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[en] (orig)
Entwicklung neuer chiraler N-heterocyclischer
Carbenliganden auf Aminosäurebasis und deren Einsatz
in der asymmetrischen Metathese und 1,4-Addition
vorgelegt von
Diplom Chemiker
Sascha Tiede
aus Hanau
Von der Fakultät II - Mathematik und Naturwissenschaften
der Technischen Universität Berlin
zur Erlangung des akademischen Grades
Doktor der Naturwissenschaften
Dr. rer. nat.
genehmigte Dissertation
Promotionsausschuss:
Vorsitzender: Prof. Dr. rer. nat. Arne Thomas
Erster Berichter: Prof. Dr. rer. nat. Siegfried Blechert
Zweiter Berichter: Jun. -Prof. Dr. rer. nat. Carl Christoph Tzschucke
Tag der wissenschaftlichen Aussprache: 21. Juli 2010
Berlin 2010
D 83
Zusammenfassung
Der erste Teil dieser Arbeit befasste sich mit der Synthese eines neuartigen chiralen
Metathesepräkatalysators auf Rutheniumbasis, der ein im Rückgrat monosubstituiertes
N-heterocyclisches Carben (NHC) als Ligand besaß. Dieser Rutheniumkomplex 10 wurde mit
Hilfe einer flexiblen Syntheseroute ausgehend von der Aminosäure L-tert-Leucin in sieben
Synthesestufen aufgebaut und erfolgreich charakterisiert. Dieser und andere, verwandte
Katalysatorsysteme wurden sowohl in der asymmetrischen Ringschluss- (ARCM) als auch
Ringöffnungskreuzmetathese (AROCM) getestet. In der AROCM wurden hohe Enantio- und
Diastereoselektivitäten erzielt. Eine Bestimmung der turnover number (TON) der Umsetzung
von Norbornenderivat 28 mit Styrol führte zu dem von chiralen Ru-Metathesekatalysatoren
bis dahin noch nicht erreichten Wert von 1000. Diverse Substrate wurden synthetisiert und in
der AROCM getestet. Mit 10 konnte ein alternierendes Copolymer aus Norbornen und cis-
Cycloocten hergestellt werden. Desweiteren wurden Studien bezüglich der Synthese
alkinfunktionalisierter sowie elektronisch unsymmetrischer Katalysatoren unternommen.
Im zweiten Teil wurde eine neue racemische Syntheseroute zu Katalysatoren des Typs 15
vorgestellt, welche sich von Chinaldinsäure ableiteten. Versuche zur Enantiomeren-
anreicherung racemischer Vorstufen durch die Ausfällung diastereomerer Salze sowie durch
Bildung eines Menthol-Addukts wurden unternommen und die racemische Synthese eines auf
8-Hydroxychinaldinsäure basierenden NHC-Liganden durchgeführt.
Teil drei behandelt den Einsatz von neuartigen aminosäurebasierten NHC-Liganden in der
asymmetrischen 1,4-Addition. Als Testsystem wurde die Umsetzung von Cyclohexenon mit
Diethylzink gewählt und unter Verwendung von Ligand L1 optimiert. Fünf weitere neue
NHC-Liganden wurden hergestellt, mit den optimierten Reaktionsbedingungen getestet und
Rückschlüsse auf den Einfluss der variierten Strukturmerkmale gezogen.
Die vorliegende Arbeit wurde unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Siegfried Blechert in der
Zeit von Dezember 2006 bis Juni 2010 am Institut für Chemie der Fakultät II der Technischen
Universität Berlin angefertigt.
Danksagung
An erster Stelle möchte ich meinem Doktorvater Prof. Dr. Siegfried Blechert für die
Aufnahme in seinen Arbeitskreis und das in mich gesetzte Vertrauen bei der Durchführung
dieser Arbeit danken. Durch die hervorragenden Arbeitsbedingungen, die engagierte
Betreuung, die stetige Diskussionsbereitschaft und die gewährten Freiheiten habe ich das
Arbeitsklima stets als sehr angenehm motivierend erlebt.
Herrn Jun. Prof. Dr. Carl Christoph Tzschucke danke ich sehr r die Übernahme der
zweiten Berichterstattung. Herrn Prof. Dr. Arne Thomas danke ich für die Übernahme des
Vorsitzes im Promotionsausschuss. Frau Prof. Dr. Rück-Braun danke ich für die gute
Zusammenarbeit bei der Organisation des OCII-Praktikums.
Bei allen gegenwärtigen und ehemaligen Arbeitskollegen möchte ich mich für die
hervorragende Arbeitsatmosphäre und die stetige Hilfs- und Diskussionsbereitschaft
bedanken. Vor allem meinen Metathesekollegen Anke Berger und David Schlesiger möchte
ich sehr für die gute Zusammenarbeit danken.
Für das Korrekturlesen dieser Arbeit möchte ich mich vor allem bei Anke Berger sowie bei
Axel Kannenberg, Steffen Kreß, Lennart Möhlmann und Amélie Nusser bedanken.
Den technischen und wissenschaftlichen Angestellten des Instituts, deren hervorragende
Zusammenarbeit und Unterstützung diese Arbeit erst möglich gemacht hat, danke ich an
dieser Stelle sehr herzlich.
Besonderer Dank gilt meinen Eltern, ohne deren Hilfe mein Werdegang so nicht möglich
gewesen wäre.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
I. Theoretischer Teil ................................................................................................................. 1
1. Synthese eines chiralen Ruthenium-Metathesekatalysators mit einem monosubstituierten
Rückgrat .............................................................................................................................. 1
1.1 Zielstellung und Konzept .............................................................................................. 1
1.1.1 Rutheniumkomplexe in der Olefinmetathese ........................................................ 1
1.1.2 Die asymmetrische Olefinmetathese ..................................................................... 3
1.1.3 Ein neues Konzept: Monosubstituierte NHC-Liganden ........................................ 5
1.2 Synthese des auf L-tert-Leucin-basierenden Metathesepräkatalysators 10 ................. 10
1.3 Einsatz in der ARCM .................................................................................................. 16
1.4 Einsatz in der AROCM ............................................................................................... 20
1.5 Weitere Metathesearten ............................................................................................... 27
1.5.1 Versuche zur ACM .............................................................................................. 27
1.5.2 Anwendung von 10 in der ROMP ....................................................................... 28
1.6 Synthese alkinfunktionalisierter Ru-Komplexe .......................................................... 29
1.7 Synthese von Ru-Komplexen mit unsymmetrischer Elektronendichte....................... 32
1.8 Zusammenfassung ....................................................................................................... 34
2. Beiträge zur Entwicklung von chiralen Metathesekatalysatoren basierend auf ........................
Chinaldinsäure ....................................................................................................................... 36
2.1 Zielstellung und Konzept ............................................................................................ 36
2.2 Synthese des enantiomerenreinen Imidazolimsalzes aufbauend auf der racemischen
Syntheseroute ............................................................................................................... 38
2.2.1 Ausfällung diastereomerer Salze ......................................................................... 38
2.2.2 Bildung kovalent-gebundener diastereomerer Derivate ...................................... 41
2.3 Syntheseroute zu 59 basierend auf einem Sulfamidat ................................................. 43
2.4 Racemische Synthese eines Imidazoliumsalzes ausgehend von 8-Hydroxychinaldin 46
2.5 Zusammenfassung ....................................................................................................... 50
Inhaltsverzeichnis
3. Aminosäurebasierte NHC-Liganden in der asymmetrischen 1,4-Addition ......................... 51
3.1 Zielstellung und Konzept ............................................................................................ 51
3.2 Synthese eines Modell-Liganden ................................................................................ 55
3.3 Optimierung der 1,4-Addition ..................................................................................... 57
3.3.1 Variation der Kupfersalze ................................................................................... 57
3.3.2 Variation der Temperatur .................................................................................... 58
3.3.3 Variation des Metallorganyls .............................................................................. 59
3.3.4 Variation des Lösungsmittels .............................................................................. 60
3.3.5 Variation des Substrats ........................................................................................ 61
3.4 Synthese weiterer NHCs für die 1,4-Addition ............................................................ 63
3.4.1. Variation des Rückgrats ..................................................................................... 63
3.4.2 Variation des N-Aryls .......................................................................................... 64
3.4.3 Variation der N‘-Seitenkette ................................................................................ 66
3.4.3.1 Phenolate ...................................................................................................... 66
3.4.3.2 Alkoholate .................................................................................................... 67
3.4.3.3 Nicht-funktionalisierte Seitengruppen ......................................................... 69
3.4.3.4 Triazole ........................................................................................................ 70
3.4.3.5 Sulfonate ...................................................................................................... 72
3.4.4 ortho-funktionalisierte N-Aryle ........................................................................... 73
3.5 Zusammenfassung ....................................................................................................... 76
II. Experimenteller Teil ......................................................................................................... 78
1. Allgemeines .......................................................................................................................... 78
2. Allgemeine Versuchsvorschriften ........................................................................................ 81
3.1 Synthese der Katalysatoren ......................................................................................... 83
3.2 ARCM-Reaktionen und Substrate ............................................................................... 98
3.3 AROCM-Reaktionen und Substrate .......................................................................... 101
3.4 Kinetik der AROCM von 28 ..................................................................................... 109
3.5 Bestimmung der TON von 10 und 11 ....................................................................... 110
Inhaltsverzeichnis
3.6 Alternierende Copolymerisation von NBE und COE ............................................... 111
4. Verbindungen aus Kapitel 2 ............................................................................................... 111
4.1 Versuche zur Enantiomerenanreicherung aus racemischen Vorstufen von 15 ......... 111
4.2 Racemische Syntheseroute zu 15 mittels eines Sulfamidats ..................................... 113
4.3 Synthese von Imidazoliumsalz 70 ............................................................................. 119
5. Verbindungen aus Kapitel 3 ............................................................................................... 126
5.1 Synthese der NHC-Liganden .................................................................................... 126
5.2. Enantioselektive 1,4-Additionen .............................................................................. 154
III. Anhang ............................................................................................................................ 158
1. Abkürzungsverzeichnis ...................................................................................................... 158
2. Kristallographische Daten .................................................................................................. 163
2.1 Daten zur Kristallstrukturanalyse von Verbindung 10 .............................................. 163
2.2 Daten zur Kristallstrukturanalyse von Verbindung 16 .............................................. 182
2.3 Daten zur Kristallstrukturanalyse von Verbindung rac-58 ....................................... 192
2.4 Daten zur Kristallstrukturanalyse von Verbindung rac-64 ....................................... 197
2.5 Daten zur Kristallstrukturanalyse von Verbindung 70-OTf ..................................... 202
3. Literaturverzeichnis ............................................................................................................ 209
I. Theoretischer Teil 1
I. Theoretischer Teil
1. Synthese eines chiralen Ruthenium-Metathesekatalysators mit einem
monosubstituierten Rückgrat
1.1 Zielstellung und Konzept
1.1.1 Rutheniumkomplexe in der Olefinmetathese
Die Erforschung und der Einsatz von N-Heterocyclische Carbenen (NHC) für die homogene
Katalyse hat sich in den letzten Jahren zu einem der bedeutendsten Felder in der organischen
Chemie entwickelt, wobei sich vor allem auf dem Gebiet der Übergangsmetall-NHC-
Komplexe[1,2] der Fokus stark in Richtung chiraler NHC-Liganden verschoben hat.[3,4]
Dabei ist bezüglich des Einsatzes von NHC-Metallkomplexen in der homogenen Katalyse
neben der Pd-katalysierten Kupplungschemie vor allem die Olefinmetathese von
herausragender Bedeutung.[5-8]
Seit der Entwicklung des ersten Ru-basierten Metathesekatalysators 1992[9] wurde
eine Vielzahl an Rutheniumkatalysatoren entwickelt,[10, 11] welche sich im Vergleich zu den
bis dahin verwendeten homogenen Molybdänkomplexen[12-14] durch eine erheblich höhere
Toleranz gegenüber funktionellen Gruppen sowie Luftsauerstoff auswiesen. So werden im
Gegensatz zu Molybdän-Komplexen Aldehyde, Alkohole und Säuren toleriert und auch
Metathesen im wässrigen Medium sind glich.[15] Die vier am häufigsten verwendeten
Katalysatoren, welche genau wie eine Vielzahl ähnlicher Katalysatoren käuflich erhältlich
sind, beruhen auf Ru-Benzyliden-Komplexen (Abbildung 1).[10,11] Der sogenannte Grubbs I-
Katalysator GI, welcher zwei Phosphinreste als Liganden trägt, ist der älteste dieser
Katalysatoren. Zusammen mit dem Hoveyda I-Katalysator HI, bei dem einer der
Phosphinliganden durch eine komplexierende Etherfunktionalität am Styren ersetzt ist,
werden diese als Katalysatoren der ersten Generation bezeichnet.
I. Theoretischer Teil 2
NN
Ru
O
Cl
Cl Mes
Mes
PCy3
Ru
O
Cl
Cl
NN
Ru Ph
Cl
Cl Mes
Mes
PCy3
Ru Ph
Cl
Cl
PCy3
PCy3
GI HI
HIIGII
Abbildung 1: Die bekanntesten Ru-Metathesekatalysatoren.
Deren Weiterentwicklungen, der Grubbs II- GII sowie der Hoveyda II-Katalysator HII,
werden als Katalysatoren zweiter Generation bezeichnet.[16] Bei ihnen wurde jeweils ein
Phosphinligand gegen einen NHC-Liganden des SIMes-Typs ausgetauscht. Dies führt zu
einer erhöhten Katalysatorstabilität und macht auch anspruchsvolle Reaktionen wie den
Aufbau hochsubstituierter Doppelbindungen mittels Metathese oder die Verwendung
elektronenarmer Olefine möglich. Gerade der phosphinfreie HII fällt durch seine besonders
hohe Stabilität auf. Allerdings haben die Katalysatoren der zweiten Generation den Nachteil,
dass sie im Vergleich zu der ersten Katalysatorgeneration relativ langsam initiieren. Dies kann
teilweise durch Temperaturerhöhung oder Modifikationen, wie z.B. sperrigen Reste am
Styrenether bei HII-Analoga,[17] kompensiert werden.
Es existiert jedoch eine starke Substratabhängigkeit der Effizienz von
Metathesekatalysatoren. So lässt sich zusammenfassend sagen, dass es bis heute keinen
universellen Metathesekatalysator für alle Anwendungen gibt. Stattdessen macht die genannte
Substratabhängigkeit die fortlaufende Weiter- und Neuentwicklung von
Metathesekatalysatoren notwendig.[18]
I. Theoretischer Teil 3
1.1.2 Die asymmetrische Olefinmetathese
Die Olefinmetathese kann für eine Vielzahl von Transformationen eingesetzt werden. Unter
den verschiedenen Arten der Metathese sind die folgenden von zentraler Bedeutung (Schema
1):
die Ringschlussmetathese (RCM), bei der zwei i. A. terminale Doppelbindungen
intramolekular verknüpft werden. Triebkraft ist die Freisetzung eines C2-Olefins
(meist Ethen).
Die Ringöffnungsmetathesepolymerisation (ROMP), die durch die Ringöffnung eines
gespannten cyclischen Systems irreversibel abläuft.
die Kreuzmetathese (CM), welche intermolekular zwischen zwei Olefinen stattfindet.
Aufgrund des Fehlens einer entropischen Triebkraft ist diese Art der Metathese am
anspruchsvollsten, da eine große Breite an Nebenprodukten gebildet werden kann.[19]
Die Ringöffnungs-Kreuzmetathese (ROCM), welche wie die CM intermolekular
abläuft, jedoch als Triebkraft die Ringöffnung eines Kreuzpartners analog zur ROMP
ausnutzt.
R1
R1
R2
R2
+R1
R2
R2
R1
+
CM
R1
X+ROCM X
R1
X
RCM +
ROMP
X
R2
R1
R1
R2
XX
n
Schema 1: Die wichtigsten Arten der Metathese.
CM und ROCM zeigen in den meisten Fällen eine hohe E-Selektivität. Diese beruht primär
auf sterischen Wechselwirkungen im Metallazyklus-Intermediat der Metathese. Bis jetzt ist
kein Verfahren für eine Z-selektive Metathese mit Ru-Katalysatoren bekannt, welche nicht
I. Theoretischer Teil 4
auf substratspezifischen Effekten beruht. Die ROCM ist eine gängige Variante der CM. Sie
konkurriert jedoch mit der ROMP. Norbornenderivate sind dabei eine häufig verwendete
Substratklasse für die ROCM, da sie eine Ringspannung ähnlich dem Cyclobuten besitzen
(27.2 kcal/mol verglichen mit 29.8 kcal/mol)[20] und synthetisch einfach zugänglich sind.
Unter den genannten Typen sind in der asymmetrischen Metathese vor allem die
asymmetrische RCM (ARCM) und die asymmetrische ROCM (AROCM) von Relevanz. Die
asymmetrische Metathese[14,21-23] mit Rutheniumkatalysatoren ist ein verhältnismäßig wenig
entwickeltes Forschungsgebiet und jünger als die molybdänbasierte asymmetrische
Metathese.[24,25] Bei der asymmetrischen Metathese mit Ru-Komplexen dominieren zwei
Katalysatortypen. Zum einen die Katalysatoren der Grubbs-Gruppe, welche monodentat mit
dem Carben-Kohlenstoff an das Ruthenium gebunden sind (Abbildung 2).[26-28] Die Quelle
der asymmetrischen Induktion ist bei ihnen die Wechselwirkung zwischen den
asymmetrischen Rückgratsubstituenten und den ortho-Substituenten der N-Aryle.
Desweiteren haben sie ein symmetrisches N-Substitutionsmuster und es sind bis jetzt nur
phosphinhaltige GII-Analoga bekannt. Sie wurden erfolgreich sowohl in der ARCM als auch
in der AROCM eingesetzt. Desweiteren sind sie der einzig bekannte chirale Katalysatortyp
auf Rutheniumbasis, der erfolgreich in der asymmetrischen Kreuzmetathese eingesetzt
werden konnte, wenn auch nur mit hohen Katalysatorbeladungen und bestenfalls moderater
Enantioselektivität.
N N
iPr
iPr
tBu
OMeMeO
tBu
Ru Ph
PCy3
Cl
Cl
PhPh
N N
iPr Ru Ph
PCy3
Cl
Cl
tButBu
Pr
1 2
Abbildung 2: Beispiele für chirale, monodentate Katalysatoren von Grubbs 1 [27, 28] und Collins 2.[29]
In dieselbe Untergruppe fallen auch die relativ neuen Katalysatoren der Gruppe um Collins,
bei denen einer der N-Aryle durch eine sterisch wenig anspruchsvolle Alkylgruppe ersetzt ist
(Abbildung 2). [29-33] Diese Katalysatorgruppe wurde erfolgreich in der ARCM eingesetzt,
allerdings sind keine Ergebnisse in der AROCM bekannt. Desweiteren existieren
monodentate Katalysatoren auf NHC-Zuckerbasis[34], Ru-Binaphtholaten[35] sowie
Katalysatoren, deren Enantioinduktion von Stereozentren in benzylischer Position an den N-
I. Theoretischer Teil 5
Substituenten herrührt.[36] Alle drei Katalysatorarten zeigen jedoch nur äußerst geringe
Enantioselektivitäten in der asymmetrischen Metathese.
Die zweite wichtige Klasse ist die der bidentaten Ru-Katalysatoren (Abbildung 3).
Dieses Feld wird exklusiv von Hoveyda et al. erforscht.[22, 37-43] Das zugrundeliegende Prinzip
ist dabei in allen Fällen der Transfer von Stereoinformationen durch direkte Chelatisierung
einer Phenolfunktionalität an das Rutheniumzentrum. Diese Katalysatorklasse zeigt sehr hohe
Enantioselektivitäten in der AROCM. Allerdings bedingt die elektronenziehende Wirkung des
Phenolats eine geringe Reaktivität, so dass diese Katalysatoren nur relativ geringe turn-over
numbers (TON) erzielen und bis jetzt nur in der AROCM mit stark gespannten Substraten
erfolgreich eingesetzt wurden.
N NMes
Ru I
O
O
Ph
Ph Ph
3
Abbildung 3: Beispiel für einen bidentaten chiralen Katalysator der Hoveyda-Gruppe.[40-43]
1.1.3 Ein neues Konzept: Monosubstituierte NHC-Liganden
Eine Substitution im NHC-Rückgrat ist nicht nur als Quelle von Chiralität, wie in Kapitel
1.1.2 vorgestellt, von Bedeutung. DFT-Berechnungen theoretisch möglicher
Metathesekatalysatoren durch die Gruppe von Jensen sagten einen positiven Einfluss von
sperrigen Rückgratsubstituenten auf die Katalysatoraktivität voraus.[44] So wurden unter 82
Liganden für die Berechnung der Aktivität der jeweiligen Methylidenspezies vier Liganden,
welche alle auf NHCs beruhen, als besonders vielversprechend in Bezug auf deren Aktivität
ausgewählt (Abbildung 4).
I. Theoretischer Teil 6
NN
[Ru]
NN
[Ru]
NN
[Ru]
NN
[Ru]
4 5
67
Abbildung 4: Verschiedene als besonders stabil vorausgesagte Ru-Spezies; [Ru] = Cl2RuCH2.[44]
Die beiden chiralen Katalysatoren 4 und 5 besaßen zwei iso-Propyl bzw. tert-Butyl-
Substituenten im Rückgrat. Dies führte zu der Schlussfolgerung, dass diese beiden
Substituenten als besonders erfolgsversprechend für die Synthese neuer chiraler
Metathesekatalysatoren angesehen werden konnten. Experimentelle Studien der Grubbs-
Gruppe wiederum zeigten, dass eine starke Rückgratsubstitution die Stabilität von
Katalysatoren erhöhte, allerdings auch deren Reaktivität bei zunehmender Substitution
verringerte (Schema 2).[45] Dies ist ein Indiz dafür, dass es bezüglich der Reaktivität
entsprechender Ruthenium-Komplexe von Vorteil sein könnte, monosubstituierte NHCs zu
verwenden.
N N
[Ru]
HH H H
Ar Ar NN
[Ru]
Me MeMeMe
Ar Ar
Stabilität
Reaktivität
Schema 2: Einfluss von Rückgratsubstituenten auf Stabilität und Reaktivität; [Ru] = HII-analog.
Berechnungen oder experimentelle Studien zu monosubstituierten Komplexen zu
monosubstituierten Komplexen waren nicht bekannt. So erschien es vielversprechend,
erstmals C-monosubstituierte NHC-Liganden herzustellen, um auf deren Basis neue
I. Theoretischer Teil 7
asymmetrische Metathesekatalysatoren zu synthetisieren. Als sperrige Rückgratsubstituenten
wurden dafür in unserer Arbeitsgruppe analog zu 4 und 5 tert-Butyl bzw. iso-Propyl gewählt
(Abbildung 4).[44]
Der Gedanke war, die Übertragung der Chiralität mittels gehinderter Rotation eines
ortho-substituierten Arens analog zu 1 ermöglichen. Es wurde angenommen, dass diese
Übertragung auf der Seite der Chlor-Atome geschieht. So deuteten Studien des achiralen
Systems 8 darauf hin, dass die sterische Wechselwirkung der Chloratome mit den
Arylsubsubstituenten einen entscheidenden Einfluss auf dessen räumliche Anordnung hat
(Abbildung 5).[46] Der den Chloratomen zugewandte Tolylring wies mit ca. 35° eine deutliche
Verdrillung auf, während der Tolylring auf der Benzylidenseite nahezu planar zu diesem
angeordnet war. Unabhängig davon zeigte die Gruppe von Grisi et al., dass dieses Merkmal
auch für im NHC-Rückgrat methylsubstituierte Ru-Präkatalysatoren zutrifft.[47] Die
Methylgruppe des Tolylrings befand sich dabei wie erwartet auf der gegenüberliegenden Seite
des Rückgratsubstituenten.
Abbildung 5: Kristallstruktur von Ru-Präkatalysator 8.[46]
Jüngste Untersuchungen haben, basierend auf DFT-Berechnungen, diese ersten Befunde
untermauert und konnten explizit für chirale Systeme angewendet werden.[48] Bei
Berechnungen der sterischen Hinderung des Modellsystems 9 zeigte sich, dass sich die
weniger gehinderten Bereiche des Komplexes auf der Seite der iso-Propylgruppen befinden
(Abbildung 6). Dies lässt sich in Übereinstimmung mit den bereits geschilderten
experimentellen Ergebnissen damit begründen, dass der durch die Abstoßung zwischen den
Cl-Atomen und den ortho-Arylsubstituenten (in diesem Fall iPr) Aromat stark verdrillt ist.
Dies verursacht wiederum, dass der Wasserstoffsubstituent der freien ortho-Position des
I. Theoretischer Teil 8
N-Aryls dem Ru-Zentrum sehr nahe kommt. Dadurch wird dieses für den Angriff von
Substraten aus dieser Richtung abgeschirmt. So erfolgt der Angriff von der Seite des ortho-
Arylsubstituenten.
NN
Ru
Cl
Cl
iPr
H
PMe3
Ph Ph iPr
H
9
Abbildung 6: Modellsystem für DFT-Berechnungen von Cavallo.[48]
Ein wichtiger Unterschied zwischen den bisher verwendeten Komplexen und einem
Monosubstituierten wäre das Fehlen eines Rückgratsubstituenten auf der Seite des N‘-Aryls
(Abbildung 7). Dies sollte eine planare und nicht zu stark in Richtung des Metallzentrums
geneigte Orientierung des N‘-Arylsubstituenten erlauben, was wiederum eine sterisch wenig
gehinderte Umgebung am Benzyliden verursacht. Die Wahl des N‘-Aryls fiel auf Mesityl,
weil dessen ortho-Disubstitution mögliche Desaktivierungsreaktionen durch CH-Aktivierung
verhindert, wie sie bei Arenen mit freien ortho-Positionen durch Rotation um die C-N-Achse
vorkommen kann. [49-53] Bei den analogen Grubbs-Systemen wie 1 mit ihrer symmetrischen
Rückgrat- sowie N-Substitution wäre es möglich, dass beide N-Arene in Richtung des
Metallzentrums verdrillt sind, was wiederum eine Reaktivitätsminderung insbesondere bei
sterisch anspruchsvollen Substraten zur Folge haben sollte.
tBu
NN
Ru
O
Cl
Cl
Me
H
starke
Verdrillung
geringer
Abstand
gehinderte
Rotation planar
10
Abbildung 7: Konzept der monosubstituierten Metathesekomplexe.
I. Theoretischer Teil 9
Ein weiterer Vorteil des Mesityls wäre, dass durch seine sterische Hinderung und seine
Fähigkeit zur π-π-Wechselwirkung mit dem Benzyliden die Bildung verschiedener
Rotationsisomere, wie sie bei Collins et al. beobachtet wurde, minimiert werden würde.[29-32]
Bezüglich des zweiten Liganden am Ruthenium entschied man sich für einen
Styrenether analog zu HII. Diese Systeme zeigen im Allgemeinen eine geringere Reaktivität
als die entsprechenden GII-Systeme mit PCy3, zeichnen sich jedoch durch eine erheblich
höhere Stabilität aus. Dies würde nicht nur die Synthese und Reinigung der Komplexe
erleichtern, sondern vor allem die Züchtung von Einkristallen für die Röntgenkristallographie.
So gelang es zum Beispiel der Gruppe von Grubbs bis heute nicht, eine Kristallstruktur der
chiralen Katalysatoren des Typs 1 zu veröffentlichen.
Diese Überlegungen ndeten in dem Plan, Katalysator 10 zu synthetisieren. Dessen
sehr sperriger tert-Butylsubstituent im Rückgrat sollte mit einer sterisch wenig
anspruchsvollen Me-Gruppe als N‘-Arylsubstituent kombiniert werden. Dabei konnte durch
die Ergebnisse von DFT-Studien verwandter Systeme davon ausgegangen werden, dass ein
Me-Substituent ausreichend für eine Hinderung der Rotation ist,[48] während eine zu starke
sterische Einschränkung des Systems für erfolgreiche Katalyse als unwahrscheinlich
anzusehen war. Mit Hilfe einer Kristallstruktur von 10 wäre es außerdem möglich,
Rückschlüsse darauf ziehen, ob das in Abbildung 7 vorgestellte Konzept der Verdrillung des
N-Aryls zuträfe.
Parallel zu der in dieser Arbeit geschilderten Synthese von 10 wurden in der
Arbeitsgruppe weitere Metathesekatalysatoren auf Aminosäurebasis hergestellt (Abbildung
8).[54] So wurde von Daniel Rost ein ebenfalls auf tert-Leucin beruhendes Katalysatorsystem
11 synthetisiert, welches jedoch eine sterisch anspruchsvollere iso-Propylgruppe als N-
Arylsubstituent besaß.[55] Ein von David Schlesiger und Anja Lühl synthestisierter Katalysator
12 basierte auf L-Valin.[56,57] Dies ist zum einen eine erheblich günstigere Aminosäure und
außerdem ist die iso-Propylgruppierung sterisch weniger anspruchsvoll, was gegebenenfalls
eine stärkere Verdrillung zur Folge haben könnte. Anke Berger synthetisierte sowohl den
bromhaltigen Katalysator 13 als auch den darauf basierenden Biphenylkatalysator 14.[58] Die
Syntheseroute von 11-14 entsprach bis auf geringe Abweichungen in der Art der
Reaktionsführung der von 10. Nur bei der Synthese von 14 wurde zusätzlich eine Suzuki-
Kupplung zur Einführung des Phenylsubstituenten verwendet.
I. Theoretischer Teil 10
Abbildung 8: Weitere monosubstituierte Metathesekatalysatoren der Arbeitsgruppe Blechert.[54]
Ziel dieser parallelen Synthese war es, den Einfluss sowohl der Rückgratsubstituenten (sehr
sperriges tert-Bu gegen das etwas weniger sperrige iso-Pr) als auch der ortho-Substituenten
(vom großen iso-Pr über Br und Ph hin zum kleinen Me) auf die Enantioinduktion der
entsprechenden Katalysatoren in der asymmetrischen Metathese zu testen.
Zusammenfassend ist das vorgestellte Konzept der Verwendung monosubstituierten
NHC-Liganden auf der Basis von Aminosäuren für Ru-Metathesekatalysatoren sehr
erfolgsversprechend und ein neuer Impuls auf dem Gebiet der asymmetrischen Metathese.
Desweiteren wäre der Einsatz von Aminosäuren ein Fortschritt gegenüber den bestehenden
Katalysatorsynthesen, die auf chiralen Diaminen, die nicht zum chiral pool“ gehören,
beruhen. Kapitel 1 behandelt die Synthese des auf L-tert-Leucin beruhenden Katalysators 10
sowie dessen Verwendung in verschiedenen Arten von Metathesereaktionen. Desweiteren
wurden mehrere neue Substrate hergestellt und sowohl mit 10 als auch mit den Katalysatoren
11 und 14 untersucht.
1.2 Synthese des auf L-tert-Leucin-basierenden Metathesepräkatalysators 10
Ausgehend von der Aminosäure L-tert-Leucin, welche aufgrund ihres sterisch
anspruchsvollen tert-Butylsubstituenten als besonders erfolgsversprechend angesehen wurde,
sollte ein entsprechender Ru-Katalysator 10 hergestellt werden. Dabei war der Ansatz, über
die Synthese eines Sulfamidats auf einer möglichst späten Synthesestufe den
N‘-Arylsubstituenten festzulegen, um so eine flexible Syntheseroute zu ermöglichen (Schema
3).
I. Theoretischer Teil 11
H2N
O
OH
NO
SO
O
NN
Ru
O
Cl
Cl
Mes
10
16 17
Schema 3: Retrosynthese des neuartigen Metathesekatalysators 10.
Die Einführung eines ersten Substituenten erfolgte mittels einer Cu-katalysierten Kupplung.
Diese Cu-katalysierte Kupplung wurde gemäß einer durch unsere Arbeitsgruppe modifizierten
Vorschrift durchgeführt (Schema 4)[59] Diese Methodik erwies sich als sehr Effizient, da sie
lediglich Cu statt teurer Edelmetalle, wie z. B. Pd, verwendete und außerdem keinen Einsatz
von Schutzgruppen benötigte.
NH
O
OH NH OH
H2N
O
OH
1.0 eq o-Bromtoluol
0.2 eq CuI
2.0 eq K2CO3
DMSO, 110°C, 3 d
70%
2 eq NaBH4
4 eq BF3*OEt2
THF, 0°C->66°C, 3 d
96%
17 18 19
Schema 4: Kupplung der Aminosäure 17 und anschließende Reduktion zu 19.
Die besten Ergebnisse für die Kupplung wurden mit DMSO als Lösungsmittel und K2CO3 als
Base erzielt.[55] So konnte 18 in 70% Ausbeute erhalten werden. Die nachfolgende Reduktion
wurde mit NaBH4 durchgeführt, welches man mittels BF3•OEt2 zusätzlich aktivierte, und
lieferte den Aminoalkohol 19 in einer sehr guten Ausbeute von 96%. Dabei ist anzumerken,
dass diese beiden Schritte ohne Reinigung wie Umkristallisation, Destillation oder
Chromatographie durchführbar waren.
I. Theoretischer Teil 12
NO
S
O
NO
SO
O
1.4 eq SOCl2
5.0 eq Pyridin
CH2Cl2, 0°C ->RT, 16 h
2 mol% RuCl3*H2O
2.2 eq NaIO4/Kieselgel
EtOAc/H2O, 0°C, 45 min
77% 95%
19
20 16
Schema 5: Synthese des Sulfamidats 16.
Sulfamidit 20 konnte nun aus dem Aminoalkohol 19 mittels Umsetzung mit Thionylchlorid
erhalten werden (Schema 5). Versuche der Direktsynthese des Sulfamidats aus dem
Aminoalkohol 19 mittels Sulfurylchlorid bei -78°C führten lediglich zur Zersetzung des
Substrates. Nach der Sulfamiditbildung war eine säulenchromatographische Reinigung
notwendig, um eine reibungslose Oxidation im Folgeschritt zu gewährleisten. Aufgrund des
Chiralitätszentrums am Schwefel bildete sich ein Diastereomerengemisch, welches mittels
GC/MS als 9:1 bestimmt wurde. Das Diastereomerengemisch wurde nun mit RuCl3/NaIO4
zum Sulfamidat 16 oxidiert. Dabei wurde zunächst eine bei der Synthese eines strukturell
ähnlichen Systems eingesetzte Methodik verwendet (Tabelle 1, Eintrag 1).[60] Es zeigte sich
jedoch, dass diese nur zu geringen Umsätzen führte. Deshalb wurden verschiedene alternative
Varianten für die Oxidation getestet.
Nr.
NaIO4 /eq
RuCl3 /mol%
Lösungsmittel
T /°C
t
Ausbeute /%
1
1.6
10
DCM/MeCN/
Phosphatpuffer
pH 7; 1:1:1
0 25
72 h
26[a]
2
2.0
10
H2O/MeCN; 1:1
0
90 min
85
3
2.0
5
H2O/MeCN; 1:1
0
90 min
98
4
2.2
2
aq. EtOAc
0
45 min
95[b]
Tabelle 1: Optimierung der Oxidation von 20 zu 16; [a] kein vollständiger Umsatz, 11% Substrat reisoliert; [b]
Zugabe von Kieselgel.
Bei dieser Oxidation hat es sich als Vorteilhaft erwiesen, eine glichst geringe Menge an
Rutheniumtrichlorid zu verwenden (Eintrag 2 und 3). Am verlässlichsten erwies es sich,
zunächst das Rutheniumperiodat auf Kieselgel zu bilden und dann das Substrat langsam bei
0°C zuzutropfen (Eintrag 4). Auf diesem Weg li sich 16 in sehr guten 95% Ausbeute
I. Theoretischer Teil 13
herstellen. Auch wenn unter Verwendung von Acetonitril/Wasser eine here Einzelausbeute
als mit dem Kieselgel-Ethylacetat-System erhalten wurde, so ist dieses zu bevorzugen, da es
verlässlicher hohe Ausbeuten lieferte. Die Reinigung erfolgte mit einer Filtrationssäule, die
eine Kieselgel sowie eine Aluminiumoxidschicht zum Abfangen von Rutheniumresten
enthielt. Die Abtrennung des Rutheniums sollte möglichst direkt nach dem Reaktionsende
erfolgen, da es sonst zu Nebenreaktionen kam, die nicht nur die Ausbeute verringerten,
sondern vor allem durch die Bildung von Nebenprodukten eine säulenchromatographische
Reinigung erforderten. Farbige Verunreinigungen ließen sich auch durch Umkristallisation
aus n-Hexan unter Zuhilfenahme von Aktivkohle entfernen. Desweiteren konnten Kristalle für
die Röntgenstrukturanalyse durch Kristallisation aus n-Hexan erhalten werden (Abbildung 9).
Abbildung 9: Kristallstruktur von 16.
Bei der nun folgenden Öffnung des Sulfamidats 16 wurde zunächst Mesidin als Nucleophil
eingesetzt, um die gewünschte Mesitylgruppe an der N-Arylposition zu erhalten (siehe
Einleitung). Die Umsetzung erfolgte in der Mikrowelle (100°C, 150 W, 3 h), wobei 3 mmol
16 direkt in 3 mL Mesidin gelöst wurden. Diese Bedingungen führten jedoch zu keiner
Produktbildung. Stattdessen wählte man einen anderen Weg, um die gewünschte
Transformation zu ermöglichen. Zur Erhöhung der geringen Nucleophilie des Mesidins wurde
dieses mit einer Boc-Gruppe funktionalisiert und anschließend mittels NaH deprotonieren,
was wiederum dessen Nucleophilie erhöhte (Schema 6).[61] So konnte selbst bei RT das
Sulfamidat erfolgreich geöffnet werden. Bei dem nucleophilen Angriff an ein Sulfamidat
verbleibt ein Sulfaminsäurerest an der N-Position, so dass eine nachfolgende Umsetzung mit
Säure notwendig ist. Die Sulfaminsäure selbst lässt sich dabei schon unter milden
Bedingungen, wie rühren in 2 M Salzsäure bei RT, entfernen. Da aber noch die Boc-
I. Theoretischer Teil 14
Schutzgruppe entfernt werden musste, bot es sich an, Bedingungen zu wählen, welche die
Boc-Gruppe ebenfalls abspalten konnten.
1.) 1.5 eq BocHNMes
1.6 eq NaH
DMF, RT, 60 h
2.) TFA, RT, 16 h
NH NHMes
78%
8 eq HC(OEt)3,
4 eq NH4BF4,
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 16 h NN
BF4
57%
Mes
16
21 22
Schema 6: Sulfamidatöffnung zu 21 und Synthese des Tetrafluoroborats 22.
Die Abspaltung der Boc-Gruppe sowie der Sulfaminsäure erfolgte zunächst mit konzentrierter
Schwefelsäure in 1,4-Dioxan. Als Nebenprodukt bildete sich dabei neben der gewünschten
Abspaltung der Boc-Gruppe teilweise eine tert-butylierte Verbindung (Schema 7). Diese
konnte aufgrund der äußerst ähnlichen Polarität der beiden Produkte nicht isoliert werden.
Eine erneute Sulfamidatöffnung unter der Verwendung von TFA und der Beigabe des sehr
elektronenreichen Anisidins als tert-Butylkationenfänger zur sauren Boc-Spaltung führte
ebenfalls zu teilweiser tert-Butylierung. Mittels 1H-NMR sowie HPLC konnte das Verhältnis
der beiden Produkte als 29:71 bestimmt werden.
NH NMes
OO
+ H+
-CO2NH NHMes NH NHMes
tBu
Schema 7: Bildung eines Nebenprodukts bei der Boc-Entschützung.
Die Zugabe von EtOH als tert-Butylkationenfänger zu der TFA konnte die Bildung des
Nebenproduktes eindämmen und 21 nach säulenchromatographischer Reinigung in guter
Ausbeute erhalten werden. Der Ringschluss zum Imidazoliumsalz 22 erfolgte mittels
Triethylorthoformiat, Ameisensäure und Ammoniumtetrafluoroborat in siedendem Toluol
(Schema 8). Gemäß in unserer Arbeitsgruppe verwendeter Vorschriften wurden
Triethylorthoformiat sowie Ameisensäure zum siedenden Toluol hinzugegeben.[62] Weitere
I. Theoretischer Teil 15
Versuche zeigten jedoch, dass dieses Vorgehen keinen Einfluss auf die Reaktion zu haben
schien und man stattdessen beide Reagenzien mit den Substraten vorlegen und dann erhitzen
konnte.
1.) KHMDS, RT, C6D6
2.) HI, 60°C, 6 h
NN
Ru
O
Cl
Cl
53%
Mes
22
10
Schema 8: Synthese des Ru-Komplexes 10.
Zur Synthese des Katalysators wurde ein HII-analoges System, d.h. mit einem Styrenether
statt eines Phosphinligandens, gewählt. Diese Systeme zeichnen sich durch hohe chemische
und thermische Stabilität aus (siehe Einleitung). 10 wurde durch Deprotonierung von 22 mit
KHMDS bei Raumtemperatur und anschließendem Phosphin-Carben-Austausch mit dem HI-
Präkatalysator erhalten (Schema 8). Das erhaltene Produkt konnte säulenchromatographisch
unter Verwendung nicht-absolutierten Lösungsmittels und „Standard-Kieselgels“ gereinigt
werden. In Fällen, bei denen die Reinigung durch Säulenchromatographie nicht ausreichte,
konnte mittels einer Radialchromatographie 10 in hoher Reinheit erhalten werden. Einkristalle
zur Röntgenstrukturanalyse wurden durch Diffusion von Pentan in eine Benzol-Lösung von
10 erhalten (Abbildung 10).
I. Theoretischer Teil 16
Abbildung 10: Kristallstruktur von 10; rechts: Seitenansicht von 10 entlang des N-Aryls (Styrenether und
Mesityl entfernt).
Die Kristallstruktur von 10 zeigte, dass sich der Rückgratsubstituent und die Me-Gruppe des
Aromaten wie erwartet auf unterschiedlichen Seiten befanden. Der N-Arylsubstituent wies
eine geringfügige Verdrillung auf. Diese führte dazu, dass das Kohlenstoffatom der
unsubstituierten ortho-Arylposition an das Ru-Zentrum angenähert war. Verglich man diese
Struktur mit der des ähnlichen, achiralen HII-Präkatalysator[63] (Kristallstrukturen chiraler,
monodentater HII-Typen sind nicht bekannt), so betrug dieser Distanzunterschied C-Ru
ca. 0.44 Å. Desweiteren ist der Winkel zwischen den beiden Chloratomen geringfügig
aufgeweitet. Ansonsten zeigen sich keine großen strukturellen Unterschiede im Vergleich zu
HII.
1.3 Einsatz in der ARCM
Für die folgenden Studien wurde sowohl 10 als auch der auf Arbeiten von Daniel Rost
beruhende Katalysator 11 verwendet. [55] Die Katalysatoren wurden zunächst in der ARCM
getestet. Diese ist die am besten untersuchte asymmetrische Metatheseart für monodentate
Ru-Katalysatoren (siehe Einleitung). Als Substrat verwendete man das Trien 23, welches als
I. Theoretischer Teil 17
ein Standardsubstrat für die ARCM angesehen werden konnte und somit die Möglichkeit für
einen direkten Vergleich mit bereits bestehenden Katalysatoren lieferte (Tabelle 2).
OO
5 mol% Katalysator
LM (c = 0.055), T, 2 h
23 24
Nr.
Katalysator
Lösungsmittel
T/°C
Umsatz /%[a]
ee /%[b]
1
10
CH2Cl2
40
35
59
2
10
CH2Cl2
0
0
-
3[c]
10
CH2Cl2
40 (MW)
39
39
4
10
C6D6
40
43
57
5
10
C6F6
40
69
49
6[d]
10
CH2Cl2
40
23
58
7[d]
11
CH2Cl2
40
21
66
8[d]
14
CH2Cl2
40
30
68
9[d]
1
CH2Cl2
40
93
25[e]
Tabelle 2: ARCM von 23; [a] Bestimmt durch 1H-NMR-Spektrometrie; [b] Bestimmt durch chirale GC; [c]
Reaktion wurde mit 4 mol% Katalysator 1.5 h in der Mikrowelle durchgeführt; [d] in baugleichen
Reaktionsgefäßen durchgeführt; [e] Bildung des (S)-Enantiomers.
Die ARCM zeigte große Schwankungen bezüglich des Umsatzes. Dies lag an Unterschieden
in der Alkenkonzentration. So wurde nach den für diese Arbeit durchgeführten Versuchen von
David Schlesiger unter anderem der Einfluss einer Ethenatmosphäre auf die
Reaktionsgeschwindigkeit der ARCM von 23 getestet.[57] Dabei zeigte sich, dass ein
Ethylenüberschuss die Reaktionsgeschwindigkeit drastisch erhöht. Bei der ARCM können
sowohl Propen als auch Ethen durch Reaktion des Präkatalysators mit den verschiedenen
Doppelbindungen des Triens freigesetzt werden. Demnach lässt sich schlussfolgern, dass die
großen Schwankungen in der Ausbeute primär durch die aufgrund verschiedener verwendeter
Reaktionsgefäße unterschiedliche Alkensättigung verursacht wurden.
Temperaturen unter 40°C führten zu keinem oder geringen Umsatz (Eintrag 2).
Parallel zu den hier vorgestellten Arbeiten zeigte David Schlesiger, dass mit dem deutlich
aktiveren 12 bei RT ebenfalls kaum Umsetzung von 23 zu beobachten war.[57] Die
I. Theoretischer Teil 18
Verwendung einer Mikrowelle hatte bis auf eine geringe Erniedrigung der Enantioselektivität
keinen Effekt (Eintrag 3). Beim Test anderer Lösungsmittel zeigte sich, dass Dichlormethan
bereits am besten geeignet war. Die Verwendung von Benzol führte zu Werten analog der
Verwendung Dichlormethans (Eintrag 4). Hexafluorobenzol, welches schon in mehreren
Fällen äußerst erfolgreich zur Umsatzsteigerung in der Metathese eingesetzt wurde, [32, 64, 65]
konnte zwar auch in diesem Fall die Aktivität des Katalysators erhöhen, aber führte zu einer
deutlichen Verringerung der Enantioselektivität (Eintrag 5). Der direkte Vergleich zwischen
den Katalysatoren 10, 11 und 14 zeigte, dass 11 und 14 geringfügig bessere
Enantioselektivität als 10 zeigten (Einträge 6-8). Der Vergleich mit dem chiralen Grubbs-
System lieferte das (S)-Enantiomer mit einem Enantiomerenüberschuss, welcher dem in der
Literatur weitestgehend entsprach (30 % in [27]). Da dieses (S)-24 das entgegengesetzte
Enantiomer des mittels aminosäurebasierten Katalysatoren erhaltenen Produkts war, konnte
damit im Umkehrschluss die absolute Konfiguration von mit aminosäurebasierten
Katalysatoren erhaltenem 24 als (R) bestimmt werden (Abbildung 11).
Abbildung 11: Mittels chiraler GC erhaltene Ergebnisse der ARCM von 23 unter Verwendung von 11 (oben)
im Vergleich zu 1 (unten); Bedingungen: Lipodex E (25 m x 0.25 mm), 6 psi H2, T konstant 55 °C.
I. Theoretischer Teil 19
Zur Erweiterung der Substratbreite und in der Hoffnung, eine bessere Enantiodiskriminierung
zu erzielen, wurde 26 synthetisiert (Schema 9). Dieses bis dahin unbekannte ARCM-Substrat
sollte durch seine sperrigen Phenylreste höhere Enantioselektivitäten ermöglichen und
gleichzeitig mittels Thorpe-Ingold-Effekt den Ringschluss vereinfachen. Erste
Syntheseversuche in Analogie zu bekannten Methoden durch Umsetzung von
Allylsamariumbromid mit Diphenylsilyldichlorid gefolgt von Alkohol 25 schlugen fehl. [66]
Stattdessen wurde unter diesen Bedingungen ein Angriff zweier Alkoholate am
Diphenylsilyldichlorid festgestellt. Um dieses Problem zu umgehen, wurde der Alkohol
zunächst bei tiefen Temperaturen deprotoniert und mittels einer Spritzenpumpe langsam zu
einer gekühlten Lösung von Diphenylsilyldichlorid getropft, so dass immer ein großer
Überschuss des Chlorids gegenüber dem Alkoholat vorlag. Dies wurde anschließend mit
Allylmagnesiumbromid umgesetzt, was erfolgreich zu Verbindung 26 führte.
OH 1. nBuLi, THF, -78°C
2. Ph2SiCl2, -78°C
3. Allylmagnesiumbromid,
-15°C zu 25°C
O
Ph2
Si
42%
25 26
Schema 9: Synthese des ARCM-Substrats 26.
26 wurde daraufhin mit HII, aufgrund dessen struktureller Ähnlichkeit zu 10, in der RCM bei
40°C in DCM umgesetzt. Allerdings erwies es sich unter den gewählten Bedingungen als
wenig reaktiv. So konnte selbst nach 14 h kaum Umsatz festgestellt werden. Erst die
Erhöhung der Temperatur auf 70°C (in C6D6) führte nach 24 h zu vollständigem Umsatz.
Analog dazu konnte mit 10 bei 60°C erfolgreich die ARCM zu 27 erzielt werden, jedoch
waren die erhaltenen Enantiomerenüberschüsse nur gering (Schema 10).
O
Ph2
Si O
Ph2
Si
5 mol% 10
C6D6, 60 °C, 2 d 58% Umsatz
40% ee
27
26
Schema 10: ARCM von 26; Enantiomerenüberschuss bestimmt durch chirale HPLC.
I. Theoretischer Teil 20
1.4 Einsatz in der AROCM
Als weiterer Metathesetypus wurde die AROCM für tiefergehende Katalysatorstudien
gewählt. Als Substrat wurde Anhydrid 28 verwendet, welches in unserem Arbeitskreis bereits
erfolgreich in der AROCM mit Chinaldinsäure-basierten Katalysatoren eingesetzt wurde.[62]
Als Kreuzpartner wurde Styrol gewählt, um einen Vergleich mit den von Grubbs
synthetisierten chiralen Katalysatoren zu ermöglichen, da diese bis jetzt lediglich mit Styrol
als Kreuzpartner eingesetzt wurden.[28] Mit Hilfe der Katalysatoren 10 und 11 konnten in der
AROCM gute Enantioselektivitäten erzielt werden (Schema 11). Dabei zeigten beide ein
gleichwertiges Maß an Enantiodiskriminierung, 11 allerdings eine höhere Reaktivität.
Wichtigstes Ergebnis war die exzellente E-Selektivität beider Katalysatoren. So wurde bei
den bisher veröffentlichten Ergebnissen von Grubbs mit dessen monodentaten Katalysatoren
für dieses Substrat keine Diastereoselektivität festgestellt. [28]
OO
O
OO
O
5 eq Styrol,
1 mol% Katalysator
RT, CH2Cl2, 3 h
Ph
10: 60% Umsatz, 76% ee
11: 95% Umsatz, 77% ee
E:Z >30:1
28 29
Schema 11: Erste Versuche zur AROCM mit 10 und 11.
Zur weiteren Untersuchung der Katalysatoren bezüglich deren Aktivität und Fähigkeit zur
Initiierung wurde eine Kinetikmessung der AROCM zu 29 mittels 1H-NMR durchgeführt
(Abbildung 13). Dies bestätigte die Vermutung, dass 11 deutlich schneller initiiert als 10.
Dies könnte daran liegen, dass der sterisch anspruchsvollere NHC in 11 die Dissoziation des
Styrenethers und so die Bildung eines katalytisch aktiven 14-Elektronenkomplexes
begünstigt.
I. Theoretischer Teil 21
Abbildung 12: Mittels chiraler HPLC erhaltene Ergebnisse der AROCM zu 29 (oben: 76 % ee; mitte: 77 % ee;
unten: Racemat); Bedingungen: OJ, 254 nm, 70:30 n-Hexan/i-PrOH, flow 0.75 mL/min.
Abbildung 13: Kinetik der AROCM von 28 mit Styrol (Reaktionsbedingungen analog Schema 11).
I. Theoretischer Teil 22
Desweiteren wurde untersucht, inwiefern die verwendete Katalysatormenge zur AROCM von
28 reduziert werden konnte. Bei der Untersuchung von 10 und 11 zeigte sich, dass beide
Katalysatoren selbst mit 0.1 mol% noch vollständigen Umsatz lieferten (Abbildung 14). Dies
entsprach einer TON von 1000, was den bis dahin höchsten Wert für einen Ru-Katalysator in
der asymmetrischen Metathese darstellte. Für die AROCM war bis dahin 0.5 mol%,[37] für die
ARCM 0.75 mol%[67] die niedrigste publizierte Katalysatorbeladung. Eine weitere
Erniedrigung der Katalysatorbeladung führte jedoch zu zunehmend schlechteren Umsätzen,
wobei sich 11 erneut aktiver als 10 zeigte. Die anderen in der Arbeitsgruppe synthetisierten
Katalysatoren zeigten ebenfalls hohe TONs. So wurde mit 14 eine TON von 2000 erzielt.[54]
Abbildung 14: Test zur Bestimmung der maximalen TON von 10 und 11.
Die bis dahin bekannten Systeme von Grubbs zeigten neben ihrer geringen
Diastereoselektivität enorme Unterschiede bezüglich der erhaltenen Enantiomerenüberschüsse
von E- und Z-Produkt. So erhielten sie unter Verwendung von 1 bei der Umsetzung von 28
nur 4% ee für Z-29 (gegenüber 76% ee für 29).[28] Zur Bestimmung der
Enantiomerenüberschüsse einer von Anke Berger durch Umsetzen von 28 mit 14
synthetisierten Probe von Z-29 wurde unter Verwendung von GII das racemische
Z-Diastereomer von 29 als Referenzprobe isoliert. Die nachfolgende HPLC-Messung ergab
einen Enantiomerenüberschuss von 65% (gegenüber 88% ee für das E-Produkt).[54]
I. Theoretischer Teil 23
In der Arbeitsgruppe wurden zur Optimierung der AROCM-Bedingungen von 28
verschiedene Lösungsmittel getestet. Der Einsatz von 2-MeTHF brachte im Vergleich zu
Dichlormethan keine Verbesserung der Enantioselektivität (Schema 12; 88% ee bei analoger
Reaktionsführung in DCM). Weitere Tests von Lösungsmitteln wie THF und Benzol durch
Anke Berger und David Schlesiger brachte ebenfalls keine Verbesserungen. [57,58] Die in
unserer Arbeitsgruppe erhaltenen, optimierten Bedingungen zeigten weiterhin, dass die
AROCM unter der Verwendung von 14 selbst bei -10°C möglich war und man auf diesem
Wege Enantiomerenüberschüsse bis 93 % ee erzielen konnte. [54]
OO
O
OO
O
5 eq Styrol,
1 mol% 14
RT, 2-MeTHF, 2 h
Ph
>98% Umsatz, 85% ee
28 29
Schema 12: Test von 2-MeTHF in der AROCM von 28.
Als nächstes sollte nun das Substratspektrums für die AROCM mit monosubstituierten
Katalysatoren erweitert werden. Dazu wurde ausgehend von 4-Phenyl-1,2,4-triazolin-3,5-dion
30 hergestellt (Schema 13)[68]. Eine racemische Probe des entsprechenden AROCM-Produkts
konnte unter Verwendung von GII synthetisiert und die Trennbedingungen mittels chiraler
HPLC bestimmt werden. Es zeigte sich jedoch sowohl in Metathesereaktionen mit 10, als
auch von Anke Berger und David Schlesiger mit 13 und 12 analog durchgeführten
Reaktionen, dass für 31 nur sehr geringe Enantiomerenüberschüsse mit den
aminosäurebasierten Katalysatoren erzielt werden konnten. So wurden unter Verwendung von
10 20% ee und mit 12 24% ee r das entsprechende E-Produkt erzielt. Das Z-Produkt wurde
in allen Fällen nahezu racemisch mit weniger als 10% ee erhalten.
N
N
OO
N
Ph CH2Cl2, -78°C
N
N
OO
N
Ph
N
N
OO
N
Ph
Ph
G II
CH2Cl2, RT
30 31
5 eq Styrol
Schema 13: Synthese und AROCM von 30.
I. Theoretischer Teil 24
Das dem Anhydrid 28 strukturell ähnliche Norbornenderivat 32 ist ein bereits r die
AROCM mit Styrol bekanntes Substrat (Schema 14).[28] Es konnte mit tert-Butylamin vom
Anhydrid 28 ausgehend synthetisiert und in der AROCM erfolgreich eingesetzt werden. Im
Verlauf der Arbeiten in unserem Arbeitskreis gelang es Anke Berger mit dem von ihr
synthetisierten 14 bei der Umsetzung von 32 mit Styrol hervorragende Enantioselektivitäten
bis zu 92% ee zu erzielen.[54]
OO
N
tBu
OO
O
1.) tBuNH2, PhMe,
120°C, 1 d
2.) AcOH, 128°C, 2 d
28 32
62%
Schema 14: Synthese von 32.
