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ıntern
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Januar 2011
www.tu-berlin.de/newsportal
INNENANSICHTEN
Neue Fassade
Die Baumaßnahmen auf dem TU-
Campus aus dem Konjunkturpro-
gramm II werden demnächst be-
endet Seite 3
Komprimiert und vereinfacht
Die Personalratsvorsitzende Kers-
tin Toepfer erklärt, worauf Be-
schäftigte beim neuen Tarifvertrag
achten sollten Seite 3
FORSCHUNG
Malschulen– Wirklichkeit oder
Mythos?
Das Forschungsprojekt „ArtTrans-
Form“ untersucht die deutsch-fran-
zösischen Kunstbeziehungen im
19. Jahrhundert Seite 5
Inhalt
Die Hochschulzeitung der Technischen Universität Berlin
Im Dezember 2010 gab das European
Research Council (ERC) einen weiteren
Gewinner eines Advanced Grant für
die TU Berlin bekannt: Volker Mehr-
mann, TU-Professor und Sprecher des
DFG-Forschungszentrums MATHEON,
wird mit Mitteln in Höhe von 1,9 Mil-
lionen Euro für sein Projekt „Model-
lierung, Simulation und Regelung von
Multi-Physik-Systemen“ ausgestattet.
Er ist bereits der fünfte TU-Forscher,
der im Jahr 2010 einen der begehrten
europäischen Preise erhielt. Im Som-
mer bekamen die Physikerin Prof. Dr.
Janina Maultzsch, die Mathematike-
rin Prof. Dr. Olga Holtz, der Mathe-
matiker Prof. Dr. Peter K. Friz und der
Informatiker Marc Alexa die renom-
mierten ERC Starting Grants für Nach-
wuchswissenschaftler. Im Jahr 2009,
dem ersten Jahr der Vergabe, wurden
der Ingenieurwissenschaftler Prof. Dr.
Oliver Paschereit und der Mathemati-
ker Prof. Günter M. Ziegler, PhD, auch
mit einem Advanced Grant ausge-
zeichnet.
„Ich gratuliere Volker Mehrmann im
Namen der Universität zu dem ange-
sehenen Grant. Die TU Berlin kann
damit auf insgesamt sieben angesehe-
ne Förderungen durch das ERC ver-
weisen. Das zeigt unsere Stärke im
europäischen Wettbewerb um Dritt-
mittel, vor allem auch, weil das ERC
ausschließlich Spitzenleistungen und
zukunftsweisende Ideen fördert“, so
Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Präsi-
dent der TU Berlin.
In dem Förderzeitraum von fünf Jah-
ren will Volker Mehrmann einen neu-
en Ansatz zur integrierten Modellie-
rung, Simulation und Regelung von
dynamischen Systemen entwickeln.
Solche Systeme werden unter ande-
rem in der elektronischen Schaltungs-
simulation, der Mehrkörperdynamik,
der chemischen Verfahrenstechnik und
vielen anderen Anwendungsfeldern
benutzt. Die automatisierte Model-
lierung solcher Systeme ist besonders
schwierig, hilft jedoch, teure Experi-
mente zu vermeiden, und ist Voraus-
setzung für den Bau von Prototypen.
Wichtig ist dabei eine fehlerkontrol-
lierte Modellreduktion und die Kont-
rolle beziehungsweise Unterdrückung
der Fehlerübertragung zwischen den
Komponenten.
Volker Mehrmann ist seit 2000 Profes-
sor am Institut für Mathematik der TU
Berlin und leitet die Forschungsgrup-
pe „Numerische Mathematik“. Er ge-
hört seit der Gründung des DFG-For-
schungszentrums MATHEON dessen
Vorstand an und ist seit Sommer 2008
der Sprecher des Zentrums. Es führt
alle mathematischen Institute der Ber-
liner Universitäten und zwei außeruni-
versitäre Forschungseinrichtungen zu-
sammen. Das ERC wurde durch die
Europäische Union im Jahr 2007 ge-
schaffen, um wissenschaftliche Exzel-
lenz und innovatives Potenzial europa-
weit zu fördern. tui
å www.math.tu-berlin.de/~mehrmann/
Ende der Aufbauphase
Europäisches Spitzenprojekt EIT
ICT Labs als erstes KIC gestartet
Die neue Wissens- und Innovations-
gemeinschaft „EIT ICT Labs“, die
mit der TU Berlin als einer der nati-
onalen Hauptpartnerinnen des Ver-
bunds im Januar 2010 startete, hat
jetzt als erste erfolgreich die Aufbau-
phase beendet. Drei dieser Verbünde,
Knowledge and Innovation Communi-
ties (KICs) genannt, waren vom Euro-
pean Institute for Innovation and Tech-
nology (EIT) zur Förderung mit je etwa
100 Millionen Euro ausgewählt wor-
den. Das Konsortium „EIT ICT Labs“
aus deutschen, niederländischen, fin-
nischen, französischen und schwedi-
schen Universitäten, Forschungsein-
richtungen und Unternehmen bündelt
die europäischen Partner aus Wissen-
schaft und Wirtschaft im Zukunfts-
feld der Informations- und Kommu-
nikationstechnologien. Sein Ziel ist
ein grundlegender Wandel Europas
hin zu einer Wissensgesellschaft, de-
ren Innovationsaktivitäten durch die
verstärkte Verbreitung von internet-
basierten Diensten beschleunigt und
ausgeweitet werden. Ein Dreiklang
aus Forschung, Innovation und Ausbil-
dung soll dies forcieren. Die Projekts-
tandorte sind Berlin, Eindhoven, Hel-
sinki, Paris und Stockholm. Nachdem
die notwendigen gesetzlichen nationa-
len und internationalen Strukturen ge-
schaffen waren, konnte am 13. Dezem-
ber 2010 das „Framework Partnership
Agreement“ unterzeichnet werden.
Dieser formale Akt markierte gleich-
zeitig den Startschuss für die nun be-
ginnende siebenjährige Förderung des
Projektes durch das EIT. tui
Nachts auf Jobsuche
„Nacht der Unternehmen“ diesmal
an der TU Berlin
D
ie Career Center der Berliner
Hochschulen bieten gemeinsam
ein neues Format der Jobvermittlung
an. Bei der zweiten „Nacht der Un-
ternehmen“ am 16. Februar 2011–
Gastgeber ist diesmal die TU Berlin–
haben Studierende und junge For-
schende die Möglichkeit, potenzielle
Arbeitgeber aus Energie, Automotive,
Logistik, IT und neuen Technologien
kennenzulernen. Ein Busshuttle, der
vor dem Hauptgebäude startet, führt
direkt zu den über zwanzig beteilig-
ten Unternehmen. Dort können die
Jobsuchenden ihre Karrierechancen
in Gesprächen mit den Personal- und
Fachverantwortlichen ausloten. Die
Auftaktveranstaltung mit Podiumsdis-
kussion, an der neben TU-Präsident
Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach hochran-
gige Vertreter aus der Wirtschaft teil-
nehmen, beginnt um 15 Uhr im Licht-
hof der TU Berlin.
Die zweite „Nacht der Unternehmen“
wird realisiert von der TEMA Techno-
logie Marketing AG zusammen mit
den TU-Bereichen „Career Service“,
„Fundraising und Unternehmens-
kontakte“ sowie der Bauabteilung
und von Kooperationspartnern unter-
stützt. Um Anmeldung für die Bustou-
ren wird gebeten. tui
å www.berlin.nachtderunternehmen.de
D
as Bundesministerium für Bil-
dung und Forschung hat das For-
schungsprojekt „Messtechnikbasierte
Gangoptimierung“ mit dem „Innova-
tionspreis Medizintechnik 2010“ aus-
gezeichnet. Es ist ein Vorhaben von
TU Berlin, der Orthopädischen Kli-
nik der Medizinischen Hochschule
Hannover, dem Unternehmen Otto
Bock HealthCare und dem Rehab-
tech Research Lab, dem neuen An-
Institut der TU Berlin. An die Unver-
sität fließen circa 580 000 Euro. Ziel
des Projektes ist es, die Prothesen von
Oberschenkel amputierten zu verbes-
sern und gesundheitliche Schäden, die
infolge eines mangelhaften Prothesen-
aufbaus hervorgerufen werden, zu ver-
hindern. Der Anspruch des Projektes,
so TU-Professor und Leiter des Vorha-
bens Dr.-Ing. Marc Kraft, liege darin,
Parameter für einen biomechanisch
optimalen Bewegungsablauf zu defi-
nieren, der dem Gang eines gesunden
Menschen so nah wie möglich kommt.
„Wir werden erstmalig ein grundle-
gendes Bewegungsmodell für Ober-
schenkelamputierte entwerfen. Aus
den Daten, auf denen das Modell ba-
siert, können wir dann Empfehlungen
ableiten, die die statischen und dyna-
mischen Eigenschaften einer Prothese
verbessern“, so Kraft. Die TU Berlin
und die Firma Otto Bock haben bereits
ein Messsystem entwickelt, das die in-
nerhalb der Prothese auf ein Gelenk
wirkenden Kräfte misst. Was fehlt, sind
Daten zu Drehbewegungen, Beschleu-
nigungen oder Neigungen von Pro-
thesen-Segmenten. Deshalb soll das
Messsystem um Inertialsensoren er-
weitert werden, die diese Bewegungs-
daten erfassen.
Die Analyse dieser Daten in einer neu-
en Software, die ebenfalls innerhalb des
Projektes entwickelt wird, lässt Rück-
schlüsse auf den statischen Aufbau ei-
ner Prothese zu.
Sybille Nitsche
Im exklusiven Kreis
der IEEE-Fellows
Prof. Dr. Thomas Wiegand ist vom In-
stitute of Electrical and Electronics
Engineers (IEEE) zum Fellow ernannt
worden. Gewürdigt werden seine in-
ternational anerkannten Beiträge zur
Videocodierung und zur Entwicklung
des Standards H.264/AVC für beson-
ders effiziente Videokompression.
Einmal jährlich benennt das Board of
Directors des IEEE wenige ausgewähl-
te Wissenschaftlerinnen und Wissen-
schaftler aus der ganzen Welt zu neu-
en Mitgliedern. 2010 wurden nur ins-
gesamt zehn deutsche Wissenschaftler
in den exklusiven Kreis aufgenommen.
Das IEEE mit Sitz in New York City ist
mit 385 000 Mitgliedern in über 160
Ländern der größte technische Berufs-
verband der Welt.
Wiegand, der das Fachgebiet Bildkom-
munikation am Institut für Telekom-
munikationssysteme und die Abteilung
Image Processing am Heinrich-Hertz-
Institut der Fraunhofer-Gesellschaft
leitet, wurde bereits mehrfach für sei-
ne wegweisende Leistung ausgezeich-
net. Cathrin Becker
HUMBOLDT-PREISE
Spitzenforscher für
die TU Berlin
Der renommierte Biochemiker Peter
Leadlay aus Cambridge in Großbri-
tannien wird einen der mit 60 000 Euro
dotierten Forschungspreise der Alexan-
der von Humboldt-Stiftung erhalten.
Zwölf Monate lang können die Ausge-
zeichneten damit in deutschen Gastin-
stituten forschen. Ab April 2011 wird
Peter Leadlay im TU-Exzellenzcluster
UniCat zusammen mit TU-Professor
Dr. Roderich Süssmuth an der Biosyn-
these von antibakteriellen Tetronsäu-
reantibiotika und der Entstehung von
Chiralität arbeiten. Bereits seit Sep-
tember 2010 forscht Professor David
Williamson von der amerikanischen
Cornell University, ebenfalls Hum-
boldt-Preisträger, in der Arbeitsgruppe
von Prof. Dr. Martin Skutella am Ins-
titut für Mathematik der TU Berlin an
Problemen der Diskreten Mathema-
tik und der Theoretischen Informatik.
Lesen Sie auch Seite 10 tui
Zwei Millionen für Mathe-Forschung
ERC Grant: Volker Mehrmann erhält europäische Spitzenförderung
Stabil beim Stehen, mobil beim Gehen
Der Innovationspreis Medizintechnik 2010 fördert Forschungen zu Bein-Prothesen
Die C-Leg©-Prothese mit mobilem 6-Kompo-
nenten-Messsystem soll Beinamputierten ei-
nen natürlichen Bewegungsablauf ermöglichen
Mathematik ist seine Leidenschaft: TU-Professor Volker Mehrmann
Der Appell
„Herr Senator, stoppen Sie den Ge-
setzentwurf“, appelliert TU-Präsi-
dent Jörg Steinbach an den Wissen-
schaftssenator. Die Novellierung des
Berliner Hochschulgesetzes würde
weitreichende Konsequenzen haben
Seite 2
Die Wahl
Alle zwei Jahre werden zentrale
Gremien, die die Universität entschei-
dend prägen, neu gewählt. Ab 25.
Januar 2011 ist es wieder so weit.
E intern informiert auf vier Sondersei-
ten über alles Wissenswerte zur Wahl.
Gehen Sie wählen! Seiten W 1–4
© Otto Bock HealthCare © TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Die Krise
Chaos, Ratlosigkeit und Verunsiche-
rung herrschen auf deutschen Schienen,
bei der S-Bahn, im Güter-, Fern- und
Regionalverkehr. Schienenfahrzeug-Ex-
perte Markus Hecht analysiert in der
Rubrik „Standpunkte“ die Situation
Seiten 8 und 9
AKTUELL
Seite 2 TU intern Nr. 1 · Januar 2011
Momentan wird die Novellierung des
Berliner Hochschulgesetzes vorberei-
tet. Die Hochschulpräsidenten hatten
im Herbst Wissenschaftssenator Zöll-
ner ein Kritikpunktepapier überge-
ben. Wie ist der aktuelle Stand?
Anfang Januar bekamen wir den ak-
tuellen Gesetzentwurf und mussten
feststellen, dass, außer einem Punkt,
all unsere Änderungswünsche nicht
beachtet wurden. Die angestrebte No-
velle ist jetzt leider schon auf dem Ge-
setzgebungsweg und der Senat von
Berlin wird sie in absehbarer Zeit ins
Parlament einbringen. Wir hatten vier
große Kritikpunkte und eine Reihe von
Anmerkungen. Der Senator signalisier-
te uns deutlich, dass er unsere Kritik
nachvollziehen kann, und seine Ver-
waltung sollte prüfen, inwieweit un-
sere Änderungswünsche aufgegriffen
werden können. Außerdem versprach
er, bei weiterhin bestehendem Dissens
vor dem Gesetzgebungsverfahren er-
neut mit uns in den Dialog zu treten.
Das ist nicht geschehen. Bei meinen
Kollegen aus den Berliner Hochschu-
len und mir herrscht deshalb große Ver-
ärgerung darüber, dass die Senatsver-
waltung ihr Wort nicht gehalten hat.
Was waren Ihre Hauptkritikpunkte?
Der erste große Punkt betrifft die
Qualitätssicherung der Studienbedin-
gungen. Hier werden Detailregelun-
gen vorgesehen, die unseres Erachtens
nicht in ein Gesetz gehören. Wir sollten
als Hochschulen im Rahmen unserer
Autonomie daran gemessen werden,
dass wir solche zum Teil inhaltlich ver-
nünftigen Regelungen ohne Gesetzes-
beschluss umsetzen können; beispiels-
weise mit entsprechenden Zielverein-
barungen mit dem Land. Der zweite
Kritikpunkt betrifft das Akkreditie-
rungsverfahren für Studiengänge. Die
Senatsverwaltung will sich bei der Ge-
nehmigung oder dem Betrieb von Stu-
diengängen ein Vetorecht vorbehalten,
was gegebenenfalls über einem Akkre-
ditierungsbescheid stehen könnte. Dies
ist strukturell ein falscher Ansatz. Ent-
weder man ändert das deutsche Akkre-
ditierungssystem oder man greift nicht
in diesen Prozess ein. Die Tatsache
aber, dass ein Bundesland im Rahmen
des Föderalismus jeweils einen eigenen
Umgang mit dem bundesweiten Akkre-
ditierungsverfahren bestimmt, geht aus
Sicht der Hochschulpräsidenten nicht.
Ihr dritter Kritikpunkt bezog sich auf
eine gravierende Änderung im Bereich
des Personals. Können Sie das erklä-
ren?
Es ist eine neue Mitarbeitergrup-
pe vorgesehen, die ausschließlich für
die Lehre zuständig sein soll. Ebenso
denkt man an Hochschuldozenten mit
einer absoluten Ausrichtung auf die
Lehre, aber versehen mit allen Rech-
ten und Pflichten eines „normalen“
Hochschullehrers. Die neuen Dozen-
ten sollen also auch Promotionen be-
treuen. Hierin sehen wir einen abso-
luten Widerspruch. Wie kann jemand,
der keine Forschung betreibt, eine
Doktorarbeit betreuen? Ihre Gleich-
stellung mit in Lehre und Forschung
tätigen Professoren ist also völlig un-
zulässig. Dieses Vorgehen würde au-
ßerdem zulasten unserer Forschungs-
kapazität gehen und uns in Richtung
Fachhochschul-Struktur drängen. Das
lehnen die drei großen Berliner Uni-
versitäten kategorisch ab. Die neue
Personalkategorie birgt noch ein wei-
teres Risiko: Mit ihrem hohen Lehrde-
putat bestünde die Möglichkeit, noch
mehr Studierende zu betreuen. Damit
wird de facto auf dem Papier eine Fle-
xibilität geschaffen, mit der man den
Ansturm der doppelten Abiturjahr-
gänge oder die Absetzung der Wehr-
pflicht abfedern will. Aber in Wirklich-
keit würde uns dieser Passus von einer
Forschungsuniversität in eine Lehran-
stalt transformieren.
