Gewichtete Fr´echet-
und (LB)-R¨
aume
holomorpher Funktionen
von
Elke Wolf
Universit¨
at Paderborn
D-33095 Paderborn
Paderborn, November 2004
An dieser Stelle m¨
ochte ich mich bei all denen bedanken, die zum Entste-
hen dieser Arbeit beigetragen haben, insbesondere
•bei Klaus Bierstedt f¨
ur die sehr gute Betreuung, viele anregende Fragen
und die geduldige Beantwortung all meiner Fragen sowie das sehr gute
Arbeitsklima.
•bei Jos´e Bonet f¨
ur seine trotz der r¨
aumlichen Entfernung andauernde
sehr gute Betreuung und alles, was ich von ihm lernen durfte, sowie f¨
ur
die sehr fruchtbaren Diskussionen mit ihm und die nahezu unendliche
Geduld, mit der er jede meiner vielen Fragen beantwortet hat.
•bei Wolfgang Lusky f¨
ur die Beantwortung meiner Fragen.
•bei Alfredo Peris f¨
ur die Angabe von Referenzen und die Beantwortung
meiner Fragen.
•bei Simone Agethen f¨
ur das sehr gute Arbeitsklima in unserem gemein-
samen B¨
uro.
•bei meiner Mutter und meinem Bruder, die mich w¨
ahrend meines gesamten
Studiums stets unterst¨
utzt haben.
•bei meinem Ehemann Andrej Wolf daf¨
ur, daß er seine eigenen W¨
unsche
h¨
aufig hinter meine gestellt hat und mich in den letzten Wochen so sehr
unterst¨
utzt hat, daß ich fast meine gesamte Zeit dieser Arbeit widmen
konnte.
1
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Allgemeine Notationen und Definitionen 6
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 11
3.1 Einf¨
uhrung in die gewichteten
Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen . . . . . . . . . . . . . 11
3.2 Reflexivit¨
at und Monteleigenschaft . . . . . . . . . . . . . . . 15
3.2.1 Reflexivit¨
at und Monteleigenschaft . . . . . . . . . . . 15
3.2.2 Beispiele f¨
ur die angenommenen Voraussetzungen . . . 27
3.2.3 Reflexivit¨
at von Hv0(G) . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
3.3 Eine notwendige Bedingung f¨
ur Quasinormabilit¨
at und die
Dichtheitsbedingung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
3.4 Schwartz-Eigenschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
3.4.1 Schwartz-Eigenschaft f¨
ur HW(G) . . . . . . . . . . . . 34
3.4.2 Beispiele f¨
ur die angenommenen Voraussetzungen . . . 39
3.5 Beispiele nicht-distinguierter gewichteter Fr´echetr¨
aume holo-
morpher Funktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 49
4.1 Notationen und Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
4.2 Quasinormabilit¨
at......................... 51
4.3 Dichtheitsbedingung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 70
5.1 Notationen und Definitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
5.2 Die dualen Dichtheitsbedingungen in projektiven H¨
ullen . . . 72
5.3 Die dualen Dichtheitsbedingungen in induktiven Limiten . . . 77
Literaturverzeichnis 90
2
1 Einleitung
Gewichtete R¨
aume stetiger Funktionen wurden von Nachbin (siehe dazu [56],
[57], [58]) in seinen Arbeiten ¨
uber Approximationstheorie, genauer gesagt in
der Behandlung des gewichteten Approximationsproblems, eingef¨
uhrt.
Gewichtete R¨
aume holomorpher und stetiger Funktionen treten in verschiede-
nen Bereichen der Funktionalanalysis und ihrer Anwendungen auf, beispiel-
sweise in der Distributionstheorie, bei partiellen Differentialgleichungen und
Integraloperatoren, in der Spektraltheorie, in Fourier- und komplexer Anal-
ysis (siehe beispielsweise [30], [31], [32], [34], [36], [66]).
Fr´echetr¨
aume allgemein haben von Beginn an eine wichtige Rolle in der Funk-
tionalanalysis gespielt. Der Begriff der Distinguiertheit stammt von Dieudonn´e
und Schwartz. Eigenschaften wie nuklear, Schwartz und quasinormabel wur-
den von Grothendieck eingef¨
uhrt. Die Dichtheitsbedingung definierte Hein-
rich im Zuge seiner Untersuchungen von Ultrapotenzen in [42]. Sie wurde
dann von Bierstedt und Bonet in [10] im Rahmen von Fr´echetr¨
aumen einge-
hend studiert. Bierstedt und Bonet definierten in [8] die dualen Dichtheits-
bedingungen und untersuchten sie im Rahmen von (DF )-R¨
aumen.
All diese Eigenschaften konnten f¨
ur K¨
othesche Folgenr¨
aume und gewichtete
Fr´echetr¨
aume stetiger Funktionen bereits in Termen von Gewichten charak-
terisiert werden. In dieser Arbeit wird dies im Falle von holomorphen Funk-
tionen vorgenommen. Dabei erweisen sich die in einem Spezialfall von Ander-
sen und Duncan in [2] eingef¨
uhrten und von Bierstedt, Bonet und Taskinen
in [18] eingehend untersuchten sogenannten assoziierten Gewichte als das
geeignete Hilfsmittel.
F¨
ur die Charakterisierung der Quasinormabilit¨
at und der Dichtheitsbedin-
gung spielt die von Bierstedt und Bonet in [14] eingef¨
uhrte Klasse Wvon
radialen Gewichten auf dem Einheitskreis die entscheidende Rolle, da sie
gewissermaßen eine Zerlegung holomorpher Funktionen erm¨
oglicht.
Bierstedt, Bonet und Taskinen untersuchten in [18] induktive Limites und
deren projektive H¨
ullen u.a. auf Eigenschaften wie Schwartz, semi-Montel
und beschr¨
ankt-retraktiv. Dabei beeinflussen die einzelnen Gewichte einan-
der nicht.
Bei der Betrachtung von Fr´echetr¨
aumen ist dies leider nicht gegeben. Da-
her erwies es sich als notwendig, durch Zusatzbedingungen sicherzustellen,
daß die St¨
orung der Gewichte untereinander minimiert wird. Dabei stellen
sich die Bedingungen vom Typ der von Bierstedt, Bonet und Galbis in [12]
und [17] gegebenen als sehr hilfreich heraus. F¨
ur Quasinormabilit¨
at und die
Dichtheitsbedingung bietet die Klasse Wvon Gewichten einen geeigneten
3
1 Einleitung 4
Rahmen.
Gewichtete induktive Limites treten u.a. in [34] auf. Ehrenpreis’ Frage nach
der analytisch uniformen Struktur gewichteter induktiver Limites von R¨
aumen
holomorpher Funktionen warf das sogenannte Problem der projektiven Darstel-
lung auf. Es stellt sich die Frage, wann VH(G) und HV (G) bzw. V0H(G)
und HV 0(G) algebraisch und topologisch gleich sind. Die topologische Frage
bedeutet, anders ausgedr¨
uckt, die Frage nach einer Beschreibung der induk-
tiven Limes-Topologie durch ein System von gewichteten Halbnormen. F¨
ur
gewichtete induktive Limites von R¨
aumen stetiger Funktionen und ihre pro-
jektiven H¨
ullen konnte eine Charakterisierung der dualen Dichtheitsbedin-
gungen in Termen von Gewichten gegeben werden (siehe dazu [9]).
In dieser Arbeit wird im Rahmen der Klasse Wauf dem offenen Einheit-
skreis sowohl eine Charakterisierung der dualen Dichtheitsbedingungen f¨
ur
die gewichteten induktiven Limites von R¨
aumen holomorpher Funktionen
ebenso wie f¨
ur ihre projektiven H¨
ullen gegeben als auch ein Zusammenhang
zwischen den dualen Dichtheitsbedingungen und der projektiven Darstellung
hergestellt.
Aufbau der Arbeit
In Kapitel 3 werden die gewichteten Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktio-
nen auf Eigenschaften wie Montel, reflexiv, und Schwartz untersucht. Dabei
kann f¨
ur eine wachsende Folge W= (wn)n∈Nstrikt positiver stetiger Funk-
tionen auf einer offenen Teilmenge G⊂CN,N≥1, gezeigt werden, daß die
Gleichheit HW(G) = HW0(G)¨
aquivalent ist zur Reflexivit¨
at von HW0(G)
(Satz 3.3). Desweiteren wird eine Charakterisierung in Termen von Gewicht-
en und assoziierten Gewichten f¨
ur HW(G) = HW0(G) und die Monteleigen-
schaft von HW(G) gegeben (Satz 3.6). Im Rahmen dieser recht allgemeinen
Voraussetzungen werden notwendige Bedingungen f¨
ur die Quasinormabilit¨
at
(Proposition 3.22) und die Dichtheitsbedingung (Proposition 3.26) des Raumes
HW(G) gegeben. Es stellt sich sp¨
ater heraus, daß sie unter den in Kapitel 4
angenommenen Einschr¨
ankungen sogar hinreichend sind. Schließlich kann die
Schwartz-Eigenschaft in Termen von Gewichten und assoziierten Gewichten
charakterisiert werden (Korollar 3.34).
Kapitel 4 besch¨
aftigt sich im wesentlichen mit der Quasinormabilit¨
at und der
Dichtheitsbedingung f¨
ur R¨
aume HW(D) und HW0(D) im Rahmen der Klasse
W. Zun¨
achst wird in beiden F¨
allen eine Charakterisierung in Termen von
Gewichten und assoziierten Gewichten gegeben (Satz 4.2 und Satz 4.19). F¨
ur
den Raum HW0(D) kann sogar bewiesen werden, daß quasinormabel (bzw.
1 Einleitung 5
die Dichtheitsbedingung) ¨
aquivalent zu der von Peris eingef¨
uhrten Bedingung
(QNo) (bzw. zu der von Peris und Rivera definierten Bedingung (DCo)) ist
(Proposition 4.7 und Proposition 4.24). Dies erm¨
oglicht unter Benutzung
eines Resultates von Bierstedt eine Charakterisierung der Quasinormabilit¨
at
und die Angabe einer hinreichenden Bedingung f¨
ur die Dichtheitsbedingung
in R¨
aumen HW0(D×D) in Termen von Gewichten (Korollar 4.15 und Ko-
rollar 4.26).
Kapitel 5 ist in zwei Teile unterteilt. Im ersten Teil wird unter relativ allge-
meinen Voraussetzungen eine notwendige Bedingung in Termen von Gewicht-
en und assoziierten Gewichten f¨
ur die dualen Dichtheitsbedingungen in pro-
jektiven H¨
ullen gegeben (Proposition 5.3 und Proposition 5.4). Desweiteren
wird die Metrisierbarkeit der beschr¨
ankten Teilmengen in projektiven H¨
ullen
charakterisiert (Proposition 5.7 und Proposition 5.8).
Im zweiten Teil wird gezeigt, daß die notwendige Bedingung aus dem ersten
Teil im Rahmen der Klasse Wauf dem offenen Einheitskreis hinreichend ist
(Satz 5.12 und Satz 5.13). Unter gewissen Voraussetzungen erh¨
alt man die
¨
Aquivalenz der topologischen Gleichheit VH(D) = HV(D) und der dualen
Dichtheitsbedingung f¨
ur HV (D) oder ¨
aquivalent f¨
ur VH(D) (Korollar 5.19).
Ausblick
Die ersten Fragen, die sich im Zusammenhang mit dieser Arbeit stellen,
ergeben sich in nat¨
urlicher Weise aufgrund der großen Einschr¨
ankungen bez¨
uglich
der Klasse Wvon Gewichten auf dem Einheitskreis:
(a) Inwieweit kann man die hier hergeleiteten S¨
atze auch f¨
ur schw¨
achere
Bedingungen an die Gewichte beweisen?
(b) Kann man allgemeinere Gebiete in Cbzw. CNbehandeln?
Diese Fragen sind nicht nur bez¨
uglich der Charakterisierung von Eigen-
schaften wie quasinormabel und der Dichtheitsbedingung im Fall von Fr´echetr¨
aumen
und den dualen Dichtheitsbedingungen im Fall gewichteter induktiver Lim-
ites von Bedeutung, sondern auch hinsichtlich des Problems der projektiven
Darstellung.
In dieser Arbeit kann gezeigt werden, daß HW(G) = HW0(G) die Mon-
teleigenschaft von HW(G) f¨
ur Gebiete Gin Cimpliziert, die keine Einpunk-
tkomponente in C∗haben. Von Interesse ist, ob diese Aussage f¨
ur alle Gebiete
Gin C, also insbesondere f¨
ur die komplexe Ebene selbst, wahr bleibt.
2 Allgemeine Notationen und Defini-
tionen
Zun¨
achst werden die notwendigen Definitionen und Notationen gegeben. Die
Bezeichnungen bez¨
uglich der lokalkonvexen R¨
aume sind die in der Fachliter-
atur gebr¨
auchlichen. Siehe dazu Floret und Wloka [38], Horv´ath [47], Jarchow
[48], K¨
othe [50], [51] und Schaefer [63].
F¨
ur einen lokalkonvexen Raum Ebezeichne cs(E) das System aller stetigen
Halbnormen auf E. Desweiteren sei
Bp(E) := {e∈E;p(e)≤1}
die abgeschlossene Einheitskugel von Ebzgl. pf¨
ur ein p∈cs(E), U0(E) die
Menge aller abgeschlossenen absolutkonvexen Nullumgebungen von Eund
U◦:= {e0∈E0;|e0(u)| ≤ 1∀u∈U}
die Polare einer Teilmenge Uvon E. Hier ist E0der Dualraum von E, d.h.
der Raum der stetigen Linearformen auf E.
Wenn der Dualraum E0von Emit der starken Topologie β(E0, E) versehen
wird, schreibt man E0
bund spricht vom starken Dual von E. Die Topologie
β(E0, E) wird durch das System (pB)B∈B(E)von Halbnormen mit
pB(e0) := sup
b∈B
|e0(b)|f¨
ur e0∈E0
gegeben, wobei B(E) die Menge aller absolutkonvexen beschr¨
ankten Teil-
mengen von Eist. Das Bidual E00
bb wird mit E00 bezeichnet.
Weitere Topologien, mit denen das Dual E0von Eh¨
aufig versehen wird, sind
die schwache Topologie (also die Topologie der gleichm¨
aßigen Konvergenz
auf den endlichen Teilmengen von E) ebenso wie die Topologie λ(E0, E) der
gleichm¨
aßigen Konvergenz auf den pr¨
akompakten Teilmengen von Eund die
Topologie κ(E0, E) der gleichm¨
aßigen Konvergenz auf den absolutkonvexen
kompakten Teilmengen von E. Die entsprechenden Dualr¨
aume werden mit
E0[σ(E0, E)], E0
λund E0
cbezeichnet. Ist Equasivollst¨
andig, so fallen λ(E0, E)
und κ(E0, E) zusammen. Allgemein gilt
σ(E0, E)≤κ(E0, E)≤λ(E0, E)≤β(E0, E).
Ist Eein Fr´echetraum mit einer wachsenden Fundamentalfolge (k.kn)n∈N
von Halbnormen, so daß (Un)n∈Nmit Un={x∈E;kxkn≤1}f¨
ur jedes
6
2 Allgemeine Notationen und Definitionen 7
n∈Neine Nullumgebungsbasis bildet, so sind die dualen Halbnormen durch
kuk∗
n:= sup{| < u, x > |;x∈Un}f¨
ur u∈E0definiert. Es bezeichne
E0
n:= {u∈E0;kuk∗
n<∞} die lineare H¨
ulle von U◦
n, versehen mit der Norm
k.k∗
n. Dann wird E0=∪n∈NE0
nmit der st¨
arksten lokalkonvexen Topologie
i(E0, E), die alle Einbettungen in:E0
n→ ∪n∈NE0
nstetig macht, ausgestattet
und induktives Dual E0
ivon Egenannt.
In den Kapiteln 3 und 4 dieser Arbeit werden verschiedene Klassen von
Fr´echetr¨
aumen untersucht, die an dieser Stelle kurz eingef¨
uhrt werden.
Ein lokalkonvexer Raum Ewird Schwartzraum genannt, falls es zu jeder ab-
solutkonvexen Nullumgebung Uin Eeine Nullumgebung Vin Egibt, so daß
zu jedem ε > 0 Punkte x1, ..., xn∈Vmit
V⊂
n
[
j=1
(xj+εU)
existieren. Eheißt semi-Montelraum, falls jede beschr¨
ankte Menge in Erel-
ativkompakt ist. Einen quasitonnelierten semi-Montelraum nennt man Mon-
telraum.Eist semireflexiv, wenn jede beschr¨
ankte Menge in Eschwach rel-
ativkompakt ist. Ein quasitonnelierter semireflexiver Raum wird als reflex-
iv bezeichnet. Ist ein Fr´echetraum EMontel, so ist er auch reflexiv. Die
Umkehrung gilt i.a. nicht, wie Beispiele von K¨
othe und Grothendieck zeigen.
Ein lokalkonvexer Raum Eist quasinormabel, falls
∀U∈ U0(E)∃V∈ U0(E)∀λ > 0∃B∈ B(E) mit V⊂B+λU.
Ein lokalkonvexer Raum ist genau dann Schwartz, wenn er Montel und
quasinormabel ist. Jeder normierte Raum ist quasinormabel. Ferner ist ein
normierter Raum genau dann semi-Montel, wenn er endlich dimensional ist.
Ein lokalkonvexer Raum Egen¨
ugt der Dichtheitsbedingung, wenn es f¨
ur jede
Funktion λ:U0(E)→R+\{0}und jedes V∈ U0(E) eine endliche Teilmenge
Uvon U0(E) und ein B∈ B(E) mit
\
U∈U
λ(U)U⊂B+V
gibt. Die Dichtheitsbedingung wurde von Heinrich im Zuge seiner Unter-
suchungen von Ultrapotenzen lokalkonvexer R¨
aume in [42] erstmals betra-
chtet und von Bierstedt und Bonet in [10] eingehend studiert. Sie zeigten,
daß ein metrisierbarer lokalkonvexer Raum Egenau dann der Dichtheitsbe-
dingung gen¨
ugt, wenn jede beschr¨
ankte Teilmenge des starken Duals von E
metrisierbar ist (siehe dazu [10] Theorem 1.4).
2 Allgemeine Notationen und Definitionen 8
Ein lokalkonvexer Raum Eheißt distinguiert, wenn das starke Dual E0
bton-
neliert ist. Der Begriff der distinguierten R¨
aume stammt von Dieudonn´e und
Schwartz. Grothendieck zeigte, daß ein Fr´echetraum Egenau dann distin-
guiert ist, wenn E0
b=E0
igilt. F¨
ur Fr´echetr¨
aume Esind folgende Implikatio-
nen bekannt (Pfeile bezeichnen Implikationen):
Schwartz
Montel reflexiv
Dichtheitsbedingungquasinormabel
distinguiert
F¨
ur weitere Informationen wird u.a. auf [10], [11], [24] und [48] verwiesen.
Die Frage nach der Vererbung von Quasinormabilit¨
at und der Dichtheits-
bedingung unter Bildung von injektiven Tensorprodukten f¨
uhrte auf die Eigen-
schaften quasinormabel durch Operatoren (QNo) und Dichtheitsbedingung
durch Operatoren (DCo). Sie gehen auf Peris und Rivera zur¨
uck. Siehe [61]
und [62]. Ein lokalkonvexer Raum Eist (QNo), wenn es eine Basis Uabso-
lutkonvexer abgeschlossener Nullumgebungen in Egibt, so daß gilt:
∀U∈ U ∃V∈ U ∀ε > 0∃P∈L(E,E) :
(i) P(V)∈ B(E),
(ii) (I−P)(V)∈εU.
Ein Fr´echetraum Egen¨
ugt (DCo), falls es eine Nullumgebungsbasis (Un)n∈N
in Egibt, so daß gilt: ∃B∈ B(E)∀m∈N∀B0∈ B(E)∃λ > 0∃P∈
L(E,E) :
(i) P(B0)⊂Um
(ii) (I−P)(B0)⊂λB.
Im f¨
unften Kapitel werden induktive Limites holomorpher Funktionen
und deren projektive H¨
ullen auf unterschiedliche Eigenschaften untersucht.
Daher wird hier eine kurze Einf¨
uhrung gegeben.
Sei (En, τn)n∈Neine Folge lokalkonvexer R¨
aume Enmit den Topologien τn,
wobei jeder Raum Enein linearer Unterraum von E:= ∪n∈NEnund Enf¨
ur
n≤mein linearer Unterraum von Emist, so daß die kanonische Inklusion-
sabbildung in,m : (En, τn)→(Em, τm) stetig ist. Ewird mit der st¨
arksten
lokalkonvexen Topologie τversehen, die alle Einbettungen
τn: (En, τn)→E
2 Allgemeine Notationen und Definitionen 9
stetig macht. (E, τ) wird induktiver Limes der induktiven Folge (En, τn)
genannt und mit (E, τ) := indn(En, τn) bezeichnet. τheißt induktive Limestopolo-
gie.
Jede beschr¨
ankte Teilmenge in Enist wegen der kanonischen Einbettung
beschr¨
ankt in E, aber dies liefert i.a. nicht alle beschr¨
ankten Mengen in E.
(E, τ) = indn(En, τn) heißt regul¨
arer induktiver Limes, falls jede beschr¨
ankte
Teilmenge von Ein einem Enenthalten und beschr¨
ankt ist. Ein induktiver
Limes von Banachr¨
aumen heißt (LB)-Raum.
Ein lokalkonvexer Raum Eist ein (DF )-Raum, wenn er folgende Eigen-
schaften besitzt:
(a) Ebesitzt eine Fundamentalfolge der beschr¨
ankten Teilmengen.
(b) F¨
ur jede Folge (Un)n∈Nabgeschlossener, absolutkonvexer Nullumgebun-
gen in E, so daß U=∩n∈NUnjede beschr¨
ankte Teilmenge von Eab-
sorbiert, ist Ueine Nullumgebung.
(DF)-R¨
aume wurden von Grothendieck in [40] eingef¨
uhrt. Jedes starke Dual
eines Fr´echetraumes und jeder (LB)-Raum ist ein (DF )-Raum. Umgekehrt
ist das starke Dual eines (DF)-Raumes stets ein Fr´echetraum.
Ein lokalkonvexer Raum heißt (gDF)-Raum, falls es eine Fundamentalfolge
(Bn)n∈Nbeschr¨
ankter Teilmengen von Egibt, so daß f¨
ur jede Folge (Un)n∈N
von Nullumgebungen in Eein U∈ U0(E) mit
U⊂\
n∈N
(Un+Bn)
existiert. Jeder (DF )-Raum ist auch ein (gDF )-Raum, die Umkehrung hinge-
gen gilt i.a. nicht. Siehe dazu [48].
Ein lokalkonvexer Raum Egen¨
ugt der abz¨
ahlbaren Umgebungseigenschaft,
falls f¨
ur eine gegebene Folge (Un)n∈Nvon Nullumgebungen in EZahlen an>0
existieren, so daß
U:= \
n∈N
anUn
eine Nullumgebung in Eist. Die abz¨
ahlbare Umgebungseigenschaft wurde
implizit zun¨
achst von Schwartz in [64] auf S. 95 angegeben und von Floret in
[37] mit ihrem Namen versehen. Wegen [59] Korollar 8.3.3 und Proposition
8.3.5 erf¨
ullt jeder (DF )-Raum die abz¨
ahlbare Umgebungseigenschaft.
2 Allgemeine Notationen und Definitionen 10
Die Begriffe der dualen Dichtheitsbedingung und der starken dualen Dichtheits-
bedingung wurden von Bierstedt und Bonet in [8] f¨
ur lokalkonvexe R¨
aume
Edefiniert und f¨
ur (DF)-R¨
aume eingehend studiert.
Bezeichnet Eeinen (Hausdorffschen) lokalkonvexen Raum, B(E) das System
aller abgeschlossenen, absolutkonvexen und beschr¨
ankten Teilmengen von E
und U(E) das System aller abgeschlossenen, absolutkonvexen Nullumgebun-
gen in E, so gen¨
ugt Eder dualen Dichtheitsbedingung (DDC) (bzw. der
starken dualen Dichtheitsbedingung (SDDC)), wenn gilt:
zu jeder Funktion λ:B(E)→R+\{0}und jedem A∈ B(E) gibt es eine
endliche Teilmenge Bvon B(E) und ein U∈ U(E) mit
A∩U⊂Γ(∪B∈B(E)λ(B)B) (bzw. A∩U⊂Γ(∪B∈B(E)λ(B)B)),
wobei Γ (bzw. Γ) die absolutkonvexe H¨
ulle (bzw. die abgeschlossene abso-
lutkonvexe H¨
ulle) bezeichnet.
Bierstedt und Bonet zeigten in [8], daß f¨
ur das starke Dual E0
beines
Fr´echetraumes die duale Dichtheitsbedingung ¨
aquivalent zur starken dualen
Dichtheitsbedingung ist. Die duale Dichtheitsbedingung gilt in einem (DF )-
Raum Egenau dann, wenn die beschr¨
ankten Teilmengen von Emetrisierbar
sind (siehe dazu [8] 2.Remarks und 5.Theorem). Ein Fr´echetraum Egen¨
ugt
genau dann der Dichtheitsbedingung, wenn sein starkes Dual (DDC) (bzw.
¨
aquivalent (SDDC)) hat.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomor-
pher Funktionen
3.1 Einf¨
uhrung in die gewichteten
Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen
In diesem Kapitel werden, wenn nichts anderes gesagt wird, die folgenden
Voraussetzungen angenommen.
Sei Geine offene Teilmenge von CN,N≥1, und W= (wn)n∈Neine wach-
sende Folge strikt positiver, stetiger Funktionen auf G. Diese Funktionen
werden auch Gewichte genannt. Ferner bezeichne H(G) den Raum aller holo-
morphen Funktionen auf G, der mit der Topologie co der gleichm¨
aßigen Kon-
vergenz auf den kompakten Teilmengen von Gversehen wird.
F¨
ur jedes n∈Nsind
Hwn(G) := {f∈H(G); kfkn:= sup
z∈G
wn(z)|f(z)|<∞} und
H(wn)0(G) := {f∈H(G); wn|f|verschwindet im Unendlichen auf G},
versehen mit der von Hwn(G) induzierten Norm, Banachr¨
aume. Die gewichteten
R¨
aume holomorpher Funktionen seien definiert durch
HW(G) := \
n∈N
Hwn(G) und HW0(G) := \
n∈N
H(wn)0(G).
Unter der Topologie, die von der Folge (k.kn)n∈Nder Normen gegeben wird,
ist HW(G) ein Fr´echetraum.
Als abgeschlossener topologischer Unterraum von HW(G) ist HW0(G) eben-
falls ein Fr´echetraum.
F¨
ur jedes n∈Nbezeichne Bn(bzw. Bn,0) die abgeschlossene Einheitskugel
von Hwn(G) (bzw. H(wn)0(G)). Setze
Cn:= Bn∩HW(G) und Cn,0:= Bn,0∩HW0(G)
f¨
ur jedes n∈N. Dann wird durch (1
nCn)n∈N(bzw. (1
nCn,0)n∈N) eine
Nullumgebungsbasis von HW(G) (bzw. HW0(G)) gegeben. O.B.d.A. gen¨
ugt
es allerdings, (Cn)n∈Nund (Cn,0)n∈Nzu betrachten.
Setze
W:= {w:G→]0,∞[; wstetig, wnwbeschr¨
ankt auf Gf¨
ur jedes n∈N}.
11
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 12
Die Mengen
Cw:= {f∈HW(G); |f(z)| ≤ w(z) f¨
ur jedes z∈G}, w ∈W ,
bilden ein Fundamentalsystem der beschr¨
ankten Teilmengen von HW(G),
die absolutkonvex und kompakt im Raum (H(G), co) sind (siehe dazu [12] S.
123-125).
Sei vein Gewicht auf der Menge G. Dann ist das assoziierte Gewicht definiert
durch ∼
v(z) := sup{|g(z)|;g∈H(G),|g| ≤ v}, z ∈G
gegeben. Assoziierte Gewichte wurden von Andersen und Duncan in [2] eingef¨
uhrt
und von Bierstedt, Bonet und Taskinen in [18] eingehend untersucht.
Ein Gewicht vauf einem kreisf¨
ormigen Gebiet G⊂CN,N≥1, heißt radial,
falls v(z) = v(λz) f¨
ur jedes λ∈Cmit |λ|= 1 gilt.
Es bleibt zu erw¨
ahnen, daß f∈H(G) f¨
ur eine kreisf¨
ormige offene Teilmenge
Gvon CN,N≥1, die Taylorreihendarstellung
f(z) =
∞
X
k=0
pk(z)
um 0 f¨
ur jedes z∈Ghat, wobei pkein k-homogenes Polynom ist, k∈N. Die
Reihe konvergiert gleichm¨
aßig auf jeder kompakten Teilmenge von Ggegen
f. Die Ces`aro-Mittel der Partialsummen der Taylorreihe von fwerden durch
[Sn(f)](z) := 1
n+ 1
n
X
l=0
l
X
k=0
pk(z)
f¨
ur jedes z∈Gund jedes n∈N0gegeben. Also ist jedes Sn(f) ein Polynom
(vom Grad ≤n), und Sn(f) konvergiert gegen fgleichm¨
aßig auf jeder kom-
pakten Teilmenge von G. Diese Tatsache wird im Laufe der Arbeit h¨
aufig
verwendet.