Ein bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Metathese eingesetztes Substrat ist das Diketon
33, welches sich mittels literaturbekannter Methoden aus Benzochinon herstellen ließ
(Schema 15).[69] Man konnte es nicht nur direkt für die AROCM mit Styrol einsetzen sondern
auch zu Diacetat 35 derivatisieren und ebenfalls erfolgreich mit Styrol umsetzen (Abbildung
15, Abbildung 16). In beiden Fällen konnten hohe Enantiomerenüberschüsse erzielt werden.
Auffällig war jedoch die geringe Reaktivität von 33. So wurde selbst nach zwei Tagen ein
Umsatz von lediglich 61% erzielt, während das Diacetat 35 nach 2 h vollständig umgesetzt
wurde. Dies könnte entweder an einer inhibierenden Wirkung der Keto-Funktion oder an
einem für die Ringöffnung ungünstigen Übergangszustand liegen. Die Reaktionen wurden mit
dem von Anke Berger synthetisierten 14 durchgeführt.
I. Theoretischer Teil 25
O O
O
O
1.)
2.) Reduktion
5 eq Styrol,
1 mol % 14
CH2Cl2, RT, 2 d O O
1. Reduktion
2. Ac2O
AcO OAc
5 eq Styrol,
1 mol % 14
CH2Cl2, RT, 2 h
Ph
AcO
Ph
OAc
33 34
35 36
61% Umsatz, 86% ee
E:Z 19:1
>98% Umsatz, 76% ee
E:Z >30:1
Schema 15: Synthese und AROCM von 33 und 35.
Abbildung 15: Mittels chiraler HPLC erhaltene Ergebnisse der AROCM von 33 (oben: 86% ee; unten:
Racemat); Bedingungen: OD-H, 254 nm, 80:20 n-Hexan/i-PrOH, flow 0.7 mL/min.
Abbildung 16: Mittels chiraler HPLC erhaltene Ergebnisse der AROCM von 35 (oben: 76% ee; unten:
Racemat); Bedingungen: OD-H, 254 nm, 99.5:0.5 n-Hexan/i-PrOH, flow 0.7 mL/min.
I. Theoretischer Teil 26
Bei der Suche nach weiteren Substraten wurde das literaturbekannte Diacetat 37
hergestellt.[28] Dieses konnte von 14 bei -10°C mit moderaten 60% ee zu 38 umgesetzt werden
(Schema 16, Abbildung 17).
Ph
1 mol% 14
CH2Cl2, -10°C, 12 h E:Z 21:1
AcO OAc >98% Umsatz, 60% ee
AcO OAc
37 38
Schema 16: AROCM von 37.
Abbildung 17: Mittels chiraler HPLC erhaltene Ergebnisse der AROCM von 38 (oben: 60% ee; unten:
Racemat); Bedingungen: OD-H, 254 nm, 99.8:0.2 n-Hexan/i-PrOH, flow 1.0 mL/min.
Um auch das Spektrum der Kreuzpartner für die AROCM zu erweitern, wurde 28 mit dem
käuflichen Phenylvinylsulfid 39 umgesetzt. Schwefel-funktionalisierte AROCM-Produkte
würden eine interessante Folgechemie ermöglichen. Desweiteren zeigte Phenylvinylsulfid in
vergangenen Studien interessante Regioselektivitäten bei der ROCM.[70] Es ließ sich jedoch
kein Umsatz von 28 unter Verwendung von GI und GII feststellen (Schema 17). Analoge
Versuche von David Schlesiger mit HII sowie unseren monosubstituierten Komplexen
führten ebenfalls zu keinem Umsatz.[57] Als Ursache wird die Bildung einer stabileren und
I. Theoretischer Teil 27
damit unreaktiveren Katalysatorspezies durch Substitution des Styrenethers mit
Phenylvinylsulfid angenommen.
OO
O
a) 2 eq 39,
1 mol% GI,
CH2Cl2, RT, 1 d
b) 1 eq 39,
2 mol% GII,
C6D6, 60°C, 1 d
28
Schema 17: Versuchte AROCM von 28 mit Phenylvinylsulfid 39.
1.5 Weitere Metathesearten
1.5.1 Versuche zur ACM
Zur weiteren Erforschung der neuen Katalysatoren wurden diese auch r eine weitere Artvon
Metathese eingesetzt. Die asymmetrische Kreuzmetathese wäre dabei eine besonders
vielversprechende Anwendung, da sie synthetisch eine Fülle an Möglichkeiten bietet. Bis jetzt
ist es nur der Grubbs-Gruppe geglückt, eine ACM mit Ru-Katalysatoren durchzuführen und
auch das gelang nur mit einem begrenzten Substratspektrum und bestenfalls moderater
Enantioselektivität (Schema 18).[28]
OTBS 5 mol% Katalysator
CH2Cl2, 40°C, 12 h
5 eq OAcAcO OTBS OAc
OTIPS 5 mol% Y
kein LM, 40°C, 6 h
5 eq
OAcAcO
OTIPS OAc
N N
iPr
iPr
iPr
iPr
Ru Ph
PCy3
Cl
Cl
PhPh
1: 12 % Umsatz, 37 % ee
42: 28 % Umsatz, 44 % ee
54 % Umsatz, 52 % ee
40 41
43 44
42
Schema 18: Literaturbekannte ACM mit Ru-Katalysatoren.[28]
I. Theoretischer Teil 28
Analoge Versuche zur ACM des prochiralen Substrats 40 unter Verwendung von 14 schlugen
fehl und es konnte kein Umsatz mittels 1H-NMR festgestellt werden (Schema 19).
OTBS 5 mol% 14
CH2Cl2, 40°C, 24 h
5 eq OAcAcO
40
Schema 19: Versuchte ACM mit 14.
1.5.2 Anwendung von 10 in der ROMP
Vor kurzem wurden in unserer Arbeitsgruppe chirale Ru-NHC-Komplexe erfolgreich zur
alternierenden ROMP eingesetzt [71,72] Dabei zeigten sich bei der Synthese von alternierenden
Copolymeren aus Norbornen (NBE) und Cycloocten (COE) bis dahin noch nicht erreichte cis-
Selektivitäten (rund 60% gegenüber rund 25% verwandter Grubbs-Systeme). Die
Verwendung von 10 führte ebenfalls zur erfolgreichen alternierenden Copolymerisation von
NBE und COE (Schema 20).
+0.05 mol% 10
CH2Cl2, RT
Ar
nm
Schema 20: Alternierende Copolymerisation von NBE und COE mit 10.
Das 13C-NMR-Spektrum zeigte die Bildung eines alternierenden Copolymers sowie von
poly(COE), welches nach Verbrauch des NBE gebildet wird (Abbildung 18). Poly(NBE)
wurde nicht gebildet. Mittels 1H-NMR konnte eine cis-Selektivität der Verknüpfung von 47%
ermittelt werden.
I. Theoretischer Teil 29
Abbildung 18: 13C-NMR des alternierenden Copolymers.
1.6 Synthese alkinfunktionalisierter Ru-Komplexe
Im Folgenden wurde versucht, immobilisierbare Katalysatoren herzustellen. Eine
Immobilisierung wäre vor allem deshalb von Interesse,[73] da Ru-Metathesekatalysatoren
aufwendig herzustellen sind und insbesondere für pharmazeutische Anwendungen eine
vollständige Abtrennung von Rutheniumresten vom Produkt gegeben sein muss. Zielstellung
war es, Präkatalysatoren mit einer Alkinfunktionalität herzustellen, damit diese dann im
Rahmen einer Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Rainer Haag an
Azidfunktionalisierte Polymere mittels Click-Chemie gebunden werden könnten. Als
Herausforderungen einer solchen Synthese wurden dabei sowohl die äußerst ähnliche Azidität
des Alkins und des Imidazoliumprotons als auch die Reaktivität der Dreifachbindung
gegenüber des für den Carben-Phosphin-Austausch zu verwendenden Präkatalysators
angesehen.
Als Ausgangsstoff sollte das Sulfamidat 16 mit dem guten Nucleophil Propargylamin
geöffnet werden (Schema 21). Dadurch erhielte man ein System mit einer sterisch gut
zugänglichen Alkinfunktionalität, die im späteren Verlauf der Synthese an
azidfunktionalisierte Polymere gebunden werden könnte. Der Ru-Präkatalysator 45 sollte
I. Theoretischer Teil 30
jedoch vor dieser Click-Reaktion gebildet werden, um diese synthetisch relativ schwierige
Aufgabe nicht zusätzlich durch die bereits bestehende Polymeranbindung zu erschwerden.
NH HN
N N
NNN16
[Ru]
45 46
NO
SO
O
Schema 21: Retrosynthese polymergebundener Ru-Komplexe auf Basis von 16.
Erste Versuche, 16 mit 1.5 Äquivalenten Propargylamin in refluxierendem MeCN zu öffnen,
zeigten keinen Umsatz (Tabelle 3). Thermische Reaktion des in Propargylamin gelösten 16 in
einer Mikrowelle führte wiederum wiederholt zur vollständigen Zersetzung zu unbekannten
Nebenprodukten. In der Absicht, den nucleophilen Angriff ohne thermische Energie
durchzuführen um derartige Zersetzung zu vermeiden, wurde die Sulfamidatöffnung unter
Verwendung hoher Drücke durchgeführt. Dazu wurde das Sulfamidat in Propargylamin
gelöst, in einen dünnen Plastikschlauch überführt und mittels einer hydraulischen Presse ein
Druck von 7.5 kbar angelegt. Auf diesem Weg konnte das gewünschte Produkt bei RT in
einer guten Ausbeute gebildet werden. Im Verlauf der weiteren Untersuchungen zeigte sich,
dass man stattdessen auch das in Propargylamin gelöste 16 bei moderaten Temperaturen von
40°C effektiv zu 46 umsetzen konnte. Dabei wurden ebenso hohe Ausbeuten wie bei der
Druckreaktion erzielt, allerdings ohne auf Mengen unter 500 mg an Sulfamidat durch die
geringe Größe des vorhandenen Druckreaktors beschränkt zu sein.
I. Theoretischer Teil 31
NH HN
16 46
NO
SO
O
H2N
Nr.
Bedingungen
T /°C
t /h
Ausbeute /%
1
1.5 eq H2N-C3H3
82
20
0[a]
2
9.5 eq H2N-C3H3, Mikrowelle (150 W)
100
1.5
0[b]
3
22 eq H2N-C3H3, 7.5 kbar
25
20
74
4
12 eq H2N-C3H3
40
48
74
Tabelle 3: Optimierung der Bedingung zur Synthese von 46; [a] 92% Substrat reisoliert, [b] Zersetzung.
Ausgehend vom Diamin 46 erfolgte nun die Bildung des entsprechenden Imidazoliumsalzes
47 (Schema 22). Nachfolgende Versuche zur Synthese des GII-homologen
Katalysatorsystems mittels Kalium-tert-Amylat und GI in n-Hexan schlugen fehl.
N N
BF4
8 eq HC(OEt)3,
4 eq NH4BF4,
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 7 h
46
61 %
Co2(CO)8
CH2Cl2, RT, 3h
NN
BF4
Co2(CO)6
82 %
KOtAmylat
GI
nHexan
a) KOtAmylat, GI, nHexan
b) KOtAmylat, GI, nHexan;
CuCl, iPropoxystyrol
c) KHMDS, HI, PhMe
47 48
Schema 22: Arbeiten zur Synthese alkinfunktionalisierter Ru-Komplexe.
Da man den Grund für den Fehlschlag der Direktsynthese in der Reaktivität der
Dreifachbindung vermutete, wurde im Folgenden ein Imidazoliumsalz synthetisiert, dessen
Alkinfunktionalität in Form eines Co-Carbonylkomplexes geschützt vorlag. Man erhoffte, so
eine Reaktion des GI bzw. HI mit der Dreifachbindung zu verhindern. Die Co-
Carbonylschützung zu 48 gelang in guter Ausbeute ausgehend von Tetrafluoroborat 47. Auch
I. Theoretischer Teil 32
von diesem Substrat ausgehend erwies es sich in mehreren Syntheseversuchen als nicht
möglich, den GII- oder HII-analogen Katalysator herzustellen.
Da als mögliche Ursache der Fehlversuche eine Nicholas-Reaktion der Base sowie
andere auf der Verwendung von externen Basen beruhende Nebenreaktionen vermutet
wurden, sollte der Einsatz einer Base vermieden werden. Um die Verwendung einer Base bei
der Generierung des Carbens zu umgehen wurde deshalb Pentafluorophenylverbindung 50
hergestellt. Diese Art von Verbindungen lassen sich thermisch unter Eliminierung von
Pentafluorbenzol zur Generierung von Carbenen einsetzen. [74,75] Nach der Synthese von 49
mit Pentafluorbenzaldehyd erfolgte die Umsetzung mit dem HI-Präkatalysator, wobei der
Reaktionsverlauf mittels 19F-NMR spektroskopisch verfolgt wurde (Schema 23). Es konnten
von der Eliminierung von Pentafluorbenzol verursachte Signale beobachtet werden, aber man
konnte im 1H-NMR kein Benzylidenproton einer neuen Metathesekatalysatorspezies
nachweisen.
NN
C6F5
9.3 eq C6F5CHO
PhMe, RT, 18 h
37 %
NHHN
Co2(CO)6
HI
C6D6, 60°C
49 50
Schema 23: Versuchte Katalysatorsynthese ausgehend von 50.
1.7 Synthese von Ru-Komplexen mit unsymmetrischer Elektronendichte
Die bisher bekannten chiralen, monodentaten Präkatalysatoren sowie die von uns
hergestellten Systeme wie 10 waren nur in Bezug auf ihre sterischen Bedingungen
unsymmetrisch substituiert. Ein neuer Ansatz war, einen NHC-Liganden zu synthetisieren,
welcher auch elektronisch eine Asymmetrie aufwies (Abbildung 19).
I. Theoretischer Teil 33
N N
[Ru]
EWG
Abbildung 19: Prinzip eines elektronisch unsymmetrisch N-substituierten Ru-Komplexes.
Bis dahin gab es lediglich ein achirales Beispiel der Grubbs-Gruppe, bei der einer der
N-Substituenten ein fluorierter, der andere ein nicht-fluorierter Aromat war.
[76]Rückgratsubstituenten waren bei diesen Komplexen jedoch nicht vorhanden. Ziel war es,
zu untersuchen, ob man durch Veränderungen der elektronischen Struktur des NHCs die
asymmetrische Induktion verstärken konnte. Hierfür wurde Bis-Trifluormethylbenzol als N‘-
Arylsubstituent gewählt, da dieses mit seinen zwei Trifluormethylgruppen dem Aromaten
einen stark elektronenziehenden Charakter verleihen würde. Als N-Aryl wurde wieder Toluol
gewählt, so dass man direkt das bereits vorhandene Sulfamidat 16 als Substrat einsetzen
konnte und der sterische Anspruch des erhaltenen Katalysators dem von 10 entspräche. Die
Öffnung des Sulfamidats mit N-Boc-3,5-bistrifluormethylanilin ebenso wie der Ringschluss
zum Imidazoliumsalz erfolgte dabei analog zur Synthese von 10 (Schema 24).
CF3
CF3
BocHN
NH HN
CF3
CF3
N N
BF4
CF3
CF3
1.) NaH
DMF, RT, 18 h
2.) TFA, RT, 1 d
55 % 48 %
8 eq HC(OEt)3
4 eq NH4BF4
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 16h
16
51 52
Schema 24: Synthese des Tetrafluoroborats 52.
Da der aus 52 entstehende NHC-Ligand relativ elektronenarm wäre, würde er auch
entsprechend weniger stark an das Metallzentrum binden als zum Beispiel der NHC von 10.
Dies würde bedeuten, dass es in Lösung teilweise zu einer Dissoziation des NHCs vom
Metallzentrum kommen könnte. Um daraus entstehende Konkurrenzsituationen zwischen dem
ebenfalls durch Dissoziation aus einem entsprechenden GII-Typ in Lösung vorhandenen
PCy3 zu vermeiden, wurden ausschließlich Versuche zur Synthese des phosphinfreien HII-
analogen Katalysators unternommen.
I. Theoretischer Teil 34
Die Synthese wurde analog zu 10 mit KHMDS und HI zunächst bei RT und später bei 70°C
durchgeführt (Schema 25). Allerdings wurden dabei nur geringe Umsätze erzielt. Deshalb
wurde polymergebundenes PPh3, welches zuvor mit CuCl beladen wurde, eingesetzt. Dies
sollte dazu dienen, dass beim Carben-Phosphinaustausch freiwerdende Phosphin zu binden,
um eine Konkurrenz mit dem elektronenarmen NHC zu verhindern. Es konnte jedoch nicht
mehr als 5% Ausbeute des noch immer verunreinigten Katalysators erhalten werden.
a) KHMDS, RT, C6D6;
HI, RT oder 70°C
b) KHMDS, HI, polymerg.
PPh3-CuCl, RT, C6D6
NN
Ru
O
Cl
Cl
< 5%
CF3
CF3
52
53
Schema 25: Synthese des Ru-Komplexes 53.
1.8 Zusammenfassung
Ausgehend von L-tert-Leucin konnte ein neuer Metathesekatalysator erfolgreich hergestellt
werden (Schema 26). Die flexible Syntheseroute involvierte ein Sulfamidat als
Zwischenprodukt, welches für die Synthese weiterer unsymmetrisch substituierter, chiraler
NHCs eingesetzt werden könnte. Die Kristallstruktur des in 12% Gesamtausbeute
synthetisierten 10 konnte erhalten werden. Der neue Katalysator wurde in der ARCM, der
AROCM und der alternierenden ROMP erfolgreich eingesetzt. Besonders in der AROCM
zeigten dieser und strukturell ähnliche Katalysatoren sehr gute Ergebnisse in Hinsicht auf
Enantio- und Diastereoselektivität, Aktivität und Stabilität.[54] Mit den beiden auf L-tert-
Leucin 17 basierenden Katalysatoren 10 und 11 wurden Kinetik-Experimente zur AROCM
sowie Studien zur minimal benötigten Katalysatorbeladung durchgeführt. Für die AROCM
wurden mehrere neue Substrate synthetisiert und erfolgreich mit aminosäurebasierten
Katalysatoren umgesetzt. Desweiteren wurden Studien zur Synthese sowohl alkin- als auch
trifluormethylhaltiger Ru-Komplexe durchgeführt.
I. Theoretischer Teil 35
1.) 1.5 eq BocHNMes
1.6 eq NaH
DMF, RT, 60 h
2.) TFA, RT, 16 h NH NHMes
78%
8 eq HC(OEt)3,
4 eq NH4BF4,
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 16 h
1.) KHMDS, RT, C6D6
2.) HI, RT, 60°C, 6 h
NN
Ru
O
Cl
Cl
53%
Mes
NN
BF4
57%
Mes
NH
O
OH NH OH
N O
S
O
NO
SO
O
H2N
O
OH
1.0 eq o-Bromtoluol
0.2 eq CuI
2.0 eq K2CO3
DMSO, 110°C, 3 d
70%
2 eq NaBH4
4 eq BF3*OEt2
THF, 0°C->66°C, 3 d
1.4 eq SOCl2
5.0 eq Pyridin
CH2Cl2, 0°C ->RT, 16 h
2 mol% RuCl3*H2O
2.2 eq NaIO4/Kieselgel
EtOAc/H2O, 0°C, 45 min
96%
77% 95%
17 18 19
20 16
21 22
10
Schema 26: Synthese des Ru-Präkatalysators 10.
I. Theoretischer Teil 36
2. Beiträge zur Entwicklung von chiralen Metathesekatalysatoren
basierend auf Chinaldinsäure
2.1 Zielstellung und Konzept
Neben den aminosäurebasierten chiralen Rutheniumkatalysatoren wurde in unserem
Arbeitskreis an einem weiteren neuen Katalysatorsystem gearbeitet. [62] [55] Ausgehend von
Chinaldinsäure wurden sowohl der GII- als auch der HII-analoge Katalysator hergestellt
(Abbildung 20). [55, 62]
NN
Ru
Mes
Cl
Cl
Ph
PCy3
NN
Ru
Mes
Cl
Cl
O
15a 15b
Abbildung 20: In der Arbeitsgruppe Blechert erfolgreich synthetisierte Katalysatoren.[55, 62]
Der Hintergrund war dabei, einen neuartigen unsymmetrisch substituierten, chiralen
Metathesekatalysator zu entwickeln, dessen Stereoinformation durch Verbrückung des
Rückgrats an Stelle von gehinderter Rotation direkt auf das Metallzentrum übertragen wird
(Abbildung 21).
Abbildung 21: Kristallstruktur von 15b; rechts: Seitenansicht entlang des Tetrahydrochinolins
(Mesitylsubstituent und Styrenether entfernt).[62]
I. Theoretischer Teil 37
Die Synthese der Katalysatoren des Typs 15 mit einer Verbrückung zwischen dem N-Aryl
und dem NHC-Rückgrat ging von der Chinaldinsäure (54) aus. Schlüsselschritt der Synthese
war die kinetische enzymatische Racematspaltung von rac-55 (Schema 27).
N CO2HN
HCO2Me
-Chymotrypsin
Sörensen-Puffer
30°C, 23 h 40%, max. 99 % ee
N
HCO2Me
N
HO
NHMes
NCO2H
O O
N
H
NHMes
BH3*SMe2
THF, 66°C
NNBF4NN
[Ru]
Abnahme auf 90-97 % ee
Mes Mes
54 rac-55 55
56 57 58
59 15
Schema 27: Zusammenfassung des Synthesewegs zu Katalysatoren des Typs 15. [62]
Diese bisherige Syntheseroute hatte allerdings diverse Nachteile: Zum einen war durch die
sehr frühe Einführung des Chiralitätszentrums die Verwendung einer Alloc-Schutzgruppe am
Stickstoffatom notwendig, was die Synthese um zwei Schritte verlängerte. So waren
insgesamt neun Syntheseschritte bis zum Imidazoliumsalz 59 notwendig. Außerdem kommt
es im Verlauf der Synthese zu einem erheblichen Verlust an chiraler Information des
Chinaldingerüsts. Besonders die Reduktion des Amids 57 führte dabei zu einer teilweisen
Racemisierung, durch die der ee auf bis zu 90% sank. Da die Festlegung auf Mesityl als N‘-
Substituent schon relativ früh in der Synthese erfolgte, war diese Route außerdem unflexibel
in Bezug auf die Variation des N‘-Substituenten.
Ziel war es nun, die bisherige Syntheseroute in Bezug auf deren Länge und die
Enantiomerenreinheit des Endproduktes hin zu optimieren.
I. Theoretischer Teil 38
2.2 Synthese des enantiomerenreinen Imidazolimsalzes aufbauend auf der racemischen
Syntheseroute
2.2.1 Ausfällung diastereomerer Salze
Für die racemische Synthese des Imidazoliumsalzes rac-59 existierte in der Arbeitsgruppe
bereits eine erheblich kürzere Syntheseroute, welche lediglich eine
säulenschromatographische Reinigung (nach der Reduktion zu rac-58) involvierte (Schema
28). [55]
N
O
HN Mes
1.) PivCl, NEt3, py
DCM, -10°C
2.) MesNH2, NEt3, py
DCM, RT
54 NaCNBH3
AcOH, DCM, RT NH
O
HN Mes
1.) BH3*SMe2
THF, 68°C
2.) HCl/MeOH NH HN Mes NNMes
HC(OEt)3,NH4BF4,
HCO2H
PhMe, 120°C
BF4
rac-59
60 rac-57
rac-58
Schema 28: Racemische Synthese des Imidazoliumsalzes rac-59.[55]
In der Absicht, die kinetische enzymatische Racematspaltung zu umgehen und stattdessen den
wesentlich kürzeren racemischen Syntheseweg zu nutzen, wurde versucht, auf verschiedenen
Zwischenstufen der Synthese mittels Ausfällung diastereomerer Salze eine
Enantiomerenanreicherung zu erhalten. Das zugrundeliegende Prinzip ist dabei in diesem
Fall, mit einer enantiomerenreinen Säure eines der beiden Enantiomere selektiv als
diastereomeres Salz auszufällen.[77-80]
Ausgehend vom Diamin rac-58 sollte mittels diastereomerer Salzbildung eine
Erhöhung des ee-Wertes des Diamins erzielt werden. Dazu wurden eine Testreihe
durchgeführt: Als Lösungsmittel wurden jeweils EtOH, Wasser, Aceton sowie EtOAc
verwendet. Als chirale Säuren verwendete man 1S-(+)-Campher-10-sulfonsäure,
Camphansäure, L-(+)-Weinsäure, (-)-Dibenzoylweinsäure, (-)-Di-4-toluoyl-weinsäure, S-(+)-
Mandelsäure, L-(+)-Apfelsäure, D-(+)-Camphersäure sowie 3-Brom-Campher-8-Sulfonsäure.
Keine der verwendeten Kombinationen führte dabei zur Ausbildung von Kristallen.
I. Theoretischer Teil 39
Dies warf die Frage auf, ob das Diamin rac-58 (Abbildung 22) das geeignete
Zwischenprodukt für eine solche Kristallisation sei. Beide Stickstoffatome von rac-58 waren
Anilinderivate mit nur unwesentlichen Unterschieden bezüglich ihrer Basizität und sterischen
Hinderung. Deshalb wurde stattdessen Amid rac-57 für weitere Kristallisationsversuche
gewählt, da nur das Stickstoffatom des Hydrochinolins basisch genug ist, um protoniert zu
werden.
Abbildung 22: Kristallstruktur des Diamins rac-58.
In diversen Lösungsmitteln wurde nun versucht, eine Enantiomerenanreicherung durch die
Ausfällung diastereomerer Salze zu erzielen. Dazu wurden als chirale Säuren zunächst D-(+)-
Camphersäure, L-(+)-Weinsäure sowie D-(+)-3-Bromcampher-8-sulfonsäure eingesetzt
(Tabelle 4).
Nr.
Chirales Reagenz
Lösungsmittel
Kristallbildung
ee[a]
1
L-(+)-Weinsäure
MeOH
ja
0
2
L-(+)-Weinsäure
MeOH/H2O 9:1
ja
0
3
L-(+)-Weinsäure
EtOH
ja
0
4
L-(+)-Weinsäure
EtOH/H2O 9:1
Ja
0
5
L-(+)-Weinsäure
Aceton
ja
0
6
L-(+)-Weinsäure
EtOAc
nein
n.d.
7
D-(+)-Camphersäure
MeOH
ja
0
8
D-(+)-Camphersäure
MeOH/H2O 9:1
ja
0
9
D-(+)-Camphersäure
EtOH
ja
0
10
D-(+)-Camphersäure
EtOH/H2O 9:1
ja
0
11
D-(+)-Camphersäure
Aceton
ja
0
12
D-(+)-Camphersäure
EtOAc
nein
n.d.
Tabelle 4: Versuche zur Salzbildung mit diversen chiralen Säuren; [a] Bestimmt durch chirale HPLC.
I. Theoretischer Teil 40
In keinem der lle konnte ein Enantiomerenüberschuss festgestellt werden. Versuche zur
Enantiomerenanreicherung unter Verwendung von enantiomerenreinem BINOL in Anlehnung
an literaturbekannte Beispiele schlugen ebenfalls fehl. [81, 82]
In der Annahme, dass die verwendeten Säuren nicht stark genug seien, um das nur
schwach basische Hydrochinolin zu protonieren, wurde für weitere Versuche (+)-
Camphersulfonsäure (CSA) verwendet. (+)-CSA erwies sich als stark genug, um rac-57 zu
protonieren und führte zur Ausfällung weißer Kristalle. Das entstandene Salz 61 sowie die
Ausgangsstoffe wurden hinsichtlich ihrer Löslichkeit in verschiedenen Lösungsmitteln
getestet (Tabelle 5).
Bedingungen:
rac-57
(+)-CSA
Diastereomeres Salz 61
löslich bei RT
DCM, Aceton,
MeCN
H2O, EtOH, MeOH,
Aceton, DCM,
MeCN
EtOH, MeOH, DCM
löslich in der
Siedehitze
EtOH, MeOH,
EtOAc, PhMe
EtOAc
H2O, EtOAc, MeCN
kaum/nicht
löslich
H2O, c-Hexan,
MTBE
PhMe, c-Hexan,
MTBE
Aceton, PhMe, c-Hexan,
MTBE
Tabelle 5: Qualitative Löslichkeitsversuche.
Für die Vermessung mittels chiraler HPLC konnte das Amid rac-57 durch einfaches waschen
des in DCM gelösten Salzes 61 mit einer gesättigten K2CO3-Lösung erhalten werden.
Versuche der Umkristallisation in verschiedenen Lösungsmitteln (H2O, MeCN, Aceton,
EtOAc) führten zu keiner Enantiomerenanreicherung. Die Verwendung von DCM konnte
erfolgreich zur Enantiomerenanreicherung verwendet werden, aber die erzielten ee-Werte
betrugen lediglich maximal 20%. Desweiteren erwies sich die Kristallisation als sehr
unzuverlässig, sodass unter den identischen Bedingungen durchgeführte Kristallisationen oft
zu großen Teilen nicht zur Bildung von Kristallen führten. Mittels der in Schema 3.1
gezeigten Syntheseroute wurde das R-Enantiomer des Amids 57 mit 87% ee ausgehend von
dem bei der kinetischen Racematspaltung erhaltenen, angereicherten 55 erfolgreich
synthetisiert. Dessen Einsatz sowie des korrespondierenden CSA-Salzes als
Kristallisationskeim führte jedoch ebenfalls zu keiner Verbesserung der
Kristallisationsergebnisse.
I. Theoretischer Teil 41
Ein interessantes Ergebnis hinsichtlich der Neigung des CSA-Salzes, aus vielen
Lösungsmitteln racemisch auszufallen, ergab sich bei diesen Kristallisationsversuchen mit
dem R-Amid 57. So kam es unter der Verwendung von EtOAc als Lösungsmittel zur
Ausfällung enantiomerenabgereicherten Amids als CSA-Salz (67% ee). In der Lösung
hingegen blieb fast enantiomerenreines Amid übrig (99% ee). Diese Ergebnisse wurden an
Anne Giraud weitergegeben, die weitere Verfahren zur erneuten Enantiomerenanreicherung
der enantiomerenabgereicherten Ligandenvorstufen untersuchte.
Insgesamt wurden weitere Tests zur Enantiomerenanreicherung ausgehend von
racemischen Verbindungen durch Bildung diastereomerer Salze aufgrund der geringen
Aussicht auf Erfolg unterlassen. Die geringe Basizität des Hydrochinolins, welche die
Auswahl an glichen chiralen Säuren stark einschränkt, ist dabei als größtes Hindernis
anzusehen.
2.2.2 Bildung kovalent-gebundener diastereomerer Derivate
Als Alternative zur Bildung diastereomerer Salze wurde versucht, kovalente Diastereomere zu
bilden und zu trennen. So gelang zum Beispiel sowohl den Gruppen um Herrmann (Schema
29 oben)[83] als auch um Metallinos (Schema 29 unten) [84,85] die Racematspaltung chiraler
Diamine unter Verwendung eines chiralen Phosphor(V)-Addukts auf Mentholbasis.
NH HN PhPh
N N
Ph
Ph P
S O
1. Umkristallisation
2. LiAlH4
NH HN PhPh
NH HN PhPh
+
1. PCl3
2. (-)-Menthol
3. S8
NN
Ph
Ph P
SO+N N
Ph
Ph P
SO
1. PCl3
2. (-)-Menthol
3. S8
NH
NH
Schema 29: Beispiele r die Synthese diastereomerer Verbindungen auf Mentholbasis.
I. Theoretischer Teil 42
Analog hierzu wurde vom Diamin rac-58 ausgehend in einer Eintopfreaktion das
entsprechende Addukt 62 generiert (Schema 30). Die anschließende Säulenchromatographie
sowie mehrere Umkristallisationen aus cyclo-Hexan führten jedoch nicht zu einer Trennung
der Diastereomere. Die Vermutung war, dass durch die unsymmetrische N-Substitution von
58 und die große umliche Entfernung zwischen dem Chiralitätszentrum des Substrates und
des Menthols keine ausreichende Unterscheidung der Diastereomere bezüglich deren
physikalischer Eigenschaften erzielt wurde. Bei der Betrachtung des 13C-NMR-Spektrums
fielen vor allem die äußerst geringen Unterschiede in der chemischen Verschiebung der
Signale ins Auge (Abbildung 23). So waren im 13C-NMR die Signale der Diastereomere in
fast allen Fällen um weniger als 0.1 ppm gegeneinander verschoben. Bei den 1H-NMR-
Spektren (400 MHz) ließ sich nicht erkennen, dass ein Diastereomerengemisch vorlag.
P
SO
1. N,N-Dimethylanilin,
PCl3,CH2Cl2, 40°C, 1 h
2. (-)-Menthol, 40°C, 1 h
3. S8, 40°C, 1 h
NH HN Mes NN Mes
47%
rac-58
62
Schema 30: Synthese des Methanoladdukts 62.
Abbildung 23: 13C-NMR-Spektrum von 62 (100 MHz).
I. Theoretischer Teil 43
2.3 Syntheseroute zu 59 basierend auf einem Sulfamidat
Aufbauend auf den Vorarbeiten bei der Synthese des aminosäurebasierten Katalysators 10
wurde getestet, ob ein alternativer Zugang zum Imidazoliumsalz 59 über ein Sulfamidat
möglich ist (Schema 31). Dies hätte mehrere Vorteile: Zum einen würde sich die Synthese
durch den Verzicht auf Schutzgruppen im Vergleich zu Schema 3.1 auf sieben Stufen
verkürzen. Desweiteren könnte der Verlust an chiraler Information durch die Umgehung
harscher Reaktionsbedingungen wie bei der Reduktion des Amids 58 minimiert werden. Da
sich Sulfamidate außerdem als sehr einfach zu kristallisieren herausgestellt hatten, bestünde
die Option, auf der Sulfamidatstufe durch wiederholte Umkristallisation die
Enantiomerenreinheit der Ligandenvorstufe zu erhöhen. Desweiteren wäre diese
Syntheseroute erheblich flexibler in Bezug auf den N‘-Substituenten, da dieser erst in einer
späten Synthesestufe festgelegt werden würde.
N CO2HN
HCO2Me
1.) Veresterung
2.) Hydrierung
3.) Racematspaltung
Reduktion
N
HOH
1.) Sulfamidit-
bildung
2.) Oxidation N
O
S
OO
NNMes
BF4
1.) MesNH2
2.) Ringschluss
54 55 63
64 59
Schema 31:glicher Syntheseweg zum enantiomerenreinen 59.
Um herauszufinden, ob eine derartige Methodik auf unser Chinaldinsystem anwendbar war,
wurde zunächst eine racemische Syntheseroute gewählt (Schema 32). Die Veresterung der
Chinaldinsäure gefolgt von einer Reduktion mit NaBH4 führte zu Alkohol 66.[86] Dessen
Heterocyclus ließ sich selektiv mittels PtO2 als Katalysator hydrieren. Einen deutlich
schnelleren Zugang zu rac-63 bot die direkte Reduktion der Chinaldinsäure mit LiAlH4.
Diese führte zu einem Gemisch aus 66, rac-63 sowie einer Spezies mit teilweise reduziertem
Heterocyclus. Die Hydrierung dieses Gemischs führte, ohne dass eine weitere Reinigung der
Substanz notwendig war, in sehr guter Ausbeute zu reinem rac-63.
I. Theoretischer Teil 44
N CO2Me
N
H
NOH
OH
1.) LiAlH4, Et2O
0°C -> 35°C, 1.5 d
2.) H2, PtO2
MeOH, RT, 2 d
Ref. 86 Ref. 86
H2, PtO2
MeOH, RT, 2 d
95 %
87 %
80 % 97 %
54
65 66
rac-63
Schema 32: Synthese des Aminoalkohols rac-63.
Ausgehend von Aminoalkohol rac-63 erfolgte nun die Synthese des Sulfamidits rac-67,
welches in sehr guter Ausbeute erhalten wurde (Schema 33). Dabei zeigte sich, dass ein
Diastereomerengemisch von ca. 1.5:1 gebildet wurde. Die darauf folgende Oxidation des
Diastereomerengemischs zum Sulfamidat erfolgte mittels RuCl3•H2O und NaIO4 auf
Kieselgel. Das gebildete Sulfamidat rac-64 zeigte wie erwartet eine starke Neigung zur
Ausbildung von Kristallen und es konnten Einkristalle für eine röntgenkristallogaphische
Bestimmung der Molekülstruktur aus n-Hexan erhalten werden (Abbildung 24).
N
H
OH NO
S
O
NO
S
OO
SOCl2, py
CH2Cl2,
C -> RT, 16 h
88% 88%
RuCl3*H2O,
NaIO4/Kieselgel
EtOAc/H2O,
0 °C, 1 h
rac-63 rac-64rac-67
Schema 33: Synthese des Sulfamidats rac-64.
Abbildung 24: Kristallstruktur von Sulfamidat rac-64.
I. Theoretischer Teil 45
Für die Öffnung des Sulfamidats wurden nun verschiedene N-Nucleophile getestet
(Tabelle 6). Während Anilinderivate bei niedrigen Temperaturen kaum Umsatz zeigten
(Eintrag 1 und 2), konnte mit dem deutlich nucleophileren Benzylamin schon nach kurzer Zeit
in refluxierendem MeCN vollständiger Umsatz erreicht werden (Eintrag 3). Die wenig
nucleophilen Anilinderivate ortho- und para-Toluidin konnten in einem Mikrowellenreaktor
erfolgreich als Nucleophile eingesetzt werden (Eintrag 4 und 5). Da sich im Verlauf der
Arbeiten an diesem Projekt herausstellte, das bei der Öffnung aminosäurebasierter
Sulfamidate wie 16 die Verwendung von zuvor deprotoniertem Boc-Mesidin bessere
Ergebnisse lieferte, wurde diese Methodik auch für Sulfamidat rac-64 angewendet und
vollständiger Umsatz bei der Ringöffnung erzielt (Eintrag 6).
NO
SO
O
NHHN R
H2N-R
Nr.
Nucleophil
Bedingungen
Umsatz[a]
1
para-Toluidin
1.2 eq Nu, MeCN, RT, 16 h
< 10 %
2
ortho-Toluidin
1.2 eq Nu, MeCN, RT, 16 h
< 10 %
3
Benzylamin
1.2 eq Nu, MeCN, 55 °C, 2.5 h
> 98 %
4
para-Toluidin
MW (100 °C, 150 W), 1 h
> 98 %
5
ortho-Toluidin
MW (100 °C, 150 W), 1.5 h
> 98 %
6
Boc-Mesidin
1.5 eq Nu, 1.7 eq NaH, DMF, RT, 14 h
> 98 %[b]
Tabelle 6: Test verschiedener Nucleophile und Bedingungen zur Öffnung von rac-64; [a] Bestimmt durch
1H-NMR der Rohlösung; [b] 47 % isolierte Ausbeute (nicht optimiert).
Das bereits bekannte Diamin rac-58 sowie sterisch weniger gehinderte Derivate ließen sich
somit über eine solche Sulfamidatroute erfolgreich herstellen. Die weiteren Arbeiten und der
erfolgreiche Einsatz dieser Syntheseroute für die enantiomerenreine Synthese chiraler Ru-
Katalysatoren des Typs 15 wurden von Axel Kannenberg weitergeführt.[87] Ausgehend von
rac-58 konnte das Imidazoliumsalz rac-59Cl erfolgreich hergestellt werden (Schema 34).
Dies hatte den Vorteil, dass es im Gegensatz zu 59 sowie den meisten anderen
Imidazoliumsalzen unlöslich in Aceton war. Somit konnte das sauberes rac-59Cl durch
einfaches Waschen mit Aceton in guter Ausbeute erhalten werden. Der entsprechende dimere
Silberkomplex rac-59Ag konnte unter Verwendung von frisch hergestelltem Ag2O erhalten
I. Theoretischer Teil 46
werden. Dieser könnte nach Optimierung der Synthese in Zukunft mit
Rutheniumpräkatalysatoren wie GI und HI umgesetzt werden, um durch Ag-Ru-Austausch
die korrespondierenden Metathesekatalysatoren auf eine alternative Weise zu generieren.
NNMes
8 eq HC(OEt)3,
4 eq NH4BF4,
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 14 h
Cl
rac-59Cl
rac-58
77%
Ag2O,
4Å Molekularsieb
CH2Cl2, RT, 16 h
18%
NNMes
NN
Mes
AgCl
rac-59Ag
Schema 34: Generierung des Chlorids rac-59Cl sowie des Silberkomplexes rac-59Ag.
2.4 Racemische Synthese eines Imidazoliumsalzes ausgehend von 8-Hydroxychinaldin
Komplementär zu den beschriebenen Chinaldinsäuresystem wurde die Überlegung angestellt,
ob ein weiterer Substituent, z.B. ein Phenolat, durch Chelatisierung einen positiven Einfluss
auf die Enantioselektivität sowohl in Bezug auf die asymmetrische 1,4-Addition mit Cu-
NHC-Komplexen als auch für etwaige Metathesekatalysatoren haben könnte. Das
zugrundeliegende Prinzip war dabei, ausgehend vom kostengünstig erhältlichen
8-Hydroxychinaldin (68) einen entsprechenden NHC analog der racemischen Syntheseroute
von 59 herzustellen (Schema 35).
N
OH N CO2H
OH
N
OH
NMes
BF4
68 69 70
Schema 35: Synthesekonzept r Imidazoliumsalz 70.
Die Phenolfunktion ließe sich dabei auch als Ausgangspunkt für weitere Derivatisierungen
verwenden. So wäre eine Triflierung mit anschließender metallkatalysierter Kupplung zu
I. Theoretischer Teil 47
einer Vielzahl von Resten X in nächster Nähe des reaktiven Zentrums denkbar (Schema 36).
Gegebenenfalls könnte eine solche Kupplung auch auf einer früheren Synthesestufe
durchgeführt werden.
N
OH
NMes
1.) Triflierung
2.) Kupplung N
X
NMes
BF4
70 71
BF4
Schema 36: Beispiel für eine mögliche Funktionalisierung von 70.
Die Synthese der benzylgeschützten 8-Hydroxychinaldinsäure 73 gelang auf Grundlage einer
literaturbekannten Syntheseroute (Schema 37). [88] Dabei wurde zunächst die Phenolfunktion
von 68 als Benzlyether geschützt, da von einem störenden Effekt des ungeschützten Phenols
bei der darauffolgenden Oxidation der Methylgruppe mit SeO2 berichtet wurde. Die
Oxidation zur Carbonsäure 73 wurde gefolgt von einer Amidkupplung mit Mesidin zu 74.
BnBr, KOH
EtOH, 78°C, 20 h N
OBn
83 %
N CHO
OBn
45 %
SeO2
1,4-Dioxan,
80°C, 3.5 h
N CO2H
OBn
1.3 eq H2NSO3H,
1.3 eq NaClO2
H2O/THF,
RT, 45 min
1.2 eq PivCl,
1.1 eq H2N-Mes
1.2 eq Py, 2.1 eq NEt3
CH2Cl2, 0 °C -> RT, 16 h N
OBn
O
HN Mes
74 % 60 %
68
71 72
73 74
Schema 37: Synthese von 74.
Das aromatische System des Heterozyklus wurde als nächstes mit NaCNBH3 in guter
Ausbeute zu 75 reduziert. Da man diese Transformation auch theoretisch enantioselektiv
ausführen könnte, war es von Interesse, ein Verfahren für die Oxidation von 75 zu 74 zu
finden. Damit ließe sich ein durch eine kinetische Racematspaltung erhaltenes unerwünschtes
Enantiomer wieder in das achirale Vorgängermolekül 74 umwandeln. Die entsprechende
I. Theoretischer Teil 48
Oxidation ließ sich erfolgreich mit DDQ durchführen und führte ohne Optimierung in
akzeptabler Ausbeute zu 74. Die nun folgende Reduktion des Amids 75 mit Boran-
Dimethylsulfidkomplex gefolgt von saurer Aufarbeitung mit HCl-gesättigtem MeOH führte
teilweise zur Entschützung des Benzylethers. Dabei konnten beide Produkte mittels
Säulenchromatographie isoliert werden (Schema 38).
2 eq NaCNBH3
AcOH, RT, 2 d
74 NH
OBn
O
HN Mes
83%
NH
OR
HN Mes
R = Bn 34%
= H 24%
1.) 8 eq BH3*SMe2
THF, 68 °C , 16 h
2.) HCl/MeOH, 64°C , 1.5 h
75 76Bn
76OH
1.6 eq DDQ
CH2Cl2, RT, 3 h
74%
Schema 38: Reduktion des Amids 75.
Versuche, den Benzylether von 76Bn zu entschützen, schlugen zunächst fehl. Weder der
Einsatz hoher Wasserstoffdrücke noch alternative Entschützungsbedingungen führten zum
gewünschten Ergebnis (Tabelle 7).
Nr.
Bedingungen
1
10 % Pd/C, 15 bar H2, iPrOH/MeOH (1:1), RT, 16 h.
2
10 % Pd/C, 50 bar H2, MeOH, RT, 16 h.
3
10 % Pd/C, 50 bar H2, MeOH/AcOH (2:1), RT, 16 h.
4
15 eq NaI, 15 eq TMSCl, MeCN, 60 °C, 16 h.
5
4 eq PhNH2, 3 eq AlCl3, DCM, RT, 3 h.
6
TFA, DCM, RT, 2.5 d
7
H-Cube (1.0 ml/min), 10 % Pd/C, 1 bar H2, EtOH/AcOH (2:1), 60 °C.
Tabelle 7: Versuche zur Umsetzung von 76Bn zu 76OH.
Erst die Verwendung relativ drastischer Hydrierungsbedingungen mit Hilfe eines H-Cubes
führten nach zwei aufeinanderfolgenden Durchläufen zu einer erfolgreichen Entschützung zu
76OH in 73% Ausbeute (Schema 39).
I. Theoretischer Teil 49
NH
OBn
HN Mes NH
OH
HN Mes
1.) H-Cube (1.0 mL/min),
10 % Pd/C, 60 bar H2,
EtOH/AcOH (10:1), 60°C
2.) H-Cube (1.0 mL/min),
10 % Pd/C, 70 bar H2,
EtOH/AcOH (10:1), 60°C
73%
76Bn 76OH
Schema 39: Erfolgreiche Entschützung von 76Bn unter Verwendung des H-Cubes.
Die Synthese des Tetrafluoroborats erfolgte analog zu den bereits in dieser Arbeit
beschriebenen Systemen (Schema 40). Kristalle mit ausreichender Qualität für eine
Kristallstruktur konnten für das 70 analoge Triflat 70-OTf erhalten werden (Abbildung 25).
Man sieht, dass die Phenolfunktionalität sich sehr nahe dem Carbenvorläufers befindet und
ein vielversprechendes System für bidentate NHCs darstellen könnte.
NNMes
BF4
8 eq HC(OEt)3
4 eq NH4BF4
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 14 h
76OH
59% OH 70
Schema 40: Synthese des Tetrafluoroborats 70.
Abbildung 25: Kristallstruktur von 70-OTf.
Ausgehend von diesem System könnten racemische Metathesekatalysatoren synthetisiert
werden und deren Reaktivität getestet werden. Sollte das neue System vielversprechende
Ergebnisse bezüglich dessen Reaktivität zeigen, so wäre ein enantiomerenreiner Zugang
denkbar. Dies könnte sowohl enzymatisch analog 55 als auch durch asymmetrische Reduktion
eines der Zwischenprodukte geschehen. So konnte zum Beispiel das strukturell verwandte 2-
Methylchinolin sowohl mit Hilfe des Noyori-Systems,[89] Phosphin-Liganden[90] als auch
chiralen Brönstedtsäuren [91]mit exzellenten Enantioselektivitäten reduziert werden.
I. Theoretischer Teil 50
2.5 Zusammenfassung
Es wurden verschiedene Zugangsarten zum racemischen Imidazoliumsalz rac-59 getestet. Es
konnte gezeigt werden, dass die Enantiomerenanreicherung mittels Bildung diastereomerer
Salze ausgehend von rac-57 und rac-58 nicht erfolgsversprechend war. Gleiches galt für die
kovalent gebundenen Diastereomere auf Mentholbasis 62.
Ein verbesserter Syntheseweg konnte für das racemische Chinaldinsäure-System
entwickelt werden. Diese von Axel Kannenberg weiterentwickelte Synthese ermöglichte es
kürzlich, die gewünschten Katalysatoren des Typ 15 mit Enantiomerenreinheiten >99 %
herzustellen.[87] Dies wurde sowohl durch den Verzicht auf eine Amidreduktion mit Boranen
als auch durch die glichkeit der Enantiomerenanreicherung des Sulfamidats 64 mittels
wiederholter Umkristallisation erreicht.
Es wurde der neue NHC-Vorläufer 70 mit einer racemischen Syntheseroute
hergestellt. Dieser könnte sowohl für künftige bidentate Metathesekatalysatoren als auch für
andere Aufgaben im Bereich der homogenen Katalyse Verwendung finden. Desweiteren wäre
zu diesem Ligandentyp auch ein anderer Zugang denkbar. Ausgehend von der
Sulfamidatöffnung von 64 könnte man dieses in situ mit einer zweiten Boc-Schutzgruppe
versehen und für eine ortho-Lithiierung einsetzen (Schema 41). Dieses Vorgehen hätte
mehrere Vorteile: Man könnte das bereits bewährte Verfahren zur Enantiomerenanreicherung
der Vorstufe 55 verwenden. Desweiteren ist der direkte Einbau verschiedenster
Funktionalitäten möglich, ohne den Umweg über eine O-basierte Funktionalität gehen zu
müssen. Da außerdem bereits eine Boc-Schutzgruppe in dem intermediären
Ringöffnungsprodukt vorhanden ist, könnte man diese zusammen mit der neu eingeführten,
zweiten Boc-Gruppe abspalten, so dass lediglich ein zusätzlicher Syntheseschritt anfällt.
NSO
O O
1.) BocNH-Mes
2.) Boc2ON N Mes
Boc Boc
1.) R-Li
2.) E
3.) H
NHHN Mes
E
64 77 78
Schema 41: Möglicher Zugang zu einem C-8-funktionalisierten Hydrochinolin 78.
I. Theoretischer Teil 51
3. Aminosäurebasierte NHC-Liganden in der asymmetrischen 1,4-Addition
3.1 Zielstellung und Konzept
Die enantioselektive Addition von Nucleophilen an α,β-ungesättigte Carbonylverbindungen
ist eine Methode von herausragender Bedeutung zu Generierung neuer Stereozentren.[92,93]
Schon früh wurden Dialkylzink-Reagenzien unter Cu-Katalyse als Nucleophile eingesetzt, da
sie sich gegenüber einer Vielzahl von funktionellen Gruppen tolerant zeigen und kaum
unkatalysierte Reaktionen mit ungesättigten Carbonylverbindungen eingehen. Diese geringe
Reaktivität in Abwesenheit von Liganden[94] führte zu einem sprunghaften Anstieg der Zahl
an bekannten Phosphor-basierten Liganden,[95] welche sich wiederum als besonders effektiv
für die asymmetrische 1,4-Addition mit Zn-Verbindungen herausgestellt hatten.
Mechanistisch wird davon ausgegangen, dass zunächst ein Alkyltransfer auf das
Kupferzentrum stattfindet (Schema 42). Dieser wird gefolgt von einer Koordination des Zinks
an den Carbonylsauerstoff, während das Kupfer einen π-Komplex mit der Doppelbindung des
Enons bildet. Dabei wäre auch eine weitere Koordination von Diethylzink an Intermediat A
denkbar.[92] Vom bimetallisch verbrückten Komplex A ausgehend ist nun sowohl ein
Alkyltransfer über ein Cupration B als auch ein oxidative Addition reduktive
Eliminierungsmechanismus über Cu(III)-Enolat C denkbar. Unabhängig vom Reaktionsweg
bildet sich am Ende nach Abspaltung des Kupfers aus Enolat D das thermodynamisch stabile
Dimer E.
I. Theoretischer Teil 52
CuOTf + 2L CuL2OTf-Cluster
EtZnOTf CuEtL2
O
OZn
Et
OTf
Cu
Et L
L
OZnEt
Cu L
Et L
OZnEtEtZn O
Et
Et
OZnEtEtZn O
Et
Et
CuL2
OZnEt
Et
CuL2
I
III
Cu(III)-
Übergangszustand
Carbocuprat
OTf
OTf
A
BC
D
E
Schema 42: Vermuteter Katalysezyklus der Cu-katalysierten Diethylzinkaddition.[93]
Neben P-basierten Liganden können ebenso NHC-Liganden eingesetzt werden, um die
Addition von Dialkylzinkverbindungen zu ermöglichen.[96] So wurden von Alexakis et al
schon früh NHCs wie z.B. 79 eingesetzt, welche ihre Chiralität Stereozentren an der N-
Seitenkette verdanken (Abbildung 26).[97] Dabei erreichten diese Liganden jedoch nur
moderate Enantioselektivitäten. So lieferte 79 bei der Umsetzung von Cyclohexenon (H6) mit
Diethylzink das gewünschte Produkt mit 54% ee.
I. Theoretischer Teil 53
N N
2-Naphthyl 2-Naphthyl BF4
BF4
N N
Cu tBu
Cl
THF O
N N
Ph Ph
OMeMeO
BF4
NNMes
Ph Ph BF4
Ph
OH
80
85
83 86
84
N N
H3N
2Br
Bn
79
1-Naphthyl NN1-Naphthyl
Ph
Ph
N N
Mes R
R'O
PF6
R = tBu, R' = H
R = iBu, R' = Mes 81
82
Abbildung 26: Eine Auswahl bekannter NHC-Systeme für die asymmetrische 1,4-Addition.
Bei weiteren Liganden von Alexakis war das NHC-Rückgrat die Quelle der
Stereoinformation. Bei der Addition von Ethylmagnesiumbromid an 3-Methylcyclohexenon
M6 konnte 80 einen Enantiomerenüberschuss von 73% erzielen.[98] Die am weitesten
verbreitete Klasse ist jedoch die der bidentaten NHCs. Es sind viele gliche Chelate in der
N-Seitenkette bekannt. Vor allen Dingen sauerstoffbasierte Funktionalitäten wie Alkoholate
(81; je nach Substrat bis zu 96 % ee),[99] Mesylate (82; 83% ee für H6) [100,101], Ether (83; 80%
ee für M6)[102] sowie Phenolate (84; bis 97% ee bei linearen Systemen) wurden eingesetzt,
aber auch andere Funktionalitäten, wie z. B. Amine (85, 61% ee für H6)[103], sind bekannt.[104]
Sogar die entsprechenden Cu-Komplexe eines Alkoholat-basierten Bidentaten NHCs konnten
isoliert und in der Diethylzinkaddition an H6 eingesetzt werden (86; 51% ee). [105]
Die Generierung des Cu-Komplexes erfolgt meist in situ durch Deprotonierung des
Imidazoliumsalzes. Dies kann durch eine externe Base, wie z. B. BuLi, geschehen. Verwendet
man die stark basischen Grignardverbindungen an Stelle von Alkylzinkreagenzien, so sind
diese ausreichend basisch, um das Imidazoliumsalz zu deprotonieren. Eine attraktive
Alternative zur Bildung der Cu-Komplexe bietet die Ummetallierung von
Silbercarbenkomplexen mit Cu-Salzen.[106-110] Die gängigste Synthesemethode zur
Generierung von Ag-NHC-Komplexen, welche meist deutlich stabiler als ihre Cu-Analoga
sind, ist die Umsetzung des entsprechenden Imidazoliumsalzes mit Silber(I)-Oxid. Neben der
besseren Reproduzierbarkeit und der kleineren Anzahl möglicher Fehlerquellen durch
Verzicht auf den Deprotonierungsschritt werden oft auch höhere Enantioselektivitäten mit
Hilfe von Ag-NHC-Komplexen erhalten. So liefern zum Beispiel 87 mit 62% und 88 mit 69%
geringfügig bessere Enantiomerenüberschüsse als vergleichbare Imidazoliumsalze, die in situ
deprotoniert wurden (Abbildung 27).[97, 111]
I. Theoretischer Teil 54
NNMes
Ag
O
Ph Ph
NNMes
Ag
Ph Ph
NN
AgCl
OMe
MeO
tBu tBu
NN
AgCl
Ph
Ph
87 88
89 90
SO2
O
Abbildung 27: Erfolgreich in der asymmetrischen 1,4-Adition eingesetzte NHC-Ag-Komplexe.
Als bis jetzt effizienteste Katalysatoren haben sich jedoch dimere NHC-Ag-Komplexe der
Hoveyda-Gruppe erwiesen. So konnte mit dem phenolatbasiertem 89[112,113] sowie dem
Sulfonat 90[114] exzellente ee-Werte von bis zu 97% bei einer Vielzahl von Substraten erreicht
werden. Auch für die asymmetrische allylische Alkylierung (AAA) konnten sie erfolgreich
eingesetzt werden.[115,116] Somit wurde in den letzten Jahren eine Vielzahl chiraler NHC-
Liganden für die asymmetrische 1,4-Addition beschrieben.