Ihr vierter Kritikpunkt wurde in den
Gesetzentwurf übernommen. Um
welches Thema ging es?
Im Ursprungstext war noch ein Beru-
fungsbeauftragter pro Hochschule vor-
gesehen. Er oder sie sollte die Quali-
tät von Berufungsverfahren vor Ort
sichern. Diesen Vorschlag empfanden
wir als ausgesprochen kontraproduk-
tiv. Ganz im Gegenteil: Wir fordern zur
Stärkung unserer Autonomie und un-
serer nationalen Konkurrenzfähigkeit
die Übertragung des Berufungsrechts
auf die Hochschulen! Der Berufungs-
beauftragte wurde jedenfalls im No-
vellierungstext gestrichen. Der einzi-
ge Punkt aus unserer langen Liste!
Welche Konsequenzen befürchten
Sie?
Auf alle Fälle eine Reduktion der uns
zugesagten Autonomie. Mit den Leis-
tungsbilanzen haben die Hochschulen
deutlich unter Beweis gestellt, dass
sie die Autonomie rechtfertigen. Da-
her können wir es nicht nachvollzie-
hen, dass das alte parlamentarische
Misstrauen in die Fähigkeiten einer
Universität immer wieder aufflackert
und auch anfängt, die Diskussion zu
dominieren. Außerdem sehen wir ei-
nen großen Widerspruch zwischen den
Aussagen der Politik und dem Gesetz-
entwurf. Unsere Politiker betonen im-
mer wieder, dass sie forschungsstarke
Berliner Universitäten wollen, die in
der Exzellenzinitiative punkten. Auf
der anderen Seite werden Maßnahmen
in einen Gesetzestext geschrieben, die
uns in Richtung Fachhochschul-Struk-
turen drängen.
Welche Schritte planen Sie?
Der derzeitige Vorsitzende der Landes-
rektorenkonferenz, mein Kollege Peter-
André Alt aus der FU Berlin, wird un-
sere schriftliche Stellungnahme an Se-
nator Zöllner und den Regierenden
Bürgermeister übermitteln. Wir fordern
weitere Gespräche. Wenn uns das ver-
sagt bleibt, werden wir die Öffentlich-
keit und insbesondere die Medien so
stark wie möglich aktivieren, damit un-
sere Stimme gehört wird. Inneruniver-
sitär habe ich den Akademischen Senat
informiert und um Unterstützung gebe-
ten. Ich werde auch auf unser Kuratori-
um zugehen, damit wir in unserer Ver-
handlungsposition von möglichst vie-
len Seiten gestärkt werden.
Ihre Hauptbotschaft an den Wissen-
schaftssenator lautet…
… stoppen Sie den derzeitigen Gesetz-
entwurf und treten Sie mit den Berli-
ner Hochschulen wieder in einen kon-
struktiven Dialog!
Ein weiteres Problem mit weitrei-
chenden Folgen ist die Aussetzung
der Wehrpflicht. Wie beurteilen Sie
die Lage?
Die Senatsverwaltung geht davon aus,
dass wir im Wintersemester ungefähr
1500 zusätzliche Berliner Abiturien-
ten erwarten können. Die TU Berlin ist
auch ein großer Magnet bei Studier-
willigen außerhalb von Berlin. Rech-
net man diese noch hinzu, so kommt
man auf ungefähr 3700 Personen, die
sich in Berlin bewerben werden. Ein
großer Teil würde dann auf die regu-
lären 16 000 bis 18 000 Bewerberin-
nen und Bewerber an der TU Berlin
treffen. Das sind unsere Erfahrungs-
werte aus den Vorjahren. Wir gehen
also insgesamt von rund 20 000 Studi-
enbewerbungen aus. Mit unserer Aus-
stattung können wir aber „nur“ rund
4000 Studienanfängerplätze anbieten.
Das zeigt deutlich die Schwierigkeit,
unserem gesellschaftlichen Auftrag ge-
recht zu werden.
Welche Angebote aus der Politik gibt
es, um die Situation zu meistern?
Der Bund will vermehrt Geld aus dem
Hochschulpakt II fließen lassen. Da-
mit verkürzt sich aber dessen Lauf-
zeit. Die Finanzmittel, die jetzt ausge-
geben werden, stehen uns dann, wenn
die künftigen Studierenden ihren Stu-
dienabschluss anstreben, nicht mehr
zur Verfügung. Mit diesem Problem
müssen wir in den Jahren ab 2013 bis
2017 umgehen. Außerdem ist der Fi-
nanzbetrag, der aus dem Hochschul-
pakt für ein ingenieur- oder naturwis-
senschaftliches Studium gezahlt wird,
um circa10 000 Euro zu niedrig. Und
mit jedem zusätzlichen Studierenden
steigen auch die Kosten für die Inf-
rastruktur. Zu dem Fehlbetrag von
10 000 Euro in den erwähnten Fächern
pro Studierenden kommt also ein wei-
terer Posten hinzu, den wir selbst tra-
gen müssen.
Wie stellt sich das Problem mit der In-
frastruktur dar?
Die TU Berlin hat seit Jahren eine
durchschnittliche Auslastung ihrer Ka-
pazitäten von 105 Prozent. Nehmen
wir noch mehr Studierende auf, so
müssen wir ihnen Platz für Laborar-
beiten und Praktika bieten, die für ihr
Studium notwendig sind. Diese Kapa-
zitäten sind aber begrenzt, und schnel-
le Abhilfe etwa durch Neu- oder An-
bau ist bei unserer finanziellen Lage
nicht möglich.
Welche Lösungswege sehen Sie?
Wir müssen kreativ mit der Situation
umgehen. So kann man überlegen, ob
man die notwendigen Praktika zwei-
oder dreimal im Semester stattfinden
lässt, sie an den Wochenenden oder in
den Ferien anbietet, wobei wir dann
wieder in die Zeit der Prüfungsvor-
bereitungen rutschen. Auch arbeits-
rechtlich sehe ich hier Probleme für
die Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter. Sicherlich müssen wir in Zukunft
unsere Vorlesungs- und Seminarstruk-
turen ändern, anpassen und in einem
wesentlich stärkeren Maße neue Medi-
en und E-Learning-Module einsetzen.
Dies erfordert auch neue didaktische
Konzepte, um die Qualität der Lehre
zu sichern.
Welche Botschaft haben Sie an die Stu-
dienbewerberinnen und -bewerber?
Sie sollen kommen und sich bewerben.
Ihre Aussichten auf dem Berufsmarkt
sind angesichts des großen Fachkräf-
temangels hervorragend. Die TU Ber-
lin hat immer einen Schwerpunkt auf
eine sehr gute Lehre gelegt. Wir wer-
den auch diesmal wieder Mechanis-
men und Wege finden, um das einzu-
halten. Wir sind uns der Herausforde-
rung bewusst und setzen Prioritäten.
Die künftigen Studierenden müssen
aber auch etwas mitbringen: ihren
unbedingten Willen, das Studium zu
meistern. Wenn das gegeben ist, dann
bekommen wir das auch in dieser Si-
tuation gemeinsam hin.
Vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Stefanie Terp
Zöllner erneut
Vorsitzender der GWK
/tui/ Zum 1. Januar übernahm der Berli-
ner Wissenschaftssenator E. Jürgen Zöll-
ner für ein Jahr erneut den Vorsitz in der
„Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz“
(GWK) von Bundesbildungsministerin
Annette Schavan. E. Jürgen Zöllner hatte
den Vorsitz des Gremiums bereits 2009
inne. Seit 2008 ist die GWK die Nachfol-
georganisation der Bund-Länder-Kom-
mission für Bildungsplanung und For-
schungsförderung (BLK).
Union der Deutschen
Akademien: Günter Stock
erneut Präsident
/tui/ Professor Günter Stock steht für
weitere drei Jahre an der Spitze der Uni-
on der deutschen Akademien der Wis-
senschaften. Das Präsidium der acht Wis-
senschaftsakademien wählte den Phy-
siologen Anfang Dezember einstimmig
wieder. Günter Stock ist seit 2008 Präsi-
dent der Akademienunion. Seine zwei-
te Amtszeit begann am 1. Januar 2011.
Hans-Peter Keitel
wieder BDI-Chef
/tui/ Hans-Peter Keitel wird für eine wei-
tere zweijährige Amtszeit den Bundes-
verband der Deutschen Industrie (BDI)
leiten. Der ehemalige Chef des Bau-
konzerns Hochtief wurde vom Verband
Ende des Jahres 2010 einstimmig wieder-
gewählt. Die neue Amtszeit begannt am
1. Januar 2011.
å
www.bdi.de
Gesellschafter von
Wissenschaft im Dialog
/tui/ Die Deutsche Akademie der Tech-
nikwissenschaften „acatech“ wurde zum
1. Januar 2011 Gesellschafter von Wis-
senschaft im Dialog (WiD). Damit kön-
nen sich zukünftig weitere exzellente For-
scherinnen und Forscher in der Initiative
der deutschen Wissenschaft engagieren.
å
www.acatech.de
Mecklenburg-
Vorpommern will auch
„Dipl.-Ing.“ behalten
/tui/ Im Dezember verabschiedete das
Land Mecklenburg-Vorpommern eine
Novelle seines Hochschulgesetzes, wel-
che die Wiedereinführung des akademi-
schen Abschlusses „Dipl.-Ing.“ ermögli-
chen soll. Nach dem Masterabschluss soll
damit auf Antrag nicht der Master-, son-
dern der Diplomgrad verliehen werden.
„Acatech“, der Zusammenschluss der
großen deutschen technischen Universi-
täten, zu dem auch die TU Berlin gehört,
empfiehlt, bundesweit den Hochschulen
freizustellen, ob sie für den Abschluss
die Bezeichnung Master und/oder die
Bezeichnung „Dipl.-Ing.“ wählen, und
sieht keinerlei Anerkennungsprobleme.
Die Bologna-Reform sehe ohnehin soge-
nannte „diploma supplements“ vor, auf
denen das Bachelor- beziehungsweise
das Masterniveau bescheinigt wird.
„acatech“ rückt an
die Politik heran
/tui/ Die Deutsche Akademie der Tech-
nikwissenschaften „acatech“ verstärkt
ihre Präsenz in der Hauptstadt. Der Be-
reich Kommunikation zog Mitte Novem-
ber 2010 von München nach Berlin um
und hat seinen Sitz nun Unter den Lin-
den/Ecke Friedrichstraße. Mit dem Um-
zug rücke „acatech“ näher an die Poli-
tik heran, er spiegle auch die wachsende
Bedeutung der Politikberatung durch die
nationale Akademie, so „acatech“-Gene-
ralsekretär Michael Klein. Die Münche-
ner Geschäftsstelle bleibe aber ein starker
Pfeiler der Organisation.
å
www.acatech.de
Meldungen AUF EIN WORT…
Herr Senator, stoppen Sie den Gesetzentwurf!
TU-Präsident Jörg Steinbach über die Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes und die Konsequenzen,
die aus der Aussetzung der Wehrpflicht folgen
Jörg Steinbach kritisiert den Gesetzentwurf zum Berliner Hochschulgesetz
Referat für Presse und Information
TUB-newsportal
Neues aus Forschung und Lehre
zum Lesen, Hören und Sehen
www.pressestelle.tu-berlin.de/newsportal
© TU Berlin/Pressestelle/Ruta
Die Hochschulzeitung der Technischen Universität Berlin
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Januar 2011
www.tu-berlin.de/newsportal
Die Wahlen im Internet:
www.tu-berlin.de/?id=95724
Sonderbeilage zu den Gremienwahlen an der Technischen Universität Berlin
Gehen Sie zur Wahl!
Liberale Mitte (LM)
Spitzenforschung
und Spitzenlehre
Die „Liberale Mitte“ setzt sich für die
Realisierung der folgenden Programm-
punkte ein:
1. Stärkung der TU Berlin als For-
schungsuniversität mit internatio-
nal sichtbarer Spitzenforschung und
Spitzenlehre, deren Einheit nach-
drücklich vertreten wird. Alle Ein-
richtungen, Gremien und Bereiche
der Universität haben sich an dieser
Zielsetzung zu orientieren.
2. In Sachen Forschung dienen die-
sem Ziel vor allem: Ausbau bis-
heriger und Erschließung neuer
Kompetenzfelder; Unterstützung
von wissenschaftlichen Initiativ-
kernen ange-
sichts des einge-
tretenen Gene-
rationswechsels;
Stärkung der
TU-internen In-
strumente der
Forschungsför-
derung; Fortfüh-
rung der Reform
der Forschungs-
abteilung; Aus-
bau der Quali-
tätssicherung;
Vernetzung mit den anderen
Berliner Universitäten und For-
schungseinrichtungen zwecks Auf-
bau leistungsfähiger Verbünde;
Erhöhung der Sichtbarkeit der
TU Berlin im Bereich der Gradu-
ate Schools durch Ausbau des Netz-
werks strukturierter Programme
unter dem spezifischen Dach der
TU Berlin; weiterer Ausbau strate-
gischer Partnerschaften mit außer-
universitären Forschungseinrich-
tungen sowie mit Institutionen aus
Wirtschaft, Gesellschaft und Poli-
tik.
3. In Sachen Lehre dienen dem unter
Punkt 1 genannten Ziel vor allem:
Teilnahme an Initiativen zur Ver-
besserung der Lehre; Ausbau der
universitären, forschungsgeleite-
ten Lehre (im Unterschied zur Aus-
bildung an Fachhochschulen); Er-
höhung der Anreize für gute Leh-
re; nachhaltige Qualitätssicherung;
Stärkung des Einsatzes neuer Me-
dien in der Lehre. Ausbau der inter-
fakultären Zusammenarbeit in der
Lehre; kritische Überprüfung der
Akkreditierungsverfahren.
4. In institutionell-struktureller Hin-
sicht dienen den unter den Punk-
ten 1 bis 3 formulierten Zielen vor
allem: Dialog-Modell des Zusam-
menwirkens von Kompetenzen der
Universitätsspitze (Präsidium, Aka-
demischer Senat) und Kompetenzen
der Fakultäten und Institute; offen-
sives Agieren in allen Vertragsver-
handlungen mit dem Berliner Senat;
Qualitätssicherung im Bereich der
Universitätsverwaltung; Beschleu-
nigung von Berufungsverfahren;
Verbesserung der raumwirtschaft-
lichen Prozesse; Ermöglichung vor-
gezogener Neuberufungen; weitere
Förderung des Programms der Seni-
orprofessuren; stärkere Nutzung der
Möglichkeiten des Stiftungswesens
in Deutschland.
Prof. Dr. Günter Abel
Die Reformgruppe Hochschullehre-
r Innen kandidiert für das Kuratorium
und den Akademischen Senat. Unser
Engagement in der Gremienarbeit ist
durch statusgruppenübergreifende So-
lidarität und Kompromissbereitschaft
gekennzeichnet. Uns liegt die Univer-
salität der TU Berlin genauso am Her-
zen wie die Vielstimmigkeit bei der
Meinungsbildung in der Selbstverwal-
tung. Wir handeln fakultätsübergrei-
fend und helfen so, Problemlösungen
zu finden, die nicht von Einzelinteres-
sen geprägt sind. Wir wollen eine kla-
re Identität unserer TU nach innen und
nach außen sichtbar machen.
Die Hochschulpolitik scheint dem öf-
fentlichen Druck nachzugeben und die
Universitäten wieder zu stärken. Da-
bei steht jedoch trotz großen gesell-
schaftlichen Bedarfs an qualifizierten
Akademikern eindeutig die Forschung
und nicht die Lehre im Mittelpunkt.
Die weitere Einrichtung zahlreicher
extern finanzierter Professuren zeigt
ganz klar diese Entwicklung. Für die
TU Berlin droht die Gefahr einer
Zwei-Klassen-Universität. Es ist zu be-
fürchten, dass stark mit Lehre belas-
tete und forschungsstarke Fachgebiete
weiter auseinanderdriften. Opportu-
nistisches, allein auf monetäre Vortei-
le ausgerichtetes Handeln ist in dieser
Situation gefährlich. Wir wollen ver-
antwortliches Han-
deln durchsetzen,
bei dem die lang-
fristige Wirkung in
allen Bereichen be-
rücksichtigt wird.
Obwohl sich in der
Hochschulverwal-
tung viele Prozesse
verbessert haben,
muss die Effizienz
und Kundenorien-
tierung einiger Ser-
vicebereiche opti-
miert werden, um die wissenschaftli-
chen Einrichtungen von administrativen
Routineaufgaben zu entlasten. Eine au-
tomatisierte Erfassung der Lehrleistun-
gen im Studierenden-Servicebereich sei
hierzu beispielhaft genannt.
Die Studienreform verursachte zum
Teil gravierende Kapazitätsengpässe.
Gleichzeitig fordert die Politik eine
weitere Steigerung der Studierenden-
zahlen. Beides führt zu personellem
Mehraufwand sowie deutlich erhöh-
ter Belastung des wissenschaftlichen
Personals. Wir for-
dern deshalb eine
belastungsorien-
tierte Verbesserung
der Ausstattung der
Fakultäten sowie
eine Strukturpla-
nung, die den ge-
sellschaftlichen An-
forderungen besser
gerecht wird.
