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Synthese von Carbo- und Heterocyclen durch Ruthenium-katalysierte
Kreuzmetathese – Beiträge zur Katalysatorentwicklung
vorgelegt von
Diplom-Chemiker Stefan Mix
aus Berlin
der Fakultät II
Mathematik und Naturwissenschaften
- Institut für Chemie -
der Technischen Universität Berlin
zur Erlangung des akademischen Grades
Doktor der Naturwissenschaften
- Dr. rer. nat. -
genehmigte Dissertation
Promotionsausschuss:
Vorsitzender: Prof. Dr. rer. nat. M. Lerch
Erster Berichter: Prof. Dr. rer. nat. S. Blechert
Zweite Berichterin: Prof. Dr. rer. nat. K. Rück-Braun
Tag der wissenschaftlichen Aussprache: 17. Dezember 2004
Berlin 2005
D 83
Abstract
Ruthenium-katalysierte Kreuzmetathesereaktionen sind C-C-Kupplungsreaktionen mit
wachsendem Synthesepotential. Zielstrukturen können modular und flexibel aufgebaut
werden, wobei eine Reihe von Funktionalitäten und Strukturmotiven toleriert werden. Das
umsetzbare Substratspektrum ist durch die Entwicklung von Ruthenium-Katalysatoren mit N-
Heterocyclischen Carben-Liganden stark erweitert worden. Obgleich stereoselektiv
verlaufende Kreuzmetathesereaktionen unter Beteiligung akzeptorsubstituierter
Doppelbindungen bekannt sind, werden in anderen Fällen oft E/Z-Gemische gebildet. In der
vorliegenden Arbeit wird gezeigt, wie dieser Nachteil durch stereokonvergent verlaufende
Folgereaktionen umgangen werden kann. Es wurde gefunden, dass N-geschützte chirale
Homoallylaminderivate mit Vinylcarbinolen in einer Ruthenium-katalysierten
Kreuzmetathesereaktion mit hohen Ausbeuten zu E/Z,lk/ul-Gemischen der Produkte
reagieren. Diese wurden anschließend durch die BF3*Et2O-induzierte Bildung von Allyl-
kationen stereokonvergent zu trans-2,6-disubstituierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridinen
umgesetzt (trans:cis = 5:1 bis >20:1). Das Stereozentrum des eingesetzten chiralen
Homoallylamins wirkte hierbei dirigierend, die Verwendung der Schutzgruppen Troc, Cbz
bzw. Fmoc war notwendig.
Die neue Synthesestrategie wurde auf die modulare Synthese nichtnatürlicher
Pipecolsäurederivate angewendet. Ausgehend von Cbz-geschütztem (S)-4-Aminopenten
konnte das Naturstoff-Enantiomer (+)-trans-Solenopsin A in nur drei Schritten
diastereoselektiv erhalten werden. Ausgehend vom gleichen Homoallylaminderivat wurde der
Naturstoff (-)-(5Z,9E)-3-Hexyl-5-methylindolizidin in drei Schritten erstmalig synthetisiert
und sein Drehwert bestimmt.
In einem weiteren Projekt wurden durch Enin-Kreuzmetathese terminaler Alkine und mono-
akzeptorsubstituierter α,ω-Diene als E/Z-Gemische erhaltene Produkt-Triene in einer
stereokonvergent verlaufenden intramolekularen Diels-Alder-Reaktion umgesetzt. Es
entstanden 1,6-disubstituierte Hexahydro-1H-indene und 7-substituierte Hexahydro-2H-
naphthalin-1-one mit hoher cis-Selektivität und guten Ausbeuten.
In Studien zur Reaktivität neuer Rutheniumkomplexe wurden mit dem Metatheseinitiator 204
Ringöffnungs-/Kreuzmetathesereaktionen von „anspruchsvoll“ funktionalisierten Norbornen-
derivaten in hoher Verdünnung bei Raumtemperatur chemoselektiv durchgeführt.
Durch Einführung von Trifluoracetat-Liganden wurden neue Ruthenium-Komplexe
synthetisiert, deren Aktivität in Testreaktionen geprüft wurde.
Die vorliegende Arbeit wurde unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Siegfried Blechert in der
Zeit von Juni 2001 bis Oktober 2004 am Institut für Chemie der Fakultät II der Technischen
Universität Berlin angefertigt.
Herrn Prof. Dr. Siegfried Blechert danke ich für die Aufnahme in seinen Arbeitskreis, die
interessante Themenstellung und die hervorragenden Arbeitsbedingungen. Besonders bedanke
ich mich für zahlreiche wertvolle fachliche Hinweise und Diskussionen, die gewährte Freiheit
und das in mich gesetzte Vertrauen bei der Durchführung dieser Arbeit.
Frau Prof. Dr. Karola Rück-Braun danke ich sehr für die Übernahme der zweiten
Berichterstattung.
Allen gegenwärtigen und ehemaligen Kollegen im Arbeitskreis danke ich für für das sehr gute
Arbeitsklima, viele konstruktive Hinweise, ihre ständige Hilfsbereitschaft und die gute
Zusammenarbeit. Hervorgehoben seien hier Stefan Randl, Nicole Buschmann, Jan Jiricek,
Mirko Zaja, Verena Böhrsch, Dirk Fischer und Simon Maechling. Ich danke auch meinen
Kooperationspartnern Aideen Dunne und Stephen Connon, sowie Jens Krause (TU München)
und Tobias Halbach (TU München).
Den Mitarbeitern des Instituts für Chemie danke ich für die gute Zusammenarbeit. Besonderer
Dank gilt Michael Grenz für seine tatkräftige Unterstützung in technischen und
organisatorischen Angelegenheiten. Herrn Dr. Zeisberg danke ich für seine Hilfsbereitschaft
und die Diskussionen bei NMR-spektroskopischen Problemen, Herrn Dr. Höhne für die
Aufnahme der Massenspektren, Frau Klose für die Aufnahme der IR-Spektren, Frau Becker
für die Anfertigung der Elementaranalysen und Herrn Hahn für schnelle Reparaturen.
Für das Korrekturlesen dieser Arbeit bedanke ich mich bei Stefan Randl, Jürgen Neidhöfer,
Verena Böhrsch, Dirk Fischer und Christoph Oppel.
Mein außerordentlicher Dank gilt meinen Eltern und Freunden.
Inhaltsverzeichnis
I Allgemeiner Teil
1
1 Einleitung 1
1.1 Die Olefinmetathese 1
1.2 Ruthenium-katalysierte Metathesen mit Alkinen 4
2 Anwendung der Kreuzmetathese in der diastereoselektiven 7
Synthese von trans-2,6-disubstituierten Piperidin-Derivaten
2.1 Hintergrund und Motivation 7
2.1.1 Alkaloide 7
2.1.2 2,6-disubstituierte Piperidine in der Natur 9
2.1.3 Asymmetrische Synthese von 2,6-disubstituierten Piperidinen 10
und 1,2,5,6-Tetrahydropyridinen
2.1.4 Asymmetrische Synthese von 2,6-disubstituierten 13
1,2,5,6-Tetrahydropyridinen
2.1.5 Anwendungen der Olefinmetathese in der asymmetrischen 16
Synthese von Piperidin-Derivaten
2.2 Neues Synthesekonzept für 2,6-disubstituierte 1,2,5,6-Tetrahydro- 18
pyridine unter Verwendung der Kreuzmetathese
2.3 Modulare Synthese von nichtnatürlichen 4-Pipecolsäure-Derivaten 19
2.3.1 Auswahl des Modellsystems Allylglycin/Buten-3-ol 19
2.3.2 Erste Experimente mit N-Boc-Allylglycinmethylester 20
2.3.3 Schutzgruppenscreening: trans-selektive Cyclisierung mit 21
bestimmten Carbamaten
2.3.4 Aufklärung der Stereochemie der Produkte 25
2.3.5 Variation der Substituenten 27
2.3.6 Diskussion zum Reaktionsmechanismus der Cyclisierung 30
2.3.7 Variation der Abgangsgruppe 33
2.3.8 Epimerisierbarkeit des N-Troc-trans-6-Methyl-4-Pipecol- 35
säuremethylesters 68a
2.3.9 Stereoselektive Epoxidierung am Modellcyclus 68a 36
2.4 Anwendung in der Totalsynthese von (+)-trans-Solenopsin A 38
2.4.1 Synthesekonzept 38
2.4.2 Totalsynthese von (+)-trans-Solenopsin A 38
Inhaltsverzeichnis
2.5. Anwendung in der Synthese von Indolizidin-Alkaloiden 40
2.5.1 Asymmetrische Synthese von 3,5-Dialkylindolizidinen 40
2.5.2 Synthesekonzept für 3,5-Dialkylindolizidine mit 41
trans-Piperidineinheit
2.5.3 Totalynthese von (-)-(5Z,9E)-3-Hexyl-5-methylindolizin 42
2.6 Grenzen der Methode: Studien zur Totalsynthese von 45
(-)-Deoxoprosopinin
2.6.1 Synthesekonzept 45
2.6.2 Modellstudie mit But-3-en-1,2-diolderivaten 46
2.7 Studien zu analogen Sequenzen aus Kreuzmetathese und 49
5-endo-trig-Cyclisierung
2.7.1 Synthesekonzept 49
2.7.2 Modellstudien mit Vinylglycinderivaten 50
2.7.3 Diskussion 52
2.8 Zusammenfassung 53
3 Synthese von Carbo-Bicyclen durch Enin-Kreuzmetathese und 54
intramolekulare Diels-Alder-Reaktion
3.1 Hintergrund 54
3.2 Synthese neuer Hexahydro-1H-inden-Derivate 59
3.3 Synthese von Hexahydro-2H-naphthalin-1-on-Derivaten 64
3.4 Zusammenfassung 66
4 Studien zur Reaktivität und Synthese neuer Katalysatoren 68
für die Olefinmetathese
4.1 Beschleunigte Initiation mit Ruthenium-Metathesekatalysatoren 68
4.2 Ringöffnungs-/Kreuzmetathesen mit dem Biphenyl-Katalysator 204 69
4.2.1 Motivation 69
4.2.2 Synthese der Metathesevorläufer 70
4.2.3 Ergebnisse der Ringöffnungs-/Kreuzmetathesen 71
4.2.4 Diskussion 71
4.3 Neue Ru-basierende Katalysatoren mit Perfluorcarboxylat-Liganden 73
4.3.1 Hintergrund: Synthese und Eigenschaften neuer homogener und 73
heterogener Katalysatoren
4.3.2 Synthese neuer Derivate von Ru-Katalysatoren der ersten und 75
zweiten Generation
4.3.3 Aktivitätsstudien mit den neuen Komplexen 78
Inhaltsverzeichnis
4.4 Zusammenfassung und Ausblick 82
II Experimenteller Teil 84
1 Allgemeine Bemerkungen 84
2 Versuchsvorschriften und spektroskopische Daten 87
zu Abschnitt 2.3 87
zu Abschnitt 2.4 111
zu Abschnitt 2.5 113
zu Abschnitt 2.6 118
zu Abschnitt 2.7 124
zu Abschnitt 3.2 129
zu Abschnitt 3.3 139
zu Abschnitt 4.2 143
zu Abschnitt 4.3 158
III Anhang
Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen 161
Literaturverzeichnis 163
I ALLGEMEINER TEIL
1 Einleitung
1.1 Die Olefinmetathese
Die Olefinmetathese - die Reaktion zweier Alkene unter Austausch ihrer Alkylideneinheiten -
die bereits seit über 50 Jahren bekannt ist und in petrochemischen und Polymerisations-
Prozessen industriell verwendet wird,1 erlebte in den letzten 10 Jahren einen enormen
Bedeutungszuwachs als C-C-Knüpfungsreaktion in der organischen Synthese.2
Möglich wurde diese Entwicklung durch die Synthese wohldefinierter (homogener)
Molybdän- bzw. Rutheniumalkyliden-Komplexe, die die Metathesereaktion unter milden
Bedingungen und in Gegenwart einer Reihe von Funktionalitäten katalysieren. Dass bei der
Metallalkyliden-katalysierten Olefinmetathesereaktion Metallacyclobutan-Zwischenstufen
durchlaufen werden, gilt als bewiesen.3
Mo
N
iPr iPr
Ph
R2MeCO
R2MeCO
1
PCy3
Ru R
Cl
Cl
PCy3
2:R=Ph
Abbildung 1. Metathesekatalysatoren
Vielseitige Verwendung in zahlreichen Metathesereaktionen fand z.B. der von Schrock et al.
beschriebene Komplex 1.4 Seit der Entwicklung von 1 sind etliche weitere metatheseaktive
Mo-Komplexe entwickelt worden, die z.B. durch chirale Alkoholat-Liganden modifiziert
wurden.5
Meilenstein für die Etablierung der Olefinmetathese als breit angewendete Synthesemethode
war die Entwicklung von Bis-(tricyclohexylphosphin)-dichloro-rutheniumalkyliden-
Komplexen durch Grubbs und Mitarbeiter (Abb. 1). Als bekanntester und erfolgreichster
Vertreter der Grubbs-Katalysatoren der ersten Generation sei der kommerziell erhältliche,
auch in dieser Arbeit verwendete Komplex 2 genannt.6 Diese Ru-Komplexe zeigen zwar in
einigen Fällen geringere Aktivität im Vergleich zu Mo-Katalysatoren, besitzen jedoch eine
höhere Toleranz gegenüber funktionellen Gruppen und sind relativ unempfindlich gegenüber
Sauerstoff, Wasser und Lösungsmittelverunreinigungen. Es gilt als sicher, dass Ru-alkylidene
2 Allgemeiner Teil
dieses Typs durch Ligandendissoziation in die eigentlich katalytisch aktive 14-Elektronen-
Spezies übergehen.7 In Lösung unterliegen Ru-alkylidene in Abhängigkeit von den Carben-
Substituenten und ihrer koordinativen Sättigung uni- oder bimolekularen Zerfallsprozessen.8
Eine erhebliche Steigerung der Stabilität des Präkatalysators in Lösung ergibt sich durch die
Verwendung des chelatbildenden o-Isopropoxybenzyliden-Liganden. Der Monophosphin-
Komplex 3 ist chromatographiestabil und nach Metathesereaktionen reisolierbar.9 Die
Geschwindigkeiten von Initiation und bewirkten Umsetzungen sind niedriger als mit 2, das
umsetzbare Substratspektrum aber in etwa gleich und die katalytischen Turnovers oftmals
höher (eigene Messungen mit 2 und 3 im Abschnitt 4.3.4).
Ru
Cl
Cl
O
MesN NMes Mes = 2,4,6-trimethyl-
phenyl
Ru Ph
Cl
Cl
PCy3
MesN NMes
Ru
Cl
Cl
O
PCy3
345
Abbildung 2. Ausgehend von 2 erhaltene Metathesekatalysatoren
Da die Stabilität und die Reaktivität der im Verlauf des Katalysecyclus gebildeten Ru-
Zwischenstufen von den sterischen und elektronischen Eigenschaften der verbleibenden
Neutral-Liganden bestimmt wird, werden wesentlich reaktivere Ru-Katalysatoren als 2 und 3
durch den Austausch einer Phosphineinheit gegen N-Heterocyclische-Carben-Liganden
(NHC) erhalten.10 Für die hohe Reaktivität des sogenannten Grubbs-Katalysators der zweiten
Generation 4, der den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung markiert, ist die
Kombination eines stark basischen und sterisch anspruchsvollen NHC-Liganden mit einem
koordinativ labilen Neutral-Liganden entscheidend.11 Die Basizität des NHC-Liganden
ermöglicht eine gute Stabilisierung der nach Phosphin-Dissoziation gebildeten 14-Elektronen-
Spezies und bewirkt deren hohe Reaktivität gegenüber Mehrfachbindungen verschiedenster
Substitutionsmuster, sein sterischer Anspruch dagegen verringert die Wahrscheinlichkeit
bimolekularer Zerfallsprozesse. Die vergrößerte Reaktivität von 4 gegenüber 2 und 3 zeigt
sich unter anderem in der Bildung und Umsetzung elektronenarmer oder trisubstituierter
Doppelbindungen in Kreuzmetathesereaktionen.11b, 12
Durch die Einführung des o-Isopropoxybenzyliden-Liganden in den Monophosphin-Komplex
4 wurde der phosphinfreie Chelatkomplex 5 in parallelen Arbeiten von Hoveyda und Blechert
erhalten.13a,b Wie im Falle von 3 bewirkte diese Ligandenmodifikation eine Steigerung der
Stabilität von 5 verglichen mit 4 unter Metathesebedingungen. 5 ist luft-, wasser- und
Allgemeiner Teil 3
chromatographiestabil. Dieser Komplex initiiert etwas langsamer als 4, setzt jedoch ein
ähnlich breites Substratspektrum um wie dieser und ist wiedergewinnbar. Im Falle einiger
Reaktionen, die mit 4 nur unvollständig ablaufen, hat sich die Verwendung von 5 als
vorteilhaft erwiesen.13c-e, 20g
Neuere Entwicklungen auf dem Gebiet der Ru-Metathesekatalysatoren und eigene Arbeiten
dazu werden im Abschnitt 4 vorgestellt.
Bei weitem die meisten präparativen Anwendungen fanden die Komplexe 1 und 2 bisher in
Ringschlussmetathesereaktionen (RCM), bei der Cycloolefine aus acyclischen Dienen
gebildet werden.14,15 Auf diese Weise wurden z.B. Bibliotheken von Epothilon-Derivaten
synthetisiert.16 Der umgekehrte Prozess - die Ringöffnungsmetathese (ROM) - erzeugt durch
Reaktion eines (in der Regel gespannten) Cycloolefins mit einem acyclischen Alken ein
acyclisches Dien. Werden andere Alkene als Ethen verwendet, z.B. funktionalisierte Alkene,
so ist dafür auch der Begriff Ringöffnungs-/Kreuzmetathese (ROM/CM) gebräuchlich.17 Über
ROM/CM-Reaktionen funktionalisierter Norbornene mit funktionalisierten terminalen
Alkenen wird im Abschnitt 4.1 der vorliegenden Arbeit berichtet.
RCM und ROM können auch in der Weise kombiniert werden, dass ein alkenylsubstituiertes
Cycloolefin in ein anderes umgelagert wird (Ringumlagerungsmetathese).18
O
OBn
BnO
BnO BnO
O
OBn
BnO
BnO BnO
O
H
NN
HCO2Me
O
O
H
NN
HCO2Me
O
5 mol% 5
CH2Cl2,
45 °C
+
67 8
(88%; E/Z=12:1)
+ C2H4
Schema 1. Verknüpfung eines Dipeptids mit einem Zucker durch selektive CM21
In der Synthese komplexer Moleküle ist die Nutzung der Kreuzmetathese (CM) eine
attraktive Option der Kupplung vielfältig funktionalisierter Molekülfragmente unter milden
Reaktionsbedingungen. Die Verwendung besonders der Ru-alkylidene 4 und 5 als
Katalysatoren ermöglicht eine breite Auswahl der Substituenten. Neben sterisch
anspruchsvollen oder elektronenziehenden Kohlenstoffsubstituenten werden auch eine Reihe
von Heteroatomen wie Phosphor, Schwefel, Silizium oder Bor toleriert.19 Gleichwohl ist eine
ähnlich breite präparative Anwendung der CM im Vergleich zu RCM-Prozessen bisher durch
Selektivitätsprobleme limitiert. In CM-Reaktionen mit sterisch und elektronisch sehr
ähnlichen Substraten werden in der Regel statistische Gemische von Kreuzprodukten und
Homo-Dimeren gebildet. Akzeptorsubstituierte Olefine, Styrene und Allyl-, wie auch Vinyl-
4 Allgemeiner Teil
Silane sind bekannt dafür, langsam zu dimerisieren und gut mit elektronisch neutralen
Alkenen zu kreuzen.20a-d
Eine weitere Limitierung der Anwendung von CM-Reaktionen ergibt sich durch die geringe
E/Z-Selektivität, mit der die Produktdoppelbindung oft gebildet wird. Bestimmte Substrat-
Typen wie z.B. akzeptorsubstituierte Olefine, Styrene oder Vinylsilane reagieren weitgehend
selektiv. Außer mit Acrylnitril werden dabei vorwiegend die E-Isomere erhalten. Hierfür
werden elektronische und sterische Gründe gesehen (Schema 1). 20a-i
Die Bildung von E/Z-Produktgemischen ist nicht problematisch, wenn beide Isomere durch
eine anschließende Reaktion in das gleiche Folgeprodukt umgewandelt werden. Im Abschnitt
2 der vorliegenden Arbeit wird dieses Reaktionsprinzip in der diastereoselektiven Synthese
von trans-2,6-disubstituierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridinen realisiert.
1.2 Olefinmetathesen unter Beteiligung von Dreifachbindungen
Als Enin-Metathese werden atomökonomische Metathesereaktionen zwischen Dreifach- und
Doppelbindungen bezeichnet.22 Thermodynamische Triebkraft ist die Bildung konjugierter
Doppelbindungssysteme. Zu unterscheiden sind intramolekulare von intermolekularen
Reaktionen.
NEtO2C
CF3
O
NEtO2C
CF3
O
[Ru]
N
[Ru]
EtO2C
CF3
O
NEtO2C
CF3
O
[Ru]
NEtO2C
CF3
O
[Ru]
NEtO2C
CF3
O
N
OCF
3
EtO2C
1 atm C2H4
5 mol% 2+
9 10
(92 %) 11
(0%)
A
AB
CD
+ D
Transalkylidenierung
- 10
Enin-Metathese
+ 9
+C2H4
10
+
[Ru]=CH2
R
CH2Cl2
rt
Schema 2. Beispiel und Mechanismus einer ringschließenden Enin-Metathese24e
Durch Ru-katalysierte intramolekulare Eninmetathese können carbo- und heterocyclische
Diene mit exocyclischer Vinylgruppe erhalten werden.23,24 Im gezeigten Beispiel reagiert das
Enin 9 selektiv mit hoher Ausbeute zum heterocyclischen Produkt 10 (Schema 2).24e Einige
Allgemeiner Teil 5
Indizien sprechen für den dargestellten Reaktionsmechanismus, bei dem durch eine
Transalkylidenierungsreaktion aus 10 zunächst das Ru-alkyliden B entsteht, das dann
regioselektiv zum Ruthenacyclobuten C weiterreagiert. Dessen Ringöffnung ergibt das Ru-
vinyliden D. Dieses geht durch Transalkylidenierung mit dem Edukt 10 in das Produkt 11 und
Ru-alkyliden B über.24e-g Mori et al. haben gezeigt, dass eine Ethenatmosphäre die Effizienz
der Katalyse stark erhöhen kann, ohne zu einer intermolekularen Nebenreaktion mit der
Dreifachbindung zu führen.24e Die Rolle des Ethens kann darin bestehen, die
Produktfreisetzung aus dem als vergleichsweise unreaktiv geltenden Ru-vinyliden D zu
erleichtern. Dann würde ein Ru-methyliden anstelle des Vinylidenkomplexes D die
Transalkylidenierungsreaktion mit 9 eingehen.24e Obwohl alle Reaktionsschritte mit
Gleichgewichtspfeilen dargestellt sind, ist die Reversibilität der Bildung von D aus B aus
thermodynamischen Gründen anzuzweifeln und auch nie beobachtet worden.
Über Tandem-Dieninmetathesen,25 Kombinationen aus Enin- und
Ringumlagerungsmetathese26 wie auch daran angeschlossene Kreuzmetathesen der gebildeten
1,3-Diene26b,e wurde berichtet. Bei einigen ringschließenden Eninmetathesen wurden bei
Vorliegen geeigneter struktureller Voraussetzungen (geminal disubstituierte Doppelbindung,
Ringgröße) auch die Produkte erhalten, die der alternativen Regiochemie der
Ruthenacyclobutenbildung entsprechen27 (vgl. Produkt 11 in Schema 2). Während diese
Orientierung bei Ru-katalysierten Enin-Ringschlussmetathesen nur in wenigen Fällen zu
beobachten ist, tritt sie bei Enin-Kreuzmetathesen terminaler Alkine ausschließlich auf.
R1R2
+Katalysator R2
R1
[Ru]
R1[Ru]
R1
[Ru]
R1
R2
+ [Ru]=CH2- [Ru]=CH2
R2
EFG
HIJ
Schema 3. Prinzip und Mechanismus der Enin-Kreuzmetathese
Atomökonomische Rutheniumalkyliden-katalysierte Enin-Kreuzmetathesen terminaler Alkine
und terminaler Alkene wurden zuerst von Blechert et al. beschrieben.28 Die selektive Bildung
von 1,3-disubstituierten 1,3-Dienen wird mit dem Wirken von Ru-methyliden-Komplexen als
katalytisch aktiver Spezies erklärt. Diese werden durch Reaktion des Präkatalysators mit dem
6 Allgemeiner Teil
Alken gebildet und greifen die Dreifachbindung bevorzugt unter Bildung des
Ruthenacyclobutens H (Schema 3) mit der für Enin-Kreuzmetathesen typischen
Regioselektivität an. Die Reaktion des dabei gebildeten Vinyliden-Carbenkomplexes I mit
einem Olefin-Kreuzpartner gilt als langsamster Teilschritt und führt zur Bildung des
Kreuzproduktes G, in den meisten bisher beschriebenen Fällen in Form von E/Z-
Gemischen.28, 29 Als Nebenprodukte werden in wechselndem Ausmaß die Homo-Dimere der
eingesetzten Alkene wie auch Alkin-Oligomere gebildet. Auch interne29a-d oder
elektronenarme29d Dreifachbindungen können mit Alkenen gekreuzt werden. Über die
Umsetzung interner Doppelbindungen in EYCM berichteten Diver et al.29e
Im Abschnitt 3 der vorliegenden Arbeit wird eine stereokonvergent verlaufende
intramolekulare Diels-Alder-Reaktion zur Überführung von durch Enin-CM erhaltenen E/Z-
Gemischen in Carbo-Bicyclen vorgestellt. Auf Reaktionen unter Beteiligung mehrerer
Alkineinheiten wird im Abschnitt 4 eingegangen.
Allgemeiner Teil 7
2 Anwendun
g
der Kreuzmetathese in der diastereoselektiven
Synthese von trans-2,6-disubstituierten Piperidin-Derivaten
2.1 Hintergrund und Motivation
2.1.1 Alkaloide
Zur Zeit sind zwischen 10000 und 15000 Alkaloide bekannt. Viele von ihnen werden seit
langer Zeit als Bestandteile von Pflanzendrogen medizinisch genutzt. Die Entwicklung der
chemischen Wissenschaft ermöglichte ihre Strukturaufklärung und effiziente Produktion
durch Extraktions- und Syntheseverfahren. Auch heute sind ca. 25 % der kommerziellen
Pharmawirkstoffe Alkaloide oder strukturell modifizierte Verbindungen, die durch
Veränderungen an natürlichen Leitstrukturen gefunden wurden.
N
N
MeO
OH N
N
HH
HH
Chinin Spartein
Abbildung 3. Medizinisch und chemisch genutzte Alkaloide
Neben medizinischen Anwendungen hat die Zunahme des Wissens über Strukturen von und
synthetische Zugänge zu Alkaloiden befruchtende Rückwirkungen auf die Entwicklung neuer
chemischer Methoden. Spartein, das seit langem als Malaria-Therapeutikum verwendete
Chinin (Abb. 3) und einige seiner Derivate finden heute breite Anwendungen in der
asymmetrischen Synthese als chirale Liganden für Übergangsmetalle, chirale Basen und
chirale Phasentransferkatalysatoren.30, 31
N
H
(+)-Coniin
N
HCOOH
(-)-Pipecolinsäure
Abbildung 4. Einfache Piperidin-Alkaloide
8 Allgemeiner Teil
Eine wichtige Subklasse der N-heterocyclischen Alkaloide stellen Piperidin-Alkaloide dar.
Einfache Piperidin-Alkaloide sind z. B. das im Altertum als Hinrichtungsmittel verwendete,
aus dem gefleckten Schierling gewonnene Coniin wie auch die L-(-)-Pipecolinsäure. Letztere
wird als sekundärer Metabolit im Unterschied zur homologen Aminosäure Prolin zu den
Alkaloiden gezählt.
Eine Vielzahl von Piperidin-Alkaloiden wurde aus Pflanzen isoliert, wie z.B. das aus Lobelia
inflata gewonnene (-)-Lobelin, welches anregend auf das Atemzentrum wirkt.32
NPh
O
Ph
OH
N
H
HO N
HO HOH
OH
(-)-Lobelin Histrionicotoxin (-)-Swainsonin
Abbildung 5. Weitere Piperidin-Alkaloide
Aus dem Pfeilgiftfrosch Dendrobates histrionicus wurden Spiropiperidin-Alkaloide, die
Histrionicotoxine isoliert, deren starke Giftwirkung auf der Blockade des mit dem
nicotinartigen Acetylcholinrezeptor verbundenen Ionenkanals beruht.33a Auch andere Bi- bzw.
Oligocyclen, wie das Indolizidin-Alkaloid Swainsonin, welches ein potenter Glycosidase-
Inhibitor ist,33b oder Tropa-Alkaloide enthalten eine Piperidineinheit.
Angesichts ihrer strukturellen und biologisch-funktionalen Vielfalt sind Alkaloide wie auch
Vertreter anderer Naturstoffklassen wichtige Leitstrukturen für die Wirkstoffforschung. Durch
den Bedarf an effizienten Synthesemethoden für Naturstoffe und Bibliotheken struktureller
Derivate wurde die Entwicklung der organischen Chemie, speziell neuer stereoselektiver und
kombinatorischer Methoden entscheidend angetrieben. Die Motivation der Chemiker zur
Totalsynthese von Naturstoffen ergibt sich nicht nur durch den Mangel an wirtschaftlich
nutzbaren natürlichen Quellen, sondern auch durch die Herausforderung zur Entwicklung
neuer, effizienter und leistungsfähiger Methoden. Dabei ist die Möglichkeit wichtig, durch
flexible Synthesestrategien eine Vielzahl struktureller Modifikationen mit gleichem Aufwand
vornehmen zu können, die zur Findung von Wirkstoffen mit optimierten
Anwendungseigenschaften führt.
Allgemeiner Teil 9
2.1.2 2,6-Disubstituierte Piperidine in der Natur
2,6-disubstituierte Piperidin-Alkaloide stellen innerhalb der Klasse der Piperidin-Alkaloide
eine wichtige Subklasse mit struktureller und biofunktionaler Vielfalt dar. Eine Vielzahl von
Verbindungen wurde in Pflanzen der Gattungen Sedum, Prosopis, Lobelia, Cassia, Azima und
Bathiorhamnus nachgewiesen, unter denen sich auch in Position 3 oxygenierte Verbindungen
finden.34 Beispielhaft genannt seien an dieser Stelle das aus verschiedenen Pinus-Arten
stammende Pinidin,34c das aus Prosopis africana isolierte Desoxoprosopinin34e wie auch die
aus Fagus silvatica isolierten diastereomeren 5-Hydroxy-6-methylpipecolsäuren.34f
N
H
(-)-Pinidin
N
H(CH2)11CH3
HO
HO
(-)-Deoxoprosopinin
N
HCOOH
HO
Pipecolsäurederivate aus
fagus silvatica
Abbildung 6. Alkaloide mit 2,6-disubstituierter Piperidinstruktur
Die Solenopsine waren eine der ersten Alkaloidfamilien, die in Tieren nachgewiesen werden
konnten, in Feuerameisen der Gattung Solenopsis. Vom (-)-trans-Solenopsin A unterscheiden
sich die anderen, teilweise parallel vorkommenden Solenopsine durch die relative
Konfiguration der Substituenten, die Länge der Seitenkette oder den Hydrierungsgrad. Die
Solenopsine sind Hauptbestandteil des Giftdrüsensekretes dieser Ameisen, die ihren Namen
nach dem durch ihren Stich bzw. Biss verursachten Schmerz bekamen. Im Gegensatz zu im
für Verteidigungs- und Angriffszwecke produzierten Gift enthaltenen Eiweißstoffen
verursachen sie keine allergische Reaktion, sondern besitzen cytotoxische, hämolytische,
nekrotische, antibakterielle, antifungale wie auch insektizidale Aktivität. Es konnte gezeigt
werden, dass Solenopsine als sekundäre Metaboliten aus Acetateinheiten biosynthetisiert
werden.35
N
HnC11H23
(-)-Solenopsin A
12
N
H
N
H
3-Hexyl-5-methyl-
indolizidine 13 Monomorin I
14
Abbildung 7. Piperidin-Alkaloide aus Ameisenarten
10 Allgemeiner Teil
Typisch für diese Stoffklasse ist ihr vergesellschaftetes Auftreten mit 3-Alkyl-5-
methylindolizidinen, wie den gezeigten diastereomeren 3-Hexyl-5-methylindolizidinen (wie
auch 2,5-Dialkylpyrrolidinen und 3,5-Dialkylpyrolizidinen), die auf dem gleichen
Biosyntheseweg entstehen. Insekten der gleichen Arten zeigen stets die gleiche
Alkaloidzusammensetzung ihrer Sekrete; deren Messung kann daher zur
chemotaxonomischen Artenbestimmung eingesetzt werden.35e,f Ein weiterer Vertreter der 3-
Alkyl-5-methylindolizidine ist das aus Wanderameisen der Gattung Monomorium pharaonis
isolierte Monomorin 1, dem die Rolle eines Spurpheromons (Ecomon) zugeschrieben
wird.35g,h Für die Indolizidine aus Solenopsis- und Monomorium-Arten wird jedoch auch eine
mögliche Rolle als Repellents gegen Angehörige anderer Ameisenarten diskutiert.
2.1.3 Asymmetrische Synthese von 2,6-disubstituierten Piperidinen
Nicht zuletzt aufgrund der großen Bandbreite ihrer pharmakologischen Aktivität sind 2,6-
Dialkylpiperidinstrukturen bis heute Ziel vieler Syntheseversuche.36 Eine Reihe von
stereoselektiven Synthesestrategien wurde an Zielstrukturen dieses Typs entwickelt. Im
Folgenden sollen bekannte asymmetrische Synthesewege vorgestellt und diskutiert werden.
Metatheseanwendungen werden gesondert in Abschnitt 2.1.5 behandelt.
Die literaturbekannten asymmetrischen Synthesewege zu 2,6-disubstituierten Piperidinen und
in Position 3 oxygenierten Derivaten können nach der Art und Weise der Erzielung der
Diastereoselektivität und dem Ursprung der Chiralität unterschieden werden.
NR1R2
R4
R3
**
*
R1R2
NHR3
R4
X
**
*R1R2
X
R4
X
**
*+ R3NH2
X = OMes, OTos
Schema 4. C-N-Bindungsknüpfung durch SN2-Reaktion
In vielen Synthesen werden cyclisierende C-N-Bindungsknüpfungen durch SN2-Reaktionen
von linear aufgebauten Vorläufern verwendet. Als Abgangsgruppen kommen Tosylat und
Mesylat zum Einsatz. Herausforderung dabei ist der stereokontrollierte Aufbau der
acyclischen Vorläufer. Chiralitätsquellen sind chiral-pool-Substanzen (Aminosäuren) oder
katalytisch enantioselektive Reaktionen an acyclischen Vorläufern. Letztere ermöglichen z.B.
Ringschlüsse durch Dominosubstitution von 1,5-Dimesylaten und Benzylamin.37
Allgemeiner Teil 11
Davon unterschieden werden können Fälle, in denen an der C-N-bindungsbildenden
Cyclisierungsreaktion einer chiralen Vorstufe eine Carbonylgruppe teilnimmt.38,39
N
H
R1R2
R3
**R
1R2
NH2
O
*
R3
Schema 5. Prinzip der diastereoselektiven reduktiven C-N-Bindungsbildung
Primär entstehende cyclische Imine bzw. Enamine können anschließend diastereoselektiv
reduziert werden. Synthesevorläufer sind (ggf. N-acylierte) chirale 1,5-Aminoketone, typische
Reduktionsmittel sind H2/Pd, NaBH3CN oder LiAlH4/Me3Al (Schema 5).38
Eine Palladium-katalysierte trans-selektive allylische Substitution diente als Cyclisierungs-
Schlüsselschritt in der Synthese von (+)-Prosopinin durch Hirai et al. Die Verwendung von
Silbersalzen gestattete den Zugang zur analogen cis-Verbindung. Die Benzoatgruppe in 15a,b
ist hierbei ausschlaggebend für die Stereoselektivität (Schema 6).40 Yamamoto erhielt cis-2-
Phenyl-6-vinylpiperidine mit hoher Diastereoselektivität durch Behandlung von δ-
Aminoallenen mit π-Allylpalladiumchlorid und dppf.41
HN
O
X
OBz
O
Mn+
THF, rt N
OBz
O
O
+N
OBz
O
O
X = OMOM 15a PdCl2(CH3CN)2 16 77 % 17 0 %
X = Cl 15b AgOTf, NaH 16 0 % 17 72 %
Schema 6. Diastereoselektive allylische Substitution
Die Reaktion chiraler cyclischer Imine bzw. Iminiumsalze mit Nukleophilen stellt eine
Möglichkeit dar, um den zweiten Substituenten substratkontrolliert diastereoselektiv
einzubringen.42 Andererseits können auch cyclische Carbanionen mit Elektrophilen umgesetzt
werden.43 Besonders leistungsfähig sind Methoden unter Verwendung bicyclischer
Intermediate, in die ein Auxiliar integriert ist.
Die von Husson und Mitarbeitern entwickelte CN(RS)-Methode (Schema 7) ermöglicht
ausgehend von dem vom Auxiliar (-)-Phenylglycinol abgeleiteten chiralen 2-Cyano-6-
oxazolopiperidin 21 die Synthese einer Reihe von 6-Alkylpiperidinen 23 bzw. 24 mit
exzellenter Diastereo- und Enantioselektivität. Aus diesen können durch Umsetzung des
Halbaminals mit Grignard-Reagenzien 2,6-Dialkylpiperidine erhalten werden. Der Naturstoff
12 Allgemeiner Teil
(-)-Solenopsin A wurde auf diesem Wege allerdings nur mit geringer trans-Selektivität
synthetisiert.44
NH2
OH
Ph
CHO CHO
N
OH
Ph
+
pH 3-4
+18
19 20
CN-N
Ph
ONC
21
N
Ph
ONC N
Ph
ONu
23 24
E
NO
Ph
O
22
A
B
C
Schema 7. Piperidinsynthesen nach Husson und Meyers
Meyers et al. konnten unter Verwendung des gleichen Auxiliars bicyclische chirale Lactame
22 erhalten, die mit hoher Stereokontrolle sowohl zu cis- als auch zu trans-2,6-disubstituierten
Piperidinen weiterverarbeitet wurden (Schema 7; unten links).45 Wie bei der CN(RS)-
Methode ist die Einbringung zusätzlicher Substituenten in Position 3 möglich. Ein ähnliches
chirales Lactam diente Toyooka et al. als Schlüsselintermediat zur Synthese mehrerer
Alkaloide. Es wurde durch enzymatische dynamische kinetische Racematspaltung eines
azacyclischen β-Ketoesters erzeugt.46
Durch Deprotonierung mit s-BuLi/TMEDA können N-Boc-2-alkylpiperidine in Position 6
lithiiert werden. Durch Umsetzung dieser Carbanionen mit Alkylhalogeniden entstehen
ausschließlich die trans-Produkte.47 Mit hoher Stereokontrolle werden cis-Produkte durch
Desymmetrisierungsreaktionen gebildet.48, 49
Einen eleganten stereoselektiven Zugang zu 2,6-Dialkylpiperidinen und 3-oxygenierten
Derivaten gestattet die Aza-Achmatovitz-Reaktion von 2-[1-(N-Acylamino)-alkyl]-furanen.
Schlüsselschritt für den Aufbau des zweiten Stereozentrums ist hierbei die Allylierung
cyclischer Iminiumionen.48
Allgemeiner Teil 13
2.1.4 Asymmetrische Synthese von 2,6-disubstituierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridinen
Das 2,6-Dialkyl-1,2,5,6-tetrahydropyridin-Gerüst ist nur in wenigen Naturstoffen enthalten,
die gleichwohl Ziel einiger Syntheseanläufe waren.36b Die analoge Anwendung einer für
gesättigte Piperidinstrukturen entwickelten Synthesestrategie ist meist nicht möglich. Die
stereoselektive Synthese von 2,6-Dialkyl-1,2,5,6-tetrahydropyridinen ist nicht nur wegen
ihrer Rolle als Intermediate auf dem Weg zu den gesättigten Analoga von Interesse, sondern
insbesondere wegen der durch Funktionalisierung der cyclischen Doppelbindung möglichen
Darstellung höher substituierter Piperidine.51 Diese Doppelbindung lässt pericyclische
Reaktionen für die Konstruktion dieses Strukturelements geeignet erscheinen.
N
OO
Bn
HO
TIPSOTf
NEt3
96 % N
OOTIPS
Bn
TIPSO N
Bn
TIPSO CO2TIPS
75 %
25 26 27
Schema 8. Piperideinsynthese durch Ireland-Claisen-Umlagerung
Die Ireland-Claisen-Umlagerung wurde von Angle und Mitarbeitern für eine Reihe von
Totalsynthesen verwendet. Schlüsselschritt ist die Transformation chiraler Morpholinone wie
25 in cis-6-Alkyl-pipecolsäuresilylester vom Typ 27 (Schema 8).52
Eine Aza-[2,3]-Wittig-Umlagerung von trans-Alkyl-vinyl-N-acylaziridinen nutzten Somfai et
al. zum Aufbau von cis-2,6-disubstituierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridinen.53
Vinylsilanterminierte Mannich-Reaktionen wurden ebenfalls für die Synthese von 2,6-
disubstituierten Piperidinen verwendet. Problematisch für die Erzielung hoher
Enantioselektivitäten ist in manchen Fällen die konkurrierende Aza-Cope-Umlagerung, die
zur Racemisierung führt.54-56
Die Addition von Nukleophilen an chirale 2-Alkyl-2,3-dihydropyridiniumsalze führt zu cis-
2,6-disubstituierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridinen mit meist hoher Diastereoselektivität.57 Auch
chirale 2-Alkyl-2,5-dihydropyridiniumsalze, welche durch auxiliarkontrollierte Alkylierung
von Pyridiniumsalzen zugänglich sind, können in Position 6 alkyliert werden; allerdings ist
die Diastereoselektivität nicht so hoch wie bei Additionen an konjugierte
Dihydropyridiniumsalze.58
Die Aza-Diels-Alder-Reaktion ist eine direkte Methode zur Darstellung von 2,6-Dialkyl-
1,2,5,6-tetrahydropyridinen, da Ringaufbau und Einstellung der Stereochemie simultan
ablaufen. Eine günstige Variante geht von N-Acyl-Iminiumsalzen oder Diacyliminen und
14 Allgemeiner Teil
nichtaktivierten Dienen aus. Bei der Reaktion wird oftmals ein hohes Maß an
Diastereoselektivität erreicht.
Im ersten durch Weinreb und Mitarbeiter präsentierten Beispiel wurde eine intramolekulare
Aza-Diels-Alder-Reaktion zur Darstellung des Spermidin-Alkaloids Anhydrocannabisativin
angewendet. Hierbei wurde eine trans-selektive Bildung der 2,6-Dialkyl-1,2,5,6-
tetrahydropyridin-Einheit von 30 beobachtet. Maßgeblichen Einfluss darauf hat das
exocyclische (bezogen auf die gebildete Piperidineinheit) Stereozentrum in 28 bzw 29
(Schema 9).59
C5H11
OH
C5H11
O
HN O
COOMe
OAc EtN(iPr)2, PhMe
215 °C, 3h
C5H11
O
NO
COOMe
H
H
28 29 30
83 %
C5H11
OBn
BnO
BuO2C
NTs
+40 °C, 6 d
81 %
N
COOMe
H
H
C5H11
Ts
OBn
BnO
31 32 33
Schema 9. Substratkontrollierte stereoselektive Aza-Diels-Alder-Reaktionen
Bei der analogen intermolekularen Umsetzung von α-chiralen nichtaktivierten Dienen (z.B.
31) mit Diacyliminen durch Hamada und Mitarbeiter wurden diastereo- und enantioselektiv
cis-2,6-Dialkyl-1,2,5,6-tetrahydropyridine erhalten.60
Bailey et al. konnten ausgehend von Ethylglyoxylat erhältliche N-Benzyl- und N-Benzhydryl-
Iminiumsalze erfolgreich mit Penta-1,3-dien umsetzen. Es entstehen vorwiegend die cis-2,6-
disubstituierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridine. Eine verbesserte Version dieses Prozesses
verwendet zur Aktivierung des Imins eine Kombination von Trifluoressigsäure und
Bortrifluorid-Etherat.62 Durch die Verwendung chiraler modifizierter Benzylgruppen als
Auxiliare werden die Azacyclen nach Auxiliarabspaltung mit moderaten Enantioselektivitäten
erhalten.61
Allgemeiner Teil 15
Me
O
Me PhMe
O
NPh
Me
CF3CH2OH, MS 4A
TFA, rt, 24 h
53 %; >95 % de
+
N
Me
Ph
Me
O
O
Me
Me
Ph
Me
34 35 36
Schema 10. Auxiliarkontrollierte stereoselektive Diels-Alder-Reaktionen
Durch die Kombination zweier Auxiliare konnte im „matched case“ das Cycloaddukt 36
vollständig stereokontrolliert erhalten werden (Schema 10).63 Im Gegensatz zur
säurekatalysierten intermolekularen Umsetzung von chiralen N-Phenethyl-glyoxyliminen mit
nichtaktivierten Dienen liefert die Katalyse durch polyklonale Antikörper trans-Cycloaddukte
mit hoher Diastereoselektivität.64
R1
N
R2O2C
OMe
OTMS
+
chirale
Lewis-Säure N
R2O2C
R1
O
*
37 38 39
Schema 11. Katalytische asymmetrische Diels-Alder-Reaktionen
Die Nutzung chiraler Lewis-Säuren für die katalytische enantioselektive Diels-Alder-
Reaktion mit Iminen zum Aufbau von Piperidin-Gerüsten ist zur Zeit Gegenstand vieler
Arbeiten. In den meisten dazu erschienenen Arbeiten werden aktivierte Diene des
Danishefsky-Typs verwendet. In Konkurrenz zur Cycloaddition kommt es zum Teil zur
Bildung von Mannich-Produkten. Die Cycloaddukte, in der Regel substituierte
Dihydropyridone (39 in Schema 11), sind wertvolle Zwischenprodukte auf dem Weg zu höher
substituierten Piperidin-Systemen.65
Über die Umsetzung nichtaktivierter Diene wird seltener berichtet. Jørgensen et al. konnten
durch BINAP-Cu(I)-Komplex-katalysierte Aza-Diels-Alder-Reaktionen zwischen N-Tosyl-
glyoxylat-iminen und nichtaktivierten Dienen substituierte 3-Pipecolsäureester mit mittleren
bis guten Ausbeuten und teilweise sehr hohen Stereoselektivitäten erhalten. In geringem
Ausmaß wurde dabei die Bildung von Aza-En-Reaktionsprodukten beobachtet.66
Nichtaktivierte Diene, die durch Enin-Kreuzmetathese erhalten werden, können mit N-Tosyl-
chloraliminen unter Hochdruck zu (racemischen) 2,4,6-trisubstituierten 1,2,5,6-
Tetrahydropyridinen umgesetzt werden.67
16 Allgemeiner Teil
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass für den stereokontrollierten Aufbau von 2,6-
disubstituierten Tetrahydropyridinen und analogen gesättigten wie auch 3-oxygenierten
Piperidinen eine Reihe von Methoden entwickelt wurden. Diese ergeben in einigen Fällen
sehr gute Ausbeuten und Stereoselektivitäten, gestatten jedoch nur begrenzte Variationen der
Substituenten. Viele der in Naturstoffsynthesen beschrittenen chiral-pool-basierenden
Synthesewege, aber auch einige Auxiliarstrategien sind wenig direkt und langwierig.
Die Methodologie der [4+2]-Cycloadditionen mit nichtaktivierten Dienen zum
stereoselektiven Aufbau 2,6-disubstituierter Piperidin-Derivate ist zwar direkt und
atomökonomisch, bislang aber wenig entwickelt.
Besonders im Falle der ungesättigten Verbindungen stehen mehr Wege zu cis-Verbindungen
offen als solche, die zu trans-Isomeren führen. Die Entwicklung effizienter, kurzer
Synthesewege zu dieser Verbindungsklasse, die hohe Stereo- und Chemoselektivitäten mit
hoher Flexibilität bezüglich Substituentenvariationen kombinieren, bleibt daher ein lohnendes
Forschungsziel.
2.1.5 Anwendungen der Olefinmetathese in der asymmetrischen Synthese von
Piperidin-Derivaten
In den letzten 10 Jahren entwickelte sich die Olefinmetathese zu einer verlässlichen C-C-
Knüpfungsreaktion mit vielfältigen Anwendungen in der organischen Synthese. Der Vorteil
metathesebasierender Synthesestrategien liegt in den verwendeten milden Bedingungen und
ihrem racemisierungsfreien Ablauf, was die Anwendung auf komplexe, empfindliche
Substrate auf einer späten Synthesestufe attraktiv macht. Am weitesten verbreitet sind
Ringschlussmetathesereaktionen, so auch bei der asymmetrischen Synthese von Piperidin-
Alkaloiden und -bausteinen (Schema 12).68
NR1R3
R2NR1R3
R2
RCM
** *
*
Schema 12. Aufbau von 2,6-Dialkyl-1,2,5,6-tetrahydropyridinen durch RCM
Allgemeiner Teil 17
Auch für die Synthese von 2,6-disubstituierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridinen wurden Wege
ausgearbeitet, die eine Ringschlussmetathese zum Aufbau der Piperidin-Einheit verwenden.69
Ringschlussmetathesen, die durch gängige Ru-alkylidene effizient katalysiert werden, sind an
dicht funktionalisierten oder hochsubstituierten Substraten anderen Cyclisierungsreaktionen
oftmals überlegen. Allerdings ist wie auch bei SN-basierenden Ringschluss-Strategien die
Synthese der linearen RCM-Vorläufer mit mehreren Stereozentren die eigentliche
synthetische Herausforderung.
NCO
2Me
Ts
NOAc
Ts
CO2Me OAc
5 mol % 2
CH2Cl2, rt
96 %
40 41
Schema 13. Zugang zu 2,6-Dialkyl-1,2,5,6-tetrahydropyridinen durch Ringumlagerungsmetathese
Einen eleganten Zugang zu 2-substituierten bzw. auch 2,6-disubstituierten Piperidinen wie
auch anderen Azacyclen stellt die Ringumlagerungsmetathese (RRM) dar.70 Im gezeigten
Beispiel wird ein leicht zugängliches chirales Cyclopentenaminderivat 40 in ein substituiertes
1,2,5,6-Tetrahydropyridin 41 umgewandelt. Die stereochemische Konfiguration des
Carbocyclus wird hierbei vollständig in den Piperidinring bzw. die Seitenkette übertragen.
Das Stereozentrum in Position 2 von 41 entstammt der Allylglycineinheit in 40.70h Da beide
Cyclopentenmonoacetat-Enantiomere und beide Aminosäure-Enantiomere zugänglich sind,
können mit dieser Methode cis- oder trans-Diastereomere der gewünschten absoluten
Konfiguration synthetisiert werden.
Für die Verwendung von Kreuzmetathesereaktionen in der stereoselektiven Synthese von
Azacyclen existieren bislang nur wenige Beispiele.71,37d Attraktiv wird die Verwendung dieser
Art der C-C-Knüpfung durch die Möglichkeit der Kombination variierbarer Module. Wie bei
anderen Metathesereaktionen sind die Bedingungen mild und racemisierungsfrei. Viele
Funktionalitäten werden ungeschützt toleriert.
Blechert und Randl haben durch CM von chiralen geschützten Homoallylaminen 42 mit
Vinylketonen Vorläufer für eine reduktive Cyclisierung zu gesättigten chiralen 2,6-
disubstituierten Piperidinen erhalten, die mit hoher Diastereoselektivität als cis-Isomere
entstehen.
18 Allgemeiner Teil
R1NHCbz
O
R2R1NHCbz
R2
O
N
H
R1R2
NR1
R3
O
R3
n
*
*
*
*
*
*
*
n
+Kat. 5
-C2H4
H2, Pd
MeOH
R2 =
H2, Pd
MeOH
42 43 44 45
45
46
Schema 14. Zugang zu cis-2,6-Dialkylpiperidinen durch eine Sequenz aus CM und reduktiver
Aminierung
Die durch Kreuzmetathese gebildete, E-konfigurierte Doppelbindung wird unter den
verwendeten Bedingungen hydriert.71b
Die als Kreuzpartner verwendeten Enone 43 zeigen nur eine geringe Tendenz zur Bildung
von Homo-Dimeren und ermöglichen die Gewinnung der Kreuzprodukte 44 mit hoher
Selektivität und Effizienz. Der Rest R2 kann eine beliebig lange Kohlenstoffkette oder auch
funktionalisiert sein. In einer Erweiterung dieser Methodologie wurden Vinyl-1,4-diketone in
die Kreuzmetathesereaktion eingesetzt und nach einer zweifachen intramolekularen
reduktiven Aminierung 3,5-Dialkyl-indolizidine 46 wie z.B. das Ameisen-Alkaloid
Monomorin I 14 enantiomerenrein erhalten.71b
2.2 Neues Synthesekonzept für 2,6-disubstituierte 1,2,5,6-Tetrahydropyridine unter
Verwendung der Kreuzmetathese
Ermutigt durch die Ergebnisse der erwähnten Sequenz aus CM und reduktiver Aminierung
interessierten wir uns dafür, ob ausgehend von chiralen Homoallylamin-Derivaten durch die
Kombination der CM mit einer anderen Cyclisierungsreaktion ähnlich verläßlich und flexibel
2,6-disubstituierte 1,2,5,6-Tetrahydropyridine erhalten werden können. Angestrebt wurde
dabei die Entwicklung einer Methode zur diastereoselektiven Synthese der trans-
substituierten Piperideine.
Als Alternative zur reduktiven Cyclisierung wurde eine kationische Cyclisierungsreaktion
gewählt. Hierbei wird aus dem Cyclisierungsvorläufer ein Allyl-Kation erzeugt, das dann
durch eine 6-endo-trig-Cyclisierungsreaktion mit dem geschützten Stickstoffatom regio- und
Allgemeiner Teil 19
diastereoselektiv zum gewünschten Tetrahydropyridin abreagieren kann. Allyl-Kationen
können spontan aus entsprechenden Halogeniden oder durch Umsetzung von Allylalkoholen
mit Säuren gebildet werden. Zu erwarten war, dass die Natur der Amin-Schutzgruppe
aufgrund sterischer und elektronischer Wirkungen auf das Reaktionszentrum – das
Stickstoffatom – einen entscheidenden Einfluss auf das regio- und stereochemische Ergebnis
der kationischen Cyclisierung haben würde.
NR1R2
PG
****
R1
R2
X
NHPG R1NHPG +R2
OH
CM
SN1
Schema 15. Geplante Sequenz aus CM und SN1-Cyclisierung
Die als CM-Partner einzusetzenden Vinylcarbinole sind in großer Strukturvielfalt leicht
zugänglich. Synthetische Herausforderung war dabei, dass derartige CM-Reaktionen - im
Unterschied zu solchen mit Enonen - meist zu E/Z-Produktgemischen führen. Eine
praktikable, stereokonvergente kationische Cyclisierung muss also unter Bedingungen
verlaufen, die eine vorgelagerte Isomerisierung zum cyclisierungsfähigen Z-Isomer bzw. dem
entsprechenden Kation gestatten.
2.3. Modulare Synthese von nichtnatürlichen 4-Pipecolsäurederivaten
2.3.1 Auswahl des Modellsystems Allylglycin/Buten-3-ol
Pipecolinsäure und ihre alkylierten oder ungesättigten Analoga - die Pipecolsäuren - werden
zu den nichtproteinogenen Aminosäuren gezählt. Zahlreiche Verbindungen dieser Art wurden
in Pflanzen gefunden. Die Synthese von Pipecolinsäurederivaten ist auch deshalb von
Interesse, weil ihr Einbau anstelle der normalen proteinogenen cyclischen Aminosäuren in
Peptidstrukturen deren Struktur und biologische Wirksamkeit stark verändern kann.72
NMeO2C
PG
****
MeO2C
X
NHPG MeO2C NHPG +OH
47
Schema 16. Retrosynthetische Analyse von N-geschützten 6-Methyl-4-Pipecolsäureestern
20 Allgemeiner Teil
Zur Synthese dieser Substanzen wurde eine CM-Reaktion von Allylglycin-Derivaten mit
Vinylcarbinolen geplant. Als Cyclisierungsreaktion wurde eine säureinduzierte Allyl-
Kationenbildung aus dem Allylalkohol oder die spontane SN1-Reaktion eines daraus
darstellbaren Halogenids oder Mesylats in Betracht gezogen (Schema 16). In
Modellreaktionen mit Buten-3-ol 47 sollten Bedingungen für eine stereoselektive
Cyclisierung und dafür geeignete N-Schutzgruppen gefunden werden.
2.3.2 Erste Experimente mit N-Boc-Allylglycinmethylester 48
Die einzige strukturelle Variable des gewählten Modellsystems zur Findung geeigneter
Reaktionsbedingungen für die diastereoselektive Synthese von 6-Methyl-4-
Pipecolsäureestern war die N-Schutzgruppe des Allylglycinmethylesters. Wegen der
literaturbekannten Kompatibilität der Boc-Schutzgruppe mit Metathesereaktionen und weil
diese Gruppe unter Bedingungen abspaltbar ist, die die Doppelbindung im Cyclus belassen,
wurde mit dem N-Boc-Allylglycinmethylester 4873a begonnen. Dessen Kreuzmetathese mit 2
Äquivalenten Buten-3-ol 47, katalysiert durch den in einer vergleichsweise niedrigen Menge
von 1.5 mol % verwendeten Ruthenium-Komplex 4 in Dichlormethan bei 45-50°C lieferte
mit 85 % Ausbeute den Produkt-Allylalkohol 56 als E/Z,lk/ul-Gemisch aus 4 Diastereomeren
(Schema 17).
NHBocMeO2COH
+
1.5 mol% 4
CH2Cl2, 45 °C
NHBocMeO2C
OH
85%
48 47 56
Schema 17. Synthese von 56 (als Diastereomerengemisch) durch Kreuzmetathese
Mit dem Kreuzprodukt 56 wurden verschiedene Cyclisierungsexperimente durchgeführt. Das
daraus gewonnene Bromid 57, wie auch das daraus hergestellte Mesylat 58 erwiesen sich als
ungeeignete Zwischenstufen, da in polaren wie unpolaren Medien keinerlei spontane
Cyclisierung beobachtet werden konnte. Selbst nach Zugabe von Silbercarbonat im Falle des
Bromids 57 blieb eine Reaktion aus. Die Behandlung des Metatheseproduktes 56 mit
Trifluoressigäure ergab Gemische aus O- und N-Trifluoracetyl-Derivaten, doch konnte
hierbei wie auch bei Behandlung mit Polyphosphorsäure keinerlei Cyclisierung beobachtet
werden (Schema 18).
Allgemeiner Teil 21
NHBocMeO2C
OH
BF3*Et2O,
CH2Cl2, rt
N
H
O
OMeO2C
71 %
CBr4,PPh3
NHBocMeO2C
Br
keine spontane
Cyclisierung
60 %
MesCl,
Et3N,
CH2Cl2
NHBocMeO2C
OMes 55 %
keine spontane
Cyclisierung
Polyphosphor-
säure oder
TFA
d.r.=1:157 56
58
59
keine Cyclisierung,
Produktgemisch
Schema 18. Versuche mit 56
Wurden zu einer Lösung von 56 in Dichlormethan jedoch 1.25 Äquivalente Bortrifluorid-
Etherat gegeben, so erfolgte innerhalb von 20 min eine vollständige Reaktion unter Bildung
eines erheblich weniger polaren Produktes. Diesem wurde durch NMR-Analyse und
Erzeugung des N-Boc-Derivates 60 (s. Anhang) die Tetrahydrooxazinonstruktur 59
zugeordnet. Charakteristisch ist die 1H-NMR-Verschiebung des Signals der allylischen
Methylgruppe bei 1.7 ppm. Den Signalen der Doppelbindungsprotonen konnte eine
Kopplungskonstante von 15.5 Hz entnommen werden, was für eine einheitliche E-
Konfiguration spricht. Bezüglich der beiden Seitenketten betrug das Diastereomerenverhältnis
1:1. Offensichtlich wurde ein Allyl-Kation gebildet, welches dann unter Allylumlagerung
intramolekular unter Verlust der tert-Butylgruppe mit dem Carbamatsauerstoff reagierte. Die
Tatsache, dass E- und Z-Doppelbindungen des Metatheseproduktes eine einheitliche
Doppelbindungsgeometrie des Produktes ergaben, deutet darauf hin, dass die Bildung des
Allyl-Kations mit der Möglichkeit von Konfigurationsänderungen verbunden ist. Es galt also,
das Verhalten von Allylglycinderivaten mit anderen Schutzgruppen unter den gleichen
Bedingungen zu untersuchen.
