FAKULTÄT FÜR
ELEKTROTECHNIK,
INFORMATIK UND
MATHEMATIK
Ankunftszeitdetektion für
die Polarisationsmodendispersion
in der optischen Übertragung
Zur Erlangung des akademischen Grades
DOKTORINGENIEUR (Dr.-Ing.)
der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik
der Universität Paderborn
vorgelegte Dissertation
von
Dipl.-Ing. Vitali Mirvoda
aus Taganrog
Referent: Prof. Dr.-Ing. Reinhold Noé
Korreferent: Prof. Dr.-Ing. Rolf Schuhmann
Tag der mündlichen Prüfung: 29.05.2008
Paderborn, den 28.01.2009
Diss. EIM-E/240
I
Vorwort
Die vorliegende Arbeit entstand während meiner Tätigkeit als Wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Lehrstuhl Optische Nachrichtentechnik und Hochfrequenztechnik der
Universität Paderborn.
Besonders danken möchte ich Herrn Prof. Dr.-Ing. Reinhold Noé, unter dessen
wissenschaftlicher Leitung diese Arbeit durchgeführt wurde. Seine stete Unterstützung,
Forderung und wertvollen Ratschläge trugen wesentlich zum Gelingen der Arbeit bei.
Für die Übernahme des Koreferats danke ich Herrn Prof. Dr.-Ing. Rolf Schuhmann.
Den früheren und jetzigen Mitarbeitern danke ich für die freundschaftliche
Zusammenarbeit und die viele andere Diskussionen.
Hier möchte ich besonders Herrn Dr.-Ing. David Sandel und Herrn Dr.-Ing. Suhas
Bhandare für seine Hilfsbereitschaft und die zahlreiche Diskussionen danken, auch mein
Dank gilt zum Herr Gerd Wieseler, Herr Bernd Bartsch, für die technische Unterstützung in
meiner Arbeit.
Ein weiterer Dank gilt Herrn Dr.-Ing. Wladimir G. Kostornitschenko für seinen
Glauben an mich und die Unterstützung.
Herrn Dipl.-Ing. Silvain Chotchidjoum danke ich für die Durchführung der
Experimente und theoretische Untersuchungen in seiner Diplomarbeit.
Herrn Dipl.-Ing. Sebastian Hoffmann danke ich für die Korrektur dieser Dissertation.
Für finanzielle Unterstützung möchte ich auch DAAD danken.
Meine liebe Ehefrau Elena und meine Kinder mussten während der Durchführung
dieser Arbeit oft auf mich verzichten. Meiner Familie danke ich für ihr Verständnis, ihre
endlose Geduld, ihre Hilfe und Liebe.
Diese Arbeit widme ich meinen Eltern.
Paderborn, im Januar 2009
II
III
Dissertation
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung…………………………………………………………………. 1
2 Theoretische Grundlagen……………………………………………….... 3
2.1 Polarisation in Eigenmoden-Faser..………………………………………... 3
2.2 Beschreibung der Polarisation……………………………………...….….... 7
2.2.1 Jones-Matrix und Jones-Vektor……………………………………………. 7
2.2.2 Müller-Matrix und Stokes-Vektor…………………………………….……. 9
2.2.3 Kohärenz-Matrix…………………………………………………..……….. 12
2.3 Doppelbrechung……………………………………………………...…….. 14
2.4 Modenkopplungseffekt……………………………………………………... 18
2.5 Linearer elektrooptischer Effekt (Pockels-Effekt)………………………..... 19
2.6 Polarisationsregelung……………………………………………………..... 20
3 Beschreibung der Polarisationsmodendispersion……………………..... 29
3.1 PMD Definition als PSP Modell…………………………………………... 29
3.2 Stochastischer Charakter der PMD………………………………………... 33
3.3 Definition für PMD höherer Ordnung……………………………………... 38
3.3.1 Taylor-Reihe……………………………………………………………….. 39
3.3.2 Aneinanderreihung von DGD Sektionen………………………………….. 40
4 Ankunftszeitdetektion………………………………………………….… 43
4.1 Ankunftszeitdetektion bei Übertragung nur einer Polarisation…….………. 44
4.2 Aufbau und Beschreibung der PLL……………………………………….. 48
4.2.1 Arbeitsprinzip…………………………………………………………….... 48
4.2.2 Multiplizierender Phasendetektor……………………………………….…. 49
4.2.3 Linearisierte Beschreibung………………………………………………… 49
4.2.4 Einrastprobleme, Haltebereich………………………………………….…. 50
4.2.5 Empfindlichkeit der PMD-Detektion……………………………………… 51
5 Polarisationsscrambler………………………………………………….... 53
5.1 Polarisationsabhängiger Scrambler…………………………………….….. 53
5.2 Polarisationsunabhängiger Scrambler…………………………………...… 60
5.3 Aufbau und Messergebnisse……………………………………………….. 63
6 Zusammenfassung und Ausblick………………………………..…….… 74
Literaturverzeichnis…………………………………………………….…. 75
IV
Verzeichnis der wichtigsten Abkürzungen
AKF Auto-correlation function Autokorrelationsfunktion
CD Chromatic dispersion Chromatische Dispersion
DGD Differential group delay Gruppenlaufzeitdifferenz
DOP Degree of polarization Polarisationsgrad
EDFA Erbium-Doped Fiber Amplifier Erbium-dotierter Faserverstärker
EM eigenmodes Eigenmodus
ER Elliptical retarder Elliptischer Retarder
FLC Ferroelectric Liquid Crystals Ferroelektrische Flüssigkristalle
HWP Half wave plate Halbwellenlängenplatte
LWL Optical Fiber Lichtwellenleiter
NRZ Non return to zero Nicht auf Null zurückgeht
PAS Polarization dependent scrambler Polarisationsabhängige Scrambler
PBS Polarization beam splitter Polarisationsstrahlteiler
PCD Polarization-dependent chromatic
dispersion Polarisationsabhängige chromatische
Dispersion
PDF Probability density function Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion
PLL Phase locked loop Phasenregelkreis
PMD Polarization mode dispersion Polarisationsmodendispersion
PMDC Polarization mode dispersion
compensator Polarisationsmodendispersionskompensator
PMF polarization-maintaining fiber Polarisationserhaltende Faser
PRBS Pseudo random bit sequence Pseudozufallsfolge
PSP principal state of polarization Polarisationshauptzustand
PUS Polarization independent
scrambler Polarisationsunabhängige Scrambler
QWP Quarter wave plate Viertelwellenlängenplatte
RMS Root mean square Effektivwert
V
RZ Return to zero Auf Null zurück geht
SBA Soleil-Babinet analog Soleil-Babinet Analog
SBC Soleil-Babinet compensator Soleil-Babinet Kompensator
SOP State of polarization Polarisationszustand
VCO Voltage-controlled oscillator Spannungsgesteuerter Oszillator
WDF Probability density function Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion
WDM Wavelength division multiplex Wellenlängenmultiplex
VI
Verzeichnis der wichtigsten Formelzeichnen
Griechische Symbole
α
Dämpfungskoeffizient
α
G Doppelbrechungsvektor
β
Ausbreitungskonstante
β
G Doppelbrechungsvektor
Δ Laplace-Operator, Brechzahldifferenz
Δ
inverser dielektrischer Tensor
δ
Ausbreitungskonstante, Verzögerungswinkel
()
t
δ
Delta-Funktion
ε
Elliptizitätswinkel
ik
ε
Dielektrizitätstensor
λ
Wellenlänge, Eigenwerten
ϑ
Azimutwinkel, Orientierungswinkel
Λ räumische Periode
μ
magnetische Permeabilität
g
υ
Δ differenzielle Gruppengeschwindigkeit
g
υ
Gruppengeschwindigkeit
v Phasengeschwindigkeit
σ
G Spin Pauli-Matrix
ik
σ
Spannungstensor
σ
Varianz
τ
Δ differenzieller Gruppenlaufzeitunterschied
g
τ
± Gruppenlaufzeiten von Hauptpolarisationen
ϕ
Phase, Verzögerung
()
j
ω
Φ PLL-Funktionen
χ
Suszeptibilitätstensor
χ
Kopplungskoeffizient
H
ω
Δ Haltebereich
ω
Kreisfrequenz
Ω
G Dispersionsvektor
VII
Lateinische Symbole
()bt Bitfolge
B
Phasenkonstante
c Lichtgeschwindigkeit im Vakuum
C Kovarianzmatrix
2
d Drehewinkel
1
d Verzögerung
(
)
d± Eigenvektoren
D Gesamtübertragungsmatrix
W
D Wellenleiterdispersion
e
G Ortsvektor
ein
e±
G Eigenvektoren
()
Et
G elektrische Feldstärke
ˆ
E Amplitude der elektrischen Feldstärke
E Elastizitätsmodul
()
Fj
ω
Schleifenfilterübertragungsfunktion
()
Ht
G magnetische Feldstärke
g Elektrodenabstand
()
Gj
ω
Schleifenverstärkung
G Drehematrix
h Kopplungslänge
()
Hj
ω
Übertragungsfunktion
I Einheitsmatrix
()
I
t Intensität
J Jones-Vektor
l
J Bessel-Funktion
k Modenkopplungskoeffizient
k Wellenzahl
k± Eigenwerten
K Verstärkungsfaktor
K Kohärenz-Matrix
l
K Hankel-Funktion
B
L Schwebungslänge
VIII
L spektrale Leistungsdichte
M
Müller-Matrix, Transformationsmatrix
n Material-Brechungsindex
q
G PMD-Ortsvektor
r Radius
lm
r Koeffizienten des elektrooptischen Tensors
R
Rotationsmatrix
S
G Stokes-Vektor
S Vektorkomponente des Stokes-Vektors
t Zeit
()
ˆ
ttΔ Ankunftszeitsignal
T Temperatur
()
U
ω
Jones-Matrix
V Faserparameter
,
Vbc Steuerspannungen
TE
w Torsionsrate
W
G Doppelbrechungsvektor
1
Kapitel 1
Einleitung
Die Entwicklung des Datenübertragungssystemen ist sehr wichtig für die moderne Wirtschaft.
Besonders faseroptische Systeme nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Jede
Übertragungsstrecke, die länger als 30 km ist, jetzt eine faseroptische Strecke ist.
Faseroptische Systemen haben viele Vorteile gegenüber konventionellen Systemen
(Kupferdrähten):
1. Größere Bandbreite
2. Geringere Dämpfung
3. Geringe Abmessungen.
Nachdem das Problem der Chromatischen Dispersion (CD) durch die Entwicklung von
Dispersionskompensatoren im Form von Fasergittern (engl. Fiber Bragg Gitter) [Kas], [Loh],
[San1], Benutzung von Kompensationsfaser [Grü], [Das] gelöst werden konnte und geeignete
Verfahren zur Verstärkung der Signale durch Erbium-dotierte Faserverstärker (EDFA) [Spi],
[Bja] und Raman-Verstärker [Moc], [Aok] zur Verfügung stehen bleibt in
Übertragungssystemen die Bestimmung und Kompensation Polarisationsmoden-Dispersion
(PMD) das Hauptproblem.
PMD ist zur Zeit das größte Hindernis auf dem Wege zur Entwicklung moderner
Datenübertragunssysteme. Im Systemen mit Datenraten ≥40Gbit/s kann PMD die
Übertragungsgüte so stark beeinträchtigen, dass ohne PMD-Kompensator kein fehlerfreier
Datentransfer möglichst.
Um die Übertragungskapazität zu vergrößern, erweitert man in bestehende Strecken zu
WDM-Systemen und benutzt dispersionstolerante Modulationsformate bei
Datenübertragungssystemen.
Hauptursachen für die Entstehung von PMD ist die Abweichung (Änderung) von der
zylindrischen Symmetrie des Faserkernes z.B. bei mechanischem Druck auf die Faser oder
schwankenden Temperaturen. Diese Faktoren können sowohl langsam als auch ziemlich
schnell zeitveränderlich sein. Deswegen muss man ein System haben, das in der Lage ist,
PMD in Echtzeit zu messen und zu kompensieren.
Zur Zeit gibt es generell zwei Verfahren zur Senkung des PMD-Einflusses auf die
Datenübertragung: entweder Wechsel von „alte“ Fasern mit größerem PMD, auf neue Fasern
oder Installation von PMD-Kompensatoren im Übertragungsstrecken. Der zweite Weg ist von
Vorteil, weil er erheblich kostengünstiger ist. Die Einwirkung der PMD auf den Datentransfer
wird mit Vergrößerung des Datenraten weiter zunehmen.
In dieser Arbeit werden einige Fragen der Entwicklung der PMD-Messtechnik betrachtet.
Im zweiten Kapitel werden zuerst die Grundlagen des optischen System betrachtet.
Hier werden auch verschiede PMD-Ursachen erläutert.
Im dritten Kapitel wird eine detailierte Beschreibung der PMD gegeben. Hier wird auch PMD
höherer Ordnung eingeführt.
2
Im vierten Kapitel wird ein Ankunftszeitdetektionsprinzip beschrieben. Hier wird auch die
Arbeitsweise des Phasenregelkreises (PLL) erläutert.
In fünftem Kapitel wird zuerst das Arbeitsprinzip des Polarisationsscrambers erwähnt. Hier
werden theoretische Lösungen für den polarisationsabhängigen Scrambler (PAS) und den
polarisationsunabhängigen Scrambler (PUS) gezeigt. Auch praktische PMD-Messergebnisse
werden diskutiert.
Die Motivation für diese Arbeit war der Aufbau eines Messsystems, das genau schnelle und
zugleich kostengünstig PMD-Signal zu detektieren ermöglichst.
Dieser Signal muss proportional zur DGD sein, und sollte in PMD-Kompensation Aufbau
benutzt werden. Dieser Aufbau hat die besondere Eigenschaft, sich selbst, optimieren zu
können und dabei ständig PMD-Signale Messen zu können.
3
Kapitel 2
Theoretische Grundlagen
In dieser Kapitel werden einige theoretische Grundlagen erläutert, die zur mathematischen
Herleitung und Beschreibung der Polarisationsmodendispersion und deren Kompensation
wichtig sind. Zunächst wird die Wellenausbreitung in einmodigen Wellenleitern betrachtet.
Danach werden Polarisationsbeschreibungsmethoden so wie Jones-Matrix und Jones-Vektor,
Müller-Matrix und Stokes-Vektors diskutiert. Auch wird die Poincaré-Kugel betrachtet, die
eine einfachere Darstellung des Polarisationzustandes liefert. Der lineare elektrooptische
Effekt wird als Arbeitsprinzip der Lithiumniobatskristalle vorgestellt.
2.1 Polarisation in Eigenmoden-Faser
Fasern als Lichtwellenleiter sind normalerweise kreisrund und haben einen Glaskern mit dem
Brechungsindex k
n und einem Glasmantel mit Brechungsindex m
n. Normalerweise muss der
Brechungsindex des Kernes ein wenig größer als der Brechungsindex des Mantels sein (die
schwach führende Faser 1Δ), weil Kern und Mantel annähernd gleich hohe optische
Qualität haben müssen und sich zur Vermeidung innerer Spannungen thermisch gleichartig
ausdehnen sollen [Ung].
0
n
m
n
k
n
0
a
m
r
m
n
km
nn>
km
k
nn
n
−
Δ=
Typische Daten von Quarzglasfasern für Einmodenfasern:
2 125
m
rm
μ
⋅= 210am
μ
⋅
= 0,3%Δ≅
Die Modenfelder der Stufenprofilfaser können analytisch berechnet werden. Verwendet
werden Zylinderkoordinaten , ,rz
ϕ
. Dabei geht man davon aus, daß Kern- und Mantelbereich
homogen sind und an der Kern-Mantel-Grenzfläche müssen die Tangentialkomponenten der
Feldstärken stetig sein.
Die kartesischen Feldkomponenten i
Eund i
H
{
}
,,ixyz=∈ der Moden dieser Faser erfüllen
die Helmholtzgleichung
()
()
2,, 0
ti
kEr z
ϕ
Δ+ =
(2.1)
entsprechend in Kernbereich 222 2
0kk
kkn
β
=−
, und k
n n const
=
=
4
und in Mantelbereich haben 2222
0mm
kkn
β
=−
und m
n n const
=
=,
2
22
11
tr
rr r r
ϕ
∂∂ ∂
⎛⎞
Δ= +
⎜⎟
∂∂ ∂
⎝⎠ ist der Laplaceoperator bezüglich der Koordinaten r und
ϕ
.
Die Feldverteilung einer ausbreitungsfähiger Mode erstreckt sich sowohl über den
Kernbereich als auch über den Mantelbereich der Faser, denn für die Ausbreitungskonstante
β
gilt [Pol]:
00km
kn kn
β
>> . (2.2)
Da die Indexdifferenz
Δ
zwischen Kern und Mantel sehr klein ist
(
)
1Δ, kann man zeigen,
das unter dieser Voraussetzung als geführte Moden nahezu vollkommen einheitlich linear
polarisierte Felder gewählt werden können [Glo]. Solche so genannte ,lp
LP −Moden besitzen
eine transversale elektrische Feldstärke, die nur kartesische Komponente aufweist, o.B.d.A.
kann dies die Ey-Komponente sein.
Ein Separationsansatz in Zylinderkoordinaten
ϕ
r
x
y
z
(, ,) () ( ) jz
y
Er z Fr e
β
ϕϕ
−
=⋅Φ⋅ (2.3)
führt zu zwei gewöhnlichen Differenzialgleichungen für ()
ϕ
Φ
und ()Fr.
Als Lösungen mit nicht singulären Funktionswerten kommen im Kernbereich Bessel-
Funktionen l
J (Erster Art, l-ter Ordnung) in Frage, als Lösungen mit abklingendem
Verhalten im Mantelbereich modifizierte Hankelfunktionen l
K. Die Felder geführter
LP−Moden einer Stufenprofilfaser können damit in folgender Form dargestellt werden:
()
()
0
,0
(, ,) cos( )
,
ll
jz
y
ll
r
Ju Ju für ra
a
Er z Ee l r
Kw Kw für ar
a
β
ϕϕ
−
⎧⎛⎞
≤
≤
⎜⎟
⎪
⎪⎝⎠
=⋅⋅
⎨⎛⎞
⎪
≤
<∞
⎜⎟
⎪⎝⎠
⎩
(2.4)
mit 22 2
k
uakn
β
=−
; 222
m
wa kn
β
=−
und ganzzahligem 0,1,2,...l
=
.
5
Die Lösung der Gleichung (2.4) ist erst dann vollständig, wenn die möglichen
β
−Werte der
verschiedenen Moden bekannt sind. Diese Werte ergeben sich aus den Randbedingungen an
der Kern-Mantel-Grenzfläche: ,,,
zz
E
HEH
ϕϕ
.
Die z-Komponenten von E und H ergeben sich dabei direkt aus den Transversalkomponenten
mit Hilfe der Maxwellschen Gleichungen und sind klein gegen die Transversalkomponenten.
Da die Randbedingugen an der Kern-Mantel-Grenze stetig sein muß, sind für die ,lp
HE
−
Moden in schwach führenden Fasern näherungsweise erfüllt, wenn die Größe u und w der
charakteristische Gleichung
()
() ()
()
11ll
ll
Ju Kw
uw
Ju Kw
−−
=− (2.5)
gehorchen [Glo]. Für den Fall schwacher Führung können die Randbedingungen auch so
formuliert werden, daß y
E
und y
E
r∂∂
stetig sein müssen.