V¨
ollig analog definiert man gewichtete Fr´echetr¨
aume stetiger Funktionen. Sei
W= (wn)n∈Neine wachsende Folge strikt positiver stetiger Funktionen auf
einem vollst¨
andig regul¨
aren Hausdorff-Raum X.C(X) bezeichne die Menge
aller stetigen Funktionen auf X. Dann sind
Cwn(X) := {f∈C(X); kfkn:= sup
x∈X
wn(x)|f(x)|<∞} und
C(wn)0(X) := {f∈C(X); wn|f|verschwindet im Unendlichen auf X},
versehen mit der von Cwn(X) induzierten Norm, Banachr¨
aume. Desweiteren
erh¨
alt man die gewichteten Fr´echetr¨
aume stetiger Funktionen
CW(X) := \
n∈N
Cwn(X) ebenso wie CW0(X) := \
n∈N
C(wn)0(X).
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 13
Gewichtete Fr´echetr¨
aume stetiger Funktionen wurden von Bierstedt und Meise
([19]) ebenso wie von Bastin ([3]) auf Eigenschaften wie Schwartz, Montel,
quasinormabel, Dichtheitsbedingung und Distinguiertheit untersucht.
In diesen Artikeln traten einige Bedingungen an die Gewichte auf, die auch
in dieser Arbeit in abge¨
anderter Form eine Rolle spielen. So gen¨
ugt W=
(wn)n∈Nder Bedingung (S0), falls
∀n∈N∃m > n :wn
wm
verschwindet im Unendlichen auf X.
Dies ist eine ziemlich starke Bedingung. Die folgenden schw¨
acheren Bedin-
gungen wurden ebenfalls eingehend untersucht.
W= (wn)n∈Nhat Bedingung (QN0), falls
∀n∈N∃m≥n, so daß ∀Y⊂Xmit inf
y∈Y
wn(y)
wm(y)>0 auch
inf
y∈Y
wn(y)
wk(y)>0,∀k=m+ 1, m + 2, ... gilt.
Bedingung (M0) ist erf¨
ullt, wenn
∀n∈N∀Ynicht relativkompakt in X∃m=m(n, Y )> n mit
inf
y∈Y
wn(y)
wm(y)= 0.
Bedingung (S0) impliziert nun sowohl (M0) als auch (QN0). Bierstedt und
Meise zeigten in [12], daß unter gewissen Voraussetzungen an den Raum X
und die Folge W= (wn)n∈Nvon Gewichten die Bedingung (M0) f¨
ur die Folge
W= (wn)n∈N¨
aquivalent zu CW(X) = CW0(X) ist ebenso wie die ¨
Aquiv-
alenz von (QN0) und der Tatsache, daß CW(X) (oder ¨
aquivalent CW0(X))
quasinormabel ist. Bastin [3] schließlich konnte zeigen, daß CW(X) bzw.
CW0(X) genau dann distinguiert ist (oder ¨
aquivalent, der Dichtheitsbedin-
gung gen¨
ugt), wenn W= (wn)n∈Nder Bedingung (D0) erf¨
ullt:
Es existiert eine wachsende Folge J= (Xm)m∈Nvon Teilmengen von Xmit
(N, J0) zu jedem m∈Ngibt es nm∈Nmit infx∈Xm
wnm(x)
wk(x)>0,
k=nm+ 1, nm+ 2, ... und
(M, J0) f¨
ur jedes n∈Nund jede Teilmenge Yvon Xmit Y∩(X\Xm)6=∅
f¨
ur alle m∈Ngibt es ein n0=n0(n, Y )> n mit infy∈Y
wn(y)
wn0(y)= 0.
Die inverse Form (D) der Bedingung (D0) wurde von Bierstedt und Meise
in [12] im Zuge ihrer Untersuchungen der sogenannten projektiven Darstel-
lung eingef¨
uhrt. N¨
ahere Informationen zur projektiven Darstellung werden
in Kapitel 5 gegeben.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 14
Die Einf¨
uhrung der assoziierten Gewichte erm¨
oglicht es nun, Eigenschaften
wie Schwartz, Montel und Reflexivit¨
at auch f¨
ur gewichtete Fr´echetr¨
aume
holomorpher Funktionen zu charakterisieren.
F¨
ur die Charakterisierung von Quasinormabilit¨
at und der Dichtheitsbedin-
ung wird zus¨
atzlich noch die von Bierstedt und Bonet in [14] eingef¨
uhrte
Klasse Wvon Gewichten auf dem offenen Einheitskreis ben¨
otigt, die eine
Zerlegung der holomorphen Funktionen erm¨
oglicht.
Zuletzt seien einige Beispiele gewichteter Fr´echetr¨
aume holomorpher Funk-
tionen erw¨
ahnt.
(I) Das folgende Beispiel wurde in [35] untersucht.
Betrachte ein beschr¨
anktes konvexes Gebiet Gin CN,N≥1, und eine
fallende Folge (ϕn)n∈Nbeschr¨
ankter nicht negativer konvexer Funktio-
nen auf G. Dann definiere die Folge W= (wn)n∈Ndurch
wn(z) = e−ϕn(z), z ∈G, n ∈N.
Epifanov zeigte in [35], daß das starke Dual von HW(G) unter bes-
timmten Voraussetzungen topologisch isomorph zu VH(CN) ist, wobei
V= (vn)n∈Ndurch
vn(z) = e−sup{Re<z,t>−ϕn(t); t∈G}, z ∈CN, n ∈N
gegeben wird. (Zur Definition von VH(CN) siehe Kapitel 4.)
(II) W¨
ahle G=Cund W= (wn)n∈Nmit wn(z) = e−1
n|z|ρf¨
ur jedes z∈C.
Dann ist HW(C) der Fr´echetraum der ganzen Funktionen der Ordnung
ρ,ρ > 0, und vom Typ 0. Man kann leicht nachrechnen, daß die Folge
W= (wn)n∈Nder Bedingung (S0) gen¨
ugt. Wie man sp¨
ater noch sehen
wird, ist HW(C) ein Schwartzraum.
Es bleibt zu erw¨
ahnen, daß HW(C) isomorph zu dem Raum der Dif-
ferentialoperatoren unendlicher Ordnung ist.
(Siehe dazu [5] S. 178.)
(III) In [25] wurden (LF )-R¨
aume im Zusammenhang mit Ultradistributio-
nen vom Roumieu-Typ betrachtet. Dabei treten die folgenden gewichteten
Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen auf.
Es bezeichne dazu Ω eine nichtleere offene konvexe Teilmenge von RN
mit 0 ∈Ω. Ferner sei (Kn)n∈Neine Fundamentalfolge der konvexen
kompakten Teilmengen von Ω mit 0 ∈◦
K1und Kn⊂◦
Kn+1 f¨
ur jedes
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 15
n∈N. F¨
ur jedes n∈Ndefiniere hn(x) := supy∈Kn< x, y >,x∈RN.
Betrachte jetzt die wachsende Folge Wn= (wn,k)k∈N,n∈N, mit
wn,k(z) := exp −hn(Im(z)) −1
kω(z), z ∈CN, n, k ∈N,
wobei ωeine nicht-quasianalytische Funktion ist. F¨
ur Informationen ¨
uer
nicht-quasianalytische Funktionen siehe [25]. ¨
Uber die so entstandenen
Fr´echetr¨
aume HWn(CN) wird dann der induktive Limes gebildet.
3.2 Reflexivit¨
at und Monteleigenschaft
In diesem Abschnitt wird zun¨
achst gezeigt, daß der Raum HW0(G) unter
gewissen Voraussetzungen an die wachsende Folge W= (wn)n∈Nstrikt pos-
itiver stetiger Funktionen auf Ggenau dann reflexiv ist, wenn HW(G) =
HW0(G) gilt. Ferner wird eine Bedingung in Termen von Gewichten und as-
soziierten Gewichten angegeben, die ¨
aquivalent zu HW(G) = HW0(G) und
HW(G) Montel ist. Eine Zusammensetzung dieser Ergebnisse liefert dann,
daß unter bestimmten Voraussetzungen die Monteleigenschaft von HW(G)
¨
aquivalent zu der bereits erw¨
ahnten Bedingung in Termen von Gewichten und
assoziierten Gewichten ist. Ferner kann f¨
ur offene und zusammenh¨
angende
Teilmengen Gvon C, die keine Einpunkt-Komponente in C∗:= C∪ {∞}
haben, bewiesen werden, daß besagte Bedingung auch ¨
aquivalent zu HW(G) =
HW0(G) ist.
Nach einem kurzen Abschnitt, in dem Beispiele f¨
ur die angenommenen Vo-
raussetzungen gegeben werden, wird die Reflexivit¨
atsfrage f¨
ur Banachr¨
aume
vom Typ Hv0(G) und Hv(G) betrachtet. Es wird gezeigt, daß Hv0(G) iso-
morph zu einem abgeschlossenen Unterraum von c0ist. Ist daher Hv0(G)
unendlich dimensional, so sind Hv0(G) und Hv(G) nicht reflexiv.
3.2.1 Reflexivit¨
at und Monteleigenschaft
Wie bereits gesagt, wird zun¨
achst untersucht, unter welchen Bedingungen
HW0(G) reflexiv ist. Dazu wird das folgende Lemma ben¨
otigt.
3.1 Lemma. F¨
ur eine Folge (fj)j∈N⊂HW0(G)sind folgende Aussagen
¨
aquivalent:
(a) fj→0bzgl. σ(HW0(G), HW0(G)0).
(b) (fj)j∈Nist beschr¨
ankt, und es gilt fj→0bzgl. co.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 16
Beweis. (a) =⇒(b):
Es konvergiere (fj)j∈Ngegen 0 bzgl. σ(HW0(G), HW0(G)0). Dies impliziert,
daß (fj)j∈Nσ(HW0(G), HW0(G)0)-beschr¨
ankt ist. Da die beschr¨
ankten und
die schwach beschr¨
ankten Teilmengen identisch sind (siehe [50] 20.11.(7)), ist
(fj)j∈Nbeschr¨
ankt in HW0(G).
Nach dem Satz von Montel f¨
allt co auf den beschr¨
ankten und daher erst
recht auf den co-beschr¨
ankten Teilmengen von HW0(G) mit der Topologie
der punktweisen Konvergenz zusammen.
Offensichtlich geh¨
ort jedes δzaber zu HW0(G)0,z∈G. Daher liefert
fj→0 bzgl. σ(HW0(G), HW0(G)0) sofort fj(z)→0 f¨
ur jedes z∈G, also
auch fj→0 bzgl. co.
(b) =⇒(a):
Sei (fj)j∈N⊂HW0(G) beschr¨
ankt, und es gelte fj→0 bzgl. co. Nach dem
Satz von Hahn-Banach und dem Rieszschen Darstellungssatz (siehe dazu
[65]) gibt es zu jedem l∈HW0(G)0ein n∈Nund ein beschr¨
anktes Radon-
Maß µauf Gmit
l(f) = ZG
fwndµ
f¨
ur jedes f∈HW0(G).
Nun folgt wegen der inneren Regularit¨
at von µ, daß
l(fj) = ZG
fjwndµ →l(0) = ZG
0wndµ = 0.
bzgl. co. (Siehe dazu [12] Ausf¨
uhrungen vor Proposition 10.) Dies impliziert
fj→0 bzgl. σ(HW0(G), HW0(G)0).
3.2 Folgerung. Auf einer beschr¨
ankten Teilmenge Bvon HW0(G)ist co
st¨
arker als die schwache Topologie.
Beweis. Zu zeigen ist, daß jede bzgl. co konvergente Folge in Bauch schwach
konvergiert. Fixiere dazu eine konvergente Folge (fj)j∈N⊂B, die bzgl. co
gegen f∈Bkonvergiert. Dann ist (fj−f)j∈Neine beschr¨
ankte Folge in
HW0(G), die bzgl. co gegen 0 konvergiert. Eine Anwendung von Lemma 3.1
liefert dann, daß (fj−f)j∈Nbzgl. der schwachen Topologie gegen 0 kon-
vergiert. Also konvergiert (fj)j∈Nbzgl. der schwachen Topologie gegen f.
Beispiele f¨
ur die im folgenden Satz angenommene Voraussetzung werden
im Anschluß an diesen Abschnitt gegeben.
3.3 Satz. Es gelte Cw=Cw,0
co f¨
ur jedes w∈W. Dann sind folgende Aus-
sagen ¨
aquivalent:
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 17
(a) HW(G) = HW0(G).
(b) HW0(G)ist reflexiv.
Beweis. (b) =⇒(a):
Fixiere ein f∈HW(G). Dann gibt es ein w∈Wmit f∈Cw. Wegen
Cw=Cw,0
co existiert eine Folge (fj)j∈N⊂Cw,0⊂HW0(G) mit fj→fbzgl.
co. Also konvergiert (fj)j∈Nauch punktweise gegen f.
Weil mit w∈Wwie oben (fj)j∈N⊂Cw,0gilt, ist (fj)j∈Nbeschr¨
ankt in
HW0(G). Daher liefert (b), daß (fj)j∈Nauch relativ schwach kompakt ist. Al-
so gibt es eine Teilfolge (fjk)k∈Nvon (fj)j∈N, die bzgl. σ(HW0(G), HW0(G)0)
gegen ein g∈HW0(G) konvergiert. Damit konvergiert (fjk)k∈Nauch punk-
tweise gegen g. Es folgt g=f∈HW0(G) und damit HW(G) = HW0(G).
(a) =⇒(b):
Sei dazu (fj)j∈N⊂HW0(G) beschr¨
ankt. Es ist zu zeigen, daß (fj)j∈Neine
schwach konvergente Teilfolge hat. Dann liefert ein Korollar des Satzes von
˘
Smulian (siehe [48] Korollar 9.8.3), daß HW0(G) reflexiv ist. Nach Voraus-
setzung existiert ein w∈Wmit (fj)j∈N⊂Cw,0⊂Cw.Cwis co-kompakt,
und es gibt eine Teilfolge (fjk)k∈Nvon (fj)j∈N, die gegen ein Element g∈
HW(G) = HW0(G) konvergiert. Man hat fjk−g→0 bzgl. co. Wegen Lem-
ma 3.1 impliziert dies fjk→gbzgl. σ(HW0(G), HW0(G)0).
Im folgenden soll eine andere Beweism¨
oglichkeit f¨
ur die Implikation
(a) =⇒(b) gegeben werden, die den Satz von ˘
Smulian und damit die Fr´echet-
Eigenschaft nicht ben¨
otigt, so daß diese Beweismethode auch f¨
ur beliebige
Nachbin-Familien angewandt werden kann.
(a) =⇒(b): Es gelte HW(G) = HW0(G). Gem¨
aß Definition ist zu zeigen,
daß jede beschr¨
ankte Teilmenge von HW0(G) relativ schwach kompakt ist.
Fixiere dazu eine beschr¨
ankte Teilmenge Bvon HW0(G). Dann existiert ein
w∈Wmit B⊂Cw,0. Wegen HW (G) = HW0(G) gilt Cw=Cw,0, und Cw,0
ist co-kompakt. Wie bereits erw¨
ahnt, ist co auf Bst¨
arker als die schwache
Topologie. Wegen des Satzes von Montel fallen auf Bdie schwache Topologie
und co zusammen. Daher ist Brelativ schwach kompakt.
Im folgenden wenden wir uns der Frage nach der Monteleigenschaft von
HW(G) und dem Zusamenhang zwischen Monteleigenschaft und der Re-
flexivit¨
at zu. Dazu wird zun¨
achst die folgende Hilfsaussage bewiesen.
3.4 Lemma. Folgende Aussagen sind ¨
aquivalent:
(a) HW(G)ist ein Montelraum.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 18
(b) Auf jeder beschr¨
ankten Teilmenge Bvon HW(G)fallen die Topologie
von HW(G)und die Topologie co zusammen.
Beweis. (a) =⇒(b): Sei dazu HW(G) ein Montelraum. Dann ist nach Def-
inition jede beschr¨
ankte Teilmenge Bvon HW(G) relativkompakt. Wegen
[50] 3.2.(6) f¨
allt auf Bdie Topologie von HW(G) mit jeder schw¨
acheren
Hausdorff Topologie - also insbesondere mit der Topologie co - zusammen.
Es folgt demnach die Aussage (b).
(b) =⇒(a): Fixiere dazu eine beschr¨
ankte Teilmenge Avon HW(G). Dann
gibt es ein w∈Wmit A⊂Cw, und Cwist co-kompakt. Daher ist A co-
relativkompakt und wegen (b) auch relativkompakt in HW(G). Gem¨
aß Def-
inition ist HW(G) damit ein Montelraum.
Es bezeichne K+(G) die Menge aller stetigen Funktionen auf G, die einen
kompakten Tr¨
ager haben. Mit der Konvention 1/0 = +∞ist die im folgenden
auftretende Funktion min w, 1
ϕdefiniert und stets eine positive und stetige
Funktion auf Gf¨
ur w∈Wund ϕ∈ K+(G). Im folgenden Satz, dessen Be-
weisidee aus [18] stammt, wird eine Charakterisierung der Monteleigenschaft
von HW(G) gegeben. Diese hat allerdings den Nachteil, daß die Bedingung
nicht nur von den Gewichten und assoziierten Gewichten, sondern auch von
einer Funktion ϕ∈ K+(G) abh¨
angt.
3.5 Satz. Die folgenden Aussagen sind ¨
aquivalent:
(a) HW(G)ist ein Montelraum.
(b) F¨
ur jedes w∈Wund jedes n∈Ngibt es ein ϕ∈ K+(G)mit
min w, 1
ϕ∼
≤1
wn
auf G.
Beweis. Weil HW(G) ein Fr´echetraum ist, (Cw)w∈Wein Fundamentalsystem
der beschr¨
ankten Teilmengen von HW(G) bildet und jedes Cwkompakt in
(H(G), co) ist, ist HW(G) genau dann Montel, wenn HW(G) und co dieselbe
Topologie auf Cwf¨
ur jedes w∈Winduzieren (siehe dazu vorangegangenes
Lemma). Dies ist ¨
aquivalent zu der Aussage
(∗) F¨
ur jedes w∈Wund jedes n∈Ngibt es ein ϕ∈ K+(G) mit
Cw∩ {f∈H(G); ϕ|f| ≤ 1 auf G} ⊂ Cn.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 19
(b) =⇒(∗): Fixiere g∈Cw∩ {f:ϕ|f| ≤ 1 auf G}. Dann ist g∈HW(G)
und |g| ≤ min w, 1
ϕauf G. Wegen (b) und [18] 1.2.(iii) hat man auch
|g| ≤ min w, 1
ϕ∼
≤1
wn
auf G
und damit g∈Cn.
(∗) =⇒(b): Fixiere dazu ein f∈H(G) mit |f| ≤ min w, 1
ϕ∼auf G.
Dann gilt auch |f| ≤ min w, 1
ϕauf G. Folglich ist fein Element von
Cw∩ {f∈H(G); ϕ|f| ≤ 1 auf G}und geh¨
ort nach (∗) damit auch zu
Cn. Demnach ist |f| ≤ 1
wnauf G. W¨
ahlt man das Supremum ¨
uber all diese
Funktionen, so folgt die Behauptung.
Der folgende Satz bietet gegen¨
uber dem Vorherigen den Vorteil, daß man
eine Bedingung bekommt, die nur von Gewichten und assoziierten Gewichten
bestimmt ist.
3.6 Satz. Folgende Aussagen sind ¨
aquivalent:
(a) Es gilt HW(G) = HW0(G), und HW(G)ist ein Montelraum.
(b) F¨
ur jedes n∈Nund jedes w∈Wverschwindet wn(w)∼im Un-
endlichen auf G.
Beweis. (a) =⇒(b): Es sei HW(G) ein Montelraum, und es gelte HW(G) =
HW0(G).
Fixiere ein n∈N. Dann ist die Menge A:= {wn(z)δz;z∈G}gleichstetig
in HW(G)0, weil Aeine Teilmenge von C◦
nist. Demnach hat man
σ(HW(G)0, HW(G))|A=λ(HW(G)0, HW(G))|A,
wobei λ(HW(G)0, HW(G)) die Topologie der gleichm¨
aßigen Konvergenz auf
den (pr¨
a-)kompakten Teilmengen von HW(G) bezeichnet. Wegen HW(G) =
HW0(G) existiert zu jedem U∈ U(HW(G)0, σ(HW(G)0, HW(G))) ein K⊂⊂
Gmit
wn(z)δz∈U∀z∈G\K.
Weiterhin ist Cwwegen der Monteleigenschaft von HW(G) kompakt in
HW(G). Deshalb gibt es zu der λ(HW(G)0, HW(G))-Nullumgebung εC◦
w⊂
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 20
HW(G)0ein K⊂⊂ Gmit wn(z)δz∈εC◦
wf¨
ur jedes z∈G\K, d. h. zu jedem
ε > 0 existiert ein K⊂⊂ Gmit
ε≥wn(z) sup{|f(z)|;f∈Cw}=wn(z)(w)∼(z)
f¨
ur jedes z∈G\K. Also folgt Bedingung (b).
(b) =⇒(a):
1. Schritt: Zeige zun¨
achst, daß HW(G) = HW0(G) gilt. Fixiere dazu ein
f∈HW(G). Dann existiert ein w∈Wmit |f| ≤ wauf G. Nat¨
urlich gilt
dann auch |f| ≤ (w)∼auf G. Fixiere nun ein n∈Nund erhalte
wn|f| ≤ wn(w)∼auf G.
Eine Anwendung von Aussage (b) liefert, daß wn|f|im Unendlichen auf G
verschwindet. Da nbeliebig gew¨
ahlt war, folgt f∈HW0(G).
2. Schritt: Damit bleibt zu beweisen, daß HW(G) ein Montelraum ist.
Fixiere dazu zun¨
achst ein w∈W. Es ist zu zeigen, daß HW(G) und
(H(G), co) dieselbe Topologie auf Cwinduzieren. Da (Cw)w∈Wein Fundamen-
talsystem der beschr¨
ankten Teilmengen von HW(G) bildet, liefert Lemma
3.4 dann, daß HW(G) ein Montelraum ist.
Fixiere n∈Nund ε > 0. Nach Voraussetzung existiert eine Menge K⊂⊂ G
mit
wn(z)(w)∼(z)≤ε
f¨
ur jedes z∈G\K.
Setze U:= {g∈HW(G); wn(z)|g(z)| ≤ εf¨
ur jedes z∈G}. Dann ist zu
zeigen, daß es eine Nullumgebung Vin (H(G), co) gibt mit
V∩Cw⊂U∩Cw.
Definiere V:= {g∈H(G); |g(z)| ≤ ε
maxy∈Kwn(y)f¨
ur jedes z∈K}und fixiere
ein f∈V∩Cw. Dann hat man
* f¨
ur z∈K:
wn(z)|f(z)| ≤ max
y∈Kwn(y)ε
maxy∈Kwn(y)=ε.
* f¨
ur z∈G\K:
Falls (w)∼(z)>0 ist, so erh¨
alt man wegen wn(z)(w)∼(z)≥εf¨
ur jedes
z∈G\Kund |f| ≤ (w)∼auf Gdie Absch¨
atzung
wn(z)|f(z)| ≤ wn(z)(w)∼(z)|f(z)|
(w)∼(z)≤ε.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 21
Falls (w)∼(z) = 0 ist, so folgt auch g(z) = 0, da gnach Voraussetzung
ein Element von Cwist. Demnach gilt dann auch wn(z)|f(z)|= 0 < ε.
Also geh¨
ort fzu U∩Cw.
3.7 Korollar. Es gelte Cw=Cw
co f¨
ur jedes w∈W. Dann sind folgende
Aussagen ¨
aquivalent:
(a) HW(G)ist Montel.
(b) F¨
ur jedes n∈Nund jedes w∈Wverschwindet wn(w)∼im Un-
endlichen auf G.
Beweis. Wegen Satz 3.6 ist offensichtlich, daß (b) Aussage (a) impliziert. F¨
ur
die Umkehrung beachte, daß mit HW(G) auch HW0(G) ein Montelraum ist.
Dies liefert, daß HW0(G) reflexiv ist. Mit Satz 3.3 folgt dann HW(G) =
HW0(G). Daher liefert der Beweis von Satz 3.6 die Behauptung.
Interessant ist nun die Frage, ob die Gleichheit HW(G) = HW0(G) stets
die Monteleigenschaft von HW(G) nach sich zieht. Diese Frage kann leider
nur f¨
ur Folgen W= (wn)n∈Npositiv beantwortet werden, die auf einem
Gebiet G⊂Cdefiniert sind, so daß C∗\Gkeine Einpunkt-Komponente hat.
F¨
ur alle anderen Teilmengen von Ceinschließlich der komplexen Ebene selbst
ist dieses Problem noch offen.
3.8 Proposition. Sei Geine offene und zusammenh¨
angende Teilmenge von
C, so daß C∗\Gkeine Einpunkt-Komponente hat. Dann impliziert HW(G) =
HW0(G)bereits die Bedingung (b) aus Satz 3.6.
Beweis. Der Beweis wird indirekt gef¨
uhrt. Dazu sei angenommen, daß die
Eigenschaft (b) nicht erf¨
ullt ist. Dann gibt es ein w∈W, ein n∈Nund ein
ε > 0 sowie eine Folge von Punkten (zk)k∈N⊂G, die gegen einen Punkt z0
im Rand von Gin C∗konvergiert, mit
wn(zk)(w)∼(zk)≥ε. (3.1)
Weiterhin existiert wegen [18] 1.2.(iv) zu jedem k∈Nein fk∈H(G) mit
|fk| ≤ wauf Gund
|fk(zk)|= (w)∼(zk).
Die Funktion fkist auch ein Element von HW (G), denn die Ungleichung
|fk| ≤ wauf Gliefert f¨
ur jedes n∈N
wn|fk| ≤ wnw < ∞auf G.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 22
O.B.d.A. kann angenommen werden, daß z0in einer abgeschlossenen, zusam-
menh¨
angenden Menge L⊂C∗\Gvon mehr als einem Punkt liegt. Dann ist
U:= C∗\Lkonform ¨
aquivalent zu D, wie nun per Fallunterscheidung gezeigt
wird:
1. Fall: Der Punkt ∞ist kein Element von U, d.h. ∞muß in Lliegen. In
diesem Fall ist Ueine Teilmenge von C, und Lwird nicht auf den Punkt
∞reduziert, weil Laus mehr als einem Punkt besteht. Daher ist Ueinfach
zusammenh¨
angend. Eine Anwendung des Riemannschen Abbildungssatzes
liefert, daß Ukonform ¨
aquivalent zu Dist.
2. Fall: Der Punkt ∞geh¨
ort zu U. W¨
ahle nun ein a∈Lbeliebig, aber fest,
und definiere
T:C∗→C∗, z →1
z−a.
Dann ist Tbiholomorph und bildet Lauf eine zusammenh¨
angende,
abgeschlossene Menge L0in C∗ab, die ∞enth¨
alt, und Uauf eine offene
zusammenh¨
angende Menge U0mit ∞ 6∈ U0. Außerdem ist U0=C∗\L0. Weil
U0zusammenh¨
angend und das Komplement L0ebenfalls zusammenh¨
angend
ist und aus mehr als einem Punkt besteht, ist U0einfach zusammenh¨
angend
und wegen des Riemannschen Abbildungssatzes konform ¨
aquivalent zu D.
Durch ¨
Ubergang zu einer Teilfolge von (zk)k∈Nerh¨
alt man eine H∞(U)-
interpolierende Folge (siehe dazu [44] S. 195). O.B.d.A. kann angenommen
werden, daß die Teilfolge durch (zk)k∈Ngegeben wird. Dann liefert der Beweis
von [69] III.E.4 die Existenz einer Folge von Funktionen (ϕj)j∈N⊂H∞(U)
mit ϕj(zk) = δjk und P∞
j=1 |ϕj| ≤ M < ∞. Setze f:= P∞
k=1 ϕkfk.Dann ist f
wegen |f(z)|=|P∞
k=1 ϕk(z)fk(z)| ≤ Mw(z) f¨
ur jedes z∈Gund der daraus
resultierenden gleichm¨
aßigen Konvergenz auf den den kompakten Teilmen-
gen von Gein Element von H(G).
Zu zeigen bleibt f∈HW(G)\HW0(G). Beweise zun¨
achst, daß fzu HW(G)
geh¨
ort. F¨
ur jedes z∈Gund jedes m∈Nhat man
wm(z)|f(z)| ≤ wm(z)
∞
X
k=1
|ϕk(z)||fk(z)|
≤wm(z)Mw(z)<∞,
weil nach Voraussetzung wmwauf Gbeschr¨
ankt ist.