2.3.3 Schutzgruppenscreening: trans-selektive Cyclisierung mit bestimmten
Carbamaten
Verwendet wurden die literaturbekannten, leicht darstellbaren Allylglycinmethylesterderivate
mit N-Troc- (49),73b N-Cbz- (50),73c N-Fmoc-Schutzgruppe (51),73d solche mit N-Tosyl-
(52)73e und N-p-Nosyl-Schutzgruppe (53)73f und das N-Acetyl- (54)73g bzw. N-Benzoyl-
22 Allgemeiner Teil
Derivat (55).73h Die Kreuzmetathese mit Buten-3-ol 47 lieferte in allen Fällen unter den für
die N-Boc-Verbindung 48 verwendeten Bedingungen die Kreuzprodukte 61 - 67 in guten
Ausbeuten (s. Tabelle 1). Allerdings war es notwendig, 3 mol % des Grubbs-2-Katalysators 4
zu verwenden, was die spezielle Eignung der Boc-Schutzgruppe für Metathesezwecke
unterstreicht. Der chelatisierte phosphinfreie Rutheniumkomplex 5 wurde in allen Reaktionen
ebenfalls eingesetzt, führte bei gleicher Katalysatormenge jedoch durchweg zu etwas
niedrigeren Umsätzen und Produktausbeuten.
OH
+
3 mol% 4,
CH2Cl2, 45 °C
MeO2C
NHPG
MeO2C
NHPG OH
2 eq. 47
49 - 55 61 - 67
Tabelle 1. Kreuzmetathesen mit N-geschützten Allylglycinmethylestern
Eintrag Schutzgruppe Substrat Produkt Ausbeute
1 PG = Troc 49 61 80 % (isoliert)
2 PG = Fmoc 50 62 72 % (isoliert)
3 PG = Cbz 51 63 74 % (isoliert)
4 PG = Tosyl 52 64 75 % (NMR)
5 PG = p-Nosyl 53 65 78 % (NMR)
6 PG = Acetyl 54 66 66 % (NMR)
7 PG = Benzoyl 55 67 95 % (NMR)
Der Alkohol 47 reagierte hierbei stets quantitativ zum Kreuzprodukt oder seinem Homo-
Dimer ab. Die Dimerisierung des Allylalkohols trat dabei weitaus schneller ein als die
Kreuzreaktion, d.h. ein Teil der Produktbildung könnte auf die Reaktion der
Aminkomponente mit dem Homo-Dimer des Allylalkohols zurückzuführen sein. Die
Aminkomponente dimerisierte unter den gewählten Bedingungen offensichtlich langsamer als
sie kreuzte, da nie mehr als 20 % Homo-Dimer gebildet wurden. Die Reaktionen wurden bis
zum vollständigen Umsatz der Aminkomponente getrieben. Dafür war es vorteilhaft, wenn
gegen Ende der Reaktion, nach 18 Stunden aus einer mit N2-Ballon verschlossenen Apparatur
aus Zweihalskolben und Rückflusskühler das leicht flüchtige Lösungsmittel Dichlormethan
Allgemeiner Teil 23
weitgehend entwichen war. Das könnte auf Konzentrations- und Temperatureffekte
zurückzuführen sein.
Die Metatheseprodukte 61 - 63 wurden durch Flash-Chromatographie an Kieselgel gereinigt
und anschließend in ca. 0.03 M Lösung in Dichlormethan bei Raumtemperatur mit 1.25
Äquivalenten BF3·Et2O umgesetzt. Die Metatheseprodukte 64 - 67 wurden als Rohprodukte
in diese Reaktion eingesetzt. In allen Fällen verlief die Reaktion ähnlich schnell und
quantitativ wie bei der N-Boc-Verbindung 56, führte jedoch substratabhängig zu
unterschiedlichen Produktstrukturen bzw. Stereoselektivitäten.
Lediglich die Metatheseprodukte wurden gereinigt und voll charakterisiert, die in der
BF3·Et2O-induzierten Reaktion bereits in Testansätzen stereoselektiv in ein 2,6-
disubstituiertes 1,2,5,6-Tetrahydropyridin umgewandelt wurden. In den anderen Fällen reichte
die Reinheit der Rohprodukte für ihre Identifizierung durch 1H-NMR und das Gelingen der
Folgereaktion aus.
Prinzipiell ist eine Eintopfreaktionssequenz denkbar, da die Anwesenheit von Katalysator-
Resten und Vinylcarbinol-Homo-Dimeren nachgewiesenermaßen weder Umsatz noch
Selektivität der BF3·Et2O-induzierten Reaktion beeinflusst. Allerdings ist die
chromatographische Abtrennung der cyclisierten Produkte von nicht umgesetzten Metathese-
Edukten bzw. Nebenprodukten in einem solchen Fall durch ähnliche Rf-Werte erschwert.
BF3*Et2O,
CH2Cl2, rt N
MeO2C
CO2R
MeO2C
NHCO2ROH
N
MeO2C
CO2R
+
61 - 63 68a -70a 68b - 70b
Tabelle 2. Cyclisierung der carbamatgeschützten Metatheseprodukte 61 - 63
Eintrag R Substrat Produkt Ausbeute trans : cis ratio
1 R = -CH2CCl3 61 68a,b 90 % 5 : 1
2 R = -Fluorenyl- 62 69a,b 81 % 5 : 1
methyl
3 R = Benzyl 63 70a,b 80 % 5 : 1
Die als Stereoisomerengemische verwendeten Carbamate 61 - 63 wurden bei Behandlung mit
BF3·Et2O in die entsprechenden N-geschützten 2-Methylpipecolinsäureester 68a,b70a,b
24 Allgemeiner Teil
mit deutlicher trans-Selektivität (d.r. = 5:1) und hohen Ausbeuten umgewandelt. Die
Stereoisomere waren durch Säulenchromatogrphie an Kieselgel nicht trennbar. Typisch für
diese Piperideine ist eine 1H-NMR-Verschiebung der 2-Methylgruppe bei 1.2 ppm. Die
Auswertung der NMR-Spektren dieser Verbindungen wird kompliziert durch starke
Rotationsisomerieeffekte und gestattet keine direkte Zuordnung der sich teilweise
überlagernden Signale zu einem bestimmten Diastereomer. Daher wurden die Stereochemie
und der Diastereomerenüberschuss durch Kombination von 2 Derivatisierungsreaktionen und
GC-MS-Analyse bestimmt (s. Abschnitt 2.3.4).
BF3*Et2O,
CH2Cl2, rt NMeO2C
PG
MeO2C
NHPG OH
NMeO2C
PG
+
64, 65 71a, 72a 71b, 72b
Tabelle 3. Cyclisierung der sulfonamidgeschützten Metatheseprodukte 64 und 65
Eintrag PG Substrat Produkt Ausbeute trans : cis ratio
(NMR)
1 PG = Tosyl 64 71a,b 90 % 1 : 1
2 PG = p-Nosyl 65 72a,b 90 % 1 : 2.5
Die Sulfonamide 64 und 65 cyclisierten bei Einwirkung von BF3·Et2O ebenfalls unter Bildung
der entsprechenden Piperideine 71 und 72, allerdings mit geringerer Stereoselektivität. Das N-
Tosylderivat 64 ergab ein 1:1-Gemisch aus cis- und trans-Piperidein 71a,b, wie aus dem 1H-
NMR-Rohspektrum und der GC/MS-Analyse des mit NaHCO3 neutralisierten
Reaktionsgemisches entnommen werden konnte. Das p-Nosylderivat 65 ergab mit geringer
Diastereoselektivität (2.5:1) überwiegend die cis-Verbindung 72b. Dies wurde durch
Kombination von 1H-NMR, GC/MS und Derivatisierungsreaktionen ermittelt (s. Abschnitt
2.3.4).
Aus den N-Acetyl- bzw. N-Benzoylverbindungen 66 und 67 bildeten sich bei BF3·Et2O-
Einwirkung in glatter Reaktion die intramolekular O-alkylierten allylumgelagerten
Dihydrooxazine 73a,b und 74a,b als cis-trans-Gemische mit d.r. = 1:1 (Schema 19).
Allgemeiner Teil 25
NHCORMeO2C
OH
BF3*Et2O,
CH2Cl2, rt
N
O
RMeO2C
66 R = Methyl 90 % 73a,b cis/trans = 1:1
67 R = Phenyl 85 % 74a,b cis/trans = 1:1
Schema 19. Abweichendes Cyclisierungsverhalten der Amide 66 und 67
Die Methylgruppe zeigt bei den allylumgelagerten Verbindungen 73a,b und 74a,b wie auch
bei dem aus dem analogen N-Boc-Metatheseprodukt 56 entstandenen Oxazinon 59 eine 1H-
Verschiebung von etwa 1.7 ppm. Zugleich gibt es zwei typische Signalsätze für die Protonen
der cyclischen Methylengruppe des cis- und trans-Isomers, die keine Kopplung zu den
Doppelbindungsprotonen aufweisen. Das Vorliegen einer schwachen Kopplung zwischen den
Methylprotonen der vormaligen Acetylschutzgruppe zum α-N-Ringproton ist klares Indiz für
die Oxazinbildung.
In den Amiden 66 und 67 ist der N-C-Doppelbindungscharakter stärker ausgeprägt als bei
Carbamaten. Damit geht eine teilweise Planarisierung der Umgebung des Stickstoff-Zentrums
einher. Außerdem ist dessen Nukleophilie im Vergleich zu der des Carbonylsauerstoffes
verringert und die raumfüllenden Substituenten befinden sich in kleinerem Abstand. Dass bei
diesen Verbindungen, wie auch dem N-Boc-Derivat 56 ausschließlich intramolekulare O-
Alkylierung beobachtet wurde, kann also sterische oder elektronische Gründe haben. Die
relative Stabilität des tert-Butylkations und der sterische Anspruch der Boc-Gruppe sind
sicherlich ursächlich für die spezielle Produktbildung im Vergleich zum uniformen Verhalten
der anderen carbamatgeschützen Substrate 61-63. Die möglichen Ursachen der von diesen
ausgehenden trans-selektiven Bildung von 2,6-disubstituierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridinen
werden im Abschnitt 2.3.6 mechanistisch gedeutet.
2.3.4 Aufklärung der Stereochemie der Produkte
Zur Aufklärung der Stereochemie der gebildeten N-geschützten 6-Methyl-4-
Pipecolsäureester 68a,b-72a,b wurde zunächst versucht, diese in das analoge
literaturbekannte N-Benzylpiperidein 75a,b74a zu überführen, dessen Epimere im 1H-NMR-
Spektrum unterscheidbar sind. Die Entschützung der Troc-Gruppe aus 68a,b gelang mit Zink
26 Allgemeiner Teil
in Essigsäure, die Fmoc-Gruppe aus 69a,b wurde mit Piperidin abgespalten und die
Nosylgruppe aus 72a,b mit Thiophenolat.74b Die nachfolgende Umsetzung mit
Benzylbromid/Kaliumcarbonat in polaren Lösungsmitteln lieferte nach wässriger
Aufarbeitung die N-Benzylderivate 75a,b in befriedigender Reinheit. Ausgehend vom p-
Nosylderivat 72a,b geschah dies in einer Eintopfreaktion. Anhand des Vergleichs der
integrierten 1H-NMR-Signale der α-ständigen Methylgruppen konnten die Stereoisomere
qualitativ und quantitativ zuverlässig zugeordnet werden (Schema 20).
NMeO2C
PG
NMeO2C
Bn
beide Stereoisomere
literaturbekannt
trans:cis=5:1
trans:cis=5:1
trans:cis=1:2.5
68a,b: R=Troc; a:1. Zn/HOAc
2. BnBr/K2CO3/CH3CN
69a,b: R=Fmoc; b:1. Piperidin/CH3CN
2. BnBr/K2CO3/CH3CN
72a,b: R=p-Nos; c:1. PhSH/K2CO3/DMSO
2. BnBr
75a,b
a, b oder c
Schema 20. Klärung der Stereochemie durch Überführung in das Derivat 75a,b
Im Falle des Cbz-geschützten Cyclus 70a,b war diese Methode jedoch nicht praktikabel, da
die hydrogenolytische Entschützung unter Verlust der Doppelbindung verläuft. Eine für alle
Carbamate gleichermaßen verlaufende Reaktion ist die Reduktion mit
Lithiumaluminiumhydrid zu den korrespondierenden N-Methylaminen.
NMeO2C
Cbz
LiAlH4/THF
reflux N
Me
trans:cis=5:1
HO NMeO2C
Troc
LiAlH4/THF
reflux
70a,b 68a,b
76a,b
quant. quant.
26
Schema 21. Klärung der Stereochemie durch Reduktion zum Aminoalkohol 76a,b
Die erhaltenen Cbz- bzw. Troc-geschützten Azacyclen 68a,b und 70a,b wurden also mit
LiAlH4 in THF bei 65°C umgesetzt, wobei in beiden Fällen der Aminoalkohol 76a,b
praktisch vollständig und in mindestens 90%-iger Reinheit (Abschätzung nach 1H-NMR-
Spektrum) als Epimerengemisch erhalten wurde. Dieser zeigte im Falle der trans-Verbindung
76a einen deutlichen NOE (0.8 %) zwischen dem Proton an C-6 des Piperideinringes
einerseits und jenen der an C-2 gebundenen Methylgruppe, während die α-N-ständigen
Protonen (H-2 und H-6) des cis-Isomers 76b einen schwachen NOE aufwiesen. Die parallele
Zuordnung der Stereoisomere und die Bestimmung des Diastereomerenverhältnisses ist am
Allgemeiner Teil 27
Reduktionsprodukt problemlos möglich. Abschließend sei bemerkt, dass in allen Fällen alle
Methoden zur Bestimmung des Diastereomerenverhältnisses (Überführung in die N-
Benzylderivate, Reduktion zu den N-Methylaminoalkoholen und GC/MS) zu
übereinstimmenden Ergebnissen führten. Eine Epimerisierung während der LiAlH4-
Reduktion ist wenig wahrscheinlich, weil die Estergruppe sehr schnell reduziert wird und das
Verhältnis der vor und nach der Reaktion vorhandenen Diastereomere gleich geblieben ist.
2.3.5 Variation der Substituenten
Nachdem am Modellsystem für die diastereoselektive Synthese von trans-6-Methyl-4-
Pipecolsäureestern geeignete Reaktionsbedingungen und N-Schutzgruppen gefunden worden
waren, interessierten wir uns dafür, die Anwendungsbreite der trans-selektiven
Reaktionssequenz aus Kreuzmetathese und intramolekularer SN1-Reaktion zu bestimmen. Bei
Variationen der Substituenten zu beobachtete Tendenzen bei Stereo- und Chemoselektivität
erlauben auch Rückschlüsse auf den mechanistischen Ablauf der Cyclisierungsreaktion.
N
R1R2
Troc
BF3*Et2O,
CH2Cl2, rt
R1
NHTroc
R2
OH
Kat. Ru,
CH2Cl2,reflux
NHTrocR1
R2
OH
+
Schema 22. Klärung der Anwendungsbreite der dargestellten diastereoselektiven
CM/SN1–Reaktionssequenz durch Variation von R1 und R2
Für die Variation der Reste R1 und R2 wurden N-Troc-geschützte Allylglycin-Derivate als
Substrate gewählt. Die Troc-Gruppe ist recht stabil gegen Säuren und Basen und unter
Bedingungen abspaltbar, unter denen die Produktdoppelbindung beständig ist.
Zunächst wurde der Rest R2 variiert und der N-Troc-Allylglycinmethylester 49 parallel mit
Undecen-3-ol 77 bzw. 3-Phenyl-propen-3-ol 80 in einer durch den Rutheniumkomplex 4
katalysierten Kreuzmetathese umgesetzt. Diese Allylalkohole zeigten eine im Vergleich zu
Buten-3-ol leicht verringerte Reaktivität in der Kreuzmetathesereaktion. Zum Erreichen eines
vollständigen Umsatzes der Aminkomponente 49 wurden bei einer Reaktionstemperatur von
45-50 °C 4 mol % des Katalysators 4 und zwei Äquivalente des jeweiligen Vinylcarbinols bei
einer Reaktionszeit von 18 Stunden benötigt.
28 Allgemeiner Teil
NHTrocMeO2C
R
OH
+
NHTrocMeO2C
OH
RBF3*Et2O,
CH2Cl2, rt
N
MeO2CR
Troc
4 mol% 4
CH2Cl2,reflux
49 77 R = n-C8H17 78 78 % 79a,b 59 %
trans/cis = 5:1
80 R = Phenyl 81 88 % 82 66 %
nur trans-Isome
r
Schema 23. Umsetzungen von 49 mit modifizierten Vinylcarbinolen
Die Kreuzprodukte 78 und 81 entstanden dennoch in glatter Reaktion mit hohen Ausbeuten
als E/Z,lk/ul-Gemische aus je 4 Diastereomeren. Im Falle von 78 war eine vollständige
Abtrennung vom Homo-Dimer des Edukt-Alkohols nicht möglich, was für die weitere
Umsetzung jedoch nicht störend war. Die Umsetzung mit BF3·Et2O führte im Falle des
Metatheseproduktes 78 zur bevorzugten Bildung des geschützten trans-6-Octyl-4-
Pipecolsäureesters 78a mit d.r. = 5:1 (aus GC-MS und 1H-NMR) mit einer Ausbeute von 59
%. Die Umsetzung verlief mit gleicher Stereoselektivität wie mit R2 = Methyl (61 Æ 68a,b),
jedoch mit geringerer Ausbeute. Bei der chromatographischen Aufreinigung des Produktes
79a,b wurde ein Nebenprodukt isoliert, welches via 1H-NMR-Spektrum als Gemisch isomerer
Diene identifiziert wurde, d.h. durch konkurrierende Eliminierung von Wasser gebildet
wurde. Es wurde der Versuch unternommen, die Reaktion bei tieferer Temperatur
durchzuführen, um die Selektivität zu erhöhen. Dabei zeigte sich, dass die Reaktion bei –20
°C innerhalb von zwei Stunden überhaupt nicht und bei 0°C nur unvollständig ablief. Nach
Erwärmen auf Raumtemperatur lag das gleiche Ergebnis vor, wie bei den bei Raumtemperatur
begonnenen Reaktionen.
Im Falle des Metatheseproduktes 81 mit R2 = Phenyl kam es bei Behandlung mit
BF3·Et2O ausschließlich zur Bildung des trans-Isomers 82 mit 66 % Ausbeute.
Die Troc-geschützten 6-substituierten 4-Pipecolsäureester 79a,b und 82, deren 1H-
NMR-Spektren aufgrund von Rotamerieeffekten sehr komplex sind, wurden zur Bestimmung
der Stereochemie einer Reduktion mit Lithiumaluminiumhydrid unterworfen. Dabei entstand
einerseits der Aminoalkohol 83a,b als 5:1-Gemisch von trans- und cis-Epimer und
andererseits der diastereomerenreine trans-konfigurierte Aminoalkohol 84, wie NOE-
Messungen analog dem Vorgehen bei 76a,b erwiesen (Schema 24).
Allgemeiner Teil 29
NMeO2CC
8H17
Troc
LiAlH4/THF/reflux
NC
8H17
Me
HO
NMeO2CPh
Troc
LiAlH4/THF/reflux
NPh
Me
nur trans-Isomer
HO
79a,b
NC
8H17
Me
HO
83a a : b = 5 :1 83b
80 %
90 %
82 84
+
Schema 24. Klärung der Stereochemie von 79a,b und 82 durch Reduktion zu Derivaten mit besser
interpretierbaren NMR-Spektren
Dass eine Epimerisierung während der Reduktion weitgehend ausgeschlossen werden kann,
ergibt sich aus den in beiden Reduktionen gleichbleibenden Diastereomerenverhältnissen vor
und nach der Reaktion.
Nach R2 sollte auch R1 modifiziert werden (vgl. Schema 22). Sollte eine minimierte sterische
Wechselwirkung im Übergangszustand ausgehend von R1 die Ursache der bisher
beobachteten trans-Selektivität der 6-endo-trig-Cyclisierungsreaktion sein, so müsste sich
diese beim Übergang vom sp2-Kohlenstoff der Estergruppe als R1 zu einem sp3-Kohlenstoff
erhöhen.
NHTrocMeO2C
1. LiBH4/Et2O/EtOH
2. Ac2O/Pyridin/CH2Cl2
NHTroc
AcO
75 %
49 85
Schema 25. Synthese des Allylglycinolderivates 85
Um die Esterfunktion in 49 in eine Gruppe mit sp3-hybridisiertem α-C-Atom umzuwandeln,
wurde diese Verbindung mit LiBH4 zum N-Troc-geschützten Aminoalkohol reduziert. Die
nachfolgende Acetylierung mit Ac2O/Pyridin lieferte das Allylglycinolderivat 85 mit 75 %
Ausbeute über 2 Stufen. Dieses Substrat wurde in die Kreuzmetathese-Cyclisierungssequenz
eingesetzt, wobei als Kreuzpartner Buten-3-ol 47 und Undecen-3-ol 77 dienten.
Die durch 4 mol % des Ruthenium-Komplexes 4 katalysierte Umsetzung von 85 mit 2
Äquivalenten Buten-3-ol 47 in siedendem Dichlormethan lieferte das Kreuzmetatheseprodukt
86 mit 90 % Ausbeute. Dessen Behandlung mit BF3·Et2O in hoher Verdünnung in
Dichlormethan führte zur Bildung des - ausschließlich trans-konfigurierten -
Tetrahydropyridins 87 mit 72 % Ausbeute.
30 Allgemeiner Teil
NHTroc
R
OH
+
NHTroc
OH
RBF3*Et2O,
CH2Cl2, rt
NR
Troc
4 mol% 4
CH2Cl2,reflux
85 47 R = Methyl
77 R = n-C8H17
AcO AcO AcO
86 90 % 87 72 %
88 82 % 89 50 %
Schema 26. Umsetzungen mit dem Allylglycinolderivat 85
Das ähnlich glatt gebildete Metatheseprodukt 88 lieferte in der BF3·Et2O-induzierten
Folgereaktion ausschließlich den trans-konfigurierten Azacyclus 89 mit 50 % Ausbeute.
Hierbei wurden wie im Falle der Bildung von 79a,b aus 78 durch konkurrierende
Eliminierung von Wasser Nebenprodukte gebildet (vgl. Schema 23).
NR
Troc
LiAlH4/THF/reflux
NR
Me
HO
AcO
87 R = Methyl 76a (88 %)
89 R = n-C8H17 83a (80 %)
Schema 27. Reduktion von 87 und 89
Die zum Zweck der Aufklärung der Stereochemie durchgeführte Reduktion von 87 bzw. 89
mit Lithiumaluminiumhydrid ergab die diastereomerenreinen Aminoalkohole 90 bzw. 91 mit
hoher Ausbeute. Die exklusive trans-Stereochemie der Cyclen 87 bzw. 89 wurde durch
NMR-Analyse der Reduktionsprodukte bestimmt.
2.3.6 Diskussion zum Reaktionsmechanismus der Cyclisierung
Aus den bisher dargelegten experimentellen Resultaten geht hervor, dass ausgehend von mit
geeigneten Carbamatschutzgruppen (Troc, Fmoc, Cbz) geschützten, durch Kreuzmetathese als
E/Z,lk/ul-Gemische erhaltenen 4-Aminoalken-1-yl-carbinolen mit teilweise hohen Ausbeuten
durch kationische Cyclisierung stereochemisch einheitliche Piperideine entstehen. Die
Stereoselektivität ist hierbei unabhängig von der Art der verwendeten Carbamat-
Schutzgruppe, erhöht sich jedoch beim Übergang zu raumfüllenderen Resten R1 (-CO2Me Æ
-CH2OAc) und R2 (Alkyl Æ Phenyl). Der weitgehend stereokonvergente, durch das dem
Stickstoffatom benachbarte Chiralitätszentrum gelenkte Verlauf der Cyclisierung kann mit
Allgemeiner Teil 31
einer Umwandlung beider Doppelbindungsisomere der Metatheseprodukte in ein Allyl-Kation
gleicher Konfiguration und Konformation im Übergangszustand erklärt werden.
In diesem Übergangszustand sollten die Substituenten eine sterisch günstige Anordnung
einnehmen. Offensichtlich ungünstig wäre ein endo-ständiger Rest R2 aufgrund sterischer
Wechselwirkungen mit R3 (und R1 bzw. H).
NR2
H
HH
R1
R4
R3
H
H
exo
endo
- H+NR1R2
PG
R3, R4 = H, -PG
H
α-Seite
β-Seite
R1=Alkyl, -CO2Me; R2=Alkyl, Phenyl;
+
Schema 28. Vorgeschlagener kationischer Übergangszustand der trans-selektiven Cyclisierungen
Unter der Annahme eines exo-ständigen Restes R2 entstehen trans-Produkte, wenn der Rest
R1 axial orientiert ist. In der Tat ist im gezeigten Übergangszustand die axiale Orientierung
mit geringeren sterischen Wechselwirkungen verbunden als die alternative äquatoriale. Das
gilt für beide mögliche Orientierungen der N-Schutzgruppe und unabhängig vom
Hybridisierungszustand des N-Atoms.
Ein axial angeordneter Rest R1 am S-konfigurierten dirigierenden Stereozentrum bewirkt eine
Annäherung des schwach nukleophilen N-Atoms von der α-Seite des planaren Allyl-Kations.
Ein am S-konfigurierten Stereozentrum äquatorial orientierter Rest R2 würde stattdessen eine
C-N-Bindungsbildung von der β-Seite des Allyl-Kations und die Entstehung des cis-Isomers
bewirken. So kann auch gedeutet werden, warum die Acetoxymethyl-substituierten Substrate
die höhere trans-Selektivität aufweisen. Bei diesen ist der Substituent R1 raumfüllender,
verglichen mit Substraten der Ester-Reihe.
Die einheitliche Reaktivkonfiguration des Allyl-Kations kann ausgehend von den durch
Kreuzmetathese erhaltenen E/Z-Isomeren durch Rotation um C-C-Bindungen erreicht
werden. Am wahrscheinlichsten sind Rotationsvorgänge um C-C-Einfachbindungen. So kann
die Lewis-säureinduzierte OH--Abspaltung aus den Diastereomeren des Z-konfigurierten
Metatheseproduktes A je nach Rotationszustand der C-1-C-2-Bindung das cyclisierungsfähige
Allylkation C mit exo-ständigem R2 oder das in dieser Beziehung wahrscheinlich unreaktive
Kation B mit endo-R2 ergeben. Hierbei ist die absolute Konfiguration des Zentrums
unwichtig, an welchem sich die OH-Gruppe befindet; entscheidend ist die Konformation zum
32 Allgemeiner Teil
Zeitpunkt der Ionisierung. Die Kationen B und C stehen über A miteinander im
Gleichgewicht, C wird durch die Cyclisierungsreaktion verbraucht.
HO
R1
HN
PG
HN H
R1
PG
R2
OH
+BF3*Et2O
-F3BOH-
-Et2O
A
R2H
R1
HN
PG R2
R2
R1
HN
PG H
+
B (cyclisiert nicht) C (cyclisiert)
-H+
N
PG
R1R2
R1
HN
PG
E
R2
OH
HN R2
R1
PG
H
HN H
R1
PG
R2
+BF3*Et2O
-F3BOH-
-Et2O
+
FG
HN R2
R1
PG
HOH
HI
+F3BOH-
-"BF3"+F3BOH-
-"BF3"
Rotation
+BF3*Et2O
-F3BOH-
-Et2O
1
2
2
3
BC
Rotation
+BF3*Et2O
-F3BOH-
-Et2O
2
3
D
Schema 29. Gleichgewichte der gebildeten Allyl-Kationen
In analoger Weise kann die formale Umwandlung der E-Doppelbindung in die Z-Form
mechanistisch gedeutet werden. Auch die Allyl-Kationen F und G stehen miteinander über E
im Gleichgewicht. Während ausgehend von F über den umgelagerten Z-Allylalkohol H nach
Rotation um dessen C-2-C-3-Bindung ein weiterer Gleichgewichtspfad zum Kation B
existiert, kann das Kation G über den umgelagerten E-Allylalkohol I in das
cyclisierungsfähige Kation C umgewandelt werden. So könnte erklärt werden, wie aus
E/Z,lk/ul-Gemischen von A und E mit hohen Ausbeuten stereochemisch einheitliche
Cyclisierungsprodukte vom Typ D erhalten werden und die formale Umwandlung einer E- in
eine Z-Doppelbindung gelingt (Schema 29).
Mit langkettigen oder aromatischen Resten R2 scheinen diese Prozesse verlangsamt
abzulaufen, und von den Allyl-Kationen ausgehende Nebenreaktionen wie Eliminierungen
treten in größerem Maße auf. Es kann im Falle der Reaktionen mit mittleren Ausbeuten der
Azacyclen nicht ausgeschlossen werden, dass die Stereoisomere der Metatheseprodukte in
unterschiedlichem Ausmaß zur Bildung von Haupt- und Nebenprodukten beitragen.
Allgemeiner Teil 33
Die Bedeutung der Bildung des Allyl-Kations unter milden Bedingungen wird
unterstrichen durch das Ergebnis eines Cyclisierungsversuches mit einer katalytischen Menge
einer Brönsted-Säure. Hierfür wurden 61 und 78 in 0.02 molarer Lösung in siedendem 1,2-
Dichlorethan mit 5 mol % p-TsOH umgesetzt (bei Raumtemperatur trat keine Reaktion ein).
MeO2C
NHTroc OH
MeO2C
NHTroc
C8H17
OH
pTsOH, DCE
70°C
pTsOH, DCE
70°C
MeO2C
NHTroc
MeO2C
NHTroc
C7H15
O
TrocHN
O
+
61
78
90 91
92
Schema 30. Brönsted-Säure-induzierte Reaktionen der Metatheseprodukte
In beiden Fällen war das Edukt erst nach 4 Stunden vollständig umgesetzt. Die Roh-Spektren
wiesen keine Anzeichen für die Bildung von Azacyclen auf. Im Falle der Umsetzung von 61
deuteten Roh-Spektrum und GC-MS auf die Bildung ungefähr gleicher Mengen der isomeren
Diene 90 und des durch intramolekulare Umesterung enstandenen Lactons 91 hin. Aus dem
langkettigen Analogon 78 wurden ausschließlich die isomeren Diene 92 gebildet. Offenbar
erzeugt selbst eine stärkere Brönsted-Säure ein Allyl-Kation erst bei erhöhter Temperatur, bei
der der mit der Piperideinbildung konkurrierende Reaktionspfad der Eliminierung stark
beschleunigt ist. Die Entstehung des allylumgelagerten Lactons 91 repräsentiert wie die
Eliminierung einen zur Piperideinbildung alternativen Reaktionspfad.
2.3.7 Variation der Abgangsgruppe
Im Hinblick auf die Verwendung und Synthese von Vinylcarbinolen mit funktionalisierten
Resten in der Synthese von trans-2,6-dialkylierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridinen war es
interessant herauszufinden, ob im BF3·Et2O-induzierten Cyclisierungsschritt auch
Silyletherfunktionen anstelle der Hydroxylgruppe eingesetzt werden können. Silylether bieten
sich als temporäre Schutzgruppe während synthetischer Transformationen zur Konstruktion
von R2 an, die keine freie Alkoholfunktion tolerieren.
34 Allgemeiner Teil
MeO2C
NHTroc
NMeO2C
Troc
trans/cis=5:1
MeO2C
NHTroc OTBDMS
MeO2C
NHTroc OH
OTBDMS
OH
5 mol% 5
75°C, C6H6
3 mol% 4
45°C, CH2Cl2
BF3*Et2O
CH2Cl2, rt
BF3*Et2O
CH2Cl2, rt
94 67 %
61 80 %
90 %
90 %
49 47
68a,b
93
Schema 31. Verwendung einer TBDMS-Etherfunktion als Abgangsgruppe
Um dies zu testen, wählten wir Modellverbindung 49 und 3-tert-Butylsilanoxy-1-buten 93 als
Substrate. In der Kreuzmetathesereaktion zeigte sich ein signifikanter Reaktivitätsunterschied.
Während freie 1-Alken-3-ole unter Verwendung von 1.5 – 4 mol % des Ruthenium-
Katalysators 4 bei 40 – 50°C umgesetzt werden können, entsteht unter diesen Bedingungen
mit dem TBS-Ether 93 kaum Kreuzprodukt und kein TBS-Ether-Homo-Dimer. Durch die
Verwendung von 5 mol % des thermisch stabileren Katalysators 5 bei 75°C in Benzol konnte
dennoch das Kreuzmetatheseprodukt 94 als Diastereomerengemisch mit einer Ausbeute von
67 % erhalten werden. Der Rest der eingesetzten Aminkomponente 49 wurde dabei in ihr
Homo-Dimer überführt. Der höhere Anteil des gebildeten Amin-Homo-Dimers bei
Verwendung eines gleich großen Überschusses des TBS-allylethers im Vergleich zur
Umsetzung der freien Allylalkohole illustriert die unterschiedliche Reaktivität in der
Metathesereaktion.
Die Cyclisierung des TBS-geschützten Metatheseproduktes 94 zum Tetrahydropyridin 68a,b
erfolgte unter exakt den gleichen Bedingungen und genauso glatt wie ausgehend vom
ungeschützten Allylalkohol 61. Der Azacyclus 68a,b wurde nach wässriger Aufarbeitung und
chromatographischer Reinigung mit einer Ausbeute von 90 % hauptsächlich als trans-Epimer
68a (d.r. = 5:1) erhalten. In der Cyclisierungsreaktion macht es also keinen Unterschied, ob
der Alkohol oder der TBS-Ether eingesetzt wird. In der Kreuzmetathese werden Allyl-TBS-
Ether nur unter drastischeren Bedingungen und mit etwas geringeren Ausbeuten des
Kreuzproduktes umgesetzt. Dieser Nachteil kann jedoch im Einzelfall durch den Wegfall
eines separaten Entschützungsschrittes kompensiert werden. Ein Anwendungsbeispiel wird
im Abschnitt 2.5 gegeben.
Allgemeiner Teil 35
2.3.8 Epimerisierbarkeit des N-Troc-trans-6-Methyl-4-Pipecolsäuremethylesters 68a
Von gesättigten 2,6-disubstituierten Piperidinen ist bekannt, dass die cis-Diastereomere
thermodynamisch stabiler sind als die trans-Diastereomere. Dies lässt sich mit der günstigen
äquatorialen Orientierung beider Substituenten erklären und führt dazu, dass trans-Isomere
oder cis-trans-Gemische mit acidem H-2 oder H-6 durch Basen in das reine cis-Diastereomer
umgewandelt werden können. Im Falle von 2,6-disubstituierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridinen
ist die Geometrie des Sechsringes bedingt durch die Doppelbindung verändert und es liegen
nur noch pseudoäquatoriale oder pseudoaxiale Orientierungen vor. Durch den Wegfall
diaxialer Wechselwirkungen gegenüber den gesättigten Analoga sind pseudoaxiale
Orientierungen von Substituenten nicht so stark benachteiligt und auch der
Energieunterschied zwischen cis- und trans-Verbindungen verringert.
In einem Äquilibrierungsexperiment am Troc-geschützten 6-Methyl-4-
Pipecolsäuremethylester 68a sollte geklärt werden, ob auch cis-2,6-disubstituierte 1,2,5,6-
Tetrahydropyridine mit der von uns entwickelten modularen Synthesemethode zugänglich
sind.
NMeO2C
Troc
trans/cis=5:1
NMeO2C
Troc
+N
MeO2C
Troc
trans/cis=1:3
N
MeO2C
Troc
+
NaOMe, CD3OD
8 h; rt
68a 68b 68a 68b
Schema 32. Versuch zur basischen Äquilibrierung
Hierzu wurde der Methylester 68a,b als 5:1 trans/cis-Epimerengemisch in deuteriertem
Methanol mit 2 Äquivalenten Natriummethoxid bei Raumtemperatur umgesetzt und im NMR
beobachtet. Nach 8 Stunden kam die Reaktion bei einem konstanten trans/cis-Verhältnis von
1:3 zum Stillstand. Dieser Wert wurde nach Behandlung mit Wasser und Ether durch GC-
MS-Analyse bestätigt und spricht für einen relativ kleinen Energieunterschied zwischen trans-
und cis-Epimer unter den verwendeten Bedingungen.
36 Allgemeiner Teil
2.3.9 Stereoselektive Epoxidierung am Modellcyclus 68a
Die durch Kombination von CM und kationischer 6-endo-trig-Cyclisierung auf kurzem Weg
erhältlichen 2,6-trans-disubstituierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridine können als
Synthesebausteine auf dem Weg zu komplexeren Strukturen dienen. Hierfür war es von
Interesse festzustellen, ob die Doppelbindung mit einfachen Mitteln diastereoselektiv
funktionalisiert werden kann. Um von 2,6-disubstituierten trans-1,2,5,6-Tetrahydropyridinen
zu den analogen, am C-3 oxygenierten gesättigten Piperidinstrukturen zu gelangen, wie sie
u.a. von den Naturstoffen Deoxoprosopinin und Julifloridin repräsentiert werden, muss eine
diastereoselektive Epoxidierung mit einer regioselektiven Epoxidöffnung kombiniert werden.
NMeO2C
Troc
mCPBA, CH2Cl2
3 d, rt NMeO2C
Troc
O
91 %
LiAlH4, THF
reflux
71 %
N
Me
HO
OH
68a 95 96
Schema 33. Sequenz aus stereoselektiver Epoxidierung und regioselektiver Epoxidöffnung
Der N-Troc-geschützte 2-Methyl-pipecolinsäureester 68a,b wurde als
Diastereomerengemisch (trans:cis = 5:1) in Dichlormethan über drei Tage bei
Raumtemperatur mit zwei Äquivalenten m-Chlorperbenzoesäure umgesetzt. Das Rohprodukt
enthielt ein Hauptprodukt und zwei Nebenprodukte mit identischen Massenspektren in
geringem Ausmaß. Nach chromatographischer Reinigung konnte das Hauptisomer 95 in
einer Menge rein erhalten werden, die einem 91%-igem Umsatz des trans-Diastereomers des
Edukts 68a entspricht. Eine stereochemische Zuordnung mittels NMR-Spektroskopie war am
geschützten Epoxid nicht möglich. Wir entschieden uns dafür, Schutzgruppenabspaltung und
Epoxidöffnung in einfacher Weise zu kombinieren. Hierzu wurde das Epoxid 95 in THF mit 3
Äquivalenten Lithiumaluminiumhydrid erst bei Raumtemperatur, dann bei 70°C umgesetzt.
Nach chromatographischer Reinigung wurde das N-Methylaminodiol 96 mit 71 % Ausbeute
erhalten.
Allgemeiner Teil 37
H
N
H3C
OH
CH3
H
H
HH
H
OH
HNMe
Me
HO
OH
12
3
4
5
6
1α
2α
6α
gemessene NOEs zwischen
CH3-2α und H-3 : 1.0 %
CH3-2α und H-6 : 1.2 %
CH3-2α und H-4ax: 1.0 %
H-4ax und H-6 : 0.2 %
H-5ax und H-6α : 0.2 %
Abbildung 8. Aufklärung der relativen Konfiguration und Konformation von 96
Die 1H- und 13C-NMR-Spektren von 96 zeigen keinerlei Signalverbreiterung. Hieraus kann
auf das Vorliegen einer Vorzugskonformation geschlossen werden. Die an C-2 gebundene
Methylgruppe weist eine sehr kleine 13C-Verschiebung von 9.88 ppm auf, was auf eine anti-
diaxiale Orientierung bezüglich des freien Elektronenpaares am Stickstoff hindeutet. Nach
kompletter Zuordnung aller NMR-Signale durch Auswertung der COSY- und HMQC-
Spektren wurden charakteristische NOEs gemessen, die diese Annahmen bestätigten. Die
Methylgruppe an C-2 zeigt deutliche Signalverstärkungen mit H-6, H-3 und H-4ax. H-4ax
wiederum zeigt einen (schwächeren) NOE mit H-6, während H-3 keine weiteren NOEs
aufweist. Die Kopplungskonstante zwischen H-3 und H-2 wurde durch Entkopplung
bestimmt und entspricht mit 3.7 Hertz einem Diederwinkel von ca. 60°. Daraus kann auf die
96 zuzuschreibende in Abbildung 8 gezeigte Konfiguration und Konformation geschlossen
werden.
Die Stereoselektivität der Epoxidierung kann mit der sterischen Abschirmung einer
Seite der Doppelbindung durch die Methylgruppe am benachbarten C-2 erklärt werden.
Diese gewährleistet ebenfalls die Kontrolle der Regiochemie der Epoxidöffnung mit
Lithiumaluminiumhydrid. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, die trans-selektive
Synthesestrategie auch auf oxygenierte Piperidin-Zielstrukturen anzuwenden. Es sei an dieser
Stelle darauf hingewiesen, dass Hanessian et al. bei der Epoxidierung eines 7,8-
Dehydroindolizidins durch Angriff des Reagens´ von der sterisch ungünstigeren konkaven
Seite des anellierten Ringsystems aus stereoelektronischen Gründen die umgekehrte relative
Stereochemie zwischen Epoxidsauerstoff und dem benachbarten Brückenkopf-Stereozentrum
erhalten haben.75
38 Allgemeiner Teil
2.4 Anwendung auf die Totalsynthese von (+)-trans-Solenopsin A
2.4.1 Synthesekonzept
Mit den bisher dargelegten Ergebnissen steht ein Syntheseweg zur Verfügung, auf dem
ausgehend von chiralen Homoallylaminen enantiomerenreine trans-2,6-disubstituierte 1,2,5,6-
Tetrahydropyridine wie auch die analogen Dialkylpiperidine erhalten werden können. Dies
sollte durch die Darstellung des (nichtnatürlichen Enantiomers) (+)-trans-Solenopsin A 12
(vgl. Abschnitt 2.1.2) belegt werden.
N
H*HCl
nC11H23 NnC
11H23
Cbz
NHCbz
+
nC11H23
OH
(+)-12
101
(-)-99
103
Schema 34. Retrosynthese von (+)-trans-Solenopsin A
(+)-Trans-Solenopsin A kann entsprechend der Sequenz aus Kreuzmetathese und Lewis-
Säure-induzierter Cyclisierung retrosynthetisch auf das chirale Homoallylamin (-)-99 und das
racemische Vinylcarbinol 101 zurückgeführt werden.
2.4.2 Totalsynthese von (+)-trans-Solenopsin A
Chirale Homoallylamine sind aus chiralen terminalen Epoxiden leicht zugänglich. Für diese
Studie wurde das literaturbekannte, aus kommerziell recht preisgünstig erhältlichem (R)-
Methyloxiran 97 in 5 Stufen mit guten Ausbeuten darstellbare (S)-N-Cbz-1-Buten-3-amin
(-)-99 benutzt.71b Für das gewählte Zielmolekül (+)-12 empfiehlt sich die Verwendung der
Cbz-Schutzgruppe, da unter den Bedingungen ihrer hydrogenolytischen Abspaltung mit
H2/Pd/C auch die Doppelbindung in 103 hydriert wird. Das andere Metatheseedukt 101 wurde
durch Umsetzung von Dodecanal mit Vinylmagnesiumbromid in THF mit 80 % Ausbeute
erhalten (Schema 35).
Allgemeiner Teil 39
nC11H23
OH
C11H23
O
H
NHCbz
O
1.a) C2H3MgBr, Cu(COD)Cl
THF
b) TosCl, DMAP, CH2Cl2
2. NaN3, DMF N31. LiAlH4, Et2O
2. CbzCl, NEt3, THF
60 % 89 %
C2H3MgBr, THF
80%
97 (+)-98 (-)-99
100 101
Schema 35. Synthese der Kreuzmetathese-Edukte
Die Kreuzmetathese mit 1-Tetradecen-3-ol 101 unter den für die Modellverbindungen
verwendeten Bedingungen lieferte das Kreuzprodukt 102 mit 75 % Ausbeute als
Stereoisomerengemisch (Schema 36). Die BF3·Et2O-vermittelte Cyclisierung ergab
anschließend mit 58 % Ausbeute den Solenopsinvorläufer (+)-103 als reines trans-
Diastereomer. Dieses wurde anschließend in Methanol gelöst und mit Wasserstoff unter
Normaldruck in Anwesenheit von 5 mol % Pd/C hydriert. Nach Filtration über Celite wurde
methanolische HCl zugesetzt und nach Abdampfen des Lösungsmittels das Hydrochlorid von
(+)-Solenopsin A in Form weisser Kristalle in 96 % Ausbeute erhalten. Die
spektroskopischen Daten stimmen mit Literaturwerten überein, Schmelzpunkt (147-149°C)
und Betrag des Drehwertes (+8.2°; c=0.5; CHCl3) stimmen mit den für das natürliche
Enantiomer berichteten Werten überein.76
NHCbz
+
nC11H23
OH
4 mol % 4
CH2Cl2
40-50°C
NHCbz
nC11H23
OH BF3*Et2O,
CH2Cl2
rt
75% 58%
NnC
11H23
Cbz
1.H2/Pd/C
MeOH
N
H*HClnC11H23
2.HCl/MeOH
96 %
(-)-99
101
102 (+)-103
(+)-12
Schema 36. Vollendung der Synthese von (+)-Solenopsin A
Die (+)-Solenopsin-Gesamtausbeute ausgehend von (R)-Methyloxiran beträgt 22 % über 8
Stufen. Verglichen mit bekannten asymmetrischen Synthesewegen ist das kurz und
effektiv.36c,39,43,76 Da das erhaltene (+)-Solenopsin praktisch enantiomerenrein ist, kann davon
ausgegangen werden, dass die lewissäurevermittelte Cyclisierungsreaktion wie auch die
Kreuzmetathese bezüglich des eingesetzten chiralen Homoallylamins praktisch
40 Allgemeiner Teil
racemisierungsfrei verlaufen und die vorgestellte Reaktionssequenz brauchbar für die
Synthese enantiomerenreiner Zielverbindungen ist.
2.5 Anwendung auf die Synthese von Indolizidin-Alkaloiden
2.5.1 Asymmetrische Synthese von 3,5-Dialkylindolizidinen
Als Familie der Izidine bezeichnet man anellierte bicyclische tertiäre Amine mit dem
Stickstoffatom als einem Brückenkopf. Man unterscheidet Chinolizidine, bestehend aus zwei
Sechsringen, Pyrrolizidine, bestehend aus zwei 5-Ringen und Indolizidine, welche aus einem
6-Ring und einem 5-Ring bestehen. Auch weil viele dieser Alkaloide hohe biologische
Aktivität besitzen, ist die Synthese dieser Strukturen mit den verschiedensten
Substitutionsmustern von anhaltend großem Interesse und Thema vieler Übersichtsartikel.77
Im folgenden wird wie in der Literatur üblich für die Nummerierung von Substituenten und
die Unterscheidung der Diastereomere stets die Indolizidin-Nomenklatur verwendet.
Die meisten bekannten stereoselektiven Synthesen von 3,5-Dialkylindolizidinen bedienen
sich sequenzieller Cyclisierungsreaktionen von 1,4,9-trifunktionalen Verbindungen. Häufigste
Cyclisierungsreaktion ist die intramolekulare reduktive Aminierung. Alternative Ansätze
verwenden z.B. Radikalcyclisierungen, Cycloadditionen und nukleophile
Substitutionsreaktionen.77
N
R1
R2
NR1
R2
NR1
R2
+
+
3
59
Schema 37. cyclische Iminiumionen als Vorstufen für 3,5-Dialkylindolizidine
In einigen Fällen werden stereoselektiv hergestellte 2,5-Dialkylpyrrolidine als
Zwischenstufen durchlaufen, an die der Piperidinring nach N-Entschützung durch
Enaminbildung und dessen heterogen katalysierte Hydrierung anelliert wird. In einer
asymmetrischen Variante kam Prolin als chiral-pool-Vorläufer zum Einsatz.78a Die
Konfiguration des disubstituierten Piperidinringes stellt sich im letzten Reduktionsschritt in
Abhängigkeit von der Art der Substituenten der Pyrrolidineinheit und je nach
Reduktionsmittel variierend ein. An cis- wie auch trans-substituierte Pyrrolidine wurden auf
diese Weise alkylsubstituierte cis-Piperidineinheiten anelliert und so (5Z,9Z)- wie auch
Allgemeiner Teil 41
(5E,9E)-3,5-Dialkylindolizidine erhalten.78 Abweichend davon erhielten Lhommet et al. mit
R2 = Methylester aus einem trans-disubstituierten Pyrollidin unter identischen Bedingungen
vorwiegend das (5Z,9E)-Diastereomer mit trans-substituierter Piperidineinheit.78b
Auch für den anderen möglichen Anellierungsweg über ein 2,6-Dialkylpiperidin und
nachfolgende intramolekulare reduktive Aminierung gibt es Beispiele. Cis-disubstituierte
Piperidine ergaben dabei cis:trans-Selektivitäten von 5:1 bis 7:1 für den Substiuenten an C-
3.79 Ein neueres Beispiel hierfür ist die Synthese von Monomorin 1 von Blechert und Randl,
wo ausgehend von einem chiralen Cbz-geschützten 2-Amino-4-en-6,9-dion unter den
Bedingungen der Pd/C-katalysierten Hydrierung 6 Reaktionsschritte in Folge ablaufen.71b
2.5.2 Synthesekonzept für 3,5-Dialkylindolizidine mit trans-Piperidin-Einheit
Für eine Anellierung des 5-Ringes an eine chirale trans-2,6-disubstituierte
Piperidineinheit durch reduktive Aminierung gibt es bislang nach unserem besten Wissen
bislang kein Beispiel. Nach dem Aufbau des als Vorläufer dienenden chiralen trans-2,6-
disubstituierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridins durch Kombination von CM und kationischer
Cyclisierung sollte es möglich sein, diesen Weg zu beschreiten.
N
CH3R
NCbz
CH3
O
RR
NHCbz OX
O
reduktive
Cyclisierung kationische
Cyclisierung
H
NHCbz
R
OX
O
+
Ru-katalysierte
Kreuzmetathese
X = H, TBDMS
108 R = nHex, X = TBDMS
13 R = nHex
99
109 R = nHex
X = H, TBDMS
107 R = nHex, X = TBDMS
108
Schema 38. 3,5-Dialkylindolizidine durch Sequenz aus CM/kationischer Cyclisierung/reduktiver
Anellierung
Neben einem chiralen geschützten Homoallylamin musste hierfür ein γ-Keto-vinylcarbinol in
die Kreuzmetathesereaktion eingesetzt werden (Schema 38). Auf eine Schützung der Keton-
42 Allgemeiner Teil
Funktion sollte hierbei verzichtet werden können und auch eine separate Entschützung des
TBS-Ethers sollte unnötig sein, da anstelle der freien Alkohole genausogut auch TBS-Ether in
die saure Cyclisierung eingesetzt werden können.
NNN
13a (5Z,9Z) 13b (5E,9E) 13c (5Z,9E)
HHH
Abbildung 9. Natürlich vorkommende Stereoisomere von 3-Hexyl-5-methylindolizidin 12
Wir entschieden uns für die in solenopsis-Feuerameisen vorkommenden 3-Hexyl-5-
Methylindolizidine 13 als Syntheseziel. Drei der acht Stereoisomere dieser Verbindung
wurden in Ameisenarten dieser Gattung nachgewiesen (Abb. 9).35e,f Interessant ist, dass die
natürlich vorkommenden Stereoisomere 13a-c über ein gleich konfiguriertes C-9-
Stereozentrum verfügen und sie sich bezüglich der Konfigurationen von C-3 und C-5
unterscheiden. Über asymmetrische Totalsynthesen dieser Substanzen wurde bislang nicht
berichtet.
2.5.3 Totalsynthese von (-)-(5Z,9E)-3-Hexyl-5-methylindolizidin
Die in die Kreuzmetathese mit dem chiralen Homoallylamin 99 einzusetzende 1,4-
difunktionale Verbindung 107 wurde ausgehend von γ-Butyrolacton in 5 Stufen synthetisiert.
OON
O
ON
O
O
OTBDMS
N
O
O
OTBDMS
1.MeO(Me)NH2Cl,
Me2AlCl, CH2Cl2
2.PCC, CH2Cl2
1.Vinyl-MgBr, THF
2.TBDMSCl,Imidazol,
DMAP, CH2Cl2
65 % 79 %
nHexLi, THF
89 % Hex
O
OTBDMS
O
104 105 106
106 107
Schema 39. Synthese des γ-Keto-allylethers 107
Allgemeiner Teil 43
Die von Shishido et al. beschriebene Sequenz aus Me2AlCl-vermittelter Lactonöffnung mit
N,O-Dimethylhydroxylamin zum Weinreb-Amid und Oxidation mit PCC in DCM lieferte den
Aldehyd 105,80 welcher nach Filtration über Florisil ohne weitere Reinigung in THF mit
Vinylmagnesiumbromid umgesetzt wurde. Der entstandene Allylalkohol wurde mit
TBDMSCl in DCM in Gegenwart von Imidazol und katalytischen Mengen DMAP geschützt,
wobei das γ-funktionalisierte Weinreb-Amid 106 erhalten wurde.
Die nachfolgende Umsetzung von 106 mit Hexyllithium in THF ergab den γ-Keto-allylether
107 in 89 % Ausbeute bzw. 46 % Gesamtausbeute ausgehend von γ-Butyrolacton über fünf
Stufen. Das andere Metathese-Edukt 99 wurde bereits für die Solenopsin-Synthese verwendet
(s. Abschn. 2.4.2; Schema 35) und aus R-Methyloxiran entsprechend der Prozedur von
Blechert und Randl hergestellt.71b
NHCbz
Hex
O
OTBDMS
+
5 mol % 5
C6H6, 75 °C
60% Hex
O
OTBDMSNHCbz
99 107 108
Schema 40. Synthese des Cyclisierungsvorläufers 108 durch Ru-vermittelte CM
Die Kreuzmetathesereaktion ergab das Produkt 108 in einer mäßigen Ausbeute von 60 %.
Hierfür war die Verwendung von zwei Äquivalenten des Silylethers 107 sowie 5 mol % des
Katalysators 5 in Benzol bei 75 °C nötig. Die Verwendung des Grubbs-Katalysators der
zweiten Generation 4 oder die Reaktionsführung mit 5 in DCM bei 45°C ergab noch
geringere Ausbeuten. Grund hierfür ist die recht geringe Reaktivität des γ-Keto-Silylethers
107 gegenüber Metathesekatalysatoren im Vergleich zu z.B. 1-Buten-3-ol. Dies ist auch daran
zu erkennen, dass die Homo-Dimerisierung von 107 im (via DC) sichtbaren Ausmaß erst nach
dem kompletten Umsatz der Aminkomponente 99 einsetzte. Neben dem Kreuzprodukt
entstanden auch 30 % Amin-Homo-Dimer.
44 Allgemeiner Teil
Hex
O
OTBDMSNHCbz BF3*Et2O,
CH2Cl2
NCbz
CH3
O
nHex
N
CH3nHex
H
H2, Pd/C
MeOH
97% trans/cis=10:1
N
CH3nHex
H
N
CH3nHex
H
13c 13d 13a
(5Z,9E)-Isomer (5E,9Z)-Isomer (5Z,9Z)-Isomer
58% 29% 9%
++
108 109a,b
Schema 41. Sequenz aus kationischer und reduktiver Cyclisierung ausgehend von 108
Die Behandlung des Kreuzmetatheseproduktes 108 mit 1.5 Äquivalenten BF3·Et2O in 0.03-
molarer Lösung in Dichlormethan ergab mit einer trans-Selektivität von 10:1 das N-
geschützte 6-Methyl-2-(γ-Oxoalkyl)-substituierte 1,2,5,6-Tetrahydropyridin 109a,b mit einer
hervorragenden Ausbeute von 97 %. Typische Nebenprodukte der analogen Cyclisierungen
freier Alkohole mit längeren Alkylketten (vgl. Abschn. 2.3.5) wurden hierbei überhaupt nicht
gebildet. Nach einfacher wässriger Aufarbeitung und Entfernung des Lösungsmittels und des
als Nebenprodukt gebildeten Bis-TBDMS-ethers im Vakuum war 109a,b auch ohne
Chromatographie analysenrein. Diese Vebindung wurde in Methanol gelöst und unter einer
Wasserstoffatmosphäre bei Normaldruck und Raumtemperatur unter Verwendung von 5 mol
% Pd/C (10%) 36 h hydriert. Nach Filtration über Celite und Chromatographie mit
Hexan/Chloroform an neutralem Aluminiumoxid der Aktivitätsstufe 3 wurden 2 Fraktionen
erhalten. Die zuerst eluierende enthielt ein 2,5:1-Gemisch der Stereoisomere 13d und 13a mit
einer kombinierten Ausbeute von 38 %, die zweite Fraktion enthielt das reine Diastereomer
123 mit 58 % Ausbeute.
Die 5-Ring-Anellierung durch reduktive Aminierung aus dem trans-Piperidein 109a ist also
mit einer Selektivität von 2:1 (13c : 13d) verlaufen. Der Drehwert des Naturstoffs 13c war
bislang unbekannt und wurde am Produkt zu α = -27,0° (c=1; CHCl3) bestimmt.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die zu trans-2,6-disubstituierten 1,2,5,6-
Tetrahydropyridinen führende Synthesesequenz aus Kreuzmetathese und kationischer
Cyclisierung auch auf die asymmetrische Synthese von 3,5-Dialkylindolizidinen angewendet
Allgemeiner Teil 45
werden kann. Die für den reduktiven Anellierungsschritt des 5-Ringes an den 6-Ring nötige γ-
Ketofunktion der Seitenkette kann dabei ungeschützt in die vorgelagerten Reaktionsschritte
der Kreuzmetathese und sauren Cyclisierung eingebracht werden. Die hohe Ausbeute im
Cyclisierungsschritt im Vergleich zu Reaktionen mit unfunktionalisierten langkettigen Resten
(vgl. Abschnitt 2.3.5) deutet auf eine stabilisierende Mitwirkung der Ketofunktion hin.
Der Naturstoff (-)(5Z,9E)-3-Hexyl-5-methylindolizidin 13c wurde ausgehend von (R)-
Methyloxiran in 8 Stufen mit einer Gesamtausbeute von 18 % erhalten. Trotz der geringen
Diastereoselektivität der abschließenden Hydrierung ist dies verglichen mit bekannten
Verfahren eine kurze und effiziente Synthese, die offen für Variationen der Piperidineinheit
ist.
2.6 Grenzen der Methode: Studien zur Totalsynthese von (-)-Deoxoprosopinin
2.6.1 Synthesekonzept
Der Naturstoff Deoxoprosopinin wurde aus verschiedenen Pflanzen der Gattung Lobelia
isoliert und gehört zu den oxygenierten gesättigten Piperidin-Alkaloiden.34d,e Seine Struktur
ist die eines 2,6-trans-disubstituierten Piperidin-3-ols mit einer C12-Seitenkette in Position 6
und einer Hydroxymethylgruppe in Position 2. Retrosynthetisch kann die Hydroxyfunktion in
Position 3 auf eine Doppelbindung zurückgeführt werden (s. Abschn. 2.3.9).
N
H
HO
C12H25 NC
12H25
Troc
HO HO
OH
OH
+
C12H25
NHTroc
(-)-Deoxoprosopinin
110
111
112
Schema 42. Retrosynthese für (-)-Deoxoprosopinin
Somit stellte sich die Frage, ob das 3-Hydroxymethyl-substituierte Zwischenprodukt 112
durch die trans-selektive Synthesesequenz aus Kreuzmetathese und BF3·Et2O-induzierter
Cyclisierung dargestellt werden kann. Um dies zu testen, wurde ausgehend vom N-Troc-C-
Allylglycinmethylester 49 eine Modellstudie mit Erythrol und verschiedenen Derivaten als
Kreuzmetathesepartner unternommen.
46 Allgemeiner Teil
2.6.2 Modellstudie mit But-3-en-1,2-diolderivaten
5 mol% 4
CH2Cl2, 45°C
< 10 %
MeO2C
NHTroc
OH
OH
+MeO2C
NHTroc OH
OH OH
OH
OH
HO
+
49 110 113 114
Schema 43. Versuch der CM mit 110
Erythrol (But-3-en-1,2-diol 110) selbst ließ sich trotz Verwendung eines Überschusses nicht
in der Kreuzmetathesereaktion mit 49 umsetzen. Mit 5 mol % 4 bei 45 °C in Dichlormethan
kam es beinahe sofort zur kristallinen Abscheidung des Erythrol-Homo-Dimers. Nach 18
Stunden wurde die Zusammensetzung des Reaktionsgemisches durch Roh-NMR bestimmt.