Eine ,lp
LP −Welle entsteht, wen man eine ,lp
HE
−
Welle und eine ,lp
EH −Welle überlagert.
0,p
LP −Wellen bilden einen Sonderfall unter den LP
−
Wellen. Da es die
E
H−Wellen mit
negativer Umfangsordnung 1q=− für diese LP
−
Wellen nicht gibt, sind 0,p
LP −Wellen
identisch mit den 1, p
HE −Wellen. Die 11
HE
−
bzw. 01
LP
−
Welle ist die Grundwelle der
Stufenfaser.
Zur Darstellung der Modeneigenschaften benutzt man die als normierte Frequenz bezeichnete
Größe V, die man folgendermaßen definiert;
22 22 2 2
2
km km
Vkann ann u w
π
λ
=−= −=+
. (2.6)
Diese Größe wird V-Parameter, oder auch normierter Frequenzparameter genannt. Sie hängt
von Kerndurchmesser und Brechzahlen der Faser in Kern und Mantel und auch von
Lichtwellenlänge ab.
Die Phasenkonstante B fasst Ausbreitungskonstante
β
und Betriebswellenlänge
λ
mit den
Brechungsindexes des Kerns und des Mantels zusammen
() ()
2222
22 2 2
1
mm
km km
kn kn
wu
Bnn V V nn
ββ
−−
===−≈
−−
. (2.7)
Die Größe dieser Parameter bestimmt darüber, welche Moden sich in der Faser ausbreiten
können.
Wenn der V-Parameter in Bereich
[
]
0...2.405V∈ liegt, ist nur der so genannte Grundmode
ausbreitungsfähig. Im Fall der Stufenindexfaser ist dies der 11
HE −Mode. Wenn der
Frequenzparameter V>2.405 ist, führt die Faser neben dem 11
HE
−
Mode zuerst noch den
21
HE −, 01
H− und 01
E−Mode [Jeu]. Ausbreitung optischer Signale in der Faser in
verschiedenen Moden kann zur Interferenz zwischen diesen Moden führen und folglich zu
Signalverzerrungen. Um die Signalverzerrungen zu vermeiden, benutzt man bei der
6
Datenübertragung die Faser mit einem Faserparameter V<2.405, eine so genannte Einmoden-
oder Monomodefaser.
Die Feldverteilung des Grundmodus ergibt sich nach Gleichung (2.4) zu
()
()
01
001 001
0
001 001
,
(, ,)
,
jz
y
r
Ju Ju für ra
a
Er z Ee r
Kw Kw für ra
a
β
ϕ
−
⎧⎛⎞
≤
⎜⎟
⎪
⎪⎝ ⎠
=⋅
⎨⎛⎞
⎪≥
⎜⎟
⎪⎝⎠
⎩
(2.8)
wobei sich 01
u und 01
wdurch die normierte Konstante 01
B
ausdrücken lassen.
2
01
01 01
01 01
( ) (1.1428 0.9960/ )
() 1
()
B
VV
uV V B
wV V B
≅−
=⋅ −
=⋅
(2.9)
Die Feldverteilung ist zylindersymmetrisch, die transversale elektrische Feldstärke hat ein
Maximum auf der Achse und fällt im Mantelbereich annährend wie eine Exponentialfunktion
ab.
ra
Intensitätsverteilung LP01-Modus über dem Faserquerschnitt einer Einmodenfaser.
Mit dem Begriff Dispersion bezeichnet man in der optischen Übertragung die Streuung der
Laufzeiten eines gespeisten Signals über das Ensemble der geführten Moden oder über das im
Signal enthaltene Wellenlängen- bzw. Frequenzspektrum. Sie äußert sich im allgemeinen
durch eine Vergrößerung der zeitlichen Dauer von Impulsen bei ihrer Ausbreitung durch die
optische Faser [Mar1]. Die chromatische Dispersion beruht auf der Gruppenlaufzeitstreuung
innerhalb des einziggeführten Grundmodus über der Wellenlänge bzw. Frequenz. Die
chromatische Dispersion kann man bezeichnen als
22
22
12
g
c
D
β
πβ
λ
υλωλω
⎛⎞
∂∂ ∂
===−
⎜⎟
⎜⎟
∂∂∂ ∂
⎝⎠
(2.10)
wobei
g
υ
eine Gruppengeschwindigkeit ist.
7
Die chromatische Dispersion ergibt sich als die Summe der Material- und der
Wellenleiterdispersion. Die Ursachen der Materialdispersion können zurückgeführt werden
auf Resonanzfrequenzen i
ω
, bei denen Licht als elektromagnetische Strahlung von dem
Material absorbiert wird. Die Materialdispersion von reinem Quarzglas hat bei 1276nm
λ
=
eine Nullstelle, für dotierte Gläser liegt diese bei 1,27...1,29 m
λ
μ
=
[Fle]. Die
Wellenleiterdispersion entsteht dadurch, daß sich die Feldausdehnung des Modus mit der
Wellenlänge verändert. In Anwesenheit einer Wellenleiterstruktur mit der kleinen
Brechzahldifferenz 12
nnΔ= − kann für die Wellenleiterdispersion geschrieben werden
()
2
2
1
W
dVB
DV
cdV
λ
=− ⋅Δ⋅ ⋅ . (2.11)
Durch geeignete Wahl von Δ und durch die Gestaltung des Brechzahlprofils kann der
gewünschte resultierende Wert der chromatischen Dispersion D einstellt werden. Für eine
Standardfaser bei 1550nm
λ
= ergibt sich 17 / ( )Dpsnmkm
=
⋅.
Die PMD tritt aufgrund der Gruppenlaufzeitdifferenzen der beiden Polarisationszustände des
Grundmodus in Einmodenfasern auf.
2.2 Beschreibung der Polarisation
Um das PMD-Problem genau zu erläutern, muss man einige mathematische Beschreibungen
der Polarisation des Lichtes geben. Bei der Ausbreitung des Lichtes in der optischen Faser
kann der Polarisationszustand sich ändern. Um den Polarisationszustand zu definieren,
benutzt man den Jones-Vektor und Stokes-Vektor-Formalismus. Die Eigenschaften des
Mediums beschreibt man mit Hilfe der Jones-Matrix und der Müller-Matrix. Graphisch lässt
sich der Polarisationszustand mit Hilfe der Poincaré-Kugel darstellen.
2.2.1 Jones-Matrix und Jones-Vektor
Wie aus dem vorangegangenen Kapitel folgt, kann man das Feld des Grundmodes einer
Einmodenfaser als transversale elektromagnetische Welle betrachten. Eine vollständig
polarisierte elektromagnetische Welle und ihre Transformation beim Durchgang durch das
optische Medium lässt sich durch die Jones-Matrix und den Jones-Vektor beschreiben werden
[Jon].
Der Polarisationszustand der vorangegangenen ebenen Welle wird durch den komplexen
Jones-Vektor beschrieben
0
()
0
(,) jtz
Ezt Ee
ω
β
−
=
. (2.12)
hier ist 0
ω
die Kreisfrequenz, und
β
ist die Ausbreitungskonstante.
Diese Gleichung kann man auch in zwei Bestandteile in den Koordinaten x und y zerlegen
00
() ()
cos cos sin sin
ˆˆ
(,) sin cos cos sin
x
y
j
x
jtz jtz
xx yy j
y
Ee j
Ezt Ee Ee e e j
Ee
ϕ
ωβ ωβ
ϕ
ϑ
εϑε
ϑ
εϑε
−−
⎡⎤ +
⎡
⎤
=+= =
⎢⎥
⎢
⎥
−
⎣
⎦
⎢⎥
⎣⎦
. (2.13)
Hier ist
ϑ
der Azimutwinkel und
ε
der Elliptizitätswinkel
8
Eine anschauliche Darstellung der Polarisation kann man in Form der Polarisationsellipse
gewinnen.
x
E
y
E
ε
ϑ
ˆ
x
E
E
x
e
y
e
ˆ
y
E
y
z
x
Abbildung 2.1: Polarisationsellipse Darstellung.
Der komplexe Vektor
cos cos sin sin
sin cos cos sin
x
y
j
x
x
j
yy
Ee
Ej
JEj
Ee
ϕ
ϕ
ϑ
εϑε
ϑ
εϑε
⎡⎤ +
⎡⎤
⎡
⎤
== =
⎢⎥
⎢⎥
⎢
⎥
−
⎣
⎦
⎢⎥
⎣⎦⎣⎦
(2.14)
wird Jones-Vektor [Ass] genannt.
Der normierte Jones-Vektor, der in der Praxis gebräuchlich ist, lässt sich in folgender Form
schreiben:
)
(
22
1
yx
x
j
y
xy
E
JEe
EE
ϕϕ
−
⎡⎤
=⎢⎥
+⎢⎥
⎣⎦
(2.15)
wobei
x
y
ϕ
ϕ
− eine relative Phasendifferenz zwischen den Feldkomponenten ist.
Mit verschiedenen Phasendifferenz und Größen
x
E und y
E kann man beliebige
Polarisationszustande der optischen Welle darstellen. Einige spezielle Polarisationen sind in
Tabelle (2.1) zusammengefasst.
1
0
H
E⎛⎞
=⎜⎟
⎝⎠
0
1
V
E⎛⎞
=⎜⎟
⎝⎠
1
1
1
2
P
E⎛⎞
=⎜⎟
⎝⎠
1
1
1
2
Q
E⎛⎞
=⎜⎟
−
⎝⎠
1
1
2
R
E
j
⎛⎞
=⎜⎟
⎝⎠
1
1
2
L
E
j
⎛⎞
=⎜⎟
−
⎝⎠
9
Tabelle 2.1 Jones-Vektoren Polarisationszustände.
H,V horizontale, vertikale Polarisation,
P,Q
±
45° lineare Polarisation,
R,L rechts/links zirkulare Polarisation.
Für einen beliebigen Polarisationszustand 1
J kann man einen anderen 2
J finden, so dass die
beiden orthogonal zueinander sind
12 0JJ
+=. (2.16)
Hier bedeutet „+“ hermitesch konjugierter Vektor.
Diese Eigenschaft kann man leicht demonstrieren, indem man einige Polarisationen aus
Tabelle (2.1) einsetzt:
0
0
0
HV
PQ
RL
EE
EE
EE
+
+
+
⋅=
⋅=
⋅=
. (2.17)
Der Effekt der Polarisationstransformation bei Durchgang über Optisches Medium lässt sich
mit der 2×2 Jones-Matrix U beschreiben. Dabei sind Eingangspolarisation ein
J und
Ausgangspolarisation aus
J verbunden durch die Formel:
()
aus ein
JU J
ω
=⋅
. (2.18)
Wenn das optische Medium keine polarisationsabhängige Verluste (Dämpfungen) oder
polarisationsabhängigen Verstärkungen hat, kann das Medium als unitäre Jones-Matrix in der
Form:
() ()
(
)
() ()
12
21
uu
Uuu
ω
ω
ω
ω
ω
++
⎡⎤
=⎢⎥
−
⎣⎦
(2.19)
mit
() ()
22
12
1uu
ωω
+=
beschrieben werden. Die komplexen Matrix-Elemente
(
)
1
u
ω
und
()
2
u
ω
sind
frequenzabhängig. [Pol2].
2.2.2 Müller-Matrix und Stokes-Vektor
Verschiedene Polarisationszustände sind sehr übersichtlich darzustellen, wenn man
den Stokes-Vektor
[
]
0123
T
SSSSS=
und Poincaré-Kugel dafür benutzt [Hec].
Der Jones-Formalismus ist sehr gebräuchlich, wenn es sich um vollständig polarisiertes Licht
handelt. Im Falle nicht vollständiger oder partieller Polarisation ist eines der Elemente des
10
Jones-Vektors ˆ
x
E, ˆy
E und der Phasendifferenz
x
y
ϕ
ϕ
−
nicht konstant, und der momentane
Wert ist nicht identisch mit dem mittleren Wert.
Um partiell polarisiertes Licht zu beschreiben, verwendet man den Stokes-Vektor, dessen
Elemente in dieser Form gegeben sind:
**
22
0**
22
1
**
2
**
3
() () () ()
() () () ()
() () () ()
2cos( )
2sin( ) () () () ()
xx yy
xy
xx yy
xy
xy yx
xy x y
xy x y xy yx
EtEt EtEt
EE
SEtEt EtEt
EE
S
SSEtEt EtEt
EE
SEE
j
EtEt EtEt
ϕϕ
ϕϕ
⎡
⎤
⎡⎤
+
+
⎡⎤
⎢
⎥
⎢⎥
⎢⎥
⎢
⎥
⎢⎥
−
−
⎢⎥
⎢
⎥
⎢⎥
== =
⎢⎥
⎢
⎥
⎢⎥
+
−
⎢⎥
⎢
⎥
⎢⎥
⎢⎥
⎣⎦
⎢
⎥
⎢⎥
−−
⎣⎦
⎣
⎦
. (2.20)
Jede Polarisation S
wird charakterisiert durch Azimutwinkel
ϑ
und Elliptizitätswinkel
ε
,
denen ein Punkt auf der Poincaré-Kugel [Poi1], [Joh1] entspricht.
R
L
P
Q
V
H
2
ϑ
S
2
ε
2
S
3
S
1
S
O
Abbildung 2.2: Darstellung der Polarisation auf Poincaré-Kugel.
H,V horizontale, vertikale Polarisation,
P,Q ±45° lineare Polarisation,
R,L rechts/links zirkulare Polarisation.
Jedem Punkt auf der Oberfläche lässt sich eine bestimmte Polarisation zuordnen, der die
„geometrische Länge“ 2
θ
und „geometrische Breite“ 2
ε
hat. Umgekehrt gehört auch
eindeutig zu jeder Polarisation ein Punkt auf der Poincaré-Kugel.
Für den normierten Stokes-Vektor und die geometrische Position des Stokes-Vektors auf der
Poincaré-Kugel gilt:
11
() ()
() ()
()
22
22
1,
2, 22
3,
22
cos 2 cos 2
2cos( )
sin 2 cos 2
sin 2
2sin( )
xy
xy
nxy x y
nn
xy
n
xy x y
xy
EE
EE
SEE
SS EE
SEE
EE
θ
φ
ϕϕ
θ
φ
φ
ϕϕ
⎡⎤
−
⎢⎥
+
⎢⎥
⎢⎥
⎡⎤
⎡
⎤
−
⎢⎥
⎢⎥
⎢
⎥
== =
⎢⎥
⎢⎥
⎢
⎥
+
⎢⎥
⎢⎥
⎢
⎥
⎣
⎦
⎣⎦
⎢⎥
−
⎢⎥
⎢⎥
+
⎣⎦
. (2.21)
Der Polarisationsgrad ( eng. Degree of Polarization, DOP) des Lichtes ist definiert als
222
123
0
SSS
DOP S
++
=. (2.22)
Wenn DOP=1 ist, ist das Licht vollständig polarisiert. Vollständig depolarisiertes Licht
entspricht dem Stokes-Vektor
[
]
1000
T
S=
und wird als Mittelpunkt der Poincaré-
Kugel dargestellt. Partiell polarisiertes Licht kann man sich als einen Punkt innerhalb der
Kugelhülle vorstellen.
Analog zur Jones-Matrix im Jones-Formalismus kann man die 4 4
×
Müller-Matrix für den
Stokes-Vektorraum verwenden. In diesem Fall werden Ausgangs- und Eingangsvektor in
Stokes-Raum durch eine Müller-Matrix in folgender Form verbunden:
aus ein
SMS=
. (2.23)
Wenn das Medium keine Verluste und Verstärkung hat, kann man die auf 33× Elemente
reduzierte Müller-Matrix G und normierte Stokes-Vektoren
[
]
123
T
SSSS=
verwenden.
Zum Beispiel kann man eine Polarisationstransformation betrachten, wenn die reduzierte
Müller-Matrix eine Drehmatrix ist. Wenn die Eigenmoden der Drehmatrix parallel zum 1
S-
Achse sind, kann man diese Matrix in Form schreiben:
10 0
0cos sin
0sin cos
G
ϕ
ϕ
ϕ
ϕ
⎡⎤
⎢⎥
=−
⎢⎥
⎢⎥
⎣⎦
. (2.24)
Dann ergibt sich für
[
]
010
ein
S=
eine Drehung um den Verzögerungswinkel
ϕ
:
0
cos
sin
aus ein
SGS
ϕ
ϕ
⎡⎤
⎢⎥
=⋅ =
⎢⎥
⎢⎥
⎣⎦
. (2.25)
12
2.2.3 Kohärenz-Matrix
Den Polarisationszustand kann man auch mit Kohärenz-Matrizen [Man], [Bor], [Wol]
beschreiben. Damit lässt sich vollkommen polarisiertes und unpolarisiertes Licht modellieren.
Die Kohärenz-Matrix K lautet
**
**
xx xy
x
xxy
yx yy
yx yy
EE EE KK
EE KK
EE EE
+⎡⎤
⎡
⎤
⎢⎥
=⋅ = =
⎢
⎥
⎢⎥
⎣
⎦
⎣⎦
K . (2.26)
Eine beliebige Kohärenz-Matrix kann man als die Summe von zwei Matrizen, die jeweils nur
vollständig polarisiertes und vollständig unpolarisiertes Licht darstellen, beschreiben.
Die Spur von der Kohärenz-Matrix definiert die Intensität des Lichtes,
[
]
**
x
xyy xx yy
spur K K E E E E=+= +K. (2.27)
Kohärenz-Matrix und Jones-Matrix beschreiben die Umwandlung des teilpolarisierten
Lichtes, das sich im linearen nicht depolarisierenden Medium ausbreitet. Für die
Beschreibung der Ausbreitung des Lichtes durch ein depolarisierendes Medium wird die
Müller-Matrix benutzt.
Für vollständig unpolarisiertes Licht gilt: 0
xy yx
KK
=
= und
x
xyy
KK
=
.
Für vollständig polarisiertes Licht gilt:
x
yxxyy
KKK= und damit folgt,
dass die Kohärenz-Matrix auch hermitesch ist,
()
det 0
xx yy xy xy
KK KK=−=K. (2.28)
Im Fall des vollständig polarisierten Lichtes ist die Korrelation zwischen den beiden
Polarisationsrichtungen perfekt.
Polarisationsgrad zusammen mit Kohärenz-Matrix wird als Beziehung der Intensität
vollständig polarisiertes Licht zum vollen Lichtintensität definieren und wird in der Form
()
()
2
det
14Pspur
=−
⎡⎤
⎣⎦
K
K (2.29)
beschrieben.
Die vier Stokes-Parameter
()
0, 1, 2, 3
T
SSSSS=
sind mit den Elementen der Kohärenz-Matrix
über
()
0
1
2
3
xx yy
xx yy
xy yx
yx xy
KK
S
KK
S
SKK
S
SjK K
+
⎡⎤
⎡⎤⎢⎥
⎢⎥ −
⎢⎥
⎢⎥
==
⎢⎥
+
⎢⎥⎢⎥
⎢⎥ +
⎢⎥⎢⎥
⎣⎦⎣⎦
(2.30)
13
verbunden.
