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[de] (orig)
Umweltbericht
1997 1998 1999 2000 2001
Energie sparen
Regenerative Energie nutzen
Wirkungsgrad verbessern
Technische Universität Berlin
Haushalt
550,6 Mio. DM Landeszuschuss
Forschung
115,4 Mio. DM eingeworbene Drittmittel
Lehre
55 grundständige Studiengänge
16 Aufbau- und Ergänzungsstudiengänge
Fakultäten (seit dem 1.4.2001)
Geisteswissenschaften
Mathematik und Naturwissenschaften
Prozesswissenschaften
Elektrotechnik und Informatik
Verkehrs- und Maschinensysteme
Bauingenieurwesen und Angewandte Geowissenschaften
Architektur Umwelt Gesellschaft
Wirtschaft und Management
Standorte
in den Stadtteilen:
Zentraler Campus in Charlottenburg
Tiergarten/Spreebogen
Wedding
Steglitz
Zehlendorf/Dahlem
Gebäude
ca. 200
Mitglieder
28.626 Studierende
7.158 Beschäftige
Soweit nicht anders angegeben, stammen die Daten aus dem Jahr 2000, die
Angaben zur Zahl der Studiengänge aus dem Wintersemester 2000/2001.
Organisation und Kernkennzahlen
Jahr TU-Mitglieder
1991 46.250
1992 47.210
1993 47.310
1994 46.608
1995 45.499
1996 42.742
1997 39.646
1998 36.340
1999 36.072
2000 35.784
Tab. 1: Entwicklung der
Mitgliederzahl
Jahr Gesamtnutzfläche
1994 629.873
1995 632.453
1996 631.179
1997 635.001
1998 635.648
1999 627.519
2000 627.519
Tab. 2: Entwicklung der
Gesamtnutzfläche
Technische Universität Berlin
U–I
Inhalt
Organisation und Kernkennzahlen U–I
Zum Geleit 3
Umweltleitlinien für
Forschung, Lehre und Betrieb 4
Dienstleistung Forschung,
Lehre und Weiterbildung 6
Überblick, Zentrale Aktivitäten 6
Zentraleinrichtung Kooperation 6
Forschung 7
Lehre 10
Beiträge der Fakultäten 10
Fakultät I
Geisteswissenschaften 10
Fakultät II
Mathematik und Naturwissenschaften 11
Fakultät III
Prozesswissenschaften 12
Fakultät IV
Elektrotechnik und Informatik 13
Fakultät V
Verkehrs- und Maschinensysteme 14
Fakultät VI
Bauingenieurwesen und
Angewandte Geowissenschaften 16
Fakultät VII
Architektur Umwelt Gesellschaft 17
Fakultät VIII
Wirtschaft und Management 18
Betrieb Technische Universität Berlin 20
Betriebliche Umweltziele und Ausblick 20
Arbeits- und Umweltschutz-
managementsystem 20
Pilotprojekt Ökoaudit
und Konsequenzen 20
Auswirkungen der
Verwaltungsreform 22
Verkehr 24
Weiterbildung r Betrieblichen
Umweltschutz und Arbeitssicherheit 25
Energiemanagement 26
Beschaffung 27
Abfallmanagement 27
Strahlenschutz, Biologische Sicherheit 29
Laserschutz 29
Ausgewählte betriebliche Aktivitäten 29
Bauen 29
Neubau Bibliothek 30
Lasersanierung 30
Asbestsanierung und -entsorgung 32
Wertstofftrennung, Pfandflaschen 32
Abwasser 33
Brandschutz Einsatz einer
neuen Brandmeldeanlage 33
Forschungsreaktor im
Institut für Energietechnik 34
Umweltdaten und ihre Bewertung 35
Elektrische Energie 35
Heizenergie 35
Trinkwasser 35
Brunnenwasser 36
Wertstoffe, Abfälle und Sonderabfälle 36
Arbeits- und Wegeunfälle 39
Brandschutzstatistik 40
Betriebliche Anwendung
umweltbezogener Lehre und Forschung 41
Impressum 43
Blick auf das Stammgelände U–II
Umweltbericht 1999–2001
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Zum Geleit
Sehr geehrte Leserinnen und Leser!
Forschung, Lehre und Weiterbildung sind
die wissenschaftlichen Kernaufgaben der
Technischen Universität Berlin. Der Um-
weltschutz ist dabei als Querschnittsthema
von besonderer gesellschaftlicher Relevanz.
Gleichzeitig ist die Technische Universität
Berlin mit ihren fast 36.000 Mitgliedern und
acht überwiegend natur- und technikwissen-
schaftlichen Fakultäten aber auch ein über
die Stadt verteilter Grbetrieb, der in gro-
ßem Maße Abfall, Emissionen und Verkehr
erzeugt und dabei erhebliche Mengen an
Energie, Wasser und Material verbraucht.
Daher kommt der Technischen Universität
Berlin in zweifacher Hinsicht eine besondere
Rolle in Umweltschutzfragen zu: Es gilt zum
einen, die ausgewiesene Kompetenz in Fra-
gen des Umweltschutzes weiterzuentwickeln,
zum anderen erfordert die Vorbildfunktion
die Optimierung der betrieblichen Prozesse
im Hinblick auf den Umweltschutz. Eine
Reduzierung der Umweltbelastung ist dabei
angestrebt und anhand der zeitlichen Ent-
wicklung der umweltrelevanten Kennzahlen
auch ablesbar. Im Zusammenhang mit der
Verwaltungsreform und der Gründung der
acht Fakulten zum 1. April 2001 hat die
Technische Universität Berlin einen Arbeits-
und Umweltschutzausschuss gebildet, der
gleichermen der Stärkung der Arbeitgeber-
verantwortung wie auch der angestrebten
Selbständigkeit und Eigenverantwortung der
Fakulten Rechnung tragen soll. Die neu
beschlossene Organisationsstruktur im Um-
weltmanagementsystem verbessert die Ver-
bindung zwischen zentraler Verwaltung und
Fakulten und fasst die Aufgaben im Um-
welt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz zu-
sammen. Im Sinne der nachhaltigen Betriebs-
führung haben wir begonnen, über Brand-,
Strahlen-, Laserschutz, Arbeits- und Wege-
unfälle und biologische Sicherheit zu berich-
ten, d. h. Aktivitäten und Daten, die be-
sonders r die Gesundheit der Beschäftigten
von Bedeutung sind.
Dieser vierte Umweltbericht der Technischen
Universität Berlin seit 1995 zeigt, was in den
Berichtsjahren 1999 bis 2001 in Zusammen-
hang mit der Umsetzung der im Bericht 1998
genannten Umweltleitlinien und Ziele getan
wurde und für die weitere Entwicklung vor-
bereitet ist. Die Umweltberichte werden zu-
künftig jährlich fortgeschrieben herausge-
geben, nachdem das Konzept dieses Berichts
grundlegend überarbeitet worden ist.
Der Bericht beantwortet Berichtsaufträge des
Kuratoriums, sucht aber auch im Sinne unse-
rer Umweltleitlinien den Dialog, so dass die
Umsetzung der hochschulinternen Umweltpo-
litik öffentlich transparent und bewertbar wird.
Prof. Hans-Jürgen Ewers
Präsident der Technischen Universität Berlin
Umweltbericht 1999–2001
3
Advertisement
1Umweltleitlinien für Forschung, Lehre und Betrieb
Der Akademische Senat der TU Berlin
hat am 12. November 1997 einstimmig
Umweltleitlinien für die Technische Uni-
versität Berlin beschlossen. Am 10. De-
zember 1997 hat sich auch das Kuratori-
um der Technischen Universität Berlin
zustimmend zu den Umweltleitlinien ge-
äußert. Damit bekennen sich die Univer-
sitätsleitung und die Universitätsange-
rigen aller Statusgruppen dazu, die Uni-
versität umweltorientiert zu entwickeln.
Mit der Anwendung der Leitlinien soll
die Universität ihrer gesellschaftlichen
Vorbildfunktion nachkommen.
Der Akademische Senat und das TU-
Präsidium fordern damit die Mitglieder
in den Wissenschafts- und Betriebsbe-
reichen der TU Berlin auf, bei der Um-
setzung der Umweltleitlinien in Lehre,
Forschung und Betrieb aktiv mitzuar-
beiten. Das tägliche Handeln und die
Entscheidungen an jedem Arbeitsplatz
sollen von dem Bewusstsein der Leit-
linien beeinflusst sein. Ziel ist letztend-
lich, eine breite Integration des Umwelt-
schutzes zu erreichen.
Präambel
Die Technische Universität Berlin sieht
sich aufgrund der globalen Umweltsitua-
tion dem Grundsatz der nachhaltigen
Entwicklung verpflichtet:
Nachhaltige Entwicklung (Sustainable
Development) ist eine Entwicklung, die
die Bedürfnisse heutiger Generationen be-
friedigt, ohne zu riskieren, dass künftige
Generationen ihre Bedürfnisse nicht be-
friedigen nnen. (World Commission
on Environment and Development, Our
Common Future [Brundtland-Bericht],
1987)
Die Universität trägt eine besondere ge-
sellschaftliche Verantwortung, da sie zu-
künftige Entscheidungsträger/innen un-
serer Gesellschaft ausbildet und prägt.
Sie hat damit eine Multiplikatorfunktion
dieses ist Verantwortung und Chance
zugleich. Da wissenschaftliche For-
schung Auswirkungen auf Mensch und
Natur hat, trägt die Wissenschaft eine
besondere Verantwortung für ihre For-
schungsziele und -ergebnisse.
Die Technische Universität Berlin stellt
sich mit ihrem breiten cherspektrum
und den interdisziplinären Möglichkei-
ten der ökologischen Herausforderung
durch die Entwicklung einer umweltge-
rechten und umweltvernetzten Wissen-
schaft, um so eine langfristige Entwick-
lung einzuleiten (Sustainable Develop-
ment).
Mit ihren ca. 36.000 Mitgliedern und
dem damit verbundenen Energie- und
Stoffumsatz ist die Technische Universi-
tät Berlin mit einem gren Wirtschafts-
unternehmen vergleichbar. Die durch
den Universitätsbetrieb entstehenden
erheblichen Umweltbelastungen gilt es
zu minimieren.
Zur Verdeutlichung der Verantwortung
für die Ausbildung zukünftiger Genera-
tionen und zur Förderung des universitä-
ren Umweltbewusstseins und Umwelt-
handelns in Lehre, Forschung und in der
betrieblichen Praxis billigt die Techni-
sche Universität Berlin die CRE-Charta
for Sustainable Development (CRE-
COPERNICUS: The University Charta
for Sustainable Development, 1994) und
legt die folgenden Umweltleitlinien fest:
Leitlinien
Der Schutz und Erhalt der natürli-
chen Lebensgrundlagen im Rahmen
einer nachhaltigen Entwicklung ist
vorrangiges Ziel unserer Universität
in Forschung, Lehre und Betrieb. Der
Auftrag ist die dafür nötige fachüber-
Technische Universität Berlin
4
greifende Erarbeitung von Grundla-
genwissen zum Umweltschutz sowie
der Wissenstransfer in alle Bereiche
der Gesellschaft und in die interne
Praxis.
Wir rdern das Umweltbewusstsein
aller Mitglieder der Universität. Um-
weltschutz ist ein festes Element in
unseren Lehr- und Studienangeboten
und der Forschung. Die Studierenden
und Bescftigten werden so aus-
und weitergebildet, dass sie ihre be-
rufliche Tätigkeit im Bewusstsein ih-
rer Verantwortung für die Umwelt
ausüben.
Forschung und Lehre betreiben wir
unter Umweltschutzaspekten. Ver-
suche und Technologien untersuchen
wir vorsorgend auf mögliche Umwelt-
belastungen. Die Fakultäten und die
fakultätsübergreifenden Einrichtun-
gen der Universität fördern wissen-
schaftliche Arbeiten im Umweltbe-
reich sowie die Vernetzung und inter-
disziplinäre Bearbeitung von umwelt-
relevanten Fragen in Forschung und
Lehre. Wir entwickeln unsere Univer-
sität entsprechend den Handlungs-
prinzipien der CRE-Charta (Hoch-
schulcharta für nachhaltige Entwick-
lung).
Unsere Universität strebt den intensi-
ven Austausch mit anderen Hoch-
schulen zur rderung des Umwelt-
schutzgedankens an. Durch gezielte
Zusammenarbeit in Forschung, Lehre
und Betrieb auf nationaler und inter-
nationaler Ebene stellen wir uns der
globalen Verantwortung für Umwelt
und nachhaltige Entwicklung.
Wir setzen den Umweltschutz an un-
serer Universität ressortübergreifend
um, so dass sowohl Verwaltung als
auch Fakultäten in Umweltschutz-
angelegenheiten ihre Verantwortung
wahrnehmen und kooperieren. Durch
den umweltschonenden Einsatz der
bestverfügbaren Techniken erreichen
wir eine kontinuierliche Verbesse-
rung unseres betrieblichen Umwelt-
schutzes. Bei zukünftigen Investitio-
nen und Anschaffungen der Universi-
tät werden wir die Umweltauswirkun-
gen im voraus in Betracht ziehen und
den umweltgerechten Varianten den
Vorzug geben.
Mit Ressourcen (Rohstoffe, Energie,
Wasser) gehen wir sparsam um. Um-
weltbelastungen wie Abluft, Lärm,
Abfälle und Abwasser reduzieren
wir auf ein wirtschaftlich vertretbares
Mindestmaß. Der Senkung des Mate-
rialeinsatzes und der Wiederverwer-
tung von Materialien geben wir den
Vorrang vor der Entsorgung.
Von unseren Lieferanten/innen und
Dienstleistenden erwarten wir das
Einhalten der gleichen Umweltmaß-
stäbe, wie wir sie für uns gesetzt ha-
ben. Wir wirken auf unsere Geschäfts-
partner/innen ein, um eine ökologi-
sche Verbesserung der von ihnen be-
zogenen Waren und Dienstleistungen
zu erreichen. Wir bevorzugen soweit
wie glich Lieferanten/innen, die
nach EG-Öko-Auditverordnung oder
ISO (International Standard Orga-
nization) 14001 zertifiziert sind.
Gesetzliche Vorgaben und behörd-
liche Auflagen zum Umweltschutz
sehen wir als einzuhaltende Mindest-
standards an, die nach Möglichkeit
überboten werden sollen. Nicht ge-
setzlich Geregeltes wird in eigener
Verantwortung ausgefüllt. Regelmäßi-
ge Öko-Audits gewährleisten, dass
wir künftig die Vorgaben, Auflagen
und universitätsinternen Anordnun-
gen zum Umweltschutz einhalten.
Unsere Universität führt einen offe-
nen Dialog und betreibt gezielte Öf-
fentlichkeitsarbeit. Damit ist gewähr-
leistet, dass die Umsetzung der hoch-
schulinternen Umweltpolitik öffent-
lich transparent und bewertbar wird.
Umweltbericht 1999–2001
5
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2Dienstleistung Forschung, Lehre und Weiterbildung
2.1
Überblick,
Zentrale Aktivitäten
Die Beschäftigung mit umweltrelevanten
Fragestellungen gehört zum Aufgabenspek-
trum vieler Fachgebiete der TU Berlin be-
sonders in den Ingenieur- und Naturwis-
senschaften. Dabei stehen über die Erfas-
sung und Analyse von Umweltproblemen
hinaus Beiträge zur Verhütung und Behe-
bung von Umweltschäden sowie konkrete
Lösungsansätze im Vordergrund. Da die
Ausprägungen der einzelnen Fachgebiete
im Hinblick auf ihre Aufgaben in Lehre
und Forschung an der TU Berlin sehr viel-
fältig sind, ist das Spektrum der Aktivitä-
ten an der TU Berlin im Bereich der Um-
weltforschung in seiner Gesamtheit be-
trachtet unvermeidlich weit gestreut und
sehr heterogen. Jedoch liegt gerade in die-
ser fachlichen Breite auch eine große Chan-
ce für die rderung der Umweltfor-
schung. Durch sie ist ein wertvolles Netz-
werk entstanden, das Verbindungen bilate-
raler Art innerhalb der Hochschule, aber
auch über ihre Grenzen hinaus ermöglicht.
So existiert eine Vielzahl von interdiszipli-
nären Projekten, die über die Fakultäts-
grenzen hinausgehen.
Instrumentarien zur infrastrukturellen r-
derung der Umweltforschung existieren an
der TU Berlin schon längere Zeit. Die Um-
setzung der in den Umweltleitlinien der
TU Berlin benannten Selbstverpflichtung
zur rderung der nachhaltigen Entwick-
lung erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen
und mit vielfältigen Instrumenten. Die
Leitlinien betonen insbesondere die Multi-
plikatorenfunktion, die besondere Verant-
wortung der Wissenschaft und die Interdis-
ziplinarität. Um hier noch effektiver zu
wirken, hat die TU Berlin institutionelle
Maßnahmen getroffen: r praxisbezogene
Kooperationen über Projekte, Expertisen,
Veranstaltungen und Weiterbildung, den
Austausch von Forschungsergebnissen zwi-
schen Hochschule, Gesellschaft und Wirt-
schaft und zur Initiierung und Moderation
von Projekten und Diskursen im gesell-
schaftlichen und regionalen Umfeld arbei-
ten zwei auf unterschiedliche Zielgruppen
bezogene Serviceeinrichtungen: Wissen-
stransfer (WTB) und Zentraleinrichtung Ko-
operation (ZEK).
2.1.1 Zentraleinrichtung
Kooperation
Durch die Zentraleinrichtung Kooperation
(ZEK) werden in vier Arbeitsbereichen
ökologische, soziale und wirtschaftliche
Fragestellungen mit unterschiedlicher
Schwerpunktsetzung in Zusammenarbeit
mit TU-Fachgebieten und wichtigen gesell-
schaftlichen Organisationen bearbeitet und
entsprechende Weiterbildungsveranstaltun-
gen organisiert. Im Berichtszeitraum wur-
den neben den ständigen Serviceleistungen
und Weiterbildungsveranstaltungen insge-
samt 21 größere Projekte durchgeführt.
Von diesen behandelten 17 explizit den
Themenkreis Umweltschutz und Nachhal-
tigkeit. Diese Kooperationsvorhaben ha-
ben in der Regel fachübergreifenden und
vernetzenden Charakter; die Projekte wa-
ren meist drittmittelfinanziert.
Die Kooperations- und Beratungsstelle für
Umweltfragen (kubus) bietet Beratung und
Projektentwicklung insbesondere für
Nichtregierungsorganisationen, Ämter und
Betriebe sowie deren Verbände an. Mit der
Studien- und Diplomarbeitsrse Umwelt
werden v. a. Studierende wie auch die An-
bieter von Themen aus Theorie und Praxis
angesprochen. Die Gestaltung des Umwelt-
kataloges für die Internet-Seiten der TU
Berlin richtet sich an einen größeren Kreis
potentieller Nutzer. Als Beispiel für ein
Kooperations-Projekt sei hier das Bran-
chenkonzept zur Umweltentlastung für
Berliner Gärtnereien und Floristen ge-
nannt. Hierbei wurden in ausgewählten Be-
trieben Schadstoffanalysen und Studien
Technische Universität Berlin
6
durch TU-Fachgebiete erstellt. Kubus be-
riet die Antragstellenden, vermittelte die
Fachleute und akquirierte die Fördermittel
beim Berliner Senat (Umweltförderpro-
gramm) und dem Europäischen Regional-
fonds der EU (EFRE).