Es bleibt zu zeigen, daß fkein Element von HW0(G) ist. Zun¨
achst gilt
|f(zj)|=
∞
X
k=1
ϕk(zj)fk(zj)
=|fj(zj)|= (w)∼(zj).
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 23
Wegen (3.1) gibt es ein n∈Nmit
wn(zk)|f(zk)|=wn(zk)(w)∼(zk)≥ε
f¨
ur jedes k∈N. Demnach geh¨
ort fnicht zu H(wn)0(G) und damit auch
nicht zu HW0(G). Dies ist ein Widerspruch zur Voraussetzung HW(G) =
HW0(G).
3.9 Korollar. Sei G⊂Coffen und zusammenh¨
angend, so daß C∗\Gkeine
Einpunkt-Komponente hat. Ferner gelte Cw=Cw,0
co f¨
ur jedes w∈W. Dann
sind folgende Aussagen ¨
aquivalent:
(a) HW(G) = HW0(G)
(b) HW0(G)ist reflexiv.
(c) HW(G)ist reflexiv.
(d) F¨
ur jedes n∈Nund jedes w∈Wverschwindet wn(w)∼im Un-
endlichen auf G.
(e) HW(G)ist ein Montelraum.
(f) HW0(G)ist ein Montelraum.
Beweis. Eine Anwendung von Satz 3.3 liefert die ¨
Aquivalenz der Aussagen
(a) und (b), w¨
ahrend diejenige von (a) und (d) unmittelbar aus Proposition
3.8 und Satz 3.6 folgt.
Weil HW0(G) ein abgeschlossener topologischer Unterraum von HW(G) ist,
impliziert (c) die Aussage (b) gem¨
aß [48] Proposition 11.4.5 ebenso wie (e)
Bedingung (f) nach [48] Proposition 11.5.4.
Satz 3.6 liefert, daß (d) die Bedingung (e) nach sich zieht.
Weil schließlich HW (G) und HW0(G) Fr´echetr¨
aume sind, ergeben sich
(e) =⇒(c) ebenso wie (f) =⇒(b).
Im folgenden werden Beispiele f¨
ur Folgen W= (wn)n∈Ngegeben, die
HW(G) = HW0(G) liefern.
3.10 Proposition. Gen¨
ugt die Folge W= (wn)n∈Nder Bedingung (M0), so
ist HW0(G) = HW(G).
Beweis. Nach [19] Proposition 5.5 folgt aus Bedingung (M0) sofort
CW0(G) = CW (G). Dies liefert
HW0(G) = CW0(G)∩H(G) = CW(G)∩H(G) = HW(G).
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 24
In Anbetracht der Tatsache, daß Bedingung (M0) bei der Untersuchung
der gewichteten Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen eine gewisse Rolle
gespielt hat, ist es angebracht, einen Zusammenhang zwischen (M0) und der
Bedingung (b) aus Satz 3.6 herzustellen.
3.11 Bemerkung. Sei W= (wn)n∈Neine wachsende Folge strikt positiver,
stetiger Funktionen auf G. Dann sind folgende Aussagen ¨
aquivalent:
(a) CW(G) = CW0(G).
(b) F¨
ur jedes n∈Nund jedes w∈Wverschwindet wnwim Unendlichen
auf G.
(c) Wgen¨
ugt der Bedingung (M0).
Beweis. (a) =⇒(b): Fixiere n∈Nund w∈W. Nach Definition gilt
w∈CW(G), w¨
ahrend man gem¨
aß Voraussetzung CW(G) = CW0(G) hat.
Also verschwindet wnwim Unendlichen auf G.
(b) =⇒(a): W¨
ahle f∈CW(G) beliebig, aber fest. Dann existiert ein w∈W
mit |f| ≤ wauf G. Fixiere ein n∈Nund erhalte
wn|f| ≤ wnwauf G,
so daß wn|f|im Unendlichen auf Gverschwindet. Da nbeliebig gew¨
ahlt war,
folgt f∈CW0(G).
(a)⇐⇒ (c): Dies ist [19] Proposition 5.5.
Die Bemerkung zeigt also deutlich, daß sich die beiden Bedingungen genau
durch Verwendung der assoziierten Gewichte voneinander unterscheiden.
Aufgrund der vorhergehenden Untersuchungen ist eine weitere interes-
sante Frage, ein Beispiel f¨
ur die Gleichheit von HW(G) = HW0(G) zu finden,
aber derart, daß CW(G) und CW0(G) nicht gleich sind.
Die Idee zur Konstruktion dieses Beispieles stammt aus [18].
3.12 Lemma. Sei G1eine offene Teilmenge von Cund setze G:= G1×C.
Ferner seien T= (tn)n∈Nund U= (un)n∈Nwachsende Folgen von Gewichten
auf G1bzw. C. Sei 0<p<1, und es sei angenommen, daß f¨
ur jedes n∈N
und jedes z∈C
1≤un(z)≤(1 + |z|)p
gilt. W¨
ahle S= (sn)n∈Nmit sn(z) := un(z)
(1+|z|)p,z∈C. Dann gilt f¨
ur beliebiges
z∈C1
(1 + |z|)p≤sn(z)≤1.(3.2)
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 25
Betrachte jetzt W= (wn)n∈Nmit wn(z1, z2) = tn(z1)sn(z2)f¨
ur (z1, z2)∈G,
n∈N. Dann gilt
(a) Jedes f∈HW(G)ist in der zweiten Koordinate konstant, d.h. es gilt
f(z1, z2) = f(z1, z0
2)f¨
ur jedes z2, z0
2∈C.
(b) HW(G)und HT(G1)sind kanonisch topologisch isomorph.
Beweis. (a) W¨
ahle f∈HW(G) beliebig, aber fest. Dann existiert nach Def-
inition ein M > 0 mit wn(z1, z2)|f(z1, z2)|=tn(z1)sn(z2)|f(z1, z2)| ≤ M
f¨
ur jedes (z1, z2)∈G. Unter Benutzung von (3.2) folgt also |f(z1, z2)| ≤
M
tn(z1)
1
sn(z2)≤M
tn(z1)(1 + |z2|)p.Dann liefert eine verallgemeinerte Version des
Satzes von Liouville das Gew¨
unschte.
(b) Definiere dazu zun¨
achst die Abbildungen
ψ:HW(G)→HT(G1), f →(z1→f(z1,0))
ψ−1:HT(G1)→HW(G), g →((z1, z2)→g(z1)).
Es bleibt zu zeigen, daß ψund ψ−1stetig sind.
Stetigkeit von ψ:
sup
z1∈C
tn(z1)|[ψ(f)](z1) = sup
z1∈C
tn(z1)|f(z1,0)|
= sup
z1∈C
tn(z1)sn(0)|f(z1,0)|
≤sup
(z1,z2)∈G
tn(z1)sn(z2)|f(z1, z2)|
= sup
(z1,z2)∈G
wn(z1, z2)|f(z1, z2)|;
folglich ist ψstetig.
Stetigkeit von ψ−1:
wn(z1, z2)|[ψ−1(f)](z1, z2)|=tn(z1)sn(z2)|f(z1,0)| ≤ tn(z1)|f(z1,0)|.
Daher hat man
sup(z1,z2)∈Gwn(z1, z2)|[ψ−1(f)](z1, z2)| ≤ supz1∈Gtn(z1)|f(z1,0)|und damit
die Stetigkeit von ψ−1.
Also sind HW(G) und HT(G1) kanonisch topologisch isomorph.
3.13 Lemma. Falls eine wachsende Folge W= (wn)n∈Nstrikt positiver
stetiger Funktionen auf Gder Bedingung (M0)gen¨
ugt, so hat sie auch (D0).
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 26
Beweis. Es ist zu zeigen, daß W= (wn)n∈Ndie Eigenschaften (N, J0) und
(M, J0) hat. W¨
ahle dazu J= (Km)m∈NFundamentalfolge der kompakten
Teilmengen von G. Fixiere m. W¨
ahle nm=m. Dann gilt selbstverst¨
andlich
infz∈Km
wm(z)
wk(z)>0 f¨
ur jedes k≥m. Um (M, J)0zu zeigen, fixiere n∈Nund
Y⊂Gmit Y∩(G\Km)6=∅f¨
ur jedes m∈N. Dies liefert, daß Ynicht
relativkompakt ist. Daher existiert wegen (M0) ein n0> n mit infz∈Y
wn(z)
w0
n(z)=
0. Also ist (N, J0) und damit (D0) erf¨
ullt.
Die zur obigen Bedingung gewissermaßen inverse Bedingung (ND) wurde
von Bierstedt und Meise in [19] eingef¨
uhrt.
3.14 Definition. Die Folge W= (wn)n∈Ngen¨
ugt der Bedingung (ND0), falls
ein n∈Nund eine fallende Folge (Jk)k∈Nvon Teilmengen von Gexistieren,
so daß f¨
ur jedes k≥ngilt:
(i) infz∈Jk
wn(z)
wk(z)>0, und
(ii) es gibt l(k)> k mit infz∈Jk
wn(z)
wl(k)(z)= 0.
3.15 Lemma. Falls W= (wn)n∈Nder Bedingung (ND0)gen¨
ugt, so hat sie
nicht (D0).
Beweis. Dies verl¨
auft v¨
ollig analog zum Fall mit einer fallenden Folge strikt
positiver stetiger Funktionen.
3.16 Beispiel. Sei nun G1=Cund w¨
ahle eine wachsende Folge T= (tn)n∈N
von Gewichten tnauf Cmit tn(0) = 1 f¨
ur jedes n∈N, so daß Tder Bedingung
(S0) gen¨
ugt. Dann gilt HT(C) = HT0(C). F¨
ur jede wachsende Folge S=
(sn)n∈Nauf Cmit limz→∞ sn(z) = 0 f¨
ur jedes n∈N, die den Voraussetzungen
von Lemma 3.12 gen¨
ugt, definiere jetzt W= (wn)n∈Nauf C2=C×C
wie in Lemma 3.12. Dann gilt zun¨
achst HW(C2) = HW0(C2), wie man
durch Fallunterscheidung (|z1| → ∞ bzw. |z2| → ∞) zeigt. F¨
ur den Fall
|z1| → ∞ ist aufgrund von Lemma 3.12 nichts zu zeigen. Daher gen¨
ugt es,
|z2| → ∞ zu betrachten. Wegen Lemma 3.12 gilt HW(C2)∼
=HT(C). Da
limz→∞ sn(z) = 0 ist, kann man K⊂⊂ C2und m > 0 finden, so daß
wn(z1, z2)|f(z1, z2)|=tn(z1)sn(z2)|f(z1,0)| ≤ mε f¨
ur jedes z∈C2\K
gilt.
Konstruiere jetzt eine Folge S= (sn)n∈N, so daß W= (wn)n∈Nnicht der Be-
dingung (D0) und damit nach Lemma 3.13 nicht der Bedingung (M0) gen¨
ugt.
Wegen [19] Proposition 5.5 gilt dann CW (G)6=CW0(G).
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 27
F¨
ur n∈N, n ≥3 und beliebige k∈N0sei un:R+→R+zun¨
achst auf
[2k, 2k+ 2] gegeben durch
un(r) := (1 f¨
ur r∈[2k, 2k+ 2−n] und r∈[2k+ 1,2k+ 2]
(1 + r)n−1
2nf¨
ur r∈[2k+ 3 ·2−(n+1),2k+ 1 −2−(n+1)]
mit unaffin auf [2k+ 2−n,2k+ 3 ·2−(n+1)] und [2k+ 1 −2−(n+1),2k+ 1].
Unterscheidet man mehrere F¨
alle, so kann man leicht nachrechnen, daß
(un)n∈N,n≥3eine wachsende Folge ist.
Nun setze unradial fort, un(z) = un(|z|) f¨
ur z∈C,n∈N, um eine wachsende
Folge (un)n∈Nauf Czu erhalten, f¨
ur die die Bedingung in Lemma 3.12 mit
p=1
2erf¨
ullt ist. Setze jetzt
sn(z) := un(z)
(1 + |z|)1
2
f¨
ur jedes n∈N, n ≥3.
Wegen Lemma 3.15 gen¨
ugt es nun zu zeigen, daß Wdie Bedingung (ND0)
hat.
F¨
ur beliebiges n∈Nw¨
ahle Jn:= {(0,2k+ 2−m), k, m ≥n} ⊂ C2. F¨
ur ein
gegebenes n≥n0:= 3 und f¨
ur jedes (0,2k+ 2−m)∈Jngilt
wn0(0,2k+ 2−m) = tn0(0)sn0(2k+ 2−m) = 1
(1 + 2k+ 2−m)1
2
und
wn(0,2k+ 2−m) = tn(0)sn(2k+ 2−m) = 1
(1 + 2k+ 2−m)1
2
,
weil m≥nist. Folglich gilt infJn
wn0
wn= 1 >0.Aber f¨
ur ln:= n+ 1, k≥n
wn+1(0,2k+ 2−n) = tn+1(0)sn+1(2k+ 2−n) = (1 + 2k+ 2−n)n
2n+2
(1 + 2k+ 2−n)1
2
und daher wn0(0,2k+ 2−n)
wln(0,2k+ 2−n)= (1 + 2k+ 2−n)−n
2n+2 .
Somit gilt infJn
wn0
wln≤(1 + 2k+ 2−n)−n
2n+2 →0 (k→ ∞).Also erf¨
ullt W
die Bedingung (ND0).
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 28
3.2.2 Beispiele f¨
ur die angenommenen Voraussetzun-
gen
Es gibt viele Beispiele f¨
ur Folgen W= (wn)n∈Nstrikt positiver, stetiger
Funktionen auf G⊂CN,N≥1, so daß Cw=Cw,0
co f¨
ur jedes w∈Werf¨
ullt
ist. Im folgenden werden einige zusammengestellt.
3.17 Bemerkung. (Bierstedt, Bonet, Galbis, [17], Proposition 1.2.(c))
Sei W= (wn)n∈Neine wachsende Folge strikt positiver stetiger und radialer
Funktionen auf einer kreisf¨
ormigen Menge G⊂CN,N≥1. Dann gilt f¨
ur
jedes w∈W
Cw=Cw∩HW0(G)co =Cw,0
co.
3.18 Proposition. (Holtmanns, [45], Proposition 4.2.8)
Seien G={z∈C; Im(z)>0}und W= (wn)n∈Neine wachsende Folge
strikt positiver stetiger Funktionen auf G, derart daß limIm(z)→0wn(z) = 0
und wn(z)≤wn(z+ip)f¨
ur jedes 0<p<1und jedes n∈Nerf¨
ullt sind.
Dann gilt Cw=Cw,0
co f¨
ur jedes w∈W.
3.19 Proposition. (Holtmanns, [45], Proposition 4.2.9)
Seien Gein Streifen der Form G:= {z∈C;|Im(z)|< δ}f¨
ur δ > 0und
W= (wn)n∈Neine wachsende Folge strikt positiver stetiger Funktionen auf
G, derart daß lim|Im(z)|→δwn(z) = 0 und wn(z)≤wn(rz)f¨
ur jedes 0< r < 1
und jedes n∈Ngilt. Dann hat man Cw=Cw,0
co f¨
ur jedes w∈W.
3.2.3 Reflexivit¨
at von Hv0(G)
Wie bereits erw¨
ahnt, basiert dieser Abschnitt auf [29] und soll die Ergebnisse
des vorigen Abschnittes erg¨
anzen. Zum Beweis der folgenden Proposition
wird eine Methode von Kalton und Werner benutzt (siehe dazu den Beweis
von Korollar 4.9 in [49]).
3.20 Proposition. Seien G⊂CN,N≥1, offen und veine strikt positive
und stetige Funktion auf G. Dann ist Hv0(G)isomorph zu einem abgeschlosse-
nen Unterraum von c0(versehen mit der ¨
ublichen Norm).
Tats¨
achlich ist Hv0(G)fast isometrisch eingebettet in c0, d.h. zu jedem ε > 0
gibt es einen Isomorphismus Tvon Hv0(G)in c0, so daß
(1 −ε)kfkv≤ kT(f)kco ≤ kfkv(3.3)
f¨
ur jedes f∈Hv0(G)gilt.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 29
Beweis. Fixiere ε∈(0,1). Zu zeigen ist, daß es eine Folge (zn)n∈N⊂G
mit (zn)n∈Nkonvergiert gegen einen Punkt des Randes von Ggibt, so daß
der Operator T:Hv0(G)→c0, definiert durch T(f) = (v(zn)f(zn))n∈N,
Ungleichung (3.3) f¨
ur jedes f∈Hv0(G) erf¨
ullt.
W¨
ahle eine Fundamentalfolge (Kk)k∈Nder kompakten Teilmengen von Gmit
Kk⊂◦
Kk+1 f¨
ur jedes k∈Nund fixiere ein k∈N. Bezeichne mit ddie Metrik,
die von der Supremumsnorm in CNinduziert wird, d.h. d(z, w) := max(|z1−
w1|, ..., |zN−wN|), z, w ∈CN, und mit D(z, r) := {w∈CN;d(w, z)≤r}den
Polydisk mit Mittelpunkt z∈CNund Radius r > 0. F¨
ur jedes k∈Ndefiniere
Mk:= supz∈Kkv(z), ak:= min 1
2d(Kk,CN\Kk+1),1und w¨
ahle z(k)∈Kk
mit v(z(k)) = minz∈Kkv(z). F¨
ur ein jedes f∈Hv0(G) mit kfkv= 1 hat man
1 =kfkv= sup
z∈G
v(z)|f(z)| ≥ sup
z∈Kk
v(z)|f(z)| ≥ v(z(k)) sup
z∈Kk
|f(z)|.
Also ist supz∈Kk|f(z)| ≤ 1
v(z(k))f¨
ur jedes k∈N. Dann hat man f¨
ur jedes
z∈Kkdie folgende Absch¨
atzung:
|f(ξ)| ≤ 1
v(z(k+1))
f¨
ur jedes ξ∈D(z, ak)⊂Kk+1. Mit Hilfe der Cauchyschen Ungleichungen
(siehe dazu beispielsweise [46] Theorem 2.2.7) liefert dies
|Dαf(z)| ≤ 1
akv(z(k+1))
f¨
ur jeden Multiindex α∈NNmit |α|= 1 und jedes z∈Kk. Betrachte die
Menge Ak:= Kk\◦
Kk−1. Dann hat man nat¨
urlich
Ak⊂[
z∈Ak
{z0∈G;|z0−z|< δkund |v(z0)−v(z)|< δk},
wobei δkso gew¨
ahlt sei, daß
1
v(z(k))+Mk+1N
ak+1v(z(k+2))δk< ε und δk< ak
gilt. Weil Akkompakt ist, gibt es eine endliche Teilmenge Fkvon Akmit
Ak⊂[
z∈Fk
{z0∈G;|z0−z|< δkund |v(z0)−v(z)|< δk}.
Insbesondere existiert zu jedem z∈Akein w∈Fkmit
|w−z|< δkund |v(w)−v(z)|< δk.(3.4)
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 30
Falls wein Element der Menge D(z, δk) ist, so liegen alle unten auftretenden
Punkte ebenfalls in D(z, δk).
Wegen der Wahl von δkfolgt D(z, δk)⊂D(z, ak)⊂Kk+1 f¨
ur jedes z∈Ak.
Dies liefert dann f¨
ur Punkte z, w wie in Relation (3.4)
|f(z)|=|f(z1, ..., zN)|
≤ |f(z1, ..., zN)−f(w1, z2, ..., zN)|
+|f(w1, z2, ..., zN)−f(w1, w2, z3, ..., zN)|
+... +|f(w1, w2, ..., wN−1, zN)−f(w1, ..., wN)|+|f(w1, ..., wN)|
≤Z[z1,w1]
Dα1f(t, z2, ..., zN)dt
+... +Z[zN,wN]
DαNf(w1, ..., wN−1, t)dt
+|f(w)|
≤sup
ξ∈D(z,δk)
|Dα1f(ξ)||z1−w1|
+... + sup
ξ∈D(z,δk)
|DαNf(ξ)||zN−wN|+|f(w)|
≤Nδk
ak+1v(z(k+2))+|f(w)|
wobei αi= (0, ..., 0,1
i-te Koordinate,0, ..., 0) ∈NNf¨
ur jedes 1 ≤i≤N. Schließlich
hat man f¨
ur Punkte z, w wie in (3.4)
v(z)|f(z)| ≤ |v(z)−v(w)||f(z)|+v(w)|f(z)|
≤ |v(z)−v(w)||f(z)|+v(w)N
ak+1v(z(k+2))δk+|f(w)|
≤δk
1
v(z(k))+Mk+1N
ak+1v(z(k+2))δk+v(w)|f(w)|
< ε +v(w)|f(w)|,
weil wzu Kk+1 geh¨
ort. Dies impliziert
sup
z∈Ak
v(z)|f(z)| ≤ ε+ max
w∈Fk
v(w)|f(w)|.
Mit F:= ∪k∈NFkfolgt daraus
1≤ε+ sup
w∈F
v(w)|f(w)|.
Schreibe Fals Folge (zn)n∈N⊂Gund beachte, daß Fnicht von der Funktion
fabh¨
angt und (zn)n∈Ngegen einen Punkt des Randes von Gkonvergiert, d.h.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 31
die Folge (zn)n∈Nist diskret in G. Falls f∈Hv0(G), f6= 0, hat man
f
kfkv
v
= 1 ≤ε+
Tf
kfkv
c0
.
Also folgt
(1 −ε)kfkv≤k T(f)kc0.
Weil kT(f)kc0≤ kfkvebenfalls erf¨
ullt ist, folgt die Behauptung.
3.21 Korollar. Sei G⊂CN,N≥1, offen und veine strikt positive und
stetige Funktion auf G. Ist Hv0(G)unendlich dimensional, so sind Hv0(G)
und Hv(G)nicht reflexiv.
Beweis. [52] Proposition 2.a.2 liefert, daß jeder unendlich dimensionale Un-
terraum von c0einen Unterraum enth¨
alt, der topologisch isomorph zu c0und
komplementiert in c0ist. Daher kann Hv0(G) wegen Proposition 3.20 nicht
reflexiv sein. Nach [48] Proposition 11.4.5 (a) ist dann auch Hv(G) nicht
reflexiv.
3.3 Eine notwendige Bedingung f¨
ur Quasinorma-
bilit¨
at und die Dichtheitsbedingung
In diesem Abschnitt wird unter den in diesem Kapitel angenommenen all-
gemeinen Voraussetzungen jeweils eine notwendige Bedingung in Termen
von Gewichten und assoziierten Gewichten daf¨
ur gegeben, wann HW(G)
bzw. HW0(G) quasinormabel ist. Dasselbe wird f¨
ur die Dichtheitsbedingung
durchgef¨
uhrt. In Kapitel 4 wird unter st¨
arkeren Einschr¨
ankungen gezeigt,
daß die notwendige Bedingung in beiden F¨
allen auch hinreichend ist.
3.22 Proposition. Falls HW(G)quasinormabel ist, so ist die folgende Be-
dingung erf¨
ullt:
Zu jedem n∈Ngibt es m > n, so daß f¨
ur jedes α > 0ein w∈Wmit
1
wm∼
≤w+α
wn
auf G(3.5)
existiert.
Beweis. Sei also HW(G) quasinormabel. Nach Definition gibt es dann zu
jedem n∈Nein m > n, so daß es f¨
ur jedes α > 0 ein w∈Wmit
Cm⊂Cw+αCn(3.6)
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 32
gibt. Dann gen¨
ugt es zu zeigen, daß (3.6) die Bedingung (3.5) impliziert.
W¨
ahle dazu f∈HW(G) mit |f| ≤ 1
wmauf Gbeliebig, aber fest. Dann
geh¨
ort fzu Cmund nach (3.6) auch zu Cw+αCn, d.h. fkann in der Form
f=g1+g2mit g1∈Cwund g2∈αCndargestellt werden. Es folgt
|f| ≤ |g1|+|g2| ≤ w+α
wn
auf G.
Nimmt man das Supremum all dieser Funktionen, so folgt (3.5).
3.23 Proposition. Bedingung (3.5) aus Satz 3.22 impliziert die folgende
Bedingung:
Zu jedem n∈Ngibt es m > n, so daß f¨
ur jedes k > n und jedes µ > 0ein
ξ > 0mit
1
wm∼
≤ξ
wk
+µ
wn
auf G(3.7)
existiert.
Beweis. Es sei also (3.5) erf¨
ullt. Fixiere n∈Nund w¨
ahle m > n gem¨
aß (3.5).
W¨
ahle nun k > n und µ > 0 beliebig, aber fest. Eine Anwendung von (3.5)
liefert dann w∈Wmit
1
wm∼
≤w+µ
wn
auf G.
Nach Definition gibt es ξ > 0, so daß w≤ξ
wkauf Ggilt. Also folgt
1
wm∼
≤w+µ
wn
≤ξ
wk
+µ
wn
auf G
und damit (3.7).
3.24 Proposition. Es gelte Cw=Cw
co f¨
ur jedes w∈W. Dann sind folgende
Aussagen ¨
aquivalent:
(a) HW(G)ist quasinormabel.
(b) HW0(G)ist quasinormabel.
Beweis. Zun¨
achst gilt nach [12] Proposition 10 die topologische Gleichheit
HW(G) = HW0(G)00
bb.
Desweiteren ist bekannt, daß ein Fr´echetraum Egenau quasinormabel ist,
wenn das starke Dual E00 quasinormabel ist (siehe z.B. [15] Theorem 3).
Damit folgt das Gew¨
unschte.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 33
3.25 Korollar. Es gelte Cw=Cw
co f¨
ur jedes w∈W. Ist HW0(D)quasi-
normabel, so folgen die Bedingungen (3.5) und (3.7).
3.26 Proposition. Falls HW(G)die Dichtheitsbedingung erf¨
ullt, so gen¨
ugt
die Folge W= (wn)n∈Nder folgenden Bedingung:
Zu jeder Folge (λk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und jedem n∈Ngibt es m∈N
mit m > n und w∈Wmit
min
1≤k≤m
λk
wk∼
≤w+1
wn
auf G. (3.8)
Beweis. Es habe HW(G) die Dichtheitsbedingung. Dann existiert nach Def-
inition zu jeder Folge (λk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und jedem n∈Nein
m∈Nmit m > n und w∈Wmit
m
\
k=1
λkCk⊂Cw+Cn.(3.9)
Es gen¨
ugt zu zeigen, daß (3.9) die Bedingung (3.8) impliziert. Fixiere dazu
f∈H(G) mit |f| ≤ min1≤k≤mλk
wkauf G. Dann ist fElement von Tm
k=1 λkCk
und nach (3.9) auch von Cw+Cn, d.h. fkann in der Form f=g1+g2mit
g1∈Cwund g2∈Cndargestellt werden. Es folgt
|f| ≤ |g1|+|g2| ≤ w+1
wn
auf G.
Nimmt man nun das Supremum all dieser Funktionen, so folgt das Gew¨
unschte.
3.27 Proposition. (3.8) impliziert die folgende Bedingung:
Zu jeder Folge (µk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und jedem n∈Nexistiert
m(n)> n ebenso wie eine Folge (µ(n)
k)k∈Nstrikt positiver Zahlen mit
min
1≤k≤m(n)
µk
wk∼
≤min
1≤k≤s
µ(n)
k
wk
+1
wn
auf Gf¨
ur jedes s∈N.(3.10)
Beweis. Fixiere eine Folge (µk)k∈Nstrikt positiver Zahlen ebenso wie ein
n∈N. W¨
ahle dann m∈N,m > n gem¨
aß (3.8) und setze m=m(n). Nach
(3.8) gibt es w∈Wmit
min
1≤k≤m(n)
µk
wk∼
≤w+1
wn
auf G.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 34
Zu wgibt es eine Folge (µ(n)
k)n∈Nstrikt positiver Zahlen, so daß
w≤min1≤k≤s
µ(n)
k
wkauf Gf¨
ur jedes s∈N. Damit folgt dann
min
1≤k≤m(n)
µk
wk∼
≤w+1
wn
≤min
1≤k≤s
µ(n)
k
wk
+1
wn
auf Gf¨
ur jedes s∈N.
3.28 Lemma. Falls Eein (DF )-Raum ist, der der dualen Dichtheitsbedin-
gung gen¨
ugt, so hat F=E0
bdie Dichtheitsbedingung.
Beweis. Da Eein (DF)-Raum ist, hat Eeine Fundamentalfolge (Bn)n∈Nder
abgeschlossenen absolutkonvexen beschr¨
ankten Teilmengen. Weil Enach Vo-
raussetzung der dualen Dichtheitsbedingung gen¨
ugt, so existiert nach Def-
inition zu jeder Folge (λl)l∈Nstrikt positiver Zahlen und jedem n∈Nein
m∈Nund U∈ U(E) mit
Bn∩U⊂Γ (∪m
k=1λkBk).