Reformgruppe
Hochschullehrer,
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Thorbeck
Reformfraktion: Reformgruppe HL,
Mittelbauinitiative, ver.di– mehr be-
wegen!, Studis Fakultäten 1, 2, 6 & 7,
EB 104, Freitagsrunde, UTEX-Plenum
und Grüne TUB
Eine moderne Universität steht heu-
te in einem harten nationalen und in-
ternationalen Wettbewerb, bei dem es
um Leistung und Qualität sowohl in
der Forschung als auch in der Lehre
geht. Die Ausgestaltung attraktiver Ba-
chelor- und Masterstudiengänge unter
veränderlichen demografischen und
wirtschaftlichen Rahmenbedingun-
gen bedeutet ebenso einschneidende
Herausforderungen wie der Wettbe-
werb um Exzellenzcluster, Sonderfor-
schungsbereiche, Graduiertenkollegs
und ähnliche Programme.
Diese Herausforderungen spielen sich
vor allem im Bereich der wissenschaft-
lichen Fachkompetenz ab. Und die Trä-
ger dieser Kompetenz sind die Fakul-
täten. Dort wird die Forschung gestal-
tet, dort werden Studienpläne und
Prüfungsordnungen konzipiert und
dort werden die Studierenden ausge-
bildet. Deshalb ist es wichtig, den Ein-
fluss der Fakultäten auf die universi-
tären Meinungsbildungsprozesse zu
stärken und ihre wissenschaftsbezoge-
ne Orientierung zur vorrangigen Ent-
scheidungsgrundlage zu machen.
Aus diesen Gründen sind wir über-
zeugt, dass sich in einer modernen
Universität die Diskussionen und Ent-
scheidungen nicht
an fest gefügten
hochschulpoliti-
schen oder gar ge-
sellschaftspoliti-
schen Grundposi-
tionen orientieren
dürfen, sondern
sich ganz dezidiert
an den inhaltlichen
Anforderungen von
qualitativ hochwer-
tiger Lehre und For-
schung ausrichten
müssen. Und wir
denken, dass sich
ein solcher neu-
er Stil am besten
dadurch erreichen
lässt, dass die Fa-
kultäten sich ganz
unmittelbar in den
zentralen Gremien
wiederfinden.
Die Stimme der Fa-
kultäten muss ein größeres Gewicht er-
halten, wenn es um die Planung und
Durchführung der Forschung geht,
wenn die Ausgestaltung der Lehre zu
bestimmen ist, wenn Studien- und Prü-
fungsordnungen festgelegt werden,
wenn Fragen der Budgetierung anste-
hen oder auch wenn es um eine adäqua-
te Unterstützung durch die Verwaltung
geht. Keinesfalls darf die TU Berlin in
einen Zustand zurückfallen, in dem in-
dividuelle Gruppeninteressen oder dog-
matische Positionen bei wesentlichen
Entscheidungen den Ausschlag geben.
Die Fakultätsliste steht für eine Um-
orientierung weg von einer eher po-
litisch orientierten und hin zu einer
fachlich und sachlich orientierten Ge-
staltung unserer Universität. Dafür
wird sie im Akademischen Senat wie
auch im Kuratorium eintreten. Nur so
können wir die Attraktivität, die Effi-
zienz und die Leistungsfähigkeit der
TU Berlin weiter steigern.
Prof. Dr.-Ing. Hans-Ulrich Heiß, Prof.
Dr.-Ing. Stefan Jähnichen, Prof. Dr. Pe-
ter Pepper, Prof. Dr.-Ing. Klaus Peter-
mann
Initiative
Unabhängige Politik (IUP)
Leistungsorientierte
TU Berlin
Möchten Sie, dass Ihre Absolventen
auch deshalb bevorzugt eingestellt
werden, weil sie Absolventen der TU
Berlin sind? Möchten Sie, dass man
ihnen außerhalb der Universität mit
Wertschätzung entgegentritt, weil sie
von der TU Berlin kommen? Dann
sollten Sie sich wie wir für eine star-
ke und leistungsorientierte TU Berlin
einsetzen.
Unsere Universität ist im nationalen
und internationalen Vergleich konti-
nuierlich unterfinanziert. Umso mehr
können wir stolz darauf sein, dass wir
im Wettbewerb der
Universitäten gro-
ße Erfolge erringen.
Die Konzentration
auf unsere Kern-
prozesse in For-
schung und Lehre
ist dafür eine ent-
scheidende Voraus-
setzung. Über alle
Statusgruppen hin-
weg muss es gelin-
gen, sich auf die-
se Kernprozesse zu
konzentrieren und die bürokratischen
Nebenprozesse zu begrenzen.
Das große prognostizierte Defizit an
Ingenieuren und Naturwissenschaft-
lern muss für uns die Herausforderung
sein, hervorragend qualifizierte Absol-
venten auszubilden. Durch praxisbe-
zogenes, forschendes Lernen sollen sie
befähigt werden, die Innovationskraft
unserer Wirtschaft zu steigern.
Die Forschung der TU Berlin, sei sie
nun grundlagenorientiert oder pra-
xisbezogen, hat sich in der jüngs-
ten Vergangenheit sehr gut entwi-
ckelt. Die Idee der acht Forschungs-
schwerpunkte muss weiterentwickelt
werden. Die Förderung des wissen-
schaftlichen Nachwuchses hat für
uns ebenso hohe Bedeutung wie die
regionale Vernetzung mit Partner-
universitäten und außeruniversitä-
ren Forschungseinrichtungen sowie
die engagierte Mitwirkung in inter-
nationalen Forschungsnetzwerken.
Das Profil der TU Berlin als weltweit
offene Universität bietet dafür eine
gute Grundlage.
In Kürze stehen wichtige Entschei-
dungen an über den nächsten Struk-
turplan, über eine leistungsorientierte
Mittelverteilung und über einen neu-
en Ausstattungsplan. Diese Pläne, die
das künftige Profil der TU Berlin be-
stimmen werden, müssen sicherstellen,
dass die TU Berlin das Attribut „tech-
nisch“ in ihrem Namen verdient, dass
die Stärke der Leistungsträger geför-
dert wird und die Bereiche mit Zu-
kunftspotenzial eine Entwicklungs-
chance erhalten.
Bei der Verwirklichung dieser Ideen in
den zentralen akademischen Gremien
will die IUP auch in Zukunft eine ent-
scheidende Stimme der Professoren
sein. In ihrem Wahlvorschlag versam-
meln sich Leistungsträger aus allen Fa-
kultäten. Ihr Anliegen ist die Univer-
sität als Ganzes. Deswegen geben Sie
uns Ihre Stimme für die TU Berlin der
Zukunft.
Prof. Dr. Rolf Möhring, Prof. Dr.-Ing.
Günther Seliger
Rolf Möhring, Spit-
zenkandidat für
den Akademischen
Senat
Fakultätsliste
Fakultäten tragen die Kompetenz
Reformgruppe
Universitäre Lehre und Forschung untrennbar
Hochschullehrerinnen
und -lehrer
Hochschullehrerinnen und -lehrer
Hochschullehrerinnen und -lehrer
Hochschullehrerinnen
und -lehrer
Jürgen Thorbeck,
Spitzenkandidat
für den Akademi-
schen Senat
Matthias Rötting,
Spitzenkandidat
für das Kuratorium
Günter Abel, Spit-
zenkandidat für
den Akademischen
Senat
Hans-Ulrich Heiß,
Spitzenkandidat
für den Akademi-
schen Senat
Stefan Jähnichen,
Spitzenkandidat
für das Kuratorium
Wahl-Spezial
Seite W 1
Vom 25. bis 27. Januar 2011 haben
Sie die Wahl für die zentralen Gremi-
en, die in den kommenden zwei Jah-
ren die Geschicke der TU Berlin mit-
bestimmen werden. Um Ihnen den
Wahlgang für das „ruhende“ Kurato-
rium und den Akademischen Senat/
Erweiterten Akademischen Senat
zu erleichtern, haben wir ein „TU
intern“-Spezial zusammengestellt,
in dem die Spitzenkandidatinnen
und -kandidaten ihre Positionen er-
läutern. Damit wollen wir nicht nur
Transparenz schaffen, sondern Sie
ausdrücklich ermuntern, von Ihrem
Wahlrecht Gebrauch zu machen. Auch
die Fakultätsräte und die nebenbe-
ruflichen Frauenbeiräte der Fakultä-
ten stehen zur Wahl. Das „ruhende“
Kuratorium, das über die Grundord-
nung befindet, wird zum letzten Mal
gewählt.
tui
© TU Berlin/Weiß
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl (2) © TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© TU Berlin/Weiß
© privat
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
GREMIENWAHLEN AN DER TU BERLIN 2011 TU intern Nr. 1 · Januar 2011Seite W 2
Impressum
Herausgeber der Wahlbeilage: Presse- und Informa tions referat der Technischen Universität
Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin,
% (030) 314-2 29 19/-2 39 22, Fax: (030)
314-2 39 09,
)
pressestelle@tu-berlin.de
å
www.pressestelle.tu-berlin.de
Redaktion:
Stefanie Terp (V. i. S. d. P.), Patricia Pätzold-Algner
Vertrieb:
Ramona Ehret
Gesamtherstel-
lung:
omnisatz GmbH, Blücherstraße 22, 10961 Berlin
Für die Wahltexte und deren Länge sind ausschließlich die Gruppierungen verantwortlich.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Unabhängigen Wimis sind eure
beste Wahl für eine fakultätsübergrei-
fende engagierte Vertretung eurer In-
teressen in den zentralen Gremien
der TU Berlin. Die Geschehnisse an
der TU Berlin waren in den letzten
zwei Jahren von großen Entschei-
dungen geprägt,
wie zum Beispiel:
ein neuer Tarifver-
trag, die Einrich-
tung der Einstein-
stiftung und die
Verteilung von zu-
sätzlichen Investiti-
onen aus dem Kon-
junkturpaket. Auch
die nächsten zwei
Jahre versprechen
ähnliche strategi-
sche Wendepunkte für unsere Univer-
sität, genannt sei hier zum Beispiel
die Erhöhung der Studierendenan-
zahl bei gleichbleibenden Ressour-
cen! Es ist von zentraler Bedeutung,
dass diese Entscheidungen unabhän-
gig von jeder politischen Ausrich-
tung– im Interesse der wissenschaft-
lichen Mitarbeiterinnen und Mitar-
beiter dieser Hochschule– in eurem
Interesse– getroffen werden. Dafür
stehen wir ein! Un-
ser fakultätsüber-
greifendes Team ar-
beitet immer sach-
lich konstruktiv,
politisch unabhän-
gig und engagiert.
Wir haben bereits
2002 die erste WM-
Studie mitgetragen
und setzen uns seit-
her für eine konse-
quente Umsetzung
der Ergebnisse ein.
Wie die WM-Studie 2007 zeigte, gibt
es nach wie vor viel zu tun. Auch wenn
erste Fortschritte erkennbar sind, wol-
len wir weiter daran arbeiten, die Pro-
motionsbedingungen zu verbessern.
Wir wollen fakultätsübergreifend ei-
nen besseren Zugang zu Forschungs-
datenbanken und Online-Quellen, um
mit der Entwicklungsgeschwindigkeit
der Forschung Schritt halten zu kön-
nen, und fordern bessere und unbü-
rokratischere Reisemöglichkeiten zu
Tagungen und Kongressen. Denn dort
vertreten und repräsentieren wir– die
wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter– die TU Berlin nach
außen und tragen erheblich zu ihrer
Reputation bei!
Wir – die Unabhängigen Wimis –
möchten uns in Zukunft weiterhin ver-
stärkt für euch einsetzen und rufen alle
zur Stimmenabgabe auf. Denn mitbe-
stimmen heißt mitgestalten!
Tim Franke (Spitzenkandidat der Un-
abhängigen Wimis für den Akademi-
schen Senat)
Die gemeinsame Liste „Liberaler
Mittelbau“ und „Dauer-WM“ ver-
tritt die Interessen
aller wissenschaft-
lichen und akade-
mischen Mitarbei-
terinnen und Mit-
arbeiter (WM).
Die Sparmaßnah-
men, die seit vie-
len Jahren vom po-
litischen Senat den
Berliner Hochschu-
len und insbeson-
dere der TU Berlin
auferlegt wurden,
führen leider immer wieder zu einer
Verschlechterung der Lehr- und For-
schungsbedingungen der akademi-
schen Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter. Das muss nachhaltig verhindert
werden!
„Liberaler Mittelbau“ und „Dauer-
WM“ treten in den zentralen Gremi-
en der TU Berlin dafür ein:
• dass der Ausbau der Qualitätssiche-
rung von Forschung und Lehre im
Mittelpunkt stehen muss,
•
dass der Tarifrückstand zu den an-
deren Bundesländern auszugleichen
ist unter Berücksichtigung eines an-
gemessenen Inflationsausgleichs,
• dass einer weiteren Verschulung der
Bachelor- und Masterstudiengänge
Einhalt geboten wird,
•
dass die Weiterqualifikationsmög-
lichkeiten aller WM in Angleichung
an internationale Standards zuneh-
mend verbessert werden müssen,
•
dass das Angebot der Weiterbil-
dungsmöglichkeiten ausgebaut und
deren Nutzungsbedingungen er-
leichtert werden müssen,
•
dass alle WM-Stellen sofort und
hundertprozentig wiederbesetzt
werden sollen,
• dass die Arbeitsbedingungen an der
TU Berlin für eine familienfreundli-
che Politik und Sozialstruktur wei-
terentwickelt werden,
•
dass für die WM eine leistungs-
gerechte Eingruppierung erfolgen
muss,
•
dass der Anteil der Verwaltungsar-
beiten für WM drastisch reduziert
wird,
•
dass der bisherige Kündigungs-
schutz weiterhin uneingeschränkt
garantiert werden soll,
•
dass die Bedingungen für eine ad-
äquate Lehre geschaffen und unter-
stützt werden, indem zum Beispiel
der Ausbau einer mediengerechten
Ausstattung auch in den kleineren
Seminarräumen und Hörsälen vor-
angetrieben wird,
•
dass Entscheidungsfindungen in al-
len die WM betreffenden Bereichen
unbedingt transparenter gestaltet
werden müssen.
„Liberaler Mittelbau“ und „Dauer-
WM“ stehen für ergebnisorientiertes
Handeln. Keine Flügelkämpfe und po-
litischen Machtspiele!
Unterstützt unser Engagement:
Wählt „Liberaler Mittelbau/Dauer-
WM“!
In den Akademischen Senat wählt Pe-
ter-Gert Cassiers (Liste 2)!
In das Kuratorium wählt Mathias Hir-
che (Liste 3)!
Peter-Gert Cassiers
Mittelbauinitia-
tive – die einzi-
ge funktionieren-
de Vertretung der
wissenschaftlichen
Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter!
Wir vertreten in den
zentralen Gremien
AS und Kuratorium
die Interessen aller
wissenschaftlichen
Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter
(WM), das heißt al-
ler Kolleginnen und
Kollegen auf Quali-
fikations-, Drittmit-
tel- und Dauerstel-
len. Zusammen mit
den anderen Sta-
tusgruppen der Re-
formfraktion gestal-
ten wir als kritische
Instanz die Unipolitik aktiv mit. In der
letzten Wahlperiode haben wir als ein-
zige der drei existierenden Mittelbau-
vertretungen kompetent, konstruktiv
und gut hörbar die WM-Interessen und
die TU Berlin vertreten:
• Die Befragung der WM hat erschre-
ckende Arbeitsbedingungen auf-
gedeckt. Zum Beispiel promovie-
ren nur wenige WM innerhalb ihrer
fünfjährigen Vertragslaufzeit. Zu-
sammen mit der Vizepräsidentin Ga-
briele Wendorf, die der „Mittelbaui-
ni“ angehört, konnten wir ein Maß-
nahmenpaket entwickeln, zu dessen
Erfolgen unter anderem die Etablie-
rung des „Nachwuchsbüros für die
WM“ gehört.
• Wir haben euch mit Veranstaltungen
über die neuen Tarifverträge infor-
miert. Wir werden nun die Umset-
zung in der Universität kritisch be-
gleiten, damit Nachteile für unsere
Statusgruppe ausgeglichen werden.
Für die nötige Durchsetzungsmacht
eurer Interessen benötigen wir die
Unterstützung aller WM!
•
Wir setzen uns dafür ein, dass die
Zahl der Fünf-Jahres-Vollstellen für
die WM zur Qualifikation erhalten
bleibt.
•
Auch die Stellen für WM im Dritt-
mittelbereich müssen ein qualifizier-
tes Arbeiten und eine akademische
Berufsperspektive durch mindestens
drei Jahre Laufzeit ermöglichen.
•
Die Folgen der unzureichenden Fi-
nanzierung durch das Land Berlin
dürfen nicht auf dem Rücken der
WM ausgetragen werden; es muss
angemessene Zeit für die eigene
Qualifikation bleiben.
•
Bei den BA/MA-Studiengängen
muss die Tendenz zur Verschulung
gestoppt werden, sodass studier- und
„lehrbare“ Studiengänge entstehen.
•
Das neue Präsidium muss seine
Wahlversprechen einlösen und sich
deutlich für eine spürbare Verbesse-
rung der Arbeitssituation von WM–
zum Beispiel im Rahmen der Ziel-
vereinbarungen mit den Fakultä-
ten– einsetzen.
Zur Lösung sol-
cher Probleme ist
die gleichberechtig-
te Zusammenarbeit
aller Fakultäten und
Statusgruppen not-
wendig. Daher ma-
chen bei uns WM al-
ler Fakultäten mit.