Die Kooperationsstelle Wissenschaft/Arbeits-
welt (koop) vermittelt Themen, Projekte
und Personen zwischen der TU Berlin und
den Gewerkschaften, Betriebs- und Perso-
nalräten. Eines der zentralen Themen ist
dabei der Umweltschutz, der vom betriebli-
chen Umweltschutz, wie er sich z. B. beim
EU-Öko-Audit darstellt, bis zur Energie-
und Verkehrspolitik reicht, z. B. Probleme
der Kraft-Wärme-Kopplung in der Region
Berlin-Brandenburg. Zu diesen Themenbe-
reichen fanden in den letzten Jahren zahl-
reiche Veranstaltungen, Projekte und Ta-
gungen statt, die sich meistens auch in den
entsprechenden Publikationen widerspie-
geln. Ein größeres Verbundprojekt Öko-
line mit den Gewerkschaften HBV, ÖTV
und DAG jetzt ver.di –, der Hans-Böck-
ler-Stiftung, dem ergo-online-Team, dem
Medienhaus Dortmund und der Kooperati-
onsstelle Wissenschaft/Arbeitswelt der TU
Berlin konzipiert seit knapp zwei Jahren
eine Informations- und Kommunikations-
plattform für Umweltfragen im Internet
(www.oekoline.net) speziell für Gewerk-
schafter, betriebliche Umweltbeauftragte,
Beschäftigte sowie Betriebs- und Personal-
te. Schwerpunktmäßig werden Themen
des betrieblichen Umweltschutzes wie
z. B. das EU-Öko-Audit behandelt, aber
auch Fragen des allgemeinen Klimaschut-
zes sowie des Zusammenhanges zwischen
Umweltpolitik und Arbeitsplätzen werden
zielgruppenspezifisch diskutiert.
Das Berliner Modell: Ausbildung für nachbe-
rufliche Aktivitäten (BANA) ist eine Wei-
terbildung für ältere Mitbürger/innen, die
nicht berufstätig sind oder nach der akti-
ven Familienphase mehr Zeit für sich ha-
ben. Das Besondere bei BANA ist, dass in
speziellen Theorie-Praxis-Projekten die
Anwendung des neuen Wissens schon wäh-
rend des Studium erprobt wird, um hinter-
her in einem gesellschaftlich wichtigen Auf-
gabenfeld aktiv werden zu können. Die
drei BANA-Studienschwerpunkte stehen
explizit unter der Zielsetzung der Nachhal-
tigkeit. Im Studienschwerpunkt Stadtöko-
logie wird beispielsweise seit dem Sommer-
semester 2000 das Projekt Solar-Café für
den Kreuzberger Kinderbauernhof durch-
geführt. Das Solar-Café soll ein Treffpunkt
für die Kiezbewohner werden, der neben ei-
nem Café-Angebot auch die Möglichkeit
zu Informationen über die Nutzung von
Solarenergie im städtischen Umfeld bietet.
BANA-Gasthörer/innen unterstützen die
Anwohner beim Bau des Solar-Cafés. Das
Projekt wurde durchgeführt in Zusammen-
arbeit mit dem Institut für Berufliche Bil-
dung und Arbeitslehre, Fakultät I. Das Pro-
jekt wird finanziell durch das Programm
Micropolis des Europäischen Sozialfonds
(ESF) unterstützt.
Der Bereich Wissenschaftliche und interne
Weiterbildung (WB) setzt u. a. aktuelle
Themen des Umweltschutzes und die Ent-
wicklung nachhaltiger Prozesse in interne
und externe Weiterbildungskonzepte um.
TU-intern besteht für das gesamte beschäf-
tigte Personal die glichkeit, an Umwelt-
schutz-Seminaren teilnehmen. Für die De-
zentralen Umweltschutzbeauftragten wur-
de ein spezielles Weiterbildungskonzept
entwickelt, das sie für ihre unterschiedli-
chen Aufgabenbereiche qualifiziert (siehe
auch Abschnitt 3.2.4 Weiterbildung für Be-
trieblichen Umweltschutz und Arbeitssicher-
heit).
Für die Konzeption wissenschaftlicher Wei-
terbildungsprojekte kann beispielhaft das
ESF-Projekt Entwicklung eines Organisati-
onsmodells und neuer Qualifizierungsstrategi-
en für den Umweltschutz in Einrichtungen
des Gesundheitswesens genannt werden. Ziel
war es, die Verbesserung der allgemeinen
Umweltsituation in Krankenhäusern und
Altenpflegeheimen durch eine zusätzliche
Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter und der Entwicklung neuer Or-
ganisationsformen zu erreichen. Sieben Ber-
liner Gesundheitsbetriebe nahmen teil.
2.1.2 Forschung
Als wichtiges Anreizinstrumentarium zur
Förderung disziplinübergreifender For-
schung sowie innovativer Forschungsansät-
ze verfügt die TU Berlin seit über 15 Jah-
Umweltbericht 1999–2001
7
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ren über zentrale Mittel zur universitätsin-
ternen Forschungsförderung. Diese dient
auch der Förderung der Umweltforschung
und hat wesentlich dazu beigetragen, im
Bereich der Umweltforschung die Drittmit-
teleinwerbung zu verbessern.
Bereits im September 1997 hat der Akade-
mische Senat der TU Berlin die Einrich-
tung eines fakultätsübergreifenden For-
schungsschwerpunktes (FSP) Biotechnolo-
gie-Zentrum beschlossen, der unter ande-
rem auch im Bereich Umweltbiologie Akti-
vitäten entwickelt hat. Die Evaluation die-
ses Forschungschwerpunktes wird zur Zeit
durchgeführt und über eine Weiterführung
wird nach Vorlage der Gutachten entschie-
den.
1999 beschloss der Akademische Senat auf-
grund einer positiven Evaluation die Wei-
terführung des Zentrums für Technik und
Gesellschaft.
Von den vier Themenschwerpunkten Tech-
nik im Alltag, Kommunikation, Mobilitäts-
forschung hat der Schwerpunkt Nachhalti-
ge Entwicklung einen besonderen Umwelt-
bezug. Im Berichtszeitraum ist ein Dut-
zend größerer Projekte neu begonnen wor-
den. Weitere Informationen sind unter
www.ztg.tu-berlin.de abrufbar.
Neu im Berichtszeitraum hinzugekommen
ist der fakultätsübergreifende Forschungs-
schwerpunkt Wasser in Ballungsräumen
(Sprecher: Prof. Jekel), eingerichtet 2000.
Regionalen Bezug hatte die im Zusammen-
hang mit der Teilprivatisierung der Berliner
Wasserbetriebe geplante Gründung eines
Berliner Kompetenz-Zentrums Wasser. Im
Bereich Wasser besteht hier eine besondere
Chance für die TU Berlin, mit ihren wis-
senschaftlichen Kompetenzen, den vor-
handenen Ressourcen und den bereits be-
stehenden nationalen und internationalen
Kooperations-Netzwerken einen wichtigen
Beitrag für das Land Berlin und die Region
zu leisten.
Auf Initiative von Prof. Jekel wurde im Ja-
nuar 2000 eine Arbeitsgruppe zur Vorberei-
tung eines Antrages auf Einrichtung eines
FSP gebildet, an der sich die Wissenschafts-
bereiche Physik, Chemie, Planungswissen-
schaften, Ökologie, Geowissenschaften,
Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaf-
ten beteiligt haben. An der TU Berlin sind
zur Thematik Wasser bereits zahlreiche
Fachdisziplinen in mehreren Fakultäten
mit z. T. erheblichen Forschungsleistungen
vorhanden, die eine gute Ausgangsbasis für
eine im internationalen Kontext sichtbare,
transdisziplinär orientierte Schwerpunktbil-
dung in Forschung und Lehre darstellen.
Ziel des FSP ist die Weiterentwicklung der
fachübergreifenden wissenschaftlichen Be-
arbeitung von Themenkomplexen, in de-
nen die TU Berlin spezifische Kompeten-
zen aufweist. Dabei sollen vor allem metho-
dische Grundlagen erarbeitet werden, um
den Umgang mit Wasser im Sinne einer
nachhaltigeren und zukunftsfähigeren Be-
wirtschaftung zu verändern und die stetig
wachsenden Umweltprobleme urbaner
Räume, die immer auch den Bereich Was-
ser tangieren, sinnvoll und nachhaltig zu -
sen. Ein besonderes Gewicht wird dabei
auch der hohen Bedeutung von Wasserres-
sourcen auf internationaler Ebene, insbe-
sondere in Schwellen- und Entwicklungs-
ländern, und dem besonderen Bedarf an an-
gepassten Lösungen beigemessen werden.
Darüber hinaus besteht eine wichtige Auf-
gabe des FSP in der Bündelung von For-
schungskompetenzen für öffentliche und
privatwirtschaftliche Partner auch zum
Zwecke erhöhter Drittmittel-Einwerbung.
Detaillierte Informationen sind unter
www.fsp-wib.tu-berlin.de zu finden.
Aktuelle Beispiele für interdisziplinäre, fa-
kultätsübergreifende Projekte im Bereich
der Grundlagenforschung sind die folgen-
den von der Deutschen Forschungsgemein-
schaft finanzierten Sonderforschungsbereiche:
Der Sfb 193 Biologische Behandlung in-
dustrieller und gewerblicher Abwässer
(Sprecher: Prof. Wiessmann), eingerich-
tet 1990, dient der Erarbeitung von
Grundlagen für die Entwicklung neuer
Verfahren zur Behandlung von Abwäs-
sern. Ziel der gemeinsamen Forschung
von Biologen, Chemikern und Ingenieu-
ren ist einerseits der Einsatz von kosten-
günstigen biologischen Reinigungsver-
fahren und andererseits die Einsparung
von Wasser.
Technische Universität Berlin
8
Der Sfb 281 Demontagefabriken zur
Rückgewinnung von Ressourcen in Pro-
dukt- und Materialkreisläufen (Sprecher:
Prof. Seliger), eingerichtet 1995, be-
schäftigt sich schwerpunktmäßig mit
der Entwicklung von Technologien zur
sortengerechten Entsorgung und Wie-
derverwendung von Komponenten von
ausgedienten technischen Konsumgerä-
ten, vor allem Haushaltsgroßgeräten.
Im Berichtszeitraum wurde außerdem von
der Deutschen Forschungsgemeinschaft
die Neueinrichtung der Forschergruppe
INTERURBAN Systemverständnis:
Wasser- und Stoffdynamik urbaner Stand-
orte (Sprecher: Prof. Wessolek, Institut
für Ökologie und Biologie), rderung
ab 1.4.2001
an der TU Berlin bewilligt. Das Spektrum
der beteiligten Fachgebiete der TU Berlin
und der Freien Universität Berlin umfasst
die Bodenkunde, Mikrobiologie, Geophy-
sik, Umweltchemie und Abwasserreini-
gung.
Stadtböden besitzen meistens ein ver-
gleichsweise geringes Alter, haben eine gro-
ße Entwicklungsdynamik und sind durch
eine hohe kleinräumige Variabilität gekenn-
zeichnet. Gerade die letzten beiden Punkte
sind bisher nur unzureichend untersucht
worden. Hinzu kommen im Vergleich zu
naturnahen umen größere Venderun-
gen der Umgebungsbedingungen (hoher
Stoffeintrag, z. T. extremer Wasser- und
Wärmehaushalt). Wasser- und Stofftrans-
port, räumliche Variabilität sowie Verände-
rungen im Oberboden sind daher die zen-
tralen Fragestellungen in dieser Forscher-
gruppe. Hauptziel der Forschergruppe ist
es, die Umsetzungsprozesse auf urbanen
Standorten zu charakterisieren und den
Stofftransport zu bestimmen. Dazu sind
die Weiterentwicklung und kombinierte
Anwendung neuer Methoden sowie die
Analyse fachübergreifender Wechselwir-
kungen erforderlich. In der ersten Projekt-
phase sind detaillierte Feld- und Laborun-
tersuchungen aller beteiligten Fachgebiete
auf zwei Intensivflächen geplant. In der
zweiten Projekthälfte sollen die gewonne-
nen Erkenntnisse zur Weiterentwicklung
bestehender numerischer Simulationsmo-
delle genutzt werden, um Prognosen über
Standortentwicklungen und Stoffaustrag
zu erstellen. Die entwickelten Methoden
und Techniken sollen in dieser Phase be-
züglich ihrer Übertragbarkeit auf andere
Standorte überprüft werden (Regionalisie-
rung). Detaillierte Informationen sind un-
ter www.interurban.de abrufbar.
Die Beantragung dieser Forschergruppe
geht auf das im Rahmen der TU-internen
Forschungsförderung finanzierten interdis-
ziplinären Forschungsprojektes Bindung,
Mobilität, Transport und Wirkung organi-
scher und anorganischer Schadstoffe sowie
Abbau von Organika in Rieselfeldökosyste-
men (Sprecher: Prof. M. Renger) zurück.
Das universitätsübergreifende Netzwerk
der Forschung schlägt sich ebenfalls in ei-
ner Vielzahl von Kooperationsvereinbarun-
gen der TU Berlin mit außeruniversitären
Institutionen nieder. Im Umweltsektor
sind dies neben der Freien Universität und
der Humboldt-Universität insbesondere
das Umweltbundesamt,
das Wissenschaftszentrum Berlin sowie
die Biologische Bundesanstalt.
Darüber hinaus existiert eine Reihe von
Forschungskooperationen, die auf der Initia-
tive einzelner Wissenschaftler/innen beru-
hen. Beispielhaft hierfür sind die beiden fol-
genden, im Umweltbereich aktiven An-In-
stitute, mit denen Kooperationsvereinba-
rungen spezieller Art geschlossen wurden:
das Institut für wassergefährdende
Stoffe und
die Arbeitsgruppe Umweltstatistik.
Die Förderung regionaler Forschungsver-
bünde ist Ergebnis einer auch vom Wissen-
schaftsrat immer wieder formulierten For-
derung nach mehr Vernetzung im Bereich
der Umweltforschung. Die TU Berlin ist
derzeit an folgenden Forschungsverbünden
beteiligt:
Interdisziplinärer Forschungsverbund
Angewandte Geosystemanalyse (Spre-
cher: Prof. Klitzsch, TU Berlin), einge-
richtet Anfang 1995, rderung durch
die Senatsverwaltung für Wissenschaft,
Forschung und Kultur, sowie
Umweltbericht 1999–2001
9
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Verkehrssystemtechnik Berlin (Sprecher:
Prof. Ewers, TU Berlin), eingerichtet
Mitte 1997, Förderung durch die Senats-
verwaltung für Wissenschaft, For-
schung und Kultur gemeinsam mit der
Technologiestiftung und der Firma Her-
litz.
Insgesamt ist die TU Berlin mit einem
Drittmittelvolumen von etwa 115 Mio. DM
eine der aktivsten Hochschulen Deutsch-
lands. Bei kritischer Durchsicht der For-
schungsprojekte liegt der Anteil, der auf
die Umweltforschung entfällt, bei inzwi-
schen fast 20 %.
2.1.3 Lehre
Zentrale Aktivitäten im Bereich der Lehre
mit Schwerpunkt Umwelt konzentrieren
sich vor allem auf die seit 1985 auf der
Grundlage des Tutorenprogramms für
fachliche und didaktische Innovation beste-
henden, interdisziplinär und fakultätsüber-
greifend organisierten Projektwerkstätten
für sozial und ökologisch tzliches Denken
und Handeln. Projektwerkstätten sind ein
Beitrag von Studierenden zur Verbesse-
rung der Studiensituation. Sie sollen die
Teilnehmer/innen zu praktischem und in-
novativem Arbeiten befähigen sowie zum
Erwerb einer weitgehend selbstbestimmten
Arbeitshaltung führen. Daher werden kon-
krete Projekte gemeinsam entworfen und
ausgeführt (learning by doing) und in Ziel-
setzung und Arbeitsweise von den Teilneh-
mer/innen gestaltet (selbstbestimmtes Ler-
nen).
Derzeit bescftigen sich die folgenden
Projektwerkstätten schwerpunktmäßig mit
Umweltthematiken:
Wechselwirkung zwischen Natur und
Technik,
Meer(es)-Energie,
Vergessene Technologien der Energiege-
winnung und -nutzung,
Aerostatische Luftreisen im Luftschiff,
Sozial-Umweltmappe,
Luftffisch,
Das Kraftwerk zum Mitnehmen sowie
Wissenstransfer zur Struktur und Profil
der dezentralen Energieversorgung in der
Ukraine und Deutschland.
2.2
Beiträge der Fakultäten
2.2.1 Fakultät I
Geisteswissenschaften
Fragen des Umweltschutzes sind nicht un-
mittelbarer Gegenstand der Forschung und
Lehre in der Fakultät Geisteswissenschaf-
ten. Dennoch ist in vielen Studienfeldern,
Lehrveranstaltungen und Forschungspro-
jekten die Umwelt-Thematik relevant.
Studienfelder
Natur-, Wissenschafts- und Technik-
philosophie/-ethik sowie
Technik (-folgen) und Gesellschaft.
Lehrveranstaltungen
Naturwissenschaft und Menschen-
bild von der Genetik zur Gentech-
nologie,
Naturwissenschaft und Menschen-
bild von der Evolutionstheorie zur
Soziologie,
Wissenschafts- und Technikgeschich-
te im Unterricht,
Naturwissenschaft und Ideologie als
Gegenstand von Allgemeinbildung,
Präsentation des
I-Go: Ein Fahr-
zeug mit Elektro-
Hybridantrieb
entwickelt von
einer Projekt-
werkstatt an der
TU Berlin
Technische Universität Berlin
10
Unterrichtsprinzip Politische Bil-
dung am Beispiel der Umwelterzie-
hung,
Entdeckendes Lernen am Beispiel
der vier Elemente Wasser, Erde, Feu-
er, Luft,
Konsum-Ökologie,
Wohnökologie sowie
Ernährungsökologie.
Forschungsprojekte
Modell des ökologischen Waren-
korbs,
Fair-Trade-Initiativen sowie
Lokale Ökonomie, Exploration und
Evaluierung lokaler Strategien in Kri-
senregionen.
Darüber hinaus werden von der Fakultät
die Projektwerkstätten für sozial und ökolo-
gisch tzliches Denken und Handeln (siehe
auch 2.1.3 Lehre) betreut.
2.2.2 Fakultät II
Mathematik und
Naturwissenschaften
Im Bereich Physik werden umweltrelevante
Themen bei der Vergabe von Studien-, Di-
plom- und Doktorarbeiten besonders be-
cksichtigt und finden bei den Studieren-
den großes Interesse.
Einige Arbeitsgruppen befassen sich mit
dem Nachweis von Schadstoffen in der
Umwelt. Dabei werden vor allem die sehr
empfindlichen Verfahren der Laseranalytik
eingesetzt. In Zukunft sollen Untersuchun-
gen auf dem Gebiet des Nachweises gering-
ster Stoffmengen in gasrmigen, flüssigen
und festen Proben sowie ihre Anwendung
in Industrie, Medizin usw. einen Schwer-
punkt der umweltbezogenen Forschungs-
aktivitäten bilden. Ein weiterer Schwer-
punkt im Lehr- und Forschungsangebot ist
das Thema Photovoltaik, der in enger Ko-
operation mit dem Hahn-Meitner-Institut
betrieben wird.
In der Chemie sind über Forschungsprojek-
te mit den Themen
Immisscible Solvent Displacement
Process for the Recovery of Aque-
ous Acids from Process Effluents,
Prüfung der Restlebensdauer von
Flüssigkristall-Displays sowie
Recycling von Flüssigkristallen
hinaus umweltbezogene Forschungsaktivi-
täten nach Angabe der Fakultät hauptsäch-
lich in den Fachgebieten der Technischen
Chemie zu finden. Dort befasst man sich
mit Themen wie
Mikrobieller Abbau von Schadstof-
fen in der Umwelt, insbesondere von
Chlorkohlenwasserstoffen,
Sanierung kontaminierter Grundwäs-
ser,
Entfernung halogenierter Verbindun-
gen in gewerblichen Abwässern mit-
tels elektrochemischer Dehalogenie-
rung (SfB 193),
Reinigung von Abluft durch Biofilter,
Gasreinigung durch Adsorption,
Rauchgasentstickung,
Rauchgasentschwefelung bzw. Ab-
gasentschwefelung sowie
Produktionsintegrierter Umwelt-
schutz im Rahmen von Umweltma-
nagementsystemen in der chemi-
schen Industrie.