Die Aufgabenstellung war es nun, das bestehende Spektrum Cu-NHC-Komplexen für
die asymmetrische 1,4-Addition um die neuartigen NHC-Liganden auf aminosäurebasis zu
erweitern. Als das in der Literatur am häufigsten verwendete System wurde die Addition von
Diethylzink an Cyclohexenon (H6) als Testsystem gewählt. Abgesehen von einer chiralen
ionischen Flüssigkeit[117] gab es zu diesem Zeitpunkt meines Wissens nach noch keine NHC-
Komplexe auf Valin- oder tert-Leucin-Basis, welche in der asymmetrischen Synthese
eingesetzt wurden.
O
O
Et
NHC*
Base
Cu-Salz
Et2Zn
H6 H6Et
Schema 43: Addition von Diethylzink an H6 katalysiert durch chirale NHC-Cu-Komplexe.
I. Theoretischer Teil 55
Zunächst sollte ein neuer Ligand hergestekkt werden, um die Reaktionsbedingungen der 1,4-
Addition zu optimieren. Als nächster Schritt sollten parallel weitere aminosäurebasierte NHC-
Liganden hergestellt und mit den optimierten Bedingungen getestet werden. Dabei ließen sich
verschiedene Parameter variieren: Variation des Rückgratsubstituenten R sowie die
Verwendung unterschiedlich R‘-substituierter Aromaten sollten einen Einblick auf die
Einflüsse der sterischen Faktoren auf die Enantioinduktion liefern. Der R‘‘-Seitenarm an der
N‘-Position wiederum könnte vor allem in Hinsicht auf verschiedene chelatisierende
Funktionalitäten hin modifiziert werden. Aus den Ergebnissen der Additionen sollten
abschließend Rückschlüsse auf die Natur der für die erfolgreiche Übertragung der
Stereoinformation nötigen Strukturelemente gezogen werden.
N N
R
R''
R'
unterschiedlicher
sterischer Anspruch komplexierende
Funktionalitäten
Abbildung 28: Zu variierende Positionen bei der Synthese neuer NHC-Liganden.
3.2 Synthese eines Modell-Liganden
Sulfamidat 16, welches als Ausgangspunkt der Synthese diente, konnte, wie bereits in Kapitel
1.2 beschrieben, hergestellt werden (Schema 5). Die folgende Öffnung von 16 wurde zunächst
mit ortho-Anisidin durchgeführt. Dieses wurde als besonders vielversprechend im Vergleich
zu den bereits literaturbekannten Systemen angesehen (Schema 44), da es mit seiner
Etherfunktionalität über eine chelatisierende und gleichzeitig chemisch relativ inerte
Gruppierung verfügt. Die Synthese erfolgte durch lösen von 16 in ortho-Anisidin und erhitzen
in einer Mikrowelle gefolgt von saurer Abspaltung der bei der Öffnung des Sulfamidats
entstehenden Sulfaminsäure.
I. Theoretischer Teil 56
NH
62%
16
1.) 7 eq o-Anisidin,
MW (100°C,
150 W, 1.5 h)
2.) 2 M HClaq, RT, 18 h
HN
MeO
NN
BF4
8 eq HC(OEt)3
4 eq NH4BF4
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 16 h
77%
MeO
91 L1
Schema 44: Synthese von L1.
Im Verlaufe der Arbeit zeigte sich aufgrund von Arbeiten Daniel Rosts, dass die Öffnung mit
Boc-geschützten und zuvor deprotonierten Anilinderivaten bessere Ausbeuten liefert und
keine Mikrowelle benötigt.[55] Analog dazu lässt sich auch Boc-geschütztes ortho-Anisidin für
die Sulfamidatöffnung verwenden (Schema 45). Dies erfolgte mit 41 % Ausbeute (nicht
optimiert). Als Hauptursache für die niedrige Ausbeute wurde die zu diesem Zeitpunkt noch
nicht optimierte Methode zur Boc-Entschützung angesehen. So führte die für 21 eingesetzte
Verwendung von TFA in dem Fall zu deutlich besseren Ergebnissen als das
Dioxan/Schwefelsäure-System (siehe Kapitel 1.1).
NH
41%
16 HN
MeO
1.) 1.5 eq Boc-o-Ansidin,
1.7 eq NaH,
DMF, RT, 18 h
2.) Dioxan/H2SO4,
RT, 40 h 91
Schema 45: Alternativer Zugang zu 91.
Der Ringschluss zum Tetrafluoroborat L1 erfolgte gemäß der schon bereits in Kapitel 2.1
erwähnten Standardvorschrift. Auf gleichem Weg konnte auch das Cl-Analogon von L1
hergestellt werden (Ausbeute 37%, nicht optimiert).
I. Theoretischer Teil 57
3.3 Optimierung der 1,4-Addition
Nachdem mit L1 nun der erste NHC-Ligand erfolgreich synthetisiert worden war, sollte
dieser nun zur Optimierung der Reaktionsbedingungen für die asymmetrische 1,4-Addition
von Diethylzink an H6 eingesetzt werden. Dabei wurde der NHC-Ligand samt Cu-Salz im
Lösungsmittel vorgelegt und in situ mit n-BuLi bei -78°C deprotoniert. Nach Aufwärmen auf
RT wurde bis zur gewünschten Reaktionstemperatur gekühlt, das Metallorganyl langsam
zugetropft und nach 15 min das Substrat zugegeben. Die Ausbeute wurde mittels GC/MS, die
Enantiomerenüberschüsse mittels chiraler GC bestimmt (Abbildung 29).
Abbildung 29: Beispiel für ein GC-Spektrum von H6Et (oben: 52% ee; unten: Racemat); Bestimmt mit einer
chiralen Lipodex E-Säule.
3.3.1 Variation der Kupfersalze
Zuerst wurde die verwendete Cu-Quelle variiert. Die Art des eingesetzten Cu-Salzes hatte
einen deutlichen Einfluss auf die Enantioselektivität, während die Umsätze bei allen
betrachteten Salzen sehr hoch blieben (Tabelle 8). Bezüglich der Oxidationszahl von Kupfer
ließ sich kein Trend erkennen: sowohl in der Gruppe der Cu(I)-Salze (Einträge 1, 2, 5) als
auch der Cu(II)-Salze (Eintge 3, 4, 6) wurden gute und schlechte Enantioselektivitäten
beobachtet. Dies kann sowohl durch unterschiedliche Löslichkeit als auch Unterschiede im
I. Theoretischer Teil 58
Reduktionsverhalten (CuII-Spezies werden durch die Alkylzinkreagenzien zu CuI-Spezies
reduziert) verursacht worden sein.
Die höchsten ee-Werte wurden mit (CuOTf)2•C6H6 sowie CuCl2•2LiCl erzielt.
CuCl2•2LiCl hat gegenüber dem äußerst luftempfindlichen und in einer Glovebox zu
handhabenden Feststoff (CuOTf)2C6H6 den Vorteil, dass es als Lösung in THF stabil und
käuflich erworben werden kann. Deshalb wurde CuCl2•2LiCl für die weiteren
Untersuchungen verwendet. Um zu Überprüfen, ob die Reaktion auch ohne NHC-Liganden
racemisch ablaufen könnte, wurde (CuOTf)2•C6H6 in Abwesenheit eines NHC-Liganden
eingesetzt, was jedoch zu keinem Umsatz führte. Demnach ist die Komplexierung des
Kupfers durch einen NHC notwendig und keine unkatalysierte, racemische Bildung von H6Et
zu erwarten.
O
O
Et
3 mol % L1,
9 mol% n-BuLi,
3 mol% Cu-Salz,
1.5 eq Et2Zn
Et2O, -20°C, 2 h
H6 H6Et
Nr.
Cu-Salz
Umsatz /%[a]
ee /%[b]
1
(CuOTf)2•C6H6
>98
38
2
Cu(MeCN)4BF4
88
32
3
Cu(OTf)2
80
19
4
CuCl2•2H2O
87
23
5
CuCl
94
24
6
CuCl2•2LiCl
>98
36
Tabelle 8: Variation des Cu-Salzes; [a] Bestimmt durch GC/MS; [b] Bestimmt durch 1H-NMR-Spektroskopie.
3.3.2 Variation der Temperatur
Die Auswirkung der Reaktionstemperatur auf die erzielten Enantioselektivitäten wurde als
nächstes betrachtet (Tabelle 9). Dabei zeigte sich ein direkter Zusammenhang zwischen
Temperatur und erzielten ee-Werten. So führte die Erniedrigung der Temperatur auf -78°C zu
einer Verbesserung der Enantiomerenüberschüsse auf 45%. Alle weiteren Reaktionen wurden
deshalb bei -78°C durchgeführt.
I. Theoretischer Teil 59
O
O
Et
H6 H6Et
3 mol % L1,
9 mol% n-BuLi,
3 mol% (CuOTf)2*PhH,
1.5 eq Et2Zn
Et2O
Nr.
T /°C
t
Umsatz /%[a]
ee /%[b]
1
-78
6 h
>98
45
2
0
1 h
>98
41
3
RT
20 min
>98
39
Tabelle 9: Variation der Reaktionstemperatur; [a] Bestimmt durch GC/MS; [b] Bestimmt durch 1H-NMR-
Spektroskopie.
3.3.3 Variation des Metallorganyls
Die Variation der verwendeten Diethylzinkmenge führte nur zu geringfügigen Veränderungen
bezüglich der Enantioselektivität, welche sich im Bereich der zu erwartenden Schwankungen
befinden (Tabelle 10). Bei Verwendung sehr geringer Et2Zn-Überschüsse konnte kein
vollständiger Umsatz erzielt werden, auch wenn eine geringgige Erhöhung der
Enantioselektivität beobachtet wurde (Eintrag 2). Die Verwendung von stärker Lewis-sauren
Et3Al anstelle des entsprechenden Zink-Organyls führte bei -78°C nicht nur zu schwachen
Umsätzen sondern auch zu einem nahezu racemischen Produktgemisch (Eintrag 3).
Angesichts der geringen Unterschiede der erhaltenen Enantiomerenüberschüsse mit 1.1 bzw.
2.0 eq Et2Zn im Vergleich zu 1.5 eq, wurde für die weitere Optimierung die Verwendung von
1.5 eq Et2Zn beibehalten.
I. Theoretischer Teil 60
O
O
Et
H6 H6Et
3 mol % L1,
9 mol% nBuLi,
3 mol% Cu-Salz,
Metallorganyl
Et2O, -78°C
Nr.
t /h
Cu-Salz
Metallorganyl
Umsatz /%[a]
ee /%[b]
1
5
(CuOTf)2•C6H6
2.0 eq Et2Zn
>98
49
2
5
(CuOTf)2•C6H6
1.1 eq Et2Zn
76
51
3
26
CuCl2•2LiCl
3.0 eq Et3Al
30
6
Tabelle 10: Variation des Metallorganyls; [a] Bestimmt durch GC/MS; [b] Bestimmt durch 1H-NMR-
Spektroskopie.
3.3.4 Variation des Lösungsmittels
Als letzter Parameter für die allgemeinen Reaktionsbedingungen wurde das Lösungsmittel
variiert (Tabelle 11). Toluol, welches aufgrund seines Schmelzpunktes bei -20°C eingesetzt
wurde, zeigte nur geringere Enantiomerenüberschüsse als Diethylether. Ebenso alle bei -78°C
durchgeführten Testreaktionen mit anderen Ethern wie THF, DME oder 2-MeTHF führten zu
schlechteren Enantiomerenüberschüssen sowie Umsätzen (Einträge 2-4). Insbesondere der
Einsatz von DME bedingte nur sehr geringe Umsätze und ee-Werte. Dichlormethan zeigte
ebenfalls niedrige Umsätze bei nahezu racemischem Produkt (Eintrag 5). 1,4-Dioxan konnte
nur bei RT eingesetzt werden und führte bei mäßigem Umsatz zu nicht zufriedenstellenden
Enantiomerenüberschüssen (Eintrag 6). Die Reaktion in Hexafluorobenzol zeigte nahezu
keinen Umsatz und sehr geringe ee-Werte (Eintrag 7). Damit zeigte sich, dass Diethylether für
diese Reaktion bereits das beste Lösungsmittel war.
I. Theoretischer Teil 61
O
O
Et
H6 H6Et
3 mol % L1,
9 mol% n-BuLi,
3 mol% Cu-Salz,
1.5 eq Et2Zn
LM
Nr.
T /°C
t /h
Cu-Salz
LM
Umsatz /%[a]
ee /%[b]
1
-20
2
(CuOTf)2•C6H6
Toluol
>98
33
2
-78
5
CuCl2•2LiCl
THF
60
27
3
-78
5
CuCl2•2LiCl
DME
10
10
4
-78
5
CuCl2•2LiCl
2-MeTHF
65
33
5
-78
5
CuCl2•2LiCl
DCM
24
6
6
25
0.5
CuCl2•2LiCl
Dioxan
54
36
7
25
0.5
CuCl2•2LiCl
C6F6
<2
22
Tabelle 11: Variation des Lösungsmittels; [a] Bestimmt durch GC/MS; [b] Bestimmt durch 1H-NMR-
Spektroskopie.
3.3.5 Variation des Substrats
Um eine größere Bandbreite an Substraten zu untersuchen, sollten auch Cyclopentenon sowie
3-Methylcyclohexenon (M6), welches nach 1,4-Addition ein quartäres Stereozentrum liefern
würde, als Substrate getestet werden. Die Umsetzung von Cyclopentenon mit Diethylzink
verlief zwar erfolgreich, allerdings konnte das entstehende Enantiomerengemisch nicht auf
der vorhandenen Lipodex E-Säule mittels GC getrennt werden.
Die Reaktion von M6 erfolgte nur mit äußerst geringem Umsatz und niedrigen
Enantiomerenüberschüssen (Tabelle 12; Eintrag 3). Um den Umsatz zu erhöhen, wurde nun
Triethylaluminium als Reagenz eingesetzt. Aufgrund der erhöhten Lewis-Acidität von Al im
Vergleich zu Zn lassen sich die demnach reaktiveren Alkylaluminiumverbindungen auch für
sterisch stark gehinderte Substrate einsetzen.[93] Es konnten zwar deutlich höhere Umsätze mit
Et3Al erzielt werden, aber es wurde auch wie schon bei der entsprechenden Umsetzung von
H6 nur ein minimaler Enantiomerenüberschuss erzielt (siehe Kapitel 3.3.3). Aufgrund dieser
Resultate war davon auszugehen, dass die Umsetzung von M6 mit Dialkylzinkreagenzien mit
Liganden wie L1 zu keinen zufriedenstellenden Umsätzen führen würde, während mit
I. Theoretischer Teil 62
Aluminiumreagenzien keine hohen Enantiomerenüberschüsse zu erwarten wären. So wurden
Tests mit weiteren Liganden auf das H6-System beschränkt.
O
O
M6 M6Et
3 mol % L1,
9 mol% n-BuLi,
3 mol% Cu-Salz,
Metallorganyl
LM, TEt
Nr.
T /°C
t /h
Cu-Salz
LM
Metallorganyl
Umsatz /%[a]
ee /%[b]
1
-78
5
CuCl2•2LiCl
Et2O
1.5 eq Et2Zn
0
-
2
-78
5
CuCl2•2LiCl
THF
1.5 eq Et2Zn
0
-
3
-20
2
(CuOTf)2•C6H6
Et2O
1.5 eq Et2Zn
2
29
4
-78
26
CuCl2•2LiCl
Et2O
3 eq Et3Al
90
8
Tabelle 12: Verwendung von M6 als Substrat; [a] Bestimmt durch GC/MS; [b] Bestimmt durch 1H-NMR-
Spektroskopie.
Unter Berücksichtigung der erzielten Resultate standen nun optimierte Reaktionsbedingungen
zur Verfügung, um weitere an L1 angelehnte NHC-Liganden für die Umsetzung von H6 zu
testen (Schema 46).
O
O
Et
H6 H6Et
3 mol % Ligand,
9 mol% nBuLi,
3 mol% CuCl2*2LiCL,
1.5 eq Et2Zn
Et2O, -78°C, 5 h
Schema 46: Optimierte Bedingungen für die 1,4-Addition an H6.
I. Theoretischer Teil 63
3.4 Synthese weiterer NHCs für die 1,4-Addition
3.4.1. Variation des Rückgrats
Um den Einfluss des NHC-Rückgratsubstituenten zu untersuchen, wurde eine Reihe von
Liganden auf Valinbasis hergestellt.[118] Die Syntheseroute wurde analog zu L1 gewählt.
Sowohl die Cu-katalysierte Kupplung als auch die nachfolgende Reduktion gelangen mit der
gleichen Ausbeute wie schon das tert-Leucin-System (Schema 47).
NH
O
OH NH OH
NO
S
O
NO
SO
O
H2N
O
OH
1.0 eq o-Bromtoluol
0.2 eq CuI
2.0 eq K2CO3
DMSO, 100°C, 3 d
69%
2 eq NaBH4
4 eq BF3*OEt2
THF, 0°C->66°C, 12 h
1.4 eq SOCl2
5.0 eq Pyridin
CH2Cl2, 0°C ->RT, 12 h
5 mol% RuCl3*H2O
2 eq NaIO4
DCM/MeCN/Puffer,
0°C, 30 min
96%
46% 95%
NH
51%
NN
BF4
8 eq HC(OEt)3
4 eq NH4BF4
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 4 h
67%
1.) 12 eq o-Anisidin, MW
(100°C, 150 W, 1.5 h)
2.) 2 M HClaq/EtOH,
RT, 12 h
HN
MeO MeO
92 93
94 95
96 L2
Schema 47: Synthese von L2 ausgehend von L-Valin.
Die nachfolgende Bildung des Sulfamidits erfolgte nur mit moderater Ausbeute. Vermutlich
kam es bei diesem sterisch weniger gehinderten System vermehrt zu Nebenreaktionen. So
konnte Anke Berger im Verlauf ihrer Arbeiten mit Valin-basierten Verbindungen zeigen, dass
niedrigere Reaktionstemperaturen bei manchen Substraten notwendig sein können, um die
Bildung von Aziridinen zu vermeiden. [58] Aufgrund der Tatsache, dass nur geringe Mengen
der NHCs für erste Tests hergestellt werden sollten wurde die Reaktion nicht weiter optimiert.
Die folgende Oxidation gelang wiederum in sehr guten Ausbeuten und Sulfamidat 95 konnte
nach einer einfachen Filtration erhalten werden. Der nucleophile Angriff mit ortho-Anisidin
I. Theoretischer Teil 64
erfolgte erneut mit Hilfe einer Mikrowelle und führte zu 96, welches daraufhin zum
Tetrafluoroborat L2 umgesetzt wurde.
Der Einsatz von L2 in der 1,4-Addition führte zu deutlich geringeren
Enantiomerenüberschüssen als der des analogen L1 (Schema 48; 32% vs 46% ee). Demnach
ist von einem positiven Effekt sperriger Rückgratsubstituenten auszugehen.
O O
Et
3 mol % L2,
9 mol% n-BuLi,
3 mol% CuCl2*2LiCl,
1.5 eq Et2Zn
Et2O, -78°C, 5 h >98% Umsatz
32% ee
H6 H6Et
Schema 48: Einsatz von L2 in der asymmetrischen 1,4-Addition.
3.4.2 Variation des N-Aryls
Zur Untersuchung des Einflusses des N-Arylsubstitutionsmusters wurden neben 2-Bromtoluol
weitere Aromaten an Aminosäuren gekoppelt. Die Kupplung ortho-disubstituierter Aromaten
an L-Valin erwies sich dabei als nicht möglich bzw. wenig ergiebig (Schema 49). Die
Kupplung von Anthracylbromid schlug fehl. Der Einsatz von Mesitylbromid als
Kupplungspartner mit Bedingungen analog zu 18 führte nur zu sehr geringen Umsätzen >10%
eines nicht erfolgreich zu reinigenden Gemischs. Bei Verwendung von L-tert-Leucin an Stelle
von L-Valin konnten keine Spuren des Kupplungsproduktes identifiziert werden.
NO
S
O
NO
SO
O
H2N
O
OH
2.0 eq Bromanthracen
0.2 eq CuI
2.0 eq K2CO3
DMSO, 120°C, 5 d
2 mol% RuCl3*H2O
2.2 eq NaIO4/Kieselgel
EtOAc/H2O, 0°C, 45 min
0.5% nach vier Stufen
97 98
Schema 49: Einsatz von Anthracyl- sowie Mesitylbromid für die Cu-Kupplung.
I. Theoretischer Teil 65
In der Hoffnung, genug Substanz für Testreaktionen mit den aus 98 resultierenden NHCs zu
erhalten, wurde zunächst versucht, die Synthese fortzuführen. Erst auf der Stufe des
Sulfamidits konnte eine für die Charakterisierung der Substanz ausreichende Reinheit erzielt
werden. Da es aber im Folgenden nicht gelang, die Umsätze der Cu-Kupplung zu verbessern,
wurde dieser Syntheseweg eingestellt.
Stattdessen wurde nun versucht, 2-Brom-para-Xylol einzusetzen. Die Hoffnung war
einerseits, durch die freie Position an C-6 eine effiziente Kupplung erreichen zu können und
andererseits durch die Methylgruppe an C-5 eine zusätzliche Hinderung der Rotation um die
C-N-Achse zu erzielen. Parallel wurde die Synthese zunächst mit L-tert-Leucin sowie L-Valin
durchgeführt (Schema 50).
R
NH
O
OH
R
NH OH
R
H2N
O
OH
1.2 eq 2-Br-p-Xylol
0.2 eq CuI
2.0 eq K2CO3
DMSO, 100°C, 3.5 d
2 eq NaBH4
4 eq BF3*OEt2
THF, 0°C->66°C, 20 h
R = tBu 51%
iPr 67% R = tBu 96%
iPr 99%
99
100 101
102
Schema 50: Einsatz von 2-Brom-para-Xylol für die Cu-Kupplung.
Während sowohl Kupplung als auch Reduktion gewohnt gute Ergebnisse lieferten, verlief die
Bildung des Sulfamidats über zwei Stufen nur in geringen Ausbeuten (Schema 51). In beiden
Fällen wurden die Bedingungen nicht weiter optimiert, da lediglich eine geringe Menge des
entsprechenden Imidazoliumsalzes für Tests synthetisiert werden sollte.
R
N O
SOO
R = tBu 12%
iPr 16%
1.) Sulfamiditbildung
2.) Oxidation
R
NH OH
101
102
R = tBu
iPr 103
104
Schema 51: Synthese der Sulfamidate 103 und 104.
I. Theoretischer Teil 66
Da die Synthese eines N-2,5-Dimethyl-basierten Liganden als ausreichend angesehen wurde,
stellte man die Synthese von Folgestufen für 104 ein. Zum Vergleich mit dem als Standard
gewählten L1 wurde abermals ortho-Anisidin verwendet, um das Sulfamidat zu öffnen
(Schema 52). Der nachfolgende Ringschluss führte zu L3.
NH
50%
NN
BF4
8 eq HC(OEt)3
4 eq NH4BF4
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 4 h
63%
103 HN
MeO MeO
1.) 16 eq o-Anisidin,
MW (100°C,
150 W, 1.5 h)
2.) 2 M HClaq, RT, 12 h
105 L3
Schema 52: Synthese von L3.
Die unter Verwendung von L3 erzielten Enantiomerenüberschüsse in der 1,4-Addition
entsprachen dem analogen Tolylsystem L1 (Schema 53). Demnach scheint eine zusätzliche
Methylgruppe keinen oder kaum Einfluss auf die Übertragung der Stereoinformation auf das
reaktive Zentrum zu besitzen.
O O
Et
3 mol % L3,
9 mol% n-BuLi,
3 mol% CuCl2*2LiCl,
1.5 eq Et2Zn
Et2O, -78°C, 5 h >98% Umsatz
47% ee
H6 H6Et
Schema 53: Einsatz von L3 in der asymmetrischen 1,4-Addition.
3.4.3 Variation der N‘-Seitenkette
3.4.3.1 Phenolate
Auf der Suche nach effektiveren Ligandenstrukturen sollte nun der N-Substituent modifiziert
werden. Als naheliegendes Ziel wurde zunächst versucht, ein zu L1 analoges Derivat mit
I. Theoretischer Teil 67
einem freien Phenol statt eines Methylethers herzustellen. Davon erhoffte man sich eine
stärkere Koordinationsfähigkeit des Seitenarms. Da eine saure Abspaltung der intermediären
Sulfaminsäure nach der Öffnung von Sulfamidat 16 notwendig war, erschien es vorteilhaft,
dazu stark saure Bedingungen einzusetzen, um den Methylether gleich mit zu entschützen.
Mehrere Versuche mittels Bromwasserstoffsäure bzw. Bortribromid schlugen jedoch fehl und
es konnte lediglich eine Abspaltung der Sulfaminsäure zu 91 beobachtet werden (Schema 54).
NH HN
HO
a) BBr3, CH2Cl2, 0°C --> RT
b) 62% HBraq, 100°C
c) 48% HBraq, NBu4Br, 100°C
16
7 eq o-Anisidin,
MW (100°C,
150 W, 1.5 h)
106
Schema 54: Öffnung von 16 mit anschließenden Versuchen zur sauren Etherspaltung.
Als Alternative zu einer Entschützung von 91 wurde die Öffnung des Sulfamidats 16 mit 2-
Hydroxyanilin versucht. Dabei führten sowohl Versuche in Lösung mit und ohne
Mikrowellenstrahlung als auch Versuche in der Schmelze des 2-Hydroxyanilins zu keiner
Öffnung des Sulfamidats (Schema 55). Aufgrund dieser Fehlschläge wurden weitere
Syntheseversuche für 106 eingestellt.
16 NH HN
HO
a) MeCN, mit und ohne MW, 80°C
b) Anilinschmelze, 200°C
c) DMF, MW, 100°C
H2N
HO
106
Schema 55: Versuche zur Öffnung von 16 mit 2-Hydroxyanilin.
3.4.3.2 Alkoholate
Bei der Suche nach einem gut komplexierenden und leicht herzustellenden Seitenarm fiel die
Wahl auf einen Alkylalkohol. Die Synthese eines NHCs mit Ethanol-Seitenarm galt als sehr
erfolgsversprechend, da zum einen Katalysatoren mit derartigem Strukturmotiv bereits in der
I. Theoretischer Teil 68
Literatur beschrieben wurden [99,105] und außerdem eine nucleophile Sulfamidat-Öffnung mit
dem sehr guten Nucleophil Ethanolamin in sehr hoher Ausbeute möglich sein sollte.
Wie vermutet gelang die Ringöffnung des Sulfamidats mit Ethanolamin und 107
konnte in exzellenter Ausbeute erhalten werden (Schema 56). Die Bildung des
Tetrafluoroborates L4 erfolgte in 61% Ausbeute.
NH
95%
NN
BF4
8 eq HC(OEt)3
4 eq NH4BF4
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 2 h
61%
16 HN
HO HO
1.) H2N-C2H4-OH,
MeCN, 82 °C, 16 h
2.) 2 M HClaq, RT, 4 h
107 L4
Schema 56: Synthese von L4.
Unter Verwendung der optimierten Reaktionsbedingungen wurde L4 für die
Diethylzinkaddition an H6 eingesetzt (Schema 57). Die erreichten Enantiomerenüberschüsse
entsprachen dabei denen, welche mit L1 erzielt wurden. Demnach scheint die Art der
komplexierenden sauerstoffbasierten Funktionalität keinen großen Einfluss auf die
Enantioinduktion zu besitzen.
O O
Et
3 mol % L4,
9 mol% n-BuLi,
3 mol% CuCl2*2LiCl,
1.5 eq Et2Zn
Et2O, -78°C, 5 h >98% Umsatz
48% ee
H6 H6Et
Schema 57: Einsatz von L4 in der asymmetrischen 1,4-Addition.
I. Theoretischer Teil 69
3.4.3.3 Nicht-funktionalisierte Seitengruppen
Um einen Vergleich zu den bisher synthetisierten Liganden mit chelatisierenden Seitenketten
herzustellen, wurde im Folgenden ein nicht funktionalisierter N‘-Ligand gewählt. In Analogie
zum ortho-Anisidin wurde ortho-Toluidin verwendet, welches strukturell dem Anisidin
ähnelt, aber keine Funktionalitäten besitzt. Die Synthese zu 108 erfolgte ausgehend von 95
unter Verwendung einer Mikrowelle gefolgt von der Synthese des Imidazoliumsalzes L5
(Schema 58).
NH
59%
NN
BF4
8 eq HC(OEt)3
4 eq NH4BF4
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 4 h
52%
95 HN
1.) 15 eq o-Toluidin, MW
(100°C, 150 W, 1.5 h)
2.) 2 M HClaq/EtOH,
RT, 12 h
108 L5
Schema 58: Synthese von L5.
Der Einsatz in der asymmetrischen 1,4-Addition zeigte zwar vollständigen Umsatz, aber
beinahe keinen Enantiomerenüberschuss (Schema 59). Daraus ließ sich schlussfolgern, dass
sich durchaus ein katalytisch aktiver Cu-NHC-Komplex gebildet hat, er aber nur in sehr
geringem Maß zur Bildung von Enantiomerenüberschüssen führte. Auch bei Wiederholung
der Reaktion wurde dieses Ergebnis bestätigt. Damit zeigt sich, dass bei diesem
Ligandensystem ohne eine entsprechende chelatisierende Funktionalität nahezu kein Transfer
der Stereoinformation stattfindet.
O O
Et
3 mol % L5,
9 mol% n-BuLi,
3 mol% CuCl2*2LiCl,
1.5 eq Et2Zn
Et2O, -78°C, 5 h >98% Umsatz
6% ee
H6 H6Et
Schema 59: Einsatz von L5 in der asymmetrischen 1,4-Addition.
I. Theoretischer Teil 70
3.4.3.4 Triazole
Als weitere chelatisierende Funktionalität in NHCs wurde das Triazol gewählt. Die
Verwendung von Triazolen war ein bis dahin nicht bekanntes Strukturmotiv in der 1,4-
Addition mit Cu-NHC-Komplexen. Lediglich ein Silbercarbenkomplex mit einem durch die
Triazolfunktionalitäten chelatisierten Ag war r die mögliche Anwendung als
Vorläufermolekül in der Olefinmetathese-Katalysatorentwicklung bekannt. [119] Dazu sollte
die Öffnung des Sulfamidats mit Propargylamin erfolgen und mit einer Cu-katalysierten
Click-Reaktion die Generierung des Imidazoliumringes folgen. Im Falle guter Ergebnisse
hinsichtlich der Enantioselektivität des entstehenden NHCs würde diese Route außerdem die
Möglichkeit bieten, den NHC an azidfunktionalisierte Polymere anzubinden und so zu
immobilisieren (siehe Kapitel 1.7).
Das alkinfunktionalisierte Diamin 46 wurde mittels einer Cu-katalysierten Click-
Reaktion mit Benzylazid zu 109 umgesetzt (Schema 60). Benzylazid wurde als
Reaktionspartner gewählt, weil es stabil, käuflich sowie durch die CH2-Bcke zwischen dem
Triazol und dem Phenylring relativ wenig sterische Hinderung auf das Triazol ausübt. Die
Click-Reaktion erfolgte mit Hilfe des häufig verwendeten CuSO4/Natriumascorbat-Systems.
[120] Entgegen der meistens verwendeten Alkohol/Wasser-Gemische als Lösungsmittel erwies
sich hier die Verwendung von THF/Wasser im Volumenverhältnis von 1:1 als überlegen, da
Substrat und Azid nur eine sehr begrenzte Löslichkeit in Alkoholen zeigten. Das nachfolgend
gebildete Imidazoliumsalz L6 konnte nur in geringer Ausbeute erhalten werden und erwies
sich als sehr hygroskopisch
BnN3,
0.1 eq CuSO4,
0.3 eq Na-Ascorbat
THF/H2O, RT, 20 h
NH HN
N
NNBn
65 %
BF4
8 eq HC(OEt)3
4 eq NH4BF4
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 17 h
NN
NNNBn
38 %
46
109 L6
Schema 60: Click-Reaktion zwischen 46 und Benzylazid und Synthese von L6.
Der Einsatz von L6 als erster triazolfunktionalisierter NHC in der asymmetrischen
1,4-Addition erwies sich auch als entsprechend problematisch. So führte eine erste
I. Theoretischer Teil 71
Umsetzung von H6 in Diethylether zu nur 7% Umsatz und racemischen Produkt. Erst in
Toluol konnten moderate Enantiomerenüberschüsse bei geringem Umsatz erzielt werden
(Schema 61).
O O
Et
3 mol % L6,
9 mol% n-BuLi,
3 mol% CuCl2*2LiCl,
1.5 eq Et2Zn
PhMe, -20°C, 5 h 36% Umsatz
44% ee
H6 H6Et
Schema 61: Einsatz von L6 in der asymmetrischen 1,4-Addition.
Die entsprechenden Triazol-NHCs wurden parallel zu den Arbeiten an L6 auch auf Valinbasis
hergestellt (Schema 62).[118]
NH HN
95
1.) 13 eq H2NC3H3,
7.5 kbar, RT, 24 h
2.) 2 M HClaq, RT, 2 h
66 %
8 eq HC(OEt)3
4 eq NH4BF4
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 6 h
BF4
NN
72 %
110 111
Schema 62: Synthese von 111.
Für die Umsetzung von 111 erwies sich die Verwendung von wasserfreien Click-
Bedingungen überlegen. So konnte mit CuI in MeCN eine gute Ausbeute von 81% erzielt
werden, während CuSO4/Natriumascorbat in Wasser/MeCN nur zu 50% des gewünschten
Produktes führte (Schema 63).
I. Theoretischer Teil 72
BnN3,
0.1 eq CuI
MeCN, RT, 12 h
BF4
NN
NNNBn
81 %
111
BnN3,
0.1 eq CuSO4,
0.3 eq Na-Ascorbat
MeCN/H2O, RT, 12 h 50 % 112
Schema 63: Synthese von 112 mittels verschiedener Click-Bedingungen.
Die Synthese über Diamin 113 ausgehend von 110 erwies sich als synthetisch weniger
effektiv und lieferte für beide Reaktionen nur geringe Ausbeuten (Schema 64).
8 eq HC(OEt)3
4 eq NH4BF4
1 eq HCO2H
PhMe, 120°C, 14 h
112
51%
BnN3,
0.1 eq CuI
MeCN, RT, 17 h
110 NH HN
NNNBn
22% 113
Schema 64: Synthese von 112 ausgehend von Diamin 113.
Das Imidazoliumsalz 112 erwies sich wie schon L6 als äußerst hygroskopisch und lieferte in
der 1,4-Addition lediglich racemisches Produkt bei 22% Umsatz.
3.4.3.5 Sulfonate
Da Sulfonsäuregruppen mit ihrer zusätzlichen Koordinationsstelle bei Studien der
Arbeitsgruppe von Hoveyda besonders gute Ergebnisse erzielten (Abbildung 27),[114] wurde
versucht, einen ebenso Sulfonsäurefunktionalisierten NHC-Liganden herzustellen (Schema
65). Dazu wurde zunächst in Anlehnung an die Arbeiten Hoveydas versucht, den zuvor in
guten 82% Ausbeute synthetisierten ortho-Bromsulfonsäureisopropylester 114 mittels Cu-
Katalyse an Aminosäuren zu kuppeln. Im Verlauf der Reaktion stellte sich heraus, dass es zu
einer raschen Spaltung des Sulfonsäureesters kam (qualitativ mittels ESI detektiert). Es erwies
I. Theoretischer Teil 73
sich als nicht möglich, die entsprechenden Produkte zu isolieren. Versuche, Sulfamidat 95 mit
2-Anilinsulfonsäure unter Verwendung einer Mikrowelle zu öffnen, scheiterten ebenfalls.
S
O
OOiPr
Br
R O
OHH2N
0.2 eq CuI
2.0 eq K2CO3
DMSO, 100°C, 24 h
R = tBu, iPr
114
R O
OHNH
SO3iPr
Schema 65: Versuchte Cu-katalysierte Kupplung von Aminosäuren mit 114.
3.4.4 ortho-funktionalisierte N-Aryle
Nach den Fehlschlägen bei der Synthese ortho-sulfonsäurehaltiger Liganden wurde parallel
zur Synthese von L6 versucht, Triazole in der ortho-Position des N-Aryls zu synthetisieren.
Dazu sollte zunächst ein Arylazid generiert und dieses möglichst in situ mit Phenylacetylen
geklickt werden. Eine entsprechende Ausgangsverbindung 115 mit einem ortho-
Bromsubstituenten wurde gemäß einer Vorschrift von Anke Berger hergestellt.[54] Diese
Verbindung, welche einen sterisch relativ wenig gehinderten Zugang zum Brom besitzt, sollte
nun in Anlehnung an eine Literaturvorschift mittels eines Cu-Diamin Komplexes und
Natriumazids mit Hilfe einer Mikrowelle umgesetzt werden (Tabelle 13).[121] Dies führte
jedoch schon nach kurzer Zeit zu einer heftigen Explosion, die selbst im 0.1 mmol-Maßstab
das Reaktionsgefäß samt Schutzbehälter der Mikrowelle zerstörte (Eintrag 1). Versuche der
Umsetzung mittels konventionellen Heizens führten zu keinem Umsatz. Um das Problem der
Isolierung einer Azid-Spezies zu umgehen, wurde in Anlehnung an eine Literaturvorschrift
eine Eintopf-Reaktion durchgeführt, in der das gebildete Azid direkt mit Phenylacetylen
umgesetzt wird.[122] Auch diese Syntheseroute führte zu keinem Umsatz.
I. Theoretischer Teil 74
NH OH
Br
NH OH
N3
115 116
Nr.
Bedingungen
Umsatz/%
1
2.0 eq NaN3, 0.1 eq CuI, 0.15 eq N,N-Dimethylendiamin, 0.05 eq
Na-Ascorbat, 70%iges EtOH, Mikrowelle, 100°C
0[a]
2
2.0 eq NaN3, 0.1 eq CuI, 0.15 eq N,N-Dimethylendiamin, 0.05 eq
Na-Ascorbat, 70%iges EtOH, 100°C, 24 h
0
3
1.0 eq NaN3, 1.0 eq Phenylacetylen, 0.1 eq CuI, 0.15 eq N,N-
Dimethylendiamin, 0.1 eq Na-Ascorbat, H2O/DMSO, 75°C, 16 h
0
Tabelle 13: Versuche zum Br-Azid-Austausch; [a] Diese Bedingungen führten zu einer Explosion.
Aufgrund dieser Fehlschläge lag der Verdacht nahe, dass die sterische Hinderung am Brom zu
groß für diese Umsetzung ist. Als Testsystem wurde die Umsetzung von para- versus ortho-
Bromtoluol gewählt (Schema 66). Während das ortho-substituierte keinen Umsatz zeigte,
konnte das gewünschte Produkt 117 ausgehend vom para-substituieren Substrat auf Anhieb in
60% Ausbeute isoliert werden. Dies legte nahe, dass die gewählte Methodik aufgrund der
sterischen Verhältnisse bei der Umsetzung von 115 nicht zum Erfolg führen würde.
Br N
Br
NN
Ph
NaN3, 0.1 eq CuI,
0.1 eq Na-Ascorbat,
0.15 eq MeHN-C2H4-NHMe
DMSO/H2O, 75 °C, 18 h
60%
NaN3, 0.1 eq CuI,
0.1 eq Na-Ascorbat,
0.15 eq MeHN-C2H4-NHMe
DMSO/H2O, 75 °C, 18 h
117
Schema 66: Überprüfung der Br-Azid-Austauschbedingungen an einem Testsystem.
Als Alternative wurde nun versucht, mittels einer elektrophilen Azidquelle die gewünschte
Transformation zu erreichen. So sollte mittels Halogen-Metall-Austausch ein nucleophiler
Kohlenstoff in ortho-Position generiert und anschließend mit dem elektrophilen Tosylazid
I. Theoretischer Teil 75
umgesetzt werden. Dazu wurde zunächst Tosylazid ausgehend von Tosylchlorid hergestellt.
[123] Anschließend erfolgte die Umsetzung von 115 mit drei Äquivalenten t-BuLi bei -78°C
gefolgt von der Zugabe des Tosylazids. [124-126] Statt des gewünschten Produkts, welches nicht
nachgewiesen werden konnte, wurde das defunktionalisierte 118 in 35% Ausbeute isoliert.
Dies ließ vermuten, dass bei der Deprotonierung mit dem gemäß HSAB-Prinzip eher weichen
t-BuLi zunächst ein Halogen-Metall-Austausch stattfand (Schema 67). Diese lithiierte Spezies
reagierte wiederum sofort mit dem relativ harten Proton des Aminoalkohols, was zur Bildung
von 118 führte.
NH OH
Br
NH OH
H
tBuLi
via:
NH OH
Li
NH OLi
H
H+
115 118
Schema 67: Vermuteter Reaktionsweg der Defunktionalisierung von 115.
Auf Basis dieser Ergebnisse wurden nun Experimente durchgeführt, bei denen zunächst der
Aminoalkohol mit einer harten Base deprotoniert und daraufhin der Halogen-Metall-
Austausch mit t-BuLi erfolgen sollte. Als Basen wurden das sehr harte MeLi sowie iPrMgCl,
welches in der Literatur bereits bei ähnlichen Problemen erfolgreich eingesetzt werden
konnte,[127] gewählt (Schema 68). MeLi zeigte keine Produktbildung, während die
Verwendung von iPrMgCl zu geringen Mengen des gewünschten Produkts führte (detektiert
mittels ESI). Aufgrund der sehr geringen Mengen an gewünschtem Produkt wurde dieser
Syntheseweg eingestellt.
NH OH
Br
NH OH
N3
unter 10% Produkt
1.) 1 eq iPrMgCl,
THF, 0°C, 30 min
2.) 2 eq tBuLi, -78°C, 30 min
3.) 1 eq TosN3, RT, 18 h
115 116
Schema 68: Br-Azid-Austausch von 115.
I. Theoretischer Teil 76
3.5 Zusammenfassung
Ausgehend von dem Sulfamidat 16 wurde erfolgreich ein Modell-NHC L1 mit einem
monosubstituiertem Rückgrat und einem komplexierenden ortho-Substituenten an der
N‘-Arylposition hergestellt und mit diesem die asymmetrische 1,4-Addition von Diethylzink
an H6 getestet. Die Reaktionsbedingungen wurden in Hinsicht auf das verwendete Cu-Salz,
die Reaktionstemperatur, das verwendete Metallorganyl sowie das Lösungsmittel hin
optimiert. Desweiteren wurden auch M6 als Substrat eingesetzt.
O O
Et
3 mol % Ligand,
9 mol% n-BuLi,
3 mol% CuCl2*2LiCL,
1.5 eq Et2Zn
Et2O, -78°C, 5 h
H6 H6Et
Nr.
Ligand
Umsatz /%[a]
ee /%[b]
1[c]
L1
>98
49
2
L2
>98
32
3
L3
>98
47
4
L4
>98
48
5
L5
>98
6
6[d]
L6
36
44
Tabelle 14: Zusammenfassung der Ergebnisse der Umsetzung von H6; [a] Bestimmt durch GC/MS; [b]
Bestimmt durch 1H-NMR-Spektroskopie. [c] Verwendung von 2 eq Et2Zn, Cu(OTf)2•C6H6, 6 h Reaktionszeit;
[d] bei -20°C in Toluol.
Die NHC-Liganden L2-6 konnten auf Basis von L-tert-Leucin und L-Valin synthetisiert und
unter den zuvor optimierten Reaktionsbedingungen getestet (Tabelle 14) werden. Dabei zeigte
sich, dass N-Aryle mit chelatisierenden Funktionalitäten die besten Ergebnisse lieferten
(Eintrag 1, 3, 5, 6). Eine Verminderung der sterischen Hinderung im Rückgrat durch Ersatz
des tert-Butyl- durch einen iso-Propylsubstituenten führte zu einer Verminderung der
Enantiomerenüberschüsse (Eintrag 2). Ein Ligand mit dem sterisch anspruchsvolleren
N-Substituent para-Xylol ließ sich erfolgreich synthetisieren, jedoch führte die zusätzliche
Methylgruppe zu keiner Verbesserung der Enantiodiskriminierung (Eintrag 3). Beim
Vergleich von Arylethern und Alkylalkoholaten scheint die Art der komplexierenden
I. Theoretischer Teil 77
Funktionalität keinen großen Einfluss auf die erhaltenen Enantioselektivitäten zu haben
(Eintrag 4). Ein unfunktionalisierter NHC lieferte nahezu keinen Enantiomerenüberschuss
(Eintrag 5). Die erste Verwendung eines NHC-Ligands mit einer Triazolfunktionalität wurde
ebenfalls beschrieben (Eintrag 6).
II. Experimenteller Teil 78
II. Experimenteller Teil
1. Allgemeines
1H-NMR-Spektren wurden mit den Geräten DRX 500 (500 MHz) und AM 400 (400 MHz)
der Firma Bruker, sofern nicht anders vermerkt, bei Raumtemperatur aufgenommen. Die
chemischen Verschiebungen δ sind in ppm relativ zum internen Lösungsmittelsignal
angegeben. In Klammern sind die Signalmultiplizitäten, die Kopplungskonstanten J in Hz und
die durch elektronische Integration ermittelte Protonenzahl vermerkt. Die Multiplizitäten
werden wie folgt bezeichnet: s (Singulett), d (Dublett), t (Triplett), q (Quartett), quin
(Quintett), m (Multiplett), b (verbreitertes Signal).
13C-NMR-Spektren wurden mit den Geräten DRX 500 (125 MHz) und AM 400 (100 MHz)
der Firma Bruker, sofern nicht anders vermerkt, bei Raumtemperatur aufgenommen. Die
chemischen Verschiebungen δ sind den Protonenbreitband-entkoppelten Spektren entnommen
und in ppm relativ zum internen Lösungsmittelsignal angegeben. Die Zahl der direkt
gebundenen Protonen wurde durch DEPT oder ATP ermittelt und ist in Klammern angeführt.
2D-NMR-Spektren wurden mit den Geräten DRX 500 (500 MHz) und AM 400 (400 MHz)
der Firma bei RT aufgenommen. COSY-Spektren wurden mit Gradientenfeld, HMQC-
Spektren ohne Gradient aufgenommen.
IR-Spektren wurden mit einem FTIR-Spektrometer Nicolet Magna 750 als ATR (Attenuated
Total Reflectance) aufgenommen. Die Lage der Banden ist in Wellenzahlen [cm-1]
angegeben. Die Intensitäten werden wie folgt bezeichnet: vs (sehr stark), s (stark), m (mittel),
w (schwach), br (breit). Die Messungen wurden von Angestellten der TU Berlin durchgeführt.
II. Experimenteller Teil 79
Massenspektren (EI-MS) und hochaufgelöste Massenspektren (HRMS) wurden auf einem
Finnigan MAT 95 SQ aufgenommen. Die Ionisierung erfolgte bei 70°C durch
Elektronenstoß. Die detektierten Ionenmassen m/z werden in u, die relativen Intensitäten in
Prozent bezogen auf das intensivste Signal (100) angegeben. Die Messungen wurden von
Angestellten der TU Berlin durchgeführt.
ESI-MS-Spektren wurden auf einem LTQ XL FTMS von Thermo Scientific aufgenommen.
Die Ionisierung erfolgte bei 5 kV durch Elektronenspray-Ionisierung. Die Proben wurden i. A.
in MeCN gelöst. Bei Messungen über den Autosampler galten folgende Bedingungen: MeOH
+ 0.1% HCOOH, Flussrate 200µL/min. Bei Messungen mittels Direkteinspritzung Betrug die
Flussrate 5µL/min. Die Messungen wurden von Angestellten der TU Berlin durchgeführt.
Elementaranalysen wurden mit einem Elementar Vario El der Firma Analytik Jena
durchgeführt. Die Messungen wurden von Angestellten der TU Berlin durchgeführt.
GC-Analysen erfolgten an einer GC-Anlage der HP Series 5890 von Hewlett Packard mit
einem Liner hp 5181-3316 un einem FID-Detektor. Als Säule wurde eine Lipodex E
25m×0.25mm mit Wasserstoff als Trägergas verwendet. Proben wurden direkt manuell in das
System mittels Splitverfahren injiziert.
GC/MS-Messungen wurden mit einer Anlage vom Typ HP6980 Series GC System von
Hewlett Packard durchgeführt. Als Detektor diente ein HP5973 Mass Selective Detector. Als
Säule wurde eine Supelco 28482-U 30m×0.32mm mit Helium als Trägergas verwendet.
HPLC-Analysen wurden an einer Varian ProStar Anlage (Autosampler Modell 410; UV/Vis-
Detektor Modell 320; Solvent Delivery Module Modell 210) sowie einer Agilent
Technologies 1200 Series (UV/Vis-Detektor G1315D DAD; Autosampler G1329A ALS;
G1312A Bin Pump; Massenspektrometer Agilent Technologies 6130 Quadrupole LC/MS)
durchgeführt. Als Säulen wurden die Chiralcel OD-H (0.46 cm , 25 cm), Chiralcel OJ
II. Experimenteller Teil 80
(0.46 cm , 25 cm) sowie eine Regis (R,R)Beta Gem (0.46 cm , 25 cm) verwendet. HPLC-
grade Eluenten wurden von der Firma Fisher Scientific bezogen. Enantiomerenüberschüsse
wurden durch Vergleich mit den entsprechenden racemischen Proben ermittelt.
HPLC-ESI-Analysen wurden mit einem Orbitrap LTQ XL der Firma Thermo Scientific
durchgeführt. Die Proben wurden in MeOH gelöst. Eluent: MeCN/H2O, Gradient: 0 → 100 %
MeCN in 10 min. Flow = 1 mL/min. Split = 200 μL/min. Die Ionisierung erfolgte bei 5 kV
durch Elektronenspray-Ionisierung.
Hydrierungen wurden teilweise mit einem H-Cube Modell HC-2 der Firma THALES
Nanotechnology Inc. durchgeführt.
Röntgenstrukturanalysen wurden mit einem SMART CCD Diffraktometer der Firma
SIEMENS durchgeführt.
Inertreaktionen wurden entweder mittels Schlenktechnik oder in einer Glovebox MB 120
BG der Firma MBraun unter Stickstoffatmosphäre durchgeführt.
Mikrowellen-reaktionen wurden mit einem Gerät Discover der Firma CEM durchgeführt.
Schmelzpunkte wurden mit einem Leica Galen III Heiztischmikroskop mit einer
Steuereinheit der Firma Wagner-Munz bestimmt und sind nicht korrigiert.
Dünnschichtchromatogramme wurden mit Folien der Firma Merck (Kieselgel 60 F 254,
Schichtdicke 0,2 mm) angefertigt. Die Auswertung erfolgte mittels UV-Detektion = 254
nm) und Anfärben mit geeigneten Tauchlösungen.
II. Experimenteller Teil 81
Säulenchromatographie wurde mit Flash-Kieselgel der Firma Merck (0,03-0,06 nm)
durchgeführt. Die verwendeten Lösungsmittel wurden vor Gebrauch destilliert.
Lösungsmittel wurden vor Gebrauch destilliert und gegebenenfalls getrocknet. Reaktionen
mit feuchtigkeits- oder luftempfindlichen Reagenzien oder Zwischenstufen wurden unter
Standard-Schlenk-Bedingungen mit Stickstoff oder Argon als Inertgas durchgeführt. Toluol,
THF und Diethylether wurden über Natrium unter Stickstoffatmosphäre destilliert. DMSO
und DMF wurde über CaH2 unter Stickstoffatmosphäre destilliert. DCM wurden über
Sicapent unter Stickstoffatmosphäre destilliert.
Chemische Namen für alle synthetisierten Produkte wurden mit Beilstein AutoNom Version
4.0 erstellt und entsprechen der Beilstein-Nomenklatur. Die Nummerierung der Atome in den
Abbildungen dient ausschließlich der Signalzuordnung der NMR-Spektren und stimmt nicht
mit der Nummerierung im Namen überein.
Silberoxid wurde selbst hergestellt durch Fällung aus 1 M Natronlauge und einer 6 M
wässrigen AgNO3-Lösung. Der erhaltene schwarze Feststoff wurde unter Lichtausschluss im
Exsikator über P2O5 getrocknet.
2. Allgemeine Versuchsvorschriften
Vorschrift A: Cu-katalysierte Kupplung von Aminosäuren mit Arylhalogeniden
In einen ausgeheizten Kolben wurden unter Schutzgasatmosphäre die Aminosäure
(40.0 mmol, 1 eq), 1.52 g CuI (8.00 mmol, 0.2 eq) und 11.1 g K2CO3 (80.0 mmol, 2 eq)
vorgelegt. 250 ml wasserfreies DMSO sowie das Arylhalogenid (40 mmol, 1 eq) wurden
hinzugegeben und die Suspension 3 d bei 110°C gerührt. Anschließend wurde Wasser
zugegeben und mit 2 M Salzsäure auf pH ≈ 3 angesäuert.
II. Experimenteller Teil 82
Vorschrift B: Reduktion der Kupplungsprodukte zu den Aminoalkoholen
Unter Schutzgasatmosphäre wurden bei 0°C 1.32 g NaBH4 (35.0 mmol, 2 eq) in 100 ml
wasserfreiem THF vorgelegt. 8.8 mL BF3•OEt2 (70.0 mmol, 4 eq) wurden zugegeben und das
Gemisch 10 min bei 0°C gerührt. Das Substrat (17.5 mmol, 1 eq) wurden in 20 ml
wasserfreiem THF gelöst und dem Gemisch bei 0°C innerhalb von 45 min zugegeben. Nach
Erwärmen auf RT wurde 1 h bei RT sowie 18 h unter Rückfluss gerührt. Anschließend
wurden 70 ml MeOH zugegeben. Nach 2 h rühren bei RT wurde das Lösungsmittel unter
reduziertem Druck entfernt und das Rohprodukt in 100 ml 0.5 M Natronlauge aufgenommen.
Es wurde zweimal mit je 150 mL DCM extrahiert und die vereinigten organischen Phasen mit
80 mL ges. NaCl-Lsg. gewaschen, über MgSO4 getrocknet und das DCM anschließend unter
reduziertem Druck entfernt.
Vorschrift C: Bildung der Imidazolimsalze
In einer ausgeheizten Apparatur wurden unter Schutzgasatmosphäre das Diamin (605 µmol,
1 eq) sowie 254 mg NH4BF4 (2.42 mmol, 4 eq) in 1 ml wasserfreiem Toluol vorgelegt und
unter Rückfluss erhitzt. Nach Erreichen der Siedetemperatur wurde ein Gemisch aus 0.8 mL
Triethylorthoformiat (4.84 mmol, 8 eq) sowie 23 μL Ameisensäure (600 µmol, 1 eq)
zugegeben und 5 h unter Rückfluss gerührt.
II. Experimenteller Teil 83
3. Verbindungen aus Kapitel 1:
3.1 Synthese der Katalysatoren
N-ortho-tolyl-L-tert-Leucin (18):
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift A
durchgeführt.
Die ssrige Phase wurde dreimal mit je 200 mL EtOAc extrahiert und
die vereinigten organischen Phasen achtmal mit je 150 mL H2O
gewaschen und über MgSO4 getrocknet. Das Lösungsmittel wurde unter
reduziertem Druck entfernt. Man erhielt 14.0 g (63.3 mmol, 70%) eines beigefarbenen
Feststoffs, der direkt für die nächste Synthesestufe eingesetzt wurde.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.11-7.06 (m, 2H, H-A3, H-A5), 6.72 (t, J = 7.1 Hz,
1H, H-A6), 6.61 (d, J = 8.0 Hz, 1H, H-A4), 3.81 (s, 1H, H-1), 2.22 (s, 3H, H-A2’), 1.13 (s,
9H, tBu).
MS (EI, 70 eV, 40): m/z (%) = 221 (30), 176 (25), 164 (45), 120 (100), 118 (27), 106 (8), 91
(26).
HRMS (EI, 70 eV, 40): ber. für C13H19NO2 (M+): 221.1416, gef. 221.1421.
N-ortho-tolyl-L-tert-Leucinol (19):
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift B
durchgeführt.
Man erhielt 3.25 g (16.8 mmol, 96%) Produkt als beigefarbenes Öl.
Rf: 0.42 (cHexan/EtOAc 2:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.10-7.05 (m, 2H, H-A3, H-A5), 6.84 (d, J = 8.1 Hz,
1H, H-A6), 6.66 (t, J = 8.0 Hz, 1H, H-A4), 3.89 (dd, J = 10.8, J = 3.8 Hz, 1H, H-2), 3.53 (dd,
NH OH
O
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 1
1'1'
C13H19NO2
Mol. Wt.: 221,30
NH OH
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 1
2
1'
1''
C13H21NO
Mol. Wt.: 207,31
II. Experimenteller Teil 84
J = 10.8, J = 8.5 Hz, 1H, H-2), 3.43 (dd, J = 8.5 Hz, J = 3.9 Hz, 1H, H-1), 2.22 (s, 3H,
H-A2’), 0.98 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 147.2 (Cq, C-A1), 130.5 (CH, C-A3), 127.3 (CH,
C-A5), 121.5 (Cq, C-A2), 117.2 (CH, C-A4), 111.2 (CH, C-A6), 64.0 (CH, C-1), 62.4 (CH2,
C-2), 34.9 (Cq, C-1’), 27.0 (CH3, C-1’’), 17.7 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3429 (br), 2959 (s), 2869 (m), 1606 (s), 1586 (m), 1515 (s), 1480 (s),
1449 (m), 1317 (m), 1259 (m), 1050 (m), 745 (s).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 207 (15), 176 (53), 150 (100), 132 (29), 118 (16), 107 (20),
91 (12).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C13H21NO (M+): 207.1623, gef. 207.1633.