Neben dem Edukt 49 und beiden Homo-Dimeren konnten nur sehr geringe Anzeichen für die
Bildung des Kreuzproduktes 113 ausgemacht werden. Auch andere Metathesekatalysatoren,
Temperaturerhöhung auf 80 °C und die Verwendung von Benzol als Lösungsmittel brachten
kein anderes Ergebnis.
Somit wendeten wir uns Derivaten des Erythrols zu, bei denen die primäre OH-Funktion
verestert bzw. selbst in eine Esterfunktion umgewandelt ist.
4 mol% 4
CH2Cl2, 45°C
R1
NHPG
R2
OH
+R1
NHPG OH
OR2
49:R1=-CO2Me; PG=Troc
85:R1=-CH2OAc; PG=Troc
99:R1=-CH3; PG=Cbz
115:R2=-OPiv
118:R2=-OAc
124:R2=-CO2Me
116: R1=-CO2Me; PG=Troc; R2=-OPiv; (75 %)a
119: R1=-CO2Me; PG=Troc; R2=-OAc; (67 %)a
121: R1=-CH2OAc; PG=Troc; R2=-OAc; (63 %)a
122: R1=-CH3; PG=Cbz; R2=-OAc; (69 %)a
125: R1=-CO2Me; PG=Troc; R2=-CO2Me;(80 %)a
[a] isolie
r
te Ausbeuten
(2 eq)
Schema 44. Kreuzmetathesen mit Erythrol-Derivaten
Die durch 4 katalysierten Kreuzmetathesereaktionen von Homoallylaminen mit den Erythrol-
Derivaten 115, 118 und 124 führten in allen Fällen unter gleichen Bedingungen zur Bildung
der Metatheseprodukte als Diastereomerengemische. Die Reaktionen von 49 mit dem
Pivalinsäureester 11581 und dem 2-Hydroxy-vinylacetat 12482a ergaben die höchsten
Ausbeuten der Kreuzprodukte.
Allgemeiner Teil 47
Die Umsetzung der Erythrolester-Metatheseprodukte mit BF3·Et2O führte selbst bei
Verwendung eines dreifachen Reagens-Überschusses zu einer deutlich langsameren Reaktion
als mit Vinylcarbinol-Metatheseprodukten erfolgt (s. Abschn. 2.3). Erst nach 3-8 Stunden
waren die Allylalkohole umgesetzt. Im Falle der Umsetzung des α-Hydroxyesters 125 blieb
jegliche Reaktion aus.
BF3*Et2O,
CH2Cl2, rt
OOPiv
TrocHN
O
Gemisch;
Hauptprodukt:
117
NO
OAc
OBn cis/trans =
1.8:1
123
A: BF3*Et2O,
CH2Cl2, rt
OOAc
TrocHN
O
oder
B: cat. pTsOH
DCE, 70°C
Weg A: 25 %
Weg B: 85 %
cis/trans = 2:1
120
116
Gemisch;
Hauptprodukt: Gemisch;
Hauptprodukt:
BF3*Et2O,
CH2Cl2, rt
119 122
Schema 45. Bevorzugte O-Cyclisierung ausgehend von 116, 119 und 122
In keiner Umsetzung wurde ein Tetrahydropyridin gebildet. Die langsamen BF3·Et2O-
induzierten Reaktionen führten zu Produktgemischen. In den angegebenen Fällen (Schema
45) lieferten die NMR-Spektren der Rohprodukte starke Indizien für die Bildung der
dargestellten O-Cyclisierungsprodukte. Wurde vom Allylglycinderivat 49 ausgegangen, so
entstanden bevorzugt allylumgelagerte 5-Ring-Lactone (117 und 120). War der Umesterungs-
Reaktionspfad versperrt, wie im Falle der Reaktion ausgehend vom Amin 99, so erfolgte
vermutlich eine Reaktion unter Beteiligung der Carbamat-Carbonylgruppe. Die alternative
Behandlung des Metatheseproduktes 119 mit 5 mol % pTsOH in 1,2-Dichlorethan bei 70 °C
ergab nach 4 Stunden eine recht saubere Umsetzung (ca. 85 %) zum Lacton 120.
Nachdem offenkettige Erythrol-Syntheseäquivalente nicht zu Tetrahydropyridinen
umgesetzt werden konnten, wurde das Verhalten cyclischer Erythrol-Derivate untersucht.
Naheliegend ist die Verwendung eines Epoxids als Vorläufer eines Allyl-Kations.
Kreuzmetathesen mit Vinyloxiran 126 wurden bereits von Grubbs et al. beschrieben.10f
48 Allgemeiner Teil
+
A: BF3*Et2O,
CH2Cl2
oder
B: H+/Et2O
oder
C:
5 mol% 4,
CH2Cl2, 45 °C
49 % komplexes
Gemisch
O
+
BF3*Et2O,
CH2Cl2
4 mol% 5,
CH2Cl2, 45 °C
68 %
komplexes
Gemisch
OO
NHTrocMeO2C
OH
BF3*Et2O,
CH2Cl2komplexes
Gemisch
HCl/MeOH;
quant.
OH
49 126 127
49
128 129
113
MeO2C
NHTroc (6 eq)
MeO2C
NHTroc O
OO
MeO2C
NHTroc
Schema 46. CM und Cyclisierungs-Versuche ausgehend von cyclischen Erythrol-Derivaten
Problematisch sind die hohe Selbstdimerisierungstendenz und die hohe Flüchtigkeit dieses
Substrates. Im Falle der Umsetzung mit dem Allylglycinderivat 49 konnte das Kreuzprodukt
127 selbst unter optimierten Bedingungen, deren wichtigste die sequentielle Zugabe von 6
Äquivalenten Vinyloxiran über 5 Stunden ist, nur mit einer Ausbeute von 49 % nach
chromatographischer Reinigung erhalten werden. Alle Versuche der Umsetzung von 127 zu
einem Tetrahydropyridin - ob durch Behandlung mit BF3·Et2O sowohl bei RT als auch bei -
78°C, durch die Behandlung mit katalytischen Mengen H2SO4 oder einfaches Erwärmen in
Toluol - führten zu komplexen Stoffgemischen und nicht zum Erfolg.
Im Gegensatz zu Vinyloxiran lässt sich das Erythrol-Acetonid 12882b,c problemlos mit 49 in
einer Kreuzmetathesereaktion umsetzen. Die Umsetzung des Kreuzproduktes 129 mit
BF3·Et2O sowohl bei Raumtemperatur als auch bei -78 °C führte zu einem
dünnschichtchromatographisch scheinbar einheitlichen Produkt. Dieses erwies sich jedoch
nach NMR- und MS-Analyse als Vielstoffgemisch, welches weder Tetrahydropyridine noch
intramolekulare Umesterungsprodukte enthielt. Mit Brönsted-Säuren in aprotischen Medien
trat keine Reaktion von 129 ein. In protischen Medien wurde Diol 113 gebildet, welches
direkt durch Kreuzmetathese nicht darstellbar ist (vgl. Schema 43). Wurde das Diol 113 mit
BF3·Et2O behandelt, so führte dies zur Bildung eines Vielstoffgemisches mit gleichem 1H-
NMR-Spektrum wie ausgehend von 129.
An dieser Stelle sollen einige Schlussfolgerungen gezogen werden. Die Anwesenheit
eines Sauerstoffsubstituenten in der Nachbarposition der allylischen Alkoholfunktion wie bei
den erwähnten Erythrolderivaten unterdrückt die Bildung von Tetrahydropyridinen und
fördert die Bildung allylumgelagerter Produkte. Denkbar ist, dass ein Nachbargruppeneffekt
Allgemeiner Teil 49
die Reaktivität gegenüber dem schwach nukleophilen Stickstoff senkt. Denkbar ist auch, dass
diese Wechselwirkung die Geometrie des Übergangszustandes verändert und so die Bildung
allylumgelagerter Produkte fördert.
Befindet sich in der Nachbarposition zur Allylalkoholfunktion ein Akzeptor, wie die
Estergruppe in 124, dann scheint dieser ein konjugiertes Allylkation so stark zu
destabilisieren, dass es sich unter den verwendeten Bedingungen nicht bildet. Was genau bei
der BF3·Et2O-Behandlung des Epoxids 126 wie auch des Acetonids 128 und des Diols 113
passiert ist, konnte nicht geklärt werden. Vermutlich sind schnelle Umlagerungsprozesse
unter Bildung einer But-2-en-1,4-diol-artigen Struktur beteiligt. Diese
Doppelbindungswanderung eröffnet den Weg zu zwei regioisomeren Allyl-Kationen und der
Möglichkeit der intramolekularen Reaktion mit Nukleophilen (Stickstoff, Ester-Sauerstoff,
Carbamat-Sauerstoff) an vier Kohlenstoffatomen.
2.7 Studien zu analogen Sequenzen aus Kreuzmetathese und 5-endo-trig-Cyclisierung
2.7.1 Synthesekonzept
Nach der erfolgreichen Synthese trans-2,6-disubstituierter 1,2,5,6-Tetrahydropyridine
interessierten wir uns dafür, ob ein analoges Vorgehen ausgehend von geeigneten N-
geschützten Allylaminderivaten einen stereoselektiven Zugang zu 2,5-disubstituierten 2,5-
Dihydropyrrolen eröffnet.
N
R1R2
PG
R1
NHPG
R1
NHPG
R2
OH R2
OH
+
?Kreuzme-
tathese
Schema 47. Sind Dialkylpyrroline aus Allylaminen zugänglich ?
Im Gegensatz zum 6-endo-trig-Prozesss gilt der dafür nötige 5-endo-trig-Ringschluss nach
den Baldwin-Regeln als benachteiligt. Allerdings gab es in der Vergangenheit einige Berichte
über gelungene 5-endo-trig-Cyclisierungsversuche.83
50 Allgemeiner Teil
2.7.2 Modellstudie mit Vinylglycinderivaten
Wir entschieden uns analog unserer Synthese trans-2,6-disubstituierter 1,2,5,6-
Tetrahydropyridine für Vinylglycin-Derivate als Startmaterial. Der günstigste Zugang zu
diesem Strukturmotiv geht von (Z)-2-Buten-1,4-diol aus.
OH OH OO
H2N CCl3
HO
NHCOCCl3
AcO
NHCOCCl3
CCl3CN
3mol% Na
70 °C
180 °C
Ph-tBu
Ac2O, Py
CH2Cl2
52% (2Stufen) 90 %
130 131 132 133
Schema 48. Synthese von Vinylglycinolderivaten durch Trichloracetimidat-Umlagerung
(Z)-2-Buten-1,4-diol 130 wurde entsprechend der Prozedur von Vyas et al. in Gegenwart
katalytischer Mengen Natrium mit Trichloracetonitril zum Dioxepin 131 umgesetzt.84 Dieses
steht mit dem acyclischen Trichloracetimidat im Gleichgewicht und wurde anschließend bei
180 °C in einer thermischen Aza-Claisen-Umlagerung zum N-Trichloracetylvinylglycinol 132
umgesetzt. Nach Acetylierung wurde das Acetat 133 erhalten.
HO
NHCOCCl3
HO2C
NH3Cl
1. CrO3/H2SO4
2. 6N HCl
100°C
55 %
1. MeOH/H+
2. Troc-Cl, Py
CH2Cl2
MeO2C
NHTroc
59 %
136 137 138
Schema 49. Darstellung von 138 aus dem Umlagerungsprodukt 136
Der erwähnten Vorschrift folgend, wurde das N-Trichloracetylvinylglycinol 136 mit Jones´
Reagens zur Säure oxidiert und anschließend mit Salzsäure durch Schutzgruppenabspaltung
in das Vinylglycin-Hydrochlorid 137 überführt.84 Nachfolgende Veresterung und Troc-
Schützung ergab Verbindung 138 mit einer Ausbeute von 59 %.
Die Darstellung von 142 aus dem analogen Methylester 138 durch Reduktion erschien uns
unvorteilhaft, da mit im Vergleich zur homologen Verbindung 49 reduzierten Ausbeuten
aufgrund der Isomerisierungsanfälligkeit zu rechnen war und auch die Synthese von 138 eher
aufwändig ist. Vom Umlagerungsprodukt 136 auszugehen erschien uns als die bessere Wahl.
Die literaturbeschriebene saure Entschützung85 schlug in unseren Händen fehl und resultierte
in der Bildung einer dunkelgefärbten Polymermasse.
Allgemeiner Teil 51
HO
NHCOCCl3
1. 1N NaOH
H2O/MeOH 3:1
60 °C
2. Troc-Cl
H2O/CH2Cl2
NaHCO3 (s)
HO
NHTroc
Ac2O/Pyridin
CH2Cl2AcO
NHTroc
50 % (über 3 Schritte)136 141 142
Schema 50. Synthese des N-Troc-vinylglycinolacetats 142
Die basische Entschützung mit warmer wässrig-methanolischer Natronlauge funktionierte
dafür zufriedenstellend. Da das hoch wasserlösliche Vinylglycinol aus diesem Medium
schwer isolierbar ist, wurde die nachfolgende Troc-Schützung der Aminfunktion nach
Entfernung eines Großteils des Methanols am Rotationsverdampfer dreiphasig in einer schnell
gerührten Wasser-Dichlormethan-Suspension in Gegenwart von festem NaHCO3
durchgeführt. Dabei sammelte sich das Reaktionsprodukt 141 in der organischen Phase,
welches nach der Aufarbeitung als Rohprodukt mit Acetanhydrid/Pyridin in Dichlormethan
zum Metathesevorläufer 142 umgesetzt wurde.
Die Kreuzmetathesen der Vinylglycin-Derivate mit But-3-en-2-ol lieferten unter Verwendung
von 4-5 mol % des Katalysators 4 die Metatheseprodukte als lk/ul-Gemische mit
ausschließlich E-konfigurierter Doppelbindung.
R
NHPG
R
NHPG
OH
OH
+4-5mol% 4
CH2Cl2, 45°C
71 %
133:R=-CH2OAc; PG=-COCCl3
138:R=-CO2Me; PG=Troc
142:R=-CH2OAc; PG=Troc
47 134:R=-CH2OAc; PG=-COCCl3 (71 %)a
139:R=-CO2Me; PG=Troc (80 %)a
143:R=-CH2OAc; PG=Troc (71 %)a
[a] isolie
r
te
A
usbeuten
Schema 51. Versuche ausgehend von 133
Wurden die erhaltenen Metatheseprodukte mit 3 Äquivalenten BF3·Et2O behandelt, so trat
eine sehr langsame, zu Produktgemischen führende Reaktion ein. Nach 18 Stunden waren in
allen Reaktionsgemischen noch Edukt-Reste vorhanden. Die nach wässriger Aufarbeitung
erhaltenen Rohprodukte wurden NMR-spektroskopisch und mittels GC-MS analysiert.
52 Allgemeiner Teil
BF3*Et2O
CH2Cl2, rt AcO
NHTroc
N
O
AcO O CCl3
Gemisch;
Hauptkomponenten:
144 (ca. 25 %) 145 (ca. 15 %)
+
143
BF3*Et2O
CH2Cl2, rt O
TrocHN
Ocis/trans=1.7:1
140 (40 %)
139
Schema 52. Versuche ausgehend von 138
Während bei der Reaktion des Trichloracetyl-geschützten Metatheseproduktes 133 nur
Eliminierungsprodukte im Rohprodukt identifiziert werden konnten, kam es im Falle der
Troc-geschützten Substrate auch zur Bildung O-cyclisierter Produkte. Aus dem
Vinylglycinester-Derivat 139 wurde das Enlacton 140 als Hauptprodukt gebildet, welches
anschließend gereinigt und voll charakterisiert wurde. Im Falle der Umsetzung des
Vinylglycinol-Derivates 143 entstanden das allylumgelagerte Oxazolin 144 und das
Eliminierungsprodukt 145.
Für die Bildung eines 2,5-Dialkyl-2,5-dihydropyrrols gab es keinerlei Anzeichen.
2.7.3 Diskussion
Kreuzmetatheseprodukte von Vinylglycinester- und Vinylglycinol-Derivaten mit N-Troc-
oder N-Trichloracetylschutzgruppen mit Buten-3-ol als Kreuzpartner wurden mit guten
Ausbeuten und mit hoher E-Selektivität erhalten. Diese Stereoselektivität wurde auch bei
anderen Kreuzmetathesen mit Vinylglycin-Derivaten beobachtet.20d
Die Erzeugung von Allyl-Kationen gelang durch Behandlung mit Bortrifluorid-Etherat. In
keinem Falle kam es jedoch zu einer Umsetzung zu 2,5-Dialkyl-2,5-dihydropyrrolen. Von den
Vinylglycin-Derivat-abgeleiteten Metatheseprodukten führen unter sauren Bedingungen
mehrere alternative Reaktionspfade zu Produkten der Ringgrößen 5 und 6 oder offenkettigen
Produkten, gegenüber denen die 5-endo-trig-Cyclisierung benachteiligt ist.
Die Bildung des Enlactons 140 zeigt, dass die Umwandlung einer acyclischen E-
konfigurierten Doppelbindung in eine cyclische Doppelbindung durch einen kationischen
Prozess prinzipiell auch mit Allylaminen ablaufen kann.
Allgemeiner Teil 53
2.8 Zusammenfassung
Im Abschnitt 2 der vorliegenden Arbeit wird gezeigt, wie die Kreuzmetathese in kurzen und
effektiven diastereoselektiven Synthesen trans-2,6-disubstituierter 1,2,5,6-Tetrahydropyridine
ausgehend von Homoallylamin-Derivaten eingesetzt werden kann. Die zuvor in unserem
Arbeitskreis entwickelte Methodologie der Verknüpfung von Kreuzmetathese mit Enonen
und reduktiver Cyclisierung,71 die zu cis-substituierten Piperidinen führt, wird erweitert durch
die Methode zur trans-selektiven Darstellung von 2,6-disubstituierten 1,2,5,6-
Tetrahydropyridinen.
Hierbei werden Homoallylamin-Derivate mit Vinylcarbinolen in einer Kreuzmetathese
umgesetzt. Die als E/Z,lk/ul-Diastereomerengemische erhaltenen Metatheseprodukte werden
anschließend durch Behandlung mit BF3·Et2O in einem stereokonvergenten, kationischen 6-
endo-trig-Prozess cyclisiert. Das Stereozentrum des Homoallylamin-Derivats kontrolliert
diesen Prozess. Die Methode wurde angewendet auf die Synthese nichtnatürlicher
Pipecolsäure-Derivate und die asymmetrische Totalsynthese des Naturstoff-Enantiomers (+)-
trans-Solenopsin A (12).
Die Sequenz aus Kreuzmetathese und kationischer Cyclisierung ist anwendbar auf Substrate
mit ungeschützter Keton-Funktion. Diese Möglichkeit wurde in der asymmetrischen
Totalsynthese des Naturstoffs (-)-(5Z,9E)-3-Hexyl-5-methylindolizidin (13c) genutzt.
54 Allgemeiner Teil
3 Synthese von Carbo-Bicyclen durch Enin-Kreuzmetathese und
intramolekulare Diels-Alder-Reaktion
3.1 Hintergrund
Die in der Enin-Kreuzmetathese (EYCM) entstehenden 1,3-Diene (s. Abschnitt 1.2) sind
nützliche, auf anderen Wegen nur mit ungleich größerem Aufwand erhältliche Bausteine im
Hinblick auf damit durchführbare [4+2]-Cycloadditionen.24a So liegt es nahe, diese relativ
neue metallorganische Reaktion mit der seit langem bekannten Diels-Alder-Reaktion zur
Synthese cyclischer Strukturen zu kombinieren.
O
O
Kat. 2O
OC6D6, 75 °C O
O
O
O
H
O
O
HO
H
O
+
146 147
148 (89 %)
r
ac-Di
f
f
e
r
olid 149 (11 %)
Schema 53. Synthese von rac-Differolid nach Hoye
Von den Produkten intramolekularer Ru-katalysierter Eninmetathesen ausgehende Diels-
Alder-Reaktionen führen zur Bildung bi- bzw. tricyclischer Produkte mit oftmals hoher
Stereoselektivität.86 Durch spontane Dimerisierung eines Produktes einer intramolekularen
Eninmetathese erhielten Hoye und Mitarbeiter den Naturstoff rac-Differolid.86a Die Reaktion
wird durch die Polarisierung des Diensystems durch die elektronenziehende Estergruppe
begünstigt (s. Schema 53).
TsN R
TsN
NPh
O
O
H
HTsN
Ph
CO2Me
H
10 mol % 2,
151, CH2Cl2
rt
10 mol % 2,
153, BCl3,
PhMe, rt
R = Ph
R = H
TsN
R
Metatheseprodukt
NPh
O
OCO2Me
152 154
151 153
150
Schema 54. Eintopf-RCEYM-[4+2]-CA-Sequenz nach Laschat
Allgemeiner Teil 55
Die durch intramolekulare Enin-Metathesereaktionen entstehenden cyclischen 1,3-Diene mit
exocyclischer Vinylgruppe können mit einer Reihe von Dienophilen umgesetzt werden (s.
Schema 54).86 Laschat et al. beschrieben thermische und Lewis-Säure-katalysierte ablaufende
Cycloadditionen, die mit der vorangehenden Metathesereaktion als Ein-Topf-
Reaktionssequenz ablaufen. Der dort verwendete Metathesekatalysator 2 wurde in seiner
Aktivität durch einige der eingesetzten Lewis-Säuren nur wenig beeinträchtigt. 86b
Die durch Blechert und Mitarbeiter erstmalig beschriebene Ru-katalysierte selektive Enin-
Kreuzmetathese, bei der 1,3-substituierte 1,3-Diene gebildet werden,18 macht durch ihre
Verknüpfung mit Diels-Alder-Reaktionen eine Reihe weiterer carbo- und heterocyclischer
Strukturen zugänglich. Die Enin-Kreuzmetathese kann als Kupplungsmethode für die
Synthese vielfältig substituierter und funktionalisierter Diene eingesetzt werden. Durch die
Verwendung der stabileren und reaktiveren IHMes-Ru-alkylidene der zweiten Generation
gelingen Umsetzungen, die mit Ru-Komplexen der ersten Generation nicht möglich sind, wie
z.B. jene sterisch anspruchsvoller Substrate, elektronenarmer und auch Heteroatom-
substituierter Alkine in Eninmetathesen.87, 29
R1
R2
X
R3
R4
R1
R2
Kat. Ru
N
R1R2
Ts
CCl3
+
R1R2
oder CHO
X
R1R2
R4
R3
Beispiele :
(Ref 67) (Ref 88c)
Schema 55. Flexible Dreikomponentenkupplung durch EYCM/[4+2]-CA-Sequenzen
Die Kombination von Enin-Kreuzmetathese und Diels-Alder-Reaktion mit geeigneten
Dienophilen stellt eine attraktive 3-Komponentenkupplungsstrategie dar, um auf kurzem Weg
zu komplexen Strukturen zu gelangen. Dies wurde u.a. in den Arbeiten von Blechert und
Schürer belegt, in denen u.a. die Synthese von Tetrahydropyridinen67 und Pseudo-
Oligosacchariden88c gelang. Die Umsetzung der aus Enin-Kreuzmetathesen hervorgehenden
nichtaktivierten Diene mit einfachen Dienophilen wie Acrolein oder Methylacrylat erforderte
den Einsatz von Lewis-Säuren, oder die Anwendung von Hochdruckbedingungen (12 kbar)
im Falle der Umsetzung mit Tosyliminen.88
56 Allgemeiner Teil
Durch die oftmals geringe E/Z-Selektivität der Bildung der 1,3-disubstituierten 1,3-Diene
wird die Anwendung der Enin-Kreuzmetathesereaktion limitiert. Durch sequenzielle
Kreuzmetathese zwischen terminalen Alkinen und Ethen und Kreuzung des entstandenen
Diens mit Alkenen wurden in einigen Fällen selektiv E-konfigurierte Produkte erhalten.89 Nur
wenige Alkene sind allerdings auf diese Weise umsetzbar und es wird mehr Katalysator
benötigt als für unselektive EYCM.
R3
R1
R3
R1
R1R3 EYCMIMDA Typ2 R2R2
R2
+
R2
R1R3
+
R3
R1
R2
EYCMIMDA Typ1
R3
R1
R2
n
IMDA = Intramolekulare Diels-Alder-Reaktion; EYCM = Enin-Kreuzmetathese (enyne cross
metathesis)
Schema 56. Prinzipielle Möglichkeiten der Synthese von Bicyclen durch EYCM/IMDA-Sequenzen
In eigenen früheren Arbeiten wurde erstmals eine Kombination von Enin-Kreuzmetathese mit
substituierten Olefinen und stereokonvergenter intramolekularer Diels-Alder-Reaktion
realisiert.91 Prinzipiell kommen für die Synthese der für die Cycloaddition benötigten Triene
zwei Wege in Frage: die Kupplung eines Alkens mit einem α,ω-Enin und nachfolgende
intramolekulare Diels-Alder-Reaktion (IMDA) vom Typ 290 oder die Kupplung eines
terminalen Alkins mit einem α,ω-Dien und nachfolgende Typ-1-IMDA-Reaktion. Im ersten
Fall entstehen verbrückte, im zweiten Fall lineare Bicyclen.
Synthetische Herausforderung bei EYCM mit α,ω-Dienen ist die Unterdrückung der
unerwünschten Ringschlussmetathese zugunsten des Kreuzprozesses. Weil die resultierenden
linearen Bicyclen wichtige Synthesebausteine darstellen, waren wir besonders an der
Erkundung des zweiten Weges interessiert. Geeignete Startmaterialien sind die durch Baylis-
Hillman-Reaktion leicht zugänglichen α,ω-Diene 155 - 158, die aus sterischen und
elektronischen Gründen nur sehr langsame Ringschlussmetathesereaktionen eingehen.20g, 92
Die Tatsache, dass darin eine terminale, nicht funktionalisierte Doppelbindung und eine
geminal disubstituierte und elektronenarme Doppelbindung enthalten ist, ließ diesen
Verbindungstyp für die geplanten Umsetzungen geeignet erscheinen.
Allgemeiner Teil 57
n
n = 1,2 EWG = -CO2Me, -CN
EWG
R
EWG
OTBS
n
R
EWG
OTBS
IMDA EYCM R
+
Baylis-Hillman-Reaktion
OEWG
+
n
155-158
OTBS
n
Schema 57. Retrosynthese von Carbo-Bicyclen gemäß einer Sequenz aus Baylis-Hillman-Reaktion,
Enin-Kreuzmetathese (EYCM) und intramolekularer Diels-Alder-Reaktion (IMDA)
Es wurde erwartet, dass eine Enin-Kreuzmetathese nur an der terminalen, elektronisch
neutralen Doppelbindung stattfinden würde. Die TBS-oxy-gruppe am Chiralitätszentrum in
Nachbarschaft zur Dienophil-Einheit sollte durch ihren sterischen Anspruch Einfluss auf das
stereochemische Ergebnis der intramolekularen Diels-Alder-Reaktion nehmen können.
n
EWG
OTBS
R
+
7.5 mol % 2
CH2Cl2, rt EWG
OTBS
n
R
155 : EWG = -CO2Me, n = 1
156 : EWG = -CN, n = 1
157 : EWG = -CO2Me, n=2
158 : EWG = -CN, n = 2
159 : R = -CH2OAc
160 : R = -(CH2)2CO2Me
161 : R = -Ph
162-171
(s. Tabelle)
oder
5 mol % 4
C6H6, 75°C
+ eventuell gebildete
Cycloaddukte (s.Schema 58)
Tabelle 4. Resultate der Enin-Kreuzmetathesen mit den α,ω-Dienen 15515891
Eintrag α,ω-Dien Alkin Katalysator Kreuzprodukte (Ausbeute)a
1 155 159 2 162 (60 %)b
2 155 160 2 163 (66 %)b
3 155 161 4 164 (38 %)b
4 156 159 2 165 (21 %)b
5 156 160 2 166 (34 %)b
6 156 161 4 167 (33 %)b
7 157 159 2 168 (60 %)
8 157 160 2 169 (65 %)
9 158 159 2 170 (21 %)
10 158 160 2 171 (43 %)
[a] isolierte Ausbeuten incl. evtl. gebildeter Cycloaddukte
[b] spontane Cyclisierung unter Metathesebedingungen
58 Allgemeiner Teil
Die Enin-Kreuzmetathesereaktionen der vier α,ω-Diene 155 - 158 mit drei terminalen Alkinen
159 - 161 wurden unter Verwendung der Ru-alkylidene 2 oder 4 ausgeführt (s. Tabelle 4).
Interessanterweise konnten in den untersuchten Reaktionen die Alkine Propargylacetat 159
und Methylpent-4-inat 160 nur durch den Grubbs-Katalysator der ersten Generation 2
umgesetzt werden, während dieser Phenylacetylen 161 überhaupt nicht umsetzen konnte.
Generell ließen sich mit 2 die α,ω-Diene der Nitrilreihe 156 und 158 in den mit 2
durchgeführten Reaktionen viel schlechter umsetzen als jene der Acrylatreihe 155 und 157,
die zur Produktbildung mit guten Ausbeuten führten. In den Fällen, in denen die als E/Z-
Gemische (1:2 bis 2:1) gebildeten Triene 162 - 167 zu Hexahydro-1H-indenen abreagieren
konnten (Tabelle 4, Einträge 1-6), wurden diese bereits während der Metathese gebildet. Bei
Raumtemperatur gebildete Reaktionsprodukte lagen als E-Trien/Bicyclen-Gemische vor.
Nach Reaktionsführung bei 80 °C (Tabelle 4, Einträge 3 und 6) waren die Triene vollständig
cyclisiert (s. Schema 58).
EWG
OTBS
R
CH2Cl2, rt
oder
PhMe (C6H6),
80°C
162-167
(s. Tabelle 4)
RH
EWG OTBS
RH
EWG OTBS
RH
EWG OTBS
++
172a-177a 172b-177b 172c-177c
Ausbeute a : b : cb
172 (59 %)a R = -CH2OAc, EWG = -CO2Me 5 : 1 : 0
173 (64 %)a R = -(CH2)2CO2Me, EWG = -CO2Me 5 : 1 : 0
175 (20 %)a R = -CH2OAc, EWG = -CN 14 : 1 : 2
176 (34 %)a R = -(CH2)2CO2Me, EWG = -CN 10 : 1 : 2
177 (33 %)a R = -Ph, EWG = -CN 5 : 0 : 1
[a] isolierte Ausbeuten nach Metathese und Cycloaddition
[b] ggü. Ref 91 korrigierte Werte
EYCM
155 + 159
155 + 160
156 + 159
156 + 160
156 + 161
[4+2]-CA
1
4
9
Schema 58. Gesamtausbeuten und Stereochemie der gebildeten Hexahydro-1H-indene91
Die bei den bei Raumtemperatur durchgeführten Enin-Kreuzmetathesereaktionen nur
teilweise erfolgte Bildung der Diels-Alder-Produkte 172, 173, 175 und 176 konnte durch
Erwärmen der durch Kieselgel-Filtration von Katalysatorresten befreiten Produktgemische in
Toluol auf 80 °C vervollständigt werden. Die intramolekulare Cycloaddition von Z- und
langsamer reagierenden E-Isomeren erfolgte in diesen Fällen praktisch vollständig, so dass
die Zahlen für die kombinierten Ausbeuten an Trien und Cycloaddukt bei Isolation nach
Metatheseende und die Ausbeuten an Cycloaddukten nach dem anschließenden Erwärmen
nahezu übereinstimmen. Die Bicyclen 172 - 177 wurden überwiegend mit cis-
Allgemeiner Teil 59
Ringverknüpfung gebildet (d.r. = 5:1 bis 14:1), die TBSO-Gruppe war zum Brückenkopf-
Ester- bzw. Nitrilsubstituenten vorwiegend trans-ständig angeordnet (5:1 bis >10:1).
Ausgehend von den homologen Trienen 168 - 171 blieb eine ähnlich vollständige und
selektive Cycloaddition zu den entsprechenden Decalin-Derivaten sowohl unter
verschiedenen Metathesebedingungen wie auch nach zusätzlichem Erwärmen der vom
Katalysator befreiten Produkte aus. Nur ein Teil der E-Triene cyclisierte langsam unter
Bildung von vier diastereomeren Bicyclen. Konkurrierend trat ein 1,5-H-Shift der Z-Triene in
Erscheinung. Erwärmung über 80 °C führte zu unspezifischer Zersetzung. In allen Fällen
wurden die Triene als E/Z-Gemische gebildet.91
Der beobachtete stereokonvergente Verlauf der intramolekularen Cycloaddition macht die
gefundene Reaktionssequenz sowohl prinzipiell als auch als konkreten Syntheseweg zu
vielseitig substituierten bicyclischen Bausteinen interessant. Da das Perhydroindengerüst, wie
auch das Decalingerüst Bestandteil vieler biologisch aktiver Verbindungen, z.B. von
Steroiden ist, galt es, die Anwendbarkeit dieser Methode auszudehnen.
Zum einen war es nötig, die im Hinblick auf potentielle biologische Aktivität von
Folgeprodukten vielversprechende Reaktion mit Phenylacetylenen zu optimieren, die von 4
bisher nur mit schlechten Ausbeuten katalysiert wurde. Zum anderen galt es, weitere Alkine
zu finden, die unter Verwendung von 4 oder 5 auch mit den α,ω-Dienen der Nitrilreihe mit
hohen Ausbeuten umgesetzt werden können. Und schließlich sollte das Problem der bislang
nicht geglückten Cyclisierung zu analogen Decalin-Derivaten gelöst werden.
3.2 Synthese neuer Hexahydro-1H-inden-Derivate
Zum Zeitpunkt, an dem an die erwähnten Vorarbeiten angeknüpft wurde, stand erstmalig eine
für die geplanten Umsetzungen geeignete Menge des phosphinfreien Ru-alkylidens 5 zur
Verfügung. Daher wurde erst zu diesem Zeitpunkt die Brauchbarkeit von 5 für Enin-
Kreuzmetathesen überprüft. Dieser zeigte in den zuvor nur mit 2 erfolgreich umgesetzten
Eduktpaarungen (s. Tabelle 4) wie der Grubbs-Katalysator der zweiten Generation 4 kaum
katalytische Aktivität. Auf der anderen Seite konnte Phenylacetylen 161 mit bedeutend
besserem Ergebnis mit den α,ω-Dienen 156158 umgesetzt werden als unter Verwendung
von 4 unter ähnlichen Bedingungen. Lediglich mit dem Acrylat 155 kam es zu keiner
Verbesserung des Reaktionsumsatzes.
60 Allgemeiner Teil
n
EWG
OTBS
R
+
5 mol %
5EWG
OTBS
n
R
155 : EWG = -CO2Me, n = 1
156 : EWG = -CN, n = 1
157 : EWG = -CO2Me, n=2
158 : EWG = -CN, n = 2
161 : R = -Ph
178 : R = (4-MeO)-C6H4
179 : R = -CH(OAc)C3H7
164,167,180-187
(s. Tabelle)
CH2Cl2, 45°C
oder
C6H6, 80°C
+ eventuell gebildete
Cycloaddukte (s.Schema 59)
Tabelle 5. Resultate der durch 5 katalysierten Enin-Kreuzmetathesen mit den α-ω-Dienen 155158
Eintrag α-ω-Dien Alkin Katalysator Kreuzprodukte (Ausbeute)a
1 155 161 5b 164 (34 %)c,d
2 156 161 5b 167 (90 %)c
3 157 161 5e 180 (88 %)
4 158 161 5e 181 (90 %)
5 155 178 5f 182 (64 %)c
6 156 178 5f 183 (62 %)c
7 155 179 5e 184 (79 %)g
8 156 179 5e 185 (67 %)g
9 157 179 5e 186 (83 %)
10 158 179 5e 187 (58 %)
11 158 179 4e 187 (60 %)
[a] isolierte Ausbeuten incl. evtl. gebildeter Cycloaddukte
[b] C6H6, 80 °C, 18-24 h, 0.2 M Dien, 0.25 M Alkin, 5 mol % 5
[c] vollständige Cycloadduktbildung unter Metathesebedingungen
[d] inseparables Edukt-Produkt-Gemisch
[e] CH2Cl2; 45 °C, 18-24 h, 0.2 M Dien, 0.25 M Alkin, 5 mol % 5 oder 4
[f] C6H6, 80 °C, 36 h, 0.2 M Dien, 0.25 M Alkin, 7.5 mol % 5
[g] teilweise Cycloadduktbildung unter Metathesebedingungen
Während die Reaktionen mit Phenylacetylen 161 wie mit dem α-verzweigten Propargylacetat
179 mit 5 als Katalysator auch bei 45 °C durchgeführt werden können, erforderte die
Umsetzung des 4-Methoxyphenylacetylens 178 (Tabelle 5, Einträge 5 und 6) deutlich
drastischere Bedingungen, wobei wie im Falle von 164 und 167 (Tabelle 5, Einträge 1 und 2)
die intermediär gebildeten Metatheseprodukte vollständig in die Cycloaddukte transformiert
wurden. Mit 178 kam es bei Verwendung von 4 wie auch 2 nur zu marginaler
Allgemeiner Teil 61
Produktbildung. Der Katalysator 4 wurde in Reaktionen mit 179 ebenfalls eingesetzt und
ergab bis auf eine Umsetzung (Tabelle 5, Eintrag 11) etwas geringere Reaktionsumsätze als 5
unter identischen Bedingungen. Bedeutend schlechtere Ergebnisse lieferte in diesen Fällen die
Verwendung des Grubbs-Katalysators der ersten Generation 2. In allen Fällen entstanden die
Triene als E/Z-Gemische (1:2 – 2:1).
EWG
OTBS
R
CH2Cl2, 45 °C
oder
PhMe (C6H6),
80°C
182-185
(s. Tabelle 5)
RH
EWG OTBS
RH
EWG OTBS
RH
EWG OTBS
++
188a-191a 188b-191b 188c-191c
Ausbeute a : b : c
188 (64 %)a R = (4-MeO)-C6H4, EWG = -CO2Me 9 : 1 : 0
189 (62 %)a R = (4-MeO)-C6H4, EWG = -CN 20 : 1 : 4
190 (69 %)a R = -CH(OAc)C3H7, EWG = -CO2Me 14 : 1 : 0
191 (64 %)a R = -CH(OAc)C3H7, EWG = -CN 10 : 1 : 5
[a] isolierte Ausbeuten nach Metathese und Cycloaddition
EYCM
155 + 178
156 + 178
155 + 179
156 + 179
[4+2]-CA
1
4
9
Schema 59. Gesamtausbeuten und Stereochemie der neuen substituierten Hexahydro-1H-indene
Während die Bicyclen 188 und 189 nach dem Ende der bei 80 °C durchgeführten
Metathesereaktion ohne Dienbeimengungen erhalten wurden, entstanden die
alkylsubstituierten Produkte 190 und 191, wie auch zuvor schon in ähnlichen Fällen (vgl. Tab.
4) beobachtet als Gemische mit den korrespondierenden Trienen 184 und 185 (s. Tab. 5).
Diese wurden nach Kieselgelfiltration zur Abtrennung des Katalysators in Toluol 24-36
Stunden auf 80 °C erwärmt. Danach konnten die Bicyclen 190 und 191 mit guten
Gesamtausbeuten isoliert werden. In allen Fällen wurde das TBSO-substituierte C-1-
Stereozentrum der cis-Hexahydro-1H-indene überwiegend trans-konfiguriert (bezogen auf C-
9) gebildet. Die estersubstituierten Triene 182 und 184 zeigten eine größere Selektivität der
Bildung der cis-verknüpften Bicyclen 188 und 190 als die analogen Triene der Nitrilreihe.
Das deckt sich mit früheren Beobachtungen (s. Tab. 4). Außerdem entstanden die Produkte
190a-c und 191a-c als 1:1–Epimerengemische bezüglich des exocyclischen Stereozentrums
der Alkylgruppe.
Die Stereochemie der Ringverknüpfung und die relative Stereochemie C-1/C-9 wurden durch
NMR bestimmt. Die Tatsache, dass die Brückenkopf-H-Atome der Hauptisomere (188a-
191a) keinen NOE zu nicht vicinalen Protonen außer H-1 (0.3 - 2.0 %) aufweisen, führte uns
zu der Vermutung, dass sowohl cis-Ringverknüpfung als auch trans-Stereochemie zwischen
C-1 und C-9 vorliegt. Den Nebenprodukten (188c und 190c) mit gegenüber den cis-Isomeren
62 Allgemeiner Teil
um 0.5 ppm tieffeldverschobenen Brückenkopf-1H-NMR-Signalen und um 0.5 ppm
hochfeldverschobenen H-1-Signalen wurde die trans-Ringverknüpfung zugeordnet.
Verglichen mit den Hauptprodukten (bei diesen waren die H-1-Signale stets triplettartig)
zeigten die Nebenprodukte 188b191b um 0.2 ppm hochfeldverschobene H-1-Signale als
Dublett, aber keine oder nur sehr geringe Verschiebung der Brückenkopf-H-Signale. Daraus
wurde darauf geschlossen, dass a und b C-1-Epimere sind. (Schema 59). Die
chromatographische Trennung der Produkt-Diastereomere ist schwierig und gelingt nur
unvollständig.
Die richtige Bestimmung der Ringverknüpfung wurde durch eine kurze
Derivatisierungssequenz belegt, die durch TBS-Entschützung und nachfolgende PCC-
Oxidation der Alkohole die bicyclischen Ketone 192195 nach chromatographischer
Reinigung mit guten Gesamtausbeuten als reine cis-Isomere lieferte. Als stereoselektiv auf
kurzem Syntheseweg erhaltene, dicht funktionalisierte Bausteine sind diese Ketone präparativ
interessant. Besonders augenscheinlich ist dies im Falle der nichtnatürlichen Norsteroide 192
und 193.
RH
EWG OTBS
Cycloaddukte (TBS-Ether)
188 : R = (4-MeO)-C6H4, EWG = -CO2Me
189 : R = (4-MeO)-C6H4, EWG = -CN
190 : R = -CH(OAc)C3H7, EWG = -CO2Me
191 : R = -CH(OAc)C3H7, EWG = -CN
1. TBAF, THF
2. PCC, CH2Cl2
188a,b-191a,b
RH
EWG
192-195
O
Ausbeuten der cis-Ketone
192 (64 %)a
193 (86 %)a
194 (69 %)a
195 (87 %)a
[a] isolierte Ausbeuten über zwei Schritte
Schema 60. Transformationen zu cis-Hexahydroinden-1-onen
Die Stereochemie der Ketone wurde mit NMR-Methoden bestimmt. Das Fehlen jeglicher
NOE´s zu nicht vicinalen Protonen ausgehend vom Brückenkopf-Wasserstoffatom belegt die
cis-Verknüpfung der Ringe. Bei 194 und 195 wurde zusätzlich ein Epimerenverhältnis von ca.
1:1 bezüglich des exocyclischen Stereozentrums des Alkylrestes R festgestellt. Dadurch wird
bestätigt, dass auch im Falle der TBS-Ether 188 - 191 die richtige Zuordnung der
Diastereomere vorgenommen wurde (vgl. Schema 59).
Unter den zu Hexahydro-1H-indenen führenden Umsetzungen führten jene der Acrylatreihe
ausschließlich zu cis-verknüpften Bicyclen, während in der Nitrilreihe auch geringe Mengen
der trans-Produkte entstanden (Schema 59 und 60).
Allgemeiner Teil 63
Bezüglich der relativen Stereochemie der TBSO-Gruppe an C-1 kann den vorliegenden Daten
(vgl. Sch. 58, 59) ein solcher strikter Zusammenhang nicht entnommen werden. Die trans-
Selektivitäten lagen hierbei unabhängig vom Akzeptorsubstituenten zwischen 5:1 und 20:1.
Darin manifestiert sich die vom der Dienophileinheit benachbarten (späteren endocyclischen)
Stereozentrum ausgehende Lenkungswirkung auf die bezüglich der Ringverknüpfung cis-
selektive Diels-Alder-Reaktion. Hierin könnte eine Möglichkeit der asymmetrischen
Reaktionsführung liegen, bei der ein durch asymmetrische Baylis-Hillman-Reaktion92 (oder
dynamische kinetische Racematspaltung) generiertes Stereozentrum später der
Substratkontrolle der Cycloaddition dient. Auch könnte die alternative oder zusätzliche
Verwendung eines Auxiliar-Esters anstelle des Methylesters bei den Substraten der
Acrylatreihe hierfür geeignet sein.
Schema 61 verdeutlicht, wie ausgehend von einem E/Z-Gemisch eines Triens mit stets S-
konfiguriertem Stereozentrum in einer intramolekularen [4+2]-Cycloaddition vier
Diastereomere des resultierenden Bicyclus gebildet werden können und auf welchem Weg
beide Trien-E/Z-Isomere das gleiche Bicyclus-Diastereomer ergeben haben.
RH
EWG OTBS
RH
EWG OTBS
RH
EWG OTBS
RH
EWG OTBS
EWG
TBSO
EWG
TBSO
R
R
EWG
OTBS
EWG
OTBS
EWG
OTBS
R
R
R
EWG
OTBS
R
EWG
R
TBSO
EWG
R
TBSO
(1S,4S,9R)
1
4
9
(1S,4R,9S)
(1S,4S,9S)
(1S,4R,9R)
A exo-Z-syn
B exo-Z-anti
C endo-Z-anti
D endo-Z-syn
E endo-E-syn
F endo-E-anti
G exo-E-anti
H exo-E-syn
Schema 61. Bildung der möglichen Cycloaddukt-Diastereomere aus den E- und Z-Isomeren eines
chiralen Vorläufer-Triens
64 Allgemeiner Teil
Auf der linken Seite sind die vom S-konfigurierten Z-Trien aus führenden Reaktionspfade zu
den 4 möglichen diastereomeren Bicyclen skizziert. In allen Reaktionen beobachteter
Hauptpfad ist die zum cis-Produkt führende Umsetzung aus dem endo-Z-anti-
Übergangszustand C. Der Zusatz anti bezieht sich auf die relative Orientierung der TBSO-
Gruppe und der Akzeptorgruppe (EWG) bezüglich der gedachten Ringebene. Dass der Pfad
via D nur eine so geringe Rolle spielt, kann daran liegen, dass das Zusammenrücken von
EWG- und TBSO-Substituenten via Pfad D die Aktivierungsbarriere erhöht. Die geringe oder
fehlende Beteiligung der Zustände A und B an der Produktbildung ist wegen offensichtlicher
sterischer und Torsionsprobleme plausibel.
Auf der rechten Seite sind die vom E-Trien aus möglichen Übergangszustände E - H der
intramolekularen Cycloadditionen zu den diastereomeren Bicyclen aufgeführt. Diese
Cycloadditionen verlaufen langsamer als die der Z-Triene. Zum (1S,4S,9S)-Hauptprodukt
führt der exo-E-anti-Übergangszustand G. Warum die vom E-Trien ausgehenden endo-Pfade
gleichermaßen wenig zur Produktbildung beitragen, ist zwar ungeklärt, gleichwohl essentiell
für die beobachtete Stereokonvergenz (Schema 61).
Dass racemische Z-Triene und E-Triene (nacheinander) zum gleichen Hauptprodukt
(rac.1S,4S,9S) abreagieren und die geringe Wahrscheinlichkeit von Übergangszuständen wie
A und B erlaubt auch den Rückschluss auf die richtige Zuordnung der cis-Ringverknüpfung
der Hauptprodukte. Damit deckt sich die Beobachtung, dass trans-verknüpfte Produkte erst
bei hohen Temperaturen aus den langsamer cyclisierenden E-Isomeren gebildet wurden.
3.3 Synthese von Hexahydro-2H-naphthalin-1-on-Derivaten
Nachdem durch Kombination von Enin-CM und intramolekularer Diels-Alder-Reaktion
erfolgreich Hexahydro-1H-indene synthetisiert wurden, interessierten wir uns für die
Synthese analoger Decaline aus den homologen Trienen. Wie bereits erwähnt, ist die
thermische Umsetzung dieser Triene (vgl. Tab.4,5) nicht zufriedenstellend durchführbar.
Oberhalb von 90-100 °C tritt schnelle Zersetzung ein, schon bei Temperaturen ab 60 °C
isomerisiert ein Teil der Z-Triene unter 1,5-H-Verschiebung, während die E-Triene sich sehr
langsam zu Cycloaddukt-Stereoisomerengemischen umsetzen.
Allgemeiner Teil 65
Wir suchten also nach einem anderen Weg zur Durchführung der intramolekularen Diels-
Alder-Reaktion.
CO2Me
OTBS
RCO2Me
O
R
1. TBAF, THF
2. DMP, CH2Cl2,rt [4+2]
O
(AcO)3I
O
DMP = Dess-Martin-
Periodinan
Triene (TBS-Ether)
168 : R = CH2OAc
169 : R = (CH2)2CO2Me
180 : R = Phenyl
186 : R = -CH(OAc)C3H7
Ausbeuten der Ketone
196 (60 %)a
197 (54 %)a
198 (53 %)a
199 (50 %)a
[a] isolierte Ausbeuten über zwei Schritte
spontan
168, 169, 180, 186
O
MeO2C
H
R
Schema 62. Synthese von Hexahydro-2H-naphthalin-1-onen durch getriggerte intramolekulare
Diels-Alder-Reaktionen ausgehend von Enin-Kreuzmetatheseprodukten
α-Acylacrylate und –acrylnitrile sind als instabil und hochreaktiv bekannt.93 Wir erwarteten,
dass die Konstruktion dieses Strukturmotivs ausgehend von den TBS-geschützten
Metatheseprodukten zu einer viel glatteren intramolekularen Diels-Alder-Reaktion führen
würde, da ein doppelt aktiviertes Dienophil vorläge. Die Entschützung der Metatheseprodukte
(168, 169, 180, 186, s. Schema 62) gelang mit TBAF-Hydrat in THF problemlos. Die nach
wässriger Aufarbeitung erhaltenen Rohprodukte wurden in Dichlormethan mit Dess-Martin-
Periodinan oxidiert. Einzige isolierbare Produkte nach 18-24 h bei Raumtemperatur waren
die durch spontane Cycloaddition der Oxidationsprodukte gebildeten Hexahydro-2H-
naphthalinone 196-199, die mit exklusiver cis-Stereochemie gebildet und mit Ausbeuten
zwischen 50 und 60 % über beide Schritte nach chromatographischer Reinigung isoliert
wurden. Die cis-Ringverknüpfung wurde daran erkannt, dass die Brückenkopf-H-Atome
keinerlei NOE zu nicht vicinalen Protonen zeigen. Das Keton 199 entstand als 3 : 1
Epimerengemisch bezüglich des exocyclischen Stereozentrums.
Die Ausbeuten der bicyclischen Ketone und die beobachteten E/Z-Verhältnisse der Vorläufer-
Triene legen die Vermutung nahe, dass auch hier eine stereokonvergente Cycloaddition beider
E/Z-Isomere stattgefunden hat.
Die gleiche Reaktionssequenz ausgehend von den analogen Nitril-Trienen schlug fehl und
resultierte in der Polymerisation der Substrate im Oxidationsschritt.
Aufgrund der Toleranz des Ru-alkylidens 5 gegenüber freien Hydroxyfunktionen wurde
dieses in die Reaktion der Alkine 161 und 179 mit dem freien Alkohol 200 als α,ω-Dien
eingesetzt (Schema 63).
66 Allgemeiner Teil
CO2Me
OH
R
+
5 mol %
5CO2Me
OH
200
161 : R = Phenyl
179 : R = -CH(OAc)C3H7
CH2Cl2, 45°C R
Kreuzprodukte Ketone
201 (76 %)a R = Phenyl 198 (70 %)b
202 (62 %)a R = -CH(OAc)C3H7 199 (50 %)b
[a] Ausbeute durch NMR bestimmt
[b] isolierte Ausbeute ausgehend von 200
O
MeO2C
H
R
1. DMP, CH2Cl2
rt
2. spontane
[4+2]CA
Schema 63. Synthese von Hexahydro-2H-naphthalin-1-onen ausgehend vom OH-funktionalisierten
Dien 200
Die Metatheserohprodukte wurden anschließend in einer Eintopfreaktion mit dem Dess-
Martin-Periodinan (DMP) oxidiert. Nach der dabei auftretenden spontanen Cyclisierung
wurden die bicyclischen Ketone durch Chromatographie aufgereinigt. Während im Phenyl-
substituierten Fall (198) die auf den gemeinsamen Vorläufer 200 bezogene kombinierte
Ausbeute bedeutend höher als die mit dem Umweg der TBS-schützung und -entschützung
erhaltene (vgl. Schema 62 und Tabelle 5) Ausbeute des bicyclischen Ketons liegt (70 vs.
45%), ist der Unterschied im alkylsubstituierten Fall (199 in Schema 63) nicht ganz so groß
(50 vs. 40%). Gleichwohl liegt in der Zeit- und Kostenersparnis durch den Wegfall der
Schutzgruppenoperationen ein nicht unerheblicher Vorteil der Verwendung von 5 als
Katalysator der Enin-Kreuzmetathese.
3.4. Zusammenfassung
Durch Baylis-Hillman-Reaktion und TBS-Schützung der entstandenen Alkohol-Funktion
können funktionalisierte mono-akzeptorsubstituierte α,ω-Diene dargestellt werden. Diese
wurden in Enin-Kreuzmetathesereaktionen mit terminalen Alkinen eingesetzt. Dabei kam es
zur selektiven Enin-Kreuzmetathese an der elektronisch neutralen, terminalen Doppelbindung
unter Bildung von Trienen als E/Z-Gemische. Von diesen ausgehend wurden durch eine
stereokonvergent verlaufende, intramolekulare thermische Cycloaddition substituierte cis-
Hexahydro-1H-indene erhalten. Das zur Dienophil-Einheit α-ständige Stereozentrum hat
dabei einen dirigierenden Einfluss.
Die glatte Umsetzung homologer Triene zu Perhydronaphthalin-Derivaten ist thermisch nicht
möglich. Ausgehend von den durch Enin-Kreuzmetathese erhaltenen TBS-geschützten
Trienen wurde durch Entschützung und Oxidation der Allylalkohol-Funktion eine doppelte
Allgemeiner Teil 67
Aktivierung der elektronenarmen Doppelbindung bewirkt, die zur spontanen intramolekularen
Diels-Alder-Reaktion unter Bildung von cis-Hexahydro-2H-naphthalin-1-onen führte.
Auffällig ist, dass die Umsetzung zweier terminaler α-unverzweigter Alkine in den
durchgeführten Kreuzmetathesereaktionen nur unter Verwendung des Grubbs-Katalysators
der ersten Generation 2 gelingt, während andere Alkine, wie Phenylacetylene oder ein α-
verzweigtes Propargylacetat ausschließlich durch die IHMes-Ru-alkylidene 5 und 4
umgesetzt werden.
Durch diese Kombination aus Enin-CM und intramolekularer Diels-Alder-Reaktion wurden
variable bicyclische Synthesebausteine wie auch Norsteroide stereoselektiv und auf kurzem
Weg erhalten.
68 Allgemeiner Teil
4 Studien zur Reaktivität und Synthese neuer Katalysatoren
für die Olefinmetathese
4.1 Beschleunigte Initiation mit Ruthenium-Metathesekatalysatoren
Die Entwicklung des chromatographiestabilen, wiedergewinnbaren Hoveyda-Blechert-
Katalysators 5 öffnet den Weg zu einer Reihe modifizierter Komplexe, die sich von 5 durch
zusätzliche Substituenten am aromatischen Kern des o-Isopropoxy-benzyliden-Liganden
unterscheiden.94 Charakteristisch für den Komplex 5 ist seine dem Grubbs-Katalysator der
zweiten Generation 4 in Bezug auf die Umsetzung vieler Substrate ähnlich hohe
Metatheseaktivität bei gleichzeitiger verringerter Empfindlichkeit gegenüber Luftsauerstoff
und deutlich längerer Lebensdauer unter Metathesebedingungen. In einigen Fällen, wie z.B.
Metathesen mit Acrylnitrilen13b oder auch Enin-Kreuzmetathesen mit Phenylacetylenen (s.
Abschn. 3) unterscheiden sich die Reaktivitäten von 4 und 5 stärker.
Während 5 Metathesereaktionen etwas langsamer initiiert als 4,29 wurde durch systematische
Untersuchungen erkannt, dass Donor- wie auch Akzeptorsubstituenten in den Positionen 3
oder 5 des 2-Alkoxy-benzyliden-Liganden die Initiationsrate in Olefinmetathesereaktionen
stark erhöhen.94 Indem diese Substituenten als Linker verwendet wurden, gelang auch die
Darstellung polymergebundener Katalysatoren.94h,i
IHMes
Ru
Cl
Cl
O
IHMes
Ru Ph
Cl
Cl
PCy3
R
O
R
CuCl
CH2Cl2
5 : R = H
204 : R = Ph
205 : R = OMe NN
IHMes =
4
Schema 64. Von 4 ausgehende Synthese 3-substituierter Ru-(2-Isopropoxy-benzyliden)-Komplexe
In Testreaktionen, wie RCM-, CM-, ROM/CM- und ROMP-Reaktionen zeigt sich die erhöhte
Initiationsrate von 204 und 205 in einer schnelleren Erreichung des Endumsatzes verglichen
mit den Ru-Komplexen 4 und 5.94a,b Da 4 und 5 bei Raumtemperatur Metathesereaktionen nur
sehr langsam initiieren und Zerfallsprozesse des Katalysators signifikant mit der gewünschten
Metathesereaktion konkurrieren können, zeigen die Präkatalysatoren 204 und 205 unter
Allgemeiner Teil 69
diesen Bedingungen auch höhere TONs. Ihre Synthese erfolgt durch Umsetzung des Grubbs-
Katalysators der zweiten Generation 4 mit den entsprechenden Styrenylethern (Schema 64).94
IHMes
Ru
Cl
Cl
O
R
O
R
0.005 M in C6D6
RT
5 : R = H
204 : R = Ph
D
IHMes
Ru
Cl
Cl
O
R
D
O
RO
R
[Ru]
D
A
Schema 65. Austausch-NMR-Experimente mit deuterierten Styrenen
Im Falle des Biphenyl-Katalysators 204, für den eine effektive large-scale-Ligandensynthese
entwickelt wurde, zeigten vergleichende kinetische NMR-Experimente, dass der Austausch
des nichtdeuterierten 2-Isopropoxy-3-phenyl-benzyliden-Liganden gegen einen deuterierten
durch Reaktion mit dem analogen α-deuterierten Styren bei Raumtemperatur bis zu einem
Gleichgewicht 20 mal schneller (ca. 2 h mit 0.005 M 204 in C6D6) als ausgehend von 5 und
dem entsprechenden Styren verläuft (Schema 65). Die Dimerisierung der Styrene wurde unter
den verwendeten Reaktionsbedingungen und -zeiten nicht beobachtet.95
Dieses Ergebnis kann dahingehend interpretiert werden, dass die Energiebarriere für die
Dissoziation der chelatisierenden o-Isopropoxy-Gruppe bei 204 viel kleiner ist als bei 5.
4.2 Ringöffnungs-/Kreuzmetathesen mit dem Biphenyl-Katalysator 204
4.2.1 Motivation
Im Rahmen dieser Arbeit bestand die Aufgabe darin, den Biphenyl-Katalysator 204 in
ROM/CM-Reaktionen bei Raumtemperatur mit Substraten zu testen, die für die bislang
bekannten Ru-Metathesekatalysatoren problematische funktionelle Gruppen wie Sulfid-,96
freie tertiäre Amin-, Indol- und Pyridineinheiten enthalten. Probleme mit derartigen
Substraten werden auf mit der Metathesereaktion konkurrierende Komplexierungen des
Rutheniums durch nukleophile Zentren zurückgeführt.
In dieser Studie sollten flexibel funktionalisierte Norbornene als zu öffnendes gespanntes
Ringsystem und verschiedene terminale Alkene als Kreuzpartner verwendet werden. Wichtig
war es uns zu zeigen, dass 204 die ROM/CM-Reaktion schon bei Raumtemperatur unter
70 Allgemeiner Teil
Verwendung sehr geringer Katalysatormengen effektiv herbeiführt. Das heißt, dass selektiv
die monomeren, einfach gekreuzten ROM/CM-Produkte gebildet werden.
4.2.2 Synthese der Metathesevorläufer
Als Ausgangsmaterial für die Synthese flexibel funktionalisierter Norbornenderivate wurde
Norbornen-2-carbaldehyd 206 (1:1 endo/exo-Gemisch) verwendet, der mit verschiedenen,
primäre Aminogruppen enthaltenden Substraten reduktiv gekuppelt wurde.