Die vorgenannten Themen sind mehr oder
weniger auch Bestandteil der Lehrveranstal-
tungen des Institutes; außerdem werden
die auftretenden Umweltprobleme in der
chemischen Industrie behandelt. In den
vergangenen Jahren wurden mehrere the-
menrelevante Diplomarbeiten angefertigt.
Anstelle der Wasserstrahlpumpen mit hohem Wasserverbrauch
(links) werden Membranpumpen (rechts) eingesetzt.
Umweltbericht 1999–2001
11
Ökologie des Haushalts Informa-
tionstechnologie,
Advertisement
Aufgrund des großen Interesses der Studie-
renden werden für Seminararbeiten um-
weltschutzrelevante Themen im Rahmen
des Seminars Technisch-chemische Prozesse
an Beispielen vergeben.
2.2.3 Fakultät III
Prozesswissenschaften
In Zusammenarbeit mit anderen auch au-
ßeruniversitären Einrichtungen und indu-
striellen Kooperationspartnern ist in dieser
Fakultät ein breit gefächertes Spektrum
von grundlagenorientierten und angewand-
ten Forschungsvorhaben mit starker Aus-
richtung auf Themen des Umweltschutzes
vorhanden. Die Fakultät ist federführend
bei zwei entsprechenden Sonderfor-
schungsbereichen (SfB 193 und SfB 339).
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einsatz
des Computers bei der sung verfahrens-
technischer und energietechnischer Proble-
me. Die Vorteile solcher rechnergestützten
Simulationen liegen vor allem darin, dass
die relevanten Einflussgrößen meist billi-
ger, schneller und gefahrloser untersucht
werden können. Ein Anwendungsbeispiel
ist die Entwicklung eines Schulungssimula-
tors für die Mitarbeiter/innen der Klär-
schlammverbrennungsanlage der Berliner
Wasserbetriebe.
Im Bereich der Werkstoffwissenschaften un-
tersuchen Polymerphysiker das Verhältnis
zwischen makroskopischen Eigenschaften
und dem mikroskopischen Aufbau polyme-
rer Materialien, um zielgerichtet die Her-
stellungsprozesse und die Kunststoffend-
produkte zu optimieren. Die Wissenschaft-
ler/innen der Polymertechnik forschen an
der Wieder- bzw. Neuherstellung von Ge-
genständen aus recycelten Kunststoffen.
Ein Forschungs- und Lehrgebiet besonde-
rer Art ist die Bionik und Evolutionstech-
nik. In Langzeitexperimenten, die die Evo-
lution nachvollziehen, sollen biologienahe
Lösungen entwickelt werden, die Umwelt-
verträglichkeit garantieren. In der Lehre
wird den Studierenden zugleich biologi-
sches und technisches Wissen vermittelt.
Das Fachgebiet Technische Akustik betreibt
ein Schlaflabor, in dem der ständige Ein-
fluss von Verkehrsgeräuschen, insbesonde-
re von Fluglärm, auf den Nachtschlaf un-
tersucht wird. Aktuell sind diese Forschun-
gen im Zusammenhang mit dem geplanten
Flughafenbau Berlin/Brandenburg. Es be-
fasst sich natürlich traditionsgemäß im
Rahmen der Geräuschminderung und
rmwirkungsforschung mit der Verbesse-
rung der Lebensqualität und Umwelt.
Beispielhaft sind genannt:
Einsatz der Antischalltechnik zur Er-
höhung der Schalldämmung von Fen-
stern,
Entwicklung spezieller technischer
Aufsätze für Lärmschutzwände mit
besserer Abschirmwirkung sowie
Interdisziplinäre Machbarkeitsstudie
über nachhaltige Senkung von ver-
kehrsindizierten Emissionen durch
Naturierung von Stadträumen.
Die Umweltleitlinien der TU Berlin sind
der Handlungsrahmen für die ständige In-
tegration des Umweltschutzes in den Insti-
tutsalltag.
Am Institut r Verfahrenstechnik wird ge-
meinsam mit einer Berliner Firma ein Ver-
fahren zur biologischen Behandlung von
Bodenverunreinigungen entwickelt. Zur
Zeit werden auch zahlreiche Forschungs-
projekte aus dem Gebiet des Umweltschut-
zes betrieben. Das Fachgebiet Verfahrens-
technik befasst sich mit der Entwicklung
effektiver Verfahren zur Behandlung indu-
strieller, uslicher und kommunaler Ab-
wässer mittels neuartiger Membranbioreak-
toren. Gezielt wird auf eine höhere hygieni-
sche Qualität des behandelten Abwassers,
niedrigere Ablaufkonzentrationen z. B.
von Nitrat und Phosphat sowie einen gerin-
geren Anfall von Klärschlamm. Die For-
schungsaktivitäten finden in enger Koope-
ration mit Anlagenherstellern, Anlagenbe-
treibern, Membranentwicklern sowie dem
Umweltbundesamt statt. Im Fachgebiet
Aufbereitung von Roh- und Reststoffen
werden folgende Forschungsprojekte bear-
beitet:
Entwicklung eines In-Situ-Reaktiv-
filters zur Altlastensanierung,
Untersuchungen zum Recycling von
Prozesswässern bei der Aufbereitung
mineralischer Rohstoffe und
Technische Universität Berlin
12
Gewinnung von Sekundärbrennstof-
fen aus festen Abfällen.
Das Studienangebot im 1976 erstmals in
Deutschland eingerichteten Studiengang
Technischer Umweltschutz wurde vor kur-
zem um die Bodenkunde und den Boden-
schutz ergänzt, so dass nunmehr die The-
menbereiche Luft, Wasser, Boden und Ab-
fall abgehandelt werden. Neben den grund-
ständigen Lehrveranstaltungen, in denen
naturgemäß der Umweltschutz und die re-
levanten Forschungsergebnisse ausführlich
berücksichtigt werden, behandeln auch die
Studienprojekte Themenstellungen unter
umweltrelevanten Gesichtspunkten. Bei-
spielhaft sind hier das Energieseminar und
das Planspiel Einführung in die Abfallwirt-
schaft zu nennen. Das studentische Projekt
Ganzheitlicher Umweltschutz verfolgt das
Ziel, über die vielfach dominierenden, nach-
sorgenden und technikzentrierten Konzep-
te des Umweltschutzes hinaus, die sozia-
len, kulturellen, rechtlichen, ökonomi-
schen und politischen Bedingungen der
Umweltzerstörung in die Betrachtung mit
einzubeziehen.
Der Bereich Lebensmittelwissenschaft und
Biotechnologie bearbeitet vor allem im Rah-
men der Lebensmittelwissenschaften Frage-
stellungen mit engen Bezügen zur Umwelt,
z. B.
Analytik von Kontaminanten und an-
deren Rückständen in Lebensmit-
teln, Trink- und Grundwässern,
Biogene organische Abfälle, thermo-
phile Methanisierung und Optimie-
rung des Energieverbrauchs in der
Rohrzuckerindustrie,
Entwicklung eines abwasserlosen Io-
nenaustauschverfahrens für die Ent-
färbung von technischen Saccharo-
selösungen,
Methoden zur Verarbeitung von
Rückbrot,
Methoden zur Gewinnung von Wert-
stoffen aus Reststoffen, z. B. von
Zellwand- und Ballaststoffpparaten
aus Obst- und Gemüsetrestern sowie
Entwicklung von abfallfreien Lebens-
mittelverarbeitungsprozessen (z. B.
Hochdruck, Ultraschall, Hochspan-
nungsimpulse).
In den Lehrveranstaltungen der Fakultät,
insbesondere in denen des Instituts für Le-
bensmittelchemie werden ökologische Fra-
gestellungen angesprochen bzw. relevante
Methoden vermittelt, so dass eine Vielzahl
der Absolventen und Absolventinnen in
Umweltschutzlaboratorien und anderen
entsprechenden Einrichtungen Arbeit fin-
det.
In den Lehrveranstaltungen des Instituts
für Lebensmitteltechnologie werden die Prin-
zipien der rückstandsfreien bzw. ck-
standsarmen und umweltschonenden Ver-
arbeitung landwirtschaftlicher Rohware zu
Lebensmitteln behandelt und die Absolven-
tinnen und Absolventen somit befähigt, un-
ter Beachtung ökologischer Prinzipien in-
novative Lebensmittel herzustellen.
Das Fachgebiet Prozesstechnische Grundla-
gen der Lebensmitteltechnologie untersucht
im Auftrag von zwei Unternehmen der
deutschen Zuckerindustrie verfahrenstech-
nische Möglichkeiten zur stärkeren Unter-
schreitung der Grenzwerte der bei der
Trocknung extrahierter Zuckerben-
schnitzel entstehenden Emissionen.
2.2.4 Fakultät IV
Elektrotechnik
und Informatik
Umweltrelevante Forschungsvorhaben der
Fakultät im Bereich Elektrotechnik finden
sich vor allem auf den Gebieten Regenerati-
ve Energien, Energiespeicher und Energie-
wandlung. Einzelne Vorhaben sind:
Datensammlung über Windenergien,
Erfassung von Solardaten für photo-
voltaische Energiesysteme,
Simulationen von photovoltaischen
Systemen und von Windkraftanlagen
in Energieversorgungsnetzen,
Schattentolerante Photovoltaik-
Module,
Hybridsysteme für Entwicklungslän-
der,
Nickel-Metall-Hydrid-Speicher,
Untersuchung der Einsatzfähigkeit
von Elektrofahrdern,
Umweltbericht 1999–2001
13
Advertisement
Batteriemanagementuntersuchungen
für den Einsatz in Elektrofahrzeugen,
Ozonproblematik und Gesundheit
sowie
Tageslichtfassaden und Tageslicht-
lenksysteme.
Auch das Lehrangebot enthält eine Reihe
von Veranstaltungen bzw. Themen mit
Umweltbezug:
Elektrofahrzeuge Batterie und An-
triebe,
Solarstrahlung: Grundlagen und Wir-
kungen,
Analyse von photovoltaischen Syste-
men und Energiespeichern,
Analyse von photovoltaischen Syste-
men mit elektromechanischen Ener-
giewandlern,
Stromerzeugung aus Windkraftanla-
gen,
Wirkungsgradverbesserung von Ma-
schinen und Stromrichtern,
Neue Technologien in der Energie-
wandlung, Energiespeicher,
Solarthermische Systeme für Archi-
tekten und Bauingenieure sowie
Beleuchtungstechnik für Architek-
ten.
Im Rahmen der Projektübungen im Ver-
suchsfeld für Elektrische Maschinen haben
die Studierenden Gelegenheit, neuartige
Komponenten und Teilsysteme innerhalb
der genannten Bereiche zu bauen und zu er-
proben. Das Weiterbildungsprogramm
Energieberatung/Umweltmanagement be-
handelt alternative Energiesysteme, Um-
weltschutz und Energiewandler, Ver-
brauchsverhalten und Energiesparmarke-
ting.
Der Bereich der Informatik bietet regelmä-
ßig als Service für alle Studiengänge an der
Technischen Universität folgende Lehrver-
anstaltungen an:
Umweltdaten-Erhebungen und
Visualisierung von Umweltdaten.
Für Studierende im Studiengang Informa-
tik wird das Nebenfach Umweltinformati-
onsmanagement angeboten. In mehreren
Lehrveranstaltungen des Informatik-
Hauptstudiums werden Fragen der Erhe-
bung und Verarbeitung von Umweltdaten
behandelt.
Im Bereich der Forschung ist ein Schwer-
punkt die Kooperation mit der Arbeits-
gruppe Umweltstatistik (Argus e. V.). Die
Kooperation vollzieht sich in der gemeinsa-
men Betreuung von Studien- und Diplom-
arbeiten und gemeinsamen Drittmittelpro-
jekten.
2.2.5 Fakultät V
Verkehrs- und
Maschinensysteme
Im Mittelpunkt der Arbeit vieler Institute
der Fakultät steht weniger das Maximum
des technisch Möglichen zu erzielen, als
vielmehr das Optimum unter Einbezie-
hung von Fragen der Umwelt, der Bedürf-
nisse der Menschen und der Anforderun-
gen der Wirtschaft. Beispielhaft dafür ist
die Beteiligung einer Vielzahl seiner Wis-
senschaftler/innen an dem interdisziplinä-
ren TU-Forschungsschwerpunkt Zentrum
Mensch-Maschine-Systeme. Folgende weite-
ren Forschungsthemen mit Umweltrele-
vanz werden in der Fakultät behandelt:
Umweltwirkung von Flugantrieben
und von Lärmschutzmaßnahmen,
Konfigurationsoptimierung von Ver-
kehrsflugzeugen hinsichtlich Be-
triebskosten und Schadstoffauswir-
kungen,
Methoden zur Bewertung der Schad-
stoffemission ziviler Flugzeuge im
Nahbereich von Flugplätzen,
Heißwasserrakete Aquarius,
Bekämpfung von Öl- und Chemikali-
enverschmutzungen auf dem Wasser
sowie im Ufer-, Watt- und Strandbe-
reich,
Untersuchung alternativer Antriebs-
systeme, Elektroautos,
Nutzung alternativer Energien,
Windkraftanlagen,
Recyclingfähigkeit von Automobilen,
Maßnahmen zur Minderung des
Kraftstoffverbrauchs, der Schadstoff-
emission (z. B. Rußfilter für Diesel-
fahrzeuge) und der Lärmvermeidung,
Verkehrsminimierende Siedlungs-
strukturen, Ballungsraumverkehr,
Technische Universität Berlin
14
Reduzierung des Energieverbrauchs
bei Zugfahrten,
Ökobilanz bei Schienenfahrzeugen
sowie
Optimierung von mpfungs- und
Lärmschutzmaßnahmen bei Rad und
Schiene.
Die Ergebnisse und Fragestellungen der
vorrangig anwendungsbezogenen For-
schung in der Fakultät finden ihren Nieder-
schlag in der Lehre und umweltrelevante
Themen sind damit in die Lehrveranstaltun-
gen einbezogen. Besonders ausgewiesene
Lehrveranstaltungen sind:
Einführung in das Verkehrswesen,
Verkehrsplanungstheorie,
Verkehrsmaßnahmen und -auswir-
kungen,
Lärm- und Abgasemissionen von
Flugantrieben,
Flughafenplanung,
Luftverkehrsbetrieb,
Grundlagen der Kraftfahrzeugtech-
nik,
Alternative Energien und Antriebe
von Luftfahrzeugen,
„Bike and Ride“,
CO2-Reduzierung bei wachsendem
Transportbedarf,
Verkehrskonzept TU Berlin,
Alternative Antriebstechnologie für
spurgebundenen Verkehr,
Neuartige Bahnsysteme,
Umwelt- und Energieaspekte im Ei-
senbahnwesen,
Windkraftanlagen,
Umweltverträglichkeitsprüfung für
Verkehrskonzepte,
Entwurf von Anlagen des Strenver-
kehrs,
Straßenerhaltung,
Offshore-Technik, Maritime Tech-
nik sowie
Seeverkehr, Multimodaler Verkehr,
Binnenschifffahrt.
Darüber hinaus konzentrieren sich die Ak-
tivitäten der Fakultät in umweltrelevanter
Forschung und Lehre vor allem auf die
Themenfelder Entwicklung emissionsar-
mer Fahrzeugantriebe, Anwendung um-
weltfreundlicher Werkstoffe, Verringerung
der Umweltbelastung durch den Produk-
tionsprozess, ckgewinnung von Res-
sourcen in Produkt- und Materialkreisläu-
fen, Abfallvermeidung, -verminderung und
-verwertung, Nutzungsverlängerung und
Nutzungsintensivierung. Folgende Aus-
wahl einzelner Themen soll dies belegen:
Recyclinggerechte Konstruktion,
Kreiselpumpen in Rauchgasent-
schwefelungsanlagen,
Wind- und Solarpumpen,
Abwasserreinigung mit Kavitation,
Injektorbelüftung,
Dynamisches Motorenmanagement,
Dynamische Prozessoptimierung,
Alternative Kraftstoffe,
Partikelmessung bei Fahrzeug-Die-
selmotoren,
Entwicklung geräuschfreier Brems-
systeme in der Verkehrstechnik,
Umweltfreundliche Demontage von
Klebverbindungen durch Ultraschall-,
rme- und Wasserstrahl,
Substitution chemischer Klebflächen-
vorbehandlung durch umweltfreund-
liche Plasma- und Coronatechnik,
Korrosions- und verschleißbeständi-
ge Beschichtung von Maschinen-
und Apparateteilen,
Untersuchungen zur Verlängerung
der Standzeiten von Maschinenkom-
ponenten, Werkzeugen und Ferti-
gungshilfsmitteln,
Qualifizierung neuer Fertigungsver-
fahren, die perspektivisch umweltbe-
lastende Verfahren ersetzen werden,
Untersuchungen zur Dreh-, Fräs-
und Schleifbearbeitung metallischer
Werkstoffe ohne Kühlschmiermittel,
die derzeit als Sondermüll entsorgt
werden müssen,
Arbeiten zur technologischen Pro-
zessauslegung bei der Verwendung
von biologisch abbaubaren Kühl-
schmiermitteln,
Erarbeitung konstruktiver Lösungen
für den Einsatz von Leichtbauwerk-
stoffen, wie faserverstärkten Kunst-
stoffen,
Umweltbericht 1999–2001
15
Advertisement
Konstruktion und Fertigung von
thermischen Solarkollektoren sowie
Reduzierung von Siedlungsabfällen
in Berlin.
Aus der Entwicklung einer völlig neuen
Kollektorbauweise unter Nutzung ökologi-
scher Werkstoffe ging eine Firmengrün-
dung hervor.
Da der Umweltschutzaspekt immer stärker
an Bedeutung gewinnt, ist die Umsetzung
der Forschungsergebnisse in Lehrinhalte
von besonderer Wichtigkeit. Hervorzuhe-
ben ist, dass die Studierenden im Rahmen
von Konstruktiven Übungen sowie von
Studien- und Diplomarbeiten teilweise di-
rekt in die oben beschriebenen Arbeiten
einbezogen werden und auf diese Weise Zu-
gang zur Entwicklung umweltgerechter
Produkte und Technologien erhalten. Dar-
über hinaus sind Inhalte des Umweltschut-
zes in den Lehrveranstaltungen im Zusam-
menhang mit dem Arbeitsschutz systema-
tisch integriert.
2.2.6 Fakultät VI
Bauingenieurwesen und
Angewandte Geowissen-
schaften
Für umweltbezogene Forschung und Lehre
im Bauingenieurwesen wurden folgende
Themenbereiche benannt:
Bauwerkerhaltung,
Umweltschonende Injektionsverfah-
ren zur Abdichtung in den,
Ausbreitung von Kontaminationen
in den,
Verhalten von Deponieabdichtungs-
materialien,
Erkundung und Gefährdungsabschät-
zung von Altlasten,
Sanierungs- und Sicherungsmetho-
den von kontaminierten Standorten
sowie
Deponiebau.