Polarenbildung liefert nun
m
\
k=1
λkB◦
k= m
[
k=1
λkBk!◦
=Γ (∪m
k=1λkBk)◦⊂(Bn∩U)◦⊂B◦
n+U◦.
Dabei ist offenbar jedes B◦
leine Nullumgebung und U◦gleichstetig und damit
beschr¨
ankt in E0
b. Damit gen¨
ugt E0
bder Dichtheitsbedingung.
3.29 Proposition. Es gelte Cw=Cw
co f¨
ur jedes w∈W. Dann sind folgende
Aussagen ¨
aquivalent:
(a) HW(G)hat die Dichtheitsbedingung.
(b) HW0(G)gen¨
ugt der Dichtheitsbedingung.
Beweis. Wie zu Beginn des Beweises von Proposition 3.24 hat man HW(G) =
HW0(G)00
bb.
(a) =⇒(b): Dies folgt aus [60] Corollary 3.
(b) =⇒(a): Dies ergibt sich aus [8] Theorem 1.5. Falls HW0(G) n¨
amlich die
Dichtheitsbedingung hat, so folgt, daß HW0(G)0
bder dualen Dichtheitsbe-
dingung gen¨
ugt. Das vorhergehende Lemma impliziert dann, daß HW(G) =
HW0(G)00
bb die Dichtheitsbedingung erf¨
ullt.
3.30 Korollar. Es gelte Cw=Cw
co f¨
ur jedes w∈W. Erf¨
ullt HW0(G)die
Dichtheitsbedingung, so gen¨
ugt W= (wn)n∈Nden Bedingungen (3.8) und
(3.10).
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 35
3.4 Schwartz-Eigenschaft
3.4.1 Schwartz-Eigenschaft f¨
ur HW (G)
F¨
ur diesen Abschnitt seien, wenn nichts anderes gesagt wird, vund wstrikt
positive, stetige Funktionen auf G. Sie werden als Wachstumsbedingungen
im Sinne von [18] aufgefaßt. Es sei Bv(bzw. Bv,0) die abgeschlossene Ein-
heitskugel von Hv(G) (bzw. Hv0(G)).
Hier wird zun¨
achst eine Charakterisierung f¨
ur die Kompaktheit der Abbil-
dung j:Hv(G),→Hw(G) in Termen der Funktionen vund wgegeben, die
dann im Anschluß eine Charakterisierung der Fr´echet-Schwartz-Eigenschaft
des Raumes HW(G) erm¨
oglicht.
Dazu wird zun¨
achst das folgende Lemma ben¨
otigt, das in [33] in einer etwas
anderen Form zu finden ist.
3.31 Lemma. (Cowen, MacCluer [33] Proposition 3.11) Folgende Aussagen
sind ¨
aquivalent:
(a) j:Hv(G),→Hw(G)ist kompakt.
(b) F¨
ur jede beschr¨
ankte Folge (fn)n∈N⊂Hv(G)mit fn
co
→0folgt
j(fn)→0in Hw(G).
Beweis. (a) =⇒(b): Der Beweis wird indirekt gef¨
uhrt. Dazu sei angenom-
men, daß es eine beschr¨
ankte Folge (fn)n∈N⊂Hv(G) mit fn
co
→0 gibt, derart
daß (j(fn))n∈Nin Hw(G) nicht gegen 0 konvergiert. Dann gibt es eine Teil-
folge (fnk)kvon (fn)nebenso wie ein ε > 0 mit j(fnk)6∈ εBwf¨
ur jedes k∈N.
Da jjedoch kompakt ist und (fnk)kin einem Vielfachen von Bvliegt, gibt es
eine Teilfolge (j(fnkl))l, die in Hw(G) gegen eine Funktion gkonvergiert.
Nun gilt aber j(fnkl)co
→0 in H(G). Daher muß g≡0 sein und j(fnkl)→0
in Hw(G). Dies ist jedoch ein Widerspruch zur Annahme.
(b) =⇒(a): Es sei (gn)n∈Neine beliebige beschr¨
ankte Folge in Hv(G). Weil
(gn)n∈Neine normale Familie ist, gibt es eine Teilfolge (gnk)k∈N, die gle-
ichm¨
aßig auf den kompakten Mengen gegen eine Funktion g∈H(G) kon-
vergiert. Fixiere ein nk. Dann existiert M > 0, so daß |gnk(z)|<M
v(z)f¨
ur jedes
z∈Ggilt. Dies liefert |g(z)| ≤ M
v(z)f¨
ur jedes z∈G. Also liegt gin Hv(G),
und (gnk−g)k∈Nist eine beschr¨
ankte Folge in Hv(G), die bzgl. co gegen 0
konvergiert. Die Voraussetzung liefert dann j(gnk)→j(g) in Hw(G). Also
ist jkompakt.
Beispiele f¨
ur die im folgenden angenommenen Voraussetzungen werden
im Anschluß an diesen Abschnitt gegeben.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 36
3.32 Satz. Es gelte Hv0(G)⊂Hw0(G)und Bv=Bv,0
co. Dann sind folgende
Aussagen ¨
aquivalent:
(a) j:Hv(G),→Hw(G)ist kompakt.
(b) i:Hv0(G),→Hw0(G)ist kompakt.
(c) F¨
ur jedes ε > 0existiert K⊂⊂ G, so daß f¨
ur jedes z∈G\Kgilt:
w(z)< ε∼
v(z).
Beweis. (a) =⇒(b): Hier ist nichts zu zeigen.
(c) =⇒(a): W¨
ahle dazu eine Folge (fn)n∈N⊂Bvmit fn
co
→0 auf G. Fix-
iere dann ein ε > 0. Nach Voraussetzung (c) gibt es eine kompakte Menge
K⊂⊂ Gmit w(z)≤ε∼
v(z) f¨
ur jedes z∈G\K. Da (fn)n∈Nbzgl. co gegen 0
konvergiert, existiert ein n0∈N, so daß f¨
ur jedes n≥n0und jedes ζ∈K
|fn(ζ)| ≤ ε
maxz∈Kw(z)(3.11)
gilt. Schließlich hat man f¨
ur n≥n0
kj(fn)kw= sup
z∈G
w(z)|fn(z)| ≤ max sup
z∈G\K
w(z)|fn(z)|,sup
z∈K
w(z)|fn(z)|!< ε,
weil (3.11) die Ungleichung supz∈Kw(z)|fn(z)| ≤ εliefert und f¨
ur z∈G\K
wegen (c) w(z)|fn(z)| ≤ ε∼
v(z)|fn(z)|< ε gilt.
Sei n∈Nbeliebig, aber fest. Dann ist nach Voraussetzung |fn| ≤ 1
vauf G.
Weil fnholomorph ist, impliziert [18] 1.2.(iii), daß |fn| ≤ 1
v∼=1
∼
vauf G
und damit schließlich auch ∼
v|fn| ≤ 1.
(b) =⇒(c): Sei i:Hv0(G),→Hw0(G) kompakt. Dann ist die transponierte
Abbildung it:Hw0(G)0,→Hv0(G)0ebenfalls kompakt. Weiterhin gilt f¨
ur
z∈Gnach Definition
it(δz)(f) = (δz◦i)(f) = δz(i(f)) = f(z)
f¨
ur jedes f∈Hv0(G).
Zeige nun, daß die Menge {w(z)δz;z∈G}beschr¨
ankt in Hw0(G)0ist: Nach
Definition ist {w(z)δz;z∈G}in B◦
w,0enthalten. Daher ist {w(z)δz;z∈G}
gleichstetig und also auch beschr¨
ankt in Hw0(G)0.
Weil it:Hw0(G)0,→Hv0(G)0eine kompakte Abbildung ist, ist die Menge
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 37
{it(w(z)δz); z∈G}=: Brelativkompakt in Hv0(G)0, so daß auf ihr die
Normtopologie mit σ(Hv0(G)0, Hv0(G)) zusammenf¨
allt.
Sei im folgenden ε > 0 beliebig, aber fest. Dann liefert Obiges die Existenz
einer endlichen Menge (f1, ..., fs)⊂Hv0(G) mit
B∩(f1, ..., fs)◦⊂ {y∈B;kykHv0(G)0< ε}.(3.12)
Setze jetzt V:= (f1, ..., fs)◦. Da Vzu U(Hv0(G)0, σ(Hv0(G)0, Hv0(G))) geh¨
ort,
gibt es nach Definition von Hv0(G) ein K⊂⊂ G, so daß w(z)δzf¨
ur jedes
z∈G\Kein Element der Menge Vist.
Folglich ist |< it(w(z)δz), fk>| ≤ 1 f¨
ur jedes 1 ≤k≤sund jedes z∈G\K
und damit nach (3.12) kit(w(z)δz)kHv0(G)0< ε f¨
ur z∈G\K. Also gibt es zu
jedem ε > 0 ein K⊂⊂ Gmit w(z)kδzkHv0(G)0< ε f¨
ur jedes z∈G\K.
Wegen der Voraussetzung Bv=Bv,0
co erh¨
alt man
kδzkHv0(G)0= sup{|f(z)|;f∈Bv,0}= sup{|f(z)|;f∈Bv,0
co}
= sup{|f(z)|;f∈Bv}=kδzkHv(G)0=1
∼
v(z),
und man kann schließen: F¨
ur jedes ε > 0 existiert K⊂⊂ Gmit w(z)< ε∼
v(z)
f¨
ur jedes z∈G\K.
3.33 Lemma. Es gelte Cn
co =Bnf¨
ur jedes n∈N. Dann sind folgende
Aussagen ¨
aquivalent:
(a) HW(G)ist ein (F S)-Raum.
(b) F¨
ur jedes n∈Nexistiert m∈Nmit m > n, so daß Hwm(G),→
Hwn(G)kompakt ist.
Beweis. (a) =⇒(b): Sei dazu HW(G) ein (F S)-Raum. Gem¨
aß Definition
existiert f¨
ur jedes n∈Nein m∈Nmit m > n, so daß es f¨
ur jedes ε > 0 eine
endliche Menge F⊂HW(G) mit Cm⊂F+εCngibt. Dies impliziert aber
Cm⊂F+εCn⊂F+εBn.
Da εBnco-kompakt und F co-abgeschlossen ist, liefert [47] Proposition 2.10.5,
daß F+εBnebenfalls co-abgeschlossen ist. Es folgt
Bm=Cm
co ⊂F+εBn.
Damit erh¨
alt man (b).
(b) =⇒(a): Dies ist [47] Proposition 3.15.9.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 38
3.34 Korollar. Es gelte Cn
co =Bnebenso wie Bn=Bn,0
co f¨
ur jedes n∈N.
Dann sind folgende Aussagen ¨
aquivalent:
(a) HW(G)ist ein (F S)-Raum.
(b) F¨
ur jedes n∈Nexistiert m∈Nmit m > n, so daß
Hwm(G),→Hwn(G)kompakt ist.
(c) F¨
ur jedes n∈Ngibt es m∈Nmit m > n, so daß
H(wm)0(G),→H(wn)0(G)kompakt ist.
(d) F¨
ur jedes n∈Ngibt es m∈Nmit m > n, so daß f¨
ur jedes ε > 0
K⊂⊂ Gmit
wn(z)< ε ∼
wm(z)
f¨
ur jedes z∈G\Kexistiert.
Beweis. Die ¨
Aquivalenz von (a) und (b) folgt unmittelbar aus Lemma 3.33,
w¨
ahrend Satz 3.32 die ¨
Aquivalenz von (b), (c) und (d) liefert.
Dieses Resultat ist in gewisser Weise invers zu dem Resultat [18] The-
orem 2.1.(a). In diesem Theorem wird eine Charakterisierung der (DFS)-
Eigenschaft gewichteter induktiver Limites holomorpher Funktionen gegeben.
Allerdings hat das vorliegende Resultat den Vorteil, daß die Bedingung auss-
chließlich in Termen von Gewichten und assoziierten Gewichten gegeben wird,
w¨
ahrend das Ergebnis in [18] noch Funktionen ϕ∈ K+(G) enth¨
alt. Wloka be-
wies in [68] Abschnitt I.4.2 Satz 2, daß Bedingung (c) aus Satz 3.32 ohne die
assoziierten Gewichte bereits hinreichend f¨
ur die Kompaktheit der Einbet-
tung ist. Im Beweis der Umkehrung kann allerdings nicht auf das assoziierte
Gewicht verzichtet werden, wie der Beweis des Satzes zeigt.
3.35 Bemerkung. Es gelte Cn
co =Bnebenso wie Bn=Bn,0
co f¨
ur jedes
n∈N. Ist HW(G) ein (F S)-Raum, so gilt HW(G) = HW0(G).
Beweis. Fixiere dazu f∈HW(G) und n∈N. Dann existiert m > n, so daß
es zu jedem ε > 0 ein K⊂⊂ Gmit
wn(z)< ε∼
wm(z)≤εwm(z)
f¨
ur jedes z∈G\Kgibt. Nach Voraussetzung ist fElement von Hwm(G)
und daher existiert ein α > 0 mit |f| ≤ α
wmauf G. Es folgt wn|f| ≤ αwn
wm
auf G, und wn|f|verschwindet mit wn
wmim Unendlichen auf G. Da nbeliebig
gew¨
ahlt war, folgt f∈HW0(G).
Die Umkehrung gilt i.a. jedoch nicht. Wie bereits erw¨
ahnt, impliziert Be-
dingung (M0) die Gleichheit HW(G) = HW0(G), nicht aber die Bedingung
(S0) oder die vorliegende Version mit den assoziierten Gewichten.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 39
3.4.2 Beispiele f¨
ur die angenommenen Voraussetzun-
gen
Im folgenden werden zun¨
achst Beispiele f¨
ur die Bedingung Bn=Bn,0
co f¨
ur
jedes n∈Ngegeben.
3.36 Lemma. (Bierstedt, Bonet, Galbis [17] Lemma1) Sei Geine offene
und kreisf¨
ormige Teilmenge von CN,N≥1. F¨
ur f∈H(G)und z∈Ghat
man stets
|[Sn(f)](z)| ≤ max
|λ|=1 |f(λz)|
f¨
ur jedes n∈N0, wobei mit Sn(f)die Ces`aro-Mittel der Partialsummen der
Taylorreihe von fum 0 bezeichnet werden.
Die folgende Proposition und ihr Beweis sind ebenfalls [17] entnommen.
Der Beweis wird hier notiert, da er im folgenden ben¨
otigt wird.
3.37 Proposition. (Bierstedt, Bonet, Galbis [17]) Seien Geine offene und
kreisf¨
ormige Teilmenge von CN,N≥1, und W= (wn)n∈Neine wachsende
Folge nicht negativer stetiger und radialer Funktionen auf G. Es sei angenom-
men, daß HW0(G)alle Polynome enth¨
alt. Dann gilt Bn⊂Bn,0
co f¨
ur jedes
n∈N.
Beweis. Fixiere zun¨
achst n∈Nund w¨
ahle dann ein beliebiges, aber festes
f∈Bn. Wie bereits erw¨
ahnt, konvergiert (Sk(f))k∈Ngegen fgleichm¨
aßig
auf jeder kompakten Teilmenge von G. Lemma 3.36 und die Tatsache, daß
wnradial ist, liefern nun die Absch¨
atzung
wn(z)|[Sk(f)](z)| ≤ wn(z)max
|λ|=1 |f(λz)|= max
|λ|=1 wn(λz)|f(λz)| ≤ 1,
da fnach Voraussetzung ein Element von Bnist. Schließlich folgt Sk(f)∈
Bn∩HW0(G) f¨
ur jedes k∈Nund damit auch f∈Bn∩HW0(G)co ⊂
Bn,0
co.
Bei der folgenden Proposition handelt es sich um einen Spezialfall des
eben Betrachteten.
3.38 Proposition. (Bierstedt, Bonet, [12] Proposition 11) Sei weine strikt
positive stetige radiale und schnell fallende Funktion auf C. Dann ist Bweine
Teilmenge von Bw,0
co.
Im folgenden werden Beispiele f¨
ur Bn=Cn
co f¨
ur jedes n∈Ngegeben.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 40
3.39 Proposition. (Bierstedt, Bonet, Galbis [17]) Seien Geine offene und
kreisf¨
ormige Teilmenge von CN,N≥1, und W= (wn)n∈Neine wachsende
Folge nicht negativer stetiger und radialer Funktionen auf G. Es sei angenom-
men, daß HW(G)alle Polynome enth¨
alt. Dann gilt Bn⊂Cn
co f¨
ur jedes
n∈N.
Beweis. Fixiere zun¨
achst n∈Nund w¨
ahle dann ein beliebiges, aber festes
f∈Bn. Mit Hilfe derselben Argumentation wie im Beweis des vorhergehen-
den Satzes erh¨
alt man schließlich Sk(f)∈Bn∩HW(G) f¨
ur jedes k∈Nund
damit auch f∈Bn∩HW(G)co =Cn
co.
Die Ideen zu den folgenden beiden Propositionen stammen aus [45] (siehe
dort Theorem 4.2.1 und 4.2.3).
3.40 Proposition. Sei G⊂Cdie obere Halbebene. Ferner sei W= (wn)n∈N
eine wachsende Folge stetiger strikt positiver und beschr¨
ankter Funktionen
auf G, die zus¨
atzlich noch die folgenden Bedingungen erf¨
ullen:
(i) Jedes wnverschwindet auf der reellen Achse.
(ii) F¨
ur jedes n∈Nund jedes δ > 0ist infIm(z)>δ wn(z)>0.
(iii) F¨
ur jedes n∈Ngibt es 0< r0=r0(n)<1mit wn(z)≤wn(z+ir)f¨
ur
jedes z∈Gund jedes 0< r ≤r0.
Dann gilt Bn=Bn∩HW(G)co =Cn
co f¨
ur jedes n∈N.
Beweis. Fixiere dazu n∈N,k0∈Nmit 1
k0≤r0und f∈Bn. Definiere
fk(z) := fz+i
k
f¨
ur jedes k∈N. Dann ist jedes fkmit fholomorph auf Gund wegen i
k→0
f¨
ur k→ ∞ konvergiert (fk)k∈Ngleichm¨
aßig auf jeder kompakten Teilmenge
von Ggegen f. W¨
ahle k∈Nmit k≥k0beliebig, aber fest, und beweise,
daß fkzu HW(G) geh¨
ort.
Dazu ist zu zeigen, daß fkf¨
ur jedes m∈Nin Hwm(G) liegt. Fixiere also
m∈N. Da wmnach Voraussetzung auf Gbeschr¨
ankt ist, gibt es M > 0 mit
wm(z)≤Mf¨
ur jedes z∈G. Ferner existiert wegen (ii) zu jedem n∈Nein
ξn>0 mit wn(z)≥ξnf¨
ur jedes z∈G. Damit hat man
sup
z∈G
wm(z)|fk(z)|= sup
z∈G
wm(z)
fz+i
k
≤sup
z∈G
wm(z)
wnz+i
kwnz+i
k
fz+i
k
≤sup
z∈G
wm(z)
wn(z+i
k)≤M
ξn
<∞.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 41
Folglich ist fkein Element von Hwm(G) und damit auch von HW(G).
Es bleibt zu zeigen, daß fkzu Bngeh¨
ort. Es gilt wegen (iii)
sup
z∈G
wn(z)|fk(z)|= sup
z∈G
wn(z)
fz+i
k
≤sup
z∈G
wnz+i
k
fz+i
k
≤sup
z∈G
wn(z)|f(z)| ≤ 1,
weil fnach Voraussetzung ein Element von Bnist. Also gilt fk∈Bn∩HW(G)
und damit f∈Bn∩HW(G)co.
3.41 Beispiel. Sei G={z∈C; Im(z)>0}und W= (wn)n∈Ndurch
wn:G→C;z→(f(Im(z))enIm(z),Im(z)≤1
f(1)en,Im(z)>1,
wobei f:R+→Reine beliebige stetige strikt positive monoton wachsende
Funkton mit f(0) = 0 ist.
Dann ist W= (wn)n∈Ngem¨
aß Definition eine wachsende Folge strikt posi-
tiver, stetiger Funktionen auf G, so daß jedes wnauf der reellen Achse ver-
schwindet.
Fixiere jetzt n∈N. Dann hat man f¨
ur beliebiges δ > 0 die Absch¨
atzung
infIm(z)>δ wn(z) = |f(δ)|enδ >0.Es bleibt zu pr¨
ufen, ob Bedingung (iii) aus
Proposition 3.40 erf¨
ullt ist. W¨
ahle r0:= 2
3und 0 < r < r0beliebig, aber fest.
1. Fall: Sei Im(z)≤1 und damit wn(z) = f(Im(z))enIm(z).
Falls Im(z+ir)≤1 und wn(z+ir) = f(Im(z+ir))enIm(z+ir)gilt, so hat
man wn(z+ir) = f(Im(z) + r)en(Im(z)+r)≥f(Im(z))enIm(z)=wn(z).Wenn
aber Im(z+ir)>1 und daher wn(z+ir) = f(1)enerf¨
ullt ist, so folgt
wn(z+ir) = f(1)en≥f(Im(z))enIm(z)=wn(z).
2. Fall: Es gelte Im(z)>1 und damit wn(z) = f(1)en.
Dies impliziert wn(z+ir) = f(1)en=wn(z).
Damit sind alle Voraussetzungen zur Anwendung der Proposition erf¨
ullt.
3.42 Proposition. Sei Gein Streifen der Form G={z∈C;|Im(z)|< δ}
f¨
ur δ > 0, und W= (wn)n∈Neine wachsende Folge stetiger strikt positiver
beschr¨
ankter Funktionen auf G, die zus¨
atzlich die folgenden Eigenschaften
hat:
(i) Jedes wnverschwindet auf dem Rand von G.
(ii) F¨
ur jedes n∈Nund jedes 0< ε < δ ist infδ−ε>Im(z)>−δ+εwn(z)>0.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 42
(iii) F¨
ur jedes n∈Nexistiert 0< r0=r0(n)<1mit wn(z)≤wn(rz)f¨
ur
jedes r0≤r≤1und jedes z∈G.
Dann ist Bn=Bn∩HW(G)co =Cn
co f¨
ur jedes n∈N.
Beweis. Fixiere n∈N,k0∈Nmit 1 −1
k0≥r0und f∈Bn. Definiere
fk(z) := f1−1
kz
f¨
ur k∈Nund z∈G. Dann ist jedes fkmit fholomorph auf G, und
wegen (1 −1
k)→1 f¨
ur k→ ∞ konvergiert (fk)k∈Nauf jeder kompakten
Teilmenge von Ggegen f. Fixiere jetzt k∈N,k≥k0und zeige, daß fk
zu HW(G) geh¨
ort. W¨
ahle dazu ein beliebiges, aber festes m∈N. Da wm
nach Voraussetzung auf Gbeschr¨
ankt ist, gibt es M > 0 mit wm(z)≤Mf¨
ur
jedes z∈G. Ferner existiert wegen (ii) zu jedem n∈Nein ξn>0, so daß
wn(z)≥ξnf¨
ur jedes z∈G. Es gilt demnach:
sup
z∈G
wm(z)|fk(z)|= sup
z∈G
wm(z)
f1−1
kz
= sup
z∈G
wm(z)
wn1−1
kzwn1−1
kz
f1−1
kz
≤sup
z∈G
wm(z)
wn((1 −1
k)z)≤M
ξn
<∞.
Folglich ist fkein Element von HW (G). Es bleibt zu zeigen, daß fkzu Bn
geh¨
ort. Es gilt wegen (iii)
sup
z∈G
wn(z)|fk(z)| ≤ sup
z∈G
w1−1
kz
f1−1
kz
≤sup
z∈G
wn(z)|f(z)| ≤ 1,
weil f∈Bnnach Voraussetzung ist. Damit folgt die Behauptung.
3.43 Beispiel. Sei Gein Streifen der Form G={z∈C;|Im(z)|< δ},δ > 0,
und W= (wn)n∈Ndurch wn:G→C, z →(f(δ)−f(|Im(z)|))en(δ−| Im(z)|),
wobei f:R+→Reine beliebige, aber feste, strikt positive stetige und streng
monoton wachsende Funktion ist.
Dann ist W= (wn)n∈Ngem¨
aß Definition eine wachsende Folge strikt positiver
stetiger und beschr¨
ankter Funktionen auf G.
Desweiteren erh¨
alt man f¨
ur jedes n∈N
wn(z) = (f(δ)−f(|Im(z)|))en(δ−| Im(z)|)
≤(f(δ)−f(r|Im(z)|))en(δ−r|Im(z)|)=wn(rz)
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 43
f¨
ur jedes 0 <r<1 und jedes z∈G. Ferner ist lim|Im(z)|→δwn(z) = 0.
Außerdem gilt f¨
ur jedes ε > 0 die Absch¨
atzung
inf−δ+ε<Im(z)<δ−εwn(z) = (f(δ)−f(|δ−ε|))enε >0.Eine Anwendung von
Proposition 3.42 liefert dann Bn=Bn∩HW(G)co f¨
ur jedes n∈N.
3.5 Beispiele nicht-distinguierter gewichteter
Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen
Die Idee zur Konstruktion des folgenden Beispiels wurde [28] entnommen.
F¨
ur eine kompakte Menge K⊂C, die der Abschluß ihres Inneren ist, beze-
ichne A(K) die (sup-Norm-)Banachalgebra aller auf Kstetigen Funktionen,
die auf dem Inneren von Kholomorph sind.
Desweiteren wird in diesem Abschnitt angenommen, daß die folgenden Vo-
raussetzungen erf¨
ullt sind.
(a) Sei G⊂Cein beschr¨
anktes Gebiet mit Abschluß Kund Rand ∂G.
(b) Es gibt eine diskrete Folge (zj)j∈N⊂∂G verschiedener Peak-Punkte
von A(K) in ∂G, die gegen ein Element z∞von ∂G konvergiert.
(c) Es sei W= (wn)n∈Neine wachsende Folge strikt positiver stetiger
Funktionen auf G, derart daß jedes wneine stetige Fortsetzung unauf
K\{z∞}hat und daß zu jedem n∈Nein bn>0 mit |un| ≤ bnauf
K\{z∞}existiert.
(d) Die K¨
othematrix A= (an)n∈Nist definiert durch an(j) := un(zj) f¨
ur
jedes j, n ∈N. O.B.d.A. wird a1(j)≤1 f¨
ur jedes j∈Nangenommen.
Es bezeichne
λ∞(A) := x= (xj)j∈N;pn(x) := sup
j∈N
an(xj)|xj|<∞f¨
ur jedes n∈N.
Unter der Topologie, die durch die Folge (pn)n∈Nvon Halbnormen gegeben
wird, ist λ∞(A) ein Fr´echetraum. Eine Nullumgebungsbasis ist bestimmt
durch (1
nEn)n∈N, wobei
En:= {x∈λ∞(A); pn(x)≤1}, n ∈N.
O.B.d.A. gen¨
ugt es allerdings, (En)n∈Nzu betrachten.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 44
Der folgende Satz stammt von Garnir, de Wilde und Schmets (siehe dazu
[39]). In der hier angef¨
uhrten Form ist er allerdings in [23] Theorem 2.10 zu
finden.
3.44 Satz. (Garnir, de Wilde, Schmets)
Sei Eein vollst¨
andiger lokalkonvexer Raum. Sei T∈L(E)ein Operator
derart, daß es ein U∈ U0(E)gibt, so daß (T−Id)(U)beschr¨
ankt in Eist
und (T−Id)(U)⊂αU f¨
ur ein 0<α<1gilt. Dann ist Tein Isomorphismus
auf.
Die im Anschluß angegebene Proposition wurde [47] entnommen und
entspricht dort Proposition 2.7.3.
3.45 Proposition. Seien Eund Ftopologische Vektorr¨
aume und feine
stetige Abbildung von Ein F. Dann gibt es genau dann eine Abbildung gvon
Fin E, so daß g◦fdie Identit¨
at IdEvon Eauf sich selbst ist, wenn fein
injektiver strikter Morphismus ist und f(E)ein topologisches Supplement in
Fhat.
3.46 Satz. Der Raum λ∞(A)ist isomorph zu einem komplementierten Un-
terraum von HW(G).
Beweis. Aufgrund der Stetigkeit der Gewichte kann man f¨
ur jedes j∈Neine
abgeschlossene Umgebung Ujvon zjin Kw¨
ahlen, so daß Uj∩Ui=∅f¨
ur
i6=j, limj→∞ diam Uj= 0 und
1
2un(zj)≤wn(z)≤2un(zj) f¨
ur jedes 1 ≤n≤jund jedes z∈Uj∩G.
(3.13)
W¨
ahle jetzt eine Folge (εj)j∈Nmit
0< εj< a1(j)2−j−1f¨
ur jedes j∈Nund X
j∈N
εj=: ε < ∞.(3.14)
Wegen (b) gibt es zu jedem j∈Nein gj∈A(K) mit gj(zj) = 1 und
|gj(z)|<1 f¨
ur jedes z∈Kmit z6=zj. Bezeichnet man mit Cjden Abschluß
von K\Uj, so ist gjeine stetige Funktion auf der kompakten Menge Cj, und
die Folge der Potenzen (|gj|k)k∈Nist eine fallende Folge stetiger Funktionen
auf Cj, so daß limk→∞ gk
j(z) = 0 f¨
ur jedes z∈Cj.