Für die Beschreibung der Polarisation und deren Transformation in verlustfreien Medien
benutzt man oft die 2×2 Spin Pauli-Matrizen [Mes], [Hua], [Gor1]
01 23
10 10 01 0-j
, , ,
01 0-1 10 j0
σσσσ
⎡⎤ ⎡ ⎤ ⎡⎤ ⎡⎤
== ==
⎢⎥ ⎢ ⎥ ⎢⎥ ⎢⎥
⎣⎦ ⎣ ⎦ ⎣⎦ ⎣⎦
. (2.31)
Der Zusammenhang zwischen Stokes-Parametern, Kohärenz-Matrix und Pauli-Spin-Matrizen
ist durch
()
, 0, 1, 2, 3
ii
S spur i
σ
==K (2.32)
definiert. Umgekehrt gilt
3
0
1
2ii
i
S
σ
=
=∑
K. (2.33)
Die Polarisationstransformation wird als 4
×
4 Müller-Matrix berechnet:
()
1
2
ij i j
M spur J J
σ
σ
+
= (2.34)
wobei J eine Jones-Matrix ist.
Die Kohärenz-Matrix kann man auch als Funktion des Jones-Vektors J (2.14) darstellen:
**
**
**
xx xy
x
xy
yyx yy
EE EE
E
JJ E E
EEE EE
+⎡⎤
⎡⎤ ⎢⎥
⎡⎤
⋅= = =
⎢⎥
⎣⎦
⎢⎥
⎣⎦ ⎣⎦
K. (2.35)
Dabei bezeichnet + die Transposition einer Matrix.
Der Jones-Vektor wird im Polarisationsmedium transformiert, gemäß der Regel (2.18):
()
aus ein
JU J
ω
=⋅
.
Die Kohärenz-Matrix wird wie folgt transformiert:
()
=
aus UJ UJ UJJ U U JJ U
+++ ++
⋅⋅ ⋅ = ⋅⋅ ⋅ = ⋅ ⋅K (2.36)
so dass gilt
aus ein
UU
+
=⋅ ⋅KK. (2.37)
14
Gleichung (2.37) ist die Hauptregel zur Ausbreitung teilweise polarisierten Lichtes durch ein
linear nicht depolarisierendes optisches Medium.
2.3 Doppelbrechung
Der Effekt der Doppelbrechung in einer optischen Faser lässt sich durch Anisotropie der
Faser erklären. Im isotropen Medium hängt die Ausbreitungskonstante
β
nicht von der
Wellenausbreitungsrichtung ab ( konst
β
=
) während sie im anisotropen Medium
β
eine
ortsabhängige Funktion ist ( , , )
x
yz
β
β
=, d.h. dass zwei orthogonale ebene Welle
x
E
und y
E
unterschiedliche Phasen- und Gruppengeschwindigkeiten besitzen. Diese Eigenschaft der
Abhängigkeit der Brechzahl von der Polarisationsrichtung wird in der Optik als
Doppelbrechung bezeichnet.
Die Ursachen, die die Doppelbrechung in der Faser hervorrufen, können unterschiedlich sein.
Hauptursachen für die Doppelbrechung sind:
– Nicht ideal kreissymmetrische Faser aufgrund der Herstellung. Der Kern selbst ist
nicht exakt rund, sondern leicht elliptisch.
– Mechanischer Druck;
– Krümmungen;
– Torsionen.
Auch Temperaturschwankungen beeinflussen die Doppelbrechung.
x
n
y
n
Abbildung 2.3: Optische Faser unter mechanischem Druck und Biegung.
Die Differenz zwischen den zwei Ausbreitungskonstanten für die beiden Eigenmoden ist ein
Maß für die Polarisationsveränderung
2
y
x
xy
n
nnn
cc c
ω
ωωπ
ββ β λ
⋅
⋅⋅Δ
Δ= − = − = = ⋅Δ. (2.38)
Dabei ist
ω
- die Kreisfrequenz der Signale,
c- die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum,
λ
- die Lichtwellenlänge;
Doppelbrechung kann den Polarisationszustand in der Faser ändern.
Bei Ausbreitung zweier Eigenmoden in leicht doppelbrechender Faser wächst die
Phasendifferenz beiden Moden
φ
Δ kontinuierlich mit der Faserlänge.
15
B
L
Schnelle
Achse
Achse
Langsame
Abbildung 2.4: Die Doppelbrechung in der optischen Faser ändert die Eingangspolarisation
von linear nach elliptisch, zirkular, elliptisch, linear,...
Ist die Phasendifferenz gleich 2
π
, so reproduziert sich der Polarisationszustand. Diese Länge
B
L nennt man Schwebungslänge
2
B
Ln
π
λ
β
==
ΔΔ
. (2.39)
Die Schwebungslänge B
L für eine einmodige Faser bei 7
10n
−
Δ≈ und 1550nm
λ
= entspricht
≈15m. Für die stark doppelbrechende Faser liegt die Schwebungslänge im Bereich von
110 ;mm− eine schwach doppelbrechende Faser besitzt eine Schwebungslänge von 100m und
mehr [Nor].
Durch externe Einflüsse können die Polarisationseigenschaften der optisch doppelbrechenden
Faser sehr stark variieren.
In einer doppelbrechenden Faser breitet sich Licht in einer schnellen und einer langsamen
Achse mit unterschiedlichen Gruppengeschwindigkeiten aus. Die Differenz zwischen den
Gruppengeschwindigkeiten ergibt den differenziellen Gruppenlaufzeitunterschied
(differential group delay – DGD)
g
Ld ndn
LL
dccd
βω
τυω ω
ΔΔ Δ
⎛⎞
Δ= =⋅ = +
⎜⎟
Δ⎝⎠
(2.40)
wobei
g
υ
Δdie Differenz der Gruppengeschwindigkeiten in den beiden Eigenmoden ist.
τ
Δ
Langsame
Achse
Achse
Schnelle
16
Abbildung 2.5: Impulsaufspaltung aufgrund der Doppelbrechung.
Üblicherweise liegt die Größe L
τ
Δ im Bereich.0.05 1
p
skm….
Abbildung 2.5 zeigt Impulsverbreiterung aufgrund der Doppelbrechung.
Dieses Modell ist nur für die kurzen Strecken gültig, weil in längeren Strecken die
Doppelbrechung nicht konstant ist und sich entlang der Faser mit der Zeit ändern kann.
Um die Polarisationstransformation in einer langen Faser zu analysieren, muss man die Faser
in kurze Abschnitte lΔ zerlegen.
Die Polarisationänderung im Faserstück l
Δ
wird durch eine Jones-Matrix dj beschrieben, die
nur infinitesimal von der Einheitsmatrix I abweicht
11 21
12 22
() ()
() () ()
ll
dj j l dl j dl
ll
μμ
μμ
μ
⎛⎞
=− =−⎜⎟
⎝⎠
ΙI. (2.41)
Die Matrix ()l
μ
hat die Bedeutung einer lokalen längenbezogenen Änderungsrate der
Polarisation.
Die Matrix ()l
μ
ist hermitesch, ihre Elemente 11 12 21 22
(), (), (), ()llll
μ
μμμ
hängen vom
lokalen Doppelbrechungseffekt ab.
Das Produkt aller Jones-Matrizen ergibt den gesuchten Polarisationszustand
()
El
0
() ( ) (0)
l
k
El djk E
=
=⋅
∏
(2.42)
wobei (0)
E
der lokale Polarisationszustand bei 0l
=
ist.
Ist ein doppelbrechendes Element homogen, so lassen sich seine Eigenschaften durch die
Transformationsmatrix
M
2
2
0
0
j
j
e
M
e
τ
ω
τ
ω
Δ
Δ
−
⎛⎞
⎜⎟
=⎜⎟
⎜⎟
⎝⎠
(2.43)
und die Rotationsmatrix
R
cos sin
sin cos
i
i
e
Re
φ
φ
θθ
θθ
−
⎛⎞
−⋅
=⎜⎟
⋅
⎝⎠
(2.44)
beschreiben [Mar].
Die Gesamtübertragungsmatrix D wird in der Form
1
DRMR
−
=⋅ ⋅ (2.45)
angegeben.
Die Eigenvektoren
(
)
d
±
der Matrix D lassen sich als Spaltenvektoren der Rotationsmatrix
bestimmen.
17
()
()
cos
sin
sin
cos
i
i
de
e
d
φ
φ
θ
θ
θ
θ
+
−
−
⎫
⎛⎞
=⎪
⎜⎟
⎝⎠
⎪
⎬
⎛⎞
−⎪
=⎜⎟
⎪
⎝⎠
⎭
(2.46)
Für 0
φ
= ist das Element linear-doppelbrechend, für ( 90
φ
=
±,45
θ
=) ist das Element
rechts- bzw. linkszirkular-doppelbrechend.
In allen anderen Fällen ist das Element elliptisch-doppelbrechend.
Für ein homogenes doppelbrechendes Element mit elliptischen Eigenmoden lässt sich eine
Polarisationstransformation als Kreisbahn auf der Poincaré-Kugel darstellen.
2
S
3
S
1
S
(0)
E
()El
()
d
+
Abbildung 2.6: Darstellung einer Polarisationstransformation als Kurve auf der Poincaré-
Kugel.
Die Ebene, die man bei einem Schnitt entlang der Kreisbahn erhalten würde, steht senkrecht
auf der Eigenmodenachse
()
,dd
+−
.
Der Polarisationszustand ()El
ändert sich bei einer Änderung
ω
Δ
der Trägerfrequenz. Diese
Änderung kann in der Form
d
Ld
φ
β
τ
ω
ω
Δ
Δ= =⋅
Δ (2.47)
geschrieben werden.
18
2.4 Modenkopplungseffekt
Fasern für die optische Nachrichtentechnik sind gewöhnlich schwach führend, d.h. für ihre
relative Indexdifferenz Δ zwischen Kern und Mantel gilt 1
Δ
. Als geführte Moden können
nahezu vollkommen einheitlich linear polarisierte Felder gewählt werden. Diese Felder lassen
sich in zwei orthogonale Moden (die sog. Polarisationsmoden) aufteilen. Störungen der
Zirkularsymmetrie der Faser oder der Isotropie des Materials führen auch lokal zur
Ausbildung zweier orthogonaler Polarisationsmoden, die unterschiedlichen Laufzeiten durch
die Faser haben. Variieren die Störungen entlang der Faser, dann koppelt Licht zwischen den
Polarisationsmoden hin und her.
Die Doppelbrechung ist in einer reellen einmodigen Faser nicht konstant, sondern ändert sich
stochastisch entlang der Faser. Um diesen Effekt genauer zu verstehen, muss man sich die
Faser in kleine Stücke zerteilt denken, in denen die Doppelbrechung jeweils konstant ist. Die
modengekoppelte Struktur durch Kaskadierung von doppelbrechenden Elementen und die
Impulsaufspaltung sind in der Abbildung 2.7 dargestellt.
. . .
. . .
Abbildung 2.7: Impulsaufspaltung aufgrund der lokalen Doppelbrechung im kaskadierten
System.
Jedes Faserstück kann durch die Orientierung der Eigenmoden und eigene DGD (,,)
τ
θφ
Δ
beschrieben werden. Die Gesamt-Jones-Matrix ()U
ω
dieses System muss alle DGDs und
Orientierungen berücksichtigen
() () ()
1
11
NN
iiii
ii
UDRMR
ωω ω
−
==
==
∏∏ . (2.48)
Der Ausgangs Jones-Vektor kann in folgender Form geschrieben werden
() () ()
aus ein
EUE
ω
ωω
=
. (2.49)
Zufällige Modenkopplung und eine entsprechende Gesamt-PMD hängt besonders stark von
der Temperatur ab, weil Temperaturschwankungen faserinterne Spannungen verursachen. Die
Größe der PMD ist auch von der Zeit und der Trägerfrequenz abhängig; deshalb muss sie als
ein stochastischer Prozess betrachtet werden.
Genauer wird der stochastische Charakter der PMD im folgenden Kapitel beschrieben.
19
2.5 Linearer elektrooptischer Effekt (Pockels-Effekt)
Es gibt Kristalle, die beim Anlegen eines elektrischen Feldes doppelbrechend werden. Dieser
Effekt heißt elektrooptischer Effekt. Wenn die Änderung der Brechzahl linear proportional
zum angelegten Feldstärke ist, spricht man vom linearen elektrooptischen Effekt (Pockels-
Effekt), obwohl das Medium und damit der Effekt eigentlich nichtlinear ist. Das Wort
„linear“ bezieht sich hier auf die lineare Abhängigkeit des Suszeptibilitätstensors
χ
vom
elektrischen Feld.
Der Suszeptibilitätstensor der Lithiumniobatkristalle kann in der Form
0
χχ
=+Δ
(2.50)
dargestellt werden.
Dabei repräsentiert 0
χ
die Eigenschaften des unbeeinflußten Materials und Δ
die
Änderungen durch das angelegte äußere elektrisches Feld. Die Änderungen des inversen
dielektrischen Tensors durch den linearen elektrooptischen Effekt werden durch
3
1
Lm m
m
rE
=
Δ=∑
, 1...6L= (2.51)
beschrieben, wobei Lm
r die Koeffizienten des linearen elektrooptischen Tensors und m
E die
Komponenten des von außen angelegten elektrischen Feldes repräsentieren.
Für die Kristalle LiNbO3 mit der trigonaler Struktur 3m gilt
22 13
22 13
33
3
51
51
22
0
0
00
ˆ00
00
00
m
rr
rr
r
rr
r
r
−
⎡⎤
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
=⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
−
⎢⎥
⎣⎦
. (2.52)
Die entsprechende Zahlenwerte der Koeffizienten sind in folgende Tabelle
zusammengefasst[Yar], [Kam]. Die elektrooptischen Koeffizienten haben die Einheit
12
10 mV
−
Koeffizient f<1MHz f>1MHz
13
r 9,6 8,6
22
r 6,8 3,4
33
r 30,9 30,8
51
r 32,6 28
In isotropen Medien ist die Phasengeschwindigkeit konstant.
Die Phasengeschwindigkeit ist definiert als Differentialquotient von z und t
20
dz
dt k
ω
ν
==. (2.53)
k ist die Wellenzahl.
Ein Lichtstrahl, der in einen anisotropen Kristall einfällt, spaltet sich i.a. in zwei senkrecht zu
einander linear polarisierte Strahlen auf, die sich unterschiedlich schnell durch den Kristall
bewegen.
Dieses Phänomen bezeichnet man als Doppelbrechung des Kristalls. Die Achsen des so
genannten Indexellipsoids geben die Größe der Brechungsindizes an.
Lithiumniobat ist die trigonale Kristallstruktur mit der Punktgruppe 3m, Kristalle dieser
Gruppe sind optisch einachsig ( 222
120
nnn==,22
3e
nn
=
).
Das Indexellipsoid für LiNbO3 sieht so aus:
()
33 3
16 5
2
11 1
0
333
624
2
111
0
33 3
54 3
2
11 1
1
11
1
nn nn nn
nn nn nn
nn nn nn
e
rE rE rE
nx
xyz rE rE rE y
nz
rE rE rE
n
⎛⎞
+
⎜⎟
⎜⎟
⎛⎞
⎜⎟
⎜⎟
+=
⎜⎟
⎜⎟
⎜⎟
⎜⎟
⎝⎠
⎜⎟
⎜⎟
+
⎜⎟
⎝⎠
∑∑ ∑
∑∑∑
∑∑ ∑
(2.54)
oder
()()
()
()
() ()
222 2
12 13 22 23
22
33 42 51 61
1/ 1/
1/ 2 2 2 1
oyz oyz
ez y x x
nrErEx nrErEy
n r E z r E yz r E xz r E xy
++ + ++
++ + + + =
. (2.55)
2.6 Polarisationsregelung
Unter Polarisationsregelung versteht man eine automatisierte
Polarisationszustandtransformation von einem beliebigen Punkt auf der Poincaré-Kugel zu
einem anderen beliebigen Punkt auf der Poincaré-Kugel. Polarisationsregelung ist sehr
wichtig in optischen Übertragungssystemen. Bei kohärenten optischen Systemen muss der
Polarisationszustand der angekommenen optischen Welle an den der Lokallaser Lichtwelle
angepasst werden. Die erwünschte Überlagerung der Empfangslichtwelle mit einer lokalen
Lichtquelle ist nur bei aneinander angepassten Polarisationszuständen konstruktiv. Eine
Änderung der Polarisationszustände wird bei mehreren Aufgaben benötigt, dazu zählen:
1. Polarisationsmodendispersionskompensation in Übertragungsstrecken (PMD-
Kompensation)
2. Polarisationsmodulation für Polarisationsscrambling
3. Polarisationsregelung im Empfänger z.B. in Polarisationsmultiplex-Systemen
4. Polarisationsanpassung in optische Sensoren
Um eine endlose Polarisationsregelung zu realisieren, braucht man einen passenden
Polarisationsregler. Unter Begriff endlose Polarisationsregelung versteht man eine solche
21
Polarisationsregelung, bei der die Regelungselemente mit ihrem begrenztem Regelbereich
eine beliebige Polarisationstransformation ermöglichen. Um eine endlose
Polarisationstransformation zu realisieren müssen einige problematische Regelelemente
zurückgesetzt werden, wenn sie sich ihrem physikalischen Grenzbereich nähern.
Solche Prozeduren heißen Rücksetzprozeduren [Ulr2], [Wal1], [Noé2], [Noé3].
Polarisationsregler kann man in folgende Gruppen einteilen:
1. Mechanische Polarisationsstellglieder
2. Elektrische Polarisationsstellglieder
3. Magnetische Polarisationsstellglieder
4. Wärmegesteuerte Polarisationsstellglieder
Mechanische Polarisationsstellglieder sind z.B. Faserquetscher [Kra1], rotierende
Verzögerungsplatten [Ima1], Faserbiegungen [Oko1], [Oko2] oder piezokeramische Zylinder
mit Polarisationserhaltender Faser [Wal1]. Sie können so dimensioniert werden, dass sie als
Viertelwellenlängenplatte (QWP) oder als Halbwellenlängenplatte (HWP) betrachtet werden
können.
Trotz der prinzipiellen Möglichkeit zur Verwendung dieser Regler für eine
Endlospolarisationsregelung, kann man diese nur selten für eine langsamere
Polarisationsregelung benutzen.
Die größte Nachteile für mechanische Polarisationsregelungselementen sind Materialalterung
und eine sehr kleine Regelgeschwindigkeit.
In der Praxis benutzt man rotierende Faserspulen, die als HWP oder als QWP aufgewickelt
sind. Diese Faserspulen haben einstellbaren Eigenvektoren und eine feste relative
Phasenverzögerung der langsameren gegenüber dem schnelleren Eigenmoden [Wal1].
Nematische und smektische Flüssigkristalle (Deformed Helix Ferroelectric Liquid Cristalls
(DHF-FLC) können auch für Zwecke der endlosen Polarisationsregelung in der optischen
Übertragung benutzt werden [Mir1], [Hin1], [Asc1], [Ber1].
Die FLCs sind nicht-mechanische Polarisationstransformatoren.
Gegenüber zu den Faserspulen FLCs besitzen feste Eigenvektoren und eine einstellbare
Phasenverzögerung. In der Praxis hat jede FLC eine begrenzte Phasenverzögerung, und um
damit eine endlose Polarisationsregelung zu realisieren, muss man solche FLCs in Kette
kombinieren. Es wurde theoretisch nachgewiesen, dass man für eine vollständige
Modenkonversion wurde 6 FLC benötigt [Noé1].