Mit dem noch relativ neuen, in Deutsch-
land bisher einzigartigen Studiengang
Geoingenieurwissenschaften und Angewand-
te Geowissenschaften wird das Ziel verfolgt,
die Studierenden zu Arbeiten an Aufgaben
zu befähigen, wie sie in den Bereichen Um-
welt, Rohstoff- und Energiegewinnung ein-
schließlich der Wasserversorgung, der Ma-
terialentwicklung sowie der Entsorgung
von Abfall- und Reststoffen und der Sanie-
rung von Altlasten anstehen. Die Absol-
vent/inn/en sollen vor allem bei der Nut-
zung, dem Schutz und der Sanierung des
oberflächennahen Untergrundes durch ihre
untersuchende, beratende und planerische
Tätigkeit sicherstellen, dass Sicherheit,
Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlich-
keit optimal erfüllt werden. Die umweltbe-
zogenen Forschungsansätze konzentrieren
sich vor allem auf Probleme bei der Roh-
stoff- und Energiegewinnung sowie die um-
weltschonende Nutzung dieser Ressour-
cen. Spezifische Zielsetzungen sind unter
anderem die Minimierung der Umweltbe-
einträchtigung bei der Rohstoffgewinnung
durch Reduzierung der Flächeninanspruch-
nahme und optimierte Rohstoffnutzungs-
konzepte, die Erfassung und Begrenzung
der Schadstoffbelastung von Hydro- und
Atmosphäre sowie die verstärkte Nutzung
bisher eher vernachlässigter Energieres-
sourcen, wie z. B. der geothermischen
Energie. Im einzelnen sind folgende um-
weltrelevante Themenschwerpunkte in For-
schung und Lehre zu nennen:
Bestimmung anthropogener Schad-
stoffbelastungen des Bodens und des
Grundwassers,
Grundwasserreinhaltung, Grundwas-
serschutzmaßnahmen,
Reststoffinertisierung, Reststoffver-
wertung,
Voruntersuchung und Bewertung
von Deponiestandorten, Deponie-
technik,
Erkundung, Überwachung sowie Sa-
nierung/Renaturierung/Rekultivie-
rung von Altlastenflächen,
Geo-Systemanalyse neu zu erschlie-
ßender oder gescdigter Regionen,
Nutzungsfolgen für Oberflächenwas-
ser, Böden und Landschaftsentwick-
lung,
Erschließung großräumiger Grund-
wasserreservoire z. B. in Entwick-
lungsländern sowie in der Beurtei-
lung von Folgen der Rohstoffer-
schließung,
Nutzung geothermischer Energie,
Technische Universität Berlin
16
Untersuchungen zur umwelt- und
ressourcenschonenden Gewinnung
von mineralischen Rohstoffen sowie
Umweltbezogene geochemische Ana-
lytik und Radiometrie.
Geodät/inn/en stellen traditionell den
Raumbezug für die Dokumentation ver-
schiedenartigster Informationen her. Gera-
de im Umweltbereich haben alle erfassten
Informationen einen starken umlichen
Bezug. Diese umliche Anordnung von
Daten, z. B. die Verteilung von Luftgüte-
Messstationen im Untersuchungsgebiet,
bildet die Grundlage für eine repräsentative
und aussagekftige Analyse umweltrele-
vanter Aspekte.
Mit den Methoden der Fernerkundung ge-
lingt es, zeitlich dicht aufeinanderfolgende
Umweltbeobachtungen zur permanenten
Überwachung bestimmter Parameter bzw.
zur Registrierung von Venderungen her-
anzuziehen. Dabei nnen gre Gebiete
unter Zuhilfenahme von satellitengestütz-
ten Sensoren mit hoher Bodenauflösung
beobachtet werden.
Im Rahmen der Lehre sind es insbesondere
die Lehrveranstaltungen Photogrammetrie,
Neuordnung des ländlichen Raumes und
Geo-Informationssysteme, die den Themen-
bereich Umweltschutz berühren.
2.2.7 Fakultät VII
Architektur Umwelt
Gesellschaft
In der Fakultät sind die umweltrelevanten
Studiengänge Landschaftsplanung, Stadt-
und Regionalplanung und Architektur ange-
siedelt. In den Lehrveranstaltungen aller
Studiengänge, insbesondere in den Studien-
projekten, werden Fragen des Umwelt-
schutzes behandelt. Die Bandbreite geht
von einer ökologischen Außenpolitik über
alle Bereiche der Planung bis hin zum Ver-
halten und Wirkungen von Schadstoffen in
Böden und im Wasser. Die Lehrangebote
der Politikwissenschaften bzw. der Sozial-
kunde betreffen nationale und internationa-
le Umweltpolitik mit Themen wie Rahmen-
bedingungen, Instrumente und Implemen-
tation der nationalen Umweltpolitik, inter-
nationale Abkommen zum Umweltschutz
(z. B. Klimaschutz) sowie ökologische Au-
ßenpolitik; das Wahlpflichtfach Umwelt-
und Technikpsychologie in der Psycholo-
gie behandelt zum Teil auch psychologi-
sche Fragen des Umweltschutzes, wie
grundlegende psychische Prozesse in Inter-
aktion mit Umwelt und Technik, Anwen-
dungsbereiche und spezielle Probleme der
Umwelt- und Technikpsychologie.
Als Aktivitäten in Forschung und Lehre
mit Umweltbezug sei folgende Auswahl an-
gegeben:
Ökologische Stadtplanung,
Lokale Agenda 21,
Großschutzgebiete und Regionalent-
wicklung,
Gesellschaftliche Rahmenbedingun-
gen der Umweltkrise und des Um-
weltbewusstseins,
Ökonomische Instrumente im Um-
weltschutz,
Umweltpolitik bei nachholender In-
dustrialisierung,
Umweltverträglichkeitsprüfungen,
Landeignungsbewertung und Land-
nutzungsplanung,
Umweltschutz im ländlichen Raum,
Beobachtung von Waldschäden,
Waldschadenerfassung,
Konversion, Rekultivierung, Renatu-
rierung,
Erarbeitung von Schutzkonzepten
für Auenlandschaften,
Anbau nachwachsender Rohstoffe,
Nachhaltige Nutzung von Waldöko-
systemen,
Kombinationswirkung von Schad-
stoffen,
Ökotoxikologische Testverfahren
für die Bodenbewertung,
Bodenschutz in Planungs- und Ge-
nehmigungsverfahren,
Berücksichtigung der Belange von
Naturschutz und Landschaftspflege
in der Bauleitplanung,
Strategien zur Bekämpfung der Bo-
denerosion und der Übersalzung in
den Trockengebieten der Erde,
Bodengefährdungen durch Schad-
stoffbelastung,
Stoffeinträge ins Grundwasser,
Umweltbericht 1999–2001
17
Advertisement
Energie- und Stoffkreisläufe in der
Weidenwirtschaft- und Tierprodukti-
on,
Versalzung durch Bewässerungsland-
wirtschaft,
Klimafolgeabschätzung, Klimaände-
rung, Klimaschutz,
Wirkungen des globalen Treibhausef-
fektes,
Fernerkundungsmethoden, Satelli-
tendaten zur Umwelt- und Vegetati-
onsbeobachtung,
Ökosystemforschung,
Artenschutz sowie
Problematik der Freisetzung gen-
technisch veränderter Organismen.
Die Fakultät dokumentiert ihre Ergebnisse
in Lehre und Forschung unter anderem in
seinen Schriftenreihen Landschaftsentwick-
lung und Umweltforschung und in den Pu-
blikationsreihen Arbeitshefte, Diskussions-
beiträge und Studienprojekte sowie in Dis-
sertationen.
In der Lehre der Architektur werden Um-
weltbelange hauptsächlich in den Entwurfs-
fachgebieten berücksichtigt, wobei die fol-
genden Themenschwerpunkte einfließen:
Energie,
Stadt- und Kleinklima,
Stadt- und Bauökologie,
Baustoffe,
Wasser,
Freiraum- und Stadtvegetation,
Bodenschutz sowie
Abfall.
Als Forschungsschwerpunkte mit Umwelt-
bezug sind zu nennen:
Energie,
Stadt- und Kleinklima,
Stadtvegetation, Hof- und Dachbe-
grünung,
Siedlungkologie unter Berücksich-
tigung außereuropäischer Kulturen,
Baustoffe/Bauökologie,
Umweltverträglichkeitspfung in
der Objektplanung,
Kulturhistorische Landschaftsele-
mente,
Neue Konzepte der Landschaftspla-
nung, insbesondere in besiedelten
Räumen,
Revitalisierung von Stadtbrachen,
Sanierung und Wohnumfeldverbesse-
rung von Großsiedlungen in Platten-
bauweise,
Arbeitshilfen zur Anwendung um-
weltrelevanter Bau- und Planungs-
rechtsvorschriften,
Entwicklung von stadtökonomi-
schen Standards und ihre Integration
in das Städtebaurecht sowie
Rechtstatsachenforschung zur An-
wendungspraxis umweltrelevanter
städtebaulicher Regelungen.
2.2.8 Fakultät VIII
Wirtschaft
und Management
An der Fakultät werden Umweltbelange
auf volks- und betriebswirtschaftlicher Ebe-
ne vor allem von dem Fachgebiet Wirt-
schaftspolitik und Umweltökonomie be-
cksichtigt. Die Schwerpunkte in For-
schung und Lehre liegen auf folgenden Ge-
bieten:
Umweltökonomische Ansätze der
Grundversorgung,
Regionale und internationale Um-
weltpolitik,
Indikatoren der Umwelt- und Le-
bensqualität,
Gesundheits- und Umweltfor-
schung/Public Health (Gesundheits-
wissenschaften) sowie
Analyse ökologischer Regelungen
und Regelungsbedarfe im For-
schungsverbund Public Health.
Darüber hinaus sensibilisieren die Lehrver-
anstaltungen Entsorgungslogistik-Technolo-
gien und Entsorgungslogistik-Management
für den Umweltschutz aus logistischer
Sicht. Weiterhin hat die Fakultät die Wei-
terführung des Studienreformprojektes
Ökologische Aspekte der Betriebswirtschafts-
lehre betreut, sie bietet Lehrveranstaltun-
gen zum Umweltrecht sowie eine Veranstal-
tungsreihe zum Themenschwerpunkt Kli-
mavenderungen und Umweltmanagement
an.
Technische Universität Berlin
18
Advertisement
3Betrieb Technische Universität Berlin
3.1
Betriebliche Umwelt-
ziele und Ausblick
Zur Entwicklung von nachhaltigen Um-
weltschutzmaßnahmen im betrieblichen
Ablauf der TU Berlin wurden im Umwelt-
bericht 1998 folgende Ziele genannt:
Durchführung eines Ökoaudits,
weitere Verringerung des Energie- und
Wasserverbrauchs,
Verbesserung der Abfallerfassung und
-trennung sowie
Verringerung des motorisierten Indivi-
dualverkehrs für Mitglieder und Besu-
cher der TU Berlin.
Die aufgrund dieser Zielvorgaben im Be-
richtszeitraum von 1999 bis 2001 durchge-
führten bzw. eingeleiteten Maßnahmen
sind in den einzelnen Abschnitten aufge-
führt.
In den nächsten Jahren wird insbesondere
der Ausbau eines integrierten Management-
systems mit Umwelt-, Arbeits- und Ge-
sundheitsschutzmaßnahmen verfolgt wer-
den.
Dazu beschloss die TU-Leitung, ausge-
hend von der Umweltleitlinie Ziffer 5
Wir setzen den Umweltschutz an unserer
Universität ressortübergreifend um, so dass
sowohl Verwaltung als auch Fakultäten in
Umweltschutzangelegenheiten ihre Verant-
wortung wahrnehmen und kooperieren
eine neue Organisationsstruktur für die
Aufgaben im Umwelt-, Arbeits- und Ge-
sundheitsschutz.
Gegenwärtig werden in einem Projekt mit
der Hochschul-Informationssystem
GmbH (HIS) die zentral erbrachten
Dienstleistungen im Umwelt- und Arbeits-
schutz unter dem Aspekt der Effizienz für
Fakultäten und zentrale Verwaltung er-
fasst, überprüft und optimiert.
3.2
Arbeits- und Umwelt-
schutzmanagement-
system
Die Organisation des betrieblichen Um-
weltschutzes wurde im Berichtszeitraum
weiterentwickelt. Die 1995 erfolgte Zusam-
menlegung der Stabsaufgaben Technische Si-
cherheit sowie Strahlenschutz, Gesundheits-
schutz, Vorbeugender Brandschutz und Um-
weltschutz zum Stabsbereich Sicherheitstech-
nische Dienste und Umweltschutz (SDU)
hat sich bewährt. Die Konzentration der Be-
ratungs- und Kontrollaufgaben erbrachte
eine Qualitätsverbesserung und führte ins-
besondere zum Abbau von Doppelregelun-
gen. Mit der Neugliederung der Universität
in Fakultäten wurde die Organisations-
struktur im Arbeits- und Umweltschutz an-
gepasst und optimiert eine schematische
Übersicht zeigt Grafik 1. Dabei wurde der
Aufbau eines integrierten Managementsys-
tems fortgesetzt.
3.2.1 Pilotprojekt Ökoaudit
und Konsequenzen
Mit dem Ökoaudit sollte im Rahmen der
Neugliederung der TU Berlin und der Ver-
waltungsreform das eigenverantwortliche
Handeln gestärkt und die Schwachstellen
im Umweltschutz aufgezeigt werden.
1998 wurde eine interdisziplinäre Projekt-
gruppe eingesetzt und am Max-Volmer-Insti-
tut r Physikalische und Biophysikalische
Chemie als Pilotprojekt mit dem ersten
Schritt eines Ökoaudits und der ersten Um-
weltprüfung begonnen. Mit dem Pilotpro-
jekt sollten die Bedingungen r ein TU-wei-
tes Ökoaudit geprüft werden. Der Arbeits-
schutz wurde im Projekt integriert.
Als Ergebnis erlangte das Institut im Som-
mer 2000 die Validierung seiner Umwelter-
klärung und seines Umweltmanagement-
systems nach der europäischen Ökoaudit-
verordnung (EWG 1836/93). Konkrete
Technische Universität Berlin
20
Maßnahmen aus seinem Umweltpro-
gramm, z. B. zum sparsamen Einsatz von
Ressourcen oder Verbesserung des Stoff-
managements, sind bereits umgesetzt wor-
den. Die Beteiligung der Bescftigten an
diesem Prozess ist ein wichtiges Erfolgsele-
ment. So schlossen Präsident und Personal-
rat 1999 die Dienstvereinbarung Ökoaudit
ab. Nach der ersten Umweltpfung im
Pilotobjekt wurde aus Kostengnden be-
schlossen, ausgewählte, sensible Standorte
(Institute) parallel in den Ökoauditprozeß
einzubeziehen, diesen also schrittweise zu
vollziehen und damit weitere dezentrale
Institutsmanagementsysteme nach Öko-
auditverordnung aufzubauen.
Eine intensive Evaluation dieses Vorgehens
zur Bildung von Institutsmanagementsyste-
men hinsichtlich Effizienz und unter Be-
cksichtigung der spezifischen Hoch-
schulstruktur im Winter 2000/2001 führte
letztlich zu der Entscheidung, den Schwer-
punkt der Aktivitäten zu verlagern. Es hat-
te sich gezeigt, dass die zentral erbrachten
Dienstleistungen, insbesondere der Abtei-
lung IV (Bau- und Technische Angelegen-
heiten) und von SDU (Sicherheitstech-
nische Dienste und Umweltschutz) nicht
ausreichend systematisiert und transparent
in einem institutsbezogenen dezentralen
Ökoaudit einbezogen werden konnten und
damit auch keine Rückkopplung zum zen-
tralen Umweltmanagementsystem erfolgen
konnte. Die Schnittstellen zur Zentralen
Universitätsverwaltung konnten den Insti-
tuten nicht genügend transparent gemacht
werden. Die angespannte Haushaltssituati-
on machte zudem eine kostengünstigere
und damit grundlegende Verfahrensände-
rung notwendig. Damit bekam SDU die
Federführung in diesem Prozess.
Auf diesen Erfahrungen und den Auswir-
kungen der Verwaltungsreform aufbauend
(siehe nachstehend) wird durch externen
Sachverstand (HIS GmbH) im Herbst
2001 begonnen, das Umwelt- und Arbeits-
schutzmanagementsystem der TU Berlin
unter dem Aspekt der spezifischen Struk-
tur der Hochschule und der Effizienz für
die Institute und Fakultäten zu prüfen.
Dieses Projekt der Qualitätssicherung be-
cksichtigt die Aufgaben und Dienstleis-
tungen der Verwaltung und der Stabstellen
im Arbeits- und Umweltschutz auf der ei-
nen Seite und die weitgehend autonome
Organisationsform der Wissenschaftlichen
Einrichtungen als Dienstleistungsnehmer
auf der anderen Seite. Dies wird das be-
stehende Umwelt- und Arbeitsschutzmana-
gementsystem systematisieren und optimie-
P
ZUV
Abteilung IV
K
Dekane
Fak.-Beauftragte
GD
Hochschullehrer
Beschäftigte
Studierende
Fakultäten
AUSA
SDU
BÄD PersRAT
SB-DUB
SDU Juni 2001
FAK-Rat
8
Versammlung
der SB-DUB
132
12
Frauenbeauftragte,
Datenschutzbeauftragte,
Schwerbehindertenvertretung
mit dem Recht auf
Teilnahme
Grafik 1: Die neue Organisationsstruktur des Arbeits- und Umweltschutzes an der TU Berlin
Umweltbericht 1999–2001
21
Advertisement
ren. Dabei werden die Integration von Ar-
beits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz
fortgeschrieben und die Handlungsfelder
mit größter Umwelt- und Sicherheitsrele-
vanz untersucht. Information und Kommu-
nikation sollen die notwendige Transpa-
renz und Einbindung der Beschäftigten
schaffen. Die Projektgruppe soll in ähnli-
cher Besetzung wie die Ökoaudit-Projekt-
gruppe zusammenarbeiten.
3.2.2 Auswirkungen der
Verwaltungsreform
Pflichten und Verantwortung
Wesentliche Änderungen erfolgten im Be-
reich der Leitungsverantwortungen für den
Umwelt- und Arbeitsschutz im Rahmen
der Verwaltungsreform. Mit der Zusam-
menlegung der vormals 15 Fachbereiche in
acht Fakultäten mit größerer Unabhängig-
keit gegenüber der zentralen Verwaltung
mußten die Pflichten und Verantwortun-
gen im Umwelt- und Arbeitsschutz neu ge-
regelt werden. Der Beschluss des TU-Psi-
diums zur Organisation des Arbeits-, Ge-
sundheits- und Umweltschutzes ist neben-
stehend dokumentiert.
Der gesetzlich vorgeschriebene Arbeits-
schutzausschuß (ASA) der TU Berlin wur-
de zum Arbeits- und Umweltschutzaus-
schuss (AUSA) erweitert. In diesem Aus-
schuss werden, zutzlich zu den Aufgaben
nach dem Arbeitsschutzgesetz, die Aufga-
ben des betrieblichen Umweltschutzes offi-
ziell institutionalisiert.
Neben dem Kanzler, der im Auftrag des Prä-
sidenten den Vorsitz des AUSA hrt, sind
auch die Fakultätsleitungen durch von Fakul-
tätsrat gewählte Beauftragte im neuen
AUSA vertreten. Damit wurde die Lei-
tungsebene („Arbeitgeberverantwortung“)
der TU Berlin im zentralen Ausschuss erheb-
lich gestärkt und gleichzeitig der angestreb-
ten Selbsndigkeit und Eigenverantwortung
der Fakultäten Rechnung getragen.
Trotz des Hinzuziehens der Fakultäten ist
die Zahl der Mitglieder von bisher 24 Per-
sonen im alten ASA auf 17 im neuen
AUSA herabgesetzt. Zu den Mitgliedern
des AUSA gehören zwei gewählte Vertre-
ter aus der SB-DUB-Vollversammlung. Da-
Präsidiumsbeschluss:
Das Arbeits- und Umweltschutz-Managementsystem
der Technischen Universität Berlin Organisation
und Rechtsverantwortung
Grundsatz
Leitung und Führungskräfte der TU Berlin haben
für die Durchführung von Arbeits-, Gesundheits-
und Umweltschutzmaßnahmen in ihrem Entschei-
dungsbereich die rechtliche Verantwortung. Beschäf-
tigte und Studierende der TU Berlin sind verpflich-
tet, nach ihren Möglichkeiten sowie gemäß der Un-
terweisung und Weisung der jeweiligen Vorgesetz-
ten bzw. der Aufsichtspersonen zur Sicherheit, Ge-
sundheit und zum Umweltschutz beizutragen.
Jede/r bleibt immer verantwortlich für das, was
er/sie selbst maßgeblich beeinflusst bzw. beeinflus-
sen kann.
Personen mit Unternehmer- und
Leitungsverantwortung
Der Präsident als Leiter der Hochschule trägt die
Gesamtverantwortung im Arbeits-, Gesundheits-
und Umweltschutz.