Nach dem Satz von Dini existiert zu jedem j∈Nein k(j)∈Nmit
|gk(j)
j(z)| ≤ εjf¨
ur jedes z∈Cj.
Setze f¨
ur jedes j∈Njetzt ej:= gk(j)
j. Dann gilt f¨
ur jedes j∈N
ej∈A(K), ej(zj) = 1 und |ej(z)| ≤ εjf¨
ur jedes z∈K\Uj.(3.15)
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 45
Wegen limz→zjej(z) = ej(zj) = 1 f¨
ur jedes j∈Nkann man eine offene
Teilmenge Vjvon Uj∩Gmit
1
µ(Vj)ZVj
ej(z)dµ(z)−1
≤εjund inf
z∈Vj
wk(z)>0 (3.16)
finden. Hier bezeichnet µdas Lebesgue-Maß. Aus den Voraussetzungen zusam-
men mit Ungleichung (3.13) erh¨
alt man die folgenden Eigenschaften:
(i) F¨
ur jedes k, j ∈Ngilt: supz∈Uj∩Gwk(z)≤2ak(j).
(ii) F¨
ur jedes k, j ∈Ngilt: ak(j)≤2 infz∈Vjwk(z).
Definiere jetzt die offenbar linearen Abbildungen
ψ:λ∞(A)→HW(G), ψ(x) = X
j∈N
xjej,
φ:HW(G)→λ∞, φ(f) := 1
µ(Vj)ZVj
f(z)dµ(z)!j∈N
.
Beide Abbildungen sind wohldefiniert und stetig. Dies wird zun¨
achst f¨
ur ψ
gezeigt. Fixiere x∈λ∞(A). Dann gibt es C > 0 mit |xj| ≤ Ca1(j)−1f¨
ur
jedes j∈N. F¨
ur jedes z0∈K,z06=z∞, gibt es j0und eine Umgebung W
von z0mit W∩Uj=∅f¨
ur j≥j0. Falls zzu Wgeh¨
ort, so hat man
X
j≥j0
|xjej(z)| ≤ CX
j≥j0
a1(j)−1εj≤CX
j≥j0
2−j−1,
und die Reihe, die ψ(x) definiert, konvergiert (absolut und) gleichm¨
aßig
auf W. Dies impliziert ψ(x)∈H(G), und ψ(x) ist stetig auf K\{z∞}f¨
ur
jedes x∈λ∞(A). Um ψ(x)∈HW(G) ebenso wie die Stetigkeit von ψ
nachzuweisen, fixiere ein n∈N. Es gelte f¨
ur x∈λ∞(A) die Ungleichung
supj∈Nan(j)|xj| ≤ 1. F¨
ur z∈Gsind die folgenden F¨
alle zu unterscheiden:
(a) zgeh¨
ort zu keiner der Umgebungen Uj. Dies liefert die Absch¨
atzung:
wn(z)X
j∈N
xjej(z)
≤wn(z)X
j∈N
|xj||ej(z)| ≤ bnX
j∈N
|xj|εj
≤bnX
j∈N
|xj|a1(j)2−j−1≤bnsup
j∈N
a1(j)|xj|X
j∈N
2−j−1
≤bnsup
j∈N
a1(j)|xj|.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 46
(b) Es gibt ein j0∈Nmit z∈Uj0. Dann gilt mit einer ¨
ahnlichen Ab-
sch¨
atzung wie im ersten Fall wegen (i):
wn(z)X
j∈N
xjej(z)
≤wn(z)|xj0ej0(z)|+wn(z)X
j6=j0
|xjej(z)|
≤2an(j0)|xj0|+bnX
j6=j0
|xj|εj
≤2Ca1(j0)|xj0|+bnsup
j6=j0
a1(j)|xj|
≤(2 + bn) sup
j∈N
a1(j)|xj|.
Zeige nun, daß φebenfalls wohldefiniert und stetig ist. F¨
ur ein gegebenes f∈
HW(G) zeige φ(f)∈λ∞(A) (die Absch¨
atzungen liefern auch die Stetigkeit).
F¨
ur jedes k∈Nund jedes j∈Nhat man
ak(j)1
µ(Vj)ZVj
f(z)dµ(z)
≤
(ii)
21
µ(Vj)ZVj
wk(z)|f(z)|dµ(z)
≤2 sup
z∈G
wk(z)|f(z)|<∞.
Im folgenden soll Satz 3.44 auf T=φψ angewandt werden. Dazu ist nachzurech-
nen, daß Tdie Voraussetzungen des Satzes erf¨
ullt. F¨
ur x= (xj)j∈N∈λ∞(A)
gilt (φψ −Id)(x) =: (yj)j∈Nmit
yj= 1
µ(Vj)ZVj
ej(z)dµ(z)−1!xj+X
k6=j
xk
µ(Vj)ZVj
ek(z)dµ(z)
f¨
ur jedes j∈N. Mit (3.15) und (3.16) erh¨
alt man
|yj| ≤
1
µ(Vj)ZVj
ej(z)dµ(z)−1
|xj|+X
k6=j
|xj|
µ(Vj)ZVj
ek(z)dµ(z)
≤εj|xj|+X
k6=j
|xk|sup
z∈Vj
|ek(z)| ≤ X
k∈N
εk|xk|,
und die letzte Reihe konvergiert wegen (3.14) und x∈λ∞(A):
X
k∈N
εk|xk| ≤ X
k∈N
2−k−1|xk|a1(k)≤1
2p1(x).
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 47
Zeige zun¨
achst, daß (φψ −Id)(E1) beschr¨
ankt in λ∞(A) ist.
Fixiere dazu ein x∈E1ebenso wie ein k∈N. Dann folgt
sup
j∈N
ak(j)|yj| ≤ bksup
j∈N
|yj| ≤ bk
2p1(x)≤bk
2.
Also folgt (φψ −Id)(E1)⊂2
bkEk, und damit ist (φψ −Id)(E1) in λ∞(A)
beschr¨
ankt.
Zeige jetzt (φψ −Id)(E1)⊂1
2E1. W¨
ahle ein x∈E1beliebig, aber fest. Dann
folgt
sup
j∈N
a1(j)|yj| ≤ sup
j∈N
|yj| ≤ X
k∈N
εk|xk| ≤ 1
2p1(x).
Damit ergibt sich (φψ −Id)(E1)⊂1
2E1. Wegen Id|λ∞(A)= (φψ)(φψ)−1=
φ(ψ(φψ)−1) und Proposition 3.45 folgt dann das Gew¨
unschte.
3.47 Satz. Zu jedem Raum λ∞(A)existiert eine Folge W= (wn)n∈Nstrikt
positiver stetiger Funktionen auf D, so daß λ∞(A)ein komplementierter Un-
terraum von HW(D)ist.
Beweis. Es sei eine K¨
othematrix A= (an)n∈Nmit an= (an(j))j∈Ngegeben
und setze a:= (an(n))n∈N. Definiere nun eine K¨
othematrix A0= (a0
n)n∈N
durch
a0
n:= an
a=an(j)
aj(j)j
f¨
ur jedes n∈N. Dann gilt an(j)
aj(j)≤1 f¨
ur jedes j≥n. Daher ist jedes a0
n
beschr¨
ankt durch
λn:= max 1,an(1)
a1(1), ..., an(n−1)
an−1(n−1)und a0
1(j)≤1 f¨
ur jedes j∈N.
Nat¨
urlich gilt λ∞(A)∼
=λ∞(A0). Da die K¨
othematrix A0= (a0
n)n∈Nalle am
Anfang dieses Abschnitts geforderten Voraussetzungen erf¨
ullt und Dden an
Ggestellten Anforderungen gen¨
ugt, kann nun eine Folge W= (wn)n∈Nstrikt
positiver, stetiger Funktionen auf Dkonstruiert werden, derart daß jedes wn
eine stetige Fortsetzung unauf D\{z∞}mit un(zj) = a0
n(j) hat und daß zu
jedem n∈Nein bn>0 mit |un| ≤ bnauf D\{z∞}existiert. Eine Anwendung
von Satz 3.46 liefert dann das Gew¨
unschte.
3.48 Satz. Sei A= (an)n∈Neine K¨
othematrix auf einem diskreten Raum X.
Dann sind folgende Aussagen ¨
aquivalent:
(a) λ∞(A)ist distinguiert.
3 Gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher Funktionen 48
(b) λ1(A)ist distinguiert.
(c) A= (an)n∈Ngen¨
ugt der Bedingung (D).
Beweis. Die ¨
Aquivalenz der Aussagen (a) und (b) folgt unmittelbar aus [4]
Korollar 5, w¨
ahrend [19] Theorem 2.3 die Implikation (c) =⇒(b) liefert.
(b) =⇒(c) ergibt sich aus [10] Theorem 2.6.
Ein Beispiel ist das K¨
othe-Grothendieck-Beispiel (siehe dazu z.B. [50]).
3.49 Satz. Sei die K¨
othematrix A= (an)n∈Nauf N×Ndurch
an= (an(k, j))k,j∈Nmit
an(k, j) := (jk,f¨
ur n≤k
jn,f¨
ur n > k.
gegeben. Dann ist λ∞(A)nicht distinguiert.
3.50 Bemerkung. Der Vollst¨
andigkeit halber sei gesagt, daß die Bidualit¨
at
HW(G) = HW0(G)00
bb f¨
ur eine offene Menge G⊂CN,N≥1, nach [12]
Proposition 10 die Distinguiertheit des Raumes HW0(G) nach sich zieht.
An dieser Stelle sei erw¨
ahnt, daß man mit Hilfe einer Methode von Mat-
tila, Saksman und Taskinen (siehe [54]) zeigen kann, daß unter gewissen Vo-
raussetzungen an die Gewichte gewichtete Fr´echetr¨
aume holomorpher und
harmonischer Funktionen komplementierte Unterr¨
aume von K¨
otheschen Fol-
genr¨
aumen sind. Dies wird hier allerdings nicht ausgef¨
uhrt.
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheits-
bedingung
4.1 Notationen und Definitionen
Die folgende Konstruktion stammt aus [14]. Sei Weine Klasse strikt pos-
itiver, stetiger und radialer Gewichte vauf dem Einheitskreis D, so daß
limr→1−v(r) = 0 erf¨
ullt ist und die Einschr¨
ankung von vauf [0,1) nicht
wachsend ist. Es sei angenommen, daß endliche Minima und Multiplikation
von Funktionen aus der Klasse Wmit Skalaren ebenfalls in Wliegen. Wir
nehmen weiter an, daß eine Folge Rn:H(D)→H(D), n∈N, linearer Op-
eratoren existiert, die stetig bzgl. der kompakt-offenen Topologie sind und
derart, daß das Bild jedes Rnein endlichdimensionaler Unterraum der Poly-
nome ist. Es sei auch angenommen, daß RnRm=Rmin(n,m)f¨
ur n, m mit
n6=mgilt und daß f¨
ur jedes Polynom pein n∈Nmit Rnp=pexistiert.
Dann folgt Rmp=pf¨
ur jedes m≥n. Außerdem sei vorausgesetzt, daß es ein
c > 0 mit sup|z|=r|Rnp(z)| ≤ csup|z|=r|p(z)|f¨
ur jedes n∈N, jedes r∈(0,1)
und jedes Polynom pgibt.
Setze schließlich R0:= 0 und rn:= 1 −2−n,n∈N∪ {0}. Dann sei angenom-
men, daß die Klasse Wdie folgenden Bedingungen erf¨
ullt:
(P1) Es gibt C≥1 mit
1
Csup
n sup
|z|=rn
|(Rn+2 −Rn−1)p(z)|!v(rn)≤ kpkv
≤Csup
n sup
|z|=rn
|(Rn+1 −Rn)p(z)|!v(rn)
f¨
ur jedes v∈ W und jedes Polynom p.
(P2) F¨
ur jedes v∈ W existiert D(v)≥1, so daß man f¨
ur jede Folge (pn)n∈N
von Polynomen, von denen nur endlich viele ungleich null sind, die
Ungleichung
sup
z∈D
∞
X
n=1
(Rn+1 −Rn)pn(z)
v(z)≤D(v) sup
k sup
|z|=rk
|pk(z)|!v(rk)
erh¨
alt.
49
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 50
Ein Beispiel f¨
ur die obige Konstruktion findet sich in [14] Abschnitt 4:
Dort bezeichnet f¨
ur gegebenes ε0>0 und k(0) ∈N,W=W(ε0, k(0))
die Menge aller strikt positiven, stetigen und radialen Gewichte auf D, die
limr→1−v(r) = 0 erf¨
ullen, nicht wachsend auf [0,1) sind und den folgenden
Bedingungen gen¨
ugen:
(L1) infk∈N
v(rk+1)
v(rk)≥ε0,
(L2) lim supk→∞
v(rk+k(0))
v(rk)<1−ε0.
Wie in [53] S. 310 wird der Operator Rn,n∈N, f¨
ur eine holomorphe Funktion
fauf D,f(z) = P∞
k=0 akzk, als Faltung mit dem de la Vall´ee-Poussin-Kern
definiert, d. h.
Rn(f) :=
2n
X
k=0
akzk+
2n+1
X
k=2n+1
2n+1 −k
2nakzk.
Dabei ist Rnnichts anderes als das arithmetische Mittel der Partialsummen
der Indizes 2n, ..., 2n+1 −1 der Taylorreihe von f. F¨
ur einen Beweis, daß diese
Wahl tats¨
achlich alle verlangten Eigenschaften hat, siehe [14] Abschnitt 4.
Im folgenden bezeichne W= (wn)n∈Neine wachsende Folge strikt positiver
stetiger Funktionen auf D, derart daß jedes wnein Element von Wist.
Wie in Kapitel 3 werden nun die gewichteten Fr´echetr¨
aume holomorpher
Funktionen
HW(D) = {f∈H(D); kfkn:= sup
z∈D
wn(z)|f(z)|<∞ ∀n∈N},
HW0(D) = {f∈H(D); wn|f|verschwindet in ∞auf D∀n∈N}
betrachtet.
Betrachte nun die folgenden Beispiele. Man kann leicht nachrechnen,
daß jedes dieser Beispiele alle oben verlangten Eigenschaften hat. Sei W=
(wn)n∈Ngegeben durch
(a) wn(z) = (1 − |z|)αe(1−|z|)1
n,n∈N,z∈D,α > 0.
Fixiere n∈Nund m > n. Wegen wn(z)
wm(z)=e(1−|z|)1
n
e(1−|z|)1
m=e(1−|z|)1
n−(1−|z|)1
m
gilt lim|z|→1wn(z)
wm(z)=e0= 1, d.h. wn
wmverschwindet nicht im Unendlichen
auf D. Daher ist Bedingung (S0) nicht erf¨
ullt.
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 51
(b) wn(z) = (1 − |z|)β+1
n,n∈N,z∈D,β > 0.
F¨
ur beliebiges, aber festes n∈Nund m > n gilt wn(z)
wm(z)= (1−|z|)1
n−1
m=
(1−|z|)m−n
mn . Daher verschwindet wn
wmim Unendlichen auf D, und What
(S0). Der zugeh¨
orige Fr´echetraum ist also Schwartz.
(c) wn(z) = (1 − |z|)δ|ln(1 − |z|)n|,n∈N,z∈D,δ > 0.
Fixiere n∈Nund m > n. Dann ergibt sich wn(z)
wm(z)=|ln(1−|z|)n|
|ln(1−|z|)m|=n
m,
und dies verschwindet nicht im Unendlichen auf D. Daher ist (S0) in
diesem Fall nicht erf¨
ullt.
4.2 Quasinormabilit¨
at
In diesem Abschnitt wird gezeigt, daß die in Abschnitt 1.3 angegebenen
notwendigen Bedingungen f¨
ur die Quasinormabilit¨
at unter den in diesem
Kapitel angenommenen Voraussetzungen auch hinreichend (und damit ¨
aquiv-
alent zueinander) sind. Desweiteren kann unter gewissen Zusatzvoraussetzun-
gen gezeigt werden, daß Quasinormabilit¨
at und (QNo) f¨
ur HW0(G)¨
aquiva-
lente Bedingungen sind.
4.1 Lemma. Seien Eein lokalkonvexer Raum und Fein dichter Unterraum
von E. Ist Fquasinormabel, so hat auch Ediese Eigenschaft.
Beweis. Fixiere eine Nullumgebungsbasis Uin F. Dann ist durch
U:= {U;U∈ U}
eine Nullumgebungsbasis in Edefiniert, da nach Voraussetzung Fdicht in
Eliegt.
Weil Fquasinormabel ist, gibt es nach [48] Proposition 10.7.1 zu jedem
U∈ U ein V⊂U, V ∈ U, so daß f¨
ur jedes λ > 0 eine beschr¨
ankte Menge
B⊂Fmit V⊂B+λU existiert. Dann folgt V⊂B+λU ⊂B+λU. Da B
in Ebeschr¨
ankt ist, ist Equasinormabel.
Die Umkehrung der Aussage der Proposition 4.1 ist nicht richtig. In [24]
Abschnitt 5 (siehe dazu S. 207) konstruierten Bonet und Dierolf, ausgehend
von einem klassischen Beispiel von Amemiya (siehe [1]), Beispiele reflexiver
quasinormabler Fr´echetr¨
aume mit einem dichten Unterraum, der nicht dis-
tinguiert ist, also auch nicht quasinormabel sein kann.
Im folgenden wird Lemma 4.1 ebenso wie die von Bierstedt und Bonet in
[14] entwickelte Methode zur Zerlegung holomorpher Funktionen dazu be-
nutzt, eine Charakterisierung der Quasinormabilit¨
at des Raumes HW(D) zu
geben.
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 52
4.2 Satz. Sei W= (wn)n∈N⊂ W eine wachsende Folge strikt positiver
stetiger Funktionen auf D, so daß die Polynome Pin HW0(D)enthalten
sind. Dann sind folgende Aussagen ¨
aquivalent:
(a) HW0(D)ist quasinormabel.
(b) Zu jedem n∈Ngibt es m > n, so daß f¨
ur jedes k > n und jedes ε > 0
ein λ > 0mit
Cm,0⊂λCk,0+εCn,0existiert.
(c) Zu jedem n∈Ngibt es m > n, so daß f¨
ur jedes k > n und jedes µ > 0
ein ξ > 0mit
1
wm∼
≤ξ
wk
+µ
wn
auf Dexistiert.
(d) Zu jedem n∈Ngibt es m > n, so daß f¨
ur jedes α > 0ein w∈Wmit
1
wm∼
≤w+α
wn
auf Dexistiert.
Beweis. (a) ⇐⇒ (b): Dies ist [22] Theorem.
(a) =⇒(d): Dies wurde bereits unter allgemeineren Voraussetzungen gezeigt.
Siehe dazu Proposition 3.22.
(d) =⇒(c): Siehe dazu Proposition 3.23.
(c) =⇒(b): Wegen [17] liegen die Polynome nach Voraussetzung dicht in
HW0(D).Es sei Aussage (c) erf¨
ullt. Fixiere n∈N. Dann gibt es wegen (c)
m∈Nmit m > n. W¨
ahle außerdem k∈N,k > n, und ε > 0 beliebig,
aber fest. Setze µ:= ε
(2c2+D2)2C, wobei cund Cdie Konstanten aus Ab-
schnitt 4.1 sind und D2=D(wn) wie in Bedingung (P2) gew¨
ahlt ist. (c)
liefert zu dem so gew¨
ahlten µdann ξ. Da Pdicht in HW0(D) liegt, gen¨
ugt
es wegen Lemma 4.1, die Polynome zu betrachten. Fixiere p∈ P ∩ Cm,0.
Dann ist |p| ≤ 1
wmund damit auch |p| ≤ 1
wm∼auf D. (c) impliziert daher
1
wm∼≤ξ
wk+µ
wn≤max 2ξ
wk,2µ
wnauf D.
Setze jetzt u= min wk
2ξ,wn
2µ. Gem¨
aß der Voraussetzung an Wist uein El-
ement der Klasse W, und es gilt |p| ≤ 1
wm∼≤max 2ξ
wk,2µ
wn=1
uund
damit u|p| ≤ 1 auf D.
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 53
Zur Vereinfachung der Notation schreibe κ1:= 1
2ξ, κ2:= 1
2µ, u1:= wk, u2:=
wn. Also u= min (κ1u1, κ2u2).
Man hat p=P∞
n=0(Rn+1 −Rn)p=R1p+P∞
n=1(Rn+1 −Rn)p, und die Summe
ist endlich.
Wegen der Bedingung vor (P1) und der Absch¨
atzung von u|p|erh¨
alt man
u(r1) sup
|z|=r1
|R1p(z)| ≤ cu(r1) sup
|z|=r1
|p(z)| ≤ c.
W¨
ahle jetzt i∈ {1,2}mit u(r1) = κiui(r1). Mit der zweiten Ungleichung
in (P1), angewandt auf das Polynom R1pund wiund noch einmal mit der
Bedingung vor (P1) schließt man
sup
z∈D
ui(z)|R1p(z)| ≤ Csup
n
ui(rn) sup
|z|=rn
|(Rn+1 −Rn)R1p(z)|!
=Cui(r1) sup
|z|=r1
|(R2−R1)R1p(z)|
=C(κi)−1u(r1) sup
|z|=r1
|(R2−R1)R1p(z)|
≤2cC(κi)−1u(r1) sup
|z|=r1
|R1p(z)|
≤2c2C(κi)−1.
Also ist R1p∈2Cc2(κi)−1Ci,0, d.h. R1p∈4Cc2ξCk,0bzw. R1p∈4Cc2µCn,0.
Betrachte jetzt den anderen Term p−R1p=P∞
n=1(Rn+1 −Rn)p. Wende
die erste Ungleichung in (P1) f¨
ur uan ebenso wie die Absch¨
atzung f¨
ur u|p|,
um die Absch¨
atzung
u(rn) sup
|z|=rn
|(Rn+2 −Rn−1)p(z)|!≤C(4.1)
zu erhalten. Nkann als disjunkte Vereinigung J1∪J2mit
u(rj) = κ1u1(rj) f¨
ur j∈J1und u(rj) = κ2u2(rj) f¨
ur j∈J2
dargestellt werden. Setze jetzt gi=Pn∈Ji(Rn+1 −Rn)pf¨
ur i= 1,2. Dann
ist jedes giein Polynom und p−R1p=g1+g2. Fixiere i∈ {1,2}. Sei
pi
n:= (Rn+2 −Rn−1)pf¨
ur n∈Jiund pi
n:= 0 sonst. Die Eigenschaften der
Folge (Rn)n∈Nimplizieren
gi=X
n∈Ji
(Rn+1 −Rn)(Rn+2 −Rn−1)p=
∞
X
n=1
(Rn+1 −Rn)pi
n,
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 54
und alle Summen sind endlich. Daher ist
sup
z∈D
ui(z)|gi(z)|= sup
z∈D
ui(z)
∞
X
n=1
(Rn+1 −Rn)pi
n
.
Da nur endlich viele pi
nungleich null sind und alle Gewichte zur Klasse W
geh¨
oren, liefert eine Anwendung von (P2) und (4.1)
sup
z∈D
ui(z)|gi(z)| ≤ Disup
n sup
|z|=rn
|pi
n(z)|!ui(rn)
≤Disup
n∈Ji sup
|z|=rn
|pi
n(z)|!ui(rn)
=Disup
n∈Ji sup
|z|=rn
|(Rn+2 −Rn−1)p(z)|!ui(rn)
≤Di(κi)−1sup
n∈Ji sup
|z|=rn
|(Rn+2 −Rn−1)p(z)|!ui(rn)
≤Di(κi)−1C.
Folglich ge¨
ort g1zu 2ξD1CCk,0und g2zu 2µD1CCn,0. Also folgt
p=R1p+g1+g2∈(2c2+D1)2ξCCk,0+ 2D2µCCn,0
⊂(2c2+D1)2ξCCk,0+ (2c2+D2)2µCCn,0
= (2c2+D1)2ξCCk,0+εCn,0bzw.
p=R1p+g1+g2∈2D1ξCCk,0+ (2c2+D2)2µCCn,0
⊂(2c2+D1)2ξCCk,0+εCn,0.
Setze λ:= (2c2+D1)2ξC. Dies impliziert die Behauptung.
4.3 Korollar. Es seien die Voraussetzungen von Satz 4.2 gegeben. Ferner
sei Cw=Cw,0
co f¨
ur jedes w∈W. Dann sind die ¨
aquivalenten Aussagen
(a),(b),(c),(d)aus Satz 4.2 genau dann erf¨
ullt, wenn HW(D)quasinormabel
ist.
Beweis. Nach Proposition 3.24 ist HW(D) genau dann quasinormabel, wenn
HW0(D) quasinormabel ist.
4.4 Beispiel. Die Folge W= (wn)n∈Nmit wn(z) = (1−|z|)αe(1−|z|)1
n,n∈N,
z∈D, erf¨
ullt zwar -wie bereits gezeigt wurde- nicht die Bedingung (S0) (vgl.
Beispiel (a)), aber sie gen¨
ugt der Bedingung (d) aus dem obigen Korollar.
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 55
Fixiere dazu n∈Nund w¨
ahle m=n+ 1. F¨
ur ein beliebiges, aber festes
k∈N,k > n, und µ > 0 w¨
ahle ξ=e. Dann gilt
1
e(1−|z|)1
n+1
≤1≤e
e(1−|z|)1
k
+µ
e(1−|z|)1
n
.
Damit ist (d) erf¨
ullt.
4.5 Beispiel. Betrachte W= (wn)n∈Nmit wn(z) = (1 − |z|)|ln(1 − |z|)n|,
n∈N,z∈D(vgl. Beispiel (c)). W¨
ahle dazu n∈Nbeliebig, aber fest und
setze m:= n+ 1. Fixiere dann k∈N,k > n, ebenso wie µ > 0 und w¨
ahle
ξ=k. Dann gilt
1
|ln(1 − |z|)n+1|≤1
|ln(1 − |z|)|=1
|ln(1 − |z|)k
k|=1
1
k|ln(1 − |z|)k|
≤k
|ln(1 − |z|)k|+µ
|ln(1 − |z|)n|
Das folgende Lemma stammt aus [61] und ist dort unter Proposition
3.3.(5) zu finden:
4.6 Lemma. (Peris) Falls Eein lokal vollst¨
andiger lokalkonvexer Raum und
Fein dichter Unterraum von Eist, der (QNo)ist, so ist auch E(QNo).
Im folgenden wird mit Hilfe der Methode, die bereits zum Beweis des
vorhergehenden Satzes verwandt wurde, gezeigt, daß unter gewissen Zusatzvo-
raussetzungen die Eigenschaften (QNo) und quasinormabel ¨
aquivalent sind.
Letztendlich erm¨
oglicht es diese ¨
Aquivalenz, dann eine Aussage f¨
ur die Quasi-
normabilit¨
at von R¨
aumen HW0(D×D) zu beweisen.
4.7 Proposition. Sei W= (wn)n∈N⊂ W eine wachsende Folge strikt pos-
itiver stetiger Funktionen auf D, so daß die Polynome Pin HW0(D)liegen
und V:= {1
w;w∈W}eine Teilmenge von Wist. Dann sind die folgenden
Aussagen ¨
aquivalent:
(a) HW0(D)ist quasinormabel.
(b) HW0(D)ist (QNo).
Beweis. (b) =⇒(a): Dies folgt aus der Definition (siehe dazu auch [61] Be-
merkungen nach Definition 3.2).
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 56
(a) =⇒(b): Gem¨
aß [17] liegen die Polynome dicht in HW0(D). Nach Propo-
sition 4.2 folgt aus (a) die Bedingung:
(∗) zu jedem n∈Ngibt es m > n, so daß f¨
ur jedes λ > 0 ein w∈Wmit
1
wm∼
≤w+λ
wn
auf D
existiert. Fixiere also zun¨
achst n∈N. Dann liefert (∗) ein m > n. W¨
ahle
ε > 0 beliebig, aber fest. Setze λ:= ε
(2c2+D2)2C, wobei D2=D(wn) ist,
und erhalte gem¨
aß (∗) ein w∈W. Da Pdicht in HW0(D) liegt, gen¨
ugt
es nach Lemma 4.6, die Polynome zu betrachten. Fixiere p∈ P ∩ Cm,0.
Dann ist |p| ≤ 1
wmund damit auch |p| ≤ 1
wm∼auf D. (∗) impliziert daher
1
wm∼≤w+λ
wn≤max 2w, 2λ
wnauf D.
Setze u:= min 1
2w,wn
2λ.Gem¨
aß Voraussetzung ist uein Element der Klasse
W, und es gilt u|p| ≤ 1 auf D. Zur Vereinfachung der Notation schreibe
κ1:= 1
2, κ2:= 1
2λ, u1:= 1
w, u2:= wn. Also u:= min(κ1u1, κ2u2).