CHO
1. NH2-R, NaBH3CN
MeOH/HOAc
2. Ac2O/Pyridin
CH2Cl2NAc
R
207 (90 %); R = 3-Pyridyl
208 (75 %); R =
N
H
MeO2C
SMe
CO2Me
209 (84 %);R =
206 207 - 209
Schema 66. Reduktive Aminierung von Norbornencarbaldehyd
Der Aldehyd 206 wurde mit Tryptophanmethylester, Methioninmethylester und 3-
Aminopyridin unter Verwendung von Natriumcyanoborhydrid als Reduktionsmittel parallel
reduktiv aminiert. Die nachfolgende Acetylierung der gebildeten sekundären Aminfunktion
ergab die neuen Norbornenderivate 207 - 209 mit guten Ausbeuten als
Diastereomerengemische (s. Schema 66).
BnNH2HCHO++ THF/H2O, rt
NPh
79 %
210
Schema 67. Synthese des Azanorbornens 210 durch Aza-Diels-Alder-Reaktion
Als viertes Testsubstrat wurde das Azanorbornen 210 für die Katalysestudie verwendet. Diese
Verbindung wurde nach dem Protokoll von Grieco durch Aza-Diels-Alder-Reaktion von in
situ generiertem N-Benzylformimin mit Cyclopentadien gewonnen.97a Mit Aminosäureestern
wurde diese Reaktion ebenfalls beschrieben,97b diesbezügliche Versuche zur Darstellung
weiterer Azanorbornene waren in unseren Händen jedoch nicht erfolgreich (s. Schema 67).
Allgemeiner Teil 71
4.2.3 Ergebnisse der Ringöffnungs-/Kreuzmetathesen
Die Ringöffnungs-/Kreuzmetathesereaktionen der Norbornenderivate 207 - 210 wurden bei
Raumtemperatur in 0.05 M Lösung in CH2Cl2 in Gegenwart von 1.5 Äquivalenten der als
Kreuzpartner verwendeten terminalen Alkene durchgeführt. Als solche kamen Allylsilan 211,
Hexenon 212 und Epoxyocten 213 zum Einsatz. Katalysiert wurden die Reaktionen durch die
Menge des Katalysators 204, die zum sichtbar vollständigen Umsatz der Norbornene jeweils
ausreichte, was in Testansätzen bestimmt wurde. Die Reaktionsgemische wurden nach 24
Stunden chromatographisch aufgereinigt. In allen Fällen wurden die einfach gekreuzten
ROM-Produkte 214a,b–225a,b als Regio- und Stereoisomerengemische isoliert. In den Fällen
der Umsetzungen mit 212 und 213 wurden zusätzlich dimere Kreuzprodukte des Typs c
gefunden (Schema 68, Tabelle 6).
XY
X
Y
X
Y
Z
Z
207 : X = CH; Y =
N
Ac
N
208 : X = CH; Y =
Ac
N
MeO2C
H
N
209 : X = CH; Y =
Ac
N
CO2Me
SMe
210 : X = N; Y = -CH2Ph
Z
1.5 eq.
204, 22°C; 24 h
CH2Cl2 (0.05 M) +
211 : Z = -SiMe3
212 : Z = -CH2COCH3
213 : Z = O
a b
214a,b-225a,b (39-96%)
X
Y
Z
X
Y
Dimere 218c-225c
+
Schema 68. Ergebnisse der durchgeführten ROM/CM-Experimente (s. Tab. 6)
72 Allgemeiner Teil
Tabelle 6. Ergebnisse der durchgeführten ROM/CM-Experimente
Eintrag Norbornen-
Derivat
CM-
Partner
204 (mol %) Produkte Ausbeute (%)a
1 207 211
0.3 214a,b 72
2 208 211
0.5 215a,b 96
3 209 211
0.3 216a,b 90
4 210 211
0.4 217a,b 82
5 207 212
3 218a,b 39
6 208 212
1 219a,b 46
7 209 212
1 220a,b 50
8 210 212
3 221a,b 39
9 207 213
1 222a,b 55
10 208 213
0.5 223a,b 72
11 209 213
0.5 224a,b 68
12 210 213
1 225a,b 46
a isoliert nach chromatographischer Reinigung
Die Umsetzungen von 207 - 210 mit Allylsilan 211 lieferten mit guten bis sehr guten
Ausbeuten bei niedriger Katalysatormenge die Produkte 214a,b217a,b (Schema 68 und
Tabelle 6, Einträge 1-4). Obwohl mit sehr unterschiedlichen Funktionalitäten ausgestattet, die
bisher für Metathesekatalysatoren als problematisch galten, führte die in hoher Verdünnung
durch 204 katalysierte ROM/CM-Reaktion zur Bildung der monomeren, einfach gekreuzten
Produkte mit hohen Ausbeuten. Andere Metatheseprodukte, wie Oligomere wurden nicht
gefunden.
Die Produkte entstanden als Regioisomeren- und E/Z-Gemische. Das ist nicht verwunderlich,
da diese Experimente nicht im Hinblick auf mögliche Stereo- oder Regioselektivität geplant
wurden. Da im Falle der Norbornen-Substrate 208 und 209 mit endo/exo,like/unlike-
Gemischen aus 4 Diastereomeren (vor der Metathese) gearbeitet wurde, bestand die
Produktfraktion aus den zwei regioisomeren Sätzen von Verbindungen a und b mit jeweils 8
Stereoisomeren.
Allgemeiner Teil 73
Ausgehend vom eine Pyridineinheit enthaltenden Substrat 207 wurden im korrespondierenden
ROM/CM-Produkt 214a,b 8 Produktisomere fast gleichen Massenspektrums (via GC-MS)
gefunden. Das Azanorbornen 210 wurde zu 4 Produktisomeren 217a,b umgesetzt.
Die NMR-Spektren solcher Gemische sind recht komplex und gestatten keine Zuordnung der
Isomere oder quantitative Aussagen über die Regio- bzw. Stereoselektivität. Wohl aber ist
anhand der verschiedenen Doppelbindungssignale von Edukten und Produktgemischen eine
zuverlässige Aussage über den Erfolg der Reaktion möglich. Durch Integration der Protonen-
NMR-Spektren und Zuordnung zu Signalgruppen charakteristischer Molekülteile kann
ebenfalls das Vorliegen ausschließlich der einfach gekreuzten, monomeren Produkte a und b
(Schema 79) oder der Dimere vom Typ c zuverlässig erkannt werden.
Auch im Falle der ROM/CM-Reaktionen mit den Lewis-basische O-Atome enthaltenden
Kreuzpartnern Hexenon 212 (s. Tabelle 6, Einträge 5-8) und Epoxyocten 213 (Einträge 9-12)
wurden die gewünschten Produkte 218a,b - 225a,b gebildet. Die Katalyse verlief jedoch nicht
so effektiv wie mit Allyltrimethylsilan. Es wurde mehr Katalysator benötigt und die
Ausbeuten waren geringer.
Besonders gilt dies für die Umsetzungen mit dem Keton 212. Der meiste Katalysator wurde in
den Reaktionen zwischen Hexenon 212 und dem Pyridin 207 bzw. dem tertiären Amin 210
gebraucht.
Die Bildung der Produkte 218a,b-225a,b wurde begleitet von der Bildung chromatographisch
abtrennbarer dimerer einfach gekreuzter Produkte vom Typ c als Regio- und
Stereoisomerengemische in drittel bis halber Menge verglichen mit den monomeren
Hauptprodukten (Schema 68). Vermutlich wurden auch Oligomere gebildet. Eine weitere
Erhöhung der Katalysatormenge führte zu keiner anderen Produktverteilung.
4.2.4 Diskussion
Es konnte gezeigt werden, dass 204 die Umsetzung der Lewis-basische Stickstoff- oder
Schwefel-Funktionen enthaltenden Norbornene in ROM/CM-Reaktionen bei Raumtemperatur
katalysiert. Die höchsten effektiven TONs von 200 bis 300 wurden in Reaktionen mit
Allyltrimethylsilan 211 erzielt und zwar weitgehend unabhängig von der Beschaffenheit der
Lewis-basischen Gruppe. In diesen Umsetzungen ist auch die Selektivität am höchsten.
Grubbs et al. haben für selektive ROM/CM-Reaktionen einen Ru-alkyliden-vermittelten
Katalysecyclus postuliert.93 Als Ursache wird das schnellere Ablaufen von
74 Allgemeiner Teil
Transalkylidenierungsreaktionen gegenüber Kupplungsreaktionen ausgehend von Ru-
alkylidenen angeführt.
[Ru]
R1
R1
R2
[Ru]
R1
R2
[Ru]
+
R2
R1
[Ru]
+
R1
Dimere
AB
DC
R2R2R2
R2R2
ab
d
Schema 69. Ru-alkyliden-vermittelte Ringöffnungs- und Kreuzreaktionen
Im produktiven Ru-alkyliden-vermittelten Katalysecyclus der ROM/CM-Reaktion laufen ein
Ringöffnungsschritt A und ein vom Ru-(cyclopentyl)-methyliden a ausgehender
Transalkylidenierungsschritt nacheinander ab. Daneben existieren ausgehend von a ein zu
Dimeren führender Pfad C und der Kupplungspfad D. Die beobachtete selektive Bildung der
monomeren ROM/CM-Produkte b ist auf eine hohe Geschwindigkeit von Pfad B verglichen
mit C und D zurückzuführen.
Keinerlei Bildung dimerer Produkte aus Pfad C wurde in den Umsetzungen mit
Allyltrimethylsilan beobachtet, wohl aber mit dem Keton 212 und dem Epoxid 213. Bei
diesen ist es aufgrund des nötigen höheren Katalysatoreinsatzes denkbar, dass die im
Initiationsschritt gebildeten Ru-alkylidene gegenüber den Norbornenen weniger reaktiv sind.
Der höhere Anteil an dimeren und oligomeren Produkten in diesen Fällen deutet darauf hin,
dass auch Reaktionen der Zwischenstufe a mit diesen Alkenen verlangsamt sind.
Allgemeiner Teil 75
4.3 Ruthenium-Katalysatoren mit Perfluorcarboxylat-Liganden
4.3.1 Hintergrund: Synthese und Eigenschaften neuer homogener und heterogener
Katalysatoren
Die Entwicklung wiederverwendbarer polymergebundener Metathesekatalysatoren ist im
Hinblick auf deren leichte Handhabung und Abtrennung ein lohnendes Ziel. Die Struktur des
phosphanfreien, chelatisierten Ruthenium-alkylidens 5 diente nicht nur als Vorlage für die
Entwicklung neuer, leistungsfähiger homogener Metathesekatalysatoren,94a-g sondern auch für
verschiedene Versuche der Immobilisierung94h-m (s. Abschn. 4.1). Hierbei wurden
Polymeranbindungen durch die Einbringung von Linker-Substituenten an der Benzyliden-
einheit von 5 erreicht. Auch über Immobilisierungen von 5 und 4 durch Anbindung über den
NHC-Liganden wurde berichtet.98 Die heterogenen Katalysatoren zeigten mit 5 und 4
vergleichbare Reaktivität. Verschiedene organische Polymertypen wie auch Kieselgel kamen
als Trägermaterialien zum Einsatz. Durch die Verwendung polymergebundener
überschüssiger Styren-einheiten (sog. Bumerang-Systeme) konnte die Kontamination der
Produkte mit Ruthenium durch Ausbluten des Polymers verringert werden.99
Ru
Cl
Cl
O
MesN NMes
Ru
CF3COO
CF3COO
O
MesN NMes
2 CF3COOAg
5 : R1=iPr; R2=H
226 : R1=Me; R2=OMe
THF, 65 °C
R1R1
OR2
OR2OR2
OR2
227 : R1=iPr; R2=H
228 : R1=Me; R2=OMe
Schema 70. Ausgehend von 5 und 226 erhaltene neue Ru-alkylidene
Neben Modifikationen der Benzyliden- und NHC-Liganden der Katalysatoren 4 und 5 sind
Synthesen von Komplexen beschrieben worden, die durch den Austausch der Chlorid-
Liganden gegen Carboxylat- bzw. Sulfonat-Liganden entstehen. Dies ist eine relativ neue
Entwicklung, galten doch die Chlorid-Liganden im Falle der Komplexe 2 und 4 als optimale
Liganden, deren Austausch durch andere Halogenide bzw. Carboxylate zu weniger aktiven
und weniger stabilen Produkten führte.100 Buchmeiser und Nuyken et al. gelang es, den
phosphanfreien Ru-Komplex 5 in einen stabilen Bis-triflato-Komplex und den Bis-
trifluoracetato-Komplex 227 zu überführen.101 Diese Modifikation wurde auch auf den
76 Allgemeiner Teil
Asaron-abgeleiteten Katalysator 22694g angewendet (Schema 70).102 Auch der IHMes-
Monophosphin-Komplex 4 konnte modifiziert werden, allerdings nicht auf die gleiche
Weise.103 Unter den neuen homogenen Katalysatoren zeigte 227 die besten Resultata in Test-
RCM-Reaktionen.101,102 Neben Olefinmetatheseaktivität auch in ROM/CM- und Tandem-
Diinen-Metathesen104 zeigen Trifluoracetat-Komplexe wie 227 und 228 auch bemerkenswerte
Aktivität in Hepta-1,7-diinpolymerisationen.
MeO2CR
1
n
Ru
CF3COO
CF3COO
O
MesN NMes
R2R3
MeO2CR
1
MeO2CR
1
OR2
R3
n-1
229 : R1 = CO2Me
230 : R1 = H
Schema 71. Ru-vermittelte Hepta-1,7-diinpolymerisationen
Besonders 228 ist in der Lage, funktionalisierte 1,7-Diine lebend zu polymerisieren. Die
Produkte, leitfähige Polymere, entstehen dabei weitgehend stereoselektiv mit geringen
Polydispersitäten.105 Analoge Chloridkomplexe zeigten dieses Verhalten unabhängig von ihrer
Initiationsgeschwindigkeit in Olefinmetathesen nicht.102, 107
Neben einer prinzipiellen Möglichkeit der Einbringung von Chiralität106 stellt der Austausch
von Chlorid- gegen (fluorierte) Carboxylat-Liganden einen weiteren attraktiven Weg der
Polymeranbindung von Rutheniumkomplexen dar. So wurden auf diese Weise
polymergebundene Derivate von 4 und 5 erhalten, die sich durch sehr geringes Ausbluten bei
der Metathese auszeichnen.101-3
[PS] ORu
CF3COO
(CF2)3COO
O
MesN NMes
O
O
[Monolith]
AgOOC COO Ru Ph
Cl
MesN NMes
PCy3
n[PS] ORu Ph
F3CCOO
(CF2)3COO
PCy3
MesN NMes
O
231 232 233
Abbildung 9. Über den Tausch von Chlorid-Liganden erhaltene immobilisierte Katalysatoren
(PS = Polystyrol-DVB-Harz)
Allgemeiner Teil 77
Während die Aktivität von 231 und 232 bereits untersucht wurde, stand eine solche
Bestimmung der Metatheseaktivität des erst in jüngster Zeit in der Arbeitsgruppe Buchmeiser
synthetisierten Polymer-Katalysators 233107 noch aus und wurde im Rahmen einer
Kooperation von uns vorgenommen (Abschn. 4.3.3).
4.3.2 Synthese neuer Derivate von Ru-Katalysatoren der ersten und zweiten
Generation
Weil darüber noch keine Erkenntnisse vorliegen, besteht ein Interesse auch daran, durch den
Trifluoracetat-Austausch chelatisierte Monophosphin-Ru-Komplexe der ersten Generation
vom Typ 3 zu derivatisieren und die Eigenschaften der Produkte zu überprüfen. In parallelen
Arbeiten von Buchmeiser et al. wurde der wie 229 auf quervernetztem Polystyrol-Harz
immobilisierte Komplex 237 synthetisiert und uns zum Testen der Aktivität in RCM-
Reaktionen überlassen. Die von 4 ausgehende Synthese eines einkernigen Bis-trifluoracetat-
Ru-Komplexes gelang bisher nicht.
[PS] ORu
CF3COO
(CF2)3COO
O
MesN NMes
O
237
L
Ru
Cl
Cl
O
L
Ru
CF3COO
CF3COO
O
2 CF3COOAg
3 : L = PCy3; R = H
234 : L = PCy3; R = OMe
205 : L = IHMes; R = OMe
CH2Cl2, 22 °C
235 : L = PCy3; R = H
236 : L = PCy3; R = OMe
238 : L = IHMes; R = OMe
RR
Schema 72. Neue homogene und heterogene Chlorfreie-Ru-alkylidene
Die Synthese von 235, des monomeren homogenen Derivats des Ru-Komplexes 3 erfolgte
durch Umsetzung mit Silbertrifluoracetat in CH2Cl2 mit guter Ausbeute. Inspiriert durch die
unterschiedlichen Reaktivitätsprofile von 227 und 228, stellten wir uns die Frage nach der
Zugänglichkeit und den Eigenschaften der analogen Bistrifluoracetat-3-Methoxy-Derivate der
„Chlorid-Mutter-Komplexe“ 3 und 5. Komplex 234, das „chlorierte“ 3-Methoxy-Analogon
von 3 besitzt ähnliche Metatheseeigenschaften wie dieser,94d während 205
Metathesereaktionen deutlich schneller initiiert als 5 (s. Abschn. 4.1).94b
Die Synthese von 236 und 238 aus den entsprechenden Vorläufern gelang unter den selben
Bedingungen wie bei der Umsetzung ausgehend von 3. Die Produkte 236 und 238 wurden als
78 Allgemeiner Teil
violette mikrokristalline Feststoffe erhalten, während 235 in roten Nadeln kristallisierte
(Schema 72). In allen Fällen belegten das Auftreten nur eines Benzyliden-H-NMR-Signals
und das Massenspektrum, dass einkernige (monomere) Ru-Komplexe gebildet worden waren.
4.3.3 Aktivitätsstudie mit den neuen Komplexen
Soll die generelle Metatheseaktivität neuer Katalysatoren überprüft werden, so ist es
zweckmäßig, Reaktionen zu verwenden, in denen bekannte Katalysatoren, sogenannte
Benchmark-Komplexe, mit diesen verglichen werden. Auf diese Weise findet man zwar keine
neuen, katalysatorspezifischen Reaktionen, jedoch kann die generelle Aktivität neuer
Komplexe dadurch schnell abgeschätzt werden. Da mit 4 und 5 kommerziell erhältliche,
hochreaktive Ru-Katalysatoren zur Verfügung stehen, interessierte uns, ob die neuen
Katalysatoren in den gewählten Testsystemen die Reaktivität der Benchmark-Komplexe
erreichen oder übertreffen. RCM-Reaktionen als Testsysteme zu verwenden, hat mehrere
Vorteile. Die katalytischen turnovers sind in der Regel höher als z.B. bei Kreuzmetathesen,
was den Katalysatorverbrauch begrenzt. Auch ist die Bestimmung von Umsatz und
Chemoselektivität durch NMR einfach und verlässlich. Ein in Test-RCM hochaktiver
Katalysator wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit auch in anderen Reaktionen sein. Die
neuen Katalysatoren wurden in der gleichen geringen Menge verwendet, bei der Benchmark-
Komplexe die jeweilige Reaktion gerade noch mit hohen Produktausbeuten katalysieren.
Wichtig war uns auch die Selektivität der Umsetzungen, die mit vergleichsweise hohen
Substratkonzentrationen durchgeführt wurden (0.33 M). Eingesetzt wurden die bekannten
„Chlorid-Katalysatoren“ 3, 4 und 5 als Benchmark-Komplexe und Vergleichsgrundlage sowie
folgende neue Komplexe : a) die 3 strukturell ähnlichen Phosphinhaltigen homogenen Ru-
Komplexe 235 und 236, sowie der 235 analoge polymergebundene Komplex 237 (Ru-
Beladung 0.0259 mmol/g Träger), und : b) der ausgehend vom IHMes-Phosphin-Ru-Komplex
4 heterogenisierte Komplex 233 (Ru-Beladung 0.0022 mmol/g Träger)und der ausgehend von
205 erhaltene homogene IHMes-(3-Methoxy)-Komplex 238.
Als Testsysteme wurden Diethyldiallylmalonat 239,108 Diethyl-2,2-allyl-methallylmalonat
241,109 und das N-Homoallyl-Crotonamid 243110 verwendet. Die homogen katalysierten
Reaktionen wurden in einer Carousel-Workstation parallel durchgeführt, die heterogen
katalysierten in einem Thermoshaker. Weil zwar viele neuere, doch nicht alle Ru-Komplexe
Allgemeiner Teil 79
gleichermaßen luftstabil sind, wurde einheitlich unter N2-Schutzgas gearbeitet. Hinzu kommt,
dass die Komplexe bei minimalem Katalysatoreinsatz verglichen werden sollten.
EE EE
Ru
"DEDAM" 0.33 M in DCM; 45 °C; 18 h
239 240
Tabelle 7. Test-RCM von 239, (E=CO2Et)
Katalysator mol % Ausbeute 240 TON
3 0.02 81 % 4050
3 0.1 >99 % 1000
235 0.02 < 1 %
235 0.1 4 % 40
237 (Polymer) 0.02 < 1 %
237 (Polymer) 0.1 4 % 40
236 0.1 2 % 20
4 0.01 61 % 6117
4 0.02 85 % 4250
233 (Polymer) 0.01 37 % 3660
233 (Polymer) 0.02 54 % 2680
5 0.02 91 % 4550
238 0.02 28 % 1417
In den Umsetzungen mit dem Malonat 239 weisen die IHMes-Komplexe 4 und 5 ähnliche
hohe Aktivität auf wie der chelatisierte Monophosphin-Komplex 3. Dessen strukturelle
Derivate 235 - 237 zeigten unter diesen Bedingungen kaum katalytische Aktivität. Im
Gegensatz dazu steht das Ergebnis mit dem polymergebundenen Grubbs-2-Analogon 233, der
in der gleichen Größenordnung aktiv ist wie 4. Der IHMes-(3-Methoxy)-Komplex 238 zeigte
im Vergleich mit 4 und 5 eine etwas reduzierte Aktivität.
80 Allgemeiner Teil
EE EE
Ru
"DEMAM" 0.33 M in DCM; 45 °C; 18 h
241 242
Tabelle 8. Test-RCM mit 241, (E=CO2Et)
Katalysator mol % Ausbeute 242 TON
3 0.2 81 % 407
235 0.2 2 % 10
237 (Polymer) 0.2 0 %
236 0.2 2 % 20
4 0.05 36 % 720
4 0.2 99 % 500
233 (Polymer) 0.05 29 % 570
233 (Polymer) 0.2 90 % 450
5 0.2 98 % 490
238 0.2 91 % 460
In den Umsetzungen mit dem Malonat 241 ergab sich ein ähnliches Bild. Die mit den
Benchmark-Komplexen 3, 4 und 5 erzielten TONs liegen in der gleichen Größenordnung,
aber erheblich niedriger als bei der RCM von 239. Die Bildung der trisubstituierten
cyclischen Doppelbindung wurde vom polymergebundenen Grubbs-2-Analogon 233 und dem
homogenen IHMes-(3-Methoxy)-Komplex 238 genau so gut bewirkt wie von den
Benchmark-Komplexen, während die Strukturanaloga von 3 wieder kaum Aktivität zeigten.
Allgemeiner Teil 81
NO
Ph
N
Ph
O
Ru
"HACA" 0.33 M in DCM; 45 °C; 18 h
243 244
Tabelle 9. Test-RCM mit „HACA“ 243
Katalysator mol % Ausbeute 244 TON
3 0.1 11 % 110
3 0.5 92 % 180
235 0.1 < 1 %
235 0.5 8 % 16
237 (Polymer) 0.1 4 % 40
237 (Polymer) 0.5 49 % 98
236 0.1 < 1 %
4 0.02 58 % 2903
4 0.1 93 % 930
233 (Polymer) 0.02 29 % 1450
233 (Polymer) 0.1 99 % 1000
5 0.1 80 % 800
238 0.1 3 % 30
Das Crotonamid 243107 wurde von homogenen Chlorid-IHMes-Komplexen wie 4 und 5 am
effektivsten cyclisiert, während 3 im Vergleich deutlich geringere Aktivität zeigt. Dies könnte
mit der Beobachtung zusammenhängen, dass 4 und 5 generell Reaktionen elektronenarmer
Doppelbindungen viel besser katalysieren als die Komplexe der ersten Generation 2 und 3
(vgl. Abschn. 1.1). Die Derivate der ersten Generation 235237 sind auch in dieser
Umsetzung noch weit weniger aktiv als 3. Das Grubbs-2-Polymer 233 erwies sich als ähnlich
effektiv wie das homogene Chlorid-Analogon 4. Im Gegensatz zu den Umsetzungen mit den
82 Allgemeiner Teil
elektronisch neutralen RCM-Substraten 239 und 241 war hierbei der IHMes-(3-MeO)-
Komplex 238 um Größenordnungen weniger aktiv als 5.
Die Ergebnisse aller Testreaktionen zeigen, dass die getesteten homogenen und heterogenen
Trifluoracetat-Derivate 235237 von Ru-Katalysatoren der ersten Generation eine gegenüber
den Chlorid-Analoga stark verringerte Metatheseaktivität besitzen. Im Hinblick auf Olefin-
metatheseaktivität ist Chlorid bei diesem Komplextyp ein besserer Ligand als
Fluorcarboxylate. In Untersuchungen der Arbeitsgruppe Buchmeiser wurde die Eignung der
homogenen Katalysatoren 235 und 236 in Heptadiinpolymerisationen getestet (s. Schema 83).
Überraschenderweise konnte 236 das Substrat 230 polymerisieren, wenn auch mit großen
Polydispersitäten. Das ist das erste Beispiel für eine derartige Hepta-1,7-diinpolymerisation
durch einen Phosphinhaltigen Ru-Komplex.107
Die ausgehend von Chlorid-IHMes-Katalysatoren (der zweiten Generation) erhaltenen, hier
in RCM getesteten Derivate 233 und 238 zeigten hohe katalytische Aktivität. Im Falle des
neuen polymergebundenen Grubbs-2-Derivates 233 lag diese in allen 3 Testreaktionen
ähnlich hoch wie die der Benchmark-Katalysatoren 4 und 5. Der homogene IHMes-(3-MeO)-
Komplex 238 versagte zwar bei der Umsetzung des elektronenarmen Substrates 243, war
jedoch bei der Bildung der trisubstituierten Doppelbindung wie auch 4 und 5 hochaktiv.
Von unseren Kooperationspartnern durchgeführte erste Experimente mit 243 in Hepta-1,7-
diinpolymerisationen deuten darauf hin, dass dieser Diethyl-dipropargyl-malonat 229 lebend
polymerisieren kann, d.h. in derartigen Reaktionen als schneller Initiator wirkt.107
Weitere Arbeiten zu Ligandenvariationen und daraus resultierenden Eigenschaften neuer Ru-
Komplexe sind Forschungsgegenstand in unserem Laboratorium.
4.4 Zusammenfassung und Ausblick
Durch Reaktion 3-substituierter 2-Isopropoxy-styrene mit dem Grubbs-Katalysator der
zweiten Generation 4 können u.a. der 3-Phenyl-Komplex 20494a und der 3-Methoxy-Komplex
20594b dargestellt werden. Diese zeichnen sich gegenüber Ru-alkylidenen wie 4 oder 5 durch
stark erhöhte Initiationsraten in RCM-, CM- und ROM/CM-Reaktionen aus.94 In der
vorliegenden Arbeit wird gezeigt, dass von 204 bereits bei Raumtemperatur Ringöffnungs-
Kreuzmetathesereaktionen mit Norbornen-Derivaten effektiv katalysiert werden, die für
bislang bekannte Metathesekatalysatoren problematische lewis-basische Funktionalitäten, wie
Allgemeiner Teil 83
basische Stickstoffatome oder Sulfideinheiten enthalten. In den Umsetzungen mit
Allyltrimethylsilan wurden die besten Chemoselektivitäten und Ausbeuten der einfach
gekreuzten Ringöffnungsprodukte mit effektiven TONs bis 300 erzielt.
Durch den Austausch von Chlorid-Liganden bekannter phosphanfreier IHMes-Ruthenium-
alkylidene gegen Perfluorcarboxylat-Liganden können stabile, monomere chlorfreie Ru-
alkylidene erhalten werden. Auch Polymeranbindungen können auf diese Weise realisiert
werden, wobei ausblutungsfeste Polymer-Katalysatoren ähnlich hoher Aktivität wie die der
homogenen Analoga erhalten werden.101,102 Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde ein
Bis-Trifluoracetat-Derivat des 3-Methoxy-Katalysators 205 synthetisiert. Die
Austauschreaktion konnte auch auf Ru-Katalysatoren der ersten Generation, wie den
Monophosphin-Chelat-Ru-Komplex 3 und sein 3-Methoxy-Derivat angewendet werden.
In vergleichenden Untersuchungen wurde festgestellt, dass Bis-perfluorcarboxylat-Ru-
Komplexe der ersten Generation gegenüber den analogen Chlorid-Komplexen eine stark
verringerte katalytische Aktivität in ausgewählten RCM-Reaktionen aufweisen, während die
Aktivität analoger homogener und heterogener Bis-perfluorcarboxylat-Ru-Komplexe der
zweiten Generation sich nicht so stark von jener der kommerziell erhältlichen Katalysatoren 4
und 5 unterscheidet und diese teilweise erreicht. Dass die Ligandenvariation die Reaktivität
dieser Komplexe qualitativ verändert, macht ihre unterschiedliche katalytische Aktivität in
Alkinpolymerisationen deutlich.
II Experimenteller Teil
1 Allgemeine Bemerkungen
1H-NMR-Spektren wurden mit den Geräten DRX 500 (500 MHz) und AM 400 (400 MHz)
der Firma BRUKER aufgenommen. Als Lösungsmittel und interner Standard dienten
Deuterochloroform (CDCl3), Deuterodichlormethan (CD2Cl2), Deuterobenzol (C6H6) und
Deuteromethanol (CD3OD). Die chemischen Verschiebungen sind in dimensionslosen δ-
Werten (ppm) relativ zum Signal von Tetramethylsilan angegeben. In Klammern sind die
Signalmultiplizitäten, die Kopplungskonstanten (J) in [Hz] und die durch elektronische
Integration ermittelte Protonenzahl angegeben. In einigen Fällen werden Zuordnungen zur
Molekülstruktur vorgenommen. Die Multiplizitäten sind wie folgt vermerkt: s (Singulett), d
(Dublett), t (Triplett), q (Quartett), m (Multiplett), br (verbreitertes Signal). Die Spektren
wurden soweit nicht anders angegeben bei Raumtemperatur aufgenommen.
13C-NMR-Spektren wurden mit Geräten DRX 500 (125,8 MHz) und AM 400 (100,6 MHz)
der Firma BRUKER aufgenommen. Als Lösungsmittel und Referenzsubstanz dienten
Deuterochloroform (CDCl3), Deuterodichlormethan (CD2Cl2), Deuterobenzol (C6H6) und
Deuteromethanol (CD3OD). Die chemischen Verschiebungen sind den Protonen-
breitbandentkoppelten Spektren entnommen und in δ-Werten (ppm) angegeben. Angaben zur
Zahl direkt gebundener Protonen sind den DEPT-Spektren entnommen und wie folgt
vermerkt: s (CH2-Gruppe), q (quartäres Kohlenstoffatom). In einigen Fällen werden
Zuordnungen zur Molekülstruktur vorgenommen.
2D-NMR-Spektren (COSY, HMQC, HMBC) wurden mit dem Gerät DRX 500 (500 MHz),
aufgenommen. COSY und HMBC Spektren wurden mit Gradientenfeld, HMQC Spektren
ohne Gradienten aufgenommen. NOE-Messungen wurden ebenfalls mit diesem Gerät
durchgeführt.
IR-Spektren wurden mit dem Infrarot-Spektrophotometer 881 der Firma PERKIN-ELMER
und dem FTIR-Spectrometer Magna 750 der Firma NICOLET aufgenommen. Die Spektren
wurden als ATR (Attenuated Total Reflectance) aufgenommen. Die Lage der Banden ist in
Wellenzahlen [cm-1] angegeben. Die Bandenintensitäten sind wie folgt vermerkt: ss (sehr
stark), s (stark), m (mittel), w (schwach), br (breit).
Experimenteller Teil 85
Massenspektren (LRMS) sowie hochaufgelöste Massenspektren (HRMS wurden auf einem
MAT 95 SQ der Firma FINNIGAN aufgenommen. Die Proben wurden bei einem
Ionisierungspotential von 70 eV durch Elektronenstoß (EI) ionisiert. Die jeweilige
Verdampfungstemperatur wurde vermerkt. Die relativen Signalintensitäten sind in Klammern
in Prozent angegeben.
GC-MS-Messungen wurden mit dem Gaschromatographen HP 6890 (Säule HP-5MS;
crosslinked mit 5 % PH ME Siloxane, mit Helium als Trägergas, Injektionstemperatur 250
°C) unter Verwendung des massensensitiven Detektors HP 5973 mit Elektronenstoß-
Ionisation (EI) durchgeführt.
Elementaranalysen wurden mit einem Elementar Vario El der Firma ANALYTIK JENA
durchgeführt.
Schmelzpunkte wurden mit einem Leica Galen III Heiztischmikroskop der Firma LEICA mit
einer Steuereinheit der Firma WAGNER-MUNZ bestimmt und sind nicht korrigiert.
Drehwerte wurden an einem Polarimeter 341 der Firma PERKIN-ELMER bei
Raumtemperatur und der Wellenlänge von 589 nm (Natrium-D-Linie) gemessen. Das
verwendete Lösungsmittel ist entsprechend vermerkt. Die Konzentration ist in g/100 ml
angegeben.
Dünnschichtchromatogramme wurden mit DC-Folien (Kieselgel 60 F 254, Schichtdicke
0.2 mm) angefertigt. Zur qualitativen Analyse dienten Kaliumpermanganat, Ninhydrin,
Anisaldehyd und Iod.
Säulenchromatographie wurde (soweit nicht anders vermerkt) mit Flash-Kieselgel der
Firma MERCK (Korngröße 0.03 - 0.06 mm) bei 0.5 bis 1.0 bar Überdruck ausgeführt.
Lösungsmittel wurden vor Gebrauch destilliert und gegebenenfalls getrocknet. Als
Trocknungsmittel dienten Natrium (für Tetrahydrofuran, Diethylether und Toluol), Siccapent
(für Dichlormethan) und Magnesium für Methanol. Andere verwendete Lösungsmittel
wurden über Molekularsieb 4 Ǻ getrocknet.
86 Experimenteller Teil
Metathesereaktionen wurden in einigen Fällen in einer glove box MB 150B-G der Firma
BRAUN (Stickstoffatmosphäre) bzw. in einer Carousel Reaction Station der Firma
RADLEYS DISCOVERY TECHNOLOGIES durchgeführt.
Chemische Namen für die synthetisierten Verbindungen wurden mit dem BEILSTEIN-
AutoNom Program Version 4.0 erstellt und entsprechen der Beilstein-Nomenklatur. In
einigen Fällen wurde zum besseren Verständnis von dieser Nomenklatur abgewichen.
Experimenteller Teil 87
2 Versuchsvorschriften und spektroskopische Daten
zu Abschnitt 2.3
2-(2,2,2-Trichlorethoxycarbonylamino)-pent-4-ensäuremethylester (49)
C-Allylglycin (1.22 g, 10.6 mmol) wurde in 40 ml MeOH suspendiert. Zu
der gerührten Suspension wurde Thionylchlorid (1.8 g, 15 mmol) bei 0 °C
tropfenweise zugegeben und das Reaktionsgemisch 18 h bei Raumtemperatur gerührt. Danach
wurden alle flüchtigen Bestandteile des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck
entfernt. Das glasig-kristalline Rohprodukt wurde in 60 ml CH2Cl2 gelöst. Dazu wurde bei 0
°C Pyridin (2.17 g, 27.5 mmol) und Chlorameisensäure-2,2,2-trichlorethylester (2.17 g, 13.5
mmol) zugegeben. Das Reaktionsgemisch wurde 6 h bei Raumtemperatur gerührt. Danach
wurden 5 ml MeOH zugegeben und weitere 4 h bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend
wurde das Reaktionsgemisch mit 150 ml MtBE verdünnt, zweimal mit 60 ml gesättigter
NaHCO3-Lösung und danch mit 60 ml NaCl-Lösung extrahiert, mit Na2SO4 getrocknet und
unter vermindertem Druck eingeengt. Nach säulenchromatographischer Reinigung des
Rückstandes an Kieselgel (Hex:MtBE 10:1) wurde 49 (2.366 g, 7.74 mmol, 73 %) als
farbloses, hochviskoses Öl erhalten.
MeO2C
NHTroc
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 2.49-2.58 (m, 1H), 2.59-2.67 (m, 1H), 3.77 (s, 3H),
4.40-4.50 (m, 1H), 4.66-4.80 (m, 2H), 5.11-5.22 (m, 2H), 5.49-5.58 (br, 1H), 5.63-5.75 (m,
1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 36.64 (s), 52.60, 53.55 , 74.69 (s), 95.41 (q),
119.77 (s), 131.70, 154.00 (q), 171.75 (q)
IR : (cm-1) 729 (w), 819 (w), 1213 (m), 1521 (w), 1730 (s), 2955 (w), 3345 (br)
EI-MS (70°C) : m/z= 306, 304 (M+), 262 (60), 244 (40), 226 (50), 138 (65), 94 (90), 69
(100%)
HR-MS : (C6H7O4NCl3; M+- C3H5) ber. 261.9441, gef. 261.9443
CHN-Analyse : ber. für C9H12O4NCl3 (%) : C 35.49, H 3.97, N 4.60; gef.: C 35.48, H 4.00, N
4.52
88 Experimenteller Teil
Allgemeine Arbeitvorschrift A zu den Kreuzmetathesereaktionen von Allyl- und
Vinylglycinderivaten mit Vinylcarbinolen : Die Reaktionen wurden in Apparaturen bestehend
aus Zweihalskolben, Rückflußkühler und Ölbad mit Thermofühler unter N2–Schutzgas
durchgeführt. Die Reaktanden wurden in frisch absolutiertem CH2Cl2 gelöst und anschließend
wurde eine Lösung des Katalysators in Dichlormethan zugegeben. Die gerührten
Reaktionslösungen wurden 18 h bei 45-50 °C Badtemperatur refluxiert, wobei sich das
Lösungsmittel zum großen Teil verflüchtigte. Der Reaktionsfortschritt wurde durch
Dünnschichtchromatographie und Roh-1H-NMR verfolgt. Nach dem Einengen der
Reaktionsgemische unter vermindertem Druck wurden die Produkte durch
Säulenchromatographie an Kieselgel mit Hexan/MtBE/Methanol als Eluentensystem gereinigt
und als leicht braun gefärbte Öle erhalten. Die Kreuzprodukte entstanden als
chromatographisch nicht trennbare Diastereomerengemische.
Im Falle der Produkte der Kreuzmetathesen unter Beteiligung von Buten-3-ol, bei denen nach
Umsetzung der Kreuzmetathese-Rohprodukte mit BF3*Et2O entsprechend der allgemeinen
Arbeitsvorschrift B nicht vorwiegend trans-2,6-disubstituierte 1,2,5,6-Tetrahydropyridine
entstanden, wurde mit Ausnahme von 56 auf eine Reinigung und Charakterisierung
verzichtet. In diesen Fällen werden nur Roh-1H-NMR-Daten angegeben.
2-tert-Butoxycarbonylamino-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester (56)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-Boc-
allylglycinmethylester 48 (106 mg, 0.46 mmol), Buten-3-ol 47 (66
mg, 0.92 mmol) und Katalysator 4 (4.5 mg, 1.5 mol %) in 4 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h
refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der
Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert. Produkt
56 (106 mg, 0.386 mmol, 85 %) wurde als Diastereomerengemisch in Form eines leicht braun
gefärbten Öls erhalten.
MeO2C
NHBoc OH
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.23 (d, J = 7Hz, 3H), 1.43 (s, 9H), 1.70-1.89 (br,
1H), 2.36-2.57 (m, 2H), 3.72 (s, 3H), 4.21-4.29 (br, 1H), 4.32-4.39 (br, 1H) 5.05-5.13 (br,
1H), 5.47-5.57 (m, 1H), 5.58-5.65 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 23.30, 28.36, 35.35 (s), 52.35, 53.20, 68.26, 68.39,
80.02 (q), 123.86, 138.91, 155.26 (q), 172.62 (q)
IR : (cm-1) 778 (w), 860 (w), 1057 (m), 1162 (s), 1336 (m), 1507 (m), 1696 (s), 1741 (m),
2929 (w), 2975 (w), 3358 (br)
EI-MS (80°C) : m/z= 273 (M+), 199 (10), 140 (20), 96 (24), 88 (40), 68 (44), 57 (100%)
Experimenteller Teil 89
HR-MS : (C13H23O5N) ber. 273.1576, gef. 273.1587
CHN-Analyse : ber. für C13H23O5N (%) C 57.13, H 8.48, N 5.12; gef.: C 56.77, H 8.43, N
4.96
2-(2,2,2-Trichlorethoxycarbonylamino)-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester (61)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-Troc-
allylglycinmethylester 49 (150 mg, 0.5 mmol), Buten-3-ol 47 (72 mg,
1 mmol) und Katalysator 4 (12.7 mg, 3 mol %) in 5 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h refluxiert.
Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der Rückstand
säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert. Produkt 61 (138
mg, 0.4 mmol, 80 %) wurde als Diastereomerengemisch in Form eines leicht braun gefärbten
Öls erhalten.
MeO2C
NHTroc OH
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.20-1.27 (m, 3H), 1.92-2.06 (br, 1H), 2.44-2.67 (m,
2H), 3.75 (s, 3H), 4.21-4.29 (br, 1H), 4.37-4.49 (br, 1H), 4.65-4.77 (m, 2H), 5.46-5.57 (m,
1H), 5.59-5.68 (m, 1H), 5.69-5.78 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 23.35, 35.10 (s), 52.64, 53.81, 68.16, 68.32, 74.69
(s), 95.41 (q), 123.10, 123.20, 139.40, 154.06 (q), 171.83 (q)
IR : (cm-1) 728 (m), 1047 (m), 1214 (m), 1530 (m), 1727 (s), 2956 (w), 3341 (br)
EI-MS (50°C) : m/z= 349 (M+), 347, 272 (35), 270 (35), 133 (38), 131 (40), 68 (100%)
HR-MS : (C11H14O4NCl3; M+- H2O) ber. 328.9988, gef. 328.9991
CHN-Analyse : ber. für C11H16O5NCl3 (%) C 37.90, H 4.63, N 4.02; gef.: C 38.21, H 4.84, N
3.90
2-(9H-Fluoren-9-ylmethoxycarbonylamino)-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester (62)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-Fmoc-
allylglycinmethylester 50 (175 mg, 0.5 mmol), Buten-3-ol 47 (72 mg,
1 mmol) und Katalysator 4 (12.7 mg, 3 mol %) in 5 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h refluxiert.
Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der Rückstand
säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert. Produkt 62 (126
mg, 0.36 mmol, 72 %) wurde als Diastereomerengemisch in Form eines leicht braun
gefärbten Öls erhalten.
MeO2C
NHFmoc OH
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.23 (d, J = 7Hz, 3H), 1.80-1.95 (br, 1H), 2.42-2.61
(m, 2H), 3.75 (s, 3H), 4.19-4.29 (m, 2H), 4.37-4.42 (m, 2H) 4.42-4.52 (br, 1H), 5.40-5.48 (m,
90 Experimenteller Teil
1H), 5.48-5.58 (m, 1H), 5.58-5.66 (m, 1H), 7.33 (t, J=7Hz, 2H), 7.42 (t, J=7Hz, 2H), 7.56-
7.62 (m, 2H), 7.78 (d, J=7Hz, 2H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 23.36, 26.99, 35.29 (s), 47.21, 52.52, 53.61, 67.10
(s), 68.24, 68.37, 120.08, 123.53, 123.57, 125.13, 127.14, 127.80, 139.17, 139.23, 141.39 (q),
143.81 (q), 143.93 (q), 155.83 (q), 172.28 (q)
IR : (cm-1) 741 (m), 760 (m), 1054 (m), 1214 (m), 1450 (m), 1529 (m), 1719 (s), 2954 (w),
2968 (w), 3337 (br)
EI-MS (140°C) : m/z= 395 (M+), 178 (100%), 165 (15)
HR-MS : (C23H25O5N) ber. 395.1733, gef. 395.1739
CHN-Analyse : ber. für C23H25O5N (%) C 70.03, H 6.37, N 3.54; gef.: C 69.64, H 6.76, N
3.21
2-Benzyloxycarbonylamino-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester (63)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-Cbz-
allylglycinmethylester 51 (180 mg, 0.684 mmol), Buten-3-ol 47 (99
mg, 1.37 mmol) und Katalysator 4 (17.2 mg, 3 mol %) in 6 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h
refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der
Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert. Produkt
63 (155 mg, 0.505 mmol, 74 %) wurde als Diastereomerengemisch in Form eines leicht braun
gefärbten Öls erhalten.
MeO2C
NHCbz OH
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.16-1.27 (m, 3H), 1.65-1.75 (br, 1H), 2.39-2.50 (m,
1H), 2.51-2.60 (m, 1H), 3.65-3.78 (m, 3H), 4.07-4.27 (br, 1H), 4.30-4.55 (br, 1H), 5.06-5.17
(m, 2H), 5.30-5.40 (m, 1H), 5.45-5.56 (m, 1H), 5.57-5.65 (m, 1H), 7.28-7.39 (m, 5H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 23.30, 35.33 (s), 52.49, 53.59, 67.10 (s), 68.25,
68.38 , 123.57, 128.23, 128.30, 128.61, 136.25 (q), 139.18, 155.79 (q), 172.22 (q)
IR : (cm-1) 698 (m), 1057 (m), 1214 (m), 1527 (m), 1718 (s), 2968 (w), 3344 (br)
EI-MS (140°C) : m/z= 307 (M+), 289, 248 (10), 204 (8), 183 (4), 154 (6), 91 (100%)
HR-MS : (C16H21O5N; M+) ber. 307.1420, gef. 307.1421
CHN-Analyse : ber. für C16H21O5N (%) C 62.53, H 6.89, N 4.55; gef.: C 62.56, H 6.97, N
4.17
Experimenteller Teil 91
2-(Toluen-4-sulfonylamino)-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester (64)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-Tos-
allylglycinmethylester 52 (141 mg, 0.5 mmol), Buten-3-ol 47 (72 mg,
1 mmol) und Katalysator 4 (12.7 mg, 3 mol %) in 5 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h refluxiert.
Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde das erhaltene
Rohprodukt NMR-spektroskopisch analysiert (0.375 mmol 64, 75 %) und direkt
weiterverarbeitet.
MeO2C
OHNHTs
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.20-1.32 (m, 3H), 2.35-2.52 (m, 5H), 3.48-3.57 (m,
3H), 3.97-4.03 (m, 1H), 4.19-4.26 (m, 1H), 5.06-5.12 (br, 1H), 5.40-5.62 (m, 2H), 7.26-7.32
(m, 2H), 7.69-7.74 (m, 2H)
2-(4-Nitrobenzensulfonylamino)-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester (65)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-(p-
Nos)-allylglycinmethylester 53 (62 mg, 0.2 mmol), Buten-3-ol 47 (29
mg, 0.4 mmol) und Katalysator 4 (5 mg, 3 mol %) in 2 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h refluxiert.
Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde das erhaltene
Rohprodukt NMR-spektroskopisch analysiert (0.156 mmol 65, 80 %) und direkt
weiterverarbeitet.
MeO2C
OHNHNs
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.22-1.32 (m, 3H), 2.43-2.56 (m, 2H), 3.56-3.62 (m,
3H), 4.07-4.36 (m, 2H), 5.23-5.34 (br, 1H), 5.42-5.68 (m, 2H), 8.01-8.08 (m, 2H), 8.32-8.37
(m, 2H)
2-Acetylamino-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester (66)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-Acetyl-
allylglycinmethylester 54 (69 mg, 0.4 mmol), Buten-3-ol 47 (58 mg,
0.8 mmol) und Katalysator 4 (10 mg, 3 mol %) in 4 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h refluxiert.
Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde das erhaltene
Rohprodukt unter Verwendung von Durol als internem Standard NMR-spektroskopisch
analysiert (0.264 mmol 66, 66 %) und direkt weiterverarbeitet.
MeO2C
OHNHAc
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.21-1.30 (m, 3H), 2.01 (s, 3H), 2.39-2.62 (m, 2H),
3.71-3.78 (m, 3H), 4.22-4.36 (m, 2H), 5.35-5.68 (m, 2H), 5.90-6.20 (br, 1H)
92 Experimenteller Teil
2-Benzoylamino-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester (67)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-
Benzoyl-allylglycinmethylester 55 (48 mg, 0.2 mmol), Buten-3-ol 47
(29 mg, 0.4 mmol) und Katalysator 4 (5 mg, 3 mol %) in 2 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h
refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde das
erhaltene Rohprodukt NMR-spektroskopisch analysiert (0.19 mmol 67, 95 %) und direkt
weiterverarbeitet.
MeO2C
OHNHBz
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.17-1.30 (m, 3H), 2.48-2.75 (m, 2H), 3.74-3.82 (m,
3H), 4.22-4.34 (m, 2H), 5.47-5.69 (m, 2H), 6.68-6.90 (br, 1H), 7.35-7.55 (m, 3H), 7.75-7.85
(m, 2H)
Allgemeine Arbeitvorschrift B zu den BF3*Et2O-induzierten kationischen
Cyclisierungsreaktionen der Kreuzmetatheseprodukte : Die Reaktionen wurden in
Rundkolben ohne Luftausschluss durchgeführt. Zu einer 0.05 M Lösung des jeweiligen
Kreuzmetathese-Produktes in trockenem CH2Cl2 wurde BF3*Et2O mit einer Hamilton-
Spritze zugegeben und anschließend wurde für die jeweils angegebene Zeitdauer bei
Raumtemperatur gerührt und der Reaktionsfortschritt dünnschichtchromatographisch verfolgt.
Danach wurde mit dem doppelten Volumen gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht und 15
min stark gerührt. Nach Zugabe des 5-fachen Reaktionsvolumens MtBE wurde die wässrige
Phase abgetrennt, die organische Phase mit NaCl-Lösung gewaschen, mit Na2SO4 getrocknet
und unter vermindertem Druck eingeengt. Die so erhaltenen trans-2,6-disubstituierten 1,2,5,6-
Tetrahydropyridine wurden durch Säulenchromatographie an Kieselgel mit Hexan/MtBE als
Eluentensystem gereinigt. Eine Trennung der in manchen Fällen entstandenen
Diastereomerengemische war dabei nicht möglich. Das Diastereomerenverhältnis wurde
durch 1H-NMR und GC-MS bestimmt.
Im Falle der durch Roh-1H-NMR, COSY und GC-MS erkannten Bildung anderer Produkte
wurde bis auf 59 und 140 auf eine Reinigung und Charakterisierung verzichtet.
2-Oxo-6-propenyl-[1,3]oxazinan-4-carbonsäuremethylester (59)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden 2-(N-Boc)-
amino-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester 56 (106 mg, 0.388 mmol)
und BF3*Et2O (71 mg, 0.5 mmol) in 8 ml CH2Cl2 gelöst und 90 min bei
Raumtemperatur gerührt. Danach wurde mit 16 ml gesättigter NaHCO3-
N
H
O
OMeO2C
Experimenteller Teil 93
Lösung gequencht, 15 min stark gerührt und anschließend 40 ml MtBE zugegeben. Nach
Phasentrennung wurde die organische Phase mit NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4
getrocknet. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde
der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 10:1) gereinigt. Produkt 59 (55
mg, 0.275 mmol, 71 %) wurde als Diastereomerengemisch (cis:trans 1:1.2)als farbloses Öl
erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.73 (d, J=7Hz, 3H cis+trans), 1.80-1.90 (m, 1H cis),
2.06-2.14 (m, 1H trans), 2.19-2.25 (m, 1H trans), 2.34-2.40 (m, 1H cis), 3.79 (s, 3H
cis+trans), 4.12-4.20 (m, 1H cis+trans), 4.69-4.80 (m, 1H cis+trans), 5.46-5.92 (m, 2H
cis+trans), 6.06-6.12 (br, 1H cis+trans)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 17.72, 17.76, 28.81 (s), 30.17 (s), 50.79, 52.09,
52.99, 75.10, 76.92, 127.30, 127.67, 130.48, 130.70, 152.71 (q), 170.21 (q), 171.23 (q)
IR : (cm-1) 762 (m), 1061 (m), 1215 (s), 1437 (m), 1705 (ss), 1740 (s), 2918 (w), 3265 (w)
EI-MS (50°C) : m/z= 199 (M+), 140 (25), 96 (100%)
2-Oxo-6-propenyl-[1,3]oxazinan-3,4-dicarbonsäure-3-tert-butylester-4-methylester (60)
Zu in 3 ml CH
3CN gelöstem 2-Oxooxazinan 59 (61 mg, 0.306 mmol)
wurden Di-tert-butylpyrocarbonat (153 mg, 0.7 mmol), Et3N (70 mg, 0.7
mmol) und DMAP (10 mg) gegeben. Danach wurde das
Reaktionsgemisch 4 h bei 75 °C gerührt und anschließend nach Zugabe
von 20 ml MtBE zweimal mit 10 ml NaHCO3-Lösung und mit 10 ml
NaCl-Lösung extrahiert. Nach Trocknung der organischen Phase mit Na2SO4 wurde diese
unter vermindertem Druck eingeengt. Nach säulenchromatographischer Reinigung des
Rückstandes an Kieselgel (Hex:MtBE 3:1) wurde 60 (62 mg, 0.207 mmol, 68 %) als
Diastereomerengemisch (cis/trans 1:1.2) in Form eines gelben Öls erhalten.
N
O
OMeO2C
Boc
H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.49 (s, 9+9H), 1.71 (d, J=7Hz, 3+3H), 1.91-2.00 (m,
1H), 2.09-2.17 (m, 1H), 2.25-2.31 (m, 1H), 2.42-2.50 (m, 1H), 3.73 (s, 3H), 3.79 (s, 3H),
4.56-4.62 (m, 1H), 4.62-4.70 (m, 1+1H), 4.71-4.75 (m, 1H), 5.41-5.49 (m, 1+1H), 5.78-5.89
(m, 1+1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 17.71, 17.76, 27.86, 30.59 (s), 31.88 (s), 52.72,
52.93, 55.80, 56.06, 75.35, 75.76, 84.47 (q), 126.45, 126.95, 131.55, 148.11 (q), 149.04 (q),
151.43 (q), 151.61 (q), 170.97 (q), 171.10 (q)
94 Experimenteller Teil
IR : (cm-1) 778 (w), 968 (w), 1103 (m), 1156 (s), 1208 (s), 1300 (s), 1370 (m), 1439 (w),
1723 (s), 1751 (ss), 1797 (s), 2979 (w)
EI-MS (50°C) : m/z= 242 (M+-tBu), 199 (20), 140 (50), 96 (36), 57 (100%)
HR-MS : (C13H20O4N; M+- HO2C) ber. 254.1392, gef. 254.1395
6-Methyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1,2-dicarbonsäure-2-methylester-1-(2,2,2-
trichlorethyl)-ester (68a,b)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden 2-(N-Troc)-
amino-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester 61 (150 mg, 0.43 mmol) und
BF3*Et2O (77 mg, 0.54 mmol) in 9 ml CH2Cl2 gelöst und 30 min bei
Raumtemperatur gerührt. Danach wurde mit 20 ml gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht, 15
min stark gerührt und anschließend 40 ml MtBE zugegeben. Nach Phasentrennung wurde die
organische Phase mit NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4 getrocknet. Nach dem
Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der Rückstand
säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 10:1) gereinigt. Produkt 68a,b (128 mg, 0.387
mmol, 90 %) wurde als Diastereomerengemisch (trans:cis 5:1) in Form eines farblosen Öls
erhalten.
N
MeO2C
Troc
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.22-1.44 (m, 3H), 2.32-2.80 (m, 2H), 3.62-3.72 (m,
3H), 4.36-4.46 (br, 1H), 4.60-4.96 (m, 3H), 5.56-5.90 (m, 2H)
1H-NMR (500 MHz; C6D6; 55°C) : δ(ppm) 1.27-1.39 (br, 3H), 1.96-2.07 (br, 1H cis), 2.08-
2.17 (br, 1H trans), 2.34-2.43 (br, 1H trans), 2.47-2.54 (br, 1H cis), 3.20-3.28 (br, 3H cis),
3.31 (s, 3H trans), 4.35-4.54 (br, 2H), 4.68-4.84 (br, 2H), 5.22-5.39 (br, 1H), 5.41-5.49 (m,
1H)
1H-NMR (500 MHz; CD3OD) : δ(ppm) 1.20-1.45 (br, 3H), 2.31-2.43 (br, 1H cis), 2.50-2.65
(br, 2H trans), 2.66-2.75 (br, 1H cis), 3.61-3.74 (br, 3H), 4.27-4.54 (br, 1H), 4.65-4.74 (br,
1H), 4.75-5.00 (m, 2H), 5.57-5.67 (m, 1H cis), 5.72-5.90 (br, 2H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 19.46, 20.60, 21.23, 22.24, 24.94 (s), 25.29 (s),
25.85 (s), 26.09 (s), 48.61, 48.76, 49.28, 49.66, 50.72, 50.95, 52.31, 52.48, 52.58, 55.01,
75.06 (s), 75.15 (s), 75.41 (s), 75.50 (s), 95.37 (q), 120.87, 121.36, 121.56, 122.05, 128.65,
129.05, 131.94, 132.07, 154.31 (q), 155.47 (q), 171.92 (q), 171.98 (q), 172.37 (q)
IR : (cm-1) 718 (m), 1039 (w), 1109 (m), 1209 (m), 1321 (m), 1400 (s), 1717 (s), 1751 (s),
2954 (w)
Experimenteller Teil 95
EI-MS (50°C) : m/z= 331 (M+-H2O), 329, 272 (95), 270 (100%), 256 (20), 254 (22), 154
(50), 133 (34), 131 (36), 80 (37)
HR-MS : (C11H14O4NCl3; M+) ber. 328.9988, gef. 328.9987
CHN-Analyse : ber. für C11H14O4NCl3 (%) C 39.97, H 4.27, N 4.24; gef.: C 40.10, H 4.54, N
4.20
Arbeitsvorschrift für die Überführung von 6-Methyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1,2-
dicarbonsäure-2-methylester-1-(2,2,2-trichlorethyl)-ester 68a,b (Diastereomerengemisch,
trans:cis = 5:1) in das korrespondierende, literaturbekannte N-Benzylderivat 75a,b :
Zu einer Mischung aus 4 ml THF, 2 ml HOAc und 1 ml H2O wurden 6-Methyl-3,6-dihydro-
2H-pyridin-1,2-dicarbonsäure-2-methylester-1-(2,2,2-trichlorethyl)-ester 68a,b (128 mg,
0.387 mmol) und Zinkstaub (260 mg, 4 mmol) gegeben. Das Reaktionsgemisch wurde 18 h
bei Raumtemperatur gerührt, danach filtriert und unter vermindertem Druck eingeengt. Der
ölige Rückstand wurde in 10 ml CH2Cl2 gelöst und mit 10 ml gesätt. NaHCO3-Lösung
extrahiert. Danach wurde die organische Phase durch Zugabe von methanolischer HCl
angesäuert und unter vermindertem Druck eingegengt. Der zurückbleibende Feststoff wurde
in 10 ml CH3CN gelöst. Zur Lösung wurden anschließend Kaliumcarbonat (138 mg, 1 mmol)
und Benzylbromid (103 mg, 0.6 mmol) zugegeben und diese 18 h bei Raumtemperatur
gerührt. Nach Filtration wurde das Filtrat unter vermindertem Druck eingeengt, wobei das
Rohprodukt 75a,b erhalten wurde. Die Produktidentität und das Diastereomerenverhältnis
(trans:cis = 5:1) wurden durch Vergleich des 1H-NMR-Spektrums mit Literaturdaten74a
festgestellt.