Der Kanzler hat die Verantwortung für die zen-
trale Universitätsverwaltung (ZUV) und organi-
siert die Kontrolle und Beratung für den Arbeits-,
Gesundheits- und Umweltschutz im Auftrag des
Präsidenten im Rahmen dessen Gesamtverant-
wortung.
Die Dekane sind verantwortlich für die unmittel-
baren Einrichtungen ihrer Fakultät und tragen
Sorge dafür, dass die Leitung der Institute ein-
schließlich deren Vertretung geregelt ist (Organi-
sationsverantwortung). Die Fakultätste benen-
nen dazu einen Fakultätsbeauftragten, der im
Auftrag des Dekans die Belange der Fakultät in
Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz nach
innen und außen wahrnimmt und im Arbeits-
und Umweltschutzausschuss mitwirkt.
Die Geschäftsführenden Direktoren/innen sind
verantwortlich für unmittelbare Einrichtungen ih-
rer Institute und tragen Sorge, dass die Verant-
wortung und Zuständigkeit für den Arbeits-, Ge-
sundheits- und Umweltschutz der zum Institut
gehörenden Fachgebiete geregelt sind.
Professoren/innen sind für ihren jeweiligen Be-
reich der Forschung und Lehre unmittelbar zu-
ständig und tragen damit gegenüber ihren Mitar-
beitern/innen und Studierenden die Unterneh-
merverantwortung für den Arbeits- und Gesund-
Technische Universität Berlin
22
mit haben SB-DUBs die Möglichkeit, auf
die Beratung im AUSA Einfluss zunehmen.
Sicherheits- und dezentrale Umwelt-
schutzbeauftragte (SB-DUB)
Diese werden von der Fachgebiets- oder
Abteilungsleiter/in ausgewählt und zur Be-
stellung vorgeschlagen. Sie haben die Auf-
gabe, die für den Arbeits- und Umwelt-
schutz verantwortlichen Führungskräfte
zu beraten und zu unterstützen sowie ge-
genüber den Beschäftigten auf die Einhal-
tung des Arbeits- und Umweltschutzes
hinzuwirken. Die TU Berlin hat derzeit
190 derartige Beauftragte. Es handelt sich
um freiwillig erbrachte nebenamtliche Lei-
stungen von Mitarbeiter/inne/n ohne di-
rekte Weisungsbefugnisse.
Fakultätsbeauftragte für
den Arbeits- und Umweltschutz
Jede Fakultät benennt mit Fakultätsratsbe-
schluss eine/n Fakultätsbeauftragte/n,
die/der für die Fakultätsleitungen die Auf-
gaben im Arbeits-, Gesundheits- und Um-
weltschutz koordiniert und kontrolliert.
Fakultätsbeauftragte handeln im unmittel-
baren Auftrag des Dekans.
Zu den Aufgaben der Fakultätsbeauftrag-
ten gehören insbesondere:
Hinwirken auf die Berücksichtigung
von Arbeits- und Umweltschutzmaß-
nahmen bei der Aufteilung des Bud-
gets in ihren Fakultäten, insbesonde-
re der Bereitstellung von persönli-
cher Schutzausrüstungen und sicher-
heitstechnisch vorgeschriebener War-
tung und Prüfung von Apparaturen,
Geräten und Anlagen,
Führen von Unterlagen zur fakul-
tätsinternen Arbeits-, Gesundheits-
und Umweltschutzorganisation, ins-
besondere Namenslisten und Fachge-
bietszugehörigkeit, der aufgrund ge-
setzlicher oder universitätsinterner
Regelung bestellten Beauftragten
(wie Strahlenschutz-, Laserschutz-,
Sicherheits- und dezentrale Umwelt-
beauftragte, Beauftragte für biologi-
sche Sicherheit, Sammelstellenbetreu-
er/innen für Sonderabfall jeweils ge-
mäß vorhandener Einrichtungen),
heitsschutz und sind verpflichtet, ihre Forschung
und Lehre unter Beachtung des Umweltschutzes
zu organisieren.
Jede/r Vorgesetzte an der TU Berlin handelt im
Auftrag des Präsidenten bzw. im Auftrag des Lei-
ters der Einrichtung und trägt für ihren/seinen
Weisungsbereich die Verantwortung hinsichtlich
des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für Mitar-
beiter/innen und Studierende und ist verpflich-
tet, Umweltschutzbelange zu beachten.
Fachliche Beratung, Kontrolle und Unterstützung
Sicherheitstechnische Dienste und Umweltschutz
(SDU) und der Betriebsärztliche Dienst (BÄD) sind
als Stabsbereiche im Auftrag der Universitätsleitung
für alle Einheiten der Universität zur Beratung, Kon-
trolle, Koordination und Unterstützung in der
Durchführung von Maßnahmen zum Arbeits- und
Umweltschutzes zuständig. SDU und BÄD unter-
stehen unmittelbar dem Kanzler.
Der Arbeits- und Umweltschutzausschuss (AUSA) ist
ein Koordinations- und Planungsgremium der Uni-
versitätsleitung. In ihm sind die Universitätsleitung
durch den Kanzler, die Fakultätsleitungen durch Fa-
kultätsbeauftragte, zwei Vertreter des Personalrats
für die Bescftigten und zwei gewählte Vertreter
der Sicherheits- und dezentralen Umweltschutzbe-
auftragten (SB-DUB) vertreten.
Die Stabsbereiche SDU, D und ein Vertreter der
Abteilung IV sind ständige Berater im Ausschuss.
Weitere zentrale Beauftragte, wie die Schwerbehin-
dertenvertretung, Frauenbeauftragte und Daten-
schutzbeauftragte, werden über Tagesordnung und
Protokolle informiert und haben das Recht an den
Sitzungen des AUSA teilzunehmen.
Der AUSA tritt mindestens viermal pro Jahr zusam-
men. Die Geschäftsführung wird vom Leiter SDU
übernommen
Die Sicherheits- und dezentralen Umweltschutzbeauf-
tragten (SB-DUB) sind Beschäftigte aus den Fachge-
bieten bzw. Instituten oder Abteilungen (bei der
ZUV), die den jeweiligen Vorgesetzten in Arbeits-
und Umweltschutzangelegenheiten beraten und un-
terstützen. SDU ist für fachspezifische Ausbildun-
gen und Informationen der SB-DUB zuständig. Die
SB-DUB bilden die Versammlung der Sicherheits-
und Umweltschutzbeauftragten.
Umweltbericht 1999–2001
23
Advertisement
Vorbereiten der Übertragung von
Pflichten im Arbeits- und Umwelt-
schutz durch den Dekan an die Ge-
schäftsführenden Direktoren (je-
weils bei Wechsel eines GD),
Entgegennahme von Mängelberich-
ten und Anregungen aus den Institu-
ten und ggf. Vorbereiten von daraus
folgenden Maßnahmen der Fakultäts-
leitung sowie
Vertretung der Fakultät im Arbeits-
und Umweltschutzausschuss
(AUSA) sowie regelmäßige Teilnah-
me an dessen Sitzungen.
Ausbau des Informationssystems
zum Arbeits- und Umweltschutz
Die für die TU Berlin relevanten
staatlichen und betrieblichen Vor-
schriften zum Arbeits- und Umwelt-
schutz wurden unter Nutzung des
TU-Datennetzes allen Mitgliedern
zur Verfügung gestellt.
Eine zentrale Hotline bietet direkte
Beratung.
Vom Arbeitsschutz vorgeschriebene
Begehungen der Arbeitsstätten
durch die Sicherheitsingenieure wer-
den grundsätzlich gemeinsam mit
den Umweltschutzbeauftragten vor-
bereitet und durchgeführt.
3.2.3 Verkehr
Arbeitsgruppe
Verkehrskonzept TU Berlin
Die Hochschulleitung setzte eine Ar-
beitsgruppe Verkehrskonzept TU Ber-
lin ein. Mitglieder sind: der Personalrat,
die Leiterin der Personalabteilung
(Jobticket), die Abteilung Bau- und
Technische Angelegenheiten, ein stu-
dentischer Vertreter, ein Vertreter des
Fachgebiets Straßenplanung und Stra-
ßenverkehrstechnik, der Lehrverbund
Verkehrskonzept TU Berlin, der Bezirk
Charlottenburg durch einen Vertreter
des Tiefbauamtes und das Projektmana-
gement durch den Umweltschutzinge-
nieur, der auch Ansprechpartner für
weitere Fragen ist. In dieser Arbeits-
gruppe wird das TU-interne Verkehrs-
konzept erarbeitet.
Ziele und Verfahren des
Verkehrskonzeptes TU Berlin
Ziele: Mit dem Verkehrskonzept sollen
die Umweltleitlinien der TU Berlin um-
gesetzt werden. Sie will damit einen Bei-
trag zum Erreichen des angestrebten
Modal-Split des Landes Berlin durch
das Verlagern von motorisiertem Indivi-
dualverkehr auf ÖPNV, Fahrrad und
Fußgänger leisten. Die TU Berlin strebt
an, die Stellplatzanweisung des Senats
von Berlin vom 8.8.1995 umzusetzen.
Verfahren: Um dieses zu erreichen, sol-
len folgenden Bausteine gepft werden:
Bewirtschaften des Parkraumes auf
TU-Flächen und
Bewirtschaften des Parkraumes im
Umfeld der TU Berlin in Zusammen-
arbeit mit dem Bezirk Charlotten-
burg,
um die Verdrängung zu vermeiden, so-
wie zum rdern von Alternativen
Einführen des Jobtickets,
Semesterticket für Studierende,
Fördern des Fahrradverkehrs und
Öffentlichkeitsarbeit.
Das Erarbeiten und Einführen dieser
Bausteine geschieht in einem offenen,
konstruktiven Dialog mit den beteilig-
ten Gruppen. Im Sinne der Umweltleit-
Die Straße des 17. Juni hier zwischen dem Süd- und Nordgelände
bietet reichlich kostenlosen Parkraum
Technische Universität Berlin
24
Der Stabsbereich SDU modernisierte
sein Informationssystem. Zu den wichti-
gen Maßnahmen hlen:
linien sollen ökologische, wirtschaftli-
che und soziale Interessen berücksich-
tigt werden.
Parkraumbewirtschaftung
Ziel ist das Verlagern von motorisier-
tem Individualverkehr auf die weniger
die Umwelt belastenden Verkehrsträger
Öffentlicher Personennahverkehr und
Fahrrad im Rahmen einer wirtschaftli-
chen Lösung.
Von der Bauabteilung der TU Berlin
wurden zwei Gebührenregelungen zum
Parkraumbewirtschaftungskonzept vor-
gelegt. Bisher erzielten die Beteiligten
noch keine Einigung.
Angeregt durch das Projektmanage-
ment entstand ein Lehrverbund Ver-
kehrskonzept TU Berlin. Träger sind die
Fachgebiete Integrierte Verkehrsplanung
sowie Straßenplanung und Straßenbe-
trieb und das Verkehrswesenseminar. Stu-
dierende befragten mit dem Ziel der
Mitentwicklung an dem Verkehrskon-
zept Bescftigte der TU Berlin zu ih-
rem Verkehrsverhalten und auftragge-
bende Stellen der TU zu dem von ihnen
verursachten Wirtschaftsverkehr. Nach
dem Ergebnis der Beschäftigtenbefra-
gung benutzen die TU-Beschäftigten
auf ihrem Arbeitsweg überwiegend Ver-
kehrsmittel des Verkehrsverbundes, ha-
ben die Bescftigten ein großes Interes-
se an einem Jobticket (fast 1.000 Be-
schäftigte wären Neukunden für die
Verkehrsbetriebe) und bestehen für die
Beschäftigten keine Parkprobleme bei
dem großzügigen Parkplatzangebot im
öffentlichen Raum um die Universität.
Jobticket
Bei den Verhandlungen mit dem öffent-
lichen Verkehrsträger BVG müssen
Konditionen erzielt werden, die Akzep-
tanz bei den Beschäftigten sichern und
der TU Berlin die Organisation ermögli-
chen. Das bisherige Angebot schließt
hochschultypisch Beschäftigte mit Ar-
beitsverträgen unter einem Jahr aus. Die
bisherigen Verhandlungen blieben ohne
befriedigendes Ergebnis und sollen wei-
tergeführt werden.
In den Verhandlungen für ein Semes-
terticket haben sich die Studierenden
noch nicht mit der BVG geeinigt.
Fahrradverkehr
Das Radfahren ist eine umweltfreundli-
che, kostengünstige, schnelle und gesun-
de Fortbewegung in der ebenen Stadt
Berlin. Eine moderne Ausstattung mit
Radwegen und Abstellanlagen erht
die Attraktivität dieses Verkehrsmittels
für Studierende und Beschäftigte. Auf
einer Fahrradcampustour der Projekt-
gruppe zeigte sich für das TU-Gelände
insbesondere der Bedarf, Wege und Un-
terstützungsmöglichkeiten für Fahrrad-
fahrer zu verbessern (neue Fahrradstän-
dermodelle, Poller anstelle von Absperr-
ketten etc.).
Die Fahrradwege und die Straßen um
den zentralen Bereich sind unfallträch-
tig und berücksichtigen nicht den Be-
darf der Universität. Hier besteht der
Wunsch einer fahrradgerechteren Ge-
staltung durch den Senat von Berlin.
3.2.4 Weiterbildung für Betrieb-
lichen Umweltschutz und
Arbeitssicherheit
Die Kurse der internen Weiterbildung sind
auf den Bedarf der Beschäftigten an ihren
Arbeitsplätzen, in ihren Funktionen und
Sogenannte „Felgenkiller“ hier vor dem Gebäude EB finden kei-
ne Akzeptanz; es besteht Bedarf nach Bügeln, an denen sowohl Rah-
men als auch Vorder- und Hinterrad angeschlossen werden können
Umweltbericht 1999–2001
25
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zu aktuellen Themen ausgerichtet. Es refe-
rieren die Arbeits- und Umweltschutzinge-
nieure bzw. -ingenieurin der TU Berlin
und externe Dozent/inn/en. Als Beispiel
sind die 24 angebotenen Kurse mit insge-
samt 295 Teilnehmenden aus den Jahren
1998 und 1999 in Tabelle 3 aufgeführt.
Die Anzahl der Teilnehmenden nahm in
den Berichtsjahren ab. Im Jahr 2000 wur-
den den Beschäftigten 24 Kurse angeboten
und 13 Kurse mit 122 Teilnehmenden
durchgeführt. Die Abnahme ist begründet
in einer inhaltlichen ttigung, Verringe-
rung der Zahl der potentiell Teilnehmen-
den durch die Verkleinerung der TU Ber-
lin, weniger Neueinstellungen und aktuell
veränderten Prioritäten durch Verwaltungs-
und Strukturreform. SDU hat darauf hin
sein Angebot durch Bündelung von The-
men gestrafft und neue Themen aufgenom-
men, wie z. B. Abfalltrennung und Unfall-
schutz auf dem Arbeitsweg. Arbeits-, Ge-
sundheits- und Umweltschutz bilden auch
in der Weiterbildung immer stärker eine
Einheit. In unserem Programmangebot ver-
zichten wir deshalb zukünftig auf die for-
male Trennung in Kurse zur Arbeitssicher-
heit und Kurse zum Umweltschutz. Statt-
dessen versuchen wir, unser Angebot stär-
ker auf Zielgruppen wie beispielsweise SB-
DUB, Team Außendienste, Entsorger/in-
nen zu konzentrieren, ohne wichtige und
interessante Themen wie beispielsweise
Energie sparen, Brandschutz und Unfall-
schutz zu vernachlässigen. Auch wird auf
Wunsch von Einrichtungen speziell zuge-
schnittene Vor-Ort-Weiterbildung angebo-
ten.
Das aktuelle Programm befindet sich unter
www.tu-berlin.de/zek/wb/index.html.
3.2.5 Energiemanagement
Energiesparcontracting
Mit dem Energiesparcontracting verein-
bart der Gebäudeeigner TU Berlin eine
vertraglich festgelegte Dienstleistung
mit einem Unternehmen (Contractor
oder auch Energiesparpartner). Der Con-
tractor führt in dem Gebäude Investitio-
nen und Maßnahmen mit dem Ziel einer
garantierten Energieeinsparung durch.
Seine Aufwendungen lässt er sich durch
den Erfolg der Einsparmaßnahmen, also
über die reduzierten Energiekosten des
Gebäudes vergüten. Die TU Berlin als
Gebäudeeigner muss nicht investieren,
trägt kein Risiko und ist trotzdem an
dem Erfolg der Einsparmaßnahme betei-
ligt. Die Betriebsführung liegt weiterhin
bei der TU Berlin.
Über die bestehenden und geplanten
Baumaßnahmen hinaus bereitet auf-
grund fehlender finanzieller und perso-
neller Ressourcen die Bauabteilung der
TU Berlin das Energiesparcontracting
an einem Pool aus gemieteten und eige-
nen Gebäuden vor: A-F, A-H, FR, OE,
GOR, SG 01–13. Die Zusagen der Ver-
mieter liegen vor. Die Arbeiten an die-
Kurstitel Teil-
nehmende
Chemikalienverzeichnis und -börse 21
Dezentrale Umweltschutzbeauftragte (SB-DUB)
Einweisung in die Arbeit
33
Auffrischung der Gefahrgutverordnung-Straße
(Selbsttransporteuere und Sonderabfälle)
7
Neuerungen aufgrund des Kreislaufwirtschafts-und Abfallgesetzes 37
DIN/EN Europäische Normanpassung im Spannungsfeld der EU 27
Neue Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Umgang mit
Gefahrstoffen im Hochschulbereich
28
Gefahrstoffverordnung für nicht-chemischeBereiche 7
Umweltschutz in Werkstätten 9
Motivations- und Durchsetzungsstrategien
für Ausbilder und Ausbilderinnen
9
Aufgaben von Entsorgern und Entsorgerinnen 23
Umweltschutz am Chemiearbeitsplatz 7
Besichtigung der Sonderabfallverbrennungsanlage Schöneiche 9
Aktuelles der Gefahrgutverordnung Straße
(Selbsttransporteure und Entsorgung)
5
Brandschutz 27
Neuordnung der Arbeitsschutzrechte 10
Motivations- und Durchsetzungsstrategien im Umweltschutz 5
Öko-Audit TUB 12
Praxiserfahrungen Energiesparpartnerschaft Berlin 4
Innovative Wege der Lüftungstechnik 16
Tab. 3: Weiterbildungskurse für Betrieblichen Umweltschutz und Ar-
beitssicherheitin den Jahren 1998 und 1999
Technische Universität Berlin
26
sem Gebäudepool werden ausgeschrie-
ben. Es sollen Einsparungen durch ver-
besserte Heizungs-, Klima-, Lüftungs-,
Lichttechnik und Elektroenergieversor-
gung realisiert werden. Die hrlichen
Energiekosten liegen für diese Liegen-
schaften bei ca. einer Million DM. Er-
fahrungsgemäß investieren die Contrac-
toren auch in dieser he. 20 bis 25 %
der jährlichen Energiekosten sollen so
eingespart werden.
Energiebeauftragter
Die Abteilung Bau- und technische An-
gelegenheiten der Zentralen Universi-
tätsverwaltung richtete am 1.9.1999 die
Stelle eines Energiebeauftragten in der
Abteilung ein. Seine Aufgaben sind: Fra-
gen des Energieeinkaufs, der Energieda-
tenerfassung inkl. Wasser, Auswerten
der Daten, Umsetzung von Energieein-
sparmaßnahmen, Vorbereiten der Ener-
giekostenbudgetierung.
