dessen Rah-
men die Bauteile zu Montagegruppen zusammengefasst werden. Abschließend folgt die
Überführung der Montagegruppen in eine montageorientierte Erzeugnisgliederung.
Konzipierung des Montageprozesses: Das Ziel ist eine erste Montageablaufstruktur in
Form einer Prozesskette, welche die durchzuführenden Montageschritte spezifiziert und
sie in eine zeitliche und logische Reihenfolge bringt. Sie wird auf Grundlage der mon-
tageorientierten Erzeugnisgliederung abgeleitet. Sind Teile des Montageprozesses im
Unternehmen bekannt, wird die Prozesskette entsprechend ergänzt. Dies kann bei der
Wiederverwendung von Baugruppen der Fall sein, die bereits im Unternehmen montiert
werden. Anschließend erfolgt eine Hierarchisierung und Detaillierung der Montage-
schritte. Dabei werden die Montageschritte in Teilschritte unterteilt und in eine Reihen-
folge gebracht. Auf Grundlage der spezifizierten Eigenschaften der Bauteilverbindun-
gen werden geeignete Montageverfahren identifiziert. Da meist mehrere Verfahren zur
Verfügung stehen, ergeben sich alternative Prozessketten. Bei Bedarf kann der Lö-
sungsraum durch eine Bewertung und Auswahl der Prozessketten eingeschränkt wer-
den. Die Auswahl der Montageverfahren hat einen großen Einfluss auf die Produktge-
staltung sowie die Werkstoffwahl. Über Gestaltungsrichtlinien fließen die montagetech-
nischen Restriktionen in den weiteren Verlauf der Produktentwicklung ein.
Konzipierung des Montagesystems: In dieser Phase wird das Montagesystem konzi-
piert, d.h. die benötigten Ressourcen werden ausgewählt sowie deren Anordnung fest-
gelegt. Das ist bereits in der frühen Phase erforderlich, da die spezifizierte Prozesskette
auf Ebene der Montageverfahren zwar Aussagen zur Wechselwirkungen zwischen Pro-
Seite 104 Kapitel 5
dukt und Montage zulässt, detaillierte Analysen wie Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen
allerdings nur sehr eingeschränkt möglich sind und einer großen Unsicherheit unterlie-
gen. Beispielsweise lässt sich das Laufrad eines Fahrrads manuell an einem Handar-
beitsplatz oder in einer vollautomatisierten Montagezelle einspeichen. Die beiden Res-
sourcen unterscheiden sich maßgeblich in Eigenschaften wie den Investitionskosten
oder der Ausbringungsmenge. Hinreichend genaue Analysen sind daher nur auf Basis
von Ressourcen durchführbar. Aus diesem Grund werden für die Prozessschritte geeig-
nete Ressourcen identifiziert. In Abhängigkeit der Verfügbarkeit der einzelnen Ressour-
cen sowie der Anforderungen an das Montagesystem werden Ressourcenkombinationen
ausgewählt und zu einer Ressourcenfolge verknüpft. Anschließend wird die räumliche
Anordnung der Ressourcen festgelegt und ein Layout des Montagesystems erzeugt. Die
Ressourcenfolge und das Layout bilden den Ausgangspunkt für die weitere Konkretisie-
rung im Rahmen der Arbeitsstätten-, Materialfluss- und Arbeitsmittelplanung.
Detaillierung im iterativen Vorgehen: Bei dem beschriebenen Vorgehen handelt es
sich um einen iterativen Prozess, auch wenn es in Bild 5-3 als stringente Folge von Ar-
beitsschritten dargestellt ist. Die Arbeitsschritte werden z.T. parallel und in enger Ab-
stimmung mehrfach durchlaufen. Hierbei wird der Konkretisierungsgrad des Montage-
konzepts kontinuierlich erhöht. Es kann dabei durchaus zu einem inhomogenen Konkre-
tisierungsgrad innerhalb des Montagekonzepts kommen. Beispielsweise sind für man-
che Prozessschritte die Montageverfahren und konkreten Ressourcen festgelegt, da die
Prozessfolge im Unternehmen bereits bekannt ist. Andere Teilbereiche sind hingegen
lediglich grob auf Funktions- oder Verfahrensebene beschrieben und müssen noch kon-
zipiert werden. Die Anzahl der erforderlichen Iterationsschleifen und die spezifische
Reihenfolge, in der die Schritte durchlaufen werden, ist von der Produktkomplexität,
der Arbeitsweise und Kompetenz der beteiligten Fachleute sowie weiteren Faktoren
abhängig (z.B. Organisationsform im Unternehmen).
5.4 Bestandteile der Systematik
Die entwickelte Systematik dient als Rahmenwerk für das Vorgehen der Fachleute und
stellt die benötigten Methoden und Werkzeuge zur Verfügung. Das Ziel ist nicht die
Automatisierung der Montagekonzipierung. Die kreative Leistung der Fachleute wird
unterstützt, kann und soll jedoch nicht ersetzt werden.
Ein Vorgehensmodell und dedizierte Hilfsmittel bilden die Bestandteile der Systematik.
Das Vorgehensmodell beschreibt und strukturiert die durchzuführenden Tätigkeiten.
Eine Spezifikationstechnik ermöglicht die fachdisziplinübergreifende Beschreibung des
Produkt- und Produktionssystemkonzepts. Methoden und entsprechende Werkzeuge
dienen als Hilfsmittel zur Lösung von Teilaufgaben im Rahmen der Montagekonzipie-
rung. In Bild 5-4 sind die Bestandteile und ihr grundsätzliches Zusammenwirken darge-
stellt.
Systematik zur integrativen Konzipierung der Montage Seite 105
Bild 5-4: Bestandteile der Systematik
5.4.1 Vorgehensmodell
Das Vorgehensmodell dient als Leitfaden für die beteiligten Fachleute und beschreibt
das Vorgehen bei der Montagekonzipierung. Hierfür detailliert es das prinzipielle Vor-
gehen aus Bild 5-3. Die Tätigkeiten der einzelnen Arbeitsschritte werden beschrieben
sowie Methoden und Werkzeuge zur Lösung der Teilaufgaben zugewiesen. Für eine
bessere Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit ist das Vorgehen als sequentielle
Folge von Arbeitsschritten in Form von Phasen-Meilenstein-Diagrammen dargestellt.
5.4.2 Spezifikationstechnik
Die Prinziplösung eines mechatronischen Systems bildet die Grundlage für die Kom-
munikation der an der Entwicklung beteiligten Fachleute und fördert ein einheitliches
Verständnis. Für die fachdisziplinübergreifende Beschreibung der Prinziplösung mecha-
tronischer Systeme und der zugehörigen Produktionssysteme wurde die Spezifikations-
technik CONSENS entwickelt (vgl. Kap. 2.6.1). Diese wird durch das Modellierungs-
werkzeug Mechatronic Modeller softwaretechnisch umgesetzt.
Im Rahmen dieser Arbeit kommt die Spezifikationstechnik CONSENS zum Einsatz.
Die Partialmodelle werden erweitert, um alle für die Konzipierung der Montage benö-
tigten Informationen abzubilden. Das Montagekonzept ist Teil des Produktionssystem-
konzepts. Es umfasst die Montageanforderungen, eine Montageablaufstruktur sowie
eine Beschreibung des Montagesystems. Die Aspekte gliedern sich in die Partialmodelle
Konzipierung der
Produktgestalt
Planen und
Klären der
Montageaufgabe
Montageorientierte
Produkt-
strukturierung
Konzipierung des
Montageprozesses
Konzipierung des
Montagesystems
Gabelschaft Motor Drehimpuls-
geber
Dreimpuls-
geber
einpressen
Lagersitz Gabelschaft
und Lagersitz
verschweißen
Motor
montieren
(Schrauben)
MP Antrieb
(680)
WIG-Arbeitsplatz
(340)
Vorgehensmodell
Beschreibung der Vorgehensweise
und Steuerung des Einsatzes von
Methoden und Werkzeugen.
Methoden und Werkzeuge
Für die Lösung von Teilaufgaben,
z.B. für die Produktstrukturierung
oder die Verfahrensauswahl.
Spezifikationstechnik
Beschreibung der Produktgestalt und
Produktstruktur sowie der Montage-
prozesse und des Montagesystems.
Seite 106 Kapitel 5
des Produktionssystemkonzepts nach GAUSEMEIER ET AL. ein (vgl. [GBR10, S. 715ff.],
[GBD+12, S. 100f.], [NBG13, S. 619f.]).
Bild 5-5: Das Montagekonzept als Teil der Partialmodelle zur Beschreibung des Pro-
duktionssystemkonzepts nach GAUSEMEIER ET AL. nach [GBR10, S. 716]
Die Montageanforderungen bilden eine Teilmenge der Fertigungsanforderungen und
werden im gleichnamigen Partialmodell abgebildet. Die Montageablaufstruktur ist ein
Teil des Arbeitsablaufs zur Herstellung des Produkts. Sie wird zusammen mit den Ferti-
gungsprozessen im Partialmodell Prozesse beschrieben. Die Spezifikation des Monta-
gesystems erfolgt zweigeteilt. Im Partialmodell Ressourcen werden die ausgewählten
Betriebsmittel charakterisiert und ihre materialflusstechnische Verkettung abgebildet.
Informationen zur räumlichen Anordnung und zur Geometrie der Ressourcen (z.B.
Raumbedarf, Layout) sind Teil des Partialmodells Gestalt.
5.4.3 Methoden
Im Verlauf der integrativen Konzipierung der Montage sind von den beteiligten Fach-
leuten eine Reihe von Teilaufgaben zu lösen. Im Wesentlichen sind dies:
Die montageorientierte Strukturierung des herzustellenden Produkts.
Die Ableitung einer montageorientierten Erzeugnisgliederung.
Die Spezifikation von Verbindungseigenschaften.
Die Auswahl geeigneter Montageverfahren.
Die Erstellung einer Montageablaufstruktur in Form einer Prozesskette.
Die Auswahl der benötigten Ressourcen zur Realisierung des Montageablaufs.
System kohärenter
Partialmodelle
Fertigungsanforderungen
Geometrie
2
2.1 Länge l : 6600 mm
ges
2.2 Breite b : 2420 mm
ges
2.3 Höhe h : 2855 mm
ges
3
3.1 Automatisierungsgrad > 60 %
Fertigung
Vollständiges Konzept des Produktionssystems
Gestalt (Produktionssystem)
Prozesse
Kunsstoffgranulat
Blech Bodenplatte
herstellen Bodenplatte
Spritzgießen Gehäuse
Gehäusemodul
montieren
Gehäuse-
modul
Ressourcen
Spritzgieß-
werkzeug
Spritzgieß-
maschine Montage-
arbeitsplatz
Schlagschere
Montageanforderun-
gen bilden eine Teil-
menge der Fertigungs-
anforderungen.
Die Montageablauf-
struktur bildet mit den
Fertigungsprozessen
die Prozesskette zur
Herstellung des Pro-
dukts.
Die Betriebsmittel des
Montagesystems
werden im Partial-
modell Ressourcen
spezifiziert.
Die räumliche Anord-
nung der Betriebsmittel
des Montagesystems
ist Teil der Gestalt des
Produktionssystems.
Systematik zur integrativen Konzipierung der Montage Seite 107
Heute existiert bereits eine Vielzahl von Methoden, die spezifische Lösungen für die
Teilaufgaben bereitstellen. Im Rahmen der Analyse des Stands der Technik wurden
mögliche Methoden identifiziert und hinsichtlich ihrer Eignung bewertet (vgl.
Kap. 3.7). Eine Integration in eine übergreifende Systematik für die integrative Monta-
gekonzipierung ist bisher nicht erfolgt.
Die entwickelte Systematik stellt den Planern und Entwicklern die benötigten Methoden
bedarfsgerecht zur Verfügung, indem sie den einzelnen Arbeitsschritten im Vorgehens-
modell geeignete Methoden zur Lösung der jeweiligen Teilaufgabe zuordnet. Es wird
hierbei auf etablierte Methoden zurückgegriffen. Ist dies nicht möglich, werden beste-
hende Methoden adaptiert und auf die Erfordernisse des jeweiligen Anwendungsfalls
angepasst. In Kapitel 6 werden die Methoden anhand des Anwendungsbeispiels Pedelec
detailliert beschrieben.
Seite 108 Kapitel 6
6 Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage
In diesem Kapitel wird die entwickelte Systematik am Anwendungsbeispiel Pedelec
vorgestellt. Der Aufbau des Kapitels orientiert sich am Vorgehen der Systematik (Bild
5-3). Im Rahmen der zugehörigen Arbeitsschritte wird der Einsatz der Spezifikations-
technik und der Methoden erläutert. Abschließend erfolgt die Bewertung der entwickel-
ten Systematik gegen die gestellten Anforderungen aus Kapitel 2.8.
6.1 Konzipieren der Produktgestalt
Die Konzipierung der Produktgestalt erfolgt parallel zur Konzipierung der Wirkstruktur
und des Verhaltens (vgl. Kap. 2.6.2, siehe Anhang Bild A-2). Das Ziel sind die Pro-
duktgestalt und die baulichen Zusammenhänge. Das Vorgehen gliedert sich in vier
Schritte. Zunächst wird die Gestalt der Systembestandteile spezifiziert und deren räum-
liche Anordnung festgelegt. Anschließend werden montagerelevante Flussbeziehungen
in der Wirkstruktur identifiziert sowie Bauzusammenhänge zwischen den Systembe-
standteilen formalisiert und konkretisiert. Das Vorgehen ist in Bild 6-1 dargestellt.
Bild 6-1: Vorgehen bei der Konzipierung der Produktgestalt
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 109
6.1.1 Spezifikation der Produktgestalt
Bereits in der Konzipierung werden erste Festlegungen zur Gestalt des Produkts getrof-
fen [Fra06, S. 115f.]. Parallel zur Erstellung der Wirkstruktur erfolgen die Beschreibung
der Geometrie gestaltbehafteter Systemelemente und die Positionierung dieser Elemente
im Raum. Es entsteht eine erste Baustruktur [GFR+05, S. 35]. Gestaltbehaftete System-
elemente sind physisch vorhandene Elemente. Hierbei kann es sich um Bauteile und
Baugruppen handeln. Beispiele für Systemelemente ohne Gestalt sind Komponenten der
Software- und Regelungstechnik oder noch nicht weiter detaillierten Funktionsmodule.
In der Konzipierung ist für die Beschreibung der Gestalt die Spezifikationen von vier
Aspekten erforderlich. Dies sind die Geometrie und räumliche Anordnung der System-
bestandteile sowie ihre Aggregationsbeziehungen und Bauzusammenhänge:
Bei der Geometrie der Systemelemente liegt der Fokus in der Konzipierung auf der
Makrogeometrie, d.h. der Form und der Größe. Die Mikrogeometrie (Oberflächen-
eigenschaften) wird meist noch nicht definiert.
Die räumliche Anordnung beschreibt die Positionierung der Systembestandteile
zueinander bzw. im Raum.
Aggregationsbeziehungen beschreiben die Zusammenfassung von Systembestand-
teilen zu Gruppen höherer Ordnung. Die Aggregation kann nach verschiedenen Ge-
sichtspunkten erfolgen, bspw. funktional oder montageorientiert.
Als Bauzusammenhänge werden die Verbindungen zwischen Systembestandteilen
bezeichnet. Beispiele sind Fügestellen oder Kontaktpunkte.
Die Beschreibung der Gestalt erfolgt im gleichnamigen Partialmodell (vgl. Kap. 2.6.1
und [Fra06, S. 115f.]). Das Partialmodell Gestalt impliziert somit die Baustruktur1. Den
Ausgangspunkt für die Gestaltbeschreibung bildet die erste Wirkstruktur. Der Verweis
auf die Gestalt eines Systemelements wird durch ein Piktogramm im entsprechenden
Systemelement gekennzeichnet [Fra06, S. 98]. Bild 6-2 zeigt die Zusammenhänge zwi-
schen den Partialmodellen Wirkstruktur und Gestalt.
1 Die Baustruktur beschreibt die räumliche Anordnung der physischen Systembestandteile sowie ihre
Aggregation zu Baugruppen [GRS09, S. 173]. Die Entitäten der Baustruktur sind Bauteile, Baugrup-
pen sowie ihre Bauzusammenhänge (vgl. [FGK+04, S. 56]).
Seite 110 Kapitel 6
Bild 6-2: Zusammenhang zwischen den Partialmodellen Wirkstruktur und Gestalt
(Flussbeziehungen sind zur besseren Übersichtlichkeit nicht dargestellt)
Gestaltbehaftete Systemelemente auf der niedrigsten Hierarchieebene der Wirkstruktur,
sogenannte Blätter2, werden im Folgenden als Bauteile bezeichnet (vgl. [FGK+04,
S. 56]). Es muss sich hierbei nicht um Einzelteile3 handeln. Bauteile können auch aus
mehreren Einzelteilen bestehen, die in der aktuellen Phase des Entwicklungsprozesses
als Einheit betrachtet werden. Ein Beispiel ist der Motor. Dieser wird als Zukaufteil
bezogen und in der Konzipierung als zusammenhängendes Bauteil betrachtet. Die Be-
schreibung der Gestalt eines Bauteils umfasst Angaben zur Geometrie und zum Werk-
stoff. Weiterhin werden die Wirkflächen des Bauteils spezifiziert. Die Bauteilgestalt
entspricht den Part-Modellen4 in gängigen 3D-CAD-Programmen.
Als Baugruppen werden gestaltbehaftete Systemelemente bezeichnet, die sich aus
mehreren Systemelementen einer niedrigeren Hierarchieebene zusammensetzen. Sie
bilden Knoten in der Hierarchie der Wirkstruktur. Die Bestandteile einer Baugruppe
bilden nicht zwangsläufig eine Montageeinheit. Es kann sich auch um Gruppen handeln,
die bspw. unter funktionsorientierten, baukastenorientierten oder ersatzteilorientierten
2 In der Graphentheorie werden bei gerichteten Bäumen die Knoten der untersten Hierarchieebene als
Blätter bezeichnet. Der zentrale Knoten des Graphens bildet die Wurzel [Die06, S. 15].
3 Als Einzelteil wird ein geometrisch bestimmter Körper bezeichnet, der sich nicht zerstörungsfrei tren-
nen lässt [Ref93b, S. 68].
4 Als Part werden 3D-Elemente auf Bauteilebene bezeichnet [Bra05, S. 533].
Gesamtsystem
Hierarchieebene
Baugruppe
Bauteil
Pedelec
Pedelec
(Ausschnitt)
Steuerprogramm
Akku
Rad vorne
Gestalt Pedelec
Gestalt Rad vorne
Nabenmotor
Felge
Rad vorne
(Ausschnitt)
Speichen
Gestalt Nabenmotor
Legende
Verweis auf Gestalt Verweis auf AggregationSystemelement
Wirkstruktur Gestalt
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 111
Gesichtspunkten gebildet wurden [Gai81, S. 22]. Das Gestaltmodell einer Baugruppe
beschreibt die Bauzusammenhänge und die räumliche Anordnung der enthaltenen Ele-
mente. Die Geometrie der Baugruppe ergibt sich aus der Summe der enthaltenen Ein-
zelgestalten. Diese kann als Hüllvolumen beschrieben werden und folgt dem Konzept
der Bauräume5. In gängigen 3D-CAD-Systemen entsprechen Baugruppen den As-
sembly-Modellen6.
Das Gesamtsystem ist das zu entwickelnde Produkt. Es bildet in der Hierarchie der
Wirkstruktur die Wurzel. Die Gestalt des Gesamtsystems ergibt sich analog zu der Ge-
stalt einer Baugruppe als die Summe der Gestaltmodelle der enthaltenen Elemente.
Bauliche Verbindungen, sog. Bauzusammenhänge, können nur zwischen Bauteilen
bestehen. Verbindungen zu Baugruppen müssen immer auf ein Bauteil innerhalb der
Baugruppe referenzieren. Direkte Verbindungen zu Baugruppen sind nicht möglich, da
diese lediglich eine Gruppierung und kein physisches Teil darstellen. Bauzusammen-
hänge werden durch Verbindungseigenschaften konkretisiert (z.B. Lösbarkeit der Ver-
bindung oder Art des Zusammenhalts).
In der Konzipierung erfolgt im Zuge der Detaillierung und Konkretisierung häufig eine
Dekomposition von Systemelementen. Hierbei werden die Bestandteile eines System-
elements spezifiziert. In der Hierarchie der Wirkstruktur wird das Systemelement somit
von einem Bauteil (Blatt) zu einer Baugruppe (Knoten). Wurde die Geometrie des Bau-
teils bereits spezifiziert, beschreibt diese das Hüllvolumen der Baugruppe und kenn-
zeichnet somit den zur Verfügung stehenden Bauraum für die Bauteile. Bestehende
Bauzusammenhänge sind zu konkretisieren und auf die neuen Bestandteile der Bau-
gruppe zu referenzieren.
Die Modellierung der Gestalt kann in Form von Handskizzen, 2D-Skizzen mit ge-
bräuchlichen COTS7-Modellierungswerkzeugen (z.B. Microsoft Visio, Power Point)
oder 3D-CAD-Systemen erfolgen. CAD-Systeme fordern bei der Modellierung sofort
ein hohes Maß an genauer Gestaltfestlegung. Sie sind daher für die frühe Phase nur ein-
geschränkt geeignet [VDI2223, S. 22f.]. Die 3D-Modellierung sollte erst mit dem Über-
gang von der Konzept- in die Entwurfsphase beginnen [VDI2209, S. 3]. In der Konzi-
pierung sind Handskizzen und 2D-Skizzen die bevorzugten Mittel zur Beschreibung der
5 Als Bauraum wird ein begrenzter Raum bezeichnet, in den ein Bauteil bzw. mehrere Bauteile einzu-
passen sind. Das Konzept der Bauräume wird insb. bei komplexen Produkten mit einer (zeit)parallelen
Bauteilgestaltung eingesetzt [VWB+09, S. 210].
6 Als Assembly werden Baugruppen aus mehreren Bauteilen (Parts) und/oder weiteren Baugruppen
bezeichnet. Im Assembly-Modell werden die Bestandteile positioniert. Dies erfolgt über die Ausrich-
tung der lokalen Koordinatensysteme oder über die Definition von Lagebedingungen, sogenannten
Constraints [Bra05, S. 448].
7 COTS (Commercial of the Shelf): In Serie gefertigte Elektronik- oder Softwareprodukte ohne kunden-
spezifische Anpassungen. Ein Beispiel ist Standardsoftware, wie die Microsoft Office Produkte.
Seite 112 Kapitel 6
Gestalt [Sed10, S. 74], [PL11, S. 144], [Eng12, S. 195]. Im Verlauf der Entwicklung
können die Handskizzen zu 3D-CAD-Modellen konkretisiert werden.
Der im Rahmen dieser Arbeit verwendete Ansatz orientiert sich an dem Contact and
Channel Model (vgl. Kap. 3.2.3). Die Beschreibung der Gestalt erfolgt primär in Form
von Handskizzen sowie maßstäblicher 2D-Skizzen. Für die Erstellung der 2D-Skizzen
kommen gängige Visualisierungsprogramme zum Einsatz (z.B. Microsoft Visio).
Der Ansatz wird im Folgenden am Beispiel der frühzeitigen Gestaltung von Bauteilen
und Baugruppen beschrieben. Zunächst wird die Spezifikation der Gestalt einzelner
Bauteile erläutert. Anschließend folgt die Modellierung der Aggregation von Bauteilen
zu Baugruppen bzw. dem Gesamtsystem. Die beiden Schritte sind nicht trennscharf und
von einer Vielzahl an Iterationen geprägt. Bei der Gestaltung der Baugruppen, d.h. bei
der Festlegung der räumlichen Anordnung und der Spezifikation der baulichen Zusam-
menhänge, kommt es in der Regel zu einer Anpassung der Gestalt einzelner Bauteile.
Häufig ist es sinnvoll, die Gestalt einzelner Bauteile direkt im Kontext der übergeordne-
ten Baugruppe zu konzipieren.
6.1.1.1 Gestaltung von Bauteilen
Im Folgenden wird die Beschreibung der Gestalt am Beispiel des Systemelements
Rahmen mittels 2D-Skizzen gezeigt (Bild 6-3). Hierbei gibt es zwei Gestaltungselemen-
te: Wirkflächen und Leitstützstrukturen (vgl. Kap. 3.2.3).
Bild 6-3: Gestalt des Systemelements Rahmen als 2D-Skizze
Die Wirkflächen des Rahmens sind bereits festgelegt. Dies sind die Aufnahmen für den
Sattel und die Gabel sowie das Hinterrad und die Pedaleinheit. Für die Anbindung des
Akkus gibt es zwei alternative Positionen. Der Akku kann sowohl am Sitzrohr als auch
am Unterrohr befestigt werden. Die Leitstützstruktur bildet das eigentliche Bauteil
Rahmen und verbindet die Wirkflächen miteinander. Im gezeigten Beispiel sind erst die
Auswirkungen durch
Geometrieanpassungen
Langer Radstand
+ Geradeauslaufverhalten
- Wendigkeit
Kurzer Hinterbau
+ Wendigkeit, Traktion
am Hinterrad
- Erhöhung der Flatter-
gefahr durch Entlastung
des Vorderrads
Steiler Steuerrohrwinkel
+ Wendigkeit
- Geradeauslaufverhalten
Sattelrohr-
winkel
Sattel
Rad
hinten
Pedaleinheit
Gabel
Akku
(alternative
Positionen)
Radstand
Steuerrohr-
winkel
Legende
WirkflächeLeitstützstruktur
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 113
Rahmenform (Diamantrahmen) und die grundsätzlichen Abmessungen festgelegt. Diese
haben einen großen Einfluss auf das spätere Fahrverhalten des Pedelecs. Zum Beispiel
bestimmen der Radstand und der Vorlauf das Fahrverhalten bzgl. Geradeauslauf und
Kurvenfahrt sowie die erforderlichen Lenkkräfte.
Handelt es sich bei Systemelementen um bereits etablierte Lösungen (Lösungselemen-
te), können bestehende Modelle direkt übernommen werden. Beispiele sind Zukauf-
und Normteile oder in vorangegangenen Projekten entwickelte Bauteile und Baugrup-
pen. Für diese liegen in der Regel detaillierte Gestaltinformationen vor, z.B. in Form
von 3D-CAD-Modellen, Fertigungszeichnungen oder Abmessungen aus Katalogen. Im
Fall des Anwendungsbeispiels Pedelec könnte ein Nabenmotor zugekauft werden. Für
das Kaufteil liegen die Geometriedaten vor (Bild 6-4 links).
Bild 6-4: Modell eines Kaufteils und abstrahiertes Ersatzmodell der Konzipierung8
In der Konzipierung wird dieser Detaillierungsgrad jedoch nicht benötigt. Daher kann
ein Ersatzmodell des Nabenmotors verwendet werden (Bild 6-4 rechts). Dieses enthält
die relevanten Abmessungen und die Beschreibung der Wirkflächen des Bauteils. Im
Fall des Nabenmotors sind Durchmesser, Breite und Masse spezifiziert. Die Welle und
die Anbindung der Speichen und der Bremsscheibe sind als Wirkflächen des Bauteils
festgelegt.
6.1.1.2 Gestaltung von Baugruppen
Das Ziel dieser Phase ist die Gestalt der Baugruppen. Das Vorgehen gilt gleichermaßen
für die Gestaltung des Gesamtsystems. Die Gestalt einer Baugruppe ergibt sich aus der
Kombination aller enthaltenen Bauteile indem die Gestaltmodelle der enthaltenen Bau-
8 Technische Zeichnung links nach [AG13-ol].
8,0
9,5
Ø143,0
Ø129,0
Ø143,0
Bremsscheibe
Ø160,0
6-Loch IS2000
43,5
WF Speichen
Ø129,0
WF Brems-
scheibe
IS2000
WF Rahmen
1,5
3,7
8,0
46,5
78,0 78,0
100,0
158,0 158,0
Masse: 2,8 kg
Legende
WirkflächeWF
Wirkfläche
Detailliertes Gestaltmodell
des Bauteilherstellers
Abstrahiertes Gestaltmodell
für die Konzipierung
Seite 114 Kapitel 6
teile in einer Skizze der Baugruppe zusammengeführt werden. Dabei sind ihre räumli-
che Anordnung und somit ihre Position zueinander festzulegen. Der Kontakt zweier
Bauteile erfolgt immer über zwei Wirkflächen, die ein Wirkflächenpaar bilden. Ergeben
sich neue Kontaktstellen zwischen Bauteilen bzw. ändern sich bestehende Kontaktstel-
len sind die Gestaltmodelle der entsprechenden Bauteile anzupassen. Liegt für ein Bau-
teil noch kein Gestaltmodell vor, kann dieses im Kontext der Baugruppe erstellt werden.
Hierfür werden die Wirkflächen des Bauteils spezifiziert und eine grobe Leitstützstruk-
tur festgelegt. Somit wird der Bauraum definiert, in dem das Bauteil im weiteren Ver-
lauf ausgestaltet wird. Bild 6-5 zeigt die Gestalt des Gesamtsystems Pedelec.
Bild 6-5: Gestalt des Gesamtsystems Pedelec
Im vorliegenden Entwicklungsstadium sind noch nicht für alle Systemelemente Ge-
staltmodelle festgelegt. Das zentrale Element bildet der Rahmen. Entsprechend der
Wirkflächen ist er mit dem Rad hinten, der Gabel, dem Sattel der Tretkurbelwelle und
dem Akku verbunden. Die Gestalt des Akkus ist noch nicht definiert. Die erforderliche
Größe ergibt sich auf Grundlage der Leistungsdichte der Akkutechnologie und der ge-
forderten Reichweite des Pedelecs. Sie wurde in der Konzipierung mit 1.700 ccm fest-
gesetzt. Im Rahmen des Gesamtsystems wird der verfügbare Bauraum (Länge – Breite –
Höhe) für den Akku festgelegt.
6.1.2 Analyse der Wirkstruktur
Die Wirkstruktur bildet das zentrale Element der Prinziplösung eines mechatronischen
Systems. Das System wird in Form von Systemelementen modelliert. Stoff-, Energie-
und Informationsflüsse spezifizieren die Beziehungen zwischen den Elementen (vgl.
Sattel
Motor
Akku-
verkleidung
Steuerungs-
einheit &
Leistungs-
elektronik
Akku
HMI
Getriebe
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 115
Kap. 2.6.1). Die Wirkstruktur enthält eine Vielzahl an Informationen, die für die monta-
georientierte Produktstrukturierung von Relevanz sind.
Montagerelevante Informationen ergeben sich aus den Energie- und Stoffflüssen. Zum
Beispiel lässt die Übertragung von mechanischen Kräften und Momenten auf eine er-
forderliche Verbindung zwischen den Bauteilen schließen. Es ist zu überprüfen, ob die-
se Verbindungen im Partialmodell Gestalt spezifiziert sind. Aus der Übertragung von
elektrischer Energie (z.B. Versorgungsenergie) kann auf eine notwendige Verkabelung
geschlossen werden. Stoffflüsse geben Hinweise auf Führungssysteme, bspw. Kraftstof-
fleitungen. Aus den Eigenschaften der Flussbeziehungen resultieren Anforderungen an
die Bauteilverbindungen. Beispiele sind zu übertragende Kräfte, Stoßbelastungen, zu
realisierende elektrische Ströme oder die Dichtheit von Verbindungen. Bild 6-6 zeigt
einen Ausschnitt der Wirkstruktur des Pedelec. Diese Sicht der Wirkstruktur ist auf die
gestaltbehafteten Systemelemente reduziert.
Bild 6-6: Identifikation montagerelevanter Informationen in der Wirkstruktur des
Pedelecs (Ausschnitt)
Im Anwendungsbeispiel Pedelec werden Kräfte und Momente zwischen den Antriebs-
komponenten übertragen, bspw. von der Pedaleinheit über das Getriebe zum Rad hin-
ten. Der Austausch von elektrischer Energie erfolgt bspw. zwischen dem Akku, der
Steuerungseinheit und der Leistungselektronik. Im Mechatronic Modeller können Sich-
ten auf die montagerelevanten Informationen gebildet werden (siehe Anhang Bild A-
14). Hierzu sind bei der Erstellung der Wirkstruktur die Flussbeziehungen zu klassifi-
zieren. Die im Kontext der Montagekonzipierung relevanten Verbindungstypen sind
Kraft, Moment und Versorgungsenergie (vgl. [GBD+12, S. 119]).
Pedelec (Ausschnitt)
Motor
Rahmen
Steuerungs-
einheit
Akku
Pedaleinheit
Rad hinten
Getriebe
Leistungs-
elektronik
Drehfrequenz-
sensor
Drehmoment-
sensor
Legende
Messpunkt Logische GruppeEnergiefluss Informationsfluss
Systemelement Verweis auf Gestalt Verweis auf Aggregation
U
Rekuperation
Versorgung
U (AC)
Motor
F
Stütz
Trittfrequenz f
tritt
Trittmoment M
tritt
F
Stütz
SoC / SoH
U
U
Rekuperation
U
Versorgung
M
F
Stütz
Getriebemoment
Trittmoment
f
F
Stütz
Übertragung von
elektr. Energie
Übertragung von
Antriebsmomenten
Leiten von
Stützkräften
Seite 116 Kapitel 6
6.1.3 Formalisierung der Bauzusammenhänge
Bei dem vorgestellten Ansatz der Gestaltmodellierung handelt es sich um eine semifor-
male Spezifikation. Über die 2D-Skizzen mit definierten Wirkflächen und Leitstütz-
strukturen erhalten die beteiligten Fachleute schnell ein umfassendes Verständnis über
die Gestalt des zu entwickelnden Systems und die baulichen Zusammenhänge. Die
komplexen Zusammenhänge zwischen der Gestalt und der Wirkungsweise des Systems
können so schnell und einfach vermittelt werden [GEK01, S. 307].
Der Nachteil einer solchen Beschreibung liegt in der fehlenden IT-technischen Lesbar-
keit9. Die Informationen aus dem Gestaltmodell können nicht automatisiert ausgelesen
und weiterverarbeitet werden. Demgegenüber werden die mit dem Mechatronic Model-
ler erstellten Konzepte rechnerintern als zusammenhängendes formales Datenmodell
abgebildet. Diese ermöglicht die Sicherstellung syntaktisch korrekter Modelle und die
werkzeugtechnische Unterstützung der Entwicklungsaktivitäten [GBD+12, S. 107f.].
Für eine maschinenlesbare Abbildung der Bauzusammenhänge ist die formale Be-
schreibung der Bauteilverbindungen erforderlich. Jedes Wirkflächenpaar entspricht ei-
ner Verbindung oder einem Kontakt zwischen zwei Bauteilen und stellt somit einen
Bauzusammenhang dar (vgl. [VDI2232, S. 4]). Die rechnerinterne Abbildung der Bau-
zusammenhänge erfolgt im Partialmodell Wirkstruktur über gleichnamige Flussbezie-
hungen. Bild 6-7 zeigt eine gestaltorientierte Sicht auf die Wirkstruktur, wobei nur die
gestaltbehafteten Systemelemente und ihre Bauzusammenhänge dargestellt sind.
Bild 6-7: Gestaltorientierte Sicht auf die Wirkstruktur des Pedelecs (Ausschnitt)
9 Wird die Gestalt von Beginn an mit Hilfe von 3D-CAD- und PDM-Systemen erstellt, ist die Formali-
sierung nicht erforderlich und der Schritt wird übersprungen.