Zu den Nachteilen von FLC für faseroptische Systeme zählen:
1. Spannungsabhängige Signaldämpfung.
2. Zeitliche Instabilität
3. Im Vergleich zu LiNbO3-Kristallen sind FLC relativ langsam. Die typische
Zeitkonstante für DHF beträgt ca. 200µs.
Deshalb wurden FLC bislang nicht zur Polarisationsregelung verwendet.
Zu den Vorteilen von FLC gegenüber LiNbO3 zählen die kleinen Aussteuerspannugen von 0
bis 10 Volt für FLC gegenüber bis zu 100 Volt für LiNbO3.
Eine wichtige Rolle in Polarisationsübertragungsystemen spielen Ti:LiNbO3-Bauelemente.
22
Auf Basis dieser Kristalle lassen sich verschiedene optische Komponente z.B. Modulatoren,
Polarisationsregler, Schalter, Polarisationsmodendispersionskompensatoren (PMDC)
aufbauen.
Für die Ti:LiNbO3 bleibt der lineare elektro-optische Effekt (Pockels-Effekt) des LiNbO3
erhalten (s. Kapitel 2.5).
Lithiumniobat betrachtet man als ein verlustfreies elektrisch anisotropes und magnetisch
isotropes
()
0
μ
μ
= Medium.
Für die Polarisationsregelungszwecke, also PMD-Messung und Kompensation, werden nun
zwei verschiedene Konfigurationen vorgestellt.
Die erste ist ein x-Schnitt Ti:LiNbO3-Bauelement mit z-Ausbreitungsrichtung mit isotropem
Wellenleiter, der parallel zur z-Achse orientiert ist [Tha1], [Tha2].
b
V2
b
V2
3
:Ti LiNbO
z
y
x
3
:Ti LiNbO
z
y
x
C
V
Abbildung 2.8: TE-TM-Modentransformator mit 3 abgetrennten Elektroden für die
effektive Phasenschiebung und Modenkonversion.
Der Polarisationsregler besitzt drei Elektroden, eine direkt über dem Wellenleiter und zwei
flankierende. Es werden zum Betrieb zwei unabhängige Steuerspannungen
b
V und c
V
angelegt.
Die zwischen die beiden äußeren Elektroden angelegte Spannung
b
V erzeugt ein Feld in y-
Richtung und erzeugt über 22
r eine Phasendifferenz in den Ausbreitungskonstanten:
3
TM 0 22
1
2y
nnrEΔ∝+ , (2.56)
3
TE 0 22
1
2y
nnrEΔ∝− , (2.57)
()
3
022TE TM y
nnnrE
δ
=Δ −Δ ∼. (2.58)
Wenn man die Spannung c
V hinzuschaltet, erzeugt c
V ein vertikales elektrisches Feld und
einer Modenkopplung von TE- und TM-Moden über den Koeffizienten
()
61 22
rr=−
3
022
x
knrE∼. (2.59)
23
Beide elektrische Felder werden gleichzeitig an den Kristall angelegt und der entsprechende
Orientierungswinkel des linearen Retarders wird in der Form
()
2
tan
x
y
E
k
dE
δ
=∼ (2.60)
angegeben.
Die Verzögerung beträgt
22
12dkL
δ
=, (2.61)
wobei L die Länge einer Elektrode ist.
Aus (2.60) und (2.61) folgt:
()
12
cos
y
Ed d∼ (2.62)
()
12
sin
x
Ed d∼. (2.63)
Legt man beide Spannungen an den Kristall, ermöglicht das eine gleichzeitige Einstellung
von Verzögerungswinkel und Orientierungswinkel.
Wenn diese zwei Spannungen gleichzeitig an den Kristall angelegt werden, wird eine
Verzögerung
22 22
M
CPS x y
EE
ϕϕ ϕ
=+ +∼ (2.64)
von (2.62) und (2.63) zwischen linearen polarisierten Eigenmoden erzeugt, die durch den
normierten Stokes-Vektor
0
T
PS MC
ϕϕ
ϕϕ
⎡⎤
±⎢⎥
⎣⎦
(2.65)
gegeben ist. Weil die Eigenmoden in der 12
SS
−
-Ebene im Stokes-Raum liegen, ist die beste
Eingangspolarisation zirkular
[
]
00 1
T
±
. In der Praxis ist es nicht der Fall, aber man kann
mit einer 4
λ
Platte eine beliebige feste Polarisation in eine zirkulare Polarisation umwandeln.
Mathematisch kann man den resultierenden Vektor SC
S
in der Form
()
()
22
22 2
22
222
cos 1 cos sin
0
1cos cos sin 0
1
sin sin cos
PS MC PS MC MC
PS MC MC PS PS
SC
MC PS
S
ϕϕ ϕϕ ϕ
ϕϕϕ
ϕϕ ϕ ϕ
ϕϕ ϕ ϕ ϕ
ϕϕϕ
ϕϕϕϕ
ϕϕ
ϕϕϕ
ϕϕ
⎡⎤
+−
⎢⎥
⎢⎥
⎡
⎤
⎢⎥
⎢
⎥
=− + −
⎢⎥
⎢
⎥
⎢⎥
⎢
⎥
±
⎣
⎦
⎢⎥
−
⎢⎥
⎢⎥
⎣⎦
(2.66)
24
angeben. Ein x-Schnitt, z-Ausbreitungsrichtung Ti:LiNbO3-Bauelement kann beschrieben
werden als drehbare lineare Wellenplate. Er wird auch als Soleil-Babinet Compensator (SBC)
bezeichnet.
Die SBC-Eigenmoden liegen auf dem 12
SS
−
Kreis und sind linear polarisiert.
Für SBC lauten Jones-Matrix und Müller-Matrix mit Eigenmoden:
1
cos 2 sin 2 sin 2 sin 2
sin 2 sin 2 cos 2 cos2 sin 2
jV j
Jjj
δδ ϑδ
ϑδ δ ϑδ
+
⎡⎤
=⎢⎥
−
⎣⎦
, (2.67)
cos
sin
E
ϑ
ϑ
⎡⎤
=⎢⎥
⎣⎦
, (2.68)
()()
(
)
() ()()
1 cos4 1 cos4 cos sin 4 1 cos sin 2 sin
22
sin 4 1 cos 1 cos4 1 cos4 cos
Rcos2sin
22
sin 2 sin cos2 sin cos
ϑϑδ ϑδ
ϑ
δ
ϑδ ϑ ϑδ
ϑ
δ
ϑδ ϑδ δ
++− −⎡⎤
⎢⎥
⎢⎥
−−++
⎢⎥
=−
⎢⎥
⎢⎥
−
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
⎣⎦
,
(2.69)
cos2
V= sin2
0
ϑ
ϑ
⎡⎤
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
⎣⎦
. (2.70)
Ein ( ,2 )
SBC
δ
ϑ
kann eine zirkulare Eingangspolarisation
[
]
0,0, 1
±
endlos in eine beliebige
andere Polarisation transformieren [Noé1], [Noé2].
Ein ( ,2 )
SBC
δ
ϑ
besitzt einen begrenzte Verzögerungswinkel 0
δ
π
≤≤ und eine
endlosvariable Orientierung 2
ϑ
−∞ < < +∞ der Eigenmoden auf 12
SS
−
Ebene der Poincaré-
Kugel.
In der Praxis verwendet man mehrere Elektroden auf einem Kristall, damit erhält man eine
Reihe Polarisationstransformatoren.
25
x
y
z
3
LiNbO
1
V
3
V
5
V
7
V
2
V4
V6
V8
V
Abbildung 2.9: Schematische Darstellung eines Polarisationstransformators mit mehreren
Sektionen
Die Elektrodenpaare mit den Spannungen
(
)
(
)
(
)( )
12 34 56 78
V-V,V-V,V-V,V-V bilden 4
einzelne QWP.
Wenn man nebeneinander liegende Elektroden kombiniert, z.B. 1
V mit 3
V und 2
V mit 4
V, so
erhält man einen SBC.
Mit einem derartigem Kristall lässt sich also eine Polarisationsregelung oder ein optischer
Scrambler aufbauen.
Die zweite für die Praxis wichtige Kristallkonfiguration ist eine Kammstruktur im Ti:LiNbO3-
Bauelement mit x-Schnitt und y-Ausbreitungsrichtung.
Das Funktionsprinzip kann man als räumliche periodische Modenkopplung zwischen Wellen
mit verschiedenen Ausbreitungskonstanten beschreiben [Hei2].
Alle Elektrodenkämme besitzen eine räumliche Periode
Λ
. Zinken und ihre Zwischenräume
sind demnach jeweils etwa 4Λ breit. Aufeinanderfolgende Zinken einer Signalelektrode
haben als Abstand ganzzahlige Vielfache von
Λ
. Idealerweise ist die Elektrodenperiode
Λ
gleich der Schwebungslänge Beo
L
nn
λ
=
− zwischen TE- und TM- Wellen. Die
Quadraturelektrode (Spannung U2x) ist gegenüber der In-Phase-Elektrode (Spannung U1x ) in
Ausbreitungsrichtung um 4Λ verschoben. Das wird dadurch erreicht, dass die
Masseelektrode zwischen Kämmen verschiedener Signalelektroden abwechselnd um 4
Λ
und um 34Λ verbreitert ist. [Noé4].
Der typische Wert von Λ beträgt für 1550nm
λ
=
beträgt 21 m
μ
≈
.
Der Kopplungskoeffizient
χ
berechnet sich nach der Formel (2.71):
3
51
U
nr g
π
χλ
=Γ . (2.71)
Dabei ist
n ein Brechungsindex (geometrisches Mittel von o
n und e
n [Sos1]),
U eine angelegte Spannung und
g der Elektrodenabstand 3...5gm
μ
≈
[Alf2].
26
Der Faktor 0.16Γ≈ [Alf1] berechnet sich aus dem Überlappungsintegral zwischen den TE-
und TM-Modenfeldern und dem angelegten elektrischen Feld.
EIN
A
US
X
Y
Z
3
LiNbO
11
U
12
U
1n
U
21
U
22
U
2n
U
Λ
34Λ
4Λ
Abbildung 2.10: Schematische Darstellung eines PMD-Kompensators im Ti:LiNbO3
Bauelement mit x-Schnitt und y-Ausbreitungsrichtung
Die Jones Matrix für einen Wellenleiter-Abschnitt kann in der Form
12
12
arg( )
arg( )
cos 2 sin 2
sin 2 cos 2
xx
xx
jUjU
jUjU
je
Jje
ϕϕ
ϕϕ
+
−+
⎡⎤
⋅⋅
=⎢⎥
⋅⋅
⎣⎦
(2.72)
angegeben werden
wobei 22
12
x
x
UU
ϕ
+∼ (2.73)
eine Verzögerung ist.
Die Eigenmode
()
22
12 12
1
x
xxx
EUjU UU
⎡⎤
=⎢⎥
−+ +
⎢⎥
⎣⎦
(2.74)
(und die zweite, dazu orthogonale) liegt auf dem 23
SS
−
Kreis der Poincaré-Kugel und kann
beliebig orientiert werden.
27
2
S
3
S
1
S
Dieses Bauelement besitzt eine große PMD, weil 0.07
eo
nn n
Δ
=−≈ ist.
Die DGD für diesen Kristall beträgt deshalb
0.25
dn
p
smm
dz c
τ
Δ
=≈ . (2.75)
Wenn man mehrere solche Modenwandler kaskadiert, erhält man einen idealen PMD-
Kompensator [Noé5].
Ein Ti:LiNbO3-Bauelement-Kristall mit x-Schnitt und y-Ausbreitungsrichtung kann auch
beschrieben werden als drehbare lineare Wellenplatte, ein so genanntes Soleil-Babinet-
Analog (SBA).
Die SBA-Eigenmoden liegen auf dem 23
SS
−
-Kreis.
Jones-Matrix und Müller-Matrix mit Eigenmoden lauten für das SBA
2
2
cos 2 sin 2
sin 2 cos 2
j
j
je
Jje
ϑ
ϑ
δδ
δδ
−
⎡⎤
=⎢⎥
⎣⎦
, (2.76)
2
1
1
2j
Ee
ϑ
−
⎡⎤
=⎢⎥
⎣⎦
, (2.77)
()() ()
() ()()
cos sin 2 sin cos 2 sin
1 cos4 1 cos4 cos sin 4 1 cos
Rsin2sin 22
sin4 1cos 1cos4 1cos4 cos
cos2 sin 22
δϑδ ϑδ
ϑϑδ ϑδ
ϑδ
ϑ
δϑϑδ
ϑδ
⎡⎤
⎢⎥
−
⎢⎥
++− −
⎢⎥
=⎢⎥
⎢⎥
−−++
⎢⎥
−
⎢⎥
⎣⎦
,
(2.78)
28
0
V= cos2
sin2
ϑ
ϑ
⎡⎤
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
⎣⎦
. (2.79)
Ein (,2)SBA
δ
ϑ
kann eine lineare x- oder y- Eingangspolarisation
[
]
1, 0, 0± endlos in eine
beliebige andere Polarisation transformieren [Noé1], [Noé2].
Ein (,2)SBA
δ
ϑ
besitzt einen begrenzte Verzögerungwinkel 0
δ
π
≤≤ und eine
endlosvariable Orientierung der Eigenmoden in der 23
SS
−
-Ebene der Poincaré-Kugel.
29
Kapitel 3
Beschreibung der Polarisationsmodendispersion
In langen Einmodenfasern werden aufgrund zahlreicher Doppelbrechungseffekte optische
Signale verzerrt. Solche Formen der Pulsverbreiterung über eine Faserstrecke mit
zufallsverteilter Doppelbrechung werden als Polarisationsmodendispersion (PMD) bezeichnet
[Pol2].
In folgenden werden verschiedene PMD-Modelle beschrieben. Das historisch gesehen erste
Modell zur PMD Beschreibung ist das so genannte Konzept der Hauptpolarisationzustände
(eng. PSP) von Poole und Wagner. Die Darstellung von PMD auf der Poincaré-Kugel ergibt
den PMD-Vektor (Dispersionsvektor) [Fos].
3.1 PMD Definition als PSP Modell
Man kann zeigen, dass für eine doppelbrechende Faser zwei Eingangspolarisationen
existieren, die sich mit verschiedenen Gruppengeschwindigkeiten in der optischen Faser
ausbreiten. Man nennt sie Hauptpolarisationen. Diesen Eingangspolarisationen werden in
erster Ordnung bezüglich der Frequenz unverändert am Ausgang der Faser erscheinen.
Eine Faser mit PMD lässt sich durch eine frequenzabhängige unitäre Jones-Matrix
() ()
(
)
() ()
12
**
21
uu
Uuu
ω
ω
ω
ω
ω
⎡⎤
=⎢⎥
−
⎣⎦
(3.1)
mit
() ()
22
12
1uu
ωω
+=, (3.2)
() ()
1
H
UU
ωω
⋅=, (3.3)
beschreiben.
Im betrachteten Medium nimmt man an, dass die Faser keine polarisationsabhängige Verluste
oder Verstärkungen hat. In diesem Fall lässt sich die frequenzabhängige Ausgangspolarisation
in folgender Form schreiben:
()
(
)
()
jz
aus ein
eeUe
βω
ωω
−
=⋅⋅
. (3.4)
Dabei ist
()
β
ω
die Ausbreitungskonstante und
(
)
,
ein aus
ee
ω
stellen Eingangs- und Ausgangs-
Jones-Vektor dar.
Für dieses Medium werden Hauptpolarisationen ein
e
±
, sowie Gruppenlaufzeiten den beiden
Hauptpolarisationen
g
τ
±
gesucht.
Diese lassen sich aus der Eigenwertegleichung
() ()
0
ein
UikUe
ωω
′−⋅=⎡⎤
⎣⎦
(3.5)
30
bestimmen.
Die gesuchten Eigenwerte haben die Form
() ()
22
12
ku u
ω
ω
±′′
=± + . (3.6)
Einsetzen der gefundenen Eigenwerte in Gleichung (3.5) liefert die entsprechenden
Eigenvektoren
() ()
() ()
22
11
j
ein
uiku
D
ee uiku
D
ρ
ωω
ωω
±
±
±
±
±
⎡⎤
′−
⎡⎤
⎣⎦
⎢⎥
⎢⎥
=⎢⎥
′−⎡⎤
⎣⎦
⎢⎥
−
⎢⎥
⎣⎦
, (3.7)
wobei
ρ
eine beliebige Phase ist und
() () () ()
2* *
11 22
22ImDkkuuuu
ω
ωωω
±±± ′′
⎡⎤
=− ⋅+ ⋅
⎣⎦
(3.8)
gilt.
Die Hauptpolarisationen 0
H
ein ein
ee
+−
⋅=
sind orthogonal zueinander.
Jede Eingangspolarisation kann in zwei Hauptpolarisationen aufgeteilt werden, und jeder Teil
breitet sich mit der entsprechende Gruppenlaufzeit
g
τ
−
und
g
τ
+
aus. Daraus folgt, dass das
DGD
()
g
τ
ω
Δ immer zwischen
g
τ
+ und
g
τ
−
schwankt. Der Laufzeitunterschied
()
g
τ
ω
Δ ist
die Differenz der gefundenen Eigenwerte
() () ()
22
12
2
guu
τ
ωττ ω ω
+− ′′
Δ=−= + . (3.9)
Die Eigenvektoren sind für polarisationserhaltende Fasern (polarization-maintaining fiber,
PMF) gleich den Hauptpolarisationen.
Alternativ zur PMD-Charakterisierung mit Hilfe der Jones-Matrix kann man die PMD-
Eigenschaften durch den Dispersionsvektor
(
)
ω
Ω
oder PMD-Vektor im Stokes-Raum
beschreiben. [Fos].
Den Dispersionsvektor
()
ω
Ω
nennt man auch Rotationsvektor, weil er eine anschauliche
Darstellung der Veränderung der Ausgangspolarisationszustände (eng. SOP) als Funktion der
Trägerfrequenz liefert
()
aus aus
SS
ω
ω
∂=Ω ×
∂
. (3.10)
Der Betrag des Rotationsvektors
τ
Δ
=Ω
ist die DGD zwischen
Hauptpolarisationszuständen.
Die Werte Ω
±Ω
sind Hauptpolarisationen der PMF.
31
Die Richtung des PMD-Vektors Ω
stimmt mit der Richtung der schnellen PSP überein.
[Nel1]. In Abbildung 3.1 wird die SOP-Änderung in konstant doppelbrechender Faser bei
Trägerfrequenzänderung gezeigt.
2
S
3
S
1
S
S
′
S
Ω
Abbildung 3.1: Ausgangspolarisationsveränderung aufgrund der PMD.
In einer realen Faser mit zufälligen Modenkopplungen sind DGD und PSP nicht konstant und
ändern sich mit der Trägerfrequenz, Temperatur, etc.
Gleichung (3.11) beschreibt den ortsabhängigen Verlauf der Ausgangspolarisationszustände
bei fixierter Senderfrequenz
()
,
aus aus
SWz S
z
ω
∂=×
∂
. (3.11)
Dabei repräsentiert ( , )
Wz
ω
die lokale Doppelbrechung. Der gesamte Doppelbrechungsvektor
(, )
Wz
ω
kann als die Summe von drei verschiedenen Vektoren, die einzelne lokale
Doppelbrechungseffekte darstellen, beschrieben werden [Ulr]
() ()()
(, ) , , ,
CS
Wz z z z
ω
βωβωαω
=++
. (3.12)
Hierbei ist C
β
eine Doppelbrechungsvektor aufgrund nicht zirkularer Form des Faserkerns,
S
β
wird durch die mechanische Spannung verursacht und
α
durch die elastische Verdrehung
der optischen Faser.