Franz-Josef Schmitt,
Wulf-Holger Arndt
und Petra Jordan
für die Mittelbauin-
itiative
Für eine starke Vertretung deiner Inte-
ressen! Wähle Mittelbauinitiative!
S&U ist eine hochschulpolitische
Gruppe von sonstigen Mitarbeiterin-
nen und Mitarbeitern, die sich unab-
hängig von Gewerkschaften und par-
teipolitischen Programmen sachlich
und unabhängig für die Belange der
TU Berlin und der sonstigen Mitarbei-
ter der TUB einsetzt. Wir sind seit Jah-
ren in den Gremien tätig und wollen
dort engagiert weiterarbeiten. Dabei
streben wir die Übereinstimmung mit
allen hochschulpo-
litischen Gruppen
der Technischen
Universität an, da
viele Entscheidun-
gen der Gremien in-
neruniversitär und
auch in der Öffent-
lichkeit ihre Beach-
tung finden.
Um als TU Berlin
auch stark nach au-
ßen auftreten zu
können, werden
wir die in den universitären Gremien
erzielten Entscheidungen engagiert in
der Öffentlichkeit unter besonderer
Berücksichtigung der Interessen der
sonstigen Mitarbeiter vertreten.
Besonders aufmerksam werden wir
in der kommenden Legislaturperiode
die doch weitreichenden Konsequen-
zen des sogenannten Zöllner’schen
Preismodells beobachten. Wir werden
darauf achten, dass die Hochschulver-
träge des Senats von Berlin in finanzi-
eller Hinsicht eingehalten werden, da-
mit die TUB weiterhin vor dem Hinter-
grund der doppelten Abiturjahrgänge
und des Wegfalls der Wehrpflicht die
vom Senat geforderten Studienplätze
nicht nur zur Verfügung stellen, son-
dern diese auch finanzieren kann.
Bei der neuen Grundordnung wer-
den wir notwendige Nachbesserun-
gen konsequent einfordern und da-
rauf achten, dass sie auch umgesetzt
werden.
Wir werden bei den vielfältigen Mo-
dernisierungs- und Strukturprozessen,
die auch zukünftig an der TUB zu be-
wältigen sind, diese kritisch bewerten
und die notwendi-
ge Transparenz der
Entscheidungen
einfordern.
Wir werden uns
auch verstärkt da-
für einsetzen, dass
die sonstigen Mit-
arbeiter berufs- be-
ziehungsweise be-
darfsorientierte
Weiterbildung er-
halten, damit sie
moderne Tätigkei-
ten in Bereichen mit neuen Technolo-
gien übernehmen können. Es darf kein
Tabu sein, diese hoch spezialisierte
Weiterbildung auch außerhalb der TU
einzukaufen. Eine gut funktionieren-
de Universität ohne qualifiziertes Per-
sonal in Verwaltung, Werkstätten und
Laboratorien ist nicht möglich.
Die Folgen des neuen Hochschul-Ta-
rifvertrages werden wir sachlich und
unabhängig bewerten, um bei Fehlent-
wicklungen frühzeitig gegenzusteuern.
Unsere Kandidaten: Für den Akade-
mischen Senat: Wolfgang Spenn, Pe-
tra Neukamp, Lars Oeverdieck
Für das Kuratorium: Elfriede Man-
teuffel
Die Wahlen zu den Gremien der aka-
demischen Selbstverwaltung werden
von vielen und besonders auch von
den sonstigen Mitarbeitern/Mitarbei-
terinnen oft als nebensächlich abge-
tan. Die Wahlbeteiligung ist niedrig.
Das ist schade, denn die Bedeutung
dieser Gremien wird unterschätzt. Als
Beispiele seien die Wahl des Präsidi-
ums und die Ausgestaltung der Grund-
ordnung genannt, beide maßgeblich
für das Betriebskli-
ma und damit für
den Erfolg der Uni-
versität. Auch die
Entscheidung über
mehr oder weniger
Studienplätze hat
unmittelbare Fol-
gen für die ganze
Universität. Oder
aber die Verteilung
des Haushaltes: Sie
hat Auswirkungen
auf die Frage, wel-
che Bereiche mehr, welche weniger
werden kürzen müssen.
Und schon sind wir bei der Frage, was
„wichtig“, was „weniger wichtig“ zu
sein scheint. Als Vertreter/-innen der
sonstigen Mitarbeiter/-innen haben
wir, die Liste ver.di– mehr bewegen,
dabei die gesamte Universität im Blick.
Wir vertreten nicht Partikularinteres-
sen zum Beispiel einzelner Fakultäten
oder Fachdisziplinen. Universität geht
nur gemeinsam: Wissenschaft ohne
Verwaltung und Technik geht genauso
wenig wie umgekehrt. Immer wieder
darauf hinzuweisen und darauf, dass
Beschlüsse Aus-
wirkungen auf Ar-
beitsbedingungen
von Menschen ha-
ben, war und bleibt
eine wichtige Auf-
gabe. Meist als Ein-
zige haben wir da-
bei auch gerade die
Beschäftigten in
der Zentralen Uni-
versitätsverwaltung
(ZUV) im Blick.
Wir wären keine gewerkschaftlichen
Vertreter/-innen, würden wir nicht
auch die Zusammenarbeit mit den
anderen Statutsgruppen, insbesonde-
re den Studierenden und dem Mittel-
bau, suchen. Gemeinsam treten wir
für eine demokratische Hochschule
ein, die gute Studien- und Arbeitsbe-
dingungen für alle bietet.
Unsere Kandidaten/Kandidatinnen
kennen die Universität aufgrund lang-
jähriger Mitgliedschaft und haben um-
fangreiche Erfahrungen in verschie-
denen Gremien gesammelt. Wir sind
engagiert, kritisch, hartnäckig und wi-
derständig. Wir sind keine Abnicker,
aber auch keine Blockierer.
• Bei der anstehenden Änderung der
Grundordnung treten wir für mehr
Transparenz und klarere Zuständig-
keiten ein, zum Beispiel beim The-
ma „Dauer und Art des Vertrags-
verhältnisses künftiger Kanzler/-in-
nen“.
• Wir sind für den Ausbau von Studi-
enplätzen. Zusätzliche Studienplät-
ze müssen aber zusätzlich finanziert
werden. Bessere Studienbedingun-
gen erfordern mehr Personal in al-
len Bereichen.
Hannelore Reiner, ver.di
Unsere Kandidaten/Kandidatinnen in-
nen und mehr unter:
å http://verdi.guv.tu-berlin.de/
Akademische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Akademische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Akademische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Unabhängige Wimis und Unabhängige Wimis/Liberaler Mittelbau
Strategische Wendepunkte für unsere Universität
Liberaler Mittelbau/Dauer-WM
Ergebnisorientiertes Handeln
Mittelbauini Fak IV, V, VI, ZE und ZUV, Mittelbauini Fak I, II, III und VII, Mittelbauinitiative
Erschreckende Arbeitsbedingungen
Frédéric Hasché,
Spitzenkandidat
für das Kuratorium
Tim Franke, Spit-
zenkandidat für
den Akademischen
Senat
Peter-Gert Cassiers,
Spitzenkandidat
für den Akademi-
schen Senat
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© privat
Petra Jordan, Spit-
zenkandidatin für
das Kuratorium
Wulf-Holger Arndt,
Spitzenkandidat
für das Kuratorium
Franz-Josef Schmitt
,
Spitzenkandidat
für den Akademi-
schen Senat
Wolfgang Spenn
,
Spitzenkandidat
für den Akademi-
schen Senat
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl © TU Berlin/Pressestelle
© privat
Hannelore Reiner,
Spitzenkandidatin
für den Akademi-
schen Senat
Gabriele Meuser,
Spitzenkandidatin
für das Kuratorium
Elfriede Manteuf-
fel, Spitzenkandi-
datin für das Kura-
torium
Sonstige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Sonstige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
ver.di – mehr bewegen!
Universität funktioniert nur mit den „Sonstigen“
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl (2)
S&U Sachlich und Unabhängig
Zöllners Preismodell beobachten
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© TU Berlin/Pressestelle
GREMIENWAHLEN AN DER TU BERLIN 2011
TU intern Nr. 1 · Januar 2011 Seite W 3
Wer stellt sich zur Wahl?
Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer
Kuratorium Liste 1 Fakultätsliste/LM/IUP
Liste 2 Reformgruppe
Akademischer Senat/ Liste 1 Initiative Unabhängige Politik– IUP
Erweiterter Akademischer Senat Liste 2 Fakultätsliste
Liste 3 Reformgruppe
Liste 4 Liberale Mitte (LM)
Akademische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Kuratorium Liste 1 Mittelbauini Fak IV, V, VI, ZE und ZUV
Liste 2 Mittelbauini Fak I, II, III und VII
Liste 3 Unabhängige Wimis/Liberaler Mittelbau
Akademischer Senat/ Liste 1 Unabhängige Wimis
Erweiterter Akademischer Senat Liste 2 Liberaler Mittelbau/Dauer-WM
Liste 3 Mittelbauinitiative
Sonstige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Kuratorium Liste 1 S&U Sachlich & Unabhängig
Liste 2 ver.di– mehr bewegen!
Akademischer Senat/ Liste 1 ver.di– mehr bewegen!
Erweiterter Akademischer Senat Liste 2 S&U Sachlich & Unabhängig
Studentinnen und Studenten
Kuratorium Liste 1 INIs und andere: Fakultäten 3, 4 & 5
Liste 2 INIs und andere: Fakultäten 1, 2, 6 & 7
Akademischer Senat/ Liste 1 Studis Fakultäten 1, 2, 6 & 7
Erweiterter Akademischer Senat Liste 2 EB 104, Freitagsrunde, UTEX-Plenum
Liste 3 Fachschaftsteam & Friends
Liste 4 Grüne TUB
Liste 5 Scheindemokratie
Wir als Studierende von den INIs der
Fakultäten 3, 4 und 5 sind deine Ver-
tretung in den Gremien dieser Univer-
sität. Wir organisieren Erstsemesterein-
führungen, Partys und andere Veran-
staltungen für dich.
Wir helfen dir in deinem Studium
mit Klausurausleihen, Rat und Tat bei
Problemen sowie
als Ansprechpart-
ner, wenn etwas in
deinem Studium
klemmt.
Was haben wir bis-
her so gemacht?
Wir arbeiten schon
seit längerer Zeit
aktiv für die Studis
in den Gremien mit,
unabhängig von ir-
gendwelchen Profs,
Parteien oder Wirtschaftsinteressen.
Wir haben das Semesterticket einge-
führt. Wir haben die Umstellung auf
Bachelor/Master begleitet und da-
für gesorgt, dass diese auch studier-
bar sind. Wir haben die Studien- und
Prüfungsordnung deines Studien-
gangs mitgeschrieben. Wir arbeiten in
den Berufungskommissionen mit, da-
mit die Profs von morgen auch wissen,
was sie tun. Wir haben mit der Verwal-
tung um offene Lernräume für dich ge-
kämpft. Wir haben dafür gesorgt, dass
du die nötigen Informationen für das
erste Semester bekommen hast, eben-
so wie wir für dich eine Klausurenaus-
leihe betreiben.
All dies machen wir für dich!
Geh in dein Wahllokal und wähle uns!
Auch in Zukunft wollen wir mit dir
weitere Projekte realisieren, um dir
dein Studium so angenehm wie mög-
lich zu machen.
Was wir für dich erreichen wollen:
• Mehr Wahlfreiheit in allen Studien-
gängen
•
Diplomabschluss für alle Diplom-
Studis auch nach 2012
• Mehr Geld für die Lehre, damit die
Betreuung besser wird
•
Mehr Mitbestimmungsrechte für
Studis, immerhin die größte Grup-
pe an der Uni
•
Keine Einführung von Studienge-
bühren
• Keine Anwesenheitspflicht
• Zulassung aller Bachelor zum Mas-
ter
• Keine Zulassungsbeschränkungen
•
Keine Fortschrittskontrollen und
Zwangsanmeldungen zu Prüfungen
• Studium, das auch Freizeit erlaubt
•
Weiterhin Unterstützung studenti-
scher Projekte
•
Gute Lernatmosphäre durch vie-
le studentische Lern-, Arbeits- und
Kommunikationsräume, für ein ge-
meinsames Studium
Du möchtest uns näher kennenlernen
und dich in der Hochschulpolitik en-
gagieren?
Dann schau doch einfach bei uns vor-
bei!
Jörg Ferdinand, Freitagsrunde, für die
Liste INIs und andere: Fakultäten 3,
4 und 5
Was tut eigentlich das nun zu wählen-
de Kuratorium? Nichts, es schläft näm-
lich. Und warum?
Die in unserer Grundordnung von
2006 festgelegte neue Gremienstruk-
tur mit neuem Kuratorium sollte drei
Jahre lang ausprobiert und dann eva-
luiert werden. Demnächst entscheidet
das jetzt zu wählende alte Kuratorium,
ob es bei den neuen Gremien bleibt
oder die vorherigen wieder eingeführt
werden. Im letzteren Fall übernähme
das alte Kuratorium wieder die jetzi-
gen Aufgaben des neuen. Und da wol-
len wir dabei sein!
Das jeweils aktive Kuratorium kon-
trolliert den Präsidenten und ist das
höchste Gremium der TU Berlin. Wir
setzen uns bereits im aktiven Kurato-
rium für die Belange der Studierenden
ein, denn:
Die gesellschaftlichen Rahmenbedin-
gungen für selbstbestimmtes Studieren
sind alles andere als gut.
Wir wollen Zulassungs- und Zugangs-
beschränkungen aufheben, Forschung
unabhängig von kurzfristig verwertba-
ren Ergebnissen machen und auch in
Zukunft Studiengebühren verhindern.
Außerdem muss die akademische
Selbstverwaltung endlich allen Sta-
tusgruppen an der
Universität ein ge-
eignetes Mitspra-
cherecht bieten. Es
ist unverantwort-
lich, dass Professor-
Innen in allen ent-
scheidungsbefug-
ten Gremien ohne
die Beteiligung von
MitarbeiterIinnen
und Studierenden
entscheiden kön-
nen. Hier fordern wir die Einführung
einer demokratischen Struktur!
Das Kuratorium bestimmt auch die
Richtung der Verhandlung über die
Finanzierung aus dem Landeshaushalt
und die Verteilung an der Universität.
Hier setzen wir uns für eine öffentli-
che Ausfinanzierung der Universitä-
ten ein. Fachgebiete, die viele Dritt-
mittel einwerben, dürfen nicht mehr
Gelder bekommen als diejenigen, die
gesellschaftlich grundsätzlich wichti-
ge, aber von der Industrie kurzfristig
nicht verwertbare Forschung und Leh-
re machen.
Durch die Aussetzung der Wehrpflicht
und die doppelten Abiturjahrgänge
wird es bald noch deutlich schwieri-
ger, einen Studienplatz zu bekommen.
Einen Masterplatz zu bekommen ist
schon jetzt in vielen Fachbereichen
sehr schwierig. Hier fordern wir ge-
genüber der Politik, dass mehr Geld
für neue Studienplätze zur Verfügung
gestellt wird.
Die Universitäten müssen allen Men-
schen eine Zukunft bieten und eben
nicht nur denen mit den besten No-
ten, größten Geldbeuteln und härtes-
ten Ellenbogen.
Deshalb: Liste 2– INIs und andere: Fa-
kultäten 1, 2, 6 & 7 wählen!
Erik Marquardt
Hallo, lieber Studi, bitte vergiss nicht,
neben Lektüre dieser Zeitung, wählen
zu gehen!
Anders als in „der Welt da draußen“–
dem surrealen, S-Bahn-freien Gebil-
de zwischen deiner Haustür und der
Uni– kannst du mit deiner wohlplat-
zierten Stimme hier nämlich viel be-
wegen.
Wir sind die Fachbereichs-Initiativen
der Fakultäten II & VI (Ch, Ma, Ph,
Arch, BauIng, SRP,
Soz), sowie einige
engagierte Studis
der Fakultäten I &
VII (Ling, WiIng).
Warum solltest du
ausgerechnet uns
wählen?
Wir setzen uns
schon seit Jahren
konstruktiv und er-
folgreich auf allen
Ebenen der akade-
mischen Selbstver-
waltung (von Institutsrat bis Kuratori-
um) für deine Interessen ein. Dies wol-
len wir mit Hilfe deiner Stimme auch
weiterhin tun. Wir setzen uns für eine
gerechte Verteilung von Finanzmitteln
und Personal (zum Beispiel Tutoren)
ein, damit alle Studiengänge studier-
bar bleiben. Wenn in deinem Tutori-
um mehr als 30 Leute sitzen, deine
Prüfungsordnung dir unmögliche Vor-
gaben macht oder dein angestrebter
Masterstudiengang mit einem (nicht
zu erreichenden) NC belegt ist, dann
ist der Akademische Senat DIE An-
laufstelle, das zu ändern. Damit solche
Missstände schnell behoben werden
beziehungsweise gar nicht erst auftre-
ten, sind auch die Studierendenvertre-
ter im AS gefragt.
Natürlich machen wir uns auch ge-
gen jegliche Form von Studienge-
bühren und Zugangsbeschränkun-
gen sowie unsinnige Schikanen wie
Zwangsanmeldung zu Prüfungen und
Fortschrittskontrollen stark. Wir for-
dern einen Wiederausbau des Sprach-
angebotes und Streichung der Gebüh-
ren. Fremdsprachenkenntnisse gehö-
ren zum Studium. Gebühren dafür
sind nichts weiter als versteckte Stu-
diengebühren.