HMI
Gabel
Pedelec (Ausschnitt)
Lichtsensor
Scheinwerfer
Rücklicht
Beleuchtungsanlage Getriebe
Pedaleinheit
Steuerungs-
einheit
Akku
Zahnradscheibe-
vorne Zahnriemen
Leistungs-
elektronik Rahmen
Drehmome
sensor
Legende
Verweis auf Gestalt Verweis auf AggregationBauzusammenhang Logische GruppeSystemelement
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 117
Im gezeigte Beispiel wird deutlich, dass die Wirkstruktur in der Regel nach funktiona-
len Gesichtspunkten hierarchisiert ist. Die Systemelemente sind entsprechend ihrer
Funktionen in Baugruppen strukturiert. Diese entsprechen nicht den späteren Baugrup-
pen im Montageprozess. Teilweise besitzen die Bauteile innerhalb einer Baugruppe
keine Bauzusammenhänge. Ein Beispiel ist die Baugruppe Beleuchtungsanlage, deren
Bauteile der Funktion Fahrweg ausleuchten zugeordnet sind, welche allerdings unterei-
nander keine baulichen Verbindungen aufweisen. Der Grund für diese funktionsorien-
tierte Hierarchie liegt im prinzipiellen Vorgehen der Produktkonzipierung (vgl.
Kap. 2.6.2). Zunächst werden die Funktionen des zu entwickelnden Produkts beschrie-
ben und in einer Funktionshierarchie strukturiert (Partialmodell Funktionen). Anschlie-
ßend werden geeignete Lösungen zur Erfüllung der Funktionen gesucht. Diese werden
in der Wirkstruktur als Systemelemente modelliert. Im Verlauf der Konzipierung wer-
den die Systemelemente weiter dekomponiert und konkretisiert.
6.1.4 Konkretisierung der Bauzusammenhänge
Im Rahmen der Spezifikation der Gestalt wurden die baulichen Zusammenhänge zwi-
schen den Bauteilen des Systems festgelegt. In dieser Phase werden die spezifizierten
Bauzusammenhänge konkretisiert. Es werden drei Typen von Bauzusammenhängen
unterschieden:
Verbindungsbeziehungen kennzeichnen einen Zusammenschluss fester Körper,
welcher auch unter Betriebsbedingungen bestehen bleibt. Verbindungen können
Relativbewegungen der Körper erlauben oder verhindern [Rot96, S. 14], [VDI2232,
S. 2]. Beispiele sind Schweißverbindungen zwischen Rahmenbauteilen oder die
drehbar gelagerte Verbindung von Rahmen und Gabel.
Kontaktbeziehungen beschreiben die lose Berührung zwischen Bauteilen. Diese
bilden keine Verbindung und bleiben unter Betriebsbedingungen i.d.R. nicht be-
stehen. Beispiele sind Anschläge zwischen Bauteilen.
Positionsbeziehungen stellen Abhängigkeiten in der räumlichen Ausrichtung zwi-
schen Bauteilen dar. Ein Beispiel ist die Positionierung des Drehimpulssensors und
des Signalgebers auf der Welle. Zur korrekten Übertragung der Tretfrequenz dürfen
die beiden Bauteile radial eine Versatz von 15 mm nicht überschreiten, axial ist ein
Bauteilabstand von 5–10 mm einzuhalten.
Die Bauzusammenhänge und ihre Eigenschaften bilden die Grundlage für die montage-
orientierte Strukturierung des Produkts (vgl. Kap. 6.3). Für jede Verbindungsbeziehung
ist ein Set von Basiseigenschaften festzulegen10. Die Auswahl dieser Basiseigenschaften
orientiert sich an der Struktur von Konstruktionskatalogen. Der Verbindungstyp und die
primäre Schlussart entsprechen der Strukturierung von Verbindungen in der VDI-
10 Vgl. hierzu auch [Rot96, S. 106ff.], [VDI2232, S. 3], [Ehr09, S. 449ff.]
Seite 118 Kapitel 6
Richtlinie 2232 [VDI2232, S. 3] (siehe Anhang Bild A-15). Weitere Basiseigenschaften
sind die Lösbarkeit der Verbindung [KHR12, S. 91], [DIN8593-0, S. 4] sowie die Art
der Verbindung und die Zugänglichkeit der Verbindungstelle [Rot82, S. 190]. Die mög-
lichen Ausprägungen der Verbindungseigenschaften sind in Tabelle 6-1 aufgeführt.
Tabelle 6-1: Verbindungseigenschaften und mögliche Ausprägungen
Die Bauzusammenhänge können durch zusätzliche Eigenschaften charakterisiert wer-
den. Beispiele sind der Einsatz von Standardwerkzeugen oder die benötigte Kraft zur
Herstellung der Verbindung. Weiterhin werden die Eigenschaften der montageorientier-
ten Flussbeziehungen aus der Wirkstruktur ergänzt, bspw. das Abstützen bzw. Leiten
von Drehmomenten und Kräften (vgl. Kap. 6.1.2). Bild 6-8 zeigt die Spezifikation einer
Verbindungsbeziehung am Beispiel der Verbindung zwischen dem Motor und dem La-
gersitz der Gabel.
Bild 6-8: Spezifikation von Verbindungseigenschaften
Verbindungseigenschaften
Ausprägungen
Verbindungstyp
Lösbarkeit
Primäre Schlussart
Art der Verbindung
(Verbindungsmittel)
Zugänglichkeit
starr
lösbar
Stoffschluss
mittelbar
einseitig
beweglich
unlösbar
Formschluss
unmittelbar
beidseitig
Kraftschluss
-
-
-
-
Gabel
Lagersitz
Bremsanlage
Bremsscheibe
vorne
Pedelec
(Ausschnitt)
Gabelschaft
Bremseinheit
vorne
Motor
Tourensattel
Rad vorne
Lenker
Rahmen
Leistungs-
elektronik
Pedaleinheit
Tourensattel
Rücklicht
Drehimpulsgeber (Motor)
Steuerungs-
einheit
nlage
Br
e
m
se
inh
e
i
t
v
o
rn
e
Gabel
La
g
ersit
z
abelschaft
T
ourensatte
l
Legende
Verweis auf Gestalt Verweis auf Aggregation
Bauzusammenhang Logische GruppeSystemelement
Verbindungseigenschaften
Elemente Motor Lagersitz
Wirkflächen Stator Motorsitz
Außenfläche
Werkstoffe Stahl Al-Guss
Verbindungstyp starr
Primäre Kraftschluss
Schlussart
Lösbarkeit lösbar
Art der - noch nicht festgelegt -
Verbindung
Zugänglichkeit einseitig
Weitere Mit Standardwerkzeugen
Eigenschaften lösbar
Axial und tangential
einstellbar
Mit Handkraft fügbar
Reaktionsmoment
abstützen
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 119
Die Beschreibung umfasst die betroffenen Systemelemente und wenn bereits festgelegt,
die entsprechenden Wirkflächen sowie die Materialpaarung der Verbindung. Weiterhin
sind die Basiseigenschaften der Verbindung und weitere Eigenschaften spezifiziert.
Auf Grundlage der spezifizierten Verbindungsbeziehungen erfolgt die montageorien-
tierte Strukturierung des Produkts (vgl. Kap. 6.3). Die Kontakt- und Positionsbeziehun-
gen enthalten zusätzliche Informationen, auf deren Basis der Planer die montageorien-
tierte Produktstruktur konkretisiert. Weiterhin wählte der Planer auf Grundlage der Ver-
bindungseigenschaften mögliche Montageverfahren aus (vgl. Kap. 6.4.4).
6.2 Planen und Klären der Montageaufgabe
Das Ziel dieser Phase sind die Anforderungen an das Montagekonzept und die grund-
sätzliche Montagemethode. Hierzu werden in einem ersten Schritt die Produktanforde-
rungen hinsichtlich ihrer Montagerelevanz analysiert. Anschließend werden weitere
montagespezifische Anforderungen ergänzt, bspw. aus der strategischen Produktions-
planung und abschließend die grundsätzliche Montagemethode festgelegt (Bild 6-9).
Bild 6-9: Vorgehen bei dem Planen und Klären der Aufgabenstellung
6.2.1 Analyse der Produktanforderungen
Den Ausgangspunkt bildet die Anforderungsliste des Pedelecs. Diese wird auf die mon-
tagerelevanten Anforderungen reduziert. Beispiele für solche Anforderungen sind An-
gaben zur Stück- und Variantenzahl, geometrische Eigenschaften und einzusetzende
Werkstoffe. Ein Auszug der reduzierten Anforderungsliste des Pedelecs ist in Bild 6-10
zu sehen.
Seite 120 Kapitel 6
Bild 6-10: Auszug der reduzierten Anforderungsliste des Pedelecs
Die Rad- und Rahmengröße sowie die maximale Masse geben Hinweise auf die Ab-
messungen der entsprechenden Bauteile. Diese sind bspw. für die Handhabungstechnik
relevant. Weiterhin kann auf die Anzahl der Varianten geschlossen werden. Weitere
Anforderungen sind die erwarteten Stückzahlen und die Montage im Unternehmen.
Im Anwendungsfall des Pedelecs wurden die Anforderungen direkt im Mechatronic
Modeller spezifiziert. Sie sind mittels Funktionen mit den Systemelementen des Pede-
lecs verknüpft. Auf dieser Weise können die für ein Systemelement relevanten Anforde-
rungen direkt identifiziert werden (vgl. [GBD+12, S. 114]).
6.2.2 Ermittlung weiterer Montageanforderungen
Die vorliegende Anforderungsliste wird um weitere montagespezifische Anforderungen
ergänzt, die in der bisherigen Produktentwicklung noch nicht beachtet wurden. Hierzu
werden Informationen aus Unternehmensbereichen bzw. Fachabteilungen beschafft, die
einen Einfluss auf das spätere Montagesystem haben (vgl. [PL11, S. 234]). Bild 6-11
zeigt beispielhaft das Umfeld des Montagesystems und mögliche Einflüsse.
Aus der strategischen Produktionsplanung können sich Anforderungen hinsichtlich ein-
zusetzender Technologien, Kapazitätsplanungen, Integration in bestehende Fertigungs-
linien oder potentieller Verlagerungen ergeben. Beispiele für Anforderungen aus der
Qualitätssicherung sind Ausschussmengen und Toleranzvorgaben. Aus den baulichen
Gegebenheiten können sich Anforderungen wie Flächenverfügbarkeit oder die maximal
zulässige Bodenlast ergeben. Die Forderungen werden nach Möglichkeit quantifiziert,
in Anforderungen übersetzt und in der montagespezifischen Anforderungsliste doku-
mentiert.
Stand: 4. Mai 2013
ersetzt:
Änderung F/W Anforderungen
Anforderungsliste (Montage)
Pedelec
Blatt 1 Seite 1
Verantw. Bemerkungen
Integration der Rahmenfertigung in die bestehende Rahmenfertigung8.3
1.1
1.2
...
Radgrößen: 28 Zoll
Rahmengrößen: 48, 52, 56 cm
26.06 A. S.
A. B.26.07
1.3 Max. Masse: 20 kg bei 28“ / 52 cm
...
F
F
F
F
8.7
2.1
2.2
Elektr. Tretunterstützung vorsehen
Nenndauerleistung: 250 W
Montage ohne Spezialwerkzeuge
F
F
2.3 Drehmoment: > 40 NmF
F
8.1 Stückzahl pro Jahr: 5.000 Stk.
2.4
2.5
...
Reichweite: Stadtfahrt: 60 km / Touren: 100 km
Leistung Akku: 300 - 350 Wh
...
F
F
F
8.2 Montage erfolgt internF
W
... ...
Geometrie1
Kinematik
2
Fertigung / Montage
8
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 121
Bild 6-11: Einflüsse auf das Montagesystem in einem Industrieunternehmen
Hinweise und Hilfsmittel zur Identifikation von Anforderungen werden von GAIROLA
[Gai81] und BÄSSLER [Bäß87] beschrieben. Eine Übersicht der wesentlichen Faktoren
für die Bestimmung der montagerelevanten Anforderungen nach PAHL/BEITZ und ROTH
ist dem Anhang zu entnehmen (siehe Anhang Tabelle A-4).
6.2.3 Festlegung der grundsätzlichen Montagemethode
Bei der Entwicklung von Montagesystemen spielt der Automatisierungsgrad eine zent-
rale Rolle. Zum einen hat er einen großen Einfluss auf die einsetzbaren Montagetechno-
logien, insb. die Füge- und Handhabungstechnologien, andererseits übt der Automati-
sierungsgrad einen großen Einfluss auf die Produktgestaltung aus, bspw. auf die Festle-
gung der Produkttoleranzen [PL11, S. 234]. Bereits frühzeitig ist daher die Montageme-
thode festzulegen. Die Haupteinflussfaktoren sind die erforderlichen Investitionen für
das Montagesystem, dessen Flexibilität und die Losgrößen bzw. Stückzahlen des herzu-
stellenden Produkts [LS94, S. 253], [Lot06a, S. 3].
Aufgrund der fehlenden bzw. unscharfen Informationen in der Konzipierung ist häufig
nur eine erste grobe Abschätzung der Montagemethode möglich. Hierfür bieten sich
Leistungs-/Produktkomplexitäts-Diagramme an (Bild 6-12). Dabei wird die Montage-
methode aufgrund der Produktionsmenge und der Produktkomplexität festgelegt
[Hes06, S. 19f.], [WRN09, S. 187] (vgl. auch [BDK11]).
Einzusetzende Technologien, Kapazitäten, Verlagerungen
Beispielhafte Einflüsse auf das Montagesystem:
Rohmaterial
Halbzeuge
Zukaufteile
Lager
Prüffeld
Teile-
fertigung
Fertigungssteuerung
Fertigung / Produktion
Fabrik / Gebäude
Montage
Transport
Versand
Instandhaltung
Erzeugnisse
Ausschussmenge, Toleranzvorgaben
Flächenverfügbarkeit, Bodenbelastungen, Medienversorgung
Qualitäts-
sicherung
Service
Arbeitsvorbereitung
Strategische Produkt- &
Produktionsplanung Vertrieb
Entwicklung &
Konstruktion Einkauf
Arbeitsplanung
(Fertigungsplanung)
Arbeitssteuerung
(Produktionsplanung und -steuerung)
2
1
3
1
2
3
Seite 122 Kapitel 6
Bild 6-12: Bestimmung der grundsätzlichen Montagemethode nach LOTTER [LS94,
S. 254], [Lot06b, S. 59ff.], [WRN09, S. 186]
Die geplante Produktionsmenge ergibt sich aus der Anforderungsliste und die Produkt-
komplexität bzw. die Anzahl der Montageteile wird auf Basis von Erfahrungswissen
abgeschätzt. Diese Werte sind in der frühen Phase der Produktentwicklung meist mit
einer großen Unsicherheit behaftet. Durch die Verwendung von Streubereichen zur Be-
schreibung der Produktionsmenge und der Produktkomplexität können diese Unsicher-
heiten berücksichtigt werden. Die erwartete Produktionsmenge für das zu entwickelnde
Pedelec liegt bei vier Einheiten pro Stunde. Als Streubereich wird eine Abweichung von
+/-25 % angenommen. Die Anzahl der Montageteile je Einheit wird mit 30 bis 40 ange-
nommen. Somit bietet sich für die Montageform eine hybride Montage11 an.
Liegen die ersten vollständigen Produkt- und Prozessinformationen vor, können auch
detailliertere Methoden zum Einsatz kommen, bspw. die Methode zur Bestimmung des
wirtschaftlichen Automatisierungsgrads nach ROSS [Ros02].
6.3 Montageorientierte Produktstrukturierung
Das Ziel dieser Phase ist eine montageorientierte Erzeugnisgliederung. Diese beschreibt
die montageorientierte Aggregation der Bauteile zu Baugruppen, sogenannte Montage-
gruppen. Hierzu wird im ersten Schritt die Wirkstruktur des Produkts analysiert und es
werden Zwangsfolgen für die Montage identifiziert. Anschließend wird das Produkt mit
11 Als hybride Montagesysteme werden Kombinationen aus automatisierten Stationen und manuellen
Arbeitsplätzen bezeichnet. Synonym wird auch der Begriff teilautomatisierte Montagesysteme ver-
wendet [Ric06, S. 106].
Produktkomplexität
(Anzahl Teile bzw. Vorgänge)
Leistung
(Stk. / Std.)
0
0 200 400 600 800
40
50
60
20
30
10
1
2
3
4
5
6
Manuelle Einzelplatzmontage Hybride Montage
One-Piece Flow Montage Automatische Einzelplatzmontage
Manuelle Fließmontage Automatische Fließmontage
1
2
3
4
5
6
Erwarteter Bereich für die
Produktion des Pedelecs
Leistung: 04 ± 25%
Komplexität: 30 - 40 Vorgänge
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 123
Hilfe einer Design Structure Matrix strukturiert. Das prinzipielle Vorgehen entspricht
einer Umstrukturierung der zumeist funktional geprägten Hierarchie der Wirkstruktur in
eine montageorientierte Hierarchie (siehe Bild 6-13).
Bild 6-13: Umstrukturierung der funktionsorientierten Hierarchie der Wirkstruktur in
eine montageorientierte Hierarchie
In dem gezeigten Ausschnitt ist links die Funktionshierarchie des Systems dargestellt.
Teilfunktionen des Pedelecs sind Pedelec abbremsen und Fahrweg ausleuchten. Die
Funktionen werden durch die Systemelemente Bremsanlage und Beleuchtungsanlage
realisiert, die im Verlauf der Konzipierung in die Systemelemente Bremshebel, Brems-
einheit, Lichtsensor, Rücklicht und Scheinwerfer detailliert werden. Im Zuge der monta-
georientierten Strukturierung werden aus den gestaltbehafteten Systemelementen (Bau-
teilen) Montagegruppen gebildet. Der Bremshebel bildet zusammen mit dem Lenker
und weiteren Bauteilen die Montagegruppe MG Lenker. Der Scheinwerfer und die
Bremseinheit werden an die Gabel montiert.
Die Festlegung der Montagegruppen erfolgt im Rahmen der montageorientierten Pro-
duktstrukturierung. Das Vorgehen gliedert sich in vier Schritte, die in Bild 6-14 darge-
stellt sind.
Mobilität
ermöglichen
Richtung
ändern
Pedelec
abbremsen
Fahrweg
ausleuchten
...
Pedelec
Bremsanlage
Lenker
Bremshebel
Bremseinheit
Beleuchtungs-
anlage
Lichtsensor
Rücklicht
Scheinwerfer
Gabel Pedelec
MG Lenker
MG Gabel
...
...
Verknüpfung
Legende
Funktion
Systemelement
MontagegruppeMG
Element der montageorientierten
Erzeugnisgliederung
Funktionshierarchie Wirkstruktur Montageorientierte
Erzeugnisgliedeurng
Seite 124 Kapitel 6
Bild 6-14: Vorgehen bei der montageorientierten Produktstrukturierung
6.3.1 Identifikation von Montagezwangsfolgen
Ein zentraler Aspekt bei der montageorientierten Produktstrukturierung ist die Identifi-
kation von Montagezwangsfolgen. Hierbei handelt es sich um geometrisch erforderliche
Abhängigkeiten in der Reihenfolge der Montageoperationen. Die Identifikation und
Festlegung der Montagezwangsfolgen hat einen direkten Einfluss auf die Konzipierung
der Montageprozesse sowie die Produktgestaltung. Sie muss daher in enger Abstim-
mung mit der Produktentwicklung erfolgen. Bild 6-15 zeigt ein Beispiel.
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 125
Bild 6-15: Montagezwangsfolge zwischen den Bauteilen Rahmen, Gabel und Lenker
Die Gabel besitzt Verbindungsbeziehungen zu den Systemelementen Rahmen und Len-
ker. Sie ist drehbar gelagert mit dem Rahmen verbunden. Gabel und Lenker sind fest
miteinander verbunden. Aufgrund der Geometrie ist die Verbindung Gabel-Rahmen vor
der Verbindung Gabel-Lenker herzustellen. Eine separate Vormontage von Gabel und
Lenker ist daher nicht möglich.
Die Montagezwangsfolgen werden in Form von Steckbriefen dokumentiert. Diese um-
fassen eine Auflistung der betroffenen Elemente, ein generisches Prozessdiagramm der
Abfolge sowie eine Kurzbeschreibung der Montagerestriktion. Zusätzlich können weite-
re Parameter angegeben werden, z.B. erforderliche Trocknungszeiten bei Klebeverbin-
dungen oder Lackierprozessen. Die Steckbriefe werden über Querverweise mit den An-
forderungen der betroffenen Systemelemente verknüpft. Hierdurch kann bei der Pla-
nung der Montagefolge direkt auf die systemelementspezifisch relevanten Montage-
zwangsfolgen zugegriffen werden. Bild 6-16 zeigt einen Ausschnitt des Steckbriefs der
Montagezwangsfolge von Rahmen, Gabel und Lenker.
Motor
Gabel
WFP Gabel-Lenker
WFP Motor-Rad vorne
WFP Gabel-Motor
WFP Gabel-Rahmen
WFP
Rahmen-Akku
Rad
vorne
Rahmen
Lenker
Gabel
Bremsanlage
Lenker
Tourensattel
Rahmen
Pedaleinheit
Rücklicht
Drehimpulsgeber (Motor)
Steuerungs-
einheit
Die Verbindungen zwischen
Rahmen, Gabel und Lenker
in der Wirkstruktur entspre-
chen den Wirkflächenpaaren
Gabel-Lenker und Gabel-
Rahmen im Gestaltmodell.
Aufgrund der geometrischen
Abhängigkeiten kommt es zu
einer Montagezwangsfolge.
Gabel und Lenker können
nicht vormontiert werden.
Legende
Logische Gruppe WFP WirkflächenpaarBauzusammenhang
Systemelement
WirkflächenLeitstützstruktur
Wirkstruktur Gestalt
Verweis auf Gestalt Verweis auf Aggregation
Seite 126 Kapitel 6
Bild 6-16: Steckbrief einer Montagezwangsfolge am Beispiel der Verbindung Rahmen,
Gabel und Lenker
6.3.2 Ableitung der Beziehungsmatrizen
In dieser Phase werden auf Grundlage der Prinziplösung Beziehungsmatrizen erstellt.
Diese beschreiben die Zusammenhänge zwischen den Systembestandteilen nach unter-
schiedlichen Beziehungsaspekten. Die betrachteten Aspekte sind Stoff-, Energie- und
Informationsfluss, Stoff-, Kraft-, und Formschluss sowie bewegliche Verbindungen.
Für jeden der sieben Beziehungsaspekte wird eine separate Beziehungsmatrix erstellt. In
den Zeilen und Spalten sind jeweils sämtliche Bauteile des Produkts aufgetragen. Die
Aspekte werden als bidirektionale Zusammenhänge abgebildet. Folglich handelt es sich
bei den Beziehungsmatrizen um symmetrische Matrizen. In den Matrixfeldern werden
die aspektspezifischen Zusammenhänge zwischen den Bauteilen markiert. Besteht zwi-
schen zwei Systemelementen ein Zusammenhang, ist dies in der Matrix mit einer „1“
gekennzeichnet. Andernfalls sind die Zusammenhänge mit „0“ bewertet, wobei diese
aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt werden. Die Beziehungsmatrix ent-
spricht somit einer binären Design Structure Matrix (DSM). Da in den Zeilen und Spal-
ten Objekte aufgeführt sind, wird sie auch als objekt-basierte DSM bezeichnet. Bild
Betroffene Systemelemente Skizze Bearbeiter: G.B.
Datum: 12.11.2012
Bestandteil von: Pedelec
Besteht aus: ---
ID: MZF01 Montagezwangsfolge Gabelmontage
Bestandteil von: Pedelec
Besteht aus: ---
Lenker
Bestandteil von: Pedelec
Besteht aus: ---
Rahmen
Gabel
Lenker
Rahmen
Gabel
1
2
Generische Montagefolge
Prozessbeschreibung
Parameter
Restriktionen
Gabel mit
Rahmen
verbinden
Gabel
Rahmen
Lenker mit
Gabel
verbinden
Lenker
12
Die Gabel wird durch das Steuerrohr des
Rahmens gesteckt und fixiert. Anschließend
erfolgt die Verbindung von Gabel und Lenker.
Die Demontage erfolgt gegenläufig.
- nicht spezifiziert -
Die Verbindung Gabel-Rahmen darf nicht
mittelbar aus der Verbindung Gabel-Lenker
hervorgehen.
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 127
6-17 zeigt einen Ausschnitt der Beziehungsmatrix für den Aspekt Kraftschluss am Bei-
spiel des Pedelecs.
Bild 6-17: Beziehungsmatrix zum Aspekt Kraftschluss am Beispiel Pedelec (Ausschnitt)
In der Wirkstruktur sind die Aspekte Stoff-, Energie- und Informationsfluss enthalten.
Die entsprechenden Flussbeziehungen zwischen den Systemelementen werden in die
zugehörigen Matrizen übertragen. Die Verbindungsbeziehungen (Stoff-, Kraft-, Form-
schluss und bewegliche Verbindung) sind in der Wirkstruktur als Bauzusammenhänge
spezifiziert (vgl. Kap. 6.1.3). Analog zu den Flussbeziehungen werden sie in die ent-
sprechenden Matrizen übertragen. Als Ergebnis liegt ein Set von sieben Beziehungsmat-
rizen vor. Werden mehrere alternative Produktkonzepte verfolgt, erhöht sich die Anzahl
der Beziehungsmatrizen entsprechend der Anzahl der Konzeptalternativen.
Die manuelle Erstellung dieser Matrizen ist sehr aufwändig und fehleranfällig. Da es
sich um eine reine Übertragung der in den Partialmodellen existierenden Informationen
handelt, bietet sich ein automatischer Datenexport an. Wurde die Prinziplösung mit dem
Systemelemente
IDSystemelemente
HMI
13
Bremshebel vorne
3
Schalthebel
26
Lenker
19
Pedal rechts
23
Kurbel rechts
17
Drehmomentsensor
7
ZRS vorne
15
Leistungselektronik
18
Akku
1
Oberrohr
22
Gabelschaft
11
Drehimpulsgeber
6
Motor
5
Bremseinheit vorne
2
Unterstrebe
16
Sitzrohr
28
Sattelstrebe
29
Rücklicht
27
Zahnriemen
12
ZRS hinten
14
Nabenschaltung
20
Speichen hinten
30
Felge hinten
8
Reifen hinten
24
Felge vorne
9
Reifen vorne
25
Bremsscheibe vorne
4
Nabe vorne
21
Scheinwerfer
10
HMI 13
Bremshebel vorne 3
Schalthebel 26
Lenker 19
Pedal rechts 23
Kurbel rechts 17
Drehmomentsensor 7
ZRS vorne 15
Leistungselektronik 18
Akku 1
Oberrohr 22
Gabelschaft 11
Drehimpulsgeber 6
Motor 5
Bremseinheit vorne 2
Unterstrebe 16
Sitzrohr 28
Sattelstrebe 29
Rücklicht 27
Zahnriemen 12
ZRS hinten 14
Nabenschaltung 20
Speichen hinten 30
Felge hinten 8
Reifen hinten 24
Felge vorne 9
Reifen vorne 25
Bremsscheibe vorne 4
Nabe vorne 21
Scheinwerfer 10
Beziehungsmatrix
Aspekt: Kraftschluss
0: Es besteht keine Beziehung
1: Es besteht eine Bezeihung
Legende
HMI: Human Machine
Interface
ZRS: Zahnriemenscheibe
Cluster
1
0
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
Die Bauteile Bremshebel vorne
und Lenker sind kraftschlüssig
miteinander verbunden. Somit
besteht eine Beziehung.
Zwischen den Bauteilen Akku und
Bremseinheit vorne besteht keine
kraftschlüssige Verbindung. Für
eine bessere Übersichtlichkeit sind
die Bewertungen mit 0 in den
restlichen Feldern ausgeblendet.
Seite 128 Kapitel 6
Mechatronic Modeller erstellt, ist eine solche automatische Übernahme der Informatio-
nen aus den Partialmodellen möglich12. Die benötigten Informationen sind im Partial-
modell Wirkstruktur enthalten. Der Mechatronic Modeller legt die Daten in einer XML-
Datenstruktur ab. Diese wird ausgelesen und in eine Matrixform überführt. Die Speich-
erung und weitere Bearbeitung erfolgt in einem Tabellenkalkulationsprogramm (hier
Microsoft Excel).
Bei der Nutzung der Exportfunktionalität ist zu beachten, dass aus der Wirkstruktur nur
Beziehungen zwischen Bauteilen übernommen werden. Beziehungen, die zwischen ei-
nem Bauteil und einer Baugruppe bzw. zwischen zwei Baugruppen spezifiziert sind
werden ignoriert. Diese Einschränkung ist erforderlich, da die Baugruppen aus der
Wirkstruktur nicht in die montageorientierte Erzeugnisgliederung überführt werden. Die
Bauteile werden neu strukturiert und in Montagegruppen zusammengeführt. Dieser
Grundsatz des Datenexports muss bereits bei der Modellierung der Wirkstruktur durch
den Produktentwickler beachtet werden.
6.3.3 Montageorientierte Strukturierung
Das Resultat dieser Phase sind Montagegruppen, die im Verlauf des Montageprozesses
montiert und im Erzeugnis verbaut werden. Die Eingangsinformationen dieser Phase
sind die zuvor gebildeten Beziehungsmatrizen, die in einer Design Structure Matrix
(DSM) zusammengeführt werden. Der Aufbau dieser Matrix entspricht dem Aufbau der
Beziehungsmatrizen. In den Zeilen und Spalten sind jeweils sämtliche Bauteile des zu
entwickelnden Produkts aufgetragen. Der Wert eines Matrixfeldes in der DSM ergibt
sich als gewichtete Summe der Werte der äquivalenten Matrixfelder aus den Bezie-
hungsmatrizen (Gleichung 6-1) (vgl. [Koe08]).


 

Gleichung 6-1: Eigenschaftswert der DSM
mit


: Eigenschaftswert der DSM im Matrixfeld i,j
: Gewichtungsfaktor der Beziehungsmatrix a


: Wert in der Beziehungsmatrix a im Matrixfeld i, j
12 Der Mechatronic Modeller stellt Schnittstellen für den Export bereit. Informationen aus den Partialmo-
dellen können in andere Software-Werkzeuge übertragen und weiterverwendet werden [GBD+12,
S. 124f.] (vgl. [Köc12, S. 52]).
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 129
Die Herausforderung in der montageorientierten Strukturierung liegt in der Wahl geeig-
neter Gewichtungsfaktoren für die Beziehungsaspekte13. Im Rahmen dieser Arbeit wur-
den die Gewichtungsfaktoren über einen paarweisen Vergleich ermittelt (siehe Anhang
Bild A-16). Das Resultat ist in Tabelle 6-2 dargestellt.
Tabelle 6-2: Gewichtungsfaktoren der Beziehungsaspekte
Das Ergebnis ist eine numerische Design Structure Matrix mit Matrixwerten zwischen 0
und 1. Auf Grundlage dieser Matrix erfolgt anschließend die sogenannte Clusterung.
Dabei werden die Zeilen und Spalten der Matrix solange umsortiert, bis die stark ver-
netzten Bauteile nah beieinander stehen (vgl. Kap. 3.3.1). Die Matrixfelder mit stark
gewichteten Zusammenhängen rücken dabei nah an die Diagonale der Matrix. Das Er-
gebnis der Clusterung wird als Blockstruktur bezeichnet. Diese dient als Indikator für
das Zusammenfassen von Bauteilen zu Montagegruppen. Die einzelnen Blöcke (oder
Cluster) stellen potentielle Montagegruppen dar [PE94, S. 7], [DKL+12, S. 693],
[Kra12, S. 669f.].
Für die Clusterung der Design Structure Matrix steht eine Vielzahl an Software-
Werkzeugen zur Verfügung [Lin13-ol]. Hierbei handelt es sich sowohl um Erweiterung-
en für Standard-Software als auch um dedizierte Software-Werkzeuge. In der vorlie-
genden Arbeit kommt das Software-Werkzeug LOOMEO der TESEON GmbH zum
Einsatz [Tes13-ol]. Bild 6-18 zeigt einen Ausschnitt der resultierende Blockstruktur.
13 Die ermittelten Gewichtungsfaktoren wurden am Anwendungsbeispiel Pedelec validiert und an den
Demonstratoren des Verbundprojekts VireS angewendet.
Fluss-
beziehungen
Verbindungs-
beziehungen
Feste
Verbindung
Beziehungsaspekt Gewichtungsfaktor
Stofffluss
Informationsfluss
Energiefluss
Stoffschluss
Kraftschluss
Formschluss
5 %
5 %
5 %
29 %
21 %
Bewegliche Verbindung 14 %
21 %
Seite 130 Kapitel 6
Bild 6-18: Ausschnitt der Design Structure Matrix des Pedelecs nach der Clusterbil-
dung (Blockstruktur)
Die resultierende Blockstruktur gibt dem Montageplaner Hinweise auf potentielle Mon-
tagegruppen. Der Planer hat die Möglichkeit, die Matrix in einem manuellen Vorgehen
noch umzustrukturieren. In der Blockstruktur der DSM gibt es Strukturmerkmale, wel-
che für die Bildung der Montagegruppen hilfreich sind (vgl. [LM06, S. 52], [Mau07,
S. 197ff.]). Diese werden im Folgenden erläutert.
6.3.3.1 Cluster
Cluster sind Gruppen von Elementen, bei denen die Verbindungen vorrangig innerhalb
der Gruppe existieren und die Anzahl der Beziehungen zu Bauteilen außerhalb der
Gruppe gering ist. Sie geben Hinweise auf potentielle Montagegruppen. Die endgültige
Entscheidung, ob aus einem Cluster eine Montagegruppe wird, liegt beim verantwortli-
chen Planer. Je nach Art der Vernetzung innerhalb der Cluster lassen sich grundsätzlich
Lichtsensor
Systemelemente
Bremshebel vorne
Schalthebel
Bremshebel hinten
Pedal rechts
Kurbel rechts
Drehmomentsensor
ZRS vorne
Kurbel links
Pedal links
Steuerung
Leistungselektronik
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Zahnriemen
ZRS hinten
Nb hlt
HMI
Lenker
Welle
Akku
Sitzrohr
44 1332638
19 23 17 7 15 36 40 41 33 18 143 35 32 22 16 42 28 29 27 37 34 39 12 14
2
Lichtsensor
HMI
Bremshebel vorne
Schalthebel
Bremshebel hinten
Lenker
Pedal rechts
Kurbel rechts
Drehmomentsensor
ZRS vorne
Welle
Kurbel links
Pedal links
Steuerung
Leistungselektronik
Akku
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Zahnriemen
ZRS hinten
IDSystemelemente
44
13
3
26
38
19
23
17
7
15
36
40
41
33
18
1
43
35
32
22
16
42
28
29
27
37
34
39
12
14
Design Structure Matrix
Werte sind in % dargestellt
Legende
HMI: Human Machine
Interface
ZRS: Zahnriemenscheibe
Cluster
21 21
21
21
21
21
21
21 21
21
21
2
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
2
2
21
21
21
21
29
29
29
29
29
29 29
29
29
29
29
29
29
29 29
29
2121
21
2121
21
21212121
21
14
14
14
14
10
10
14
14
5
55
5
5
5
5
5
5
55
5
5
55
5
555 5
5
5
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 131
drei Typen unterscheiden: Cluster mit Basiselement, stark vernetzte Cluster und
schwach vernetzte Cluster (siehe Bild 6-19).
Bild 6-19: Cluster mit Darstellung als Graph am Beispiel Pedelec
Cluster mit Basiselement14: Cluster, die in der Blockstruktur der DSM eine Winkel-
form aufweisen, basieren auf einem Basiselement mit Anbauteilen. Die Anbauteile sind
untereinander nicht oder nur schwach vernetzt. Ein Beispiel ist der Cluster Lenker. An
das Basisbauteil Lenker werden die Schalt- und Bremshebel sowie das Frontlicht und
das HMI angebaut. Diese besitzen Verbindungen zum Lenker, sie sind untereinander
jedoch nicht vernetzt.