6-Methyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1,2-dicarbonsäure-1-(9H-fluoren-9-ylmethyl)-ester-2-
methylester (69a,b)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden 2-(N-Fmoc)-
amino-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester 62 (123 mg, 0.31 mmol) und
BF3*Et2O (55 mg, 0.39 mmol) in 6 ml CH2Cl2 gelöst und 30 min bei
Raumtemperatur gerührt. Danach wurde mit 12 ml gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht, 15
min stark gerührt und anschließend 40 ml MtBE zugegeben. Nach Phasentrennung wurde die
organische Phase mit NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4 getrocknet. Nach dem
Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der Rückstand
säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 10:1) gereinigt. Produkt 69a,b (55 mg, 0.251
NMeO2C
Fmoc
96 Experimenteller Teil
mmol, 81 %) wurde als Diastereomerengemisch (trans:cis 5:1) in Form eines farblosen Öls
erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.04-1.40 (m, br, 3H), 2.28-2.74 (m, br, 2H), 3.56-
3.80 (br, 3H), 4.15-4.75 (br, 5H), 5.48-5.88 (m, 2H), 7.25-7.36 (m, 2H), 7.36-7.46 (m, 2H),
7.48-7.70 (br, 2H), 7.78 (d, J=7Hz, 2H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 21.93, 22.60, 26.34 (s), 47.36, 48.26, 49.38, 52.45,
54.51, 67.53 (s), 119.88, 120.02, 120.21, 120.86, 125.02, 127.03, 127.25, 127.48, 127.63,
127.83, 132.39, 141.42 (q), 144.10 (q), 156.03 (q), 172.43 (q)
IR : (cm-1) 740 (m), 1072 (w), 1208 (m), 1321 (m), 1402 (m), 1701 (s), 1747 (m), 2951 (w)
EI-MS (150°C) : m/z= 377 (M+), 178 (100%), 165 (10)
HR-MS : (C23H23O4N) ber. 377.1627, gef. 377.1622
Arbeitsvorschrift für die Überführung von 6-Methyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1,2-
dicarbonsäure-1-(9H-fluoren-9-ylmethyl)-ester-2-methylester 69a,b (Diastereomerengemisch,
trans:cis = 5:1) in das korrespondierende, literaturbekannte N-Benzylderivat 75a,b :
Zu einer Lösung von 6-Methyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1,2-dicarbonsäure-2-methylester-1-
(9H-fluoren-9-ylmethyl)-ester 69a,b (95 mg, 0.252 mmol) in 5 ml THF wurde Piperidin (60
mg, 0.7 mmol) zugegeben. Das Reaktionsgemisch wurde 18 h bei Raumtemperatur gerührt,
und danach unter vermindertem Druck (> 100 mbar) eingeengt. Der ölige Rückstand wurde in
6 ml CH3CN gelöst. Zur Lösung wurden anschließend Kaliumcarbonat (70 mg, 0.5 mmol)
und Benzylbromid (68 mg, 0.4 mmol) zugegeben und diese 18 h bei Raumtemperatur gerührt.
Nach Filtration wurde das Filtrat unter vermindertem Druck eingeengt, wobei Rohprodukt
75a,b roh erhalten wurde. Die Produktidentität und das Diastereomerenverhältnis (trans:cis =
5:1) wurden durch Vergleich des 1H-NMR-Spektrums mit Literaturdaten74a festgestellt.
6-Methyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1,2-dicarbonsäure-1-benzylester-2-methylester (70a,b)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden 2-(N-Cbz)-
amino-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester 63 (104 mg, 0.338 mmol) und
BF3*Et2O (60 mg, 0.43 mmol) in 7 ml CH2Cl2 gelöst und 30 min bei
Raumtemperatur gerührt. Danach wurde mit 15 ml gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht, 15
min stark gerührt und anschließend 40 ml MtBE zugegeben. Nach Phasentrennung wurde die
organische Phase mit NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4 getrocknet. Nach dem
Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der Rückstand
säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 10:1) gereinigt. Produkt 70a,b (39 mg, 0.270
N
MeO2C
Cbz
Experimenteller Teil 97
mmol, 80 %) wurde als Diastereomerengemisch (trans:cis 5:1) in Form eines farblosen Öls
erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.22-1.41 (br, 3H), 2.30-2.39 (m, 1H cis-Isomer),
2.47-2.55 (m, 1H trans-Isomer), 2.65-2.76 (m, 1H), 3.49-3.75 (br, 3H), 4.36-4.50 (br, 1H),
4.73-4.80 (m, 1H), 5.00-5.26 (br, 2H), 5.50-5.66 (m, 1H cis-Isomer), 5.66-5.85 (m, 2H), 7.25-
7.42 (m, 5H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 20.62, 21.50, 22.34, 25.09 (s), 26.13 (s), 48.28,
49.07, 49.41, 50.37, 52.32, 54.56, 67.41 (s, br), 120.92, 121.95, 127.97, 128.06, 128.52,
132.13, 132.36, 136.62 (q), 156.33 (q), 172.48 (q), 172.86 (q)
IR : (cm-1) 699 (m), 778 (w), 1068 (m), 1210 (m), 1323 (m), 1400 (m), 1702 (s), 1748 (s),
2953 (w)
EI-MS (100°C) : m/z= 289 (M+), 274, 230 (25), 186 (40), 154 (30), 91 (100%)
HR-MS : (C16H19O4N; M+) ber. 289.1314, gef. 289.1319
CHN-Analyse : ber. für C16H19O4N (%) C 66.42, H 6.62, N 4.84; gef.: C 66.27, H 6.71, N
4.38
6-Methyl-1-(toluen-4-sulfonyl)-1,2,3,6-tetrahydropyridin-2-carbonsäuremethylester
(71a,b)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden 2-(Toluen-4-
sulfonylamino)-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester 64 (156 mg
Rohprodukt, 0.375 mmol netto) und BF3*Et2O (89 mg, 0.625 mmol) in 7
ml CH2Cl2 gelöst und 30 min bei Raumtemperatur gerührt. Danach wurde mit 14 ml
gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht, 15 min stark gerührt und anschließend 35 ml MtBE
zugegeben. Nach Phasentrennung wurde die organische Phase mit NaCl-Lösung gewaschen
und mit Na2SO4 getrocknet. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem
Druck wurde das erhaltene Rohprodukt NMR-spektroskopisch (unter Verwendung von Durol
als internem Standard) und mittels GC-MS analysiert (0.34 mmol 71a,b, 90 %;
Diastereomerengemisch, cis:trans = 1:1).
N
MeO2C
Ts
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.20-1.30 (m, 3H), 2.38-2.66 (m, 5H), 3.68-3.75 (m,
3H), 4.30-4.47 (m, 1H), 4.63-4.85 (m, 1H), 5.49-5.62 (m, 2H), 7.26-7.32 (m, 2H), 7.69-7.74
(m, 2H)
98 Experimenteller Teil
6-Methyl-1-(4-nitro-benzensulfonyl)-1,2,3,6-tetrahydropyridin-2-
carbonsäuremethylester (72a,b)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden 2-(4-
Nitrobenzensulfonylamino)-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester 65 (106
mg Rohprodukt, 0.156 mmol netto) und BF3*Et2O (57 mg, 0.4 mmol) in 4
ml CH2Cl2 gelöst und 30 min bei Raumtemperatur gerührt. Danach wurde mit 10 ml
gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht, 15 min stark gerührt und anschließend 25 ml MtBE
zugegeben. Nach Phasentrennung wurde die organische Phase mit NaCl-Lösung gewaschen
und mit Na2SO4 getrocknet. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem
Druck wurde das erhaltene Rohprodukt NMR-spektroskopisch (unter Verwendung von Durol
als internem Standard) und mittels GC-MS analysiert (0.14 mmol 72a,b, 90 %;
Diastereomerengemisch, trans:cis 1:2.5) und zum Zweck der Strukturaufklärung und der
Zuordnung der Diastereomere direkt weiterverarbeitet.
NMeO2C
Ns
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.24-1.29 (m, 3H), 2.06-2.15 (m, 1H, cis), 2.50-2.57
(m, 2H, trans), 2.62-2.71 (m, 1H, cis), 3.69 (s, 3H, cis), 3.74 (s, 3H, trans), 4.38-4.51 (m, 1H),
4.71 (pseudo-t, J=5Hz, 1H, trans), 4.88 (pseudo-d, J=7.5Hz, 1H, cis), 5.52-5.63 (m, 1H), 5.69-
5.77 (m, 1H), 8.01-8.08 (m, 2H), 8.32-8.37 (m, 2H)
Arbeitsvorschrift für die Überführung von 6-Methyl-1-(4-nitro-benzensulfonyl)-1,2,3,6-
tetrahydropyridin-2-carbonsäuremethylester 72a,b (Diastereomerengemisch, trans:cis = 1:2.5)
in das korrespondierende, literaturbekannte N-Benzylderivat 75a,b :
Zu einer Lösung von 6-Methyl-1-(4-nitro-benzensulfonyl)-1,2,3,6-tetrahydropyridin-2-
carbonsäuremethylester 72a,b (45 mg, 0.132 mmol) in 2 ml DMSO wurden Thiophenol (22
mg, 0.2 mmol) und Kaliumcarbonat (42 mg, 0.3 mmol) zugegeben. Das Reaktionsgemisch
wurde 36 h bei Raumtemperatur gerührt. Danach wurde Benzylbromid (34 mg, 0.2 mmol)
zugegeben und weitere 18 h bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend wurde mit 10 ml
MtBE verdünnt und dreimal mit je 10 ml gesätt. NaHCO3-Lösung extrahiert. Die organische
Phase wurde mit NaCl-Lösung gewaschen, mit Na2SO4 getrocknet und danach unter
vermindertem Druck eingeengt, wobei Produkt 75a,b roh erhalten wurde. Die
Produktidentität und das Diastereomerenverhältnis (trans:cis = 1:2.5) wurden durch Vergleich
des 1H-NMR-Spektrums mit Literaturdaten74a festgestellt.
Experimenteller Teil 99
2-Methyl-6-propenyl-5,6-dihydro-4H-[1,3]oxazin-4-carbonsäuremethylester (73)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden 2-
Acetylamino-6-hydroxyhept-4-ensäuremethylester 66 (85 mg
Rohprodukt, 0.26 mmol netto) und BF3*Et2O (73 mg, 0.51 mmol) in 6
ml CH2Cl2 gelöst und 30 min bei Raumtemperatur gerührt. Danach
wurde mit 12 ml gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht, 15 min stark gerührt und
anschließend 35 ml MtBE zugegeben. Nach Phasentrennung wurde die organische Phase mit
NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4 getrocknet. Nach dem Einengen des
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde das erhaltene Rohprodukt NMR-
spektroskopisch (unter Verwendung von Durol als internem Standard) und mittels GC-MS
analysiert (0.23 mmol 73, 90 %; Diastereomerengemisch, cis:trans = 1:1)
N
O
MeO2CMe
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.68-1.76 (m, 3H), 1.78-2.02 (m, 4H), 2.04-2.21 (m,
1H), 3.71-3.78 (m, 3H), 4.10-4.17 (m, 1H), 4.46-4.63 (m, 1H), 5.41-5.49 (m, 1H), 5.69-5.83
(m, 1H)
2-Phenyl-6-propenyl-5,6-dihydro-4H-[1,3]oxazin-4-carbonsäuremethylester (74)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden 2-
Benzoylamino-6-hydroxyhept-4-ensäuremethyleste 67 (57 mg
Rohprodukt, 0.19 mmol netto) und BF3*Et2O (36 mg, 0.25 mmol) in 4
ml CH2Cl2 gelöst und 30 min bei Raumtemperatur gerührt. Danach
wurde mit 8 ml gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht, 15 min stark gerührt und
anschließend 25 ml MtBE zugegeben. Nach Phasentrennung wurde die organische Phase mit
NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4 getrocknet. Nach dem Einengen des
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde das erhaltene Rohprodukt NMR-
spektroskopisch (unter Verwendung von Durol als internem Standard) und mittels GC-MS
analysiert (0.16 mmol 74, 85 %; Diastereomerengemisch, cis:trans = 1:1).
N
O
MeO2CPh
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.75-1.80 (m, 3H), 1.80-2.05 (m, 1H), 2.18-2.36 (m,
1H), 3.78-3.83 (m, 3H), 4.38-4.44 (m, 1H), 4.64-4.88 (m, 1H), 5.55-5.61 (m, 1H), 5.78-5.96
(m, 1H), 7.35-7.5 (m, 3H), 7.95-8.05 (m, 2H)
100 Experimenteller Teil
6-Hydroxy-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-tetradec-4-ensäuremethylester (78)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-
Troc-allylglycinmethylester 49 (122 mg, 0.4 mmol), Undecen-3-
ol 77 (136 mg, 0.8 mmol) und Katalysator 4 (13.6 mg, 4 mol %) in 4 ml CH2Cl2 gelöst und 18
h refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde
der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert.
Produkt 78 (139 mg, 0.312 mmol, 78 %; Diastereomerengemisch) wurde als leicht braun
gefärbtes Öl erhalten.
MeO2C
NHTroc
C8H17
OH
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.85 (t, J=7Hz, 3H), 1.15-1.35 (m, 12H), 1.38-1.55
(m, 2H), 1.85-2.05 (br, 1H) 2.46-2.66 (m, 2H), 3.72-3.81 (br, 3H), 3.99-4.12 (m, 1H), 4.35-
4.48 (br, 1H) 4.66-4.79 (m, 2H), 5.46-5.55 (m, 1H), 5.55-5.65 (m, 1H), 5.65-5.85 (br, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 14.15, 22.71 (s), 25.42 (s), 29.17 (s), 29.41 (s),
29.60 (s), 31.91 (s), 35.14 (s), 37.31 (s), 52.62, 53.73, 72.34, 72.48, 74.68 (s), 95.41 (q),
128.65, 133.96, 138.48, 154.16 (q), 171.76 (q)
IR : (cm-1) 727 (m), 819 (m), 1047 (m), 1099 (m), 1213 (s), 1525 (m), 1735 (ss), 2855 (m),
2927 (m), 3343 (br)
EI-MS (140°C) : m/z= 448, 447, 446, 445 (M+), 431 (10), 368 (12), 316 (20), 263 (45), 196
(80), 91 (100%)
HR-MS : (C17H28O5NCl3; M+- CH3) ber. 431.1033, gef. 431.1025
6-Octyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1,2-dicarbonsäure-2-methylester-1-(2,2,2-trichlorethyl)-
ester (79a,b)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden 2-(N-
Troc)-amino-6-hydroxytetradec-4-ensäuremethylester 78 (107 mg,
0.23 mmol) und BF3*Et2O (41 mg, 0.29 mmol) in 5 ml CH2Cl2
gelöst und 30 min bei Raumtemperatur gerührt. Danach wurde mit 10 ml gesättigter
NaHCO3-Lösung gequencht, 15 min stark gerührt und anschließend 30 ml MtBE zugegeben.
Nach Phasentrennung wurde die organische Phase mit NaCl-Lösung gewaschen und mit
Na2SO4 getrocknet. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck
wurde der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 10:1) gereinigt. Produkt
79a,b (45 mg, 0.136 mmol, 59 %) wurde als Diastereomerengemisch (trans:cis 5:1) in Form
eines farblosen Öls erhalten.
NMeO2CnC
8H17
Troc
Experimenteller Teil 101
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.87 (t, J=7Hz, 3H), 1.20-1.40 (m, 12H), 1.74-1.84
(m, 2H), 2.34-2.43 (m, 1H cis), 2.43-2.58 (m, 1H trans), 2.58-2.69 (m, 1H trans), 2.69-2.76
(m, 1H cis), 3.65-3.78 (br, 3H), 4.31-4.47 (br, 1H), 4.60-4.48 (br, 1H) 4.60-4.92 (br, 3H),
5.46-5.55 (m, 1H), 5.72-5.91 (m, 2H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 14.16, 22.71 (s), 24.92 (s), 25.20 (s), 26.09 (s),
26.42 (s), 26.83 (s), 29.30 (s), 29.65, 31.90 (s), 34.74 (s), 35.81 (s), 50.79, 52.43, 53.14,
53.85, 54.54, 54.75, 75.14 (s), 75.37 (s), 75.60 (s), 95.40 (q), 122.06, 122.69, 130.48, 130.67,
154.28 (q), 155.26 (q), 171.99 (q), 172.41 (q)
IR : (cm-1) 720 (w), 1049 (w), 1114 (w), 1208 (m), 1315 (w), 1403 (w), 1510 (w), 1719 (s),
1744 (s), 2855 (w), 2926 (m)
EI-MS (140°C) : m/z= 427 (M+), 368 (15), 314 (100%), 256 (40), 131 (15), 80 (42)
HR-MS : (C18H28O4NCl3; M+) ber. 427.1084, gef. 427.1097
6-Hydroxy-6-phenyl-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-hex-4-ensäuremethylester
(81)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-Troc-
allylglycinmethylester 49 (107 mg, 0.35 mmol), 3-Phenylpropen-3-
ol 80 (119 mg, 0.7 mmol) und Katalysator 4 (13.6 mg, 4 mol %) in 3 ml CH2Cl2 gelöst und 18
h refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde
der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert.
Produkt 81 (122 mg, 0.273 mmol, 88 %; Diastereomerengemisch) wurde als leicht braun
gefärbtes Öl erhalten.
MeO2C
NHTroc
Ph
OH
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 2.46-2.66 (m, 3H), 3.66-3.80 (br, 3H), 4.39-4.51 (m,
1H), 4.65-4.80 (m, 2H), 5.12-5.24 (br, 1H), 5.61-5.71 (m, 1H), 5.71-5.82 (m, 2H), 7.24-7.38
(m, 5H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 35.22 (s), 52.71, 52.84, 53.77, 74.38, 74.46, 74.65
(s), 95.38 (q), 124.25, 124.55, 126.23, 126.30, 126.39, 126.44, 127.83, 127.86, 128.66,
128.78, 133.17, 137.40, 142.72 (q), 154.06 (q), 171.80 (q), 171.83 (q)
IR : (cm-1) 701 (s), 730 (m), 763 (m), 820 (m), 973 (m), 1045 (m), 1102 (s), 1215 (s), 1525
(m), 1730 (ss), 2953 (w), 3342 (br)
EI-MS (150°C) : m/z= 411 (M+), 359 (75), 332 (100%), 263 (70), 231 (50), 201 (55), 105
(75), 91 (15), 77 (30)
HR-MS : (C16H18O5NCl3; M+) ber. 409.0251, gef. 409.0233
102 Experimenteller Teil
6-Phenyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1,2-dicarbonsäure-2-methylester-1-(2,2,2-
trichlorethyl)-ester (82)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden 2-(N-Troc)-
amino-6-hydroxy-6-phenylhex-4-ensäuremethylester 81 (130 mg, 0.317
mmol) und BF3*Et2O (57 mg, 0.40 mmol) in 6 ml CH2Cl2 gelöst und 30
min bei Raumtemperatur gerührt. Danach wurde mit 12 ml gesättigter NaHCO3-Lösung
gequencht, 15 min stark gerührt und anschließend 35 ml MtBE zugegeben. Nach
Phasentrennung wurde die organische Phase mit NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4
getrocknet. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde
der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 10:1) gereinigt. Produkt 82a,b
(86 mg, 0.219 mmol, 69 %, nur trans-Isomer) wurde als farbloses Öl erhalten.
NMeO2CP
T
r
oc
h
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 2.72-2.88 (m, 2H), 3.75 (s, 3H), 4.48-4.85 (m, 2H),
5.05-5.13 (br, 1H), 5.31-5.43 (br, 1H), 5.69-5.85 (br, 2H), 7.18-7.35 (m, 5H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 26.44 (s), 26.73 (s), 52.68, 52.79, 54.60, 54.84,
58.18, 58.46, 75.17 (s), 75.45 (s), 94.84 (q), 95.23 (q), 120.06, 120.25, 126.09, 126.51,
127.14, 127.33, 128.71, 130.37, 143.13 (q), 155.89 (q), 171.93 (q)
IR : (cm-1) 703 (s), 718 (s), 841 (m), 1032 (m), 1059 (m), 1124 (s), 1212 (s), 1315 (s), 1395
(s), 1715 (s), 1747 (s), 2953 (w)
EI-MS (70°C) : m/z= 391 (M+), 332 (40), 216 (100%), 156 (40), 129 (35), 115 (65), 105
(15), 77 (20)
HR-MS : (C16H16O4NCl3; M+) ber. 391.0145, gef. 391.0144
CHN-Analyse : ber. für C16H16O4NCl3 (%) C 48.94, H 4.11, N 3.56; gef.: C 49.19, H 4.25, N
3.18
Ethansäure-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-pent-4-enylester (85)
Zu einer Lösung von N-Troc-allylglycinmethylester 49 (1.1 g, 3.6 mmol)
in 30 ml EtOH/Et2O (3:1) wurde Lithiumborhydrid (238 mg, 10.8 mmol)
in 5 Portionen im Zeitraum von 20 min zugegeben. Die Reaktionslösung wurde 2 h bei
Raumtemperatur gerührt, anschließend mit 100 ml MtBE verdünnt und mit 100 ml Wasser
extrahiert. Die wässrige Phase wurde drei Mal mit 30 ml MtBE reextrahiert und die
vereinigten organischen Phasen wurden mit NaCl-Lösung gewaschen, mit Na2SO4 getrocknet
und unter vermindertem Druck eingeengt. Der Rückstand wurde in 40 ml CH2Cl2 gelöst.
Dazu wurde bei 0 °C Et3N (404 mg, 4 mmol) und Acetanhydrid (408 mg, 4 mmol)
NHTroc
AcO
Experimenteller Teil 103
zugegeben. Das Reaktionsgemisch wurde 18 h bei Raumtemperatur gerührt und anschließend
mit 150 ml MtBE verdünnt, zweimal mit 60 ml gesättigter NaHCO3-Lösung und danch mit 60
ml NaCl-Lösung extrahiert, mit Na2SO4 getrocknet und unter vermindertem Druck eingeengt.
Nach säulenchromatographischer Reinigung des Rückstandes an Kieselgel (Hex:MtBE 10:1)
wurde 85 (860 mg, 2.7 mmol, 75 %) als farbloses Öl erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 2.06 (s, 3H), 2.25-2.37 (m, 2H), 3.94-4.03 (m, 1H),
4.07-4.15 (m, 2H), 4.67-4.74 (m, 2H), 5.08-5.17 (m, 2H), 5.70-5.80 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 20.85, 36.04 (s), 50.08, 65.21 (s), 74.54 (s), 95.63
(q), 118.93 (s), 132.99, 154.18 (q), 170.92 (q)
IR : (cm-1) 734 (w), 819 (w), 921 (w), 1045 (m), 1102 (w), 1230 (s), 1532 (m), 1723 (s),
1740 (s), 2955 (w), 3337 (br)
EI-MS (70°C) : m/z= 320, 319, 318 (M+), 276 (30), 244 (60), 234 (100%), 216 (90), 128
(85), 86 (98)
HR-MS : (C7H9O4NCl3; M+- C3H5) ber. 275.9597, gef. 275.9599
CHN-Analyse : ber. für C10H14O4NCl3 (%) : C 37.70, H 4.43, N 4.40; gef.: C 37.34, H 4.45,
N 4.39
Ethansäure-6-hydroxy-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-hept-4-enylester (86)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden 5-
Acetoxy-4-(N-Troc)-aminopenten 85 (128 mg, 0.4 mmol), Buten-3-ol
47 (58 mg, 0.8 mmol) und Katalysator 4 (13.6 mg, 4 mol %) in 4 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h
refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der
Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert. Produkt
86 (130 mg, 0.36 mmol, 90 %) wurde als Diastereomerengemisch in Form eines leicht braun
gefärbten Öls erhalten.
NHTroc OH
AcO
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.18-1.26 (br, 3H), 2.05 (s, 3H), 2.08-2.20 (br, 1H),
2.20-2.35 (m, 2H), 3.90-4.00 (m, 1H), 4.04-4.15 (m, 2H), 4.20-4.28 (br, 1H), 4.64-4.80 (br,
2H), 5.29-5.50 (br, 1H), 5.50-5.65 (m, 2H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 20.87, 23.37, 34.41 (s), 50.34, 50.36, 65.20 (s),
68.25, 68.36, 74.54 (s), 95.62 (q), 124.41, 124.47, 138.51, 138.58, 154.29 (q), 171.03 (q)
104 Experimenteller Teil
IR : (cm-1) 732 (s), 818 (s), 971 (m), 1044 (s), 1100 (s), 1148 (m), 1227 (ss), 1367 (m), 1533
(s), 1717 (ss), 2968 (w), 3333 (br)
EI-MS (70°C) : m/z= 364 (M+), 288 (20), 278 (35), 270 (40), 234 (100%), 218 (98), 86 (35)
HR-MS : (C9H13O3NCl3; M+- C3H5O2; α-Spaltung) ber. 287.9961, gef. 287.9960
2-Acetoxymethyl-6-methyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1-carbonsäure-2,2,2-
trichlorethylester (87)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden
Metatheseprodukt 86 (105 mg, 0.301 mmol) und BF3*Et2O (54 mg, 0.38
mmol) in 6 ml CH2Cl2 gelöst und 30 min bei Raumtemperatur gerührt.
Danach wurde mit 12 ml gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht, 15 min stark gerührt und
anschließend 35 ml MtBE zugegeben. Nach Phasentrennung wurde die organische Phase mit
NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4 getrocknet. Nach dem Einengen des
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der Rückstand
säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 10:1) gereinigt. Produkt 87 (72 mg, 0.217 mmol,
72 %, nur trans-Isomer) wurde als farbloses Öl erhalten.
N
T
r
oc
AcO
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.30-1.41 (br, 3H), 2.02 (s, 3H), 2.20-2.30 (br, 1H),
2.36-2.45 (br, 1H), 4.05-4.14 (br, 2H), 4.18-4.45 (br, 2H), 4.69-4.85 (br, 2H), 5.74-5.80 (br,
1H), 5.81-5.88 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 20.93, 22.47, 24.80 (s), 48.77, 50.04, 50.57, 63.49
(s), 63.95 (s), 68.66, 75.19 (s), 95.50 (q), 122.31, 131.14, 154.69 (q), 170.71 (q)
IR : (cm-1) 715 (m), 1041 (m), 1108 (s), 1130 (m), 1227 (s), 1400 (s), 1712 (s), 1744 (s),
2956 (w)
EI-MS (25°C) : m/z= 345 (M+), 272 (90), 270 (100%), 168 (15), 154 (25), 131 (20)
HR-MS : (C12H16O4NCl3; M+) ber. 343.0145, gef. 343.0150
CHN-Analyse : ber. für C12H16O4NCl3 (%) C 41.82, H 4.68, N 4.06; gef.: C 41.89, H 4.55, N
4.01
Experimenteller Teil 105
Ethansäure-6-hydroxy-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-tetradec-4-enylester (88)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden 5-
Acetoxy-4-(N-Troc)-aminopenten 85 (128 mg, 0.4 mmol),
Undecen-3-ol 77 (136 mg, 0.8 mmol) und Katalysator 4 (13.6 mg, 4 mol %) in 4 ml CH2Cl2
gelöst und 18 h refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem
Druck wurde der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1)
fraktioniert. Produkt 88 (151 mg, 0.328 mmol, 82 %; Diastereomerengemisch) wurde als
leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
NHTroc
C8H17
OH
AcO
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.85 (t, J=7Hz, 3H), 1.18-1.33 (m, 12H), 1.38-1.55
(m, 2H), 1.76-1.94 (br, 1H), 2.06 (s, 3H), 2.22-2.35 (m, 2H), 3.90-4.00 (m, 1H), 4.00-4.06 (br,
1H), 4.06-4.16 (m, 2H), 4.64-4.76 (br, 2H), 5.20-5.32 (m, 1H), 5.45-5.69 (m, 2H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 14.15, 20.85, 22.70 (s), 25.49 (s), 29.31 (s), 29.59
(s), 31.91 (s), 34.50 (s), 37.29 (s), 50.34, 50.41, 65.21 (s), 72.28, 72.59, 74.56 (s), 95.61 (q),
125.29, 133.59, 133.93, 137.64, 154.23 (q), 170.95 (q)
IR : (cm-1) 735 (w), 820 (w), 1046 (w), 1102 (w), 1233 (m), 1535 (w), 1726 (s), 1740 (s),
2855 (w), 2927 (w), 3336 (br)
EI-MS (140°C) : m/z= 463, 461, 459 (M+), 368 (20), 276 (55), 234 (80), 216 (100%), 166
(50), 141 (45), 86 (90), 57 (62)
HR-MS : (C19H32O5NCl3) ber. 459.1346, gef. 459.1346
2-Acetoxymethyl-6-octyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1-carbonsäure-2,2,2-trichlorethylester
(89)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden
Metatheseprodukt 88 (81 mg, 0.176 mmol) und BF3*Et2O (31 mg,
0.22 mmol) in 4 ml CH2Cl2 gelöst und 30 min bei Raumtemperatur
gerührt. Danach wurde mit 10 ml gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht, 15 min stark
gerührt und anschließend 30 ml MtBE zugegeben. Nach Phasentrennung wurde die
organische Phase mit NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4 getrocknet. Nach dem
Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der Rückstand
säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 10:1) gereinigt. Produkt 89 (39 mg, 0.088 mmol,
50 %, nur trans-Isomer) wurde als farbloses Öl erhalten.
NC
8H17
Troc
AcO
106 Experimenteller Teil
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.87 (t, J=7Hz, 3H), 1.20-1.33 (m, 12H), 1.66-1.84
(br, 1H), 2.21-2.41 (m, 2H), 4.16-4.20 (m, 2H), 4.20-4.36 (br, 2H), 4.64-4.88 (br, 2H), 5.80-
5.86 (m, 1H), 5.86-5.92 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 14.15, 20.95, 22.71 (s), 24.07 (s), 25.43 (s), 29.29
(s), 29.62 (s), 29.65 (s), 31.90 (s), 34.20 (s), 37.31 (s), 50.75, 53.55, 75.13 (s), 95.55 (q),
123.68, 129.87, 138.48, 154.20 (q), 171.44 (q)
IR : (cm-1) 718 (m), 1041 (m), 1113 (m), 1233 (s), 1403 (m), 1713 (ss), 1746 (s), 2855 (m),
2926 (s)
EI-MS (110°C) : m/z= 443, 441 (M+), 368 (30), 328 (85), 268 (100%), 252 (20), 94 (30)
HR-MS : (C19H30O4NCl3; M+) ber. 441.1240, gef. 441.1243
Allgemeine Arbeitvorschrift C für die Reduktionen carbamatgeschützter 2,6-disubstituierter
1,2,5,6-Tetrahydropyridine zu den korrespondierenden N-Methylaminen : Die Reaktionen
wurden in Apparaturen bestehend aus Zweihalskolben, Rückflusskühler und Ölbad unter N2-
Schutzgas durchgeführt. Zu einer gerührten Suspension von überschüssigem
Lithiumaluminiumhydrid in Tetrahydrofuran wurde bei Raumtemperatur eine Lösung des
jeweiligen carbamatgeschützten 2,6-disubstituierten 1,2,5,6-Tetrahydropyridins zugegeben.
Die Substratkonzentration wurde bei 0.05 mol/l gehalten. Nach dem Abklingen der
exothermen Reaktion wurde für eine Stunde auf 60 - 70 °C erwärmt und die Reaktion
dünnschichtchromatographisch beobachtet. Danach wurde das Reaktionsgemisch (graue
Suspension) mit der 3-fachen Menge MtBE verdünnt und durch tropfenweise Zugabe von
Wasser durch den Rückflusskühler vorsichtig hydrolysiert, bis sich ein weisser, flockiger
Niederschlag in einer klaren Lösung befand. Anschließend wurde die Reaktionslösung durch
eine G3-Glasfritte filtriert, wobei zum Waschen des Niederschlages eine erneut verdoppelte
MtBE-Menge zum Einsatz kam. Das Filtrat wurde unter vermindertem Druck eingeengt,
wobei die Reduktionsprodukte in min. 80 % Reinheit erhalten wurden. Eine Kontamination
durch Reste der den verwendeten Carbamat-Schutzgruppen entsprechenden Alkohole war für
die Strukturaufklärung und die Bestimmung des Diastereomerenverhältnisses nicht störend
und wurde toleriert. Gleichwohl ist eine Reinigung durch Flash-Chromatographie über ein
Kieselgel-Kissen (CH2Cl2/MeOH 3:1) möglich und wurde bei den im folgenden angegebenen
trans-1-Methyl-2,6-dialkyl-1,2,5,6-tetrahydropyridinen vor deren Charakterisierung
durchgeführt.
Experimenteller Teil 107
(1,6-Dimethyl-1,2,3,6-tetrahydro-pyridin-2-yl)-methanol (76a)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift C wurde eine Lösung von
trans-2-Acetoxymethyl-6-methyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1-carbonsäure-
2,2,2-trichlorethylester 87 (75 mg, 0.218 mmol) in 1 ml THF zu einer
gerührten Suspension von LiAlH4 (41 mg, 1.09 mmol) in 4 ml THF zugegeben. Nach dem
Abklingen der exothermen Reaktion wurde 1 h auf 60 – 70 °C erwärmt. Anschließend wurden
zum Reaktionsgemisch erst 15 ml MtBE und dann tropfenweise Wasser zugegeben, bis sich
die Lösung geklärt hatte und ein flockiger weißer Niederschlag entstanden war. Danach
wurde filtriert und mit 30 ml MtBE gewaschen. Nach dem Einengen des Filtrates unter
vermindertem Druck wurde der Rückstand durch Flash-Chromatographie an wenig Kieselgel
(CH2Cl2:MeOH 3:1) gereinigt, wobei Produkt 76a (27 mg, 0.192 mmol, 88 %) als leicht
gelbliches Öl erhalten wurde.
N
Me
HO
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.13 (d, J=7Hz, 3H), 1.83-1.95 (m, 2H), 2.40-2.95
(br, 1H), 3.02-3.11 (m, 1H), 3.12-3.19 (m, 1H), 3.49-3.60 (m, 2H), 5.55-5.61 (m, 1H), 5.66-
5.74 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 19.02, 22.89 (s), 35.63 (s), 54.11, 55.08, 61.46,
123.43, 130.46
IR : (cm-1) 713 (w), 1040 (w), 1366 (w), 1453 (w), 2826 (w), 2927 (w), 2966 (w), 3311 (br)
EI-MS (50°C) : m/z= 141 (M+), 126 (5), 110 (100%), 94 (20)
HR-MS : (C7H12NO; M+-CH3) ber. 126.0919, gef. 126.0911
NOE H-2 ÅÆ CH3(C-6´) : 0.8 %
(1-Methyl-6-octyl-1,2,3,6-tetrahydro-pyridin-2-yl)-methanol (83a)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift C wurde eine Lösung
von trans-2-Acetoxymethyl-6-octyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1-
carbonsäure-2,2,2-trichlorethylester 89 (66 mg, 0.149 mmol) in 0.5 ml
THF zu einer gerührten Suspension von LiAlH4 (28 mg, 0.745 mmol) in 3 ml THF
zugegeben. Nach dem Abklingen der exothermen Reaktion wurde 1 h auf 60 – 70 °C
erwärmt. Anschließend wurden zum Reaktionsgemisch erst 10 ml MtBE und dann
tropfenweise Wasser zugegeben, bis sich die Lösung geklärt hatte und ein flockiger weißer
Niederschlag entstanden war. Danach wurde filtriert und mit 20 ml MtBE gewaschen. Nach
dem Einengen des Filtrates unter vermindertem Druck wurde der Rückstand durch Flash-
NC8H17
Me
HO
108 Experimenteller Teil
Chromatographie an wenig Kieselgel (CH2Cl2:MeOH 3:1) gereinigt, wobei Produkt 83a (29
mg, 0.119 mmol, 80 %) als leicht gelbliches Öl erhalten wurde.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.88 (t, J=7Hz, 3H), 1.20-1.37 (m, 12H), 1.38-1.47
(m, 1H), 1.48-1.59 (m, 1H), 1.73-1.81 (m, 1H), 1.82-1.90 (m, 1H), 2.26 (s, 3H), 2.70-3.00 (br,
1H), 2.91-2.99 (m, 1H), 3.10-3.18 (m, 1H), 3.47-3.55 (m, 2H), 5.60-5.66 (m, 1H), 5.69-5.76
(m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 14.17, 21.63 (s), 22.73 (s), 26.80 (s), 29.36 (s),
29.64 (s), 29.70 (s), 31.94 (s), 33.72 (s), 34.57, 53.45, 60.44, 61.4 (s), 123.77, 129.23
IR : (cm-1) 705 (w), 1029 (w), 1456 (w), 2853 (m), 2924 (m), 3373 (br)
EI-MS (70°C) : m/z= 239 (M+), 224, 208 (100%), 194, 178, 164, 147, 126 (95), 94 (10)
HR-MS : (C14H26N; M+-CH3O) ber. 208.2065, gef. 208.2066
NOE H-2 ÅÆ CH2(C-6´) : 1.0 %
(1-Methyl-6-phenyl-1,2,3,6-tetrahydro-pyridin-2-yl)-methanol (84)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift C wurde eine Lösung von
trans-2-Acetoxymethyl-6-methyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1-carbonsäure-
2,2,2-trichlorethylester 82 (66 mg, 0.168 mmol) in 1 ml THF zu einer
gerührten Suspension von LiAlH4 (32 mg, 0.84 mmol) in 3 ml THF zugegeben. Nach dem
Abklingen der exothermen Reaktion wurde 1 h auf 60 – 70 °C erwärmt. Anschließend wurden
zum Reaktionsgemisch erst 12 ml MtBE und dann tropfenweise Wasser zugegeben, bis sich
die Lösung geklärt hatte und ein flockiger weißer Niederschlag entstanden war. Danach
wurde filtriert und mit 25 ml MtBE gewaschen. Nach dem Einengen des Filtrates unter
vermindertem Druck wurde der Rückstand durch Flash-Chromatographie an wenig Kieselgel
(CH2Cl2:MeOH 3:1) gereinigt, wobei Produkt 84 (29 mg, 0.151 mmol, 90 %) als leicht
gelbliches Öl erhalten wurde.
NPh
Me
HO
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.99-2.12 (m, 2H), 2.35 (s, 3H), 2.30-2.60 (br, 1H),
2.97-3.05 (m, 1H), 3.52 (dd, J1=11Hz, J2=5.5Hz, 1H), 3.61 (dd, J1=11Hz, J2=8Hz, 1H), 4.14-
4.19 (m, 1H), 5.80-5.86 (m, 1H), 5.93-5.99 (m, 1H), 7.21-7.38 (m, 5H)
Experimenteller Teil 109
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 23.81 (s), 36.52, 54.10, 61.06 (s), 63.84, 125.10,
127.22, 127.44, 128.22, 128.51, 128.75, 141.87 (q)
IR : (cm-1) 702 (ss), 753 (s), 769 (m), 850 (s), 953 (m), 1029 (s), 1451 (s), 1492 (w), 2793
(w), 2883 (m), 2925 (m), 3028 (w), 3060 (w), 3083 (w), 3379 (br)
EI-MS (130°C) : m/z= 203 (M+), 188, 172 (100%), 115 (20), 105 (20), 91 (10), 77 (10)
HR-MS : (C12H14NO; M+-CH3) ber. 188.1075, gef. 188.1075
NOE H-6 ÅÆ CH2(C-2´) : 0.4 %
6-(tert-Butyl-dimethyl-silanyloxy)-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-hept-4-
ensäuremethylester (94)
In einer Apparatur bestehend aus Zweihalskolben, Rückfluss-
kühler und Ölbad wurden unter N2-Schutzgas N-Troc-allyl-
glycinmethylester 49 (100 mg, 0.33 mmol), 3-tert-Butyldimethylsilanyloxybuten 93 (123 mg,
0.66 mmol) und Katalysator 5 (10 mg, 5 mol %) in 3 ml Benzol gelöst und 18 h bei 75 °C
gerührt. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der
Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 20:1) fraktioniert. Produkt 94 (102
mg, 0.221 mmol, 67 %; Diastereomerengemisch) wurde als leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
MeO2C
NHTroc OTBDMS
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.00-0.05 (m, 6H), 0.87 (s, 9H), 1.14-1.21 (m, 3H),
2.44-2.63 (m, 2H), 3.71-3.78 (m, 3H), 4.21-4.34 (br, 1H), 4.36-4.48 (br, 1H), 4.64-4.80 (m,
2H), 5.39-5.54 (m, 1H), 5.55-5.63 (m, 1H), 5.63-5.85 (br, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -4.80, -4.61, 18.28 (q), 24.18, 24.52, 25.90, 34.85
(s), 34.92 (s), 52.51, 52.78, 53.80, 68.23, 68.60, 68.80, 74.69 (s), 95.42 (q), 121.25, 121.44,
122.08, 140.10, 140.18, 153.91 (q), 171.73 (q)
IR : (cm-1) 731 (w), 776 (m), 834 (m), 971 (w), 1047 (m), 1093 (m), 1211 (m), 1253 (m),
1438 (w), 1511 (w), 1740 (s), 2857 (w), 2929 (w), 2955 (w), 3347 (br)
EI-MS (110°C) : m/z= 463 (M+), 448, 404 (40), 390 (20), 185 (18), 139 (30), 75 (100%)
HR-MS : (C16H27O5NCl3Si; M+- CH3) ber. 446.0724, gef. 446.0721
2-Methyl-7-oxa-3-aza-bicyclo[4.1.0]heptan-3,4-dicarbonsäure-4-methylester-3-(2,2,2-
trichlorethylester (95)
N-Troc-piperidein 68a,b (192 mg, 0.58 mmol, trans:cis = 5:1) und
mCPBA (65%ig, 300 mg, 1.16 mmol) wurden in 3 ml CH2Cl2 gelöst und 3
Tage bei Raumtemperatur gerührt. Danach wurden 5 ml 10 % Na2CO3-
NMeO2C
Troc
O
110 Experimenteller Teil
Lösung und 5 ml MtBE zugesetzt und 45 min stark gerührt. Nach Zugabe von 30 ml MtBE
wurde die wässrige Phase abgetrennt und die organische Phase zweimal mit 10 ml NaHCO3-
Lösung extrahiert, mit NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4 getrocknet. Nach dem
Einengen unter vermindertem Druck wurde der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2,
Hex:MtBE:MeOH 10:1:0.1) fraktioniert. Produkt 95 (152 mg, 0.44 mmol, 91 % bezogen auf
68a) wurde als hochviskoses Öl erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.30-1.55 (br, 3H), 2.11-2.37 (m, 1H), 2.88-2.97 (m,
1H), 3.06-3.20 (m, 1H), 3.25-3.40 (br, 1H), 3.66-3.73 (m, 3H), 4.30-4.46 (m, 1H), 4.46-4.54
(m, 1H), 4.60-4.92 (m, 2H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 18.45, 19.62, 26.86 (s), 27.03 (s), 46.26, 46.74,
48.15, 51.25, 51.27, 52.33, 52.67, 54.05, 54.31, 75.20 (s), 75.38 (s), 95.22 (q), 95.29 (q),
154.13 (q), 155.05 (q), 171.47 (q), 171.97 (q)
IR : (cm-1) 717 (m), 809 (m), 1063 (m), 1105 (m), 1126 (m), 1210 (s), 1295 (s), 1318 (s),
1396 (s), 1715 (ss), 1750 (s), 2952 (w), 3003 (w)
EI-MS (130°C) : m/z= 347 (M+), 288 (95), 286 (100%), 170 (15), 131 (20), 112 (8)
HR-MS : (C11H14O5NCl3; M+) ber. 344.9938, gef. 344.9940
CHN-Analyse : ber. für C11H14O5NCl3 (%) C 38.12, H 4.07, N 4.04; gef.: C 38.06, H 4.09, N
3.81
6-Hydroxymethyl-1,2-dimethyl-piperidin-3-ol (96)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift C wurde eine Lösung des
Epoxids 95 (120 mg, 0.346 mmol) in 1 ml THF zu einer gerührten
Suspension von LiAlH4 (76 mg, 2 mmol) in 6 ml THF zugegeben. Nach
dem Abklingen der exothermen Reaktion wurde 1 h auf 60 – 70 °C erwärmt. Anschließend
wurden zum Reaktionsgemisch erst 20 ml MtBE und dann tropfenweise Wasser zugegeben,
bis sich die Lösung geklärt hatte und ein flockiger weißer Niederschlag entstanden war.
Danach wurde filtriert und mit 40 ml MtBE gewaschen. Nach dem Einengen des Filtrates
unter vermindertem Druck wurde der Rückstand durch Flash-Chromatographie an wenig
Kieselgel (CH2Cl2:MeOH 1:1) gereinigt, wobei Produkt 96 (39 mg, 0.245 mmol, 71 %) als
leicht gelbliches Öl erhalten wurde.
N
Me
HO
OH
2
3
6
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.99 (d, J=6.7Hz, 3H, H-2α), 1.44-1.51 (m, 1H, H-
5eq.), 1.59-1.67 (m, 1H, H-4eq), 1.69-1.77 (m, 1H, H-4ax), 1.80-1.90 (m, 1H, H-5ax), 2.36 (s,
3H, H-1α), 2.50-2.56 (m, 1H, H-6), 2.91-2.98 (dq, J1=3.7Hz, J2 =6.7Hz, 1H, H-2), 3.22-3.36
Experimenteller Teil 111
(br, 2H), 3.48 (dd, J1=3.3Hz, J2 =11.2Hz, 1H, H-6α), 3.56-3.61 (m, 1H, H-6), 3.72 (dd,
J1=4.2Hz, J2 =11.2Hz, 1H, H-6α)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 9.88 (C-2α), 21.12 (s, C-5), 25.97 (s, C-4), 39.27
(C-1α), 56.34 (C-6), 60.82 (C-2), 62.67 (s, C-6α), 69.34 (C-3)
IR : (cm-1) 773 (w), 995 (m), 1028 (s), 1071 (m), 1117 (w), 1374 (w), 1450 (m), 2802 (w),
2887 (m), 2931 (s), 3338 (br)
EI-MS (110°C) : m/z= 159 (M+), 144 (2), 128 (100%), 110 (10), 84 (10),70 (7), 58 (9)
HR-MS : (C7H14O2N; M+-CH3) ber. 144.1025, gef. 144.1026
CHN-Analyse : ber. für C8H17O2N (%) C 60.35, H 10.76, N 8.80; gef.: C 60.35, H 10.34, N
8.50
NOE-Messungen : CH3-2α ÅÆ H-3 : 1.0 %; CH3-2α ÅÆ H-6 : 1.2 %; CH3-2α ÅÆ
H-4ax : 1.0 %; H-4ax ÅÆ H-6 : 0.2 %; H-5ax ÅÆ H-6α : 0.2 %
eq = äquatoriale Position; ax= axiale Position
Der Zusatz α bezieht sich auf die ersten C-Atome der Seitenketten
zu Abschnitt 2.4
(1S)-(5-Hydroxy-1-methyl-hexadec-3-enyl)-carbaminsäurebenzylester (102)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden (4S)-N-
Cbz-penten-4-amin 99 (112 mg, 0.51 mmol), Tetradecen-3-ol 101
(271 mg, 1.28 mmol) und 4 (22 mg, 5 mol %) in 5 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h refluxiert. Nach
dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der Rückstand
säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 10:1:0.1) fraktioniert. Produkt 102 (154
mg, 0.383 mmol, 75 %) wurde als E/Z,lk/ul-Diastereomerengemisch in Form eines leicht
braun gefärbtes Öls erhalten.
NHCbz
nC11H23
OH
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.85 (t, J=7Hz, 3H), 1.09-1.18 (m, 3H), 1.21-1.33 (m,
18H), 1.38-1.58 (m, 2H), 1.60-2.00 (br, 1H), 2.11-2.23 (m, 2H), 3.72-3.83 (m, 1H), 4.00-4.17
(br, 1H), 4.52-4.64 (br, 1H), 5.03-5.15 (br, 2H), 5.40-5.55 (m, 1H), 5.55-5.70 (m, 1H), 7.28-
7.38 (m, 5H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 14.18, 20.65, 22.75 (s), 25.47 (s), 25.54 (s), 29.42
(s), 29.64 (s), 29.68 (s), 29.70 (s), 29.73 (s), 31.98 (s), 37.31 (s), 37.33 (s), 39.65 (s), 46.85,
66.61 (s), 72.31, 72.77, 72.82, 126.87, 128.16, 128.58, 133.63, 136.66, 137.10 (q), 155.75 (q)
112 Experimenteller Teil
IR : (cm-1) 696 (m), 735 (w), 1058 (m), 1253 (m), 1338 (w), 1455 (m), 1533 (m), 1698 (s),
2853 (m), 2924 (ss), 3326 (br)
EI-MS (170°C) : m/z= 403 (M+), 268 (30), 253 (10), 178 (30), 134 (50), 91 (100%)
HR-MS : (C25H41O3N) ber. 403.3086, gef. 403.3088
CHN-Analyse : ber. für C25H41O3N (%) C 74.39, H 10.24, N 3.47; gef. C 73.99, H 10.27, N
3.57
(2S,6S)-2-Methyl-6-undecyl-3,6-dihydro-2H-pyridin-1-carbonsäurebenzylester (103)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden (1S)-(5-
Hydroxy-1-methyl-hexadec-3-enyl)-carbaminsäurebenzylester 102 (150
mg, 0.383 mmol) und BF3*Et2O (71 mg, 0.5 mmol) in 7 ml CH2Cl2 gelöst
und 30 min bei Raumtemperatur gerührt. Danach wurde mit 15 ml gesättigter NaHCO3-
Lösung gequencht, 15 min stark gerührt und anschließend 40 ml MtBE zugegeben. Nach
Phasentrennung wurde die organische Phase mit NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4
getrocknet. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde
der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 10:1) gereinigt. Produkt (+)-103
(39 mg, 0.270 mmol, 80 %) wurde diastereomerenrein als farbloses Öl erhalten.
NnC
11H23
Cbz
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.88 (t, J=7Hz, 3H), 1.17 (d, J=7Hz, 3H), 1.20-1.33
(m, 20H), 1.62-1.77 (m, 2H), 1.94-2.02 (m, 1H), 2.33-2.40 (m, 1H), 4.14-4.20 (m, 1H), 4.20-
4.28 (m, 1H), 5.08-5.22 (m, 2H), 5.79-5.87 (m, 2H), 7.28-7.40 (m, 5H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 14.17, 19.99, 22.75 (s), 25.30 (s), 29.41 (s), 29.70
(s), 29.72 (s), 30.33 (s), 31.99 (s), 35.41 (s), 47.46, 52.61, 66.77 (s), 123.56, 127.90, 127.93,
128.48, 129.51, 137.10 (q), 155.94 (q)
IR : (cm-1) 697 (w), 1068 (w), 1095 (m), 1287 (m), 1402 (m), 1699 (s), 2853 (m), 2924 (s)
EI-MS (110°C) : m/z= 385 (M+), 230 (90), 186 (85), 91 (100%)
HR-MS : (C25H39O2N; M+) ber. 385.2981, gef. 385.2985
CHN-Analyse : ber. für C25H39O2N (%) C 77.87, H 10.20, N 3.63; gef. C 77.86, H 10.30, N
3.26
[α]D20= + 83.3° (c=1.0; CHCl3)
Experimenteller Teil 113
(+)-trans-Solenopsin A Hydrochlorid; (2S,6S)-2-Methyl-6-undecyl-piperidin-
hydrochlorid ((+)-12)
In 5 ml entgastem Methanol wurde unter N2-Schutzgas 10 % Pd/C (12
mg, 5 mol %) suspendiert und (2S,6S)-2-Methyl-6-undecyl-3,6-dihydro-
2H-pyridin-1-carbonsäure-benzylester (+)-103 (80 mg, 0.21 mmol)
gelöst. Das Reaktionsgemisch wurde 18 h bei Raumtemperatur unter einer H2-Atmosphäre
gerührt und danach über Celite filtriert. Zum Filtrat wurde methanolische HCl gegeben (0.25
ml 2M Lösung). Anschließend wurden alle flüchtigen Bestandteile im Vakuum entfernt,
wobei (+)-trans-Solenopsin A Hydrochlorid (+)-12 (61 mg, 0.202 mmol, 96 %) als weißer
kristalliner Feststoff erhalten wurde.
N
H*HClnC11H23
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.87 (t, J=7Hz, 3H), 1.20-1.40 (m, 20H), 1.48 (d,
J=7Hz, 3H), 1.56-1.78 (m, 4H), 1.90-2.04 (m, 2H), 3.23-3.32 (br, 1H), 3.49-3.58 (br, 1H),
9.22-9.42 (br, 2H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 14.16, 16.99, 17.44 (s), 22.74 (s), 25.94 (s), 26.28
(s), 29.01 (s), 29.39 (s), 29.42 (s), 29.57 (s), 29.63 (s), 29.68 (s), 30.84 (s), 31.96 (s), 48.00,
51.82
IR : (cm-1) (freie Base) 718 (w), 1376 (w), 1464 (m), 2710 (w), 2733 (w), 2851 (s), 2922 (ss)
EI-MS (100°C; freie Base) : m/z= 253 (M+), 252 (M+-1), 238 (5), 112 (20), 98 (100%)
HR-MS : (C17H34N; M+-1) ber. 252.2691, gef. 252.2697
CHN-Analyse : ber. für C17H36NCl (%) C 70.43, H 12.52, N 4.83; gef. C 70.82, H 12.23, N
4.52
m.p. = 147-149°C
[α]D20= + 8.2° (c=0.5; CHCl3)
zu Abschnitt 2.5
4-(tert-Butyl-dimethyl-silanyloxy)-hex-5-ensäure-methoxy-methyl-amid (106)
4-Oxobutansäure-methoxy-methyl-amid 1 5 wurde nach der Prozedur
von Shishido ausgehend von γ-Butyrolacton hergestellt.
0
gelöstem Aldehyd 105 (2.03 g, 14 mmol) wurde unter
80 Zu dem in
100 ml THF
N
O
O
OTBDMS
N2-Schutzgas bei -78 °C tropfenweise Vinylmagnesiumbromidlösung (1 M in THF, 15.4 ml)
zugegeben. Danach wurde das Reaktionsgemisch im Verlauf von 6 h auf Raumtemperatur
114 Experimenteller Teil
erwärmt und weitere 12 h gerührt. Anschließend wurde auf 0 °C abgekühlt und mit 50 ml 5
%iger NH4Cl-Lösung gequencht, 200 ml MtBE zugegeben und die wässrige Phase im
Scheidetrichter abgetrennt. Nach Extraktion der organischen Phase mit 100 ml NaCl-Lösung
wurden die vereinigten wässrigen Phasen mit dreimal 50 ml MtBE reextrahiert. Die
vereinigten organischen Phasen wurden mit Na2SO4 getrocknet und unter vermindertem
Druck eingeengt. Der als Rückstand verbliebene rohe Allylalkohol wurde in 25 ml CH2Cl2
gelöst. Zu dieser Lösung wurden Imidazol (1.43 g, 21 mmol), TBDMSCl ( 2.11 g, 14 mmol)
und DMAP (10 mg, 0.08 mmol) zugegeben. Das Raektionsgemisch wurde 18 h bei
Raumtemperatur gerührt, anschließend mit 50 ml MtBE verdünnt und fünfmal mit 20 ml H2O
extrahiert. Die organische Phase wurde mit Na2SO4 getrocknet und unter vermindertem Druck
eingeengt. Der Rückstand wurde mit Hexan/MtBE (5:1) über Kieselgel filtriert. Nach dem
Einengen des Filtrates unter vermindertem Druck wurde der TBDMS-Ether 106 (3.17 g,
11.06 mmol, 79 %) als farbloses Öl erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.03 (s, 3H), 0.05 (s, 3H), 0.90 (s, 9H), 1.74-1.89 (m,
6, -4.40, 18.27 (q), 25.91, 27.36 (s), 32.37 (s),
78 (m), 1252 (s), 1385 (s), 1472 (s), 1670 (ss),
M+), 230 (100%), 178 (10), 171 (12), 99 (10), 73 (30)
0.17, N 4.87; gef.: C 58.24, H 9.98, N
-(tert-Butyl-dimethyl-silanyloxy)-dodec-1-en-6-on (107)
u in 100 ml THF gelöstem Weinreb-Amid 106 (1.06 g, 3.7 mmol)
c
2H), 2.41-2.53 (m, 2H), 3.16 (s, 3H), 3.67 (s, 3H), 4.19-4.25 (br, 1H), 5.05 (d, 1H, J =
10.5Hz), 5.18 (d, 1H, J = 17Hz), 5.80 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -4.8
61.21, 72.77, 114.14 (s), 141.20, 174.90 (q)
IR : (cm-1) 776 (ss), 836 (ss), 1005 (s), 11
2857 (s), 2929 (s), 2956 (s)
EI-MS (25°C) : m/z= 272 (
HR-MS : (C13H26O3NSi) ber. 272.1682, gef. 272.1688
CHN-Analyse : ber. für C13H26O3Nsi (%) C 58.49, H 1
4.56
3
Z
wurde unter N2-Schutzgas bei – 78 °C tropfenweise n-Butyllithium-
Lösung (2.3 M in Hexan, 1.8 ml, 4.0 mmol) zugegeben. Danach wurde
h im Verlauf von 6 h auf Raumtemperatur erwärmt. Anschließend wurde
auf 0 °C abgekühlt und mit 50 ml 1 N HCl gequencht, 200 ml MtBE zugegeben und die
wässrige Phase im Scheidetrichter abgetrennt. Nach Extraktion der organischen Phase mit
dreimal 50 ml NaHCO
Hex
O
OTBDMS
das Reaktionsgemis
3-Lösung wurden die vereinigten wässrigen Phasen mit dreimal 50 ml
CH2Cl2 reextrahiert. Die vereinigten organischen Phasen wurden mit NaCl-Lösung
Experimenteller Teil 115
gewaschen, mit Na2SO4 getrocknet und unter vermindertem Druck eingeengt. Der Rückstand
wurde säulenchromatographisch (SiO2, Hexan:MtBE 20:1) gereinigt. Dabei wurde das Keton
107 (1.03 g, 3.3 mmol, 89 %) als farbloses Öl erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.03 (s, 3H), 0.05 (s, 3H), 0.86-0.92 (m, 12H), 1.24-
,
36), 73 (18)
1.61; gef.: C 69.10, H 11.40
S)-[5-(tert-Butyl-dimethyl-silanyloxy)-1-methyl-8-oxo-tetradec-3-enyl]-
In einer Apparatur bestehend aus Zweihalskolben, Rückfluss-
1
DCl3) : δ(ppm) -0.02 – 0.04 (m, 6H), 0.84-0.90 (m, 12H), 1.14 (d,
, 22.56 (s),
1.32 (m, 6H), 1.51-1.59 (m, 2H), 1.69-1.83 (m, 2H), 2.38 (t, J = 7Hz, 2H), 2.44 (t, J = 7Hz,
2H), 4.14-4.20 (br, 1H), 5.05 (d, 1H, J = 10.5Hz), 5.16 (d, 1H, J = 17Hz), 5.71-5.79 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -4.86, -4.40, 14.07, 18.26 (q), 22.54 (s), 23.92 (s)
25.90, 28.98 (s), 31.45 (s), 31.66 (s), 37.79 (s), 42.99 (s), 72.55, 114.21 (s), 141.10, 211.32 (q)
IR : (cm-1) 776 (ss), 836 (ss), 921 (m), 1005 (m), 1027 (m), 1077 (s), 1126 (m), 1252 (s),
1361 (m), 1463 (m), 1472 (m), 1716 (s), 2857 (s), 2928 (s), 2955 (s)
EI-MS (25°C) : m/z= 312 (M+), 255 (100%), 171 (16), 157 (8), 75 (
HR-MS : (C18H35O2Si) ber. 311.2406, gef. 311.2414
CHN-Analyse : ber. für C18H35O2Si (%) C 69.17, H 1
(1
carbaminsäurebenzylester (108)
kühler und Ölbad wurden unter N2-Schutzgas (4S)-N-Cbz-
penten-4-amin (-)-99 (134 mg, 0.612 mmol), 3-(tert-Butyl-
-en-6-on 107 (310 mg, 1 mmol) und Katalysator 5 (19.4 mg, 5
mol %) in 5 ml Benzol gelöst und 18 h bei 75 °C gerührt. Nach dem Einengen des
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der Rückstand
säulenchromatographisch (SiO
Hex
O
OTBDMSNHCbz
dimethyl-silanyloxy)-dodec-
2, Hex:MtBE 20:1) fraktioniert. Produkt 108 (185 mg, 0.367
mmol, 60 %) wurde als E/Z,lk/ul-Diastereomerengemisch in Form eines leicht braun
gefärbten Öls erhalten.