Für den Stufenindex-Lichtwellenleiter (LWL) wurde die induzierte Doppelbrechung in der
folgende Form [Sny] berechnet:
()
()
()
32
2
,max
, 0.13 / 2
CC
zeb
βωβ
≈= Δ
. (3.13)
32
In dieser Gleichung ist 222
1eba=− , wobei b und a kleine und grosse Halbachsen des
Faserkerns sind und 3
2.3 10−
Δ= × die relative Brechzahldifferenz zwischen Kern und Mantel
ist.
Der mechanische Spannungszustand im Bereich des Faserkerns ist durch einen
Spannungstensor
()
,,
ik
x
yz
σ
beschreibbar [Nye]. Er bewirkt über den elasto-optischen Effekt
eine Störung
()
,,
ik
x
yz
δε
des dielektrischen Tensors, und resultiert daraus die
Doppelbrechung S
β
()()()
3
11 12 11 22
1
S
npp
E
π
β
νσ σ
λ
=− − + −
. (3.14)
Um die Größenordnung des Effektes zu illustrieren, wird eine runde Quarzglasfaser mit der
aufgrund innerer Spannungen maximal möglichen Spannungs-Anisotropie
()
11 22
σ
σ
−
betrachtet. Letztere lässt sich grob abschätzen als max TE
σ
α
≈
Δ⋅Δ⋅
. Dabei ist
α
Δ die
Differenz der linearen thermischen Ausdehnungskoeffizienten der beteiligten Materialien,
TΔ ist die Differenz von Erstarrungstemperatur (bei der Faserherstellung) und
Umgebungstemperatur, und E ist ein mittlerer Elastizitätsmodul. Mit 61
10 K
α
−−
Δ≈ und
3
10TKΔ≈ sowie 72
7 10 700ENm≈⋅ ≈ bar, ein Wert, der etwa 2 Größenordnungen unter
der theoretischen Zerreißfestigkeit von Quarzglas liegt [Bac]. Für 1.53 m
λ
μ
=
Wellenlänge
und mit den Materialkonstanten [Gra] von Quarzglas
(
)
11 12 0.15pp−=− und 0.17
ν
= ergibt
sich eine relative Doppelbrechung 0.002
S
β
β
≈
, entsprechend einer Polarisations-
Schwebungslänge von 1
≈
mm.
Die in der Praxis gemessene Schwebungslänge einer PMF beträgt 2
≈
mm bei 1550 nm
Wellenlänge.
Bei der Biegung einer Faser entsteht eine transversale elastische Spannung im Kernbereich,
die die Doppelbrechung induziert wie eine von außen wirkende Querkraft. Im gebogenen
Zustand ist die „äußere“ Hälfte des Faserquerschnitts gedehnt (Abb. 3.2), die innere
gestaucht.
B
R
0
2R
Abbildung 3.2: Gebogene Faser. B
R
-Krümmungsradius, 0125
R
m
μ
≈
-Faserradius
33
Dieser transversale Druck zwischen den beiden Faserhälften induziert Doppelbrechung. Unter
der Vorraussetzung, dass die Faser elastisch homogen und isotrop sei, ergibt sich die Größe
der Biegedoppelbrechung als [Ulr3]
()()
2
3
0
11 22 1
2B
R
npp R
π
βν
λ
⎛⎞
Δ= − + ⎜⎟
⎝⎠
. (3.15)
Für eine Faser, die zu einer Spule mit Radius B
R
gebogen ist, kann die Verzögerung
ausgedrückt werden als
2
02B
B
B
R
RN
R
π
δγ λ
⎛⎞
⎛⎞
=⎜⎟
⎜⎟
⎝⎠
⎝⎠ (3.16)
mit einer dimensionslosen Materialkonstanten
(
)
(
)( )
3
11 12
2 1 0.86
Bnp p
γπ ν
=−+≈ für
Quarzglas. Die schnelle Achse dieser Doppelbrechung liegt parallel zum Krümmungsradius.
Wird sie mit 2
B
R= cm gebogen, bewirkt bei der Betriebswellenlänge 1.53
λ
= µm eine
Biegedoppelbrechung von 5.4
β
Δ≈ rad m.
Bei 1.53
λ
= µm ergeben N Windungen mit Radius B
R
eine Verzögerung von
0.055
B
N
R
δ
≈⋅. (3.17)
Die mit elastischer Verdrillung verbundene Scherspannung induziert in Einmodenfasern
zirkulare Doppelbrechung, also eine Differenz der Ausbreitungskonstanten rechts- und links-
zirkularer Polarisationsmoden.
Unabhängig vom speziellen Indexprofil der Faser erhält man [Ulr]
()
2
11 22 TE
np pw
α
=− −
. (3.18)
Die Torsionsrate der Faser ist TE
wL
θ
=, und das Ausgangsazimut dreht sich um den Winkel
/2
L
ϑ
α
=, wobei L der Länge einer geradlinigen Quarzglasfaser ist.
3.2 Stochastischer Charakter der PMD
Eine reale einmodige Faser lässt sich als Kette kurzer Faserstücke darstellen. Jedes dieser
Faserstücke besitzt eine konstante Doppelbrechung, Länge und Orientierung des PMD-
Vektors. Alle diese Parameter können sich, wie schon früher erwähnt wurde, im Laufe der
Zeit ändern. Dieses Modell kann man sowohl bei zufälliger als auch bei nicht ganz zufälliger
Orientierung der verschiedenen Segmente benutzen [Wai]. Auch Doppelbrechung und die
Länge der einzelnen Segmente können zufällig oder konstant sein [Wil].
Eine zufällige Variation der gesamten Doppelbrechung der Faser ist das Ergebnis von
zufälligen Kopplungen zwischen Moden einzelner Faserstücke. Deswegen kann das Gesamt-
DGD definiert werden, wie ein Effektivwert der DGD. Alle Messungen der PMD können
nicht unendlich oft durchgeführt werden, deswegen besitzen solche Messungen nur eine
beschränkte Genauigkeit.
34
Den genauen Verlauf des gesamten PMD-Vektors entlang einer optischen Faser kann man mit
Hilfe der dynamischen Differentialgleichung [Pol3], [Fos], [Ulr] beschreiben:
() ()
,,
(, ) (, )
zWz
Wz z
zz
ωω
ω
ω
∂Ω ∂
=+×Ω
∂∂
(3.19)
wobei ( , )
z
ω
Ω
der PMD-Vektor ist und
(, )
Wz
ω
die lokale Doppelbrechung repräsentiert.
Mit ( , )
Wz
ω
können neben der lokalen Doppelbrechung, auch andere Störparameter wie z.B.
mechanische Spannung, Temperatur usw. ausgedrückt werden.
Zuerst wird die räumliche Abhängigkeit des Laufzeitunterschiedes
(
)
gz
τ
Δ gesucht.
Dieser Wert lässt sich aus der Gleichung (3.9) gewinnen:
() () ()
22
12
2,,
4
g
du z du z
zdd
ωω
τωω
Δ= + . (3.20)
Eine räumliche Abhängigkeit des elektrischen Feldes kann man in der Form
() ()
1
*
2
()
,, 2,,
() 2
iikz
Er z Er z
zik z i
αβ
ωω
αβ
⎡⎤
−+⋅ ⋅
⎢⎥
∂=⎢⎥
∂⎢⎥
⋅−+⋅
⎢⎥
⎣⎦
(3.21)
schreiben
wobei 1
β
und 2
β
Ausbreitungskonstanten sind und
()
kz eine Kopplungskonstante ist, die proportional zur störenden Doppelbrechung ist.
Für den kodirektionale Modenkopplung im anisotropischen Wellenleiter lässt sich schreiben,
dass
23
()kz j
β
β
=Δ + ⋅Δ und
1
2
3
(, )Wz
β
ω
β
β
Δ
⎡⎤
⎢⎥
=Δ
⎢⎥
⎢⎥
Δ
⎣⎦
sind [Noé9].
wobei kk
β
ε
Δ≈Δ, 1,2,3k
=
und k
ε
Δ sind die Änderungen der Ellipsenhauptachsen bei
Doppelbrechung.
Man kann (2.18) wie folgt umformen:
()
()
()
(
)
() () ()
12
21
,
2
,, ,,0
zizuu
Er z e Er
uu
α
ψω ωω
ωω
ωω
⎛⎞
⎜⎟
⎝⎠
++
⋅
−+ ⎡⎤
=⎢⎥
−
⎣⎦
(3.22)
35
Die Transfermatrix J wird als Funktion von Kopplungskonstante ( )kz und von k
β
Δ
gesucht:
()()
(
)
,, ,,0Er z U Er
ωωω
=⋅
[
]
EEE
e
+
−
=
()
1
23
1
1
1
E21
V
VjV
V
+
+
⎡⎤
=⎢⎥
−
+⎣⎦
()
23
1
1
1
E1
21
VjV
V
V
−
−−
⎡
⎤
=
⎢
⎥
+
+
⎣
⎦
222 222
123 123
kkk
k
V
β
βε
β
β
ββ εεε
ΔΔΔ
===
Δ
Δ+Δ+Δ Δ+Δ+Δ
()
()
()
() () ()()
()() () ()
1
*1
,
2
,
2
0
EE
0
cos sin sin
sin cos sin
jz H
ee
jz
ziz
ziz
e
Ue e
zj z jkz z
e
j
kz z z j z
β
β
α
ψω
αψω
ω
β
ββ β
β
β
βββ
β
⎛⎞
Δ
⎜⎟
⎝⎠
−Δ
⎛⎞
⎜⎟
⎝⎠
⋅
−+
⋅
−+
⎡⎤
=⋅ =
⎢⎥
⎣⎦
Δ
⎡⎤
Δ+ Δ Δ
⎢⎥
Δ
⎢⎥
=Δ
⎢⎥
ΔΔ−Δ
⎢⎥
Δ
⎣⎦
(3.20), (3.21) und (3.22) ergeben zusammen [Pol5]:
()
()
22
12
() 12
2
hz
d
zehz
hd
β
β
δτ ω
−
−
=−+. (3.23)
In Gleichung (3.23) ist h ein Parameter, den man üblicherweise benutzt für die
Kopplungsleistunganalyse im zweimodigen Wellenleiter mit zufälliger Doppelbrechung
[Kam2], [Kaw]. Er ist definiert durch
()( )
*iu
hkxkxuedu
β
+∞
−Δ
−∞
=−⋅
∫ (3.24)
wobei k eine Kopplungskonstante ist, die proportional zum ( , )Wz
ω
ist [Pol3].
Den Wert 1h wird auch als mittlere Kopplungslänge bezeichnet.
Betrachtet man die Gleichung (3.23) für hz →∞, so erhält man
()
212
()
lim
hz
dz
zdh
ββ
δτ ω
→∞
−
=. (3.25)
Dies beschreibt den Fall, dass die Faser viel länger als die Kopplungslänge ist
()
1hz und
Modenkopplung in der Faser schon mehrmals stattgefunden hat.
Im anderen Grenzfall 0hz →, also wenn die Faser kürzer als Kopplunglänge ist und
noch keine Modenkopplung stattgefunden hat, ergibt sich:
36
()
212
0
()
lim
hz
d
zz
d
β
β
δτ
ω
→
−
=⋅
. (3.26)
Dabei ist der Laufzeitunterschied
δ
τ
proportional zur Faserlänge.
Zusammengefasst gilt also, dass für kürzere Strecke
δ
τ
proportional zur Faserlänge und für
längere Strecken proportional zur Wurzel der Faserlänge ist.
Die zweite Fragestellung, die untersucht wurde, betrifft die
Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion (WDF) des PMD-Vektors.
Im Stokes-Raum besitzt der Dispersionsvektor 3 Komponenten, die Projektionen auf die 3
Hauptachsen
()
123
,,SSS sind.
Der PMD-Vektor lautet
[]
123 n
T
τ
=Ω Ω Ω = Δ
ΩΩ
. (3.27)
Die Länge des Dispersionsvektors bestimmt das DGD der PMF.
222
123
τ
Ω=Δ = Ω+Ω+Ω
. (3.28)
Den Gesamt-PMD-Vektor einer langen Strecke
Ω
kann man als Summe
1
N
i
i=
Ω= Ω
∑
(3.29)
von N kleinen PMD-Strecken mit zufälligen Orientierungen beschreiben.
Dieser PMD-Vektor Verhalten entspricht einem dreidimensionalen „random walk“ Prozess
[Cur], [Wai], [Dju].
Für eine große Anzahl von Doppelbrechungselementen N→∞, lassen sich alle drei
Vektorskomponenten 123
,,ΩΩΩ als voneinander unabhängige gaußverteilte
Zufallsgrößen betrachten:
()
2
2
2
1,1,2,3.
2
i
i
fei
σ
πσ
Ω
−
Ω= = (3.30)
Eine Summe von 3 gaußverteilten Zufallsvariablen ergibt eine maxwellverteilte Grösse, deren
normierte Verteilung x
τ
τ
Δ
=Δ man in der Form
()
2
2
4
-2
3
2
32
,
x
x
fx e
π
τ
τπτ
Δ
Δ= Δ (3.31)
darstellen kann.
Dies ist bei [Cur], [For], [Gis2], [Lee] sowohl theoretisch, als auch praktisch für verschiedene
Faserstrecken überprüft worden.
37
Diese Verteilungen für DGD 1
τ
Δ und 1
τ
Δ
sind in Abbildung 3.3 dargestellt:
1
τ
Δ
2
τ
Δ
1
τ
τ
ΔΔ
WDF
0.1
0.09
0.08
0.07
0.06
0.05
0.04
0.03
0.02
0.01
0
0
5
10 15
20 25
30 35
Abbildung 3.3:Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion (WDF) für normierte DGD.
Theoretisch gesehen kann sich die Größe des PMD-Vektors bis unendlich ausdehnen, was in
der Praxis aber nicht den Fall ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass DGD
τ
Δ
größer als 2
τ
Δ
wird, beträgt 1.7% oder 6 Tage pro Jahr, oder größer als 3
τ
Δ
wird, beträgt 5
410
−
⋅oder 21
min pro Jahr.
Wie schon früher gezeigt wurde, ist die mittlere Größe des PMD-Vektors LΩ
∼
proportional zur Wurzel der Faserlänge.
Typische PMD Werte sind für eine neue Faser 0.01…0.05 /
p
skm, für eine alte dagegen
1…2 /
p
skm [Pet].
Der Effektivwert der DGD 2
τ
Δ des Ensemble von PMF-Fasern, die mit den
entsprechenden Größen von i
Ω
, aber mit zufälligen Orientierungen im dreidimensionalen
Raum liegen, wird in der Form
2
2
1
N
i
i
τ
=
Δ= Ω
∑ (3.32)
angegeben.
Da die WDF der DGD für N→∞ eine Maxwellverteilung besitzt, kann der Mittelwert der
DGD
τ
Δ aus dem Effektivwert der DGD hergeleitet werden [Pap];
38
2
8
3
τ
τ
π
Δ= Δ . (3.33)
Als Alternative zur stochastischen Untersuchung des PMD-Vektors gelten die
Untersuchungen der AKF (die Autokorrelationsfunktion) des PMD-Vektors [Kar], [Sht].
Hauptvorteil dieses Verfahren ist die Berücksichtigungen von allen PMD-Ordnungen in
einfacher kompakter Form. Die AKF ergibt die Information über mittlere Wert der Produkten
PMD-Vektors im Verhältnis (in Wechselbeziehung) zur verschiedenen Frequenzen oder zu
den verschiedenen Zeitpunkten.
Die spektrale AKF kann in der Form
()()
22
3
12 2
31e
τω
τω τω ω
ΔΔ
−
⎛⎞
⎜⎟
⋅=−
⎜⎟
Δ⎜⎟
⎝⎠
(3.34)
dargestellt werden,
wobei
()
1
τ
ω
und
()
2
τ
ω
PMD-Vektoren sind, für die Frequenzen 1
ω
und 21
ω
ωω
=+Δ.
3.3 Definition für PMD höherer Ordnung
PMD erster Ordnung wurde bei [Pol2] angegeben. Die Autoren haben herausgefunden, dass
es stets zwei orthogonale Eingangspolarisationen (PSP) gibt, für die sich die entsprechenden
orthogonalen Ausgangspolarisationen in erster Näherung frequenzunabhängig sind.
Alternativ zur diesen Definition kann man eine die Kleinsignal-Übertragungsfunktion für das
PMD-Medium benutzen [Noé1].
(
)
Re
jt
ae
ω
(
)
(
)
Re jt
aH
j
e
ω
ω
(
)
Hj
ω
PMD
Medium
Die komplexe Übertragungsfunktion
(
)
Hj
ω
lässt sich in der Form
() ()()()()
()
00 0 0
1
2ein ein
Hj e U U U U e
ωωωωωωω
++ +
=++−
(3.35)
darstellen, wobei
ein
e
Eingangspolarisation und
()
U
ω
Jones-Matrix des PMD-Mediums,
ω
- Modulationsfrequenz und
0
ω
- Trägerfrequenz ist.
39
Wenn das PMD-Medium mit DGD
τ
darstellt werden kann, lässt sich die
Übertragungsfunktion wie folgt vereinfachen,
()
cos sin
22
T
nin
Hj j S
ω
τωτ
ω
⎛⎞ ⎛⎞
=+Ω
⎜⎟ ⎜⎟
⎝⎠ ⎝⎠
. (3.36)
Hier n
Ω
ist ein normierter Stokes-Vektor der schnelleren PSP und
.in
Sist ein normierter eingangsbezogener Stokes-Vektor.
Für den Fall, dass die Eingangspolarisation ein
e
mit der PSP übereinstimmt, vereinfacht sich
die Übertragungsfunktion weiter zu
()
2
j
Hj e
ω
τ
ω
±
=. (3.37)
Das letzte Ergebnis zeigt, dass das Eingangssignal, das parallel zu einer der beiden PSP liegt,
am Ausgang entweder beschleunigt oder verlangsamt um 2
τ
erscheint.
Den PMD-Vektor Ω
kann man leicht ausdrücken durch in Elemente des Jones-Matrix wie
()
()
()
()
()
11 22
21 1 2
21 1 2
Im
Re
Im
uu uu
juu uu
juu uu
∗∗
∗∗
∗∗
⎡⎤
+
⎢⎥
⎢⎥
Ω= −
⎢⎥
⎢⎥
−
⎢⎥
⎣⎦
. (3.38)
Der entgegensetzte Weg vom PMD-Vektor maximal zweiter Ordnung bis hin zur Jones-
Matrix wurde gezeigt von Heisman [Hei1].
Im Fall, dass PSP und DGD frequenzabhängig sind, spricht man von PMD-höherer Ordnung.
Dabei ist der gesamte PMD-Vektor frequenzabhängig und zeichnet sich auf der Poincaré-
Kugel als eine komplexe Kurve ab.
3.3.1 Taylor-Reihe
Eine erste Definition von PMD höherer Ordnung wurde auf Basis einer
Taylorreihenentwicklung vorgestellt [Fos]
( )()()()()
2
000
1. 2. 3.