Stark vernetzte Cluster: In solchen Clustern besitzen die Bauteile untereinander in der
Regel mindestens zwei Verbindungen zu anderen Bauteilen (siehe Cluster Rahmen und
14 Solche Cluster werden auch als Hierarchie bezeichnet [LM06, S. 52].
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
2121
21
21
21
2
21
21
21
21
21
21
21
21
21
29
29
29
29
29
29 29
29
29
29
29
29
29
29 29
29
2121
10
10
5
55
5
5
5
5
5
Pedal
links
Steuerung
Leistungselektronik
Akku
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Zahnriemen
ZRS hinten
Nabenschaltung
Speichen hinten
Felge hinten
Reifen hinten
Felge vorne
Reifen vorne
41
33
18
1
43
35
32
22
16
42
28
29
27
37
34
39
12
14
20
30
8
24
9
25
55
5
555
5
Pedal
links
Steuerung
Leistungselektronik
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Zahnriemen
ZRS hinten
Nabenschaltung
Speichen hinten
Felge hinten
Reifen hinten
Felge vorne
Reifen vorne
S
Akku
Sitzrohr
4
13318 143 35 32 22 16 42 28 29 27 37 34 39 12 14 20 30824925
3
5
55
5
5
55
Lichtsensor
Systemelemente
Bremshebel vorne
Schalthebel
Bremshebel hinten
Pedal rechts
HMI
Lenker
44 1332638
19 2
Lichtsensor
HMI
Bremshebel vorne
Schalthebel
Bremshebel hinten
Lenker
Pedal rechts
IDSystemelemente
44
13
3
26
38
19
23
Design Structure Matrix
Werte sind in % dargestellt
Legende
HMI: Human Machine
Interface
ZRS: Zahnriemenscheibe
Cluster
21 21
21
21
21
21212121
21
Stark vernetzter
Cluster: Rahmen
32
28
22
42
35
16
29
Cluster mit Basis-
element: Lenker
38
19
326
13
44
Stark vernetzter
Cluster: E-Einheit
33 1
43
18
Schwach vernetzter
Cluster: Rad hinten
24 12
8
39
30
14
20
Seite 132 Kapitel 6
E-Einheit). Dabei sind die Verbindungen in der Matrix häufig nicht in direkter Nachbar-
schaft der Diagonalen angeordnet sondern verteilen sich innerhalb des Clusters. In der
Darstellung als Graph ist in einem solchen Cluster keine eindeutige Struktur zu erken-
nen. Montagetechnische Aussagen können nicht ohne weiteres getroffen werden.
Schwach vernetzte Cluster: Der Cluster Rad hinten ist ein Beispiel für einen schwach
vernetzten Cluster. Die clusterinternen Verbindungen sind fast ausschließlich an der
Diagonalen angeordnet. In der Darstellung als Graph bildet der Cluster somit eine Ket-
te. Aus Sicht der Montage kann eine solche Montagebaugruppe schrittweise aufgebaut
werden, wobei die Montagefolge der Reihenfolge in der Graph-Darstellung entspricht.
Dabei wird von einem Basisbauteil ausgehend immer das zu montierende Bauteil an das
zuletzt montierte Bauteile angebaut.
6.3.3.2 Brücken und freie Elemente
Als Brücken werden Beziehungen bezeichnet, die eine einzige Verbindung zwischen
zwei Teilbereichen der DSM herstellen. Sie bilden die Schnittstellen zwischen den
Clustern der Matrix (siehe auch [LM06, S. 52], [Mau07, S. 203]). Ein Beispiel ist in
Bild 6-20 zu sehen. Die beiden Cluster Rahmen und E-Einheit stehen nur über eine ein-
zige Verbindung miteinander in Beziehung. Diese Verbindung zwischen den Bauteilen
E-Träger und Unterrohr stelle somit eine Brücke dar.
Bild 6-20: Brücken und freie Elemente am Beispiel Pedelec
Als freie Elemente werden Bauteile bezeichnet, die keinem Cluster zugeordnet sind
und sich auch nicht sinnvoll integrieren lassen. In Bild 6-20 ist ein freies Element am
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
2
21
21
21
29
29
29
29
29
29 29
29
29
29
29
29
29
29 29
29
2121
10
10
5
55
5
5
5
Pedal
links
Steuerung
Leistungselektronik
Akku
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Zahnriemen
ZRS hi t
41
33
18
1
43
35
32
22
16
42
28
29
27
37
34
39
12
14
5
Pedal
links
Steuerung
Leistungselektronik
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Zahnriemen
ZRS hi t
Akku
Sitzrohr
4
13318 143 35 32 22 16 42 28 29 27 37 34 39 12
1
5
Lichtsensor
Systemelemente
4
4
Lichtsensor
IDSystemelemente
44
Design Structure Matrix
Werte sind in % dargestellt
Legende
HMI: Human Machine
Interface
ZRS: Zahnriemenscheibe
Cluster
Einzelne Verbindungen
zwischen Clustern werden
als Brücken bezeichnet.
32
28
22
42
35
16
29
33 1
Brücke
43
18
Der Tourensattel als Beispiel
für ein freies Element. Dieser
kann keinem Cluster sinnvoll
zugeordnet werden und bildet
ein Endstück
im Graph.
34
Tourensattel
einzige Verbindung
27
29
22 28
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 133
Beispiel des Bauteils Tourensattels dargestellt. Dieser besitzt nur eine Beziehung zum
Sitzrohr bzw. zum Cluster Rahmen. In der Darstellung als Graph bilden solche Elemen-
te in der Regel „Endstücke“, die nur über eine einzelne Verbindung mit dem Gesamt-
system verbunden sind (vgl. [Mau07, S. 210]).
6.3.3.3 Clusterüberlappung
In der Blockstruktur der DSM kann es zu einer Überlappung von Clustern kommen
(vgl. [Mau07, S. 201]). In diesem Fall ist ein Bauteil zwei Clustern zugeordnet. Bild
6-21 zeigt eine solche Clusterüberlappung.
Bild 6-21: Clusterüberlappung am Beispiel Pedelec
Im gezeigten Fall ist die Sattelstrebe (Element ID 29) zwei Clustern zugeordnet. Der
Montageplaner muss entscheiden, wie aus den Clustern die Montagegruppen gebildet
werden. Hierbei bestehen die folgenden drei Möglichkeiten:
Sequenz und Vormontagegruppe: Die Bauteile Rücklicht und Bremseinheit hinten
bilden zusammen mit der Sattelstrebe eine Montagegruppe. Anschließend wird diese
mit den restlichen Bauteilen zu der übergeordneten Montagegruppe MG Rahmen zu-
sammengebaut. Die Montage erfolgt in zwei sequentiellen Schritten (Bild 6-22).
21
21
21
21
21
21
21
21
21
2
1
29
29
29
29
29
29 29
29
29
29
29
29
29
29 29
29
5
5
Akku
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
1
43
35
32
22
16
42
28
29
27
37
34
39
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Akku
Sitzrohr
1
43 35 32 22 16 42 28 29 27 37 34 3
9
Lichtsensor
Systemelemente
4
4
Lichtsensor
IDSystemelemente
44
Design Structure Matrix
Werte sind in % dargestellt
Legende
HMI: Human Machine
Interface
ZRS: Zahnriemenscheibe
Cluster
Die beiden Cluster überlappen
sich. Eine eindeutig Zuordnung
der Sattelstrebe
(29) ist nicht
ohne Weiteres
möglich. 32
28
22
42
35
16
29
27
37
Seite 134 Kapitel 6
Bild 6-22: Bildung einer Vormontagegruppe
Parallelisierung: Es werden zwei Vormontagegruppen gebildet. Diese werden parallel
montiert und sind zu diesem Zeitpunkt noch voneinander unabhängig. Anschließend
werden die beiden Vormontagegruppen zu der übergeordneten Montagegruppe MG
Rahmen gesamt montiert (Bild 6-23).
Bild 6-23: Parallelisierung durch zwei Vormontagegruppen
Bündelung von Arbeitsinhalten: In der Montagegruppe MG Rahmen werden die stoff-
schlüssig zu verbindenden Bauteile zusammengefasst. Die Bauteile Rücklicht und
Bremseinheit hinten können keine separate Montagegruppe bilden, da sie untereinander
keine Verbindungen aufweisen. Sie werden stattdessen als Arbeitsinhalt zusammenge-
fasst und in einem gemeinsamen Montageschritt an die Montagegruppe MG Rahmen
angebaut (Bild 6-24).
21
21
21
21
29
29
29
29
29
29 29
29
29
29
29
29
29
29 29
29
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
35
32
22
16
42
28
29
27
37
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Sitzrohr
35 32 22 16 42 28 29 27 37
Systemelemente
IDSystemelemente
Design Structure Matrix
Werte sind in % dargestellt
Legende
HMI: Human Machine
Interface
ZRS: Zahnriemenscheibe
Cluster
Bildung einer Vormontagegruppe
mit sequenzieller Montage
Montage
Montage
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
MG Sattelstrebe
MG Rahmen
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
21
21
21
21
29
29
29
29
29
29 29
29
29
29
29
29
29
29 29
29
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
35
32
22
16
42
28
29
27
37
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Sitzrohr
35 32 22 16 42 28 29 27 37
Systemelemente
IDSystemelemente
Design Structure Matrix
Werte sind in % dargestellt
Legende
HMI: Human Machine
Interface
ZRS: Zahnriemenscheibe
Cluster
Bildung von zwei Vormontage-
gruppen mit paralleler Montage
Montage
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
MG Sattelstrebe
MG Rahmen
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Montage
Montage
MG Rahmen
gesamt
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 135
Bild 6-24: Bündelung von Bauteilen zu einem Arbeitsinhalt
Aus montagetechnischer Sicht ist bei diesem Beispiel der dritte Fall zu bevorzugen. Die
höheren Eigenschaftswerte der Verbindungen innerhalb der so entstehenden Cluster
sind ein weiterer Hinweis auf diese Struktur. Auf Grundlage der gezeigten Muster und
der individuellen Erfahrungswerte strukturiert der Montageplaner die restlichen Ele-
mente des Produkts. Dabei legt er fest, welche Montagegruppen gebildet werden. Es
besteht auch die Möglichkeit, Cluster über mehrere Hierarchiestufen zu bilden. Die fi-
nale Blockstruktur mit den identifizierten Clustern ist im Anhang zu finden (siehe An-
hang Bild A-17).
6.3.4 Erstellung der montageorientierten Erzeugnisgliederung
Das Ziel dieser Phase ist eine montageorientierte Erzeugnisgliederung des Produkts.
Diese wird auf Grundlage der in der Blockstruktur identifizierten Montagegruppen und
deren Hierarchisierung gebildet. Bild 6-25 zeigt einen Ausschnitt der montageorientier-
ten Erzeugnisgliederung in Form eines Dendogramms. Die gesamte montageorientierte
Erzeugnisgliederung ist im Anhang zu finden (siehe Anhang Bild A-18).
21
21
21
21
29
29
29
29
29
29 29
29
29
29
29
29
29
29 29
29
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
35
32
22
16
42
28
29
27
37
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Sitzrohr
35 32 22 16 42 28 29 27 37
Systemelemente
IDSystemelemente
Design Structure Matrix
Werte sind in % dargestellt
Legende
HMI: Human Machine
Interface
ZRS: Zahnriemenscheibe
Cluster
Bündelung von Bauteilen
zu Arbeitsinhalten
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Anbauteile für
Sattelstrebe
MG Rahmen
MG Rahmen
gesamt
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Montage
Montage
Seite 136 Kapitel 6
Bild 6-25: Montageorientierte Erzeugnisgliederung des Pedelecs (Ausschnitt)
Auf Grundlage der identifizierten Cluster wurden insgesamt zwölf Montagegruppen
gebildet. Diese verteilen sich über vier Hierarchieebenen, die sog. Montagestufen. Die
Strukturierung der Systembestandteile ist in diesem Beispiel sehr heterogen. Montage-
gruppen wie MG Lenker oder MG Getriebe gesamt sind über drei bzw. vier Montage-
stufen strukturiert. Bei der Montagegruppe MG Rad hinten erfolgte hingegen keine Un-
terteilung in weitere Vormontagegruppen.
6.4 Konzipierung des Montageprozesses
In dieser Phase wird der Montageprozess auf Basis der montageorientierten Erzeugnis-
gliederung entwickelt. Das Vorgehen gliedert sich in fünf Schritte. Zunächst wird die
montageorientierte Erzeugnisgliederung in eine Prozessfolge überführt und im Unter-
nehmen bekannte Montageprozesse werden ergänzt. Anschließend erfolgt die Hierar-
chisierung und Detaillierung des Montageablaufs. Dabei werden die Montageprozess-
schritte in eine zeitliche und logische Abfolge gebracht. Im folgenden Schritt sind ge-
eignete Montageverfahren zu identifizieren und den Prozessschritten zuzuweisen. Hier-
durch ergeben sich alternative Prozessketten. Abschließend werden auf Grundlage der
Prozesskette und der geplanten Montageverfahren montagetechnische Restriktionen für
das Produktkonzept abgeleitet. Diese fließen in die weitere Produktentwicklung ein.
Das Vorgehen ist in Bild 6-26 dargestellt.
Pedelec
Bremshebel vorne3
Schalthebel26
Bremshebel hinten38
Lenker19
Lichtsensor44
HMI13
Tourensattel34
Montagestufe 0
Montagestufe 1
Montagestufe 2
Montagestufe 3
Montagestufe 4
Legende
Systemelement
Element der montageorientierten
Erzeugnisgliederung
19 Lenker ID & Bezeichnung des Systemelements
HMI Human Machine Interface
ZRS Zahnriemenscheibe
MG Montagegruppe
MG
HMI
MG Lenker MG Getrieb
gesamt
MG
Getriebe
Kurbel links40
Pedal links41
MG Pedal-
einheit links
Drehmomentsensor7
ZRS vorne15
Welle36
Pedal rechts23
Kurbel rechts17
MG Pedal-
einheit rechts
Bremsschreibe hinten39
Zahnriemen12
ZRS hinten14
Nabenschaltung20
Speichen hinten30
Felge hinten8
Reifen hinten24
MG Rad hinten
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 137
Bild 6-26: Vorgehen bei der Konzipierung des Montageprozesses
6.4.1 Ableitung einer ersten Prozesskette
Auf Grundlage der montageorientierten Erzeugnisgliederung wird eine erste Prozessket-
te erzeugt. Hierbei wird für jede im Rahmen der Produktstrukturierung erzeugte Monta-
gegruppe ein zugehöriger Montageprozess erstellt. Die Spezifikation der Montagepro-
zesse erfolgt hierbei auf Funktionsebene15, bspw. Bauteile fügen oder Bauteile ausrich-
ten. Die Montageprozesse sind innerhalb der Montagestufen parallel angeordnet und
noch nicht in einer logischen oder zeitlichen Reihenfolge angeordnet. In Bild 6-27 ist
die erste Prozesskette der Montage des Pedelecs zu sehen.
15 Eine Übersicht von Montagefunktionen nach LOTTER [Lot06a, S. 2] findet sich im Anhang (siehe
Anhang Bild A-19)
Seite 138 Kapitel 6
Bild 6-27: Erste Prozesskette der Montage des Pedelecs (Ausschnitt)
6.4.2 Ergänzung bekannter Montageprozesse
In diesem Schritt werden Montageprozesse ergänzt, die bereits im Unternehmen be-
kannt sind (vgl. [Nor12, S. 119f.]). Werden Montagegruppen in gleicher Form und mit
vergleichbarer Stückzahl im Unternehmen montiert, können diese Arbeitsabläufe über-
nommen werden. Das gilt auch, wenn sich einzelne Bauteile innerhalb der Montage-
gruppe unterscheiden, hierdurch aber keine Änderungen im Montageprozess erforder-
lich sind. Ein Beispiel ist die Montagegruppe MG Rad hinten des Pedelecs. Der Aufbau
des Montageprozesses unterscheidet sich nicht zum Hinterrad des Tourenrades. Bild
6-28 zeigt die Übernahme des Montageablaufs.
Montage
HMI
Lichtsensor
Bremshebel
vorne
Bremshebel
hinten
Schalthebel
Scheinwerfer
Montage
Lichtsensor
Bremshebel
vorne
Bremshebel
hinten
Schalthebel
Felge vorne
HMI
HMI
Montage
HMI
Lichtsensor
Bremshebel
vorne
Bremshebel
hinten
Schalthebel
Bremsschreibe
hinten
HMI
HMI
Montage
HMI
Lichtsensor
Bremshebel
vorne
Bremshebel
hinten
Schalthebel
Unterrohr MG Rahmen
MG Pedal-
einheit links
Montage
MG E-Einheit
MG Rahmen
gesamt
MG Rad hinten
MG Rad vorne
MG Lenker
Endmontage Pedelec
Montage
Unterrohr
Montage
HMI
MG Getriebe
Montage
Welle
Montage
HMI
Lichtsensor
Bremshebel
vorne
Bremshebel
hinten
Schalthebel
Lenker MG Lenker
Montage
Bremshebel
vorne
Bremshebel
hinten
Schalthebel
Steuerung
Schalthebel
Montage MG Getriebe
gesamt
Rücklicht Tourensattel
Montagestufe 0Montagestufe 1Montagestufe 2Montagestufe 3
Bremsschreibe
E
Sattelstrebe
Montage
Sitzrohr
Unterstrebe
Steuerrohr
Oberrohr
Tretlager
Unterrohr
MG Rahmen Montage MG Rahmen
gesamt
Bremseinheit
hinten
Rücklicht
Ausschnitt
Legende
Elemente der montage-
orientierten Erzeugnis-
gliderung
Systemelement
Prozess
Verweis auf Aggregation
Verweis auf Gestalt
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 139
Bild 6-28: Ergänzung des Prozesses für die Montage des Hinterrads
Aus dem bestehenden Montageplan für das Hinterrad des Tourenrads kann die Abfolge
der Montageschritte 1:1 übertragen werden. Weiterhin werden die Parameter der Pro-
zessschritte aus dem Montageplan übernommen und den Prozessschritten über Ver-
weise zugeordnet. Beispiele sind die benötigten Zeiten und die einzusetzenden Monta-
gehilfsmittel. Die Arbeitsplätze und Montagehilfsmittel zur Durchführung der Prozess-
schritte werden im Partialmodell Ressourcen abgebildet und ebenfalls den Prozess-
schritten zugewiesen.
6.4.3 Hierarchisierung und Detailierung der Montageprozesse
In dieser Phase erfolgt die Hierarchisierung und Detaillierung der Montageprozesse, die
bisher nur als erste grobe Prozesskette vorliegen. Die Hierarchie in der Prozesskette
entspricht den Montagestufen in der montageorientierten Erzeugnisgliederung (vgl.
Kap. 6.3.4). Im Fall des Pedelecs bestehen die Montagegruppen aus bis zu sieben ein-
zelnen Bauteilen. Das Ziel dieses Schrittes ist die Reihenfolge, in der die Bestandteile
innerhalb der Montagegruppen schrittweise zusammengebaut werden. Hierfür wird zu-
nächst ein Basisbauteil bestimmt, welches den Ausgangspunkt für den schrittweisen
Aufbau der Montagegruppe darstellt. Anschließend wird festgelegt, in welcher Reihen-
folge die Bestandteile der Montagegruppe zusammengebaut werden.
Reifen
montieren Montagegruppe Bremsscheibe
montieren MG Rad hinten
Tourensattel
Bremsscheibe
hinten
ge Montagegruppe
Reifen
hinten
A38030 Rad abdrücken
AVG
NR.
Blatt 1
10
20
Stk.zahl
1
Beschreibung
Benennung: Rad hinten
Tourenrad
Rad einspeichen
Rad zentrieren M400
M400 320-200
340-200
320-200
340-200
-
-
-
-
A380
A380
M400
747 15
5
10747
747
Datum: 16. Januar 2012
Bearbeiter: L. B.
Zeichnungs Nr.: 161-1989
Bereich
2
Kosten-
stelle Maschinen-
gruppe Montage-
hilfsmittel Lohn-
gruppe t
r
[min]
t
e
[min]
MONTAGEPLAN
Bremsscheibe
montieren
Hilfsmittel: 318-200
Typ: Montage
Prozess Parameter
Maschinengruppe: M400
Zeit [min]: 5
Aufnahme: 6-Loch nach IS2000
Typ: Bremsscheibe, schwimmend
Systemelement Parameter
Werkstoff: X46Cr13
Masse: 115 g
Montageunterlagen aus
vorangegangenen
Entwicklungsprojekten
Legende
Elemente der montage-
orientierten Erzeugnis-
gliderung
Systemelement
Prozess
Verweis auf Parameter
Verweis auf Ressource
Verweis auf Gestalt
Verweis auf Aggregation
Verweis
Ergänzter Prozess (Ausschnitt)
Seite 140 Kapitel 6
Für die Strukturierung der Montageprozesse wird das im Stand der Technik vorgestellte
Verfahren zur Produktstrukturierung nach DAHL [Dah90] eingesetzt16. Es wird modifi-
ziert und auf die Gegebenheiten der montageorientierten Strukturierung angepasst. Die
Bauteile innerhalb der Montagegruppen werden in eine Rangfolge gebracht, wobei die
Strukturierung top-down geschieht und den Montagestufen der montageorientierten
Erzeugnisgliederung folgt (siehe Bild 6-25). Die Grundlage für die Bildung der Rang-
folge ist die Bewertungssumme. Diese wird für jedes Bauteil aus dessen gewichteten
Eigenschaftswerten errechnet, welche aus der Blockstruktur der Design Structure Mat-
rix entnommen werden (vgl. Anhang Bild A-17). Bei der Berechnung der Bewertungs-
summe muss zwischen Bauteilen und Baugruppen differenziert werden.
Die Bewertungssumme für ein Bauteil ergibt sich als die Summe aller gewichteten
Eigenschaftswerte des Bauteils innerhalb der übergeordneten Montagegruppe. In der
Design Structure Matrix entspricht die Bewertungssumme somit der Zeilensumme17 des
Bauteils (Gleichung 6-2).

 


Gleichung 6-2: Bewertungssumme für ein Bauteil
mit

: Bewertungssumme des Bauteils BT in der Zeile i
: Erste/letzte Spalte bzw. Zeile der übergeordneten Montagegruppe


: Eigenschaftswert im Matrixfeld i,j der DSM
Die Bewertungssumme für eine Montagegruppe ergibt sich als die Summe der Be-
wertungssummen der enthaltenen Elemente. Die Verbindungen innerhalb der Montage-
baugruppe, d.h. zwischen den detaillierenden Elementen, fließen nicht in die Bewer-
tungssumme ein. Aus diesem Grund sind die montagegruppeninternen Verbindungswer-
te von der Bewertungssumme der Montagegruppe abzuziehen (Gleichung 6-3).

 





Gleichung 6-3: Bewertungssumme für ein Montagegruppe
16 Die prinzipielle Eignung des Verfahrens nach DAHL für die Strukturierung mechatronischer Systeme
wurde von NORDSIEK gezeigt [Nor12, S. 108ff.].
17 Aufgrund der Symmetrie der DSM sind Zeilen- und Spaltensumme identisch.
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 141
mit


: Bewertungssumme der Montagegruppe MG in den Zeilen m bis n
: Erste/letzte Spalte bzw. Zeile der Montagegruppe
: Erste/letzte Spalte bzw. Zeile der übergeordneten Montagegruppe


: Eigenschaftswert im Matrixfeld i,j der DSM
Das Element mit der höchsten Bewertungssumme in einer Montagegruppe bildet das
Basisbauteil18. In einem ersten Montageschritt wird es mit dem Element mit der zweit-
höchsten Bewertung verbunden. Anschließend folgen die weiteren Elemente entspre-
chend ihrer Rangfolge. Bild 6-29 zeigt beispielhaft die Bildung der Bewertungssumme
für die Elemente MG E-Einheit und Tourensattel der Montagestufe 1. Zur besseren
Nachvollziehbarkeit ist zusätzlich ein Ausschnitt der montageorientierten Erzeugnis-
gliederung abgebildet.
Innerhalb der Montagestufe 1 sind die Elemente MG Lenker, MG Getriebe gesamt, MG
E-Einheit, MG Rahmen gesamt, Tourensattel, MG Rad hinten, MG Rad vorne, MG Ga-
beleinheit in eine Reihenfolge zu bringen. Die übergeordnete Montagegruppe ist das
Pedelec. Bei der Berechnung der Bewertungssumme werden daher alle Spalten der
DSM berücksichtigt. Die Bewertungssumme für die MG E-Einheit ergibt sich als Sum-
me aller Eigenschaftswerte der Montagegruppe (Zeilensumme gesamt), abzgl. der mon-
tagegruppeninternen Werte (Zeilensumme intern). Die montagegruppeninternen Ver-
bindungen bestehen zwischen den Bauteilen Steuerung, Leistungselektronik, Akku und
E-Träger. Es ergibt sich eine Bewertungssumme für die MG E-Einheit von 81. Im Fall
des Elements Tourensattel entspricht die Bewertungssumme der Zeilensumme des Bau-
teils. Der Tourensattel besitzt lediglich eine Verbindung zum Sitzrohr. Die Bewertungs-
summe ist somit 21. Für die weiteren Bauteile der Montagestufe 1 ergeben sich die Be-
wertungssummen analog. In Tabelle 6-3 ist das Resultat der Bewertung aufgeführt
Tabelle 6-3: Bewertungssummen innerhalb der Montagestufe 1
18 Vgl. Konstruktionsprinzip des Basisteils als Start- oder Grundgefügeteil. Alle weiteren Montageschrit-
te bauen auf diesem Bauteil auf [PL11, S. 238].
Bauteil /
Montagegruppe
Bewertungssumme
BS
MG Rahmen gesamt
MG E-Einheit
MG Gabeleinheit
MG Lenker
101
81
90
61
Bewertungssumme
BS
47
35
40
21
MG Rad hinten
MG Getriebe gesamt
MG Rad vorne
Tourensattel
Seite 142 Kapitel 6
Bild 6-29: Berechnung der Bewertungssumme an den Beispielen MG E-Einheit und
Tourensattel
Kurbel links
Pedal links
Steuerung
Leistungselektronik
Akku
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Zahnriemen
ZRS hinten
40
41
33
18
1
43
35
32
22
16
42
28
29
27
37
34
39
12
14
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
29
29
29
29
29
29 29
29
29
29
29
29
29
29 29
29
2121
21 14
14
10
10
14
14
5
55
5
55
5
55
55
5
555 5
5
5
Lichtsensor
Systemelemente
Bremshebel vorne
Schalthebel
Bremshebel hinten
Pedal rechts
Kurbel rechts
Drehmomentsensor
ZRS vorne
Kurbel links
Pedal links
Steuerung
Leistungselektronik
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Gabelschaft
Lagersitz
Drehimpulsgeber
Bremseinheit vorne
Unterstrebe
Tretlager
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Zahnriemen
ZRS hinten
Nabenschaltung
Speichen hinten
Felge hinten
Reifen hinten
Felge vorne
Reifen vorne
Speichen vorne
Bremsscheibe vorne
Nabe vorne
Scheinwerfer
HMI
Lenker
Welle
Akku
Motor
Sitzrohr
44 1332638
19 23 17 7 15 36 40 41 33 18 143 35 32 22 11 45652
16 42 28 29 27 37 34 39 12 14 20 30824925 3142110
Lichtsensor
IDSystemelemente
44
Design Structure Matrix
Werte sind in % dargestellt
Legende
HMI: Human Machine
Interface
ZRS: Zahnriemenscheibe
Cluster
21 5
Zeilensumme gesamt
Zeilensumme intern
76
51
36
84
36
36
31
63
Differenz
Bewertungssumme 81
40
15
05
21
Zeilensumme gesamt
21
Bewertungssumme 21
Die Montagegruppe MG E-Einheit umfasst
die Bauteile Steuerung, Leistungselektronik,
Akku und E-Träger. Sie ist Teil der überge-
ordneten Montagegruppe Pedelec.
Pedelec
Montagestufe 0
Montageorientierte Erzeugnisgliederung (Ausschnitt)
Montagestufe 1
Legende
Systemelement
Element der montageorientierten
Erzeugnisgliederung
MG Lenker MG E-
Einheit
MG Getriebe
gesamt MG Rahmen
gesamt MG Rad
hinten MG Rad
vorne MG Gabel-
einheit
Touren-
sattel
Die Bewertungssumme BS errechnet sich wie folgt:
- Bauteil: Zeilensumme des Bauteils innerhalb
der übergeordneten Montagegruppe.
- Montagegruppe: Zeilensummen der enthaltenen Bau-
teile innerhalb der übergeordneten
Montagegruppe abzüglich der mon-
tagegruppeninternen Verbindungen
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 143
Bild 6-30 zeigt das Ergebnis der Strukturierung. Der Prozessschritt Endmontage wurde
dekomponiert und in sechs Teilschritte untergliedert. Diese sind entsprechend ihrer
Rangfolge in eine Reihenfolge gebracht.
Bild 6-30: Montageprozess nach der Strukturierung am Beispiel der Endmontage des
Pedelecs
Innerhalb der Montagestufe 1 der montageorientierten Erzeugnisgliederung (vgl. Bild
6-25) ergibt sich für die Montagegruppe MG Rahmen gesamt die höchste Bewertungs-
summe. Die Montagegruppe bildet somit innerhalb dieser Hierarchieebene das Basis-
bauteil und wird im ersten Montageschritt mit dem Element mit der zweithöchsten Be-
wertung verbunden. Dies ist die Montagegruppe MG Gabeleinheit. Die weiteren Bautei-
le und Montagegruppen der Montagestufe 1 folgen entsprechend ihrer Bewertungs-
summe.
Das Vorgehen zur Bildung der Reihenfolge wird auf die Montagegruppen aller Monta-
gestufen des zu fertigenden Systems angewendet. Es endet, wenn keine sinnvolle Rei-
henfolgebildung mehr möglich ist. Beispiele für die Berechnung der Bewertungssumme
auf den niedrigeren Montagestufen finden sich im Anhang (siehe Anhang Kap. A4.8).
Montage
HMI
Lichtsensor
Bremshebel
vorne
Bremshebel
hinten
Schalthebel
Scheinwerfer
Montage
Lichtsensor
Bremshebel
vorne
Bremshebel
hinten
Schalthebel
Felge vorne
HMI
HMI
Montage
HMI
Lichtsensor
Bremshebel
vorne
Bremshebel
hinten
Schalthebel
Bremsschreibe
hinten
HMI
HMI
Montage
HMI
Lichtsensor
Bremshebel
vorne
Bremshebel
hinten
Schalthebel
Unterrohr MG Rahmen
MG Pedal-
einheit links
Montage
MG E-Einheit
MG Rahmen
gesamt
MG Rad hinten
MG Rad vorne
MG Lenker
Endmontage Pedelec
Montage
Unterrohr
Montage
HMI
MG Getriebe
Montage
Welle
Montage
HMI
Lichtsensor
Bremshebel
vorne
Bremshebel
hinten
Schalthebel
Lenker MG Lenker
Montage
Bremshebel
vorne
Bremshebel
hinten
Schalthebel
Steuerung
Schalthebel
Montage MG Getriebe
gesamt
Rücklicht Tourensattel
Montagestufe 0Montagestufe 1Montagestufe 2Montagestufe 3
Pedele
g
MG Rahmen
g
esamt
R
üc
kli
c
h
t
T
ourensatte
l
Pedelec
Montage Montage Montage Montage
Montage Montage
MG Gabeleinheit
90
MG Rad hinten
47
MG Getriebe
gesamt
40
MG Rad vorne
35
Tourensattel
21
MG Lenker
61
MG E-Einheit
81
MG Rahmen
gesamt
101
Die Bildung der Montagereihen-
folge führt zu einer Dekomposition
des Prozesses Endmontage.
Legende
Element der montage-
orientierten Erzeugnis-
gliederung
Systemelement
Prozess
Verweis auf Parameter
Verweis auf Gestalt
Verweis auf Aggregation
Bewertungssumme
X
Seite 144 Kapitel 6
6.4.4 Auswahl neuer Montageverfahren
Das Ziel dieser Phase sind geeignete Montageverfahren19 für die Prozessschritte, die im
Unternehmen noch nicht existieren. Aufgrund der Vielfalt verfügbarer Verfahren und
möglicher Bauteilgeometrien ist eine automatische Auswahl bis heute kaum möglich
[SS94, S. 151]. Auch der schnelle Fortschritt im Bereich der IKT, z.B. semantische
Netze, konnte bisher keinen Durchbruch erzielen. Nur für einzelne Technologiefelder
konnten automatische Zuordnungen realisiert werden (siehe [EKS+05, S. 170ff.]). Die
Verfahren erfordern jedoch eine detaillierte Beschreibung der Aufgabe.
In der frühen Phase der Produktentwicklung sind die hierfür erforderlichen Informatio-
nen noch nicht verfügbar. Es liegen lediglich erste Skizzen, Hüllflächen und -volumina,
Kontaktbereiche und grobe Verbindungeigenschaften vor. Sie bilden die verfügbaren
Eingangsinformationen für die Auswahl der Montageverfahren. In dieser Phase werden
daher erste potentiell geeignete Montageverfahren bzw. Klassen von Montageverfahren
ausgewählt und der Lösungsraum eingeschränkt. Hieraus resultieren neue Erkenntnisse
und Restriktionen, die in die weitere Entwicklung des Produkts und des zugehörigen
Produktionssystems einfließen.
Die Auswahl des Montageverfahrens durch den Montageplaner ist stark von dessen
Erfahrungswissen abhängig. Somit kann es leicht zu einer subjektiv getroffenen Aus-
wahl kommen [Spu96, S. 11-3]. Um die Gefahr einer solchen Vorfixierung zu reduzie-
ren, ist eine systematische Vorgehensweise erforderlich. Für die Auswahl geeigneter
Montageverfahren wird im Rahmen der entwickelten Systematik in Anlehnung an das
Verfahren zur Verbindungsauswahl der VDI-Richtlinie 2232 [VDI2232, S. 10f.] vorge-
gangen20. Das Vorgehen ist in Bild 6-31 dargestellt.
Das Vorgehen umfasst die fünf Schritte: Formulierung der Verbindungsanforderungen,
Identifikation geeigneter Montageverfahren, Bewertung und Auswahl, Konkretisierung
der Prozesskette und Anpassung der Prinziplösung bzw. Verfahrensentwicklung. Diese
werden im Folgenden am Beispiel der Verbindung der Bauteile Sitzrohr (Bestanteil der
Montagegruppe MG Rahmen) und E-Träger (Bestandteil der Montagegruppe MG E-
Einheit) erläutert.
19 Als Montageverfahren werden die Tätigkeiten Fügen, Handhaben, Kontrollieren, Justieren und Son-
deroperationen wie Reinigen und Erwärmen verstanden (vgl. [Lot06a, S. 2]). Der Fokus in der frühen
Phase liegt hierbei auf der Auswahl der Fügeverfahren. Diese sind bereits frühzeitig relevant, da sie ei-
nen erheblichen Einfluss auf das Produktkonzept und insb. die Produktgestalt haben.
20 Vgl. Verfahren zur Auswahl von Fertigungstechnologien nach FALLBÖHMER [Fal00, S. 46ff.].
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 145
Bild 6-31: Auswahl von Montageverfahren in Anlehnung an [VDI2232, S. 10f.]
6.4.4.1 Formulierung der Verbindungsanforderungen
Den Ausgangspunkt bildet der betrachtete Prozessschritt aus dem Partialmodell Prozes-
se des Produktionssystemkonzepts. Dieser ist über die zu erfüllende Montagefunktion
beschrieben (vgl. Kap. 6.4.1). Die von der Bauteilverbindung an den Prozessschritt ge-
stellten Anforderungen leiten sich aus den Partialmodellen Anforderungen, Wirkstruk-
tur und Gestalt der Prinziplösung des Produkts ab (vgl. Kapitel 2.6.1). Den Kern bilden
die Verbindungseigenschaften (vgl. Kap. 6.1.4), die im Partialmodell Wirkstruktur oder
Gestalt spezifiziert sind21. Die aus den Verbindungseigenschaften resultierenden Anfor-
derungen werden durch weitere Anforderungen aus dem gleichnamigen Partialmodell
ergänzt. Beispiele sind Angaben zur Taktzeit, der Verbindungsqualität, den zulässigen
Montagekosten oder der Mitarbeiterqualifikation. Für die Ermittlung weiterer Anforde-
rungen an die Verbindung existieren Checklisten22. Diese beschreiben verbindungsrele-
vante Faktoren, die ggf. zu ergänzen sind. Als Resultat liegen die gestellten Verbin-
dungsanforderungen vor. Bild 6-32 zeigt diese am Beispiel der Verbindung von Sitzrohr
und E-Träger.