1H-NMR (500 MHz; C
J=7Hz, 3H), 1.20-1.33 (m, 6H), 1.50-1.58 (m, 2H), 1.64-1.79 (m, 2H), 2.11-2.25 (m, 2H),
2.36 (t, J=7Hz, 2H), 2.41 (t, J=7Hz, 2H), 3.72-3.82 (br, 1H), 4.09-4.18 (m, 1H), 4.55-4.65 (br,
1H), 5.02-5.14 (m, 2H), 5.40-5.47 (m, 1H), 5.48-5.57 (m, 1H), 7.27-7.40 (m, 5H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -4.78, -4.28, 14.09, 18.23 (q), 20.61
23.92 (s), 25.90, 28.99 (s), 31.67 (s), 31.93 (s), 38.02 (s), 39.37 (s), 42.95 (s), 46.84, 66.55 (s),
72.12, 125.86, 128.12, 128.56, 136.62, 136.69 (q), 155.62 (q), 211.29 (q), 211.33 (q)
116 Experimenteller Teil
IR : (cm-1) 776 (m), 836 (m), 1063 (m), 1250 (s), 1455 (w), 1528 (w), 1711 (s), 2856 (w),
2928 (s), 2955 (m), 3336 (br)
EI-MS (170°C) : m/z= 503 (M+), 446 (10), 338 (15), 194 (15), 178 (10), 134 (25), 91
(100%)
HR-MS : (C29H49O4NSi; M+) ber. 503.3431, gef. 503.3439
CHN-Analyse : ber. für C29H49O4NSi (%) C 69.14, H 9.80, N 2.78; gef.: C 68.94, H 9.70, N
2.43
(2S)-2-Methyl-6-(3-oxo-nonyl)-3,6-dihydro-2H-pyridin-1-carbonsäure-benzylester
(109a,b)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden
Allylalkohol 108 (142 mg, 0.282 mmol) und BF3*Et2O (52 mg, 0.37
mmol) in 6 ml CH2Cl2 gelöst und 30 min bei Raumtemperatur gerührt.
Danach wurde mit 12 ml gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht, 15
min stark gerührt und anschließend 20 ml MtBE zugegeben. Nach Phasentrennung wurde die
organische Phase mit NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4 getrocknet. Nach dem
Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der Rückstand
säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 10:1) gereinigt. Produkt 109a,b (101 mg, 0.273
mmol, 97 %) wurde als Diastereomerengemisch (trans:cis 10:1) in Form eines farblosen Öls
erhalten.
NCbz
CH3
O
nHex
(S)
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.84-0.93 (m, 3H), 1.18 (d, J=7Hz, 3H), 1.20-1.34
(m, 6H), 1.46-1.55 (m, 2H), 1.82-1.96 (m, 1H), 1.96-2.04 (m, 1H), 2.09-2.20 (m, 1H), 2.27-
2.40 (m, 5H), 4.17-4.32 (m, 2H), 5.08-5.20 (m, 2H), 5.64-5.77 (m, 1H), 5.81-5.88 (m, 1H),
7.27-7.40 (m, 5H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 14.10, 19.79, 22.56 (s), 23.85 (s), 28.68 (s), 28.97
(s), 30.41 (s), 31.67 (s), 38.26 (s), 42.75 (s), 47.41, 52.03, 67.00 (s), 124.70, 128.04, 128.56,
128.61, 136.86 (q), 156.17 (q), 211.05 (q)
IR : (cm-1) 697 (w), 750 (w), 1068 (w), 1094 (w), 1240 (w), 1287 (m), 1402 (m), 1698 (s),
2857 (w), 2872 (w), 2931 (m), 2955 (w), 3033 (w)
EI-MS (170°C) : m/z= 371 (M+), 236 (100%), 230 (15), 186 (15), 152 (5), 91 (35)
HR-MS : (C23H33O3N; M+) ber. 371.2461, gef. 371.2469
CHN-Analyse : ber. für C23H33O3N (%) C 74.36, H 8.95, N 3.77; gef.: C 74.32, H 8.61, N
3.50
Experimenteller Teil 117
(-)-(5Z,9E)-3-Hexyl-5-methylindolizidin (13c)
N
CH3nHex
H
3
5
9N
CH3nHex
H
3
5
9N
CH3nHex
H
3
5
9
10c 10d 10a
(5Z,9E)-Isomer (5E,9Z)-Isomer (5Z,9Z)-Isome
r
Hauptprodukt
In 6 ml entgastem Methanol wurden unter N2-Schutzgas 10 % Pd/C (15 mg, 5 mol %)
suspendiert und γ-Ketopiperidein 109a,b (93 mg, 0.25 mmol; trans:cis 10:1) gelöst. Das
Reaktionsgemisch wurde 36 h bei Raumtemperatur unter einer H2-Atmosphäre gerührt und
danach über Celite filtriert. Anschließend wurde das Filtrat unter vermindertem Druck
eingeengt und der Rückstand säulenchromatographisch (Alox N, Aktivitätsstufe 3,
Hexan:CHCl3 5:1) fraktioniert. Dabei wurden zwei Fraktionen erhalten, von denen die erste
die Indolizidine 13d und 13a (17.5 mg, 0.095 mmol, 38 %) im Verhältnis 2.5:1 enthielt,
während aus der zweiten Fraktion das Hauptprodukt 13c (63 mg, 0.145 mmol, 58 %) als
farbloses Öl erhalten wurde.
Charakterisierung von 13c :
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.85-0.91 (t, J=7Hz, 3H), 1.16 (d, J=7Hz, 3H), 1.19-
1.41 (m, 13H), 1.41-1.51 (m, 2H), 1.51-1.63 (m, 2H), 1.63-1.71 (m, 1H), 1.71-1.80 (m, 1H),
1.96-2.06 (m, 1H), 2.83-2.96 (m, 2H), 3.26-3.34 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 14.15, 19.11 (s), 20.60, 22.70 (s), 26.87 (s), 26.95
(s), 27.05 (s), 28.67 (s), 28.98 (s), 29.69 (s), 31.97 (s), 36.58 (s), 48.71, 55.32, 59.73
IR : (cm-1) 1376 (w), 1457 (w), 2854 (m), 2925 (s), 2956 (m)
EI-MS (60°C) : m/z= 223 (M+), 222 (4), 214 (10), 196 (8), 144 (10), 138 (100%)
HR-MS : (C15H29N; M+) ber. 223.2300, gef. 223.2303
CHN-Analyse : ber. für C15H29N (%) C 80.65, H 13.08, N 6.27; gef.: C 80.63, H 12.69, N
5.88
[α]D20= - 27.0° ( c=1.0; CHCl3 )
Charakterisierung von 13d und 13a :
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.85-0.91 (t, J=7Hz, 6H-Xb + 3H-Xc), 1.12 (d,
J=7Hz, 3H-Xc) 1.14-1.84 (m, 20H-Xb+20H-Xc), 2.02-2.10 (m, 1H-Xc), 2.16-2.25 (m, 1H-
Xc-H5), 2.37-2.50 (m, 2H-Xb+1H-Xc), 3.32-3.40 (m, 1H-Xb-H5)
118 Experimenteller Teil
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 7.67 (Xb-C5-CH3), 14.14 (Xb+Xc), 19.33 (s; Xb),
22.67 (s; Xb), 22.74 (s; Xc), 22.90 (Xc-C5-CH3), 24.96 (s; Xc), 26.60 (s; Xb+Xc), 27.18 (s;
Xb), 28.18 (s; Xb), 29.22 (s; Xb), 29.41 (s; Xc), 29.56 (s; Xc), 29.75 (s; Xc), 30.38 (s; Xb),
30.96 (s; Xc), 31.54 (s; Xc), 31.92 (s; Xb), 32.40 (s; Xb), 32.61 (s; Xb), 35.88 (s; Xc), 40.06
(s; Xc), 47.46 (Xb-C5), 55.56 (Xb-C3), 59.30 (Xb-C9), 60.34 (Xc-C5), 62.99 (Xc-C3), 67.25
(Xc-C9)
IR : (cm-1) 1376 (w), 1457 (w), 2854 (m), 2925 (s), 2956 (m)
EI-MS (60°C) : m/z= 223 (M+), 144 (10), 138 (100%)
HR-MS : (C15H29N; M+) ber. 223.2300, gef. 223.2303
zu Abschnitt 2.6
7-(2,2-Dimethyl-propionyloxy)-6-hydroxy-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-hept-
4-ensäuremethylester (116)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden
N-Troc-allylglycinmethylester 49 (75 mg, 0.28 mmol), 4-
Pivaloyloxybut-1-en-3-ol 115 (100 mg, 0.56 mmol) und Katalysator 4 (9.5 mg, 4 mol %) in 3
ml CH2Cl2 gelöst und 18 h refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter
vermindertem Druck wurde der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2,
Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert. Produkt 116 (94 mg, 0.21 mmol, 75 %;
Diastereomerengemisch) wurde als leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
MeO2C
NHTroc OH
O2CtBu
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.20 (s, 9H), 2.35-2.48 (br, 1H), 2.48-2.57 (m, 1H),
2.59-2.68 (m, 1H), 3.75 (s, 3H), 3.95-4.02 (dd, J1=11Hz, J2=6.5Hz, 1H), 4.06-4.12 (m, 1H),
4.29-4.35 (m, 1H), 4.41-4.59 (m, 1H), 4.67-4.76 (m, 2H), 5.50-5.75 (m, 3H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 27.23, 35.21 (s), 38.92 (q), 52.68, 53.71, 67.78 (s),
70.42, 74.69 (s), 95.38 (q), 126.51, 133.20, 154.06 (q), 171.64 (q), 178.73 (q)
IR : (cm-1) 733 (w), 1045 (m), 1101 (m), 1160 (s), 1214 (m), 1283 (m), 1530 (w), 1729 (s),
2958 (w), 3344 (br)
EI-MS (130°C) : m/z= 449, 447 (M+), 430 (10), 412 (8), 396 (60), 394 (100%), 388 (75),
372 (42), 370 (44)
HR-MS : (C16H23O6NCl3; M+- HO) ber. 430.0591, gef. 430.0595
CHN-Analyse : ber. für C16H24O7NCl3 (%) C 42.83, H 5.39, N 3.12; gef.: C 43.10, H 5.48, N
2.97
Experimenteller Teil 119
7-Acetoxy-6-hydroxy-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-hept-4-ensäuremethylester
(119)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-
Troc-allylglycinmethylester 49 (92 mg, 0.3 mmol), 4-
Acetoxybut-1-en-3-ol 118 (78 mg, 0.6 mmol) und Katalysator 4 (10 mg, 4 mol %) in 3 ml
CH2Cl2 gelöst und 18 h refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter
vermindertem Druck wurde der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2,
Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert. Produkt 119 (90 mg, 0.201 mmol, 67 %;
Diastereomerengemisch) wurde als leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
MeO2C
NHTroc OH
OAc
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 2.07 (s, 3H), 2.48-2.70 (m, 2H), 3.75 (s, 3H), 3.91-
4.01 (m, 1H), 4.06-4.14 (m, 1H), 4.28-4.36 (m, 1H), 4.40-4.50 (br, 1H), 4.65-4.77 (m, 2H),
5.54-5.62 (m, 1H), 5.62-5.71 (m, 1H), 5.71-5.79 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 20.91, 35.17 (s), 52.70, 53.67, 67.80 (s), 70.17,
74.68 (s), 95.39 (q), 126.58, 133.18, 154.09 (q), 171.27 (q), 171.66 (q)
IR : (cm-1) 731 (m), 1041 (s), 1229 (s), 1529 (m), 1727 (ss), 2955 (w), 3340 (br)
EI-MS (110°C) : m/z= 408, 406 (M+), 346 (10), 314 (70), 268 (30), 254 (30), 198 (30), 154
(45), 141 (90), 126 (100%)
HR-MS : (C13H17O6NCl3; M+- HO) ber. 388.0121, gef. 388.0113
CHN-Analyse : ber. für C13H18O7NCl3 (%) C 38.40, H 4.46, N 3.45; gef.: C 38.73, H 4.61, N
3.28
Ethansäure-7-acetoxy-6-hydroxy-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-hept-4-
enylester (121)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden 5-
Acetoxy-4-(N-Troc)-aminopenten 85 (48 mg, 0.15 mmol), 4-
Acetoxybut-1-en-3-ol 118 (39 mg, 0.3 mmol) und Katalysator 4 (5 mg, 4 mol %) in 2 ml
CH2Cl2 gelöst und 18 h refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter
vermindertem Druck wurde der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2,
Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert. Produkt 121 (40 mg, 0.095 mmol, 63 %;
Diastereomerengemisch) wurde als leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
NHTroc OH
OAcAcO
120 Experimenteller Teil
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 2.09 (s, 3H), 2.10 (s, 3H), 2.30-2.40 (m, 2H), 3.95-
4.05 (m, 2H), 4.08-4.20 (m, 3H), 4.33-4.38 (m, 1H), 4.73 (s, 2H), 5.04-5.10 (m, 1H), 5.56-
5.63 (m, 1H), 5.75-5.83 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 20.86, 20.93, 34.60 (s), 50.27, 65.14 (s), 67.92 (s),
67.95 (s), 70.35, 74.58 (s), 95.57 (q), 127.97, 128.03, 132.21, 154.23 (q), 170.96 (q), 171.24
(q)
IR : (cm-1) 732 (m), 817 (m), 1037 (s), 1225 (ss), 1367 (m), 1533 (m), 1716 (s), 2923 (w),
2955 (w), 3335 (br)
EI-MS (180°C) : m/z= 422, 420, 418 (M+), 402 (5), 366 (10), 328 (15), 268 (45), 216
(100%), 131 (55)
HR-MS : (C14H19O6NCl3; M+- HO) ber. 402.0278, gef. 402.0283
CHN-Analyse : ber. für C14H20O7NCl3 (%) C 39.97, H 4.79, N 3.33; gef.: C 40.47, H 5.08, N
2.93
Ethansäure-(6-benzyloxycarbonylamino)-2-hydroxy-hept-3-enylester (122)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden 4-(N-
Cbz)-aminopenten 99 (33 mg, 0.15 mmol), 4-Acetoxybut-1-en-3-ol
118 (39 mg, 0.3 mmol) und Katalysator 4 (5 mg, 4 mol %) in 2 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h
refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der
Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert. Produkt
122 (33 mg, 0.104 mmol, 69 %; Diastereomerengemisch) wurde als leicht braun gefärbtes Öl
erhalten.
NHCbz OH
OAc
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.14 (d, J=6.7Hz, 3H), 2.07 (s, 3H), 2.16-2.26 (m,
2H), 2.31-2.39 (m, 1H), 3.74-3.85 (m, 1H), 3.94-4.01 (m, 1H), 4.08-4.13 (m, 1H), 4.28-4.35
(m, 1H), 4.60-4.70 (m, 1H), 5.02-5.14 (m, 2H), 5.47-5.56 (m, 1H), 5.71-5.80 (m, 1H), 7.28-
7.38 (m, 5H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 20.63, 20.93, 39.76 (s), 46.67, 66.67 (s), 68.02 (s),
68.05 (s), 70.51, 128.20, 128.60, 129.46, 131.30, 136.58 (q), 155.72 (q), 171.22 (q)
IR : (cm-1) 698 (m), 738 (m), 972 (m), 1039 (s), 1240 (s), 1378 (m), 1530 (m), 1695 (s), 2930
(w), 2971 (w), 3340 (br)
EI-MS (180°C) : m/z= 321 (M+), 219 (5), 178 (45), 134 (50), 108 (8), 91 (100%)
HR-MS : (C17H22O4N; M+- HO) ber. 304.1549, gef. 304.1550
Experimenteller Teil 121
CHN-Analyse : ber. für C17H23O5N (%) C 63.54, H 7.21, N 4.36; gef.: C 62.40, H 7.18, N
3.70
2-Hydroxy-6-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-hept-3-endisäuredimethylester (125)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-
Troc-allylglycinmethylester 49 (109 mg, 0.358 mmol), 2-
Hydroxybut-3-ensäuremethylester 124 (83 mg, 0.716 mmol) und Katalysator 4 (12 mg, 4 mol
%) in 4 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches
unter vermindertem Druck wurde der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2,
Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert. Produkt 125 (110 mg, 0.286 mmol, 67 %;
Diastereomerengemisch) wurde als leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
MeO2C
NHTroc
CO2Me
OH
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 2.52-2.61 (m, 1H), 2.62-2.70 (m, 1H), 2.87-3.03 (br,
1H), 3.74-3.79 (m, 3H), 3.79-3.84 (m, 3H), 4.42-4.52 (m, 1H), 4.61-4.65 (m, 1H), 4.67-4.79
(m, 2H), 5.52-5.58 (m, 1H), 5.61-5.70 (m, 1H), 5.75-5.85 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 34.94 (s), 52.66, 52.98, 53.02, 53.56, 53.64,
70.92, 74.69 (s), 95.39 (q), 126.97, 131.05, 131.21, 154.04 (q), 171.60 (q), 173.60 (q)
IR : (cm-1) 728 (w), 818 (w), 974 (w), 1047 (m), 1100 (m), 1214 (s), 1438 (m), 1527 (m),
1734 (s), 2955 (w), 3347 (br)
EI-MS (140°C) : m/z= 392 (M+), 332 (25), 314 (60), 264 (60), 141 (100%), 131 (82), 112
(90), 81 (95)
HR-MS : (C12H15O6NCl3; M+- HO) ber. 373.9965, gef. 373.9966
CHN-Analyse : ber. für C12H16O7NCl3 (%) C 36.71, H 4.11, N 3.57; gef.: C 36.74, H 4.20, N
3.47
5-Oxiranyl-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-pent-4-ensäuremethylester (127)
In einer Apparatur bestehend aus Zweihalskolben, Rückflusskühler
und Ölbad wurden unter N2-Schutzgas N-Troc-
allylglycinmethylester 49 (79 mg, 0.259 mmol), Vinyloxiran 126 (72 mg, 1 mmol) und
Katalysator 5 (8.1 mg, 5 mol %) in 1.5 ml CH2Cl2 gelöst und bei 45-50 °C Ölbadtemperatur
refluxiert. Im Verlauf von 3 h wurde eine Lösung von Vinyloxiran (36 mg, 0.518 mmol) in 1
ml CH2Cl2 in 4 gleichen Portionen via Septum zugegeben und das Reaktionsgemisch danach
MeO2C
NHTroc O
122 Experimenteller Teil
für weitere 15 h refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem
Druck wurde der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1)
fraktioniert. Produkt 127 (45 mg, 0.127 mmol, 49 %; Diastereomerengemisch) wurde als gelb
gefärbtes Öl erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 2.50-2.59 (m, 1H), 2.59-2.71 (m, 2H), 2.91-3.00 (m,
1H), 3.28-3.33 (m, 1H), 3.74-3.82 (m, 3H), 4.43-4.53 (m, 1H), 4.65-4.83 (m, 2H), 5.21-5.34
(m, 1H), 5.54-5.64 (m, 1H), 5.77-5.86 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 35.23 (s), 35.30 (s), 48.85 (s), 51.75, 52.70, 52.75,
53.58, 74.69 (s), 95.39 (q), 129.00, 129.18, 132.81, 132.89, 154.00 (q), 171.53 (q)
IR : (cm-1) 729 (m), 819 (m), 969 (m), 1045 (m), 1094 (m), 1213 (s), 1437 (m), 1528 (m),
1734 (ss), 2954 (w), 3332 (br)
EI-MS (110°C) : m/z= 347, 345 (M+), 286 (20), 262 (50), 133 (95), 131 (100%), 88 (90)
HR-MS : (C11H14O5NCl3; M+) ber. 344.9938, gef. 344.9934
5-(2,2-Dimethyl-[1,3]dioxolan-4-yl)-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-pent-4-
ensäuremethylester (129)
In einer Apparatur bestehend aus Zweihalskolben,
Rückflusskühler und Ölbad wurden unter N2-Schutzgas N-Troc-
allylglycinmethylester 49 (116 mg, 0.343 mmol), 2,2-Dimethyl-4-
vinyl-1,3-dioxolan 128 (97 mg, 0.76 mmol) und Katalysator 5 (8.6 mg, 4 mol %) in 3 ml
CH2Cl2 gelöst und bei 45-50 °C Ölbadtemperatur 18 h refluxiert. Nach dem Einengen des
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der Rückstand
säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 10:1) fraktioniert. Produkt 129 (94 mg, 0.233
mmol, 68 %) Diastereomerengemisch wurde als hellgrün gefärbtes Öl erhalten.
MeO2C
NHTroc O
O
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.35 (s, 3H), 1.39 (s, 3H), 2.46-2.56 (m, 1H), 2.58-
2.68 (m, 2H), 3.48-3.60 (m, 1H), 3.75 (s, 3H), 4.01-4.10 (m, 1H), 4.36-4.48 (m, 2H), 4.64-
4.79 (m, 2H), 5.52-5.70 (m, 3H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 25.87, 26.71, 35.16 (s), 52.65, 53.61, 69.38,
69.45, 74.69 (s), 74.84 (s), 76.50 (s), 95.38 (q), 109.47 (q), 109.58 (q), 127.56, 127.61,
132.85, 132.90, 153.95 (q), 153.98 (q), 171.57 (q)
Experimenteller Teil 123
IR : (cm-1) 728 (m), 820 (m), 1049 (s), 1099 (s), 1216 (s), 1438 (m), 1529 (m), 1731 (s),
2955 (w), 3334 (br)
EI-MS (100°C) : m/z= 405, 403 (M+), 390 (4), 388 (4), 330 (6), 296 (6), 198 (10), 154 (14),
111 (20), 72 (100%)
HR-MS : (C14H20O6NCl3; M+) ber. 403.0356, gef. 403.0359
CHN-Analyse : ber. für C14H20O6NCl3 (%) C 41.55, H 4.98, N 3.46; gef.: C 41.17, H 4.90, N
3.20
6,7-Dihydroxy-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-hept-4-ensäuremethylester (113)
Acetonid 129 (81 mg, 0.2 mmol) wurde in 6 ml MeOH gelöst
und gerührt. Nach Zugabe von Thionylchlorid (100 mg, 0.84
mmol) wurde die Reaktionslösung 45 min bei Raumtemperatur gerührt. Danach wurden 20
ml MtBE und 250 mg NaHCO3 zugesetzt, das Reaktionsgemisch 20 min gerührt und danach
über eine G4-Glasfritte filtriert. Nach dem Einengen des Filtrates unter vermindertem Druck
wurde Produkt 113 (73 mg, 0.2 mmol, 100 %; Diastereomerengemisch) als farbloses Öl
erhalten.
MeO2C
NHTroc OH
OH
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 2.47-2.56 (m, 1H), 2.56-2.68 (m, 1H), 2.80-3.40 (br,
2H), 3.42-3.51 (m, 1H), 3.59-3.67 (m, 1H), 3.76 (s, 3H), 4.17-4.24 (m, 1H), 4.39-4.50 (m,
1H), 4.65-4.78 (m, 2H), 5.53-5.74 (m, 2H), 6.00-6.10 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 35.29 (s), 52.77, 53.82, 53.90, 66.23 (s), 72.38,
72.55, 74.70 (s), 95.42 (q), 126.04, 126.13, 133.83, 133.96, 154.22 (q), 171.95 (q)
IR : (cm-1) 728 (w), 820 (w), 1046 (m), 1216 (m), 1438 (w), 1533 (m), 1730 (s), 2954 (w),
3345 (br)
EI-MS (145°C) : m/z= 366, 365, 364 (M+), 314 (40), 263 (45), 254 (42), 141 (80), 131 (86),
109 (80), 81 (100%)
HR-MS : (C10H11O4NCl3; M+- CH3 - H2O) ber. 313.9754, gef. 313.9752
CHN-Analyse : ber. für C11H16O6NCl3 (%) C 36.24, H 4.42, N 3.84; gef.: C 36.36, H 4.31, N
3.48
124 Experimenteller Teil
zu Abschnitt 2.7
(3E)-Ethansäure-5-hydroxy-2-(2,2,2-trichloracetylamino)-hex-3-enylester (134)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden 4-Acetoxy-4-
(N-Trichloracetyl)-aminobuten 133 (98 mg, 0.373 mmol), But-1-en-3-ol
47 (50 mg, 0.7 mmol) und Katalysator 4 (13 mg, 4 mol %) in 2 ml
CH2Cl2 gelöst und 18 h refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter
vermindertem Druck wurde der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2,
Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1) fraktioniert. Produkt 134 (81 mg, 0.265 mmol, 71 %;
Diastereomerengemisch) wurde als leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
NHCOCCl3
AcO
OH
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.24 (d, J=6.8Hz, 3H), 2.06 (s, 3H), 2.22-2.36 (br,
1H), 4.14-4.20 (m, 1H), 4.24-4.35 (m, 2H), 4.64-4.72 (m, 1H), 5.62 (dd, J1=6Hz, J2=16Hz
1H), 5.81 (dd, J1=6Hz, J2=16Hz, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 20.78, 23.34, 23.39, 52.26, 64.85 (s), 64.89 (s),
67.64, 67.70, 92.50 (q), 123.29, 123.38, 138.38, 138.40, 161.66 (q), 171.42 (q)
IR : (cm-1) 680 (m), 822 (s), 1042 (s), 1231 (s), 1521 (s), 1702 (ss), 1741 (s), 2931 (w), 2972
(m), 3328 (br), 3416 (br), 3468 (br)
EI-MS (140°C) : m/z= 304, 302, 300 (M+-H2O), 244 (10), 227 (10), 162 (20), 96 (30), 83
(100%), 54 (28)
HR-MS : (C10H13O3NCl3; M+- HO) ber. 299.9961, gef. 299.9943
2-(2,2,2-Trichlorethoxycarbonylamino)-but-3-ensäuremethylester (138)
Vinylglycinhydrochlorid 137 (0.58 g, 4.2 mmol) wurde in 30 ml MeOH
suspendiert. Zu der gerührten Suspension wurde Thionylchlorid (1.0 g, 8.3
mmol) bei 0 °C tropfenweise zugegeben und das Reaktionsgemisch 18 h bei Raumtemperatur
gerührt. Danach wurden alle flüchtigen Bestandteile des Reaktionsgemisches unter
vermindertem Druck entfernt. Das glasig-kristalline Rohprodukt wurde in 40 ml CH2Cl2
gelöst. Dazu wurde bei 0 °C Pyridin (0.78 g, 10 mmol) und Chlorameisensäure-2,2,2-
trichlorethylester (1.06 g, 5 mmol) zugegeben. Das Reaktionsgemisch wurde 24 h bei
Raumtemperatur gerührt. Danach wurden 3 ml MeOH zugegeben und weitere 4 h bei
Raumtemperatur gerührt. Anschließend wurde das Reaktionsgemisch mit 100 ml MtBE
verdünnt, zweimal mit 30 ml gesättigter NaHCO3-Lösung und danch mit 30 ml NaCl-Lösung
MeO2C
NHTroc
Experimenteller Teil 125
extrahiert, mit Na2SO4 getrocknet und unter vermindertem Druck eingeengt. Nach
säulenchromatographischer Reinigung des Rückstandes an Kieselgel (Hex:MtBE 10:1) wurde
138 (0.72 g, 2.48 mmol, 73 %) als farbloses, hochviskoses Öl erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 3.79 (s, 3H), 4.68-4.82 (m, 2H), 4.91-4.97 (t,
J=6.8Hz, 1H), 5.32 (d, J=10Hz, 1H), 5.40 (d, J=15Hz, 1H), 5.69-5.80 (br, 1H), 5.92 (ddd,
J1=6.8Hz, J2=10Hz, J3=15Hz, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 53.00, 56.29, 74.76 (s), 95.41 (q), 118.18 (s),
131.84, 153.82 (q), 170.50 (q)
IR : (cm-1) 733 (w), 819 (w), 1046 (w), 1108 (m), 1208 (m), 1518 (m), 1731 (s), 2955 (w),
3344 (br)
EI-MS (50°C) : m/z= 293, 291, 289 (M+), 232 (95), 230 (100%), 194 (6), 133 (20), 131 (22)
HR-MS : (C8H10O4NCl3; M+) ber. 288.9675, gef. 288.9671
CHN-Analyse : ber. für C8H10O4NCl3 (%) : C 33.07, H 3.47, N 4.82; gef.: C 32.88, H 3.55, N
4.57
(3E)-5-Hydroxy-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-hex-3-ensäuremethylester (139)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden N-Troc-
vinylglycinmethylester 138 (86 mg, 0.296 mmol), But-1-en-3-ol 47 (43
mg, 0.6 mmol) und Katalysator 4 (13 mg, 5 mol %) in 3 ml CH2Cl2
gelöst und 18 h refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem
Druck wurde der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1)
fraktioniert. Produkt 139 (79 mg, 0.236 mmol, 80 %; Diastereomerengemisch) wurde als
leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
MeO2C
NHTroc
OH
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.25 (d, J=6.8Hz, 3H), 2.14-2.20 (br, 1H), 3.77 (s,
3H), 4.29-4.36 (m, 1H), 4.66-4.78 (m, 2H), 4.90 (dd, J=6.8Hz, 1H), 5.72 (dd, J1=6.8Hz,
J2=15.5Hz, 1H), 5.86 (dd, J1=6.8Hz, J2=15.5Hz, 1H), 5.88-5.96 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 23.15, 53.00, 55.36, 55.41, 67.65, 67.70, 74.74 (s),
95.35 (q), 123.16, 138.05, 138.08, 153.89 (q), 170.76 (q)
IR : (cm-1) 722 (w), 820 (w), 1045 (m), 1105 (m), 1217 (m), 1273 (m), 1526 (m), 1731 (s),
2957 (w), 2970 (w), 3343 (br)
EI-MS (50°C) : m/z= 335, 331 (M+), 300 (5), 274 (30), 258 (15), 168 (16), 131 (38), 126
(40), 83 (100%)
HR-MS : (C10H12O4NCl3; M+ - H2O) ber. 314.9832, gef. 314.9844
126 Experimenteller Teil
(6-Methyl-2-oxo-3,6-dihydro-2H-pyran-3-yl)-carbaminsäure-2,2,2-trichlorethylester
(140)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift B wurden 2-(N-Troc)-
amino-5-hydroxyhex-3-ensäuremethylester 139 (79 mg, 0.236 mmol)
und BF3*Et2O (43 mg, 0.3 mmol) in 5 ml CH2Cl2 gelöst und 45 min bei
Raumtemperatur gerührt. Nach 45 min wurde erneut BF3*Et2O (67 mg, 0.47 mmol)
zugegeben und das Reaktionsgemisch für weitere 17 h bei Raumtemperatur gerührt. Danach
wurde mit 20 ml gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht, 15 min stark gerührt und
anschließend 30 ml MtBE zugegeben. Nach Phasentrennung wurde die organische Phase mit
NaCl-Lösung gewaschen und mit Na2SO4 getrocknet. Nach dem Einengen des
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde der Rückstand
säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE 10:1) fraktioniert. Produkt 140 (31 mg, 0.1
mmol, 42 %) wurde als Diastereomerengemisch (cis:trans = 1.7:1) in Form eines farblosen
Öls erhalten.
O
TrocHN
O
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.49 (d, J=6.8Hz, 3H, CH3-trans), 1.54 (d, J=6.8Hz,
3H, CH3-cis), 4.66-4.85 (m, 2H, Troc-Gruppe), 4.67-4.77 (m, 1H, H-4 cis), 4.77-4.87 (m, 1H,
H-4 trans), 5.08-5.17 (m, 1H, H-2 cis und trans), 5.80-5.86 (br, 1H, NH-trans), 5.89-5.97 (m,
2H, NH-cis, H-3 cis und trans), 6.01-6.07 (m, 1H, H-4 cis und trans)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 20.14 (CH3 cis), 21.06 (CH3 trans), 48.56 (C-5
trans), 50.38 (C-5 cis), 74.90 (s, Troc-Gruppe), 75.10 (C-2 cis), 77.34 (C-2 trans), 95.18 (q,
Troc-Gruppe), 124.36 (C-3 trans), 128.05 (C-3 cis), 129.32 (C-4 trans), 129.86 (C-4 cis),
154.50 (q), 168.90 (q)
IR : (cm-1) 727 (m), 819 (w), 1044 (s), 1097 (s), 1206 (s), 1383 (w), 1523 (s), 1725 (ss), 2955
(w), 3338 (br)
EI-MS (120°C) : m/z= 304, 302, 300 (M+), 273 (15), 261 (30), 259 (90), 257 (96), 131
(100%), 95 (90), 82 (86)
HR-MS : (C8H10O2NCl3; M+ - CO2) ber. 256.9777, gef. 256.9773
NOE-Messung : H-2 ÅÆ H-6 : 1.0 % (cis-Epimer)
Ethansäure-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-but-3-enylester (142)
3-(N-Trichloracetyl)-aminobuten-4-ol 136 (0.89 g, 3.8 mmol) wurde in
einer Lösung von Natriumhydroxid (612 mg, 15.3 mmol) in 12 ml H2O und
4 ml MeOH 1 h bei 60 °C gerührt. Danach wurde mit konzentrierter Chlorwasserstoffsäure
NHTroc
AcO
Experimenteller Teil 127
neutralisiert, 3 g NaHCO3 und 20 ml CH2Cl2 zugegeben und auf 0 °C abgekühlt.
Anschließend wurde zu dem gerührten dreiphasigen Reaktionsgemisch Chlorameisensäure-
2,2,2-trichlorethylester (1.61 g, 7.6 mmol) in 4 Portionen innerhalb einer Stunde zugegeben.
Das Reaktionsgemisch wurde 12 h bei Raumtemperatur gerührt. Danach wurde die
organische Phase abgetrennt und die wässrige Phase zweimal mit 20 ml CH2Cl2 extrahiert.
Die vereinigten organischen Phasen wurden mit NaCl-Lösung gewaschen, mit Na2SO4
getrocknet und unter vermindertem Druck eingeengt. Der hauptsächlich aus 141 bestehende
ölige Rückstand wurde in 40 ml CH2Cl2 gelöst. Nach Zugabe von Acetanhydrid (1.02 g, 10
mmol) und Pyridin (0.78 g, 10 mmol) wurde das Reaktionsgemisch 18 h bei Raumtemperatur
gerührt. Anschließend wurde das Reaktionsgemisch mit 80 ml MtBE verdünnt, zweimal mit
30 ml gesättigter NaHCO3-Lösung und danch mit 30 ml NaCl-Lösung extrahiert, mit Na2SO4
getrocknet und unter vermindertem Druck eingeengt. Nach säulenchromatographischer
Reinigung des Rückstandes an Kieselgel (Hex:MtBE 10:1) wurde 142 (0.58 g, 1.90 mmol, 50
%) als farbloses, hochviskoses Öl erhalten. Eine Analysenprobe des Zwischenproduktes 141
wurde chromatographisch gereinigt und charakterisiert.
Charakterisierung von 142 :
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 2.05 (s, 3H), 4.11-4.21 (m, 2H), 4.47-4.54 (m, 1H),
4.68-4.78 (m, 2H), 5.23 (d, J=10Hz, 1H), 5.30 (d, J=17Hz, 1H), 5.33-5.40 (br, 1H), 5.78 (ddd,
J1=6.8Hz, J2=10Hz, J3=17Hz, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 20.84, 52.69, 65.38 (s), 74.60 (s), 95.56 (q),
117.40 (s), 133.86, 154.11 (q), 170.96 (q)
IR : (cm-1) 735 (w), 818 (w), 1044 (m), 1114 (m), 1228 (s), 1529 (m), 1725 (s), 1741 (s),
2955 (w), 3338 (br)
EI-MS (80°C) : m/z= 306, 304 (M+), 243 (10), 230 (100%), 131 (25), 114 (30), 56 (42)
HR-MS : (C9H12O2NCl3; M+-CH3 - H2O) ber. 242.9621, gef. 242.9629
CHN-Analyse : ber. für C9H12O4NCl3 (%) : C 35.49, H 3.97, N 4.60; gef.: C 35.49, H 3.96, N
4.41
Charakterisierung von (1-Hydroxymethyl-allyl)-carbaminsäure-2,2,2-trichlorethylester 141 :
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 2.15-2.32 (br, 1H), 3.70 (dd, J1=5Hz, J2=11Hz, 1H),
3.77 (dd, J1=3.6Hz, J2=11Hz, 1H), 4.30-4.37 (m, 1H), 4.68-4.78 (m, 2H), 5.27 (d, J=11Hz,
1H), 5.32 (d, J=17Hz, 1H), 5.48-5.60 (br, 1H), 5.84 (ddd, J1=6.8Hz, J2=11Hz, J3=17Hz, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 55.17, 64.59 (s), 74.66 (s), 95.55 (q), 117.29 (s),
134.68, 154.55 (q)
128 Experimenteller Teil
IR : (cm-1) 721 (m), 815 (w), 1050 (m), 1114 (m), 1245 (m), 1532 (m), 1718 (s), 2952 (w),
3327 (br), 3426 (br)
EI-MS (70°C) : m/z= 264, 262 (M+), 230 (86), 194 (5), 156 (20), 131 (62), 100 (34), 95 (36),
56 (100%)
HR-MS : (C6H8O2NCl3; M+-CH2O) ber. 230.9621, gef. 230.9625
CHN-Analyse : ber. für C7H10O3NCl3 (%) : C 32.03, H 3.84, N 5.34; gef.: C 31.22, H 3.83, N
5.53
(E)-Ethansäure-5-hydroxy-2-(2,2,2-trichlorethoxycarbonylamino)-hex-3-enylester (143)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift A wurden 4-Acetoxy-3-
(N-Troc)-aminobuten 142 (130 mg, 0.427 mmol), Buten-3-ol 47 (62
mg, 0.85 mmol) und Katalysator 4 (14.5 mg, 4 mol %) in 4 ml CH2Cl2
gelöst und 18 h refluxiert. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem
Druck wurde der Rückstand säulenchromatographisch (SiO2, Hex:MtBE:MeOH 5:1:0.1)
fraktioniert. Produkt 143 (105 mg, 0.301 mmol, 71 %; Diastereomerengemisch) wurde als
leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
NHTroc
AcO
OH
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.21 (d, J=6.8Hz, 3H), 2.03 (s, 3H), 2.41-2.48 (br,
1H), 4.11 (dd, J1=6.2Hz, J2=3Hz, 2H), 4.24-4.32 (m, 1H), 4.43-4.50 (m, 1H), 4.70 (s, 2H),
5.55-5.64 (m, 2H), 5.77 (dd, J1=6.8Hz, J2=16Hz, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 20.85, 23.31, 23.37, 51.83, 65.49 (s), 65.54 (s),
67.72, 67.81, 74.89 (s), 95.57 (q), 124.98, 125.08, 137.36, 154.16 (q), 171.11 (q)
IR : (cm-1) 736 (w), 819 (w), 1049 (m), 1118 (m), 1225 (s), 1533 (m), 1725 (s), 1741 (s),
2954 (w), 3343 (br)
EI-MS (140°C) : m/z= 334, 332, 330 (M+-H2O), 274 (25), 256 (10), 131 (20), 126 (30), 83
(100%), 54 (20)
HR-MS : (C11H15O4NCl3; M+- HO) ber. 330.0067, gef. 330.0059
Experimenteller Teil 129
zu Abschnitt 3.2
Allgemeine Arbeitsvorschrift D für Enin-Kreuzmetathese/Diels-Alder-Reaktionssequenzen
der α,ω-Diene 155 158 mit den Alkinen 161, 178 und 179 unter Verwendung der
Katalysatoren 4 und 5 : Die Reaktionen wurden in 5 oder 10 ml fassenden, dicht
verschließbaren Glasgefäßen durchgeführt. Die Reaktanden wurden in frisch absolutiertem
CH2Cl2 gelöst und anschließend wurde eine Lösung des Katalysators in Dichlormethan
zugegeben. Die Reaktionslösungen wurden 18-36 h bei 40-45 °C oder 75 °C Ölbadtemperatur
gerührt. Der Reaktionsverlauf wurde durch DC und Roh-NMR verfolgt. Wurden während der
Metathesereaktion keine oder ausschließlich Cycloaddukte gebildet, so wurden die Produkt-
Triene bzw. Cycloaddukte nach dem Einengen der Reaktionsgemische unter vermindertem
Druck durch Säulenchromatographie an Kieselgel mit Hexan/MtBE als Eluentensystem
gereinigt. Die Produkte entstanden als Diastereomerengemische. Im Falle der teilweisen
Umsetzung zu Cycloaddukten unter Metathesebedingungen, wurden Katalysatorreste durch
Kieselgelfiltration mit Hexan:MtBE 10:1 weitgehend entfernt. Die Produktgemische wurden
zur Vervollständigung der Cycloaddition in Toluol gelöst und 36 h auf 80 °C erwärmt.
Anschließend wurden nach dem Einengen der Lösungen unter vermindertem Druck und
säulenchromatographischer Reinigung der Rückstände die Cycloaddukte als
Stereoisomerengemische in den jeweils angegebenen Zusammensetzungen erhalten.
(E/Z)-2-Methylen-9-phenyl-3-(tert-butyldimethylsilanyloxy)-deca-7,9-diensäure-
methylester (180)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift D wurden
Dien 157 (75 mg, 0.25 mmol), Phenylacetylen 161 (31 mg,
0.3 mmol) und der Katalysator 5 (10 mg, 5 mol %) in 2 ml
CH2Cl2 gelöst und im verschlossenen Reaktionsgefäß 24 h bei 40-45 °C gerührt. Nach dem
Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde nach
säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 100:1) das Trien 180 (90 mg,
0.225 mmol, 90 %) als E/Z-Gemisch (E:Z 2:1) als leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
CO2Me
OTBS
Ph
1H-NMR (400 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -0,02 (s, 3H), 0.05 (s, 3H), 0.99 (s, 9H), 1.35-1.69 (m,
4H), 2.06-2.16 (m, 2H), 3.73 (s, 3H), 4.54-4.63 (m, 1H), 5.04-5.06 (m, 1H-E), 5.11-5.13 (m,
1H-Z), 5.16-5.18 (m, 1H-E), 5.51-5.53 (m, 1H-Z), 5.58-5.72 (m, 1H), 5.88-5.92 (m, 1H), 6.12
(d, J=12Hz, 1H-Z), 6.21-6.24 (m, 1H), 6.27 (d, J=16Hz, 1H-E), 7.27-7.42 (m, 5H)
13C-NMR (100.6 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -0.97, -0.70, 18.31 (q), 24.30 (s), 25.20 (s), 25.82,
28.54 (s), 32.64 (s), 37.13 (s), 37.36 (s), 51.65, 70.02, 70.08, 114.53 (s, E), 114.68 (s, Z),
130 Experimenteller Teil
124.51 (s, Z), 124.57 (s, E), 126.54, 127.25, 127.44, 128.00, 128.17, 128.22, 128.92, 131.51,
134.20, 134.28, 140.68 (q, E), 140.83 (q, Z), 143.83 (q, E), 143.87 (q, Z), 144.46 (q, Z),
148.08 (q, E), 166.70 (q)
IR : (cm-1) 775 (m), 836 (m), 1093 (m), 1258 (w), 1438 (w), 1719 (s), 2857 (w), 2929 (w),
2952 (w)
EI-MS (100°C) : m/z= 400 (M+), 343 (100%), 268 (8), 209 (10), 173 (10), 156 (18), 89 (25),
73 (20), 57 (8)
HR-MS : (C24H36O3Si) ber. 400.2434, gef. 400.2431
(E,Z)-8-(tert-Butyldimethylsilanyloxy)-9-cyano-2-phenyl-deca-1,3,9-trien (181)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift D wurden Dien
158 (63 mg, 0.24 mmol), Phenylacetylen 161 (29 mg, 0.28
mmol) und der Katalysator 5 (9.5 mg, 5 mol %) in 2 ml CH2Cl2
gelöst und im verschlossenen Reaktionsgefäß 24 h bei 40-45 °C gerührt. Nach dem Einengen
des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde nach säulenchromatographischer
Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 100:1) das Trien 181 (77 mg, 0.21 mmol, 88 %) als E/Z-
Gemisch (E:Z = 1:2) als leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
CN
OTBS
Ph
1H-NMR (400 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0,02-0.08 (m, 6H), 0.89-0.94 (m, 9H), 1.33-1.47 (m,
2H), 1.56-1.71 (m, 2H), 2.08-2.19 (m, 2H), 4.15-4.26 (m, 1H), 5.07-5.09 (m, 1H-E), 5.13 (s,
1H-Z), 5.18-5.20 (m, 1H-E), 5.53-5.55 (m, 1H-Z), 5.57-5.72 (m, 1H), 5.87 (s, 1H-Z), 5.90 (s,
1H-Z), 5.92 (s, 1H-E), 5.94 (s, 1H-E), 6.17 (d, J=12Hz, 1H-Z), 6.31 (d, J=16Hz, 1H-E), 7.27-
7.43 (m, 5H)
13C-NMR (100.6 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -4.94, -4.71, 18.16 (q), 24.03 (s), 24.78 (s), 25.75,
28.24 (s), 32.53 (s), 36.17 (s), 36.25 (s), 72.65, 72.68, 114.92 (s, Z), 114.99 (s, E), 117.33 (q),
125.34, 126.60, 127.39, 127.51, 127.64, 128.13, 128.30, 128.33, 129.12 (s, Z), 129.19 (s, E),
129.57, 132.07, 133.57, 133.66, 140.75 (q, E), 140.91 (q, Z), 142.88 (q, Z), 143.02 (q, E),
144.15 (q, Z), 146.09 (q, E)
IR : (cm-1) 777 (s), 837 (s), 1106 (m), 1259 (m), 1472 (w), 2224 (w), 2857 (m), 2930 (m),
2952 (m)
EI-MS (100°C) : m/z= 367 (M+), 310 (100%), 208 (8), 156 (8), 91 (10), 75 (50)
HR-MS : (C23H33NOSi) ber. 367.2331, gef. 367.2333
Experimenteller Teil 131
(E,Z)-10-Acetoxy-3-(tert-butyldimethylsilyl)-2,9-dimethylen-tridec-7-ensäuremethylester
(186)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift D
wurden Dien 157 (82 mg, 0.27 mmol), Alkin 179 (46
mg, 0.33 mmol) und der Katalysator 5 (10.5 mg, 5 mol
%) in 2 ml CH2Cl2 gelöst und im verschlossenen Reaktionsgefäß 24 h bei 40-45 °C gerührt.
Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde nach
säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 30:1) das Trien 186 (98 mg, 0.224
mmol, 83 %) als E/Z,lk/ul-Gemisch (E:Z 1.3:1) als leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
CO2Me
OTBS
OAc
1H-NMR (400 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -0,02 (s, 3H), 0.06 (s, 3H), 0.87-0.92 (m, 12H), 1.20-
1.52 (m, 6H), 1.52-1.70 (m, 2H), 1.96-2.12 (m, 4H), 2.12-2.22 (m, 1H), 3.75 (s, 3H), 4.56-
4.63 (m, 1H), 4.96 (s, 1H-E), 5.00-5.03 (m, 1H), 5.15-5.21 (m, 1H), 5.41-5.46 (m, 1H-E),
5.55-5.63 (m, 1H-Z), 5.75-5.85 (m, 1H), 5.89-5.92 (m, 1H), 5.97 (d, J=16Hz, 1H-E), 6.21-
6.24 (m, 1H)
13C-NMR (100.6 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -0.93, -0.65, 13.77, 18.11 (q), 18.54 (s), 18.74 (s),
21.16, 24.53 (s), 25.26 (s), 25.80, 28.61 (s), 32.92 (s), 35.39 (s), 36.18 (s), 37.28 (s), 37.36 (s),
51.63, 70.04, 70.11, 73.83, 76.68, 112.54 (s), 114.54 (s), 124.51 (s), 125.71, 128.83, 131.35,
134.75, 143.44 (q), 143.84 (q), 143.91 (q), 145.27 (q), 166.67 (q), 170.23 (q)
IR : (cm-1) 776 (m), 836 (m), 1093 (m), 1237 (s), 1370 (w), 1720 (s), 1741 (s), 2857 (w),
2930 (m), 2956 (m)
EI-MS (110°C) : m/z= 438 (M+), 381 (5), 321 (100%), 229 (10), 187 (14), 173 (16), 134
(20), 117 (22), 89 (30), 73 (40)
HR-MS : (C24H42O5Si) ber. 438.2802, gef. 438.2812
(E,Z)-10-Acetoxy-3-(tert-butyldimethylsilyl)-2-cyano-9-methylen-trideca-1,7-dien (187)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift D
wurden Dien 158 (79 mg, 0.3 mmol), Alkin 179 (50 mg,
0.36 mmol) und der Katalysator 4 (13 mg, 5 mol %) in 2
ml CH2Cl2 gelöst und im verschlossenen Reaktionsgefäß 18 h bei 40-45 °C gerührt. Nach
dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde nach
säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 30:1) das Trien 187 (98 mg, 0.18
mmol, 60 %) als E/Z,lk/ul-Gemisch (E:Z 1.3:1) als leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
CN
OTBS
OAc
132 Experimenteller Teil
1H-NMR (400 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0,02-0.10 (m, 6H), 0.87-0.93 (m, 12H), 1.22-1.48 (m,
6H), 1.48-1.72 (m, 2H), 2.00-2.08 (m, 3H), 2.98-2.16 (m, 1H), 2.17-2.26 (m, 1H), 4.19-4.25
(m, 1H), 4.96 (s, 1H-Z), 5.04 (s, 1H), 5.15-5.22 (m, 1H), 5.41-5.46 (m, 1H-E), 5.55-5.63 (m,
1H-Z), 5.75-5.87 (m, 1H), 5.93 (s, 1H), 5.98 (d, J=16Hz, 1H-E)
13C-NMR (100.6 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -0.92, -0.74, 13.75, 18.04 (q), 18.53 (s), 18.72 (s),
21.15, 24.12 (s), 24.80 (s), 25.63, 25.72, 28.27 (s), 32.70 (s), 35.40 (s), 36.13 (s), 36.19 (s),
36.22 (s), 72.62, 73.68, 76.53, 112.90 (s), 114.55 (s), 117.17 (q), 126.25, 127.40 (q), 129.02
(s), 129.30, 130.58, 134.02, 143.45 (q), 145.11 (q),170.20 (q)
IR : (cm-1) 778 (m), 1095 (m), 1243 (s), 1364 (w), 1741 (s), 2226 (w), 2857 (w), 2930 (m)
EI-MS (100°C) : m/z= 405 (M+), 321 (100%), 224 (15), 187 (14), 173 (30), 134 (15),
HR-MS : (C23H39O3NSi) ber. 405.2699, gef. 405.2691
6-(4-Methoxyphenyl)-1-(tert-butyldimethylsilanyloxy)-2,3,4,7,8,9-hexahydro-1H-inden-
9-carbonsäuremethylester (188)
Entsprechend der allgemeinen
Arbeitsvorschrift D wurden Dien
155 (284 mg, 1.0 mmol), Alkin 178
(169 mg, 1.28 mmol) und der
Katalysator 5 (48 mg, 7.5 mol %) in 7 ml C6H6 gelöst und im verschlossenen Reaktionsgefäß
18 h bei 80 °C gerührt. Nach dem Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem
Druck wurde nach säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 100:1) das
Cycloaddukt 188 (267 mg, 0.64 mmol, 64 %) als C-1-Epimerengemisch (a:b 9:1) in Form
eines fahlgelben Öls erhalten.
H
MeO2COTBS
H
MeO2COTBS
+
1
4
9
a bMeO MeO
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) –0.02 - 0.10 (m, 6H), 0.87-0.93 (m, 9H), 1.48-1.57
(m, 1H), 1.62-1.77 (m, 2H), 1.90-2.10 (m, 2H), 2.19-2.31 (m, 1H), 2.37-2.51 (m, 2H), 2.88-
2.98 (br, 1H, H-4b), 3.05-3.13 (br, 1H, H-4a), 3.67 (s, 3H), 3.80 (s, 3H), 4.27 (d, J=5Hz, 1H,
H-1b), 4.39-4.45 (pseudo-t, J=5.5Hz, 1H, H-4a), 5.89-5.93 (d, J=12 Hz, 1H, H-5b), 5.96-5.99
(d, J=6Hz, 1H, H-5a), 6.84 (d, J=9Hz, 2H), 7.32 (d, J=9Hz, 2H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -5.14, -4.78, 18.10 (q), 21.47 (s), 24.70 (s), 25.85,
28.77 (s), 32.97 (s), 41.11 (C-4a), 51.78, 54.37 (q, C-9a), 55.35, 79.78 (C-1a), 113.62, 124.61
(C-5a), 126.16, 134.51 (q), 135.10 (q), 158.65 (q), 177.10 (q)
IR : (cm-1) 776 (s), 835 (s), 1038 (m), 1115 (m), 1178 (m), 1248 (s), 1463 (w), 1512 (s),
1608 (m), 1725 (s), 2858 (w), 2929 (w), 2952 (m)
EI-MS (100°C) : m/z= 416 (M+), 359 (100%), 225 (65), 199 (50), 89 (42), 73 (38)
Experimenteller Teil 133
HR-MS : (C24H36O4Si) ber. 416.2382, gef. 416.2381
NOE H-4a Å Æ H-1a: 2.3 %; keine weiteren NOEs von H-4a
6-(4-Methoxyphenyl)-1-(tert-butyldimethylsilanyloxy)-2,3,4,7,8,9-hexahydro-1H-inden-
9-carbonitril (189)
H
CN OTBS
H
CN OTBS
+
1
4
9
a b c
H
CN OTBS
+
MeO MeO MeO
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift D wurden Dien 156 (155 mg, 0.62 mmol),
Alkin 178 (92 mg, 0.7 mmol) und der Katalysator 5 (33 mg, 7.5 mol %) in 5 ml C6H6 gelöst
und im verschlossenen Reaktionsgefäß 18 h bei 80 °C gerührt. Nach dem Einengen des
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde nach säulenchromatographischer
Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 100:1) das Cycloaddukt 189 (147 mg, 0.384 mmol, 62 %) als
Diastereomerengemisch (a:b:c 20:1:4) als gelblich-weisser klebriger Feststoff erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.07 - 0.19 (m, 6H), 0.87-0.95 (m, 9H), 1.40-1.60 (m,
1H), 1.63-1.81 (m, 2H), 1.98-2.15 (m, 3H), 2.40-2.67 (m, 2H), 2.86-2.93 (br, 1H, H-4a,b),
3.02-3.09 (br, 1H, H-4c), 3.81 (s, 3H), 4.09 (pseudo-t, J=3.5Hz, 1H, H-1c), 4.38 (d, J=5Hz,
1H, H-1b), 4.52-4.58 (pseudo-t, J=5Hz, 1H, H-4a), 5.92-5.98 (m, 1H, H-5)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -4.76, -4.73, 18.11 (q), 22.36 (s), 24.48 (s), 25.82,
28.25 (s), 31.59 (s), 42.21 (C-4a), 44.04 (q, C-9a), 55.37, 78.97 (C-1a), 113.76, 122.57 (C-5-
a), 124.33 (q), 126.39, 133.89 (q), 135.90 (q), 158.99 (q)
IR : (cm-1) 777 (m), 833 (s), 1037 (m), 1129 (m), 1181 (m), 1256 (s), 1471 (w), 1513 (s),
1607 (m), 2223 (w), 2857 (w), 2929 (m), 2955 (m)
EI-MS (130°C) : m/z= 383 (M+), 355 (5), 326 (100%), 299 (12), 251 (14), 225 (30), 197
(50), 128 (25), 58 (60)
HR-MS : (C23H33O2NSi) ber. 383.2281, gef. 383.2287
NOE H-4a Å Æ H-1a: 1.7 %; keine weiteren NOEs von H-4a
134 Experimenteller Teil
6-(1-Acetoxy-butyl)-1-(tert-butyldimethylsilanyloxy)-2,3,4,7,8,9-hexahydro-1H-inden-9-
carbonsäuremethylester (190)
Entsprechend der allgemeinen
Arbeitsvorschrift D wurden Dien 155
(93 mg, 0.31 mmol), Alkin 179 (56 mg,
0.4 mmol) und der Katalysator 5 (10 mg,
5 mol %) in 2 ml CH2Cl2 gelöst und im verschlossenen Reaktionsgefäß 24 h bei 40-45 °C
gerührt. Nach der Filtration des Reaktionsgemisches über Kieselgel (Hex:MtBE 10:1) wurde
das Trien-Cycloadduktgemisch in 7 ml Toluol gelöst und 36 h auf 80 °C erwärmt. Nach dem
Einengen des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde nach
säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 20:1) das Cycloaddukt 190 (91
mg, 0.21 mmol, 69 %) als Diastereomerengemisch (a:b 14:1) als leicht braun gefärbtes Öl
erhalten.
H
MeO2COTBS
H
MeO2COTBS
+
1
4
9
a b
C3H7
OAc
C3H7
OAc
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.0 (s, 6H), 0.83-0.94 (m, 12H), 1.15-1.45 (m, 3H),
1.46-1.70 (m, 5H), 1.86-2.18 (m, 7H), 2.77-2.86 (br, 1H, H-4b), 2.87-2.97 (br, 1H, H-4a),
3.65 (s, 3H, OMe-a), 3.76 (s, 3H, OMe-b), 4.18-4.22 (m, 1H, H-1b), 4.32-4.39 (m, 1H, H-1a),
5.05-5.15 (m, 1H), 5.55-5.63 (m, 1H, H-5-ab)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -5.17, -4.81, 13.90, 13.93, 18.05 (q), 18.63 (s),
18.70 (s), 21.32, 21.51 (s), 21.67 (s), 25.75, 28.65 (s), 32.92 (s), 33.05 (s), 34.50 (s), 34.80 (s),
40.29 (C-4-a), 51.75, 54.58 (q, C-9-a), 54.71 (q, C-9-a), 77.33, 77.78, 79.55, 125.76, 127.16,
135.33 (q, C-6-a), 170.44 (q), 177.09 (q)
IR : (cm-1) 776 (m), 837 (m), 1020 (w), 1118 (m), 1239 (s), 1370 (m), 1463 (w), 1734 (s),
2857 (w), 2931 (m), 2956 (m)
EI-MS (100°C) : m/z= 409 (M+-CH3), 367 (100%), 307 (90), 279 (12), 196 (12), 173 (14),
117 (20), 89 (24), 73 (30)
HR-MS : (C22H37O5Si; M+-CH3) ber. 409.2410, gef. 409.2411
NOE H-4a Å Æ H-1a: 0.7 %; keine weiteren NOEs von H-4a
Experimenteller Teil 135
6-(1-Acetoxy-butyl)-1-(tert-butyldimethylsilanyloxy)-2,3,4,7,8,9-hexahydro-1H-inden-9-
carbonitril (191)
H
CN OTBS
H
CN OTBS
+
1
4
9
a b c
C3H7
OAc
C3H7
OAc H
CN OTBS
C3H7
OAc
+
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift D wurden Dien 156 (108 mg, 0.43 mmol),
Alkin 179 (67 mg, 0.48 mmol) und der Katalysator 5 (13.5 mg, 5 mol %) in 2 ml CH2Cl2
gelöst und im verschlossenen Reaktionsgefäß 24 h bei 40-45 °C gerührt. Nach der Filtration
des Reaktionsgemisches über Kieselgel (Hex:MtBE 10:1) wurde das Trien-
Cycloadduktgemisch in 6 ml Toluol gelöst und 36 h auf 80 °C erwärmt. Nach dem Einengen
des Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck wurde nach säulenchromatographischer
Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 20:1) das Cycloaddukt 191 (108 mg, 0.27 mmol, 64 %) als
Diastereomerengemisch (a:b:c 10:1:5) als leicht braun gefärbtes Öl erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.00-0.08 (m, 6H), 0.81-0.97 (m, 12H), 1.20-1.75 (m,
8H), 1.88-2.26 (m, 5H), 2.65-2.73 (br, 1H, H-4a,b), 2.94-3.02 (br, 1H, H-4c), 3.98-4.04 (m,
1H, H-1c), 4.30 (d, J=5Hz, 1H, H-1b), 4.48 (pseudo-t, J=6Hz), 1H, H-1a), 5.10-5.22 (m, 1H),
5.65-5.75 (m, 1H, H-5a,b,c)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -4.77, -4.71, 13.98, 14.02, 18.09 (q), 18.15 (q),
18.65 (s), 18.78 (s), 20.13 (s), 20.46 (s), 21.41, 21.52, 21.59 (s), 22.00 (s), 25.80, 26.52 (s),
27.75 (s), 28.01 (s), 29.14 (s), 31.41 (s), 31.50 (s), 33.11 (s), 34.42 (s), 34.84 (s), 41.22 (C-
4a), 41.34 (C-4b), 41.77 (C-4c), 44.23 (q, C-9a), 44.30 (q, C-9a), 47.86 (q, C-9c), 47.93 (q, C-
9c), 76.75, 77.66, 77.69, 78.11, 78.75, 78.86, 122.29 (q), 123.36, 124.10, 124.24, 124.47,
125.73, 126.16, 134.44 (q), 134.57 (q), 135.55 (q), 135.78 (q), 170.50 (q), 170.56 (q)
IR : (cm-1) 777 (m), 836 (m), 1018 (w), 1241 (s), 1468 (m), 1731 (s), 2229 (w), 2857 (w),
2931 (m), 2955 (m)
EI-MS (100°C) : m/z= 391 (M+), 334 (5), 274 (100%), 247 (15), 173 (25), 128 (20)
HR-MS : (C22H37O5Si; M+-CH3) ber. 391.2309, gef. 391.2317
NOE H-4a Å Æ H-1a: 0.4 %; keine weiteren NOEs von H-4a
Allgemeine Arbeitsvorschrift E für die Überführung der TBS-geschützten Cycloaddukte in
die bicyclischen Ketone 192-195 : Die bicyclischen TBS-Ether wurden in THF gelöst. Nach
Zugabe von TBAF-Hydrat wurde bei Raumtemperatur gerührt und die Reaktion per DC
verfolgt. Nach vollständiger Entschützung wurde mit MTBE verdünnt und je einmal mit
NaHCO3–Lösung und NaCl-Lösung extrahiert. Nach dem Trocknen (MgSO4) und Einengen
136 Experimenteller Teil
der organischen Phase wurde der Rückstand in frisch absolutiertem CH2Cl2 gelöst und unter
N2–Schutzgas nach Zugabe von Molsieb 4A und Pyridiniumchlorochromat (PCC) bei
Raumtemperatur gerührt. Nach dem Ende der via DC verfolgten Reaktionen wurde das
Reaktionsgemisch mit MtBE verdünnt und über Florisil filtriert. Die nach dem Einengen der
Filtrate erhaltenen Rohprodukte wurden säulenchromatographisch gereinigt.