(4S)-tert-Butyl-3-ortho-tolyl-1,2,3-oxathiazolidin-2-oxid (20):
In einem ausgeheizten Kolben wurde unter Schutzgasatmosphäre 2.41 g 19
(16.8 mmol, 1 eq) sowie 4.7 mL Pyridin (58.0 mmol, 5.0 eq) in 80 ml
wasserfreiem DCM vorgelegt. Bei -50°C wurden 1.2 mL Thionylchlorid
(16.2 mmol, 1.4 eq) in 30 mL wasserfreiem DCM gelöst und langsam
zugetropft. Dabei erfolgte nach Zugabe von ungefähr 2/3 der
Thionylchloridlösung ein Farbumschlag von gelb nach grün. Man rührte über Nacht und ließ
die Lösung dabei langsam auf RT erwärmen. Anschließend wurde die Lösung mit 80 mL
DCM versetzt, die org. Phase dreimal mit je 50 mL 1 M Salzsäure, einmal mit 50 mL Wasser
sowie 50 mL ges. NaCl-Lsg. gewaschen und über MgSO4 getrocknet. Das DCM wurde unter
reduziertem Druck entfernt und man erhielt 2.80 g Rohprodukt als rotbraunes Öl. Nach
Aufreinigung mittels Säulenchromatographie (SiO2, cHex cHex/EtOAc 20:1) erhielt man
2.27 g (8.96 mmol, 77%) eines farblosen Öls. Das Diastereomerenverhältnis betrug laut
GC/MS ca. 9:1.
Rf: 0.67 (cHexan/EtOAc 1:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): [Werte des Hauptisomers] δ (ppm) = 7.33 (d, J = 7.2 Hz, 1H,
H-A6), 7.25-7.18 (m, 2H, H-A3, H-A5), 7.17-7.10 (m, 1H, H-A4), 5.00 (dd, J = 9.3,
J = 7.4 Hz, 1H, H-2), 4.58 (dd, J = 9.3, J = 2.2 Hz, 1H, H-2), 4.08 (dd, J = 7.4, J = 2.2 Hz,
1H, H-1), 2.48 (s, 3H, H-A2’), 0.84 (s, 9H, H-1’’).
NO
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
S
O
1' 1''
C13H19NO2S
Mol. Wt.: 253,36
II. Experimenteller Teil 85
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): [Werte des Hauptisomers] δ (ppm) = 137.6 (Cq, C-A1), 135.7
(Cq, C-A2), 131.4 (CH, C-A3), 127.6 (CH, C-A6), 127.1 (CH, C-A5), 126.9 (CH, C-A4), 70.7
(CH, C-1), 70.0 (CH2, C-2), 35.8 (Cq, C-1’), 26.2 (CH3, C-1’’), 18.9 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 2961 (s), 1488 (s), 1477 (s), 1241 (s), 1193 (s), 1167 (vs), 898 (s), 719
(s), 694 (s).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 253 (10), 196 (72), 132 (100), 118 (27), 91 (24).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C13H19NO2S (M+): 253.1137, gef. 253.1136.
(4S)-tert-Butyl-3-ortho-tolyl-1,2,3-oxathiazolidin-2,2-dioxid (16):
Bei RT wurden 26 mg RuCl3H2O (0.12 mmol, 2 Mol%) in 3.5 ml H2O
vorgelegt. Unter Rühren wurden 2.90 g NaIO4 (13.6 mmol, 2.2 eq)
portionsweise zugegeben, bis sich kein NaIO4 mehr löste und ein
Farbumschlag der Lösung von schwarz nach orange erfolgte. Dem
Gemisch wurden 7.0 g Kieselgel und das restliche NaIO4 zugesetzt, so dass
ein feines Pulver resultierte. Dieses wurde mit 25 ml EtOAc versetzt und
die Suspension auf 0°C gekühlt. 1.57 g Sulfamidit 19 (6.20 mmol, 1.0 eq) wurden in 25 ml
EtOAc gelöst und der Suspension tropfenweise zugegeben. Nach 45 min wurde das
Produktgemisch über eine Säule filtriert, welche aus drei Schichten bestand (1. Celite, 2.
Aluminiumoxid, 3. Kieselgel) und man erhielt 1.58 g (5.9 mmol, 95%) eines farblosen
Feststoffs.
Rf: 0.54 (cHexan/EtOAc 1:1).
Smp.: 89°C.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): [Bei RT lagen zwei Rotamere im Verhältnis von ca. 1.00:0.16-
vor; Werte bezogen auf das Hauptisomer] δ (ppm) = 7.40-7.32 (m, 1H, H-Ar), 7.30-7.22 (m,
3H, H-Ar), 4.70 (dd, J = 9.4 ,7.8 Hz, 1H, H-2), 4.49 (dd, J = 9.4, 5.7 Hz, 1H, H-2), 4.07 (dd,
J = 7.7, 5.7 Hz, 1H, H-1), 2.54 (s, 3H, H-A2’), 0.90 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): [Bei RT lagen zwei Rotamere im Verhältnis von ca. 1.00:0.16
vor; Werte bezogen auf das Hauptisomer] δ (ppm) = 138.4 (Cq, C-A1), 131.8, 128.5, 127.3,
126.6 (CH, C-Ar; C-A2 wurde von den anderen Signalen überdeckt), 72.0 (CH, C-1), 66.8
(CH2, C-2), 35.4 (Cq, C-1‘), 25.6 (CH3, C-1‘‘), 18.5 (CH3, C-A2‘).
NO
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
S
O O
1' 1''
C13H19NO3S
Mol. Wt.: 269,36
II. Experimenteller Teil 86
IR (ATR): ν (cm-1) = 2965 (m), 1492 (m), 1478 (m), 1348 (s), 1234 (w), 1197 (s), 1179 (vs),
1122 (w), 1014 (w), 946 (m), 932 (m), 817 (m), 811 (m), 807 (m), 711 (m), 715 (w).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 269 (13), 212 (100), 120 (20), 118 (21), 91 (19).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C13H19NO3S (M+): 269.1086, gef. 269.1087.
CHN-Analyse (C13H19NO3S): ber.: C 57.97, H 7.11, N 5.20; gef.: C 58.03, H 7.09, N 5.45.
(S)-N1-mesityl-3,3-dimethyl-N2-ortho-tolylbutane-1,2-diamin (21):
In einer ausgeheizten Apparatur wurden 272 mg (6.80 mmol,
1.6 eq) NaH in 15 mL trockenem DMF vorgelegt und bei RT
1.62 g (6.39 mmol, 1.5 eq) BocHNMes zugegeben. Nach
15 min wurde 1.15 g (4.26 mmol, 1.0 eq) des Sulfamidats 16
zugegeben. Nach 60 h rühren bei RT wurde das LM am
Ölpumpenvakuum entfernt. Zu dem erhaltenen Feststoff wurden 5 mL TFA sowie 2 mL
Anisol zugegeben und 16 h bei RT gerührt. Nach Zugabe von 20 mL Wasser sowie ges.
K2CO3-Lösung erfolgte zweimalige Extraktion mit je 100 mL DCM. Die vereinigten
organischen Phasen wurden mit 50 mL ges. NaCl-Lösung gewaschen, über MgSO4
getrocknet, der Feststoff abfiltriert und das Lösungsmittel unter reduziertem Druck entfernt.
Säulenchromatographie (SiO2, cHexan/EtOAc 98:2) führte zu 1.08 g (3.34 mmol, 78%) eines
farblosen Öls.
Rf: 0.51 (cHexan/EtOAc 5:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.22-7.16 (m, 2H, H-Ar), 6.96 (d, J = 8.0 Hz, 1H,
H-Ar), 6.91 (s, 2H, B-3), 6.73 (dt, J = 7.3, J = 1.0 Hz, 1H, H-Ar), 3.72 (dt, J = 9.7, J = 2.8
Hz, 1H, H-1), 3.64 (pseudo d, 1H, J = 10.0 Hz, NH), 3.50 (dd, J = 11.6, J = 3.0 Hz, 1H, H-2),
3.48-3.44 (m, 1H, NH), 2.86 (dd, J = 11.6, J = 9.7 Hz, 1H, H-2), 2.33 (s, 3H, Me), 2.32 (s,
3H, Me), 2.29 (s, 6H, B2’), 1.09 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 147.3 (Cq, C-A1), 143.9 (Cq, C-B1), 131.1 (Cq),
130.4, 129.6, 129.5, 127.2 (CH, C-Ar), 120.8 (Cq, C-A2), 116.5, 110.8 (CH, C-Ar), 62.4 (CH,
C-1), 50.5 (CH, C-2), 35.7 (Cq, C-1’), 20.9 (CH3,C-B4’), 18.2 (2xCH3, C-B2’), 17.7 (CH3,
C-A2’).
NH HN
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12B1 B2 B3
B4
1'
1'' B2'
B4'
C22H32N2
Mol. Wt.: 324,50
II. Experimenteller Teil 87
IR (ATR): ν (cm-1) = 3439 (w), 2960 (s), 2914 (m), 2866 (m), 1606 (s), 1586 (m), 1515 (vs),
1480 (vs), 1447 (s), 1367 (m), 1314 (m), 1259 (m), 1225 (m), 1134 (m), 1051 (w), 853 (w),
743 (s).
HRMS (ESI): ber. für C22H33N2 (M+H+): 325.2638, gef. 325.2637.
(S)-4-tert-Butyl-3-(2,5-dimethyl-phenyl)-1mesityl-4,5-dihydro-3H-imidazol-1-
iumtetrafluoroborat (22)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen
Versuchsvorschrift C durchgeführt (767 μmol 21;
Reaktionsdauer 16 h).
Nach Entfernung des Lösungsmittels erfolgte eine direkte
Säulenchromatographie (SiO2, DCM 0.5% MeOH
1% MeOH). Nach mehrmaliger azeotroper Trocknung mit
DCM wurden 186 mg (440 μmol, 57%) eines weißen Feststoffs erhalten.
Rf: 0.53 (DCM/MeOH 5:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.00 (br s, 1H, H-Im), 7.61 (br s, 1H, H-Ar), 7.27 (s,
3H, H-Ar), 6.91 (s, 2H, H-B3), 5.10 (br s, 1H, H-1), 4.58 (br s, 1H, H-2), 3.99 (br s, 1H,
H-2), 2.44 (s, 3H, Me), 2.31 (s, 6H, Me), 2.25 (s, 3H, Me), 0.90 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 Hz, CDCl3): δ (ppm) = 159.4 (Cq, C-Im), 140.5 (Cq, C-Ar), 135.3 (br, Cq,
C-Ar), 132.1, 130.3 (2 X CH, C-Ar), 130.0 (Cq, C-Ar), 127.9 (CH, C-Ar), 53.6, 53.5 (C-1,
C-2), 35.3 (Cq, C-1’), 25.9 (br, CH3, C-1’’), 21.0, 17.9, 17.6.
IR (ATR): ν (cm-1) = 3529 (w), 3063 (w), 2968 (m), 2927 (m), 2875 (w), 1700 (w), 1632 (vs),
1603 (m), 1581 (m), 1472 (m), 1405 (w), 1372 (m), 1256 (s), 1224 (m), 1169 (m), 1120 (m),
1057 (br, vs), 1035 (s), 859 (m), 771 (m).
HRMS (ESI): ber. für C23H31N2 (M-BF4): 335.2487, gef. 335.2482.
NN
BF4
B2 B3
B4
B1
12
1'
1''
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6
B4'
B2'
C23H31BF4N2
Mol. Wt.: 422,31
II. Experimenteller Teil 88
Metathesepräkatalysator 10:
In einer ausgeheizten Apparatur wurden in der Glovebox
35.0 mg 22 (82.9 μmol, 1.3 eq) in 1 ml wasserfreiem Benzol
vorgelegt und 22.0 mg (109 μmol, 1.7 eq) KHMDS
zugegeben. Nach 10 min wurden 38.4 mg HI (63.9 μmol,
1.0 eq) zugegeben und 6 h auf 60°C erhitzt. Nach
Entfernung des Lösungsmittels erfolgte eine direkte
Säulenchromatographie (SiO2, cHexan/CH2Cl2 2:1). Es
wurden 22.0 mg (33.6 μmol, 53%) eines kristallinen, grünen Feststoffs erhalten.
1H-NMR (500 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 16.71 (s, 1H, H-C2‘), 9.28 (d, J = 7.7 Hz, 1H, H-Ar),
7.34-7.30 (m, 4H, H-Ar), 6.84 (s, 2H, H-B3), 6.65 (t, J = 7.4 Hz, 1H, H-Ar), 6.35 (d, J = 8.1
Hz, 1H, H-Ar), 4.47 (quintett, J = 6.1 Hz, 1H, H-C1’), 4.15 (dd, J = 11.2, 7.3 Hz, 1H, H-2),
3.60-3.50 (m, 2H, H-1, H-2), 2.50 (s, 3H, A2’), 2.45 (s, 3H, Mes), 2.39 (s, 3H, Mes), 2.24 (s,
3H, Mes), 1.47 (d, J = 6.1 Hz, 1H, H-C1’’), 1.28 (d, J = 6.1 Hz, 1H, H-C1’’), 0.79 (s, 9H,
H-1’’).
13C-NMR (125 MHz, CDCl3): δ (ppm) = (C-C2’wurde nicht beobachtet) 213.0 (Cq, C-Ru),
152.5, 145.1, 141.7 (C-Ar), 138.3 (mehrere überlagerte Signale, C-Ar), 132.4, 132.2, 129.8,
129.7, 128.9, 128.3, 122.1, 122.0, 113.0 (C-Ar), 74.5 (C-C1‘), 70.0, 54.6, 35.4 (CHx), 26.0
(CH3, tBu), 22.1, 21.8, 20.8, 20.1, 18.8, 18.3 (CH3, Me).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3472 (br, m), 3064 (w), 2963 (s), 2923 (s), 1709 (m), 1606 (w), 1589
(m), 1576 (m), 1490 (vs), 1476 (s), 1453 (s), 1423 (m), 1386 (s), 1343 (m), 1316 (m), 1298
(s), 1277 (vs), 1254 (vs), 1217 (s), 1157 (m), 1114 (s) 1099 (m), 1037 (m), 1014 (w), 938 (m),
880 (w), 843 (m), 802 (w), 768 (m), 748 (s) 725 (m).
HRMS (ESI): ber. für C33H42Cl2N2ORu (M+): 654.1718, gef. 654.1717.
NN
Ru
O
Cl
Cl
C33H47Cl2N2ORu
Mol. Wt.: 659,72
A1
A2
A2'
A3
A4
A5 A6 12
1'
1''
B1 B2 B3
B2'
B4'
B4
C2
C2'
C1 C3
C4
C5C6
C1'
C1''
II. Experimenteller Teil 89
(S)-3,3-Dimethylbutyl-N1-(prop-2-ynyl)-N2-ortho-tolylbutan-1,2-diamin (46):
1.03 g des Sulfamidats 16 (3.82 mmol) wurden in 3 mL
Propargylamin gelöst und 2 d bei 40°C gerührt. Dabei kam es zu
einer zunehmenden Orangefärbung der Lösung. Entfernung der
Propargylaminreste unter vermindertem Druck führt zu einem
orangefarbenen Feststoff, welcher in 6 mL 2 M Salzsäure sowie 2 mL
EtOH gelöst wurde. Nach 2 d rühren bei RT wurde mit 20 mL
Wasser verdünnt und die Lösung mit ges. K2CO3-Lösung auf einen basischen pH-Wert
gebracht. Nach zweimaliger Extraktion mit je 40 mL DCM wurden die organischen Phasen
vereint, mit 20 mL ges. NaCl-Lösung gewaschen, über MgSO4 getrocknet und das LM unter
reduziertem Druck entfernt. Nach Aufreinigung mittels Säulenchromatographie (SiO2,
cHexan/EtOAc 20:1 → 5:1) erhielt man 688 mg (2.82 mmol, 74%) Produkt als gelbes Öl.
Alternative Syntheseroute bei RT unter Verwendung hoher Drücke:
276 mg 16 (1.02 mmol) wurden in 0.9 mL Propargylamin gelöst, in einen Plastikschlauch für
Hochdruckreaktionen überführt und bei RT 20 h einem Druck von 7.5 kbar ausgesetzt. Der
Schlauch wurde mit DCM nachgespült und das Lösungsmittel sowie Propargylaminreste
unter vermindertem Druck entfernt. Es wurden 5 mL 2 M Salzsäure zugegeben und 12 h bei
RT gerührt. Danach wurde die Suspension mit 10 mL Wasser verdünnt und mittels ges.
K2CO3-Lösung auf einen basischen pH-Wert gebracht. Nach zweimaliger Extraktion mit je
20 mL DCM wurden die organischen Phasen vereint und mit 10 mL Wasser sowie 10 mL
ges. NaCl-Lösung gewaschen, über MgSO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter
reduziertem Druck entfernt. Nach Aufreinigung mittels Säulenchromatographie (SiO2,
cHexan/EtOAc 20:1 → 10:1) erhielt man 198 mg (0.81 mmol, 74%) Produkt als gelbes Öl.
Rf: 0.42 (EtOAc/cHexan 1:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.05 (t, J = 8.2 Hz, 1H, H-A5), 7.04 (d, J = 7.3 Hz,
1H, H-A3), 6.78 (d, J = 8.1 Hz, 1H, H-A6), 6.59 (dt, J = 7.3, J = 0.7 Hz, 1H, H-A4), 3.55-
3.40 (m, 1H, H-1), 3.49 (dd, J = 17.1, J = 2.4 Hz, 1H, H-3), 3.35 (dd, J = 17.1, J = 2.4 Hz, 1H,
H-3), 2.97 (dd, J = 11.2, J = 2.9 Hz, 1H, H-2), 2.72 (dd, J = 11.2, J = 9.6 Hz, 1H, H-2), 2.21
(t, J = 2.4 Hz, 1H, H-5), 2.08 (s, 3H, H-A2’), 1.87 (br s, 1H, NH), 0.97 (s, 9H, H-1’’).
NH HN
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 123
4
5
1'
1''
C16H24N2
Mol. Wt.: 244,38
II. Experimenteller Teil 90
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 147.3 (Cq, C-A1), 130.4 (CH, C-A3), 127.3 (CH,
C-A5), 120.8 (Cq, C-A2), 116.3 (CH, C-A4), 110.5 (CH, C-A6), 82.1 (Cq, C-4), 71.5 (CH,
C-5), 61.6 (CH, C-1), 50.2 (CH2, C-2), 38.3 (CH2, C-3), 35.6 (Cq, C-1’), 27.0 (CH3, C-1’’),
17.7 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3438 (w), 3304 (m), 2960 (s), 2868 (m), 1606 (s), 1585 (m), 1516 (s),
1480 (s), 1448 (m), 1367 (w), 1315 (m), 1257 (m), 1135 (w), 1051 (m), 745 (s).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 244 (6), 176 (100), 132 (5), 118 (7), 106 (5), 91 (5).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C16H24N2 (M+): 244.1940, gef. 244.1937.
(S)-5-tert-butyl-3-(prop-2-ynyl)-1-ortho-tolyl-4,5-dihydro-1H-imidazol-3-ium-
tetrafluoroborat (47)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift
C durchgeführt (0.47 mmol 46; Reaktionsdauer 6.5 h).
Es erfolgt eine direkte Aufreinigung der Rohlösung mittels einer
Filtersäule mit Kieselgur (DCM, dann einige Prozent MeOH).
Nach fehlgeschlagenen Umkristallisationsversuchen mit
DCM/MTBE sowie Aceton/MTBE erfolgt
Säulenchromatographie des erhaltenen braunen Öls (SiO2, erst DCM, dann 0.5% gefolgt von
1% MeOH in DCM). Dies führt nach mehrmaliger azeotroper Trocknung mit DCM zu 98 mg
(286 μmol, 61%) einer weißen, schaumig-amorphen Substanz.
Rf: 0.33 (DCM/MeOH 10:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.15 (s, 1H, H-Im), 7.40 (d, J = 7.5 Hz, 1H, H-A6),
7.28-7.18 (m, J = 7.3 Hz, 3H, H-Ar), 4.73 (dd, J = 11.9, J = 7.5 Hz, 1H, H-1), 4.50 (dd,
J = 7.9, J = 2.2 Hz, 1H, H-3), 4.30-4.21 (m, 2H, H-2, H-3), 3.96 (dd, J = 7.9, J = 7.5 Hz, 1H,
H-2), 2.53 (t, J = 2.4 Hz, 1H, H-5), 2.36 (s, 3H, H-A2’), 0.80 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 158.3 (Cq, C-Im), 135.8, 133.2 (2 X Cq, C-Ar),
132.2, 129.4, 127.5 (3 X CH, C-Ar), 126.1 (Cq, C-A6), 76.4 (Cq, C-4), 74.4 (CH, C-5),
72.0 (CH, C-1), 50.5 (CH2, C-2), 38.0 (CH2, C-3), 35.5 (Cq, C-1’), 25.6 (CH3, C-1’’),
18.0 (CH3, C-A2’).
NN
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
3
4
5
BF4
C17H23BF4N2
Mol. Wt.: 342,18
1' 1''
II. Experimenteller Teil 91
IR (ATR): ν (cm-1) = 3267 (m), 3077 (s), 2965 (m), 2927 (m), 2875 (w), 2854 (w), 2131 (w),
1741 (w), 1645 (vs), 1582 (w), 1479 (m), 1371 (s), 1364 (s), 1254 (s), 1231 (s), 1169 (m),
1055 (vs), 900 (w), 768 (s).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 256 (12), 227 (17), 213 (32), 199 (27), 176 (38), 160 (12),
145 (10), 132 (66), 117 (15), 101 (39), 82 (18), 73 (12), 59 (100), 58 (73).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C17H23N2 (M-BF4-): 256.1940, gef. 256.1934.
(S)-5-tert-butyl-3-(prop-2-ynyl)-1-ortho-tolyl-4,5-dihydro-1H-imidazol-3-iumchlorid
(47Cl)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift
C durchgeführt (0.84 mmol 46; NH4Cl statt NH4BF4;
Reaktionsdauer 6 h).
Es erfolgt eine direkte Aufreinigung der Rohlösung mittels
Säulenchromatographie (SiO2, erst DCM, dann 1% MeOH in
DCM und schließlich reines MeOH). Das Lösungsmittel der
MeOH-Fraktion wurde unter vermindertem Druck entfernt. Das Rohprodukt wurde danach
mit DCM über Kieselgur filtriert. Nach Entfernung des Lösungsmittels wird ein gelber
Schaum erhalten. Nach fehlgeschlagenen Umkristallisationsversuchen mit DCM/MTBE,
Aceton/MTBE sowie MeOH/MTBE erfolgt lösen des Rohprodukts in einer geringen Menge
DCM gefolgt von Zugabe von 2-3 mL CCl4. Dies führt zum Ausölen einer braunen
Verunreinigung, welche vorsichtig abpipettiert werden kann. Nach mehrmaliger
Wiederholung dieses Reinigungsschrittes werden nach Entfernung des LM 123 mg
(423 μmol, 50%) eines hellgelben Feststoffs erhalten.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 10.05 (s, 1H, H-Im), 7.45 (d, J = 7.0 Hz, 1H, H-A6),
7.25-7.14 (m, J = 7.3 Hz, 3H, H-Ar), 5.09 (dd, J = 7.7, J = 2.3 Hz, 1H, H-3), 4.74 (dd,
J = 11.9 , J = 6.9 Hz, 1H, H-1), 4.65 (dd, J = 7.6, J = 2.2 Hz, 1H, H-3), 4.41 (t, J = 11.9 Hz,
1H, H-2), 3.95 (dd, J = 11.8, J = 6.9 Hz, 1H, H-2), 2.54 (t, J = 2.2 Hz, 1H, H-5), 2.43 (s, 3H,
H-A2’), 0.78 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 159.5 (Cq, C-Im), 135.9, 132.8 (2 X Cq, C-Ar),
132.4, 129.1, 127.5 (3 X CH, C-Ar), 125.7 (Cq, C-A6), 76.1 (Cq, C-4), 74.8 (CH, C-5), 71.7
N N
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
3
4
5
Cl
C17H23ClN2
Mol. Wt.: 290,83
1'1''
II. Experimenteller Teil 92
(CH, C-1), 50.5 (CH2, C-2), 38.3 (CH2, C-3), 35.6 (Cq, C-1’), 25.8 (CH3, C-1’’), 18.7 (CH3,
C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3171 (br w), 2965 (s), 2931 (m), 2875 (w), 2116 (w), 1698 (w), 1641
(vs), 1504 (w), 1478 (w), 1370 (s), 1252 (m), 1235 (s), 1169 (w), 1121 (w), 768 (m), 721 (w).
MS (EI, 70 eV, 290°C): m/z (%) = 289 (16), 275 (8), 255 (11), 233 (20), 197 (29), 176 (40),
159 (100), 118 (26), 91 (20).
HRMS (EI, 70 eV, 290°C): ber. für C17H22N2 (M+-HCl): 289.1472, gef. 289.1477.
[(S)-5-tert-butyl-3-(prop-2-ynyl)-1-ortho-tolyl-4,5-dihydro-1H-imidazol-3-
iumtetrafluoroborat]hexacarbonyldicobalt (48)
In einer Glovebox wurden 78 mg (228 μmol, 1.1 eq)
Dicobaltcarbonyl in einem zuvor ausgeheizten Schlenkkolben
vorgelegt. Durch ein Septum gab man außerhalb der
Glovebox zunächst 5 mL wasserfreies DCM zu, wobei sich
eine schwarzrote Lösung bildete. 71 mg (207 μmol, 1.0 eq) in
2 mL wasserfreiem DCM gelöstes 47 wurden innerhalb von
20 min bei RT zugetropft und die Lösung 3 h gerührt. Das Lösungsmittel wurde unter
reduziertem Druck entfernt, das Rohprodukt in DCM aufgenommen, filtriert und
säulenchromatographisch gereinigt (SiO2, DCM DCM/MeOH 20:1). Dabei wurde eine
rote Bande von der Säule eluiert, welche nach Entfernung des LM 106 mg (169 μmol, 82%)
eines roten Feststoffs lieferte.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.26 (br s, 1H, H-Im), 7.46-7.40 (m, 1H, H-A6),
7.31-7.20 (m, 3H, H-Ar), 6.23 (br s, 1H, H-5), 5.03 (br s, 1H, H-3), 4.85-4.75 (m, 1H, H-1),
4.35 (t, J = 11.4 Hz, 1H, H-2), 4.12 (t, J = 10.0 Hz, 1H, H-2), 2.35 (s, 3H, H-A2’), 0.84 (s,
9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 198 (CO), 158.9 (Cq, C-Im), 135.6, 133.5 (2 X Cq,
C-Ar), 132.2, 129.5, 127.6 (CH, C-Ar), 126.3 (Cq, C-A6), 85.1 (Cq, C-4), 73.8 (CH, C-5),
72.3 (CH, C-1), 51.4, 51.3 (CH2, C-2, C-3), 35.3 (Cq, C-1’), 25.8 (CH3, C-1’’), 17.9 (CH3,
C-A2’).
N N
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
3
4
5
BF4
1'1''
Co2(CO)6
C23H23BCo2F4N2O6
Mol. Wt.: 628,11
II. Experimenteller Teil 93
IR (ATR): ν (cm-1) = 3086 (w), 2967 (w), 2927 (w), 2875 (w), 2853 (w), 2099 (s), 2058 (vs),
2027 (vs), 1642 (s), 1582 (w), 1504 (w), 1479 (w), 1405 (w), 1374 (w), 1356 (w), 1289 (w),
1254 (w), 1228 (m), 1164 (w), 1059 (s), 766 (m), 721 (w).
HRMS (ESI): ber. für C23H23Co2N2O6 (M-BF4-): 541.0215, gef. 541.0212.
[(S)-3,3-Dimethylbutyl-N1-(prop-2-ynyl)-N2-ortho-tolylbutan-1,2-
diamin]hexacarbonyldicobalt (49)
In einer Glovebox wurden 233 mg (1.05 mmol, 1.1 eq)
Dicobaltcarbonyl in einem zuvor ausgeheizten
Schlenkkolben vorgelegt. Durch ein Septum gab man
außerhalb der Glovebox zunächst 20 mL wasserfreies DCM
zu, wobei sich eine schwarzrote Lösung bildete. 233 mg
(953 μmol, 1.0 eq) in 10 mL wasserfreiem DCM gelöstes
46 wurden innerhalb von 30 min bei RT zugetropft und die Lösung 15 h gerührt. Das
Lösungsmittel wurde unter reduziertem Druck entfernt und das Rohprodukt
säulenchromatographisch gereinigt (SiO2, cHexan cHexan/EtOAc 20:1). Dabei wird eine
rote Bande von der Säule eluiert, welche nach Entfernung des Lösemittels 411 mg (775 μmol,
81%) eines roten Feststoffs liefert.
Rf: 0.46 (cHexan/EtOAc 5:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.12-7.00 (m, 2H, H-Ar), 6.79 (s, 1H, H-Ar), 6.60 (s,
1H, H-Ar), 6.04 (s, 1H, H-5), 4.08-3.92 (m, 2H, H-3), 3.51 (s, 1H, H-1), 3.01 (s, 1H, H-2),
2.79 (s, 1H, H-2), 2.16 (s, 3H, H-A2’), 0.98 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 Hz, CDCl3): δ (ppm) = 199.9 (CO), 147.5 (Cq, C-A1), 130.5, 127.3 (CH,
C-Ar), 121.0 (Cq, C-A2), 116.3, 110.6 (CH, C-Ar), 94.6 (Cq, C-4), 72.9 (CH, C-5), 62.0 (CH,
C-1), 52.5 (CH2, C-3), 50.5 (CH2, C-2), 35.6 (Cq, C-1’), 27.1 (CH3, C-1’’), 17.7 (CH3,
C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 2963 (m), 2869 (w), 2092 (s), 2050 (vs), 2019 (vs), 1606 (m), 1586 (w),
1516 (m), 1480 (m), 1315 (w), 1258 (w), 1133 (w), 1051 (w), 744 (m).
HRMS (ESI): ber. für C22H25Co2N2O6 (M+H+): 531.0377, gef. 531.0381.
NH HN
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 123
4
5
1'
1''
Co2(CO)6
C22H24Co2N2O6
Mol. Wt.: 530,30
II. Experimenteller Teil 94
(S)-4-tert-Butyl-2-pentafluorophenyl-1-prop-2-ynyl-3-ortho-tolyl-imidazolidin (50)
Zu 104 mg Diamin (425 µmol, 1.0 eq) 46 sowie 142 mg
Pentafluorbenzaldehyd (723 µmol, 1.7 eq) wurden 0.25 mL konz. AcOH
zugegeben und die Lösung für 18 h bei RT gerührt. Es wurden 0.25 mL
Eiswasser zugegeben und die wässrige Phase zweimal mit je 10 mL DCM
extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen wurden mit 5 mL ges. NaCl-
Lösung gewaschen, über MgSO4 getrocknet, das Lösungsmittel unter
reduziertem Druck entfernt und das Rohprodukt säulenchromatographisch gereinigt (SiO2,
cHexan/EtOAc). Nach Entfernung des Lösungsmittels wurden 110 mg (260 µmol, 61%) des
gewünschten Produkts als Diastereomerengemisch von ca. 1:1 bis 1:0.85 (1H-NMR) erhalten.
Gegebenenfalls könnte die Aufspaltung im NMR auch durch Rotamere entstehen.
Rf: 0.66 (cHexan/EtOAc 2:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): [Diastereomerengemisch von ca. 1:1 bis 1:0.85] δ (ppm) = 7.54
(d, J = 7.5 Hz, 1H, H-Ar), 7.30-7.18 (m, 2H, H-Ar), 7.10-6.90 (m, 4H, H-Ar), 6.82 (dt,
J = 7.4, 1.1 Hz, 1H, H-Ar), 5.73 (d, J = 1.5 Hz, 1H, ArN2C-H), 5.07 (s, 1 H, ArN2C-H),
4.24-4.10 (m, 1H), 3.57 (dd, J = 8.9, 4.3 Hz, 1H), 3.51 (dd, J = 9.9, 2.4 Hz, 1H), 3.47 (dd,
J = 9.7, 2.4 Hz, 1H), 3.40-3.30 3.57 (m, 5H), 3.05 (dd, J = 8.6, 2.1 Hz, 1H), 2.32 (s, 3H,
ArMe), 2.26 (t, J = 2.4 Hz, 1H, Alkin-H), 2.24 (t, J = 2.4 Hz, 1H, Alkin-H), 0.84 (s, 9H, tBu),
0.83 (s, 9H, tBu).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 149.03, 154.3, 137.3, 135.0 (Cq, C-Ar), 130.7,
130.5, 127.2, 126.7, 126.0, 125.7, 124.9, 124.3 (C-Ar), 113.9, 112.9 (Cq, C5F6), 82.3 (CH,
ArN2C-H), 78.1, 77.8 (Cq, C-4), 75.9 (CH, ArN2C-H), 73.7, 73.3 (CH, Alkin-H), 68.3 (CH,
C-1), 53.0, 52.8 (CH2, C-2), 40.6, 40.2 (CH2, C-3), 35.5, 35.4 (Cq, C-1‘‘), 27.5, 26.6 (CH3,
C-1‘‘).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3309 (m), 3064 (w), 3022 (w), 2959 (m), 2869 (m), 1651 (m), 1522 (s),
1505 (vs), 1480 (m), 1403 (m), 1395 (m), 1365 (m), 1308 (m), 1162 (m), 1119 (m), 1004 (s),
978 (m), 727 (w), 669 (w).
HRMS (ESI): ber. für C23H24F5N2 (M+H+): 423.1848, gef. 423.1844.
N N
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
3
4
5
1'1''
C6F5
C23H23F5N2
Mol. Wt.: 422,43
II. Experimenteller Teil 95
[(S)-4-tert-Butyl-2-pentafluorophenyl-1-prop-2-ynyl-3-ortho-tolyl-
imidazolidin]hexacarbonyldicobalt (50b)
Zu 49 mg Diamin 46 (425 µmol, 1.0 eq) sowie 168 mg
Pentafluorbenzaldehyd (857 µmol, 9.3 eq) wurde 1 Tropfen
konzentrierte AcOH gegeben und die Lösung für 16 h bei RT
gerührt. Die flüchtigen Bestandteile wurden unter reduziertem
Druck entfernt und das Rohprodukt säulenchromatographisch
gereinigt (SiO2, cHexan). Nach Entfernung des
Lösungsmittels wurden 24 mg (34 µmol, 37%) des gewünschten Produkts als
Diastereomerengemisch von ca. 1.2:1.0 (1H-NMR) erhalten. Gegebenenfalls könnte die
Aufspaltung im NMR auch durch Rotamere entstehen.
Rf: 0.69 (cHexan/EtOAc 5:1).
1H-NMR (500 MHz, C6D6): [Diastereomerengemisch von ca. 1.2:1.0] δ (ppm) = 7.31-7.25
(m, 2H, H-Ar), 7.15-7.10 (m, 1H, H-Ar), 6.91 (t, J = 7.0 Hz, 1H, H-Ar), 6.83 (t, J = 6.6 Hz,
1H, H-Ar), 6.69 (t, J = 7.4 Hz, 1H, H-Ar), 5.59 (s, 1H, ArN2C-H), 5.44 (s, 2H, H-5), 4.88 (s,
1H, ArN2C-H), 4.15 (t, J = 7.1 Hz, 1H), 3.67 (d, J = 5.1 Hz, 2H), 3.60-3.55 (m, 1H), 3.50 (t,
J = 7.4 Hz, 1H), 3.45-3.28 (m, 3H), 2.68 (t, J = 9.2 Hz, 1H), 2.57 (t, J = 8.1 Hz, 1H), 2.32 (s,
ArMe), 1.87 (s, ArMe), 0.88 (s, tBu), 0.79 (s, tBu).
13C-NMR (125 MHz, CDCl3): [nicht alle 13C-Signale erkennbar] δ (ppm) = 199.8 (CO),
148.5, 145.6, 137.5, 130.9, 130.7, 127.3, 126.4, 126.1, 125.9, 125.1, 124.9, 91.7, 84.4, 77.9,
73.5, 69.0, 56.1, 55.5, 55.0, 54.5, 35.2, 26.6, 18.1, 16.9.
IR (ATR): ν (cm-1) = 2960 (w), 2869 (w), 2095 (s), 2053 (vs), 2022 (vs), 1651 (w), 1522 (s),
1505 (s), 1394 (w), 1173 (w), 1120 (w), 1006 (m), 936 (w), 727 (w).
HRMS (ESI): ber. für C29H24Co2F5N2O6 (M+H+): 709.0217, gef. 709.0214.
N-Boc-3,5-Bistrifluormethylanilin
Zu 4.65 g (21.3 mmol, 1.1 eq) Boc2O und 97 mg Sulfaminsäure
(1.00 mmol, 5 mol%) wurden 3.0 mL (19.4 mmol, 1.0 eq) 3,5-Bis-
trifluormethylanilin zugegeben und die entstandene Mischung in
Anlehnung an eine Literaturvorschrift [128] für 100 min in ein
NN
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
3
4
5
1'1''
Co2(CO)6
C6F5
C29H23Co2F5N2O6
Mol. Wt.: 708,36
CF3
CF3
N
H
O
O
C13H13F6NO2
Mol. Wt.: 329,24
II. Experimenteller Teil 96
Ultraschallbad gehalten. Nach weiteren 14 h konventionellen rührens bei RT erfolgte
wässrige Aufarbeitung. Es wurden 30 mL EtOAc zugegeben und diese dreimal mit je 30 mL
Wasser sowie zweimal mit je 30 mL ges. NaCl-Lösung gewaschen. Das Rohprodukt wurde
30 h im Ölpumpenvakuum getrocknet und anschließend säulenchromatographisch gereinigt
(SiO2, cHexan:EtOAc 20:1). Es wurden 3.71 g (11.3 mmol, 58 %) eines weißen Pulvers
erhalten.
Rf: 0.59 (cHexan/EtOAc 5:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.86 (s, 2H, H-Ar), 7.52 (s, 1H, H-Ar), 6.77 (s, 1 H,
NH), 1.53 (s, 9H, tBu).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 152.1 (HNCO2), 139.9, 132.5, 132.2, 124.5, 121.8,
118.0, 116.2 (C-Ar), 82.0 (Cq, tBu), 28.2 (CH3, tBu).
(S)-N1-3,5-bistrifluormethylphenyl-3,3-dimethyl-N2-ortho-tolylbutan-1,2-diamin (51)
In einer ausgeheizten Apparatur wurden 114 mg (2.85 mmol,
1.7 eq) NaH in 6 mL abs. DMF vorgelegt und bei RT 825 mg
(2.51 mmol, 1.5 eq) N-Boc-3,5-Bistrifluormethylanilin zuge-
geben. Nach 15 min gab man 453 mg 16 (1.68 mmol, 1.0 eq)
zu und rührte 18 h bei RT. Danach wurde das Lösungsmittel
am Ölpumpenvakuum entfernt. Zu dem erhaltenen Feststoff
wurden 5 mL TFA sowie 1 mL EtOH zugegeben und 24 h bei RT gerührt. Nach Zugabe von
20 mL Wasser sowie ges. K2CO3-Lösung erfolgte zweimalige Extraktion mit je 40 mL DCM.
Die vereinigten organischen Phasen wurden mit 20 mL ges. NaCl-Lösung gewaschen, über
MgSO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter reduziertem Druck entfernt.
Säulenchromatographische Reinigung (SiO2, cHexan/EtOAc 200:1) führte zu 387 mg
(0.93 mmol, 55%) eines weißen Feststoffs.
Rf: 0.52 (cHexan/EtOAc 5:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.14 (s, 1H, H-B4), 7.11-7.05 (m, 2H, H-Ar), 6.88
(s, 2H, B-2), 6.70-6.62 (m, 2H, H-Ar), 3.63-3.55 (m, 2H, H-1, H-2), 2.99 (t, 1H, J = 11.2 Hz,
H-2), 2.18 (s, 3H, H-A2’), 1.04 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 149.91 (Cq, C-B1), 146.9 (Cq, C-A1), 132.6, 132.2
(Cq, C-Ar), 130.7, 127.4 (CH, C-Ar), 122.2, 121.2 (C-Ar), 117.3 (Cq, C-A2), 112.3 (CH,
NH HN
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12B1B2 B3
B4
1'
1''
CF3
B3'
CF3
C21H24F6N2
Mol. Wt.: 418,42
II. Experimenteller Teil 97
C-B2), 110.5, 110.3 (C-Ar), 61.5 (CH, C-1), 45.1 (CH, C-2), 35.5 (Cq, C-1’), 26.9
(CH3,C-1’’), 17.6 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3408 (w), 3057 (w), 2963 (m), 2928 (m), 2871 (w), 2858 (w), 1712 (w),
1622 (s), 1607 (m), 1587 (m), 1515 (m), 1477 (m), 1449 (w), 1432 (m), 1396 (s), 1371 (w),
1276 (vs), 1175 (s), 1133 (vs), 1102 (m), 1092 (m), 1051 (w), 1005 (w), 995 (w), 959 (w),
861 (m), 845 (w), 747 (m), 701 (w), 683 (s).
HRMS (ESI): ber. für C21H24F6N2 (M+H+): 419.1922, gef. 419.1908.
(S)-1-(3,5-Bis-trifluoromethyl-phenyl)-4-tert-butyl-3-o-tolyl-4,5-dihydro-3H-imidazol-1-
iumtetrafluoroborat (52)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen
Versuchsvorschrift C durchgeführt (585 μmol 51;
Reaktionsdauer 18 h).
Nach Entfernung des Lösungsmittels erfolgt eine direkte
Säulenchromatographie (SiO2, DCM → 0.5% MeOH→ 1%
MeOH). Nach Umkristallisation aus DCM/MTBE
(Auskristallisation im Kühlschrank) wurden 145 mg (281 μmol, 48%) eines farblosen
Feststoffs erhalten.
Rf: 0.28 (DCM/MeOH 20:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.70 (s, 1H, H-Im), 7.85 (s, 1H, H-B2), 7.75 (s, 1H,
H-B4), 7.55 (d, 1H, J = 8.0 Hz, H-Ar), 7.32-7.16 (m, 3H, H-Ar), 5.01 (dd, 1H, J = 11.8,
7.2 Hz, H-1), 4.90 (dd, 1H, J = 11.5, 11.0 Hz, H-2), 4.21 (dd, 1H, J = 10.7, 7.2 Hz, H-2),
2.39 (s, 3H, H-A2’), 0.87 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 155.9 (CH, C-Im), 137.0, 135.1, 133.6, 133.3 (Cq,
C-Ar), 132.2, 130.1, 127.7, 127.0 (CH, C-Ar), 123.8 (Cq, C-Ar), 121.1 (CH, C-B4), 121.0
(C-Ar), 119.4 (C-B2), 172.3 (CH, C-1), 51.5 (CH, C-2), 35.4 (Cq, C-1’), 25.6 (CH3,C-1’’),
18.0 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3078 (w), 3070 (w), 2970 (w), 1704 (w), 1631 (s), 1618 (s) 1582 (w),
1478 (m), 1381 (s) 1280 (vs), 1186 (m), 1139 (s), 1060 (s), 891 (w), 847 (w), 768 (w), 699
(m), 683 (m).
HRMS (ESI): ber. für C22H23F6N2 (M-BF4-): 429.1760, gef. 429.1746.
NN
BF4
B2
B3
B4
B1
12
1'
1''
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 B3'
CF3
CF3
C22H29BF4N2
Mol. Wt.: 408,28
II. Experimenteller Teil 98
3.2 ARCM-Reaktionen und Substrate
Vorschrift für ARCM-Reaktionen mit 24:
Zu einer Lösung des frisch kugelrohrdestillierten Triens 24 (5.0 mg, 27.7 µmol, 1 eq) in
0.5 mL trockenem CH2Cl2 wurde der Katalysator (1.4 µmol, 5 mol%) zugegeben und die
Reaktion bei 40°C für 2 h gerührt. Ethylvinylether wurde zum Reaktionsabbruch zugegeben
und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Der Umsatz wurde mittels
1H-NMR, die Enantiomerenüberschüsse per chiraler GC bestimmt. Die absolute Stereochemie
wurde mittels einer Referenzreaktion mit 1 bestimmt. [27]
Bedingungen: Lipodex E (25 m x 0.25 mm), 6 psi H2, T konstant 55 °C (oben: 66% ee, unten:
Racemat)
II. Experimenteller Teil 99
Allyl((2E,5E)-3,5-dimethylhepta-2,5-dien-4-yloxy)diphenylsilan (26)
335 mg (2.39 mmol, 1.0 eq) des literaturbekannten Alkohols 25 [27] wurden
in 8 mL wasserfreiem THF gelöst und bei -78°C langsam 1.05 mL n-BuLi
(2.5 M in nHexan, 2.63 mmol, 1.1 eq) zugetropft. Nach 10 min ließ man
auf RT aufwärmen und rührte weitere 5 min. Nun wurde die gesamte
Lösung in einer Spritze aufgezogen und mittels einer Spritzenpumpe
innerhalb von 90 min langsam zu einer -78°C kalten Lösung von 582 mg
Diphenyldisilylchlorid (2.30 mmol, 1.0 eq) in 6 mL wasserfreiem THF zugetopft. Nach
weiteren 30 min bei -78°C ließ man die Lösung auf RT erwärmen und rührte 4 h bei RT. Bei -
15°C wurden 1.43 mL Allylmagnesiumbromid (2.0 M in THF, 2.86 mmol, 1.2 eq) zugegeben
und für 18 h gerührt, wobei man die Lösung langsam auf RT aufwärmen ließ. Nach Zugabe
von ges. NH4Cl-Lösung erfolgt zweimalige Extraktion der wässrigen Phase mit MTBE. Die
vereinten organischen Phasen werden mit ges. NaCl-Lösung gewaschen, über Na2SO4
getrocknet und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Kugelrohrdestillation
im Ölpumpenvakuum blieb erfolglos (150°C, 0.3 mbar). Zweimalige Säulenchromatographie
(SiO2, cHexan) führte zu 348 mg (0.96 mmol, 42%) eines farblosen Öls.
Rf: 0.70 (cHexan/EtOAc 5:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.60-7.55 (m, 4H, H-Ar), 7.42-7.31 (m, 6H, H-Ar),
5.83-5.74 (m, 1H, H-5), 5.50 (tq, 2H, J = 6.8, 1.3 Hz, H-3), 4.91-4.81 (m, 2H, H-6), 4.40 (s,
1H, H-1), 2.15 (dt, 2H, J = 7.9, 1.3 Hz, H-4), 1.57 (dt, 6H, J = 6.8, 1.0 Hz, Me), 1.39 (s, 6H,
Me).
13C-NMR (100 Hz, CDCl3): δ (ppm) = 135.7, 135.2, 134.9, 133.4 (C-2, C-5, C-Ar), 129.6,
127.5 (CH, C-Ar), 120.1 (CH, C-3), 114.7 (CH2, C-6), 82.9 (CH, C-1), 22.3 (CH2, C-4), 13.0
(CH3, C-3’), 11.7 (CH3, C-2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3070 (m), 3050 (m), 3024 (m), 2999 (m), 2975 (m), 2917 (m), 2860
(m), 1957 (w), 1886 (w), 1821 (w), 1669 (w), 1631 (m), 1590 (w), 1487 (w), 1428 (s), 1380
(m), 1315 (w), 1265 (w), 1192 (w), 1157 (m), 1117 (s), 1111 (s), 1086 (m), 1061 (s), 998 (m),
932 (w), 897 (m), 869 (m), 833 (w), 801 (w), 768 (m), 735 (s), 699 (vs).
HRMS (ESI): ber. für C24H30NaOSi (M+Na+): 385.1964, gef. 385.1959.
O
Ph2
Si
C24H30OSi
Mol. Wt.: 362,58
1
2
3
4
56
2'
3'
II. Experimenteller Teil 100
E-6-(But-2-en-2-yl)-2,2-diphenyl-5-methyl-3,6-dihydro-2H-1,2-oxasilin (27)
Herstellung der racemischen Probe:
58 mg 26 (0.16 mmol) wurden unter Schutzgasatmosphäre in 6 mL
wasserfreiem Toluol gelöst, 1.5 mg HII zugegeben und die Lösung 2 d auf
60°C erhitzt. Die Lösung wurde über Kieselgel filrtiert (cHexan/EtOAc 10:1)
und das Lösungsmittel unter reduziertem Druck entfernt. Da laut 1H-NMR
der Umsatz lediglich um 50% Betrug, wurde das Substrat-Produktgemisch in 4 mL
wasserfreiem Toluol gelöst, 2.5 mg HII zugegeben und die Lösung weitere 2 d auf 60°C
erhitzt. Nach erneuter Filtration wurden (SiO2, cHexan/EtOAc 10:1) wurden 35 mg
(0.11 mmol, 69%) eines farblosen Öls erhalten.
Herstellung der enantiomerenangreicherten Probe:
In ein NMR-Rohr mit Schraubverschluss wurden 7.9 mg 26 (27.7 µmol, 1 eq), 0.9 mg 10
(1.4 µmol, 5 mol%) sowie 0.8 mL über Na getrocknetes C6D6 gegeben und das NMR-Rohr
2 d auf 60°C erhitzt. Nach Bestimmung des Umsatzes im 1H-NMR erfolgte Filtration (SiO2,
cHexan/EtOAc 10:1) und Bestimmung des Enantiomerenüberschusses mittels chiraler HPLC.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.65-7.56 (m, 4H, H-Ar), 7.44-7.33 (m, 6H, H-Ar),
5.84 (m, 1H, H-3), 5.57-5.53 (m, 1H, H-1‘‘), 4.76 (s, 1H, H-1), 1.88-1.70 (m, 2H, H-4), 1.69-
1.62 (m, 6H, Me), 1.55 (s, 3H, Me).
13C-NMR (100 Hz, CDCl3): δ (ppm) = 135.7, 135.1 (Cq, C-1’, C-2), 134.7, 134.5 (Cq, C-Ar),
134.5, 134.4, 129.9, 129.8, 127.8, 127.8 (CH, C-Ar), 123.0 (CH, C-1’’), 119.8 (CH, C-3),
84.0 (CH, C-1), 22.0, 13.3, 10.8 (CH3, Me), 10.3 (CH2, C-4).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3068 (m), 3049 (m), 3022 (m), 3000 (m), 2967 (m), 2916 (m), 2859
(m), 1956 (w), 1885 (w), 1821 (w), 1727 (w), 1727 (w), 1653 (w), 1590 (w) 1568 (w), 1486
(w), 1447 (m), 1428 (s), 1378 (m), 1329 (w), 1272 (w), 1262 (w), 1217 (m), 1188 (w), 1119
(s), 1112 (s), 1099 (s), 1054 (s), 1028 (s), 998 (m), 970 (w), 949 (m), 890 (w), 848 (m), 807
(s), 797 (s), 724 (vs), 698 (vs), 673 (w).
HRMS (ESI): ber. für C21H24NaOSi (M+Na+): 343.1494, gef. 343.1489.
O
Ph2
Si
1
23
4
2'
1'
1''
C21H24OSi
Mol. Wt.: 320,50
II. Experimenteller Teil 101
Bedingungen: OD-H, 254 nm, n-Hexan, flow 0.2 mL/min; (oben: 40 % ee; unten: Racemat).
Aufgrund der sehr geringen Polarität ist es für eine erfolgreiche Enantiomerentrennung
unbedingt erforderlich, keine polaren Solventien mehr im Pumpensystem zu haben.
3.3 AROCM-Reaktionen und Substrate
Generelle Vorschrift für die AROCM-Reaktionen
Zu Substrat (0.14 mmol, 1 eq) und Styrol (0.70 mmol, 5eq) wurden 2.1 mL CH2Cl2 unter
einer Stickstoffatmosphäre zugegeben. Der Katalysator (1.40 µmol, 1 mol%) wurde
zugegeben und die Reaktion bei der entsprechenden Temperatur gerührt, bis das 1H-NMR
vollständigen Umsatz des Substrates zeigte. GC/MS Proben wurden entnommen, um das E/Z-
II. Experimenteller Teil 102
Verhältnis des Reaktionsproduktes zu bestimmen. Nach säulenchromatographischer
Reinigung (SiO2, cHexan/EtOAc üblicherweise zwischen 20:1 und 5:1) wurden die
Enantiomerenüberschüsse per chiraler HPLC bestimmt. Die Bestimmung der absoluten
Stereochemie erfolgte durch AROCM von 28 und Styrol mit 1 und Vergleich der Resultate
mit denen der eigenen Katalysatoren. [28]
(E)-4-styryl-6-vinyl-tetrahydro-cyclopenta[c]furan-1,3-dion (29)
Die spektroskopischen Daten stimmen mit denen der Literatur überein. [28]
Bedingungen: OJ, 254 nm, 70:30 n-Hexan/iso-PrOH, flow 0.75 mL/min; 93% ee.
(Z)-4-styryl-6-vinyl-tetrahydro-cyclopenta[c]furan-1,3-dion (Z-29)
Eine racemische Probe des Z-Nebenprodukts (als Vergleichsprobe für
Reaktionen von Anke Berger) [54] wurde mittels eines 20.0 mmol Ansatzes
an Anhydrid 28 unter Verwendung von GII erhalten. Mittels
säulenchromatographischer Reinigung (SiO2, cyclo-Hexan/EtOAc 20:1)
Katalysator
Lösungsmittel
Bedingungen
1 mol% 14
2-MeTHF
2 h, RT
Umsatz
E:Z
ee
> 98 %
> 30:1
85 %
Ph
O
OO
C17H16O3
Mol. Wt.: 268,31
Ph
OO
O
C17H16O3
Mol. Wt.: 268,31
II. Experimenteller Teil 103
lässt sich das nur in geringen Mengen gebildete Z-Produkt isolieren.
1H-NMR (500 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.30-7.20 (m, 5H), 6.73 (d, J = 11.4 Hz, 1H), 5.94
(ddd, J = 10.3, 7.5, 7.1 Hz, 1H), 5.66 (dd, J = 10.3 Hz), 5.22-5.13 (m, 2H), 3.57-3.37 (m, 3H),
3.0-2.90 (m, 1H), 2.10-2.01 (m, 1H), 1.60-1.42 (m, 1H).
13C-NMR (125 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 170.6 (Cq), 136.9, 134.8, 132.6, 128.5, 128.4, 127.4,
117.5, 50.1, 49.6, 46.9, 41.3, 38.0.
IR (ATR) ν (cm-1) = 3080 (w), 3.023 (w), 2960 (w), 2926 (w), 2852 (w), 1856 (m), 1776 (vs),
1493 (m), 1448 (w), 1257 (m), 1205 (s), 1100 (m), 1007 (s), 958 (m), 919 (s), 792 (m),
702 (m).
HR-MS: ber. für C17H17O3 [M+H+]: 269.1178, gef.: 269.1172.
Bedingungen: OJ, 254 nm, 70:30 n-Hexan/iso-PrOH, flow 0.75 mL/min.
N-tert-Butyl-endo-5-Norbornen-2,3-dicarboxylimid (32)
Einer Literaturvorschrift[129] folgend wurden 13.1 g 28 (80 mmol, 1.0 eq) und
6.44 g tert-butyl-amin (88 mmol, 1.1 eq) in 75 mL Toluol gelöst und 24 h auf
120°C erhitzt. Nach Abkühlen und Entfernung des Lösungsmittels unter
reduziertem Druck wurden 50 ml konz. Essigsäure zugegeben und die
Lösung 48 h auf 128°C erhitzt. Das Lösungsmittel wurde unter reduziertem
Druck entfernt und das Rohprodukt mittels Säulenchromatographie (SiO2, cHexan/EtOAc
10:1) gereinigt. Es wurden 10.8 g (49.3 mmol, 62%) eines weißen Feststoffs erhalten.
Rf: 0.21 (EtOAc/cHexan 1:4).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 6.11 (t, 2H, J = 1.8 Hz, H-DB), 3.36-3.32 (m, 2H,
H-Ar), 3.08 (dd, 2H, J = 3.0, 1.6 Hz), 1.66 (dt, 2H, J = 8.7, 1.6 Hz), 1.46 (s, 9H, tBu).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 179.0 (Cq, R2C=O), 134.4 (CH), 58.1, 51.7, 45.4,
45.3, 28.4.
