OPTIMIERUNGDESFUNKTIONSUMFANGESVON
AIRPORTMOVINGMAPSDURCH
ANALYSEVONRUNWAYINCURSIONS
vorgelegtvon
Diplom‐PsychologinMasterofScience
StefanieHuber
ausBerlin
vonderFakultätV–Verkehrs‐undMaschinensysteme
derTechnischenUniversitätBerlin
zurErlangungdesakademischenGrades
DoktorinderIngenieurwissenschaften
—Dr.‐Ing.—
genehmigteDissertation
Promotionsausschuss:
Vorsitzender:Prof.Dr.‐Ing.MatthiasRötting
Berichter:Prof.Dr.‐Ing.ThomasJürgensohn
Berichter:Prof.Dr.DietrichManzey
TagderwissenschaftlichenAussprache:11.Oktober2011
Berlin2012
D83
II
III
Danksagung
An erster Stelle möchte ich der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die
Förderung dieser Arbeit im Rahmen des Graduiertenkollegs prometei an der
Technischen Universität Berlin danken sowie der Frauenförderung an der
Technischen Universität Berlin, die mir im Rahmen eines
Promotionsabschlussstipendiums die Weiterführung und erfolgreiche Fertigstellung
der Arbeit ermöglicht haben.
Mein großer Dank gilt vor allem meinen beiden Betreuern, Prof. Dr.-Ing. Thomas
Jürgensohn und Prof. Dr. Dietrich Manzey von der Technischen Universität Berlin,
die mit regen Diskussionen und kritischem Nachfragen die Arbeit inhaltlich und
methodisch bereichert und nicht zuletzt auch in ihrer Struktur voran gebracht haben.
Strukturell wäre die Arbeit auch nicht da, wo sie heute ist, ohne das Gespräch mit
Prof. Dr. Oliver Sträter von der Universität Kassel.
Ferner hätte diese Arbeit niemals realisiert werden können ohne die Mitarbeit meiner
wissenschaftlichen Hilfskräfte und Studenten, die mich stets aufopfernd bei meinen
Recherchen und Studien unterstützten und Arbeiten im Themenfeld anfertigten. Ein
großes Dankeschön daher in chronologischer Reihenfolge an Luisa Hahn, Anne
Bleyer, Myrjam Becker, Jan Krahl, Matthias Schulz und Hamilton Gross.
Darüber hinaus möchte ich zahlreichen Fachleuten meinen Dank aussprechen, ohne
deren Expertise, Hilfe und Einschätzungen ich sicherlich an der einen oder anderen
Stelle etwas verloren gewesen wäre. Dazu zählen Karsten Severin, Johann Reuß und
seine Kollegen von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung; Jörg Leonhardt,
Detlef Schulz-Rückert, Martin Rulffs und Torsten Przybyla von der Deutschen
Flugsicherung; Christoph Vernaleken und Carole Urvoy von der Technischen
Universität Darmstadt; Bernd Boche und Prof. Dr. Robert Luckner vom Institut für
Luft- und Raumfahrt der Technischen Universität Berlin sowie Michael Siebecke von
Germanwings. Ferner danke ich all den vielen Piloten, die an meinen Umfragen und
Studien teilgenommen haben. Sie ermöglichten mir nicht nur zahlreiche Einblicke in
die Welt der Luftfahrt, sondern bereicherten diese Arbeit durch ihr Engagement und
ihre Kommentare zu den entwickelten Funktionalitäten.
Auch der Firma Jeppesen, vornehmlich Marco Gärtner, Marc Launer und Nico
Zimmer, sei herzlich dafür gedankt, dass sie mir eine Forschungsvariante ihrer
aktuellen Airport Moving Map zur Verfügung stellten. Ohne diese nicht finanziell
IV
motivierte Zusammenarbeit hätten die verfügbaren Prototypen niemals
implementiert und in realen Szenarien getestet werden können.
Die Gespräche in den Arbeitsgemeinschaften des Graduiertenkollegs und mit
meinen Kollegen von prometei haben diese Arbeit sehr vorangebracht und in Phasen
der Demotivation ein gemeinsames Leiden möglich gemacht. Und so danke ich nicht
nur für ihren inhaltlichen und methodischen Rat stellvertretend für das gesamte
Kolleg und in alphabetischer Reihenfolge Susanne Dannehl, Nina Gérard, Saskia
Kain, Michael Minge, Jens Nachtwei, Anna Pohlmeyer, Stefan Schaffer, Udo
Schubert, Christian Stößel, Anne Wegerich und Eva Wiese. Ein Dank geht hier auch
an Sascha Mahlke für den – wie ich finde – gelungenen Aufbau seiner eigenen
Arbeit, den ich zumindest zu Beginn in Auszügen nachgeahmt habe.
Besonders hervorgehoben unter meinen Kollegen sei Sebastian Welke, der sich drei
Jahre mit mir ein Büro geteilt hat und besser als jeder andere über meinen täglichen
Motivations-Demotivations-Zyklus Bescheid weiß. Er war mir stets ein Mutmacher
und hat mich mit seiner Begeisterung angesteckt, wenn die Dissertation mal wieder
ohne roten Faden schien. Auch wären ohne ihn niemals die vielen Formeln zu
diversen Themen des Alltags, darunter die legendäre Transformationsformel,
entstanden, deren Einzelkomponenten ich dem Leser hier vorenthalten möchte.