Man hat p=P∞
n=0(Rn+1 −Rn)p=R1p+P∞
n=1(Rn+1 −Rn)p, und die Summe
ist endlich.
Betrachte zun¨
achst den Term R1p. Wegen der Bedingung vor (P1) und der
Absch¨
atzung von u|p|erh¨
alt man
u(r1) sup
|z|=r1
|R1p(z)| ≤ cu(r1) sup
|z|=r1
|p(z)| ≤ c.
W¨
ahle jetzt i∈ {1,2}mit u(r1) = κiui(r1). Mit der zweiten Ungleichung
in (P1), angewandt auf das Polynom R1pund ui, und noch einmal mit der
Bedingung vor (P1) schließt man wie zuvor
sup
z∈D
ui(z)|R1p(z)| ≤ 2c2C(κi)−1.
Demnach ist R1p∈4c2CCw,0oder R1p∈4c2CλCn,0.
Betrachte jetzt den anderen Term p−R1p=P∞
n=1(Rn+1 −Rn)p. Wende
die erste Ungleichung in (P1) f¨
ur uan ebenso wie die Absch¨
atzung f¨
ur u|p|,
um
u(rn) sup
|z|=rn
|(Rn+2 −Rn−1)p(z)|!≤C(4.2)
f¨
ur jedes n∈Nzu erhalten. Nkann als disjunkte Vereinigung J1∪J2mit
u(rj) = κ1u1(rj) f¨
ur j∈J1und u(rj) = κ2u2(rj) f¨
ur j∈J2
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 57
dargestellt werden. Setze jetzt Tip:= Pn∈Ji(Rn+1 −Rn)pf¨
ur i∈ {1,2}. Dann
ist jedes Tipein Polynom mit p−R1p=T1p+T2p. Fixiere i∈ {1,2}. Sei
pi
n:= (Rn+2 −Rn−1)pf¨
ur n∈Jiund pi
n:= 0 sonst. Die Eigenschaften der
Folge (Rn)n∈Nimplizieren
Tip=X
n∈Ji
(Rn+1 −Rn)(Rn+2 −Rn−1)p=
∞
X
n=1
(Rn+1 −Rn)pi
n,
und alle Summen sind endlich. Daher ist
sup
z∈D
ui(z)|Tip(z)|= sup
z∈D
ui(z)
∞
X
n=1
(Rn+1 −Rn)pi
n
.
Da nur endlich viele pi
nungleich null sind, und alle Gewichte zur Klasse W
geh¨
oren, liefert eine Anwendung von (4.5) und (P2) wie zuvor
sup
z∈D
ui(z)|Tip(z)| ≤ Disup
n sup
|z|=rn
|pi
n(z)|!ui(rn)
≤Di(κi)−1C.
Folglich ist T1pElement von 2D1Cw,0, w¨
ahrend T2pzu 2λCCn,0geh¨
ort. Also
folgt
p∈(2c2+D1)2CCw,0+ 2D2CλCn,0oder
p∈2D1CCw,0+ (2c2+D2)2λCCn,0
F¨
uhre nun eine Fallunterscheidung durch:
1. Fall: Es gilt u(r1) = κ1u1(r1). Definiere dann T:P → P durch T(p) =
R1p+T1p. Dann gilt wegen obiger Rechnungen
T(Cm,0∩ P)⊂(2c2+D1)2C(Cw,0∩ P)∈ B(P) und
(Id −T)(Cm,0∩ P)⊂2D2Cλ(Cn,0∩ P)⊂ε(Cn,0∩ P).
2. Fall: Man hat u(r1) = κ2u2(r1). Definiere dann T:P → P durch T(p) =
T1p. Dann erh¨
alt man
T(Cm,0∩ P)⊂2D1C(Cw,0∩ P)∈ B(P) und
(Id −T)(Cm,0∩ P)⊂(2c2+D2)2Cλ(Cn,0∩ P)⊂ε(Cn,0∩ P).
Folglich ist Pund damit auch HW0(D) (QNo).
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 58
Zun¨
achst wird mit Hilfe des folgenden Lemmas die Frage beantwortet,
wann die ”Zusatzvoraussetzung“ des vorhergehenden Satzes erf¨
ullt ist.
4.8 Lemma. Sei W= (wn)n∈Neine wachsende Folge strikt positiver, stetiger
Funktionen auf D. Ferner gebe es Zahlen ε0>0und k0∈Nderart, daß die
folgenden Bedingungen erf¨
ullt sind:
(L1) infk
wn(rk+1)
wn(rk)≥ε0f¨
ur jedes n∈N.
(L2) Es gibt k1∈Nmit
wn(rk+k0)<(1 −ε0)wn(rk)
f¨
ur jedes k≥k1und jedes n∈N.
Dann existiert zu jedem v∈Wein w∈Wmit v≤wund der folgenden
Eigenschaft:
Es gibt eine Folge (βn)n∈Npositiver Zahlen, so daß f¨
ur jedes r > 0ein k(r)∈
Nmit 1
w(z) = 1
min1≤n≤k(r)βn
wn(z)
= max
1≤n≤k(r)
1
βn
wn(z) (4.3)
f¨
ur jedes z∈Dmit |z| ≤ rexistiert. Ferner gibt es ε2>0und k2∈Nmit
(L1) infk(1
w)(rk+1)
(1
w)(rk)≥ε2.
(L2) lim supk→∞
(1
w)(rk+k2)
(1
w)(rk)<1−ε2.
Dies bedeutet also, daß f¨
ur eine Folge W= (wn)n∈Nmit (L1) und (L2) auch
W⊂ W gilt.
Beweis. Fixiere v∈Wmit v≤wund (4.3). Zeige nun, daß 1
wdie Eigen-
schaften (L1) und (L2) hat. W¨
ahle ε2:= ε0und k2:= k0. Um (L1) zu zeigen,
w¨
ahle k∈Nbeliebig, aber fest und beweise
ε21
w(rk)≤1
w(rk+1).
W¨
ahle nun 0 < rk+1 < s < 1. Dann gilt
1
w(z)= max
1≤n≤k(s)
1
βn
wk(z) f¨
ur z∈Dmit |z| ≤ s.
F¨
uhre eine Fallunterscheidung durch:
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 59
(i) Es gelte 1
w(rk) = 1
βjwj(rk) und 1
w(rk+1) = 1
βjwj(rk+1). Dann erh¨
alt
man ε21
w(rk) = ε2
βjwj(rk)≤1
βjwj(rk+1) = 1
w(rk+1).
(ii) Man habe 1
w(rk) = 1
βjwj(rk) und 1
w(rk+1) = 1
βlwl(rk+1).
Es folgt ε21
w(rk) = ε2
βjwj(rk)≤1
βjwj(rk+1)≤1
βlwl(rk+1) = 1
w(rk+1).
Damit ist infk(1
w)(rk)
(1
w)(rk+k1)≥ε2, so daß (L1) erf¨
ullt ist. Es bleibt (L2) zu
zeigen. Dazu ist zu beweisen, daß es N0∈Ngibt, so daß f¨
ur jedes k≥N0
die Ungleichung
1
w(rk+k2)<(1 −ε0)1
w(rk)
erf¨
ullt ist. Nach Voraussetzung existiert k1∈N, so daß f¨
ur jedes k≥k1und
f¨
ur jedes n∈N
wn(rk+k2)<(1 −ε2)wn(rk)
gilt. Fixiere nun k≥k1und w¨
ahle 0 < k +k2< s < 1. Dann gilt
1
w(z) = max
1≤n≤k(s)
1
βn
wn(z)
f¨
ur jedes z∈Dmit |z| ≤ s.
Setze jetzt N0:= k1und unterscheide die folgenden beiden F¨
alle:
(i) Man habe 1
w(rk+k2) = 1
βjwj(rk+k2) und 1
w(rk) = 1
βjwj(rk). Dies im-
pliziert 1
w(rk+k2) = 1
βjwj(rk+k2)≤(1−ε2)1
βjwj(rk) = (1−ε2)1
w(rk).
(ii) Es gelte 1
w(rk+k2) und 1
w(rk) = 1
βlwl(rk).Dann folgt 1
w(rk+k2) =
1
βjwj(rk+k2)≤(1 −ε2)1
βjwj(rk)≤(1 −ε2)1
βlwl(rk) = (1 −ε2)1
w(rk).
Daher ist Bedingung (L2) erf¨
ullt. Es folgt die Behauptung.
4.9 Beispiel. Betrachte die Folge W= (wn)n∈Nmit
wn(z) := (1 − |z|)|ln(1 − |z|)n|, z ∈D, n ∈N.
W¨
ahle ε0=1
4und k0= 4. Dann gelten
wn(rk+1)
wn(rk)=2−k−1ln(2−n(k+1))
2−kln(2−nk)=1
2
k+ 1
k≥1
2>1
4>1
4
und wn(rk+4)
wn(rk)=2−k−4ln(2−n(k+4))
2−kln(2−nk)=1
24
k+ 4
k≤5
16 <3
4.
Damit sind (L1) und (L2) erf¨
ullt.
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 60
4.10 Definition. Seien U > 0 und V > 0 Nachbin-Familien auf den vollst¨
andig
regul¨
aren R¨
aumen X1bzw. X2. Bezeichne mit u⊗vf¨
ur u∈Uund v∈V
die Funktion (x1, x2)→u(x1)v(x2) auf dem topologischen Produkt X1×X2
und
W:= U⊗V={u⊗v;u∈U, v ∈V}.
Dann ist Webenfalls eine Nachbin-Familie auf X1×X2mit W > 0.
4.11 Definition. Sei Xein vollst¨
andig regul¨
arer Hausdorffraum. Dann setze
W(X) := {λχK;λ > 0, K kompakt in X}.
Der folgende Satz stammt aus [6] (siehe dort Satz 3.5.(1)).
4.12 Satz. (Bierstedt) Seien X1⊂Cnund X2⊂Cmoffen (n, m ≥1), U
bzw. VNachbin-Familien auf X1bzw. X2mit W(X1)≤Uund W(X2)≤V.
Mit W=U⊗Vgilt dann
HW0(X1×X2) = HU0(X1)∼
⊗εHV0(X2),
falls HU0(X1)oder HV0(X2)die Approximationseigenschaft hat.
4.13 Korollar. Seien U= (un)n∈N⊂ W und V= (vn)n∈N⊂ W wachsende
Folgen strikt positiver stetiger Funktionen auf D, derart daß die Polynome in
HU0(D)bzw. HV0(D)liegen. Dann gilt
HW0(D×D) = HU0(D)∼
⊗εHV0(D).
Beweis. Nach [17] Theorem 1.5 haben HU0(D) und HV0(D) unter den gegebe-
nen Voraussetzungen die beschr¨
ankte Approximationseigenschaft. Eine An-
wendung von Satz 4.12 liefert dann das Gew¨
unschte.
Die folgenden Aussagen stammen aus [61] und sind dort unter Proposition
3.3.(1) und 3.4.(1) zu finden.
4.14 Proposition. (Peris [61])
(i) Die komplementierten Unterr¨
aume eines lokalkonvexen Raumes Emit
(QNo)sind ebenfalls (QNo).
(ii) Sei αeine Tensornorm. Falls die lokalkonvexen R¨
aume Eund F(QNo)
sind, so ist auch E⊗αF(QNo).
4.15 Korollar. Seien U= (un)n∈N⊂ W und V= (vn)n∈N⊂ W wachsende
Folgen strikt positiver stetiger Funktionen auf D, so daß die Polynome in
HU0(D)und HV0(D)liegen. HU0(D)und HV0(D)sind genau dann (QNo),
wenn HW0(D×D) = HU0(D)∼
⊗εHV0(D) (QNo)ist.
Beweis. Dies folgt aus Proposition 4.14.
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 61
4.3 Dichtheitsbedingung
Hier wird gezeigt, daß die in Abschnitt 3.3 angegebenen notwendigen Be-
dingungen auch hinreichend (und damit ¨
aquivalent) sind. Ferner wird be-
wiesen, daß unter bestimmten Voraussetzungen Dichtheitsbedingung und
(Dco)¨
aquivalente Eigenschaften f¨
ur HW0(D) sind.
4.16 Lemma. Seien Eein lokalkonvexer Raum und Fein dichter Un-
terraum von E. Hat Fdie Dichtheitsbedingung, so gen¨
ugt Eebenfalls der
Dichtheitsbedingung.
Beweis. Fixiere eine Nullumgebungsbasis Uin F. Dann ist durch U:=
{U;U∈ U} eine Nullumgebungsbasis in Edefiniert, da nach Vorausset-
zung Fdicht in Eliegt.
Weil Fdie Dichtheitsbedingung hat, gibt es f¨
ur jede Funktion λ:U →
R+\{0}und f¨
ur jedes V∈ U eine endliche Teilmenge U0von Uund eine
beschr¨
ankte absolutkonvexe und o.B.d.A. abgeschlossene Teilmenge Bvon
Fmit TU∈U0λ(U)U⊂B+1
2V.
Dann folgt TU∈U0λ(U)U=TU∈U0λ(U)U⊂B+1
2V⊂B+V. Da Bin E
beschr¨
ankt ist, erf¨
ullt Edie Dichtheitsbedingung.
Die Umkehrung der Aussage der vorangehenden Proposition ist nicht
richtig. Die von Bonet und Dierolf in [24] konstruierten Beispiele decken
auch diesen Fall ab.
Mit Hilfe des Lemmas und der von Bierstedt und Bonet in [14] entwickel-
ten Methode zur Zerlegung holomorpher Funktionen wird im folgenden eine
Charakterisierung der Dichtheitsbedingung in Termen von Gewichten und
assoziierten Gewichten f¨
ur HW0(D) gegeben. Zunachst werden jedoch einige
Hilfsaussagen ben¨
otigt.
4.17 Proposition. (Peris [60] Proposition 1) Seien Eein Fr´echetraum und
(Un)n∈Neine fallende Fundamentalfolge von Nullumgebungen in E. Dann
sind die folgenden Aussagen ¨
aquivalent:
(a) Ehat die Dichtheitsbedingung.
(b) F¨
ur jede Folge (λk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und jedes n∈Ngibt es
m(n)> n und eine Folge (λ(n)
k)k∈Nstrikt positiver Zahlen mit
m(n)
\
k=1
λkUk⊂
s
\
k=1
λ(n)
kUk+Unf¨
ur jedes s∈N.
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 62
4.18 Lemma. Betrachte zun¨
achst die folgende Bedingung:
(∗)zu jeder Folge (ξk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und zu jedem n∈N
existieren m(n)> n und eine Folge (ξ(n)
k)k∈Nstrikt positiver Zahlen mit
m(n)
\
k=1
ξkCk,0⊂
s
\
k=1
ξ(n)
kCk,0+ (2c2+D2)2CCn,0f¨
ur jedes s∈N.
Dabei seien cdie Konstante aus der Ungleichung vor (P1),Cdie Konstante
aus (P1) und D2=D(wn)wie in (P2).
Falls (∗)erf¨
ullt ist, hat HW0(D)die Dichtheitsbedingung.
Beweis. Fixiere dazu eine Folge (λk)k∈Nstrikt positiver Zahlen ebenso wie
n∈N. Setze ξk:= (2c2+D2)2Cλkf¨
ur jedes k∈N. Dann liefert (∗)m(n)> n
und eine Folge (ξ(n)
k)k∈Nstrikt positiver Zahlen mit
m(n)
\
k=1
(2c2+D2)2CλkCk,0=
m(n)
\
k=1
ξkCk,0
⊂
s
\
k=1
ξ(n)
kCk,0+ (2c2+D2)2CCn,0
⊂
s
\
k=1
(2c2+D2)2Cξ(n)
kCk,0+ (2c2+D2)2CCn,0
f¨
ur jedes s∈Nwegen (2c2+D2)2C≥1. Setze λ(n)
k:= ξ(n)
kf¨
ur jedes k∈N.
Weil ((2c2+D2)2CCk,0)k∈Neine Nullumgebungsbasis in HW0(D) ist, liefert
Proposition 4.17 das Gew¨
unschte.
O.B.d.A. kann im Folgenden angenommen werden, daß endliche Maxima
von Elementen aus Webenfalls zu Wgeh¨
oren.
4.19 Satz. Sei W= (wn)n∈N⊂ W eine wachsende Folge strikt positiver
stetiger Funktionen auf D, so daß die Polynome in HW0(D)liegen. Dann
sind die folgenden Aussagen ¨
aquivalent:
(a) HW0(D)hat die Dichtheitsbedingung.
(b) Zu jeder Folge (λk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und zu jedem n∈Ngibt
es m(n)> n und eine Folge (λ(n)
k)k∈Nstrikt positiver Zahlen mit
m(n)
\
k=1
λkCk,0⊂
s
\
k=1
λ(n)
kCk,0+Cn,0f¨
ur jedes s∈N.
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 63
(c) F¨
ur jede Folge (µk)k∈Nmit µk>0f¨
ur jedes k∈Nund f¨
ur jedes n∈N
gibt es m(n)> n und eine Folge (µ(n)
k)k∈Nstrikt positiver Zahlen mit
min
1≤k≤m(n)
µk
wk∼
≤min
1≤k≤s
µ(n)
k
wk
+1
wn
auf Df¨
ur jedes s∈N.
(d) Zu jeder Folge (ξk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und jedem n∈Ngibt es
m∈Nmit m > n und w∈Wmit
min
1≤k≤m
ξk
wk∼
≤w+1
wn
auf D.
Beweis. (a) ⇐⇒ (b): Dies ist Proposition 4.17.
(a) =⇒(d): Siehe dazu Proposition 3.26.
(d) =⇒(c): Dies ist Proposition 3.27.
(c) =⇒(a): Gem¨
aß [17] liegen die Polynome dicht in HW0(D). Wegen Lem-
ma 4.18 gen¨
ugt es zu zeigen, daß (c) die Aussage (∗) dort impliziert.
Es sei Aussage (c) erf¨
ullt. W¨
ahle dazu eine beliebige, aber feste Folge (λk)k∈N
strikt positiver Zahlen und setze µk:= λkf¨
ur jedes k∈N. Fixiere jetzt
gem¨
aß (c) n, m(n),(µ(n)
k)n∈Nund s. Da Pdicht in HW0(D) liegt, gen¨
ugt
es, die Polynome zu betrachten. W¨
ahle also ein beliebiges, aber festes, p∈
PT∩m(n)
k=1 µkCk,0.
Dann ist |p| ≤ min1≤k≤m(n)µk
wkund damit auch
|p| ≤ (min1≤k≤m(n)µk
wk)∼auf D. (c) liefert
min1≤k≤m(n)µk
wk∼≤min1≤k≤s
µ(n)
k
wk+1
wn≤max min1≤k≤s
2µ(n)
k
wk,2
wnauf D.
Setze jetzt u:= min max1≤k≤swk
2µ(n)
k
,wn
2. Gem¨
aß Definition ist uElement
der Klasse W, und es gilt
|p| ≤ min1≤k≤m(n)µk
wk)∼≤max min1≤k≤s
2µ(n)
k
wk,2
wn=1
uund damit u|p| ≤ 1
auf D.
Zur Vereinfachung der Notation schreibe u1:= max1≤k≤swk
µ(n)
k
,u2:= wn,
κ1:= 1
2und κ2:= 1
2. Also u= min(κ1u1, κ2u2).
Man hat p=P∞
n=0(Rn+1 −Rn)p=R1p+P∞
n=1(Rn+1 −Rn)p, und die Summe
ist endlich.
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 64
Betrachte zun¨
achst den Term R1p. Wegen der Bedingung vor (P1) und der
Absch¨
atzung von u|p|erh¨
alt man
u(r1) sup
|z|=r1
|R1p(z)| ≤ cu(r1) sup
|z|=r1
|p(z)| ≤ c.
W¨
ahle jetzt i∈ {1,2}mit u(r1) = κiui(r1). Mit der zweiten Ungleichung
in (P1), angewandt auf das Polynom R1pund uiund noch einmal mit der
Bedingung vor (P1) schließt man wie zuvor
sup
z∈D
ui(z)|R1p(z)| ≤ 2c2C(κi)−1.
Demnach ist R1p∈4Cc2Ts
k=1 µ(n)
kCk,0bzw. R1p∈4c2CCn,0.
Betrachte jetzt den anderen Term p−R1p=P∞
n=1(Rn+1 −Rn)p. Wende
die erste Ungleichung in (P1) f¨
ur uan ebenso wie die Absch¨
atzung f¨
ur u|p|,
um Folgendes zu erhalten:
u(rn) sup
|z|=rn
|(Rn+2 −Rn−1)p(z)|!≤C. (4.4)
Nkann als disjunkte Vereinigung J1∪J2mit
u(rj) = κ1u1(rj) f¨
ur j∈J1und u(rj) = κ2u2(rj) f¨
ur j∈J2
dargestellt werden. Setze jetzt gi:= Pn∈Ji(Rn+1 −Rn)pf¨
ur i= 1,2. Dann
ist jedes giein Polynom und p−R1p=g1+g2. Fixiere i∈ {1,2}. Sei
pi
n:= (Rn+2 −Rn−1)pf¨
ur n∈Jiund pi
n:= 0 sonst. Die Eigenschaften der
Folge (Rn)n∈Nimplizieren
gi=X
n∈Ji
(Rn+1 −Rn)(Rn+2 −Rn−1)p=
∞
X
n=1
(Rn+1 −Rn)pi
n,
und alle Summen sind endlich. Daher ist
sup
z∈D
ui(z)|gi(z)|= sup
z∈D
ui(z)
∞
X
n=1
(Rn+1 −Rn)pi
n
.
Da nur endlich viele pi
nungleich null sind und alle Gewichte zur Klasse W
geh¨
oren, liefert eine Anwendung von (P2) und (4.4) wie zuvor
sup
z∈D
ui(z)|gi(z)| ≤ Disup
n sup
|z|=rn
|pi
n(z)|!ui(rn)≤Di(κi)−1C.
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 65
Also ist g1Element von 2D1C∩s
k=1 µ(n)
kCk,0, w¨
ahrend g2zu 2D2CCw,0geh¨
ort.
Zusammen mit den vorigen Ergebnissen liefert dies
p=R1p+g1+g2∈(4c2C+ 2D1C)∩s
k=1 µ(n)
kCk,0+ 2D2CCn,0
⊂ ∩s
k=1(4c2C+ 2D1C)µ(n)
kCk,0+ 2C(2c2+D2)Cn,0
oder
p=R1p+g1+g2∈2D1C∩s
k=1 µ(n)
kCk,0+ (4c2C+ 2D2C)Cn,0
=∩s
k=12D1Cµ(n)
kCk,0+ (4c2C+ 2D2C)Cn,0
Setze jetzt λ(n)
k:= (4c2C+ 2D1C)µ(n)
kf¨
ur jedes k∈N. Dann folgt die Be-
hauptung.
4.20 Korollar. Es gelte Cw=Cw,0
co f¨
ur jedes w∈W. Unter den Voraus-
setzungen von Satz 4.19 sind die ¨
aquivalenten Aussagen (a),(b),(c),(d)aus
Satz 4.19 genau dann erf¨
ullt, wenn HW(D)die Dichtheitsbedingung hat.
Beweis. Proposition 3.29 liefert, daß HW(D) genau dann die Dichtheitsbe-
dingung, wenn HW0(D) sie erf¨
ullt.
4.21 Bemerkung. Sei Fein metrisierbarer Raum und (Uk)k∈Neine abz¨
ahlbare
Basis absolutkonvexer Nullumgebungen in F. Heinrichs zeigte in [43], daß die
folgende Bedingung ¨
aquivalent zur von Peris und Rivera in [62] eingef¨
uhrten
Bedingung (DCO) ist.
(DCo) Zu jeder Folge (λk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und jedem n∈Ngibt
es m∈Nund einen beschr¨
ankten Operator T∈L(F) mit
(Id −T) m
\
k=1
λkUk!⊂Un.
Aus den Vererbungseigenschaften der Dichtheitsbedingung folgt das fol-
gende Lemma.
4.22 Lemma. (Peris) Falls Eein separabler Fr´echetraum mit einem dichten
Unterraum Fist, der (DCo)gen¨
ugt, so hat Eebenfalls (DCo).
Mit Hilfe derselben Beweismethode wie in Satz 4.19 kann nun unter
Zusatzvoraussetzungen die ¨
Aquivalenz von Dichtheitsbedingung und (DCo)
f¨
ur HW0(D) gezeigt werden.
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 66
4.23 Lemma. Betrachte die folgende Bedingung:
(∗∗)zu jeder Folge (ξk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und zu jedem n∈N
existieren m∈Nund ein beschr¨
anktes T∈L(HW0(D)), so daß
(Id −T) (∩m
k=1ξkCk,0)⊂(2c2+D2)2CCn,0.
Dabei sind cdie Konstante aus der Ungleichung vor (P1),Cdie Konstante
aus (P1) und D2=D(wn)wie in (P2). Falls (∗∗)erf¨
ullt ist, so hat HW0(D)
(DCo).
Beweis. Fixiere eine Folge (λk)k∈Nstrikt positiver Zahlen ebenso wie n∈N.
Setze ξk:= (2c2+D2)2Cλkf¨
ur jedes k∈N. Dann liefert (∗∗) ein m∈Nund
ein beschr¨
anktes T∈L(HW0(D)) mit
(Id −T) (∩m
k=1ξkCk,0) = (Id −T)∩m
k=1(2c2+D2)2CλkCk,0
⊂(2c2+D2)2CCn,0.
Da ((2c2+D2)2CCk,0)k∈Neine Nullumgebungsbasis in HW0(D) ist, folgt das
Gew¨
unschte.
4.24 Proposition. Sei W= (wn)n∈N⊂ W eine wachsende Folge strikt
positiver stetiger Funktionen auf D, so daß die Polynome Pin HW0(D)
liegen und V:= 1
w;w∈Weine Teilmenge von Wist. Dann sind folgende
Aussagen ¨
aquivalent:
(a) HW0(D)hat die Dichtheitsbedingung.
(b) HW0(D)gen¨
ugt (DCo).
Beweis. (b) =⇒(a): Dies folgt aus der Definition (siehe auch [62] Bemerkung
nach Definition 8).
(a) =⇒(b): Nach [17] liegen die Polynome unter den gegebenen Voraus-
setzungen dicht in HW0(D).
Sei nun also angenommen, daß HW0(D) die Dichtheitsbedingung erf¨
ullt.
Es ist zu zeigen, daß Bedingung (∗∗) aus Lemma 4.23 erf¨
ullt ist. Nach Propo-
sition 3.26 gilt:
(∗ ∗ ∗) zu jeder Folge (ξk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und zu jedem n∈N
existieren m∈Nund w∈Wmit
min
1≤k≤m
ξk
wk
≤w+1
wn
auf D.
Fixiere also n∈Nebenso wie (ξk)k∈N. Dann liefert (∗ ∗ ∗) ein m > n und
ein w∈W. Da Pdicht in HW0(D) liegt, gen¨
ugt es nach Lemma 4.22, die
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 67
Polynome zu betrachten.
Fixiere p∈ P T(∩m
k=1ξkCk,0). Dann ist |p| ≤ min1≤k≤mξk
wkund damit auch
|p| ≤ (min1≤k≤mξk
wk)∼auf D. (∗∗∗) impliziert
min1≤k≤mξk
wk∼≤w+1
wn≤max 2w, 2
wnauf D.
Setze u:= min 1
2w,wn
2.Gem¨
aß Voraussetzung ist uein Element der Klasse
W, und es gilt u|p| ≤ 1 auf D. Zur Vereinfachung der Notation schreibe
κ1:= 1
2, κ2:= 1
2, u1:= 1
w, u2:= wn. Also u= min(κ1u1, κ2u2).
Man hat p=P∞
n=0(Rn+1 −Rn)p=R1p+P∞
n=1(Rn+1 −Rn)p, und die Summe
ist endlich.
Betrachte zun¨
achst den Term R1p. Wegen der Bedingung vor (P1) und der
Absch¨
atzung von u|p|erh¨
alt man
u(r1) sup
|z|=r1
|R1p(z)| ≤ cu(r1) sup
|z|=r1
|p(z)| ≤ c.
W¨
ahle jetzt i∈ {1,2}mit u(r1) = κiui(r1). Mit der zweiten Ungleichung
in (P1), angewandt auf das Polynom R1pund ui, und noch einmal mit der
Bedingung vor (P1) schließt man wie zuvor
sup
z∈D
ui(z)|R1p(z)| ≤ 2c2C(κi)−1.
Demnach ist R1p∈4c2CCw,0oder R1p∈4c2CCn,0.