21 Dies ist von der Art der verwendeten Gestaltbeschreibung abhängig (vgl. Kap. 6.1.2).
22 Eine Übersicht verfügbarer Checklisten gibt [VDI2232, S. 15] (siehe Anhang Tabelle A-1).
Akku Steuerung
Rahmen
Vorderrad Hinterrad
Gabel
Lenker
Wirkstruktur
Prozesse
Alurohr Schneiden Oberrohr
Alurohr Schweißen Sitzrohr Rahmen
schweißen Rahmen
Unterrohr
Prozesse
Oberrohr
Sitzrohr
Rahmen
montieren Rahmen
Gestalt (Produkt)
Anforderungen
2
3
2.1
3.1
2.2
3.2
2.3
Geometrie
Fertigung
Automatisierungsgrad: >60%
Ausbringungsmenge: 5.000 p.a.
Radgröße: 28 zoll
Rahmengröße: 500 mm
Radstand: 120 mm
Verbindungsanforderungen
Kenndaten von
Montageverfahren
Konstruktionskataloge, Datenbanken,
Ashby-Diagramme, Auswahlmatrizen,
unternehmensspezifische Technologie-
dokumentationen, Herstellerkataloge
Identifikation
geeigneter
Verfahren
Prinziplösung des Produkts (Ausschnitt)
1
2
Geeignete
Verfahren
gefunden
Kein geeignetes
Verfahren gefunden
Verfahrens-
entwicklung
Anpassung der
Prinziplösung
5
4
Formulierung der Verbindungsanforderungen
Identifikation geeigneter Montageverfahren
Bewertung und Auswahl
Konkretisierung der Prozesskette
Anpassung der Prinziplösung
bzw. Verfahrensentwicklung
1
2
3
5
4
Konkretisierung der Prozesskette
3
Seite 146 Kapitel 6
Bild 6-32: Verbindungsanforderungen der Verbindung Sitzrohr – E-Träger
6.4.4.2 Identifikation geeigneter Montageverfahren
Das Ziel dieses Arbeitsschrittes sind geeignete Montageverfahren zur Erfüllung der ge-
stellten Anforderungen. Den Verbindungsanforderungen werden die Eigenschaften vor-
handener Montageverfahren gegenübergestellt [VDI2232, S. 7f.]. Der Abgleich der ge-
forderten und der realisierbaren Eigenschaften ermöglicht die Identifikation geeigneter
Montageverfahren bzw. Verfahrensklassen. Geeignete Hilfsmittel sind Konstruktions-
kataloge z.B. nach ROTH [Rot01] und zugehörige Datenbanken, Prozessauswahlmatri-
zen und -diagramme nach ASHBY [Ash07, S. 197ff.], Auswahlmatrizen für Fügeverfah-
ren nach SWIFT/BOOKER [SB03, S. 31ff.] sowie Schrifttum [VDI2232, S. 8f.]. Einige
Beispiele sowie eine Übersicht verfügbarer Konstruktionskataloge sind im Anhang er-
läutert (siehe Anhang Kap. A2). Die Auswahl kann durch unternehmensspezifische
Technologiedokumentationen und Recherchen (Internet, Herstellerkataloge, Messen)
ergänzt werden.
Eine effiziente Zuordnung von Montageverfahren zu Montageprozessen bzw. Bauteil-
verbindungen wird erst durch eine IT-technische Unterstützung möglich. Die Montage-
verfahren werden in einer hierarchischen Gliederung strukturiert. Hierbei wird für Fü-
geverfahren auf die Gliederung der DIN 8593 [DIN8593-0, S. 5] (siehe Anhang Bild A-
20), für Verfahren des Handhabens und des Kontrollierens auf die Gliederung der VDI-
Richtlinie 2860 [VDI2860, S. 4] (siehe Anhang Bild A-21) sowie für die Justierverfah-
ren auf die Gliederung nach SPUR ET AL. [SH86, S. 592] (siehe Anhang Bild A-22) zu-
rückgegriffen. Analog zu den Verbindungseigenschaften (vgl. Kap. 6.1.4) werden den
einzelnen Montageverfahren Eigenschaften zugeordnet. Die Verknüpfung von Monta-
geverfahren und Verbindungseigenschaften kann über semantische Beziehungen erfol-
gen und bspw. in Form einer Ontologie umgesetzt werden. In der Ontologie werden die
E-Träger mit
Sitzrohr
verbinden
E-Träger
Sitzrohr
r mit
ohr
binden
Verbindungstyp
Primäre Schlussart
Lösbarkeit
Art der Verbindung
Zugänglichkeit
Weitere Eigenschaften
Korrosion der Fügestelle vermeiden
Primäre Fügezeit: < 60 s
Kostengünstigstes Fügeverfahren
starr
Elemente Sitzrohr E-Träger
Wirkflächen nicht
definiert Unterseite
Werkstoffe Al-Guss ABS
Formschluss / Kraftschluss
- noch nicht festgelegt -
mittelbar / unmittelbar
einseitig
Mit Standardwerkzeugen lösbar
Mit Handkraft fügbar
Allgemeine Anforderungen
Verbindungseigenschaften
Legende
Element der montage-
orientierten Erzeugnis-
gliederung
Systemelement
Prozess
Verweis auf Parameter
Verweis auf Gestalt
Verweis auf Anforderungen
Verweis auf Aggregation
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 147
in einer Datenbank gespeicherten Informationen strukturiert. Hierdurch werden die In-
formationen maschinenlesbar und der Montageplaner kann bei der Auswahl geeigneter
Montageverfahren unterstützt werden23 [GBK10, S. 349f.]. Weiterhin ist eine Anbin-
dung bestehender Datenbanken möglich24. Bild 6-33 zeigt beispielhaft die Zusammen-
hänge von Montageverfahren und Verbindungseigenschaften.
Bild 6-33: Beispielhafte Darstellung der Zusammenhänge von Montageverfahren und
Verbindungseigenschaften [GBK10, S. 350]
Beispiele für Verbindungseigenschaften sind geeignete Materialien, Art des Zusammen-
halts, Zugänglichkeit der Fügestelle, Reproduzierbarkeit, Automatisierbarkeit, Füge-
dauer, Fügeenergie oder Verbindungskosten (vgl. [Gai81, S. 32f.]). Weiterhin werden
den Montageverfahren technologisch bedingte Vor- und Nachbehandlungen zugeordnet,
z.B. die Reinigung vor einem Klebeprozess oder Vorlochoperationen bei Zugdornniet-
verbindungen. Die Montageverfahren werden in Form von Steckbriefen beschrieben.
Der Aufbau orientiert sich an den Technologiesteckbriefen für Fertigungstechnologien
nach ASHBY [Ash07, S. 210] und wurde auf die Gegebenheiten von Montageverfahren
angepasst. Bild 6-34 zeigt den Ausschnitt eines Steckbriefs. Der gesamte Steckbrief ist
in Anhang zu finden (Anhang Bild A-24).
Es kann vorkommen, dass nicht alle Verbindungsanforderungen durch ein einzelnes
Montageverfahren erfüllt werden. Ein Beispiel ist die Dichtheit einer lösbaren Verbin-
dung. Abdichtende Verfahren wie Schweißen und Kleben kommen nicht in Frage. Mög-
liche Lösungen sind das Einbringen einer Dichtmasse im Fügeprozess oder die kon-
23 Vgl. Arbeiten im Verbundprojekt ENTIME [GSA+11]
24 Eine Übersicht verfügbarer Datenbanken und Datensammlungen im Bereich fester Verbindungen ist in
[VDI2232, S. 71] gegeben.
Handhaben
Kontrollieren
Justieren
Sonder-
operationen
Fügeverfahren
Fügen d.
Urformen Fügen d.
Umformen
Fügen d.
Schweißen
Fügen d.
Löten
Montage-
verfahren
wird beschrieben
durch
Legende
Hierarchische Beziehung
Semantische Beziehung
An- und
Einpressen
Klemmen
Press-
verbindung Schrauben
Klammern
Verspannen
Verbindungs-
eigenschaften
Art des
Zusammenhalts
Lösbarkeit
der Verbindung
Fügbare
Materialien
Zugänglichkeit
besteht
aus
besteht
aus
besteht
aus
besteht
aus
Seite 148 Kapitel 6
struktive Integration eines Dichtelements. Die zusätzlich erforderlichen Prozessschritte
werden zu einer Technologiekette ergänzt. In Abhängigkeit der gewählten Kerntechno-
logie ergeben sich alternative Technologieketten [Fal00, S. 59].
Bild 6-34: Technologiesteckbrief für ein Montageverfahren nach ASHBY [Ash07,
S. 210]25 (Ausschnitt)
6.4.4.3 Bewertung und Auswahl
Nach der Identifikation geeigneter Montageverfahren liegt meist nicht eine einzelne
mögliche Lösung vor. In der Regel ergeben sich verschiedene alternative Lösungskon-
zepte, die sich hinsichtlich Prozessreihenfolge und den eingesetzten Montageverfahren
unterscheiden. Bild 6-35 zeigt beispielhaft zwei verschiedene Prozessketten für die
Montage der Bauteile E-Träger und Sitzrohr. Je nach Anzahl der alternativen Prozess-
kombinationen ist eine Einschränkung des Lösungsraums ratsam. Hierdurch können die
Komplexität und der Aufwand im weiteren Verlauf der Produktentstehung reduziert
werden. Alternativ ist es natürlich auch möglich, die maximale Anzahl der Prozessalter-
nativen weiter zu verfolgen.
25 Vgl. auch [VDI2232, S. 4.], [DIN8593-3, S. 3].
Beschreibung Prinzipskizze
Schrauben (Anschrauben, Einschrauben, Verschrauben, Festschrauben)
Verfahrensklasse nach [DIN8580], [DIN8593]
Werkstoffklassen Gestaltklassen
Fügen durch Anpressen mittels selbsthem-
menden Gewindes.
• Hauptgruppe 4 Fügen
• Gruppe 4.3 Anpressen / Einpressen
• Untergruppe 4.3.1 Schrauben
• Metalle
• NE-Metalle
• Kunststoffe
• Holz
• Prismatisch
• Blech
• 3-dimensional
• Zu verbindende Teile: Verbindungspartner a, b
• Verbindungsmittel: Schraube c
• Wirkflächen
- c4 für Werkzeug zur M&D
- a2, c1 Fase zum leichten Fügen
- b2, c2 Bewegungsgewinde bei M&D
• Wirkflächenpaare
• Verbindungstyp starr
• Primäre Schlussart Kraftschluss
Verbindungseigenschaften
a4/c3
a1/b1
b2/c2
c4 c
c1
b
a
a2
a3
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 149
Bild 6-35: Alternative Prozesskombinationen am Beispiel der Montage des E-Trägers
Die Bewertung und Auswahl der alternativen Montageprozesse orientiert sich am Vor-
gehen zur Bewertung prinzipieller Lösungsvarianten mittels der Nutzwertanalyse nach
PAHL/BEITZ [PBF+07, S. 268ff.] (vgl. [Nor12, S. 130]). Alle entwickelten Konzepte
erfüllen die rein technischen Anforderungen. Für die Bewertung sind daher auch nicht-
technische Kriterien heranzuziehen (z.B. Kosteneffekte, erforderliche Mitarbeiterquali-
fikationen). Ein geeignetes Mittel für die Bewertung in der frühen Phase der Pro-
duktentstehung sind die Methoden und Werkzeuge der strategischen Technologiepla-
nung, bspw. Technologie-Roadmaps oder Technologieportfolios. Hierdurch wird si-
chergestellt, dass Produkt und Montageprozess entsprechend der langfristigen Techno-
logiestrategie des Unternehmens entwickelt werden. Die strategische Technologiepla-
nung steht nicht im Fokus dieser Arbeit. Entsprechende Vorgehensweisen sowie Me-
thoden und Werkzeuge finden sich in der einschlägigen Fachliteratur26. Weitere Metho-
den zur Bewertung der Prozessalternativen sind das Methods-Time Measurement
(MTM), die Montagekostenbewertung nach BOOTHROYD ET AL. [PL11, S. 232] oder die
Herstellkostenbewertung nach LANZA ET AL. Die detaillierte Beschreibung der Metho-
den findet sich in der zugehörigen Fachliteratur27.
Die Auswahl des Fügeverfahrens muss in enger Abstimmung erfolgen, da ein direkter
Einfluss auf die Produktentwicklung besteht. Die gewonnenen Informationen fließen in
die Produktentwicklung ein, in deren Rahmen die Verbindung detailliert und ausgelegt
wird. Weiterhin werden die notwendigen Formelemente definiert.
26 Siehe z.B. [AG05], [Ger05], [MI05], [GPW09], [SK10]
27 Siehe MTM: [AHK69] / Montagekosten: [BDK11] / Herstellkosten: [NGL+10, S. 1ff.], [LBP12,
S. 153ff.]
Alternative 1 - Fügetechnologie Schraube
Alternative 2 - Fügetechnologie Zugdornniet
Legende
Element der montage-
orientierten Erzeugnis-
gliederung
Systemelement Prozess Verweis auf Parameter
Verweis auf Gestalt Verweis auf Aggregation
E-Träger
verschrauben
E-Träger
2 x D5 in
Sitzrohr
einbringen
Gewinde
schneiden Sitzrohr
E-Träger
vernieten
E-Träger
Sitzrohr
2 x D6 in
Sitzrohr
einbringen
Seite 150 Kapitel 6
6.4.4.4 Konkretisierung der Prozesskette
In den vorangegangenen Schritten wurden für die Prozessschritte geeignete Montage-
verfahren ausgewählt. Hierbei kann es sich um einzelne Verfahren oder erste Prozess-
ketten handeln. In diesem Schritt wird das Partialmodell Prozesse ergänzt. In Bild 6-36
ist dies am Beispiel der Montage des E-Trägers dargestellt.
Bild 6-36: Konkretisierung des Montageprozesses am Beispiel des E-Trägers
Wie im gezeigten Beispiel zu sehen ist, kann es zu einer Aufteilung der Prozesskette
kommen. Als Fügeverfahren wurde das Schrauben gewählt. Dies erfordert eine Vor-
lochoperation und die Erzeugung eines Gewindes. Das Gewinde wird in das Sitzrohr
der Montagegruppe MG Rahmen eingebracht. Dies erfolgt jedoch nicht direkt vor dem
Schraubprozess sondern im Rahmen der Bearbeitung des Sitzrohrs vor dem Fügevor-
gang des Rahmens.
6.4.4.5 Anpassung der Prinziplösung / Verfahrensentwicklung
Bei der Suche nach Montageverfahren kann es durchaus vorkommen, dass zu den ge-
stellten Verbindungsanforderungen kein geeignetes Montageverfahren gefunden wird.
Es ist zu prüfen, ob Anpassungen der Prinziplösung möglich sind und ob dadurch be-
stehende Montageverfahren genutzt werden können. Weiterhin ist abzuschätzen, ob der
Anstoß einer Verfahrensentwicklung unter technischen und wirtschaftlichen Gesichts-
punkten möglich ist.
2 x D5 in
Sitzrohr
einbringen
Gewinde
schneiden Sitzrohr
E-Träger
verschrauben
MG E-Einheit
MG Rahmen
mit Gabel
Legende
Element der montage-
orientierten Erzeugnis-
gliederung
Systemelement Prozess Verweis auf Parameter
Verweis auf Gestalt Verweis auf Aggregation
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 151
6.4.5 Ableitung von Produktrestriktionen
Durch die Auswahl der Montageverfahren und die Bildung von Prozessketten ergeben
sich Restriktionen für das zu entwickelnde Produkt. Dies gilt insb. für die Wahl der Fü-
geverfahren, die bspw. einen großen Einfluss auf die Materialpaarung und die Gestalt
der Fügestelle haben. Zum Beispiel besteht die Montagegruppe MG Rahmen aus mehre-
ren Bauteilen, welche durch ein einheitliches Fügeverfahren verbunden werden sollen.
Als Rahmenwerkstoff stehen Aluminium, Stahl und faserverstärkter Kunststoff zur
Auswahl. Die möglichen Fügeverfahren sind Schweißen, Löten und Kleben. Das Füge-
verfahren hat dabei einen entscheidenden Einfluss auf die Produktgestalt. Beim Löten
werden die Rohre gerade abgelängt und mit Hilfe von Muffen verbunden. Im Fall des
Schweißens werden die Rohre im Stumpfstoß gefügt. Die Rohrenden müssen entspre-
chend der Stoßkontur ausgeschnitten werden. Der Einsatz eines Klebeverfahrens erfor-
dert Klebeflächen, welche bzgl. Dimensionierung und Ausrichtung auf die Belastung
anzupassen sind. Im gezeigten Beispiel kommt das Schweißen zum Einsatz.
Die aus der Fertigung und Montage resultierenden Restriktionen an das Produkt werden
heute in Form generischer Gestaltungsrichtlinien dokumentiert. Diese Hinweise für die
Produktentwicklung werden in der Regel als Kombination aus bildhaften und semanti-
schen Informationen beschrieben (Bild 6-37). Für die füge- und montagegerechte Ge-
staltung28 existiert in der Fachliteratur eine Vielzahl von Arbeiten. Da die montagege-
rechte Gestaltung des Produkts nicht im Fokus dieser Arbeit steht, sei an dieser Stelle
auf die einschlägige Fachliteratur29 verwiesen.
Bild 6-37: Gebräuchliche Darstellung von Richtlinien zur montagegerechten Gestal-
tung [KPP+06, S . 485]
28 Auch als Design for Assembly (DfA) bezeichnet oder unter Design for Manufacture and Assembly
(DfMA) subsummiert.
29 Siehe z.B. [Gai81], [AKL85], [Hes94], [BDK11], [HB11].
Gestaltungsregeln Kleben
Klebeschicht
reißt auf
ungünstig günstig Beschreibung
Klebeverbindungen
sollten stets flächig
und im Idealfall
überlappend aus-
geführt sein. Die
Überlappungslänge
sollte mindestens
das 5-fache der
Fügeteildicke be-
tragen. Stumpfe
Verbindungen sind
als ungünstig zu
bewerten.
Zugbelastung Abscherung
Seite 152 Kapitel 6
Die effiziente Nutzung und Bereitstellung der Gestaltungsrichtlinien erfordert eine
Rechnerunterstützung. Die Richtlinien müssen an die Montageverfahren gekoppelt wer-
den, so dass dem Entwickler in Abhängigkeit von dem gewählten Verfahren bedarfsge-
recht die passenden Richtlinien zur Verfügung gestellt werden. Ein geeignetes Mittel
für die Identifikation und Bereitstellung der Gestaltungsrichtlinien ist die von BAUER
entwickelte Datenbank [Bau07, S. 6f.], [Bau09, S. 103f.] (vgl. Kap. 3.5.2). Die Kopp-
lung von Montageverfahren und Gestaltungsrichtlinien erfolgt über die definierten
Merkmale der Gestaltungsrichtlinien. Hierbei kann es sich bspw. um ein konkretes Ver-
fahren bzw. eine Verfahrensklasse, betroffene Werkstoffe oder die Lösbarkeit einer
Verbindung handeln. Die Kopplung kann durch eine Erweiterung der Ontologie reali-
siert werden (vgl. Kap. 6.4.4.2). Wird für einen Montageprozess ein Montageverfahren
ausgewählt, ermöglicht die Datenbank auf Basis der Merkmale die Identifikation der
zugehörigen Gestaltungsrichtlinien. Die Bereitstellung der identifizierten Gestaltungs-
richtlinien erfolgt über eine Zuordnung zu den Bauteilen und Baugruppen in der Prin-
ziplösung. Bild 6-38 verdeutlicht diesen Zusammenhang.
Bild 6-38: Zuordnung von Gestaltungsrichtlinien zu den Bauteilen und Baugruppen
der Prinziplösung
Im gezeigten Beispiel wurde als Rahmenwerkstoff Aluminium und als Fügeverfahren
WIG-Schweißen gewählt. Für die Verfahrensklasse Schweißen liegt eine Vielzahl von
Gestaltungsrichtlinien vor. Diese werden über einen Querverweis mit den betroffenen
Systemelementen der Prinziplösung verknüpft. Hierdurch wird eine bedarfsgerechte
Bereitstellung der Gestaltungsrichtlinien im weiteren Entwicklungsprozess ermöglicht.
Der Produktentwickler bekommt bei der Konkretisierung eines Systemelements bzw.
von dessen Gestalt die zugewiesenen Gestaltungsrichtlinien angezeigt. Weiterhin wird
eine transparente Nachverfolgbarkeit der Entscheidungen hinsichtlich Gestalt und Mon-
tageverfahren ermöglicht. Wird ein Montageverfahren geändert, werden die verknüpften
Gestaltungsrichtlinien automatisch aktualisiert. Änderungsbedarfe in der Gestaltfestle-
gung können so einfacher aufgezeigt werden.
Rahmen
schweißen MG Rahmen
Oberrohr
Steuerrohr
Gestaltungsrichtlinie ID 185
Typ: Bremsscheibe, schwimmend
Systemelement Parameter
Gestaltungsrichtlinie ID 133
Gestaltungsrichtlinie ID 190
(Ausschnitt)
ID DfX-Aspekt Quelle
185 montagegerecht
fertigungsgerecht
HESSE, S.: Montage-Atlas.
Hoppenstedt Technik Tabellen
Verlag, Darmstadt, 1994
DBID
---
Richtlinie
Vermeidung von Nahtanhäufungen und Nahtkreuzungen
im Stoßbereich der Bauteile.
2 x D5 in
Sitzrohr
einbringen
Gewinde
schneiden Sitzrohr
Legende
Element der montage-
orientierten Erzeugnis-
gliederung
Systemelement
Prozess
Verweis
Verweis auf Parameter
Verweis auf Aggregation
Verweis auf Gestalt
Identifikationsnummer
Datenbank ID
ID
DBID
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 153
6.5 Konzipierung des Montagesystems
Im Anschluss an die Konzipierung des Montageprozesses erfolgt die Konzipierung des
zugehörigen Montagesystems. Unter Montagesystem werden hierbei die Ressourcen
verstanden, d.h. die Arbeitsmittel und das Personal, welche für die Ausführung der Pro-
zesse benötigt werden [DIN69901-5, S. 17]. Durch die Auswahl von Ressourcen kann
bereits in der Konzipierung eine grobe Vorstellung des Produktionssystems erzeugt
werden, bspw. über Materialflüsse, Raumbedarfe und Anordnungen. Weiterhin kann die
Integration des Produktionssystems in bestehende Produktionsbereiche geplant und ab-
geschätzt werden. Das Vorgehen erfolgt in zwei Schritten und ist in Bild 6-39 beschrie-
ben. Zunächst werden geeignete Betriebsmittel und Personal ausgewählt und den ein-
zelnen Prozessschritten zugewiesen. Dies erfolgt im Partialmodell Ressourcen. An-
schließend werden Gestaltinformationen (z.B. Abmessungen, Arbeitsräume) und die
Anordnung der Ressourcen im Partialmodell Gestalt spezifiziert (vgl. Kap. 2.6.1).
Bild 6-39: Vorgehen zur Konzipierung des Montagesystems
6.5.1 Auswahl und Zuweisung der Ressourcen
Das Vorgehen zur Auswahl und Zuweisung der Ressourcen eines Montagesystems un-
terscheidet sich nicht von dem Vorgehen bei der Auswahl von Fertigungseinrichtungen.
Aus diesem Grund kommt in der vorliegenden Arbeit das Vorgehen zur Konzipierung
auf Ressourcenebene nach NORDSIEK zum Einsatz [Nor12, S. 131ff.]. Das Vorgehen
gliedert sich in fünf Schritte, die im Folgenden am Anwendungsbeispiel kurz beschrie-
ben werden. Ein Phasen-Meilenstein-Diagramm der Teilschritte findet sich im Anhang
(siehe Anhang Bild A-25), eine detaillierte Beschreibung in [Nor12, S. 131ff.].
6.5.1.1 Analyse der Eingangsinformationen
Im ersten Schritt werden die erforderlichen Informationen ermittelt. Diese gliedern sich
nach TROMMER in die Klassen Bauteil, Produktionsaufgabe und Produktionsumgebung
[Tro01, S. 50f.]. Informationen zum Bauteil sind Angaben zu Abmessungen, dem
Werkstoff oder der Masse. Sie werden aus dem Partialmodell Gestalt entnommen. Die
Seite 154 Kapitel 6
Produktionsaufgabe beschreibt die einzusetzenden Technologien und Verfahren. Die-
se Informationen werden aus dem Prozessdiagramm entnommen werden. Hierbei ist zu
berücksichtigen, dass während der Konzipierung häufig mehrere Technologiealternati-
ven betrachtet werden. Die Klasse Produktionsumgebung umfasst sämtliche Informa-
tionen über die verfügbaren Ressourcen, d.h. die im Unternehmen zur Verfügung ste-
henden Betriebsmittel und das Personal. In den eingesetzten Enterprise Resource Plan-
ning (ERP) oder Manufacturing Execution System (MES) sind diese Informationen im
Unternehmen vorhanden.
Die Zusammenhänge sind in Bild 6-40 dargestellt. Der Ressourcenbedarf wird über die
Klassen Bauteil und Produktionsaufgabe beschrieben. Die Produktionsumgebung stellt
das Ressourcenangebot dar. Auf Basis dieser Eingangsinformationen sind der Bedarf
und das Angebot aufeinander abzustimmen.
Bild 6-40: Eingangsinformationen für die Ressourcenzuordnung nach [Nor12, S. 133]
6.5.1.2 Erstellen von Ressourcenmatrizen
Auf Grundlage der Eingangsinformationen wird eine Morphologie von Ressourcen auf-
gebaut. In Anlehnung an TROMMER erfolgt die Abbildung in Matrixform [Tro01, S. 60].
Für jeden Prozessschritt im Arbeitsablauf werden geeignete Ressourcen identifiziert und
in der Matrix aufgenommen (Bild 6-41). Kann zu einem Prozessschritt keine geeignete
Ressource identifiziert werden, muss eine Abstimmung mit der Produktentwicklung
erfolgen. Es wird geprüft, ob der Prozessschritt oder die Bauteile so angepasst werden
können, dass eine Ressource aus der Produktionsumgebung genutzt werden kann. Ist
dies nicht möglich, muss der entsprechende Prozessschritt ausgelagert werden oder es
ist in neue Ressourcen zu investieren.
6.5.1.3 Analyse der Verfügbarkeit
In der vorangegangenen Erstellung der Ressourcenmatrix wurde nur die technologische
Eignung der Ressourcen betrachtet. In diesem Schritt wird die Verfügbarkeit in die Be-
trachtung mit einbezogen. Dieser ergibt sich aus der bisherigen Auslastung und dem zu
erwartenden Produktionsprogramm des neuen Produkts. In Folge der Verfügbarkeits-
Akku Steuerung
Rahmen
Vorderrad Hinterrad
Gabel
Lenker
Wirkstruktur
Alurohr Schneiden Oberrohr
Alurohr Schweißen Sitzrohr Rahmen
schweißen
Rahmen
Unterrohr
Prozesse
Gestalt (Produkt)
Bauteil / Baugruppe
• Abmessungen
• Masse
• Werstoff
Produktionsumgebung
• Arbeitsmittel
- Technologie / Verfahren
- max. Werstückabmessung
- max. Werstückmasse
- Losgrößeneignung
- Automatisierungsgrad
• Personal
• Auslastung
Produktionsaufgabe
• Technologie
• Verfahren
Auswahl
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 155
analyse kann es zu einer Reduzierung der Anzahl der alternativen Ressourcen in der
Ressourcenmatrix kommen.
6.5.1.4 Verknüpfung zu Ressourcenfolgen
Für die einzelnen Prozessschritte werden aus der Menge der geeigneten und verfügba-
ren Ressourcen in der Ressourcenmatrix ausgewählt (Bild 6-41). Ihre Verkettung wird
als Ressourcenfolge bezeichnet. Die grundsätzlichen Ziele sind hierbei kurze Material-
flusswege, eine geringe Anzahl von Werkstückübergaben und ein hoher Automatisie-
rungsgrad [Tro01, S. 60f.].
Bild 6-41: Bildung von Ressourcenfolgen
6.5.1.5 Aufstellen des Ressourcendiagramms
Auf Basis der getroffenen Auswahl wird das Partialmodell Ressourcen erstellt. In die-
sem werden die Ressourcen spezifiziert und durch Materialflüsse verknüpft. Die Mate-
rialflüsse zwischen den Ressourcen ergeben sich aus der Abfolge der Prozessschritte. In
Bild 6-42 ist ein Ausschnitt des Ressourcendiagramms für das Anwendungsbeispiel
Pedelec dargestellt. Im Verlauf der weiteren Konzipierung des Produktionssystems wird
das Ressourcendiagramm detailliert und konkretisiert.
Gabelschaft ScheinwerferBremseinheit
Motor Drehimpuls-
geber
Drehimpuls-
geber
einpressen
Bremseinheit
anschrauben
Scheinwerfer
klemmen
Lagersitz Gabelschaft
und Lagersitz
verschweißen
Motor
montieren
(Schrauben)
Ressource
WIG-Arbeitsplatz
Nr.: 340
Schweißroboter
Nr.: 210
Ressource
Montagelinie
Nr.: 611
Montageinsel
Nr.: 640
Montageplatz Ant.
Nr.: 680
Ressource
Montagelinie
Nr.: 612
Montageinsel
Nr.: 640
Montageplatz Ant.
Nr.: 680
Ressource
Montagelinie
Nr.: 613
Montageinsel
Nr.: 640
Ressource
Montagelinie
Nr.: 614
Montageinsel
Nr.: 640
Legende
Systemelement
Prozess
Verweis auf Parameter
Verweis auf Ressource
Verweis auf Gestalt
Verweis auf Aggregation
Verweis
Ressourcenfolge Variante 1 Ressourcenfolge Variante 2
Seite 156 Kapitel 6
Bild 6-42: Ressourcendiagramm des Produktionssystems für das Pedelec (Ausschnitt)
6.5.2 Anordnung der Ressourcen
Das Ziel dieser Phase ist ein Groblayout des Montagesystems. Den Ausgangspunkt bil-
den die Gestaltinformationen der einzusetzenden Ressourcen. Häufig ist das Montage-
system in ein bestehendes Fabrikgebäude bzw. ein bestehendes Produktionssystem zu
integrieren. In diesem Fall sind die Ressourcen im Hallenlayout anzuordnen. Restriktio-
nen bestehen hierbei bspw. durch Betriebsmittel anderer Produktionssysteme, bestehen-
de Fahrwege und Lagerflächen oder die Medienversorgung.
Der Detaillierungsgrad der Gestaltinformationen der Ressourcen ist in der frühen Phase
noch sehr unterschiedlich. Werden bestehende Ressourcen genutzt bzw. handelt es sich
bei neu zu beschaffenden Ressourcen um „Standard“-Maschinen (z.B. Werkzeugma-
schinen) liegen detaillierte Gestaltinformationen vor. Im Fall von produktspezifisch
anzufertigenden Betriebsmitteln (z.B. ein Roboterkarussell für die vollautomatische
Rahmenfertigung) können Gestaltinformationen wie Platzbedarf und Arbeitsraum in der
frühen Phase meist nur sehr grob abgeschätzt werden. Andererseits kann auch aus dem
Hallenlayout der maximal zur Verfügung stehende Raum für solche Betriebsmittel ab-
geleitet werden. Die Ressourcen werden im Hallenlayout positioniert. Die rechnerinter-
ne Abbildung der Gestaltinformationen erfolgt im Partialmodell Gestalt (Produktions-
system) (vgl. Kap. 2.6.1). Bild 6-43 zeigt einen Ausschnitt des Groblayouts.
Legende
Ressource
Materialfluss
Verweis
Verweis auf Parameter
Verweis auf Prozess
Verweis auf Gestalt
Verweis auf Aggregation
Gabelschaft
Lagersitz
MG Rahmen komplett
MG Gabeleinheit
Motor
Drehimpulsgeber
Bremseinheit
Scheinwerfer
MP Antrieb
(680)
WIG-Arbeitsplatz
(340)
Montageinsel
(640)
Hauptmontagelinie
Station 1 (601)
600
500
Eingangselemente: Gabelschaft, Lagersitz
Typ: Hybride Montagezelle
Verfahren: WIG-Schweißen
Maschine: 6-Achs-Roboter KR30-3
Ressource Parameter
Ressourcen-Nr.: 340
Ausgangselemente: Gabel
Werkstückgröße (max.): 1.000 x 1.600 mm
Werkstückmasse (max.): 120 kg
Automatiserung: 50 % (manuelle Beschickung)
Ressource Gestalt
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 157
Bild 6-43: Layout des Montagebereichs des Pedelecs (Ausschnitt)
In den Arbeitsstationen im oberen Teil des Bildes erfolgt die Montage der Montage-
gruppe MG Gabeleinheit. Gabelschaft und Lagersitz werden am WIG Arbeitsplatz (340)
verschweißt. Die Arbeitsumfänge der Ressource Montageplatz Antrieb (680) sind die
Montage des Motors und des Drehimpulsgebers. Anschließend werden die Bremsein-
heit und der Scheinwerfer an der Montageinsel Gabel (640) montiert. Die grundsätzli-
chen Abmessungen der Stationen sind aus der Montage konventioneller Laufräder be-
kannt. In der unteren Bildhälfte ist die Aufstellfläche für die Hauptmontagelinie (601 –
607) zu sehen. Für diese stehen noch keine detaillierteren Gestaltinformationen zu Ver-
fügung. Auf Basis des Hallenlayouts wurde die maximal zur Verfügung stehende Flä-
che ermittelt.
Das so entstehende Groblayout lässt Rückschlüsse auf Materialflüsse zu. Hieraus kön-
nen die notwendigen Handhabungsschritte und die dafür notwendigen Betriebsmittel
abgeleitet werden. Weiterhin bildet das Groblayout den Ausgangspunkt für die Ar-
beitsmittel- und Arbeitsstättenplanung.
6.6 Bewertung der Anforderungserfüllung der Systematik
Das übergeordnete Ziel dieser Arbeit ist der Lückenschluss zwischen der Produktkonzi-
pierung und der Konzipierung des Produktionssystems. Hierzu wurde eine Systematik
für die integrative Konzipierung der Montage auf Basis der Prinziplösung mechatroni-
scher Systeme erarbeitet. Die Systematik erfüllt die an sie gestellten Anforderungen
(vgl. Kap. 2.8) vollumfänglich. Im Folgenden wird dies erläutert.
WIG
Arbeitsplatz
(340)
Montageplatz Antrieb
(680)
Montageinsel Gabel
(640)
Hauptmontagelinie
(601 - 607)
Seite 158 Kapitel 6
A1) Anwendbarkeit in der Mechatronik: Den Ausgangspunkt der Methodik bildet
die Prinziplösung des mechatronischen Systems. Bei der montageorientierten Struktu-
rierung werden sowohl bauliche Beziehungen als auch Informations- und Energieflüsse
berücksichtigt (vgl. Kap. 6.3.2). Die integrierten Methoden für die Bestimmung der
Montagetechnologien sowie die zugrunde liegenden Datenbanken sind allgemein an-
wendbar und erweiterbar. Somit findet auch die für die Mechatronik wichtige Aufbau-
und Verbindungstechnik Berücksichtigung (vgl. Kap. 6.4.4).
A2) Abstimmung auf die Entwicklungsmethodik für die integrative Konzipierung
mechatronischer Systeme: Die Systematik beginnt mit der Konzipierung der Produkt-
gestalt und somit im Rahmen der Konzipierung auf Systemebene. Parallel und in enger
Abstimmung zur weiteren Konkretisierung des Produktkonzepts erfolgt die Konzipie-
rung des Montagesystems. Aus diesem ergeben sich Restriktionen an die Produktge-
stalt, welche in den Produktentwicklungsprozess eingebracht werden (vgl. Kap. 5.3).