Meinen Freunden, allen voran Maren Ullrich, Saskia Kain, Jeronimo Dzaack,
Clemens Gnad, Katja Kopatz, Steffi Knorr und Rike Brecht sei für ihren Beistand und
ihren Zuspruch gedankt. Ein großer Dank gebührt auch meinem Freund Hardy
Smieszek, der auf die oftmals gestellte Frage „wie lange machst du denn heute
noch?“ und die wiederholte Antwort „nur noch 10 Minuten“ stets über die Maßen
verständnisvoll und geduldig war, sich niemals beschwert hat, wenn ich am Feiertag
im Büro war, und ohne den ich die Arbeit sicherlich nicht so schnell und motiviert zu
Ende gebracht hätte.
Nicht zuletzt danke ich meiner Familie, sowohl den Hubers als auch den
Balleiningers, für ihr unermüdliches Nachfragen über den Status der Arbeit, das
Ertragen meines Gebrummels bei der Antwort, und ihre wertvolle Unterstützung
aus der Ferne. Ohne sie im Hintergrund und als Vorbild hätte ich es auf meinem
Lebensweg nicht so weit gebracht.
Ein Dank auch allen, die diese Arbeit bereichert haben, und die ich hier vergessen
habe zu erwähnen.
V
Kurzfassung
Bis zum Jahre 2025 rechnen Experten mit einer Verdopplung der Zahl an
Flugbewegungen im europäischen Raum. Mit steigender Verkehrsdichte droht sich
der Trend zu Runway Incursions (RI) – Vorfällen und Unfällen am Boden, bei der
sich ein Flugzeug, Fahrzeug oder eine Person an einer falschen Stelle in Start-/
Landebahnnähe aufhält – noch zu verschärfen. Aufgrund welcher Faktoren es zu
derartigen Ereignissen kommt und wie es mittels technischer Unterstützung
gelingen kann, die Zahl an RI zu senken, ist Gegenstand dieser Arbeit. Untersucht
wurden die Ursachen von Vorfällen auf deutschem Boden, um den
Funktionsumfang des Cockpitassistenzsystems Airport Moving Map (AMM) zur
Verhinderung derartiger Ereignisse zu optimieren.
Bisher wurde versäumt, die generellen Ursachen deutscher RI durch eine
vergleichende Betrachtung zu ermitteln. Aus diesem Grund wurden mittels einer
qualitativen Inhaltsanalyse die schwersten deutschen Vorfälle der letzten zehn Jahre
analysiert. Die Vielzahl identifizierter Faktoren wurde sukzessive reduziert, bis sich
drei wesentliche Problembereiche aus Pilotenperspektive zeigten: eine fehlende
Orientierung auf dem Rollfeld, eine Abweichung von Freigaben und eine zu geringe
Erkennungsrate von RI.
Welchen Beitrag die AMM zur Verhinderung solcher Ereignisse leisten kann, war bis
dato ungewiss, da ein Abgleich zwischen den Funktionalitäten von AMM und den
Ursachen von RI fehlte. Um diese Lücke zu schließen, folgte der Ereignisanalyse eine
derartige Gegenüberstellung, die belegen konnte, dass das Potenzial von AMM zur
Verhinderung von RI noch nicht vollends ausgeschöpft ist. Basierend auf diesen
Ergebnissen und generellen Designprinzipien zur Gestaltung von AMM wurden drei
neue Funktionalitäten zur Prävention und Intervention bei RI bis zur Prototypenreife
entwickelt, in eine bestehende AMM implementiert und in experimentellen Studien
mit Verkehrspiloten getestet. Die Ergebnisse konnten den Erfolg der Funktionalitäten
sowohl in objektiven Maßen (z.B. Reaktionszeiten, Situationsbewusstsein) als auch
subjektiven Maßen (z.B. Workload, Zufriedenstellung, Sicherheitszugewinn)
nachweisen. Befragt nach ihrer Präferenz sprach sich die Mehrheit der Piloten für die
Einführung der Funktionalitäten aus.
Mit dieser Arbeit konnte ein Beitrag zur Ergründung der Ursachen deutscher RI
erbracht und mit der Entwicklung neuer Funktionalitäten weiteres Potenzial der
AMM zur Verhinderung von RI erschlossen und nachgewiesen werden.
VI
Abstract
With experts expecting European air traffic to double by 2025, the increasing traffic
density threatens to increase the trend towards runway incursions (RIs). RIs are a
particular class of incidents and accidents on the ground, defined as any occurrence
at an aerodrome involving the incorrect presence of an aircraft, vehicle or person on
the protected area of a surface designated for the landing and take off of aircraft. This
doctoral thesis looks into the contributory factors and how the number of RIs can be
decreased through technological means. In order to prevent further such incidents,
German RIs were analysed with a view to optimising the range of functions of the
Airport Moving Map (AMM) cockpit assistance system.
Until now, no comparative studies have looked into common causes of German RIs.
For this reason a qualitative content analysis was conducted into the most serious RI
incidents over the last ten years on German soil. After successively consolidating the
large number of contributory factors, three main problem areas became evident:
orientation on the airfield surface, deviation from clearances and a low detection rate
of RIs once underway.
Since the scale of the AMM’s contribution to the prevention of RIs was unclear, a
comparison of AMM functions with RI contributory factors was carried out. Based
on these findings and general AMM design principles, three new functions for the
prevention of RIs and for the mitigation of their consequences were developed. The
functions were then implemented within an existing AMM research prototype and
were tested with airline pilots in experimental studies. The findings proved the
success of the functionalities in objective measures (e.g. reaction times, situational
awareness) and subjective measures (e.g. workload, user satisfaction, safety gain).
The majority of the pilots recommended implementing the functionalities.
This thesis makes a contribution towards the identification of the causes for German
RIs and in addition, experimentally proves further AMM functions for the
prevention of RIs.