N
OO
tBu
C9H8NO2
Mol. Wt.: 162,17
II. Experimenteller Teil 104
Die spektroskopischen Daten stimmen mit denen der Literatur überein. [28]
endo-Tricyclo[6.2.1.0]undec-9-ene-3,6-dion (33)
Die Substanz wurde gemäß einer Literaturvorschrift [69] hergestellt. Zur
Verwendung als Metathesesubstrat ist eine säulenchromatographische
Reinigung (SiO2, cHexan/EtOAc 10:1) notwendig.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 6.16 (t, 2H, J = 1.9 Hz), 3.45-3.40
(m, 2H), 3.23-3.17 (m, 2H), 2.65-2.55 (m, 2H), 2.35-2.24 (m, 2H), 1.47 (dt, 2H, J = 8.7, 1.8
Hz), 1.37-1.30 (m, 2H).
13C-NMR (100.6 Hz, CDCl3): δ (ppm) = 209.6 (Cq, R2C=O), 136.6 (CH), 51.8 (CH), 48.7
(Cq), 47.4 (CH), 37.9 (CH2).
Die spektroskopischen Daten stimmen mit denen der Literatur überein. [69]
(E)-3-Styryl-1-vinyl-hexahydro-7aH-indene-4,7-dion (34)
1H-NMR (CDCl3, 400 MHz): δ (ppm) = 7.37-7.18 (m, 5H), 6.44-6.39 (m, 2H), 6.02-5.92 (m,
1H), 5.16-5.07 (m, 2H), 3.31-3.24 (m, 2H), 3.17-3.09 (m, 1H), 3.09-3.00 (m, 1H), 2.72-2.56
(m, 4H), 1.91 (ddd, J = 13.2, 7.5, 7.5 Hz, 1H), 1.91 (ddd, J = 13.2, 10.6, 10.6 Hz, 1 H).
13C-NMR (CDCl3, 100 MHz): δ (ppm) = 209.0 (Cq), 208.9 (Cq), 137.7 (CH), 137.0 (Cq),
131.2 (CH), 129.4 (CH), 128.6 (CH), 127.5 (CH), 126.3 (CH), 116.3 (CH2), 56.6 (CH), 56.5
(CH), 46.1 (CH), 45.8 (CH), 39.0 (CH2), 38.8 (CH2), 35.5 (CH2).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3399 (w), 3025 (w), 2927 (w), 1708 (vs), 1493 (w), 1448 (w), 1247
(w), 1153 (w), 969 (m), 919 (w), 751 (m), 695 (m).
MS (EI, 70 eV): m/z (%) = 281 [M+] (6), 263 (100), 245 (10), 235 (19).
HRMS for C19H20O2 (M+): calc.: 280.1463, found: 280.1412.
Katalysator
Lösungsmittel
Bedingungen
1 mol% 14
CH2Cl2
2 d, RT
Umsatz
E:Z
ee
61 %
19:1
86 %
O
O
C11H12O2
Mol. Wt.: 176,21
Ph
OO
C19H20O2
Mol. Wt.: 280,36
II. Experimenteller Teil 105
Bedingungen: OD-H, 254 nm, 20:80 n-Hexan/iso-PrOH, flow 0.7 mL/min; oben: 86% ee;
unten: Racemat.
meso-5,8-Diacetoxy-1,4,4a,5,6,8,8a-octahydro-8-hydroxy-endo-
1,4-methanonaphthalen (35)
Die Substanz wurde gemäß einer Literaturvorschrift[130] hergestellt.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 6.20 (t, 2H, J = 1.9 Hz), 5.17-5.08
(m, 2H), 2.90-2.87 (m, 2H), 2.82-2.78 (m, 2H), 2.06 (s, 6H, OAc), 1.80-1.70 (m, 2H), 1.47-
1.39 (m, 3H), 1.27 (d, 1H, J = 8.2 Hz).
Die spektroskopischen Daten stimmen mit denen der Literatur überein. [130]
1-Styryl-3-vinyl-hexahydro-indene-4,7-dion (36)
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.32-7.18 (m, 5H), 6.45-6.32 (m, 1H), 6.03 (br s,
1H), 5.10-4.98 (m, 3H), 3.08-2.98 (m, 1H), 2.90-2.88 (m, 1H), 2.65 (br s, 1H), 2.46 (br s, 1H),
2.30-1.70 (m, 12H), 1.68-1.53 (m, 2H).
Katalysator
Lösungsmittel
Bedingungen
1 mol% 14
CH2Cl2
2 h, RT
Umsatz
E:Z
ee
> 98%
> 30:1
76 %
OAc
OAc
C15H20O4
Mol. Wt.: 264,32
AcO OAc
Ph
C23H28O4
Mol. Wt.: 368,47
II. Experimenteller Teil 106
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 170.3, 170.0, 138.0, 134.3, 129.9, 128.6, 128.2,
127.0, 125.9, 114.9, 69.9, 44.2, 41.9, 38.7, 38.1, 37.6, 21.6, 21.5.
IR (ATR) ν (cm-1) = 3395 (br m), 3078 (w), 3025 (w) 2953 (m), 2880 (w), 1733 (vs), 1599
(w), 1493 (w), 1448 (m), 1373 (s), 1238 (vs), 1035 (s), 970 (m), 910 (m), 750 (m), 696 (m).
HRMS (ESI): ber. für C23H28O4Na [M+Na+]: 391.1885, gef.: 391.1881.
Conditions: OD-H, 254 nm, 99.5:0.5 nHexan/iPrOH, flow 0.7 mL/min; oben: 76% ee; unten:
Racemat.
Essigsäure- 2-acetoxymethyl-3-styryl-5-vinyl-cyclopentylmethyl-ester (38)
61% isolierte Ausbeute nach Säulenchromatographie.
Die spektroskopischen Daten stimmen mit denen der Literatur überein. [28]
Katalysator
Lösungsmittel
Bedingungen
1 mol% 14
CH2Cl2
2 h, -10°C
Umsatz
E:Z
ee
> 98%
21:1
60%
Ph
AcO OAc
C21H26O4
Mol. Wt.: 342,43
II. Experimenteller Teil 107
Bedingungen: OD-H, 254 nm, 99.8:0.2 nHexan/iPrOH, flow 1.0 mL/min; oben: 60% ee;
unten: Racemat.
II. Experimenteller Teil 108
Exemplarisches GC/MS-Spektrum zur Bestimmung des E/Z-Verhältnisses
AROCM von 28 mit 11: E:Z >30:1; Z bei 7.8 min, E bei 8.7 min.
Probe des racemischen Z-Produkts Z-29.
II. Experimenteller Teil 109
Bedingungen: SUPELCO 28482-U, SLB-5MS, Kapillare 30.0 m x 0.32 mm x 0.25 µm,
konstanter Druck von 0.2 bar He, Flussgeschwindigkeit: 1.1 ml/min, Temperaturgradient: 150
bis 300°C mit 17°C/min.
3.4 Kinetik der AROCM von 28
46.7 µmol Anhydrid 28 und 233 µmol Styrol wurden in Form einer Maßlösung in CD2Cl2 in
einem NMR-Rohr mit Schraubverschluss unter Stickstoffatmosphäre vorgelegt und 0.47 µmol
Katalysator wurden hinzugegt. 1H-NMR-Messungen wurden bei RT in Abständen von
ca. 7 min durchgeführt.
Katalysator 10
Katalysator 11
Messung
Zeit /min
Umsatz /%
Zeit /min
Umsatz /%
1
10
0
1
11
2
21
10
2
22
3
32
18
3
33
4
43
26
4
44
5
54
30
5
55
6
66
33
6
67
7
77
41
7
78
8
88
41
8
89
9
99
46
9
100
10
110
49
10
111
11
121
53
11
123
12
132
56
12
132
13
144
59
13
145
14
155
60
14
156
15
166
62
15
167
16
178
66
16
179
17
189
65
17
190
18
200
68
18
201
19
211
69
19
212
20
222
69
20
223
22
245
72
21
234
24
267
74
23
257
26
289
76
25
279
II. Experimenteller Teil 110
28
312
77
27
302
30
334
79
29
324
32
357
81
32
358
34
379
82
36
402
36
401
83
40
447
38
424
85
45
512
40
446
85
50
559
43
480
86
55
625
46
513
87
60
677
49
547
89
52
580
90
55
614
90
58
648
91
60
670
92
Tabelle 15: Daten zur AROCM-Kinetik.
3.5 Bestimmung der TON von 10 und 11
Es wurde eine Maßlösung aus Anhydrid 28 (70 µmol/mL) und Styrol (350 µmol/mL) in
wasserfreiem Dichlormethan hergestellt. Analog dazu wurde eine Maßlösung des
Katalysators (0.5 nmol/µL) in wasserfreiem Benzol hergestellt. 2.0 mL der Maßlösung
werden mit der entsprechenden Menge an Katalysatorlösung versetzt und der Verlauf der
Umsetzung durch die Vermessung mittels 1H-NMR verfolgt.
10 /mol%
Umsatz /%[a]
11 /mol%
Umsatz /%[a]
0.1
>98
0.1
>98
0.08
67
0.08
92
0.06
54
0.05
52
0.04
43
0.03
63
0.02
33
0.01
22
0.01
8
Tabelle 16: Daten zur Bestimmung der TON; [a] Bestimmt durch 1H-NMR nach 10 d.
II. Experimenteller Teil 111
3.6 Alternierende Copolymerisation von NBE und COE
Analog zu einer Literaturvorschrift[72] wurden 40 mg Norborn-2-en (0.42 mmol, 1 eq) und
2.31 g (21.0 mmol, 50 eq) mit 7 mL wasserfreiem DCM versetzt. 0.21 µmol Katalysator 10
wurden in Form einer Maßlösung (1 g/L) in Benzol zugegeben. Nach 1 h wurden 5 mL
Methanol (1 % Salzsäure) zugegeben und das ausgefallene Polymer abfiltriert.
4. Verbindungen aus Kapitel 2:
4.1 Versuche zur Enantiomerenanreicherung aus racemischen Vorstufen von 15
1,2,3,4-Tetrahydrochinolin-2-carboxylsäure-mesitylamid-(+)-Camphersulfonsäuresalz
(61)
956 mg Amid rac-57 (3.25 mmol, 1 eq) und 755 mg (+)-
Camphersulfonsäure (3.25 mmol, 1 eq) wurden in 25 mL
EtOAc gegeben und die Lösung zum Sieden erhitzt.
Nach abkühlen der Lösung wurde eine weitere Stunde
gewartet und anschließend der ausgefallene weiße
Feststoff abfiltriert und unter reduziertem Druck
getrocknet. Es wurden 1.56 g (2.96 mmol, 91%) des Salzes erhalten.
Das Amid 57 konnte aus dem Salz durch waschen einer DCM-Lösung des Salzes mit ges.
K2CO3-Lösung zurückerhalten werden.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 9.41 (d, J = 10.7 Hz, 1H, NH), 7.40 (dd, J = 32.0,
7.6 Hz, 1H, H-Ar), 7.25-7.18 (m, 2H, H-Ar), 7.09 (t, J = 7.6 Hz, 1H, H-Ar), 6.74 (s, 2H,
Mes), 4.90 (t, J = 10.7 Hz, 1H), 3.16 (d, J = 14.8 Hz, 1H, CSA), 2.98-2.92 (m, 1H, CSA),
2.85-2.79 (m, 1H, CSA), 2.61 (d, J = 14.6 Hz, 1H, CSA), 2.60-2.52 (m, 1H), 2.32-2.18 (m,
NH2
O
NHMes
O
O3S
C29H38N2O5S-
Mol. Wt.: 526,69
II. Experimenteller Teil 112
3H), 2.20 (s, 3H, Ar-Me), 2.04 (s, 3H, Ar-Me), 2.01 (s, 3H, Ar-Me), 1.94 (s, 1H), 1.85-1.75
(m, 2H), 1.52-14.3 (m, 1H), 1.30-1.12 (m, 2H), 0.88 (s, 3H, Me), 0.68 (s, 3H, Me).
Vergleich des ausgefallenen Feststoffs (99% ee, oben) mit dem Filtrat (67% ee, unten) nach
der Bildung des CSA-Salzes von 57 (87% ee). Bedingungen: OD-H, 254 nm, 94:6
nHexan/iPrOH, flow 0.8 mL/min.
(-)-Menthol-Verbindung (62):
Zu 32 mL wasserfreiem DCM wurden 2.51 g Diamin rac-58
(9.00 mmol, 1.0 eq), 6.3 mL N,N-Dimethylanilin (49.2 mmol, 5.5 eq)
sowie 0.9 mL PCl3 (9.80 mmol, 1.1 eq) in Anlehnung an eine
Literaturvorschrift [85] nacheinander zugegeben, 15 min bei RT und
anschließend 1 h bei 40°C gerührt. 1.4 g (-)-Menthol (9.00 mmol, 1.0
eq) wurden zugegeben und 1 h gerührt. Dann gab man 2.87 g Schwefel
(89.5 mmol, 10 eq) hinzu. Nach 1 h wurde das Lösungsmittel entfernt, 50 mL konz. Salzsäure
zugegeben und die ssrige Phase wurde dreimal mit je 25 mL Et2O extrahiert. Die
vereinigten organischen Phasen wurden über MgSO4 getrocknet, das Lösungsmittel unter
vermindertem Druck entfernt und das Rohprodukt säulenchromatographisch gereinigt (SiO2,
cHex cHex/EtOAc 94:6). Es wurden 2.08 g (4.20 mmol, 47%) eines weißen Feststoffs
erhalten. Eine Trennung der Diastereomere mittels Umkristallisation aus cHexan schlug fehl:
NN
P
SO
Mes
C29H41N2OPS
Mol. Wt.: 496,69
II. Experimenteller Teil 113
selbst nach drei Umkristallisationsvorgängen war noch immer ein Diastereomerenverhältnis
nahe 1:1 zu beobachten (13C-NMR).
Analytik des 1:1 Diastereomerengemischs:
Rf: 0.71 (EtOAc/cHexan 1:2).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.68 (d, J = 8.6 Hz, 1H, H-9), 7.10-7.03 (m, 2H,
H-Ar), 6.92-6.80 (m, 3H, H-Ar), 4.32-4.20 (m, 1H, H-M1), 4.20-4.14 (m, 1H, H-2), 3.59-3.50
(m, 2H, H-2‘), 3.00-2.92 (m, 1H), 2.90-2.80 (m, 1H), 2.56 (s, 3H, Ar-Me), 2.36 (s, 3H,
Ar-Me), 2.26 (s, 3H, Ar-Me), 2.10-2.02 (m, 2H), 2.00-1.85 (m, 1H), 1.62-1.49 (m, 3H),
1.32-1.19 (m, 2H), 1.1-0.90 (m, 1H), 0.85-0.60 (m, 7H), 0.60 (d, J = 6.5 Hz, 1H, CH3), 0.39
(q, J = 11.0 Hz, 1H).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 140.4, 140.4, 139.0, 139.0, 138.5, 138.5, 138.2,
138.2, 137.3, 137.3, 133.3, 133.2, 129.6, 129.4, 129.2, 126.1, 124.4, 124.4, 120.8, 118.4,
118.4, 80.6, 80.5, 34.16, 31.2, 27.5, 27.5, 24.7, 23.0, 21.9, 21.5, 21.1, 20.2, 19.0, 16.2.
IR (ATR): ν (cm-1) = 2952 (s), 2924 (s), 2865 (m), 1704 (w), 1604 (w), 1578 (w), 1492 (s),
1454 (s), 1376 (w), 1304 (m), 1252 (s), 1216 (m), 1164 (w), 1107 (m), 1007 (s), 977 (vs), 932
(m), 921(m), 872 (m), 819 (m), 804 (m), 785 (w), 749 (s), 732 (s), 672 (w).
MS (EI, 70 eV, 370°C): m/z (%) = 496 (2), 358 (30), 325 (5), 281 (5), 143 (11), 132 (14), 115
(10), 95 (15), 83 (20).
HRMS (EI, 70 eV, 370°C): ber. für C29H41N2OPS (M +): 496.2677, gef. 496.2670.
4.2 Racemische Syntheseroute zu 15 mittels eines Sulfamidats
2-Hydroxymethyl-1,2,3,4-Tetrahydrochinolin (rac-63)
Direktsynthese aus Chinaldinsäure 54: [131]
2.65 g LiAlH4 (67.5 mmol, 2 eq) wurden bei 0°C zu 80 mL wasserfreiem
Et2O zugegeben. 6.04 g 54 (34.9 mmol, 1 eq) wurden innerhalb von 1.5 h
portionsweise zugegeben. Daraufhin wurde zunächst 1 h bei 0°C, 1 h bei
N
H
OH
C10H13NO
Mol. Wt.: 163,22
II. Experimenteller Teil 114
RT sowie 36 h bei 35°C gerührt. Nach vorsichtiger Hydrolyse mit wässrigem Et2O erfolgte
eine Filtration über Celite (nachspülen mit DCM). 1H-NMR zeigte ein Gemisch von
ca. 1:1:0.7 von dem gewünschten Produkt, einer nicht näher definierten, teilweise hydrierten
Spezies sowie des Alkohols 66 (Ar nicht hydriert). Das Gemisch wurde in 80 mL MeOH
aufgenommen und eine große Spatelspitze PtO2 zugegeben (VORSICHT: Es kann starke
Wasserstoffentwicklung auftreten, da die teilhydrierte Spezies unter Einfluss des Katalysators
rearomatisiert!). Nach 48 h Hydrierung bei 50 bar Wasserstoff erfolgte eine Filtration über
Celite. Nach Entfernung des Lösungsmittels werden 5.40 g rac-63 (33.1 mmol, 95%) als
grünes Öl erhalten.
Synthese ausgehend von 66[86]
4.76 g 66 (29.9 mmol, 1 eq) wurden in 50 mL MeOH aufgenommen und eine große
Spatelspitze PtO2 zugegeben. Nach 48 h Hydrierung bei 50 bar Wasserstoff erfolgte eine
Filtration über Celite. Nach Entfernung des Lösungsmittels wurden 4.23 g rac-63
(25.9 mmol, 87%) als grünes Öl erhalten.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.05-6.95 (m, 2H, H-6, H-8), 6.67 (dt, J = 7.3,
1.1 Hz, 1H, H-7), 6.60 (d, J = 7.2 Hz, 1H, H-9), 3.77 (dd, J = 10.6, 3.8 Hz, 1H, H-2‘), 3.59
(dd, J = 10.5, 7.6 Hz, 1H, H-2‘), 3.51-3.43 (m, 1H, H-2), 2.90-2.70 (m, 2H, H-4), 1.96-1.88
(m, 1H, H-3), 1.80-1.68 (m, 1H, H-3).
Die spektroskopischen Daten stimmen mit denen der Literatur überein.[131]
1,2,3,4-Tetrahydrochinolinsulfamidit (rac-67)
3.54 g rac-63 (21.7 mmol, 1.0 eq) wurden zusammen mit 8.8 mL Pyridin
(109 mmol, 5.0 eq) in 50 mL wasserfreiem DCM vorgelegt. Bei 0°C wurde
eine Lösung von 3.62 g SOCl2 (30.4 mmol, 1.4 eq) in 25 mL DCM
innerhalb von 45 min zugetropft. Die Lösung wurde 16 h gerührt, wobei
sie sich langsam auf RT erwärmte. Es wurden 30 mL 1 M Salzsäure
zugegeben, die Phasen getrennt und die organische Phase mit je 30 mL ges. K2CO3- sowie
ges. NaCl-Lösung gewaschen. Es erfolgte eine dreiteilige Filtersäule (untere Schicht: Celite,
NO
S
O
C10H11NO2S
Mol. Wt.: 209,26
42
3
6
89
52'
710
II. Experimenteller Teil 115
mittlere Schicht: Kieselgel, obere Schicht: MgSO4) mit DCM als Eluent. Nach Entfernung des
Lösungsmittels unter reduziertem Druck erhielt man 3.98 g (19.0 mmol, 88%) eines farblosen
Öls.
1H-NMR zeigte ein Diastereomerengemisch X:Y = ca. 1.5:1.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.25-7.10 (m, 3H, H-Arxy), 7.04-7.88 (m, 1H,
H-Arxy), 5.16 (dd, J = 8.6, 5.9 Hz, 1H, H-2‘x), 4.83 (dd, J = 8.5, 6.8, 1H, H-2‘y), 4.66 (t,
J = 9.0 Hz, 1H, H-2‘y), 4.41 (dd, J = 8.5, 3.5, 1H, H-2‘x), 4.18-4.08 (m, 1H, H-2x), 3.91-3.82
(m, 1H, H-2y), 2.95-2.80 (m, 2H, H-4xy), 2.30-2.20 (m, 1H, H-3y), 2.05-1.95 (m, 1H, H-3x),
1.90-1.67 (m, 1H, H-3xy).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 136.9 (Cq, C10y), 136.8 (Cq, C10x), 129.8 (CH,
C-Arx,y), 127.4 (CH, C-Ary), 127.3 (CH, C-Arx), 124.5 (Cq, C-5y), 124.4 (Cq, C-5x), 122.8
(CH, C-Arx), 121.7 (CH, C-Ary), 117.7 (CH, C-Arx), 117.0 (CH, C-Ary), 75.9 (CH2, C-2‘x),
74.6 (CH2, C-2‘y), 57.1 (CH, C-2y), 56.5 (CH, C-2x), 26.7 (CH2, C-4y), 26.0 (CH2, C-4x), 25.7
(CH2, C-3y), 24.7 (CH2, C-3x).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3071 (w), 3034 (w), 2927 (w), 2984 (w), 2849 (w), 1603(m), 1579 (m),
1490 (s), 1454 (s), 1434 (m), 1307 (m), 1264 (m), 1167 (vs), 1113 (s), 1071 (s), 1041 (m),
942 (s), 917 (s), 820 (w), 750 (s), 716 (s), 676 (m).
HRMS (ESI): ber. für C10H12NO2S (M+H+): 210.0589, gef. 210.0579.
1,2,3,4-Tetrahydrochinolinsulfamidat (rac-64):
Bei RT wurden 10.4 mg RuCl3H2O (0.05 mmol, 2 Mol%) in 1.4 ml H2O
vorgelegt. Unter Rühren gab man 1.18 g NaIO4 (5.50 mmol, 2.2 eq)
portionsweise zu, bis sich kein NaIO4 mehr löste und ein Farbumschlag der
Lösung von schwarz nach orange erfolgte. Dem Gemisch wurden 2.8 g
Kieselgel und das restliche NaIO4 zugesetzt, so dass ein feines Pulver
resultierte. Dieses wurde mit 10 ml EtOAc versetzt und die Suspension auf 0°C gekühlt.
522 mg Sulfamidit rac-67 (2.49 mmol, 1.0 eq) wurden in 10 ml EtOAc gelöst und der
Suspension tropfenweise innerhalb 1 h zugegeben. Nach 1 h wurde das Produktgemisch über
N O
S
O
42
3
6
89
52'
710 O
C10H11NO3S
Mol. Wt.: 225,26
II. Experimenteller Teil 116
eine Säule filtriert, welche aus drei Schichten bestand (1. Celite, 2. Aluminiumoxid, 3.
Kieselgel) und man erhielt 495 mg (2.20 mmol, 88%) eines farblosen, kristallinen Feststoffs.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.43 (dd, J = 8.2, 0.7 Hz, 1H, H-9), 7.22 (dt, J = 8.2,
0.7 Hz, 1H, H-8), 7.16 (dd, J = 7.6, 0.7 Hz, 1H, H-6), 7.05 (dt, J = 7.5, 1.1 Hz, 1H, H-7), 4.81
(dd, J = 8.6, 6.3 Hz, 1H, H-2‘), 4.39 (dd, J = 8.6, 7.6 Hz, 1H, H-2‘), 4.32-4.22 (m, 1H, H-2),
2.95-2.88 (m, 2H, H-4), 2.17-2.10 (m, 1H, H-3), 2.04-1.94 (m, 1H, H-3).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 133.9 (Cq, C-10), 129.7 (CH, C-6), 127.7 (CH, C-8),
124.8 (Cq, C-5), 123.9 (CH, C-7), 117.6 (CH, C-8), 71.3 (CH2, C-2‘), 56.4 (CH, C-2), 26.0
(CH2, C-4), 24.9 (CH2, C-3).
IR (ATR): ν (cm-1) = 2928 (w), 2853 (w), 1700 (w), 1605 (w), 1582 (w), 1494 (s), 1456 (m),
1350 (s), 1310 (m), 1272 (m), 1182 (vs), 1118 (w), 1076 (w), 1045 (w), 963 (s), 805 (s), 753
(s), 688 (m).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 225 (70), 144 (32), 130 (100), 117 (15), 103 (11), 84 (9),
77 (18).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C10H11NO3S (M+): 225.0460, gef. 225.0459.
(1,2,3,4-Tetrahydrochinolin-2-yl)-mesitylamin (rac-57)
In einer ausgeheizten Apparatur wurden 19 mg (468 µmol, 1.6 eq)
NaH in 1.0 mL abs. DMF vorgelegt und bei RT 1.62 g (413 µmol,
1.5 eq) BocHNMes zugegeben. Nach 15 min wurde eine Lösung von
1.15 g (275 µmol, 1.0 eq) des Sulfamidats rac-64 in 1.0 mL
wasserfreiem DMF zugegeben. Nach 18 h rühren bei RT wurde das LM am
Ölpumpenvakuum entfernt. Zu dem erhaltenen Feststoff wurden 1 mL TFA zugegeben und
6 h bei RT gerührt. Nach Zugabe von 10 mL Wasser sowie ges. K2CO3-Lösung erfolgte
zweimalige Extraktion mit je 20 mL DCM. Die vereinigten organischen Phasen wurden mit
10 mL ges. NaCl-Lösung gewaschen, über MgSO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter
reduziertem Druck entfernt. Säulenchromatographie (SiO2, cHexan/EtOAc) führte zu 53 mg
(128 µmol, 47%) eines gelben Öls.
NH HN Mes
C19H24N2
Mol. Wt.: 280,41
II. Experimenteller Teil 117
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.04-6.97 (m, 2H, H-Ar), 6.85 (s, 2H, Mes), 6.63 (dt,
J = 7.4, 1.2 Hz, 1H, H-Ar), 6.54 (dd, J = 7.9, 1.0 Hz, 1H, H-Ar), 3.53-3.46 (m, 1H, H-2), 3.06
(dd, J = 12.0, 4.0 Hz, 1H, H-2‘), 2.96 (dd, J = 12.0, 8.4 Hz, 1H, H-2‘), 2.92-2.83 (m, 1H,
H-4), 2.77 (dt, J = 16.2, 4.8 Hz, 1H, H-4), 2.29 (s, 6H, H-M2‘), 2.22 (s, 3H, H-M4‘),
2.02-1.95 (m, 1H, H-3), 1.80-1.73 (m, 1H, H-3).
Die spektroskopischen Daten stimmen mit denen der Literatur überein.[62]
2-Mesityl-3,3a,4,5-tetrahydro-2H-imidazo[1,5-a]chinolin-10-yliumchlorid (rac-59Cl)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift C
durchgeführt (1.12 mmol rac-57; NH4Cl statt NH4BF4; Reaktionsdauer
14 h).
Es erfolgt eine direkte Aufreinigung der Rohlösung mittels einer
Filtersäule mit Kieselgur (DCM). Nach Entfernung des Lösungsmittels
unter vermindertem Druck wird der erhaltene Feststoff zweimal mit etwas Aceton gewaschen
und das erhaltene weiße Pulver (280 mg, 0.86 mmol, 77%) am Ölpumpenvakuum getrocknet.
Smp.: >270°C.
1H-NMR (400 MHz, CD2Cl2): δ (ppm) = 11.41 (s, 1H, H-Im), 8.46 (d, J = 8.4 Hz, 1H, H-9),
7.39-7.33 (m, 1H, H-Ar), 7.29-7.22 (m, 2H, H-Ar), 7.03 (s, 2H, H-M3), 4.77 (q, J = 11.0 Hz,
1H, H-2), 4.47 (t, J = 11.5 Hz, 1H, H-2‘), 3.92 (t, J = 11.1 Hz, 1H, H-2‘), 3.20-3.04 (m, 2H,
H-4), 2.50-2.40 (m, 1H, H-3), 2.45 (s, 3H, Ar-Me), 2.34 (s, 6H, Ar-Me), 2.30-2.15 (m, 1H,
H-3).
13C-NMR (100.6 MHz, CD2Cl2): δ (ppm) = 156.2 (Cq, C-Im), 140.6 (Cq, C-M1), 132.1, 130.6
(Cq, C-Ar), 129.9 (CH, C-Ar, C-M3), 128.1, 126.9 (CH, C-Ar), 126.1 (Cq, C-Ar), 119.2 (CH,
C-9), 59.3 (CH, C-2), 56.6 (CH2, C-2‘), 27.5 (CH2, C-3), 26.0 (CH2, C-4), 20.8, 17.9 (CH3,
Ar-Me).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3284 (br, m), 2965 (m), 2925 (m), 2856 (m), 1697 (m), 1673 (w), 1618
(vs), 1600 (s), 1487 (m), 1461 (m), 1377 (w), 1310 (m), 1279 (s), 1260 (s), 1215 (w), 854 (w),
759 (m).
NN Mes
Cl
C20H23ClN2
Mol. Wt.: 326,8630
II. Experimenteller Teil 118
MS (EI, 70 eV, 360°C): m/z (%) = 289 (84), 233 (14), 219 (8), 159 (100), 132 (89), 130 (20),
117 (14), 91 (20), 77 (16).
HRMS (EI, 70 eV, 360°C): ber. für C20H21N2 (M-H2Cl): 289.1705, gef. 289.1710.
Silberkomplex aus rac-59Cl:
Zu 327 mg (1.41 mmol, 1 eq) frisch gefälltem Silberoxid,
462 mg rac-59Cl (1.41 mmol, 1 eq) sowie 4Å-Molekularsieb
wurden unter Stickstoffatmosphäre 15 mL wasserfreiem DCM
zugegeben und die Suspension 16 h unter Lichtausschluss bei
RT gerührt. Die Lösung wurde über Celite filtriert, das
Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt und der
erhaltene Feststoff aus wasserfreiem THF umkristallisiert. Es
wurden 90 mg (124 µmol, 18%) weisser Kristalle erhalten. Die
Dimere Struktur wurde mittels ESI belegt (Signale bei 687.0 und 689.0; M-Cl-).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.10-8.02 (m, 1H, H-9), 7.25-7.10 (m, 3H, H-Ar),
6.97 (s, 2H, H-M3), 4.38-4.28 (m, 1H, H-2), 4.14 (pseudo t, J = 11.0 Hz, 1H, H-2‘), 3.59 (dd,
J = 11.2, 6.3 Hz, 1H, H-2‘), 3.10-2.94 (m, 2H, H-3), 2.29 (s, 3H, Me), 2.25-2.18 (m, 7H, H-4,
2 Me), 2.14-2.07 (m, 1H, H-4).
13C-NMR (100.6 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 139.1, 137.3, 135.7, 135.4, 135.0, 130.0, 129.9,
127.4, 125.6, 119.1 (C-Ar), 59.5 (CH, C-2), 57.0 (CH2, C-2’), 29.7 (CH2, C-3), 26.3 (CH2,
C-4), 21.2 (CH3, C-M4’), 18.0, 18.0 (CH3, C-M2’).
NN
42
3
6
89
52'
710
M1 M2 M3
M4
M4'
M2'
AgCl
N
N
C40H44AgClN4
Mol. Wt.: 724,13
II. Experimenteller Teil 119
4.3 Synthese von Imidazoliumsalz 70
2-Methyl-8-Benzyloxychinolin (71):
Zu einer unter Rückfluss erhitzten Lösung von 7.8 g KOH (139 mmol,
1.1 eq) in 250 mL EtOH wurden eine Literaturvorschrift befolgend[88]
zunächst 20.0 g 8-Hydroxychinolin (126 mmol, 1.0 eq) gegeben und
anschließend 25.8 g BnBr (151 mmol, 1.2 eq) langsam hinzugetropft. Nach
20 h liess man die Reaktionslösung abkühlen, filtrierte das ausgefallene KBr
ab und entfernte das Lösungsmittel unter reduziertem Druck. Der braune Rückstand wurde in
100 mL Wasser aufgenommen und mit 2 M Salzsäure angesäuert, bis man eine klare Lösung
bekam. Die wässrige Phase wurde zweimal mit je 100 mL Et2O gewaschen und anschliessend
wurde das Produkt durch Zugabe von 5 M Natronlauge ausgefällt. Abfiltrieren und
Umkristallisation aus cHexan lieferten 26.0 g (104 mmol, 83%) eines grün-gelblichen
Feststoffs.
Rf: 0.26 (cHexan/EtOAc 2:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.00 (d, J = 8.4 Hz, 1H, H-Ar), 7.54-7.50 (m, 2H,
H-Ar), 7.40-7.26 (m, 6H, H-Ar), 6.99 (dd, J = 7.5, 1.4 Hz, 1H, H-Ar), 5.47 (s, 2H, CH2), 2.82
(s, 3H, Ar-Me).
Die spektroskopischen Daten stimmen mit denen der Literatur überein. [88]
2-Carboxaldehyd-8-Benzyloxychinolin (72)
Unter Schutzgasatmosphäre wurden 14.4 g SeO2 (130 mmol, 1.25 eq) in
150 mL Dioxan vorgelegt, auf 80°C erhitzt und 26.0 g 71 (104 mmol,
1.00 eq) zugegeben. [88] Nach 3.5 h wurde die noch heiße Lösung über
Celite filtriert, um schwarzes Selen zu entfernen. Nach Entfernung des
N
OBn
C17H15NO
Mol. Wt.: 249,31
N CHO
OBn
C17H13NO2
Mol. Wt.: 263,29
II. Experimenteller Teil 120
Lösungsmittels erfolgten fehlgeschlagene Versuche das Produkt von noch vorhandenen
Verunreinigungen an roten Selen mittels Umkristallisation aus Aceton oder einer Filtersäule
(SiO2, DCM/MeOH 99:1) zu befreien. Säulenchromatographie (SiO2, cHex cHex/EtOAc
7:1) führte schliesslich zu 12.3 g (46.5 mmol, 45%) eines grünlichen Feststoffs, welcher für
die nächste Umsetzung eingesetzt wurde. Sehr sauberes 72 hat die Form gelber
Kristallnadeln.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 10.33 (d, J = 0.8 Hz, 1H, CHO), 8.29 (dd, J = 8.3,
0.8 Hz, 1H, H-Ar), 8.06 (d, J = 8.3Hz, 1H, H-Ar), 7.57-7.28 (m, 7H, H-Ar), 7.16 (dd, J = 7.5,
1.5 Hz, 1H, H-Ar), 5.50 (s, 2H, CH2).
Die spektroskopischen Daten stimmen mit denen der Literatur überein. [88]
2-Carboxy-8-Benzyloxychinolin (73)
12.5 g des Aldehyds 72 (47.5 mmol, 1.0 eq) wurden in 600 mL eines 2:1-
Gemischs aus H2O/THF vorgelegt. [88] Man gab 6.0 g (61.7 mmol, 1.3 eq)
Sulfaminsäure gefolgt von einer Lösung von 5.6 g NaClO2 (61.7 mmol,
1.3 eq) in 50 mL Wasser zu, wobei ein Farbumschlag von grün nach gelb
erfolgte. Nach 45 min rühren bei RT wurde das THF unter reduziertem
Druck entfernt und die wässrige Phase zweimal mit je 150 mL EtOAc extrahiert. Die
vereinigten organischen Phasen wurden mit 100 mL 2 M Natronlauge extrahiert. Die im
Eisbad gekühlte wässrige Lösung wurde langsam mit konz. Salzsäure angesäuert und
anschließend mit 200 mL DCM extrahiert, die organische Phase über MgSO4 getrocknet und
das Lösungsmittel unter reduziertem Druck entfernt. Es wurden 9.80 g (35.1 mmol, 74 %)
eines weißen Feststoffs erhalten.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.39 (d, J = 8.4 Hz, 1H, H-Ar), 8.30 (d, J = 8.4 Hz,
1H, H-Ar), 7.60 (t, J = 8.1 Hz, 1H, H-Ar), 7.55-7.49 (m, 3H, H-Ar), 7.43 (t, J = 7.3 Hz, 2H,
H-Ar), 7.37 (d, J = 7.2 Hz, 1H, H-Ar), 7.20 (dd, J = 7.6, 1.0 Hz, 1H, H-Ar), 5.36 (s, 2H, CH2).
N CO2H
OBn
C17H13NO3
Mol. Wt.: 279,29
II. Experimenteller Teil 121
Die spektroskopischen Daten stimmen mit denen der Literatur überein. [88]
8-Benzyloxychinolin-2-carboxylsäuremesitylamid (74)
9.80 g 73 (35.0 mmol, 1.00 eq), 3.4 mL Pyridin (42.0 mmol, 1.20 eq)
sowie 5.1 mL NEt3 (36.8 mmol, 1.05 eq) wurden in 200 mL DCM
vorgelegt. Bei -10°C tropfte man langsam 5.2 mL Pivalinsäurechlorid
(42.0 mmol, 1.20 eq) zu der braunen Lösung. Nach 1 h gab man weitere
5.1 mL NEt3 (36.8 mmol, 1.05 eq) sowie langsam 5.4 mL Mesidin
(38.5 mmol, 1.10 eq) hinzu und rührte die Lösung für 16 h, wobei langsam RT erreicht wurde.
Die Lösung wurde mit je 100 mL 5%iger Zitronensäure, 5%iger Natriumcarbonatlösung
sowie Wasser gewaschen, die organische Phase über MgSO4 getrocknet und das
Lösungsmittel unter reduziertem Druck entfernt. Umkristallisation aus MTBE lieferte 8.33 g
(21.0 mmol, 60%) eines gelben Feststoffs.
Smp.: 112°C.
Rf: 0.35 (EtOAc/cHexan 1:2).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 9.77 (s, 1H, NH), 8.41 (d, J = 8.5 Hz, 1H, H-3), 8.41
(d, J = 8.5 Hz, 1H, H-4), 7.59-7.48 (m, 4H, H-Ar), 7.41-7.34 (m, 3H, H-Ar), 7.20 (dd, J = 7.4,
1.4 Hz, 1H, H-8), 6.95 (s, 2H, Mes), 5.36 (s, 2H, Bn), 2.31 (s, 3H, Mes), 2.28 (s, 6H, Mes).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 162.6 (Cq, CONH), 154.8 (Cq, C-9), 148.6 (Cq,
C-2), 138.8 (Cq, C-10), 137.5 (C-H, C-4), 136.8, 136.6 (Cq, C-9), 134.9 (CH, Mes), 131.4 (Cq,
C-Ar), 130.8 (Cq, C-5), 128.9, 128.7, 128.4, 128.1, 127.3 (C-Ar), 120.0 (CH, C-6), 119.5
(C-H, C-3), 110.7 (CH, C-8), 71.0 (CH2, CH2Ph), 21.0 (CH3, pMe), 18.6 (oMe).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3488 (br, w), 3341 (m), 3064 (w), 3032 (w), 2970 (w), 2919 (m), 2860
(w), 1684 (s), 1614 (m), 1565 (s), 1514 (s), 1495 (vs), 1461 (s), 1426 (s), 1378 (s), 1325 (s),
1286 (m), 1251 (m), 1183 (w), 1115 (m), 1097 (s), 1030 (w), 991 (w), 850 (m), 816 (w), 765
(s), 754 (m), 734 (s), 696 (m).
HRMS (ESI): ber. für C26H25N2O2 (M+H+): 397.1916, gef. 397.1903.
N
OBn
O
NHMes
C26H24N2O2
Mol. Wt.: 396,48
II. Experimenteller Teil 122
Synthese von 74 mittels Oxidation von 75:
598 mg 75 (1.49 mmol, 1.0 eq) und 545 mg DDQ (2.40 mmol, 1.6 eq) werden zusammen in
20 mL wasserfreiem DCM gelöst und 3 h lang bei RT gerührt. Anschließend wird die Lösung
über Celite filtriert, mit DCM nachgespült und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck
entfernt. Säulenchromatographie (SiO2, cHex cHex/EtOAc 10:1) lieferte 434 mg 76
(1.10 mmol, 74%).
8-Benzyloxy-1,2,3,4-tetrahydrochinolin-2-carboxylsäure-mesitylamid (75)
Zu 3.97 g 74 (10.0 mmol, 1 eq) in 25 mL konz. AcOH wurden bei RT
portionsweise 1.26 g NaCNBH3 (20.0 mmol, 2 eq) zugegeben und die
Lösung 2 d gerührt. Anschließend wird die Lösung mit Natronlauge
sowie festem NaOH auf einen basischen pH-Wert gebracht. Extraktion
der wässrigen Phase mit 80 mL DCM, trocknen der Lösung über
MgSO4, Entfernung des Lösungsmittels unter reduziertem Druck sowie Umkristallisation aus
MTBE führen zu 3.33 g (8.31 mmol, 83%) eines weißen Feststoffs.
Smp.: 106°C.
Rf: 0.27 (EtOAc/cHexan 1:2).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 9.77 (s, 1H, NH), 7.43-7.28 (m, 5H, Bn), 6.87 (s,
2H, Mes), 6.80 (dd, J = 7.3, 2.0 Hz, 1H, H-8), 6.74-6.67 (m, 2H, H-6, H-7), 5.10 (d, J = 4.2
Hz, 2H, Bn), 4.75 (d, J = 5.5 Hz, 1H, NH), 4.18 (q, J = 5.1 Hz, 1H, H-2), 2.85-2.70 (m, 2H,
H-4), 2.53-2.46 (m, 1H, H-3), 2.25 (s, 3H, Mes), 2.10 (s, 6H, Mes), 2.01-1.93 (m, 1H, H-3).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 172.3 (Cq, CONH), 145.8 (Cq, C-9), 136.9, 136.8
(Cq, C-B1, C-M1), 134.7 (Cq, C-M2), 131.7 (Cq, C-10), 131.0 (Cq, C-M4), 128.9 (CH, C-M3),
128.7 (CH, C-B2), 128.3 (CH, C-B4), 127.8 (CH, C-B3), 122.5 (Cq, C-5), 121.9 (CH, C-6),
117.5 (CH, C-7), 109.6 (CH, C-8), 70.8 (CH2, Bn), 55.2 (CH, C-1), 24.6, 24.1 (CH2, C-3,
C-4), 20.9 (CH3, C-M4’), 18.4 (CH3, C-M2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3339 (w), 3277 (w), 3031 (w), 2920 (m), 2858 (w), 1662 (s), 1609 (m),
1588 (m), 1491 (vs), 1436 (s), 1377 (m), 1330 (m), 1251 (s), 1167 (w), 1092 (m), 1070 (m),
1014 (m), 966 (w), 850 (m), 733 (s), 696 (m).
NH
OBn
O
NHMes
C26H28N2O2
Mol. Wt.: 400,51
II. Experimenteller Teil 123
HRMS (ESI): ber. für C26H29N2O2 (M+H+): 401.2229, gef. 401.2214.
Reduktion von 75 zu 76Bn und 76OH:
NH
OBn
NHMes
NH
OBn
O
NHMes NH
OH
NHMes
Zu einer Lösung von 3.06 g 75 (7.64 mmol, 1 eq) in 80 mL wasserfreiem THF wurden bei
68°C 5.8 mL BH3•SMe2 (61.0 mmol, 8 eq) langsam zugetropft. Nach 16 h ließ man die
Lösung abkühlen und tropfte vorsichtig 50 mL mit HCl-gesättigtes MeOH zu und erhitzte
anschließend r 90 min zum Sieden. Nach Abkühlen gab man solange ges. K2CO3-Lösung
hinzu, bis die Lösung stark basisch war und extrahierte dreimal mit je 100 mL DCM. Nach
Trocknen über MgSO4 wurde das Lösungsmittel unter reduziertem Druck entfernt und das
Rohprodukt säulenchromatographisch gereinigt (SiO2, cHex/EtOAc 10:1). Es wurden zwei
verschiedene Produkte erhalten: 76Bn, welches durch eine zweite Säulenchromatographie
gereinigt und als gelb-braunes Öl erhalten wurde (1.02 g, 2.63 mmol, 34 %) sowie 76OH,
welches nach Umkristallisation aus MTBE als beigefarbener Feststoff erhalten wurde
(541 mg, 1.83 mmol, 24 %).
8-Benzyloxy-1,2,3,4-tetrahydrochinolin-2-carboxylsäure-mesitylamin (76Bn):
Rf: 0.65 (cHexan/EtOAc 2:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.45-7.30 (m, 5H,
Bn), 6.80 (s, 2H, Mes), 6.70 (d, J = 7.9 Hz, 1H, H-8), 6.66 (d,
J = 7.3 Hz, 1H, H-6), 6.57 (t, J = 7.8 Hz, 1H, H-7), 5.06 (d,
J = 7.4 Hz, 2H, Bn), 4.82 (s, 1H, NH), 3.51-3.45 (m, 1H, H-1),
3.10 (dd, J = 12.0, 4.0 Hz, 1H, H-2‘), 3.04 (s, 1H, NH), 2.95
(dd, J = 12.0, 8.2 Hz, 1H, H-2‘), 2.93-2.75 (m, 2H, H-4), 2.23 (s, 6H, Mes), 2.22 (s, 6H, Mes),
2.02-1.95 (m, 1H, H-3), 1.83-1.77 (m, 1H, H-3).
NH
O
HN
42
3
6
8 9
52'
710
M1 M2 M3
M4
M4'
M2'
M1 B2
B3
B4
C26H30N2O
Mol. Wt.: 386,53
II. Experimenteller Teil 124
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 145.5 (Cq, C9), 143.0 (Cq, C-M1), 137.3 (Cq, Bn),
134.3 (Cq, C-10), 131.7 (Cq, C-M4), 130.3 (Cq, C-M2), 129.5 (CH, C-M3), 128.5, 127.9,
127.6 (CH, Bn), 121.7 (CH, C6), 121.4 (Cq, C-5), 115.9 (CH, C-7), 108.9 (CH, C-8), 70.3
(CH2, Bn), 54.1 (CH2, C-2’), 26.0 (CH2, C-3, C-4). 20.6 (CH3, C-M4’), 18.3 (CH3, C-M2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3417 (w), 3032 (w), 2916 (m), 2850 (m), 1610 (w), 1586 (m), 1499
(vs), 1485 (vs), 1454 (m), 1434 (m), 1376 (m), 1337 (m), 1303 (w), 1250 (vs), 1229 (s), 1164
(m), 1137 (w), 1087 (m), 1062 (m), 1028 (m), 854 (m), 757 (m) 727 (s), 696 (m).
MS (EI, 70 eV, 200°C): m/z (%) = 386 (5), 238 (81), 148 (30), 91 (100).
HRMS (EI, 70 eV, 200°C): ber. für C26H30N2O (M+): 386.2358, gef. 386.2353.
CHN-Analyse (C26H30N2O): ber.: C 80.79, H 7.82, N 7.25; gef.: C 80.92, H 7.82, N 6.99.
8-Hydroxy-1,2,3,4-tetrahydrochinolin-2-carboxylsäure-mesitylamin (76OH):
Rf: 0.28 (cHexan/EtOAc 10:3).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 6.85 (s, 2H, H-B3),
6.65-6.55 (m, 1H, H-Ar), 6.52-6.42 (m, 1H, H-Ar), 6.40-6.30
(m, 1H, H-Ar), 4.55 (s, 1H, OH oder NH), 3.50 (br s, 1H, H-2),
3.11-3.04 (m, 2H, H-2’), 2.91-2.75 (m, 2H, H-4), 2.30 (s, 6H,
H-B2’), 2.24 (s, 3H, H-B4’), 2.01-1.94 (m, 1H, H-3), 1.84-1.76 (m, 1H, H-3).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 142.9 (Cq, C-Ar), 142.6 (Cq, C-M1), 133.2 (Cq,
C-Ar), 132.2 (Cq, C-M4), 130.1 (Cq, C-M2), 129.7 (CH, C-M3), 122.5 (Cq, C-Ar), 121.3,
116.7, 112.1 (CH, C-Ar), 54.6 (CH2, C-2‘), 52.0 (CH, C-2), 26.4, 25.9 (CH2, C-3, C-4), 20.6
(CH3, C-M4‘), 18.3 (CH3, C-M4‘).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3499 (w), 3390 (m), 3325 (m), 3048 (m), 3029 (m), 2920 (s), 2850 (s),
2731 (w), 2653 (w), 1701 (w), 1616 (w), 1589 (s), 1506 (s), 1483 (vs), 1437 (s), 1374 (m),
1351 (s), 1335 (m), 1302 (w), 1264 (s), 1228 (s), 1176 (m), 1154 (m), 1029 (w), 993 (w), 944
(w), 854 (m), 762 (s), 729 (s).
HRMS (ESI): ber. für C19H25N2O (M+H+): 297.1967, gef. 297.1963.
NH
OH
HN
42
3
6
8 9
52'
710
M1 M2 M3
M4
M4'
M2'
C19H24N2O
Mol. Wt.: 296,41
II. Experimenteller Teil 125
Entschützung von 76Bn zu 76OH:
378 mg 76Bn (978 µmol) wurden in 120 mL einer 10:1-Lösung von EtOH/AcOH gelöst und
mittels eines H-Cube hydriert (10% Pd/C, 60°C, 60 bar H2, flow: 1.0 mL/min). Da kein
kompletter Umsatz erreicht wurde, löste man das Produkt-Substratgemisch erneut in 220 mL
einer 10:1-Lösung von EtOH/AcOH und hydrierte erneut mit dem H-Cube (10% Pd/C, 60°C,
70 bar H2, flow: 1.0 mL/min). Das Lösungsmittel wurde unter reduziertem Druck entfernt.
Nach Zugabe eines pH 7-Phosphatpuffers wurde die wässrige Phase zweimal mit je 200 mL
MTBE extrahiert, die vereinigten organischen Phasen über MgSO4 getrocknet und das
Lösungsmittel unter reduziertem Druck entfernt. Säulenchromatographie (SiO2, cHex/EtOAc
10:1 → cHex/EtOAc 2:1) lieferte 212 mg (715 µmol, 73%) 76OH.
9-Hydroxy-2-mesityl-3,3a,4,5-tetrahydro-imidazo[1,5-a]chinolin-2-ium-tetrafluoroborat
(70)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen
Versuchsvorschrift C durchgeführt (439 µmol 76OH;
Reaktionsdauer 14 h).
Es erfolgt eine direkte Aufreinigung der Rohlösung mittels
Säulenchromatographie (SiO2, DCM 5% MeOH). Nach
Umkristallisation aus DCM/CCl4 wurden 102 mg (259 μmol, 59%) des Produkts als
hellgelber Schaum erhalten.
1H-NMR (400 MHz, CD2Cl2): δ (ppm) = 9.05 (s, 1H, H-Im), 8.41 (s, 1H, OH), 7.12-7.03 (m,
4H, H-M3, H-Ar), 6.82 (dd, 1H, J = 7.2, 0.8 Hz, H-Ar), 4.87-4.82 (m, 1H, H-2), 4.48
(pseudo t, 1H, J = 11.6 Hz, H-2‘), 3.96 (dd, 1H, J = 12.0, 9.9 Hz, H-2‘), 3.18-3.03 (m, 2H,
H-4), 2.57-2.52 (m, 1H, H-3), 2.40-2.15 (m, 13H, H-3, H-M2‘, H-M4‘).
13C-NMR (100 MHz, CD2Cl2): δ (ppm) = 152.9 (Cq, C-Im), 145.7 (Cq, C-9), 139.0 (Cq,
C-M1), 128.3 (Cq, C-Ar), 128.1 (CH, C-M3), 126.7 (Cq, C-Ar), 125.5 (CH, C-Ar), 119.5 (CH,
NN
OH
BF4
42
3
6
89
52'
710
M1 M2 M3
M4
M4'
M2'
C20H23BF4N2O
Mol. Wt.: 394,22
II. Experimenteller Teil 126
C-Ar), 115.8 (Cq, C-Ar), 113.1 (CH, C-Ar), 58.8 (CH, C-2), 53.2 (CH2, C-2‘), 25.8 (CH2,
C-4), 24.1 (CH2, C-3), 18.8 (CH3, C-M4‘), 15.3 (CH3, C-M2‘).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3372 (w), 3119 (w), 3325 (m), 2974 (w), 2948 (w), 2908 (s), 2839 (w),
1699 (w), 1618 (vs), 1586 (m), 1476 (m), 1454 (m), 1382 (m), 1324 (m), 1315 (m), 1283 (m),
1253 (s), 1224 (m), 1195 (w), 1059 (br s), 906 (w), 862 (w), 776 (w), 727 (w).
HRMS (ESI): ber. für C20H23N2O (M-BF4-): 307.1810, gef. 307.1807.
5. Verbindungen aus Kapitel 3:
5.1 Synthese der NHC-Liganden
(S)-N1-(2-methoxyphenyl)-3,3-dimethyl-N2-ortho-tolylbutane-1,2-diamin (91)
274 mg 16 (1.04 mmol, 1 eq) wurden in 1.0 mL o-Anisidin
(7.44 mmol, 7 eq) vorgelegt. Die Reaktion erfolgte in der
Mikrowelle (100°C, 150 W, 1.5 h). Anisidinreste wurden
mittels Kugelrohrdestillation entfernt (Ölpumpenvakuum,
115°C). Anschließend gab man 3 mL 2 M Salzsäure hinzu und
rührte für 18 h. Die Lösung wurde mit K2CO3 in einen
basischen pH-Bereich gebracht und zweimal mit je 10 mL DCM extrahiert. Die vereinigten
org. Phasen wurden mit 10 mL Wasser gewaschen, über MgSO4 getrocknet und das
Lösungsmittel unter reduziertem Druck entfernt. Nach Reinigung mittels
Säulenchromatographie (SiO2, cHex cHex/EtOAc 20:1) erhielt man 201 mg (643 µmol,
62%) eines hellgelben Öls.
Rf: 0.45 (cHexan/EtOAc 5:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.08-7.00 (m, 2H, H-Ar), 7.89-7.82 (m, 1H, H-Ar),
6.74-6.55 (m, 5H, H-Ar), 4.45 (br s, 1H, NH), 3.62 (s, 3H, OMe), 3.58-3.52 (m, 2H, H-1,
H-2), 3.45-3.39 (m, 1H, NH), 2.98 (dt, J = 12.2 Hz, J = 9.3 Hz, 1H, H-2), 2.15 (s, 3H, H-A2’),
1.03 (s, 9H, H-1’’).
NH HN
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
MeO
B1
B2 B3
B4
B5
B6
1'1''
C20H28N2O
Mol. Wt.: 312,45
II. Experimenteller Teil 127
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 147.3, 147.2 (Cq, C-A1, C-B2), 138.6 (Cq, C-B1),
130.2, 127.1, 121.1 (CH, C-Ar), 121.0 (Cq, C-A2), 116.7, 116.3, 110.7,110.2, 109.7 (CH,
C-Ar), 61.4 (CH, C-1), 55.4 (CH3, OMe), 45.6 (CH2, C-2), 35.5 (Cq, C-1’), 27.0 (CH3, C-1’’),
17.7 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3415 (m), 3061 (w), 3044 (w), 2958 (s), 2867 (m), 1602 (s), 1586 (m),
1511 (vs), 1479 (s), 1454 (s), 1312 (m), 1249 (s), 1221 (s), 1124 (m), 1050 (m), 1029 (m),
910 (w), 737 (s).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 312 (4), 187 (5), 176 (100), 172 (13), 137 (24), 118 (7), 91
(4).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C20H28N2O (M+): 312.2202, gef. 312.2191.
(S)-5-tert-butyl-3-(2-methoxyphenyl)-1-ortho-tolyl-4,5-dihydro-1H-imidazolium-
tetrafluoroborat (L1)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen
Versuchsvorschrift C durchgeführt.
Es erfolgt eine direkte Aufreinigung der Rohlösung
mittels einer Filtersäule mit Kieselgur (DCM). Nach
Säulenchromatographie (SiO2, DCM) erfolgte
Umkristallisation des erhaltenen gelben Feststoffs aus
DCM/MTBE. Dies führte zu 190 mg (463 μmol, 77%) eines weißen Pulvers.
Smp.: 138 °C.
Rf: 0.32 (DCM/MeOH 20:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.11 (s, 1H, H-Im), 7.62-7.55 (m, 1H, H-Ar), 7.45
(dd, J = 7.9 Hz, J = 1.4 Hz , 1H, H-B6), 7.33-7.25 (m, 4H, H-Ar), 7.03 (dd, J = 8.3 Hz,
J = 0.6 Hz , 1H, H-B3), 6.96 (dt, J = 7.6 Hz, J = 1.0 Hz , 1H, H-Ar), 5.02-4.91 (m, 2H, H-1,
H-2), (dd, J = 8.8 Hz, J = 4.0 Hz , 1H, H-X), 3.91 (s, 3H, OMe), 2.46 (s, 3H, H-A2’), 0.87 (s,
9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 157.6 (CH, C-Im), 152.0 (Cq, C-B2), 135.7 (C-A1),
132.3, 130.0, 129.5, 127.9, 126.0 (C-H, C-Ar), 124.1, 124.0 (C-H und Cq, C-Ar), 121.8 (C-H,
C-Ar), 112.2 (C-B3), 71.3 (CH, C-1), 56.4 (CH3, OMe), 55.5 (CH2, C-2), 35.6 (Cq, C-1’),
25.8 (CH3, 1’’), 18.0 (CH3, A2’).