, , , 1 2! , ...
n
Ordnung Ordnung Ordnung
zzz z
ωω ω ωω ωω
•••
Ω+=Ω+Ω⋅+Ω +
. (3.39)
Die einzelne Terme der Taylor-Reihe repräsentieren entsprechende PMD-Ordnungen.
Man kann auch sagen, dass die Anzahl der doppelbrechender Faserabschnitte in den
Übertragungsstrecke PMD-Ordnung gibt.
Der erste Term
() ()()
000
q
ω
τω ω
Ω=Δ zeigt die Orientierung und die Länge DGD
des PMD-Vektors erster Ordnung.
Der zweite Term
40
()
()
()()
()
()
()
() () ()
()
0
00
00
00
q
q
qqq
ω
ω
ωτω ω
ωω
τω ω
ω
τω τ τ
ωω
∂Ω ∂
=Δ =
∂∂
∂Δ ∂
=+Δ=Δ+Δ
∂∂
(3.40)
der PMD-zweiter Ordnung darstellt, enthält zwei Komponenten.
Die erste Komponente q
ω
τ
Δ
ist parallel zum
(
)
0
ω
Ω
und zweite q
ω
τ
Δ
ist orthogonal dazu.
Der Term q
ω
τ
Δ bringt ein Depolarisationseffekt [Bül1], [Gle1], [Pen], indem q
ω
τ
Δ
eine
polarisationsabhängige Impulskompression oder -Ausbreitung induziert [Pol6].
Diesen letzte Effekt nennt man polarisationsabhängige chromatische Dispersion (PCD).
Er kann im Form der effektive Variation der chromatische Dispersion (CD) in der optischen
Faser beschrieben werden
2
eff
c
DL DL DL
λ
ω
π
τ
τ
λ
=±=±⋅Δ
. (3.41)
Hier hat ± die Bedeutung von positiver oder negativer CD für beide PSPs.
Zu den Vorteilen der PMD-Definition höhere Ordnungen mit Hilfe Taylor-Reihe zählen:
1) Einfachere Analytische Berechnungen der PMD höherer Ordnungen.
2) Addieren oder Subtrahieren aller Ordnungen von CD zur PMD höherer Ordnung.
Zu den Nachteilen zählen:
1) Kein direkter Zusammenhang zu einem physikalischen Parameter der Faser.
2) Die reelle frequenzabhängige Kurve des DGD-Vektors auf Poincaré-Kugel wird nicht
mit Taylor-Reihe beschrieben, sondern durch eine Fourier-Reihe.
3.3.2 Aneinanderreihung von DGD Sektionen
Der gebräuchlichste Algorithmus zur Berechnung der Gesamt-PMD ist die Multiplikation
aller Müller-Matrizen der einzelnen Faserstücke
() ( 1)
121
...
nn
nn n
MMMMMMM
−
−
==
. (3.42)
Dabei geht man davon aus, dass jedes Faserstück homogen doppelbrechend ist und eine reine
PMD-Strecke erste Ordnung darstellt. Mit einer endlichen Anzahl derartiger Segmente kann
man PMD höherer Ordnung beschreiben [Noé1].
Graphisch kann man solch eine Struktur als geknickte Kurve darstellen.
41
2
Ω
2
τ
3
Ω
3
τ
4
Ω
4
τ
1
Ω
1
τ
1
S
2
S
3
S
2
Ω
1
Ω
3
Ω
4
Ω
Abbildung 3.4: Das PMD-Profil und entsprechende Verkettung doppelbrechender
Faserabschnitte.
wobei jedes Segment eine Übertragungsstrecke repräsentiert.
Die Verdrehung zwischen Sektionen beschreibt man mit Hilfe von elliptischen Retardern
(ER).
Das DGD wird als frequenzabhängige Phasenverschiebung beschrieben. Die gesamte
Übertragungsfunktion erhält die Form:
() ()
(
)
(
)
11223344
...TS ER PS ER PS ER PS ER PS
ωτ ωτ ωτ ωτ
=⋅ ⋅⋅ ⋅⋅ ⋅ =
()
0
1
N
ii
i
ER PS ER
ωτ
=
⎛⎞
=⋅
⎜⎟
⎝⎠
∏. (3.43)
Den elliptischen Retarder kann man einerseits definieren als Jones-Martix mit Eigenmoden
(EM):
123
23 1
cos 2 sin 2 ( )sin 2
( )sin 2 cos 2 sin 2
jV j V jV
ER jV jV jV
ϕϕ ϕ
ϕϕ ϕ
++
⎡⎤
=⎢⎥
−−
⎣⎦
(3.44)
()
1
23
1
1
1
21
V
EM VjV
V
+
⎡⎤
=⎢⎥
−
+⎣⎦
(3.45)
222
123
1VVV++=
andererseits aber auch als Müller-Matrix
()
(
)
(
)
()
()
()
() ()
()
222
123 12 3 13 2
222
12 3 2 1 3 23 1
222
13 2 23 1 3 1 2
cos 1 cos sin 1 cos sin
1 cos sin cos 1 cos sin
1 cos sin 1 cos sin cos
VVV VV V VV V
ER VV V V V V V V V
VV V VV V V V V
ϕ
ϕϕ ϕϕ
ϕ
ϕϕϕϕ
ϕϕ ϕϕ ϕ
⎡⎤
++ −− −+
⎢⎥
⎢⎥
=−+ ++ −−
⎢⎥
⎢⎥
−− −+ ++
⎣⎦
(3.46)
1
2
3
cos 2 cos 2
sin 2 cos2
sin 2
V
EM V
V
ϑ
ε
ϑ
ε
ε
⎡⎤⎡ ⎤
⎢⎥⎢ ⎥
==
⎢⎥⎢ ⎥
⎢⎥⎢ ⎥
⎣⎦⎣ ⎦
. (3.47)
42
Hier ist zu erwähnen, dass der ER ein solcher Polarisationstransformator ist, der eine
beliebige Eingangspolarisation in eine andere beliebige Ausgangspolarisation transformieren
kann.
Zu den Vorteilen der PMD-Definition höherer Ordnung mit Hilfe von DGD-Sektionen kann
man zählen:
1) Eine einfache graphische Darstellung der DGD Profile.
2) Es ist einfacher, einen DGD-Emulator mit Hilfe von DGD-Sektionen aufzubauen,
als mit Hilfe der Taylor-Reihe für erste oder höhere Ordnung PMD [Kog1].
3) Ein PMD-Emulator mit DGD Sektionen funktioniert genauer als Emulator, der auf
Basis der Taylor-Reihe aufgebaut ist.
Nachteil dieses Verfahrens ist, dass man eine große Anzahl unbekannter Größen braucht, um
die PMD genau zu simulieren oder zu kompensieren. PMD höherer Ordnung benutzt man für
den Aufbau der PMD-Kompensator und PMD-Emulator.
43
Kapitel 4
Ankunftszeitdetektion
Um die PMD zu kompensieren, muss man sie schnell und genau messen können.
Einige PMD-Messverfahren [Tak1], [Yos1], [Noé1] messen PMD im Empfänger rein
elektrisch, wobei das Nutzsignal proportional zur Augenschliessung ist. Diese elektrischen
Signale erhält man nach Filterung im Empfänger. Im Falle, dass das DGD τ nur durch die
erste Ordnung begrenzt wird und kleiner als die Bitdauer ist, ist das Fehlersignal proportional
zum 2
τ
, welches zu detektieren sehr kompliziert ist.
Andere Verfahren zur PMD-Messung, die auf der Senderseite Polarisationsverwürfler haben,
brauchen im Empfänger zusätzliche Optik [Ros1], [Sun1], [Yan1], damit das Nutzsignal
detektiert werden kann.
Hier wird ein Verfahren zur Ankunftszeitdetektion demonstriert.
Die Grundidee bei der Ankunftszeitdetektion liegt darin, dass bei der Variation der
Eingangspolarisation vor der PMF das gesendete Signal zwischen zwei PSP schwankt. Wenn
die Polarisation des gesendeten Signals übereinstimmt mit den Eigenmoden der DGD-
Sektion, dann wird der übertragene Datenimpuls nicht in zwei PSPs aufgeteilt und bleibt im
schnelleren oder langsameren PSP.
Sollte sich jetzt die Polarisation vom ursprünglichen PSP zum anderen PSP ändern, so wird
das Signal teilweise von einem PSP zum anderem herübergekoppelt. Dabei schwankt der
Schwerpunkt des empfangenen Impulses, und diese Variation wird im Empfänger in der PLL
(Phasenregelkreis) als Signal für den VCO (spannungsgesteuerter Oszillator) detektiert.
Diese Idee wird im Abb. 4.1 verdeutlicht.
1
PSP
2
PSP
ˆ()ttΔ
Polarisation
PMF
Intensität
Abbildung 4.1: Ankunftszeitvariation bei der Polarisationsänderung
Auf der linken Seite werden vier verschiedene linear polarisierte Impulse dargestellt. Oberster
und unterster Impuls ist parallel zum langsamen bzw. schnellen PSP der PMF und werden am
Ausgang verzögert und beschleunigt. Zwei mittlere Impulse sind nicht parallel zum PSP und
44
werden im zwei PSP gespalten, die sich in der PMF mit verschiedenen Geschwindigkeiten
ausbreiten. Der Schwerpunkt
()
ˆ
ttΔ des empfangenen Impulses berechnet sich durch [Bro1]
() ()
()
ˆtI t dt
tt
I
tdt
Δ=
∫∫ (4.1)
wobei
()
I
t die Intensität des Impulses und
t die Zeit ist.
Die Ankunftszeitsignalvariation kann man nach Integration des Eingangssignals durch den
Spannungsgesteuerter Oszillator im Phasenregelkreis im Empfänger messen. Dieses Signal ist
proportional zur DGD
τ
und erlaubt eine PMD-Detektion, sogar wenn man die
Augenschliessung im Oszillogramm nicht erkennen kann.
Langsamere Polarisationsvariation im Sender erzeugt Schwankungen des Schwerpunktes des
empfangenen Impulses, welche linear proportional zum DGD sind.
Man kann verschiedene Polarisationsvariationen im Scrambler erzeugen, aber nicht jede
beliebige Depolarisation erlaubt automatisch die Bestimmung von Werten der DGD. Die
genaueren Anforderungen an der Polarisationsscrambler werden später beschrieben.
4.1 Ankunftszeitdetektion bei Übertragung nur einer Polarisation
Den Vektor des elektrischen Feldes der Hüllkurve der polarisierte Signale kann man in
folgender Form beschreiben
() () ()
1
23
1
1
-
2(1 )
x
ein y
ES
bt
tbtESjS
S
+
⎡⎤ ⎡⎤
=⋅ =
⎢⎥ ⎢⎥
⋅
⋅+ ⎣⎦
⎣⎦
E. (4.2)
Hierbei ist
() {
}
0,1bt∈ eine zeitabhängige binäre Bitfolge und
(
)
[]
SC 1 2 3
SS T
tSSS==
der Stokes-Vektor des Signals.
Den Ausgangsvektor
()
aus tE kann man berechnen, wenn man die zeitabhängige Jones-
Matrix des Medium
()
tJ kennt. Also ist der Ausgangsvektor das Faltungsprodukt aus
Eingangsvektor und Impulsantwort des Mediums
() () ()
aus ein
tt t=∗EJE. (4.3)
Hier wird die Betrachtung PMD auf erster Ordnung begrenzt. Unmittelbar daraus folgt [Pol2],
dass
()
tJ o.B.d.A in der Form
() ()
()
+
⎥
⎦
⎤
⎢
⎣
⎡
−
+
=QRQJ 20
02
τδ
τδ
t
t
t, (4.4)
beschrieben werden kann, wobei R und Q konstante unitäre Matrizen sind.
45
Die Matrix Q hat die Form
()
)1(
1
1
12
12
3
2
2
2
1
132
321
1
=Ω+Ω+Ω
⎥
⎦
⎤
⎢
⎣
⎡
Ω+Ω−Ω
Ω−Ω−Ω+
Ω+
=nnn
nnn
nnn
nj
j
Q, (4.5)
wobei
[]
nPSP 1n2n3n
T
==ΩΩΩ
ΩΩ ein normierter eingangsbezogener Stokes-Vektor des
schnelleren Polarisationshauptzustandes ist.
Das Ausgangsvektor
()
aus tE nimmt die Form
()
() ()
20
() 02
aus ein
t
tt
t
δτ
δτ
+
+
⎡⎤
=∗
⎢⎥
−
⎣⎦
ERQ QE (4.6)
an.
Hierbei wird angenommen, dass
() ()
tbtb =
2 ist.
Die Intensität der empfangenen Signale lässt sich nach der Formel
() ()
()()
()
2TT
nn
11S1S
2
I
tt b b
+−
==+Ω⋅+−Ω⋅E
(4.7)
berechnen, wobei
b± die Bedeutung verschobener Signale
(
)
2bt
τ
± hat.
Das Ankunftszeitsignal ist am einfachsten zu bestimmen, wenn angenommen werden kann,
dass der Bitimpuls in der Form
()
1, 2
0,
p
tt
bt sonst
⎧<
=⎨
⎩ (4.8)
zu beschrieben ist. Für NRZ-Kodierung ist p
t gleich die Bitdauer T, und für RZ-Kodierung
gilt p
tT<.
Für den Fall, dass die DGD nicht gleich null ist und die Eingangspolarisation nicht zu einem
PSP parallel ist, gilt Abb. 4.2.
46
b
−
b
+
0
τ
τ
T
τ
−
T
bb
+
−
+
Abbildung 4.2: Zeitdiagramm für die PMF übertragene Bitimpulse
Der Zähler des Ankunftszeitsignals ist gleich
()
() ()()
()
()
() () ()
22 2
TTTT
nnnn
() () ()
22 2
1S 1S1S 1S
22 2
TT T
TT T
tt t
tI t dt b dt b b dt b dt
ττ τ
ττ τ
−− − +
−+−+
−+ −− −
= −Ω ⋅ ⋅ + +Ω ⋅ + −Ω ⋅ + +Ω ⋅ =
∫∫ ∫ ∫
()()
()
TT
nn
1S1S
4
Tbb
τ
+−
⎡⎤
= +Ω⋅ − −Ω⋅
⎣⎦
. (4.9)
Der Nenner des Ankunftszeitsignals lautet
()
()()
TT
nn
1S1S
2
T
I
tdt b b
+−
⎡⎤
= +Ω⋅ + −Ω⋅
⎣⎦
∫
. (4.10)
Zusammen mit den Normierungsbedingungen für
(
)
{
}
0,1bt∈ ergibt sich
TT
n
ˆS= S 2
2
t
τ
= ⋅Ω⋅ Ω⋅
. (4.11)
Ankunftszeitvariation kann man hervorrufen, indem man die Signalleistungsteilung in die
PSP einer PMF-Fiber mit einem Polarisationsscrambler ändert.
Der Polarisationsscrambler wird zwischen Sender und die optische Faser eingebaut. Der
Polarisationsscrambler funktioniert hierbei wie ein Depolarisator, aber nicht wie ein
beliebiger. Das Licht wird nach einem besonderen Algorithmus polarisiert. Ein
polarisationsunabhängiger Depolarisator kann aus zwei Wellenplatten QWP und HWP
bestehen, die sich mit zwei der verschiedenen Geschwindigkeiten drehen [Noé8].
47
Data in
40 Gbit/s
TX Data
out
RMS
Entscheider
und
Phasendetektor
PI VCO
Phasenregelkreis
PMD
Fiber
Depolarisator
∫
(
)
ˆ
ttΔ
ˆ
rms
tΔ
Abbildung 4.3: Ankunftszeitdetektion bei Übertragung nur einer Polarisation
Die Varianz von ˆ
t
Δ,
()
() ()
() ()
()
() ()
()
() ()
()
() ()
()
() ()
()
2
2
2TT
ˆPSP SC PSP SC
22
T
PSP SC SC
2
T
PSP SC SC SC SC PSP
2
T
PSP SC SC SC SC
ˆˆ SS
22
SS
2
SS SS
2
SS SS
2
t
T
T
tt t t
tt
tt tt
tt tt
ττ
σ
τ
τ
τ
Δ
⎛⎞
=Δ−Δ = ⋅Ω⋅ − ⋅Ω⋅ =
⎜⎟
⎝⎠
⎛⎞ ⎛⎞
=⋅Ω⋅ − =
⎜⎟
⎜⎟ ⎝⎠
⎝⎠
⎛⎞
=⋅Ω⋅ − ⋅ − ⋅Ω=
⎜⎟
⎝⎠
⎛⎞
=⋅Ω⋅ − ⋅ −
⎜⎟
⎝⎠
C
PSP
2
T
PSP PSP
2
τ
⋅
Ω=
⎛⎞
=⋅Ω⋅⋅Ω
⎜⎟
⎝⎠
C
(4.12)
hängt von der Kovarianzmatrix
() ()
()
() ()
()
SC SC SC SC
SS SS
T
tt tt=− ⋅−
C (4.13)
ab, welche eine Funktion wiederum der Scramblerausgangspolarisation ist.
Bei einem Übertragungsexperiment kann man nicht vorhersagen, wie PSP
S
eingerichtet sein
wird, und für die Maximierung von 2
ˆ
t
σ
Δ
für eine beliebige PSP Orientierung muss der
minimale Eigenwert der positiv semidefiniten Matrix C maximiert werden.
In optimalen Fall gilt
()
SC
S0t=
und
() ()
2
SC,1 SC,1 SC,2 SC,1 SC,3
2
SC SC SC,2 SC,1 SC,2 SC,2 SC,3
2
SC,3 SC,1 SC,3 SC,2 SC,3
SSSSS
100
1
SS SS S SS 010
3001
SS SS S
T
tt
⎡⎤
⋅⋅
⎡⎤
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
=⋅ = ⋅ ⋅=⋅
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
⎣⎦
⋅⋅
⎣⎦
∑∑ ∑
∑∑∑
∑∑ ∑
C,
(4.14)
48
und alle Eigenwerte sind gleich 13.
Eine mögliche Lösung für einen idealen Verwürfler wäre eine gleichmäßige Verteilung des
()
SC
St
auf der Poincaré-Kugel, aber in diesem Fall wäre die Scrambling Periode zu groß.
Dieses Modell kann man im Empfänger für PMD Messung benutzen.
Aber in der Praxis ist eine andere Möglichkeit erwünscht, nämlich PMD in möglichst kurzer
Zeit messen zu können, am besten innerhalb einer Polarisationsverfürfelungsperiode.
Es wird eine solche periodische Funktion von
(
)
SC
St
gesucht, die auf der Poincaré-Kugel
liegt und ein möglichst schmales Spektrum besitzt.
Das schmale Spektrum ist deswegen erwünscht, weil die PLL im Empfänger einen
beschränkten Einrastbereich besitzt. Diese Tatsache wird später genauer beschrieben.
4.2 Aufbau und Beschreibung der PLL
4.2.1 Arbeitsprinzip
Um die Frequenz- und Phasenlage des empfangenen Signals korrekt zu detektieren, braucht
man auf der Empfängerseite meistens einen Phasenregelkreis (englisch PLL).
Solche Detektion nennt man oft auch Nachlaufsynchronisation.
Die Funktionsweise solcher Phasenregelkreise ist im Bild Nr. 4.4 dargestellt.