Weiterhin nutzt die Systematik die Spezifikationstechnik CONSENS für die fachdis-
ziplinübergreifende Beschreibung der Konzepte von Produkt und Produktionssystem
(vgl. Kap. 2.6.1). Somit fügt sich die entwickelte Systematik nahtlos in die Entwick-
lungsmethodik für die Konzipierung mechatronischer Systeme ein.
A3) Prinziplösung als Ausgangspunkt: Die Systematik setzt bereits in der Phase der
Konzipierung auf Systemebene ein (vgl. Kap. 5.3) und ermöglicht die Konzipierung der
Produktgestalt (vgl. Kap. 6.1.1). Somit wird bereits die Erstellung der Prinziplösung
unterstützt. Die enthaltenen Informationen bilden den Ausgangspunkt für die anschlie-
ßende Konzipierung der Montage.
A4) Frühzeitige Spezifikation der Produktgestalt: Die Prinziplösung umfasst bereits
erste geometrische Festlegungen. Für die Spezifikation der Produktgestalt bietet die
Systematik ein allgemeinverständliches Beschreibungsmittel (vgl. Kap. 6.1.1). Weiter-
hin wird die Formalisierung von Bauzusammenhängen (vgl. Kap. 6.1.3) sowie deren
detaillierte Beschreibung unterstützt (vgl. Kap. 6.1.4), welche die Eingangsinformatio-
nen für die montageorientierte Produktstrukturierung bilden.
A5) Frühzeitige montageorientierte Produktstrukturierung: Den Ausgangspunkt
für die Konzipierung der Montage bildet die montageorientierte Produktstruktur. Das
Montagekonzept ist in der Regel nach entwicklungsrelevanten Aspekten strukturiert,
daher umfasst die Systematik eine Methode für die montageorientierte Produktstruktu-
rierung (vgl. Kap. 6.3). Diese nutzt die in der Wirkstruktur und Gestalt enthaltenen In-
formationen für die Gliederung des Systems in (Vor-)Montagegruppen. Aufgrund der
formalen Beschreibung der Partialmodelle im Mechatronic Modeller ist eine Teilauto-
matisierung des Vorgehens möglich. Hierdurch kann die Strukturierung sehr effizient
und aufwandsarm durchgeführt werden.
A6) Auswahl von Montagetechnologien: Die Systematik stellt eine Methode für die
frühzeitige Auswahl von Montageverfahren und -technologien zur Verfügung (vgl.
Kap. 6.4.4). Diese ermöglicht ausgehend von Verbindungsanforderungen die Identifika-
Anwendung der Systematik zur Konzipierung der Montage Seite 159
tion und Auswahl geeigneter Verfahren. Die Datenbasis bilden bestehende Kataloge
und Datenbanken sowie Auswahldiagramme und -matrizen.
A7) Berücksichtigung montagetechnischer Restriktionen: Bei der integrativen Kon-
zipierung der Montage müssen die Wechselwirkungen zwischen Produkt und Montage
beidseitig berücksichtigt werden. Die Systematik unterstützt daher die Ableitung von
Restriktionen an das Produktkonzept. Diese ergeben sich auf Grundlage der gewählten
Montageverfahren und werden in Form von Gestaltungsrichtlinien dem Produktent-
wickler bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt (vgl. Kap. 6.4.5).
A8) Ganzheitliche Konzipierung der Montage: Die Systematik ermöglicht die ganz-
heitliche Konzipierung der Montage. Hierfür wird die Montageablaufstruktur in Form
von Montageprozessketten beschrieben (vgl. Kap. 6.4). Methoden ermöglichen die
Identifikation und Auswahl geeigneter Montageverfahren (vgl. Kap. 6.4.4) und die
Grobbeschreibung des Montagesystems erfolgt auf Basis des Ressourcendiagramms
(vgl. Kap. 6.5). Es werden somit alle relevanten Aspekte berücksichtigt.
A9) Nutzung eines disziplinübergreifenden Beschreibungsmittels: Im Rahmen der
Systematik wird die Spezifikationstechnik CONSENS für die fachdisziplinübergreifen-
de Beschreibung von Produkt- und Montagekonzept verwendet (vgl. Kap. 5.4.2). Somit
wird in den Bereichen Produktentwicklung und Montageplanung eine einheitliche Nota-
tion verwendet. Hierdurch wird die Kooperation der beteiligten Fachleute unterstützt
und die Koordination der durchzuführenden Tätigkeiten verbessert.
A10) Systematische Vorgehensweise: Der Kern der Systematik ist ein detailliertes
Vorgehensmodell, welches als Leitfaden für die integrative Konzipierung der Montage
dient (vgl. Kap. 5.3 und 5.4.1). Die Hauptphasen sind Konzipierung der Produktgestalt
(vgl. Kap. 6.1), Planen und Klären der Montageaufgabe (vgl. Kap. 6.2), montageorien-
tierte Produktstrukturierung (vgl. Kap. 6.3), Konzipierung des Montageprozesses (vgl.
Kap. 6.4) und Konzipierung des Montagesystems (vgl. Kap. 6.5). Den Ausgangspunkt
bildet ein erstes Produktkonzept auf Systemebene. Auf dieser Grundlage wird die Pro-
duktgestalt spezifiziert und die Bauzusammenhänge werden konkretisiert. Sie bilden die
Grundlage für die montageorientierte Strukturierung des Produkts in Montagegruppen.
Anschließend wird das Montagekonzept auf Prozessebene erarbeitet und es werden ge-
eignete Montageverfahren ausgewählt. Aus den Montageprozessen und -verfahren er-
geben sich Restriktionen, die in die Produktentwicklung zurückgespielt werden. Ab-
schließend werden Betriebsmittel zur Realisierung der Prozesse ausgewählt und zum
Montagesystem kombiniert. Das Vorgehen folgt somit einer zunehmenden Konkretisie-
rung und Detaillierung. Am Beispiel der integrativen Entwicklung eines Pedelecs wurde
die Anwendbarkeit des Vorgehens demonstriert.
Seite 160 Kapitel 7
7 Zusammenfassung und Ausblick
Heutige technische Erzeugnisse sind in der Regel mechatronische Systeme. Durch die
Integration von Mechanik, Elektronik sowie Software- und Regelungstechnik ergeben
sich weitreichende Möglichkeiten in der Gestaltung dieser Produkte. Beispiele sind die
Miniaturisierung der Produkte, die Integration neuer Funktionen, autonomes Verhalten
oder die Interaktion mehrerer Systeme. Gleichzeitig steigt jedoch die Komplexität die-
ser Produkte und der eingesetzten Produktionstechnologien. Durch die Vielzahl der be-
teiligten Fachdisziplinen kommt es weiterhin zu einer Steigerung der Komplexität und
des Umfangs der zugrunde liegenden Entwicklungsprozesse.
Ein möglicher Lösungsansatz ist die integrative Entwicklung von Produkt und Produk-
tionssystem, bei der die Entwicklung fachdisziplinübergreifend, aufeinander abge-
stimmt und im engen Wechselspiel erfolgt. Dies gilt bereits für die frühe Phase der
Konzipierung. Die integrative Vorgehensweise birgt die folgenden Nutzenpotentiale:
Bereits in der Konzipierung wird die spätere Herstellung des Produkts berücksich-
tigt. Restriktionen und Gestaltungsmöglichkeiten durch Produktionstechnologien
fließen frühzeitig in das Produktkonzept ein.
Das abgestimmte Vorgehen reduziert das Risiko unnötiger Iterationsschleifen im
weiteren Verlauf der Produktentstehung. Ein Beispiel sind Konstruktionsanpassun-
gen infolge einer nicht montage- oder fertigungsgerechten Produktgestaltung. Kos-
ten- und zeitintensive Produktanpassungen können somit vermieden werden.
Ein geeigneter Ausgangspunkt für die Erstellung des Produktionssystemkonzepts ist das
erste Produktkonzept, die sog. Prinziplösung. Bereits in dieser frühen Phase können und
müssen die Restriktionen durch die Produktionstechnik berücksichtigt werden. Die
Schnittstelle zwischen Produkt- und Produktionssystemkonzipierung bildet die Konzi-
pierung der Montage, deren wesentlichen Bestandteile die montageorientierte Produkt-
struktur auf Seiten des Produkts sowie die darauf basierende Montageablaufstruktur als
Teil des Produktionssystemkonzepts sind. Dieser Übergang ist bisher nur unzureichend
konkretisiert. Die Herausforderungen liegen somit in der Verknüpfung der Entwick-
lungsmethodik für mechatronische Systeme mit der Systematik zur Produktionssystem-
konzipierung sowie die methodische Unterstützung dieses Übergangs.
Es wurde überprüft, ob bestehende Ansätze dieser Herausforderung gerecht werden.
Defizite bestehen hier besonders bei der frühzeitigen Spezifikation der Produktgestalt,
welche die wesentlichen Informationen für die Konzipierung der Montage enthält, so-
wie der Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen Produkt- und Montagekon-
zept. Häufig fokussieren die Ansätze lediglich Teilaufgaben der Montagekonzipierung.
Die Analyse des Stands der Technik hat den Handlungsbedarf aufgezeigt, eine Syste-
matik für die integrative Konzipierung der Montage auf Basis der Prinziplösung mecha-
tronischer Systeme zu entwickeln.
Zusammenfassung und Ausblick Seite 161
Die entwickelte Systematik schließt die Lücke zwischen der Produktkonzipierung und
der Konzipierung des Produktionssystems. Hierbei bildet das Montagekonzept die
Schnittstelle. Die Systematik erweitert die Entwicklungsmethodik für die integrative
Konzipierung mechatronischer Systeme nach GAUSEMEIER ET AL. sowie die Systematik
zur Konzipierung von Produktionssystemen nach NORDSIEK. Für die Lösung von Teil-
aufgaben nutzt sie einige der untersuchten Ansätze, die auf die Besonderheiten der in-
tegrativen Montagekonzipierung angepasst und in die Systematik integriert wurden.
Produktentwickler und Montageplaner werden bei der frühzeitigen und abgestimmten
Entwicklung eines Montagekonzepts unterstützt, wobei jedoch nicht der Anspruch be-
steht, den gesamten Entwicklungsprozess zu automatisieren. Häufig wiederkehrende
Tätigkeiten sollen teilautomatisiert unterstützt werden (z.B. die Vorauswahl geeigneter
Montageverfahren), wodurch eine Fokussierung der beteiligten Fachleute auf die kreati-
ven Tätigkeiten angestrebt wird. Die Bestandteile der Systematik sind ein Vorgehens-
modell, Methoden und Werkzeuge sowie eine Spezifikationstechnik:
Das Vorgehensmodell beschreibt detailliert die durchzuführenden Tätigkeiten bei
der integrativen Konzipierung der Montage. Es verknüpft die erforderlichen Ein-
gangsinformationen sowie die erzeugten Ausgangsinformationen und steuert den
Einsatz der Methoden und Werkzeuge im Entwicklungsprozess.
Für die Lösung von Teilaufgaben stehen Methoden und Werkzeuge bereit. Die zu
unterstützenden Aufgaben im Rahmen der integrativen Konzipierung der Montage
sind die montageorientierte Strukturierung und die Ableitung einer montageorien-
tierten Erzeugnisgliederung, die Spezifikation von Verbindungseigenschaften, die
Auswahl geeigneter Montageverfahren, die Erstellung einer Montageablaufstruktur
sowie die Auswahl der benötigten Ressourcen.
Für die frühzeitige integrative Beschreibung des Montagekonzepts kommt die Spe-
zifikationstechnik CONSENS zum Einsatz. Sie ist auf die Besonderheiten der
Montagekonzipierung angepasst und um die notwendigen Konstrukte erweitert.
Die Anwendbarkeit der Systematik wurde exemplarisch demonstriert. Als Beispiel
diente die Entwicklung eines Elektrofahrrads, eines sog. Pedelecs. Das Vorgehen wurde
vollständig durchlaufen und die entsprechenden Methoden und Werkzeuge eingesetzt.
Hierdurch konnte gezeigt werden, dass die entwickelte Systematik die an sie gestellten
Anforderungen erfüllt.
Der wesentliche weitere Forschungsbedarf liegt in der softwaretechnischen Unterstüt-
zung der entwickelten Systematik. Es bedarf IT-Werkzeuge zur effizienten Ausführung
der Methoden sowie der Informationsspeicherung und -bereitstellung. Der wesentliche
Handlungsbedarf besteht in folgenden Bereichen:
Erweiterung des Mechatronic Modeller: Das im Verbundprojekt VireS entwi-
ckelte Modellierungswerkzeug setzt die Spezifikationstechnik CONSENS um und
beschreib die Prinziplösung rechnerintern als zusammenhängendes, formales Da-
Seite 162 Kapitel 7
tenmodell. Defizite weist der Mechatronic Modeller im Bereich der Produktions-
systemkonzipierung auf. Die benötigten Informationen für die montageorientierte
Produktstrukturierung sind im Datenmodell enthalten. Es besteht der Bedarf, die
entsprechenden Methoden in den Mechatronic Modeller zu implementieren.
Planungssystem für die Auswahl neuer Montageverfahren: Die effiziente Aus-
wahl neuer Montageverfahren erfordert eine softwaretechnische Unterstützung. Mit
Datenbanken, Normen, Katalogen etc. steht eine ausreichende Datenbasis zur Ver-
fügung, jedoch bedarf es eines Systems zur Unterstützung des Montageplaners bei
der Identifikation und Auswahl geeigneter Verfahren auf Grundlage der Verbin-
dungseigenschaften. Ein möglicher Ansatz sind wissensbasierte Systeme (WBS),
die aus einer Wissensbasis zur Speicherung und Strukturierung von Fach- und Er-
fahrungswissen sowie einer Inferenzmaschine zur Verarbeitung des Wissens beste-
hen. Das WBS ermöglicht somit die Teilautomatisierung wiederkehrender Tätigkei-
ten in der Montagekonzipierung.
Methoden für die frühzeitige Analyse und Bewertung: Die in der Konzipie-
rungsphase vorliegenden Informationen sind in der Regel mit einer Unsicherheit
behaftet. Diese kann nicht vernachlässigt werden und ist bei der Analyse und Be-
wertung von alternativen Lösungskonzepten zu berücksichtigen. Es bedarf daher
Methoden für eine frühzeitige Analyse und Bewertung, die auf die Besonderheiten
der integrativen Konzipierung der Montage angepasst sind und sich in die entwi-
ckelte Systematik integrieren. Beispiele sind die Bewertung der Montagezeiten, der
Leistungsfähigkeit sowie die Abschätzung der Auswirkungen durch Konzeptände-
rungen.
Durchgängigkeit der Werkzeuge: Die effiziente Anwendung der entwickelten
Systematik kann nur durch eine durchgehende softwaretechnische Prozesskette er-
reicht werden. Die in den einzelnen Modellen enthaltenen Informationen müssen
automatisiert ausgeleitet und für andere Methoden bereitgestellt werden. Daher sind
geeignete Schnittstellen zwischen den Werkzeugen zu entwickeln, die eine Über-
nahme der Informationen und somit einer Teilautomatisierung der Methoden er-
möglichen
Das Übergeordnete Ziel ist eine neue Schule des Entwurfs technischer Systeme, die den
Herausforderungen in der Entwicklung moderner maschinenbaulicher Erzeugnisse be-
gegnet. Dies soll dadurch erreicht werden, dass Produkt und Produktionssystem bereits
von Beginn an integrativ entwickelt werden. Die entwickelte Systematik liefert einen
Baustein auf dem Weg zu diesem Ziel.
Abkürzungsverzeichnis Seite 163
8 Abkürzungsverzeichnis
2D zweidimensional
3D dreidimensional
abzgl. abzüglich
AWF Arbeitsgemeinschaft für Wirtschaftliche Fertigung (ehemals: Ausschuss für
wirtschaftliche Fertigung e.V.)
BF Begrenzungsfläche
BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung
bspw. beispielsweise
bzgl. bezüglich
bzw. beziehungsweise
C&CM Contact and Channel Model
CAD Computer-Aided Design
CAP Computer-Aided Planning
CAPP Computer-Aided Process Planning
CDM C&CM Dependency Matrix
CONSENS CONceptual design Specification technique for the Engineering of complex
Systems
d.h. das heißt
DfA Design for Assembly
DfM Design for Manufacturing
DfMA Design for Manufacturing and Assembly
DfX Design for X
DIN Deutsches Institut für Normung
DSM Design Structure Matrix
ERP Enterprise Resource Planning
etc. et cetera
evtl. eventuell
Seite 164 Kapitel 8
FEM Finite-Elemente-Methode
FK Funktionskontakt
ggf. gegebenenfalls
i.d.R. in der Regel
IKT Informations- und Kommunikationstechnologie
insb. insbesondere
IT Informationstechnik
Kap. Kapitel
km/h Kilometer pro Stunde
LSS Leitstützstruktur
METUS Methodische Unterstützung der Systembildung
MG Montagegruppe
MID Moulded Interconnect Devices
MIG Module Interface Graph
Min. Minuten
MKM Münchener Konkretisierungsmodell
MTM Methods-Time Measurement
NA Normausschuss
NC Numerical Control
Nr. Nummer
PDM Produktdatenmanagement
PPS Produktionsplanung und -steuerung
PRIMA Process Information Map
PS Produktionssystem
PVA Produkt, Vorgang, Anlage
RC Robot Control
REFA Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmens-
entwicklung (ehemals Verband für Arbeitsstudien e.V.)
RS Reststruktur
Abkürzungsverzeichnis Seite 165
sog. sogenannt
Stck. Stück
TS Tragstruktur
u.a. unter anderem
vgl. vergleiche
W Watt
WBS Wissensbasiertes System
WF Wirkfläche
WFP Wirkflächenpaar
z.B. zum Beispiel
z.T. zum Teil
Literaturverzeichnis Seite 167
9 Literaturverzeichnis
Publikationen
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1985
Anhang
Inhaltsverzeichnis Seite
A1Ergänzungen zur Entwicklungsmethodik für die Konzipierung mecha-
tronischer Systeme ...................................................................................... A-1
A2Ergänzungen zum Stand der Technik ........................................................ A-2
A2.1Symbolik zur Gestaltbeschreibung ....................................................... A-2
A2.2Übersicht Checklisten und Konstruktionskataloge ............................... A-3
A2.3Ergänzungen zur Technologieauswahl nach ASHBY ............................ A-5
A2.4Ergänzungen zur Technologieauswahl nach SWIFT/BOOKER ............... A-7
A3Ergänzungen zum Produktkonzept des Pedelecs ...................................... A-8
A4Ergänzungen zur Anwendung der Systematik .......................................... A-11
A4.1Sichtenbildung im Mechatronic Modeller ............................................ A-11
A4.2Klassifikation von Verbindungen ........................................................ A-12
A4.3Faktoren zur Bestimmung von Montageanforderungen ..................... A-13
A4.4Gewichtungsfaktoren für die Produktstrukturierung ........................... A-14
A4.5Identifikation von Clustern am Beispiel Pedelec ................................ A-15
A4.6Montageorientierte Erzeugnisgliederung ............................................ A-16
A4.7Gliederungsansätze in der Montage .................................................. A-17
A4.8Bestimmung der Bewertungssumme ................................................. A-18
A4.9Technologiesteckbrief ........................................................................ A-20
A4.10Konzipierung auf Ressourcenebene nach NORDSIEK ...................... A-21
Ergänzungen zur Entwicklungsmethodik für die Konzipierung mechatronischer Systeme Seite A-1
A1 Ergänzungen zur Entwicklungsmethodik für die Konzi-
pierung mechatronischer Systeme
Bild A-1: Konzipierungsphase „Planen und Klären der Aufgabe“ [GD10, S. 63]
Bild A-2: Konzipierungsphase "Konzipierung auf Systemebene" [GD10, S. 64]
Seite A-2 Angang A2
A2 Ergänzungen zum Stand der Technik
A2.1 Symbolik zur Gestaltbeschreibung
Bild A-3: Grundlegende Symbolik für allgemeine Mechanik nach [Lem09, S. 76]
Element
Darstellung
Beispiel
Struktur
Gestalt
Typ
Wirkflächen-
paar
Verbindung
Eigen-
schaften,
Werte
Lager Gelenk Kugel-
gelenk
ElastizitätReibung
Lagerung axial
fixiert
Element 2
Element 1
berührende Linien
begrenzende Linie
außen
innen
geschlossene
Kontur
offene Kontur
Drehgelenk
Drehschub-
gelenk
starr
Buchstaben, Ziffern, Worte,
Text, Formeln
Berührung von
Linienendpunkten
Eμ
Ergänzungen zum Stand der Technik Seite A-3
A2.2 Übersicht Checklisten und Konstruktionskataloge
Tabelle A-1: Übersicht verfügbarer Checklisten zur Bestimmung montagerelevanter
Anforderungen nach [VDI2232, S. 15]
InhaltSchrifttum
B
AUER
, C.O.: Auswahl und Auslegung formschlüssiger
Verbindungen – Beispiel: Schraubenverbindungen.
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Technik. Girardet, Essen, 1981
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AUER
, C.O.: Wege zu sicheren und wirtschaftlichen
Schraubenverbindungen. VDI-Z 10, 1982
Assoziationsbegriffe zu Schraub-
verbindungen
Assoziationsbegriffe zu
Verbindungen allgemein
Assoziationsbegriffe zu
technischen Aufgabenstellungen
allgemein
Assoziationsbegriffe zu Klebe-
verbindungen
Schraubenfragebogen
Seite A-4 Angang A2
Tabelle A-2: Übersicht verfügbarer Konstruktionskataloge [VDI2232, S. 23]
InhaltSchrifttum
G
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, X.: Systematik der Verbindungen – Ein Beitrag zur Konstrukti-
onsmethodik. Dissertation, RWTH Aachen, 1983
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IESSNER
, F.: Gesetzmäßigkeiten und Konstruktionskataloge elasti-
scher Verbindungen. Dissertation, TU Braunschweig, 1974
Überblick über feste und bewegliche Ver-
bindungen / Systematik der physikalischen
Effekte zur Erzeugung der Verbindungskraft
Schraubenverbindungen,Gewindeformen
Schraubenantriebe
Verarbeitungsschema für Kleb- und Dicht-
stoffe
Spannelemente / Einfache Hydro-Spannele-
mente Hydraulische Werkzeugspannelemen-
te
Elastische Halterungen mit zwei Halterungs-
partnern Elastische Verbindungen mit drei
Verbindungspartnern
K
OLLMANN
, F.G.: Welle-Nabe-Verbindungen – Gestaltung, Aus-
legung. Springer-Verlag, Berlin, 1984
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OPOWSKI
, E.: Analyse und Konstruktionskataloge fester Verbin-
dungen. Dissertation, TU Braunschweig, 1985
Reibschlüssige Welle-Nabe-Verbindungen
Formschlüssige Welle- Nabe-Verbindungen
Stoffschlüssige Welle-Nabe-Verbindungen
Schnappbare Form- und Kraftschlussverbin-
dungen
Systematik ebener Klebungen zweier
Flächentragwerke
Physikalische Effekte, Gestaltungshinweise
Schweiß-, Umform-Verbindungen
Elementenpaare / Blindnietverbindungen im
Leichtbau / Schraubverbindungen
R
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, K.: Konstruieren mit Konstruktionskatalogen, Band 3
Verbindungen und Verschlüsse, Lösungsgfindung. Springer-Verlag,
Berlin, 1996
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, A.; Rahte, W.; S. Böhme: Bewertungen schmelz-
geschweißter Konstruktionen. Technische Hochschule Karl-Marx-
Stadt, 1978
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493, VDI Verlag, Düsseldorf, 1983
Schweiß-, Lötverbindungen Formschluss-
Verbindungen Kraftschluss-Verbindungen
Reibschluss-Verbindungen
Vorauswahl der Fügeverfahrensklasse und
-gruppe Verbindungen an Dünnblechkon-
struktionen
Schmelzschweißverbindungen
Schlussarten, Nietverbindungen,
Nichtblindniet-Verbindungen, Blindniet-
Verbindungen, Welle-Nabe-Verbindungen
Schtusskraftorientierter Haupt-Übersichts-
katalog fester Verbindungen
Nietverbindungen, Schlusskraftorientierter
Haupt-Übersichtskatalog für feste Verbindun-
gen, Geometrischer Katalog Verbindungen
Nahtformen für das Gasschweißen, Licht-
bogenhand- und Schutzgas- schweißen von
Stahl, Fugenform für das UP-Schweißen
Ergänzungen zum Stand der Technik Seite A-5
A2.3 Ergänzungen zur Technologieauswahl nach ASHBY
Bild A-4: Technologiesteckbrief für eine Fertigungstechnologie nach Ashby [Ash07,
S. 210], [Nor12, S. A-11]
Bild A-5: Gestaltklassen nach [Ash07, S. 198]
Beschreibung
Niederdruckgießen
Wandstärken
Rauhigkeiten
Toleranzen
0,4 - 6,5 mm
0,2 - 1,6 μm
0,2 - 1 mm
Monetäre Attribute
10 - 10 Stk.
0,6 - 0,9
5 - 50 Stk/h
Wirtschaftliche Losgröße
Werkstoffausnutzung (0-1)
Produktionsrate
46
Werkstoffklassen
Metalle
NE-Metalle
Aluminium-Legierungen
Verfahrensklasse
Diskret
Primär
Gießen
Physikalische Attribute
Prinzipskizze
Prismatisch
3-dimensional
Typische Anwendung
Gestaltklassen
Das Niederdruckgießen ist ein
Hochpräzisions-Sandformverfahren zur
Herstellung von hochwertigen Alumini-
umbauteilen für die Automobilindustrie.
Motorblöcke
etc.
Prismatisch
rotations-
symmetrisch nicht rotations-
symmetrisch
Blech
flach gewölbt
3-dimensional
voll hohl
Formen
Seite A-6 Angang A2
Bild A-6: Prozess-Material-Matrix bzgl. Fügen nach ASHBY [Ash07, S. 197]
Bild A-7: Prozess-Bauteilmasse-Diagramm bzgl. Fügen nach ASHBY [Ash07, S. 199]
Metall, Eisen
Elastomere
Duroplaste
Thermoplasten
Verbundwerkstoffe
Fügen
Klebstoffe
Schweißen von Metallen
Schweißen von Polymeren
Verbindungselemente
Metall, nicht Eisen
Keramik
Glas
Polymere, Schäume
10 10 0,1 1 10 10 10 10
-3 -2 432
Masse (kg)
Klebstoffe
Schweißen von Metallen
Schweißen von Polymeren
Verbindungselemente
Fügen
Ergänzungen zum Stand der Technik Seite A-7
A2.4 Ergänzungen zur Technologieauswahl nach SWIFT/BOOKER
Tabelle A-3: Auswahlmatrix für Fügetechnologien nach SWIFT/BOOKER (Ausschnitt)
[SB03, S. 32f.]
Werkzeug- und
Legierungsstähle
Aluminium und
Aluminiumlegierungen
Titan und
Titanlegierungen
sehr
wenig
1-100
wenig
100-1.000
wenig
bis
mittel
1.000-10.000
...
...
Material
Menge
[W2][W3]
[W6][W8]
[W9][W11]
[W13][W14]
[W1]
[W2]
[W3]
[W5]
[W6]
[W7]
[W8]
[W9]
[W11]
[W13]
[W14]
[W15]
[W16]
[W17]
[W19]
Schweiß-Vefahren
P
SP
NP
P
SP
NP
P
SP
NP
< 3 mm 3-19 mm >19 mm < 3 mm 3-19 mm > 19 mm < 3 mm 3-19 mm > 19 mm
[W2][W3]
[W9][W11]
[W13][W14]
[W15][B1]
[W3][W7]
[W9][W10]
[W13][W15]
[F20] [F19][F20] [F19][F20]
[W2][W3]
[W8][W9]
[W11][W13]
[W14][W15]
[W2][W3]
[W9][W11]
[W13][W14]
[W16][W17]
[W3][W9]
[W13][W15]
[W16][W17]
[F20] [F19][F20] [F19][F20]
[W2][W8]
[W11][W13]
[W14][W19]
[B2][B4]
[W2][W11]
[W13][W14]
[W16][W17]
[W19][B2]
[W13][W16]
[W17]
[W1][W2]
[W3][W6]
[W8][W9]
[W11][W13]
[W1][W2]
[W3][W6]
[W9][W11]
[W13][B1]
[W3][W9]
[S1][S8]
[F23] [F23]
[W1][W2]
[W3][W6]
[W9][W11]
[W13][W14]
[W1][W2]
[W3][W9]
[W11][W13]
[W14][B1]
[W3][W9]
[S1][S8]
[F23] [F23]
[W1][W2]
[W8][W11]
[W13][W14]
[W19][B2]
[W1][W2]
[W11][W13]
[W14][W19]
[B2][B6]
[S2][S6]
[S8]
[W2][W3]
[W9][W13]
[W14]
[W2][W3]
[W9][W13]
[W14]
[W3][W9]
[W13]
[W2][W3]
[W9][W13]
[W14]
[W2][W3]
[W9][W13]
[W14]
[W3][W9]
[W13]
[W2][W13]
[W14][W19]
[B4]
[W2][W13]
[W14][W19]
[W13]
Kaltverschweißen
Diffusionsschweißen
Explosionsschweißen
Ultraschall-Schweißen
Gasschweißen
Thermit-Schweißen
Nahtschweißen
Abbrennstumpfschweißen
Buckelschweißen
Metall-Inertgas-Schweißen
Wolfram-Schutzgasschweißen
Lichtbogenhandschweißen
Unterpulverschweißen
Fülldraht-Schweißen
Bolzenschweißen
magnetische Bauteile
Gewindeeinsätze
Kegelschaft (konische Verbindung)
Mechanische Fügeverfahren
Hartlöt-Verfahren
Weichlöt-Verfahren Art der Verbindung
P
SP
NP
permanent
semi-permanent
nicht permanent
Manuelles Flammlöten
Induktionslöten
Tauchlöten
[B1]
[B4]
[B6]
S2 automatisches Lötbrennen
S6 Tauch Löten
S8 Kolbenlöten
[S2]
[S6]
[S8]
[F20]
[F23]
[F19]
Seite A-8 Angang A3
A3 Ergänzungen zum Produktkonzept des Pedelecs
Bild A-8: Umfeldmodell des Pedelecs [GBD+12, S. 91]
Bild A-9: Beispielhaftes Anwendungsszenario des Pedelecs [GBD+12, S. 93]
Smartphone
(optional)
Pedelec
Werkstatt
Benutzer
Ladestation
Untergrund
Vibrationen / Stöße
Tretkraft
Gewicht
Lenkwinkel
Gangwahl
Benutzereingabe (Unterstützungsmodus, Licht)
Statusinformation
Service-
Schnittstelle
Schwingungen
und Stöße
Schnittstelle Versorgungsenergie
Ladezustand
Schmutz /
Feuchtigkeit
Fahrtwind
Streckenbeleuchtung
T = -20°C - 50°C
Umgebung
Bremskraft
U
Legende
Energiefluss Informationsfluss
Stofffluss Störfluss
Systemelement
Umfeldelement
AS01 Anwendungsszenario Anfahren bis 25 km/h 6. April 2011
Beschreibung:
Der Fahrer steigt auf das Pedelec, wählt die gewünschte Motorunterstüt-
zung aus und beginnt zu treten. Der Motor unterstützt den Beschleunigungs-
vorgang und reduziert somit die erforderliche Tretkraft bzw. erhöht die
Beschleunigung. Möchte der Fahrer bei gleichbleibender Trittfrequenz
schneller oder langsamer fahren bzw. die erforderliche Tretkraft an einer
Steigung reduzieren, wählt er eine andere Übersetzung mit der Gangschal-
tung. Bei Annäherung einer Geschwindigkeit von 25 km/h muss die Tret-
unterstütztung progressiv abnehmen. Ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h
darf keine Tretkraftunterstützung mehr erfolgen.
Skizze:
Unterstützungsbereich
Motorunterstützung nimmt progressiv ab
keine Motorunterstützung
Economic Modus
Touring Modus
Sport Modus
Motormoment / Tretmoment [%]
Geschwindigkeit v / km/h
15 20
Legende
510 25
100
200
300
4
1
2
3
4City Modus
3
2
1
Ergänzungen zum Produktkonzept des Pedelecs Seite A-9
Bild A-10: Ausschnitt aus der Anforderungsliste des Pedelecs [GBD+12, S. 94]
Bild A-11: Ausschnitt der Funktionshierarchie des Pedelecs [GBD+12, S. 95]
2.6 Motorunterstützung nur bei Vorwärtsbewegung
Stand: 6. April 2011
ersetzt:
Änderung F/W Anforderungen
Anforderungsliste
Pedelec Blatt 1 Seite 1
Kinematik
2
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
elektr. Tretunterstützung vorsehen
Nenndauerleistung: 250 W
Motordrehmoment: 40,00 bis 60,00 Nm
Ab 25 km/h schaltet Tretunterstützung ab
Motorunterstützung nur bei Tretbewegung
F
F
F
F
F
F
Änderung Bear.
Mobilität
ermöglichen
Bewegung
kontrollieren
Tretunterstüt-
zung steuern
Geschwindigkeit
ändern
Tretkraft über-
tragen / ändern
Richtung
ändern
Pedelec
bewegen
Akku laden
Energie
bereitstellen
el. Energie
speichern
mit Fahrer
interagieren
Benutzer-
eingaben
erfassen
Messwerte
abfragen
el. Energie
steuern
Tretstärke
erfassen
Ladezustand
erfassen
Ladezustand
anzeigen
Reichweite
anzeigen
Geschwindigkeit
anzeigen
Unterstützungs-
modus anzeigen
Legende
Aggregationsbeziehung
Funktion
Seite A-10 Angang A3
Bild A-12: Ausschnitt aus dem Partialmodell Verhalten – Zustände des Pedelecs
[GBD+12, S. 99]
Bild A-13: Ausschnitt aus dem Partialmodell Verhalten – Aktivitäten des Pedelecs
[GBD+12, S. 100]
Fahren mit
Tretunterstützung
Pedelec steht Fahren ohne
Tretunterstützung
f > 0 s
tritt
-1
v = 0 km/h
v = 0 km/h
v < 25 km/h
_
f = 0 s
tritt
-1
v > 25 km/h
U < U
Akku min
Legende
Zustand Ereignis Zustandsänderung
v > 25 km/h
Signal an
Leistungs-
elektronik
Motor
ansteuern
M = 0 Nm
Mot_soll U = 0 V
Motor
Legende
ReihenfolgebeziehungEreignisAktivität
Ergänzungen zur Anwendung der Systematik Seite A-11
A4 Ergänzungen zur Anwendung der Systematik
A4.1 Sichtenbildung im Mechatronic Modeller
Bild A-14: Sichtenbildung im Mechatronic Modeller [GBD+12, S. 119]
Auswahl des aktiven
Anwendungsszenarios
Inaktive Flüsse und
Systemelemente
Seite A-12 Angang A4
A4.2 Klassifikation von Verbindungen
Bild A-15: Klassifikation von Verbindungen fester Körper nach [Rot96, S. 6]
Verbindungen
Feste Verbindungen f ≤ 0 Zahl der Freiheitsgrade f ≥0
Stoffschlüssig
Geschweißt Gelötet Geklebt
Schwere-
kräfte
Magnetische
Kräfte
Elektrostatische
Kräfte
Trägheits-
kräfte
Elektro-
dynamische
Kräfte
Einfachpaarung Mehrfachpaarung
Elastisch steife
Körper
Elastisch
nachgiebige
Körper
Kompressible
Fluide
Klemmschlüssig
(Reibkraft
beliebig groß)
Haftreib- und
gleitreibschlüssig
(Reibkraft begrenzt)
Elastisch
kraftschlüssig
Feldschlüssig Reibschlüssig
Feste Körper
(loses Spiel)
Inkompressible
Fluide
Statische
Kräfte
Dynamische
Kräfte
Berührungsschlüssig
(keine Kraftübertragung)
Kraftschlüssig
(kein loses Spiel)
Schraub-
bewegung
G W A K
Z T K SK 2-
Gelenk
3-
Gelenk
4-
Gelenk
G W A G W K G W G W G W
Wälz-
bewegung
Drehschub-
bewegung
gleichzeitig
Renkbewegung
nacheinander
Rotations-
bewegung
Translations-
bewegung
Rot. + Transl.-Bew.
gekoppelt
Rot. + Transl.-Bew.
unabhängig
G
Gleit-
paarung
Z
Zylinder
(Kegel)
T
Tonne
K
Kugel
SK
Sattel-
Körper Federn Filmgelenke
Direkte Berührung Fester Zwischenkörper Fluidreibung
W
Paarung mit
Wälzkörper
A
Angelekte
Paarung
K
Kinematische
Kette
Kurvenbahn-
bewegung
Bewegliche Verbindungen
Ergänzungen zur Anwendung der Systematik Seite A-13
A4.3 Faktoren zur Bestimmung von Montageanforderungen
Tabelle A-4: Übersicht der wesentlichen Faktoren für die Bestimmung der montagere-
levanten Anforderungen nach [Rot00, S. 72ff.], [PBF+07, S. 473ff.]