Betrachte jetzt den anderen Term p−R1p=P∞
n=1(Rn+1 −Rn)p. Wende
die erste Ungleichung in (P1) f¨
ur uan ebenso wie die Absch¨
atzung f¨
ur u|p|,
um
u(rn) sup
|z|=rn
|(Rn+2 −Rn−1)p(z)|!≤C(4.5)
f¨
ur jedes n∈Nzu erhalten. Nkann als disjunkte Vereinigung J1∪J2mit
u(rj) = κ1u1(rj) f¨
ur j∈J1und u(rj) = κ2u2(rj) f¨
ur j∈J2
dargestellt werden. Setze jetzt Tip:= Pn∈Ji(Rn+1 −Rn)pf¨
ur i∈ {1,2}. Dann
ist jedes Tipein Polynom mit p−R1p=T1p+T2p. Fixiere ein i∈ {1,2}. Sei
pi
n:= (Rn+2 −Rn−1)pf¨
ur n∈Jiund pi
n:= 0 sonst. Die Eigenschaften der
Folge (Rn)n∈Nimplizieren
Tip=X
n∈Ji
(Rn+1 −Rn)(Rn+2 −Rn−1)p=
∞
X
n=1
(Rn+1 −Rn)pi
n,
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 68
und alle Summen sind endlich. Daher ist
sup
z∈D
ui(z)|Tip(z)|= sup
z∈D
ui(z)
∞
X
n=1
(Rn+1 −Rn)pi
n
.
Da nur endlich viele pi
nungleich null sind, und alle Gewichte zur Klasse W
geh¨
oren, liefert eine Anwendung von (4.5) und (P2) wie zuvor
sup
z∈D
ui(z)|Tip(z)| ≤ Disup
n sup
|z|=rn
|pi
n(z)|!ui(rn)≤Di(κi)−1C.
Daher ist g1∈2D1CCw,0und g2∈2D2CCn,0. Dies liefert
p∈(2c2+D1)2CCw,0+ 2D2CCn,0oder
p∈2D1CCw,0+ (2c2+D2)2CCn,0
F¨
uhre nun eine Fallunterscheidung durch:
1. Fall: Es gilt u(r1) = κ1u1(r1).
Definiere dann T:P → P durch T(p) = R1p+T1p. Dann gilt wegen obiger
Rechnungen
(Id −T)(∩m
k=1ξkCk,0∩ P)⊂2D2C(Cn,0∩ P) und
T(∩m
k=1ξkCk,0∩ P)⊂(2c2+D1)2C(Cw,0∩ P) ist beschr¨
ankt.
2. Fall: Man hat u(r1) = κ2u2(r1).
Definiere dann T:P → P durch T(p) = T1p. Dann erh¨
alt man
(Id −T)(∩m
k=1ξkCk,0TP)⊂(2c2+D2)2C(Cn,0∩ P)⊂ε(Cn,0∩ P) und
T(∩m
k=1ξkCk,0TP)⊂2D1C(Cw,0∩ P) ist beschr¨
ankt.
Folglich hat Pund damit auch HW0(D) (DCo).
Um eine Aussage f¨
ur injektive Tensorprodukte zu erhalten, betrachte
zun¨
achst die aus [62] stammende Proposition.
4.25 Proposition. (Peris, Rivera [62] Proposition 11) Seien αeine Ten-
sornorm und Eund FFr´echetr¨
aume mit (DCo). Ferner seien die beschr¨
ank-
ten Teilmengen von E∼
⊗αFlokalisierbar (d.h. zu jeder beschr¨
ankten Teil-
menge Bvon E∼
⊗αFexistieren C∈ B(E)und D∈ B(F)mit B⊂α(C, D)).
Dann gen¨
ugt E∼
⊗αFebenfalls (DCo).
4.26 Korollar. Seien U= (un)n∈N⊂ W und V= (vn)n∈N⊂ W wachsende
Folgen strikt positiver stetiger Funktionen auf D, so daß die Polynome in
HU0(D)und HV0(D)liegen. Falls HU0(D)und HV0(D)(DCo) haben, so hat
HW0(D×D) = HU0(D)∼
⊗εHV0(D)ebenfalls (DCo).
4 Quasinormabilit¨
at und die Dichtheitsbedingung 69
Beweis. Nach [51] Abschnitt 44.3 sind die beschr¨
ankten Teilmengen von
HU0(D)∼
⊗εHV0(D) stets lokalisierbar. Daher liefert eine Anwendung von
Proposition 4.25 das Gew¨
unschte.
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher
Funktionen
5.1 Notationen und Definitionen
Zun¨
achst werden die notwendigen Definitionen und Bezeichnungen eben-
so wie ein kurzer ¨
Uberblick ¨
uber die Geschichte der projektiven Darstel-
lung gewichteter induktiver Limites von R¨
aumen holomorpher Funktionen
gegeben.
F¨
ur eine fallende Folge V= (vn)n∈Nstrikt positiver stetiger Funktionen
(Gewichte) auf einer offenen Teilmenge G⊂CN,N≥1 definiere
Hvn(G) := {f∈H(G); kfkn:= sup
z∈G
vn(z)|f(z)|<∞},
H(vn)0(G) := {f∈H(G); vn|f|verschwindet in ∞auf G},
VH(G) := indnHvn(G) und V0H(G) := indnH(vn)0(G).
Es bezeichne Bn(bzw. Bn,0) die abgeschlossene Einheitskugel von Hvn(G)
(bzw. H(vn)0(G)). Das System von Gewichten Vwurde eingef¨
uhrt als
V:= {v:G→]0,∞[ stetig auf G;∀k∃rk>0 : v≤inf
krkvkauf G}.
Die entsprechenden gewichteten R¨
aume f¨
ur Vsind
HV (G) := {f∈H(G); k.kv:= sup
z∈G
v(z)|f(z)|<∞ ∀v∈V},
HV 0(G) := {f∈H(G); v|f|verschwindet in ∞auf G∀v∈V}.
Setze
Cv:= {f∈HV(G); kfkv≤1}und Cv,0:= {f∈HV0(G); kfkv≤1}
f¨
ur jedes v∈V.
Das Problem der projektiven Darstellung f¨
ur gewichtete (LB)-R¨
aume
holomorpher Funktionen auf Gist herauszufinden, wann
(1) V0H(G) = HV 0(G) algebraisch und topologisch bzw.
(2) VH(G) = HV (G) algebraisch und topologisch gilt.
70
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 71
Eine positive Antwort auf die Frage nach der topologischen Gleichheit ist
von besonderer Bedeutung, weil es in diesem Fall m¨
oglich ist, die Topologie
des jeweiligen gewichteten (LB)-Raumes holomorpher Funktionen durch das
System (k.kv)v∈Vgewichteter sup-Halbnormen zu beschreiben.
Das Hauptresultat von Bierstedt, Meise, Summers [20] liefert, daß die pro-
jektive Darstellung algebraisch und topologisch gilt, falls V= (vn)n∈Nder
Bedingung
(S)∀n∈N∃m > n mit vm
vn
verschwindet im Unendlichen auf G
gen¨
ugt. (S) ist die invertierte Form der in den vorigen Kapiteln vorkom-
menden Bedingung (S0). Analog sind (M) und (D) als invertierte Darstel-
lungen von (M0) und (D0) definiert.
Positive Ergebnisse f¨
ur gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen auf
Dk¨
onnen auch in [54] gefunden werden. Dort wird die Bedingung (S) nicht
ben¨
otigt, aber jedes Gewicht muß normal sein.
I.a. hat das Problem der projektiven Darstellung f¨
ur gewichtete induktive
Limites von (B)-R¨
aumen holomorpher Funktionen eine negative Antwort,
siehe [26], [27], [28].
Taylor ebenso wie Bierstedt, Meise und Summers ([66] oder [67] Proposition
2 bzw. [20]) zeigten, daß HV(G) und VH(G) stets algebraisch zusammen-
fallen und dieselben beschr¨
ankten Teilmengen haben. VH(G) ist stets ein
regul¨
arer induktiver Limes.
Induktive Limites gewichteter R¨
aume holomorpher Funktionen treten
beispielsweise im Zusammenhang mit Distributionen und den Paley-Wiener-
Schwartz-Theoremen auf. Im folgenden werden einige Beispiele herausgegrif-
fen, die hier n¨
aher erl¨
autert werden.
(I) Dieses Beispiel wurde [20] entnommen und ist dort unter Abschnitt 4.1
zu finden.
Betrachte W=E=E(RN), den Raum aller unendlich oft differenzier-
baren Funktionen auf RN, unter seiner ¨
ublichen (F)-Raum-Topologie.
Eine geeignete Version des Paley-Wiener-Schwartz-Theorems liefert,
daß die Fourier-Transformation ein topologischer Isomorphismus von
W0=E0, dem Raum der Distributionen mit kompaktem Tr¨
ager, verse-
hen mit der starken Topologie β(E0,E), auf ˆ
W0=VH(CN) ist, wobei
V= (vn)n∈Nmit
vn(z) =
N
Y
j=1
exp(−n|Im(zj)|)
(1 + |zj|)n, z = (z1, ..., zN)∈CN.
Hier hat man VH(CN) = V0H(CN) = HV 0(CN) = HV (CN).
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 72
(II) Betrachte nun die Folge V= (vn)n∈Nstrikt positiver stetiger Funktio-
nen auf der Einheitskreisscheibe D, definiert durch
vn(z) = (1 − |z|2)n, z ∈D, n ∈N.
Der induktive Limes VH(G) wird oftmals auch mit A−∞ bezeichnet
und ist ein Raum vom Bergman-Typ. F¨
ur n¨
ahere Informationen zu
diesem Raum wird auf [41] Abschnitt 4.3 verwiesen.
(III) Das folgende Beispiel wurde in [55] eingehend untersucht.
Betrachte ein beschr¨
anktes konvexes Gebiet Gin Cebenso wie dG(z) =
inft∈∂G |z−t|, z ∈G. Dann definiere die fallende Folge V= (vn)n∈N
durch
vn(z) := (min(1,(dG(z))n)), z ∈G, n ∈N.
In [55] wird der induktive Limes VH(G) mit A−∞(G) bezeichnet.
In dieser Arbeit werden -wie bereits erw¨
ahnt- Charakterisierungen in Ter-
men von Gewichten und assoziierten Gewichten f¨
ur die dualen Dichtheitsbe-
dingungen gegeben. Andere Eigenschaften wie semi-Montel wurden bereits
von Bierstedt und Bonet untersucht (siehe [16]).
5.2 Die dualen Dichtheitsbedingungen in pro-
jektiven H¨
ullen
In diesem Abschnitt wird untersucht, wann die projektiven H¨
ullen HV (G)
und HV 0(G) (DDC) (bzw. (SDDC)) erf¨
ullen. Es werden Bedingungen in
Termen von Gewichten und assoziierten Gewichten gegeben.
Wie bereits erw¨
ahnt, gilt VH(G) = HV (G) algebraisch, beide R¨
aume haben
dieselben beschr¨
ankten Mengen, und o.B.d.A. ist (Bn)n∈Neine Fundamental-
folge der beschr¨
ankten Teilmengen von HV (G) (siehe dazu z.B. [7] Propo-
sition 1). Offensichtlich ist jedes Bnkompakt bzgl. der kompakt-offenen
Topologie co.
Zun¨
achst werden einige Hilfsaussagen bewiesen.
5.1 Lemma. Sei Eein lokalkonvexer Raum mit der Fundamentalfolge
(Bn)n∈Nbeschr¨
ankter Teilmengen. Ehat genau dann (DDC)
(bzw. (SDDC)), wenn gilt:
zu jeder Folge (λj)j∈Nstrikt positiver Zahlen und zu jedem n∈Ngibt es
m > n und U∈ U(E)mit
Bn∩U⊂
m
X
j=1
λjBj bzw. Bn∩U⊂
m
X
j=1
λjBj!.(5.1)
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 73
Beweis. Eerf¨
ulle (DDC). Dann gibt es nach Definition zu jeder Folge (λj)j∈N
strikt positiver Zahlen und zu jedem n∈Nein m > n und U∈ U(E) mit
Bn∩U⊂ΓSm
j=1 λjBj⊂Pm
j=1 λjBj.
Umgekehrt fixiere eine Folge (µj)j∈Nstrikt positiver Zahlen und n∈N. Setze
λj:= µj
2jf¨
ur jedes j∈Nund wende (5.1) an. Dann existieren m > n und
U∈ U(E) mit
Bn∩U⊂
m
X
j=1
λjBj=
m
X
j=1
µj
2jBj⊂Γ m
[
j=1
µjBj!.
Folglich gen¨
ugt Eder dualen Dichtheitsbedingung. Der Beweis wird f¨
ur die
starke duale Dichtheitsbedingung v¨
ollig analog gef¨
uhrt.
5.2 Lemma. Unter den in diesem Abschnitt angenommenen Voraussetzun-
gen erf¨
ullt der Raum HV (G)genau dann (DDC), wenn er (SDDC)gen¨
ugt.
Beweis. Das vorhergehende Lemma und die Tatsache, daß HV (G) dieselben
beschr¨
ankten Teilmengen wie der regul¨
are induktive Limes VH(G) hat, im-
pliziert, daß HV (G) genau dann die duale Dichtheitsbedingung hat, wenn
zu jeder Folge (λj)j∈Nstrikt positiver Zahlen und zu jedem n∈Nein
m > n und v∈Vmit Bn∩Cv⊂Pm
j=1 λjBjexistieren. Pm
j=1 λjBjist
aber co-kompakt und daher auch abgeschlossen in HV(G). Folglich hat man
Pm
j=1 λjBj=Pm
j=1 λjBj. Eine erneute Anwendung von Lemma 5.1 liefert
das Gew¨
unschte.
Mit Hilfe der zuvor bewiesenen Lemmata gelangt man nun zu der folgen-
den Proposition.
5.3 Proposition. Falls HV (G) (DDC)(oder ¨
aquivalent (SDDC)) hat, so
ist die folgende Bedingung erf¨
ullt:
(∗)zu jeder Folge (λj)j∈Nstrikt positiver Zahlen und zu jedem n∈Ngibt
es m > n und v∈Vderart, daß
min 1
vn
,1
v∼
≤
m
X
j=1
λj
vj
auf G.
Beweis. Nach Voraussetzung gibt es zu jeder Folge (λj)j∈Nstrikt positiver
Zahlen und jedem n∈Nein m > n und v∈Vmit
(∗∗)Bn∩Cv⊂
m
X
j=1
λjBj.
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 74
Es gen¨
ugt zu zeigen, daß (∗∗) die Bedingung (∗) impliziert. W¨
ahle dazu ein
f∈HV (G) mit |f| ≤ min 1
vn,1
v∼auf G.
Nach [18] 1.2.(iii) gilt auch |f| ≤ min 1
vn,1
v, d.h. |f| ≤ 1
vnund |f| ≤ 1
v
auf G. Damit geh¨
ort fzu Bn∩Cv. Wegen (∗∗) ist fdann Element der
Menge Pm
j=1 λjBjund kann in der Form f=Pm
j=1 λjgjmit gj∈Bjf¨
ur
jedes j∈ {1, ..., m}, dargestellt werden. Es gilt also
|f|=
m
X
j=1
λjgj
≤
m
X
j=1
λj|gj| ≤
m
X
j=1
λj
vj
auf G.
Nimmt man nun das Supremum ¨
uber all diese Funktionen f, so ergibt sich
(∗).
Unter gewissen Zusatzvoraussetzungen an die Menge Gund die Folge V=
(vn)n∈Nder Gewichte kommt man f¨
ur den Fall der o-Gewichtsbedingungen
zu einem ¨
ahnlichen Ergebnis.
5.4 Proposition. Sei Geine kreisf¨
ormige Teilmenge von CN,N≥1. Fern-
er sei V= (vn)n∈Neine fallende Folge strikt positiver stetiger und radialer
Funktionen auf G, so daß H(v1)0(G)die Polynome enth¨
alt.
Falls nun HV 0(G)der dualen Dichtheitsbedingung gen¨
ugt, so ist (∗)erf¨
ullt.
Beweis. Nach Voraussetzung gibt es zu jeder Folge (λj)j∈Nstrikt positiver
Zahlen und jedem n∈Nein m > n und v∈Vmit
(∗∗∗)Bn,0∩Cv,0⊂
m
X
j=1
λjBj,0.
Es gen¨
ugt zu zeigen, daß (∗ ∗ ∗) die Bedingung (∗) impliziert. Fixiere dazu
f∈H(G) mit |f| ≤ min 1
vn,1
v∼auf G. Dann gilt |f| ≤ 1
vnund |f| ≤ 1
v
auf G. O.B.d.A. kann v∈Vstrikt positiv, stetig und radial gew¨
ahlt werden.
(Siehe dazu [17].)
Betrachte jetzt die Folge (Skf)k∈Nder Ces`aro-Mittel (der Partialsummen) der
Taylorreihe von fum 0. Wie zuvor erh¨
alt man |Skf| ≤ 1
vnund |Skf| ≤ 1
vauf
G. Außerdem ist jedes Skfals Polynom ein Element von HV 0(G) und daher
von Bn,0∩Cv,0. Dann impliziert (∗∗∗), daß Skf∈Pm
j=1 λjBj,0⊂Pm
j=1 λjBj
f¨
ur jedes k∈N. Folglich kann jedes Skfin der Form Skf=Pm
j=1 λjgj
dargestellt werden, wobei gj∈Bjf¨
ur jedes j∈ {1, ..., m}. Man erh¨
alt
|Skf| ≤
m
X
j=1
λj
vj
auf Gf¨
ur jedes k∈N.
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 75
Weil Skff¨
ur k→ ∞ punktweise gegen fkonvergiert, ergibt sich |f| ≤
Pm
j=1
λj
vjauf G. Nimmt man schließlich das Supremum ¨
uber alle Funktionen
f, so folgt (∗).
Es gibt Beispiele f¨
ur Folgen V= (vn)n∈Nstrikt positiver stetiger Funktio-
nen auf einer offenen Teilmenge G⊂CN,N≥1, mit Bedingung (∗), derart
daß die R¨
aume HV (G) und VH(G) topologisch nicht zusammenfallen:
Bonet und Taskinen konstruierten in [27] Abschnitt 3 eine Folge V= (vn)n∈N
strikt positiver stetiger Funktionen auf einer offenen Menge G⊂C2mit Be-
dingung (M), derart daß die R¨
aume HV (G) und VH(G) topologisch nicht
zusammenfallen. Es ist bekannt, daß (M) die Bedingung (D) impliziert,
welche nach [3] Proposition I.2.4 zu
(V2) zu jeder Folge (λj)j∈Nstrikt positiver Zahlen und jedem n∈Ngibt
es m > n und v∈Vmit
min 1
vn
,1
v≤
m
X
j=1
λj
vj
auf G
¨
aquivalent ist. Nun folgt (∗) unmittelbar aus (V2).
Beachte, daß der einzige Unterschied zwischen (∗) und (V2) die Verwendung
des assoziierten Gewichtes auf der linken Seite ist.
Nach [8] Theorem 1.5 gen¨
ugt ein (DF)-Raum genau dann der dualen Dichtheits-
bedingung, wenn er metrisierbare beschr¨
ankte Mengen hat. Letztere Eigen-
schaft kann f¨
ur HV(G) charakterisiert werden. Dazu sind jedoch einige Vor-
bereitungen notwendig.
5.5 Proposition. Sei Eein lokalkonvexer Raum mit der abz¨
ahlbaren Umge-
bungseigenschaft und einer Fundamentalfolge (Bn)n∈Nder beschr¨
ankten Men-
gen. Dann hat Egenau dann metrisierbare beschr¨
ankte Mengen, wenn
es U∈ U(E)gibt, so daß f¨
ur jedes n∈Nund f¨
ur jedes V∈ U(E)ein a > 0
mit
Bn∩aU ⊂V(5.2)
existiert.
Beweis. Es sei zun¨
achst Aussage (5.2) erf¨
ullt. Da dann 1
mUm∈Neine Nul-
lumgebungsbasis in Bnf¨
ur die von Einduzierte Topologie ist, n∈Nbeliebig,
folgt sofort das Gew¨
unschte.
Umgekehrt habe Emetrisierbare beschr¨
ankte Mengen. Fixiere n∈Nund
w¨
ahle eine fallende Folge (Vn,k)k∈Nabsolutkonvexer Nullumgebungen in E,
so daß f¨
ur jedes V∈ U(E) ein k∈Nmit Bn∩Vn,k ⊂Vexistiert. Wende die
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 76
abz¨
ahlbare Umgebungseigenschaft an, um Zahlen an,k >0 zu finden, so daß
U:= Tn,k∈Nan,kVn,k ebenfalls eine Nullumgebung ist. Diese Nullumgebung
erf¨
ullt alle geforderten Eigenschaften.
5.6 Lemma. HV (G)hat die abz¨
ahlbare Umgebungseigenschaft.
Beweis. Nach [21] Theorem 1.6 ist CV (G) unter den gegebenen Voraus-
setzungen ein (DF )-Raum und hat daher wegen [59] Proposition 8.3.5 die
abz¨
ahlbare Umgebungseigenschaft. Dies impliziert, daß HV (G) als topologis-
cher Unterraum von CV (G) ebenfalls die abz¨
ahlbare Umgebungseigenschaft
besitzt.
Es bleibt zu erw¨
ahnen, daß dann HV 0(G) als topologischer Unterraum
von HV (G) ebenfalls die abz¨
ahlbare Umgebungseigenschaft hat.
5.7 Proposition. HV (G)hat genau dann metrisierbare beschr¨
ankte Men-
gen, wenn v∈Vexistiert, so daß es f¨
ur jedes n∈Nund jedes w∈Vein
a > 0mit min 1
vn
,a
v∼
≤1
wauf G(5.3)
gibt.
Beweis. Nach Proposition 5.5 hat HV(G) genau dann metrisierbare beschr¨
ank-
te Mengen, wenn v∈Vexistiert, so daß es f¨
ur jedes n∈Nund jedes w∈V
ein a > 0 mit
Bn∩aCv⊂Cw(5.4)
gibt. Zu zeigen ist demnach die ¨
Aquivalenz der Aussagen (5.3) und (5.4).
(5.3) =⇒(5.4): W¨
ahle f∈Bn∩aCvbeliebig, aber fest. Dann ist fElement
der Menge HV(G) und gen¨
ugt der Absch¨
atzung |f| ≤ min 1
vn,a
v∼≤1
w
auf Gwegen (5.3). Daher ist fElement von Cw.
(5.4) =⇒(5.3): Fixiere f∈H(G) mit |f| ≤ min 1
vn,a
v∼auf G. Dann
gilt aber auch |f| ≤ min 1
vn,a
vauf G. Folglich ist fElement von Bn∩aCv
und geh¨
ort nach Voraussetzung daher auch zu Cw, d.h. |f| ≤ 1
wauf G.
Nimmt man das Supremum ¨
uber all diese Funktionen, so folgt (5.3).
Unter Einschr¨
ankungen erh¨
alt man ein ¨
ahnliches Ergebnis f¨
ur HV 0(G).
5.8 Proposition. Betrachte die folgenden Aussagen:
(a) HV 0(G)hat metrisierbare beschr¨
ankte Mengen.
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 77
(b) Bedingung (5.3) ist erf¨
ullt.
Dann folgt aus (b) stets (a). Falls zus¨
atzlich noch angenommen wird, daß
G⊂CN,N≥1, kreisf¨
ormig und V= (vn)n∈Nfallende Folge strikt positiver
stetiger und radialer Funktionen ist, derart daß die Polynome in H(v1)0(G)
enthalten sind, so impliziert (a) auch (b).
Beweis. Nach Proposition 5.5 hat HV 0(G) genau dann metrisierbare beschr¨
ank-
te Mengen, falls es v∈Vgibt, so daß f¨
ur jedes n∈Nund jedes w∈Vein
a > 0 mit
Bn,0∩aCv,0⊂Cw,0(5.5)
existiert. Um den Beweis zu beenden, bleibt die ¨
Aquivalenz der Aussagen
(5.5) und (5.3) zu zeigen.
(5.3) =⇒(5.5): Dies ist analog zum Beweis der Proposition 5.7.
(5.5) =⇒(5.3): Sei im folgenden angenommen, daß G⊂CN,N≥1, kre-
isf¨
ormig und V= (vn)n∈Nfallende Folge strikt positiver stetiger und radialer
Funktionen auf Gist. Fixiere f∈H(G) mit |f| ≤ min 1
vn,a
v∼auf G.
Dann gilt |f| ≤ 1
vnund |f| ≤ a
vauf G.
O.B.d.A. kann v∈Vwieder strikt positiv, stetig und radial gew¨
ahlt werden.
Der Rest des Beweises verl¨
auft analog zu dem von Proposition 5.4.
5.3 Die dualen Dichtheitsbedingungen in in-
duktiven Limiten
In diesem Abschnitt wird gezeigt, daß unter gewissen Voraussetzungen die
duale Dichtheitsbedingung f¨
ur die R¨
aume HV (D), HV 0(D), VH(D) und
V0H(D)¨
aquivalent ist und genau dann erf¨
ullt ist, wenn die Folge V= (vn)n∈N
Bedingung (∗) erf¨
ullt. Dies wiederum ist genau dann der Fall, wenn VH(D) =
HV (D) topologisch gilt. Man erh¨
alt also unter Einschr¨
ankungen ein ¨
ahn-
liches Ergebnis wie im Fall von R¨
aumen stetiger Funktionen. Zum Beweis
einiger S¨
atze wird die bereits in Kapitel 4 mehrfach angewandte Methode
zur Zerlegung holomorpher Funktionen, die von Bierstedt und Bonet in [10]
eingef¨
uhrt wurde, in verschiedenen Variationen benutzt. Im folgenden werde
o.B.d.A. angenommen, daß vn≥2vn+1 auf Gist. Zun¨
achst werden einige
Hilfsaussagen bewiesen.
5.9 Lemma. Sei Geine kreisf¨
ormige Teilmenge von CN,N≥1. Ferner
sei V= (vn)n∈Neine fallende Folge strikt positiver, stetiger und radialer
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 78
Funktionen auf G, so daß H(v1)0(G)die Polynome enth¨
alt und V0H(G)ein
topologischer Unterraum von HV 0(G)ist. Dann liefert (Cn)n∈N,
Cn:= Bn∩V0H(G)f¨
ur jedes n∈N, eine Fundamentalfolge der beschr¨
ankten
Mengen in V0H(G).
Beweis. Nat¨
urlich ist jede beschr¨
ankte Menge Bin V0H(G) auch beschr¨
ankt
in HV (G). Daher gibt es n∈Nmit B⊂Cn.
Umgekehrt ist jedes Cnbeschr¨
ankt in HV (G) und damit auch in VH(G).
Dar¨
uber hinaus ist Cnenthalten in V0H(G). Weil V0H(G) ein topologischer
Unterraum von VH(G) ist, ist Cnauch beschr¨
ankt in V0H(G).
5.10 Proposition. Sei Geine kreisf¨
ormige Teilmenge von CN,N≥1. Fern-
er sei V= (vn)n∈Neine fallende Folge strikt positiver stetiger Funktionen auf
G, derart daß H(v1)0(G)die Polynome enth¨
alt und V0H(G)ein topologischer
Unterraum von HV 0(G)ist.
Dann gen¨
ugt der Raum Pder Polynome (versehen mit der von V0H(G)
induzierten Topologie) der dualen Dichtheitsbedingung genau dann, wenn
V0H(G)sie erf¨
ullt.
Beweis. 1. Schritt: Es ist zu zeigen, daß Pin V0H(G) groß ist, d.h. daß jede
beschr¨
ankte Menge in V0H(G) im Abschluß einer beschr¨
ankten Teilmenge
von Pbzgl. V0H(G) liegt.
Fixiere dazu n∈Nund dann f∈Cn. Die Folge (Skf)k∈Nkonvergiert gegen
fin HV 0(G) und damit nach Voraussetzung auch in V0H(G). Außerdem
geh¨
ort jedes Polynom Skfzu Bn∩ V0H(G) = Cn. Folglich liegt jedes Cnin
P ∩ Bn
V0H(G).
2. Schritt: Es bleibt zu zeigen, daß Pgenau dann die duale Dichtheitsbe-
dingung erf¨
ullt, wenn V0H(G) dies ebenfalls tut. Da V0H(G) als induktiver
Limes von Banachr¨
aumen ein (DF )-Raum und Pgroß in V0H(G) ist, fol-
gt aus [59] 8.3.24, daß Pebenfalls ein (DF )-Raum ist. Eine Anwendung
von [8] Bemerkung 1.10(b) liefert schließlich, daß Pgenau dann die duale
Dichtheitsbedingung hat, wenn V0H(G) ihr gen¨
ugt.
5.11 Korollar. Sei V= (vn)n∈Neine fallende Folge strikt positiver stetiger
Funktionen auf Din der Klasse W, derart daß H(v1)0(D)die Polynome
enth¨
alt.
Dann gen¨
ugt der Raum Pder Polynome (versehen mit der von V0H(D)
induzierten Topologie) der dualen Dichtheitsbedingung genau dann, wenn
V0H(D)sie erf¨
ullt.
Beweis. Nach [14] Theorem 1 ist V0H(D) unter den gegebenen Voraussetzun-
gen ein topologischer Unterraum von HV 0(D). Dann folgt das Gew¨
unschte
aus Lemma 5.9 und Proposition 5.10.