Phasendetektor
Spannungsgesteuerte
Oscillator
VCO
Eingang
() ()
11
,ut j
ω
Φ
() ()
22
,ut j
ω
Φ
(
)
(
)
33
,utU j
ω
Schleifenfilter
(
)
Fj
ω
() ()
44
,utU j
ω
+
+
(
)
(
)
,
GG
j
ut
ω
Φ
Abbildung 4.4: Phasenregelkreis im Empfängerseite
Das Eingangssignal 1()ut und das Signal 2()ut vom VCO kann man als Sinusschwingungen
darstellen,
1101
ˆ
() sin( ())ut U t t
ωϕ
=+ (4.15)
und
49
2202
ˆ
() cos( ())ut U t t
ωϕ
=+, (4.16)
mit den Momentanfrequenzen
1
10
()
() dt
tdt
ϕ
ωω
=+ (4.17)
und
2
20
()
() dt
tdt
ϕ
ωω
=+ . (4.18)
Die Wirkungsweise des Phasenregelkreises ist dabei so zu verstehen, dass bei einer
Phasendifferenz 12
() () 0tt
ϕ
ϕ
−
≠ ein 3()ut entsteht, so dass die Frequenz 2()t
ω
und die Phase
2()t
ϕ
des VCO so geändert wird, dass eine konstante Regelabweichung 12
() ()t t const
ϕ
ϕ
−= ,
erreicht wird.
1()t
ϕ
und 2()t
ϕ
sind zeitabhängige Winkelgrößen.
4.2.2 Multiplizierender Phasendetektor
Der Phasendetektor liefert ein Signal, das im wesentlichen proportional zu 12
() ()tt
ϕ
ϕ
− ist.
Eine Möglichkeit, solch einen Phasendetektor zu realisieren, besteht in der Verwendung eines
Multiplizierers.
Mit 1()ut und 2()ut aus (4.15), (4.16) gilt
12 12 1 2 01 2
1ˆˆ
() () [sin( () ()) sin(2 () ())]
2
ut ut UU t t t t t
ϕϕ ωϕϕ
⋅= − + ++ . (4.19)
Nach der Ausfilterung des Signalanteils bei 0
2
ω
durch das Schleifenfilter lässt sich 3()ut in
der Form
312
() sin( () ())
d
ut K t t
ϕ
ϕ
=− (4.20)
darstellen, wobei die Konstante d
K durch
312
1ˆˆ
2
d
KKUU= (4.21)
gegeben ist.
4.2.3 Linearisierte Beschreibung
Für den VCO im linearen Bereich gilt
20 4
() ()
d
tKut
ω
ω
=+⋅ . (4.22)
50
Wenn die Referenzfrequenz 0
ω
so gewählt wird, dass 20
ω
ω
=
für 40u
=
, lässt sich Gleichung
(4.22) und Gleichung (4.18) als
2
04
() ()
dtKut
dt
ϕ
=⋅ (4.23)
schreiben.
Dies entspricht im Frequenzbereich der Gleichung
204
() ()
j
jKUj
ω
ϕω ω
⋅=⋅. (4.24)
Eine Übertragungsfunktion von der Eingangsphase 1()t
ϕ
zur Ausgangsphase 2()t
ϕ
kann man
durch
1
2
() ()
()
() 1 ()
jGj
Hj
j
Gj
ω
ω
ω
ω
ω
Φ==
Φ+
(4.25)
beschreiben mit der Schleifenverstärkung
0()
() d
KKF j
Gj j
ω
ωω
= (4.26)
des offenen Regelkreises. Damit die PLL stabil ist, darf ( )Hj
ω
keine Pole in der rechten s-
Halbebene ( sj
ω
σ
=+ = komplexe Frequenz) aufweisen.
Weil ( )Fj
ω
ein Tiefpaßverhalten aufweist, wird ( )Fj
ω
mit zunehmender Frequenz
ω
kleiner, so dass 1()ut (bzw. 1()
j
ω
Φ) insbesondere bei kleinen Frequenzen der Eingangsphase
1()ut (bzw. 2()
j
ω
Φ) sehr genau folgt. Für höhere Frequenzen wird die Regelabweichung
größer und man definiert eine Grenzfrequenz
g
ω
des Phasenregelkreises, wenn
()1
g
Gj
ω
= (4.27)
wird. Durch die Grenzfrequenz
g
ω
wird in der Praxis die Modulationsfrequenz und
Haltebereich der PLL bestimmt.
4.2.4 Einrastprobleme, Haltebereich
Weil sich das Eingangssignal sehr stark ändern kann, kann auch die Eingangsphase sehr
schnell geändert und damit der lineare Bereich verlassen werden. Die Phasenänderung lässt
sich darstellen als dt
ϕ
ω
=Δ
∫
.
Der Haltebereich ist der Bereich, in dem die PLL langsamen Frequenzänderungen des
Eingangssignals sicher folgen kann.
Betrachtet wird der Fall, dass sich die PLL im Einrastzustand befindet.
020
ω
ωω
Δ=− ist die Abweichung der Eingangsfrequenz von der aktuellen PLL-Frequenz.
Für die statische Lösung der PLL gilt zunächst
51
312
sin( )
d
uK
ϕ
ϕ
=− (4.28)
43
(0)uFj u
ω
== (4.29)
und gemäß (4.22)
020 04
Ku
ω
ωω
Δ=−= . (4.30)
Unmittelbar aus (4.28), (4.29), (4.30) folgt
0
12
0
sin( ) 1
(0)
d
KKFj
ω
ϕϕ ω
Δ
−= <
=, (4.31)
daraus folgt eine Bedingung für den Haltebereich:
00
(0)
dH
KKFj
ω
ωω
Δ< ==Δ (4.32)
H
ω
Δ gibt die obere Grenze für Haltebereich an.
Um möglichst große Frequenzabweichungen 0
ω
Δ
zulassen zu können, sollte (0)Fj
ω
=
möglichst groß sein, weshalb Schleifenfilter mit integrierendem Anteil vorteilhaft sind.
Im der Praxis wird der Haltebereich durch den Aussteuerungsbereich des VCOs bestimmt.
[Noé9]
4.2.5 Empfindlichkeit der PMD-Detektion
Die erzielbare PMD-Empfindlichkeit kann berechnet werden, indem man die DGD-
Rauschvarianz berechnet. Eingangssignal
(
)
1
j
ω
Φ besitzt ein weißes Rauschen mit
konstanter zweiseitiger spektraler Leistungsdichte 1
L. Innerhalb des VCO wird ein Gauß-
Rauschen
()
G
ut mit dem Spektrum
(
)
G
j
ω
Φ addiert. Dieses Spektrum hat eine konstante
zweiseitige spektrale Leistungsdichte 2
L.
Die Taktrückgewinnung PLL (Abb. 4.4) funktioniert so:
() ()
()
()
(
)
12 4d
j
jKFjUj
ω
ωωω
Φ−Φ ⋅⋅ =
() ()
()
()
42
o
G
K
j
Uj j
j
ω
ωω
ω
Φ+ ⋅=Φ. (4.33)
Die Übertragungsfunktion des PI-Reglers kann angenommen werden als
2
11
1
()Fj j
τ
ω
τ
ωτ
=+ ⋅. (4.34)
Die resultierende Übertragungsfunktion lautet:
52
24
2
1
21
21
G
Ujx
xjx
ξ
ξ
Φ+
=− =
ΦΦ−+ +
2
221
o
Gr
Kjx
x
jx
ωξ
Φ=
Φ−++
(4.35)
Dabei der Resonanzfrequenz
1
do
r
KK
ω
τ
=,
der Dämpfungskontante 2
2r
τ
ξ
ω
= und die normierte Frequenz
r
x
ω
ω
= sind.
Das Rauschen der empfangenen Taktphase hat die Varianz
()
1
2
22
21
,1
1
141
24
r
nn
L
Ld
ω
σωξ
πξ
∞
−∞
Φ
==+
Φ
∫. (4.36)
Die Varianz der Taktphase aufgrund von Gauß-Rauschen ist
2
22
222
,2
1
24
o
nn
Gr
KL
Ld
σω
π
ξω
∞
−∞
Φ
==
Φ
∫. (4.37)
Hier ist 2
22o
LfK
π
−
=Δ , wobei das Taktsignal eine Lorentz-Linienbreite Δf hat.
Damit erhält man eine Gesamtvarianz der Taktphase von
12
22 2
,,
nnnnn
σ
σσ
=+. (4.38)
Wenn man annimmt, dass die PLL als Bandpass für
(
)
12
...
ω
ωω
∈ funktioniert, so ergibt sich
die resultierende Rauschvarianz des DGD in der Form
2
1
2
22
2
22211
12
12
1
ˆ2
22
n
G
T
tLLd
ω
ω
ω
ππ
⎛⎞
ΦΦΦ
⎛⎞ ⎜⎟
=+=
⎜⎟ ⎜⎟
ΦΦΦ
⎝⎠ ⎝⎠
∫
2
1
1
222
,
22
22 2 2
41 1
24141
r
r
nn
n
n
Tx
x
dx
x
ωω
ωω
σ
ξ
σ
ππξ σξ
⎛⎞
−
⎛⎞
=⋅⋅+
⎜⎟
⎜⎟ ⎜⎟
++
⎝⎠ ⎝⎠
∫. (4.39)
Der Quotient 22
ˆˆ
n
tt ist das Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) für die DGD-Messung.
53
Kapitel 5
Polarisationsscrambler
Wie schon im Kapitel 4 erläutert wurde, braucht man Polarisationsscrambler, um die
Polarisation so zu variieren, dass die PMD-Detektionsempfindlichkeit maximal wird.
Hier wird es zwei verschiedene Scrambler betrachtet.
Der erste Typ ist ein polarisationsabhängiger Scrambler (PAS).
Der PAS muss nur eine Eingangspolarisation variieren. PAS kann man in einem
Datenübertragungssystem benutzen, wo nur eine Polarisation zum Eingang kommt.
Der andere Typ ist ein polarisationsunabhängiger Scrambler (PUS).
Der PUS funktioniert unabhängig von der Eingangspolarisation und kann mehrere
Eingangspolarisationen gleichzeitig variieren. Einen solchen Scrambler kann man in WDM-
Systemen benutzen, um PMD in allen Kanälen zu detektieren.
5.1 Polarisationsabhängiger Scrambler
Den polarisationsabhängigen Scrambler (PAS) kann man in einer Übertragungsstrecke
benutzen, welche konstante Eingangspolarisation besitzt. Der PAS wird im ein- wie auch im
mehrkanaligen WDM-Aufbau benutzt, in letzten Fall müssen alle Kanäle die gleiche
Polarisation haben. Für die Realisierung der PAS wurde eine elektrooptische Wellenplatte mit
x-Schnitt, z-Ausbreitung Ti:LiNbO3-Bauelement verwendet. Der Scrambler besitzt einen TE-
TM-Phasenschieber mit Winkel
P
S
ϕ
und einen TE-TM-Modenkonverter mit Winkel
M
C
ϕ
.
Der Scrambler liefert eine Ausgangspolarisation SC
S
(2.66) bei der Drehung der zirkularen
Eingangspolarisation
[
]
001
T
± um die Eigenmoden-Achsen um den Verzögerungswinkel
ϕ
(2.64).
Es gibt zwei Algorithmen, die den optimalen Scrambler für die Bedingungen
1
,0,Eigenwerte
33
SC
S
⎧⎫
== =
⎨⎬
⎩⎭
I
C zu finden erlauben.
Das erste Algorithmus besteht darin, dass
M
C
ϕ
und
P
S
ϕ
gesucht werden in der Form:
()
()
1
1
sin
cos
n
MC i
i
n
PS i
i
ait
bit
ϕ
ω
ϕ
ω
=
=
⎧=
⎪
⎪
⎨
⎪=
⎪
⎩
∑
∑
. (5.1)
Dabei soll der Parameter n möglichst klein sein, damit das resultierende Spektrum auch
möglichst schmal wird. Das kleine Spektrum erlaubt einen stabile Datenempfang in der PLL.
Andererseits bedeutet ein schmales Spektrum, dass
ω
größer gewählt werden darf. Eine
Vergrößerung von
ω
führt zur Verkleinerung des Zeitintervalls für die PMD Messung.
Eine numerische Simulation ergibt die folgenden Lösungen:
54
()()
()()
1.17 0.19 sin 1.17 0.19 sin 2
1.17 0.19 cos 1.17 0.19 cos2
PS
MC
tt
tt
ϕ
ωω
ϕ
ωω
⎧=± +
⎪
⎨=± −
⎪
⎩
∓
∓. (5.2)
Für die praktische Lösung wurde untere Vorzeichen ausgewählt [Mir3]. Diese Kurve geht bei
Drehung um 120° um die 3
S-Achse in sich selbst über. Die resultierende Figur auf der
Poincaré-Kugel und deren Spektren sind im Abb. 5.1 und 5.2 dargestellt.
Abbildung 5.1: Projektionen der Polarisationstrajektorie des „Dreiblättrigen-Kleeblatt-
Scrambler“.
55
Abbildung 5.2: Spektren der Stokes-Parameter
Der zweite Algorithmus besteht darin, dass jetzt direkt das Verwürflersausgangsspektrum
gesucht wird, das die Bedingungen für den optimalen Scrambler erfüllt.
Dieses Spektrum stellt man durch
() ()
() ()
() ()
11
1
22
1
33
1
cos sin
cos sin
cos sin
n
ii
i
n
SC i i
i
n
ii
i
AitBit
SAitBit
AitBit
ωω
ωω
ωω
=
=
=
⎡⎤
+
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
=+
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
+
⎢⎥
⎣⎦
∑
∑
∑
(5.3)
als die Summe harmonische Schwingungen dar.
Mit verschiedenen Parametern
{
}
ij ij
AB können verschiedene Kurven auf der Poincaré-
Kugel entstehen. Man muss solche
{
}
ij ij
A
B suchen, die sowohl die Scrambler-Bedingungen
als auch die Bedingung, dass die Kurve auf die Oberfläche liegt (5.4), erfüllen.
Die Bedingung, dass die Kurve SC
S
für eine beliebige Phase t
ω
auf die Oberfläche liegt,
kann man in der Form:
() () () ()
22
11 2 2
11
cos sin cos sin
nn
ii ii
ii
A itB it A itB it
ωω ωω
==
⎛⎞⎛ ⎞
++ ++
⎜⎟⎜ ⎟
⎝⎠⎝ ⎠
∑∑
() ()
33
1
cos sin 1
n
ii
i
AitBit
ωω
=
⎛⎞
++=
⎜⎟
⎝⎠
∑ (5.4)
darstellen.
Für den Fall n=2 kann man beweisen, dass es keine Menge
{
}
ij ij
AB gibt, die diese
Bedingungen erfüllt.
Die Gleichung (5.3) für n=3 und die Bedingung, das die Kurve auf Poincaré-Kugel liegt,
resultieren in folgenden algebraischen Bedingungen:
56
21 11 31 21 11 31 22 12 32 22 12 32
23 13 33 23 13 33
21 31 11 21 11 31 22 32 12 22 12 32
23 33 13 23 13 33
22 22 2
11 11 12 12 13
()()()()
()()0
(-) (-) (-) (-)
(-) (-)0
0.5 ( - - -
AAA BBB AAA BBB
AAA BBB
ABB BAA ABB BAA
ABB BAA
AB AB A
⋅++⋅++⋅+ +⋅+
+⋅ + + ⋅ + =
⋅+⋅+⋅+⋅+
⋅+⋅=
⋅++
2
13 11 31 11 31 12 32
12 32 13 33 13 33
11 11 31 11 31 12 12 32 12 32
13 13 33 13 33
11 21 11 21 12 22 12 22 13 23 13 23
11 21 11 21 12 22 12
)
0
()- ()-
()- 0
---0
BAABBAA
BB AA BB
ABBBAABBBA
ABB BA
AABB AA BB AA BB
AB BA AB BA
+
⋅+⋅+⋅+
⋅+⋅+⋅=
⋅+ ⋅+⋅+ ⋅+
⋅+ ⋅=
⋅⋅+⋅⋅+⋅⋅=
⋅+⋅+⋅+⋅
22 13 23 13 23
22 22 22
21 21 22 22 23 23 11 31 11 31
12 32 12 32 13 33 13 33
11 31 11 31 21 21 12 32 12 32 22 22
13 33 13 33 23 23
21 31 21 31 22 3
0
0.5 ( - - - ) -
--0
0
-
AB BA
AB A B A B AABB
AABB AABB
AB BA AB AB BA AB
AB BA AB
AABB AA
+⋅+⋅=
⋅+++⋅⋅+
⋅⋅+⋅⋅=
⋅+⋅+⋅+⋅+⋅+⋅+
⋅+⋅+⋅=
⋅⋅+⋅
2 2232 2333 2333
21 31 21 31 22 32 22 32 23 33 23 33
22 22 22
31 31 32 32 33 33
31 31 32 32 33 33
222222
11 11 21 21 31 31
222222
12 12 22 22 32 32
1
--0
0
---0
0
2/3
2/3
BB AABB
AB BA AB BA AB BA
AB AB AB
AB AB AB
ABABAB
ABABAB
A
⋅+⋅ ⋅=
⋅+⋅+⋅+⋅+⋅+⋅=
++=
⋅+⋅+⋅=
+++++=
+++++=
222222
31323233333
11 12 11 12 21 22 21 22 31 32 31 32
11 13 11 13 21 23 21 23 31 33 31 33
12 13 12 13 22 23 22 23 32 33 32 33
2/3
0
0
0
BABAB
AA BB AA BB AA BB
AA BB AA BB AA BB
AA BB AA BB AA BB
⎫
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎬
+++++=
⋅+⋅+⋅+⋅+⋅+⋅=
⋅+⋅+⋅+⋅+⋅+⋅=
⋅+⋅+⋅+⋅+⋅+⋅= ⎭
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
⎪
(5.5)
Für den Fall n = 3 gibt es schon mehrere Lösungen.
In allgemeinem Fall kann man dieses System mit Hilfe der Gröbner-Basis [Buc], [Frö] in der
Software Maple lösen. Die Anzahl dieser Lösungen kann man aufgrund der Symmetrie der
Poincaré-Kugel auf zwei Lösungen reduzieren,
57
() ()
() ()
()
1
2
3
113 113
cos cos 3
22
113 113
sin sin 3
22
23cos 2
SC
SC SC
SC
tt
S
SS t t
St
ωω
ωω
ω
⎡⎤
±−
⎢⎥
⎢⎥
⎡⎤
⎢⎥
±
⎢⎥
== +
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
⎣⎦
⎢⎥
⎢⎥
⎢⎥
⎣⎦
∓
∓. (5.6)
Die erste Lösung mit den oberen Vorzeichen nennt man „Tennisball“ Kurve.
Der Tennisball-Scrambler ist eine optimale Lösung mit minimalen Spektrallinien.
Die Lösung mit den unteren Vorzeichen besitzt auch nicht mehr als 3 Spektralkomponenten.
Sie wurde in den praktischen Experimenten nicht benutzt, weil diese Kurve mehr Leistung in
der dritten Spektralkomponente hat als die „Tennisball“-Lösung.
Abbildung 5.3: Projektionen der „Tennisball-Kurve“.
58
Abbildung 5.4: Spektren der Stokes-Parameter
Die Lösung mit den unteren Vorzeichen (5.5) ist in Abb. 5.5 und 5.6 dargestellt.