Des Weiteren sollten alle auf Diplom
Studierenden die Möglichkeit haben,
diesen Abschluss auch zu erreichen,
und alle Bachelor einen Platz im ge-
wünschten Master erhalten.
Dies alles wollen wir für euch trans-
parent und nachvollziehbar umsetzen.
Kommt mit euren Problemen zu uns
und wir kümmern uns um deren Lö-
sung!
Darum wähle Liste 1: Studis Fakultä-
ten 1, 2, 6 & 7
Wir können die Interessen der Stu-
dierenden auch erfolgreich vertre-
ten, OHNE vorher bei den Profs um
Erlaubnis zu fragen, wie ein gewisses
Fachschaftsteam!
Auf zentraler Ebene (zum Beispiel AS)
arbeiten wir des Öfteren im lockeren
Bündnis mit anderen Statusgruppen
der sogenannten Reform-Fraktion zu-
sammen. Dazu zählen Reformgruppe
(Profs), Mittelbauinitiative (aM), ver.
di– mehr bewegen! (sM) sowie EB
104, Freitagsrunde, UTEX-Plenum
(Studis).
Patrick Schubert für Studis Fakultäten
1, 2, 6 & 7
Wir sammeln, drucken Klausuren und
Skripte, organisieren Orientierungs-
tage für alle Erstis, aber auch Partys,
Diskussionsabende und Schneeball-
schlachten.
Wir nutzen unsere Mitspracherechte
in vielen Gremien, um unser Studium
transparenter und fairer zu machen.
Wir handeln unabhängig und prag-
matisch – fernab politischen Lager-
denkens. Heureka, ebenso erklang es
aus dem Hause des Archimedes, als er
durch Zufall den Zusammenhang zwi-
schen Auftriebskraft und Verdrängung
in seiner Badewanne erkannte. Archi-
medes blieb nicht der Letzte, der wich-
tige Erkenntnisse treffen sollte– vie-
le Jahrhunderte später kam das Fach-
schaftsteam der TU Berlin.
Beim Fachschaftsteam geht es nicht
nach dem Zufallsprinzip zu. Wir sind
Studierende der Fakultät VII und durch
langjährige Erfahrung konnte ein soli-
des Fundament aus Know-how aufge-
baut werden, welches mit Erfolg an
die jüngere Generation weitergegeben
wird. Unsere Arbeit konzentriert sich
auf drei Schwerpunkte: Interessenver-
tretung, Klausurenservice und Veran-
staltungsorganisation. Nach einem auf-
regenden Jahr in der Badewanne erhe-
ben wir uns aus dem Nass und ziehen
Bilanz. Die Interessen aller Studieren-
den konnten wir erfolgreich im Akade-
mischen Senat und in verschiedenen
Berufungskommissionen vertreten.
Für die Studierenden der Fakultät VII
haben wir in der GKWi, im Fakultäts-
rat und in den Institutsräten einiges,
wie die Senkung der Praktikumszeit,
bewirkt.
Daneben gab es zwei BA-Informati-
onsveranstaltungen, einen ausgeweite-
ten Klausurenservice und die bekann-
ten Abende der VII.
Für die Zukunft nehmen wir uns vor,
allen Studierenden das Lernen zu er-
leichtern, indem wir uns dafür einset-
zen, dass mehr offene Räume und Ar-
beitsplätze zur Verfügung stehen. Da-
mit auch fachliche
und qualitative Un-
terstützung vor Ort
ist, werden wir uns
gegen den Abbau
von Tutorenstellen
wehren.
Die Früchte der
Arbeit vom Prü-
fungsamt sind oft
faul, deshalb muss
der Kampf mit der
Schlange vor dem
Prüfungsamt auf-
genommen werden, damit jeder Stu-
dierende stressfrei zu seinem Ziel ge-
langen kann. Wie auch bei Klausuren,
denn Rechte und Pflichten gelten für
alle, auch für die Professor Innen.
Darüber hinaus müssen neue Perspek-
tiven eröffnet werden: Der Zugang
zum Ausland muss gefördert und er-
leichtert werden.
Wir freuen uns, eure Unterstützung ge-
winnen zu können, und versprechen,
nicht weniger als das Bestmögliche für
die Studienatmosphäre an der TU Ber-
lin herauszuholen.
Arno Zimmermann, Maria Knoll für
das Fachschaftsteam
Jörg Ferdinand,
Spitzenkandidat
für das Kuratorium
Arno Zimmermann
,
Spitzenkandidat
für den Akademi-
schen Senat
Erik Marquardt
,
Spitzenkandidat
für das Kuratorium
Patrick Schubert
,
Spitzenkandidat
für den Akademi-
schen Senat
Studentinnen und Studenten
Studentinnen und Studenten
Studentinnen und Studenten
Studentinnen und Studenten
INIs und andere: Fakultäten 3, 4 & 5
Unabhängig von Parteien und Wirtschaftsinteressen
Studis Fakultäten 1, 2, 6 & 7
Gerechte Verteilung von Geld und Personal
INIs und andere: Fakultäten 1, 2, 6 & 7
INIs und andere ins Kuratorium!
Fachschaftsteam & Friends
Solides Fundament aus Know-how
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl © TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
GREMIENWAHLEN AN DER TU BERLIN 2011 TU intern Nr. 1 · Januar 2011Seite W 4
Das ist nicht deine Entscheidung!
Seit Generationen opfern Studis in der
akademischen Selbstverwaltung ihre
Freizeit– lohnt sich das überhaupt?
Demokratische Hochschule?
Die Ungleichheit der Universitätsmit-
glieder wird schon in der Einteilung
in sogenannte Statusgruppen deutlich:
Ganz oben stehen die Profs, dann gibt
es die wissenschaftlichen Mitarbeiter-
Innen, die Studis und schließlich die
sonstigen MitarbeiterInnen der TU
Berlin.
Kaum zu glauben, aber unser Lehr-
personal, obwohl sie die zahlenmäßig
kleinste Gruppe stellen, hat die meis-
ten Sitze im nun zu wählenden Akade-
mischen Senat. 13 von 25 Sitzen, um
genau zu sein, und damit die Mehrheit
per Verordnung, während für die ande-
ren Gruppen je vier Sitze verbleiben.
In Fragen der Lehre und Forschung
sind die sonstigen MitarbeiterInnen,
bis auf Ausnahmefälle, sogar gänzlich
ausgeschlossen.
40 Jahre sind genug!
Den jetzigen Stand der Mitbestim-
mung haben wir unseren aufrühreri-
schen Kommilitonen aus den 60ern zu
verdanken. Die Umsetzung blieb hin-
ter deren Forderungen natürlich weit
zurück und seitdem hat sich nichts
mehr getan. Die Unmündigkeit der
Studierenden hat ein demokratisches
Gewand bekommen und dann war
Ruhe.
Und während die demokratischen
Strukturen an den Hochschulen in
diesem rudimentären Stadium ver-
blieben, wurde fleißig flexibilisiert
und privatisiert, sodass sich die Ge-
staltungsmöglichkeiten heute auf ein
Minimum reduzieren.
Studis, die den Kopf vor lauter Arbeit
nicht frei bekommen, und bedeutungs-
lose „Mitbestimmung“ führen schließ-
lich zu einer Wahlbeteiligung wie zur
AS-Wahl 2007 mit gerade einmal 7,2
Prozent.
Ja und jetzt?
Egal, ob es um als „Verwaltungsge-
bühr“ getarnte Studiengebühren, An-
wesenheitspflicht oder die Ausrichtung
von Studiengängen geht. Eigentlich
wollen wir keine Entscheidungen le-
gitimieren, auf die wir ja faktisch doch
keinen Einfluss haben.
Deshalb haben wir uns gedacht:
Wir fordern, als Schritt zu einer frei-
en, selbstbestimmten und sozialen
Bildung, die Viertelparität im AS, das
heißt: die gleiche Anzahl an Sitzen und
damit Stimmen für alle Statusgruppen.
Und das werden wir in jeder einzelnen
Sitzung zu Protokoll geben.
So weit, so schlecht,
eure Liste „Scheindemokratie“ zur
(A)lles (S)cheiße-Wahl
S. Cheindemokratie
Mehr Infos und Kritik auf:
å
www.scheindemokratie.org
Grüne TUB
Für einen
grünen Campus
Für mehr Fair-Trade- und Bio-Essen in
der Mensa.
Für einen effizienteren Umgang mit
den knappen TU-Ressourcen.
Für einen grünen Campus und ein an-
genehmes Umfeld.
(Text aus der Wahlzeitung des
Zentralen Wahlvorstands,
Januar 2011)
Wir sind Fachbereichsinitiativen (INIs)
der Fakultäten 3, 4 & 5.
Als solche setzen wir uns für unsere
Studiengänge ein. Das fängt mit der
Erstsemestereinführung an, geht bei
Klausurenausleihen weiter und hört
bei der Vertretung der Studis bei Prob-
lemen im Studium (wenn’s mal wieder
Durchfallquoten gibt, Tutorien über-
füllt sind…) nicht auf. Ebenso achten
wir bei Neufassun-
gen von Studien-
und Prüfungsord-
nungen darauf, dass
die Fächer studier-
bar bleiben, zuerst
in der Ausbildungs-
kommission und
dann später in den
Gremien, die diese
Ordnungen verab-
schieden.
Wir wollen die
Wahlmöglichkei-
ten im Studium erhalten. Deswegen
widersetzen wir uns sowohl der Ein-
stellung als auch dem Kaputtsparen
von Studiengängen. Wir sind für eine
gerechte Verteilung von Finanzmit-
teln und Personal, damit ALLE Studi-
engänge studierbar bleiben, nicht nur
die, die der Präsident als „Kernkom-
petenzen“ ansieht.
Für uns sind Studiengebühren eben-
so wie Zugangsbeschränkungen (zum
Beispiel Numerus clausus oder ande-
re Auswahlverfahren) unnötige Selek-
tionen, die dem Bildungsauftrag ei-
ner Universität entgegenlaufen. Da-
her lehnen wir sie in jeglicher Form
ab. Ebenso sind wir gegen Schikanen
wie Zwangsanmeldung zu Prüfungen
und Fortschrittskontrollen. Wir sind
der Meinung, dass bei den gestuften
Studiengängen der Master der Regel-
abschluss sein muss, und lehnen daher
auch einen „NC“ beim Übergang vom
Bachelor zum Master ab.
Ebenso setzen wir uns dafür ein, dass
in den auslaufenden Diplomstudien-
gängen ALLE Studis noch ihr Diplom
zu Ende studieren können.
Für eine freie Atmosphäre der Uni ist
eine ausreichende Anzahl von studen-
tischen Räumen wichtig. Dazu gehö-
ren Lernräume ebenso wie studenti-
sche Cafés, Räume für Initiativen et
cetera.
Wir sind weder parteipolitisch gebun-
den noch sonst wem hörig. Im Gegen-
satz zu einigen anderen Gruppierun-
gen sind wir wirklich unabhängig, da
wir weder von Profs finanziert werden
noch einem Bundesverband Rechen-
schaft schulden. Wenn uns was nicht
passt, sagen wir das laut und deutlich.
Im Interesse des „Für-die-Uni-an-ei-
nem-Strang-Ziehens“ arbeiten wir
mit anderen Statusgruppen (Profs, Wi-
Mis und sonstigen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern) in der sogenannten
„Reformfraktion“ (NICHT-Konserva-
tive in den TU-Gremien) zusammen,
allerdings OHNE Fraktionszwang.
Reformfraktion: Reformgruppe Hoch-
schullehrerInnen; Mittelbauinitiative;
ver.di– mehr bewegen!; Studis Fakul-
täten 1, 2, 6 & 7 und EB 104, Freitags-
runde, UTEX-Plenum
Ringo Schubert
Studentinnen und Studenten
Studentinnen und Studenten Studentinnen
und Studenten
Ringo Schubert,
Spitzenkandidat
für den Akademi-
schen Senat
EB 104, Freitagsrunde, UTEX-Plenum
Wahlmöglichkeiten im Studium erhalten
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Wissenswertes zu den zentralen Gremienwahlen am 25., 26. und 27. Januar 2011
Wer wird gewählt?
Gewählt werden die Mitglieder des Akade-
mischen Senats, einschließlich des Erwei-
terten Akademischen Senats, die Mitglieder
des (ruhenden) Kuratoriums, die Fakultäts-
räte sowie die nebenberuflichen Frauenbei-
räte an den Fakultäten I bis VII.
Die Amtszeit läuft vom 1. April 2011 bis 31.
März 2013.
Wahlberechtigung
und Wählbarkeit
Wahlberechtigt und wählbar sind alle ak-
tiven und hauptamtlich tätigen Mitglieder
der TU Berlin in der Organisationseinheit,
der sie angehören– zum Beispiel Fakultäten,
Zentrale Universitätsverwaltung, Universi-
tätsbibliothek und Zentraleinrichtungen.
Nicht hauptamtlich tätige, außerplanmä-
ßige Hochschullehrende, Privatdozentin-
nen und-dozenten, emeritierte oder pensi-
onierte Professorinnen und Professoren ha-
ben kein aktives oder passives Wahlrecht.
Briefwahl
Jeder oder jede Wahlberechtigte kann beim
Zentralen Wahlvorstand (ZWV) Briefwahl
beantragen und bekommt dann die Brief-
wahlunterlagen
zugeschickt. For-
mulare für den An-
trag sind in den
Fakultätsverwal-
tungen, Sekreta-
riaten oder in der
ZWV-Geschäfts-
stelle sowie on-
line erhältlich. Die
Wahlbriefe müssen
bis zum Abschluss
der Wahlhand-
lung, also spätes-
tens am 27. Januar
2011, 15.30 Uhr,
beim ZWV (Haupt-
gebäude, Raum
2028/30) oder bei
der Wahlleitung
der zuständigen Fakultät vorliegen.
Ergebnisse
Die Stimmenauszählung und die Fest-
stellung des Wahlergebnisses erfolg-
ten öffentlich. Nach Abschluss der Wahl-
handlung beginnen die örtlichen Wahl-
vorstände mit der Auszählung. Die
Ergebnisse und Mandatsverteilungen
werden später im Schaukasten neben der
Geschäftsstelle des ZWV im 2. Obergeschoss
des Hauptgebäudes, Raum H 2028/30, so-
wie auf den Internetseiten des Wahlamtes
bekannt gemacht. Die TU-Pressestelle wird
sie ebenfalls im Netz sowie in der nächsten
E
intern veröffentlichen.
å
www.tu-berlin.de/?id=19042
å
www.tu-berlin.de/?id=95724
Wo wird gewählt?
Fakultät I H 2037 Str. des 17. Juni 135, 10623 Berlin Hauptgebäude – Altbau
(2. OG)
Fakultät II H 2037 Str. des 17. Juni 135, 10623 Berlin Hauptgebäude – Altbau
(2. OG)
Fakultät III H 2036 Str. des 17. Juni 135, 10623 Berlin Hauptgebäude – Altbau
(2. OG)
Fakultät V H 2036 Str. des 17. Juni 135, 10623 Berlin Hauptgebäude – Altbau
(2. OG)
Fakultät VII H 2035 Str. des 17. Juni 135, 10623 Berlin Hauptgebäude – Altbau
(2. OG)
ZUV/UB/ZEs H 2036 Str. des 17. Juni 135, 10623 Berlin Hauptgebäude – Altbau
(2. OG)
An den Wahltagen 25. und 27. Januar 2011 sind die Wahllokale der Fakultäten IV
und VI in der Zeit von 9.30 bis 15.30 Uhr wie folgt zu erreichen:
Fakultät IV EN Foyer Einsteinufer 19, 10587 Berlin Elektrotechnik – Neubau
(Parterre)
Fakultät VI A Foyer Str. des 17. Juni 152, 10623 Berlin Architekturgebäude
(Parterre)
Am Wahltag 26. Januar 2011 sind die Wahllokale der Fakultäten IV und VI in der Zeit
von 9.30 bis 15.30 Uhr wie folgt zu erreichen:
Fakultät IV FR 0003 Franklinstraße 28/29, 10587 Berlin Franklinstraße
(Parterre)
Fakultät VI TIB 13 B Gustav-Meyer-Allee 25, 13355 Berlin Techn.- u. Innovationspark
Berlin (Aufgang Hörsaal A
und B, 1. OG)
Scheindemokratie
Studiengebühren oder Zuckerwatte?
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Die Wahllokale sind von 9.30 bis 15.30 Uhr geöffnet
Seite 3
INNENANSICHTEN
TU intern Nr. 1 · Januar 2011
Hämmern, Bohren, Sägen– seit Mitte
2009 wird an der TU Berlin auf Hoch-
touren aus dem Konjunkturprogramm
II gebaut: 20 Millionen Euro erhielt
jede der drei großen Berliner Uni-
versitäten aus diesem Programm der
Bundesregierung für zusätzliche Bau-
investitionen. Nun, mit Auslaufen des
Programms, stehen die Maßnahmen
termingerecht vor dem Abschluss. Ne-
ben den 20 Millionen Euro vom Staat
hat die TU Berlin noch eine Million
Euro aus Eigenmitteln investiert.