Faktoren für montagerelevante AnforderungenBetrachtungsbereich
Produktbezogene Faktoren: - Einzelprodukt oder Produktprogramm
- Stückzahl und Anzahl der Varianten
- Art der Schnittstellen für die Verbindungstechnik
Prozessbezogene Faktoren: - Montagetechnologien (manuell, automatisiert)
- Montagewerkzeuge, Betriebsmittel
- Montagebedingungen
- Prüfanforderungen und Qualitätsmerkmale
Faktoren mit Bezug zum - Transport- und Verpackungsanforderungen
weiteren Produktlebenszyklus: - gebrauchsbedingte Anforderungen für erforderliche
Montageoperationen durch den Anwender
- Montage- und Demontageanforderungen hinsichtlich
hinsichtlich Instandhaltung, Wartung und Recycling
Menschbezogene Faktoren: - Teilehandhabung (Gewicht, Abmessungen)
- Teileerkennbarkeit
- Verwechslungsgefahr
Wirtschaftliche Faktoren: - Montagelöhne
- Werkzeugkosten
- Investitionsbedarf
Normative Faktoren: - Sicherheitstechnische und gesetzliche Restriktionen
- Schutzrechte für Montagetechnologien
- Werkzeugnormen
Seite A-14 Angang A4
A4.4 Gewichtungsfaktoren für die Produktstrukturierung
Bild A-16: Ermittlung der Gewichtungsfaktoren mittels paarweisem Vergleich
Fluss-
beziehungen
Paarweiser Vergleich
Fragestellung:
Wie wichtig ist die
Beziehung i (Zeile)
verglichen mit der
Beziehung j (Spalte)?
0: weniger wichtig
1: gleich wichtig
2: wichtiger
Stofffluss
Energiefluss 1
1
2
2
2
2
1
1
2
2
2
2
1
1
2
2
2
2
0
0
0
0
0
0
0
0
0
2
1
0
0
0
0
2
1
0614
0
0
0
2
2
2
2
2
2
12
9
9
5
5
5
29
21
21
Informationsfluss
Stoffschluss
Kraftschluss
Formschluss
Bewegliche
Verbindung
Stofffluss
Energiefluss
Informationsfluss
Stoffschluss
Kraftschluss
Formschluss
Summe
Gewichtungsfaktor [%]
Bewegliche
Verbindung
Verbindungs-
beziehungen
Fluss-
beziehungen
Verbindungs-
beziehungen
Ergänzungen zur Anwendung der Systematik Seite A-15
A4.5 Identifikation von Clustern am Beispiel Pedelec
Bild A-17: Finaler Stand der DSM des Pedelecs mit identifizierten Clustern
Lichtsensor
Systemelemente
Bremshebel vorne
Schalthebel
Bremshebel hinten
Pedal rechts
Kurbel rechts
Drehmomentsensor
ZRS vorne
Kurbel links
Pedal links
Steuerung
Leistungselektronik
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Gabelschaft
Lagersitz
Drehimpulsgeber
Bremseinheit vorne
Unterstrebe
Tretlager
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Zahnriemen
ZRS hinten
Nabenschaltung
Speichen hinten
Felge hinten
Reifen hinten
Felge vorne
Reifen vorne
Speichen vorne
Bremsscheibe vorne
Nabe vorne
Scheinwerfer
HMI
Lenker
Welle
Akku
Motor
Sitzrohr
44 1332638
19 23 17 7 15 36 40 41 33 18 143 35 32 22 11 45652
16 42 28 29 27 37 34 39 12 14 20 30824925 3142110
Lichtsensor
HMI
Bremshebel vorne
Schalthebel
Bremshebel hinten
Lenker
Pedal rechts
Kurbel rechts
Drehmomentsensor
ZRS vorne
Welle
Kurbel links
Pedal links
Steuerung
Leistungselektronik
Akku
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Gabelschaft
Lagersitz
Drehimpulsgeber
Motor
Bremseinheit vorne
Unterstrebe
Tretlager
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Zahnriemen
ZRS hinten
Nabenschaltung
Speichen hinten
Felge hinten
Reifen hinten
Felge vorne
Reifen vorne
Speichen vorne
Bremsscheibe vorne
Nabe vorne
Scheinwerfer
IDSystemelemente
44
13
3
26
38
19
23
17
7
15
36
40
41
33
18
1
43
35
32
22
11
45
6
5
2
16
42
28
29
27
37
34
39
12
14
20
30
8
24
9
25
31
4
21
10
Legende
HMI: Human Machine
Interface
ZRS: Zahnriemenscheibe
Cluster
Werte sind in % dargestellt.
21 21
21
21
21
21
21
21 21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
2121
21
21
21
21
21 21
21 21
21
29
29 21
21
21
21
21
21 21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
29
29
29
29
29
29 29
29
29
29
29
29
29
29 29
29
2121
21
2121
21
21212121
21
14
14
14
14
14
10
10
14
14
14
14
5
55
5
5
5
5
5
5
5
55
5
55
5
55
55
5
555 5
5
5
5
5
5
5
5
1421
Seite A-16 Angang A4
A4.6 Montageorientierte Erzeugnisgliederung
Bild A-18: Montageorientierte Erzeugnisgliederung
Bremshebel vorne3
Schalthebel26
Bremshebel hinten38
Lenker19
Steuerung33
Leistungselektronik18
Akku1
E-Träger43
Unterrohr35
Steuerrohr32
Oberrohr22
Gabelschaft11
Lagersitz45
Drehimpulsgeber6
Motor5
Bremseinheit vorne2
Unterstrebe16
Tretlager42
Sitzrohr28
Sattelstrebe29
Rücklicht27
Bremseinheit hinten37
Bremsschreibe hinten39
Zahnriemen12
ZRS hinten14
Nabenschaltung20
Speichen hinten30
Felge hinten8
Reifen hinten24
Felge vorne9
Reifen vorne25
Speichen vorne31
Bremsscheibe vorne4
Nabe vorne21
Scheinwerfer10
Pedelec
Lichtsensor44
HMI13
Drehmomentsensor7
ZRS vorne15
Welle36
Pedal rechts23
Kurbel rechts17
Kurbel links40
Pedal links41
Tourensattel34
Montagestufe 0
Montagestufe 1
Montagestufe 2
Montagestufe 3
Montagestufe 4
Legende
Systemelement
Element der montageorientierten
Erzeugnisgliederung
19 Lenker ID & Bezeichnung des Systemelements
HMI Human Machine Interface
ZRS Zahnriemenscheibe
1 MG Lenker
1.1 MG HMI
2 MG Getriebe gesamt
2.1 MG Getriebe
2.1.1 MG Pedaleinheit rechts
2.2 MG Pedaleinheit links
3 MG E-Einheit
4 MG Rahmen gesamt
4.1 MG Rahmen
5 MG Rad hinten
6 MG Rad vorne
7 MG Gabeleinheit
1.1
1 2
2.1 2.2 4.1
2.1.1
3 4 5 6 7
Ergänzungen zur Anwendung der Systematik Seite A-17
A4.7 Gliederungsansätze in der Montage
Bild A-19: Übersicht der Montagefunktionen [SH86, S. 591], [Lot06a, S. 2]
Bild A-20: Übersicht der Fügeverfahren [DIN8593-0, S. 5]
Fügen
(DIN 8593)
- Zusammensetzen
- Füllen
- Anpressen und
Einpressen
- Fügen durch
Urformen
- Fügen durch
Umformen
- Fügen durch
Schweißen
- Fügen durch
Löten
- Kleben
- textiles Fügen
- Speichern
- Mengen
verändern
- Bewegen
- Sichern
- Kontrollieren
- Prüfen
- Messen
- Justieren durch
Einformen
- Justieren durch
Umformen
- Justieren durch
Trennen
- Justieren durch
Fügen von Aus-
gleichsteilen
- Justieren durch
Einstellen
- Justieren durch
Nachbehandeln
- Markieren
- Erwärmen
- Kühlen
- Reinigen
- Entgraten
- Bedrucken
- Abdecken
- Abziehen
- Auspacken
- Ölen
- Einsprühen
- Abdichten
Kontrollieren
(VDI2860)
Justieren
(DIN8580)
Handhaben
(VDI2860)
Sonder-
operationen
Montieren
1
Urformen
4.1
Zusammen-
setzen
DIN 8593-1
4.2
Füllen
DIN 8593-2
4.3
Anpressen
Einpressen
DIN 8593-3
4.4
Fügen durch
Urformen
DIN 8593-4
4.5
Fügen durch
Umformen
DIN 8593-5
4.6
Fügen durch
Schweißen
DIN 8593-6
4.7
Fügen durch
Löten
DIN 8593-7
4.8
Kleben
DIN 8593-8
4.9
Textiles
Fügen*
4
Fügen
(DIN8593-0)
5
Beschichten
2
Umformen
(DIN 8582)
3
Trennen
6
Stoffeigenschaf-
ten ändern
Fertigungs-
verfahren
* Für das „Textile Fügen“, d.h. das Fertigen von Fäden, textilen Flächen-
gebilden sowie das Fügen mit Fäden als Hilfsmittel (z.B. Nähen), gibt
es z.Z. keine Norm. Diese Verfahren sind jedoch in verschiedenen
Normen des NA TEXTILNORM beschrieben.
Seite A-18 Angang A4
Bild A-21: Übersicht der Handhabungsfunktionen [VDI2860, S. 4]
Bild A-22: Übersicht der Justagearten [SH86, S. 592]
A4.8 Bestimmung der Bewertungssumme
Werden die Bewertungssummen auf einer niedrigerer Hierarchieebene ermittelt, sind
nur die Eigenschaftswerte innerhalb der übergeordneten Montagegruppe relevant. Die
Montagegruppen MG Rahmen komplett besteht aus der Montagegruppe MG Rahmen
sowie den Bauteilen Rücklicht und Bremseinheit hinten. Die Bewertungssumme für die
Montagegruppe MG Rahmen ergibt sich als die Zeilensumme innerhalb der übergeord-
neten Montagegruppe abzüglich der montagegruppeninternen Verbindungen zwischen
den Elementen der Montagegruppe MG Rahmen. In diesem Fall gehen die Verbindun-
gen der Sattelstrebe zum Rücklicht und der Bremseinheit hinten in die Bewertung ein.
Die Verbindungen außerhalb der Montagegruppe MG Rahmen komplett (z.B. zwischen
Tretlager und Welle) werden nicht berücksichtigt. Die Bewertungssumme für die Bau-
teile Rücklicht und Bremseinheit hinten ergibt sich analog. Die Berechnung ist in Bild
A-23 dargestellt.
Speichern
- geordnetes
Speichern
- teilgeordnetes
Speichern
- ungeordnetes
Speichern*
- Teilen
- Vereinigen
- Abteilen
- Zuteilen
- Verzeweigen
- Zusammen-
führen
- Sortieren
Mengen
verändern
- Drehen
- Verschieben
- Schwenken
- Orientieren
- Positionieren
- Ordnen
- Führen
- Weitergeben
- Fördern*
Bewegen
- Halten
- Lösen
- Spannen
- Entspannen
Sichern
- Prüfen
- Anwesenheit
prüfen
- Identität prüfen
- Form prüfen
- Größe prüfen
- Farbe prüfen
- Gewicht prüfen
- Position prüfen
- Orientierung
prüfen
- Messen
- Zählen
- Orientierung
messen
- Position
messen
Kontrollieren
Fördern
(VDI2411)
Lagern
(VDI2411)
Materialfluss
bewirken
Handhaben
(VDI2860)
Elementar-
funktionen
zusammen-
gesetzte
Funktionen
ergänzende
Funktionen
* Diese Funktionen sind nach Definition keine
Handhabungsfunktionen, wurden jedoch hier
aufgenommen, um Funktionesfolgen voll-
ständig beschreiben zu können.
Justieren durch
Einformen
Justieren durch
Fügen von
Ausgleichsteilen
Justieren durch
Trennen
Justieren durch
Einstellen
Justieren durch
Umformen
Justieren durch
Nachbehandlung
Justage
Ergänzungen zur Anwendung der Systematik Seite A-19
Bild A-23: Bestimmung der Bewertungssumme innerhalb einer Montagegruppe
Kurbel links
Pedal links
Steuerung
Leistungselektronik
Akku
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Unterstrebe
Tretlager
Sitzrohr
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Zahnriemen
ZRS hinten
40
41
33
18
1
43
35
32
22
16
42
28
29
27
37
34
39
12
14
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
29
29
29
29
29
29 29
29
29
29
29
29
29
29 29
29
2121
21 14
14
10
10
14
14
5
55
5
55
5
55
55
5
555 5
5
5
Lichtsensor
Systemelemente
Bremshebel vorne
Schalthebel
Bremshebel hinten
Pedal rechts
Kurbel rechts
Drehmomentsensor
ZRS vorne
Kurbel links
Pedal links
Steuerung
Leistungselektronik
E-Träger
Unterrohr
Steuerrohr
Oberrohr
Gabelschaft
Lagersitz
Drehimpulsgeber
Bremseinheit vorne
Unterstrebe
Tretlager
Sattelstrebe
Rücklicht
Bremseinheit hinten
Tourensattel
Bremsschreibe hinten
Zahnriemen
ZRS hinten
Nabenschaltung
Speichen hinten
Felge hinten
Reifen hinten
Felge vorne
Reifen vorne
Speichen vorne
Bremsscheibe vorne
Nabe vorne
Scheinwerfer
HMI
Lenker
Welle
Akku
Motor
Sitzrohr
44 1332638
19 23 17 7 15 36 40 41 33 18 143 35 32 22 11 45652
16 42 28 29 27 37 34 39 12 14 20 30824925 3142110
Lichtsensor
IDSystemelemente
44
Design Structure Matrix
Werte sind in % dargestellt
Legende
HMI: Human Machine
Interface
ZRS: Zahnriemenscheibe
Cluster
21 5
Zeilensumme gesamt
Zeilensumme intern
58
87
87
100
36
36
31
58
Differenz
Bewerungssumme 42
00
00
00
58
58
58
58
36
58
00
00
00
42
Zeilensumme gesamt
21
Bewertungssumme 21
Die Bewertungssumme BS errechnet wie folgt:
- Bauteil: Zeilensumme des Bauteils innerhalb
der übergeordneten Montagegruppe.
- Montagegruppe: Zeilensummen der enthaltenen Bau-
teile innerhalb der übergeordneten
Montagegruppe abzüglich der mon-
tagegruppeninternen Verbindungen
Seite A-20 Angang A4
A4.9 Technologiesteckbrief
Bild A-24: Steckbrief eines Montageverfahrens in Anlehnung an die Technologiesteck-
briefe für Fertigungstechnologien nach ASHBY [Ash07, S. 210] (vgl. [Kop84,
S. 27])
Beschreibung Prinzipskizze
Schrauben (Anschrauben, Einschrauben, Verschrauben, Festschrauben)
Verfahrensklasse nach [DIN8580], [DIN8593]
Werkstoffklassen Gestaltklassen
Physikalische Attribute
Typische Anwendungen
Fügen durch Anpressen mittels selbsthem-
menden Gewindes.
• Hauptgruppe 4 Fügen
• Gruppe 4.3 Anpressen / Einpressen
• Untergruppe 4.3.1 Schrauben
• Metalle
• NE-Metalle
• Kunststoffe
• Holz
• Festigkeitsklasse: 4.6 - 12.9 (EN ISO 898-1)
• Typisch: M1 - M64 (DIN13-1)
• Loch einbringen (Vorgänger -2)
• Gewinde einbringen (Vorgänger -1) - optinal
• Prismatisch
• Blech
• 3-dimensional
• Bögel, G.: Konstruktionskatalog „Schrauben-
verbindungen“. VDI Verlag, Düsseldorf, 1983
• Verbindung mittel Schraube-Mutter
• Verbindung mittels Schraube-Gewinde(sack)loch
• Zu verbindende Teile: Verbindungspartner a, b
• Verbindungsmittel: Schraube c
• Wirkflächen
- c4 für Werkzeug zur M&D
- a2, c1 Fase zum leichten Fügen
- b2, c2 Bewegungsgewinde bei M&D
• Wirkflächenpaare
- a1/b1 Berührungsflächen der
Verbindungspartner
- b2/c2 Gewindepaar
- a4/c3 Berührungsflächen
Schraubenkopf-Partner
• Verbindungstyp starr
• Primäre Schlussart Kraftschluss
• Lösbarkeit lösbar*
Art der Verbindung mittelbar
• Zugänglich einseitig / beidseitig
* Im Allgemeinen ohne Schädigung der Fügeteile.
Verbindungseigenschaften
Weiterführende Quellen
Vor- / Nachbehandlungen
a4/c3
a1/b1
b2/c2
c4 c
c1
b
a
a2
a3
Ergänzungen zur Anwendung der Systematik Seite A-21
A4.10 Konzipierung auf Ressourcenebene nach NORDSIEK
Bild A-25: Vorgehen bei der Konzipierung auf Ressourcenebene nach NORDSIEK
[Nor12, S. 132]
Das Heinz Nixdorf Institut –
Interdisziplinäres Forschungszentrum
für Informatik und Technik
Das Heinz Nixdorf Institut ist ein Forschungszentrum der Universität Paderborn. Es
entstand 1987 aus der Initiative und mit Förderung von Heinz Nixdorf. Damit wollte er
Ingenieurwissenschaften und Informatik zusammenführen, um wesentliche Impulse für
neue Produkte und Dienstleistungen zu erzeugen. Dies schließt auch die Wechselwir-
kungen mit dem gesellschaftlichen Umfeld ein.
Die Forschungsarbeit orientiert sich an dem Programm „Dynamik, Mobilität, Vernet-
zung: Eine neue Schule des Entwurfs der technischen Systeme von morgen“. In der
Lehre engagiert sich das Heinz Nixdorf Institut in Studiengängen der Informatik, der
Ingenieurwissenschaften und der Wirtschaftswissenschaften.
Heute wirken am Heinz Nixdorf Institut acht Professoren mit insgesamt 200 Mitarbeiter-
innen und Mitarbeitern. Etwa ein Viertel der Forschungsprojekte der Universität Pader-
born entfallen auf das Heinz Nixdorf Institut und pro Jahr promovieren hier etwa 30
Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler.
Heinz Nixdorf Institute –
Interdisciplinary Research Centre
for Computer Science and Technology
The Heinz Nixdorf Institute is a research centre within the University of Paderborn. It
was founded in 1987 initiated and supported by Heinz Nixdorf. By doing so he wanted
to create a symbiosis of computer science and engineering in order to provide critical
impetus for new products and services. This includes interactions with the social envi-
ronment.
Our research is aligned with the program “Dynamics, Mobility, Integration: En-route to
the technical systems of tomorrow.” In training and education the Heinz Nixdorf Insti-
tute is involved in many programs of study at the University of Paderborn. The superior
goal in education and training is to communicate competencies that are critical in to-
morrows economy.
Today eight Professors and 200 researchers work at the Heinz Nixdorf Institute. The
Heinz Nixdorf Institute accounts for approximately a quarter of the research projects of
the University of Paderborn and per year approximately 30 young researchers receive
a doctorate.
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Bezugsadresse:
Heinz Nixdorf Institut
Universität Paderborn
Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Bd. 1 FAHRWINKEL, U.: Methoden zur Model-
lierung und Analyse von Geschäfts-
prozessen zur Unterstützung des
Business Process Reengineering.
Dissertation, Fachbereich für Maschinen-
technik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 1,
Paderborn, 1995 – ISBN 3-931466-00-0
Bd. 2 HORNBOSTEL, D.: Methode zur Model-
lierung der Informationsverarbeitung in
Industrieunternehmen. Dissertation,
Fachbereich für Maschinentechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 2, Paderborn, 1995
– ISBN 3-931466-01-9
Bd. 3 STEMANN, V.: Contention Resolution in
Hashing Based Shared Memory Simu-
lations. Dissertation, Fachbereich für
Informatik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 3,
Paderborn, 1995 – ISBN 3-931466-02-7
Bd. 4 KETTERER, N.: Beschreibung von Daten-
austausch eines verteilten Fertigungs-
steuerungssystems. Dissertation, Fach-
bereich für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 4, Paderborn, 1995
– ISBN 3-931466-03-5
Bd. 5 HARTMANN, T.: Spezifikation und Klassifi-
kation von Methoden zur Definition
hierarchischer Abläufe. Dissertation,
Fachbereich für Wirtschaftswissen-
schaften, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 5,
Paderborn, 1995 – ISBN 3-931466-04-3
Bd. 6 WACHSMANN, A.: Eine Bibliothek von
Basisdiensten für Parallelrechner:
Routing, Synchronisation, gemeinsamer
Speicher. Dissertation, Fachbereich für
Informatik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Paderborn, Band
6, Paderborn, 1995 – ISBN 3-931466-05-
1
Bd. 7 GAUSEMEIER, J. (Hrsg.): Die Szenario-
Technik – Werkzeug für den Umgang mit
einer multiplen Zukunft. 1. Paderborner
Szenario-Workshop, 14. November 1995,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 7,
Paderborn, 1995 – ISBN 3-931466-06-X
Bd. 8 CZUMAJ, A.: Parallel Algorithmic Tech-
niques: PRAM Algorithms and PRAM
Simulations. Dissertation, Fachbereich
für Informatik, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 8,
Paderborn, 1995 – ISBN 3- 931466-07-8
Bd. 9 HUMPERT, A.: Methodische Anforderungs-
verarbeitung auf Basis eines objektorien-
tierten Anforderungsmodells. Disserta-
tion, Fachbereich für Maschinentechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 9, Paderborn, 1995 –
ISBN 3-931466-08-6
Bd. 10 AMEUR, F.: Space-Bounded Learning
Algorithms. Dissertation, Fachbereich für
Informatik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Paderborn, Band
10, Paderborn, 1995 –ISBN 3-931466-
09-4
Bd. 11 PAUL, M.: Szenariobasiertes Konzipieren
neuer Produkte des Maschinenbaus auf
Grundlage möglicher zukünftiger Techno-
logieentwicklungen. Dissertation, Fach-
bereich für Maschinentechnik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 11, Paderborn, 1996 – ISBN 3-
931466-10-8
Bd. 12 HOLL, F.: Ordnungsmäßigkeit von Infor-
mations- und Kommunikationssystemen.
Dissertation, Fachbereich für Informatik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Paderborn, Band 12,
Paderborn, 1996 – ISBN 3-931466-11-6
Bd. 13 GAUSEMEIER, J. (Hrsg.): First European
Workshop on Global Engineering Net-
working - organized by GLENnet e.V.,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 13,
Paderborn, 1996 – ISBN 3-931466-12-4
Bd. 14 PETRI, K.: Vergleichende Untersuchung
von Berechnungsmodellen zur Simulation
der Dynamik von Fahrleitung-
Stromabnehmer-Systemen. Dissertation,
Fachbereich für Maschinentechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 14, Paderborn, 1996
– ISBN 3-931466-13-2
Bd. 15 LESCHKA, S.: Fallbasiertes Störungs-
management in flexiblen Fertigungs-
systemen. Dissertation, Fachbereich für
Maschinentechnik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
15, Paderborn, 1996 – ISBN 3-931466-
14-0
Bd. 16 SCHNEIDER, U.: Ein formales Modell und
eine Klassifikation für die Fertigungs-
steuerung - Ein Beitrag zur Systematisie-
rung der Fertigungssteuerung.
Dissertation, Fachbereich für
Wirtschaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 16, Paderborn, 1996 – ISBN 3-
931466-15-9
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Universität Paderborn
Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Bd. 17 FELSER, W.: Eine Methode zur Erstellung
von Fertigungssteuerungsverfahren aus
Bausteinen. Dissertation, Fachbereich für
Wirtschaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 17, Paderborn, 1996 – ISBN 3-
931466-16-7
Bd. 18 GAUSEMEIER, J.; ALEXANDER FINK, A.: Neue
Wege zur Produktentwicklung – Erfolgs-
potentiale der Zukunft. HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 18, Paderborn, 1996–
ISBN 3-931466-17-5
Bd. 19 DANGELMAIER, W.; GAUSEMEIER, J.:
Fortgeschrittene Informationstechnologie
in der Produktentwicklung und Fertigung.
2. Internationales Heinz Nixdorf Sympo-
sium, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
19, Paderborn, 1996 – ISBN 3-931466-
18-3
Bd. 20 HÜLLERMEIER, E.: Reasoning about Sys-
tems based on Incomplete and Uncertain
Models. Dissertation, Fachbereich für
Wirtschaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 20, Paderborn, 1997 – ISBN 3-
931466- 19-1
Bd. 21 GAUSEMEIER, J.: International Symposium
on Global Engineering Network - Ant-
werb, Belgium, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 21, Paderborn, 1997 – ISBN
3- 931466-20-5
Bd. 22 BURGER, A.: Methode zum Nachweis der
Wirtschaftlichkeit von Investitionen in die
Rechnerintegrierte Produktion. Disserta-
tion, Fachbereich für Maschinentechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 22, Paderborn, 1997
– ISBN 3-931466-21-3
Bd. 23 GAUSEMEIER, J.: Entwicklung und Trans-
fer von Entwicklungssystemen der
Mechatronik - Paderborner Workshop
TransMechatronik. HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 23, Paderborn, 1997 – ISBN
3- 931466-22-1
Bd. 24 GERDES, K.-H.: Architekturkonzeption für
Fertigungsleitsysteme der flexiblen auto-
matischen Fertigung. Dissertation,
Fachbereich für Maschinentechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 24, Paderborn, 1997
– ISBN 3-931466-23-X
Bd. 25 EBBESMEYER, P.: Dynamische Texturwän-
de - Ein Verfahren zur echtzeitorientier-
ten Bildgenerierung für Virtuelle Umge-
bungen technischer Objekte. Disserta-
tion, Fachbereich für Maschinentechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 25, Paderborn, 1997
– ISBN 3-931466-24-8
Bd. 26 FRANK, G.: Ein digitales Hardwaresystem
zur echtzeitfähigen Simulation biologie-
naher neuronaler Netze. Dissertation,
Fachbereich für Elektrotechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 26, Paderborn, 1997
– ISBN 3-931466-25-6
Bd. 27 DITTRICH, W.: Communication and I/O
Efficient Parallel Data Structures.
Dissertation, Fachbereich für Informatik,
Universität Paderborn, HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 27, Paderborn, 1997 –
ISBN 3-931466-26-4
Bd. 28 BÄUMKER, A.: Communication Efficient
Parallel Searching. Dissertation, Fach-
bereich für Informatik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 28
Paderborn, 1997 – ISBN 3- 931466-27-2
Bd. 29 PINTASKE, C.: System- und Schaltungs-
technik neuronaler Assoziativspeicher.
Dissertation, Fachbereich für Elektro-
technik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 29,
Paderborn, 1997 – ISBN 3-931466-28-0
Bd. 30 HENKEL, S.: Ein System von Software-
Entwurfsmustern für die Propagation von
Ereignissen in Werkzeugen zur koopera-
tiven Fabrikmodellierung. Dissertation,
Fachbereich für Wirtschaftswissen-
schaften, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 30,
Paderborn, 1997 – ISBN 3-931466-29-9
Bd. 31 DANGELMAIER, W.: Vision Logistik – Logis-
tik wandelbarer Produktionsnetze. HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 31,
Paderborn, 1997 – ISBN 3-931466-30-2
Bd. 32 BREXEL, D.: Methodische Strukturmodel-
lierung komplexer und variantenreicher
Produkte des integrativen Maschinen-
baus. Dissertation, Fachbereich für Ma-
schinentechnik, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 32,
Paderborn, 1997 – ISBN 3-931466-31-0
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Heinz Nixdorf Institut
Universität Paderborn
Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Bd. 33 HAHN, A.: Integrationsumgebung für
verteilte objektorientierte Ingenieursys-
teme. Dissertation, Fachbereich für Ma-
schinentechnik, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 33,
Paderborn, 1997 – ISBN 3-931466-32-9
Bd. 34 SABIN, A.: Semantisches Modell zum Auf-
bau von Hilfsorientierungsdiensten in
einem globalen Engineering Netzwerk.
Dissertation, Fachbereich für Maschi-
nentechnik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 34, Pader-
born, 1997 – ISBN 3-931466-33-7
Bd. 35 STROTHMANN, W.-B.: Bounded Degree
Spanning Trees. Dissertation, Fachbe-
reich für Informatik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
35, Paderborn, 1997 – ISBN 3-931466-
34-5
Bd. 36 MÜLLER, W.; RAMMIG, F.-J.: Methoden und
Beschreibungssprachen zur Modellierung
und Verifikation von Schaltungen und
Systemen. HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 36, Paderborn, 1998 – ISBN 3-
931466- 35-3
Bd. 37 SCHNEIDER, W.: Anwenderorientierte
Integration von CAE-Systemen. Ein Ver-
fahren zur Realisierung eines durch-
gehenden Informationsflusses entlang
des Produktentwicklungsprozesses. Dis-
sertation, Fachbereich für Maschinen-
technik, Universität Paderborn, HNI-Ver-
lagsschriftenreihe, Band 37, Paderborn,
1998 – ISBN 3-931466-36-1
Bd. 38 DEMEL, W.; SCHMITZ, G. (Hrsg.): Entwick-
lung und Transfer von Entwicklungssys-
temen der Mechatronik. Aachener Work-
shop TransMechatronik, 26. Juni 1998,
Technologiezentrum am Europaplatz
Aachen, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
38, Paderborn, 1998 – ISBN 3-931466-
37-X
Bd. 39 GROBBEL, R.; LANGEMANN, T.: Leitfaden
PPS-Systeme: Auswahl und Einführung
in der Möbelindustrie. HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 39, Paderborn, 1998 –
ISBN 3-931466-38-8
Bd. 40 REHBEIN, P.: Tribologische Untersuchung
von hochfrequent schwingenden Gleit-
kontakten für den Einsatz in Reibkraft-
schlüssigen Antrieben. Dissertation,
Fachbereich für Maschinentechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 40, Paderborn, 1998
– ISBN 3-931466-39-6
Bd. 41 DANGELMAIER, W.: KOMNET – Kommuni-
kationsplattform für KMU-Netzwerke.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 41,
Paderborn, 1998 – ISBN 3-931466-40-X
Bd. 42 KALLMEYER, F.: Eine Methode zur Model-
lierung prinzipieller Lösungen mechatro-
nischer Systeme. Dissertation, Fachbe-
reich für Maschinentechnik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 42, Paderborn, 1998 – ISBN 3-
931466-41-8
Bd. 43 TRAPP, R.: Stereoskopische Korrespon-
denzbestimmung mit impliziter Detektion
von Okklusionen. Dissertation, Fachbe-
reich für Elektrotechnik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 43, Paderborn, 1998 – ISBN 3-
931466-42-6
Bd. 44 GAUSEMEIER, J.; FINK, A; SCHLAKE, O.:
Grenzen überwinden - Zukünfte gestal-
ten. 2. Paderborner Konferenz für Sze-
nario-Management, HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 44, Paderborn, 1998
ISBN 3-931466-43-4
Bd. 45 nicht erschienen!
Bd. 46 VÖCKING, B.: Static and Dynamic Data
Management in Networks. Dissertation,
Fachbereich für Informatik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 46, Paderborn, 1998 – ISBN 3-
931466-45-0
Bd. 47 SCHEKELMANN, A.: Materialflußsteuerung
auf der Basis des Wissens mehrerer
Experten. Dissertation, Fachbereich für
Wirtschaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 47, Paderborn, 1999 – ISBN 3-
931466-46-9
Bd. 48 GECK-MÜGGE, K.: Herleitung und Spezi-
fikation generischer Bausteine zur ein-
heitlichen Modellierung von Fertigungs-
informationen für die Fertigungssteue-
rung. Dissertation, Fachbereich für Wirt-
schaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 48, Paderborn, 1999 – ISBN 3-
931466-47-7
Bd. 49 WALLASCHEK, J.; LÜCKEL, J.; LITTMANN, W.:
Heinz Nixdorf Symposium on Mechatro-
nics and Advanced Motion Control. 3.
Internationales Heinz Nixdorf Symposi-
um, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 49,
Paderborn, 1999 – ISBN 3-931466-48-5
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Bezugsadresse:
Heinz Nixdorf Institut
Universität Paderborn
Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Bd. 50 FINK, A.: Szenariogestützte Führung
industrieller Produktionsunternehmen.
Dissertation, Fachbereich für Maschinen-
technik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 50, Pader-
born, 1999 – ISBN 3-931466-49-3
Bd. 51 HOLTKAMP, R.: Ein objektorientiertes
Rahmenwerk zur Erstellung individueller,
verteilter Fertigungslenkungssysteme.
Dissertation, Fachbereich für Wirtschafts-
wissenschaften, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 51,
Paderborn, 1999 – ISBN 3-931466-50-7
Bd. 52 KUHN, A.: Referenzmodelle für Pro-
duktionsprozesse zur Untersuchung und
Gestaltung von PPS-Aufgaben. Disserta-
tion, Fachbereich für Wirtschaftswissen-
schaften, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 52, Pader-
born, 1999 – ISBN 3-931466-51-5
Bd. 53 SIEBE, A.: Systematik der Umsetzung von
IT-orientierten Veränderungsprojekten in
dynamischen Umfeldern. Dissertation,
Fachbereich für Maschinentechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 53, Paderborn, 1999
– ISBN 3-931466-52-3
Bd. 54 KLAHOLD, R. F.: Dimensionierung kom-
plexer Produktionsnetzwerke. Disserta-
tion, Fachbereich für Wirtschaftswissen-
schaften, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 54, Pader-
born, 1999 – ISBN 3-931466-53-1
Bd. 55 SCHÜRHOLZ, A.: Synthese eines Modells
zur simulationsgestützten Potentialana-
lyse der Distribution. Dissertation, Fach-
bereich für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 55, Paderborn, 1999
– ISBN 3-931466-54-X
Bd. 56 GEHNEN, G.: Integriertes Netzwerk zur
Fertigungssteuerung und –automatisie-
rung. Dissertation, Fachbereich für Ma-
schinentechnik, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 56,
Paderborn, 1999 – ISBN 3-931466-55-8
Bd. 57 KRESS, S.: Architektur eines workflow-
basierten Planungsinstruments für die
technische Auftragsbearbeitung unter
besonderer Berücksichtigung des Einsat-
zes der Telearbeit. Dissertation, Fach-
bereich für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 57, Paderborn, 1999 –
ISBN 3-931466-56-6
Bd. 58 THIELEMANN, F.: Integrierte Methodik zur
Gestaltung von Leistungserstellungspro-
zessen mittels Workflowmanagement.
Dissertation, Fachbereich für Maschinen-
technik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 58, Pader-
born, 1999 – ISBN 3-931466-57-4
Bd. 59 KROME, J.: Modelle zur Untersuchung des
Schwingungsverhaltens von Statoren für
piezoelektrische Ultraschall-Wanderwel-
len-Motoren. Dissertation, Fachbereich
für Maschinentechnik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
59, Paderborn, 1999 – ISBN 3-931466-
58-2
Bd. 60 DEMEL, W.; SCHMITZ , G. (Hrsg.): Entwick-
lung und Transfer von Entwicklungssys-
temen der Mechatronik. Krefelder Work-
shop TransMechatronik, 24. August 1999
Fachhochschule Niederrhein, HNI-Ver-
lagsschriftenreihe, Band 60, Paderborn,
1999 – ISBN 3-931466-59-0
Bd. 61 LANGEMANN, T.: Modellierung als Kern-
funktion einer systemorientierten Analyse
und Bewertung der diskreten Produktion.