Einführung der
Stromkosten-Budgetierung
Mit dem Projekt Stromkosten-Budgetie-
rung ernzt die TU Berlin ihr Budgetie-
rungskonzept um einen weiteren Bau-
stein. Beabsichtigt ist, den Organisa-
tionseinheiten der TU Berlin künftig
ein eigenes Budget zur Finanzierung ih-
rer Stromkosten bereitzustellen. Einspa-
rungen beim Bezug elektrischer Ener-
gie, verursacht z. B. durch zielgerichte-
tes Nutzerverhalten, sollen dann finan-
zielle Mittel zugunsten anderer Ausga-
benpositionen freisetzen. Auch zur Um-
setzung dieses Budgetierungsbausteins
hatte sich die Fakultät III für ein Pilot-
projekt zur Verfügung gestellt. Seit An-
fang 2000 werden in enger Abstimmung
mit der Abteilung IV die Eingangsgrö-
ßen und -werte zur Festlegung eines
Stromkosten-Budgets für die Fakul-
tät III erarbeitet. Die Übertragung des
betreffenden Budgets ist für das Haus-
haltsjahr 2002 geplant.
3.2.6 Beschaffung
Durch die teilweise Dezentralisierung des
Einkaufs und die Verlagerung von Ein-
kaufsentscheidungen auf die Fakultäten
kann zentral nicht mehr die Beschaffung
umweltverträglicher Produkte durchge-
setzt werden. Dementsprechend ist ihr An-
teil z. B. bei Verbrauchsmaterial ckläufig.
Soweit noch eine zentrale Einflussnahme
möglich ist, wirkt der zentrale Einkauf auf
die Beschaffung umweltverträglicher Pro-
dukte hin.
3.2.7 Abfallmanagement
Restmüll- und Wertstoffe
Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallge-
setz fordert im Grundsatz die Vermei-
dung von Abfällen und das ckführen
von Wertstoffen in den Stoff- oder
Energiekreislauf. Dazu zählen im beson-
deren das Verringern von Restmüll z. B.
durch eine bessere Trennqualität des
Abfalls und der Aufbau einer Entsor-
gungsinfrastruktur für Wertstoffe.
Aus diesen Gründen wurde die Abfall-
wirtschaft der TU grundlegend geän-
dert. Maßgeblich hierfür ist der im Som-
mer 1999 eingerichtete Zentrale Abfall-
sammelplatz in der Franklinstraße. Mit
ihm übernimmt ein einzelner Dienstleis-
ter das Einsammeln der Abfall- und
Wertstofftüten aus den Gebäuden rund
um den Ernst-Reuter-Platz, die Contai-
nerbefüllung und die Platzbetreuung.
Der verschließbare Zentrale Abfallplatz
garantiert eine kontrollierte, besser frak-
Gefährliche Abfallentsorgungdurch Kühlschrank im Restmüll
Umweltbericht 1999–2001
27
Advertisement
tionierte Containerbeschickung und da-
mit Abfalltrennung und Restmüllredu-
zierung.
Die vorher für jedermann zugänglichen,
nicht kontrollierbaren Container vor
den Gebäuden sind weggefallen, so dass
die Entsorgung von fremden oder ge-
fährlichen Abfällen entfällt.
Trotz dieses entscheidenden Arguments
gibt es natürlich Kritiker des neuen Sys-
tems, die gerne z. B. ihre Wertstoffe in
die Restmüllcontainer verbracht haben,
weil es noch keine andere Entsorgungs-
struktur gab, oder die sich einfach neu
organisieren ssen. Auch die Engagier-
ten, die z. B. ihr Papier selber in den
Container verbrachten und damit den
Reinigungskräften viel Arbeit abgenom-
men haben, beklagten sich zum Teil.
Dieser Kritik muss sich das System stel-
len, da es nie ein perfektes System gibt.
Deshalb muss es auch weiter optimiert
werden.
Als Ergebnis bleibt: Durch das Zentrali-
sieren auf einen Containerstandort wird
die Entsorgung effizienter und auch
durch Umstellung von Turnus auf Ab-
ruf erheblich kostengünstiger. Dieses
drückt sich in hrlichen Einsparungen
von ca. 130.000 DM im Budget der Rest-
müllentsorgung, in der Steigerung der
Entsorgungsqualität und in der Mengen-
reduzierung aus.
Desweiteren wird auf dem Zentralen
Abfallplatz für weitere Wertstoffe (Me-
tallschrott, Holz, Sperrmüll, Hartkunst-
stoffe) erstmals eine zentrale Entsor-
gungsinfrastruktur aufgebaut.
Zu weiteren abfallwirtschaftlichen Maß-
nahmen im Berichtszeitraum gehören
die Vereinbarung von Qualitätsstan-
dards für Reinigungsfirmen hinsichtlich
der Abfalltrennung in einem Sechspunk-
te-Katalog, das Entsorgungs- und Mana-
gementkonzept für die Architektur mit
ihrer Besonderheit aufgrund der ausge-
sonderten Modelle, die Aufstellung neu-
er Wertstoffbehälter in den Foyers der
stark frequentierten Gebäude, die Auf-
stellung von Getränkeautomaten mit
Flaschenrücknahmeautomaten und die
Studie von ARGUS e. V. zur nachhalti-
gen Umweltverbesserung der Caféteri-
en an der TU Berlin, die jedoch noch
umgesetzt werden muss.
Ziel für die nächsten Jahre wird sein, die
Vorgaben und die Beurteilung der Ent-
sorgungswege der Wertstoffe von Seiten
der Zentralen Universitätsverwaltung zu
verbessern ähnlich wie es von SDU für
die Sonderabfallentsorgung geschieht
und die Entsorgungsströme sowohl lo-
gistisch als auch vom Know-how her zu
bündeln, um einerseits eine Effizienzstei-
gerung zu erzielen und andererseits mit
der notwendigen Rechtssicherheit die
Entsorgung an der TU Berlin zu gewähr-
leisten. Infrastrukturverbesserungen bei
den Abfallentstehungsstellen und abfall-
reduzierende Maßnahmen parallel hier-
zu sind zu realisieren.
Sonderabfall
Die Koordination der Entsorgung und
die Schaffung von Rechtssicherheit von
Seiten SDU als Service für die TU-Mit-
glieder zeigt sich als bewährtes Quali-
tätsmerkmal in der Sonderabfallentsor-
gung. So ist die Umschlüsselung der
Sonderabfälle zum 1. Januar 1999 ohne
besondere Umstände und Vergerun-
gen trotz des erheblichen bürokrati-
schen Genehmigungsaufwandes vollzo-
gen worden. Ein besonderer Service
wird von SDU bei der Laborchemika-
Zentraler Abfallsammelplatzder TU mit seinen Restmüll- und
Wertstoffpressen
Technische Universität Berlin
28
lienentsorgung angeboten. Die Entsor-
gungsfirma verpackt die Chemikalien di-
rekt vor Ort. Diese mit viel Know-how
verbundene Leistung entfällt für die ein-
zelnen TU-Abfallerzeuger. Dadurch hat
auch die Akzeptanz, sich alter, platzein-
nehmender, zum Teil gefährlicher Che-
mikalien zu entledigen, zugenommen.
3.2.8 Strahlenschutz,
Biologische Sicherheit
Strahlenschutz
Zum sicheren Betrieb mit radioaktiven
Stoffen und Beschleunigeranlagen sind
zur Zeit 50 Strahlenschutzbeauftragte
eingesetzt, die 48 Umgangsgenehmigun-
gen betreuen. In den Umgangsgenehmi-
gungen wurden zehn Überwachungsbe-
reiche und sechs Kontrollbereiche fest-
gelegt. Ein besonderer Schwerpunkt in
diesem Jahr ist die Umsetzung der neu-
en Strahlenschutzverordnung. Dazu
wird z. Zt. die zentrale Strahlenschutz-
anweisung neu überarbeitet und an-
schließend müssen alle Umgangsgeneh-
migungen der Institute über die staatli-
che Aufsichtsbehörde neu erstellt wer-
den, einschließlich der Überarbeitung
des gesamten Bestellwesens, der Fach-
kunde und der Aktenführung.
Für Arbeiten an ntgenanlagen und
Störstrahlern sind gegenwärtig 27 Strah-
lenschutzbeauftragte tätig, die tigkei-
ten innerhalb von 53 Genehmigungsbe-
scheiden betreuen.
Biologische Sicherheit
Die TU Berlin führt aktuell 14 Gentech-
nikprojekte durch, die insgesamt von
zwölf Projektleitern und sieben Beauf-
tragten für Biologische Sicherheit betreut
werden. Von den 14 Projekten laufen
zwölf in der Sicherheitsstufe 1 und zwei
Projekte in der Sicherheitsstufe 2. Gen-
technische Arbeiten in heren Sicher-
heitsstufen werden nicht durchgeführt.
In den Fachgebieten Technischer Um-
weltschutz, Biotechnologie, Biochemie
und Prozess- und Anlagentechnologie
finden Arbeiten nach der Biostoffver-
ordnung der Gruppen 1 und 2 sowie Ar-
beiten nach dem Bundesseuchengesetz
statt, die von fachkundigen Mitarbei-
tern durchgeführt werden.
Alle genehmigten Arbeiten im Bereich
Strahlen- und Brandschutz, Biologische Si-
cherheit wurden in regelmäßigen Abstän-
den durch das Landesamt für Arbeits-
schutz, Gesundheitsschutz und technische
Sicherheit (LAGetSi), Fachgruppen Strah-
lenschutz und Gentechnik, geprüft. Die da-
bei in einzelnen Anlagen festgestellten ge-
ringfügigen Mängel wurden beseitigt. Im
Berichtszeitraum traten keine sicherheitsre-
levanten Probleme auf.
3.2.9 Laserschutz
In 41 Instituten und Fachgebieten hat die
TU Berlin gesetzlich definierte Laser-
schutzbereiche eingerichtet. Dort arbeiten
Beschäftigte und Studierende mit gefährli-
chen und sehr gefährlichen Lasern der Klas-
se 3b und 4. Der Kontakt mit dem Strahl
kann zu Körperschäden führen. Zum
Schutz der Gesundheit und zur Vermei-
dung von Gefahren beraten und kontrollie-
ren in den Schutzbereichen 33 Laserschutz-
beauftragte die Hochschulmitglieder. Für
Laser kleinerer Leistungsklassen ssen
keine gesetzlich geforderten Laserschutzbe-
auftragten bestellt werden. An Lasern ar-
beitende Beschäftigte sollen, Laserschutz-
beauftragte ssen an regelmäßig angebo-
tener TU-interner Weiterbildung teilneh-
men.
3.3
Ausgewählte betrieb-
liche Aktivitäten
3.3.1 Bauen
Sowohl bei bauunterhaltenden als auch bei
investiven Baumaßnahmen werden die Um-
weltleitlinien der TU Berlin und die Ver-
wendungsverbote bzw. -beschränkungen
von Baustoffen der Senatsbauverwaltung
beachtet. Allen Ausschreibungen sind ent-
sprechende Verwendungsverbote beige-
fügt. Es wird in den Ausschreibungen von
Bauleistungen der Einsatz von umweltver-
träglichen Materialien gefordert, z. B. Lino-
leum als Fußbodenbelag, lösungsmittel-
freie Farben u. a. Die ausführenden Firmen
sind verpflichtet, bei Abnahme der Leistun-
Umweltbericht 1999–2001
29
Advertisement
gen entsprechende Nachweise zu überge-
ben. Besondere Beachtung wird bei Einsatz
von nstlichen Mineralfasern als
Dämmmaterial auf den Nachweis des Kan-
cerogenitätsindex 40 gelegt. Ziel ist ein
sparsamer Umgang mit Ressourcen und
die Reduzierung von Umweltbelastungen
bei Baumaßnahmen der TU Berlin.
Wärmeschutz und
ökologische Baustoffe
Tabelle 4 zeigt eine Übersicht gesonder-
ter Wärmeschutzmaßnahmen und den
Einsatz ökologischer Baustoffe. Ökolo-
gische Verbesserungen in der laufenden
Bauunterhaltung und der Einsatz erneu-
erbarer Energien werden in Tabelle 5
aufgeführt.
3.3.2 Neubau Bibliothek
Der geplante Neubau der gemeinsamen
Universitätsbibliothek der TU Berlin und
der Hochschule der Künste Berlin wird mit
seinem Energiekonzept den Niedrigenergie-
standard für ein Bibliotheksgebäude erfül-
len, bezogen auf die Kennzahlen für Wär-
me, Kälte und Strom. Das Konzept soll im
Rahmen eines integralen Planungspro-
zesses so umgesetzt werden, dass keine in-
vestiven Mehrkosten im Vergleich zu ei-
nem konventionellen Energiekonzept ent-
stehen. Obwohl die Planung besonderen
Wert auf den Erhalt des Bibliotheksgutes
sowie auf einen hohen thermischen und vi-
suellen Komfort für die Gebäudenutzer
Wert legt, werden erhebliche Einsparungen
bei den Betriebskosten erwartet. Erreicht
wird dies u. a. durch ein spezielles rme-
schutz-, Tageslicht-, Sonnenschutz-, Lüf-
tungs- sowie Heizungskonzept. Diese Kon-
zepte umfassen eine luftdichte Gebäudehül-
le, Zuluftvorwärmung im Erdkanal, Wär-
merückgewinnungsanlage, Sommer-Win-
ter-Wärmespeicher im Erdreich, ltever-
sorgung über Betonkernaktivierung von
Geschossdecken, Abstimmung der Einzel-
systeme für Tageslichtnutzung, künstliche
Beleuchtung, Sonnen- und Blendschutz.
Um die Gewinnung regenerativer Energie
zu rdern, wird die Südfassade mit trans-
parenten Photovoltaikelementen, die
gleichzeitig die Sonnenschutzfunktion inte-
grieren, ausgestattet.
3.3.3 Lasersanierung
Die Bereiche Physik, Chemie, Maschinen-
bau, Werkstoffkunde u. a. betreiben 19 Gas-
Ionen-Laser mit hohen Lichtleistungen.
Diese verbrauchen sehr viel Strom und wer-
den ständig mit Frischwasser gekühlt. Von
der elektrischen Anschlussleistung bis zu
80 Kilowatt können nur ein 3000stel als La-
serlicht verwendet werden. Im Rahmen ei-
nes von SDU angeregten und betreuten La-
sersanierungsprojektes wurden vier her-
kömmliche Gas-Ionen-Laser durch erheb-
lich effektivere Festkörperlaser einer neuen
Lasergeneration ersetzt. Um erhebliche
Gebäude Maßnahme
Technologie- und
Innovationspark
Wedding,
Gebäude 13 b
Ersetzen von ungedämmtem Dachaufbau durch gedämmten an
1.050 Steildach, 80 Flachdach, 15 Einbau von Vor-
satzelementen vor einfachverglasten, denkmalgeschützten
Fenstern. Verlegung von ca. 13.000 Linoleum unter Verwen-
dung von formaldehydfreien Verbundplatten, sämtliche Wandan-
striche lösungsmittelfrei
Technologie- und
Innovationspark
Wedding,
Gebäude 20/21
Fertigstellung 285 m², Einbau einer wärmegedämmten
Zwischendecke (thermische Trennung von Garage zu Büro-
räumen), ca. 400 innenliegende Dämmung der Außenwände,
ca. 450 wärmegedämmter Dachaufbau
Kerntechnik 2.005 Fertigstellung einer wärmegedämmten hinterlüfteten
Fassade, 680 Einbau von Isolierglasfenstern,1.020 wärme-
gedämmter Dachaufbau, 145 Kelleraußendämmung
Königin-Luise-
Straße
Austausch von 950 PVC-Fußbodenbelägen gegen Linoleum
Technikum
Technische Chemie
1.233 wärmegedämmter Dachaufbau, 360 innenliegende
Dämmung der Außenwände
Halle SG 6 1.238 wärmegedämmter Dachaufbau, 100
Wärmedämmschicht der Außenflächen
Halle K Wärmeschutzmaßnahmen nach der neuesten Wärmeschutzver-
ordnung für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Mit-
arbeiter (Raumklima, Behaglichkeit)
Franklinstraße Erneuerung von 500 Dachfläche mit Verbesserung der
Wärmedämmung
Mechanische
Schwingungslehre
500 wärmegedämmte Vorhangfassade, Kellerisolierung mit
Außendämmung
Sporthalle SPW Instandsetzung; erhöhte Wärmeschutzmaßnahmen zur Energie-
einsparung an der Außenhülle der Dreifachsporthalle
Hauptgebäude Fensterauswechselung; Schaffen verbesserter Arbeitsbedingungen
unter dem Aspekt sehr großer Energieeinspareffekte
(Multifunktionsgläser)
Tab. 4: Wärmeschutzmaßnahmenund
Einsatz ökologischer Baustoffe
Technische Universität Berlin
30
Ausgangszustand Art der Maßnahme Kosten Ökologische
Auswirkungen
Zu-
ständig
Stand
Konventionelle Vorschaltgeräte für
Leuchtstoffröhren an Bildschirm-
plätzen, sowie verstärkt in Gebäu-
den A-F; KT, K, C, TC
Ersetzen von zweiröhriger
Leuchten durch z. T. einröhrige,
blendarme Rasterleuchten mit
elektronischen Vorschaltgeräten
(ca. 1.000 Stück jährlich)
250.000 DM Einsparung elektrischer
Enbergie (ca. 80–90.000
kWh/a je 1000 Stück)
Verbesserung der
Arbeitsbedingungen
IV B 1.000 Leuchten im
Berichtszeitraum
Konventionelles Elektromaterial ist
halogenhaltig und bildet im Brand-
fall Salzsäure und Dioxine
Im Zuge von Umbaumaßnahmen
wird seit dem 1.1.97 nur noch
halogenfreies Elektromaterial
verwendet
k. A. Unterstützung der
Produktion halogenfreier
Elektromaterialien,
verringert Schäden im
Brandfall.
SenBau-
Wohn
bei allen
Maßnahmen unter
Federführung von
TUB und
SenBauWohn
Diverse Chemikalienlager Weiterführung des Ausbaus von
Chemikalienlagern und Sicherungs-
maßnahmen nach dem Wasser-
haushaltsgesetz in diversen Liegen-
schaften
200.000 DM Grundwasserschutz
Schutz gegen Verun-
reinigung von Abwasser
Verbesserung der
Arbeitssicherheit
SDU
IV B
abgeschlossen
Untersuchung von Einsatzmöglichkeitenregenerativer Energien, insbesondere zum Stand
der Entwicklung und zu Fördermöglichkeiten. Für die TU Berlin kommen folgende Energie-
arten in Betracht: Brennstoffzelle, Photovoltaik, Geothermische Sonde mit Wärmepumpe,
Erd- und Eisspeicher, Solarthermische Brauchwassererwärmung
regenerative
Energieerzeugung
IV B
Inst. f.
Energie-
technik
begonnen
Veraltete Lüftungsanlage mit Trink-
wasserkühlung im Gebäude HE
Erneuerung der Lüftungsanlagen
und der Steuerung, Ersatz der
Trinkwasserkühlungdurch
Kühlkreislauf
k. A. Einsparung elektrischer
Energie
Trinkwassereinsparung
IV B abgeschlossen
Kühlung für eine Versuchsanlage
durch Trinkwasser im Gebäude RH
Substitution der Trinkwasser-
kühlung durch Kälteanlage
k. A. Trinkwassereinsparung Institut
IV B
abgeschlossen
Kühlung mehrerer Geräte durch
Trinkwasser im Gebäude ES
Aufstellung einer zweiten Rück-
kühlanlage und Verbindung mit
vorhandenem Kühlkreislauf
115.000 DM Trinkwassereinsparung
(4.500 m³/ a)
FB 6
IV B
Umsetzung
voraussichtlich
2002
Kühlung für eine Versuchsanlage
durch Trinkwasser im Gebäude F
Überprüfung der Substitution der
Trinkwasserkühlungdurch eine
Kälteanlage, wegen mangelnder
Rentabilität nur Einbau von
Magnetventilen
etwa
20.000 DM
Trinkwassereinsparung Institut
IV B
abgeschlossen
Überdimensionierte Kälteanlage
(Turboverdichter) im Gebäude TC
(ca. 400 kWel Leistungsaufnahme)
Ersatz durch neue Kälteanlage
(Schraubenverdichter; max.