„Alle Aufträge zur Planung und Rea-
lisierung sind erteilt. Die werden wir
zeitlich und finanziell korrekt ab-
wickeln und die Rahmenbedingun-
gen des Programms erfüllen“, sagt
der Leiter der TU-Bauabteilung Mar-
tin Schwacke. „Das war bei unserem
Schwerpunkt der Fassadensanierun-
gen keineswegs selbstverständlich,
denn insbesondere bei der Sanierung
von historischen Fassaden tritt oftmals
etwas Unvorhergesehenes ein.“
„Förderkriterien des Konjunkturpro-
gramms sind unter anderem die ener-
getische und nachhaltige Sanierung
der Hochschulen. Es sind die Redu-
zierung von Energieverbrauch und die
Minderung von CO2-Ausstoß nachzu-
weisen“, erklärt Carola Heffter, die
die Maßnahmen der TU Berlin mit
dem Senat koordiniert.
Es wurden die historische Sandstein-
fassade am Westflügel des TU-Haupt-
gebäudes und die Fassade des Alten
Chemiegebäudes saniert. An beiden
Gebäuden mussten Schäden durch
Verwitterungsprozesse und durch
mangelhafte Nachkriegsinstandset-
zung behoben werden. Besonders
gravierend waren baukonstruktive
Schäden an tragenden Unterkonst-
ruktionen, die eine Gefahr durch he-
rabfallende Fassadenteile darstellten.
Undichte Dächer wurden erneuert,
Wärmedämmung auf den Dächern
verstärkt, defekte Anschlüsse wieder-
hergestellt, neue Träger für Konsolen
eingebaut und vieles mehr. „Mit zu-
sätzlichen Ausgängen und Ergänzun-
gen an Treppenaufgängen im Haupt-
gebäude konnten wir auch unser
Fluchtwegekonzept und das Konzept
des vorbeugenden Brandschutzes dort
umsetzen, was, verbunden mit der
Neugestaltung der Nebenhalle zum
Foyer, auch die Aufenthaltsqualität er-
höht und somit zu einer Verbesserung
der Lehrsituation beiträgt“, fügt Mar-
tin Schwacke hinzu. Zu den Maßnah-
men der energetischen Sanierung ge-
hörte auch die Modernisierung der
technischen Infrastruktur des Haupt-
gebäudes, die unter anderem Anla-
gen zur Heizung, Kühlung und Trink-
wasserversorgung sowie Aufzüge und
Anlagen für das Sicherheitsmanage-
ment umfasst. Besonders wichtig und
begrüßt von den TU-Mitgliedern: die
Erneuerung der sanitären Anlagen in
mehreren Gebäuden.
„Nach einem
Sanierungsstau von rund 30 Jahren“,
so Schwacke, „war dringend auch die
Sanierung der Fassade des Ernst-Rus-
ka-Gebäudes erforderlich. Die Fassa-
denplatten aus Muschelkalkstein wa-
ren teils abgefallen, die Korrosion von
Tür- und Fensterstürzen sowie ande-
ren Trägerelementen gefährdete be-
reits die Standsicherheit des Gebäu-
des.“ Auch hier sowie im Gebäude
Elektromaschinen und Hochspan-
nungstechnik (EMH) mussten Dä-
cher saniert, neue Fenster eingebaut
und die Bausubstanz gesichert wer-
den. Das Gebäude für Hochfrequenz-
technik (HFT) wurde vor allem im In-
nenbereich saniert, mit neuen Wän-
den und Türen versehen, um einem
zeitgemäßen Brandschutz Rechnung
zu tragen. „Als großer Vorteil erwie-
sen sich die TU-eigene Tischlerei und
Lackiererei. Die Lackiererei wurde
erst 2010 in Betrieb genommen“, so
Schwacke.
„
Damit konnten Fenster
in unseren eigenen Werkstätten pro-
duziert werden– was auch als Erhö-
hung des finanziellen Eigenanteils ge-
wertet werden muss. Durch den Sa-
nierungsstau hätten wir weit mehr
Geld gebraucht, aber wir haben das
Programm als Chance begriffen, end-
lich Projekte mit hoher Dringlichkeit
zu realisieren.“ Froh sind die Bauex-
perten über die Duldsamkeit der TU-
Öffentlichkeit, denn die Staub-und
Lärm-Belastung durch Bauarbeiten
waren erheblich. Mit seiner Abtei-
lung ist Martin Schwacke besonders
zufrieden: „Wir haben immerhin 20
Millionen in zwei Jahren zusätzlich
umgesetzt, das ist eine Leistung der
Bauabteilung, die keineswegs selbst-
verständlich ist.“
Patricia Pätzold
Mit neuer Fassade
Die Baumaßnahmen auf dem TU-Campus aus dem Konjunkturprogramm II werden demnächst beendet
Wohin mit den guten Ideen?
/tui/ Mit seiner neuen Website will der
Ausschuss für Verbesserungsvorschlä-
ge (AVV) der TU Berlin mehr als bisher
auf sich aufmerksam machen. Wenn Sie
schon lange die Lösung haben, wie ein
Arbeitsablauf kostengünstiger, zeitspa-
render oder effektiver zu gestalten ist,
sollten Sie nicht zögern, sie dem AVV
mitzuteilen. Der Ausschuss besteht aus
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus
Fakultäten und der Zentralen Universi-
tätsverwaltung, die sich dafür einsetzen,
dass innovative Gedanken im Alltagsge-
triebe untergehen. Vorsitzende ist die 3.
Vizepräsidentin, Gabriele Wendorf. Vor-
schläge und Ideen können formlos in der
Geschäftsstelle des AVV bei Silke Seipold
in Raum H 2547 im TU-Hauptgebäu-
de eingereicht werden. Für umgesetz-
te Ideen winkt auch eine Belohnung in
Form einer Geldprämie.
å
www.tu-berlin.de/?id=83732
Vertreterin der
Schwerbehinderten
/tui/ Neue Vertrauensperson der
Schwerbehinderten an der TU Berlin ist
Angela Fiebig aus der Abteilung IV Bau-
und technische Angelegenheiten. Sie er-
hielt 80 Stimmen bei den Wahlen zur
Schwerbehindertenvertretung am 15.
November 2010. Ihre Vertreterin, Kers-
tin Jaensch, erhielt 58 Stimmen. Weitere
Vertreterinnen und Vertreter sind Bernd
Krause, Nadine Gringmuth, Tony Arndt,
Marai Blobel und Oliver Holz. Von den
235 Wahlberechtigten hatten sich 54
Prozent beteiligt.
)
schwerbehinderte@guv.tu-berlin.de
å
www.schwerbehinderte.tu-berlin.de
Meldungen
Senator Zöllner
verleiht Zertifikate
D
as Berliner Zentrum für Hoch-
schullehre (BZHL) lädt am 16. Fe-
bruar 2011 zu einem berlinweiten und
hochschulübergreifenden fachlichen
Austausch zum Thema „Kompetenz-
orientierung in der Hochschullehre“
ein. Diese zweite Tagung des Zentrums
findet im Umweltforum Berlin in der
Auferstehungskirche, Pufendorfstraße
11, 10249 Berlin-Friedrichshain, statt.
Sie richtet sich an alle Lehrenden und
Studierenden der öffentlichen Hoch-
schulen Berlins sowie an die Vertretun-
gen der Hochschulen und der entspre-
chenden Weiterbildungseinrichtungen.
Wissenschaftssenator Professor Dr.
Jürgen Zöllner wird die ersten „Ber-
liner Zertifikate für Hochschullehre“
öffentlich überreichen. Anmeldungen
noch bis zum 31. Januar 2011. tui
å
www.bzhl.tu-berlin.de
Offenes Angebot
am Eltern-Kind-Tag
Wohlvorbereitet startet das Fami-
lienbüro, unterstützt von Scouts
des Landesjugendwerks, am 27. Janu-
ar 2011 seinen ersten Eltern-Kind-Tag.
Die Kinder werden Labore und Werk-
stätten besichtigen, Sport-, Spiel- oder
Experimentierangebote erhalten, je
nach Altersgruppe. Eine Anmeldung
dafür ist nicht mehr möglich. Ab 14
Uhr wird es im Lichthof im Haupt-
gebäude einen offenen Abschluss mit
Zauberer, Pantomime und natürlich
der Preisverleihung zum Malwettbe-
werb geben. Die Veranstalterinnen bit-
ten aber auch hier um Anmeldung. pp
å
www.tu-berlin.de/?id=89440
D
ie Personalratsvorsitzende der TU
Berlin, Kerstin Toepfer, erklärt,
worauf Beschäftigte jetzt achten soll-
ten.
Frau Toepfer, seit Januar 2011 gilt ein
neuer Tarifvertrag auch für die Berli-
ner Hochschulen, der „TV-L Berliner
Hochschulen“ sowie ein entsprechen-
der Überleitungsvertrag, der „TVÜ-
Länder Berliner Hochschulen“. Hal-
ten Sie den Vertrag aus Sicht des Per-
sonals für gelungen?
Grundsätzlich ja. Das Tarifwerk ist
komprimiert und hat vieles verein-
facht. Ich bin froh, dass dieses moder-
ne und zeitgemäße Tarifwerk mitsamt
Überleitungsvertrag endlich an der
TU Berlin eingeführt ist. Beide Sei-
ten, Arbeitgeber und Gewerkschaften,
sind bei der Ausarbeitung Kompromis-
se eingegangen. Für unsere Universi-
tät ist es gut, um unter den äußeren
Zwängen bestehen zu können. Ich
freue mich auch für die Auszubilden-
den, die ebenfalls zum 1. August 2011
eine höhere Ausbildungsvergütung er-
halten.
Welche Möglichkeiten bietet das Tarif-
werk denn?
Der TV-L Berliner Hochschulen lässt
sehr viel mehr Gestaltungsspielraum
offen, als das mit dem BAT und dem
BMT-G möglich war. Das heißt, man
kann besser auf die individuellen Leis-
tungsstärken der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter eingehen und damit ent-
sprechend leichter gute Fachkräfte
binden– sowohl in den Fakultäten als
auch in der Verwaltung.
Was heißt das konkret?
Die künftigen Kolleginnen und Kolle-
gen können sich bei einer Neueinstel-
lung ihre im öffentlichen Dienst erwor-
benen einschlägigen Berufserfahrungen
unter bestimmten Voraussetzungen an-
erkennen lassen. Das ist eine Besonder-
heit, die sich in der Einstufung finanzi-
ell positiv bemerkbar macht. Außerdem
lässt der TV-L Möglichkeiten offen, fi-
nanzielle Anreize zu schaffen. Insge-
samt ist der Grundgedanke nicht darauf
ausgerichtet, nach Alter, sondern nach
Berufserfahrung zu bezahlen.
Worauf sollten die Beschäftigten jetzt
achten?
Alle Beschäftigten, die übergeleitet
wurden, also alle, die am 31. 12 2010
und am 1. 1. 2011 an der TU Berlin wa-
ren, sollten ihre Eingruppierung bis zum
31. März 2011 prüfen. Das betrifft vor
allem Leute, die we-
gen des Fehlens einer
geforderten Erfahrung
niedriger eingruppiert
wurden, sofern sie
über sonstige für die
auszuübende Tätigkeit
erforderliche Kennt-
nisse verfügen und
diese belegen können,
und sie aufgrund die-
ser Kenntnisse und Er-
fahrungen ausgewählt
wurden. Für Eltern,
die bisher kein Kinder-
geld von der Familien-
kasse der TU Berlin er-
halten, ist wichtig, dass
sie bis zum 28. Februar
2011 einen Wechsel zur Familienkasse
TU Berlin rückwirkend beantragen kön-
nen, und dann wird der kinderbezoge-
ne Zuschlag als Besitzstandszulage ge-
zahlt. Wichtig ist, dass alle, wenn sie das
Gehalt für Januar bekommen, das Brut-
toentgelt mit demjenigen aus dem De-
zember 2010 vergleichen. Mehr kann
es werden, aber weniger nicht! Der Net-
tobetrag kann variieren, zum Beispiel
weil sich die Krankenkassenbeiträge
und die steuerlichen Abzüge verändert
haben. Bei Abweichungen, Fragen und
Zweifeln sollte man sich sofort an die
Personalstelle oder an den Personalrat
wenden, um das zu klären.
Ich persönlich freue mich, Sie in Zei-
ten großer Veränderung unterstützend
begleiten zu dürfen. Ich wünsche uns
Beschäftigten eine Überleitungsphase
mit möglichst wenig Problemen.
Vielen Dank!
Das Gespräch führte Patricia Pätzold
Komprimiert und vereinfacht
Der neue Tarifvertrag TV-L Berliner Hochschulen ist Ergebnis vieler Kompromisse beider Seiten
Lebensvielfalt eines
Stadtgewässers
BANA entwickelt Schautafeln zur
Ökologie des Landwehrkanals
Ein erfolgreicher Abschluss war dem
Umweltprojekt des Berliner Mo-
dells für nachberufliche Aktivitäten
(BANA) der TU Berlin am Landwehr-
kanal beschieden. In einem zweijäh-
rigen Projektseminar beschäftigten
sich die BANA-Studierenden mit Ge-
schichte, Sanierung und Ökologie des
Berliner Landwehrkanals (E intern
12/08). Jetzt wurden in Zusammen-
arbeit und mit finanzieller Unterstüt-
zung des Wasser- und Schifffahrtsam-
tes Berlin am Kreuzberger Urbanha-
fen Informationstafeln aufgestellt, um
Spaziergänger und Kiezinteressier-
te über die wechselvolle Geschichte
des Urbanhafens zu informieren, über
Wasservögel, Fische, Mikrolebewesen,
Bäume, Abwasserbelastung und Ge-
wässerqualität sowie die anstehende
Sanierung des Kanals.
Das Projekt, das im Rahmen der Zen-
traleinrichtung wissenschaftliche Wei-
terbildung und Kooperation (ZEWK)
von dem Biologen Dr. Michael Barsig
geleitet wurde, hatte den inzwischen in
ein Mediationsverfahren gemündeten
Konflikt um Baumfällungen am Land-
wehrkanal kritisch begleitet. Betei-
ligt war auch das Labor der Messzelle
e. V. in der Müller-Breslau-Straße. Die
Schautafeln kamen in der Schifffahrts-
verwaltung so gut an, dass das Projekt
BANA nun mit einer weiteren Infor-
mationstafel zur Kanalsanierung am
Corneliusufer beauftragt wird. pp
Der Fensterbau in der TU-eigenen Tischlerei und Lackiererei erwies sich als großer Vorteil und erhöht zudem die finanzielle Eigenleistung
Kerstin Toepfer ist Personalratsvorsitzende seit Oktober 2010
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
© privat
Die Schautafeln informieren über Wasserqua-
lität und das Leben im Wasser
ALUMNI
Seite 4 TU intern Nr. 1 · Januar 2011
4000 TU-Alumni auf
XING-Netzwerk
/mn/ Das TU-Alumniportal ist nicht die
einzige Internetplattform, auf der sich
täglich viele TU-Ehemalige über die TU
Berlin informieren, ihresgleichen finden
und kontaktieren. Seit 2007 betreut das
TU-Alumniteam auch eine wachsende
Online-Community auf der Business-
plattform XING, ein Netzwerk, das von
Millionen von Menschen besucht wird.
Über 4000 TU-Alumni tummeln sich in-
zwischen im Portal, wobei die Mitglie-
derzahl der XING-Gruppe „TU-Alumni“
stetig wächst. Das Portal wird regelmä-
ßig mit News versorgt und vom TU-
Alumniteam der Pressestelle moderiert.
Besonders erfreulich für das Team: Als Er-
weiterung des TU-Alumni-Netzwerks fin-
den viele XING-TU-Alumni so auch zum
TU-Alumniprogramm.
å
www.xing.com/net/tuberlin
Ausgezeichnetes Online-
Spiel weltweit spielen
/bk/ Einen großen Schritt für die unter-
nehmerische Zukunft hat das TU-Start-
up „Brightside Games“ vollzogen, indem
es kürzlich sein erstes Computerspiel
„Zeit2“ für Xbox 360 und PC gemein-
sam mit Ubisoft veröffentlicht hat. Das
Spiel erscheint nun als Download auf den
Online-Spieleplattformen XBLA (Xbox
Live Arcade) und Steam (PC). Nun kann
das Spiel weltweit gespielt werden. Das
ehemalige Studententeam wurde für
sein Action- und Geschicklichkeitsspiel
„Zeit2“ bereits mehrfach ausgezeich-
net, erhielt eine EXIST-Förderung und
wird vom Gründungsservice der TU-Ber-
lin betreut.
å
www.brightside-games.com.
Streit ums Bier
imPfaffenkrieg
/bk/ Menschen streiten sich um die un-
gewöhnlichsten Dinge. Da liegt es nahe,
dass sie auch um so wertvolle Güter wie
Bier in Streit geraten. Mit einer Ausein-
andersetzung besonderer Art hat sich
TU-Alumnus Prof. Dr. Hubert Olbrich
beschäftigt. „Der Bierstreit im Breslauer
Pfaffenkrieg“ heißt eine Publikation, die
er kürzlich im Universitätsverlag der TU
Berlin veröffentlichte. Im Breslauer Bier-
streit ging es fast 500 Jahre um Bierqua-
lität, aber auch um Steuern und Abgaben
für die Geistlichkeit und für die Landes-
fürsten. Der Malzzucker war seinerzeit
ein Politikum. Dies schlägt auch den Bo-
gen zum Zuckerspezialisten Hubert Ol-
bricht, der bis zu seiner Pensionierung
1989 Professor für das Fachgebiet Tech-
nologie der Nebenprodukte der Zucker-
industrie war und viele Jahre das Berliner
Zucker-Museum leitete. Seine Chronik
des Bierstreits ist im Universitätsverlag
erschienen.