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 79
5.12 Satz. Sei V= (vn)n∈Neine fallende Folge strikt positiver stetiger Funk-
tionen auf Din der Klasse W, derart daß H(v1)0(D)die Polynome enth¨
alt.
Dann sind die folgenden Aussagen ¨
aquivalent:
(a) V0H(D)erf¨
ullt die duale Dichtheitsbedingung.
(b) VH(D)hat die duale Dichtheitsbedingung.
(c) HV 0(D)gen¨
ugt der dualen Dichtheitsbedingung.
(d) Die Folge V= (vn)n∈Nerf¨
ullt die Bedingung (∗).
Beweis. (a) ⇐⇒ (b): Nach [13] Proposition 4 gilt unter den gegebenen Vo-
raussetzungen zun¨
achst VH(D) = (V0H(D)0
b)0
i.
(a) =⇒(b): V0H(D) habe die duale Dichtheitsbedingung. Dann ist nach [8]
Theorem 1.5.(a) jede beschr¨
ankte Teilmenge von V0H(D) metrisierbar. Fol-
glich hat V0H(D)0
bwegen [10] Theorem 1.4 die Dichtheitsbedingung und ist
daher auch distinguiert. Also folgt VH(D) = (V0H(D)0
b)0
i= (VH(D)0
b)0
b,und
VH(D) hat die duale Dichtheitsbedingung.
(b) =⇒(a): VH(D) gen¨
uge der dualen Dichtheitsbedingung. Wegen
VH(D) = (V0H(D)0
b)0
ierf¨
ullt V0H(D)0
bnach [60] Korollar 2 die Dichtheitsbe-
dingung. Eine erneute Anwendung von [10] Theorem 1.4 und Theorem 1.5(a)
liefert dann, daß V0H(D) die duale Dichtheitsbedingung haben muß.
(a) ⇐⇒ (c): Wegen [14] Theorem 1 ist V0H(D) ein dichter topologischer
Unterraum von HV0(D). Insbesondere ist HV 0(D) ein (DF)-Raum (siehe
dazu [48] Theorem 12.4.8(d)). Daher liefert eine Anwendung von [8] 1.10.(a)
und 1.10.(b) die gew¨
unschte ¨
Aquivalenz.
(c) =⇒(d): Dies folgt unmittelbar aus Lemma 5.4.
(d) =⇒(c): Es sei also Aussage (d) erf¨
ullt.
Dann ist gem¨
aß Lemma 5.1 folgendes zu zeigen:
zu jeder Folge (µk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und jedem n∈Nexistieren
m > n und v∈Vmit Bn,0∩Cv,0⊂Pm
k=1 µkBk,0.W¨
ahle n∈Nebenso wie
eine Folge (µk)k∈Nbeliebig, aber fest. Dann setze
λk:= µk
(2c2+ max1≤i≤mDi)Cm f¨
ur jedes k∈N.
(d) liefert m > n und v∈V. Wegen Proposition 5.11 und der bereits
gezeigten ¨
Aquivalenz der Aussagen (a) und (c) gen¨
ugt es, die Polynome
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 80
zu betrachten. Fixiere p∈(Bn,0∩Cv,0)∩ P. Dann gilt vn|p| ≤ 1 und
v|p| ≤ 1 und daher auch |p| ≤ min 1
vn,1
vauf D. Wegen [18] Proposi-
tion 1.2 (iii) gilt sogar |p| ≤ min 1
vn,1
v∼auf D. (d) liefert desweiteren
min 1
vn,1
v∼≤Pm
k=1
λk
vk≤max mλ1
v1, ..., mλm
vmauf D.
Setze w:= min v1
mλ1, ..., vm
mλm. Dann ist wgem¨
aß Definition ein Element
der Klasse W, und es gilt w|p| ≤ 1 auf D. Zur Vereinfachung der Notation
schreibe κi:= 1
mλif¨
ur jedes i∈ {1, ..., m}. Also w= min(κ1v1, ..., κmvm).
Man hat p=P∞
n=0(Rn+1 −Rn)p=R1p+P∞
n=1(Rn+1 −Rn)p, und die Summe
ist endlich.
Wegen der Bedingung vor (P1) und der Absch¨
atzung von w|p|erh¨
alt man
w(r1) sup
|z|=r1
|R1p(z)| ≤ cw(r1) sup
|z|=r1
|p(z)| ≤ c.
W¨
ahle i∈ {1, ..., m}mit w(r1) = κivi(r1). Mit der zweiten Ungleichung in
(P1), angewandt auf das Polynom R1pund vi, und noch einmal mit der
Bedingung vor (P1) schließt man wie zuvor
sup
z∈D
vi(z)|R1p(z)| ≤ 2c2C(κi)−1.
Demnach ist R1p∈2Cc2(κi)−1Bi,0, d.h. R1p∈2Cc2mλ1B1,0bzw. ... bzw.
R1p∈2Cc2mλmBm,0.
Betrachte jetzt den Term p−R1p=P∞
k=1(Rn+1 −Rn)p. Wende die erste
Ungleichung in (P1) f¨
ur wan ebenso wie die Absch¨
atzung f¨
ur w|p|, um
folgendes zu erhalten:
w(rn) sup
|z|=rn
|(Rn+2 −Rn−1)p(z)|!≤C(5.6)
f¨
ur jedes n∈N.Nkann dargestellt werden als disjunkte Vereinigung ∪m
i=1Ji
mit
w(rj) = κivi(rj) f¨
ur j∈Ji,1≤i≤m.
Setze jetzt gi:= Pn∈Ji(Rn+1 −Rn)pf¨
ur jedes i∈ {1, ..., m}. Dann ist jedes
giein Polynom und p−R1p=Pm
i=1 gi. Fixiere i∈ {1, ..., m}und setze
pi
n:= (Rn+2 −Rn−1)pf¨
ur n∈Jiund pi
n:= 0 sonst. Die Eigenschaften der
Folge (Rn)n∈Nimplizieren
gi=X
n∈Ji
(Rn+1 −Rn)(Rn+2 −Rn−1)p=
∞
X
n=1
(Rn+1 −Rn)pi
n,
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 81
und alle Summen sind endlich. Daher ist
supz∈Dvi(z)|gi(z)|= supz∈Dvi(z)|P∞
n=1(Rn+1 −Rn)pi
n|.Da nur endlich viele
pi
nungleich null sind und alle Gewichte zur Klasse Wgeh¨
oren, liefert eine
Anwendung von (P2) und (5.6) wie zuvor
sup
z∈D
vi(z)|gi(z)| ≤ Di(κi)−1C.
Daher ist gi∈mλiDiCBi,0f¨
ur jedes i∈ {1, ..., m}. Also folgt
p=R1p+Pm
i=1 gi∈(2c2+D1)Cλ1mB1,0+Pm
i=2 DiCλimBi,0⊂Pm
i=1 µiBi,0
bzw. ... bzw.
p=R1p+Pm
i=1 gi∈Pm−1
i=1 DiCλimBi,0+(2c2+Dm)CλmmBm,0⊂Pm
i=1 µiBi,0.
Folglich erf¨
ullt der Raum HV 0(D) die starke duale Dichtheitsbedingung und
daher auch die duale Dichtheitsbedingung.
5.13 Satz. Sei V= (vn)n∈Neine fallende Folge strikt positiver stetiger Funk-
tionen auf Din der Klasse W. Dann sind folgende Aussagen ¨
aquivalent:
(a) HV (D)erf¨
ullt die duale Dichtheitsbedingung (oder ¨
aquivalent die starke
duale Dichtheitsbedingung).
(b) Die Folge V= (vn)n∈Ngen¨
ugt der Bedingung (∗).
Beweis. (a) =⇒(b): Dies folgt unmittelbar aus Lemma 5.3.
(b) =⇒(a): Es sei also (b) gegeben. Dann ist gem¨
aß Lemma 5.1 und Lemma
5.2 folgendes zu zeigen:
zu jeder Folge (µk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und jedem n∈Nexistieren
m > n und v∈Vmit Bn∩Cv⊂Pm
k=1 µkBk.
Fixiere dazu (µk)k∈Nebenso wie n∈N. Setze dann
λk:= µk
C(2c2+ max1≤j≤mDj)f¨
ur jedes k∈N.
(b) liefert m > n und v∈V. W¨
ahle jetzt ein beliebiges, aber festes f∈
Bn∩Cv. Dann gilt |f| ≤ min 1
vn,1
vund wegen [18] 1.2.(iii) auch |f| ≤
min 1
vn,1
v∼auf D.
(b) impliziert daher |f| ≤ Pm
k=1
λk
vk≤max mλ1
v1, ..., mλm
vmauf D.
Setze w:= min v1
mλ1, ..., vm
mλm. Dann ist wgem¨
aß Definition ein Element der
Klasse W, und es gilt w|f| ≤ 1 auf D.
Zur Vereinfachung der Notation schreibe κi:= 1
mλif¨
ur jedes i∈ {1, ..., m}.
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 82
Also w= min(κ1v1, ..., κmvm). Unter Benutzung der Ces`aro-Mittel (der Par-
tialsummen) der Taylorreihe von fum 0 erh¨
alt man eine Folge (Skf)k∈N
von Polynomen mit w|Skf| ≤ w|f| ≤ 1 f¨
ur jedes k∈Nund Skf→fin
(H(D), co).
Man hat Skf=P∞
n=0(Rn+1 −Rn)Skf=R1Skf+P∞
n=1(Rn+1 −Rn)Skf, und
die Summe ist endlich.
Betrachte zun¨
achst den Term R1Skf. Wegen der Bedingung vor (P1) und
der Absch¨
atzung von w|Skf|erh¨
alt man
w(r1) sup|z|=r1|R1Skf(z)| ≤ cw(r1) sup|z|=r1|Skf(z)| ≤ c.
W¨
ahle jetzt i∈ {1, ..., m}mit w(r1) = κivi(r1). Mit der zweiten Ungleichung
in (P1), angewandt auf das Polynom R1Skfund viund noch einmal mit der
Bedingung vor (P1) schließt man wie zuvor
sup
z∈D
vi(z)|R1Skf(z)| ≤ 2c2C(κi)−1.
Demnach ist R1Skf∈2Cc2(κi)−1Bi, d. h.
R1Skf∈2Cc2mλ1B1bzw. ... bzw. R1Skf∈2Cc2mλmBm.
Betrachte jetzt den anderen Term Skf−R1Skf=P∞
n=1(Rn+1 −Rn)Skf.
Wende die erste Ungleichung in (P1) f¨
ur wan ebenso wie die Absch¨
atzung
f¨
ur w|Skf|, um folgendes zu erhalten
w(rn) sup
|z|=rn
|(Rn+2 −Rn−1)Skf(z)|!≤C(5.7)
f¨
ur jedes n∈N.Nkann dargestellt werden als disjunkte Vereinigung ∪m
i=1Ji
mit w(rj) = κivi(rj) f¨
ur jedes j∈Ji,1≤i≤m.
Setze jetzt gi:= Pn∈Ji(Rn+1 −Rn)Skff¨
ur jedes i∈ {1, ..., m}. Dann ist
jedes giein Polynom mit Skf−R1Skf=Pm
i=1 gi. Fixiere i∈ {1, ..., m}.
Sei (Skf)i
n:= (Rn+1 −Rn−1)Skff¨
ur n∈Jiund (Skf)i
n:= 0 sonst.
Die Eigenschaften der Folge (Rn)n∈Nimplizieren
gi=Pn∈Ji(Rn+1 −Rn)(Rn+2 −Rn−1)Skf=P∞
n=1(Rn+1 −Rn)(Skf)i
n,und
alle Summen sind endlich. Daher ist
sup
z∈D
vi(z)|gi(z)|= sup
z∈D
∞
X
n=1
(Rn+1 −Rn)(Skf)i
n
.
Da nur endlich viele (Skf)i
nungleich null sind, und alle Gewichte zur Klasse
Wgeh¨
oren, liefert eine Anwendung von (P2) und (5.7)
sup
z∈D
vi(z)|gi(z)| ≤ Di(κi)−1C.
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 83
Daher ist gi∈mλiDiCBif¨
ur jedes i∈ {1, ..., m}. Also folgt
Skf=R1Skf+Pm
i=1 gi∈(2c2+D1)Cλ1mB1+Pm
i=2 DiCλimBi⊂Pm
i=1 µiBi
bzw. ... bzw.
Skf=R1Skf+Pm
i=1 gi∈Pm−1
i=1 DiCλimBi+ (2c2+Dm)CλmmBm⊂
Pm
i=1 µiBi.
Es folgt, daß jedes Skfzu Pm
i=1 µiBigeh¨
ort. Nun ist aber jedes Bikompakt
in (H(D), co), und wegen Skf→fin der kompakt-offenen Topologie kann
man schließen, daß auch fein Element der Menge Pm
i=1 µiBiist. Folglich
hat HV(D) die starke duale Dichtheitsbedingung und daher auch die duale
Dichtheitsbedingung.
Im folgenden wird eine Verbindung zwischen der dualen Dichtheitsbedin-
gung f¨
ur HV (D) bzw. VH(D) und der topologischen Gleichheit HV (D) =
VH(D) hergestellt. Betrachte dazu den folgenden Satz.
5.14 Satz. (Bierstedt, Bonet [14] Theorem 7) Sei V= (vn)n∈Neine fallende
Folge strikt positiver stetiger Funktionen auf Din der Klasse W. Dann gilt
die topologische Gleichheit VH(D) = HV(D)genau dann, wenn es zu jeder
Folge (λj)j∈Nstrikt positiver Zahlen ein v∈Vgibt, so daß f¨
ur jedes n∈N
und jedes M > 0ein m > n mit
(+) min M
vn
,1
v∼
≤
m
X
j=1
λj
vj
existiert.
Es wird nun die ¨
Aquivalenz der Bedingungen (∗) und (+) gezeigt. Dazu
wird zun¨
achst bewiesen, daß HV (D) unter bestimmten Voraussetzungen stets
ein (DF)-Raum ist. Zun¨
achst werden einige Hilfsaussagen ben¨
otigt.
5.15 Lemma. (Bierstedt, Bonet [9] Lemma A in Abschnitt 4) Sei Eein
lokalkonvexer Raum mit einer Fundamentalfolge (Bn)n∈Nder beschr¨
ankten
Mengen und U0eine feste Basis absolutkonvexer Nullumgebungen in E. Dann
ist Eein (DF)-Raum genau dann, wenn f¨
ur jede Folge (λn)n∈Nstrikt posi-
tiver Zahlen und f¨
ur jede Folge (Wn)n∈N⊂ U0der Durchschnitt
\
n∈N Wn+
n
X
k=1
λkBk!
eine Nullumgebung in Eist.
5.16 Lemma. Sei V= (vn)n∈Neine fallende Folge strikt positiver stetiger
Funktionen auf Din der Klasse W, so daß V⊂ W gilt.
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 84
Dann hat man f¨
ur jedes n∈N, jedes wn∈Vund jede Folge (λk)k∈Nstrikt
positiver Zahlen
1
2B⊂ Cwn+
n
X
k=1
λkBk!,
wobei B:= nf∈HV(D); |f| ≤ 1
C(D1+2c2)wn+Pn
k=1
λk
C(Dk+1+2c2)
1
2k+1vkauf Do.
Beweis. Fixiere zun¨
achst n∈N,wn∈Vund eine Folge (λk)k∈Nstrikt
positiver Zahlen. W¨
ahle dann ein beliebiges, aber festes f∈1
2B. Es gilt
f∈HV(D) und
|f| ≤ 1
2 1
C(D1+ 2c2)
1
wn
+
n
X
k=1
λk
C(Dk+1 + 2c2)
1
2k+1vk!
≤max 1
C(D1+ 2c2)
1
wn
,λ1
C(D2+ 2c2)
1
v1
, ..., 1
C(Dn+1 + 2c2)
1
vn.
Setze u:= min C(D1+ 2c2)wn,C(D2+2c2)
λ1v1, ..., C(Dn+1+2c2)
λnvn. Dann ist u
gem¨
aß Definition ein Element der Klasse W, und es gilt u|f| ≤ 1 auf D. Zur
Vereinfachung der Notation schreibe κ1:= C(D1+ 2c2), κi:= C(Di+2c2)
λi−1f¨
ur
2≤i≤n+ 1, u1:= wnund ui:= vi−1f¨
ur 2 ≤i≤n+ 1.
Unter Benutzung der Ces`aro-Mittel (der Partialsummen) der Taylorreihe von
fum 0 erh¨
alt man eine Folge (Skf)k∈Nvon Polynomen mit
u|Skf| ≤ u|f| ≤ 1 f¨
ur jedes k∈Nund Skf→fin (H(D), co).
Nach Voraussetzung liegt jedes Skfin HV (D). Man hat
Skf=P∞
n=0(Rn+1 −Rn)Skf=R1Skf+P∞
n=1(Rn+1 −Rn)Skf, und die
Summe ist endlich.
Betrachte zun¨
achst den Term R1Skf. Wegen der Bedingung vor (P1) und
der Absch¨
atzung von u|Skf|erh¨
alt man
u(r1) sup
|z|=r1
|R1Skf(z)| ≤ cu(r1) sup
|z|=r1
|Skf(z)| ≤ c.
W¨
ahle jetzt i∈ {1, ..., n + 1}mit u(r1) = κiui(r1). Mit der zweiten Ungle-
ichung in (P1), angewandt auf das Polynom R1Skfund uiund noch einmal
mit der Bedingung vor (P1) schließt man wie zuvor
sup
z∈D
ui(z)|R1Skf(z)| ≤ 2c2C(κi)−1.
Also
R1Skf∈2c2C
C(D1+2c2)Cwnbzw. R1Skf∈2c2C
C(D2+2c2)λ1B1bzw. ... bzw. R1Skf∈
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 85
2c2C
C(Dn+1+2c2)λnBn.
Betrachte jetzt den anderen Term
Skf−R1Skf=P∞
n=1(Rn+1 −Rn)Skf. Wende die erste Ungleichung in (P1)
f¨
ur uan ebenso wie die Absch¨
atzung f¨
ur u|Skf|, um Folgendes zu erhalten
u(rn) sup
|z|=rn
|(Rn+2 −Rn−1)Skf(z)|!≤C(5.8)
f¨
ur jedes n∈N.Nkann dargestellt werden als disjunkte Vereinigung ∪n+1
i=1 Ji
mit
u(rj) = κiui(rj) f¨
ur jedes j∈Ji, i ∈ {1, ..., n + 1}.
Setze jetzt gi:= Pn∈Ji(Rn+1 −Rn)Skff¨
ur i∈ {1, ..., n+1}. Dann ist jedes gi
ein Polynom mit Skf−R1Skf=g1+g2. Fixiere i∈ {1, ..., n+1}. Sei (Skf)i
n:=
(Rn+2 −Rn−1)Skff¨
ur n∈Jiund (Skf)i
n:= 0 sonst. Die Eigenschaften der
Folge (Rn)n∈Nimplizieren
gi=Pn∈Ji(Rn+1 −Rn)(Rn+2 −Rn−1)Skf=P∞
n=1(Rn+1 −Rn)(Skf)i
n,und
alle Summen sind endlich. Daher ist
sup
z∈D
ui(z)|gi(z)|= sup
z∈D
ui(z)
∞
X
n=1
(Rn+1 −Rn)(Skf)i
n
.
Da nur endlich viele (Skf)i
nungleich null sind, und alle Gewichte zur Klasse
Wgeh¨
oren, liefert eine Anwendung von (5.8) und (P2) wie zuvor
sup
z∈D
ui(z)|gi(z)| ≤ Di(κi)−1C.
Daher geh¨
ort g1zu CD1
C(D1+2c2)Cwn, w¨
ahrend giElement von CDiλi−1
C(Di+2c2)Bif¨
ur
jedes i∈ {2, ..., n + 1}ist.. Also folgt
Skf∈C(D1+2c2)
C(D1+2c2)Cwn+D2C
C(D2+2c2)λ1B1+...+Dn+1C
C(Dn+1+2c2)λnBn⊂Cwn+Pn
k=1 λkBk
bzw. ... bzw.
Skf∈CD1
C(D1+2c2)Bwn+... +C(Dn+1+2c2)
C(Dn+1+2c2)λnBn⊂Cwn+P∞
k=1 λkBk.
Schließlich hat man
Skf∈Cwn+
∞
X
k=1
λkBk.
Cwnund Bi(1 ≤i≤n) sind co-kompakt, und wegen Skf→fin der
kompakt-offenen Topologie kann man schließen, daß auch fein Element der
Menge Cwn+Pn
k=1 λkBkist.
Der Beweis der folgenden Proposition entspricht dem von [9] Proposition
B aus Abschnitt 4. Allerdings wird hier der Ernst-Schnettler-Trick durch die
obige Proposition ersetzt.
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 86
5.17 Proposition. Sei V= (vn)n∈Neine fallende Folge strikt positiver,
stetiger Funktionen auf Din der Klasse W, so daß V⊂ W gilt. Dann ist
HV (D)ein (DF)-Raum.
Beweis. Fixiere eine Folge (λk)k∈Nstrikt positiver Zahlen und eine Folge
(wn)n∈Nvon Gewichten in V. Nach Lemma 5.15 gen¨
ugt es zu zeigen, daß
W:= \
n∈N Cwn+
n
X
k=1
λkBk!
eine Nullumgebung in HV(D) ist.
Gem¨
aß Lemma 5.16 gilt 1
2B⊂Cwn+Pn
k=1 λkBk.An dieser Stelle sei
an=1
2 1
C(D1+ 2c2)
1
wn
+
n
X
k=1
λk
C(Dk+1 + 2c2)
1
2k+1vk!,
vn:= 1
an
, n ∈N,und v:= sup
n∈N
vn.
Es gilt
vn≤2 inf C(D2+ 2c2)22
λ1
v1, ..., C(Dn+1 + 2c2)2n+1
λn
vn, C(D1+ 2c2)wn
(5.9)
f¨
ur jedes n∈N, und daher geh¨
ort vn:G→R+zum Nachbin-System
V=V(V), das assoziiert mit Vauf Gmit der diskreten Topologie ist. (5.9)
liefert ein w∈Vund man erh¨
alt
{f∈HV (D); w|f| ≤ 1 auf G} ⊂ Cwn+
n
X
k=1
λkBk
f¨
ur n∈N. Wegen [19] Abschnitt 4.2 existiert ein v∈Vmit w≤v, und
{f∈HV (G); v|f| ≤ 1 auf D}ist eine Nullumgebung in HV (G) und enthal-
ten in W. Daher folgt die Behauptung.
5.18 Proposition. Sei V= (vn)n∈Neine fallende Folge strikt positiver
stetiger Funktionen auf Din der Klasse W, so daß V⊂ W gilt. Dann sind
die Bedingungen (∗)und (+) zueinander ¨
aquivalent.
Beweis. Nat¨
urlich impliziert (+) die Bedingung (∗).
(∗) =⇒(+): Wegen Satz 5.13 folgt aus Bedingung (∗), daß HV (D) die duale
Dichtheitsbedingung hat. Proposition 5.17 liefert, daß HV (D) ein (DF )-
Raum ist. Also folgt mit [17] die algebraische und topologische Gleichheit
VH(D) = HV (D) und damit (+) (siehe dazu Proposition 5.14).
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 87
5.19 Korollar. Sei V= (vn)n∈Neine fallende Folge strikt positiver stetiger
Funktionen auf Din der Klasse W, so daß V⊂ W gilt. Betrachte die fol-
genden Aussagen
(a) Es gilt HV (D) = VH(D)topologisch.
(b) HV (D)gen¨
ugt der dualen Dichtheitsbedingung.
(c) HV (D)erf¨
ullt die starke duale Dichtheitsbedingung.
(d) HV (D)hat metrisierbare beschr¨
ankte Mengen.
(e) HV 0(D)erf¨
ullt die duale Dichtheitsbedingung.
(f) V0H(D)gen¨
ugt der dualen Dichtheitsbedingung.
Dann sind die Aussagen (a) bis (d) zueinander ¨
aquivalent. Falls zus¨
atzlich
noch vorausgesetzt wird, daß H(v1)0(D)die Polynome enth¨
alt, so sind alle
Aussagen zueinander ¨
aquivalent.
Beweis. Nach den obigen Ausf¨
uhrungen sind die Bedingungen (+) und (∗)
¨
aquivalent.
Im folgenden werden Beispiele f¨
ur Folgen Vgegeben, die V⊂ W im-
plizieren.
5.20 Proposition. Sei V= (vn)n∈Neine fallende Folge strikt positiver,
stetiger Funktionen auf D. Ferner gebe es Zahlen ε0>0und k0∈Nde-
rart, daß die folgenden Bedingungen erf¨
ullt sind:
(L1) infk
vn(rk+1)
vn(rk)≥ε0f¨
ur jedes n∈N.
(L2)Es gibt ein k1∈Nmit
vn(rk+k0)<(1 −ε0)vn(rk)
f¨
ur jedes k≥k1und jedes n∈N.
Dann existiert zu jedem v∈Vein w∈V,v≤wmit der folgenden Eigen-
schaft:
Es gibt eine Folge (βn)n∈Npositiver Zahlen, so daß f¨
ur jedes r > 0ein
k(r)∈Nmit
w(z) = min
1≤n≤k(r)βnvn(z) (5.10)
f¨
ur jedes z∈Dmit |z| ≤ rexistiert. Ferner gibt es ε2>0und k2∈Nmit
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 88
(L1) infk
w(rk+1)
w(rk)≥ε2.
(L2) lim supk→∞
w(rk+k2)
w(rk)<1−ε2.
Falls Valso den Bedingungen (L1) und (L2) gen¨
ugt, so gilt V⊂ W.
Beweis. Fixiere v∈V. Dann gibt es w∈Vmit v≤wund (5.10). Zeige nun,
daß wdie Eigenschaften (L1) und (L2) hat. W¨
ahle ε2:= ε0und k2:= k0.
Um (L1) zu zeigen, fixiere k∈Nund beweise
ε2w(rk)≤w(rk+1).
W¨
ahle nun 0 < rk+1 < s < 1. Dann gilt
w(z) = min
1≤n≤k(s)βkvk(z) f¨
ur z∈Dmit |z| ≤ s.
F¨
uhre eine Fallunterscheidung durch:
1. Fall: Es gelte w(rk) = βjvj(rk) und w(rk+1) = βjvj(rk+1). Dann erh¨
alt
man
ε2w(rk) = ε2βjvj(rk)≤βjvj(rk+1) = w(rk+1).
2. Fall: Man habe w(rk) = βjvj(rk) und w(rk+1) = βlvl(rk+1). Es folgt
ε2w(rk) = ε2βjvj(rk)≤βjvj(rk+1)≤βlvl(rk+1) = w(rk+1).
Daher ist infk
w(rk)
w(rk+1)≥ε2. Damit ist (L1) erf¨
ullt.
Es bleibt, (L2) zu zeigen. Dazu ist zu beweisen, daß es N0∈Ngibt, so
daß f¨
ur jedes k≥N0die Ungleichung
w(rk+k2)<(1 −ε0)w(rk)
erf¨
ullt ist. Nach Voraussetzung existiert k1∈N, so daß f¨
ur jedes k≥k1und
jedes n∈N
vn(rk+k2)<(1 −ε2)vn(rk)
gilt. Fixiere nun k≥k1und w¨
ahle 0 < k +k2< s < 1. Dann gilt
w(z) = min
1≤n≤k(s)βnvn(z) f¨
ur jedes z∈Dmit |z| ≤ s.
Setze jetzt N0:= k1und unterscheide die folgenden beiden F¨
alle:
1. Fall:
Man habe w(rk+k2) = βjvj(rk+k2) und w(rk) = βjvj(rk). Dies impliziert
w(rk+k2) = βjvj(rk+k2)≤(1 −ε2)βjvj(rk) = (1 −ε2)w(rk).
5 Gewichtete (LB)-R¨
aume holomorpher Funktionen 89
2. Fall:
Es gelte w(rk+k2) = βjvj(rk+k2) und w(rk) = βlvl(rk). Dann folgt
w(rk+k2) = βjvj(rk+k2)≤(1 −ε2)βjvj(rk)≤(1 −ε2)βlvl(rk) = (1 −ε2)w(rk).
Folglich hat wdie Bedingung (L2).
5.21 Beispiel. Betrachte die Folge V= (vn)n∈Nmit
vn(z) := (1 − |z|)k1
|ln((1 − |z|)n)|, z ∈D, n ∈N, k ∈N.
W¨
ahle ε0=1
4und k0= 1. Dann gilt
vn(rk+1)
vn(rk)=2−k−1ln(2−nk)
2−kln(2−n(k+1))=1
2
k
k+ 1 ≥1
4,
und mit k1:= 1 erh¨
alt man
vn(rk+1)
vn(rk)=1
2
k
k+ 1 ≤1
2<1−1
4.
Damit sind (L1) und (L2) erf¨
ullt.
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