N N
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12BF4
MeO
B1
B2 B3 B4
B5
B6
1'1''
C21H27BF4N2O
Mol. Wt.: 410,26
II. Experimenteller Teil 128
IR (ATR): ν (cm-1) = 3415 (m), 3061 (w), 3044 (w), 2958 (s), 2867 (m), 1602 (s), 1586 (m),
1511 (vs), 1479 (s), 1454 (s), 1312 (m), 1249 (s), 1221 (s), 1124 (m), 1050 (m), 1029 (m),
910 (w), 737 (s).
MS (EI, 70 eV, 250°C): m/z (%) = 323 (100), 283 (36), 265 (15), 176 (10), 148 (6), 132 (7),
118 (17), 91 (13).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C21H27N2O (M-BF4): 323.2123, gef. 323.2117.
N-ortho-tolyl-L-Valin (92)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift A
durchgeführt. (40.0 mmol L-Valin; 40.0 mmol o-Bromtoluol;
Reaktionsbedingungen: 3 d bei 100°C).
Die wässrige Phase wurde dreimal mit EtOAc extrahiert. Die vereinigten
organischen Phasen wurden achtmal mit H2O gewaschen und über
MgSO4 getrocknet. Das EtOAc wurde unter reduziertem Druck entfernt.
Nach Umkristallisation aus EtOAc und erneuter Umkristallisation aus nHexan erhielt man
5.70 g (27.5 mmol, 69%) eines leicht grünes Pulvers.
Rf: 0.24 (DCM/MeOH 20:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.14-7.09 (m, 2H, H-A3, H-A5), 6.72 (t, J = 7.3 Hz,
1H, H-A4), 6.58 (d, J = 7.8 Hz, 1H, H-A6), 3.94 (d, J = 4.0 Hz, 1H, H-1), 2.23 (m, 4H, H-1’,
H-A2’), 1.15 (dd, J = 9.4, 6.9 Hz, 6H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 179.3 (Cq, C-2), 145.0 (Cq, C-A1), 130.5 (CH,
C-A3), 127.3 (CH, C-A5), 122.9 (Cq, C-A2), 118.2 (CH, C-A4), 110.6 (CH, C-A6), 62.3
(CH, C-1), 31.4 (CH, C-1’), 19.2 (CH3, C-1’’), 18.5 (CH3, C-1’’), 17.4 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3408 (br, m), 3040 (br m), 2965 (s), 2933 (m), 1710 (vs), 1607 (s), 1586
(m), 1514 (s), 1449 (m), 1305 (m), 1167 (m), 1052 (m), 925 (w), 747 (s), 714 (m).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 207 (40), 164 (40), 162 (100), 118 (83), 106 (10), 91 (25).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C12H17NO2 (M+): 207.1259, gef. 207.1257.
NH OH
O
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 1
1'1''
C12H17NO2
Mol. Wt.: 207,27
II. Experimenteller Teil 129
N-ortho-tolyl-L-Valinol (93)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift B
durchgeführt (8.78 mmol Substrat).
Man erhielt 1.63 g (8.43 mmol, 96%) eines farblosen Öls.
Rf: 0.46 (cHexan/EtOAc 2:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.10 (t, J = 8.0 Hz, 1H, H-A5),
7.07 (d, J = 7.4 Hz, 1H, H-A3), 6.72 (d, J = 8.0 Hz, 1H, H-A6), 6.67 (t, J = 7.4 Hz, 1H,
H-A4), 3.80 (dd, J = 4.1 Hz, J = 10.9 Hz, 1H, H-2), 3.60 (dd, J = 6.7 Hz, J = 10.9 Hz, 1H,
H-2), 3.39 - 3.43 (m, 1H, H-1), 2.19 (s, 3H, H-A2’), 1.95 (sextett, J = 6.7 Hz, 1H, H-1’), 1.00
(dd, J = 6.7 Hz, J = 11.8 Hz, 6H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 146.0 (Cq, C-A1), 130.5 (CH, C-A3), 127.2 (CH,
C-A5), 122.2 (Cq, C-A2), 117.3 (CH, C-A4), 111.0 (CH, C-A6), 62.6 (CH2, C-2), 60.6 (CH,
C-1), 30.0 (CH, C-1’), 19.1 (CH3, C-1’’), 17.7 (CH3, C-A2’).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 193 (17), 162 (100), 150 (32), 132 (17), 118 (15), 107 (17),
91 (10).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C12H19NO (M+): 193.1467, gef. 193.1474.
(4S)-Isopropyl-3-ortho-tolyl-1,2,3-oxathiazolidin-2-oxid (94)
Es wurden 3.25 g 93 (16.8 mmol, 1 eq) in 100 ml wasserfreiem DCM
vorgelegt. 6.64 g Pyridin (84.0 mmol, 5 eq) wurden zugegeben und das
Gemisch auf 0°C gekühlt. 2.80 g SOCl2 (23.5 mmol, 1.4 eq) wurden in
50 ml DCM gest und dem Gemisch über 1 h zugetropft. Nach 12 h
rühren, wobei man auf RT aufwärmen ließ, wurde die Lösung mit 100 mL
DCM versetzt, die org. Phase dreimal mit je 50 mL 1 M Salzsäure, mit 50
mL Wasser und 50 mL ges. NaCl-Lsg. gewaschen und über MgSO4 getrocknet. Das DCM
wurde unter reduziertem Druck entfernt und man erhielt 4.10 g Rohprodukt als braunes Öl.
Nach Aufreinigung mittels Säulenchromatographie (SiO2, cHexan cHexan/EtOAc 20:1)
erhielt man 1.97 g (7.8 mmol, 46%) eines schwach gelbes Öls (Diastereomerenverhältnis laut
GC/MS ca. 3:1).
NH OH
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6
1
2
1'
1''
C12H19NO
Mol. Wt.: 193,29
NO
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
S
O
1'
1''
C12H17NO2S
Mol. Wt.: 239,33
II. Experimenteller Teil 130
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): [Werte des Hauptisomers] δ (ppm) = 7.23-7.17 (m, 4H, H-Ar),
4.92 (t, J = 7.3 Hz, 1H, H-2), 4.40 (t, J = 7.3 Hz, 1H, H-2), 4.32 (s, 1H, H-1), 2.41 (s, 3H, H-
A2‘),1.86 (m, 1H, H-1’), 0.90 (d, J = 6.9 Hz, 3H, H-1‘‘), 0.86 (d, J = 6.9 Hz, 3H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): [Werte des Hauptisomers] δ (ppm) = 135.4 (Cq, C-A2), 131.4
(CH und Cq, C-Ar), 127.4 (CH, C-Ar), 127.1 (2x CH, C-Ar), 71.1 (CH2, C-2), 63.9 (CH, C-1),
28.5 (CH, C-1’), 19.5 (CH3, C-1’’), 18.5 (CH3, C-A2’), 15.9 (CH3, C-1’’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 2962 (s), 2931 (m), 2875 (m), 1600 (w), 1581 (w), 1490 (s), 1463 (m),
1244 (s), 1166 (vs), 1118 (m), 1057 (m), 949 (s), 897 (m), 761 (m), 720 (s), 696 (s).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 239 (16), 196 (57), 132 (100), 118 (38), 91 (29).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C12H17NO2S (M+): 239.0980, gef. 239.0978.
(4S)-Isopropyl-3-ortho-tolyl-1,2,3-oxathiazolidin-2,2-dioxid (95)
Es wurden 185 mg 94 (0.73 mmol, 1 eq) in 1 ml DCM sowie 1 mL MeCN
vorgelegt. 7.60 mg RuCl3H2O (36.5 μmol, 0.05 eq) wurden hinzugegeben
und das Gemisch auf C gekühlt. Nach 10 min rühren bei 0°C wurden
0.31 g NaIO4 (1.46 mmol, 2 eq) und 2 ml einer 0.1 M pH 7-Phsophat-
Pufferlösung zugegeben.. Nach 20 min wurde das Reaktionsgemisch auf
RT erwärmt und weitere 5 min gerührt. Anschließend wurde es mit DCM
über Celite filtriert. Wasser wurde zugegeben und die wässrige Phase zweimal mit je 40 mL
DCM extrahiert, die vereinigten org. Phasen mit 30 mL ges. NaCl-Lsg. gewaschen und über
MgSO4 getrocknet. Das DCM wurde unter reduziertem Druck entfernt. Nachdem das
Rohprodukt mit DCM über Kieselgel filtriert wurde, erhielt man 184 mg (0.68 mmol, 93%)
eines leicht gelben Öls.
Rf: 0.42 (cHexan /EtOAc 5:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.40 (m, 1H, H-A4), 7.29-7.24 (m, 3H, H-Ar), 4.68
(dd, J = 7.2 Hz, J = 8.8 Hz, 1H, H-2), 4.46 (dd, J = 6.8 Hz, J = 8.8 Hz, 1H, H-2), 4.14 (q,
J = 6.8 Hz, 1H, H-1), 2.47 (s, 3H, H-A2‘),1.88 (m, 1H, H-1’), 0.96 (d, J = 6.9 Hz, 3H, H-1‘‘),
0.89 (d, J = 6.9 Hz, 3H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 139.1 (Cq, C-A2), 135.2 (Cq, C-A1), 131.8 (CH,
C-Ar), 129.0 (CH, C-Ar), 127.3 (2x CH, C-A4, C-Ar), 67.9 (CH2, C-2), 66.8 (br CH, C-1),
29.7 (CH, C-1’), 18.3 (CH3, C-A2’), 18.2 (CH3, C-1’’), 16.2 (CH3, C-1’’).
N O
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
S
O O
1'
1''
C12H17NO3S
Mol. Wt.: 255,33
II. Experimenteller Teil 131
IR (ATR): ν (cm-1) = 2966 (m), 2931 (m), 2878 (w), 1493 (s), 1464 (m), 1346 (s), 1242 (m),
1198 (s), 1183 (vs), 1120 (m), 1028 (w), 961 (s), 812 (s), 782 (m), 762 (m), 716 (w).
HRMS (ESI): ber. für C12H18NO3S (M+H+): 256.1007, gef. 256.0995.
(S)-N1-(2-methoxyphenyl)-3-methyl-N2-ortho-tolylbutan-1,2-diamin (96)
174 mg 95 (0.65 mmol, 1 eq) wurden in 1.00 g o-Anisidin
(8.12 mmol, 12.5 eq) vorgelegt. Die Reaktion erfolgte in der
Mikrowelle (100°C, 150 W, 1.5 h). Anschließend rührte das
Gemisch 12 h in 2 ml 2 M Salzsäure und 1 ml EtOH. Dann
wurde es mit DCM versetzt und mit K2CO3 in einen basischen
pH-Bereich gebracht. Die wässrige Phase wurde zweimal mit je 40 mL DCM extrahiert, die
vereinigten org. Phasen mit je 30 mL H2O und ges. NaCl-Lsg. gewaschen und über MgSO4
getrocknet. Das DCM wurde unter reduziertem Druck entfernt und man erhielt 1.23 g
Rohprodukt als braunes Öl. Nach Aufreinigung mittels Säulenchromatographie (SiO2,
cHex cHex/EtOAc 40:1) erhielt man 0.24 g eines gelben Öls. Eine Überprüfung mittels
GC/MS zeigte Verunreinigungen von o-Anisidin. Nach dessen Entfernung mittels
Kugelrohrdestillation (Ölpumpenvakuum, 150°C) erhielt man 98 mg (0.33 mmol, 51%) eines
gelben Öls.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.15-7.07 (m, 2H, H-Ar), 7.90 (dt, J = 6.6, 1.2 Hz,
1H, H-Ar), 7.76 (d, J = 7.7 Hz, 1H, H-Ar), 6.76-6.60 (m, 4H, H-Ar), 3.78 (s, 3H, OMe), 3.60
(dt, J = 7.7, 4.7 Hz, 1H, H-1), 3.40 (dd, J = 12.3, 4.3 Hz, 1H, H-2), 3.15 (dd, J = 12.3, 7.7 Hz,
1H, H-2), 2.15 (s, 3H, H-A2‘),2.14-2.06 (m, 1H, H-1’), 1.07 (d, J = 6.8 Hz, 3H, H-1‘‘),1.01
(d, J = 6.8 Hz, 3H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 147.2 (Cq, C-B2), 145.9 (Cq, C-A1), 138.3 (Cq,
C-B1), 130.4, 127.2 (CH, C-Ar), 127.2 (CH, C-Ar), 122.0 (Cq, C-A2), 121.3 (CH, C-Ar),
116.9 (CH, C-Ar), 116.7 (CH, C-Ar), 110.9 (CH, C-Ar), 110.6 (CH, C-Ar), 110.2 (CH,
C-Ar), 109.6 (CH, C-Ar), 57.8 (CH, C-1), 55.4 (CH3, OMe), 44.8 (CH2, C-2), 30.2 (CH,
C-1’), 18.7 (CH3, C-1’’), 18.5 (CH3, C-1’’), 17.7 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3416 (m), 3062 (w), 2958 (m), 2871 (m), 1602 (s), 1586 (m), 1511 (vs),
1479 (m), 1455 (s), 1429 (m), 1304 (m), 1246 (s), 1221 (s), 1177 (m), 1136 (w), 1051 (m),
1029 (m), 737 (s).
NH HN
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
MeO
B1
B2 B3
B4
B5
B6
1'1''
C19H26N2O
Mol. Wt.: 298,42
II. Experimenteller Teil 132
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 298 (7), 178 (18), 162 (100), 137 (35), 118 (8), 91 (3).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C19H26N2O (M+): 298.2045, gef. 298.2037.
(S)-5-Isopropyl-3-(2-methoxyphenyl)-1-ortho-tolyl-4,5-dihydro-1H-imidazolium-
tetrafluoroborat (L2)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen
Versuchsvorschrift C durchgeführt (0.32 mmol 96;
Reaktionsdauer 4 h).
Die Suspendion wurde mit DCM über Celite filtriert.
Nach Reinigung mittels Säulenchromatographie (SiO2,
DCM) und Umkristallisation aus MTBE/DCM erhielt
man 85 mg (0.22 mmol, 67%) eines weißen Feststoffs.
Smp.: 139°C.
Rf: 0.24 (DCM/MeOH 20:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.30 (s, 1H, H-Im), 7.56-7.50 (m, 1H, H-Ar),
7.49-7.44 (m, 1H, H-Ar), 7.38-7.30 (m, 4H, H-Ar), 7.10-7.00 (m, 2H, H-Ar), 5.18-5.06 (m,
1H, H-1), 4.86 (t, J = 11.7 Hz, 1H, H-2), 4.10 (dd, J = 10.7, 7.3 Hz, 1H, H-2), 3.94 (s, 3H,
OMe), 2.46 (s, 3H, H-A2’), 2.17-1.97 (m, 1H, H-1‘), 0.98-0.92 (m, 6H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 156.6 (CH, C-3), 152.0 (Cq, C-B2), 133.2, 133.1
(Cq, C-Ar), 132.4 (CH, C-Ar), 130.0 (Cq, C-Ar), 129.8 (CH, C-Ar), 127.9 (CH, C-Ar), 125.9
(CH, C-Ar), 124.5 (CH, C-Ar), 124.2 (CH, C-Ar), 122.0 (CH, C-Ar), 112.1 (CH, C-Ar), 67.4
(CH, C-1), 56.3 (CH3, OMe), 51.6 (CH2, C-2), 28.3 (CH, C-1’), 18.3 (CH3, C-1’’), 18.0
(CH3, C-A2’), 15.1 (CH3, C-1’’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3630 (w), 3538 (w), 3075 (w), 2966 (m), 2848 (w), 1735 (w), 1700
(w),1623 (s), 1598 (s), 1500 (s), 1465 (m), 1398 (w), 1264 (s), 1197 (w), 1056 (vs), 867 (w),
762 (m), 719 (w).
HRMS (EI, 70 eV, 250°C): ber. für C20H25N2O (M-BF4-): 309.1967, gef. 309.1959.
N N
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12BF4
MeO
B1
B2 B3 B4
B5
B6
1'1''
C20H25BF4N2O
Mol. Wt.: 396,23
II. Experimenteller Teil 133
(4S)-tert-Butyl-3-mesityl-1,2,3-oxathiazolidin-2-oxid (97)
In einen ausgeheizten Kolben wurden unter Schutzgasatmosphäre 5.00 g
L-Valin (42.7 mmol, 1 eq), 1.63 g CuI (8.54 mmol, 0.2 eq) und 11.8 g
K2CO3 (85.4 mmol, 2 eq) vorgelegt. 100 ml wasserfreiem DMSO sowie
8.50 g Mesitylbromid (42.7 mmol, 1 eq) wurden hinzugegeben und die
Suspension 4.5 d bei 120°C gerührt. Anschließend wurde H2O
zugegeben und mit 2 M Salzsäure auf pH 3 angesäuert. Die wässrige
Phase wurde dreimal mit EtOAc extrahiert und die vereinigten organischen Phasen dreimal
mit Wasser gewaschen und über MgSO4 getrocknet. Das Lösungsmittel wurde unter
reduziertem Druck entfernt. Man erhielt 1.4 g des verunreinigten Kupplungsprodukts.
Außerdem konnten 4.91 g Mesitylbromid (58%) reisoliert werden. Unter
Schutzgasatmosphäre wurden bei 0°C 303 mg NaBH4 (8.00 mmol) in 40 ml wasserfreiem
THF vorgelegt. 2.0 mL BF3•OEt2 (16.0 mmol) wurden zugegeben und das Gemisch 10 min
bei 0 °C gerührt. Das Kupplungsrohprodukt wurde in 20 ml wasserfreiem THF gelöst und
dem Gemisch bei 0°C innerhalb von 45 min zugegeben. Nach Erwärmen auf RT wurde 1 h
bei RT gefolgt von 18 h unter Rückfluss gerührt. Anschließend wurden 40 ml MeOH
zugegeben. Nach 2 h rühren bei RT wurde das Lösungsmittel unter reduziertem Druck
entfernt und das Rohprodukt in 30 ml 0.5 M Natronlauge aufgenommen. Es wurde zweimal
mit DCM extrahiert und die vereinigten organischen Phasen mit ges. NaCl-Lsg. gewaschen,
über MgSO4 getrocknet und das DCM anschließend unter reduziertem Druck entfernt. Der
nach Säulenchromatographie (SiO2, cHexan cHexan/EtOAc 3:1) erhaltene Alkohol (0.5 g)
wurde zusammen mit 0.92 mL Pyridin (11.3 mmol) in 30 mL DCM vorgelegt. Bei 0°C tropfte
man langsam eine Lösung von 0.23 mL SOCl2 (3.16 mmol) in 10 mL DCM zu und rührte für
16 h, wobei sich die Lösung langsam auf RT erwärmte. DCM wurde zugegeben, die
organische Phase zweimal mit 1 M Salzsäure, zweimal mit Wasser sowie einmal mit ges.
NaCl-Lösung gewaschen. Nach Trocknung über MgSO4 und Entfernung des Lösungsmittels
unter reduziertem Druck erfolgte Säulenchromatographie (SiO2, cHexan cHexan/EtOAc
100:1). Es wurden 82 mg (0.31 mmol, 1%) eines farblosen Öls erhalten.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 6.92 (s, 2H, H-A3), 4.90 (dd, J = 8.8, 7.7 Hz, 1H,
H-2), 4.42 (dd, J = 8.9, 2.7 Hz, 1H, H-2), 4.09-4.03 (m, 1H, H-1), 2.43 (s, 3 H, A2’), 2.39 (s,
3H, A2’), 2.28 (s, 3H, A4’), 1.76-1.65 (m, 1H, H-1‘), 0.93 (d, J = 6.8 Hz, 3H, H-1’’), 0.85 (d,
J = 7.0 Hz, 3H, H-1’’).
NO
A2'
1
1' 1''
2
S
O
A4 A1
A2
A3
A4'
C14H21NO2S
Mol. Wt.: 267,39
II. Experimenteller Teil 134
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 138.9, 137.8, 131.2 (Cq, C-Ar), 130.6, 129.5 (CH,
C-A3), 68.8 (CH2, C-2), 66.0 (CH, C-1), 30.1 (CH, C-1‘), 20.9 (CH3, C-A4’), 19.5 (CH3,
C-A2’), 19.4 (CH3, C-1’’), 19.1 (CH3, C-A42’), 16.6 (CH3, C-A4’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 2959 (s), 2923 (m), 2732 (w), 1734 (w), 1609 (w), 1474 (s), 1392 (w),
1377 (w), 1306 (w), 1238 (s), 1165 (vs), 1113 (m), 1077 (m), 1020 (m), 956 (w), 923 (m),
897 (s), 853 (m), 727 (m), 683 (s).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 267 (18), 224 (65), 160 (100), 145 (41), 119 (12), 91 (13).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C14H21N2O2S (M+): 267.1293, gef. 267.1300.
(4S)-tert-Butyl-3-mesityl-1,2,3-oxathiazolidin-2,2-dioxid (98)
Bei 0°C wurden 5 mg RuCl3H2O (23 µmol, 8 Mol%) sowie 125 mg
NaIO4 (584 µmol, 2 eq) zu einer Lösung von 78 mg 97 (292 µmol, 1 eq)
in 5 mL eines H2O/MeCN-1:1-Gemischs zugegeben. Nach 2.5 h rühren
bei 0°C wurden Wasser hinzugegeben und die wässrige Phase zweimal
mit MTBE extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen wurden mit
Wasser sowie ges. NaCl-Lösung gewaschen, über MgSO4 getrocknet
und das Lösungsmittel entfernt. Eine Filtration über Celite mit MTBE als Eluent führte nach
Entfernung des Lösungsmittels zu 120 mg (423 µmol, 68 %) eines hellbraunen Feststoffs.
Rf: 0.43 (cHexan/EtOAc 2:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 6.93 (s, 2 H, H-A3), 4.73 (dd, J = 9.2, 7.0 Hz, 1 H,
H-2), 4.48 (dd, J = 9.2, 5.2 Hz, 1 H, H-2), 3.98 (dt, J = 7.0, 5.2 Hz, 1 H, H-2), 2.46 (s, 3 H,
Me), 2.40 (s, 3H, Me), 2.27 (s, 3H, Me), 1.99-1.87 (m, 1H, H-1‘), 1.09 (d, J = 6.8 Hz, 3 H,
H-1’’), 0.83 (d, J = 6.8 Hz, 3 H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 140.6, 139.1, 138.2 (Cq, C-Ar), 130.8 (CH, C-Ar),
130.2 (Cq, C-Ar), 130.0 (CH, C-Ar), 67.5 (CH2, C-2), 66.4 (CH, C-1), 31.0 (CH, C-1‘), 20.9,
19.3, 18.8, 16.6 (CH3).
IR (ATR): ν (cm-1) = 2964 (m), 2926 (m), 1608 (w), 1477 (m), 1339 (s), 1235 (s), 1186 (vs),
1028 (m), 970 (m), 948 (m), 927 (m), 854 (w), 805 (s), 754 (w).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 283 (34), 240 (100), 176 (11), 146 (27), 119 (10), 84 (16).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C14H21NO3S (M+): 283.1242, gef. 283.1235.
NO
A2'
1
1' 1''
2
S
O
A4 A1
A2
A3
A4' O
C14H21NO3S
Mol. Wt.: 283,39
II. Experimenteller Teil 135
N-ortho,para-dimethylphenyl-L-tert-Leucin (99)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift A
durchgeführt. (15.0 mmol L-tert-Leucin; 18.0 mmol 2-Brom-p-xylol;
Reaktionsbedingungen: 3.5 d bei 100°C).
Die wässrige Phase wurde dreimal mit EtOAc extrahiert und die
vereinigten organischen Phasen fünfmal mit H2O gewaschen und über
MgSO4 getrocknet. Das EtOAc wurde unter reduziertem Druck entfernt.
Man erhielt 1.80 g (7.64 mmol, 51%) eines braunen Feststoffs.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 6.96 (d, J = 7.4 Hz, 1H, H-A3), 6.55 (d, J = 7.4 Hz,
1H, H-A4), 6.41 (s, 1H, H-A6), 3.77 (s, 1H, H-1), 2.26 (s, 3H, H-A5’), 2.19 (s, 3H, H-A2’),
1.13 (s, 9H, H- 1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 177.9 (CO2H, C-2), 145.0 (Cq, C-A1), 137.0 (Cq,
C-A5), 130.3 (CH, C-A3), 120.0 (Cq, C-A2), 119.1 (CH, C-A4), 111.7 (CH, C-A6), 65.5 (CH,
C-1), 34.4 (Cq, C-1’), 26.8 (3XCH3, C-1’’), 21.5 (CH3, C-A5’), 17.0 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3431 (w), 3016 (w), 2965 (br s), 2871 (m), 1708 (vs), 1617 (m), 1584
(s), 1523 (s), 1370 (m), 1309 (m), 1266 (m), 1231 (m), 1210 (m), 1168 (m), 1146 (m), 1032
(w), 1000 (w), 796 (s).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 235 (46), 224 (18), 190 (34), 178 (73), 160 (26), 146 (11),
134 (34), 132 (100), 120 (10), 105 (16), 91 (10).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C14H21NO2 (M+): 235.1572, gef.: 235.1570.
N-ortho,para-dimethylphenyl-L-Valin (100)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift A
durchgeführt. (15.0 mmol L-Valin; 18.0 mmol 2-Brom-p-xylol;
Reaktionsbedingungen: 3.5 d bei 100°C).
Die wässrige Phase wurde dreimal mit EtOAc extrahiert und die
vereinigten organischen Phasen fünfmal mit H2O gewaschen und über
MgSO4 getrocknet. Das Lösungsmittel wurde unter reduziertem Druck
entfernt. Man erhielt 2.22 g (10.0 mmol, 67%) eines grünlich gefärbten Feststoffs.
Rf: 0.24 (cHexan/EtOAc 1:1).
NH OH
O
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 1
1'
1''
A5'
C14H21NO2
Mol. Wt.: 235,32
NH OH
O
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 1
1'
1''
A5'
C13H19NO2
Mol. Wt.: 221,30
II. Experimenteller Teil 136
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 6.97 (d, J = 7.0 Hz, 1H, H-A3), 6.54 (d, J = 7.0 Hz,
1H, H-A4), 6.38 (s, 1H, H-A6), 3.89 (d, J = 4.3 Hz, 1H, H-1), 2.44-2.12 (m, 7H, H-A2’,
H-A5’, H-1’), 1.12 (pseudo t, J = 6.7 Hz, 6H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 144.7 (Cq, C-A1), 137.1 (Cq, C-A5), 130.4 (CH,
C-A3), 120.0 (Cq, C-A2), 119.5 (CH, C-A4), 112.0 (CH, C-A6), 62.9 (CH, C-A1), 31.4 (CH,
C-1’), 21.4 (CH3, C-A5’), 19.2, 18.3 (CH3, 1’’), 16.9 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3415 (w), 3390 (w), 2964 (s), 2935 (m), 1707 (vs), 1615 (m), 1584 (s),
1524 (s), 1467 (m), 1422 (m), 1303 (m), 1227 (m), 1176 (m), 1000 (w), 795 (s), 709 (m).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 221 (46), 178 (40), 176 (100), 132 (63), 120 (6), 105 (9).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C13H19NO2 (M+): 221.1416, gef.: 221.1412.
N-ortho,para-dimethylphenyl-L-tert-Leucinol (101)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift B
durchgeführt (7.44 mmol 99).
Man erhielt 3.25 g (16.8 mmol, 96%) Produkt als lilafarbenes Öl.
Rf: 0.47 (cHexan/EtOAc 2:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 6.96 (d, J = 7.5 Hz, 1H, H-A3),
6.65 (s, 1H, H-A6), 6.49 (d, J = 7.5 Hz, 1H, H-A6), 3.89 (dd, J = 7.9, 7.5 Hz, 1H, H-2),
3.54-3.45 (m, 3H, H-1, H-2, NH), 2.29 (s, 3H, H-A5’), 2.19 (s, 3H, H-A2’), 2.16-2.10 (m,
1H, OH), 0.99 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 147.1 (Cq, C-A1), 136.9 (Cq, C-A5), 130.3 (CH,
C-A3), 118.6 (Cq, C-A2), 117.9 (CH, C-A4), 112.0 (CH, C-A6), 64.0 (CH, C-1), 62.5 (CH,
C-2), 34.9 (Cq, C-1’), 27.0 (CH3, C-1’’), 21.6 (CH3, C-A5’), 17.2 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3427 (br m), 3014 (w), 2957 (s), 2868 (m), 1615 (s), 1581 (s),
1523 (vs), 1476 (m), 1463 (m), 1446(m), 1425 (m), 1366 (m), 1299 (m), 1266 (m), 1204 (w),
1136 (m), 1044 (s), 1001 (m), 917 /w), 845 (w), 792 (s).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 221 (26), 190 (47), 176 (7), 164 (90), 146 (24), 134 (100),
121 (25), 105 (9), 91 (6).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C14H23NO (M+): 221.1780, gef.: 221.1776.
NH OH
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 1
1'
1''
A5'
2
C14H23NO
Mol. Wt.: 221,34
II. Experimenteller Teil 137
N-ortho,para-dimethylphenyl-L-Valinol (102)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift B
durchgeführt (9.90 mmol 100).
Man erhielt 2.04 g (9.83 mmol, 99%) Produkt als braunes Öl.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 6.95 (d, J = 7.4 Hz, 1H, H-A3),
6.54 (s, 1H, H-A6), 6.48 (d, J = 7.4 Hz, 1H, H-A4), 3.83-3.78 (m, 1H,
H-2), 3.62-3.55 (m, 1H, H-2), 3.47-3.40 (m, 2H, H-1, NH), 2.30 (s, 3H, H-5A’), 2.13 (s, 3H,
H-A2’), 2.00-1.84 (m, 2H, H-1’, OH), 1.03-0-97 (m, 6H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 146.0 (Cq, C-A1), 136.9 (Cq, C-A5), 130.3 (CH,
C-A3), 119.1 (Cq, C-A2), 117.9 (CH, C-A4), 111.8 (CH, C-A6), 62.7 (CH, C-2), 60.6 (CH,
C-1), 30.1 (CH, C-1’), 21.6 (CH3, C-A5’), 19.1 (CH3, C-1’’), 17.2 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3421 (br s), 3014 (w), 2958 (s), 2925 (m), 2871 (m), 1615 (s), 1582 (s),
1522 (vs), 1463 (m), 1446 (m), 1424 (m), 1300 (m), 1266 (w), 1065 (m), 1037 (m), 1003 (m),
845 (s), 793 (s).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 207 (24), 177 (14), 176 (100), 164 (39), 161 (19), 146 (69),
132 (40), 121 (74), 120 (43), 105 (8), 91 (8).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C13H21NO (M+): 207.1623, gef.: 207.1623.
(4S)-tert-Butyl-3-ortho,para-dimethylphenyl-1,2,3-oxathiazolidin-2-oxid (101b)
In einen ausgeheizten Kolben wurden unter Schutzgasatmosphäre 1.54 g 101
(6.96 mmol, 1 eq) sowie 2.8 mL Pyridin (34.8 mmol, 5.0 eq) in 50 ml
DCM vorgelegt. Bei 0°C wurden eine Lösung von 710 µL Thionylchlorid
(9.74 mmol, 1.4 eq) in 20 mL DCM langsam zugetropft. Man rührte über
Nacht und ließ die Lösung dabei langsam auf RT erwärmen. Anschließend
wurde die Lösung mit 50 mL DCM versetzt, die org. Phase zweimal mit je
50 mL 1 M Salzsäure, einmal mit 50 mL Wasser sowie 50 mL ges. NaCl-Lsg. gewaschen und
über MgSO4 getrocknet. Nach Reinigung mittels Säulenchromatographie (SiO2, cHex
cHex/EtOAc 20:1) erhielt man 166 mg sauberes (0.62 mmol, 9%) sowie 203 mg (0.76 mmol,
11%) leicht verunreinigtes Produkt als gelbes Öl, welches direkt für die nächste Reaktion
eingesetzt wurde.
NH OH
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 1
1'
1''
A5'
2
C13H21NO
Mol. Wt.: 207,31
NO
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 2
S
O
C14H21NO2S
Mol. Wt.: 267,39
1' 1''
A5' 1
II. Experimenteller Teil 138
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.14-7.10 (m, 2H, H-A3, H-A6), 6.95 (d, J = 8.0 Hz,
1H, H-A4), 4.99 (dd, J = 9.3, 7.4 Hz, 1H, H-2), 4.56 (dd, J = 9.3, 2.2 Hz, 1H, H-2), 4.06 (dd,
J = 7.3, 2.2 Hz, 1H, H-1), 2.42 (s, 3H, H-A2’), 2.31 (s, 3H, H-A5’), 0.84 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 137.9 (Cq, C-A1), 136.7, 132.4 (Cq, C-Ar), 131.1,
128.0 (CH, C-Ar), 127.8 (CH, C-A4), 70.7 (CH, C-1), 69.9 (CH2, C-2), 35.8 (Cq, C-1’), 26.2
(CH3, C-1’’), 21.1 (CH3, C-A5’), 18.4 (CH3, C-A2’).
(4S)-iso-Propyl-3-ortho-tolyl-1,2,3-oxathiazolidin-2-oxid (102b)
In einen ausgeheizten Kolben wurde unter Schutzgasatmosphäre 2.01 g 102
(6.96 mmol, 1 eq) sowie 3.9 mL Pyridin (48.5 mmol, 5.0 eq) in 60 ml
DCM vorgelegt. Bei 0°C wurden eine Lösung von 1.0 mL Thionylchlorid
(13.6 mmol, 1.4 eq) in 20 mL DCM langsam zugetropft. Man rührte über
Nacht und ließ die Lösung dabei langsam auf RT erwärmen. Anschließend
wurde die Lösung mit 50 mL DCM versetzt, die org. Phase zweimal mit je
50 mL 1 M Salzsäure, einmal mit 50 mL Wasser sowie 50 mL ges. NaCl-Lsg. gewaschen und
über MgSO4 getrocknet. Nach Reinigung mittels Säulenchromatographie (SiO2, cHex
cHex/EtOAc 20:1) erhielt man 917 mg sauberes (3.62 mmol, 37%) sowie 941 mg
(3.71 mmol, 38%) leicht verunreinigtes Produkt als gelbes Öl, welches direkt für die nächste
Reaktion eingesetzt wurde.
Rf: 0.23 (cHexan/EtOAc 10:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.12 (d, J = 7.8 Hz, 1H, H-A3), 7.09 (s, 1H, H-A6),
7.00 (d, J = 8.6 Hz, 1H, H-A4), 4.91 (dd, J = 8.1, 7.5 Hz, 1H, H-2), 4.38 (dd, J = 8.3, 5.9 Hz,
1H, H-2), 4.30 (br s, 1H, H-1), 2.35 (s, 3H), 2.31 (s, 3H), 1.03-0.07 (m, 1H, H-1’), 0.91 (d,
J = 7.0 Hz, 3H, H-1‘‘), 0.84 (d, J = 6.8 Hz, 3H, H-1‘‘).
C13H19NO2S
Mol. Wt.: 253,36
N O
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 2
S
O
1' 1''
A5' 1
II. Experimenteller Teil 139
(4S)-tert-Butyl-3-ortho,para-dimethylphenyl-1,2,3-oxathiazolidin-2,2-dioxid (103)
166 mg Sulfamidit 101b (621 µmol, 1 eq) wurden in 5 mL MeCN sowie
5 mL Wasser gelöst und bei 0°C 10 mg RuCl3•H2O (50 µmol, 8 mol%)
zugegeben. Nach 2 min wurden 265 mg NaIO4 (1.24 mmol, 2 eq)
zugegeben und die Reaktion für 2.5 h bei 0°C gerührt. Die
Reaktionslösung wurde mit Wasser verdünnt und zweimal mit je 40 mL
MTBE extrahiert. Die organische Phase wurde mit je 30 mL Wasser sowie
ges. NaCl-Lösung gewaschen, über MgSO4 getrocknet, die Lösung über Celite filtriert und
das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Es wurden 120 mg (423 µmol, 68%)
eines hellbraunen Feststoffs erhalten.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.18-7.12 (m, 2H, H-A3, H-A6), 7.05 (d, J = 6.2 Hz,
1H, H-A4), 4.71 (dd, J = 9.3, 7.7 Hz, 1H, H-2), 4.50 (dd, J = 9.3, 5.6 Hz, 1H, H-2), 4.06 (dd,
J = 7.3, 5.6 Hz, 1H, H-1), 2.48 (s, 3H, H-A2’), 2.33 (s, 3H, H-A5’), 0.90 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 138.1 (Cq, C-A1), 137.0 (Cq, C-A5), 135.1 (Cq,
C-A2), 131.5 (CH, C-A3), 129.4 (CH, C-A6), 126.8 (CH, C-A4), 71.9 (CH, C-1), 66.7 (CH2,
C-2), 35.4 (Cq, C-1’), 25.6 (CH3, C-1’’), 21.0 (CH3, C-A5’), 18.9 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 2964 (m), 2929 (w), 2873 (w), 1617 (w), 1577 (w), 1508 (m), 1477 (m),
1402 (w), 1346 (s), 1251 (m), 1185 (vs), 1131 (m), 1079 (w), 1046 (w), 1003 (w), 945 (s),
866 (w), 838 (s), 798 (s) 763 (w), 711 (w), 700 (w).
MS (EI, 70 eV, 70°C): m/z (%) = 283 (12; M+), 226 (100), 134 (10), 132 (14), 105 (8).
HRMS (EI, 70 eV, 70°C): ber. für C14H21NO3S (M+): 283.1242, gef. 283.1237.
(4S)-iso-Propyl-3-ortho,para-dimethylphenyl-1,2,3-oxathiazolidin-2,2-dioxid (104)
994 mg Sulfamidit 102b (3.92 mmol, 1 eq) wurden in 35 mL MeCN
sowie 35 mL Wasser gelöst und bei 0°C 64 mg RuCl3•H2O (0.31 mol,
8 mol%) zugegeben. Nach 2 min wurden 1.68 g NaIO4 (7.84 mmol, 2 eq)
zugegeben und die Reaktion für 2.5 h bei 0°C gerührt. Die
Reaktionslösung wurde mit Wasser verdünnt und zweimal mit je 70 mL
MTBE extrahiert. Die organische Phase wurde mit je 50 mL Wasser
sowie ges. NaCl-Lösung gewaschen, über MgSO4 getrocknet, die Lösung über Celite filtriert
und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Nach Säulenchromatographie
C14H21NO3S
Mol. Wt.: 283,39
NO
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 2
S
O
1' 1''
A5' 1
O
C13H19NO3S
Mol. Wt.: 269,36
N O
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 2
S
O
1' 1''
A5' 1
O
II. Experimenteller Teil 140
(SiO2, cHex cHex/EtOAc 10:1) wurden 233 mg (0.87 mmol, 22%) eines braunen Öls
erhalten.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.19 (s, 1H, H-A6), 7.17 (d, J = 7.9 Hz, 1H, H-A3),
7.09 (d, J = 7.9 Hz, 1H, H-A4), 4.67 (dd, J = 8.6, 7.2 Hz, 1H, H-2), 4.45 (dd, J = 8.8, 6.7 Hz,
1H, H-2), 4.06 (dt, J = 6.6, 5.0 Hz, 1H, H-1), 2.43 (s, 3H, H-A2’), 2.33 (s, 3H, H-A5’), 1.93-
1.85 (m, 1H, H-1‘), 0.98 (d, J = 6.9 Hz, 3H, H-1‘‘), 0.86 (d, J = 7.0 Hz, 3H, H-1‘‘).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 136.8 (Cq, C-A1), 135.8, 134.9 (Cq, C-Ar), 131.5
(CH, C-A5), 129.9 (CH, C-A4), 127.3 (CH, C-A6), 67.8 (CH2, C-2), 66.9 (CH, C-1), 29.7
(Cq, C-1’), 21.6 (CH3, C-A5’), 18.8 (CH3, C-1’’), 17.9 (CH3, C-A2’), 16.2 (CH3, C-1’’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 2966 (m), 2930 (m), 2878 (w), 1615 (w), 1581 (w), 1508 (m), 1466 (m),
1346 (s), 1255 (m), 1187 (vs), 1133 (m), 1031 (w), 961 (s), 851 (s), 788 (m), 795 (w).
HRMS (ESI): ber. für C13H20NO3S (M+H+): 270.1164, gef. 270.1152.
(S)-N1-(2-methoxyphenyl)-3,3-dimethyl-N2-ortho,para-dimethylphenyl -1,2-diamin (105)
115 mg 103 (427 µmol, 1 eq) wurden in 0.8 mL o-Anisidin
(7.10 mmol, 16 eq) vorgelegt. Die Reaktion erfolgte in der
Mikrowelle (100°C, 150 W, 1.5 h). Anschließend rührte das
Gemisch 12 h in 2 ml 2 M Salzsäure. Dann wurde es mit 30 mL
DCM versetzt und mit K2CO3 in einen basischen pH-Bereich
gebracht. Die wässrige Phase wurde zweimal mit je 30 mL DCM extrahiert, die vereinigten
organischen Phasen je einmal mit 30 mL Wasser und ges. NaCl-Lsg. gewaschen und über
MgSO4 getrocknet. Nach Säulenchromatographie (SiO2, cHex cHex/EtOAc 40:1) erhielt
man 70 mg (214 µmol, 50%) eines orangefarbenen Feststoffs.
Rf: 0.71 (cHexan/EtOAc 2:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 6.96-6.84 (m, 2H, H-Ar), 6.75-6.65 (m, 3H, H-Ar),
6.43 (s, 1H, H-A6), 6.41 (d, J = 8.4 Hz, 1H, H-A4), 4.70 (br s, 1H, NH), 3.63 (s, 3H, OMe),
3.61-3.55 (m, 2H, H-1, H-2), 3.48 (br s, 1H, NH), 2.98 (dd, J = 11.9, 9.0 Hz, 1H, H-2), 2.19
(s, 3H, H-A5’), 2.12 (s, 3H, H-A2’), 1.04 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 147.4 (Cq, C-B2), 147.0 (Cq, C-A1), 138.2 (Cq,
C-B1), 133.6 (C-Ar), 130.0 (CH, C-A3), 121.2 (CH, C-A4), 118.1 (Cq, C-Ar), 117.1, 117.0
NH HN
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
MeO
B1
B2 B3
B4
B5
B6
A5' 1'
1''
C21H30N2O
Mol. Wt.: 326,48
II. Experimenteller Teil 141
(C-Ar), 111.6 (CH, C-A6), 110.6, 109.7 (CH, C-Ar), 61.1 (CH, C-1), 55.4 (CH3, OMe), 45.8
(CH2, C-2), 35.5 (Cq, C-1’), 27.0 (CH3, C-1’’), 21.6 (CH3, C-A5’), 17.2 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3410 (br, m), 3062 (w), 3045 (w), 2958 (s), 2867 (m), 1615 (m), 1602
(s), 1581 (s), 1520 (vs), 1513 (vs), 1456 (s), 1430 (m), 1367 (w), 1249 (s), 1222 (s), 1127 (m),
1030 (m), 791 (m), 735 (s).
MS (EI, 70 eV, 40°C): m/z (%) = 326 (3), 190 (100), 137 (25), 132 (7).
HRMS (EI, 70 eV, 40°C): ber. für C20H28N2O (M+): 326.2358, gef. 326.2357.
(S)-4-tert-Butyl-3-(2,5-dimethyl-phenyl)-1-(2-methoxy-phenyl)-4,5-dihydro-3H-
imidazol-1-iumtetrafluoroborat (L3)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen
Versuchsvorschrift C durchgeführt (211 µmol 105;
Reaktionsdauer 16 h).
Es erfolgt eine Filtration der Rohlösung mittels Kieselgur
(Eluent: DCM). Nach Säulenchromatographie (SiO2,
DCM) erfolgte Umkristallisation aus DCM/MTBE. Dies
führte zu 68 mg (132 μmol, 63%) eines weißen Pulvers.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.13 (s, 1H, H-Im), 7.53 (dd, J = 8.1, 1.6 Hz, 1H,
H-B2), 7.45 (s, 1H, H-A6), 7.33 (dt, J = 6.4, 1.6 Hz, 1H, H-B5), 7.17 (d, J = 7.8 Hz, 1H,
H-A3), 7.11 (d, J = 8.1 Hz, 1H, H-A4), 7.06-7.00 (m, 2H, H-B4, H-B6), 5.05-4.94 (m, 2H,
H-1, H-2), 4.13 (dd, J = 7.1, 2.5 Hz, 1H, H-2), 3.93 (s, 3H, OMe), 2.43 (s, 3H, H-A2’), 2.36
(s, 3H, H-A5’), 0.90 (s, 3H, H-1‘’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 157.6 (Cq, C-Im), 152.0 (Cq, C-B2), 138.3 (Cq,
C-A5), 135.5 (Cq, C-A2), 132.0 (CH, C-A3), 130.4 (CH, C-A4), 130.0 (CH, C-B5), 126.4
(CH, C-A6), 124.4 (CH, C-B3), 124.1 (Cq, C-B1), 122.0, 112.1 (CH, C-B4, C-B6), 71.3 (CH,
C-1), 56.3 (CH3, OMe), 53.6 (CH2, C-2), 35.6 (Cq, C-1’), 25.8 (CH3, C-1’’), 20.8 (CH3,
C-A5’), 17.6 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3530 (w), 3074 (w), 2967 (m), 1700 (w), 1627 (vs), 1617 (vs), 1599 (s),
1574 (m), 1506 (s) 1467 (m), 1404 (m), 1373 (m), 1264 (vs), 1168 (m), 1058 (vs), 880 (w)
819 (w), 759 (s), 662 (w).
HRMS (ESI): ber. für C22H29N2O (M-BF4-): 337.2274, gef. 337.2266.
NN
MeO
C22H29BF4N2O
Mol. Wt.: 424,2831
BF4
B2 B3
B4
B5
B6
B1
12
1' 1''
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6
A5'
II. Experimenteller Teil 142
(S)-2-(2-ortho-tolyl-3-3-dimethylbutylamino)ethanol (107)
Unter Schutzgasatmosphäre wurde das Sulfamidat 16 in 5 mL MeCN
gelöst und 1.0 mL Aminoethanol (16.2 mmol, 17 eq) zugegeben. Nach
16 h erhitzen unter Rückfluss wurde das MeCN unter vermindertem
Druck entfernt und das Rohprodukt in 12 mL 2 M Salzsäure
aufgenommen und 4 h bei RT gerührt. Dabei erfolgte nach 25 min ein
Farbumschlag der Lösung von orange zu grün. Nach neutralisation mit einer pH = 7
Phosphatpufferlösung erfolgte eine dreimalige Extraktion der ssrigen Phase mit je 30 mL
DCM. Die vereinigten organischen Phasen wurden mit jeweils 30 mL mit Wasser sowie ges.
NaCl-Lösung gewaschen und das Lösungsmittel unter vermindertem Druck entfernt. Es
wurden 222 mg (887 μmol, 95%) eines roten Öls erhalten.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.11-7.01 (m, 2H, H-A3, H-A5), 6.76 (d, J = 8.1 Hz,
1H, H-A6), 6.59 (dt, J = 7.3 Hz, J = 0.9 Hz, 1H, H-A4), 3.56 (t, J = 5.2 Hz, 2H, H-4), 3.47
(dt, J = 9.7 Hz, J = 2.9 Hz, 1H, H-1), 3.41 (s, 1H, Ar-NH), 2.94 (dd, J = 11.8 Hz, J = 2.9 Hz,
1H, H-2), 2.79-2.69 (m, 2H, H-3), 2.54 (dd, J = 11.8 Hz, J = 9.6 Hz, 1H, H-2), 2.32 (br s, 1H,
NH), 2.17 (s, 3H, H-A2’), 0.95 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 147.4 (Cq, C-A1), 130.4 (CH, C-A3), 127.2 (CH,
C-A5), 120.8 (Cq, C-A2), 116.3 (CH, C-A4), 110.5 (CH, C-A6), 61.7 (CH, C-1), 60.7 (CH2,
C-4), 51.3 (CH2, C-3), 50.9 (CH2, C-2), 35.5 (Cq, C-1’), 27.0 (CH3, C-1’’), 17.7 (CH3,
C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3385 (br s), 2958 (s), 2867 (m), 1605 (s), 1586 (m), 1517 (s), 1480 (s),
1449 (m), 1366 (w), 1315 (m), 1258 (m), 1140 (w), 1051 (m), 744 (s).
MS (EI, 70 eV, 25°C): m/z (%) = 250 (7), 176 (100).
HRMS (EI, 70 eV, 25°C): ber. für C15H26N2O (M+): 250.2045, gef. 250.2044.
NH HN
A2'
A1
A2A3
A4
A5 A6 1
HO
3
4
2
1'1''
C15H26N2O
Mol. Wt.: 250,38
II. Experimenteller Teil 143
(S)-5-tert-butyl-3-(prop-2-ynyl)-1-ortho-tolyl-4,5-dihydro-1H-imidazolium-
tetrafluoroborat (L4)
In einer ausgeheizten Apparatur wurden unter
Schutzgasatmosphäre 222 mg des Diamins 107 (887 µmol,
1 eq) sowie 372 mg NH4BF4 (3.55 mmol, 4 eq) in 1.2 ml
wasserfreiem Toluol vorgelegt und unter Rückfluss erhitzt.
Nach Erreichen der Siedetemperatur wurde ein Gemisch aus
1.2 mL Triethylorthoformiat (7.1 mmol, 8 eq) sowie 30 μL
Ameisensäure (0.47 mmol, 1 eq) zugegeben und 2 h unter Rückfluss gerührt. Es erfolgt eine
Filtration über Kieselgur (ELuent: DCM) gefolgt von säulenchromatographischer Reinigung
(SiO2, DCM:MeOH 100:0 40:1 20:1). Nach Entfernung des Lösungsmittels wurden
171 mg (286 μmol, 61%) eines orangefarbenen Öls erhalten.
Rf: 0.20 (DCM/MeOH 20:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.04 (s, 1H, H-Im), 7.40 (d, J = 6.6 Hz, 1H, H-A6),
7.29-7.20 (m, 3H, H-Ar), 4.70 (dd, J = 11.6 Hz, J = 7.9 Hz, 1H, H-1), 4.29 (dd, J = 12.1 Hz,
1H, H-2), 3.91 (dd, J = 12.1 Hz, J = 7.9 Hz, 1H, H-2), 3.85-3.62 (m, 4H, H-2’, H-2’’), 2.36 (s,
3H, H-A2’), 0.79 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 158.7 (Cq, C-Im), 136.0 (Cq, C-Ar), 133.1 (Cq,
C-Ar), 132.2 (C-H, C-Ar), 129.1 (CH, C-Ar), 127.5 (C-H, C-Ar), 125.9 (CH, C-A6), 71.6
(CH, C-1), 57.9 (CH2, C-4), 51.2 (CH2, C-2), 50.4 (CH2, C-3), 35.5 (Cq, C-1’), 25.6 (CH3,
C-1’’), 18.0 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3540 (br s), 3375 (w), 3078 (w), 2965 (m), 2928 (m), 1647 (vs), 1604
(w), 1582 (w), 1504 (m), 1479 (m), 1372 (m), 1252 (s), 1216 (m), 1053 (vs), 1036 (vs), 901
(m), 867 (m), 768 (s), 721 (s), 658 (w).
MS (EI, 70 eV, 180°C): m/z (%) = 260 (5), 230 (9), 203 (100), 159 (8), 132 (31), 118 (17),
91 (11).
HRMS (EI, 70 eV, 180°C): ber. für C16H25N2O (M-BF4-): 260.1889, gef.: 260.1882.
N N
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
HO
3
4
BF4
C16H25BF4N2O
Mol. Wt.: 348,19
1'
1''
II. Experimenteller Teil 144
(S)-N1-(2-methylphenyl)-3-methyl-N2-ortho-tolylbutan-1,2-diamin (108)
155 mg 16 (0.61 mmol, 1 eq) wurden in 1.00 g o-Toluidin
(9.33 mmol, 15 eq) vorgelegt. Die Reaktion erfolgte in der
Mikrowelle (100°C, 150 W, 1.5 h). Anschließend wurde das
o-Toluidin per Kugelrohrdestillation (Ölpumpenvakuum,
150°C) entfernt. Das Produktgemisch rührte 12 h in 3 ml 2 M
Salzsäure und 2 ml EtOH. Dann wurde es mit 20 mL DCM
versetzt und mit K2CO3 in einen basischen pH-Bereich gebracht. Die wässrige Phase wurde
zweimal mit je 20 mL DCM extrahiert, die vereinigten organischen Phasen einmal mit je
10 mL Wasser sowie ges. NaCl-Lsg. gewaschen und über MgSO4 getrocknet. Das LM wurde
unter reduziertem Druck entfernt und man erhielt 175 mg Rohprodukt als braunes Öl. Nach
Reinigung mittels Säulenchromatographie (SiO2, cHex cHex/EtOAc 20:1) erhielt man
102 mg (0.36 mmol, 59%) Produkt als orangefarbenes Öl.
Rf: 0.32 (DCM/MeOH 20:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.14-7.07 (m, 4H, H-Ar), 6.68-6.76 (m, 4H, H-Ar),
3.70 (pseudo quin, J = 4.0 Hz, 1H, H-1), 3.51 (dd, J = 12.5, 3.9 Hz, 1H, H-2), 3.14 (dd,
J = 12.5, 8.8 Hz, 1H, H-2), 2.19 (s, 3H, Ar-CH3), 2.11 (sextett, J = 6.8 Hz, 1H, H-1‘), 2.03 (s,
3H, H- Ar-CH3), 1.11 (dd, J = 6.8, 1.6 Hz, 3H, H-1‘‘), 1.05 (dd, J = 6.8, 1.6 Hz, 3H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 146.4, 146.1 (Cq, C-Ar), 130.5, 130.2 127.3, 127.2
(CH, C-Ar), 122.6, 122.0 (Cq, C-Ar), 117.3, 117.1, 110.7, 110.0 (CH, C-Ar), 58.1 (CH, C-1),
45.6 (CH2, C-2), 30.6 (CH, C-1’), 18.9 (CH3, C-1’’), 18.6 (CH3, C-1’’), 17.7, 17.4 (CH3,
ArMe).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3421 (br, m), 3054 (w), 3016 (w), 2959 (s), 2927 (m), 2871 (m), 1606
(s), 1585 (s), 1510 (vs), 1478 (s), 1446 (s), 1378 (w), 1304 (s), 1257 (s), 1162 (m), 1051 (m),
744 (vs), 715 (m).
MS (EI, 70 eV, 40°C): m/z (%) = 282 (4), 173 (12), 162 (100), 158 (28), 121 (19).
HRMS (EI, 70 eV, 40°C): ber. für C19H26N2 (M+): 282.2096, gef. 282.2095.
NH HN
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12B1
B2 B3
B4
B5
B6
1'1''
B2'
C19H26N2
Mol. Wt.: 282,42
II. Experimenteller Teil 145
(S)-5-Isopropyl-3-(2-methylphenyl)-1-ortho-tolyl-4,5-dihydro-1H-imidazolium-
tetrafluoroborat (L5)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen
Versuchsvorschrift C durchgeführt (333 µmol 108;
Reaktionsdauer 4 h).
Die Suspension wurde mit DCM über Celite filtriert.
Man erhielt ein gelbes Öl als Rohprodukt. Nach
zweimaligem Umkristallisieren in DCM/MTBE erhielt
man 65.8 mg (0.17 mmol, 52%) eines weißen Feststoffs.
Smp.: 140 °C.
Rf: 0.32 (DCM/ MeOH 20:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.94 (s, 1H, H-Im). 7.62 (d, J = 7.7 Hz, 1H, H-Ar),
7.52 (m, 1H, H-Ar), 7.31-7.37 (m, 6H, H-Ar), 5.23 (m, 1H, H-1), 4.76 (t, J = 11.6 Hz, 1H,
H-2), 4.06 (dd, J = 11.6, 8.2 Hz, 1H, H-2), 2.45 (s, 3H,Ar-CH3), 2.42 (s, 3H, Ar- CH3), 2.03
(m, 1H, H-1’), 1.02 (d, J = 6.8 Hz, 3H, H-1‘‘), 0.94 (d, J = 6.8 Hz, 3H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 156.7 (CH, C-Im), 134.3, 133.2, 133.0, 132.8 (Cq,
C-Ar), 132.3, 131.8, 130.4, 129.9, 128.3, 128.1 (CH, C-Ar), 126.8, 126.2, (CH, C-Ar), 68.3
(CH, C-1), 52.7 (CH2, C-2), 28.1 (CH, C-1’), 18.4 (CH3, C-1’’), 18.2, 17.9 (CH3, Ar-CH3),
15.4 (CH3, C-1’’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3065 (w), 2967 (w), 2932 (w), 1627 (vs), 1602 (m), 1579 (m), 1495
(m), 1465 (m), 1377 (w), 1260 (s), 1193 (m), 1058 (vs), 866 (w), 766 (s), 717 (m).