å
http://www.ub.tu-berlin.de/index.
php?id=2563
Sonderpreis Wissenschaft
vom Institut für Normung
/bk/ Für seine Doktorarbeit, die Dr. rer.
oec. Axel Mangelsdorf am HARTING
Graduiertenkolleg „Mittelstand und In-
novation“ an der Technischen Universi-
tät Berlin angefertigt hat, wurde er im
November 2010 vom Deutschen Institut
für Normung e. V. (DIN) mit einem „Son-
derpreis Wissenschaft“ geehrt. Mit der
DIN-Preisverleihung, die im Rahmen ei-
ner Festveranstaltung durchgeführt wird,
möchte das DIN die Bedeutung der Nor-
mung für den globalen Markt hervor-
heben. Auch im DIN-Preiswettbewerb
„Junge Wissenschaft“ gab es eine Preis-
trägerin von der TU Berlin. Anne Kon-
rad wurde für ihre Diplomarbeit geehrt,
in der sie sich mit dem Zusammenhang
zwischen Normung und Innovation be-
schäftigt hat.
Meldungen
Ihre Verbindung zur TU Berlin
TU-Alumni-Portal
Neues erfahren, Freunde treffen,
Netzwerke aufbauen
www.alumni.tu-berlin.de
„Wenn ich auf einer Party erzähle,
was ich beruflich mache, dann erle-
be ich oft, dass das Gespräch erlischt
und die Leute nicht weiter nachfra-
gen“, erzählt Dr. Doris Felbinger. Sie
arbeitet im Zentrum ÜBERLEBEN–
einer Einrichtung, in der verschie-
dene Organisationen Opfern von
Verfolgung, Folter und Gewalt mit
umfangreicher Hilfe zur Seite ste-
hen. Das Thema „Folter“ ist nicht nur
für den Small Talk ungeeignet, es ist
auch schwierig, Spender zu moti-
vieren, die die Arbeit des Zentrums
unterstützen. Dies ist die Aufgabe
von Doris Felbinger, die seit 2007 als
Fundraiserin im Zentrum ÜBERLEBEN
arbeitet.
Bereits in ihrer Dissertation „Spen-
den an Umweltschutzorganisatio-
nen“, die sie 2005 am Institut für
Volkswirtschaftslehre und Wirt-
schaftsrecht bei der heutigen TU-Vi-
zepräsidentin Dr. Gabriele Wendorf
abschloss, setzte sie sich mit dem The-
ma Fundraising auseinander. Auch in
ihrer Freizeit hatte sie sich damals mit
Spendensammeln beschäftigt und in
ihrer Kirchengemeinde gemeinsam
mit anderen Eltern für die von Spar-
maßnahmen bedrohte Stelle des Ge-
meindepädagogen erfolgreich Geld
gesammelt. Bis 2007 arbeitete sie
als wissenschaftliche Mitarbeiterin
am Fachgebiet Wirtschaftspolitik an
der TU Berlin. „Dann kam der Zeit-
punkt, an dem ich den Elfenbeinturm
der Wissenschaft verlassen wollte,
und passend zu diesem Plan stieß ich
auf die Ausschreibung meiner jetzi-
gen Stelle.“
Die Aufgabe, die Doris Felbinger dort
übernommen hat, ist eine Herausfor-
derung. „Zu uns kommen teils schwer
traumatisierte Menschen, die Opfer
unterschiedlichster Methoden von
Gewalt sind. Wir bieten ihnen umfas-
sende medizinische, psychotherapeuti-
sche und soziale Betreuung. Und das
Besondere ist, dass bei uns auch ge-
forscht wird. Zum Beispiel zu neuen
Behandlungsansätzen für traumatisier-
te Opfer.“
Rund 100 feste und freie Mitarbeite-
rinnen und Mitarbeiter sind in den un-
terschiedlichen Projekten tätig. Finan-
ziert wird das Zentrum ÜBERLEBEN
zur Hälfte von öffentlichem Geld, der
Rest kommt aus Spenden, von Stiftun-
gen und Sponsoren. Hier setzt die Ar-
beit von Dr. Doris Felbinger an. „Spen-
der und Förderer wollen eher ein ganz
konkretes Projekt unterstützen, je an-
schaulicher ein Projekt ist, desto eher
kann man Menschen dafür begeistern.
Psychotherapeutische Betreuung von
Folteropfern lässt sich gegenüber po-
tenziellen Spendern schwer vermit-
teln“, sagt sie. Viele Spenden kom-
men von Betroffenen oder Menschen
mit beruflichem Kontakt zu den Op-
fern wie Anwälte oder Therapeuten.
Sehr erfolgreich wird außerdem schon
seit vielen Jahren in Zusammenarbeit
mit der IHK Berlin eine Kunstaukti-
on durchgeführt. Bei der letzten wur-
den 131 000 Euro eingenommen. Auch
Teile der Erlöse des Benefizkonzertes
des World Doctors Orchestra gingen
bereits zweimal an das Zentrum. „Die
Möglichkeiten, Spenden einzusam-
meln, sind einerseits immens groß.
Aber die Konkurrenz natürlich auch.
Man muss immer am Ball bleiben, Au-
gen und Ohren offenhalten.“ Es steckt
viel Arbeit dahinter, um Opfer von Ge-
walt als „gesunde“ und „stabile“ Mit-
glieder der Gesellschaft zurückzubrin-
gen. Die ständige Suche nach finanzi-
ellen wie ideellen Unterstützern, also
„funds“ und „friends“, ist dabei ein
wichtiger Baustein.
Bettina Klotz
Immer auf der Suche nach Unterstützung
Doris Felbinger arbeitet als „Fund- und Friendraiserin“ für das Zentrum ÜBERLEBEN
Doris Felbinger hat sich beruflich für die Unterstützung von Folteropfern entschieden
Neues Mentoring-
Programm startet
M
entoring– das ist schon lange ein
bewährtes Instrument der Nach-
wuchsförderung in Wirtschaftsunter-
nehmen und seit einigen Jahren auch
in Universitäten. Der Career Service
der TU Berlin startet in Kooperati-
on mit dem Nationalen Alumnipro-
gramm im April 2011 das Programm
„Externes Mentoring“. Hier sollen er-
fahrene Praktikerinnen und Praktiker
Studierende bei der beruflichen Ori-
entierung und beim Übergang vom
Studium in den Beruf unterstützen.
Gesucht werden für das neunmonati-
ge Programm Fach- und Führungskräf-
te, die an der TU Berlin studiert, pro-
moviert oder auch gearbeitet haben
und die Interesse daran finden, ihre
umfangreichen beruflichen Erfahrun-
gen an junge, engagierte Nachwuchs-
kräfte kurz vor dem Studienabschluss
weiterzugeben. Die Mentorinnen und
Mentoren profitieren dabei in mehrfa-
cher Hinsicht: Sie halten den Kontakt
zur Wissenschaft sowie zur Alma Ma-
ter und haben die Möglichkeit, an ei-
nem exklusiven Begleitprogramm teil-
zunehmen. Zudem können sie durch
die Teilnahme an dem Programm ihre
eigenen Coaching-Kompetenzen stär-
ken und sich reflektierend mit ihrem
bisherigen Werdegang auseinanderset-
zen. Können Sie sich vorstellen, sich
als Mentor oder Mentorin für Studie-
rende der TU Berlin zu engagieren?
Am 24. Februar um 18 Uhr findet ein
Info-Abend statt, bei dem das Pro-
gramm „Externes Mentoring“ näher
vorstellt wird. bk
Veranstaltungsort: Career Service,
Steinplatz 2, Konferenzraum
Informationen über den Career Service
oder das Nationale Alumniprogramm:
)
%
314-2 28 93
)
%
314-2 76 50
S
o einfach es immer wieder klingt,
so groß ist oft genau diese Hürde
für Firmengründerinnen und -grün-
der: Produkt und Markt müssen zu-
sammenpassen. Unterhält man sich
mit TU-Alumnus Uwe Struck über die
Gründung von Unternehmen, kommt
er immer wieder auf diesen Punkt zu-
rück. Und er weiß, wovon er spricht.
Seit mehr als 20 Jahren berät er Un-
ternehmen. Zunächst beim VDI/VDE
Innovation + Technik GmbH (VDI/
VDE-IT), seit 1996 als selbstständiger
Berater. Außerdem ist er mit der Ber-
liner Gründerszene fest verwachsen.
Er ist Juror und Coach beim Business-
plan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg,
Coach beim Technologie Coaching
Center (TCC) und beim Kreativ Coa-
ching Center (KCC). Auf sein Know-
how greift auch die TU Berlin seit vie-
len Jahren zurück. Aktuell ist er in der
Ringvorlesung „Entrepreneurship –
von der Idee zum Markt“eingebunden
die der TU-Gründungsservice gemein-
sam mit der Fakultät III Prozesswissen-
schaften Studierenden aller Fachrich-
tungen anbietet. Erfahrene TU-Alum-
ni-Gründerinnen und -Gründer geben
hier in Vorträgen Einblick in die Praxis.
Gleichzeitig sind die Studierenden auf-
gefordert, in interdisziplinären Teams
Geschäftsideen zu entwickeln und die-
se im Rahmen einer Prüfung zum Ab-
schluss der Vorlesung zu präsentieren.
Das Spektrum der Ideen ist breit und
reicht von einem „Energiesystem für
ein Fahrrad“ über „Befüllbare Bau-
steine für Flüchtlingslager“ bis hin
zur „Dämmelemente-Herstellung für
Häuser mit Strohhäckselfüllung“. Ins-
gesamt sieben Teams stellen Anfang
Februar 2011 ihre Ideen vor. Von Uwe
Struck haben sie in der Ringvorlesung
gelernt, wie ein vernünftiger Business-
plan auszusehen hat. „Ob ein Start-up
erfolgreich ist, kann niemand 100-pro-
zentig vorhersagen, aber es gibt eini-
ge Eckpunkte, die überall gleich sind.
Viele schauen sich nicht gründlich ge-
nug ,ihren‘ Markt an. Und wenn eine
Firma eine Idee zu einem Renner
macht, dann hat
sie vorher gute
Marktforschung
betrieben“, sagt
er. Unter ande-
rem hat er auch
TU-Alumna
Prof. Dr. Christi-
ane Lang bei der
Gründung der
Organo Balance
GmbH beraten.
Auch sie war in
der Vorlesung eingebunden und hat
über die Gründung ihres Biotechnolo-
gieunternehmens berichtet. Noch ganz
am Anfang steht Martin Holsten, Stu-
dent des Wirtschaftsingenieurwesens,
der gemeinsam mit Kommilitonen die
Idee der befüllbaren Bausteine für
Flüchtlingslager entwickelt hat. „Wir
stellen uns Bausteine vor, die mitei-
nander kombiniert ein Haus in Form
eines Iglus ergeben. Wie bei einem
Sandsack werden die aus Stoff beste-
henden Bausteine mit Sand oder Erde
befüllt. Das schafft schnelle und stabi-
le Abhilfe in Katastrophengebieten“,
beschreibt er das Vorhaben. „Durch
die Erfolgsgeschichten der Alumni-
Gründerinnen und -Gründer, werden
die Studierenden ermutigt, den Schritt
in die Selbstständigkeit zu wagen. Die
Veranstaltung ist ein erster Test, ob die
Geschäftsidee Potenzial hat“, sagt Ag-
nes von Matuschka, Leiterin des TU-
Gründungsservice. Bettina Klotz
å
www.gruendung.tu-berlin.de
Vom Produkt zum Markt
In einer Ringvorlesung geben erfahrene Alumni Einblick in die Gründerpraxis
Die Präsentation der Geschäftsideen
zum Abschluss der Ringvorlesung
ist öffentlich.
Termin:
7. Februar 2011, 16.15 Uhr, Raum C 264
In der Ringvorlesung „Entrepreneurship“ gibt es Tipps und Feedback zu Unternehmensideen
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Uwe Struck berät
Unternehmen
© privat
© pixelio.de/Rainer Sturm
Seite 5
FORSCHUNG
TU intern Nr. 1 · Januar 2011
Die Geschlechterforscherin
Sabine Hark leitet das TU-Zentrum
für Interdisziplinäre Frauen- und
Geschlechterforschung. Sie will die Gender
Studies zu einem selbstverständlichen
Teil des akademischen Lebens machen
Seite 10
Der Philosoph
Mit der Matrikelnummer 18.083 war
einer der bedeutendsten Denker des
20. Jahrhunderts, der ehemalige Pilot
Ludwig Wittgenstein, an der TH Berlin
eingeschrieben
Seite 12
Die Regionen Mwanza und Moro-
goro in Tansania sind aufgrund ihrer
Abgelegenheit und schlechten In-
frastrukturanbindung in Bezug auf
Hunger und Krankenheiten beson-
ders gefährdet. Die Bevölkerung legt
zu Fuß oder mit dem Fahrrad weite
Wege zum nächsten Markt, Kran-
kenhaus oder zur Apotheke zurück.
Im Juni 2009 startete der Bereich Lo-
gistik das Forschungsprojekt „Huma-
nitäre Logistik“, in dem ein Team von
Berliner Wissenschaftlern unter Lei-
tung von Professor Helmut Baumgar-
ten angepasste Logistikkonzepte für
Hungerregionen in Afrika entwickelt
(E intern 01/2010). Die Wissenschaft-
ler analysieren und klassifizieren die
Strukturen afrikanischer Versorgungs-
systeme, um Einsatzmöglichkeiten von
Technologie- und Wissenstransfer auf-
zuzeigen und einen Beitrag für eine
langfristig verbesserte Versorgung zu
leisten.
Hierzu führten die Forscherinnen und
Forscher im Juni 2010 eine logistische
Feldstudie in Tansania– neben Mala-
wi eines der beiden Pilotländer– ge-
meinsam mit den lokalen Partnern
durch, zu denen das National Institute
of Transport in Daressalam sowie die
St.-Augustine-Universität in Mwanza
am Viktoriasee gehören. Die Studie
untersuchte in den Regionen Mwan-
za und Morogoro über einen Zeitraum
von insgesamt vier Wochen die bisher
kaum bekannten Versorgungsmecha-
nismen in ländlichen Regionen Tan-
sanias.
Die Wissenschaftler führten Verkehrs-
zählungen und über 150 Interviews
mit Privatpersonen, medizinischem
Personal und Kleinstunternehmern
wie Ersatzteilverkäufern, Werkstät-
teninhabern und Kraftfahrern zu lo-
gistik- und transportbezogenen Prob-
lemen durch. Die lokalen Forschungs-
partner waren hier unverzichtbar: In
den ländlichen Gegenden wird Eng-
lisch nur von wenigen gesprochen,
ohne die Suaheli-Kenntnisse der Be-
gleiter aus Daressalam und Mwanza
wären die sprachlichen und kulturel-
len Barrieren unüberwindbar und da-
rüber hinaus die Akzeptanz der Be-
völkerung fraglich gewesen. Unerläss-
lich war die Unterstützung der lokalen
Partner auch, wenn es darum ging, be-
hördliche Genehmigungen zu bekom-
men oder die Wartezeiten auf Ämtern
zu verkürzen.
Die Ergebnisse der Feldstudie und ers-
te Ableitungen wurden auf Einladung
des Namibian German Logistics Cen-
ter auf dem Logistics and Transport
Workshop in Walvis Bay, Namibia,
vorgestellt. Die dort weitgehend un-
bekannte Thematik der humanitären
Logistik weckte bei den Konferenz-
teilnehmern reges Interesse. Gegen-
wärtig wird daher an einer Ausweitung
der Kooperation und des Pilotprojek-
tes auf Namibia gearbeitet.
Mit den Partnern in Tansania ist für
Februar 2011 die erste gemeinsame
Logistikkonferenz in Daressalam ge-
plant, auf der ein internationales Pu-
blikum aus Hilfsorganisationen, Logis-
tikdienstleistern, Industrieunterneh-
men und Wissenschaftlern über die
vielfältigen logistischen Probleme Af-
rikas, unter anderem Optimierungs-
ansätze für die Versorgung der länd-
lichen Bevölkerung mit essenziellen
Gütern wie Nahrungsmitteln, Wasser
und Medikamenten, diskutieren wird.
Diese Konferenz stellt einen weiteren
Schritt dar, die Zusammenarbeit zwi-
schen den TU-Forschern und ihren
Partnern aus Tansania zu intensivie-
ren. Sie soll außerdem Praktiker und
Wissenschaftler der Logistik in Tansa-
nia untereinander, aber auch mit ih-
ren Kollegen aus anderen afrikani-
schen und europäischen Ländern wie
beispielsweise Namibia, Malawi, Süd-
afrika, Deutschland und der Schweiz,
vernetzen.