124 kWel Leistungsaufnahme),
leistungsgeregelt, fernansteuerbar
etwa
350.000 DM
Einsparung elektrischer
Energie
IV abgeschlossen
Fehlende Energieverbrauchs-
erfassung
Anschaffung eines Energiemanage-
mentsystems zur Datenerfassung
und Analyse der Energieverbräuche
etwa
100.000 DM
Verbrauchs- und
Schwachstellenanalyse,
wichtige Voraussetzung für
Energiemanagement
IV B
IV D
Fernwärme- und
Stromzähler (Kern-
bereich) zu über
90% fernablesbar
Fehlende Nutzermotivation zur
Energieeinsparung
Untersuchung zur Einführung einer
Stromkostenbudgetierung als
Werkzeug zur Energieeinsparung
durch Nutzermotivation
etwa
100.000 DM
bei Einführung ca. 10 %
der Energiekosten
IV B
SDU 2
Ergebnisse liegen
zur Entscheidung
vor
Fehlende Kenntnis von RLT- und
großen Forschungsanlagen
Datenaufnahme dieser Anlagen
durch Institute und Gebäude-
maschinisten
für EDV und
Koordination
30.000 DM
Anlagen-Knowhow, Vorbe-
reitung für Lastmanage-
ment und Gerätebörse
IV B/D
Kanzler
Institute
Daten für 2/3der
Gebäude erfaßt
Tab. 5: Umsetzen ökologischer Verbesserungen in der Bauunterhaltung
Umweltbericht 1999–2001
31
Advertisement
Strom- und Wassermengen zu sparen und
um die Geräte in den wissenschaftlichen
Einrichtungen auf den neuesten Stand zu
bringen, bezuschusste der Präsident den
Kauf in den interessierten drei Fachgebie-
ten der Physik mit 300.000 DM.
3.3.4 Asbestsanierung
und -entsorgung
Bereits 1989 untersuchte die TU Berlin alle
TU-eigenen Gebäude auf die Verwendung
von Baumaterialien aus schwach gebunde-
nem Asbest. Trotz dieser Untersuchung
werden auch jetzt noch versteckt verbaute
oder „gut getarnte“ Asbestverwendungen
gefunden, auch in angemieteten Gebäuden.
Im Rahmen der wiederholt vorgeschriebe-
nen Bewertung baulicher Situationen aus
den Gefährdungsstufen II und III, d. h.
ohne unmittelbaren Handlungsbedarf, wur-
den in Verbindung mit Renovierung, Aus-
bau und Reparaturen mehrere Sanierungs-
maßnahmen unabdingbar. Die Bauabtei-
lung beauftragte Firmen, deren Fachkunde
durch die Mitgliedschaft in der teschutz-
gemeinschaft für Asbestdemontage- und
Entsorgungstechnik (ADE) nachgewiesen
ist, um den sicheren Umgang und die um-
weltverträgliche Behandlung des Problem-
stoffes Asbest zu gewährleisten.
Nach Funden von asbesthaltigen Dich-
tungspappen und -schnüren mit Verwen-
dungsverbot im Gebäude BH gab im De-
zember 1998 der Bereich SDU ein Merk-
blatt Verwendungsverbot von Asbest mit
Verteilung in der ganzen Universität her-
aus.
Tabelle 6 zeigt eine Übersicht über die grö-
ßeren Asbestsanierungen an der TU Berlin.
Die Entsorgungs- und Sanierungsarbeiten
an Bauteilen aus Künstlichen Mineralfasern
(KMF), deren lungengängige Fasern eben-
falls als krebserzeugend eingestuft wurden,
nehmen zu. Zur Zeit wird die Schallabsorp-
tionsauskleidung aus KMF-Teilen des refle-
xionsarmen Schallmessraumes des Instituts
für Technische Akustik demontiert. Die
Bedingungen sind wegen des Alters und
des Zersetzungsgrades des KMF-Materials
vergleichbar denen bei Asbestsanierungen,
so dass die Kosten auf ca. 80.000 DM ge-
schätzt werden.
3.3.5 Wertstofftrennung,
Pfandflaschen
Neue Wertstofftrennbehälter
Durch die Einführung einer optisch und
funktional verbesserten Behälterinfra-
struktur in Foyers werden nachweislich
bessere Trennquoten bei der Abfalltren-
nung erzielt als mit dem vorherigen Sys-
tem. Bei dem alten System wurden Fehl-
wurfquoten von ca. 60 % ermittelt. Die
Gebäude Befund Maßnahme
Biotechnologie,
Seestraße
frische Beschädigungen von
Farbschichten in den Fluren,
„Promabest“, Faserkonzentra-
tionsmessungen der Raumluft
ohne Befund
Sanierung ca. 280.000 DM
Physik-Neubau Lüftungskanäle aus schwach ge-
bundenem Asbest in Verbindung
mit dem Einbau einer MOCVD -
Anlage
Sanierung der Lüftungs-
kanäle und umgebenden
Flurbereiche im 1. Quartal
2001, ca. 100.000 DM
Physik-Neubau Neubewertung der von den
Asbestverwendungen im Gebäude
ausgehenden Gefahrenpotentiale
in Verbindung mit Ausbau der
EDV-Verkabelung nach Wotan II,
asbesthaltiger Staubbelag auf
Paneelen der abgehängten Decken
Reinigen der betroffenen
Deckenbereiche vom Asbest-
staub vor Leitungsverle-
gung, 120.000 DM, Ab-
schluss im Berichtsjahr
Bauingenieur-
gebäude
Bei Instandsetzungsarbeiten Auf-
finden überstrichener Pappen aus
schwach gebundenem Asbest unter
einem Teil der hölzernen Fester-
bretter im Bereich von Heizkörpern
Fachbetrieb entfernte die
Asbestpappen vor umfang-
reichen Umbauarbeiten in
einem asbestfreien Gebäude
Alter Bauinge-
nieurflügel,
Inst. f. Energie-
technik
Arbeitsplatten von Labormöbeln
aus Asbestzement
Entsorgung
Bergbau und
Hüttenwesen
Funde von asbesthaltigen Dich-
tungspappen und -schnüren mit
Verwendungsverbot nach der Ge-
fahrstoffverordnung
Entsorgungs- und
Sanierungsmaßnahmen
auch von Dichtungen an
Hochtemperaturöfen
Gewächshäuser
Bereich Dahlem
Anordnung des Landesamtes für
Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz
und technische Sicherheit
Austausch von Platten aus
Asbestzement (ca. 800 m²)
Franklinstraße In Verbindung mit Ausbau der
EDV-Verkabelung nach Wotan II
Funde von Lüftungskanälen aus
asbesthaltigen Platten
Teilsanierung der betroffe-
nen Bereiche
Tab. 6: Größere Asbestsanierungen
Technische Universität Berlin
32
neuen Wertstofftrennbehälter bieten in
diesen stark frequentierten Bereichen
den Abfallerzeugern alle vier Abfallfrak-
tionen auf einen Blick an. Die Anord-
nung der Kennzeichnung ist einheitlich
und dem Farbleitsystem der TU Berlin
entsprechend, so dass auch dieser Wie-
dererkennungseffekt eine effizientere
Trennung bewirkt. r eine anhaltend
gute Trennung ist jedoch die Pflege des
Systems und die ausreichende Behälter-
ausstattung von Bedeutung.
Getränkeautomaten nur noch
mit Pfandflaschen
Erfrischungsgetränke aus Automaten
werden seit dem Sommersemester 1999
nur noch in Pfandflaschen angeboten.
Zur Rücknahme der Mehrwegflaschen
sind zusätzlich Rücknahmeautomaten
aufgestellt worden, die das gezahlte
Pfand wieder zuckgeben. Durch die
Umstellung der Getnkeautomaten
werden hrlich über 200.000 Dosen we-
niger erzeugt und entsorgt. Die Entsor-
gungskosten werden eingespart. Dar-
über hinaus reduzieren sich trotz ge-
ringerer Packdichte der Flaschen
Transportwege, da die Abfüllanlage für
Mehrwegflaschen näher an Berlin gele-
gen ist als die für Dosen. Mit dieser
Maßnahme kommt die TU Berlin den
Forderungen des Kuratoriums nach und
trägt einen weiteren Schritt zur Erfül-
lung der Umweltleitlinien bei.
3.3.6 Abwasser
Im Zuge der Einleiterüberwachung kon-
trollierten die Berliner Wasserbetriebe
(BWB) die relevanten Bereiche mit chemi-
schen Laboratorien, Galvanik und Photola-
bors und beprobten fünf Gebäude. Wert
wurde dabei auf die Qualität des Umwelt-
managements vor Ort und die Entsor-
gungslogistik für wässrige Abfälle gelegt.
In allen Bereichen ergaben sich keine Bean-
standungen.
Bei der Senatsverwaltung für Stadtentwick-
lung beantragte die Abteilung IV die Ge-
nehmigung der Indirekteinleitung aller Ab-
wässer. Die Senatsverwaltung für Stadtent-
wicklung kontrollierte daraufhin einzelne
Gebäude, die ohne Beanstandungen eine
Freistellung nach der Indirekteinleiterver-
ordnung erhielten.
3.3.7 Brandschutz Einsatz einer
neuen Brandmeldeanlage
Gebäude und Anlagen in der TU Berlin
können nach einem Brand mit mehr oder
weniger großem Aufwand zwar wieder in-
stand gesetzt werden. Allerdings wiegen
der Verlust von menschlichem Leben und
die Beeinträchtigung der Gesundheit durch
den Brand und seine Nebenwirkungen auf
die Umwelt dagegen ungleich schwerer als
der Sachschaden. Selbst kleinere Brände be-
lasten bereits die Umwelt erheblich. Dem
vorbeugenden Brandschutz kommt daher
immer stärkere Bedeutung zu. Brände und
Explosionen haben darüber hinaus gezeigt,
dass auch Maßnahmen zum Schutz der
Umwelt und der sch- und Rettungs-
mannschaften erforderlich und sinnvoll
sind. Einen Beitrag dazu leistet die neue
Brandmeldeanlage (Anschaffungskosten
ca. 556 TDM).
Bei der alten Brandmeldeanlage SM 80, in
Betrieb seit Ende der achtziger Jahre, konn-
te die Ersatzteilversorgung und damit die
laufende Wartung durch die Firma nicht
mehr gewährleistet werden.
Das neue Behältersystem für Wertstoffe und Restmüll in den Foyers
Umweltbericht 1999–2001
33
Advertisement
In der neuen Anlage wird Wert auf Zuver-
lässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Bedie-
nungskomfort gelegt. In der Hauptloge,
die mit Terminal und Drucker ausgestattet
ist, laufen alle Störungs- oder Alarm- und
sonstigen Meldungen der angeschlossenen
TU-Gebäude ein und werden hier bearbei-
tet.
Desweiteren wurden im Stamm- und Nord-
gelände der TU Berlin Kernbereiche ge-
schaffen, die mit Druckern ausgerüstet
sind (Gebäude PN, TEL, MA, FR) und bei
Brandmeldungen die Hauptloge in ihrer
Arbeit unterstützen. Für die Datenpflege
ist im Bereich Sicherheitstechnische Diens-
te und Umweltschutz ein neuer Bearbei-
tungsplatz eingerichtet worden. Hier er-
folgt die Koordination zwischen der Firma,
den Abteilungen IV und V sowie SDU.
Die neue Brandmeldeanlage steuert und
überwacht den Datenverkehr, so dass bei
einem Feueralarm der Systemrechner die
Ausgabe der Meldung auf das Bedienfeld
sowie den Drucker gibt und die zutzliche
Auslösung von Steuerung und Alarmie-
rungsmitteln ermöglicht.
1999 und 2000 wurden folgende Gebäude
mit Brandmeldetechnik (BM) und Haus-
alarm (HA) mit Kosten von 73.000 DM
ausgerüstet: HT (BM), PC (BM, HA), FT
(HA), KWT (BM), KT (BM).
3.3.8 Forschungsreaktor im
Institut für Energietechnik
Der Versuchsreaktor mit der geringen
Strahlenleistung von 0,1 Watt befindet sich
im sogenannten Stillstandsbetrieb. Die end-
ltige Stillegung und Entsorgung des For-
schungsreaktors ist geplant. Diese Arbei-
70
75
80
85
1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
kWh pro m
2
Grafik 2: Entwicklung des Stromverbrauchs bezogen auf
die Gesamtnutzfläche
Jahr Stromverbrauch Flächenbezogener
Verbrauch
Ausgaben
1994 53.027.019 kWh 84,19 kWh/m² 11.190 TDM
1995 50.936.543 kWh 80,54 kWh/m² 10.229 TDM
1996 51.075.477 kWh 80,92 kWh/m² 9.488 TDM
1997 50.283.610 kWh 79,19 kWh/m² 8.861 TDM
1998 50.466.217 kWh 79,39 kWh/m² 7.658 TDM
1999 47.977.258 kWh 76,46 kWh/m² 7.852 TDM
2000 46.268.422 kWh 73,73 kWh/m² 7.216 TDM
Tab. 7: Verbrauchsdaten elektrischer Energie
7
8
9
10
11
12
13
14
1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
m pro Kopf
3
Grafik 3: Entwicklung des Pro-Kopf-Wasserverbrauchs
Jahr Wasser-
verbrauch
Wasser-
verbrauch
pro Kopf
Abwasser
1991 613.463 13,26 567.692
1992 637.004 13,49 592.541
1993 549.546 11,62 515.339
1994 545.933 11,71 513.063
1995 533.679 11,73 497.700
1996 499.310 11,68 475.098
1997 445.232 11,23 424.802
1998 360.217 9,91 325.715
1999 383.579 10,63 383.579
2000 293.302 8,20 k. A.
Tab. 8: Verbrauchsdaten von Zu-
und Abwasser
Technische Universität Berlin
34
ten sind vorbereitet und beginnen, sobald
dafür die praktischen Voraussetzungen vor-
liegen.
3.4
Umweltdaten und
ihre Bewertung
3.4.1 Elektrische Energie
Die Stromverbrauchsdaten sind in Tabel-
le 7 sowie in Grafik 2 aufgeführt. Die Ten-
denz der Abnahme des absoluten und rela-
tiven Stromverbrauchs besteht weiterhin,
hat sich im Berichtszeitraum verstärkt und
ist Ergebnis technischer Maßnahmen, ver-
besserten Nutzerverhaltens und einer sich
verkleinernden Universität.
3.4.2 Heizenergie
Bei der Vielzahl der Gebäude werden ver-
schiedene Heizsysteme eingesetzt. Eine
Übersicht der eingestzten Heizenergiear-
ten zeigen Tabelle 9 und Grafik 4. In ange-
mieteten Flächen hat die TU Berlin keinen
Einfluss auf die Art der Heizung. Die ange-
mieteten Flächen sollen verringert werden.
Daten über den Heizenergieverbrauch lie-
fert Tabelle 10 und Grafik 5. Auch bei der
Gebäudeheizung besteht die starke Ten-
denz der Abnahme des absoluten und rela-
tiven Energieverbrauches weiterhin. Eine
Budgetierung von Strom, Heizung und zu-
gewiesener Nutzfläche wird den Verbrauch
der Energie weiter senken.
Die Erfassung thermischer Energie wurde
1997 von verbrauchsunabhängiger Wärme-
kostenpauschale auf verbrauchsabhängige
Abrechnung umgestellt, so dass erst im
Folgejahr die Auswertung glich wurde.
3.4.3 Trinkwasser
Verbrauchsdaten für für Trinkwasser sind
Tabelle 8 sowie Grafik 3 zu entnehmen
Die Tendenz der Abnahme des absoluten
und relativen Wasserverbrauchs hält an
und hat sich von 1999 auf 2000 erheblich
verstärkt. Grund sind u. a. das Ersetzen
von Geräten mit Trinkwasserkühlung
durch Geräte mit internem Kreislauf und
das Installieren von Gebäudekreisläufen
durch die Abteilung IV.
Heizöl 9,07%
nicht spezifizierbare Wärme 5,89%
Nachtspeicherheizung 0,30%
Heizgas 12,56%
Fernwärme 72,19%
Stand 1997/98
Grafik 4: Anteile der verschiedenenHeizenergiearten(Fernwärme
und Heizgas witterungsbereinigt)
Heizenergiearten Heizenergie-
verbrauch
Versorgte
Fläche
Flächenbez.
Verbrauch
Fernwärme 75.203.978 kWh 421.575 178,39 kWh/m²
Heizöl 9.448.467 kWh 69.622 135,71 kWh/m²
Heizgas 13.086.846 kWh 52.911 247,34 kWh/m²
Nachtspeicherheizung 36.344 kWh 150 242,29 kWh/m²
Unspezifisch 6.135.500 kWh 30.793 199,25 kWh/m²
Tab. 9: Verbrauchsdaten der verschiedenen Heizenergieartenfür
1997/98 (unspezifischer Anteil aus Mietnebenkosten)
160
170
180
190
1998 1999 2000
kWh pro m
2
Grafik 5: Entwicklung des Verbrauchs an Heizenergie bezogen auf
die versorgte Fläche
Jahr Heizenergie-
verbrauch
Versorgte
Fläche
Flächenbezogener
Verbrauch
1998 114.305.031 kWh 629.323 181,63 kWh/m²
1999 109.948.670 kWh 627.519 175,21 kWh/m²
2000 107.700.452 kWh 627.519 171,63 kWh/m²
Tab. 10: WitterungsbereinigteVerbrauchsdaten für Heizenergie
Umweltbericht 1999–2001
35
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3.4.4 Brunnenwasser
Die TU Berlin fördert Brunnenwasser für
Kühlzwecke und zur bautechnischen Tro-
ckenhaltung von Gebäuden. Gekühlt wer-
den ume und Gete. Gefördert wird zu
Kühlzwecken an fünf Brunnen (siehe Ta-
belle 11), abgeleitet wird in die Regenwas-
serkanalisation oder über Negativbrunnen.
Verbunden mit Grundwassereintritten im
Kellern von TU-Gebäuden und der Außer-
betriebnahme des alten Kraftwerkes (heute
Gebäude KF) wurden 1984/1985 acht
Brunnen zur Grundwasserabsenkung bzw.
bautechnischen Trockenhaltung in Betrieb
genommen. Davon sieben im Bereich der
Gebäude P, BA und einer in der he des
Gebäudes TK. Alle Brunnenanlagen wer-
den planmäßig gewartet und instandgesetzt.
Die rdermengen ausgewählter Brunnen
im Vergleich zeigt Grafik 6.
Die Brunnenwasserförderung für die Tro-
ckenhaltung von Kellern ist unbefriedi-
gend, jedoch historisch notwendig gewor-
den. Alternativen wie das Abdichten wur-
den gutachterlich geprüft, mussten aber als
undurchführbar verworfen werden. Die
Verwendung des Wassers für eine Garten-
bewässerung wurde untersucht und konnte
nach einem Gutachten auf Grund unzurei-
chender Wasserqualität nicht verwirklicht
werden. Die Verwendung von Brunnenwas-
ser zu hlzwecken konnte teilweise ver-
ringert werden. Der hohe Verbrauch im
Gebäude TC wurde mehrmals geprüft und
ist nicht veränderbar. Der starke Anstieg
im Berichtszeitraum ist Ergebnis der Wie-
derinbetriebnahme der hlanlage nach ih-
rer Reparatur.