Abbildung 5.5: Projektionen der zweiten Lösung.
59
Abbildung 5.6: Spektren der Stokes-Parameter der zweiten Lösung
Den Verzögerungswinkel
ϕ
erhält man durch
,3
arccos SC
S
ϕ
= (5.7)
Den Orientierungswinkel der Eigenmoden mit zirkularer Eingangspolarisation liefert
()
()
,2 ,1
arg arg
PS MC SC SC
jSjS
ζϕϕ
=+⋅=−+⋅
(5.8)
Die entsprechende Phasenverschiebung und Modenkonversion des Retarders berechnet man
anhand von
,2 ,3
22
,1 ,2
arccos
cos SC SC
PS
SC SC
SS
SS
ϕϕζ
−
== + (5.9)
,1 ,3
22
,1 ,2
arccos
sin SC SC
MC
SC SC
SS
SS
ϕϕζ
== + (5.10)
Diese zwei Parameter werden in den praktischen Experimenten benutzt, um die
Tennisballkurve zu erhalten. In Abbildungen 5.7 und 5.8 sind Phasenverschiebung ,
Modenkonversion und die entsprechende Spektren für die „Tennisball“-Kurve dargestellt.
60
Abbildung 5.7: Phasenverschiebung
P
S
ϕ
und Modenkonversion
M
C
ϕ
der „Tennisball“-Kurve
Abbildung 5.8: Spektren der Phasenverschiebung
P
S
ϕ
und Modenkonversion
M
C
ϕ
5.2 Polarisationsunabhängiger Scrambler
Der polarisationsunabhängige Scrambler (PUS) muss eine beliebige Eingangspolarisation so
variieren, dass im Empfänger die maximale mögliche Empfindlichkeit bei der
Ankunftszeitdetektion erreicht wird. Diese kann im WDM-Systemen nützlich sein. Die
Bedingungen für den PUS bleiben ähnlich wie für den PAS (4.15), also:
61
1
,0,Eigenwerte
33
SC
S
⎧⎫
== =
⎨⎬
⎩⎭
I
C.
Ein einfaches System, das solche PUS kann, ist ein Retarden mit Verzögerung von
7
arccos 8
φπ
⎛⎞
=− ⎜⎟
⎝⎠
auf der Poincaré-Kugel verteiltem Eigenmode [San2], [Cho1]. Hierbei ist
folgende Realisierung möglich. Zwei Wellenplatten haben die gleiche Verzögerung
ϕ
, die
eine sinus-förmige WDF in Intervall
[
]
0;
π
besitzt. Beide Wellenplatten drehen sich in die
gleiche Richtung mit derselben Geschwindigkeit, aber die Orientierungswinkel (doppelte
azimutale Winkel)
ζ
und
ζ
π
+ unterscheiden sich um
π
am Äquator auf der Poincaré-
Kugel. Jede dieser Wellenplatten transformiert zirkulare Polarisation in gleichmäßig verteilte
Polarisation auf der Poincaré-Kugel. Zwischen diesen Wellenplatten muss man einen
zirkularen Retarder mit einer Verzögerung von 7
arccos 8
φπ
⎛⎞
=− ⎜⎟
⎝⎠
einsetzen. Diese zwei
elektrooptischen Wellenplatten funktionieren umgekehrt gegensinnig wegen der Orientierung
der Differenzwinkel. Darum ist es notwendig, eine Transformation der zirkularen
7
arccos 8
φπ
⎛⎞
=− ⎜⎟
⎝⎠
Verzögerung in eine 7
arccos 8
φπ
⎛⎞
=− ⎜⎟
⎝⎠
Verzögerung mit gleichmäßig
verteilten Eigenmoden auf der Poincaré-Kugel zu erreichen. Hier wird diese Konfiguration
dargestellt:
(, )SBC
ϕζ
(
)
C
φ
(, )SBC
ϕζ
π
+
(, )SBC
ϕζ
(
)
C
φ
(, )SBC
ϕ
ζπ
+
()
C
φ
−
(, )SBC
ϕζ
(, )SBC
ϕζ
πφ
+
−
()
arccos 0.875
φπ
=−
Abbildung 5.9: „Realisierung der Polarisationsunabhängige Scrambler“
Das erste und zweite Argument der SBC sind die Verzögerung und der Orientierungswinkel.
Der zirkulare Retarder wird hier als „C“ bezeichnet und hat als Parameter die Verzögerung
φ
.
Wenn man vor oder hinter dem Scrambler einen nicht modulierte Retarder einfügt, wird die
Funktion davon nicht geändert.
Weil ein idealer PUS eine endlose Verwürfelungsperiode besitzt, wurde die Simulation mit
einer begrenzten Verwürfelungsperiode durchgeführt
62
tttD
tttC
D CD C
tttB
tttA
B AB A
MCMC
PSPS
ω⋅+ω⋅−ω⋅=
ω⋅−ω⋅−ω⋅−=
+=ϕ−=ϕ
ω⋅+ω⋅+ω⋅=
ω⋅+ω⋅−ω⋅=
+=ϕ−=ϕ
4sin0.223sin0.31sin0.07
4cos0.523cos1.40cos99.0
4cos0.14 3cos0.37 cos0.26
4sin0.823sin1.15sin0.28
21
21
. (5.11)
Index 1 und 2 unterscheidet hier die zwei Wellenplatten.
Dieses Ergebnis wurde bei den numerischen Berechnungen gefunden [San2].
Um die Arbeit der PUS zu prüfen, wurde zwei kommerzielle 3
LiNbO -Kristalle benutzt.
Eine Wellenplatte hat fast 51 gleichverteilte Polarisationen für PUS erzeugt.
Mit der zweiten Wellenplatte wurde ein PUS realisiert. Es wurden die Kovarianzmatrix C und
die Eigenwerte für jede Eingangspolarisation bestimmt. Das Histogramm der Eigenwerte
zeigt Abbildung 5.10. Das Minimum der kleinsten Eigenwerte war mehr als 0.26; das
Maximum der größten Eigenwerte war weniger als 0.35. Damit wurde eine relative
Genauigkeit der PMD-Messung, die auf Ankunftszeitsignalvariation basiert, bis
±
15%
erreicht. Die erreichbare Genauigkeit hängt auch von der Scramblerseingangspolarisation und
der Orientierung der PSP der Faser ab.
0.3
0.35
0.25
0
4
8
kleinste
und
größte
Eingenwerte
Abbildung 5.10: Histogramm der Eigenwerte
Das Spektrum der verwürfelten Stokes-Parameter hängt von der Eingangspolarisation ab.
Zuerst wurde die Spektren von alle 3 Stokes-Parametern mit allen Eingangspolarisationen
gemessen. Ihre quadrierten Amplituden, beziehungsweise die entsprechenden Spektren
wurden durch alle Polarisationen und alle Stokes-Parameter gemittelt. In Abbildung.5.11
werden die Amplituden des Spektrum gezeigt. Obgleich diese Grafik keine direkte
physikalische Bedeutung besitzt, zeigt sie doch, dass ein sehr breites Spektrum der Preis für
die Unempfindlichkeit des Systems von der Eingangspolarisation ist. Ein sehr breites
Spektrum fordert von der PLL einen möglichst großen Haltebereich für die PMD-
Ankunftszeitdetektion.
63
Amplitude
0.2
0.1
00
10
20
n
Abbildung 5.11: Spektrum des PUS, bei 51 Eingangspolarisation
Es wurden der kleinste und der größte Eigenwert im Wellenlängenbereich von 1520 nm bis
1580 nm gemessen. Die Scramblerqualität ist ausreichend für eine Bandbreite von 4 THz.
Abbildung 5.12: Der kleinste und der größte Eigenwert im Wellenlängenbereich von 1520nm
bis 1580nm
5.3 Aufbau und Messergebnisse
Abbildung 5.13 zeigt den Versuchsaufbau, mit dem die Funktion des Scramblers demonstriert
wurde.
Ein DFB Laser erzeugt ein 192.5THz Signal für den Aufbau. Als aktives Polarisationselement
wurde ein kommerzieller x-Schnitt, z-Ausbreitung LiNbO3 Polarisationstranformator mit 8
kaskadierten Wellenplatten benutzt. Jede dieser Wellenplatten erzeugt eine Verzögerung von
16
λ
,wenn an der jeweiligen Sektion 10 Volt anliegen. Die Wellenplatte1(WP1) wurde
verwendet, um eine notwendige zirkulare Polarisation zu erhalten. WP2 und WP3 zusammen
wurden als eine HWP eingesetzt und später auch als Scrambler. Ein schnelles integriertes
64
optisches Polarimeter erlaubt es, die Stokes-Parameter des Scramblers zu messen. Es wurde
eine Platine entwickelt, auf der ein 50MS/s-ADC sowie 4 DACs untergebracht sind. Die 4
DACs treiben 8 Hochspannungskanäle (±69 Volt) zur Ansteuerung des Scrambler. Die DACs
erzeugten einen Signal von 12.5 MHz. Die Verwürflungsperiode betrug 1/32 von 12.5 MHz,
also ca. 390kHz.
1550 nm
Ausgang
Eingang
X
WP 1 WP 3 WP 4 WP 5 WP 6 WP 7 WP 8
Y
Z
3Polarisation Wandler
WP 2
Polarimeter
50 MS/s
FPGA
2X2
Coupler
DFB Laser
1550 nm
X
WP 1 WP 3 WP 4 WP 5 WP 6 WP 7 WP 8
Y
Z
LiNbO
WP 2
2X2
Coupler
Zum Faser
Hochspannungs-
Verstärker und DACs
ADC
Abbildung 5.13: Scrambler Aufbau
Das optische Signal wird am integrierten Polarimeter in die 4 Stokes-Parameter umgewandelt.
Jedes dieser Signale wird durch analoges Multiplex an einen ADC-Eingang weitergeleitet. Es
ist möglich, die Daten im ADC mit einer Taktrate von 50 MS/s zu lesen. Nach 4 Perioden
stehen alle notwendigen Informationen bereit zur Analyse.
Als erster Schritt muss der Scrambler sich selber charakterisieren. Zuerst werden gültige
Amplituden für Phasenschieber und Modenkonversion gesucht, und dabei wird auch die
zirkulare Eingangspolarisation justiert.
Der nächste Schritt ist die Scrambleroptimierung durch Vergleich der theoretischen Kurve mit
der praktischen Kurve Abb. 5.14. Das Fehlersignal wird definiert als die Summe aller
Abweichungen zwischen idealem Scrambler und realem.
65
Abbildung 5.14: Realer und Idealer Scrambler ohne Nachoptimierung.
Nach zirka 20000 oder 30000 Optimierungszyklen wird der optimale Zustand erreicht.
-1
-0.5
0
0.5
1
-1 -0.500.5 1
-1
-0.5
0
0.5
1
S2
S1
S3
Abbildung 5.15: Gemessene „Tennisball“-Kurve(rot) und ideale theoretische Kurve(blau).
66
012345678
0
0.1
0.2
0.3
0.4
0.5
0.6
n
rms amplitude
S1 S2
S3
S1 S2
Abbildung 5.16: Experimental gemessene Spektren von normierten Stokes-Parameter
Abb. 5.15 zeigt die resultierende „Tennisball“-Trajektorie, die man nach der Optimierung
bekommt. Die Scrambler-Periode beträgt 2,56 µs. In Abb. 5.15 sind die Achsen deshalb nicht
symmetrisch, weil sich zwischen Scrambler und ADC noch ein fester Retarder befindet.
Die Eigenwerten liegen sehr nah bei 1/3, was der Theorie entspricht, mit einer relativen
Abweichung von ± 2,5%. Der resultierende Polarisationsgrad beträgt zirka 0.0066.
Abb. 5.16 zeigt die Spektren der empfangenen Signale. Das Spektrum ist dem theoretischen
Spektrum sehr ähnlich. Die Gesamtsignalleistung verteilt sich auf die 1. und 3. Harmonischen
für 1
S und 2
S sowie auf die 2. Harmonische für 3
S.
Abbildung 5.17 zeigt Übertragungsaufbau für 40 Gbit/s mit Polarisationsscrambler.
Data in
40 Gbit/s
TX Data
out
RMS
Entscheider
und
Phasendetektor
PI VCO
Phasenregelkreis
PMD
Fiber
Depolarisator
∫
(
)
ˆ
ttΔ
ˆ
rms
tΔ
Abbildung 5.17: 40 Gbit/s Übertragungsaufbau mit Polarisationsscrambler und
Ankunftszeitdetektion bei Übertragung nur einer Polarisation
Im Experiment wurde eine Pseudozufallsfolge (PRBS) der Länge 7
21
−
benutzt. Nach dem
Polarisationsverwürfler wurden manuelle Polarisationsstellglieder eingesetzt, auch nach der
doppelbrechenden Faser wurde noch ein Polarisationsregler implementiert.
Es wurde 40 Gb/s NRZ-Datenmodulation benutzt.
67
Das Ankunftszeitsignal wurde mit Hilfe eines digitalen Speicheroszilloskops von HP mit 4
GS/s und 1 GHz Bandbreite direkt in der PLL gemessen.
0 5 10 15 20 25
0
2
4
6
8
DGD [ps]
[A.U.]
0 ps
5.8 ps
12.8 ps
19.1 ps
0 5 10 15 20 25
0
2
4
6
8
DGD [ps]
[A.U.]
0 ps
5.8 ps
12.8 ps
19.1 ps
Abbildung 5.18: PMD-Messungswerte von schnellem „Tennisball“-Scrambler und
entsprechende 40 Gbit/s NRZ Augendiagramme.
Für jede PMF wurde der Effektivwert (RMS) der Amplitude des Ankuftszeitsignals berechnet
wie ein DGD-Wert.
In Abb. 5.18 ist der Durchschnittswert wiederholter DGD-Messungen als Funktion des DGD
dargestellt, mit Fehlerintervallen für eine Standardabweichung von
σ
= ±1.
Nicht überlappende ±
σ
Intervalle zwischen 0ps und 1.35ps belegen eine Meßempfindlichkeit
von 1.35ps.
Weil die Verzögerung proportional zur Wellenlänge ist, kann der Scrambler nur für eine
Wellenlänge optimiert werden. In diesem Experiment wurde eine optimale Wellenlänge von
1550nm ausgewählt. Für diese Wellenlänge wurde der Scrambler optimiert, und bei einer
konstanten Eingangspolarisation für den Scrambler wurde die Wellenlänge variiert.
Im Abbildung 5.19 ist die Abhängigkeit dreier Eigenwerte der Matrix C von der
Wellenlänge dargestellt. Aus diesem Bild kann man sehen, dass die optische Bandbreite für
die effiziente Funktion des Scramblers ca. 4 THz beträgt. Dieses Ergebnis wurde mit einem
früheren Aufbau [San2] erhalten.
68
1520 1540 1560 1580
0.2
0.3
0.4
λ[nm]
Abbildung 5.19: Eigenwerte der Kovarianzmatrix C als Funktion der Wellenlänge.
ADC
Multiplexer
4:1 FPGA
RAM
Multiplexer
15
0
S
1
S
2
S
3
S
DAC
Regler
15
PC
6
ADC
Regler
LiNbO3
Eingang
Ausgang
FPGA
RAM DAC
14 HV
Verstärker
Abbildung 5.20: Blockdiagramm des Versuchsaufbau
Auf Bild 5.20 ist ein Blockdiagramm des Versuchsaufbaus dargestellt.
Der Versuchsaufbau besteht aus zwei Teilen: ein Teil ist für den Datenempfang von der
Photodiode verantwortlich und der andere schickt Daten über DACs und
Hochspannungsverstärker auf das Ti:LiNbO3-Bauelement. Diese zwei Teile sind mit einen
internen Taktsignal mit einer Frequenz von 100 MHz synchronisiert.
Der Aufbau wird durch ein Matlab-Programm gesteuert und geregelt..
Der Multiplexer 4:1 schaltet synchron vier elektrische Signale, in denen die vier Stokes-
Parameter enthalten sind, auf ADC um. Der ADC wandelt die empfangenen Daten um, die
69
anschließend im FPGA-RAM gespeichert werden. Später werden die gespeicherten Daten in
den PC transferiert. Der ADC-Teil wird durch einen besonderen ADC-Regler gesteuert.
Um das Ti:LiNbO3-Bauelement zu steuern, schickt Matlab die Daten an den FPGA-RAM.
Diese Daten werden dann auf die DAC und Hochspannungsverstärker weitergeleitet. Der
DAC-Teil wird durch einen DAC-Regler gesteuert. DAC-Regler und ADC-Regler
funktionieren zusammen synchron.
In Abbildung 5.21 ist ein Foto des Versuchsaufbaus dargestellt.
Abbildung 5.21: Foto der Versuchsaufbau
Auf den Bilder 5.22 – 5.31 sind gemessene Augendiagramme für verschiedene PMF
dargestellt. Alle diese Bilder wurde mit eingeschaltetem Scrambler aufgenommen.
Hier kann man deutlich erkennen, dass bei kleineren PMD-Werten ein
Augenschließungseffekt kaum auftritt. Visuell kann man den PMD-Einfluß ab ca. 6ps
erkennen.
Photodiode FPGA
Platte
ADC
und
Multiplexer
LiNbO3
DAC
und
Hochspannungsverstärke
r
70
Abbildung 5.22: Augendiagramm ohne PMF
Abbildung 5.23: PMF 0.77ps
Abbildung 5.24: PMF 1.35ps
Abbildung 5.25: PMF 2.00ps
71
Abbildung 5.26: PMF 4.00ps
Abbildung 5.27: PMF 5.80ps
Abbildung 5.28: PMF 8.60ps
Abbildung 5.29: PMF 12.80ps
72
Abbildung 5.30: PMF 19.10ps
Abbildung 5.31: PMF 25.10ps
Im Abb.5.32 – 5.34 wurden PLL-Taktspektren der halbratigen Taktfrequenz gemessen.
Abbildung 5.32: Spektren des Taktsignals mit und ohne Scrambler
73
Abbildung 5.33: Spektren mit PMF von 0, 1.35 und 2 ps.
Abbildung 5.34: Spektren mit PMF von 0, 5.8 und 25 ps.
74
Kapitel 6
Zusammenfassung und Ausblick
Bei der Einführung schneller Übertragungssysteme mit Datenraten ≥40Gb/s spielt PMD eine
große Rolle. Durch PMD wird auch in Zukunft bestimmt, wie schnell die Daten in optischen
Glasfasern übertragen werden können. Deswegen ist es sehr wichtig, PMD schnell, genau und
kostengünstig messen zu können.
In der vorliegenden Arbeit wurde ein PMD-Messaufbau vorgestellt. Dieser Aufbau erlaubt es,
die PMD in wenigen Mikrosekunden mit einer Empfindlichkeit von ca. 1,35 ps zu messen.
Es wurde auch gezeigt, dass das System erfolgreich in einer WDM-Übertragungsstrecke
funktioniert.
Das System ist in der Lage, sich selbst zu charakterisieren und ständig zu optimieren.
Dieses System wird man als ein Teilsystem zur PMD-Kompensation benutzen können. Ohne
die PMD messen zu können, könnte man sie auch nicht kompensieren.
Das Ankunftszeitsignal kann man im Polarisationmultiplexübertragungssystem benutzen.
Auch für die Messung der chromatischen Dispersion kann man das Ankunftszeitsignalschema
benutzen.
75
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