MS (EI, 70 eV, 230°C): m/z (%) = 293 (21), 291 (28), 267 (29), 249 (100), 186 (14), 131
(32), 118 (32), 91 (30).
HRMS (EI, 70 eV, 230°C): ber. für C20H23N2 (M+-2H-BF4): 291.1861, gef. 291.1857.
N N
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12BF4
B1
B2 B3 B4
B5
B6
1'1''
B2'
C20H25BF4N2
Mol. Wt.: 380,23
II. Experimenteller Teil 146
N-((S)-1-((1-benzyl-1H-1,2,3-triazol-4-yl)methylamino)-3,3-dimethylbutan-2-yl)-2-
methylbenzolamin (109)
Unter Schutzgasatmosphäre wurden 349 mg 46
(1.43 mmol, 1.00 eq) in 4 ml einer 50%igen Lösung von
THF in Wasser vorgelegt. 170 mg Benzylazid
(1.50 mmol, 1.05 eq) wurden in 2 ml einer 50%igen
Lösung von THF in Wasser gelöst hinzugegeben. Nach
Zugabe von 35 mg CuSO4•5H2O (0.14 mmol, 0.10 eq)
und 85 mg Na-Ascorbat (0.43 mmol, 0.30 eq) ließ man
das Gemisch unter Lichtausschluss 20 h bei RT rühren. Anschließend wurde Wasser
zugegeben und die wässrige Phase zweimal mit EtOAc extrahiert, die vereinigten organischen
Phasen wurden zweimal mit ges. NaCl-Lsg. gewaschen und über MgSO4 getrocknet. Nach
Reinigung mittels Säulenchromatographie (SiO2, EtOAc EtOAc/MeOH 10:1) erhielt man
350 mg (0.93 mmol, 65%) Produkt als orangefarbenes Öl.
Rf: 0.18 (EtOAc/MeOH 10:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.38-7.30 (m, 3H, H-Ar), 7.28-7.20 (m, 3H, H-Ar),
7.03 (t, J = 8.5 Hz, 1H, H-A5), 7.00 (d, J = 7.9 Hz, 1H, H-A3), 6.74 (d, J = 8.1 Hz, 1H,
H-A6), 6.56 (t, J = 7.3 Hz, 1H, H-A4), 5.46 (s, 2H, H-6), 3.87 (s, 2H, H-3), 3.52-3.39 (m, 1H,
H-1), 2.96 (dd, J = 11.6, 3.0 Hz, 1H, H-2), 2.59 (dd, J = 9.5 Hz, J = 11.6 Hz, 1H, H-2), 2.12
(s, 3H, H-A2‘), 0.92 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100.6 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 147.4 (Cq, C-A1), 147.1 (Cq, C-4), 134.7 (Cq,
C-B1), 130.3 (C-H, C-A3), 129.1 (C-H, C-Ar), 128.7 (C-H, C-B4), 127.5 (C-H, C-Ar), 125.5
(C-H, C-A5), 121.7 (C-H, C-5), 120.9 (C-H, C-A2), 116.2 (C-H, C-A4), 110.6 (C-H, C-A6),
61.5 (CH, C-1), 53.7 (CH2, C-6), 47.7 (CH2, C-2), 44.8 (CH2, C-3), 35.6 (Cq, C-1’), 26.8
(CH3, C-1’’), 17.7 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3398 (w), 3031 (m), 2962 (br, vs), 2869 (m), 1701 (w), 1605 (s), 1586
(s), 1523 (s), 1497 (m), 1482 (s), 1455 (s), 1366 (m), 1314 (m), 1258 (s), 1237 (s), 1189 (s),
1139 (m), 1052 (s), 1039 (s), 820 (w), 747 (s), 721 (s), 698 (m), 662 (w).
MS (EI, 70 eV, 120°C): m/z (%) = 377 (2), 320 (2), 202 (2), 176 (100), 173 (12), 118 (7),
91 (14).
HRMS (EI, 70 eV, 120°C): ber. für C23H31N5 (M+): 377.2580, gef. 377.2584.
NH HN
A2' 1
1''
2
1'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 NNN
3
5
6
B1 B2
B3
B4
4
C23H31N5
Mol. Wt.: 377,53
II. Experimenteller Teil 147
1-(1-Benzyl-1H-[1,2,3]triazol-4-ylmethyl)-4-tert-butyl-3-o-tolyl-4,5-dihydro-3H-
imidazol-1-iumtetrafluoroborat (L6)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen
Versuchsvorschrift C durchgeführt (1.94 mmol 109;
Reaktionsdauer 17 h).
Es erfolgte eine Filtration der Rohlösung über Kieselgel
(DCM 1% MeOH 10% MeOH). Nach erneuter
Säulenchromatographie (SiO2, DCM→ 1% MeOH
2% MeOH) erhielt man ein orangefarbenes Öl, welches
nach mehrmaliger azeotroper Trocknung mit DCM in einen leicht gelben Schaum überführt
werden konnte (348 mg, 0.73 mmol, 38%).
Sowohl Rf-Werte als auch die chemische Verschiebung einiger Signale im 1H-NMR zeigen
eine starke Konzentrationsabhängigkeit. Desweiteren ist die Substanz hygroskopisch.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.21 (s, 1H, H-Im), 8.01 (s, 1H, H-5), 7.38-7.28 (m,
6H, H-Ar), 7.18-7.08 (m, 3H, H-Ar), 5.49 (s, 2H, H-6), 4.88 (d, J = 15.3 Hz, 1H, H-3), 4.78
(d, J = 15.3 Hz, 1H, H-3), 4.58 (dd, J = 12.0, 7.4 Hz, 1H, H-1), 4.19 (t, J = 12.1 Hz, 1H, H-2),
3.92 (dd, J = 12.1, 7.5 Hz, 1H, H-2), 2.31(s, 3H, H-A2‘), 0.67 (s, 9H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 158.4 (C-H, C-Im), 140.2 (Cq, C-4), 135.8 (Cq,
C-Ar), 134.7 (Cq, C-B1), 133.1 (Cq, C-Ar), 132.1(CH, C-Ar), 129.2 (Cq, C-Ar), 129.1, 128.7,
128.2 127.5, 126.1 (CH, C-Ar), 125.0 (CH, C-5), 71.8 (CH, C-1), 54.3 (CH2, C-6), 50.9 (CH2,
C-2), 43.1 (CH2, C-3), 35.5 (Cq, C-1‘), 25.5 (CH3, C-1’’), 18.1 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3416 (w), 3085 (w), 2967 (m), 2875 (w), 1701 (w), 1647 (s), 1604 (w),
1582 (w), 1498 (w) 1456 (w), 1373 (m), 1255 (m), 1225 (m), 1166 (w), 1058 (vs), 905 (w),
767 (m), 727 (m).
MS (ESI): m/z (%) = 389 (25), 388 (100), 326 (7), 290 (5), 255 (14), 217 (7).
HRMS (ESI): ber. für C24H30N5 (M-BF4-): 388.2496, gef. 388.2493.
NN
A2'
1
1''
2
1'
A1
A2
A3
A4
A5 A6
NNN
3
5
6
B1 B2
B3
B4
4
BF4
C24H30BF4N5
Mol. Wt.: 475,33
II. Experimenteller Teil 148
3-Methyl-N1-prop-2-ynyl-N2-ortho-tolyl-butane-1,2-diamin (110)
272 mg des Sulfamidats 95 (1.07 mmol) wurden in 0.9 mL
Propargylamin (14.1 mmol, 13 eq) gelöst, in einen Plastikschlauch
für Hochdruckreaktionen überführt und bei RT 24 h einem Druck
von 7.5 kbar ausgesetzt. Der Schlauch wurde mit DCM nachgespült
und das Lösungsmittel sowie Propargylaminreste unter vermindertem
Druck entfernt. Es wurden 5 mL 2 M Salzsäure zugegeben und 2 h
bei RT gerührt. Danach wurde die Suspension mit ges. K2CO3-Lösung auf einen basischen
pH-Wert gebracht. Nach zweimaliger Extraktion mit DCM werden die organischen Phasen
vereint, dreimal mit ges. NaCl-Lösung gewaschen, über MgSO4 getrocknet und das
Lösungsmittel unter reduziertem Druck entfernt. Nach Aufreinigung mittels
Säulenchromatographie (SiO2, cHexan/EtOAc 20:1 5:1) erhielt man 168 mg (0.73 mmol,
66%) eines gelben Öls.
Rf: 0.24 (cHexan/EtOAc 1:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.12 (t, J = 8.0 Hz, 1H, H-A5), 7.07 (d, J = 7.3 Hz,
1H, H-A3), 6.67 (d, J = 8.0 Hz, 1H, H-A6), 6.62 (t, J = 7.3 Hz, 1H, H-A4), 3.53-3.43 (m, 3H,
H-1, H-3), 2.88 (dd, J = 11.7, 3.9 Hz, 1H, H-2), 2.78 (dd, J = 11.7, 7.9 Hz, 1H, H-2), 2.23 (t,
J = 2.3 Hz, 1H, H-5), 2.18 (s, 3H, H-A2’), 1.98 (sextett, J = 6.8 Hz, 1H, H-1‘), 1.00 (d,
J = 6.9 Hz 3H, H-1’’), 0.92 (d, J = 6.8 Hz 3H, H-1’’).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 146.2 (Cq, C-A1), 130.3 (CH, C-A3), 127.2 (CH,
C-A5), 121.8 (Cq, C-A2), 116.5 (CH, C-A4), 110.4 (CH, C-A6), 82.2 (Cq, C-4), 71.5 (CH,
C-5), 58.2 (CH, C-1), 49.7 (CH2, C-2), 38.4 (CH2, C-3), 30.5 (Cq, C-1’), 18.9, 18.6 (CH3,
C-1’’), 17.7 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3396 (m), 3306 (m), 3280 (m), 3059 (w), 3015 (w), 2959 (s), 2928 (s),
2872 (m), 2120 (w), 1671 (vs), 1605 (s), 1586 (s), 1519 (s), 1481 (s), 1451 (s), 1388 (m),
1320 (m), 1258 (m), 1220 (m), 1163 (m), 1052 (m), 987 (w), 745 (s), 715 (w).
HRMS (ESI): ber. für C15H22N2 (M+H+): 231.1856, gef. 231.1854.
NH HN
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 123
4
5
1'
1''
C15H22N2
Mol. Wt.: 230,35
II. Experimenteller Teil 149
4-Isopropyl-1-prop-2-ynyl-3-o-tolyl-4,5-dihydro-3H-imidazol-1-iumtetrafluoroborat
(111)
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift
C durchgeführt (391 µmol 110; Reaktionsdauer 6 h).
Es erfolgte eine direkte Aufreinigung der Rohlösung mittels
einer Filtersäule mit Kieselgur (DCM, dann einige Prozent
MeOH) mit anschließender Säulenchromatographie nach
vorheriger Entfernung des Lösungsmittels (SiO2, erst DCM,
dann 0.5% gefolgt von 1% MeOH in DCM). Es wurden 93 mg (283 μmol, 72%) des Produkts
erhalten.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.32 (s, 1H, H-Im), 7.35-7.25 (m, 4H, H-Ar), 4.84-
4.78 (m, 1H, H-1), 4.60 (dd, J = 7.8, 2.4 Hz, 1H, H-3), 4.37 (dd, J = 7.7, 2.3 Hz, 1H, H-3),
4.22 (t, J = 11.9 Hz, 1H, H-2), 3.94 (dd, J = 11.3, 7.9 Hz, 1H, H-2), 2.51-2.49 (m, 1H, H-5),
2.36 (s, 3H, H-A2‘), 1.96-1.86 (m, 1H, H-1‘), 0.94-0.87 (m, 6H, H-1‘‘).
13C-NMR (100.6 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 157.4 (Cq, C-Im), 133.9, 132.9 (Cq, C-Ar), 132.3,
129.8, 127.7, 126.2 (CH, C-Ar), 74.5 (Cq, C-4), 74.5 (CH, C-5), 68.1 (CH, C-1), 48.6 (CH2,
C-2), 38.3 (CH2, C-3), 28.2 (CH, C-1‘), 18.3, 18.0 (CH3), 14.8 (CH3, C-1‘‘).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3645 (w), 3568 (w), 3269 (m), 3083 (w), 2968 (m), 2130 (w), 1641 (vs),
1605 (w), 1582 (w), 1511 (m), 1485 (m), 1466 (m), 1439 (w), 1398 (w), 1364 (m), 1291 (w),
1259 (m), 1229 (s), 1770 (m), 1117 (s), 1058 (vs), 1039 (vs), 768 (m), 720 (m).
MS (EI, 70 eV, 250°C): m/z (%) = 289 (16), 241 (75), 203 (100), 159 (12).
HRMS (EI, 70 eV, 250°C): ber. für C16H21N2 (M-BF4-): 241.1705, gef. 241.1702.
N N
A2'
A1
A2
A3
A4
A5 A6 12
3
4
5
BF4
1'1''
C16H21BF4N2
Mol. Wt.: 328,16
II. Experimenteller Teil 150
1-(1-Benzyl-1H-[1,2,3]triazol-4-ylmethyl)-4-iso-propyl-3-o-tolyl-4,5-dihydro-3H-
imidazol-1-iumtetrafluoroborat (112)
Synthese aus dem Tetrafluoroborat 111 mittels
CuSO4:
Unter Stickstoffatmosphäre wurden 20 mg 111
(61 µmol, 1 eq) in 4 ml MeCN sowie 2 mL Wasser
vorgelegt. Nach Zugabe von 2.5 mg CuSO45H2O
(10 µmol, 0.2 eq), 9 mg Na-Ascorbat (45 µmol, 0.7 eq)
und 10 mg Benzylazid (87 µmol, 1.4 eq) rührte das Gemisch 12 h bei RT. Anschließend
wurde es mit DCM/MeCN (20:1) über Celite filtriert und über MgSO4 getrocknet. Nach
Entfernen des Lösungsmittels unter reduziertem Druck und Umkristallisation aus
DCM/MTBE erhielt man 14 mg (30.5 µmol, 50%) 112 als weißen Feststoff.
Synthese aus dem Tetrafluoroborat 111 mittels CuI:
Unter Schutzgasatmosphäre wurden 41 mg 111 (125 µmol, 1 eq) in 2 ml MeCN vorgelegt.
Nach Zugabe von 2.5 mg CuI (13 µmol, 0.1 eq), und 14 mg Benzylazid (125 µmol, 1 eq)
rührte das Gemisch 12 h bei RT. Anschließend wurde mit MeCN über Celite filtriert. Nach
Entfernen des Lösungsmittels unter reduziertem Druck und zweimaliger Umkristallisation aus
DCM/MTBE gefolgt von Filtration über Kieselgel (Eluent: DCM) erhielt man 38 mg
(101 µmol, 81%) eines weißen Feststoffs.
Synthese aus dem Diamin 110:
Die Reaktion wurde gemäß der allgemeinen Versuchsvorschrift C durchgeführt (157 µmol
110; Reaktionsdauer 14 h).
Anschließend wurde die Reaktionslösung mit einem Gemisch aus DCM und 1 % MeOH über
Kieselgel filtriert. Nach Aufreinigung mittels Säulenchromatographie (SiO2, DCM) und
Umkristallisation aus MTBE/DCM erhielt man 30 mg (80 µmol, 51%) eines weißen
Schaums.
NN
A2'
1
1''
2
1'
A1
A2
A3
A4
A5 A6
NNN
3
5
6
B1 B2
B3
B4
4
BF4
C23H28BF4N5
Mol. Wt.: 461,31
II. Experimenteller Teil 151
Das Produkt war sehr luftempfindlich bzw. hygroskopisch und veränderte sich beim
Abwiegen an der Luft schnell zu einer grünen, amorphen Masse.
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.55 (s, 1H, H-5), 8.36 (s, 1H, H-Im), 7.45-7.15 (m,
9H, H-Ar), 5.60 (s, 2H, H-6), 5.27 (d, J = 6.8 Hz, 1H, H-3), 5.03 (d, J = 6.8 Hz, 1H, H-3),
4.87-4.78 (m, 1H, H-1), 4.18-4-12 (m, 1H, H-2), 3.94-3.87 (m, 1H, H-2), 2.30 (s, 3H, H-A2‘),
1.88-1.77 (m, 1H, H-1‘), 0.77 (dd, J = 6.7, 4.4 Hz, 1H, H-1‘‘).
13C-NMR (100 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 158.7 (CH, C-Im), 136.6, 134.0, 133.0, 132.2,
130.9, 130.6, 129.8, 129.7, 129.4, 129.4, 127.5, 126.3 (C-Ar), 68.5 (CH, C-1), 57.7 (CH2,
C-6), 49.2 (CH2, C-2), 40.3 (CH2, C-3), 28.1 (CH, C-1‘), 18.1 (CH3, C-1’’), 17.8 (CH3,
C-A2’), 14.7 (CH3, C-1’’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3536 (w), 3121 (w), 3068 (w), 2966 (m), 2925 (m), 2854 (w), 1700 (w),
1638 (s), 1604 (w), 1582 (w), 1457 (m), 1376 (w), 1262 (m), 1229 (m), 1183 (m), 1050 (vs),
1033 (vs), 825 (w), 764 (m), 716 (m).
MS (EI, 70 eV, 300°C): m/z (%) = 374 (7), 312 (25), 304 (10), 252 (13), 201 (21), 159 (100),
132 (11), 118 (20), 91 (68).
HRMS (EI, 70 eV, 300°C): ber. für C23H28N5 (M-BF4-): 374.2345, gef. 374.2343.
N-((S)-1-((1-benzyl-1H-1,2,3-triazol-4-yl)methylamino)-3-methylbutan-2-yl)-2-
methylbenzolamin (113)
172 mg Diamin 110 (747 µmol, 1.0 eq) sowie 14 mg CuI
(75 µmol, 0.1 eq) wurden in 2 mL MeCN vorgelegt und
85 mg Benzylazid (750 µmol, 1.0 eq) gelöst in 2 mL
MeCN zugegeben. Die Farbe der Lösunge änderte sich
schlagartig von gelb nach grün und es wurde für 17 h bei
RT und unter Lichtausschluss gerührt. Die nun
orangefarbene Lösung wurde mit DCM über Celite
filtriert und das Lösungsmittel unter reduziertem Druck entfernt. Das erhaltene, laut 1H-NMR
stark verunreinigte, rote Öl wurde säulenchromatographisch gereinigt (SiO2, DCM
5% MeOH). Es wurden 57 mg (157 µmol, 21%) eines braunen Öls erhalten.
NH HN
A2' 1
1''
2
1'
A1
A2
A3
A4
A5
A6 NNN
3
5
6
B1 B2
B3
B4
4
C22H29N5
Mol. Wt.: 363,50
II. Experimenteller Teil 152
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 7.40-7.33 (m, 3H, H-B3, H-B4), 7.30 (s, 1H, H-5),
7.28-7.21 (m, 2H, H-B2), 7.06 (t, J = 7.4 Hz, 1H, H-A5), 7.02 (d, J = 8.0 Hz, 1H, H-A3), 6.63
(d, J = 8.1 Hz, 1H, H-A6), 6.59 (t, J = 7.3 Hz, 1H, H-A4), 5.46 (d, J = 1.7 Hz, 2H, H-6), 3.89
(s, 2H, H-3), 3.48-3.42 (m, 1H, H-1), 2.84 (dd, J = 11.9, 4.0 Hz, 1H, H-2), 2.68 (dd, J = 11.9,
7.8 Hz, 1H, H-2), 2.12 (s, 3H, H-A2‘),2.84 (octett, J = 6.7 Hz, 1H, H-1‘), 0.95 (d, J = 6.9 Hz,
3H, H-1‘‘), 0.89 (d, J = 6.9 Hz, 3H, H-1‘‘).
13C-NMR (100.6 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 147.1 (Cq, C-4), 146.2 (Cq, C-A1), 134.7 (Cq,
C-B1), 130.3 (CH, C-A3), 129.1 (CH, C-B3), 128.7 (CH, C-B4), 128.1 (Cq, C-B2), 127.1
(CH, C-A5), 121.9 (Cq, C-A2), 121.6 (CH, C-A5), 116.5 (CH, C-A4), 110.5 (CH, C-A6), 58.0
(CH, C-1), 54.1 (CH2, C-6), 50.1 (CH2, C-2), 44.9 (CH2, C-3), 30.2 (CH, C-1’), 18.8, 18.5
(CH3, C-1’’), 17.9 (CH3, C-A2’).
IR (ATR): ν (cm-1) = 3387 (br, m), 3134 (w), 3063 (w), 3033 (w), 2957 (s), 2927 (s), 2870
(m), 1668 (w), 1604 (vs), 1585 (s), 1513 (vs), 1497 (s), 1479 (s), 1454 (vs), 1385 (w), 1367
(w), 1319 (s), 1256 (m), 1220 (m), 1161 (w), 1127 (m), 1049 (s), 1029 (w), 921 (w), 797 (w),
747 (vs), 723 (s), 719 (s), 658 (w).
MS (EI, 70 eV, 100°C): m/z (%) = 363 (1), 192 (4), 162 (100), 132 (9), 118 (19), 91 (19).
HRMS (EI, 70 eV, 100°C): ber. für C22H29N5 (M+): 363.2423, gef. 363.2434.
Isobutyl-2-brombenzolsulfonat (114)
Unter Stickstoffatmosphäre wurde bei 0°C 1.06 g iBuOH (14.3 mmol,
1.1 eq) in 11.5 ml CHCl3 vorgelegt. 2.26 g Pyridin (28.6 mmol, 2.2 eq)
und ein Gemisch aus 11.5 ml CHCl3 und 3.32 g Brombenzol-
sulfonylchlorid (13 mmol, 1.0 eq) wurden der Lösung gleichzeitig über
20 min zugetropft.[114] Das Gemisch rührte 20 h, wobei sich die
Reaktionslösung langsam auf RT aufwärmte. Anschließend wurde 0.1 M Salzsäure zugegeben
und die organische Phase wurde mit 10 mL 0.1 M Salzsäure, zweimal 10 mL Wasser und
10 mL ges. NaCl-Lsg. gewaschen, über MgSO4 getrocknet und das Lösungsmittel unter
reduziertem Druck entfernt. Man erhielt 3.47 g Rohprodukt als gelbes Öl. Nach
Säulenchromatographie (SiO2, cHexan/MTBE 10:1) erhielt man 3.12 g (10.6 mmol, 82%)
eines leicht gelblichen Öls.
S
O
OO
Br
C10H13BrO3S
Mol. Wt.: 293,18
II. Experimenteller Teil 153
Rf: 0.20 (cHexan/MTBE 10:1).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.18-8.08 (m, 1H, H-Ar), 7.82-7.74 (m, 1H, H-Ar),
7.53-7.43 (m, 2H, H-Ar), 3.88 (d, J = 6.5 Hz, 2H, CH2), 2.01 (septett, J = 6.6 Hz, 1H, CH),
0.96 (d, J = 6.7 Hz, 6H, Me).
Die spektroskopischen Daten stimmen mit denen der Literatur überein.[114]
4-Phenyl-1-p-tolyl-1H-[1,2,3]triazol (117)
In Anlehnung an eine Literaturvorschrift [122] wurden 17.0 mg 4-
Bromtoluol (100 µmol, 1.00 eq), 6.8 mg NaN3 (105 µmol, 1.05 eq),
1.9 mg CuI (10 µmol, 0.10 eq), 2.0 mg Natriumascorbat (10 µmol,
0.10 eq), 1.3 mg N,N‘-Dimethylendiamin (15 µmol, 0.15 eq) sowie
10.2 mg Phenylacetylen (100 µmol, 1.00 eq) vorgelegt und 0.5 mL DMSO sowie 0.1 mL
Wasser zugegeben und für 18 h auf 75°C erhitzt. Zugabe von Wasser führte zum Ausfallen
des Triazols in Form weißer Kristalle (14 mg, 60 µmol, 60%).
Ein analog hierzu durchgeführter Ansatz mit 2-Bromtoluol führte zu keiner Produktbildung
(1H-NMR, GC/MS).
1H-NMR (400 MHz, CDCl3): δ (ppm) = 8.16 (s, 1H, H-Triazol), 7.90 (d, J = 7.3 Hz, 2H,
H-Ar), 7.66 (d, J = 8.4 Hz, 2H, H-Ar), 7.46 (t, J = 7.3 Hz, 2H, H-Ar), 7.37 (t, J = 7.2 Hz, 1H,
H-Ar), 7.35 (d, J = 7.9 Hz, 2H, H-Ar), 2.43 (s, 3H, Me).
Spektrum stimmt mit den Daten aus der Literatur überein.[132]
NNN
Ph
C15H13N3
Mol. Wt.: 235,28
II. Experimenteller Teil 154
5.2. Enantioselektive 1,4-Additionen
Allgemeine Katalysevorschrift:
1a) Reaktionstemperatur T = -78 °C:
Unter Schutzgasatmosphäre wurden 30 µmol Imidazoliumsalz (3 mol%) und 7.6 mg
(CuOTf)2C6H6 (15 µmol, 1.5 mol%) in 3 ml Et2O vorgelegt und anschließend auf -78 °C
gekühlt. 36 µl n-BuLi (2.5 M in n-Hexan, 9 mol%) wurden zur Lösung gegeben. Nach 30 min
bei -78°C erwärmte man auf RT und ließ die Lösung weitere 15 min bei RT rühren.
Anschließend kühlte man auf -78°C und gab 1.5 ml Et2Zn (1 M in n-Hexan, 1.5 eq) über
5 min hinzu. Nach weiteren 15 min erfolgte die Zugabe von 91 mmol (1 eq) des Substrates.
Das Reaktionsgemisch rührte 5 h bei -78°C. Anschließend wurden 2 ml 1 M Salzsäure sowie
MTBE zugegeben. Die organische Phase wurde mit MTBE über Celite filtriert. Nach
Einengen der Lösung unter reduziertem Druck wurde die Probe mittels GC/MS und chiraler
GC auf Umsatz und Enantiomerenreinheit hin überprüft.
Mittels eines definierten Gemischs aus dem Substrat und dem Produkt wurde zuvor
festgestellt, dass die Integrale im MS die gleiche relative Größe haben und sich damit die
Umsätze direkt aus dem Verhältnis der Integrale bestimmen lassen.
1b) Reaktionstemperatur T = -20 °C:
Vorgehen analog 1a. Zugabe des Diethylzinks sowie des Substrates 15 min später bei jeweils
-20°C. Reaktionsdauer 2 h.
1c) Reaktionstemperatur T = 0 °C:
O
R
O
R
Et
n
R = H, Me
n = 0, 1
II. Experimenteller Teil 155
Vorgehen analog 1a. Zugabe des Diethylzinks bei -20°C. Nach 15 min Zugabe des Substrates
bei 0°C. Reaktionsdauer 1 h.
1d) Reaktionstemperatur T = RT:
Vorgehen analog 1a. Zugabe des Diethylzinks bei -20°C. Nach 15 min Zugabe des Substrates
bei RT. Reaktionsdauer 20 min.
1e) Verwendung von Triethylaluminium:
Es wurde eine 1.3 M Lösung in n-Heptan verwendet. Das Vorgehen entsprach dem bei
Diethylzinkadditionen.
Die Spektroskopischen Daten entsprachen den Werten aus der Literatur. [133]
Die Herstellung des Racemats erfolgte unter der Verwednung von SIMes als
racemischen NHC.
O
Et
C8H14O
Mol. Wt.: 126,20
II. Experimenteller Teil 156
H6: Probe mit 52% ee versus racemische Probe. Bedingungen: 6 psi Wasserstoff; split:
19mL/min; Inlet-Temperatur: 230 °C, Detektor-Temperatur: 200 °C; Temperaturgradient
(GC-Säule): 80°C für 1 min, dann +1°C/min bis 100°Cgefolgt von 10 min 100 °C.
Die Spektroskopischen Daten entsprychen den Werten aus der Literatur. [134]
Die Herstellung des Racemats erfolgte unter der Verwendung von SIMes als
racemischen NHC.
O
Et
C9H16O
Mol. Wt.: 140,22
II. Experimenteller Teil 157
M6: Probe mit 29% ee versus racemische Probe. Bedingungen: 6 psi Wasserstoff; split:
19mL/min; Inlet-Temperatur: 230 °C, Detektor-Temperatur: 200 °C; Temperaturgradient
(GC-Säule): 75°C +1°C/min bis 100°C gefolgt von 10 min 100 °C.
III. Anhang 158
III. Anhang
1. Abkürzungsverzeichnis
Ac Acetyl
ACM Asymmetrische Kreuzmetathese
Alloc Allyloxycarbonyl
Ar Aromat
ARCM Asymmetrische Ringschlussmetathese
AROCM Asymmetrische Ringöffnungskreuzmetathese
ATR Attenuated Total Reflectance
ber. berechnet
BINAP 1,1´binaphthyl 2,2´Bis(diphenylphosphin)
Bn Benzyl
Boc tert-Butyloxycarbonyl
br breit
c Konzentration; cyclo
CI Chemische Ionisation
CM Kreuzmetathese
COE (Z)-Cycloocten
CSA Camphersulfonsäure
III. Anhang 159
Cy Cyclohexyl
d Dublett; Tage
DC Dünnschichtchromatographie
DCM Dichlormethan
DDQ 2,3-Dichlor-5,6-dicyano-1,4-benzochinon
DEPT Distortionless Enhancement by Polarization Transfer
DFT Dichtefunktionaltheorie
DME 1,2-Dimethoxyethan
DMF N,N-Dimethylformamid
DMSO Dimethylsulfoxid
ee Enantiomerenüberschuss
EI Elektronenstoß-Ionisation
eq Äquivalente
ESI Elektrospray Ionisation
EWG Electron Withdrawing Group
g Gramm
GC Gaschromatographie
gef. gefunden
ges. gesättigt
h Stunde
HMQC Heteronuclear Multiple Quantum Coherence
HPLC High Performance Liquid Chromatography
III. Anhang 160
HR high-resolution
HSAB Hard and Soft Acids and Bases
Hz Hertz
i iso
IR Infrarot
J Kopplungskonstante
Kat. Katalysator
KHMDS Kaliumhexamethyldisilizan
konz. Konzentriert
LM Lösungsmittel
Lsg. Lösung
M Metall; Molmasse; Molarität
m Multiplett
Me Methyl
Mes Mesityl
min Minuten
mL Milliliter
Mol. Wt. Molekulargewicht (in g/mol)
MS Massenspektrometrie
Ms Mesyl
MTBE tert-Butylmethylether
MW Mikrowelle
III. Anhang 161
m/z Masse-Ladungs-Verhältnis
NBE 2,5-Norbornadien
NHC N-Heterocyclisches Carben
NMR Nuclear Magnetic Resonance
Nu Nucleophil
p para
PG Schutzgruppe
Ph Phenyl
Piv Pivaloyl
ppm parts per million
Pr Propyl
Py Pyridin
q Quartett, quartär
quant. Quantitativ
R Rest
RCM Ringschlussmetathese
ROCM Ringöffnungskreuzmetathese
ROMP Ringöffnungsmetathesepolymerisation
[Ru] nicht näher definierte Ru-Benzylidenspezies
RT Raumtemperatur
s Singulett; stark
sept Septett
III. Anhang 162
SIMes 1,3-Dimesitylimidazolin-2-yliden
Smp. Schmelzpunkt
t, tert tertiär
t Triplett
TBS tert-Butyldimethylsilyl
Tf Triflat
TFA Trifluoressigsäure
THF Tetrahydrofuran
TIPS Tri-iso-propylsilyl
TON turn over number
v sehr
w schwach
III. Anhang 163
2. Kristallographische Daten
Die aufgeführten Molekülstrukturen wurden mit einem Oxford Diffraction Xcalibur Sapphire
Diffraktometer aufgenommen. Die Datenerfeassung erfolgte mit dem Programm CrysAlis. Nach
semiempirischer Absorptionskorrektur durch Angleichung symmetriegleicher Reflexe (CrysAlis
RED) wurden Strukturlösungen und Verfeinerungen mit SHELXL [135] vorgenommen. Es
wurden die Positionen der Wasserstoffatome für idealisierte Positionen berechnet und die
Koordination aller anderer Atome mit anisotropen Auslenkungsparameteren verfeinert.
2.1 Daten zur Kristallstrukturanalyse von Verbindung 10
Abbildung 30: Kristallstruktur von 10.
Crystal data and structure refinement for 10
Identification code Tiede6 / ST563
Empirical formula C42 H51 Cl2 N2 O Ru
Formula weight 771.82
Temperature 150(2) K
Wavelength 0.71073 Å
III. Anhang 164
Crystal system Triclinic
Space group P1
Unit cell dimensions a = 11.0642(3) Å = 97.798(3)°.
b = 12.9554(4) Å = 111.043(3)°.
c = 14.9417(5) Å = 94.892(3)°.
Volume 1959.55(10) Å3
Z 2
Density (calculated) 1.308 Mg/m3
Absorption coefficient 0.570 mm-1
F(000) 806
Crystal size 0.30 x 0.29 x 0.14 mm3
Theta range for data collection 2.97 to 25.00°.
Index ranges -13<=h<=13, -15<=k<=15, -17<=l<=17
Reflections collected 19015
Independent reflections 12015 [R(int) = 0.0255]
Completeness to theta = 25.00° 99.8 %
Absorption correction Semi-empirical from equivalents
Max. and min. transmission 0.9245 and 0.8477
Refinement method Full-matrix least-squares on F2
Data / restraints / parameters 12015 / 1098 / 993
Goodness-of-fit on F2 0.954
Final R indices [I>2sigma(I)] R1 = 0.0296, wR2 = 0.0627
R indices (all data) R1 = 0.0406, wR2 = 0.0652
Absolute structure parameter 0.02(2)
Largest diff. peak and hole 0.652 and -0.342 e.Å-3
III. Anhang 165
Table 2. Atomic coordinates ( x 104) and equivalent isotropic displacement parameters (Å2x 103)
for 10. U(eq) is defined as one third of the trace of the orthogonalized Uij tensor.
________________________________________________________________________________
x y z U(eq)
________________________________________________________________________________
Ru(1) 931(1) 2278(1) 3145(1) 22(1)
Cl(1) -442(2) 1937(1) 1496(1) 31(1)
Cl(2) 1794(2) 2165(1) 4805(1) 30(1)
O(1) -587(4) 3168(3) 3461(3) 26(1)
N(1) 3465(5) 1788(4) 2928(4) 23(1)
C(1) 1610(6) 3624(5) 3224(5) 25(1)
C(2) 928(6) 4497(5) 3435(5) 26(1)
C(3) 1368(6) 5529(5) 3501(5) 28(1)
C(4) 686(7) 6318(5) 3701(5) 36(1)
C(5) -472(7) 6028(5) 3802(5) 37(1)
C(6) -972(7) 4993(5) 3729(5) 34(1)
C(7) -274(6) 4237(5) 3537(5) 26(1)
C(8) -1882(6) 2754(5) 3414(5) 33(1)
C(9) -2882(6) 2802(5) 2455(4) 43(2)
C(10) -1802(6) 1641(5) 3632(5) 46(2)
C(11) 2281(6) 1482(5) 2929(4) 18(1)
C(12) 4019(6) 2859(5) 2943(4) 19(1)
C(13) 3692(6) 3240(5) 2077(4) 24(1)
C(14) 4210(6) 4270(5) 2131(5) 28(1)
C(15) 5042(6) 4907(5) 3010(4) 27(1)
C(16) 5360(6) 4450(5) 3835(4) 24(1)
C(17) 4878(6) 3449(5) 3840(4) 23(1)
C(18) 2777(6) 2598(5) 1111(4) 36(2)
C(19) 5591(7) 6026(5) 3015(5) 42(2)
C(20) 5195(6) 3003(5) 4752(4) 35(2)
C(21) 4159(6) 902(4) 2784(5) 30(1)
III. Anhang 166
C(22) 3349(5) -33(4) 2893(3) 26(1)
C(23) 3187(4) -1052(3) 2186(3) 34(1)
C(24) 4557(4) -1257(4) 2266(4) 48(1)
C(25) 2563(6) -1994(4) 2477(4) 43(1)
C(26) 2363(5) -966(4) 1150(3) 50(1)
N(2) 2125(5) 424(4) 2841(4) 22(1)
C(27) 998(5) -152(4) 2935(3) 24(1)
C(28) 1081(4) -464(3) 3808(3) 26(1)
C(29) -57(4) -992(4) 3847(4) 35(1)
C(30) -1200(5) -1235(4) 3031(4) 48(1)
C(31) -1264(4) -942(4) 2165(4) 50(1)
C(32) -142(4) -388(3) 2121(4) 40(1)
C(33) 2324(4) -287(3) 4693(3) 34(1)
Ru(2) 9063(1) 7714(1) 6860(1) 21(1)
Cl(3) 10522(2) 8165(1) 8483(1) 28(1)
Cl(4) 8104(2) 7795(1) 5200(1) 29(1)
O(2) 10560(4) 6800(3) 6502(3) 26(1)
N(3) 6598(5) 8183(4) 7205(4) 23(1)
C(34) 8401(6) 6357(5) 6809(5) 23(1)
C(35) 9014(6) 5505(5) 6548(5) 21(1)
C(36) 8491(6) 4419(5) 6427(5) 31(1)
C(37) 9134(6) 3651(5) 6168(5) 35(1)
C(38) 10282(7) 3893(5) 6004(5) 38(1)
C(39) 10802(6) 4937(5) 6123(4) 30(1)
C(40) 10154(6) 5745(5) 6382(4) 21(1)
C(41) 11922(6) 7173(5) 6643(5) 31(1)
C(42) 11969(6) 8325(5) 6617(5) 47(2)
C(43) 12852(6) 6929(5) 7601(5) 40(2)
C(44) 7765(6) 8495(5) 7145(4) 20(1)
C(45) 7400(6) 7331(5) 8940(4) 33(1)
C(46) 4300(7) 4028(5) 7047(5) 45(2)
III. Anhang 167
C(47) 4755(6) 7045(5) 5352(4) 32(1)
C(48) 6374(6) 6718(5) 8009(4) 23(1)
C(49) 5814(6) 5705(5) 7950(5) 25(1)
C(50) 4906(6) 5117(5) 7088(5) 28(1)
C(51) 4571(6) 5555(5) 6264(5) 30(1)
C(52) 5122(6) 6587(5) 6266(4) 24(1)
C(53) 6032(6) 7146(5) 7161(4) 22(1)
C(54) 5919(6) 9055(4) 7387(5) 25(1)
C(55) 6872(5) 10056(3) 7493(3) 24(1)
C(56) 6236(4) 10836(3) 6829(3) 31(1)
C(57) 4992(4) 11075(3) 7007(4) 39(1)
C(58) 7160(5) 11885(4) 7102(4) 47(1)
C(59) 5901(4) 10369(3) 5764(3) 40(1)
N(4) 7939(5) 9577(4) 7296(4) 23(1)
C(60) 9116(5) 10196(4) 7372(3) 23(1)
C(61) 9958(4) 10776(3) 8280(3) 30(1)
C(62) 11010(4) 11449(3) 8276(3) 37(1)
C(63) 11259(5) 11529(4) 7450(4) 44(1)
C(64) 10445(5) 10924(4) 6569(4) 37(1)
C(65) 9364(4) 10258(3) 6528(4) 30(1)
C(66) 9772(4) 10678(3) 9205(3) 37(1)
C(67) 317(11) 6030(8) 29(7) 70(2)
C(68) 150(12) 5428(9) -829(7) 79(2)
C(69) -136(13) 4350(9) -990(6) 80(2)
C(70) -196(13) 3872(8) -213(7) 74(2)
C(71) -10(12) 4474(8) 673(8) 72(2)
C(72) 202(11) 5560(8) 765(7) 72(2)
C(67A) 620(50) 6080(40) 410(30) 73(3)
C(68A) 470(60) 5810(30) -550(30) 75(3)
C(69A) 440(50) 4770(40) -900(30) 76(3)
C(70A) 10(60) 3970(40) -530(40) 74(3)
III. Anhang 168
C(71A) -220(60) 4200(40) 310(40) 72(3)
C(72A) 420(50) 5200(40) 770(30) 73(3)
C(73) 6433(5) 10194(5) 10131(4) 58(2)
C(74) 5606(5) 9277(4) 9997(4) 57(1)
C(75) 4274(5) 9262(4) 9583(4) 53(1)
C(76) 3780(5) 10136(5) 9317(5) 65(2)
C(77) 4596(6) 11045(5) 9441(5) 71(2)
C(78) 5930(5) 11072(4) 9860(4) 57(1)
C(79) 6580(20) 5720(20) 802(17) 98(4)
C(80) 5580(30) 6342(18) 610(30) 101(5)
C(81) 4310(30) 5840(20) 20(20) 100(5)
C(82) 4030(20) 4780(20) -417(17) 98(5)
C(83) 5060(30) 4179(16) -180(20) 94(5)
C(84) 6320(30) 4640(20) 380(20) 98(5)
C(79A) 6510(20) 5240(20) 680(20) 100(5)
C(80A) 5930(30) 6150(20) 680(20) 94(4)
C(81A) 4620(30) 6193(19) 160(20) 100(5)
C(82A) 3860(20) 5230(20) -382(19) 90(4)
C(83A) 4370(30) 4285(16) -360(16) 85(4)
C(84A) 5670(30) 4310(20) 200(20) 94(5)
Table 3. Bond lengths [Å] and angles [°] for 10.
_____________________________________________________
Ru(1)-C(1) 1.810(6)
Ru(1)-C(11) 1.979(6)
Ru(1)-O(1) 2.265(4)
Ru(1)-Cl(1) 2.3401(17)
Ru(1)-Cl(2) 2.3463(17)
O(1)-C(7) 1.378(7)
O(1)-C(8) 1.460(7)
III. Anhang 169
N(1)-C(11) 1.337(7)
N(1)-C(12) 1.463(7)
N(1)-C(21) 1.468(7)
C(1)-C(2) 1.473(8)
C(2)-C(3) 1.361(8)
C(2)-C(7) 1.410(9)
C(3)-C(4) 1.384(8)
C(4)-C(5) 1.371(9)
C(5)-C(6) 1.380(9)
C(6)-C(7) 1.360(8)
C(8)-C(9) 1.477(8)
C(8)-C(10) 1.524(8)
C(11)-N(2) 1.349(7)
C(12)-C(13) 1.384(8)
C(12)-C(17) 1.403(8)
C(13)-C(14) 1.387(8)
C(13)-C(18) 1.510(7)
C(14)-C(15) 1.400(8)
C(15)-C(16) 1.386(8)
C(15)-C(19) 1.521(8)
C(16)-C(17) 1.361(8)
C(17)-C(20) 1.490(8)
C(21)-C(22) 1.507(7)
C(22)-N(2) 1.505(6)
C(22)-C(23) 1.528(6)
C(23)-C(26) 1.513(6)
C(23)-C(24) 1.527(6)
C(23)-C(25) 1.540(7)
N(2)-C(27) 1.459(7)
C(27)-C(32) 1.377(6)
C(27)-C(28) 1.390(6)
III. Anhang 170
C(28)-C(29) 1.406(6)
C(28)-C(33) 1.500(5)
C(29)-C(30) 1.380(7)
C(30)-C(31) 1.376(7)
C(31)-C(32) 1.407(6)
Ru(2)-C(34) 1.827(6)
Ru(2)-C(44) 1.959(6)
Ru(2)-O(2) 2.287(4)
Ru(2)-Cl(3) 2.3386(16)
Ru(2)-Cl(4) 2.3432(17)
O(2)-C(40) 1.369(7)
O(2)-C(41) 1.473(7)
N(3)-C(44) 1.358(7)
N(3)-C(53) 1.415(8)
N(3)-C(54) 1.457(7)
C(34)-C(35) 1.426(8)
C(35)-C(40) 1.389(9)
C(35)-C(36) 1.436(8)
C(36)-C(37) 1.364(8)
C(37)-C(38) 1.395(9)
C(38)-C(39) 1.386(9)
C(39)-C(40) 1.406(8)
C(41)-C(42) 1.495(8)
C(41)-C(43) 1.526(8)
C(44)-N(4) 1.375(7)
C(45)-C(48) 1.505(8)
C(46)-C(50) 1.493(8)
C(47)-C(52) 1.499(8)
C(48)-C(49) 1.380(8)
C(48)-C(53) 1.391(8)
C(49)-C(50) 1.387(8)
III. Anhang 171
C(50)-C(51) 1.369(8)
C(51)-C(52) 1.421(9)
C(52)-C(53) 1.405(8)
C(54)-C(55) 1.553(8)
C(55)-N(4) 1.481(6)
C(55)-C(56) 1.546(6)
C(56)-C(59) 1.521(6)
C(56)-C(58) 1.540(6)
C(56)-C(57) 1.541(5)
N(4)-C(60) 1.429(6)
C(60)-C(65) 1.394(6)
C(60)-C(61) 1.403(6)
C(61)-C(62) 1.395(6)
C(61)-C(66) 1.489(6)
C(62)-C(63) 1.374(7)
C(63)-C(64) 1.381(7)
C(64)-C(65) 1.391(6)
C(67)-C(68) 1.349(9)
C(67)-C(72) 1.365(9)
C(68)-C(69) 1.375(9)
C(69)-C(70) 1.408(9)
C(70)-C(71) 1.378(9)
C(71)-C(72) 1.386(9)
C(67A)-C(72A) 1.365(15)
C(67A)-C(68A) 1.372(15)
C(68A)-C(69A) 1.375(15)
C(69A)-C(70A) 1.368(15)
C(70A)-C(71A) 1.377(15)
C(71A)-C(72A) 1.376(15)
C(73)-C(78) 1.357(7)
C(73)-C(74) 1.381(7)
III. Anhang 172
C(74)-C(75) 1.376(7)
C(75)-C(76) 1.345(7)
C(76)-C(77) 1.370(8)
C(77)-C(78) 1.376(7)
C(79)-C(80) 1.400(13)
C(79)-C(84) 1.412(13)
C(80)-C(81) 1.401(13)
C(81)-C(82) 1.397(13)
C(82)-C(83) 1.404(13)
C(83)-C(84) 1.373(13)
C(79A)-C(80A) 1.389(13)
C(79A)-C(84A) 1.392(13)
C(80A)-C(81A) 1.390(13)
C(81A)-C(82A) 1.400(12)
C(82A)-C(83A) 1.390(12)
C(83A)-C(84A) 1.384(13)
C(1)-Ru(1)-C(11) 102.2(3)
C(1)-Ru(1)-O(1) 78.8(2)
C(11)-Ru(1)-O(1) 177.4(2)
C(1)-Ru(1)-Cl(1) 98.5(2)
C(11)-Ru(1)-Cl(1) 93.91(16)
O(1)-Ru(1)-Cl(1) 88.33(12)
C(1)-Ru(1)-Cl(2) 99.1(2)
C(11)-Ru(1)-Cl(2) 90.01(17)
O(1)-Ru(1)-Cl(2) 87.44(12)
Cl(1)-Ru(1)-Cl(2) 160.70(7)
C(7)-O(1)-C(8) 119.0(5)
C(7)-O(1)-Ru(1) 111.4(4)
C(8)-O(1)-Ru(1) 128.7(4)
C(11)-N(1)-C(12) 126.6(5)
C(11)-N(1)-C(21) 113.0(5)
III. Anhang 173
C(12)-N(1)-C(21) 120.0(5)
C(2)-C(1)-Ru(1) 120.1(5)
C(3)-C(2)-C(7) 118.7(6)
C(3)-C(2)-C(1) 123.7(6)
C(7)-C(2)-C(1) 117.5(6)
C(2)-C(3)-C(4) 121.3(7)
C(5)-C(4)-C(3) 117.9(6)
C(4)-C(5)-C(6) 123.1(6)
C(7)-C(6)-C(5) 117.5(7)
C(6)-C(7)-O(1) 126.4(6)
C(6)-C(7)-C(2) 121.5(6)
O(1)-C(7)-C(2) 112.1(5)
O(1)-C(8)-C(9) 110.1(6)
O(1)-C(8)-C(10) 106.5(5)
C(9)-C(8)-C(10) 113.5(6)
N(1)-C(11)-N(2) 107.5(5)
N(1)-C(11)-Ru(1) 132.4(4)
N(2)-C(11)-Ru(1) 119.9(5)
C(13)-C(12)-C(17) 123.0(6)
C(13)-C(12)-N(1) 119.0(5)
C(17)-C(12)-N(1) 118.0(6)
C(12)-C(13)-C(14) 117.0(5)
C(12)-C(13)-C(18) 122.8(6)
C(14)-C(13)-C(18) 120.2(6)
C(13)-C(14)-C(15) 122.6(6)
C(16)-C(15)-C(14) 116.7(6)
C(16)-C(15)-C(19) 123.4(6)
C(14)-C(15)-C(19) 119.9(6)
C(17)-C(16)-C(15) 124.0(6)
C(16)-C(17)-C(12) 116.8(6)
C(16)-C(17)-C(20) 122.3(6)
III. Anhang 174
C(12)-C(17)-C(20) 120.9(6)
N(1)-C(21)-C(22) 104.0(5)
N(2)-C(22)-C(21) 100.6(4)
N(2)-C(22)-C(23) 117.1(4)
C(21)-C(22)-C(23) 115.6(4)
C(26)-C(23)-C(24) 110.5(4)
C(26)-C(23)-C(22) 111.4(3)
C(24)-C(23)-C(22) 107.1(3)
C(26)-C(23)-C(25) 109.3(4)
C(24)-C(23)-C(25) 107.3(4)
C(22)-C(23)-C(25) 111.1(4)
C(11)-N(2)-C(27) 121.4(5)
C(11)-N(2)-C(22) 112.9(5)
C(27)-N(2)-C(22) 123.9(5)
C(32)-C(27)-C(28) 121.5(5)
C(32)-C(27)-N(2) 117.2(5)
C(28)-C(27)-N(2) 121.3(4)
C(27)-C(28)-C(29) 117.8(4)
C(27)-C(28)-C(33) 123.4(4)
C(29)-C(28)-C(33) 118.9(4)
C(30)-C(29)-C(28) 120.8(5)
C(31)-C(30)-C(29) 120.9(5)
C(30)-C(31)-C(32) 119.0(4)
C(27)-C(32)-C(31) 119.9(5)
C(34)-Ru(2)-C(44) 101.7(3)
C(34)-Ru(2)-O(2) 78.3(2)
C(44)-Ru(2)-O(2) 179.1(2)
C(34)-Ru(2)-Cl(3) 101.5(2)
C(44)-Ru(2)-Cl(3) 91.56(18)
O(2)-Ru(2)-Cl(3) 89.30(11)
C(34)-Ru(2)-Cl(4) 98.6(2)
III. Anhang 175
C(44)-Ru(2)-Cl(4) 91.33(19)
O(2)-Ru(2)-Cl(4) 87.80(12)
Cl(3)-Ru(2)-Cl(4) 158.66(7)
C(40)-O(2)-C(41) 119.7(5)
C(40)-O(2)-Ru(2) 108.9(4)
C(41)-O(2)-Ru(2) 129.2(4)
C(44)-N(3)-C(53) 127.9(5)
C(44)-N(3)-C(54) 113.4(5)
C(53)-N(3)-C(54) 118.6(5)
C(35)-C(34)-Ru(2) 120.4(5)
C(40)-C(35)-C(34) 117.9(6)
C(40)-C(35)-C(36) 118.9(5)
C(34)-C(35)-C(36) 123.1(6)
C(37)-C(36)-C(35) 119.5(7)
C(36)-C(37)-C(38) 121.6(6)
C(39)-C(38)-C(37) 119.7(6)
C(38)-C(39)-C(40) 120.0(6)
O(2)-C(40)-C(35) 114.4(5)
O(2)-C(40)-C(39) 125.2(6)
C(35)-C(40)-C(39) 120.4(6)
O(2)-C(41)-C(42) 105.1(5)
O(2)-C(41)-C(43) 109.8(5)
C(42)-C(41)-C(43) 113.5(6)
N(3)-C(44)-N(4) 106.9(5)
N(3)-C(44)-Ru(2) 132.6(4)
N(4)-C(44)-Ru(2) 120.5(4)
C(49)-C(48)-C(53) 118.2(6)
C(49)-C(48)-C(45) 121.8(6)
C(53)-C(48)-C(45) 119.8(6)
C(48)-C(49)-C(50) 122.5(6)
C(51)-C(50)-C(49) 118.5(6)
III. Anhang 176
C(51)-C(50)-C(46) 120.1(6)
C(49)-C(50)-C(46) 121.4(6)
C(50)-C(51)-C(52) 122.2(6)
C(53)-C(52)-C(51) 116.7(6)
C(53)-C(52)-C(47) 122.0(6)
C(51)-C(52)-C(47) 121.3(6)
C(48)-C(53)-C(52) 121.9(6)
C(48)-C(53)-N(3) 119.1(5)
C(52)-C(53)-N(3) 118.9(6)
N(3)-C(54)-C(55) 104.5(5)
N(4)-C(55)-C(56) 115.9(4)
N(4)-C(55)-C(54) 100.7(4)
C(56)-C(55)-C(54) 113.8(4)
C(59)-C(56)-C(58) 109.7(4)
C(59)-C(56)-C(57) 110.6(3)
C(58)-C(56)-C(57) 107.3(4)
C(59)-C(56)-C(55) 110.6(3)
C(58)-C(56)-C(55) 110.6(3)
C(57)-C(56)-C(55) 108.0(4)
C(44)-N(4)-C(60) 123.1(5)
C(44)-N(4)-C(55) 114.4(5)
C(60)-N(4)-C(55) 122.2(5)
C(65)-C(60)-C(61) 121.3(4)
C(65)-C(60)-N(4) 119.0(4)
C(61)-C(60)-N(4) 119.6(4)
C(62)-C(61)-C(60) 116.1(4)
C(62)-C(61)-C(66) 121.0(4)
C(60)-C(61)-C(66) 122.8(4)
C(63)-C(62)-C(61) 123.2(4)
C(62)-C(63)-C(64) 119.7(5)
C(63)-C(64)-C(65) 119.4(5)
III. Anhang 177
C(64)-C(65)-C(60) 120.2(4)
C(68)-C(67)-C(72) 119.4(10)
C(67)-C(68)-C(69) 122.0(9)
C(68)-C(69)-C(70) 118.0(8)
C(71)-C(70)-C(69) 120.7(9)
C(70)-C(71)-C(72) 118.0(9)
C(67)-C(72)-C(71) 121.7(9)
C(72A)-C(67A)-C(68A) 110(4)
C(67A)-C(68A)-C(69A) 118(4)
C(70A)-C(69A)-C(68A) 122(4)
C(69A)-C(70A)-C(71A) 119(4)
C(72A)-C(71A)-C(70A) 108(4)
C(67A)-C(72A)-C(71A) 131(5)
C(78)-C(73)-C(74) 120.0(5)
C(75)-C(74)-C(73) 119.5(5)
C(76)-C(75)-C(74) 120.3(5)
C(75)-C(76)-C(77) 120.5(5)
C(76)-C(77)-C(78) 119.8(5)
C(73)-C(78)-C(77) 120.0(5)
C(80)-C(79)-C(84) 121(2)
C(79)-C(80)-C(81) 117(2)
C(82)-C(81)-C(80) 123(2)
C(81)-C(82)-C(83) 117.6(19)
C(84)-C(83)-C(82) 121.2(19)
C(83)-C(84)-C(79) 120(2)
C(80A)-C(79A)-C(84A) 117(2)
C(79A)-C(80A)-C(81A) 124(2)
C(80A)-C(81A)-C(82A) 116(2)
C(83A)-C(82A)-C(81A) 122.7(19)
C(84A)-C(83A)-C(82A) 118.1(17)
C(83A)-C(84A)-C(79A) 122(2)
III. Anhang 178
_____________________________________________________________
Symmetry transformations used to generate equivalent atoms:
Table 4. Anisotropic displacement parameters (Å2x 103) for 10. The anisotropic
displacement factor exponent takes the form: -2 2[ h2a*2U11 + ... + 2 h k a* b* U12 ]
______________________________________________________________________________
U11 U22 U33 U23 U13 U12
______________________________________________________________________________
Ru(1) 19(1) 21(1) 28(1) 5(1) 10(1) 3(1)
Cl(1) 27(1) 36(1) 27(1) 7(1) 7(1) 8(1)
Cl(2) 32(1) 32(1) 28(1) 5(1) 14(1) 7(1)
O(1) 22(2) 17(2) 45(2) 7(2) 18(2) 5(1)
N(1) 23(2) 11(2) 37(3) 3(2) 15(2) 0(2)
C(1) 23(3) 27(2) 28(3) 2(2) 12(2) 3(2)
C(2) 25(3) 24(1) 29(4) 7(3) 12(3) 6(2)
C(3) 27(3) 26(1) 31(3) 6(3) 11(2) 3(2)
C(4) 46(3) 25(2) 40(3) 5(3) 18(3) 10(2)
C(5) 49(3) 29(2) 42(3) 4(3) 26(3) 19(2)
C(6) 34(3) 35(2) 41(3) 14(3) 20(2) 18(2)
C(7) 23(3) 23(2) 34(4) 7(3) 12(2) 6(2)
C(8) 21(3) 40(3) 48(3) 10(3) 22(2) 8(2)
C(9) 28(3) 57(4) 47(3) 5(3) 19(2) 14(3)
C(10) 28(3) 42(3) 77(4) 20(3) 27(3) 0(2)
C(11) 20(2) 15(1) 13(2) 4(2) 0(2) 1(1)
C(12) 14(3) 17(2) 29(2) 3(1) 11(2) 6(2)
C(13) 17(3) 30(2) 26(2) 3(2) 12(2) 1(2)
C(14) 30(4) 28(3) 26(2) 9(2) 9(2) 5(2)
C(15) 30(3) 22(2) 31(2) 4(2) 14(2) 2(2)
C(16) 21(3) 24(2) 25(2) 1(2) 9(2) 0(2)
C(17) 16(3) 24(2) 28(2) 7(2) 7(2) 3(2)
C(18) 39(4) 36(3) 29(2) 1(2) 9(2) -1(2)
III. Anhang 179
C(19) 49(4) 26(3) 53(4) 10(2) 20(3) -3(2)
C(20) 38(4) 34(3) 32(2) 13(2) 9(2) 8(3)
C(21) 25(2) 22(2) 51(4) 7(2) 22(3) 10(2)
C(22) 20(2) 22(1) 35(2) 1(2) 12(2) 5(1)
C(23) 51(2) 20(1) 42(2) 5(1) 28(2) 12(2)
C(24) 62(2) 27(2) 74(3) 8(3) 46(2) 19(2)
C(25) 58(3) 21(2) 57(3) 5(2) 29(3) 4(2)
C(26) 73(3) 39(3) 35(2) -2(2) 22(2) 4(2)
N(2) 21(1) 16(1) 31(2) 6(2) 12(2) 5(1)
C(27) 22(1) 17(2) 34(2) 1(2) 14(1) 1(1)
C(28) 26(2) 19(2) 41(2) 9(2) 18(1) 6(2)
C(29) 30(2) 32(3) 56(2) 19(2) 25(2) 8(2)
C(30) 26(2) 41(3) 79(3) 31(3) 16(2) 1(2)
C(31) 23(2) 49(3) 68(3) 28(3) 1(2) -5(2)
C(32) 28(2) 33(3) 52(2) 22(2) 3(1) -4(2)
C(33) 34(2) 33(2) 37(2) 8(2) 15(1) 5(2)
Ru(2) 18(1) 21(1) 25(1) 3(1) 10(1) 2(1)
Cl(3) 24(1) 31(1) 27(1) 4(1) 6(1) 2(1)
Cl(4) 29(1) 38(1) 22(1) 2(1) 11(1) 9(1)
O(2) 20(1) 30(1) 35(2) 7(2) 16(1) 4(1)
N(3) 22(2) 21(1) 31(2) 6(2) 16(2) 4(1)
C(34) 14(2) 22(1) 34(2) 3(1) 10(2) 4(1)
C(35) 21(3) 20(1) 22(3) -2(3) 11(3) 2(2)
C(36) 29(3) 21(1) 39(4) -2(3) 13(3) -1(2)
C(37) 45(3) 21(1) 39(3) 0(2) 17(3) 6(2)
C(38) 50(3) 31(1) 38(3) 2(3) 24(3) 16(2)
C(39) 29(3) 36(2) 32(3) 2(2) 18(2) 12(2)
C(40) 24(2) 27(1) 17(3) 5(2) 12(2) 7(1)
C(41) 21(2) 42(2) 37(3) 8(3) 18(2) 3(2)
C(42) 26(3) 49(3) 75(4) 29(3) 25(3) 1(2)
C(43) 23(2) 49(3) 48(3) 9(2) 10(2) 11(2)
III. Anhang 180
C(44) 20(1) 18(1) 23(2) 3(2) 11(1) 0(1)
C(45) 36(3) 37(3) 31(2) 4(2) 19(2) 1(2)
C(46) 52(4) 21(3) 61(4) 5(2) 24(3) 2(2)
C(47) 24(4) 37(3) 34(2) 5(2) 10(2) 2(3)
C(48) 24(3) 20(2) 33(2) 6(2) 19(2) 10(2)
C(49) 28(3) 22(2) 37(2) 10(2) 23(2) 10(2)
C(50) 26(3) 21(2) 45(2) 3(2) 23(2) 9(2)
C(51) 20(3) 30(2) 39(2) 1(2) 12(2) -3(2)
C(52) 18(3) 25(2) 34(2) 2(2) 14(2) 5(2)
C(53) 21(3) 20(1) 31(2) 4(1) 19(2) 2(1)
C(54) 26(2) 22(2) 35(3) 9(2) 17(2) 7(1)
C(55) 21(2) 21(1) 29(2) 4(2) 8(2) 5(1)
C(56) 28(2) 23(2) 43(2) 12(1) 10(2) 6(1)
C(57) 30(2) 28(2) 57(3) 10(2) 12(2) 12(2)
C(58) 32(2) 25(2) 77(4) 20(2) 8(3) 5(2)
C(59) 33(2) 50(3) 37(2) 20(2) 9(2) 9(2)
N(4) 19(1) 18(1) 30(2) 0(2) 8(1) 1(1)
C(60) 20(2) 18(2) 30(2) 8(2) 7(2) 2(1)
C(61) 24(2) 26(2) 33(1) 2(2) 4(1) -2(1)
C(62) 25(2) 30(2) 47(2) -1(2) 7(2) -4(1)
C(63) 32(2) 36(3) 61(3) 12(2) 18(2) -6(2)
C(64) 38(3) 35(3) 48(2) 15(2) 25(2) 4(2)
C(65) 30(2) 28(2) 35(2) 5(2) 15(2) 3(2)
C(66) 37(2) 37(2) 29(2) 5(2) 3(2) 2(2)
C(67) 96(4) 47(3) 39(4) 18(3) -9(4) -7(3)
C(68) 109(5) 64(4) 34(3) 16(3) -7(4) -15(4)
C(69) 112(5) 61(4) 38(3) 7(3) 1(4) -8(4)
C(70) 102(5) 47(3) 41(4) 9(3) -8(4) -5(3)
C(71) 102(4) 46(4) 41(3) 12(3) 2(4) -20(4)
C(72) 109(5) 45(3) 40(3) 14(3) 4(3) -3(4)
C(67A) 106(6) 47(4) 39(5) 17(4) -4(5) -8(5)
III. Anhang 181
C(68A) 106(6) 53(5) 38(5) 17(5) -6(5) -10(5)
C(69A) 108(6) 56(5) 38(5) 14(5) -1(5) -10(5)
C(70A) 105(6) 51(4) 39(5) 14(4) -2(5) -7(5)
C(71A) 103(6) 47(5) 39(6) 14(5) -3(5) -9(5)
C(72A) 106(5) 46(5) 39(4) 15(4) -2(5) -8(5)
C(73) 36(3) 72(4) 57(4) 13(3) 8(3) -2(3)
C(74) 46(3) 51(3) 70(4) 18(3) 15(3) 7(3)
C(75) 46(3) 56(3) 50(3) -5(3) 18(3) -11(3)
C(76) 29(3) 78(4) 88(5) 24(4) 19(3) 12(3)
C(77) 68(4) 61(4) 95(5) 29(4) 34(4) 23(3)
C(78) 49(3) 47(3) 63(4) -4(3) 17(3) -8(3)
C(79) 169(8) 88(10) 89(8) 33(9) 96(7) 45(7)
C(80) 165(10) 87(8) 93(9) 39(8) 85(9) 40(6)
C(81) 169(8) 82(9) 92(9) 35(8) 87(8) 39(7)
C(82) 168(9) 79(10) 93(8) 39(10) 88(8) 39(7)
C(83) 169(11) 80(8) 82(10) 48(7) 88(10) 41(7)
C(84) 172(9) 82(9) 83(9) 45(8) 82(8) 37(8)
C(79A) 172(8) 75(10) 89(9) 38(10) 79(7) 40(7)
C(80A) 165(9) 76(8) 86(8) 32(8) 90(8) 37(7)
C(81A) 167(10) 74(8) 94(9) 28(8) 81(8) 37(7)
C(82A) 155(8) 67(10) 97(9) 30(9) 95(7) 45(7)
C(83A) 156(10) 69(8) 82(8) 47(7) 89(8) 46(7)
C(84A) 164(11) 71(7) 83(10) 44(8) 72(9) 45(8)
III. Anhang 182
2.2 Daten zur Kristallstrukturanalyse von Verbindung 16
Abbildung 31: Kristallstruktur von 16.