Dissertation, Fachbereich für Wirtschafts-
wissenschaften, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 61,
Paderborn, 1999 – ISBN 3-931466-60-4
Bd. 62 KÜMMEL, M.: Integration von Methoden
und Werkzeugen zur Entwicklung von
mechatronischen Systemen. Dissertation,
Fachbereich für Maschinentechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 62, Paderborn, 1999 –
ISBN 3-931466-61-2
Bd. 63 LUKOVSZKI, T.: New Results on Geometric
Spanners and Their Applications. Disser-
tation, Fachbereich für Informatik, Univer-
sität Paderborn, HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 63, Paderborn, 1999 –
ISBN 3-931466-62-0
Bd. 64 LÖFFLER, A.; MONDADA, F.; RÜCKERT, U.
(Hrsg.): Experiments with the Mini-Robot
Khepera, Proceedings of the 1st Interna-
tional Khepera Workshop. HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 64, Paderborn, 1999
– ISBN 3-931466-63-9
Bd. 65 SCHÄFERMEIER, U.; BISCHOFF, C.: KMUnet
- Ein Konzept zur ablauforganisatori-
schen Gestaltung der Lieferanteneinbin-
dung. HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
65, Paderborn, 2000 – ISBN 3-931466-
64-7
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Bd. 66 HOLTHÖFER, N.: Regeln in einer Mengen-
planung unter Ausbringungsgrenzen. Dis-
sertation, Fachbereich für Wirtschafts-
wissenschaften, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 66,
Paderborn, 2000 – ISBN 3-931466-69-8
Bd. 67 SCHLAKE, O.: Verfahren zur kooperativen
Szenario-Erstellung in Industrieunter-
nehmen. Dissertation, Fachbereich für
Maschinentechnik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, 67,
Paderborn, Band 2000 – ISBN 3-931466-
66- 3
Bd. 68 LEWANDOWSKI, A.: Methode zur Gestal-
tung von Leistungserstellungsprozessen
in Industrieunternehmen. Dissertation,
Fachbereich für Maschinentechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 68, Paderborn, 2000
– ISBN 3-931466-67-1
Bd. 69 SCHMIDTMANN, A.: Eine Spezifikations-
sprache für die Fertigungslenkung.
Dissertation, Fachbereich für Wirtschafts-
wissenschaften, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 69,
Paderborn, 2000 – ISBN 3-931466-68-X
Bd. 70 GROBBEL, R.: Eine Referenzarchitektur für
Kooperationsbörsen. Dissertation, Fach-
bereich für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 70, Paderborn, 2000
– ISBN 3-931466-69-8
Bd. 71 WESSEL, R.: Modelocked Waveguide
Lasers in Lithium Niobate. Dissertation,
Fachbereich für Physik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 71, Paderborn, 2000 – ISBN 3-
931466-70-1
Bd. 72 LÖFFLER, A.: Energetische Modellierung
neuronaler Signalverarbeitung. Disserta-
tion, Fachbereich für Informatik, Universi-
tät Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 72, Paderborn, 2000 – ISBN 3-
931433-71-X
Bd. 73 LUDWIG, L. A.: Computational Intelligence
in der Produktionswirtschaft. Dissertation,
Fachbereich für Wirtschaftswissenschaf-
ten, Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 73, Paderborn, 2000
– ISBN 3-931466-72-8
Bd. 74 WENSKI, R.: Eine objektorientierte
Systemkomponente zur Workflow-Model-
lierung und -Ausführung unter beson-
derer Berücksichtigung der Telekoopera-
tion. Dissertation, Fachbereich für Wirt-
schaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 74, Paderborn, 2000 – ISBN 3-
931466-73-6
Bd. 75 GRASMANN, M.: Produktkonfiguration auf
Basis von Engineering Data Manage-
ment-Systemen. Dissertation, Fach-
bereich für Maschinentechnik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 75, Paderborn, 2000 – ISBN 3-
931466-74-4
Bd. 76 DITZE, C.: Towards Operating System
Synthesis. Dissertation, Fachbereich für
Informatik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 76, Pader-
born, 2000 – ISBN 3-931466-75-2
Bd. 77 KÖRNER, T.: Analog VLSI Implementation
of a Local Cluster Neural Network. Dis-
sertation, Fachbereich für Elektrotechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 77, Paderborn, 2000 –
ISBN 3-931466-76-0
Bd. 78 SCHEIDELER, C.: Probabilistic Methods for
Coordination Problems. Dissertation,
Fachbereich für Informatik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 78, Paderborn, 2000 – ISBN 3-
931466-77-9
Bd. 79 GAUSEMEIER, J.; LINDEMANN, U.; REINHART,
G.; WIENDAHL, H.-P.: Kooperatives Pro-
duktengineering - Ein neues Selbstver-
ständnis des ingenieurmäßigen Wirkens.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 79,
Paderborn, 2000 – ISBN 3-931466-78-7
Bd. 80 GAUSEMEIER, J.; LÜCKEL, J.: Entwicklungs-
umgebungen Mechatronik - Methoden
und Werkzeuge zur Entwicklung mecha-
tronischer Systeme. HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 80, Paderborn, 2000 –
ISBN 3-931466-79-5
Bd. 81 RIEPING, I.: Communication in Parallel
Systems-Models, Algorithms and Imple-
mentations. Dissertation, Fachbereich für
Informatik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 81, Pader-
born, 2000 – ISBN 3-931466-80-9
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Bd. 82 GAUSEMEIER, J; LÜCKEL, J.: Auf dem Weg
zu den Produkten für die Märkte von mor-
gen. 4. Internationales Heinz Nixdorf
Symposium, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 82, Paderborn, 2000 – ISBN 3-
931466-81-7
Bd. 83 DEL CASTILLO, G.: The ASM Workbench -
A Tool Environment for Computer-Aided
Analysis and Validation of Abstract State
Machine Models. Dissertation, Fach-
bereich für Informatik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
83, Paderborn, 2000 – ISBN 3-931466-
82-5
Bd. 84 SCHÄFERMEIER, U.: Eine Methode zur
systemorientierten organisatorischen
Gestaltung der Zweckaufgabenverrich-
tung in kooperativen Verbünden; Klassifi-
kation, Aufgabenzuordnung. Dissertation,
Fachbereich für Wirtschaftswissen-
schaften, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 84, Pader-
born, 2000 – ISBN 3-931466-83-3
Bd. 85 KRÜGER, J.: Ganzheitliche Beherrschung
von Abläufen in und zwischen soziotech-
nischen Systemen: Ein Beitrag zur
Modellbildung und zum paradigmatischen
Verständnis von Industrieunternehmen
zur Integration von Mensch und
Maschine; Prozess und Struktur.
Dissertation, Fachbereich für Wirtschafts-
wissenschaften, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 85,
Paderborn, 2000 – ISBN 3-931466-84-1
Bd. 86 BARTSCHER, T.: Methoden des Inte-
grierten Workflowmanagements (IWFM).
Dissertation, Fachbereich für Maschinen-
technik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 86, Pader-
born, 2000 – ISBN 3-931466-85-X
Bd. 87 QUINTANILLA, J.: Ein Verifikationsansatz
für eine netzbasierte Modellierungsme-
thode für Fertigungssteuerungssysteme.
Dissertation, Fachbereich für Informatik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 87, Paderborn, 2000
– ISBN 3-931466-86-8
Bd. 88 PREIS, R.: Analyses and Design of
Efficient Graph Partitioning Methods.
Dissertation, Fachbereich für Maschinen-
technik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 88, Pader-
born, 2001 – ISBN 3-931466-87-6
Bd. 89 nicht erschienen!
Bd. 90 WESTERMANN, M.: Caching in Networks:
Non-Uniform Algorithms and Memory
Capacity Constraints. Dissertation, Fach-
bereich für Informatik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
90, Paderborn, 2001 – ISBN 3-931466-
89-2
Bd. 91 LEMKE, J.: Nutzenorientierte Planung des
Einsatzes von CAD- / CAE-Systemen.
Dissertation, Fachbereich für Maschinen-
technik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 91, Pader-
born, 2001 – ISBN 3-935433-00-X
Bd. 92 VON BOHUSZEWICZ, O.: Eine Methode zur
Visualisierung von Geschäftsprozessen
in einer virtuellen Umgebung. Disserta-
tion, Fachbereich für Maschinentechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 92, Paderborn, 2001 –
ISBN 3-935433-01-8
Bd. 93 BÖRNCHEN, T.: Zur Entwicklung dyna-
mischer Komponenten für variables
Kraftfahrzeug-Scheinwerferlicht. Disser-
tation, Fachbereich für Maschinentech-
nik, Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 93, Paderborn, 2001
– ISBN 3-935433-02-6
Bd. 94 WINDELER, I.: Auswahl von Restrukturie-
rungsprojekten in Forschungs- und Ent-
wicklungsorganisationen der Automobil-
industrie. Dissertation, Fachbereich für
Maschinentechnik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
94, Paderborn, 2001 – ISBN 3-935433-
03-4
Bd. 95 WOLFF, C.: Parallele Simulation großer
pulscodierter neuronaler Netze. Disserta-
tion, Fachbereich für Elektrotechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 95, Paderborn, 2001 –
ISBN 3-935433-04-2
Bd. 96 HENKE, A.: Modellierung, Simulation und
Optimierung piezoelektrischer Stellsys-
teme. Dissertation, Fachbereich für Ma-
schinentechnik, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 96,
Paderborn, 2001 – ISBN 3-935433-05-0
Bd. 97 RÜCKERT, U.; SITTE, J.; WITKOWSKI, U.
(Hrsg.): Autonomous Minirobots for
Research and Edutainment AMiRE2001.
5. Internationales Heinz Nixdorf Symposi-
um, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 97,
Paderborn, 2001 – ISBN 3-935433-06-9
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Bd. 98 LI, P.: Datenkonversion für den Daten-
austausch in verteilten Fertigungs-
Lenkungssystemen. Dissertation, Fach-
bereich für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 98, Paderborn, 2001
– ISBN 9-935433-07-7
Bd. 99 BRANDT, C.: Eine modellbasierte Methode
zum strukturierten Entwurf virtueller
Umgebungen. Dissertation, Fachbereich
für Maschinentechnik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
99, Paderborn, 2001 – ISBN 9-935433-
08-5
Bd. 100 WLEKLINSKI, C.: Methode zur Effektivitäts-
und Effizienzbewertung der Entwicklung
maschinenbaulicher Anlagen. Disserta-
tion, Fachbereich für Maschinentechnik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 100, Paderborn,
2001 – ISBN-3-935433-09-3
Bd. 101 HEMSEL, T.: Untersuchung und Weiterent-
wicklung linearer piezoelektrischer
Schwingungsantriebe. Dissertation, Fach-
bereich für Maschinentechnik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 101, Paderborn, 2001 – ISBN 3-
935433-10-7
Bd. 102 MAUERMANN, H.: Leitfaden zur Erhöhung
der Logistikqualität durch Analyse und
Neugestaltung der Versorgungsketten.
Dissertation, Fachbereich für Wirtschafts-
wissenschaften, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 102,
Paderborn, 2001 – ISBN 3-935433-11-5
Bd. 103 WAGENBLAßT, D.: Eine Analysemethode
zur Beurteilung der Funktionssicherheit
von gemischt analog-digitalen Schal-
tungen. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 103, Pader-
born, 2002 – ISBN 3-935433-12-3
Bd. 104 PORRMANN, M.: Leistungsbewertung ein-
gebetteter Neurocomputersysteme.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 104, Paderborn, 2002 – ISBN 3-
935433-13-1
Bd. 105 SEIFERT, L.: Methodik zum Aufbau von
Informationsmodellen für Electronic
Business in der Produktentwicklung.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 105, Paderborn,
2002 – ISBN 3-935433-14-X
Bd. 106 SOETEBEER, M.: Methode zur Model-
lierung, Kontrolle und Steuerung von Pro-
duktstrategien. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 106,
Paderborn, 2002 – ISBN 3-935433-15-8
Bd. 107 GAUSEMEIER, J.; GRAFE, M. (Hrsg.):
1. Paderborner Workshop Augmented &
Virtual Reality in der Produktentstehung.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 107,
Paderborn, 2002 – ISBN 3-935433-16-6
Bd. 108 FLATH, M.: Methode zur Konzipierung
mechatronischer Produkte. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 108, Paderborn, 2002 – ISBN 3-
935433-17-4
Bd. 109 AVENARIUS, J.: Methoden zur Suche und
Informationsbereitstellung von Lösungs-
elementen für die Entwicklung mechatro-
nischer Systeme. Dissertation, Fakultät
für Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 109,
Paderborn, 2002 – ISBN 3-935433-18-2
Bd. 110 HELMKE, S.: Eine simulationsgegestützte
Methode für Budgetentscheidungen im
Kundenbindungsmanagement. Disserta-
tion, Fakultät für Wirtschaftswissenschaf-
ten, Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 110, Paderborn,
2002 – ISBN 3-935433-19-0
Bd. 111 CZUBAYKO, R.: Rechnerinterne Repräsen-
tation von informationsverarbeitenden
Lösungselementen für die verteilte
kooperative Produktentwicklung in der
Mechatronik. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 111,
Paderborn, 2002 – ISBN 3-935433-20-4
Bd. 112 GOLDSCHMIDT, S.: Anwendung mengen-
orientierter numerischer Methoden zur
Analyse nichtlinearer dynamischer Sys-
teme am Beispiel der Spurführungsdyna-
mik von Schienenfahrzeugen. Disserta-
tion, Fakultät für Maschinenbau, Univer-
sität Paderborn, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 112, Paderborn, 2002 – ISBN
3-935433-21-2
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Bezugsadresse:
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Universität Paderborn
Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Bd. 113 LEHMANN, T.: Towards Device Driver
Synthesis. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 113, Pader-
born, 2002 – ISBN 3-935433-22-0
Bd. 114 HÄRTEL, W.: Issueorientierte Frühaufklä-
rung. Dissertation, Fakultät für Maschi-
nenbau, Universität Paderborn, HNI-Ver-
lagsschriftenreihe, Band 114, Paderborn,
2002 – ISBN 3-935433-23-9
Bd. 115 ZIEGLER, M.: Zur Berechenbarkeit reeller
geometrischer Probleme. Dissertation,
Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und
Mathematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 115, Pader-
born, 2002 – ISBN 3-935433-24-7
Bd. 116 SCHMIDT, M.: Neuronale Assoziativspei-
cher im Information Retrieval. Disserta-
tion, Fakultät für Elektrotechnik, Infor-
matik und Mathematik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
116, Paderborn, 2003 – ISBN 3-935433-
25-5
Bd. 117 EL-KEBBE, D. A.: Towards the MaSHReC
Manufacturing System under Real-Time
Constraints. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 117, Pader-
born, 2003 – ISBN 3-935433-26-3
Bd. 118 PUSCH, R.: Personalplanung und -ent-
wicklung in einem integrierten Vorge-
hensmodell zur Einführung von PDM-
Systemen. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 118,
Paderborn, 2003 – ISBN 3-935433-27-1
Bd. 119 SOHLER, C.: Property Testing and
Geometry. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 119, Pader-
born, 2003 – ISBN 3-935433-28-X
Bd. 120 KESPOHL, H.: Dynamisches Matching –
Ein agentenbasiertes Verfahren zur
Unterstützung des Kooperativen Produkt-
engineering durch Wissens- und Techno-
logietransfer. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 120,
Paderborn, 2003 – ISBN 3-935433-29-8
Bd. 121 MOLT, T.: Eine domänenübergreifende
Softwarespezifikationstechnik für auto-
matisierte Fertigungsanlagen. Disserta-
tion, Fakultät für Maschinenbau, Univer-
sität Paderborn, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 121, Paderborn, 2003 – ISBN
3-935433-30-1
Bd. 122 GAUSEMEIER, J.; LÜCKEL, J.; WALLASCHEK,
J. (Hrsg.): 1. Paderborner Workshop
Intelligente mechatronische Systeme.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 122,
Paderborn, 2003 – ISBN 3-935433-31-X
Bd. 123 GAUSEMEIER, J.; GRAFE, M. (Hrsg.):
2. Paderborner Workshop Augmented &
Virtual Reality in der Produktentstehung.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 123,
Paderborn, 2003 – ISBN 3-935433-32-8
Bd. 124 LITTMANN, W.: Piezoelektrische resonant
betriebene Ultraschall-Leistungswandler
mit nichtlinearen mechanischen Randbe-
dingungen. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 124,
Paderborn, 2003 – ISBN 3-935433-33-6
Bd. 125 WICKORD, W.: Zur Anwendung probabi-
listischer Methoden in den frühen Phasen
des Systementwurfs. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 125, Paderborn, 2003 – ISBN 3-
935433-34-4
Bd. 126 HEITTMANN, A.: Ressourceneffiziente
Architekturen neuronaler Assoziativ-
speicher. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 126, Pader-
born, 2003 – ISBN 3-935433-35-2
Bd. 127 WITKOWSKI, U.: Einbettung selbst-
organisierender Karten in autonome
Miniroboter. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 127, Pader-
born, 2003 – ISBN 3-935433-36-0
Bd. 128 BOBDA, C.: Synthesis of Dataflow Graphs
for Reconfigurable Systems using
Temporal Partitioning and Temporal
Placement. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 128, Pader-
born, 2003 – ISBN 3-935433-37-9
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Heinz Nixdorf Institut
Universität Paderborn
Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Bd. 129 HELLER, F.: Wissensbasiertes Online-
Störungsmanagement flexibler, hoch
automatisierter Montagesysteme. Disser-
tation, Fakultät für Wirtschaftswissen-
schaften, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 129, Pader-
born, 2003 – ISBN 3-935433-38-7
Bd. 130 KÜHN, A.: Systematik des Ideenmanage-
ments im Produktentstehungsprozess.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 130, Paderborn,
2003 – ISBN 3-935433-39-5
Bd. 131 KEIL-SLAWIK, R.; BRENNECKE, A.; HOHEN-
HAUS, M.: ISIS -Installationshandbuch für
lernförderliche Infrastrukturen. HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 131,
Paderborn, 2003 – ISBN 3-935433-40-9
Bd. 132 OULD HAMADY, M.: Ein Ansatz zur Gestal-
tung des operativen Fertigungsmanage-
ments innerhalb der Lieferkette. Disserta-
tion, Fakultät für Wirtschaftswissen-
schaften, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 132, Pader-
born, 2003 – ISBN 3-935433-41-7
Bd. 133 HOLTZ, C.: Theoretical Analysis of
Unsupervised On-line Learning through
Soft Competition. Dissertation, Fakultät
für Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 133, Pader-
born, 2003 – ISBN 3-935433-42-5
Bd. 134 UEBEL, M.: Ein Modell zur Steuerung der
Kundenbearbeitung im Rahmen des
Vertriebsmanagements. Dissertation,
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 134, Paderborn,
2003 – ISBN 3-935433-43-3
Bd. 135 BRINKMANN, A.: Verteilte Algorithmen zur
Datenplazierung und zum Routing in
gegnerischen Netzwerken. Dissertation,
Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und
Mathematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 135, Pader-
born, 2003 – ISBN 3-935433-44-1
Bd. 136 FRÜND, E.: Aktive Kompensation von pe-
riodischen Schwingungen an rotierenden
Walzen. Dissertation, Fakultät für Ma-
schinenbau, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 136, Pader-
born, 2003 – ISBN 3-935433-45-X
Bd. 137 KEIL-SLAWIK, R. (Hrsg.): Digitale Medien
in der Hochschule: Infrastrukturen im
Wandel. HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
137, Paderborn, 2004 – ISBN 3-935433-
46-8
Bd. 138 STORCK, H.: Optimierung der Kontaktvor-
gänge bei Wanderwellenmotoren. Disser-
tation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 138, Paderborn,
2004 – ISBN 3-935433-47-6
Bd. 139 KALTE, H.: Einbettung dynamisch rekon-
figurierbarer Hardwarearchitekturen in
eine Universalprozessorumgebung. Dis-
sertation, Fakultät für Elektrotechnik, In-
formatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 139, Paderborn, 2004 – ISBN 3-
935433-48-4
Bd. 140 ISKE, B.: Modellierung und effiziente
Nutzung aktiver Infrarotsensorik in auto-
nomen Systemen. Dissertation, Fakultät
für Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 140, Pader-
born, 2004 – ISBN 3-935433-49-2
Bd. 141 BÄTZEL, D.: Methode zur Ermittlung und
Bewertung von Strategiealternativen im
Kontext Fertigungstechnik. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 141, Paderborn, 2004 – ISBN 3-
935433-50-6
Bd. 142 BÖKE, C.: Automatic Configuration of
Real-Time Operating Systems and Real-
Time Communication Systems for Distri-
buted Embedded Applications. Disserta-
tion, Fakultät für Elektrotechnik, Informa-
tik und Mathematik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
142, Paderborn, 2004 – ISBN 3-935433-
51-4
Bd. 143 KÖCKERLING, M.: Methodische Entwick-
lung und Optimierung der Wirkstruktur
mechatronischer Produkte. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 143, Paderborn, 2004 – ISBN 3-
935433-52-2
Bd. 144 HENZLER, S: Methodik zur Konzeption der
Struktur und der Regelung leistungs-
verzweigter Getriebe mit Toroidvariator.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 144, Paderborn,
2004 – ISBN 3-935433-53-0
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Bd. 145 GAUSEMEIER, J.; LÜCKEL, J.; WALLASCHEK,
J. (Hrsg.): 2. Paderborner Workshop
Intelligente mechatronische Systeme.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 145,
Paderborn, 2004 – ISBN 3-935433-54-9
Bd. 146 LESSING, H.: Prozess zur multivariaten
Prognose von Produktionsprogrammen
für eine effiziente Kapazitätsplanung bei
typisierten Dienstleistungen. Dissertation,
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 146, Paderborn,
2004 – ISBN 3-935433-55-7
Bd. 147 HAMOUDIA, H.: Planerische Ablaufgestal-
tung bei prozessorientierten Dienst-
leistungen. Dissertation, Fakultät für
Wirtschaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 147, Paderborn, 2004 – ISBN 3-
935433-56-5
Bd. 148 BUSCH, A.: Kollaborative Änderungspla-
nung in Unternehmensnetzwerken der
Serienfertigung – ein verhandlungsba-
sierter Ansatz zur interorganisationalen
Koordination bei Störungen. Dissertation,
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 148, Paderborn, 2004 –
ISBN 3-935433-57-3
Bd. 149 GAUSEMEIER, J.; GRAFE, M. (Hrsg.):
3. Paderborner Workshop Augmented &
Virtual Reality in der Produktentstehung.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 149,
Paderborn, 2004 – ISBN 3-935433-58-1
Bd.150 MEYER, B.: Value-Adding Logistics for a
World Assembly Line. Dissertation, Fa-
kultät für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 150, Paderborn,
2004 – ISBN 3-935433-59-X
Bd. 151 GRIENITZ, V.: Methodik zur Erstellung von
Technologieszenarien für die strate-
gische Technologieplanung. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 151, Paderborn, 2004 – ISBN 3-
9354 33-60-3
Bd. 152 FRANKE, H.: Eine Methode zur unterneh-
mensübergreifenden Transportdisposition
durch synchron und asynchron
kommunizierende Agenten. Dissertation,
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 152, Paderborn,
2004 – ISBN 3-935433-61-1
Bd. 153 SALZWEDEL, K. A.: Data Distribution
Algorithms for Storage Networks. Disser-
tation, Fakultät für Elektrotechnik, Infor-
matik und Mathematik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
153, Paderborn, 2004 – ISBN 3-935433-
62-X
Bd. 154 RÄCKE, H.: Data Management and
Routing in General Networks. Disserta-
tion, Fakultät für Elektrotechnik, Informa-
tik und Mathematik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
154, Paderborn, 2004 – ISBN 3-935433-
63-8
Bd. 155 FRANK, U.; GIESE, H.; KLEIN, F.;
OBERSCHELP, O.; SCHMIDT, A.; SCHULZ, B.;
VÖCKING, H.; WITTING, K.; GAUSEMEIER, J.
(Hrsg.): Selbstoptimierende Systeme des
Maschinenbaus – Definitionen und Kon-
zepte. HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
155, Paderborn, 2004 – ISBN 3-935433-
64-6
Bd. 156 MÖHRINGER, S.: Entwicklungsmethodik für
mechatronische Systeme. Habilitation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 156, Paderborn, 2004 – ISBN 3-
935433-65-4
Bd. 157 FAHRENTHOLZ, M.: Konzeption eines Be-
triebskonzepts für ein bedarfsgesteuertes
schienengebundenes Shuttle-System.
Dissertation, Fakultät für Wirtschafts-
wissenschaften, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 157,
Paderborn, 2004 – ISBN 3-935433-66-2
Bd. 158 GAJEWSKI, T.: Referenzmodell zur Be-
schreibung der Geschäftsprozesse von
After-Sales-Dienstleistungen unter be-
sonderer Berücksichtigung des Mobile
Business. Dissertation Fakultät für Wirt-
schaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 158, Paderborn, 2004 – ISBN 3-
935433-67-0
Bd. 159 RÜTHER, M.: Ein Beitrag zur klassifizie-
renden Modularisierung von Verfahren
für die Produktionsplanung. Dissertation,
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 159, Paderborn,
2004 – ISBN 3-935433-68-9
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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33102 Paderborn
Bd. 160 MUECK, B.: Eine Methode zur benutzersti-
mulierten detaillierungsvarianten Berech-
nung von diskreten Simulationen von
Materialflüssen. Dissertation, Fakultät für
Wirtschaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe, ,
Band 160, Paderborn 2004 – ISBN 3-
935433-69-7
Bd. 161 LANGEN, D.: Abschätzung des Ressour-
cenbedarfs von hochintegrierten mikro-
elektronischen Systemen. Dissertation,
Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und
Mathematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 161, Pader-
born, 2005 – ISBN 3-935433-70-0
Bd. 162 ORLIK, L.: Wissensbasierte Entschei-
dungshilfe für die strategische Produkt-
planung. Dissertation, Fakultät für Ma-
schinenbau, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 162, Pader-
born, 2005 – ISBN 3-935433-71-9
Bd. 163 GAUSEMEIER, J.; RAMMIG, F.; SCHÄFER, W.;
WALLASCHEK, J. (Hrsg.): 3. Paderborner
Workshop Intelligente mechatronische
Systeme. HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 163, Paderborn, 2005 – ISBN 3-
935433-72-7
Bd. 164 FISCHER, M.: Design, Analysis, and Eval-
uation of a Data Structure for Distributed
Virtual Environments. Dissertation, Fakul-
tät für Elektrotechnik, Informatik und
Mathematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 164, Pader-
born, 2005 – ISBN 3-935433-73-5
Bd. 165 MATYSCZOK, C.: Dynamische Kantenext-
raktion - Ein Verfahren zur Generierung
von Tracking-Informationen für Augmen-
ted Reality-Anwendungen auf Basis von
3D-Referenzmodellen. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 165, Paderborn, 2005 – ISBN 3-
935433-74-3
Bd. 166 JANIA, T.: Änderungsmanagement auf
Basis eines integrierten Prozess- und
Produktdatenmodells mit dem Ziel einer
durchgängigen Komplexitätsbewertung.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 166, Paderborn,
2005 – ISBN 3-935433-75-1
Bd. 167 GAUSEMEIER, J.; GRAFE, M. (Hrsg.):
4. Paderborner Workshop Augmented &
Virtual Reality in der Produktentstehung.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 167,
Paderborn, 2005 – ISBN 3-935433-76-X
Bd. 168 VOLBERT, K.: Geometric Spanners for
Topology Control in Wireless Networks.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 168, Paderborn, 2005 – ISBN 3-
935433-77-8
Bd. 169 ROSLAK, J.: Entwicklung eines aktiven
Scheinwerfersystems zur blendungs-
freien Ausleuchtung des Verkehrs-
raumes. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 167,
Paderborn, 2005 – ISBN 3-935433-78-6
Bd. 170 EMMRICH, A.: Ein Beitrag zur systemati-
schen Entwicklung produktorientierter
Dienstleistungen. Dissertation, Fakultät
für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 170, Paderborn,
2005 – ISBN 3-935433-79-4
Bd. 171 NOWACZYK, O.: Explorationen: Ein Ansatz
zur Entwicklung hochgradig interaktiver
Lernbausteine. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 171, Pader-
born, 2005 – ISBN 3-935433-80-8
Bd. 172 MAHMOUD, K.: Theoretical and experimen-
tal investigations on a new adaptive duo
servo drum brake with high and constant
brake shoe factor. Dissertation, Fakultät
für Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 172,
Paderborn, 2005 – ISBN 3-935433-81-6
Bd. 173 KLIEWER, G.: Optimierung in der Flug-
planung: Netzwerkentwurf und Flotten-
zuweisung. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 173,
Paderborn, 2005 – ISBN 3-935433-82-4
Bd. 174 BALÁŽOVÁ, M.: Methode zur Leistungs-
bewertung und Leistungssteigerung der
Mechatronikentwicklung. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 174, Paderborn, 2005 – ISBN 3-
935433-83-2
Bd. 175 FRANK, U.: Spezifikationstechnik zur
Beschreibung der Prinziplösung selbst-
optimierender Systeme. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 175, Paderborn, 2005 – ISBN 3-
935433-84-0
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Universität Paderborn
Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Bd. 176 BERGER, T.: Methode zur Entwicklung
und Bewertung innovativer Technologie-
strategien. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 176,
Paderborn, 2005 – ISBN 3-935433-85-9
Bd. 177 BERSSENBRÜGGE, J.: Virtual Nightdrive -
Ein Verfahren zur Darstellung der kom-
plexen Lichtverteilungen moderner
Scheinwerfersysteme im Rahmen einer
virtuellen Nachtfahrt. Dissertation, Fakul-
tät für Maschinenbau, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
177, Paderborn, 2005 – ISBN 3-935433-
86-7
Bd. 178 GAUSEMEIER, J. (Hrsg.): Vorausschau und
Technologieplanung. 1. Symposium für
Vorausschau und Technologieplanung
Heinz Nixdorf Institut, 3. und 4. Novem-
ber 2005, Schloß Neuhardenberg, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 178, Pader-
born, 2005 – ISBN 3-935433-87-5
Bd. 179 FU, B.: Piezoelectric actuator design via
multiobjective optimization methods. Dis-
sertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 179, Paderborn,
2005 – ISBN 3-935433-88-3
Bd. 180 WALLASCHEK, J.; HEMSEL, T.; MRACEK, M.:
Proceedings of the 2nd International
Workshop on Piezoelectric Materials and
Applications in Actuators. HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 180, Paderborn,
2005 – ISBN 3-935433-89-1
Bd. 181 MEYER AUF DER HEIDE, F.; MONIEN, B.
(Hrsg.): New Trends in Parallel & Dis-
tributed Computing. 6. Internationales
Heinz Nixdorf Symposium, 17. und 18.
Januar 2006, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 181, Paderborn, 2006 – ISBN 3-
939350-00-1
Bd. 182 HEIDENREICH, J.: Adaptierbare Ände-
rungsplanung der Mengen und Kapazitä-
ten in Produktionsnetzwerken der Se-
rienfertigung. Dissertation, Fakultät für
Wirtschaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 182, Paderborn, 2006 – ISBN 3-
939350-01-X
Bd. 183 PAPE, U.: Umsetzung eines SCM-Kon-
zeptes zum Liefermanagement in Liefer-
netzwerken der Serienfertigung. Disser-
tation, Fakultät für Wirtschaftswissen-
schaften, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 183, Pader-
born, 2006 – ISBN 3-939350-02-8
Bd. 184 BINGER, V.: Konzeption eines wissensba-
sierten Instruments für die strategische
Vorausschau im Kontext der Szenario-
technik. Dissertation, Fakultät für Ma-
schinenbau, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 184, Pader-
born, 2006 – ISBN 3-939350-03-6
Bd. 185 KRIESEL, C.: Szenarioorientierte Unter-
nehmensstrukturoptimierung – Strategi-
sche Standort- und Produktionsplanung.
Dissertation, Fakultät für Wirtschaftswis-
senschaften, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 185, Pader-
born, 2006 – ISBN 3-939350-04-4
Bd. 186 KLEIN, J.: Efficient collision detection for
point and polygon based models. Disser-
tation, Fakultät für Elektrotechnik, Infor-
matik und Mathematik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
186, Paderborn, 2006 – ISBN 3-939350-
05-2
Bd. 187 WORTMANN, R.: Methodische Entwicklung
von Echtzeit 3D-Anwendungen für
Schulung und Präsentation. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 187, Paderborn, 2006 – ISBN 3-
939350-06-0
Bd. 188 GAUSEMEIER, J.; GRAFE, M. (Hrsg.):
5. Paderborner Workshop Augmented &
Virtual Reality in der Produktentstehung.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 188,
Paderborn, 2006 – ISBN 3-939350-07-9
Bd. 189 GAUSEMEIER, J.; RAMMIG, F.; SCHÄFER, W.;
TRÄCHTLER, A.; WALLASCHEK, J. (Hrsg.): 4.