6-(4-Methoxyphenyl)-2,3,4,7,8,9-hexahydro-1H-inden-1-on-9-carbonsäuremethylester
(192)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift E wurden der
TBS-Ether 188 (247 mg, 0.59 mmol) und TBAF*3H2O (223 mg,
0.8 mmol) in 8 ml THF gelöst und 18 h bei Raumtemperatur
gerührt. Nach Zugabe von 25 ml MtBE wurde je einmal mit 15 ml
NaHCO3–Lsg. und NaCl-Lsg. gewaschen. Der nach Trocknung (MgSO4) und Einengen der
organische Phase unter vermindertem Druck erhaltene Rückstand wurde in 10 ml trockenem
CH2Cl2 gelöst. Nach Zugabe von Molsieb 4A und PCC (190 mg, 0.88 mmol) bei 0 °C wurde
das Reaktionsgemisch 18 h bei Raumtemperatur gerührt, anschließend mit 30 ml MtBE
verdünnt und über Florisil filtriert. Nach dem Einengen des Filtrates unter vermindertem
Druck und säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 10:1) des Rückstandes
wurde Keton 192 (113 mg, 0.38 mmol, 64 %) als wachsartiger Feststoff erhalten.
H
MeO2CO
1
4
9
MeO
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.75-1.84 (m, 1H, H-3-a), 2.04-2.11 (m, 1H, H-8-a),
2.14-2.42 (m, 1H, H-8-b), 2.30-2.50 (m, 5H), 3.40-3.46 (br, 1H, H-4), 3.73 (s, 3H), 3.81 (s,
3H), 5.95-5.98 (m, 1H, H-5), 6.83-6.88 (m, 2H), 7.26-7.32 (m, 2H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 24.16 (s), 24.31 (s), 27.48, 37.00 (s), 41.40 (C-4),
52.69, 55.37, 58.70 (q, C-9), 113.77, 123.25 (C-5), 126.21, 133.73 (q), 136.75 (q), 159.06 (q),
171.74 (q), 214.76 (q, C-1)
IR : (cm-1) 829 (w), 1036 (w), 1181 (m), 1221 (s), 1257 (m), 1361 (m), 1514 (m), 1713 (s),
1750 (m), 2840 (w), 2957 (w)
EI-MS (115°C) : m/z= 300 (M+), 241 (100%), 199 (5), 185 (6), 134 (8)
HR-MS : (C18H20O4) ber. 300.1362, gef. 300.1367
Experimenteller Teil 137
6-(4-Methoxyphenyl)-2,3,4,7,8,9-hexahydro-1H-inden-1-on-9-carbonitril (193)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift E wurden der
TBS-Ether 189 (265 mg, 0.69 mmol) und TBAF*3H2O (232 mg,
0.83 mmol) in 9 ml THF gelöst und 20 min bei Raumtemperatur
gerührt. Nach Zugabe von 25 ml MtBE wurde je einmal mit 15 ml
NaHCO3–Lsg. und NaCl-Lsg. gewaschen. Der nach Trocknung (MgSO4) und Einengen der
organische Phase unter vermindertem Druck erhaltene Rückstand wurde in 14 ml trockenem
CH2Cl2 gelöst. Nach Zugabe von Molsieb 4A und PCC (224 mg, 1.04 mmol) bei 0 °C wurde
das Reaktionsgemisch 18 h bei Raumtemperatur gerührt, anschließend mit 30 ml MtBE
verdünnt und über Florisil filtriert. Nach dem Einengen des Filtrates unter vermindertem
Druck und säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 10:1) des Rückstandes
wurde Keton 193 (133 mg, 0.5 mmol, 72 %) als wachsartiger weißer Feststoff erhalten.
H
CNO
MeO
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.81-1.91 (m, 1H), 2.10-2.15 (m, 2H), 2.42-2.52 (m,
4H), 2.54-2.63 (m, 1H), 3.28-3.34 (br, 1H, H-4), 3.81 (s, 3H), 5.94-5.98 (m, 1H, H-5), 6.87
(d, J=9Hz, 2H), 7.30 (d, J=9Hz, 2H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 23.83 (s), 25.00 (s), 27.27, 35.95 (s), 42.22 (C-4),
46.59 (q, C-9), 55.40, 113.90, 119.05 (q, CN), 121.01 (C-5), 126.38, 132.97 (q), 137.27 (q),
159.40 (q), 209.07 (q, C-1)
IR : (cm-1) 797 (s), 825 (s), 1030 (s), 1240 (m), 1259 (m), 1512 (m), 1605 (w), 1749 (s),
2237 (w), 2836 (w), 2962 (w)
EI-MS (140°C) : m/z= 267 (M+=100%), 239 (6), 226 (4), 211 (15), 188 (10), 134 (30)
HR-MS : (C17H17O2N) ber. 267.1259, gef. 267.1261
6-(1-Acetoxybutyl)-2,3,4,7,8,9-hexahydro-1H-inden-1-on-9-carbonsäuremethylester
(194)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift E wurden der TBS-
Ether 190 (128 mg, 0.3 mmol) und TBAF*3H2O (126 mg, 0.45 mmol)
in 4 ml THF gelöst und 45 min bei Raumtemperatur gerührt. Nach
Zugabe von 15 ml MtBE wurde je einmal mit 10 ml NaHCO3–Lsg. und
NaCl-Lsg. gewaschen. Der nach Trocknung (MgSO4) und Einengen der organische Phase
unter vermindertem Druck erhaltene Rückstand wurde in 5 ml trockenem CH2Cl2 gelöst.
Nach Zugabe von Molsieb 4A und PCC (97 mg, 0.45 mmol) bei 0 °C wurde das
Reaktionsgemisch 2 h bei Raumtemperatur gerührt, anschließend mit 20 ml MtBE verdünnt
H
MeO2CO
1
4
9
C3H7
O
A
c
138 Experimenteller Teil
und über Florisil filtriert. Nach dem Einengen des Filtrates unter vermindertem Druck und
säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 10:1) des Rückstandes wurde cis-
Keton 194 (64 mg, 0.21 mmol, 69 %) als C-6α-Epimerengemisch (s. Signalverdoppelung im
13C-NMR) als wachsartiger Feststoff erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.85-0.93 (m, 3H), 1.12-1.32 (m, 2H), 1.43-1.65 (m,
2H), 1.66-1.74 (m, 1H, H-3-a), 1.80-2.08 (m, 7H), 2.19-2.44 (m, 3H), 3.21-3.28 (br, 1H, H-4),
3.71 (s, 3H), 5.09-5.14 (m, 1H, H-6α), 5.62-5.66 (m, 1H, H-5)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 13.86, 18.63 (s), 18.75 (s), 20.32 (s), 20.66 (s),
21.28, 21.30, 23.91 (s), 24.07 (s), 27.03 (s), 27.10 (s), 34.55 (s), 34.61 (s), 36.59 (s), 36.94 (s),
40.54 (C-4), 41.60 (C-4), 52.67, 58.92 (q, C-9), 59.04 (q, C-9), 77.18, 77.26, 125.06 (C-5),
125.68 (C-5), 136.90 (q, C-6), 137.22 (q, C-6), 170.35 (q), 171.54 (q), 171.65 (q), 214.60 (q,
C-1), 214.69 (q, C-1)
IR : (cm-1) 1023 (w), 1044 (w), 1058 (w), 1237 (s), 1371 (w), 1434 (w), 1731 (s), 1750 (m),
2874 (w), 2958 (m)
EI-MS (100°C) : m/z= 308 (M+), 248 (100%), 219 (15), 189 (45), 141 (12), 91 (15)
HR-MS : (C15H20O3; M+-HOAc) ber. 248.1412, gef. 248.1413
6-(1-Acetoxybutyl)-2,3,4,7,8,9-hexahydro-1H-inden-1-on-9-carbonitril (195)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift E wurden der TBS-
Ether 191 (117 mg, 0.3 mmol) und TBAF*3H2O (126 mg, 0.45 mmol)
in 4 ml THF gelöst und 15 min bei Raumtemperatur gerührt. Nach
Zugabe von 15 ml MtBE wurde je einmal mit 10 ml NaHCO3–Lsg. und
NaCl-Lsg. gewaschen. Der nach Trocknung (MgSO4) und Einengen der organische Phase
unter vermindertem Druck erhaltene Rückstand wurde in 5 ml trockenem CH2Cl2 gelöst.
Nach Zugabe von Molsieb 4A und PCC (97 mg, 0.45 mmol) bei 0 °Cwurde das
Reaktionsgemisch 4 h bei Raumtemperatur gerührt, anschließend mit 20 ml MtBE verdünnt
und über Florisil filtriert. Nach dem Einengen des Filtrates unter vermindertem Druck und
säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 10:1) des Rückstandes wurde das
Keton 195 (55 mg, 0.2 mmol, 65 %) als C-6α-Epimerengemisch (s. Signalverdoppelung im
13C-NMR) als wachsartiger Feststoff erhalten.
H
CN O
C3H7
O
A
c
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.87-0.94 (m, 3H), 1.13-1.37 (m, 2H), 1.45-1.69 (m,
2H), 1.71-1.81 (m, 1H, H-3-a), 1.88-2.11 (m, 6H), 2.12-2.24 (m, 1H), 2.33-2.51 (m, 3H),
3.08-3.19 (br, 1H, H-4), 5.09-5.17 (m, 1H, H-6α), 5.63-5.72 (m, 1H, H-5)
Experimenteller Teil 139
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 13.84, 18.66 (s), 20.14 (s), 20.49, 21.24, 24.51 (s),
24.59 (s), 26.84 (s), 26.90 (s), 34.53 (s), 34.66 (s), 35.62 (s), 35.92 (s), 41.34 (C-4), 41.45 (C-
4), 46.77 (q, C-9), 76.85, 77.36, 118.77 (q, CN), 122.89 (C-5), 123.47 (C-5), 137.37 (q, C-6),
137.81 (q, C-6), 170.29 (q), 208.77 (q, C-1), 208.88 (q, C-1)
IR : (cm-1) 1024 (w), 1238 (ss), 1371 (w), 1434 (w), 1466 (w), 1731 (s), 1752 (s), 2238 (w),
2874 (w), 2936 (w), 2959 (w)
EI-MS (100°C) : m/z= 275 (M+), 233 (65), 215 (100%), 186 (22), 173 (20), 145 (20)
HR-MS : (C16H21O3N) ber. 275.1521, gef. 275.1530
Allgemeine Arbeitsvorschrift F für die Überführung TBS-geschützter Triene in die
bicyclischen Ketone 196-199 durch „getriggerte“ intramolekulare Diels-Alder-Reaktion :
Die TBS-geschützten Triene wurden in THF gelöst. Nach Zugabe von TBAF-Hydrat wurde
bei Raumtemperatur gerührt und die Reaktion per DC verfolgt. Nach vollständiger
Entschützung wurde mit MTBE verdünnt und je einmal mit NaHCO3–Lösung und NaCl-
Lösung extrahiert. Nach dem Trocknen (MgSO4) und Einengen der organischen Phase wurde
der Rückstand in frisch absolutiertem CH2Cl2 gelöst und unter N2–Schutzgas nach Zugabe
von Dess-Martin-Periodinan bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Ende der via DC
verfolgten Reaktionen wurde das Reaktionsgemisch mit MtBE verdünnt und über Kieselgel
filtriert. Die nach dem Einengen der Filtrate erhaltenen Rohprodukte wurden
säulenchromatographisch gereinigt.
zu Abschnitt 3.3
7-(Acetoxymethyl)-3,4,5,8,9,10-hexahydro-2H-naphthalin-1-on-10-
carbonsäuremethylester (196)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift F wurden das TBS-
geschützte Trien 168 (119 mg, 0.3 mmol) und TBAF*3H2O (168 mg,
0.6 mmol) in 4 ml THF gelöst und 4 h bei Raumtemperatur gerührt.
ml MtBE wurde je einmal mit 10 ml NaHCONach Zugabe von 15 3–Lsg. und NaCl-Lsg.
gewaschen. Der nach Trocknung (MgSO4) und Einengen der organische Phase unter
vermindertem Druck erhaltene Rückstand wurde in 10 ml trockenem CH2Cl2 gelöst. Nach
Zugabe von Dess-Martin-Periodinan (254 mg, 0.6 mmol) bei 0 °C wurde das
Reaktionsgemisch 2 h bei Raumtemperatur gerührt, anschließend mit 20 ml MtBE verdünnt
O
MeO2C
H
AcO 5
10 1
140 Experimenteller Teil
und über Kieselgel filtriert. Nach dem Einengen des Filtrates unter vermindertem Druck und
säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 10:1) des Rückstandes wurde cis-
Keton 196 (50 mg, 0.18 mmol, 60 %) als wachsartiger Feststoff erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.66-1.78 (m, 3H), 1.78-1.87 (m, 1H, H-3), 1.91-1.99
(m, 1H, H-4), 2.00-2.10 (m, 4H), 2.16-2.25 (m, 1H, H-8), 2.35-2.45 (m, 3H), 3.23-3.28 (br,
1H, H-5), 3.73 (s, 3H), 4.36-4.46 (m, 2H), 5.45-5.49 (m, 1H, H-6)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 21.00, 22.77 (s), 23.09 (s), 27.19 (s), 28.37 (s),
39.67 (C-5), 40.64 (s), 52.71, 58.68 (q, C-10), 67.67, 126.96 (C-6), 134.51 (q, C-7), 170.86
(q), 172.97 (q), 207.02 (q, C-1)
IR : (cm-1) 1022 (m), 1223 (ss), 1432 (w), 1709 (s), 1733 (s), 2868 (w), 2930 (w)
EI-MS (100°C) : m/z= 264 (M+), 249 (4), 220 (100%), 188 (38), 161 (85), 132 (50), 105
(58), 91 (90)
HR-MS : (C14H17O4; M+-CH3) ber. 249.1127, gef. 249.1126
7-[2-(Methoxycarbonyl)-ethyl]-3,4,5,8,9,10-hexahydro-2H-naphthalin-1-on-10-
carbonsäuremethylester (197)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift F wurden das
TBS-geschützte Trien 169 (112 mg, 0.27 mmol) und TBAF*3H2O
(155 mg, 0.54 mmol) in 4 ml THF gelöst und 24 h bei
Nach Zugabe von 15 ml MtBE wurde je einmal mit 10 ml
NaHCO
Raumtemperatur gerührt.
δ(ppm) 1.62-1.73 (m, 3H), 1.74-1.81 (m, 1H), 1.85-1.97 (m,
.61 (s), 25.34 (s), 27.52 (s), 28.56 (s), 32.21 (s),
32.55 (s), 39.76 (C-5), 40.60 (s), 51.61, 52.59, 58.72 (q, C-10), 123.44 (C-6), 137.84 (q, C-7),
173.21 (q), 173.61 (q), 207.33 (q, C-1)
3–Lsg. und NaCl-Lsg. gewaschen. Der nach Trocknung (MgSO4) und Einengen der
organische Phase unter vermindertem Druck erhaltene Rückstand wurde in 10 ml trockenem
CH2Cl2 gelöst. Nach Zugabe von Dess-Martin-Periodinan (127 mg, 0.3 mmol) bei 0 °C wurde
das Reaktionsgemisch 45 min bei Raumtemperatur gerührt, anschließend mit 20 ml MtBE
verdünnt und über Kieselgel filtriert. Nach dem Einengen des Filtrates unter vermindertem
Druck und säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 10:1) des Rückstandes
wurde cis-Keton 197 (43 mg, 0.15 mmol, 54 %) als wachsartiger Feststoff erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) :
O
MeO2C
H
MeO2C
1
5
10
2H), 2.11-2.22 (m, 1H), 2.22-2.28 (m, 2H), 2.30-2.48 (m, 5H), 3.14-3.19 (br, 1H, H-5), 3.63
(s, 3H), 3.71 (s, 3H), 5.13-5.17 (m, 1H, H-6)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 22
Experimenteller Teil 141
IR : (cm-1) 846 (w), 1029 (w), 1066 (w), 1154 (m), 1230 (s), 1433 (w), 1709 (s), 1733 (s),
2931 (w), 2950 (w)
EI-MS (100°C) : m/z= 294 (M+), 234 (100%), 203 (10), 175 (12), 147 (45), 105 (15), 91
) ber. 294.1467, gef. 294.1466
-Phenyl-3,4,5,8,9,10-hexahydro-2H-naphthalin-1-on-10-carbonsäuremethylester (198)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift F wurden das TBS-
mmol) in 4 ml THF gelöst und 4 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach
gewaschen. Der
vermindertem Dr
Zugabe von De
), 225 (100%), 196 (8), 91 (8)
(18)
HR-MS : (C16H22O5
7
geschützte Trien 180 (107 mg, 0.27 mmol) und TBAF*3H2O (153 mg, 0.55
Zugabe von 15 ml MtBE wurde je einmal mit 10 ml NaHCO3–Lsg. und NaCl-Lsg.
nach Trocknung (MgSO4) und Einengen der organische Phase unter
uck erhaltene Rückstand wurde in 10 ml trockenem CH2Cl2 gelöst. Nach
ss-Martin-Periodinan (233 mg, 0.55 mmol) bei 0 °C wurde das
Reaktionsgemisch 2 h bei Raumtemperatur gerührt, anschließend mit 20 ml MtBE verdünnt
und über Kieselgel filtriert. Nach dem Einengen des Filtrates unter vermindertem Druck und
säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 10:1) des Rückstandes wurde cis-
Keton 198 (41 mg, 0.14 mmol, 53 %) als wachsartiger Feststoff erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.71-1.89 (m, 4H), 1.98-2.08 (m, 1H, H-4), 2.38-2.50
(m, 3H), 2.50-2.56 (m, 1H, H-9), 2.63-2.72 (m, 1H, H-8), 3.38-3.43 (br, 1H, H-5), 3.75 (s,
3H), 5.82-5.85 (m, 1H, H-6), 7.21-7.40 (m, 5H)
O
MeO2C
H
5
10 1
Ph
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 22.88 (s), 24.49 (s), 27.83 (s), 28.78 (s), 40.46 (C-
5), 40.72 (s), 52.72, 58.53 (q, C-10), 125.15, 125.72 (C-6), 127.31, 128.34, 138.03 (q), 141.03
(q), 173.17 (q), 207.21 (q, C-1)
IR : (cm-1) 697 (m), 756 (m), 1065 (m), 1221 (s), 1248 (m), 1432 (w), 1445 (w), 1710 (s),
2865 (w), 2932 (m)
EI-MS (110°C) : m/z= 284 (M+
HR-MS : (C18H20O3; M+) ber. 284.1412, gef. 284.1414
142 Experimenteller Teil
7-(1-Acetoxybutyl)-3,4,5,8,9,10-hexahydro-2H-naphthalin-1-on-10-
arbonsäuremethylester (199)
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift F wurden das TBS-
BAF*3H2O (167 mg,
6 mmol) in 4 ml THF gelöst und 4 h bei Raumtemperatur gerührt.
g
Phase unter verminde
gelöst. Nach Zugabe
r, 1H, H-5), 3.71 (s, 3H), 5.04-5.14 (m, 1H),
2 (s), 40.73 (s), 52.62, 52.68, 58.54 (q, C-10), 58.92 (q, C-10), 77.09,
c
O
H
3 7
O
MeO2C
CH
geschützte Trien 186 (101 mg, 0.3 mmol) und T
10 1
50.
cNach Zugabe von 15 ml MtBE wurde je einmal mit 10 ml NaHCO3
ewaschen. Der nach Trocknung (MgSOLsg. und NaCl-Lsg. 4) und Einengen der organische
rtem Druck erhaltene Rückstand wurde in 10 ml trockenem CH2Cl2
von Dess-Martin-Periodinan (254 mg, 0.6 mmol) bei 0 °C wurde das
Reaktionsgemisch 2 h bei Raumtemperatur gerührt, anschließend mit 20 ml MtBE verdünnt
und über Kieselgel filtriert. Nach dem Einengen des Filtrates unter vermindertem Druck und
säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, Hexan:MtBE 10:1) des Rückstandes wurde cis-
Keton 199 (48 mg, 0.15 mmol, 50 %) als C-7α-Epimerengemisch (Signalverdoppelung im
13C-NMR) als wachsartiger Feststoff erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.84-0.92 (t, J=7Hz, 3H), 1.07-1.31 (m, 2H), 1.41-
1.74 (m, 6H), 1.76-1.85 (m, 1H, H-3), 1.86-1.96 (m, 1H, H-4), 1.99-2.07 (m, 4H), 2.11-2.22
(m, 1H, H-8), 2.33-2.44 (m, 3H), 3.17-3.28 (b
5.39-5.46 (m, 1H, H-6)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 13.82, 13.88, 18.56 (s), 18.62 (s), 20.45 (s), 21.27,
21.34, 22.68 (s), 22.78 (s), 27.10 (s), 27.42 (s), 28.23 (s), 28.46 (s), 34.26 (s), 34.80 (s), 39.58
(C-5), 39.74 (C-5), 40.5
77.57, 125.76 (C-6), 127.13 (C-6), 137.61 (q, C-7), 170.38 (q), 173.07 (q), 206.92 (q, C-1)
IR : (cm-1) 986 (w), 1025 (w), 1143 (w), 1239 (s), 1371 (w), 1719 (s), 2873 (w), 2957 (w)
EI-MS (110°C) : m/z= 322 (M+), 262 (75), 230 (40), 219 (45), 203 (100%), 173 (40), 131
(50), 105 (40), 91 (62)
HR-MS : (C16H22O3; M+-HOAc) ber. 262.1569, gef. 262.1571
Experimenteller Teil 143
zu Abschnitt 4.2
-Bicyclo[2.2.1]hept-5-en-2-ylmethyl-N-pyridin-3-yl-acetamid (207)
Norbornen-2-carbaldehyd 206 (610 mg, 5 mmol, endo-exo-Gemisch) und
eOH gelöst und 20
in gerührt. Anschließend wurden alternierend in je 4 Portionen innerhalb
MeOH dazu gegeb
unter vermindertem
EtOAc wurde drei m
3-
75), 91 (15), 78 (22), 66 (45)
lyse : ber. für C21H32N2OSi (%) C 74.35, H 7.49, N 11.56; gef.: C 73.66, H 7.42, N
N
N
N3-Aminopyridin (564 mg, 6 mmol) wurden in 15 ml M
m
von 30 min NaBH3CN (378 mg, 6 mmol) und eine Lösung von 2 g Essigsäure in 10 ml
en. Nach 20 h Rühren bei Raumtemperatur wurde die Reaktionslösung
Druck auf ein Viertel ihres Volumens eingeengt. Nach Zugabe von 50 ml
al mit je 15 ml NaHCO3-Lsg. extrahiert. Die organische Phase wurde mit
NaCl-Lsg. gewaschen, mit MgSO4 getrocknet und unter vermindertem Druck eingeengt. Zur
gerührten Lösung des Rückstandes in 30 ml CH2Cl2 wurden Pyridin (780 mg, 10 mmol) und
Acetanhydrid (714 mg, 7 mmol) dazu gegeben. Nach 24 h Rühren bei Raumtemperatur wurde
das Reaktionsgemisch mit 60 ml MtBE verdünnt und drei mal mit je 20 ml NaHCO3-Lsg.
extrahiert. Die organische Phase wurde mit NaCl-Lsg. gewaschen, mit MgSO4 getrocknet und
unter vermindertem Druck eingeengt. Nach säulenchromatographischer Reinigung des
Rückstandes wurde Produkt 207 (1.09 g, 4.5 mmol, 90 %) als Diastereomerengemisch in
Form eines wachsartigen Feststoffes erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.47-0.54 (m, 1H, endo), 1.11-1.42 (m, 2H), 1.42-
1.50 (m, 2H, exo), 1.72-1.80 (m, 1H, endo), 1.84 (s, 3H), 2.21-2.20 (m, 1H), 2.56-2.60 (m,
1H, exo), 2.71-2.77 (m, 2H, endo), 2.80-2.84 (m, 1H, exo), 3.42-3.53 (m, 2H, endo), 3.7
A
c
3.88 (m, 2H, exo), 5.72-5.78 (m, 1H, endo), 5.99-6.04 (m, 2H, exo), 6.09-6.15 (m, 1H, endo),
7.36-7.43 (m, 1H), 7.51-7.57 (m, 1H), 8.47-8.53 (m, 1H), 8.57-8.64 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 23.05, 30.30 (s), 30.65 (s), 37.49, 37.61, 41.95,
42.29, 44.55, 45.47 (s), 49.51 (s), 53.22 (s), 53.60 (s), 124.18, 132.39, 135.45, 135.63, 136.14,
137.05, 137.57, 140.10 (q), 148.83, 149.03, 149.69, 169.83 (q)
IR : (cm-1) 716 (m), 1025 (w), 1288 (m), 1393 (m), 1421 (m), 1479 (m), 1664 (s), 2867 (w),
2966 (m)
EI-MS (70°C) : m/z= 242 (M+), 177 (55), 134 (100%), 107 (
HR-MS : (C15H18N2O) ber. 242.1419, gef. 242.1421
CHN-Ana
11.37
144 Experimenteller Teil
2-(Acetyl-bicyclo[2.2.1]hept-5-en-2-ylmethyl-amino)-4-methylsulfanyl-
butans
äuremethylester (208)
Norbornen-2-carbaldehyd 206 (610 mg, 5 mmol, endo-exo-
lorid (564 mg, 6
mmol) wurden in 15 ml MeOH gelöst und 20 min gerührt.
MeOH dazu gegeben. N
unter vermindertem Druc
H), 5.98-6.27 (m, 2H)
58.88, 132.07, 132.12, 138.68,
Gemisch) und L-Methionin-methylester-hydroch
N
Anschließend wurden in je 4 Portionen innerhalb von 30 min
(378 mg, 6 mmol) und eine Lösung von 1.5 g Essigsäure in 8 ml
ach 20 h Rühren bei Raumtemperatur wurde die Reaktionslösung
k auf ein Viertel ihres Volumens eingeengt. Nach Zugabe von 50 ml
EtOAc wurde drei mal mit je 15 ml NaHCO
A
c
CO2Me
SMe
abwechselnd NaBH3CN
3-Lsg. extrahiert. Die organische Phase wurde mit
NaCl-Lsg. gewaschen, mit MgSO4 getrocknet und unter vermindertem Druck eingeengt. Zur
gerührten Lösung des Rückstandes in 30 ml CH2Cl2 wurden Pyridin (780 mg, 10 mmol) und
Acetanhydrid (714 mg, 7 mmol) dazu gegeben. Nach 24 h Rühren bei Raumtemperatur wurde
das Reaktionsgemisch mit 60 ml MtBE verdünnt und drei mal mit je 20 ml NaHCO3-Lsg.
extrahiert. Die organische Phase wurde mit NaCl-Lsg. gewaschen, mit MgSO4 getrocknet und
unter vermindertem Druck eingeengt. Nach säulenchromatographischer Reinigung des
Rückstandes wurde Produkt 208 (1.17 g, 3.75 mmol, 75 %) als Diastereomerengemisch in
Form eines hochviskosen Öls erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.53-0.68 (m, 1H, endo), 1.08-1.20 (m, 1H, exo),
1.28-1.52 (m, 2H), 1.70-2.26 (m, 8H), 2.27-2.66 (m, 4H), 2.70-3.00 (m, 3H), 3.14-3.47 (m,
1H), 3.67-3.76 (m, 3H), 3.95-4.12 (m, 1
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 15.33, 15.36, 21.91, 21.97, 22.62, 28.55 (s), 28.60
(s), 30.74 (s), 31.13 (s), 31.49 (s), 31.53 (s),38.71, 38.86, 39.21, 41.90, 42.30, 42.64, 44.56,
44.85, 50.13 (s), 50.17 (s), 52.20, 54.71 (s), 54.95 (s), 58.65,
138.71, 166.64 (q), 170.53 (q), 170.68 (q), 171.42 (q), 171.51 (q)
IR : (cm-1) 721 (w), 1002 (w), 1229 (m), 1337 (w), 1434 (m), 1647 (s), 1740 (s), 2952 (m)
EI-MS (100°C) : m/z= 311 (M+), 252 (30), 237 (40), 210 (40), 202 (48), 194 (40), 178
(100%), 144 (42), 61 (44)
HR-MS : (C16H25NO3S) ber. 311.1555, gef. 311.1560
CHN-Analyse : ber. für C16H25NO3S (%) C 60.71, H 8.09, N 4.50; gef.: C 60.37, H 8.07, N
4.40
Experimenteller Teil 145
2-(Acetyl-bicyclo[2.2.1]hept-5-en-2-ylmethyl-amino)-3-(1H-indol-3-yl)-
ropansäuremethylester (209)
mmol, endo-exo-
Gemisch) und L-Tryptophan-methylester-hydrochlorid (1.4 g, 5.5
7
MeOH dazu gegeben. Nac
.38 (m, 1H), 2.52-3.20 (m, 3H), 3.47-3.60 (m,
.64, 44.11, 44.55, 44.81 (s), 49.94 (s), 50.04
3) ber. 366.1943, gef. 366.1946
; gef.: C 72.01, H 7.19, N
p
Norbornen-2-carbaldehyd 206 (610 mg, 5
mmol) wurden in 15 ml MeOH gelöst und 20 min gerührt.
Anschließend wurden in je 4 Portionen innerhalb von 30 min
8 mg, 6 mmol) und eine Lösung von 1.5 g Essigsäure in 8 ml
h 20 h Rühren bei Raumtemperatur wurde die Reaktionslösung
unter vermindertem Druck auf ein Viertel ihres Volumens eingeengt. Nach Zugabe von 50 ml
EtOAc wurde drei mal mit je 15 ml NaHCO
NAc N
H
CO2Me
abwechselnd NaBH3CN (3
3-Lsg. extrahiert. Die organische Phase wurde mit
NaCl-Lsg. gewaschen, mit MgSO4 getrocknet und unter vermindertem Druck eingeengt. Zur
gerührten Lösung des Rückstandes in 30 ml CH2Cl2 wurden Pyridin (780 mg, 10 mmol) und
Acetanhydrid (714 mg, 7 mmol) dazu gegeben. Nach 24 h Rühren bei Raumtemperatur wurde
das Reaktionsgemisch mit 60 ml MtBE verdünnt und drei mal mit je 20 ml NaHCO3-Lsg.
extrahiert. Die organische Phase wurde mit NaCl-Lsg. gewaschen, mit MgSO4 getrocknet und
unter vermindertem Druck eingeengt. Nach säulenchromatographischer Reinigung des
Rückstandes wurde Produkt 209 (1.54 g, 4.2 mmol, 84 %) als Diastereomerengemisch in
Form eines wachsartigen Feststoffes erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.29-0.35 (m, 1H, endo), 0.74-0.92 (m, 1H, exo),
0.97-1.40 (m, 2H), 1.50-2.17 (m, 5H), 2.20-2
2H), 3.76 (s, 3H), 4.00-4.30 (m, 1H), 5.63-6.20 (m, 2H), 6.96-7.23 (m, 3H), 7.33-7.41 (m,
1H), 7.53-7.60 (m, 1H), 8.16-8.35 (br, 1H, NH)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 22.04, 22.09, 24.49 (s), 24.60 (s), 30.41 (s), 30.75
(s), 38.26, 38.44, 38.71, 41.67, 42.10, 42.44, 43
(s), 52.22, 52.25, 54.68 (s), 61.08, 61.41, 61.90, 111.31, 111.34, 118.47, 119.52, 122.05,
122.09, 122.98, 127.58 (q), 128.29 (q), 129.10, 131.90, 136.30 (q), 138.50, 138.53, 166.51
(q), 170.53 (q), 171.46 (q), 171.56 (q)
IR : (cm-1) 743 (m), 1009 (w), 1228 (m), 1258 (m), 1338 (w), 1435 (m), 1628 (s), 1740 (s),
2965 (m), 3309 (br)
EI-MS (140°C) : m/z= 366 (M+), 201 (100%), 130 (75), 69 (30)
HR-MS : (C22H26N2O
CHN-Analyse : ber. für C22H26N2O3 (%) C 72.11, H 7.15, N 7.64
7.39
146 Experimenteller Teil
Allgemeine Arbeitsvorschrift G zur Durchführung von Ringöffnungs-/Kreuzmetathesen von
Norbornenderivaten mit terminalen Alkenen unter Verwendung des Katalysators 204 :
lle Reaktionen wurden in Zweihalskolben mit Septum unter N2-Schutzgas bei
ühren
nyl)-2-vinyl-cyclopentylmethyl]-
cetamid (214a) + Regioisomer (214b)
A
Raumtemperatur durchgeführt. Die Edukte wurden in frisch absolutiertem CH2Cl2 gelöst und
anschließend wurde eine Lösung des Katalysators in CH2Cl2 dazugegeben. Nach 18 h R
bei Raumtemperatur wurden die Reaktionsgemische unter vermindertem Druck eingeengt und
der Rückstand säulenchromatographisch fraktioniert. Dabei wurden monomere von eventuell
gebildeten dimeren Kreuzprodukten abgetrennt. Die Produkte wurden als Regioisomeren- und
Diastereomerengemische isoliert und charakterisiert.
N-Pyridin-3-yl-N-[4-((E,Z)-3-trimethylsilanyl-prope
a
N
Ac Ac
+N
NN
3Si
Me3Si
ab
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift G wurden Norbornenderivat 207 (48 mg, 0.2
mmol), Allytrimethylsilan 211 (34 mg, 0.3 mmol) und Katalysator 204 (0.421 mg, 0.3 mol %)
in 4 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Einengen des
, 1H), 7.46-7.58
5, 45.05, 45.73, 48.48, 50.80 (s), 51.19 (s),
Me
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck und säulenchromatographischer Reinigung
des Rückstandes wurde Produkt 214a,b (65 mg, 0.144 mmol, 72 %) als Regio- und
Stereoisomerengemisch in Form eines farblosen, hochviskosen Öls erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -0.13 - -0.02 (m, 9H, TMS), 1.08-1.72 (m, 4H), 1.76-
1.96 (m, 5H), 2.00-2.30 (m, 1H), 2.33-2.88 (m, 2H), 3.35-4.08 (m, 2H, CH2-N), 4.81-5.02 (m,
2H, =CH2), 5.05-5.38 (m, 2H, -CH=), 5.54-5.81 (m, 1H, -CH=), 7.32-7.38 (m
(m, 1H), 8.42-8.47 (m, 1H), 8.54-8.59 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) –2.00, -1.96, -1.85, -1.79, 22.50 (s), 22.61 (s),
22.79 (s), 23.08, 35.90 (s), 36.62 (s), 36.88 (s), 36.97 (s), 37.12 (s), 37.81 (s), 38.61 (s), 39.55,
40.38, 40.59, 40.89, 41.58, 42.12, 42.53, 43.2
52.45 (s), 112.80 (s), 112.89 (s), 114.66 (s), 124.17, 125.04, 125.92, 126.92, 128.12, 129.22,
132.29, 132.73, 132.90, 135.51, 139.46, 139.60, 142.86, 143.07, 148.88, 149.72, 170.06 (q),
170.22 (q)
Experimenteller Teil 147
IR : (cm-1) 716 (m), 853 (s), 1023 (w), 1247 (m), 1288 (m), 1391 (m), 1421 (m), 1478 (m),
1687 (s), 2951 (m)
alyse : ber. für C21H32N2OSi (%) C 70.73, H 9.05, N 7.86; gef.: C 70.50, H 8.87, N
-{Acetyl-[4-((E,Z)-3-trimethylsilanyl-propenyl)-2-vinyl-cyclopentylmethyl]-amino}-4-
ethylsulfanyl-butansäuremethylester (215a) + Regioisomer (215b)
EI-MS (70°C) : m/z= 356 (M+), 341 (10), 313 (3), 249 (12), 193 (18), 137 (20), 107 (43), 73
(100%)
HR-MS : (C21H32N2OSi) ber. 356.2284, gef. 356.2285
CHN-An
7.62
2
m
NSMe
CO2Me
Ac Ac
Me3Si
NSMe
CO2Me
Me3Si
+
ab
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift G wurden Norbornenderivat 208 (62 mg, 0.2
mmol), Allytrimethylsilan 211 (34 mg, 0.3 mmol) und Katalysator 204 (0.702 mg, 0.5 mol %)
), 3.78-3.99 (m,
(s), 37.99
in 4 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Einengen des
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck und säulenchromatographischer Reinigung
des Rückstandes wurde Produkt 215a,b (82 mg, 0.192 mmol, 96 %) als Regio- und
Stereoisomerengemisch in Form eines farblosen, hochviskosen Öls erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -0.09 - 0.01 (m, 9H, TMS), 1.12-1.85 (m, 4H), 1.88-
2.20 (m, 9H), 2.21-2.85 (m, 6H), 2.87-3.53 (m, 2H), 3.66 (s, 3H, -CO2CH3
1H), 4.84-5.04 (m, 2H, =CH2), 5.09-5.45 (m, 2H, -CH=), 5.64-5.83 (m, 1H, -CH=)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) –1.96, -1.91, -1.82, -1.78, -1.72, 15.29, 21.91,
22.09, 22.55 (s), 22.88 (s), 28.36 (s), 28.75 (s), 28.80 (s), 31.34 (s), 31.59 (s), 31.62
(s), 38.20 (s), 38.98 (s), 39.14 (s), 39.20 (s), 42.03, 42.27, 42.63, 42.67, 42.72, 42.93, 43.04,
45.51, 45.92, 52.13, 52.68 (s), 53.03 (s), 58.39, 58.92, 58.98, 112.89 (s), 113.03 (s), 114.79
(s), 115.19 (s), 115.29 (s), 125.01, 125.21, 127.37, 127.54, 129.21, 129.45, 131.13, 132.13,
132.32, 132.76, 132.90, 133.39, 139.41, 139.47, 139.60, 139.73, 141.31, 142.82, 142.97,
170.46 (q), 170.50 (q), 170.93 (q), 171.35 (q), 171.38 (q), 171.44 (q)
IR : (cm-1) 854 (s), 998 (w), 1155 (w), 1221 (m), 1247 (m), 1363 (w), 1435 (m), 1652 (s),
1743 (s), 2951 (m)
148 Experimenteller Teil
EI-MS (70°C) : m/z= 425 (M+), 410 (30), 364 (30), 308 (25), 292 (40), 220 (36), 176 (30),
102 (25), 73 (100%)
ür C22H39NO3SSi (%) C 62.07, H 9.23, N 3.29; gef.: C 62.06, H 9.27, N
-{Acetyl-[4-((E,Z)-3-trimethylsilanyl-propenyl)-2-vinyl-cyclopentylmethyl]-amino}-3-
H-indol-3-yl)-propansäuremethylester (216a) + Regioisomer (216b)
HR-MS : (C22H39NO3SSi) ber. 425.2420, gef. 425.2422
CHN-Analyse : ber. f
3.28
2
(1
N
MeO2C
Ac
Me3Si Ac
aN
H
N
MeO2C
bN
H
Me3Si
+
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift G wurden Norbornenderivat 209 (73 mg, 0.2
mmol), Allytrimethylsilan 211 (34 mg, 0.3 mmol) und Katalysator 204 (0.421 mg, 0.3 mol %)
.62 (m, 2H), 3.74 (s, 3H,
), 37.83 (s), 38.80 (s),
EI-MS (70°C) : m/z= 480 (M+), 465 (5), 449 (3), 280 (6), 201 (100%), 130 (96), 73 (35)
in 4 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Einengen des
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck und säulenchromatographischer Reinigung
des Rückstandes wurde Produkt 216a,b (86 mg, 0.18 mmol, 90 %) als Regio- und
Stereoisomerengemisch als farbloses, hochviskoses Öl erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -0.10 - 0.03 (m, 9H, TMS), 0.80-1.55 (m, 5H), 1.57-
2.18 (m, 6H), 2.32-2.77 (m, 2H), 2.80-3.21 (m, 1H), 3.45-3
CO2CH3), 3.95-4.15 (m, 1H), 4.63-4.97 (m, 2H, =CH2), 5.03-5.84 (m, 3H, -CH=), 6.95-7.23
(m, 3H), 7.33-7.41 (m, 1H), 7.51-7.58 (m, 1H), 8.46-8.77 (br, 1H, NH)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) –1.94, -1.91, -1.85, -1.73, 22.02, 22.05, 22.26,
22.31, 22.53, 22.72 (s), 22.76 (s), 24.58 (s), 24.77 (s), 37.13 (s), 37.79 (s
38.85 (s), 38.91 (s), 39.03 (s), 41.79, 41.94, 42.38, 42.61, 42.77, 42.83, 44.32, 44.69, 45.18,
45.53, 52.20, 52.23 (s), 52.40 (s), 53.05 (s), 60.83, 60.92, 61.82, 61.90, 111.50, 112.12,
112.27, 112.71 (s), 114.86 (s), 114.90 (s), 118.36, 118.39, 119.40, 119.45, 122.00, 122.18,
123.22, 123.28, 124.77, 124.93, 125.02, 126.91 (q), 127.06 (q), 127.46, 127.54, 129.37,
129.42, 133.04, 136.41 (q), 139.34, 139.40, 139.55, 143.09, 143.17, 170.55 (q), 171.13 (q),
171.22 (q), 171.45 (q), 171.60 (q)
IR : (cm-1) 741 (s), 854 (s), 1010 (w), 1226 (m), 1247 (s), 1339 (w), 1435 (m), 1630 (s), 1741
(s), 2951 (m), 3315 (br)
Experimenteller Teil 149
HR-MS : (C28H40N2O3Si) ber. 480.2808, gef. 480.2817
CHN-Analyse : ber. für C28H40N2O3Si (%) C 69.96, H 8.39, N 5.83; gef.: C 69.75, H 8.30, N
zyl-4-((E,Z)-3-trimethylsilanyl-propenyl)-2-vinyl-pyrrolidin (217a) + Regioisomer
17b)
Entsprechend der allgemeinen
Norbornenderivat 210 (37 mg, 0.2 mmol),
)
Raumtemperatur gerührt. Nach dem Einengen de
Druck und säulenchromatographischer Reinigung
(m, 2H, =CH2), 5.23-5.90 (m, 3H, -CH=), 7.19-7.34 (m, 5H)
73 (95)
5.88
1-Ben
(2
Arbeitsvorschrift G wurden
Allytrimethylsilan 211 (34 mg, 0.3 mmol)
in 4 ml CH
NPh NPh
3Si
Me3Si
+
ab
Me
und Katalysator 204 (0.561 mg, 0.4 mol % 2Cl2 gelöst und 18 h bei
s Reaktionsgemisches unter vermindertem
des Rückstandes wurde Produkt 217a,b (49
mg, 0.164 mmol, 82 %) als Regio- und Stereoisomerengemisch in Form eines farblosen,
hochviskosen Öls erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -0.07 - +0.06 (m, 9H, TMS), 1.36-1.69 (m, 3H), 2.08-
2.17 (m, 1H), 2.36-2.47 (m, 1H), 2.61-2.77 (m, 2H), 2.83-2.99 (m, 1H), 3.05-3.23 (m, 1H),
3.97-4.06 (m, 1H), 4.81-5.23
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) –1.96, -1.88, -1.79, -1.67, 22.42, 22.82, 39.68,
40.05, 40.16, 40.47, 57.65, 57.78, 58.48, 59.35, 68.39, 68.74, 112.62, 116.34, 124.98, 126.64,
128.13, 128.71, 128.76, 128.86, 129.54, 130.84, 133.26, 139.91, 141.18
IR : (cm-1) 698 (m), 852 (s), 916 (w), 966 (w), 1029 (w), 1153 (w), 1248 (m), 1453 (w), 2786
(w), 2955 (m)
EI-MS (50°C) : m/z= 299 (M+), 284 (10), 226 (12), 159 (45), 91 (100),
HR-MS : (C19H29NSi) ber. 299.2070, gef. 299.2071
150 Experimenteller Teil
N-[4-((E,Z)-5-Oxo-hex-1-enyl)-2-vinyl-cyclopentylmethyl]-N-pyridin-3-yl-acetamid
18a) + Regioisomer (218b) (2
N
Ac Ac
+
ON
NN
ab
O
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift G wurden Norbornenderivat 207 (48 mg, 0.2
mmol), 5-Hexen-2-on 212 (30 mg, 0.3 mmol) und Katalysator 204 (4.21 mg, 3 mol %) in 4
l CH2Cl2 gelöst und 18 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Einengen des
7.55 (m, 1H), 8.42-8.48 (m,
33 (s), 43.43 (s), 43.52 (s), 43.77 (s), 44.48, 45.91, 50.72 (s), 50.78
(12), 201 (14), 137 (35), 107 (100%)
m
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck und säulenchromatographischer Reinigung
des Rückstandes wurde Produkt 218a,b (27 mg, 0.078 mmol, 39 %) als Regio- und
Stereoisomerengemisch als farbloses, hochviskoses Öl erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.07-1.69 (m, 3H), 1.70-2.00 (m, 5H), 2.00-2.33 (m,
6H), 2.35-2.94 (m, 4H), 3.40-4.00 (m, 2H, CH2-N), 4.82-4.97 (m, 2H, =CH2), 5.01-5.41 (m,
2H, -CH=), 5.54-5.80 (m, 1H, -CH=), 7.34-7.42 (m, 1H), 7.47-
1H), 8.55-8.63 (m, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 21.70 (s), 21.95 (s), 23.08, 26.68 (s), 26.71 (s),
30.01, 30.09, 30.14, 36.99 (s), 37.10 (s), 37.41, 37.72, 38.84, 39.01 (s), 39.06 (s), 39.38 (s),
39.93, 40.63, 40.79, 43.
(s), 112.89 (s), 112.98 (s), 113.04 (s), 114.27 (s), 114.97 (s), 114.96 (s), 124.25, 127.05,
127.12, 127.17, 127.24, 128.17, 129.01, 131.82, 135.15, 135.30, 135.50, 135.54, 135.77,
139.21, 141.61, 141.74, 142.62, 142.74, 142.80, 148.94, 149.69, 170.13 (q), 170.29 (q),
208.16 (q), 208.32 (q), 208.43 (q), 208.53 (q)
IR : (cm-1) 717 (m), 912 (w), 1024 (w), 1289 (m), 1392 (m), 1421 (m), 1479 (m), 1683 (s),
1714 (m), 2932 (m)
EI-MS (70°C) : m/z= 340 (M+), 297 (10), 283
HR-MS : (C21H28N2O2) ber. 340.2151, gef. 340.2157
Experimenteller Teil 151
2-{Acetyl-[4-((E,Z)-5-Oxo-hex-1-enyl)-2-vinyl-cyclopentylmethyl]-amino}-4-
ethylsulfanyl-butansäuremethylester (219a) + Regioisomer (219b) m
NSMe
Ac
N
Ac
+
O
O
CO2Me
SMe
CO2Me
ab
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift G wurden Norbornenderivat 208 (62 mg, 0.2
mmol), 5-Hexen-2-on 212 (30 mg, 0.3 mmol) und Katalysator 204 (1.40 mg, 1 mol %) in 4
ml CH2Cl2 gelöst und 18 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Einengen des
46, 52.20, 52.52 (s),
50 (30), 308 (45), 292 (42), 278 (100%), 218
gef. 409.2288
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck und säulenchromatographischer Reinigung
des Rückstandes wurde Produkt 219a,b (38 mg, 0.092 mmol, 46 %) als Regio- und
Stereoisomerengemisch in Form eines farblosen, hochviskosen Öls erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.14-1.33 (m, 2H), 1.75-2.20 (m, 13H), 2.21-2.39 (m,
3H), 2.41-2.65 (m, 6H), 2.65-3.55 (m, 3H), 3.69 (s, 3H, -CO2CH3), 3.85-4.01 (m, 1H), 4.88-
5.06 (m, 2H, =CH2), 5.19-5.46 (m, 2H, -CH=), 5.66-5.85 (m, 1H, -CH=)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 15.33, 21.65, 21.96, 22.10, 22.60, 26.71, 28.34 (s),
28.77 (s), 30.03 (s), 30.06, 30.11, 31.30 (s), 31.36 (s), 31.64 (s), 37.21, 38.31 (s), 38.54 (s),
38.73 (s), 39.69, 42.62, 42.81, 43.00, 43.36 (s), 43.48 (s), 43.68 (s), 45.
53.01 (s), 58.40, 58.97, 113.10 (s), 113.21 (s), 115.37 (s), 115.46 (s), 115.55 (s), 127.40,
127.52, 127.61, 128.58, 128.67, 129.48, 131.94, 131.97, 132.20, 135.24, 135.38, 135.80,
139.22, 139.31, 139.43, 139.53, 142.62, 142.70, 142.76, 170.45 (q), 170.89 (q), 171.38 (q),
207.77 (q), 207.89 (q), 207.99 (q), 208.12 (q)
IR : (cm-1) 912 (w), 998 (w), 1160 (m), 1230 (m), 1268 (m), 1364 (m), 1434 (s), 1647 (s),
1714 (s), 1740 (s), 2918 (w), 2948 (w)
EI-MS (70°C) : m/z= 409 (M+), 366 (25), 3
(50), 176 (63), 102 (70), 43 (97)
HR-MS : (C22H35NO4S) ber. 409.2287,
152 Experimenteller Teil
2-{Acetyl-[4-((E,Z)-5-Oxo-hex-1-enyl)-2-vinyl-cyclopentylmethyl]-amino}-3-(1H-indol-3-
l)-propansäuremethylester (220a) + Regioisomer (220b) y
N
Ac Ac
+
O
O
MeO2C
aN
H
N
MeO2C
bN
H
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift G wurden Norbornenderivat 209 (73 mg, 0.2
mmol), 5-Hexen-2-on 212 (30 mg, 0.3 mmol) und Katalysator 204 (1.40 mg, 1 mol %) in 4
ml CH2Cl2 gelöst und 18 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Einengen des
, 1H), 8.42-8.74
43.62 (s), 43.70 (s), 45.11, 52.24, 53.04 (s), 53.52 (s), 60.81, 60.91, 61.22,
464 (M+), 264 (28), 201 (100%), 130 (85), 43 (8)
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck und säulenchromatographischer Reinigung
des Rückstandes wurde Produkt 220a,b (46 mg, 0.1 mmol, 50 %) als Regio- und
Stereoisomerengemisch in Form eines farblosen, hochviskosen Öls erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.70-1.55 (m, 3H), 1.55-2.55 (m, 14H), 2.55-3.18 (m,
2H), 3.45-3.66 (m, 2H), 3.74 (s, 3H, -CO2CH3), 3.83-4.10 (m, 1H), 4.52-4.99 (m, 2H, =CH2),
5.00-5.80 (m, 3H, -CH=), 6.95-7.23 (m, 3H), 7.30-7.40 (m, 1H), 7.49-7.58 (m
(br, 1H, NH)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 22.04, 22.11, 22.31, 24.41 (s), 24.56 (s), 26.68 (s),
26.81 (s), 29.99, 30.12, 36.91, 37.41 (s), 37.38 (s), 41.36, 41.59, 42.35, 42.61, 42.88, 43.30
(s), 43.50 (s),
61.79, 111.42, 111.58, 112.27, 112.83 (s), 112.91 (s), 114.95 (s), 115.11 (s), 118.40, 119.34,
119.43, 121.99, 123.13, 126.93, 127.05, 127.14, 127.25, 127.56, 131.81, 135.44, 135.95,
136.38, 139.24, 139.30, 139.38, 142.83, 142.89, 142.94, 170.46 (q), 171.09 (q), 171.36 (q),
171.49 (q), 208.55 (q)
IR : (cm-1) 744 (m), 1009 (w), 1226 (m), 1274 (w), 1363 (m), 1435 (m), 1629 (s), 1714 (m),
1739 (s), 2948 (m), 3321 (br)
EI-MS (200°C) : m/z=
HR-MS : (C28H36N2O4) ber. 464.2675, gef. 464.2671
Experimenteller Teil 153
(E,Z)-6-(1-Benzyl-5-vinyl-pyrrolidin-3-yl)-hex-5-en-2-on (221a) + Regioisomer (221b)
Entsprechend der allgemeinen
en
Norbornenderivat 210 (37 mg, 0.2 mmol),
2
gerührt. Nach dem Einengen des Reaktionsgem
säulenchromatographischer Reinigung des Rücksta
7 (s), 61.92, 67.82, 68.72, 68.76, 112.84 (s), 116.68 (s), 126.42,
°C) : m/z= 283 (M+), 256 (10), 240 (8), 159 (40), 91 (100), 68 (35)
Arbeitsvorschrift G wurd
5-Hexen-2-on 212 (30 mg, 0.3 mmol) und
NPh NPh
+O
ab
O
Katalysator 204 (4.21 mg, 3 mol %) in 4 ml CH Cl2 gelöst und 18 h bei Raumtemperatur
isches unter vermindertem Druck und
ndes wurde Produkt 221a,b (22 mg, 0.078
mmol, 39 %) als Regio- und Stereoisomerengemisch in Form eines farblosen, hochviskosen
Öls erhalten.
H-NMR (500 MHz; CDCl
13) : δ(ppm) 1.39-1.51 (m, 1H), 2.05-2.53 (m, 8H), 2.55-3.05 (m,
3H), 3.05-3.35 (m, 1H), 3.92-4.03 (m, 1H), 4.80-5.25 (m, 2H, =CH2), 5.25-5.88 (m, 3H, -
CH=), 7.18-7.34 (m, 5H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 21.81 (s), 22.15 (s), 26.60 (s), 30.00, 30.10, 33.86,
39.22, 39.37, 40.00 (s), 40.21 (s), 40.34 (s), 40.46, 43.50 (s), 43.63 (s), 43.68 (s), 57.71 (s),
58.01 (s), 58.95 (s), 59.2
126.72, 127.20, 128.17, 128.74, 128.76, 128.81, 135.62, 136.15, 140.84 (q), 143.12 (q),
208.37 (q)
IR : (cm-1) 698 (m), 740 (m), 917 (m), 1161 (m), 1366 (m), 1453 (w), 1717 (s), 2788 (w),
2922 (w)
EI-MS (110
HR-MS : (C19H25NO) ber. 283.1936, gef. 283.1933
154 Experimenteller Teil
N-[4-((E,Z)-6-Oxiranyl-hex-1-enyl)-2-vinyl-cyclopentylmethyl]-N-pyridin-3-yl-acetamid
22a) + Regioisomer (222b) (2
N
Ac Ac
+
O3
N
NN
ab
O
3
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift G wurden Norbornenderivat 207 (48 mg, 0.2
mmol), 7,8-Epoxyocten 213 (38 mg, 0.3 mmol) und Katalysator 204 (1.40 mg, 1 mol %) in 4
ml CH2Cl2 gelöst und 18 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Einengen des
-8.48 (m, 1H), 8.55-8.61 (m,
(s), 39.47 (s), 39.98 (s), 40.62, 40.78, 42.22, 43.22, 44.62, 45.73, 47.12 (s), 47.18 (s),
, 137 (42), 107 (100%), 69 (55)
lyse : ber. für C23H32N2O2 (%) C 74.96, H 8.75, N 7.60; gef.: C 75.32, H 8.82, N
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck und säulenchromatographischer Reinigung
des Rückstandes wurde Produkt 222a,b (40 mg, 0.11 mmol, 55 %) als Regio- und
Stereoisomerengemisch als farbloses, hochviskoses Öl erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.08-1.68 (m, 9H), 1.68-2.32 (m, 5H), 2.34-2.92 (m,
5H), 3.40-4.00 (m, 2H, CH2-N), 4.82-4.97 (m, 2H, =CH2), 5.08-5.39 (m, 2H, -CH=), 5.54-
5.80 (m, 1H, -CH=), 7.34-7.39 (m, 1H), 7.47-7.55 (m, 1H), 8.42
1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 23.09, 25.53 (s), 25.57 (s), 25.62 (s), 27.29 (s),
27.40 (s), 29.34 (s), 29.51 (s), 29.66 (s), 32.37 (s), 36.90 (s), 37.05 (s), 37.55 (s), 37.82 (s),
39.19
50.91 (s), 52.29, 52.36, 52.39, 112.92 (s), 114.79 (s), 124.23, 128.87, 129.89, 130.68, 131.04,
134.54, 135.52, 139.47, 139.63, 142.71 (q), 148.92, 149.71
IR : (cm-1) 716 (m), 912 (w), 1024 (w), 1289 (m), 1392 (m), 1421 (m), 1479 (m), 1684 (s),
2931 (m)
EI-MS (140°C) : m/z= 368 (M+), 338 (3), 216 (3), 144 (45)
HR-MS : (C23H32N2O2) ber. 368.2464, gef. 368.2467
CHN-Ana
7.54
Experimenteller Teil 155
2-{Acetyl-[4-((E,Z)-6-Oxiranyl-hex-1-enyl)-2-vinyl-cyclopentylmethyl]-amino}-4-
ethylsulfanyl-butansäuremethylester (223a) + Regioisomer (223b) m
NSMe
Ac
N
Ac
+
O3
CO2Me
SMe
CO2Me
ab
O
3
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift G wurden Norbornenderivat 208 (62 mg, 0.2
mmol), 7,8-Epoxyocten 213 (38 mg, 0.3 mmol) und Katalysator 204 (0.70 mg, 0.5 mol %) in
4 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Einengen des
, 45.49, 45.93, 47.07 (s), 47.12 (s), 52.16
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck und säulenchromatographischer Reinigung
des Rückstandes wurde Produkt 223a,b (63 mg, 0.144 mmol, 72 %) als Regio- und
Stereoisomerengemisch in Form eines farblosen, hochviskosen Öls erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.10-1.75 (m, 8H), 1.88-2.22 (m, 11H), 2.22-2.92 (m,
7H), 2.99-3.46 (m, 2H), 3.68 (s, 3H, -CO2CH3), 3.85-4.01 (m, 1H), 4.85-5.06 (m, 2H, =CH2),
5.19-5.46 (m, 2H, -CH=), 5.66-5.85 (m, 1H, -CH=)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 15.27, 15.29, 21.94, 22.11, 25.54 (s), 25.60 (s),
25.65 (s), 26.95 (s), 27.02 (s), 28.34 (s), 28.76 (s), 29.31 (s), 29.64 (s), 31.34 (s), 31.62 (s),
32.38 (s), 32.41 (s), 41.95, 42.60, 42.76, 42.87, 43.01
(s), 52.27 (s), 52.33 (s), 53.01 (s), 58.38, 58.94, 112.97 (s), 113.02 (s), 113.09 (s), 115.27 (s),
115.37 (s), 115.46 (s), 128.97, 129.10, 129.30, 130.22, 130.37, 131.00, 131.18, 131.27,
134.41, 134.55, 134.72, 134.88, 139.28, 139.38, 139.49, 139.61, 142.67, 142.74, 142.80,
142.85, 170.38 (q), 170.45 (q), 170.89 (q), 171.36 (q), 171.43 (q)
IR : (cm-1) 913 (w), 998 (w), 1230 (m), 1434 (s), 1648 (s), 1740 (s), 2929 (m)
EI-MS (160°C) : m/z= 437 (M+), 394 (30), 378 (35), 336 (33), 320 (58), 304 (60), 218 (55),
176 (80), 102 (80), 69 (100%)
HR-MS : (C24H39NO4S) ber. 437.2600, gef. 437.2601
CHN-Analyse : ber. für C24H39NO4S (%) C 65.87, H 8.98, N 3.20; gef.: C 65.63, H 8.71, N
3.03
156 Experimenteller Teil
2-{Acetyl-[4-((E,Z)-6-Oxiranyl-hex-1-enyl)-2-vinyl-cyclopentylmethyl]-amino}-3-(1H-
dol-3-yl)-propansäuremethylester (224a) + Regioisomer (224b) in
N
Ac
N
Ac
O3
MeO2C
aN
HMeO2C
bN
H
+O
3
Entsprechend der allgemeinen Arbeitsvorschrift G wurden Norbornenderivat 209 (73 mg, 0.2
mmol), 7,8-Epoxyocten 213 (38 mg, 0.3 mmol) und Katalysator 204 (0.70 mg, 0.5 mol %) in
4 ml CH2Cl2 gelöst und 18 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach dem Einengen des
(m, 1H), 7.49-7.58 (m, 1H),
.43, 42.35, 42.53, 45.16, 47.18 (s), 47.24 (s), 49.50, 52.21, 52.34,
Reaktionsgemisches unter vermindertem Druck und säulenchromatographischer Reinigung
des Rückstandes wurde Produkt 224a,b (67 mg, 0.136 mmol, 68 %) als Regio- und
Stereoisomerengemisch als farbloses, hochviskoses Öl erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 0.75-1.63 (m, 8H), 1.64-2.55 (m, 12H), 2.56-3.18 (m,
3H), 3.44-3.62 (m, 2H), 3.70-3.80 (m, 3H, -CO2CH3), 3.87-4.11 (m, 1H), 4.52-4.94 (m, 2H,
=CH2), 4.95-5.80 (m, 3H, -CH=), 6.95-7.23 (m, 3H), 7.30-7.40
8.40-8.74 (br, 1H, NH)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 22.04, 22.16, 22.45 (s), 24.57 (s), 24.74 (s), 25.54
(s), 25.69 (s), 25.86 (s), 27.05, 29.18 (s), 29.32 (s), 32.36 (s), 32.39 (s), 32.46 (s), 36.89 (s),
38.51 (s), 38.60 (s), 41
52.41, 52.46, 52.50 (s), 52.65 (s), 60.49, 60.81, 61.73, 111.41, 111.47, 112.24 (s), 112.82 (s),
112.92 (s), 114.87 (s), 114.95 (s), 115.10 (s), 118.38, 119.35, 119.43, 121.98, 123.14, 123.18,
123.32, 127.46, 127.50, 128.78, 130.71, 130.96, 131.10, 134.67, 136.39, 139.40, 139.51,
142.79, 142.92, 170.30 (q), 170.47 (q), 170.89 (q), 171.11 (q), 171.39 (q), 171.52 (q)
IR : (cm-1) 742 (s), 913 (w), 1009 (w), 1226 (m), 1273 (m), 1363 (w), 1434 (s), 1629 (s),
1740 (s), 2930 (m), 3322 (br)
EI-MS (190°C) : m/z= 492 (M+), 292 (6), 201 (100%), 170 (4), 130 (80)
HR-MS : (C30H40N2O4) ber. 492.2988, gef. 492.2994
Experimenteller Teil 157
1-Benzyl-4-((E,Z)-6-oxiranyl-hex-1-enyl)-2-vinyl-pyrrolidin (225a) + Regioisomer (225b)
Entsprechend der allgemeinen
Norbornenderivat 210 (37 mg, 0.2
Raumtemperatur gerührt. Nach dem Einengen des
Druck und säulenchromatographischer Reinigung de
40.22 (s), 40.46, 47.15 (s), 47.18 (s), 52.33, 52.37, 57.70 (s), 57.75
Arbeitsvorschrift G wurden
mmol), 7,8-Epoxyocten 213 (38 mg, 0.3
) in 4 ml CH
NPh NPh
+
O3
ab
O
3
mmol) und Katalysator 204 (1.40 mg, 1 mol % 2Cl2 gelöst und 18 h bei
Reaktionsgemisches unter vermindertem
s Rückstandes wurde Produkt 225a,b (29
mg, 0.092 mmol, 46 %) als Regio- und Stereoisomerengemisch in Form eines farblosen,
hochviskosen Öls erhalten.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.20-1.90 (m, 7H), 1.90-2.22 (m, 3H), 2.25-2.80 (m,
5H), 2.81-3.29 (m, 3H), 3.92-4.04 (m, 1H), 4.75-5.25 (m, 2H, =CH2), 5.25-5.92 (m, 3H, -
CH=), 7.18-7.34 (m, 5H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 25.48 (s), 25.53 (s), 25.59 (s), 25.71 (s), 27.27 (s),
27.73 (s), 29.27 (s), 29.31 (s), 29.60 (s), 29.70 (s), 32.26 (s), 32.40 (s), 32.41 (s), 33.92, 39.36,
39.43, 39.80 (s), 40.18 (s),
(s), 57.82 (s), 57.95 (s), 58.58 (s), 58.63 (s), 59.12 (s), 59.39 (s), 61.96, 67.99, 68.79, 112.75
(s), 116.55 (s), 116.61 (s), 126.69, 126.73, 128.15, 128.19, 128.75, 128.80, 132.16, 132.50,
132.71, 132.95, 134.88, 135.22, 139.79 (q), 140.96, 141.00, 143.28
IR : (cm-1) 699 (m), 916 (m), 1258 (w), 1369 (w), 1453 (w), 2787 (w), 2857 (m), 2928 (s)
EI-MS (70°C) : m/z= 311 (M+), 284 (10), 270 (8), 159 (40), 120 (20), 91 (100), 68 (35)
HR-MS : (C21H29NO) ber. 311.2249, gef. 311.2257
158 Experimenteller Teil
zu Abschnitt 4.3
ricyclohexylphosphin-[(2-isopropoxyphenyl)-methylen]-ruthenium-bis-trifluoracetat
Silbertrifluoracetat (23.2 mg, 0.105 mmol) wurde in 10 ml CH2Cl2
x
3 (30 mg, 0.05 mmol) wurde 30 min unter Lichtausschluss gerührt.
i
wurde als roter schaum
nadelförmige rote Kris
dd, J1=J2=7.5 Hz, 1H), 7.62 (dd, J1=J2=8 Hz, 1H), 7.80 (d, J=7.5 Hz,
0 (d, J=15.1 Hz)
), 1144 (s), 1190 (ss), 1391 (w), 1453 (m), 1642
0 (6), 404 (10), 375 (10), 281 (24), 243
6.1946, gef. 756.1933
methylen]-ruthenium-bis-
In der glove box wurde unter N2–Schutzgas Silbertrifluoracetat (12.7
0.5
l CH2Cl2 gelöstem Ru-Komplex 234 (17.3 mg, 0.027 mmol) wurde
30 min unter Lichtausschluss gerührt. Danach wurde das
T
(235)
PCy3
2
O
Ru
F3CCO
F3CCO2suspendiert. Nach Zugabe von in 0.5 ml CH2Cl2 gelöstem Ru-Komple
Danach wurde das Reaktionsgemisch über Celite/Cellulose filtriert und
ndertem Druck eingeengt. Das Produkt 235 (37 mg, 0.049 mmol, 98 %)
iger Feststoff erhalten. Die Umkristallisation aus Hexan/CH
das Filtrat unter verm
2Cl2 ergab
talle, deren Ordnungsgrad für eine Röntgenstrukturanalyse jedoch nicht
ausreicht.