3.4.5 Wertstoffe, Abfälle
und Sonderabfälle
Abfälle und Wertstoffe
Über die Entwicklung der Abfall- und
Wertstoffmengen geben Tabelle 13 so-
wie Grafik 7 Auskunft. Abfall- und
Wertstoffarten und die Mengen der ein-
zelnen Fraktionen sind Tabelle 12 sowie
Grafik 8 zu entnehmen. Die kostenin-
tensivste Abfallart der Restmüll ist
in seinem Gewicht in den Jahren 1998
bis 2000 durch die abfallwirtschaftliche
Neuorganisation von 713 t über 649 auf
510 t um mehr als 200 t zuckgegan-
gen. Die erzielten Einsparungen allein
hierdurch betragen ca. 130.000 DM jähr-
lich. Der Umfang der Papierentsorgung
0
10.000
20.000
30.000
40.000
50.000
60.000
70.000
80.000
90.000
100.000
110.000
120.000
130.000
H-Neubau HL TC
1998 1999 2000
m3
Grafik 6: Entwicklung der Fördermengenausgewählter Brunnen
Nr. Standort Verwendung Abgerechnete Fördermengen
1998 1999 2000
5H-Altbau EDV, H-Altbau 361 0 0
6BH Hörsäle,
Biblithok,
Hallen
0 8.951 183
7H-Neubau Audimax, H104,
kleine Hörsäle
263 597 3.426
11 HL 21.130 13.876 13.909
13, 14 TC 6.438 61.807 124.712
Gesamtfördermengen 28.192 85.231 142.230
Tab. 11: Brunnenstandorte mit Fördermengen
Abfallart 1998 1999 2000
Restmüll 713,20 t 639,84 t 509,67 t
Papier 713,27 t 878,88 t 648,86 t
Verpackungen 76,00 t 70,00 t 53,00 t
Glas 350,00 t 350,00 t 150,00 t
Sperrmüll 246,48 t 163,75 t 103,21 t
Eisenschrott 84,50 t 31,20 t 72,25 t
Holzspäne 16,32 t 18,96 t 13,00 t
Hartkunststoffe 0,00 t 0,00 t 3,40 t
Gartenabfall 29,80 t 35,90 t 35,50 t
Baumischabfall 14,40 t 44,20 t 24,74 t
Tab. 12: Restmüll und Wertstoffarten
Technische Universität Berlin
36
ist erstmals im Jahre 2000 rückläufig,
aber bildet weiterhin den größten An-
teil des gesamten Abfalls. Die nächsten
Jahre werden zeigen, ob hier tatsächlich
das Papieraufkommen geringer wird
oder dies ein zufälliger Einbruch ist.
Die Ermittlung der Glasmengen wurden
in den vergangenen Jahren aufgrund des
Abholturnusses und der Behältervolu-
mina errechnet, unabngig vom tat-
sächlichen Füllungsgrad. Das Konzen-
trieren der Container auf dem Zentralen
Abfallplatz hat hier eine effizientere
Auslastung bewirkt. Zukünftig wird es
aber notwendig sein, für die Glasfrakti-
on plausiblere Daten zu ermitteln.
Der Aufbau der zentralen Entsorgungs-
infrastruktur für weitere Wertstoffe
wurde von den TU-Mitgliedern sehr gut
angenommen, was die Entwicklung der
Mengen entsorgten Metallschrotts der
Jahre 1999 bis 2000 mit 31 und 72 t
zeigt. Die separate Sammlung von ei-
nem ganz neuen Wertstoff Hartkunst-
stoff ermöglicht erstmals auch die Ver-
wertung dieses Abfalls. Im Jahre 2000
wurden 3,4 t erfasst.
30
40
50
60
70
1995 1996 1997 1998 1999 2000
kg pro Kopf
Grafik 7: Entwicklung der Pro-Kopf-Mengenan Abfall- und
Wertstoffen
0 100 200 300 400 500 600 700 800 900
Restmüll
Papier
Verpackungen
Glas
Sperrmüll
Eisenschrott
Holzspäne
Hartkunststoffe
Gartenabfall
Baumischabfall
1998
1999
2000
t
Grafik 8: Restmüll und Wertstoffarten
Jahr Wert- und
Abfallstoffmengen
Pro-Kopf-
Mengen
1995 1.827,98 t 40,18 kg
1996 1.931,99 t 45,20 kg
1997 2.193,66 t 55,33 kg
1998 2.251,00 t 61,94 kg
1999 2.241,00 t 62,13 kg
2000 1.619,00 t 45,24 kg
Tab. 13: Entwicklung der Mengen an Wert- und
Abfallstoffen
Umweltbericht 1999–2001
37
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Tabelle 14 und Grafik 9 geben die Ent-
wicklung der Elektronikschrottmengen
wieder. Auch in den Jahren 1998 bis
2000 stellt die zentrale Entsorgung von
Geräten, Computern etc. mit 35, 25 und
33 t erwartungsgemäß einen erhebli-
chen Anteil dar. Durch Umzüge und
weitere Umstrukturierungen an der TU
Berlin wird dieser Trend bleiben.
Sonderabfall
Über die Entwicklung der Sonderabfall-
mengen geben Tabelle 15 sowie Gra-
fik 10 Auskunft. Sonderabfallarten und
die Mengen der einzelnen Fraktionen
sind Tabelle 16 sowie Grafik 11 zu ent-
nehmen.
Die Entsorgung von Sonderabfällen ist
in den Jahren 1998 bis 2000 in der Ge-
samtmenge mit ca. 100 t relativ kon-
stant geblieben. Durch Aufräum- und
Sonderaktionen sind im Jahr 2000 mehr
als doppelt so viele Laborchemikalien
und Asbestabfälle wie im Jahr 1999 ent-
sorgt worden. Dagegen ist die entsorgte
Altölmenge um die lfte gesunken. Es
zeigt sich insgesamt ein gleichbleiben-
der Trend in der Entsorgung von Son-
derabfall in den vergangenen Jahren. Zu
beachten ist, dass erfasste und ord-
nungsgemäß entsorgte Sonderabfälle
nicht illegal in Luft, Abwasser, Abfall
und Boden gelangen. An der Menge ist
erkennbar, dass die Entsorgungsinfra-
struktur angenommen wird.
Die spezifischen Entsorgungskosten lie-
gen im Mittelwert bei ca. drei DM/kg,
die Laborchemikalienentsorgung ist
doppelt so teuer.
Gefahrgut
Im Jahresbericht 1999 unseres Gefahr-
gutbeauftragten sind erstmals die von
der Verflüssigungsanlage (Gebäude
0
10
20
30
40
1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
t
Grafik 9: Entwicklung der Elektronikschrottmengen
Jahr Menge Elektronikschrott
1994 2,00 t
1995 2,50 t
1996 7,50 t
1997 26,78 t
1998 35,67 t
1999 25,01 t
2000 33,36 t
Tab. 14: Entwicklung der
Elektronikschrottmengen
Jahr Sonderabfallmenge Pro-Kopf-Menge
1991 56,06 t 1,21 kg
1992 77,61 t 1,64 kg
1993 77,70 t 1,64 kg
1994 95,01 t 2,04 kg
1995 77,50 t 1,70 kg
1996 101,23 t 2,37 kg
1997 116,37 t 2,94 kg
1998 107,00 t 2,94 kg
1999 98,00 t 2,72 kg
2000 104,00 t 2,91 kg
Tab. 15: Entwicklung der Sonderabfallmengen
1,0
1,5
2,0
2,5
3,0
1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
kg pro Kopf
Grafik 10: Entwicklung der Pro-Kopf-Mengen an Sonderabfällen
Technische Universität Berlin
38
PN) in den Transport gegebenen Ge-
fahrgüter Stickstoff und Helium genau-
er erfasst worden. Die TU Berlin gibt
jährlich mehr als ca. 35 t gefährliche Gü-
ter in Form von Sonderabfällen an Ent-
sorgungsfirmen ab. Bei diesen Vorgän-
gen sind Deklaration, Kennzeichnung
und Verpackung verantwortlich von
den universitätsinternen Versendern
vorzunehmen bzw. zu verwenden.
3.4.6 Arbeits- und Wegeunfälle
Bei den Wegeunfällen der Beschäftigten
wie auch ähnlich bei den Studierenden
liegt der Schwerpunkt im wesentlichen bei
Fahrradunfällen mit 42,9 % (27 Unfälle)
und Unfällen zu Fuß mit 34,9 % (22 Unfäl-
le). Über die Entwicklung der Unfallzahlen
im Vergleich mit der RWTH Aachen und
der TU München informieren Tabelle 17
sowie Grafik 12 auf Seite 40. Im Vergleich
erleiden die TU-Beschäftigten spezifisch
erheblich weniger Unfälle als diejenigen
der Vergleichshochschulen.
01234567891011121314
Absorber
Altöl, Emulsionen
Asbestprodukte
Autobatterien, Akkus
chemisch verunreinigte Betriebsmittel
Farben, Klebstoffe
Entwickler, Fixierer
Infektiöse Abfälle
Kühlgeräte
Laugen
Leuchtstofflampen
Lösemittelgemische
Laborchemikalien
ölhaltige Betriebsmittel, Leeremballagen
PCB-Kondensatoren
Quecksilberabfälle
Säuren
schwermetallhaltige Lösungen
1999
2000
t
Grafik 11: Sonderabfallmengen aufgeschlüsselt nach Abfallarten
Sonderabfallart 1999 2000
Absorber 0,10 t 0,50 t
Altöl, Emulsionen 13,10 t 6,45 t
Asbestprodukte 3,91 t 10,44 t
Autobatterien, Akkus 0,00 t 0,40 t
chemisch verunreinigte Betriebsmittel 5,17 t 3,71 t
Farben, Klebstoffe 0,42 t 1,46 t
Entwickler, Fixierer 4,78 t 5,44 t
Infektiöse Abfälle 0,34 t 0,15 t
Kühlgeräte 0,71 t 1,15 t
Laugen 0,19 t 0,00 t
Leuchtstofflampen 12,00 t 11,00 t
Lösemittelgemische 11,39 t 11,85 t
Laborchemikalien 3,52 t 8,73 t
ölhaltige Betriebsmittel, Leeremballagen 2,31 t 3,12 t
PCB-Kondensatoren 0,11 t 0,15 t
Quecksilberabfälle 2,33 t 0,00 t
Säuren 4,48 t 0,79 t
schwermetallhaltige Lösungen 1,75 t 2,08 t
Tab. 16: Sonderabfallmengenaufgeschlüsselt nach Abfallarten
Umweltbericht 1999–2001
39
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Die wesentlichen Ursachen von Fahrradun-
fällen an der TU Berlin sind in Tabelle 18
dargestellt.
Von SDU-Seite wird versucht, die Unfall-
häufigkeit durch ein spezielles Weiterbil-
dungsangebot für Beschäftigte zu mindern.
3.4.7 Brandschutzstatistik
Die Statistik kann in ihrer Gesamtheit nur
eine grobe Zusammenstellung des Brandge-
schehens an der TU Berlin darstellen. Ei-
nen Überblick über die Entwicklung der
Feurwehreinsätze vermitteln Tabelle 19 so-
wie Grafik 13. Die 20 Feuerwehreintze
im Jahre 2000 teilen sich auf: Neun Einsät-
ze für die Rettung hilfloser Personen (Ur-
sache liegt z. B. in der he zum Bahnhof
Zoologischer Garten), sechs Einsätze zur
Brandbempfung, jeweils drei durch Feu-
erwehr und Hochschulmitglieder, fünf Ein-
sätze durch Fehlalarm aufgrund techni-
scher Ursachen, die inzwischen behoben
wurden. Zukünftig sollen in der Brand-
schutzstatistik regelmäßig die Fehlalarme
ausgewiesen werden.
Brände früh zu Erkennen verkleinert die
Brandschäden. In den drei llen, in denen
die Feuerwehr tätig werden musste, gab es
auf Grund fehlender Rauchmelder keine
Früherkennung. Daher erweitert die Abtei-
lung IV die Ausstattung mit Brand- und
Rauchmeldern. Dies erfolgt nach den Krite-
rien Brandlast in Gebäuden, Anzahl von
PC-Pools, Frequentierung der Gebäude
durch Studierende und Sondernutzung von
Räumen (siehe auch 3.3.7 Brandschutz
Einsatz einer neuen Brandmeldeanlage).
Beim Brand im Gebäude HFT mit einer
Gesamtschadenssumme von ca. 28.000 DM
löste ein nicht überwachter Dauerversuch
den Brand aus. Zum Schutz bei Dauerver-
suchen über einen längeren Zeitraum bietet
der Bereich Sicherheitstechnische Dienste
und Umweltschutz (SDU) das Ausleihen
einer mobilen Brandmeldeanlage an. Der
Brand im Gebäude ACK, Fachgebiet Plasti-
sches Gestalten mit dem Gesamtschaden
von ca. 55.000 DM ist auf die Entsorgung
von Aschenbecherresten in den Papierkorb
zurückzuführen. Auch mehrere andere
Brände entstanden durch unsachgemäße
Entsorgung von noch glimmenden Zigaret-
ten- oder Ascheresten in Plastikpapierr-
ben. Als Gegenmaßnahme wurden Schilder
und selbstlöschende Abfallbehälter an gut
sichtbaren Stellen z. B. vor rsälen aufge-
stellt. Die Pinnwände im Gebäude H
(Treppenaufgänge) an denen Brandstiftung
begangen wurde, sind entfernt worden.
Eine Übersicht der Feuerlöschernutzungen
im Berichtszeitraum enthält Tabelle 20.
Regelmäßig führt die TU Berlin im Rah-
men der Weiterbildung Brandschutzsemi-
nare mit praktischen Löschübungen auf
Jahr Anzahl Arbeits- und Wegunfälle
absolut je 1000 Beschäftigte
TU Berlin RWTH Aachen TU München
1996 124 21,4 27,6 25,2
1997 123 22,9 27,1 29,2
1998 120 23,3 27,1 26,0
1999 112 21,9 24,4 27,3
2000 116 22,8 28,7 28,1
Tab. 17: Arbeits- und Wegunfälle der Beschäftigten im Vergleich
mit der RWTH Aachen und der TU München
Unfallursache Fälle
Verkehrsunfälle PKW mit Fahrrad 11
Wegrutschen auf glatter, nasser Straße 8
Hindernisse auf dem Fahrradweg
oder Bürgersteig
4
Tab. 18: Wesentliche Ursachen von
Fahrradunfällen
20
22
24
26
28
30
1996 1997 1998 1999 2000
TU Berlin RWTH Aachen TU München
Anzahl pro 1.000 Beschäftigte
Grafik 12: Entwicklung der Arbeits- und Wegunfälle im Vergleich
mit der RWTH Aachen und der TU München
Technische Universität Berlin
40
verschiedenen Geländeteilen durch, an de-
nen im Jahr 2000 ca. 110 TU-Angehörige
teilnahmen.
Aufzugsalarm lösten die Nutzer im Jahre
2000 ca. 1.400 mal aus. Darin enthalten
sind ca. 300 tatsächliche Personenbefreiun-
gen. Um die ufigen Fehlalarme zu ver-
mindern, wird eine Veränderung des Eta-
gentableaus in den Aufzügen geprüft.
3.5
Betriebliche Anwendung
umweltbezogener Lehre
und Forschung
Einige ausgewählte Beispiele für den Be-
richtszeitraum sind:
Studierende der Lehrveranstaltungen
Umweltmanagement und -auditing und
Übungen zum Umweltmanagement wur-
den an dem Projekt Öko-Audit für den
Betrieb der TU Berlin beteiligt.
Ein Umweltschutzingenieur betreute
fachlich zwei Diplomarbeiten: Zentrale
und dezentrale Umweltkennziffern für
ein Öko-Audit am Beispiel der TU Ber-
lin und Standards von zertifizierten Um-
weltmanagementsystemen an Universitä-
ten hinsichtlich ihrer Verwendung an der
TU Berlin.
Die aus der betrieblichen Praxis entwi-
ckelte und laufend fortgeschriebene Liste
mit Themen für Projekt-, Studien- und Di-
plomarbeiten die den Betrieblichen Um-
weltschutz unterstützen sollen, ist für Stu-
dierende veröffentlicht unter www.tu-
berlin.de/zuv/sdu/kooptub.htm.
Lehrverbund Verkehrskonzept
TU Berlin
Die Ergebnisse einer Befragung zum
TU-Wirtschaftsverkehr und dem Ver-
kehrsverhalten der TU-Beschäftigten
durch Studierende sollen in der betrieb-
lichen Praxis Anwendung finden. Nähe-
res siehe unter 3.2.3 Verkehr, Parkraum-
bewirtschaftung.
Jahr Feuerwehr-
einsätze
1990 32
1991 44
1992 36
1993 53
1994 34
1995 52
1996 36
1997 50
1998 19
1999 36
2000 20
Tab. 19: Feuerwehr-
einsätze
0
10
20
30
40
50
60
1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
Anzahl
Grafik 13: Anzahl der Feuerwehreinsätze
Vorgang Anzahl Gebäude Bemerkung
Diebstahl 8H,EB
Missbrauch 46
davon 20 H Plombenbeschädigung
5 EB Studentische Feiern
Einsatz 12
davon 5 TC Löschversuch einer Destille
3 H Löschversuch der Brandstiftung an
Pinnwänden
Tab. 20: Feuerlöschernutzung im Berichtszeitraum
Umweltbericht 1999–2001
41
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Herausgeber und
verantwortlich für den Inhalt:
Der Präsident der Technischen Univer-
sität Berlin, Prof. Hans-Jürgen Ewers
Redaktion:
Thomas Albrecht, Umweltschutzinge-
nieur (SDU 20)
Inhaltlich verantwortlich für den Teil
Betrieb TU Berlin:
Beschäftigte der Abteilung IV und des
Bereiches SDU entsprechend ihrer Zu-
ständigkeit.
Inhaltlich verantwortlich für den Teil
Dienstleistung Forschung, Lehre und
Weiterbildung:
Dr. Patrick Thurian (HC 5)
Layout und Gestaltung:
Thomas Koegstadt
Herstellung:
TU-Druckerei
Gedruckt auf Recyclingpapier aus 100 %
Altpapier mit Umweltzeichen Blauer
Engel.
Auflage:
1000 Exemplare
Bildnachweis:
Titelfotos (von oben nach unten): Paul
Glaser, Thomas Albrecht, Pressestelle
der TU Berlin, Frau Weiß
Umschlaginnenseite: Royal Air Force
Fotos auf den Seiten 3 und 43: Presse-
stelle der TU Berlin, Frau Weiß
Fotos auf den Seiten 4 und 5: entnom-
men aus der Broschüre Umweltleitlini-
en der TU Berlin
Foto Seite 10: Inge Kundel-Saro
Foto Seite 11: Frank Peters
Fotos auf den Seiten 24, 25, 27, 28
und 33: SDU
Impressum
Kontakt
Technische Universität Berlin
Der Präsident
Umweltschutzingenieur (SDU 20)
Strasse des 17. Juni 135
10623 Berlin
(030) 314-2 13 92
(030) 314-2 11 45
t.albrecht@tu-berlin.de
www.tu-berlin.de/zuv/sdu/UWS/
uws.htm
Danksagung:
Der verantwortliche Redakteur dankt al-
len Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der Universität, die zum Zustandekom-
men dieses Umweltberichtes beigetra-
gen haben.
Der vorliegende Bericht ergänzt die Berichte
1995, 1996 und 1998 und führt weiter gültige
Angaben nicht wieder auf. Die Berichte sind
im Internet einsehbar unter: www.tu-berlin
.de/zuv/sdu/UWS/uws.htm#4. Der aktuelle
Berichtszeitraum umfasst die Jahre 1999 bis
2001 mit wesentlichen Neuerungen bis Re-
daktionsschluss im Oktober 2001.
Umweltschutzingenieur Thomas Albrecht
Umweltbericht 1999–2001
43
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Blick auf das Stammgelände
Das Stammgeländeder Technischen Universität Berlin aus der Luft: Im Mittelpunkt der Südcampus mit Hauptgebäude,
im Hintergrund der Nordcampus
Hochschule der Künste (HdK)
Studentenwerk Berlin,
TU-Mensa
Physik-
Neubau
(P-N)
Physik-Altbau (P) Hauptgebäude (H)
Umwelttechnik
KF-Gebäude()
Chemiegebäude (C)
Technische Chemie
(TC-Gebäude)
Elektrotechnik-
Neubau (E-N)
Mathematik-
gebäude (MA)
Leitwarte
(TK-Gebäude)
Architektur-
gebäude (A)
BH-Gebäude
EB-Gebäude
Schematische Erläuterung des Luftbildes: Hervorgehoben sind lediglich die bedeutendsten Gebäude; das Studentenwerk
sowie die Gebäude und Anlagen der Hochschule der Künste sind nicht Teil der Technischen Universität Berlin
Umweltbericht 1998–2000
U–II
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