Paderborner Workshop Entwurf mecha-
tronischer Systeme. HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 189, Paderborn, 2006 –
ISBN 3-939350-08-7
Bd. 190 DAMEROW, V.: Average and Smoothed
Complexity of Geometric Structures.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 190, Paderborn, 2006 – ISBN 3-
939350-09-5
Bd. 191 GIESE, H.; NIGGEMANN, O. (Hrsg.):
Postworkshop Proceedings of the 3rd
Workshop on Object-oriented Modeling of
Embedded Real-Time Systems (OMER
3), HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 191,
Paderborn, 2006 – ISBN 3-939350-10-9
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Bezugsadresse:
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Universität Paderborn
Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Bd. 192 RADKOWSKI, R.: Anwendung evolutionärer
Algorithmen zur Unterstützung des
Entwurfs selbstoptimierender Systeme.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 192, Paderborn,
2006 – ISBN 3-939350-11-7
Bd. 193 SHEN, Q.: A Method for Composing
Virtual Prototypes of Mechatronic
Systems in Virtual Environments.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 193, Paderborn,
2006 – ISBN 3-939350-12-5
Bd. 194 REDENIUS, A.: Verfahren zur Planung von
Entwicklungsprozessen für
fortgeschrittene mechatronische
Systeme. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 194,
Paderborn, 2006 – ISBN 3-939350-13-3
Bd. 195 KUHL, P.: Anpassung der Lichtverteilung
des Abblendlichtes an den vertikalen
Straßenverlauf. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 195,
Paderborn, 2006 – ISBN 3-939350-14-1
Bd. 196 MICHELS, J. S.: Integrative Spezifikation
von Produkt- und Produktionssystem-
konzeptionen. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 196,
Paderborn, 2006 – ISBN 3-939350-15-X
Bd. 197 RIPS, S.: Adaptive Steuerung der Lastver-
teilung datenparalleler Anwendungen in
Grid-Umgebungen. Dissertation, Fakultät
für Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 197, Pader-
born, 2006 – ISBN 3-939350-16-8
Bd. 198 GAUSEMEIER, J. (Hrsg.): Vorausschau und
Technologieplanung. 2. Symposium für
Vorausschau und Technologieplanung
Heinz Nixdorf Institut, 9. und 10. Novem-
ber 2006, Schloß Neuhardenberg, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 198, Pader-
born, 2006 – ISBN 3-939350-17-6
Bd. 199 FRANKE, W.: Wiederverwendungsorien-
tierte Herleitung von Inter-Fachkompo-
nentenkonzepten für Lagerverwaltungs-
softwaresysteme. Dissertation, Fakultät
für Wirtschaftswissenschaften, Universi-
tät Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 199, Paderborn, 2006 – ISBN 978-
3-939350-18-7
Bd. 200 SCHEIDELER, P.: Ein Beitrag zur
erfahrungsbasierten Selbstoptimierung
einer Menge technisch homogener
fahrerloser Fahrzeuge. Dissertation,
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 200, Paderborn,
2006 – ISBN 978-3-939350-19-4
Bd. 201 KÖSTERS, C.: Ein ontologiebasiertes
Modell zur Beschreibung der Abläufe in
einem Produktionssystem unter beson-
derer Berücksichtigung einer diskreten
Produktion. Dissertation, Fakultät für
Wirtschaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 201, Paderborn, 2006 – ISBN 978-
3-939350-20-0
Bd. 202 HALFMEIER, S.: Modellierung und
Regelung von Halbtoroidvariationen in
leistungsverzweigten Getriebestrukturen.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 202, Paderborn,
2006 – ISBN 978-3-939350-21-7
Bd. 203 RÜHRUP, S.: Position-based Routing
Strategies. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 203, Pader-
born, 2006 – ISBN 978-3-939350-22-4
Bd. 204 SCHMIDT, A.: Wirkmuster zur Selbstop-
timierung – Konstrukte für den Entwurf
selbstoptimierender Systeme. Disser-
tation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 204, Paderborn,
2006 – ISBN 978-3-939350-23-1
Bd. 205 IHMOR, S.: Modeling and Automated
Synthesis of Reconfigurable Interfaces.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 205, Paderborn, 2006 – ISBN 978-
3-939350-24-8
Bd. 206 ECKES, R.: Augmented Reality – basiertes
Verfahren zur Unterstützung des
Anlaufprozesses von automatisierten
Fertigungssystemen. Dissertation, Fakul-
tät für Maschinenbau, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
206, Paderborn, 2007 – ISBN 978-3-
939350-25-5
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Heinz Nixdorf Institut
Universität Paderborn
Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Bd. 207 STEFFEN, D.: Ein Verfahren zur Produkt-
strukturierung für fortgeschrittene
mechatronische Systeme. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 207, Paderborn, 2007 – ISBN 978-
3-939350-26-2
Bd. 208 LAROQUE, C.: Ein mehrbenutzerfähiges
Werkzeug zur Modellierung und rich-
tungsoffenen Simulation von wahlweise
objekt- und funktionsorientiert geglieder-
ten Fertigungssystemen. Dissertation,
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 208, Paderborn,
2007 – ISBN 978-3-939350-27-9
Bd. 209 GAUSEMEIER, J.; GRAFE, M. (Hrsg.):
6. Paderborner Workshop Augmented &
Virtual Reality in der Produktentstehung.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 209,
Paderborn, 2007 – ISBN 978-3-939350-
28-6
Bd. 210 GAUSEMEIER, J.; RAMMIG, F.; SCHÄFER, W.;
TRÄCHTLER, A.; WALLASCHEK, J. (Hrsg.): 5.
Paderborner Workshop Entwurf mecha-
tronischer Systeme. HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 210, Paderborn, 2007 –
ISBN 978-3-939350-29-3
Bd. 211 KAUSCHKE, R.: Systematik zur licht-
technischen Gestaltung von aktiven
Scheinwerfern. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 211,
Paderborn, 2007 – ISBN 978-3-939350-
30-9
Bd. 212 DU, J.: Zellen-basierte Dienst-Entdeck-
ung für Roboternetzwerke. Dissertation,
Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und
Mathematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 212, Pader-
born, 2007 – ISBN 978-3-939350-31-6
Bd. 213 DANNE, K.: Real-Time Multitasking in
Embedded Systems Based on Recon-
figurable Hardware. Dissertation, Fakultät
für Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 213, Pader-
born, 2007 – ISBN 978-3-939350-32-3
Bd. 214 EICKHOFF, R.: Fehlertolerante neuronale
Netze zur Approximation von Funktionen.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 214, Paderborn, 2007 – ISBN 978-
3-939350-33-0
Bd. 215 KÖSTER, M.: Analyse und Entwurf von
Methoden zur Ressourcenverwaltung
partiell rekonfigurierbarer Architekturen.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 215, Paderborn, 2007 – ISBN 978-
3-939350-34-7
Bd. 216 RÜCKERT, U.; SITTE, J.; WITKOWSKI, U.:
Proceedings of the 4th International
Symposium on Autonomous Minirobots
for Research and Edutainment –
AMiRE2007. Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 216, Paderborn, 2007 – ISBN 978-
3-939350-35-4
Bd. 217 PHAM VAN, T.: Proactive Ad Hoc Devices
for Relaying Real-Time Video Packets.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 217, Paderborn, 2007 – ISBN 978-
3-939350-36-1
Bd. 218 VIENENKÖTTER, A.: Methodik zur Entwick-
lung von Innovations- und Technologie-
Roadmaps. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 218,
Paderborn, 2007 – ISBN 978-3-939350-
37-8
Bd. 219 GAUSEMEIER, J. (Hrsg.): Vorausschau und
Technologieplanung. 3. Symposium für
Vorausschau und Technologieplanung
Heinz Nixdorf Institut, 29. und 30. No-
vember 2007, Miele & Cie. KG Gütersloh,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 219,
Paderborn, 2007 – ISBN 978-3-939350-
38-5
Bd. 220 FRÜND, J.: Eine Architekurkonzeption für
eine skalierbare mobile Augmented
Reality Anwendung für die Produkt-
präsentation. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 220,
Paderborn, 2007 – ISBN 978-3-939350-
39-2
Bd. 221 PEITZ, T.: Methodik zur Produktoptimie-
rung mechanisch elektronischer Bau-
gruppen durch die Technologie MID
(Molded Interconnect Devices). Disser-
tation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 221, Paderborn,
2007 – ISBN 978-3-939350-40-8
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Bd. 222 MEYER AUF DER HEIDE, F. (Hrsg.): The
European Integrated Project “Dyna-
mically Evolving, Large Scale Information
Systems (DELIS)”, Proceedings of the
Final Workshop, Barcelona, February 27-
28, 2008, Fakultät für Elektrotechnik, In-
formatik und Mathematik, Universität Pa-
derborn, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
222, Paderborn, 2008 – ISBN 978-3-
939350-41-5
Bd. 223 GAUSEMEIER, J.; RAMMIG, F.; SCHÄFER, W.
(Hrsg.): Self-optimizing Mechatronic
Systems: Design the Future. 7. Inter-
nationales Heinz Nixdorf Symposium, 20.
und 21. Februar 2008, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 223, Paderborn,
2008 – ISBN 978-3-939350-42-2
Bd. 224 RATH, M.: Methode zur Entwicklung hyb-
rider Technologie- und Innovationsstrate-
gien – am Beispiel des Automobils.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 224, Paderborn,
2008 – ISBN 978-3-939350-43-9
Bd. 225 GRÜNEWALD, M.: Protokollverarbeitung mit
integrierten Multiprozessoren in
drahtlosen Ad-hoc-Netzwerken.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 225, Paderborn, 2008 – ISBN 978-
3-939350-44-6
Bd. 226 STRAUSS, S.: Theoretische und experi-
mentelle Untersuchungen zum Einsatz
gepulster Halbleiterlichtquellen in der
Kraftfahrzeugbeleuchtung. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 226, Paderborn, 2008 – ISBN 978-
3-939350-45-3
Bd. 227 ZEIDLER, C.: Systematik der Materialfluss-
planung in der frühen Phase der Produk-
tionssystementwicklung. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 227, Paderborn, 2008 – ISBN 978-
3-939350-46-0
Bd. 228 PARISI, S.: A Method for the intelligent
Authoring of 3D Animations for Training
and Maintenance. Dissertation, Fakultät
für Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 228,
Paderborn, 2008 – ISBN 978-3-939350-
47-7
Bd. 229 DITTMANN, F.: Methods to Exploit Recon-
figurable Fabrics. Dissertation, Fakultät
für Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 229, Pader-
born, 2008 – ISBN 978-3-939350-48-4
Bd. 230 TONIGOLD, C.: Programm-, Ressourcen-
und Prozessoptimierung als Bestandteile
der Anpassungsplanung von spanenden
Fertigungssystemen in der Fließfertigung
von Aggregaten. Dissertation, Fakultät für
Wirtschaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 230, Paderborn, 2008– ISBN 978-
3-939350-49-1
Bd. 231 BRANDT, T.: A Predictive Potential Field
Concept for Shared Vehicle Guidance.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 231, Paderborn,
2008 – ISBN 978-3-939350-50-7
Bd. 232 GAUSEMEIER, J.; GRAFE, M. (Hrsg.):
7. Paderborner Workshop Augmented &
Virtual Reality in der Produktentstehung.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 232,
Paderborn, 2008 – ISBN 978-3-939350-
51-4
Bd. 233 CHANG, H.: A Methodology for the Iden-
tification of Technology Indicators.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 233, Paderborn,
2008 – ISBN 978-3-939350-52-1
Bd. 234 ADELT, P.; DONOTH, J.; GAUSEMEIER, J.;
GEISLER, J.; HENKLER, S.; KAHL, S.; KLÖP-
PER, B.; KRUPP, A.; MÜNCH, E.; OBERTHÜR,
S.; PAIZ, C.; PORRMANN, M.; RADKOWSKI,
R.; ROMAUS, C.; SCHMIDT, A.; SCHULZ, B.;
TSCHEUSCHNER, T.; VÖCKING, H.; WITKOWS-
KI, U.; WITTING, K.; ZNAMENSHCHYKOV, O.:
Selbstoptimierende Systeme des Ma-
schinenbaus – Definitionen, Anwendung-
en, Konzepte. HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 234, Paderborn, 2009 – ISBN 978-
3-939350-53-8
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Bd. 235 DELL’AERE, A.; HIRSCH, M.; KLÖPPER, B.;
KOESTER, M.; KRÜGER, M.; KRUPP, A.;
MÜLLER, T.; OBERTHÜR, S.; POOK, S.;
PRIESTERJAHN, C.; ROMAUS, C.; SCHMIDT,
A.; SONDERMANN-WÖLKE, C.; TICHY, M.;
VÖCKING, H.; ZIMMER, D.: Verlässlichkeit
selbstoptimierender Systeme – Poten-
ziale nutzen und Risiken vermeiden. HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 235, Pader-
born, 2009 – ISBN 978-3-939350-54-5
Bd. 236 GEHRKE, M.; GIESE, H.; STROOP J.:
Proceedings of the 4th Workshop on
Object-oriented Modeling of Embedded
Real-Time Systems (OMER4), Universi-
tät Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 236, Paderborn, 2008 – ISBN 978-
3-939350-55-2
Bd. 237 GAUSEMEIER, J. (Hrsg.): Vorausschau und
Technologieplanung. 4. Symposium für
Vorausschau und Technologieplanung
Heinz Nixdorf Institut, 30. und 31. Okto-
ber 2008, Brandenburgische Akademie
der Wissenschaften, Berlin, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 237, Paderborn,
2008 – ISBN 978-3-939350-56-9
Bd. 238 BRÖKELMANN, M.: Entwicklung einer
Methodik zur Online-Qualitätsüberwach-
ung des Ultraschall-Drahtbondprozesses
mittels integrierter Mikrosensorik. Disser-
tation, Fakultät für Maschinenbau, Uni-
versität Paderborn, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 238, Paderborn, 2008 –
ISBN 978-3-939350-57-6
Bd. 239 KETTELHOIT, B.: Architektur und Entwurf
dynamisch rekonfigurierbarer FPGA-
Systeme. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 239, Pader-
born, 2008 – ISBN 978-3-939350-58-3
Bd. 240 ZAMBALDI, M.: Concepts for the develop-
ment of a generic Multi-Level Test Bench
covering different areas of applications.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 240, Paderborn, 2008 – ISBN 978-
3-939350-59-0
Bd. 241 OBERSCHELP, O.: Strukturierter Entwurf
selbstoptimierender mechatronischer
Systeme. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 241,
Paderborn, 2009 – ISBN 978-3-939350-
60-6
Bd. 242 STOLLT, G.: Verfahren zur strukturierten
Vorausschau in globalen Umfeldern pro-
duzierender Unternehmen. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 242, Paderborn, 2009 – ISBN 978-
3-939350-61-3
Bd. 243 WENZELMANN, C.: Methode zur zukunfts-
orientierten Entwicklung und Umsetzung
von Strategieoptionen unter Berücksich-
tigung des antizipierten Wettbewerbsver-
haltens. Dissertation, Fakultät für Ma-
schinenbau, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 243, Pader-
born, 2009 – ISBN 978-3-939350-62-0
Bd. 244 BRÜSEKE, U.: Einsatz der Bibliometrie für
das Technologiemanagement. Disserta-
tion, Fakultät für Maschinenbau, Univer-
sität Paderborn, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 244, Paderborn, 2009 –
ISBN 978-3-939350-63-7
Bd. 245 TIMM, T.: Ein Verfahren zur hierarchisch-
en Struktur-, Dimensions- und Material-
bedarfsplanung von Fertigungssystemen.
Dissertation, Fakultät für Wirtschafts-
wissenschaften, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 245,
Paderborn, 2009 – ISBN 978-3-939350-
64-4
Bd. 246 GRIESE, B.: Adaptive Echtzeitkommuni-
kationsnetze. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 246, Pader-
born, 2009 – ISBN 978-3-939350-65-1
Bd. 247 NIEMANN, J.-C.: Ressourceneffiziente
Schaltungstechnik eingebetteter Parallel-
rechner. Dissertation, Fakultät für Elek -
trotechnik, Informatik und Mathematik,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 247, Paderborn,
2009 – ISBN 978-3-939350-66-8
Bd. 248 KAISER, I.: Systematik zur Entwicklung
mechatronischer Systeme in der Tech-
nologie MID. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 248,
Paderborn, 2009 – ISBN 978-3-939350-
67-5
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Universität Paderborn
Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Bd. 249 GANS, J. E.: Neu- und Anpassungspla-
nung der Struktur von getakteten Fließ-
produktionssystemen für variantenreiche
Serienprodukte in der Montage. Disser-
tation, Fakultät für Wirtschaftswissen-
schaften, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 249, Pader-
born, 2009 – ISBN 978-3-939350-68-2
Bd. 250 GAUSEMEIER, J.; RAMMIG, F.; SCHÄFER, W.;
TRÄCHTLER, A. (Hrsg.): 6. Paderborner
Workshop Entwurf mechatronischer Sys-
teme. HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
250, Paderborn, 2009 – ISBN 978-3-
939350-69-9
Bd. 251 LESSMANN, J.: Protocols for Telephone
Communications in Wireless Multi-Hop
Ad Hoc Networks. Dissertation, Fakultät
für Elektrotechnik, Informatik und Mathe-
matik, Universität Paderborn, HNI-Ver-
lagsschriftenreihe, Band 251, Paderborn,
2009 – ISBN 978-3-939350-70-5
Bd. 252 GAUSEMEIER, J.; GRAFE, M. (Hrsg.):
8. Paderborner Workshop Augmented &
Virtual Reality in der Produktentstehung.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 252,
Paderborn, 2009 – ISBN 978-3-939350-
71-2
Bd. 253 KLÖPPER, B.: Ein Beitrag zur Verhaltens-
planung für interagierende intelligente
mechatronische Systeme in nicht-deter-
ministischen Umgebungen. Dissertation,
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 253, Paderborn,
2009 – ISBN 978-3-939350-72-9
Bd. 254 LOW, C. Y.: A Methodology to Manage the
Transition from the Principle Solution to-
wards the Controller Design of Advanced
Mechatronic Systems. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 254, Paderborn, 2009 – ISBN 978-
3-939350-73-6
Bd. 255 XU, F.: Resource-Efficient Multi-Antenna
Designs for Mobile Ad Hoc Networks.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 255, Paderborn, 2009 – ISBN 978-
3-939350-74-3
Bd. 256 MÜLLER, T.: Integration von Verlässlich-
keitsanalysen und -konzepten innerhalb
der Entwicklungsmethodik mechatro-
nischer Systeme. Dissertation, Fakultät
für Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 256,
Paderborn, 2009 – ISBN 978-3-939350-
75-0
Bd. 257 BONORDEN, O.: Versatility of Bulk Syn-
chronous Parallel Computing: From the
Heterogeneous Cluster to the System on
Chip. Dissertation, Fakultät für Elektro-
technik, Informatik und Mathematik, Uni-
versität Paderborn, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 257, Paderborn, 2009 –
ISBN 978-3-939350-76-7
Bd. 258 KORTENJAN, M.: Size Equivalent Cluster
Trees - Rendering CAD Models in Indus-
trial Scenes. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathema-
tik, Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 258, Paderborn,
2009 – ISBN 978-3-939350-77-4
Bd. 259 SCHOMAKER, G.: Distributed Resource
Allocation and Management in Hetero-
geneous Networks. Dissertation, Fakultät
für Elektrotechnik, Informatik und
Mathematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 259, Pader-
born, 2009 – ISBN 978-3-939350-78-1
Bd. 260 MENSE, M.: On Fault-Tolerant Data Place-
ment in Storage Networks. Dissertation,
Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und
Mathematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 260, Pader-
born, 2009 – ISBN 978-3-939350-79-8
Bd. 261 LÜRWER-BRÜGGEMEIER, K.: Mächtigkeit
und Komplexität von Berechnungen mit
der ganzzahligen Division. Dissertation,
Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und
Mathematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 261, Pader-
born, 2009 – ISBN 978-3-939350-80-4
Bd. 262 ALTEMEIER, S.: Kostenoptimale Kapazi-
tätsabstimmung in einer getakteten
Variantenfließlinie unter expliziter Be-
rücksichtigung des Unterstützereinsatzes
und unterschiedlicher Planungszeit-
räume. Dissertation, Fakultät für Wirt-
schaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 262, Paderborn, 2009 – ISBN 978-
3-939350-81-1
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Fürstenallee 11
33102 Paderborn
Bd. 263 MAHAJAN, K.: A combined simulation and
optimization based method for predictive-
reactive scheduling of flexible production
systems subject to execution exceptions.
Dissertation, Fakultät für Wirtschafts-
wissenschaften, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 263,
Paderborn, 2009 – ISBN 978-3-939350-
82-8
Bd. 264 CHRISTIANSEN, S. K.: Methode zur Klassi-
fikation und Entwicklung reifegradbasier-
ter Leistungsbewertungs- und Leistungs-
steigerungsmodelle. Dissertation, Fakul-
tät für Maschinenbau, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
264, Paderborn, 2009 – ISBN 978-3-
939350-83-5
Bd. 265 GAUSEMEIER, J. (Hrsg.): Vorausschau und
Technologieplanung. 5. Symposium für
Vorausschau und Technologieplanung,
Heinz Nixdorf Institut, 19. und 20. No-
vember 2009, Brandenburgische Aka-
demie der Wissenschaften, Berlin, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 265, Pader-
born, 2009 – ISBN 978-3-939350-84-2
Bd. 266 KAULMANN,T.: Ressourceneffiziente
Realisierung Pulscodierter Neuronaler
Netze. Dissertation, Fakultät für Elektro-
technik, Informatik und Mathematik, Uni-
versität Paderborn, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 266, Paderborn, 2009 –
ISBN 978-3-939350-85-9
Bd. 267 WEHRMEISTER, M. A.: An Aspect-Oriented
Model-Driven Engineering Approach for
Distributed Embedded Real-Time Sys-
tems. Dissertation, Fakultät für Elektro-
technik, Informatik und Mathematik, Uni-
versität Paderborn, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 267, Paderborn, 2009 –
ISBN 978-3-939350-86-6
Bd. 268 DANNE, C.: Assessing the Cost of Assort-
ment Complexity in Consumer Goods
Supply Chains by Reconfiguration of
Inventory and Production Planning
Parameters in Response to Assortment
Changes. Dissertation, Fakultät für Wirt-
schaftswissenschaften, Universität Pa-
derborn, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
268, Paderborn, 2009 – ISBN 978-3-
939350-87-3
Bd. 269 AUFENANGER, M.: Situativ trainierte
Regeln zur Ablaufsteuerung in Ferti-
gungssystemen und ihre Integration in
Simulationssysteme. Dissertation, Fakul-
tät für Wirtschaftswissenschaften, Uni-
versität Paderborn, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 269, Paderborn, 2009 –
ISBN 978-3-939350-88-0
Bd. 270 STOLL, K.: Planung und Konzipierung von
Marktleistungen. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 270,
Paderborn, 2010 – ISBN 978-3-939350-
89-7
Bd. 271 IHMELS, S.: Verfahren zur integrierten
informationstechnischen Unterstützung
des Innovationsmanagements. Disserta-
tion, Fakultät für Maschinenbau, Univer-
sität Paderborn, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 271, Paderborn, 2010 –
ISBN 978-3-939350-90-3
Bd. 272 GAUSEMEIER, J.; RAMMIG, F.; SCHÄFER, W.;
TRÄCHTLER, A. (Hrsg.): 7. Paderborner
Workshop Entwurf mechatronischer Sys-
teme. HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
272, Paderborn, 2010 – ISBN 978-3-
939350-91-0
Bd. 273 PURNAPRAJNA,M.: Run-time Reconfigu-
rable Multiprocessors. Dissertation, Fa-
kultät für Elektrotechnik, Informatik und
Mathematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 273, Pader-
born, 2010 – ISBN 978-3-939350-92-7
Bd. 274 GAUSEMEIER, J.; GRAFE, M. (Hrsg.):
9. Paderborner Workshop Augmented &
Virtual Reality in der Produktentstehung.
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 274,
Paderborn, 2010 – ISBN 978-3-939350-
93-4
Bd. 275 WEDMAN, S.: Lebensdauerüberwachung
in mechatronischen Systemen. Disserta-
tion, Fakultät für Maschinenbau, Univer-
sität Paderborn, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 275, Paderborn, 2010 –
ISBN 978-3-939350-94-1
Bd. 276 GAUSEMEIER, J. (Hrsg.): Vorausschau und
Technologieplanung. 6. Symposium für
Vorausschau und Technologieplanung,
Heinz Nixdorf Institut, 28. und 29. Okto-
ber 2010, Brandenburgische Akademie
der Wissenschaften, Berlin, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 276, Paderborn,
2010 – ISBN 978-3-939350-95-8
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Universität Paderborn
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33102 Paderborn
Bd. 277 HUBER, D.: Geregelte Vereinfachung
hierarchischer Partitionen von Modellen
in der Materialflusssimulation. Disserta-
tion, Fakultät für Wirtschaftswissenschaf-
ten, Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 277, Paderborn,
2010 – ISBN 978-3-939350-96-5
Bd. 278 DEGENER, B.: Local, distributed approxi-
mation algorithms for geometric assign-
ment problems. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathema-
tik, Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 278, Paderborn,
2010 – ISBN 978-3-939350-97-2
Bd. 279 WARKENTIN, A.: Systematik zur funktions-
orientierten Modellierung von Elektrik/
Elektronik-Systemen über den Produkt-
lebenszyklus. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 279,
Paderborn, 2010 – ISBN 978-3-939350-
98-9
Bd. 280 BRINK, V.: Verfahren zur Entwicklung
konsistenter Produkt- und Technologie-
strategien. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 280,
Paderborn, 2010 – ISBN 978-3-939350-
99-6
Bd. 281 SAMARA, S.: Adaptable OS Services for
Distributed Reconfigurable Systems on
Chip. Dissertation, Fakultät für Elektro-
technik, Informatik und Mathematik, Uni-
versität Paderborn, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 281, Paderborn, 2010 –
ISBN 978-3-942647-00-7
Bd. 282 BIENKOWSKI, M.: Page migration in dyna-
mic networks. Dissertation, Fakultät für
Elektrotechnik, Informatik und Mathema-
tik, Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 282, Paderborn,
2010 – ISBN 978-3-942647-01-4
Bd. 283 MAHLMANN, P.: Peer-to-peer networks
based on random graphs. Dissertation,
Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und
Mathematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 283, Pader-
born, 2010 – ISBN 978-3-942647-02-1
Bd. 284 DYNIA, M.: Collective graph exploration.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 284, Paderborn, 2010 – ISBN 978-
3-942647-03-8
Bd. 285 POHL,C.: Konfigurierbare Hardwarebe-
schleuniger für selbst-organisierende
Karten. Dissertation, Fakultät für Elektro-
technik, Informatik und Mathematik, Uni-
versität Paderborn, HNI-Verlagsschriften-
reihe, Band 285, Paderborn, 2011 –
ISBN 978-3-942647-04-5
Bd. 286 DUMITRESCU, R.: Entwicklungssystematik
zur Integration kognitiver Funktionen in
fortgeschrittene mechatronische Syste-
me. Dissertation, Fakultät für Maschinen-
bau, Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 286, Paderborn,
2011 – ISBN 978-3-942647-05-2
Bd. 287 MEHLER, J.: Power-Aware Online File
Allocation in Dynamic Networks. Disser-
tation, Fakultät für Elektrotechnik, Infor-
matik und Mathematik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
287, Paderborn, 2011 – ISBN 978-3-
942647-06-9
Bd. 288 HARCHENKO, J.: Mechatronischer Entwurf
eines neuartigen aktiven Fahrzeugfede-
rungssystems für PKW unter Verwen-
dung einer reversierbaren Flügelzellen-
pumpe. Dissertation, Fakultät für Ma-
schinenbau, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 288, Pader-
born, 2011 – ISBN 978-3-942647-07-6
Bd. 289 KORZENIOWSKI, M.: Dynamic Load Balanc-
ing in Peer-to-Peer Networks. Dissertati-
on, Fakultät für Elektrotechnik, Informatik
und Mathematik, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 289,
Paderborn, 2011 – ISBN 978-3-942647-
08-3
Bd. 290 FRAHLING, G.: Algorithms for Dynamic
Geometric Data Streams. Dissertation,
Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und
Mathematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 290, Pader-
born, 2011 – ISBN 978-3-942647-09-0
Bd. 291 REYES PÉREZ, M.: A Specification Tech-
nique for the Conceptual Design of
Manufacturing Systems. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 291, Paderborn, 2011 – ISBN 978-
3-942647-10-6
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Bd. 292 STEHR,J.: On the design and implemen-
tation of reliable and economical telema-
tics software architectures for embedded
systems: a domain-specific framework.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 292, Paderborn, 2011 – ISBN 978-
3-942647-11-3
Bd. 293 KRÓL,R.: Eine Reduktionsmethode zur
Ableitung elektromechanischer Ersatz-
modelle für piezoelektrische Wandler
unter Verwendung der Finite-Elemente-
Methode (FEM). Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 293,
Paderborn, 2011 – ISBN 978-3-942647-
12-0
Bd. 294 GAUSEMEIER, J.; RAMMIG, F.; SCHÄFER, W.;
TRÄCHTLER, A. (Hrsg.): 8. Paderborner
Workshop Entwurf mechatronischer Sys-
teme. HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
294, Paderborn, 2011 – ISBN 978-3-
942647-13-7
Bd. 295 GAUSEMEIER, J.; GRAFE, M.; MEYER AUF
DER HEIDE, F. (Hrsg.): 10. Paderborner
Workshop Augmented & Virtual Reality in
der Produktentstehung. HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 295, Paderborn,
2011 – ISBN 978-3-942647-14-4
Bd. 296 POOK, S.: Eine Methode zum Entwurf von
Zielsystemen selbstoptimierender
mechatronischer Systeme. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 296, Paderborn, 2011 – ISBN 978-
3-942647-15-1
Bd. 297 MRACEK,M.: Untersuchung des dyna-
mischen Verhaltens gekoppelter piezo-
elektrischer Ultraschallmotoren mit Stoß-
kontakt. Dissertation, Fakultät für Ma-
schinenbau, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 297, Pader-
born, 2011 – ISBN 978-3-942647-16-8
Bd. 298 GEHWEILER, J.: Peer-to-Peer Based Paral-
lel Web Computing. Dissertation, Fakultät
für Elektrotechnik, Informatik und Ma-
thematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 298, Pader-
born, 2011 – ISBN 978-3-942647-17-5
Bd. 299 BRUNS, T.: Trajektorienplanung mittels
Diskretisierung und kombinatorischer
Optimierung am Beispiel des autono-
men Kreuzungsmanagements für Kraft-
fahrzeuge. Dissertation, Fakultät für Ma-
schinenbau, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 299, Pader-
born, 2011 – ISBN 978-3-942647-18-2
Bd. 300 GAUSEMEIER, J. (Hrsg.): Vorausschau und
Technologieplanung. 7. Symposium für
Vorausschau und Technologieplanung,
Heinz Nixdorf Institut, 24. und 25. No-
vember 2011, Brandenburgische Aka-
demie der Wissenschaften, Berlin, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 300, Pader-
born, 2011 – ISBN 978-3-942647-19-9
Bd. 301 SALFELD, M.: Konzeption eines Regel-
ungssystems zur gezielten Beeinflussung
der Fahrdynamik in Unfallsituationen.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 301, Paderborn,
2012 – ISBN 978-3-942647-20-5
Bd. 302 KEMPKES, B.: Local Strategies for Robot
Formation Problems. Dissertation, Fakul-
tät für Elektrotechnik, Informatik und Ma-
thematik, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 302, Pader-
born, 2012 – ISBN 978-3-942647-21-2
Bd. 303 DELIUS, R.: Sicherstellen der Abrufe bei
Automotive-Zulieferern mit minimalen
Kosten unter besonderer Berücksichti-
gung von Liquiditäts-, Beschäftigungs-,
Knowhow- und IT-Restriktionen. Disser-
tation, Fakultät für Wirtschaftswissen-
schaften, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 303, Pader-
born, 2012 – ISBN 978-3-942647-22-9
Bd. 304 NORDSIEK, D.: Systematik zur Konzipier-
ung von Produktionssystemen auf Basis
der Prinziplösung mechatronischer Sys-
teme. Dissertation, Fakultät für Maschi-
nenbau, Universität Paderborn, HNI-Ver-
lagsschriftenreihe, Band 304, Paderborn,
2012 – ISBN 978-3-942647-23-6
Bd. 305 KREFT, S.: Systematik zur effizienten Bil-
dung geospezifischer Umgebungsmo-
delle für Fahrsimulationen. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 305, Paderborn, 2012 – ISBN 978-
3-942647-24-3
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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Bd. 306 GAUSEMEIER, J. (Hrsg.): Vorausschau und
Technologieplanung. 8. Symposium für
Vorausschau und Technologieplanung,
Heinz Nixdorf Institut, 6. und 7. Dezem-
ber 2012, Brandenburgische Akademie
der Wissenschaften, Berlin, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 306, Paderborn,
2012 – ISBN 978-3-942647-25-0
Bd. 307 REYMANN, F.: Verfahren zur Strategieent-
wicklung und -umsetzung auf Basis einer
Retropolation von Zukunftsszenarien.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 307, Paderborn,
2013 – ISBN 978-3-942647-26-7
Bd. 308 KAHL, S.: Rahmenwerk für einen selbst-
optimierenden Entwicklungsprozess
fortschrittlicher mechatronischer Syste-
me. Dissertation, Fakultät für Maschinen-
bau, Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 308, Paderborn,
2013 – ISBN 978-3-942647-27-4
Bd. 309 WASSMANN, H.: Systematik zur Entwick-
lung von Visualisierungstechniken für die
visuelle Analyse fortgeschrittener mecha-
tronischer Systeme in VR-Anwendungen.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlagsschrif-
tenreihe, Band 309, Paderborn, 2013 –
ISBN 978-3-942647-28-1
Bd. 310 GAUSEMEIER, J.; RAMMIG, F.; SCHÄFER, W.;
TRÄCHTLER, A. (Hrsg.): 9. Paderborner
Workshop Entwurf mechatronischer Sys-
teme. HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
310, Paderborn, 2013 – ISBN 978-3-
942647-29-8
Bd. 311 GAUSEMEIER, J.; GRAFE, M.; MEYER AUF
DER HEIDE, F. (Hrsg.): 11. Paderborner
Workshop Augmented & Virtual Reality in
der Produktentstehung. HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 311, Paderborn,
2013 – ISBN 978-3-942647-30-4
Bd. 312 BENSIEK, T.: Systematik zur reifegrad-
basierten Leistungsbewertung und
-steigerung von Geschäftsprozessen im
Mittelstand. Dissertation, Fakultät für
Maschinenbau, Universität Paderborn,
HNI-Verlagsschriftenreihe, Band 312,
Paderborn, 2013 – ISBN 978-3-942647-
31-1
Bd. 313 KOKOSCHKA, M.: Verfahren zur Konzi-
pierung imitationsgeschützter Produkte
und Produktionssysteme. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 313, Paderborn, 2013 – ISBN 978-
3-942647-32-8
Bd. 314 VON DETTEN, M.: Reengineering of
Component-Based Software Systems in
the Presence of Design Deficiencies.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 314, Paderborn, 2013 – ISBN 978-
3-942647-33-5
Bd. 315 MONTEALEGRE AGRAMONT, N. A.: Immun-
orepairing of Hardware Systems. Disser-
tation, Fakultät für Elektrotechnik, Infor-
matik und Mathematik, Universität Pader-
born, HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
315, Paderborn, 2013 – ISBN 978-3-
942647-34-2
Bd. 316 DANGELMAIER, W.; KLAAS, A.; LAROQUE, C.:
Simulation in Produktion und Logistik
2013. HNI-Verlagsschriftenreihe, Band
316, Paderborn, 2013 – ISBN 978-3-
942647-35-9
Bd. 317 PRIESTERJAHN, C.: Analyzing Self-healing
Operations in Mechatronic Systems.
Dissertation, Fakultät für Elektrotechnik,
Informatik und Mathematik, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 317, Paderborn, 2013 – ISBN 978-
3-942647-36-6
Bd. 318 GAUSEMEIER, J. (Hrsg.): Vorausschau und
Technologieplanung. 9. Symposium für
Vorausschau und Technologieplanung,
Heinz Nixdorf Institut, 5. und 6. Dezember
2013, Berlin-Brandenburgische Akademie
der Wissenschaften, Berlin, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 318, Paderborn, 2013
– ISBN 978-3-942647-37-3
Bd. 319 GAUSEMEIER, S.: Ein Fahrerassistenz-
system zur prädiktiven Planung energie-
und zeitoptimaler Geschwindigkeitsprofile
mittels Mehrzieloptimierung. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 319, Paderborn, 2013 – ISBN 978-
3-942647-38-0
Bände der HNI-Verlagsschriftenreihe
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33102 Paderborn
Bd. 320 GEISLER, J.: Selbstoptimierende Spur-
führung für ein neuartiges Schienen-
fahrzeug. Dissertation, Fakultät für Ma-
schinenbau, Universität Paderborn, HNI-
Verlagsschriftenreihe, Band 320, Pader-
born, 2013 – ISBN 978-3-942647-39-7
Bd. 321 MÜNCH, E.: Selbstoptimierung verteilter
mechatronischer Systeme auf Basis
paretooptimaler Systemkonfigurationen.
Dissertation, Fakultät für Maschinenbau,
Universität Paderborn, HNI-Verlags-
schriftenreihe, Band 321, Paderborn, 2014
– ISBN 978-3-942647-40-3
Bd. 322 RENKEN, H.: Acceleration of Material Flow
Simulations - Using Model Coarsening by
Token Sampling and Online Error
Estimation and Accumulation Controlling.
Dissertation, Fakultät für Wirtschafts-
wissenschaften, Universität Paderborn,
HNI-Verlags-schriftenreihe, Band 322,
Paderborn, 2014 – ISBN 978-3-942647-
41-0
Bd. 323 KAGANOVA, E.: Robust solution to the
CLSP and the DLSP with uncertain
demand and online information base.
Dissertation, Fakultät für
Wirtschaftswissenschaften, Universität
Paderborn, HNI-Verlags-schriftenreihe,
Band 323, Paderborn, 2014 – ISBN 978-
3-942647-42-7
Bd.324 LEHNER, M.: Verfahren zur Entwicklung
geschäftsmodell-orientierter
Diversifikationsstrategien. Dissertation,
Fakultät für Maschinenbau, Universität
Paderborn, HNI-Verlagsschriftenreihe,
Band 324, Paderborn, 2014 – ISBN 978-
3-942647-43-4