Crystal data and structure refinement for 16
Identification code tiede3
Empirical formula C13 H19 N O3 S
Formula weight 269.35
Temperature 150(2) K
Wavelength 0.71073 Å
Crystal system Trigonal
Space group P31
Unit cell dimensions a = 14.1271(3) Å = 90°.
b = 14.1271(3) Å = 90°.
c = 17.9640(4) Å = 120°.
Volume 3104.84(12) Å3
Z 9
Density (calculated) 1.297 Mg/m3
Absorption coefficient 0.235 mm-1
F(000) 1296
Crystal size 0.26 x 0.23 x 0.17 mm3
Theta range for data collection 2.88 to 32.47°.
Index ranges -21<=h<=21, -21<=k<=21, -25<=l<=27
III. Anhang 183
Reflections collected 42760
Independent reflections 13743 [R(int) = 0.0460]
Completeness to theta = 32.47° 94.9 %
Absorption correction None
Max. and min. transmission 0.9612 and 0.9414
Refinement method Full-matrix least-squares on F2
Data / restraints / parameters 13743 / 19 / 494
Goodness-of-fit on F2 2.961
Final R indices [I>2sigma(I)] R1 = 0.2270, wR2 = 0.4619
R indices (all data) R1 = 0.2433, wR2 = 0.4665
Absolute structure parameter 0.19(19)
Extinction coefficient 1.02(7)
Largest diff. peak and hole 2.033 and -1.205 e.Å-3
Table 2. Atomic coordinates ( x 104) and equivalent isotropic displacement parameters (Å2x 103)
for 16. U(eq) is defined as one third of the trace of the orthogonalized Uij tensor.
________________________________________________________________________________
x y z U(eq)
________________________________________________________________________________
S(1) 673(2) 781(2) 2936(1) 31(1)
S(2) -2608(4) 3352(3) -2701(2) 72(1)
S(3) 3492(2) -2513(3) 513(2) 59(1)
N(1) 104(4) 1544(4) 2913(3) 15(1)
N(2) -2866(8) 2111(7) -2640(6) 53(2)
N(3) 4879(6) -1855(8) 595(4) 46(2)
O(1) 320(6) 429(5) 3780(3) 37(1)
O(2) 1790(6) 1353(7) 2863(4) 53(2)
O(3) 73(7) -159(6) 2505(4) 49(2)
O(4) -2846(8) 3368(6) -3542(5) 57(2)
O(5) -3263(13) 3547(9) -2293(6) 100(5)
O(6) -1374(18) 4063(14) -2635(9) 146(7)
III. Anhang 184
O(7) 3463(7) -2790(9) -356(5) 69(2)
O(8) 3015(9) -3423(10) 902(8) 107(4)
O(9) 3075(9) -1867(11) 633(6) 90(4)
C(1) 536(7) 1399(10) 4187(5) 44(3)
C(2) 80(9) 1969(6) 3684(4) 40(2)
C(3) -990(14) 1778(11) 3822(6) 66(4)
C(4) -1869(11) 585(15) 3855(6) 70(4)
C(5) -1044(14) 2221(15) 4581(7) 79(5)
C(6) -1396(15) 2380(17) 3295(7) 83(5)
C(7) 433(10) 2276(9) 2276(5) 46(2)
C(8) 1441(16) 3341(7) 2314(6) 85(6)
C(9) 1686(17) 3978(9) 1668(7) 87(6)
C(10) 1064(10) 3672(10) 1063(6) 53(3)
C(11) 127(9) 2608(9) 1010(7) 55(3)
C(12) -254(9) 1865(9) 1615(6) 47(2)
C(13) -1150(12) 875(14) 1529(5) 68(4)
C(14) -2534(12) 2660(9) -3898(7) 62(3)
C(15) -2905(10) 1675(9) -3383(9) 70(4)
C(16) -4180(18) 520(14) -3624(14) 120(9)
C(17) -4982(17) 946(19) -3540(20) 181(15)
C(18) -4063(15) 217(13) -4301(15) 113(8)
C(19) -4390(30) -313(12) -3078(10) 155(13)
C(20) -2433(14) 1808(11) -2090(7) 68(4)
C(21) -1260(20) 1954(15) -2078(8) 106(7)
C(22) -862(10) 1771(11) -1492(7) 67(4)
C(23) -1335(15) 1484(15) -846(11) 88(4)
C(24) -2460(30) 1330(30) -754(10) 210(20)
C(25) -3000(20) 1505(14) -1375(7) 109(8)
C(26) -4190(30) 1390(20) -1288(14) 157(13)
C(27) 4399(11) -1895(12) -723(7) 79(5)
C(28) 5363(12) -1509(10) -172(6) 56(3)
III. Anhang 185
C(29) 6163(11) -1957(10) -374(7) 76(5)
C(30) 6631(11) -1476(11) -1140(7) 71(4)
C(31) 5550(20) -3178(11) -439(13) 124(8)
C(32) 7200(30) -1554(17) 253(12) 195(19)
C(33) 5229(7) -1191(8) 1206(6) 42(2)
C(34) 5508(11) -73(12) 1186(6) 60(3)
C(35) 5813(11) 596(14) 1697(8) 71(4)
C(36) 6001(11) 213(13) 2387(10) 77(4)
C(37) 5846(10) -806(15) 2500(7) 74(5)
C(38) 5449(9) -1535(11) 1876(8) 61(3)
C(39) 5226(12) -2716(11) 1949(7) 69(4)
Table 3. Bond lengths [Å] and angles [°] for 16.
_____________________________________________________
S(1)-O(2) 1.374(8)
S(1)-O(3) 1.398(7)
S(1)-O(1) 1.597(6)
S(1)-N(1) 1.636(5)
S(2)-O(5) 1.313(10)
S(2)-O(6) 1.52(2)
S(2)-O(4) 1.551(10)
S(2)-N(2) 1.607(9)
S(3)-O(8) 1.315(12)
S(3)-O(9) 1.329(12)
S(3)-O(7) 1.604(10)
S(3)-N(3) 1.704(8)
N(1)-C(7) 1.454(10)
N(1)-C(2) 1.516(9)
N(2)-C(20) 1.340(16)
N(2)-C(15) 1.459(19)
III. Anhang 186
N(3)-C(33) 1.365(14)
N(3)-C(28) 1.506(14)
O(1)-C(1) 1.444(14)
O(4)-C(14) 1.431(16)
O(7)-C(27) 1.452(15)
C(1)-C(2) 1.550(11)
C(2)-C(3) 1.417(19)
C(3)-C(4) 1.51(2)
C(3)-C(5) 1.517(16)
C(3)-C(6) 1.562(16)
C(7)-C(12) 1.457(15)
C(7)-C(8) 1.468(18)
C(8)-C(9) 1.403(15)
C(9)-C(10) 1.327(19)
C(10)-C(11) 1.424(16)
C(11)-C(12) 1.418(15)
C(12)-C(13) 1.346(19)
C(14)-C(15) 1.529(13)
C(15)-C(16) 1.78(3)
C(16)-C(18) 1.33(3)
C(16)-C(19) 1.444(18)
C(16)-C(17) 1.53(2)
C(20)-C(25) 1.461(17)
C(20)-C(21) 1.57(3)
C(21)-C(22) 1.28(2)
C(22)-C(23) 1.30(2)
C(23)-C(24) 1.50(4)
C(24)-C(25) 1.44(3)
C(25)-C(26) 1.61(3)
C(27)-C(28) 1.546(17)
C(28)-C(29) 1.59(2)
III. Anhang 187
C(29)-C(31) 1.497(19)
C(29)-C(30) 1.530(18)
C(29)-C(32) 1.70(4)
C(33)-C(38) 1.391(17)
C(33)-C(34) 1.425(17)
C(34)-C(35) 1.230(19)
C(35)-C(36) 1.43(2)
C(36)-C(37) 1.36(2)
C(37)-C(38) 1.43(2)
C(38)-C(39) 1.54(2)
O(2)-S(1)-O(3) 118.6(5)
O(2)-S(1)-O(1) 111.2(4)
O(3)-S(1)-O(1) 106.5(4)
O(2)-S(1)-N(1) 114.2(4)
O(3)-S(1)-N(1) 110.4(4)
O(1)-S(1)-N(1) 92.8(3)
O(5)-S(2)-O(6) 120.9(11)
O(5)-S(2)-O(4) 111.2(7)
O(6)-S(2)-O(4) 104.6(7)
O(5)-S(2)-N(2) 113.0(6)
O(6)-S(2)-N(2) 105.9(9)
O(4)-S(2)-N(2) 98.6(5)
O(8)-S(3)-O(9) 113.5(9)
O(8)-S(3)-O(7) 109.9(8)
O(9)-S(3)-O(7) 111.1(6)
O(8)-S(3)-N(3) 112.0(7)
O(9)-S(3)-N(3) 113.3(7)
O(7)-S(3)-N(3) 95.7(4)
C(7)-N(1)-C(2) 120.0(6)
C(7)-N(1)-S(1) 113.6(5)
C(2)-N(1)-S(1) 110.7(4)
III. Anhang 188
C(20)-N(2)-C(15) 117.8(9)
C(20)-N(2)-S(2) 120.6(10)
C(15)-N(2)-S(2) 109.8(7)
C(33)-N(3)-C(28) 124.2(9)
C(33)-N(3)-S(3) 111.5(6)
C(28)-N(3)-S(3) 108.0(7)
C(1)-O(1)-S(1) 107.5(5)
C(14)-O(4)-S(2) 106.3(7)
C(27)-O(7)-S(3) 109.2(9)
O(1)-C(1)-C(2) 104.6(6)
C(3)-C(2)-N(1) 108.5(7)
C(3)-C(2)-C(1) 118.7(8)
N(1)-C(2)-C(1) 103.2(7)
C(2)-C(3)-C(4) 115.0(7)
C(2)-C(3)-C(5) 110.4(11)
C(4)-C(3)-C(5) 104.0(12)
C(2)-C(3)-C(6) 115.9(12)
C(4)-C(3)-C(6) 108.0(12)
C(5)-C(3)-C(6) 102.2(8)
N(1)-C(7)-C(12) 116.4(10)
N(1)-C(7)-C(8) 119.5(9)
C(12)-C(7)-C(8) 124.0(8)
C(9)-C(8)-C(7) 114.9(12)
C(10)-C(9)-C(8) 123.9(14)
C(9)-C(10)-C(11) 120.8(10)
C(12)-C(11)-C(10) 122.6(10)
C(13)-C(12)-C(11) 119.5(10)
C(13)-C(12)-C(7) 127.0(10)
C(11)-C(12)-C(7) 113.5(10)
O(4)-C(14)-C(15) 106.3(10)
N(2)-C(15)-C(14) 104.3(10)
III. Anhang 189
N(2)-C(15)-C(16) 114.7(9)
C(14)-C(15)-C(16) 114.6(13)
C(18)-C(16)-C(19) 111.6(14)
C(18)-C(16)-C(17) 117(2)
C(19)-C(16)-C(17) 111.3(19)
C(18)-C(16)-C(15) 106.7(13)
C(19)-C(16)-C(15) 106(2)
C(17)-C(16)-C(15) 103.0(15)
N(2)-C(20)-C(25) 118.0(13)
N(2)-C(20)-C(21) 126.2(11)
C(25)-C(20)-C(21) 114.7(13)
C(22)-C(21)-C(20) 121.6(16)
C(21)-C(22)-C(23) 126.4(18)
C(22)-C(23)-C(24) 119.1(16)
C(25)-C(24)-C(23) 120.2(14)
C(24)-C(25)-C(20) 117.9(18)
C(24)-C(25)-C(26) 121.6(14)
C(20)-C(25)-C(26) 120.5(15)
O(7)-C(27)-C(28) 105.9(8)
N(3)-C(28)-C(27) 107.2(11)
N(3)-C(28)-C(29) 112.1(9)
C(27)-C(28)-C(29) 112.9(11)
C(31)-C(29)-C(30) 108.3(12)
C(31)-C(29)-C(28) 111.2(14)
C(30)-C(29)-C(28) 105.2(13)
C(31)-C(29)-C(32) 110.0(18)
C(30)-C(29)-C(32) 109.8(11)
C(28)-C(29)-C(32) 112.2(13)
N(3)-C(33)-C(38) 121.6(10)
N(3)-C(33)-C(34) 123.1(9)
C(38)-C(33)-C(34) 115.0(10)
III. Anhang 190
C(35)-C(34)-C(33) 129.1(12)
C(34)-C(35)-C(36) 114.6(16)
C(37)-C(36)-C(35) 124.7(14)
C(36)-C(37)-C(38) 116.2(14)
C(33)-C(38)-C(37) 120.2(13)
C(33)-C(38)-C(39) 119.5(11)
C(37)-C(38)-C(39) 120.4(12)
_____________________________________________________________
Symmetry transformations used to generate equivalent atoms:
Table 4. Anisotropic displacement parameters (Å2x 103) for 16. The anisotropic
displacement factor exponent takes the form: -2 2[ h2a*2U11 + ... + 2 h k a* b* U12 ]
______________________________________________________________________________
U11 U22 U33 U23 U13 U12
______________________________________________________________________________
S(1) 45(1) 35(1) 24(1) 7(1) 1(1) 29(1)
S(2) 113(3) 55(2) 68(2) 18(2) 20(2) 57(2)
S(3) 43(1) 62(2) 70(2) -3(1) 0(1) 25(1)
N(1) 18(2) 17(2) 15(2) -1(1) 2(1) 11(1)
N(2) 48(5) 33(4) 74(6) 19(4) 41(4) 18(4)
N(3) 30(4) 80(6) 41(4) 8(4) -6(3) 37(4)
O(1) 56(4) 44(3) 28(3) 11(2) 1(3) 38(3)
O(2) 45(4) 66(5) 41(4) 11(3) -2(3) 24(4)
O(3) 78(5) 42(4) 37(3) -19(3) 1(3) 38(4)
O(4) 80(6) 43(4) 53(4) 3(3) 14(4) 34(4)
O(5) 205(14) 85(7) 62(6) 17(5) 45(7) 113(9)
O(6) 174(17) 117(12) 91(9) 27(8) 0(10) 33(12)
O(7) 62(5) 100(7) 68(6) -7(5) 1(4) 57(5)
O(8) 47(5) 80(7) 128(10) 22(7) 20(6) -17(5)
O(9) 91(7) 122(9) 71(6) -57(6) -13(5) 63(7)
C(1) 34(4) 101(8) 22(4) 25(4) 13(3) 52(5)
III. Anhang 191
C(2) 91(7) 16(3) 16(3) -12(3) -21(4) 30(4)
C(3) 142(12) 82(9) 32(5) -26(5) -19(6) 100(10)
C(4) 69(8) 152(14) 36(5) -18(7) -22(5) 90(10)
C(5) 114(11) 132(13) 64(7) 9(8) 17(7) 117(11)
C(6) 124(12) 153(15) 46(6) -28(8) -24(7) 125(13)
C(7) 77(7) 57(6) 26(4) 13(4) 12(4) 50(6)
C(8) 175(15) 9(4) 33(5) 4(3) -27(7) 18(6)
C(9) 196(18) 30(5) 42(6) 2(4) 16(8) 62(8)
C(10) 67(7) 52(6) 47(6) 14(5) -11(5) 35(5)
C(11) 49(6) 50(6) 47(6) 7(5) 2(5) 10(5)
C(12) 50(3) 47(3) 48(3) 1(2) -1(2) 27(2)
C(13) 85(9) 127(12) 17(4) -7(5) 1(5) 72(9)
C(14) 87(9) 47(6) 62(7) 34(5) 1(6) 41(6)
C(15) 59(7) 38(5) 130(12) 46(6) 60(7) 37(5)
C(16) 133(15) 77(10) 200(20) 100(13) 112(15) 90(11)
C(17) 68(11) 98(14) 420(50) 20(20) -1(18) 76(12)
C(18) 89(11) 55(8) 230(20) 45(11) 53(13) 64(9)
C(19) 340(40) 61(9) 89(11) 67(9) 152(18) 119(16)
C(20) 116(11) 68(8) 59(7) 20(6) 20(7) 76(9)
C(21) 230(20) 103(12) 49(7) 13(7) -3(10) 134(16)
C(22) 43(6) 66(7) 53(7) -20(6) -19(5) -3(5)
C(23) 88(5) 88(5) 88(5) 0(1) 0(1) 44(2)
C(24) 500(50) 280(30) 73(10) 120(16) 160(20) 360(40)
C(25) 270(20) 110(11) 35(5) 37(6) 66(10) 158(16)
C(26) 270(30) 154(18) 162(19) 114(16) 170(20) 190(20)
C(27) 65(8) 81(9) 53(7) 53(7) -6(6) 9(7)
C(28) 88(8) 48(6) 36(5) -6(4) -15(5) 38(6)
C(29) 69(8) 51(6) 57(7) -29(5) 29(6) -8(6)
C(30) 61(8) 56(7) 58(7) -1(5) -1(6) 1(6)
C(31) 156(19) 23(6) 160(20) 23(8) 45(16) 20(8)
C(32) 230(30) 78(12) 89(13) -31(10) 99(17) -67(15)
III. Anhang 192
C(33) 24(4) 50(5) 52(5) 0(4) -8(4) 19(4)
C(34) 85(8) 97(9) 33(5) 21(6) 3(5) 71(8)
C(35) 55(7) 83(9) 68(8) -25(7) -13(6) 30(7)
C(36) 55(7) 77(10) 105(12) -29(8) 16(7) 37(7)
C(37) 36(6) 120(13) 46(6) -10(7) -3(4) 22(7)
C(38) 32(5) 74(8) 81(8) -5(6) -13(5) 30(5)
C(39) 73(8) 61(7) 52(6) 15(5) -33(6) 16(6)
2.3 Daten zur Kristallstrukturanalyse von Verbindung rac-58
Abbildung 32: Kristallstruktur von rac-58.
Crystal data and structure refinement for rac-58
Identification code tiede1 / ST61
Empirical formula C19 H24 N2
Formula weight 280.40
Temperature 150(2) K
Wavelength 0.71073 Å
Crystal system Monoclinic
Space group P21/c
Unit cell dimensions a = 12.8007(4) Å = 90°.
b = 8.2472(3) Å = 101.275(4)°.
c = 15.6435(6) Å = 90°.
Volume 1619.61(10) Å3
III. Anhang 193
Z 4
Density (calculated) 1.150 Mg/m3
Absorption coefficient 0.067 mm-1
F(000) 608
Crystal size 0.46 x 0.33 x 0.21 mm3
Theta range for data collection 2.96 to 25.00°.
Index ranges -15<=h<=15, -9<=k<=8, -14<=l<=18
Reflections collected 8499
Independent reflections 2838 [R(int) = 0.0279]
Completeness to theta = 25.00° 99.7 %
Absorption correction None
Max. and min. transmission 0.988 and 0.977
Refinement method Full-matrix least-squares on F2
Data / restraints / parameters 2838 / 0 / 199
Goodness-of-fit on F2 0.874
Final R indices [I>2sigma(I)] R1 = 0.0374, wR2 = 0.0837
R indices (all data) R1 = 0.0681, wR2 = 0.0888
Largest diff. peak and hole 0.163 and -0.171 e.Å-3
Table 2. Atomic coordinates ( x 104) and equivalent isotropic displacement parameters (Å2x 103)
for rac-58. U(eq) is defined as one third of the trace of the orthogonalized Uij tensor.
________________________________________________________________________________
x y z U(eq)
________________________________________________________________________________
N(1) 537(1) 427(2) 1344(1) 34(1)
N(2) 2325(1) -1706(2) 1834(1) 33(1)
C(1) 386(1) -1312(2) 1440(1) 30(1)
C(2) -680(1) -1582(2) 1699(1) 32(1)
C(3) -1572(1) -858(2) 1022(1) 35(1)
C(4) -1351(1) 892(2) 851(1) 29(1)
III. Anhang 194
C(5) -292(1) 1451(2) 1011(1) 27(1)
C(6) -94(1) 3085(2) 863(1) 32(1)
C(7) -924(1) 4147(2) 572(1) 37(1)
C(8) -1965(1) 3609(2) 423(1) 38(1)
C(9) -2167(1) 1989(2) 569(1) 34(1)
C(10) 1298(1) -1967(2) 2106(1) 34(1)
C(11) 3224(1) -2172(2) 2488(1) 29(1)
C(12) 3692(1) -991(2) 3082(1) 33(1)
C(13) 4555(1) -1434(2) 3731(1) 40(1)
C(14) 4972(1) -2987(2) 3800(1) 40(1)
C(15) 4492(1) -4130(2) 3199(1) 39(1)
C(16) 3616(1) -3755(2) 2548(1) 33(1)
C(17) 3292(1) 724(2) 3014(1) 46(1)
C(18) 5924(1) -3426(2) 4491(1) 59(1)
C(19) 3104(1) -5057(2) 1930(1) 46(1)
Table 3. Bond lengths [Å] and angles [°] for rac-58.
_____________________________________________________
N(1)-C(5) 1.3764(19)
N(1)-C(1) 1.4586(18)
N(2)-C(11) 1.435(2)
N(2)-C(10) 1.4761(18)
C(1)-C(10) 1.504(2)
C(1)-C(2) 1.5146(19)
C(2)-C(3) 1.520(2)
C(3)-C(4) 1.504(2)
C(4)-C(9) 1.387(2)
C(4)-C(5) 1.408(2)
C(5)-C(6) 1.3983(19)
C(6)-C(7) 1.384(2)
C(7)-C(8) 1.380(2)
III. Anhang 195
C(8)-C(9) 1.389(2)
C(11)-C(16) 1.396(2)
C(11)-C(12) 1.397(2)
C(12)-C(13) 1.394(2)
C(12)-C(17) 1.501(2)
C(13)-C(14) 1.383(2)
C(14)-C(15) 1.387(2)
C(14)-C(18) 1.507(2)
C(15)-C(16) 1.394(2)
C(16)-C(19) 1.506(2)
C(5)-N(1)-C(1) 122.33(13)
C(11)-N(2)-C(10) 112.98(12)
N(1)-C(1)-C(10) 108.93(13)
N(1)-C(1)-C(2) 108.44(12)
C(10)-C(1)-C(2) 112.28(12)
C(1)-C(2)-C(3) 110.43(12)
C(4)-C(3)-C(2) 111.04(13)
C(9)-C(4)-C(5) 118.83(14)
C(9)-C(4)-C(3) 121.72(14)
C(5)-C(4)-C(3) 119.41(14)
N(1)-C(5)-C(6) 120.20(14)
N(1)-C(5)-C(4) 120.69(14)
C(6)-C(5)-C(4) 119.06(14)
C(7)-C(6)-C(5) 120.80(15)
C(8)-C(7)-C(6) 120.41(15)
C(7)-C(8)-C(9) 119.08(15)
C(4)-C(9)-C(8) 121.81(15)
N(2)-C(10)-C(1) 111.21(12)
C(16)-C(11)-C(12) 120.39(15)
C(16)-C(11)-N(2) 121.72(15)
C(12)-C(11)-N(2) 117.88(14)
III. Anhang 196
C(13)-C(12)-C(11) 118.48(15)
C(13)-C(12)-C(17) 120.62(16)
C(11)-C(12)-C(17) 120.89(15)
C(14)-C(13)-C(12) 122.54(17)
C(13)-C(14)-C(15) 117.60(16)
C(13)-C(14)-C(18) 121.60(18)
C(15)-C(14)-C(18) 120.79(17)
C(14)-C(15)-C(16) 122.07(16)
C(15)-C(16)-C(11) 118.91(15)
C(15)-C(16)-C(19) 119.84(15)
C(11)-C(16)-C(19) 121.25(15)
_____________________________________________________________
Symmetry transformations used to generate equivalent atoms:
Table 4. Anisotropic displacement parameters (Å2x 103) for rac-58. The anisotropic
displacement factor exponent takes the form: -2 2[ h2a*2U11 + ... + 2 h k a* b* U12 ]
______________________________________________________________________________
U11 U22 U33 U23 U13 U12
______________________________________________________________________________
N(1) 24(1) 33(1) 44(1) 7(1) 3(1) 0(1)
N(2) 32(1) 41(1) 27(1) 2(1) 8(1) 6(1)
C(1) 34(1) 29(1) 26(1) 1(1) 5(1) 1(1)
C(2) 33(1) 30(1) 33(1) 0(1) 5(1) -1(1)
C(3) 31(1) 35(1) 35(1) -2(1) 0(1) -2(1)
C(4) 31(1) 31(1) 22(1) -2(1) 2(1) 2(1)
C(5) 31(1) 31(1) 20(1) -1(1) 5(1) 3(1)
C(6) 37(1) 35(1) 25(1) 1(1) 7(1) -1(1)
C(7) 53(1) 33(1) 26(1) 5(1) 13(1) 4(1)
C(8) 46(1) 41(1) 26(1) 5(1) 8(1) 15(1)
C(9) 32(1) 43(1) 25(1) -1(1) 3(1) 5(1)
C(10) 31(1) 39(1) 32(1) 5(1) 8(1) 6(1)
III. Anhang 197
C(11) 26(1) 36(1) 26(1) 7(1) 9(1) 5(1)
C(12) 30(1) 35(1) 36(1) 5(1) 11(1) -1(1)
C(13) 32(1) 50(1) 38(1) 3(1) 6(1) -6(1)
C(14) 29(1) 52(1) 39(1) 12(1) 7(1) 2(1)
C(15) 33(1) 41(1) 44(1) 11(1) 10(1) 9(1)
C(16) 31(1) 36(1) 34(1) 5(1) 10(1) 5(1)
C(17) 49(1) 38(1) 52(1) -1(1) 10(1) 0(1)
C(18) 37(1) 79(2) 55(1) 19(1) -3(1) 3(1)
C(19) 52(1) 40(1) 47(1) -3(1) 7(1) 8(1)
2.4 Daten zur Kristallstrukturanalyse von Verbindung rac-64
Abbildung 33: Kristallstruktur von rac-64.
Crystal data and structure refinement for rac-64
Identification code tiede5/ST278
Empirical formula C10 H11 N O3 S
Formula weight 225.26
Temperature 150(2) K
Wavelength 0.71073 Å
Crystal system Monoclinic
Space group I2/a (Nr. 15)
Unit cell dimensions a = 13.9587(8) Å = 90°.
III. Anhang 198
b = 9.1809(3) Å = 98.341(5)°.
c = 15.8070(7) Å = 90°.
Volume 2004.29(16) Å3
Z 8
Density (calculated) 1.493 Mg/m3
Absorption coefficient 0.308 mm-1
F(000) 944
Crystal size 0.21 x 0.17 x 0.03 mm3
Theta range for data collection 2.95 to 24.99°.
Index ranges -16<=h<=16, -10<=k<=9, -18<=l<=16
Reflections collected 6916
Independent reflections 1765 [R(int) = 0.0750]
Completeness to theta = 24.99° 99.7 %
Absorption correction Semi-empirical from equivalents
Max. and min. transmission 0.9908 and 0.9382
Refinement method Full-matrix least-squares on F2
Data / restraints / parameters 1765 / 0 / 136
Goodness-of-fit on F2 1.663
Final R indices [I>2sigma(I)] R1 = 0.1084, wR2 = 0.2220
R indices (all data) R1 = 0.1526, wR2 = 0.2673
Largest diff. peak and hole 0.795 and -0.595 e.Å-3
Table 2. Atomic coordinates ( x 104) and equivalent isotropic displacement parameters (Å2x 103)
for rac-64. U(eq) is defined as one third of the trace of the orthogonalized Uij tensor.
________________________________________________________________________________
x y z U(eq)
________________________________________________________________________________
S(1) 1735(1) 4112(2) 1299(1) 41(1)
N(1) 2325(4) 5604(5) 1141(4) 35(1)
O(1) 2660(4) 3126(4) 1437(3) 57(2)
III. Anhang 199
O(2) 1316(4) 4190(5) 2064(3) 51(1)
O(3) 1139(4) 3627(5) 553(3) 61(2)
C(1) 3502(5) 3974(7) 1728(5) 46(2)
C(2) 3381(6) 5448(7) 1342(6) 60(2)
C(3) 3860(6) 6711(8) 1758(6) 66(2)
C(4) 3554(5) 8107(6) 1324(4) 37(2)
C(5) 2473(5) 8237(6) 1159(4) 30(1)
C(6) 2001(5) 9578(6) 1057(4) 38(2)
C(7) 1017(5) 9728(7) 918(4) 41(2)
C(8) 442(5) 8498(7) 829(4) 44(2)
C(9) 879(5) 7127(6) 920(4) 38(2)
C(10) 1860(5) 7000(6) 1063(4) 30(2)
Table 3. Bond lengths [Å] and angles [°] for rac-64.
_____________________________________________________
S(1)-O(3) 1.412(5)
S(1)-O(2) 1.419(5)
S(1)-O(1) 1.567(5)
S(1)-N(1) 1.637(5)
N(1)-C(10) 1.433(7)
N(1)-C(2) 1.469(9)
O(1)-C(1) 1.429(8)
C(1)-C(2) 1.484(9)
C(2)-C(3) 1.447(11)
C(3)-C(4) 1.487(10)
C(4)-C(5) 1.499(9)
C(5)-C(6) 1.395(8)
C(5)-C(10) 1.417(8)
C(6)-C(7) 1.366(10)
C(7)-C(8) 1.381(9)
C(8)-C(9) 1.397(8)
III. Anhang 200
C(9)-C(10) 1.359(9)
O(3)-S(1)-O(2) 117.5(3)
O(3)-S(1)-O(1) 107.9(3)
O(2)-S(1)-O(1) 110.1(3)
O(3)-S(1)-N(1) 112.6(3)
O(2)-S(1)-N(1) 111.5(3)
O(1)-S(1)-N(1) 94.7(3)
C(10)-N(1)-C(2) 122.3(5)
C(10)-N(1)-S(1) 122.0(4)
C(2)-N(1)-S(1) 113.4(4)
C(1)-O(1)-S(1) 110.7(4)
O(1)-C(1)-C(2) 109.0(6)
C(3)-C(2)-N(1) 113.7(6)
C(3)-C(2)-C(1) 121.7(8)
N(1)-C(2)-C(1) 103.3(6)
C(2)-C(3)-C(4) 113.5(8)
C(3)-C(4)-C(5) 111.3(5)
C(6)-C(5)-C(10) 115.3(6)
C(6)-C(5)-C(4) 122.4(5)
C(10)-C(5)-C(4) 122.2(5)
C(7)-C(6)-C(5) 123.7(6)
C(6)-C(7)-C(8) 119.3(6)
C(7)-C(8)-C(9) 119.2(7)
C(10)-C(9)-C(8) 120.6(6)
C(9)-C(10)-C(5) 121.8(5)
C(9)-C(10)-N(1) 121.6(5)
C(5)-C(10)-N(1) 116.6(6)
_____________________________________________________________
Symmetry transformations used to generate equivalent atoms:
III. Anhang 201
Table 4. Anisotropic displacement parameters (Å2x 103) for rac-64. The anisotropic
displacement factor exponent takes the form: -2 2[ h2a*2U11 + ... + 2 h k a* b* U12 ]
______________________________________________________________________________
U11 U22 U33 U23 U13 U12
______________________________________________________________________________
S(1) 59(1) 21(1) 42(1) 3(1) -1(1) -10(1)
N(1) 31(3) 22(3) 51(3) 0(2) 1(3) -1(2)
O(1) 71(4) 22(2) 73(4) 1(2) -8(3) 5(2)
O(2) 63(3) 42(3) 45(3) 11(2) -2(3) -9(2)
O(3) 95(4) 29(2) 51(3) 0(2) -9(3) -18(3)
C(1) 50(4) 38(4) 54(4) 9(3) 16(4) 6(3)
C(2) 53(5) 35(4) 84(6) -6(4) -15(5) 6(3)
C(3) 44(5) 49(5) 103(7) 12(4) 8(5) -4(4)
C(4) 49(4) 33(3) 30(3) -5(3) 13(3) -11(3)
C(5) 40(4) 29(3) 22(3) -3(2) 13(3) -4(3)
C(6) 65(5) 19(3) 35(4) -1(2) 21(4) -2(3)
C(7) 62(5) 27(3) 35(4) 6(3) 11(4) 10(3)
C(8) 38(4) 41(4) 51(4) 10(3) 3(4) 9(3)
C(9) 45(4) 30(3) 42(4) 5(3) 12(3) -6(3)
C(10) 48(4) 21(3) 25(3) 2(2) 17(3) -3(3)
III. Anhang 202
2.5 Daten zur Kristallstrukturanalyse von Verbindung 70-OTf
Abbildung 34: Kristallstruktur von 70-OTf.
Crystal data and structure refinement for 70-OTf
Identification code tiede2
Empirical formula C21 H23 F3 N2 O4 S
Formula weight 456.47
Temperature 150(2) K
Wavelength 0.71073 Å
Crystal system Monoclinic
Space group P21/n
Unit cell dimensions a = 8.6350(8) Å = 90°.
b = 17.7462(12) Å = 103.254(9)°.
c = 14.0137(12) Å = 90°.
Volume 2090.2(3) Å3
Z 4
Density (calculated) 1.451 Mg/m3
Absorption coefficient 0.213 mm-1
F(000) 952
III. Anhang 203
Crystal size 0.28 x 0.12 x 0.08 mm3
Theta range for data collection 3.12 to 25.00°.
Index ranges -8<=h<=10, -19<=k<=21, -15<=l<=16
Reflections collected 10657
Independent reflections 3680 [R(int) = 0.1075]
Completeness to theta = 25.00° 99.8 %
Absorption correction Semi-empirical from equivalents
Max. and min. transmission 0.986 and 0.959
Refinement method Full-matrix least-squares on F2
Data / restraints / parameters 3680 / 0 / 284
Goodness-of-fit on F2 0.650
Final R indices [I>2sigma(I)] R1 = 0.0463, wR2 = 0.0369
R indices (all data) R1 = 0.2136, wR2 = 0.0496
Largest diff. peak and hole 0.169 and -0.164 e.Å-3
Table 2. Atomic coordinates ( x 104) and equivalent isotropic displacement parameters (Å2x 103)
for 70-OTf. U(eq) is defined as one third of the trace of the orthogonalized Uij tensor.
________________________________________________________________________________
x y z U(eq)
________________________________________________________________________________
N(1) 4741(4) 2967(2) 2311(3) 44(1)
N(2) 5133(4) 3493(2) 3775(3) 44(1)
O(1) 6303(4) 1590(1) 2573(2) 57(1)
C(1) 5708(5) 1835(3) 1623(3) 43(1)
C(2) 5860(5) 1399(2) 828(3) 48(1)
C(3) 5218(5) 1675(3) -108(3) 53(1)
C(4) 4481(5) 2369(2) -244(3) 50(1)
C(5) 4333(5) 2803(2) 544(4) 43(1)
C(6) 4939(5) 2533(2) 1477(4) 44(1)
C(7) 3501(5) 3555(2) 377(3) 58(1)
III. Anhang 204
C(8) 3775(5) 4052(2) 1279(3) 64(2)
C(9) 3593(5) 3610(2) 2130(3) 56(1)
C(10) 3980(5) 4003(2) 3150(3) 65(2)
C(11) 5516(5) 2941(2) 3253(4) 43(1)
C(12) 5490(5) 3517(2) 4821(3) 39(1)
C(13) 6510(5) 4070(2) 5331(3) 34(1)
C(14) 6784(5) 4091(2) 6350(3) 39(1)
C(15) 6034(6) 3598(2) 6859(3) 48(1)
C(16) 5058(5) 3055(2) 6356(4) 50(2)
C(17) 4773(5) 2996(2) 5340(4) 47(1)
C(18) 7264(4) 4648(2) 4783(2) 43(1)
C(19) 6244(5) 3699(2) 7955(3) 73(2)
C(20) 3641(5) 2402(2) 4771(3) 73(2)
S(1) 8653(2) 4507(1) 2316(1) 45(1)
O(2) 7586(3) 5140(1) 2364(2) 54(1)
O(3) 7940(3) 3782(1) 2343(2) 56(1)
O(4) 10241(3) 4593(2) 2903(2) 61(1)
F(1) 7559(4) 4507(2) 419(2) 90(1)
F(2) 9942(3) 4079(1) 905(2) 87(1)
F(3) 9504(3) 5268(1) 943(2) 90(1)
C(21) 8898(6) 4588(3) 1076(4) 64(2)
Table 3. Bond lengths [Å] and angles [°] for 70-OTf.
_____________________________________________________
N(1)-C(11) 1.337(5)
N(1)-C(6) 1.442(4)
N(1)-C(9) 1.495(4)
N(2)-C(11) 1.309(4)
N(2)-C(12) 1.429(4)
N(2)-C(10) 1.475(4)
O(1)-C(1) 1.384(4)
III. Anhang 205
C(1)-C(2) 1.387(4)
C(1)-C(6) 1.398(5)
C(2)-C(3) 1.391(5)
C(3)-C(4) 1.380(5)
C(4)-C(5) 1.375(5)
C(5)-C(6) 1.378(5)
C(5)-C(7) 1.509(5)
C(7)-C(8) 1.515(4)
C(8)-C(9) 1.465(4)
C(9)-C(10) 1.557(5)
C(12)-C(13) 1.401(5)
C(12)-C(17) 1.404(4)
C(13)-C(14) 1.393(4)
C(13)-C(18) 1.514(4)
C(14)-C(15) 1.380(4)
C(15)-C(16) 1.364(5)
C(15)-C(19) 1.516(5)
C(16)-C(17) 1.393(5)
C(17)-C(20) 1.532(5)
S(1)-O(3) 1.432(2)
S(1)-O(4) 1.436(3)
S(1)-O(2) 1.463(2)
S(1)-C(21) 1.804(5)
F(1)-C(21) 1.310(5)
F(2)-C(21) 1.336(5)
F(3)-C(21) 1.346(5)
C(11)-N(1)-C(6) 131.0(4)
C(11)-N(1)-C(9) 110.9(4)
C(6)-N(1)-C(9) 117.8(4)
C(11)-N(2)-C(12) 125.0(4)
C(11)-N(2)-C(10) 110.5(3)
III. Anhang 206
C(12)-N(2)-C(10) 123.2(3)
O(1)-C(1)-C(2) 121.0(4)
O(1)-C(1)-C(6) 118.6(4)
C(2)-C(1)-C(6) 120.4(4)
C(1)-C(2)-C(3) 118.1(4)
C(4)-C(3)-C(2) 121.0(4)
C(5)-C(4)-C(3) 120.9(4)
C(4)-C(5)-C(6) 118.9(4)
C(4)-C(5)-C(7) 119.9(5)
C(6)-C(5)-C(7) 121.2(4)
C(5)-C(6)-C(1) 120.7(4)
C(5)-C(6)-N(1) 119.6(4)
C(1)-C(6)-N(1) 119.7(5)
C(5)-C(7)-C(8) 114.1(4)
C(9)-C(8)-C(7) 110.0(3)
C(8)-C(9)-N(1) 110.9(4)
C(8)-C(9)-C(10) 117.9(4)
N(1)-C(9)-C(10) 101.0(4)
N(2)-C(10)-C(9) 104.1(3)
N(2)-C(11)-N(1) 113.1(4)
C(13)-C(12)-C(17) 119.9(4)
C(13)-C(12)-N(2) 120.5(4)
C(17)-C(12)-N(2) 119.7(4)
C(14)-C(13)-C(12) 118.7(4)
C(14)-C(13)-C(18) 120.7(4)
C(12)-C(13)-C(18) 120.6(4)
C(15)-C(14)-C(13) 121.5(4)
C(16)-C(15)-C(14) 119.2(4)
C(16)-C(15)-C(19) 121.6(4)
C(14)-C(15)-C(19) 119.1(4)
C(15)-C(16)-C(17) 121.6(4)
III. Anhang 207
C(16)-C(17)-C(12) 119.0(4)
C(16)-C(17)-C(20) 121.7(4)
C(12)-C(17)-C(20) 119.3(4)
O(3)-S(1)-O(4) 116.15(18)
O(3)-S(1)-O(2) 114.13(15)
O(4)-S(1)-O(2) 114.93(17)
O(3)-S(1)-C(21) 104.1(2)
O(4)-S(1)-C(21) 103.6(2)
O(2)-S(1)-C(21) 101.4(2)
F(1)-C(21)-F(2) 108.9(4)
F(1)-C(21)-F(3) 108.0(5)
F(2)-C(21)-F(3) 106.4(4)
F(1)-C(21)-S(1) 112.9(3)
F(2)-C(21)-S(1) 110.6(4)
F(3)-C(21)-S(1) 109.9(3)
_____________________________________________________________
Symmetry transformations used to generate equivalent atoms:
Table 4. Anisotropic displacement parameters (Å2x 103) for 70-OTf. The anisotropic
displacement factor exponent takes the form: -2 2[ h2a*2U11 + ... + 2 h k a* b* U12 ]
______________________________________________________________________________
U11 U22 U33 U23 U13 U12
______________________________________________________________________________
N(1) 41(3) 33(2) 51(3) -2(2) -4(2) 10(2)
N(2) 42(3) 32(2) 50(3) -10(2) -2(2) 15(2)
O(1) 74(3) 30(2) 64(2) -6(2) 10(2) 13(2)
C(1) 45(3) 42(3) 39(3) 5(3) 2(3) -6(3)
C(2) 55(4) 44(3) 49(3) -19(3) 19(3) -5(3)
C(3) 46(4) 64(4) 47(4) -21(3) 11(3) -20(3)
C(4) 33(3) 63(3) 54(4) -11(3) 13(3) -9(3)
C(5) 29(3) 51(3) 45(4) 0(3) -1(3) -3(3)
III. Anhang 208
C(6) 37(3) 34(3) 61(4) -12(3) 14(3) -3(3)
C(7) 49(3) 70(4) 47(4) -1(3) -6(3) 4(3)
C(8) 65(4) 54(3) 68(4) 15(3) 3(3) 15(3)
C(9) 60(4) 41(3) 60(4) -14(3) -1(3) 23(3)
C(10) 70(4) 47(3) 65(4) -17(3) -15(3) 27(3)
C(11) 30(3) 39(3) 56(4) -2(3) 2(3) -2(2)
C(12) 37(4) 32(3) 46(4) -2(3) 8(3) 10(3)
C(13) 33(3) 28(3) 42(3) -1(3) 7(3) 4(2)
C(14) 35(3) 38(3) 39(3) -9(3) -2(3) 1(2)
C(15) 60(4) 31(3) 54(4) 7(3) 18(3) 2(3)
C(16) 49(4) 37(3) 74(4) 16(3) 35(4) 6(3)
C(17) 29(3) 35(3) 78(4) -7(3) 16(4) 4(2)
C(18) 44(3) 34(3) 52(3) 2(3) 10(3) 4(2)
C(19) 92(4) 81(3) 47(4) 14(3) 20(4) 11(3)
C(20) 59(4) 51(3) 108(5) -7(3) 20(4) -5(3)
S(1) 50(1) 47(1) 39(1) 7(1) 11(1) -7(1)
O(2) 61(2) 40(2) 67(2) -8(2) 27(2) 3(2)
O(3) 66(2) 36(2) 63(2) 4(2) 8(2) -19(2)
O(4) 37(2) 78(2) 58(2) 15(2) -12(2) -12(2)
F(1) 92(2) 120(2) 46(2) 0(2) -11(2) 21(2)
F(2) 98(2) 93(2) 81(2) -4(2) 42(2) 27(2)
F(3) 119(3) 78(2) 85(2) 22(2) 49(2) -1(2)
C(21) 69(4) 43(4) 85(5) 4(4) 31(4) 11(4)
III. Anhang 209
3. Literaturverzeichnis
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[87] A. Kannenberg, unveröffentlichte Arbeiten.
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[103] T. Moore, M. Merzouk, N. Williams, Synlett. 2008, 21-24.
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[107] J. C. Y. Lin, R. T. W. Huang, C. S. Lee, A. Bhattacharyya, W. S. Hwang, I. J. B. Lin,
Chem. Rev. 2009, 109, 3561-3598.
[108] J. C. Garrison, W. J. Youngs, Chem. Rev. 2005, 105, 3978-4008.
III. Anhang 214
[109] P. de Fremont, N. M. Scott, E. D. Stevens, T. Ramnial, O. C. Lightbody, C. L. B.
Macdonald, J. A. C. Clyburne, C. D. Abernethy, S. P. Nolan, Organometallics 2005, 24,
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[110] P. L. Arnold, Heteroatom Chemistry 2002, 13, 534-539.
[111] C. L. Winn, F. Guillen, J. Pytkowicz, S. Roland, P. Mangeney, A. Alexakis, J.
Organomet. Chem. 2005, 690, 5672-5695.
[112] J. J. Van Veldhuizen, J. E. Campbell, R. E. Giudici, A. H. Hoveyda, J. Am. Chem. Soc.
2005, 127, 6877-6882.
[113] K.-S. Lee, M. K. Brown, A. W. Hird, A. H. Hoveyda, J. Am. Chem. Soc. 2006, 128,
7182-7184.
[114] K. M. Brown, T. L. May, C. A. Baxter, A. H. Hoveyda, Angew. Chem. Int. Ed. 2007, 46,
1097-1100.
[115] A. O. Larsen, W. Leu, C. N. Oberhuber, J. E. Campbell, A. H. Hoveyda, J. Am. Chem.
Soc. 2004, 126, 11130-11131.
[116] Y. Lee, K. Akiyama, D. G. Gillingham, M. K. Brown, A. H. Hoveyda, J. Am. Chem. Soc.
2007, 130, 446-447.
[117] H. Clavier, L. Boulanger, N. Audic, L. Toupet, M. Mauduit, J.-C. Guillemin, Chem.
Commun. 2004, 1224-1225.
[118] Die Synthesen der Valin-basierten NHC-Liganden wurden von Kristin Weiss im Rahmen
ihres OCIII-Vertiefungspraktikums unter meiner Aufsicht durchgeführt.
[119] C. Hongfa, H.-L. Su, H. S. Bazzi, D. E. Bergbreiter, Org. Lett. 2009, 11, 665-667.
[120] V. D. Bock, H. Hiemstra, J. H. van Maarseveen, Eur. J. Org. Chem. 2006, 51-68.
[121] J. Andersen, U. Madsen, F. Björkling, X. Liang, Synlett 2005, 2209-2213.
[122] X. Liang, J. Andersen, S. Bolvig, Synlett 2005, 19, 2941-2947.
[123] L. McElwee-White, D. A. Dougherty, J. Am. Chem. Soc. 1984, 106, 3466-3474.
[124] Y. H. Park, H. R. Ahn, B. Canturk, S. I. Jeon, S. Lee, H. Kang, G. A. Molander, J. Ham,
Org. Lett. 2008, 10, 1215-1218.
[125] J. Artacho, P. Nilsson, K. E. Bergquist, O. F. Wendt, K. Wärnmark, Chem. Eur. J. 2006,
12, 2692-2701.
[126] F. Leroux, E. Castagnetti, M. Schlosser, J. Org. Chem. 2003, 68, 4693-4699.
[127] J. Ko, J. Ham, I. Yang, J. Chin, S. J. Nam, H. Kang, Tetrahedron Lett. 2006, 47, 7101-
7106.
[128] D. J. Upadhyaya, A. Barge, R. Stefania, G. Cravotto, Tetrahedron Lett. 2007, 48, 8318-
8322.
III. Anhang 215
[129] I. N. Tarabara, A. O. Kas’yan, M. Y. Yarovoi, S. V. Shishkina, O. V. Shishkin, L. I.
Kas’yan, Russ. J. Org. Chem. 2004, 40, 992-998.
[130] H. Konno, K. Ogasawara, Synthesis 1999, 1135-1140.
[131] T. Guo, H. Gu, D. W. Hobbs, L. L. Rokosz, T. M. Stauffer, B. Jacob, J. W. Clader,
Bioorg. Med. Chem. Lett. 2007, 17, 3010-3013.
[132] Z.-X. Wang, H.-L. Qin, Chem. Commun. 2003, 2450-2451.
[133] E. Gomez-Bengoa, N. M. Heron, M. T. Didiuk, C. A. Luchaco, A. H. Hoveyda, J. Am.
Chem. Soc. 1998, 120, 7649-7650.
[134] A. W. Hird, A. H. Hoveyda, J. Am. Chem. Soc. 2005, 127, 14988-14989.
[135] G. M. Sheldrick, SHELX-97, Universität Göttingen.