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.22-1.33 (m, 9H), 1.45 (d, J=6.7 Hz, 6H), 1.48-1.58
(m, 6H), 1.67-1.76 (m, 3H), 1.78-1.95 (m, 12H), 2.02-2.12 (m, 3H), 4.96-5.05 (m, 1H), 7.03
(d, J=8 Hz, 1H), 7.19 (
1H), 18.39 (d, J=6 Hz, 1H)
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 21.06, 26.26, 27.68, 29.00, 34.24, 34.43, 76.65,
112.70, 113.80 (Quartett, J=288.5 Hz), 123.35, 124.37, 131.22, 144.16 (q), 155.22 (q), 163.48
(Quartett, J=33.7 Hz), 308.5
31P-NMR (202.5 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 56.63
19F-NMR (470.6 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -74.62
IR : (cm-1) 724 (m), 735 (m), 863 (m), 929 (w
(m), 1712 (s), 2854 (m), 2931 (s)
EI-MS (200°C) : m/z= 756 (M+), 642 (46), 60
(100%), 198 (54), 120 (62), 91 (36), 83 (54), 78 (60), 55 (75)
HR-MS : (C32H45F6O5PRu) ber. 75
Tricyclohexylphosphin-[(2-isopropoxy-3-methoxy-phenyl)-
trifluoracetat (236)
mg, 0.058 mmol) in 10 ml CH2Cl2 suspendiert. Nach Zugabe von in
m
PCy3
O
OMe
Ru
F3CCO2
F3CCO2
Experimenteller Teil 159
Reaktionsgemisch unter Schutzgas über Celite/Cellulose filtriert und das Filtrat unter
vermindertem Druck eingeengt. Dabei wurde ein bräunlich-violetter schaumiger Feststoff
erhalten. Die Umkristallisation aus Hexan/CH2Cl2 ergab das Produkt 236 (16 mg, 0.0203
mmol, 75 %) in Form nadelförmige rosa-violetter Kristalle. Bei tiefkalter Lagerung unter
Schutzgas ist der Komplex stabil, bei Luftzutritt, besonders in Lösung erfolgt sehr schnelle
Zersetzung unter Aldehydfreisetzung
1H-NMR (500 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 1.18-1.35 (m, 15H), 1.48-1.60 (m, 6H), 1.68-1.75 (m,
3H), 1.77-1.96 (m, 12H), 1.98-2.08 (m, 3H), 3.86 (s, 3H), 5.49-5.58 (m, 1H), 7.15-7.23 (m,
2H), 7.40 (d, J=6.5 Hz, 1H), 18.38 (d, J=6 Hz, 1H)
261 (w), 1440 (w), 1473 (w), 1693 (s),
00%), 432 (18), 375 (24), 281 (55), 152
F6PRu) ber. 786.2052, gef. 786.2061
hylphenyl)-4,5-dihydroimidazolidin-2-yliden]-(2-isopropoxy-3-
- tat (238)
Silbertrifluoracetat (47.5 mg, 0.214 mmol) wurde in 20 ml CH2Cl2
plex
205 (67 mg, 0.102 mmol) wurde 30 min unter Lichtausschluss gerührt.
a
Zugabe von Pentan
mikrokristalliner Fests
1H-NMR (500 MHz;
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 21.61, 22.34, 26.26, 27.67, 27.75, 29.00, 34.30,
34.49, 56.49, 76.37, 113.7 (Quartett, J=286.6 Hz), 115.97, 117.93, 123.73, 130.22 (q), 142.18
(q), 153.72 (q), 164.17 (Quartett, J=33.7 Hz), 310.52
31P-NMR (202.5 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 55.07 (s)
19F-NMR (470.6 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -75.25 (s)
IR : (cm-1) 725 (w), 1104 (w), 1145 (m), 1198 (s), 1
2853 (w), 2932 (w)
EI-MS (200°C) : m/z = 786 (M+), 672 (50), 630 (1
(94), 69 (80), 55 (75)
HR-MS : (C33H47O6
[1,3-Bis-(2,4,6-trimet
methoxyphenyl) methyliden]-ruthenium-bis-trifluorace
IHMes
O
OMe
Ru
F3CCO2
F3CCO2suspendiert. Nach Zugabe von in 1 ml CH2Cl2 gelöstem Ru-Kom
Danach wurde das Reaktionsgemisch über SiO2/Celite/Cellulose
t unter vermindertem Druck auf 1/10 des Volumens eingeengt. Nach
fiel das Produkt 238 (66 mg, 0.081 mmol, 80 %) als violetter
toff aus, der über eine G4-Glasfritte abgesaugt wurde.
CDCl
filtriert und das Filtr
3) : δ(ppm) 0.88 (d, J=6.5 Hz, 6H), 2.27 (s, 12H), 2.44 (s, 6H),
3.69 (s, 3H), 4.11 (s, 4H), 5.40-5.55 (m, 1H), 6.70 (dd, J1=7.4 Hz, J2=1.1 Hz, 1H), 6.91 (dd,
J1=J2=7.4 Hz, 1H), 6.96 (dd, J1=7.4 Hz, J2=1.1 Hz, 1H), 17.36 (s, 1H)
160 Experimenteller Teil
13C-NMR (125.8 MHz; CDCl3) : δ(ppm) 17.74, 20.74 (q), 21.11, 51.29 (s), 56.45, 79.56,
114.18 (Quartett, J=291.1 Hz), 115.48, 117.15, 123.97, 129.68, 134.56 (q), 138.78 (q), 139.34
(q), 140.98 (q), 145.82 (q), 147.91 (q), 160.24 (Quartett, J=36.5 Hz), 210.47 (q), 316.63
(42), 527 (24), 404 (75), 301 (82), 97 (56),
rbeitsvorschrift zur Durchführung von RCM-Reaktionen der Diene 239, 241 bzw. 243 zur
19F-NMR (470.6 MHz; CDCl3) : δ(ppm) -73.86
IR : (cm-1) 721 (m), 765 (w), 782 (w), 817 (w), 828 (w), 846 (w), 1139 (s), 1184 (ss), 1265
(s), 1395 (m), 1448 (m), 1482 (m), 1701 (s), 2922 (w), 2975 (w)
EI-MS (280°C) : m/z= 812 (M+), 698 (40), 656
83 (63), 69 (96), 55 (100%)
HR-MS : (C36H40O6N6F6Ru) ber. 812.1828, gef. 812.1836
A
vergleichenden Bestimmung der Aktivität von Metathesekatalysatoren : Die Versuche mit
omogenen Katalysatoren wurden in einer Carousel Reaction Station (12 Glas-
h
Parallelreaktoren mit Septum) unter N2-Schutzgas durchgeführt, Versuche mit heterogenen
Katalysatoren in verschraubbaren Eppendorf-Röhrchen auf einem Thermo-Shaker in der
glove box (N2). Zu in 2.5 ml frisch absolutiertem CH2Cl2 gelöstem RCM-Edukt (1 mmol)
wurde eine Lösung des Katalysators in 0.5 ml CH2Cl2 gegeben. Das Reaktionsgemisch wurde
18 h refluxiert (45-50 °C). Anschließend wurde das Lösungsmittel unter vermindertem Druck
entfernt und nach Zugabe von Durol als internem Standard Umsatz und Produktselektivität
durch Roh-1H-NMR in CDCl3 bestimmt.
Anhang 161
Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen
Ac Acetyl
Ar Aromat
ax axial
ber. berechnet
Bn Benzyl
Bz Benzoyl
Cbz Benzyloxycarbonyl
CM Cross metathesis
CHN Elementaranalyse
DC Dünnschichtchromatographie
DCM Dichlormethan
DMAP 4-Dimethylaminopyridin
DMF Dimethylformamid
DMSO Dimethylsulfoxid
DVB Divinylbenzol
EE Essigsäureethylester
ee enantiomeric excess
eq equatorial
Et Ethyl
EWG Electron Withdrawing Group
Fmoc Fluorenylmethoxycarbonyl
GC Gaschromatographie
gef. gefunden
ges. gesättigt
Hex (a) Hexan (im exp. Teil), (b) Hexyl (in Formelschemata)
HR High Resolution
IHMes 1,3-Bis-(2,4,6-trimethylphenyl)-2-imidazolidinyliden-carben
IR Infrarot
konz. konzentriert
Me Methyl
MeOH Methanol
Mes Mesityl
MS Massenspektrometrie
162 Anhang
Ms Mesyl
MtBE Methyl-tert-butylether
NHC N-heterocyclisches Carben
NMR Nuclear Magnetic Resonance
Nos Nosyl
PG Protecting group
Ph Phenyl
ppm part per million
Troc 2,2,2-Trichlorethoxycarbonyl
p-TsOH para-Toluensulfonsäure
Py Pyridin
RCM Ring closing metathesis
ROM Ring opening metathesis
ROMP Ring opening metathesis polimerization
RT; rt Raumtemperatur
m.p. melting point
TBAF Tetrabutylammoniumfluorid
TBAI Tetrabutylammoniumiodid
TBDMS tert-Butyldimethylsilyl (auch TBS)
THF Tetrahydrofuran
TMS Trimethylsilyl
Ts Tosyl
Anhang 163
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Sanders, D. P.; Grubbs, R. H., Org. Lett. 2002, 4, 1939
13 (a) Garber, S. B.; Kingsbury, J. S.; Gray, B. L.; Hoveyda, A. H., J. Am. Chem. Soc.,
2000, 122, 8168; (b) Gessler, S.; Randl, S.; Blechert, S., Tetrahedron Lett., 2000, 41,
9973; (c) Cossy, J.; BouzBouz, S.; Hoveyda, A. H., J. Organomet. Chem. 2001, 624,
327; (d) Cossy, J.; Bargiggia, F.; BouzBouz, S., Org. Lett. 2003, 5, 459
Anhang 165
14 Ausgewählte Reviews zur RCM: (a) Maier, M. E., Angew. Chemie 2000, 112, 2153;
(b) Grubbs, R. H.; Chang, S., Tetrahedron 1998, 54, 4413; (c) Armstrong, S. K., J.
Chem. Soc., Perkin Trans. 1 1998, 371; s.a. Ref. 2
15 Ausgewählte Beipsiele: (a) Aiessa, C.; Riveiros, R.; Ragot, J.; Fürstner, A., J. Am.
Chem. Soc. 2003, 125, 15512; (b) Evans, P. A.; Cui, J.; Gharpure, S. J.; Polosukhin,
A.; Zhang, H.-R., J. Am. Chem. Soc. 2003, 125, 14702; (c) Fürstner, A.; Radkowski,
K.; Wirtz, C.; Goddard, R.; Lehmann, C. W.; Mynott, R., J. Am. Chem. Soc. 2002,
124, 7061; (d) Walters, M. A., Progress in Heterocyclic Chemistry 2003, 15, 1; (e)
Felpin, F.-X.; Lebreton, J., Eur. J. Org. Chem. 2003, 3693; (f) Mulzer, J.; Ohler, E.;
Enev, V. S.; Hanbauer, M. Adv. Synth. & Catal. 2002, 344, 573
16 Epothilone durch RCM : (a) Nicolaou, K. C.; Roschangar, F.; Vourloumis, D., Angew.
Chemie, 1998, 110, 2120; (b) Nicolaou, K. C.; Winssinger, N.; Pastor, J.; Ninkovic,
S.; Sarabia, F.; He, Y.; Vourloumis, D.; Yang, Z.; Li, T.; Giannakakou, P.; Hamel, E.,
Nature, 1997, 387, 268; (c) Meng, D.; Su, D.-S.; Balog, A.; Bertinato, P.; Sorensen, E.
J.; Danishefsky, S. J.; Zheng, Y.-H.; Chou, T. C.; He, L.; Horwitz, S. B., J. Am. Chem.
Soc., 1997, 119, 2733
17 Ausgewählte Referenzen: (a) Snapper, M. L.; Limanto, J., J. Am. Chem. Soc. 2000,
125, 8071; (b) Schneider, M. F.; Lucas, N.; Velder, J.; Blechert, S., Angew. Chem.
1997, 109, 257; (c) Schneider, M. F.; Blechert, S., Angew. Chem. 1996, 108, 479; (d)
Randl, S.; Connon, S, J.; Blechert, S., J. Chem. Soc., Chem.Commun. 2001, 1796
18 Ausgewählte Referenzen: (a) Ovaa, H.; Stapper, C.; van der Marel, G. A.; Overkleeft,
H. S.; van Boom, J. H.; Blechert, S., Tetrahedron 2002, 58, 7503; (b) Buschmann, N.;
Rückert, A.; Blechert, S., J. Org. Chem. 2002, 67, 4325; (c) Wrobleski, A.;
Sahasrabudhe, K.; Aube, J., J. Am. Chem. Soc. 2002, 124, 9974; (d) Voigtmann, U.;
Blechert, S., Org. Lett. 2000, 2, 3971; (e) Stragies, R.; Blechert, S., J. Am. Chem. Soc.
2000, 122, 9584; (f) Harrity, J. P. A.; La, D. S.; Cefalo, D. R.; Visser, M. S.; Hoveyda,
A. H., J. Am. Chem. Soc. 1998, 120, 2343; (g) Stragies, R.; Blechert, S., Synlett. 1998,
169
166 Anhang
19 Ausgewählte Referenzen: (a) Chatterjee, A. K.; Choi, T.-L.; Sanders, D. P.; Grubbs, R.
H., J. Am. Chem. Soc. 2003, 125, 11360; (b) Connon, S.; Blechert, S, Angew. Chemie,
Int. Ed. 2003, 42, 1900; (c) Herrmann, W.A., Angew. Chemie, Int. Ed. 2002, 41, 1290;
(d) Fürstner, A.; Thiel, O. R.; Ackermann, L.; Schanz, H.-J.; Nolan, S. P., J. Org.
Chem. 2000, 65, 2204; (e) Blackwell, H. E.; O’Leary, D. J.; Chatterjee, A. K.;
Washenfelder, R. A.; Bussmann, D. A.; Grubbs, R. H., J. Am. Chem. Soc. 2000, 122,
58; (f) Chatterjee, A. K.; Grubbs, R. H., Org. Lett. 1999, 1, 1751; (g) Imhof, S.; Randl,
S.; Blechert, S., J. Chem. Soc., Chem.Commun. 2001, 1692; (h) Chatterjee, A. K.;
Morgan, J. P.; Scholl, M.; Grubbs, R. H., J. Am. Chem. Soc. 2000, 122, 3783
20 Mo-katalysierte selektive CM: (a) Crowe, W. E.; Goldberg, D. R., J. Am. Chem. Soc.
1995, 117, 5126; (b) Crowe, W. E.; Zhang, Z. J., J. Am. Chem. Soc. 1993, 115, 10998;
(c) Crowe, W. E.; Goldberg, D. R., Tetrahedron Lett. 1996, 37, 2117;
Ru-katalysierte selektive CM : (d) Blechert, S.; Brümmer, O.; Rückert, A., Chem. Eur.
J. 1997, 3, 441; (e) Blanco, O. M.; Castede, L., Synlett. 1999, 557; (f) Pietraszuk, C.;
Marciniec, B.; Fischer, H., Organometallics 2000, 19, 913; (g) Randl, S.; Gessler, S.;
Wakamatsu, H.; Blechert, S., Synlett. 2001, 430; (h) Engelhardt, F. C.; Schmitt, M. J.;
Taylor, R. E., Org. Lett. 2001, 3, 2209; (i) Engelhardt, F. C.; Schmitt, M. J.;Yuan, H.;
Taylor, R. E., J. Am. Chem. Soc. 2001, 123, 2964
21 Ergebnisse Dipl.-Chem. D. Koch, TU Berlin
22 Aktueller Review: (a) Diver, S. T.; Giessert, A. J., Chem. Rev. 2004, 104, 1317
23 intramolekulare Eninmetathesen werden auch von Metallsalzen bzw. Chrom-Fischer-
Carbenen katalysiert: (a) Trost, B. M.; Tanoury, G. J., J. Am. Chem. Soc. 1988, 110,
1636; (b) Trost, B. M.; Trost, M. K., Tetrahedron Lett. 1991, 32, 3647; (c) Trost, B.
M.; Trost, M. K., J. Am. Chem. Soc. 1991, 113, 1850; (d) Trost, B. M.; Chang, V. K.,
Synthesis 1993, 824; (e) Trost, B. M.; Yanai, M.; Hogsteen, K., J. Am. Chem. Soc.
1993, 115, 5294 (f) Chatani, N.; Furukawa, N. ; Sakurai, H. ; Murai, S.,
Organometallics 1996, 15, 901; (g) Fürstner, A.; Szillat, H.; Stelzer, F., J. Am. Chem.
Soc. 2000, 122, 6785; (h) Hoye, T. R.; Rehberg, G. M., J. Am. Chem. Soc. 1990, 112,
2841; (i) Watanuki, S.; Mori, M., Organometallics 1995, 14, 5054
Anhang 167
24 Ausgewählte Beispiele: (a) Kinoshita, A.; Mori, M., Synlett 1994, 1020; (b) Kinoshita,
A.; Mori, M., J. Org. Chem. 1996, 61, 8356; (c) Kinoshita, A.; Sakakibara, M.; Mori,
M., J. Am. Chem. Soc. 1997, 119, 12388; (d) Dolhem, F.; Lievre, C.; Demailly, G.,
Eur. J. Org. Chem. 1996, 61, 8356; (e) Mori, M.; Sakakibara, M.; Kinoshita, A., J.
Org. Chem. 1998, 63, 6082; (f) Hoye, T. R.; Donaldson, S. M.; Vos, T. J., Org. Lett.
1999, 1, 277; (g) Schramm, M. P.; Reddy, D. S.; Kozmin, S. A., Angew. Chemie, Int.
Ed. 2001, 40, 4274
25 (a) Kim, S.-H.; Bowden, N.; Grubbs, R. H., J. Am. Chem. Soc. 1994, 116, 10801; (b)
Kim, S.-H.; Zuercher, W. J.; Bowden, N.; Grubbs, R. H., J. Org. Chem. 1996, 61,
1073; (c) Barrett, A. G. M.; Baugh, S. P. D.; Braddock, D. C.; Flack, K.; Gibson, V.
C.; Giles, M. R.; Marshall, E. L.; Procopiou, P. A.; White, A. J. P.; Williams, D. J., J.
Org. Chem. 1998, 63, 7893
26 (a) Imhof, S.; Blechert, S., Synlett 2003, 609; (b) Randl, S.; Lucas, N.; Connon. S. J.;
Blechert, S., Adv. Synth. Catal. 2002, 344, 631; (c) Kitamura, T.; Mori, M., Org. Lett.
2001, 3, 1161; (d) Rückert, A.; Eisele, D.; Blechert, S., Tetrahedron Lett. 2001, 42,
5245; (e) Royer, F.; Vilain, C.; Elkaiem, L.; Grimaud, L., Org. Lett. 2003, 5, 2007
27 (a) Hansen, E. C.; Lee, D., J. Am. Chem. Soc. 2003, 125, 9582; (b) Kitamura, T.; Sato,
Y.; Mori, M., Adv. Synth. Catal. 2002, 344, 678; (c) Kitamura, T.; Sato, Y.; Mori, M.,
J. Chem. Soc., Chem. Commun. 2001, 1258
28 (a) Stragies, R.; Schuster, M.; Blechert, S., Angew. Chemie, Int. Ed. 1997, 36, 2518;
(b) Hoye, T. R.; Donaldson, S. M.; Vos, T. J., Org. Lett. 1999, 1, 277; (c) Smulik, J.
A.; Diver, S. T., J. Org. Chem. 2000, 65, 1788; (d) Smulik, J. A.; Giessert, A. J.;
Diver, S. T., Tetrahedron Lett. 2002, 43, 209; (e) Rodriguez-Conesa, S.; Candal, P.;
Jimenez, C.; Rodriguez, J., Tetrahedron Lett. 2001, 42, 6699
29 (a) Smulik, J. A.; Diver, S. T., Org. Lett. 2002, 2, 2271; (b) Giessert, A. J.; Snyder, L.;
Markham, J.; Diver, S. T., Org. Lett. 2003, 5, 1793; (c) Mori, M.; Tonogaki, K.;
Nishiguchi, N., J. Org. Chem. 2002, 67, 224; (d) Stragies, R.; Voigtmann, U.;
Blechert, S., Tetrahedron Lett. 2000, 41, 5465; (e) Kulkarni, A. A.; Diver, S. T., Org.
Lett. 2003, 5, 3463
168 Anhang
30 Allgemeine Referenzen und Nachschlagewerke: (a) „The Alkaloids“, Brossi, A. (Ed.),
Academic Press, New York, NY 1987; (b) Koskinen, A. „Asymmetric Synthesis of
Natural Products“, John Wiley & Sons Ltd., Chichester 1993; (c) Habermehl, G.;
Hammann, P. “Naturstoffchemie”, Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 1992
31 aktuelle Beispiele der Verwendung von Spartein: (a) Seppi, M.; Kalkofen, R.;
Reupohl, J.; Froehlich, R.; Hoppe, D., Angew. Chemie, Int. Ed. 2004, 43, 1423; (b)
Mueller, J. A.; Jensen, D. R.; Sigman, M. S., J. Am. Chem. Soc. 2002, 124, 8202; (c)
Majumdar, S.; DeMejere, A.; Marek, I., Synlett. 2002, 423
aktuelle Reviews über Chinchona-Alkaloid-Derivate als Liganden: (d) Becker, H.;
Sharpless, K., B., „Asymmetric Dihydroxylation“, Katsuki, T. (Ed.) Asymmetric
Oxidation Reaktions, S.81-104, Oxford University Press, Oxford 2001; (e) Kolb, H.
C.; Sharpless, K. B., „Asymmetric Dihydroxylation“, Transition Metals for Organic
Synthesis, S.219-42, Beller, M.; Bolm, C. (Ed.), Wiley-VCH Verlag GmbH,
Weinheim 1998; Kolb, H. C.; VanNieuwenhuze, M. S.; Sharpless, K. B., Chem. Rev.
1994, 94, 2483
32 aktueller Review: Felpin, F.-X.; Lebreton, J., Tetrahedron 2004, 60, 10127
33 (a) Daly, J. W.; “Progress in the chemistry of organic natural products”, Springer-
Verlag, Wien New York, 1982, S. 205; (b) Nishimura, Y. “Studies in Natural Products
Chemistry”, Vol. 10, S. 495, Atta-ur-Rahman (Ed.), Elsevier: Amsterdam 1992
34 (a) O´Hagan, D. Nat. Prod. Rep. 2000, 17, 435; (b) O´Hagan, D. Nat. Prod. Rep. 1997,
14, 637; (c) Gerson, E. A.; Kelsey, R. G., Biochemical Systematics and Ecology, 2004,
32, 63; (d) Khuong-Huu, Q.; Ratle, G.; Monseur, X.; Goutarel, R. Bull. Soc. Chim.
Belg. 1972, 81, 425; (e) Khuong-Huu, Q.; Ratle, G.; Monseur, X.; Goutarel, R. Bull.
Soc. Chim. Belg. 1972, 81, 443; (f) Kristensen, I.; Larsen, P.O.; Olsen, C.E.
Tetrahedron 1976, 32, 2799
35 (a) Numata, A.; Ibuka, T. “The Alkaloids” Vol. 31, S.193, Brossi, A. (Ed.), Academic
Press, New York, NY, 1987; (b) Attygalle, A. B.; Morgan, E. D. Chem. Soc. Rev.
1984, 13, 245; (c) Jones, T. H.; Blum, M. S. “Alkaloids: Chemical and Biological
Anhang 169
Perspectives”, Vol. 1, S. 33, Pelletier, S. W.(Ed.), Wiley, New York, NY, 1983; (d)
Braekman, J. C.; Daloze, D. “Studies in Natural Products Chemistry”, Vol. 6, S. 421,
Atta-ur-Rahman (Ed.), Elsevier, 1990; (e) Jones, T. H.; Highet, R. J.; Blum, M. S.;
Fales, H. M. J. Chem. Ecol. 1984, 10, 1233; (f) Gorman, J. S. T.; Jones, T. H.;
Spande, T. F.; Snelling, R. R.; Torres, J. A. J. Chem. Ecol. 1998, 24, 933; (g) Ritter,
F. J.; Rotgans, I. E. M.; Talman, E.; Verwiel, P. E. J.; Stein, F. Experientia 1973, 29,
530; (h) Ritter, F. J.; Persoons, C., J. Neth. J. Zool. 1975, 25, 261
36 Ausgewählte Reviews: (a) Buffat, M. G. P. Tetrahedron 2004, 60, 1701; (b) Felpin,
F.-X.; Lebreton, J. Current Organic Synthesis 2004, 1, 83-109; (c) Laschat, S.;
Dickner, T. Synthesis 2000, 13, 1781-1813; (d) Leclercq, S.; Daloze, D.; Braekman, J.-
C. Org. Prep. Proced. Int. 1996, 28, 501; (e) Mitchison, A.; Nadin, A. J. Chem. Soc.,
Perkin Trans. 1 1999, 2553; (f) Nadin, A. J. Chem. Soc., Perkin Trans. 1 1998, 3493;
(g) Bols, M. Acc. Chem. Res. 1998, 31, 1; (h) Kazmaier, U. Recent Res. Dev. Org.
Chem. 1998, 2, 351
37 Ausgewählte Beispiele: (a) Takahata, H.; Inose, K.; Araya, N.; Momose, T.
Heterocycles 1994, 38, 1961; (b) Takahata, H. ; Takahashi, S.; Kouno, S.-I.; Momose,
T. J. Org. Chem. 1998, 63, 2224; (c) Huser, N.; Solladie, G. Rec. Trav. Chim. Pays-
Bas 1995, 114, 153; (c) Kiguchi, T.; Shirakawa, M.; Honda, R.; Ninomiya, I.; Naito,
T. Tetrahedron 1998, 54, 15589; (d) Cossy, J.; Willis, C.; Bellosta, V.; BouzBouz, S.
J. Org. Chem. 2002, 67, 1982
38 Beispiele reduktiver Cyclisierungen: (a) Jefford, C. W.; Wang, J. B. Tetrahedron Lett.
1993, 34, 2911; (b) Taber, D. F.; Deker, P. B.; Gaul, M. D. J. Am. Chem. Soc. 1987,
109, 7489; (c) Ukaji, Y.; Watai, T.; Sumi, T.; Fujisawa, T. Chemistry Lett. 1991, 1555
39 diastereoselektive Aminalbildung als Schlüsselschritt einer chiral-pool-basierenden
Totalsynthese von (-)- Solenopsin A: Kotsuki, H.; Kusumi, M.; Inoue, M.; Ushio, Y.;
Ochi, M. Tetrahedron Lett. 1991, 32, 4159
40 (a) Takao, K.; Nigawara, Y.; Nishino, E.; Takagi, I.; Maeda, K.; Tadano, K.; Ogawa,
S. Tetrahedron 1994, 50, 5681; (b) Hirai, Y.; Watanabe, J.; Nozaki, T.; Yokoyama,
170 Anhang
H.; Yamaguchi, S. J. Org. Chem. 1997, 62, 776; (c) Hirai, Y.;Shibuya, K.; Fukuda, Y.;
Yokoyama, H.; Yamaguchi, S. Chem. Lett. 1997, 221
41 Meguro, M.; Yamamoto, Y. Tetrahedron Lett. 1998, 39, 5421
42 Bochet, C. G.; Merifield, E.; Oppolzer, W. Tetrahedron Lett. 1994, 35, 7015
43 Leclercq, S.; Thirionet, I.; Broeders, F.; Daloze, D.; Vander Meer, F. K.; Braekman,
J.-C. Tetrahedron 1994, 50, 8465
44 (a) Guerrier, L.; Royer, J.; Grierson, D. S.; Husson, H.-P. J. Am. Chem. Soc. 1983,
105, 7754; (b) Guerrier, L.; Royer, J.; Grierson, D. S.; Husson, H.-P. J. Org. Chem.
1986, 51, 4475
45 (a) Meyers, A. I.; Brengel, G. B. Chem. Commun. 1997, 1; (b) Munchhof, M. J.;
Meyers, A. I. J. Am. Chem. Soc. 1995, 117, 5399; (c) Royer, J.; Husson, H.-P.
Heterocycles 1993, 36, 1493
46 Toyooka, N.; Yoshida, Y.; Yotsui, Y.; Momose, T. J. Org. Chem. 1999, 64, 4914
47 (a) Comins, D. L.; Benjelloun, N. R. Tetrahedron Lett. 1994, 35, 829; (b)
Chackalamannil, S.; Davies, R. J.; Asberom, T.; Doller, D.; Leone, D. J. Am. Chem.
Soc. 1996, 118, 9812; (c) Reding, M. T.; Buchwald, S. L. J. Org. Chem. 1998, 63,
6344; (d) Adamo, M. F.; Aggarwal, V. K.; Sage, M. A. Synth. Commun. 1999, 29,
1747; (e) Serino, C.; Stehle, N.; Park, Y. S.; Florio, S.; Beak, P. J. Org. Chem. 1999,
64, 1160; (f) Wilkinson, T. J.; Stehle, N.; Beak, P. Org. Lett. 2000, 2, 155
48 Desymmetrisierungen azabicyclischer Ketone oder Diester: (a) Momose, T.; Toyooka,
N.; Jin, M. Tetrahedron Lett. 1992, 33, 5389; (b) Momose, T.; Toyooka, N.
Tetrahedron Lett. 1993, 34, 5785; (c) Momose, T.; Toshima, M.; Toyooka, N.; Hirai,
Y.; Eugster, C. H. J. Chem. Soc., Perkin Trans. 1 1997, 1307; (d) Momose, T.;
Toyooka, N.; Jin, M. J. Chem. Soc., Perkin Trans. 1 1997, 2005
Anhang 171
49 Desymmetrisierungen von 2,6-Piperidindicarbonsäurediestern: (a) Chevenert, R.;
Dickman, M. J. J. Org. Chem. 1996, 61, 3332; (b) Danieli, B.; Lesma, G.; Pasarella,
D.; Silvani, A. J. Org. Chem. 1998, 63, 3492; (c) Chevenert, R.; Ziarani, G. M.;
Morin, M. P.; Dasser, M. Tetrahedron Asymmetry 1999, 10, 3117
50 (a) Review: Ciufolini, M. A.; Hermann, C. W.; Dong, Q.; Shimizu, T.; Swaminathan,
S.; Xi, N. Synlett. 1998, 105; (b) Ciufolini, M. A.; Hermann, C. W.; Whitmire, K. H.;
Byrne, N. E. J. Am. Chem. Soc. 1989, 111, 3473; (c) Xu, Y.-M.; Zhou, W.-S. J. Chem.
Soc., Perkin Trans. 1 1997, 741; (d) Yang, C.-F.; Liao, L.-X.; Xu, Y.-M.; Zhang, H.;
Xia, P.; Zhou, W.-S.; Tetrahedron: Asymmetry 1999, 10, 2311; (e) Yang, C.-F.; Xu,
Y.-M.; Liao, L.-X.; Zhou, W.-S.; Tetrahedron Lett. 1998, 39, 9227; (f) Koulocheri, S.
D.; Haroutounian, S. A. Tetrahedron Lett. 1999, 40, 6869
51 Ausgewählte Reviews: (a) Angle, S. R.; Breitenbucher, J. G. Studies in Natural
Products Chemistry: Stereoselective Synthesis; Atta-ur Rahman (Ed.) Elsevier: New
York, 1995; Vol. 16, Part J, S. 453-502; (b) Wang, C. J.; Wuonola, M. A. Org. Prep.
Proced. Int. 1992, 24, 583; (c) Leclercq, S.; Daloze, D.; Braekman, J.-C. Org. Prep.
Proced. Int. 1996, 28, 501
52 (a) Review: Chai, Y.; Hong, S.; Lindsay, H. A.; McFarland, C.; McIntosh, M. C.
Tetrahedron 2002, 58, 2905; (b) Angle, S. R.; Breitenbucher, J. G.; Arnaiz, D. O. J.
Org. Chem. 1992, 57, 5947; (c) Angle, S. R.; Henry, R. M. J. Org. Chem. 1997, 62,
8549; (d) Angle, S. R.; Henry, R. M. J. Org. Chem. 1998, 63, 7490; (e) Angle, S. R.;
Breitenbucher, J. G. Tetrahedron Lett. 1993, 34, 3985
53 (a) Ahman, J.; Somfai, P. J. Am. Chem. Soc. 1994, 116, 9781; (b) Ahman, J.; Jarevang,
T.; Somfai, P. J. Org. Chem. 1996, 61, 8148; (c) Ahman, J.; Somfai, P. J. Am. Chem.
Soc. 1994, 116, 9781; (d) Ahman, J.; Somfai, P. Tetrahedron Lett. 1995, 36, 303; (e)
Ahman, J.; Somfai, P. Tetrahedron 1995, 51, 9747
54 (a) Khim, S.-K.; Wu, X.; Mariano, P. S. Tetrahedron Lett. 1996, 37, 571; (b) Castro,
P.; Overman, L. E.; Zhang, X.; Mariano, P. S. Tetrahedron Lett. 1993, 34, 5243
172 Anhang
55 Anwendung fand diese Strategie in der Synthese von Pinidin: Yang, T.-K.; Teng, T.-
F.; Lin, J.-H.; Lay, Y.-Y. Tetrahedron Lett. 1994, 35, 3581
56 eine auxiliarkontrollierten Variante: Agami, C.; Comesse, S.; Kadouri-Puchot, C. J.
Org. Chem. 2002, 67, 2424
57 (a) Craig, D.; McCague, R.; Potter, G. A.; Williams, M. R. V. Synlett. 1998, 55; (b)
Tjen, K. C. M. F.; Kinderman, S. S.; Schoemaker, H. E.; Hiemstra, H.; Rutjes, F. P. J.
T. Chem. Commun. 2000, 699; (c) Hanson, G. J.; Russell, M. A. Tetrahedron Lett.
1989, 30, 5751
58 (a) Compere, D.; Marazano, C.; Das, B. C. J. Org. Chem. 1999, 64, 4528; (b)
Guilloteau-Bertin, B.; Compere, D.; Gil, L.; Marazano, C.; Das, B. Eur. J. Org. Chem.
2000, 1391
59 Bailey, T. R.; Garigipati, R. S.; Morton, J. A.; Weinreb, S. M. J. Am. Chem. Soc. 1984,
106, 3240
60 (a) Hamada, T.; Zenkoh, T.; Sato, H.; Yonemitsu, O. Tetrahedron Lett. 1991, 32,
1649; (b) Hamada, T.; Sato, H.; Hikota, M.; Yonemitsu, O. Tetrahedron Lett. 1989,
30, 6405
61 (a) Bailey, P. D.; Brown, G. R.; Korber, F.; Reed, A.; Wilson, R. D. Tetrahedron:
Asymmetry 1991, 2, 1263; (b) Bailey, P. D.; Smith, P. D.; Pederson, F.; Clegg, W.;
Rosair, G. M.; Teat, S. J. Tetrahedron Lett. 2002, 43, 1067
62 Stella, L.; Abraham, H.; Feneau-Dupont, J.; Tinant, B.; Declercq, J. P. Tetrahedron
Lett. 1990, 31, 2603
63 Bailey, P. D.; Londesbrough, D. J.; Hancox, T. C.; Heffernan, J. D.; Holmes, A. B.
Chem. Commun. 1994, 2543
64 Shi, Z.-D.; Yang, B.-H.; Wu, Y.-L.; Pan, Y.-J.; Ji, Y.-Y.; Yeh, M. Bioorg. Med. Chem.
Lett. 2002, 12, 2321
Anhang 173
65 Ausgewählte Reviews: (a) Jørgensen, K. A.; Angew. Chem. Int. Ed. 2000, 39, 3558;
(b) Kobayashi, S. „Catalytic Enantioselektive aza Diels-Alder-Reactions“ in
Cycloaddition Reactions in Organic Synthesis 2002, S. 187-209; (c) Kobayashi, S.;
Jørgensen, K. A. (Ed.); Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KgaA, Weinheim,
Deutschland; (d) Yao, S.; Johannsen, M.; Hazell, R. G.; Jørgensen, K. A. Angew.
Chem. Int. Ed. 1998, 37, 3121; (e) Mancheno, O. G.; Arrayas, R. G.; Carretero, J. C.
J. Am. Chem. Soc. 2004, 126, 456; (f) Kobayashi, S.; Kusakabe, K.-I.; Komiyama, S.;
Ishitani, H. J. Org. Chem. 1999, 64, 4220
66 Yao, S.; Saaby, S.; Hazell, R. G.; Jørgensen, K. A. Chemistry: A European Journal
2000, 6, 2435
67 Schürer, S. C.; Blechert, S. Tetrahedron Lett. 1999, 40, 1877
68 (a) Review: Felpin, F.-X.; Lebreton, J. Eur. J. Org. Chem. 2003, 19, 3693;
Ausgewählte Referenzen : (b) Takahata, H.; Banba, Y.; Sasatani, M.; Nemoto, H.;
Kato, A.; Adachi, I. Tetrahedron 2004, 60, 8199; (c) Raghavan, S.; Rajender, A.
Tetrahedron 2004, 60, 5059; (d) Ginestra, X.; Pericas, M. A.; Riera, A., Tetrahedron
Lett. 2002, 43, 779; (e) Jo, E.; Na, Y.; Chang, S. Tetrahedron Lett. 1999, 40, 5581; (f)
Huwe, C. M.; Blechert, S. Synthesis 1997, 1, 61; (g) Rutjes, F.; Schoemaker, H. E.
Tetrahedron Lett. 1997, 38, 677; (h) Huwe, C. M.; Kiehl, O. C.; Blechert, S. Synlett.
1996, 65; (j) Huwe, C.; Velder, J.; Blechert, S., Angew. Chem. Int. Ed. 1996, 35, 2376
69 Ausgewählte Beispiele: (a) Agami, C.; Couty, F.; Rabasso, N. Tetrahedron 2001, 57,
5393; (b) Wybrow, R. A. J.; Stevenson, N. G.; Harrity, J. P. A. Synlett. 2004, 140; (c)
Neipp, C. E.; Martin, S. F. J. Org. Chem. 2003, 68, 8867; (d) Felpin, F.-X.;
Boubekeur, K.; Lebreton, J. Eur. J. Org. Chem. 2003, 23, 4518; (e) Kumareswaran,
R.; Hassner, A. Tetrahedron: Asymmetry 2001, 12, 2269; Pernerstorfer, J.; Schuster,
M.; Blechert, S. Synthesis 1999, 1, 138
70 Ausgewählte Beispiele: (a) Zaja, M.; Blechert, S., Tetrahedron 2004, 60, 9629; (b)
Lesma, G.; Crippa, S.; Danieli, B.; Pasarella, D.; Sacchetti A.; Silvani, A.; Virdis, A.
Tetrahedron 2004, 60, 6437; (c) Schaudt, M.; Blechert, S., J. Org. Chem. 2003, 68,
174 Anhang
2913; (d) Zaminer, J.; Stapper, C.; Blechert, S., Tetrahedron Lett. 2002, 43, 6739; (e)
Blechert, S.; Stapper, C. Eur. J. Org. Chem. 2002, 16, 2855; (f) Stapper, C.; Blechert,
S. J. Org. Chem. 2002, 67, 6456; (g) Buschmann, N.; Rückert, A.; Blechert, S. J. Org.
Chem. 2002, 67, 4325; (h) Voigtmann, U.; Blechert, S. Synthesis 2000, 6, 893; (i)
Stragies, R.; Blechert, S. Tetrahedron 1999, 55, 8179
71 (a) Randl, S.; Blechert, S. Tetrahedron Lett. 2004, 45, 1167; (b) Randl, S.; Blechert, S.
J. Org. Chem. 2003, 68, 8879
72 (a) Boto, A.; Hernandez, R.; Suarez, E., J. Org. Chem. 2000, 65, 4930; (b) Fuji, T.;
Mukaihara, M.; Agematu, H.; Tsunekawa, H., Biosci. Biotechnol. Biochem. 2002, 66,
622
73 (a) Biagini, S. C. G.; Gibson, S. E.; Keen, S. P.; J. Chem. Soc., Perkin Trans. 1 1998,
16, 2485; (b) s. Experimenteller Teil; (c) Broxterman, Q. B.; Kaptein, B.; Kamphuis,
J.; Schoemaker, H. E., J. Org. Chem. 1992, 57, 6286; (d) Pernerstorfer, J.; Schuster,
M.; Blechert, S., Chem. Commun. 1997, 1949; (e) Turner, N. J.; Whitesides, G. M., J.
Am. Chem. Soc. 1989, 111, 624; (f) Easton, C. J.; Peters, S. C., Tetrahedron Lett.
1992, 33, 5581; (g) Dondas, H. A.; Balme, G.; Clique, B.; Grigg, R.; Hodgeson, A.;
Morris, J.; Sridharan, V., Tetrahedron Lett. 2001, 42, 8673; (h) Witulski, B.;
Goessmann, M., Chem. Commun. 1999, 1879
74 (a) Bailey, P. D.; Brown, G. R.; Korber, F.; Reed, A.; Wilson, R. D. Tetrahedron:
Asymmetry 1991, 2, 1263; (b) Greene, T. W.; Wuts, P. G. M., (Ed.), “Protective
Groups in Organic Synthesis”, Jon Wiley & Sons, Inc., 1999
75 Hanessian, S.; Sailes, H.; Munro, A.; Therrien, E. J. Org. Chem. 2003, 68, 7219
76 (a) Wilkinson, T. J.; Stehle, N. W.; Beak, P., Org. Lett. 2000, 2, 155; (b) Reding, M.
T.; Buchwald, S. L., J. Org. Chem. 1998, 63, 6344
77 Ausgewählte Revievs: (a) Michael, J. P., Nat. Prod. Rep. 2003, 20, 458; (b) Michael,
J. P., Nat. Prod. Rep. 2002, 19, 719; (c) Michael, J. P., Nat. Prod. Rep. 2001, 18, 520;
Anhang 175
(d) Michael, J. P., Nat. Prod. Rep. 2000, 17, 579; (e) Michael, J. P., Nat. Prod. Rep.
1999, 16, 675; (f) Michael, J. P., Nat. Prod. Rep. 1998, 15, 571
78 (a) Celimene, C.; Dhimane, H.; Lhommet, G., Tetrahedron 1998, 54, 10457; (b)
Celimene, C.; Dhimane, H.; Sabourreau, A.; Lhommet, G., Tetrahedron : Asymmetry
1996, 7, 1585; (c) Fleurant, A.; Saliou, C.; Celerier, J. P.; Platzer, N.; Vu Moc, T.;
Lhommet, G., J. Heterocyclic Chem. 1995, 32, 255
79 (a) Gorman, J. S. T.; Jones, T. H.; Spande, T. F.; Snelling, R. R.; Torres, J. A. J.
Chem. Ecol. 1998, 24, 933; (b) Takahata, H.; Bandoh, H.; Momose, T., Tetrahedron
1993, 49, 11205; (c) Sonnet, P. E.; Netzel, D. A.; Mendoza, R., J. Heterocyclic Chem.
1979, 16, 1041
80 Shishido, K.; Shindo, M.; Fukuda, Y., Org. Lett. 2003, 5, 749
81 Dallanoce, C.; De Amici, M.; Carrea, G.; Secundo, F.; Castellano, S.; De Micheli, C.,
Tetrahedron : Asymmetry 2000, 11, 2741
82 Stach, H.; Huggenberg, W.; Hesse, M., Helvetica Chimica Acta 1987, 70, 369
83 (a) Zakarian, A.; Batch, A.; Holton, R. A., J. Am. Chem. Soc. 2003, 125, 7822; (b)
Ichikawa, J.; Wada, Y.; Fujiwara, M.; Sakoda, K., Synthesis 2002, 1917; (c) Ichikawa,
J., Pure and Applied Chemistry 2000, 72, 1685
84 Vyas, D. M.; Chiang, Y.; Doyle, T. W., J. Org. Chem. 1984, 49, 2037
85 Cardillo, G.; Orena, M.; Sandri, S., J. Org. Chem. 1986, 51, 713
86 (a) Hoye, T. R.; Donaldson, S. M.; Vos, T. J., Org. Lett. 1999, 1, 277; (b) Bentz, D.;
Laschat, S., Synthesis 2000, 1766; (c) Rosillo, M.; Dominguez, G.; Casarrubios, L.;
Amador, U.; Perez-Castells, J, J. Org. Chem. 2004, 69, 2084; (d) Layton, M. E.;
Morales, C. A.; Shair, M. D., J. Am. Chem. Soc. 2002, 124, 773; (e) Moreno-Manas,
M.; Pleixats, R.; Santamaria, A., Synlett 2001, 1784; (f) Kinoshita, A.; Mori, M.,
176 Anhang
Heterocycles 1997, 46, 287; (g) Kinoshita, A.; Mori, M., J. Org. Chem. 1996, 61,
8356
87 Ausgewählte Beispiele: (a) Giessert, A. J.; Snyder, L.; Markham, J.; Diver, S. T., Org.
Lett. 2003, 5, 1793; (b) Timmer, M. S. M.; Ovaa, H.; Filippov, D. V.; van der Marel,
G. A.; van Boom, J. H., Tetrahedron Lett. 2001, 42, 8231; (c) Clark, J. S.; Elustondo,
F.; Trvitt, G. P.; Boyall, D.; Robertson, J.; Blake, A. J.; Wilson, C.; Stammen, B.,
Tetrahedron 2002, 58, 1973; (d) Renaud, J.; Graf, C.-D.; Oberer, L., Angew. Chem.
Int. Ed. 2000, 39, 3101; (e) Saito, N.; Sato, Y.; Mori, M., Org. Lett. 2002, 4, 803
88 (a) Schürer, S. C.; Blechert, S., Synlett 1998, 166; (b) Schürer, S. C.; Blechert, S.,
Synlett 1999, 1879; (c) Schürer, S. C.; Blechert, S., Chem. Commun. 1999, 1203
89 Lee, H.-Y.; Kim, B. G.; Snapper, M. L., Org. Lett. 2003, 5, 1855
90 Die zu Brückenkopf-Alkenen führenden IMDA Typ 2 Reaktionen erfordern meist
drastische Reaktionsbedingungen. Aktueller Review: Bear, B. R.; Sparks, S. M.; Shea,
K. J., Angew. Chem. Int. Ed. 2001, 40, 820
91 Mix, S., „Studien zur In-En-Metathese“; Diplomarbeit TU-Berlin, 2001
92 (a) Review: Basaviah, D.; Rao, P. D.; Hyma, R. S., Tetrahedron 1996, 52, 8001; (b)
Synthese von 155158 : Randl. S. “Beiträge zur Entwicklung und Anwendung von
Metathesekatalysatoren”, Dissertation, TU-Berlin, 2003, S. 104ff.
93 Ulman, M.; Grubbs, R. H., Organometallics. 1998, 17, 2484
94 homogene Katalysatoren: (a) Wakamatsu, H.; Blechert, S., Angew. Chem. Int. Ed.
Engl. 2002, 41, 2403; (b) Buschmann, Nicole, Wakamatsu, H.; Blechert, S., Synlett
2004, 667; (c) Wakamatsu, H.; Blechert, S. Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 2002, 41,
794; (d) Zaja, M.; Connon, S. J.; Dunne, A.; Rivard, M.; Buschmann, N.; Jiricek, J.;
Blechert, S., Tetrahedron 2003, 59, 6545; (f) Michrowska, A.; Bujok, R.;
Harutyunyan, S.; Sashuk, V.; Dolgonos, G.; Grela, K., J. Am. Chem. Soc. 2004, 126,
9318; (g) Grela, K.; Kim, M., Eur. J. Org. Chem. 2003, 6, 963
Anhang 177
heterogene Katalysatoren: (h) Connon, S. J.; Dunne, A.; Blechert, S., Angew. Chem.
Int. Ed. Engl. 2002, 41, 3835; (i) Randl, S.; Buschmann, N.; Connon, S. J.; Blechert,
S., Synlett 2001, 1547; (j) Kingsbury, J. S.; Garber, S. B.; Giftos, J. M.; Gray, B. L.;
Okamoto, M. M.; Farrer, R.; Fourkas, J. T.; Hoveyda, A. H., Angew. Chem. Int. Ed.
Engl. 2001, 40, 4251; (k) Yao, Q., Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 2001, 39, 3896; (l)
Jafarpour, L.; Nolan, S. P., Org. Lett. 2000, 2, 4075; (m) Ahmed, M.; Barrett, A. G.
M.; Braddock, D. C.; Cramp, S. M.; Procopiou, P. A., Synlett. 2000, 1007
95 Ergebnisse von Dr. Aideen Dunne, publiziert in : Dunne A.; Mix, S.; Blechert, S.,
Tetrahedron Lett. 2003, 44, 2733
96 Referenzen zu jüngsten Fortschritten bei der Metathese schwefelhaltiger Substrate:
(a) Giesser, A. J.; Brazis, N.; Diver, S. T., Org. Lett. 2003, 5, 3819; (b) Spagnol, G.;
Heck, M.-P.; Nolan, S. P.; C. Mioskowski, C. Org. Lett. 2002, 4, 1767-1770; (c)
Smulik, J. A.; Giessert, A. J.; Diver, S. T. Tetrahedron Lett. 2002, 43, 209-211; (d)
Gan, Z.; Roy, R. Tetrahedron 2000, 56, 1423-1428
97 (a) Larsen, S. D.; Grieco, P. A. J. Am. Chem. Soc. 1985, 107, 1768; (b) Waldmann,
H.; Braun, M., Liebigs Annalen der Chemie 1991, 10, 1045
98 Schürer, S. C.; Gessler, S.; Buschmann, N.; Blechert, S., Angew. Chem. Int. Ed. Engl.
2000, 39, 3898
99 (a) Jafarpour, L.; Nolan, S. P., Org. Lett. 2000, 2, 4075; (b) Nguyen, S. T.; Grubbs, R.
H., J. Organomet. Chem. 1995, 497, 195; s. a. Ref. 94i
100 (a) Dias, E. L.; Nguyen, S. T.; Grubbs, R. H., J. Am. Chem. Soc. 1997, 119, 3887; (b)
Sanford, M. S.; Love, J. A.; Grubbs, R. H., J. Am. Chem. Soc. 2001, 123, 6543
101 Krause, J. O.; Nuyken, O.; Wurst, K.; Buchmeiser, M. R., Chem. Eur. J. 2004, 10,
777
102 Krause, J. O., „Development of new ruthenium catalysts for homogenous and
heterogenous olefin-metathesís”, Dissertation, TU München, 2004
178 Anhang
103 (a) Krause, J. O.; Lubbad, S. H.; Nuyken, O.; Buchmeiser, M. R., Adv. Synth. Catal.
2003, 345, 996; (b) Krause, J. O.; Lubbad, S. H.; Nuyken, O.; Buchmeiser, M. R.,
Macromol. Rapid Comm. 2003, 24, 875
104 Stragies, R.; Schuster, M.; Blechert, S., Chem. Commun. 1999, 237
105 (a) Krause, J. O.; Nuyken, O.; Buchmeiser, M. R., Chem. Eur. J. 2004, 10, 2029; (b)
Anders, U.; Krause, J. O.; Wang, D.; Nuyken, O.; Buchmeiser, M. R., Designed
Monomers and Polymers 2004, 7, 151; (c) Krause, J. O.; Zarka, M. T.; Anders, U.;
Weberskirch, R.; Nuyken, O., Angew. Chem. Int. Ed. Engl. 2003, 42, 5965
106 Van Veldhuizen, J. J.; Gillingham, D. J.; Garber, S. B.; Kataoka, O.; Hoveyda, A. H.,
J. Am. Chem. Soc. 2003, 125, 12502
107 Buchmeiser, M. R.; Halbach, T.; Wörndle, A., noch unveröffentlichte Ergebnisse
108 Diethyldiallylmalonat wurde von Aldrich bezogen und durch Destillation gereinigt
109 Diethyl-2,2-allyl-methallyl-malonat wurde hergestellt nach : Kirkland, T. A.; Grubbs,
R. H., J. Org. Chem. 1997, 62, 7310
110 Crotonamid 243 wurde hergestellt nach: Buschmann, N. „Beiträge zur
Weiterentwicklung der Olefinmetathese: Naturstoffsynthese und Neue Katalysatoren“,
Dissertation, TU Berlin, 2002
Anhang 179
Lebenslauf
Persönliche Daten:
Name: Stefan Mix
Geburtsdatum: 07. Mai 1971 in Berlin
Nationalität: deutsch
Familienstand: ledig
Schulbildung:
1977 - 1979 Franz-Mett-Oberschule in Berlin-Mitte
1979 - 1987 Ernst-Wildangel-Oberschule in Berlin-Mitte
1987 - 1989 Erweiterte-Oberschule in Berlin-Mitte
1988, 1989 Teilnahme an der Internationalen Chemie-Olympiade
Wehr-/Zivildienst:
September 1989 - April 1990 Grundwehrdienst in der NVA (DDR)
April 1990 - August 1990 Zivildienst
Studium:
Oktober 1990 – September 1993 Studium der Chemie an der HU Berlin
August 1992 Vordiplom
Oktober 1993 – September 1997 Freie Tätigkeit für den Deutschen Wetterdienst;
Sozialwissenschaftliches Studium an der HU Berlin;
Organisation von Veranstaltungen im Auftrag von
KKConcept; künstlerische Betätigung als DJ
Oktober 1997 – Mai 2001 Hauptstudium an der TU Berlin
August 2000 – Mai 2001 Diplomarbeit unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. S.
Blechert mit dem Thema „Studien zur In-En-
Kreuzmetathese“
Mai 2001 Diplom
Juli 2001 – Dezember 2004 Promotion in der Arbeitsgruppe von Herrn Prof. Dr. S.
Blechert mit dem Thema „Synthese von Carbo- und
Heterocyclen durch Ruthenium-katalysierte
Kreuzmetathese – Beiträge zur Katalysatorentwicklung“
November 2001 – Oktober 2004 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin
mit Lehraufgaben
180 Anhang
Wissenschaftliche Publikationen :
Aideen M. Dunne, Stefan Mix, Siegfried Blechert „A highly efficient olefin metathesis
initiator: Improved synthesis and reactivity studies“, Tetrahedron Letters 2003, 44, 2733-
2736