Martin Keßler, Jennifer Schwarz,
Bereich Logistik, Institut für Techno-
logie und Management
Stundenlange Fußmärsche
Feldforschung für die humanitäre Logistik in Tansania soll auf Namibia ausgeweitet werden
Die Forscher führen Interviews in der Morogoro-Region in Tansania
Ergebnisse der Feldstudie
Viele Probleme in der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und Wasser ent-
stehen insbesondere in ländlichen Regionen. Die Gebiete sind kaum in die Infrastruktur
eingebunden und zum Teil nur in der Trockenzeit von außen erreichbar. Auch das Beschaf-
fungsverhalten der Bevölkerung in Entwicklungsländern wie Tansania unterscheidet sich
deutlich von dem in Industrieländern. 88 Prozent der befragten Personen gaben an, dass
sie wegen hoher Anschaffungs- und Instandhaltungskosten für den Transport ihrer Güter
keine motorisierten Transportmittel nutzen können. Lediglich 35 Prozent der befragten
Personen besitzen überhaupt ein eigenes Transportmittel, zu 88 Prozent ist dies das Fahr-
rad. Öffentliche Verkehrsmittel wie Minibusse, Busse, aber auch Auto- und Fahrradtaxis
werden nur von rund 20 Prozent der Befragten genutzt. Die im Durchschnitt mehr als
1,5 Stunden langen Wege, um Waren wie Nahrungsmittel, Wasser oder Medikamente zu
beschaffen, werden zum überwiegenden Teil zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt.
Logistikkonzepte, auch die von Hilfsorganisationen, die der Bevölkerung einen besseren
Zugang zur Grundversorgung ermöglichen, müssen diese Verkehrsträger daher einbin-
den. Derartige Modelle werden derzeit vom Projektteam der TU Berlin und ihren Partnern
entwickelt. Die Ergebnisse der Feldstudie liegen auch der gemeinsamen Entwicklung von
Logistikwissen im Rahmen von Logistikaus- und -weiterbildungsprogrammen zugrunde.
PLATO sucht Planeten
Wissenschaftliche Konferenz stellt
CoRoT-Nachfolgeprojekt vor
D
ie Suche nach der zweiten Erde
im Weltall geht weiter. Nachdem
schon der europäische Weltraumsatel-
lit CoRoT sehr erfolgreich im Aufspü-
ren von sogenannten Exoplaneten–
Planeten außerhalb unseres Sonnen-
systems– war und bis 2013 verlängert
wurde, setzt nun PLATO die Suche
nach erdähnlichen Planeten, die mit
CoRoT begonnen wurde, mit noch
empfindlicheren und verfeinerten
Methoden fort. Das Nachfolgeprojekt
PLATO (PLAnetary Transits and Oscil-
lations) sucht ebenso wie CoRoT nach
Transitplaneten und soll gleichzeitig,
was bei CoRoT noch nicht der Fall war,
die entsprechenden Zentralsterne seis-
mologisch untersuchen, sodass man
genauere Aussagen zum Beispiel über
das Alter der Planetensysteme treffen
kann. Wie schon der deutsche Beitrag
zu CoRoT von Prof. Dr. Heike Rauer
vom Deutschen Institut für Luft- und
Raumfahrt (DLR), und TU-Professo-
rin für Astrophysik, geleitet wurde, so
wirkt die Planetenforscherin auch als
Mitglied im „PLATO Mission Consor-
tium Board“ an entscheidender Stelle
an dem deutschen Beitrag mit. PLATO
ist eine von drei M-Klasse-Missionen,
über die die Europäische Raumfahrt-
agentur ESA im Zusammenhang mit
ihrem „Cosmic Vision 2015–2025 pro-
gram“ Mitte dieses Jahres entscheiden
will. Zwei von drei vorgeschlagenen
Missionen können fortgeführt werden.
Um diese neue Mission der interessier-
ten wissenschaftlichen Öffentlichkeit
vorzustellen, findet vom 24. bis 25. Fe-
bruar 2011 in der TU Berlin eine inter-
nationale wissenschaftliche Konferenz
statt. Daneben will die Konferenz Wis-
senschaftlerinnen und Wissenschaftler
vernetzen, da auch eine Beteiligung an
dem Projekt noch möglich ist. Anmel-
dung bis 25. Januar 2011. pp
å www-astro.physik.tu-berlin.de/
plato-2011/
Flexibles Design in der
Antriebselektronik
/tui/ Im Rahmen des vom Bundesminis-
terium für Bildung und Forschung (BMBF)
initiierten Innovationsprogramms „Schlüs-
seltechnologien für die Elektromobilität
(STROM)“ wird ab Mitte 2011 das Projekt
„HI-Level“ (Hochstromleiterplatte als Inte-
grationsplattform für Leistungselektronik
von Elektrofahrzeugen) die Arbeit aufneh-
men. Unter Federführung des Automobil-
zulieferers „Continental“ arbeiten sechs
Industriepartner im Projekt (Continental,
Daimler, Infineon, Schweizer Electronic,
Heraeus, AMIC) und zwei Forschungsein-
richtungen (TU Berlin und RTWH Aachen).
Sie wollen innovative Aufbau- und Verbin-
dungsverfahren für die Antriebselektronik
in Elektroautos zur Steuerung von Elektro-
motoren entwickeln. Untersucht werden,
auf der Basis der Leiterplattentechnologie,
Verfahren zur Herstellung hochstromtrag-
fähiger und funktional hochintegrierter
Substrate.
)
Neu bewilligt
Nach Paris, nach Paris, heißt es um
1800 für viele deutsche Künstler.
Paris ist die Kunstmetropole jener Zeit
und der Ort, an den es die Künstler
zieht. Dort wollen sie sich ausbilden
lassen.– in den schönen Künsten wie
der Malerei, der Bildhauerei, der Zei-
chenkunst, dem Kupferstechen.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es
eine regelrechte Reisewelle aus den
deutschen Landen nach Paris. „Un-
erklärlicherweise ist die Pariser Zeit
vieler deutscher Künstler im 19. Jahr-
hundert bisher in der Kunstgeschichte
vernachlässigt worden und wird über-
strahlt von den Studienaufenthalten in
Rom, denen in der Forschung bislang
viel größere Bedeutung beigemessen
worden ist“, sagt die Kunsthistorikerin
und TU-Professorin Bénédicte Savoy.
Eine deutsch-französische Forscher-
gruppe unter der Leitung von Béné-
dicte Savoy und der Kunsthistorikerin
France Nerlich von der Universität in
Tours will diesen blinden Fleck in der
Forschung nun aufhellen. „ArtTrans-
Form“ (Formations artistiques transna-
tionales entre la France et l’Allemagne)
heißt das neue Vorhaben und wird die
Ausbildung deutscher bildender Künst-
ler in Paris in der Zeit von 1793 bis
1870 dokumentieren. Es wird als ers-
tes kunsthistorisches Forschungspro-
jekt gemeinsam von
der Deutschen For-
schungsgemeinschaft
und dem französischen
Pendant, der Agence
National de la Recher-
che, mit rund 291 500
Euro für zwei Jahre bis 2012 gefördert.
Das deutsch-französische Team wird
ein Lexikon und eine Datenbank er-
stellen, über die alle Fakten des Auf-
enthaltes abrufbar sein werden. Au-
ßerdem ist ein Band geplant, der die
grenzüberschreitende deutsch-franzö-
sische Künstlerausbildung analysiert,
um ein umfassendes Bild von den Im-
pulsen der Pariser Kunstschule, der
privaten Ateliers und Salons auf die
deutsche Malerei zu zeichnen.
Jedem Künstler, jeder Künstlerin wird
in dem Lexikon ein Artikel gewidmet
werden, gegliedert in einen Abriss der
künstlerischen Laufbahn und die Dar-
stellung des Pariser Aufenthaltes. Daran
schließt sich jeweils eine Auflistung der
Werke, die in Paris ent-
standen waren, sowie
eine bibliografische
Übersicht über jene
Quellen an, die Auf-
schluss über die Pari-
ser Zeit geben. In dem
Abriss über den Paris-Aufenthalt wer-
den ebenfalls alle Fakten zusammen-
getragen, wann, wo und wie sich der
Künstler in Paris ausbilden ließ, in wel-
chen Kreisen er sich aufhielt, an wel-
chen Ausstellungen er teilnahm. „Aber
das Hauptaugenmerk der Lexikontexte
wird darauf liegen, vor allem aus der
Erschließung neuer Quellenmateriali-
en ein umfassendes Bild über Motivati-
on, Anlass und Stellenwert der Pariser
Zeit für das spätere künstlerische Schaf-
fen und das Gesamtlebenswerk des je-
weiligen Künstlers herauszuarbeiten“,
sagt die Literaturwissenschaftlerin und
Kunsthistorikerin Nina Struckmeyer.
Die Forschung soll zu einer neuen
Sichtweise des 19.Jahrhunderts füh-
ren. „Das 19.Jahrhundert wird stets
als Jahrhundert der Nationalismen
beschrieben, und tatsächlich verfes-
tigt sich in der Kunstgeschichte jener
Zeit die Idee der nationalen Schulen.
Diese beiden Konstrukte stehen aber
weitgehend im Widerspruch zur histo-
rischen Wirklichkeit, da sie die trans-
nationale Dynamik in der Kunst nicht
berücksichtigen“, erläutert Savoy. Im
wahrsten Sinne des Wortes grenzüber-
schreitendes Denken und Handeln:
Sich– wenn man so will– internatio-
nal ausbilden zu lassen gehörte ganz of-
fenbar für viele Künstler um 1800 zum
guten Ton, ergänzt die Kunsthistorike-
rin Lisa Hackmann. Sybille Nitsche
Malschulen– Wirklichkeit oder Mythos?
Das Forschungsprojekt „ArtTransForm“ untersucht die deutsch-französischen Kunstbeziehungen im 19. Jahrhundert
Der Schalldämpfer
Bis 2020 sollen die Triebwerke von
Flugzeugen um zehn Dezibel leiser sein
als heute. Die TU Berlin ist an einem
Forschungsprojekt um die Reduzie-
rung von Lärm im Flugverkehr beteiligt
Seite 6
Künstlerischer Blick auf CoRoT, den Vorgän-
gersatelliten von PLATO
© ESA
© Keßler
Wir wollen einen
blinden Fleck in der
Forschung aufklären.
Bénédicte Savoy
FORSCHUNG
Seite 6 TU intern Nr. 1 · Januar 2011
Buchtipp
Handys anfällig für Attacken
/tui/ Forscher vom Institut für Soft-
waretechnik und Theoretische Informa-
tik der TU Berlin haben herausgefunden,
dass nicht nur moderne Mobilgeräte wie
Smartphones anfällig für Attacken sind,
sondern auch Handys. Zu diesem Ergebnis
kommt eine Studie von Nico Golde und
Collin Mulliner vom Fachgebiet Security
in Telecommunications. Diese sogenann-
ten „Feature Phones“ verfügen über Funk-
tionen, die ältere Handys nicht besitzen –
etwa Browser, MP3-Player und kleine Pro-
gramme. Insbesondere, weil der Focus bei
der Sicherheitsforschung auf Smartphones
liege, habe er sich auf einfache „Feature
Phones“ konzentriert, erklärte Mulliner ge-
genüber ZDNet. Die beiden Wissenschaft-
ler entdeckten einen Weg, Handys vom
Mobilnetz zu trennen und die Geräte kom-
plett zum Absturz zu bringen. Ihre Soft-
ware schickt SMS-ähnliche Nachrichten
mit speziellen Zeichenfolgen an die Gerä-
te. Diese kappen daraufhin die Netzwerk-
verbindung. Nutzer sollten den Hersteller
kontaktieren und um ein Update bitten so-
wie den Netzbetreiber auffordern, solche
Nachrichten zu filtern.
Sichtbar im globalen
Wissenschaftsmarkt
/tui/ Um die Sichtbarkeit der deutschen
Spitzenforschung zu erhöhen, wollen
vier große Forschungsförderungseinrich-
tungen beim Marketing enger zusam-
menarbeiten: In einem Pilotprojekt des
Bundesbildungsministeriums werden die
Alexander von Humboldt-Stiftung, der
Deutsche Akademische Austauschdienst,
die Deutsche Forschungsgemeinschaft
und die Fraunhofer-Gesellschaft im In-
und Ausland für den Forschungsstand-
ort Deutschland werben.
å
www.bmbf.de
Meldungen
Anwendungsorientierte Forschung
ist ein wichtiges Ziel der Ingenieur-
wissenschaften. Dies gilt besonders
für den Bereich Lärmbekämpfung
am Flugzeug, wie aktuelle Debatten
über Flugrouten und deren Lärmaus-
wirkung für den neuen Flughafen
BBI belegen.
Die Arbeitsgruppen von Prof. Dr.
Frank Thiele und Prof. Dr. Lars Eng-
hardt, TU- Professor und Leiter der
DLR-Abteilung Triebwerksakus-
tik, forschen seit mehreren Jahren
gemeinsam auf dem Gebiet der
akustischen Schalldämpfer, soge-
nannter „Liner“.
Ohne ihren gezielten Einsatz in
Flugzeugtriebwerken wären aktu-
elle Lärmgrenzwerte unerreichbar.
Bis 2020 sollen Flugzeugtriebwerke
um 10 Dezibel leiser sein als heute.
Was sich nach wenig anhört, stellt je-
doch eine Halbierung des empfunde-
nen Lärmpegels dar und ist nur durch
konsequente Weiterentwicklung aller
Triebwerkskomponenten erreichbar.
Auch „Liner“ haben noch ein großes
Potenzial für die Lärmreduzierung.
Setzt man sie einer Strömung aus, ver-
ändern sich allerdings ihre akustischen
Eigenschaften. Grundlegende Unter-
suchungen zu diesem Aspekt wurden
bereits im Rahmen des Vorgängerpro-
jektes LIMiT durch die Deutsche For-
schungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
Das kürzlich bewilligte DFG-Transfer-
projekt UNLIMITED (UNiversal Liner
Impedance Modelling based on Im-
proved Tests and EDuction methods)
soll nun auf diesen Ergebnissen auf-
bauen. Über einen Zeitraum von drei
Jahren umfasst es Sachmittel und zwei
wissenschaftliche Mitarbeiter für rund
400 000 Euro.
Für die Zusammenarbeit im Rahmen
des Projektes wurde mit der PFW Ae-
rospace AG ein kompetenter Koopera-
tionspartner gewonnen, der als einzi-
ger in Deutschland Schalldämpfer für
die Triebwerksanwendung konzipiert.
PFW hat sich nach der Ausgründung
aus dem Airbus-Konzern einen Namen
mit der Zulieferung verschiedenster
Strukturkomponenten für die inter-
nationale Luftfahrtindustrie gemacht.
Diese Bauteile sind derzeit in vielen
gängigen Verkehrsflugzeugen unter an-
derem von Airbus (A300–A380) und
Boeing (787) sowie in Triebwerken
von Rolls-Royce im Einsatz.
In Zusammenarbeit mit der MeliCon
GmbH entwickelte das Unternehmen
die Schalldämpferstruktur „Silent
Structure“. Sie ermöglicht die Her-
stellung tragender Bauteile mit schall-
dämpfender Wirkung.
Die Dämpfer bestehen aus ei-
ner Kasten-
struktur, welche
durch einen patentier-
ten Schweißprozess mit einer Bo-
denplatte und dem Deckgewebe na-
mens „Silent Metal“ verbunden wird.
Als Materialien kommen Titan oder
hochwertige Stähle zum Einsatz, die
„Silent Structure“ verschleißärmer
und robuster als marktübliche „Li-
ner“ machen. Dieses wegweisen-
de Konzept wurde bereits mit dem
„Airtec Award“ ausgezeichnet und
auf dem „Path of Innovation“ der
ILA 2008 vorgestellt.
Um nun die physikalischen Effekte der
Schalldämpfung derartig komplexer
Liner besser zu verstehen und diese Er-
kenntnisse für Weiterentwicklung und
Design zu nutzen, bot sich die Zusam-
menarbeit von Universität und Indust-
riepartner an. Im Transferprojekt wer-
den dazu im Strömungskanal verschie-
dene von PFW gefertigte Dämpfer mit
Mikrofonmessungen untersucht. Auf
Basis der Messdaten wird der „Liner“
modelliert und numerisch untersucht,
um Vorhersagen zur Lärmminderung
beim Einsatz im Triebwerk zu ermög-
lichen. Den Meilenstein am Ende des
Projektes bildet ein Großversuch mit
einem Dämpfer für eine reale Gas-
turbine, in den die Erfahrungen des
Projektes einfließen sollen. Das
Projektkonzept ermöglicht allen
beteiligten Partnern, ihre Kompe-
tenzen einzubringen, zu bündeln
und von den Ergebnissen zu profi-
tieren. Mit einem Kick-off-Meeting
am 27. 10. 2010 bei PFW in Spey-
er wurde das Projekt schließlich auf
den Weg gebracht. Dabei standen
die detaillierte Messplanung und die
frühzeitige Vorbereitung des Großver-
suches im Vordergrund.
Mit UNLIMITED wird an der Techni-
schen Universität Berlin die Forschung
für einen leiseren Luftverkehr wei-
ter vorangetrieben. Das Konzept des
Transferprojektes ermöglicht zudem
die direkte Umsetzung von Maßnah-
men durch den Kooperationspartner
PFW. Dipl.-Ing. Stefan Busse
Akustische Schalldämpfer
Bis 2020 sollen Flugzeuge um zehn Dezibel leiser sein als heute– ein Forschungsprojekt
© Siller (2)
INFOVERANSTALTUNG
Wissenschaftlicher
Nachwuchs:
Karriereförderung
E
rstmals bietet die TU-Forschungs-
abteilung in diesem Semester In-
formationsveranstaltungen für Nach-
wuchswissenschaftlerinnen und
-wissenschaftler der TU Berlin an.
Promovierende und Postdocs werden
über Karrierewege und Fördermög-
lichkeiten nach der Promotion infor-
miert und erhalten Tipps für die Su-
che nach Mittelgebern und geeigneten
Förderprogrammen. Thema wird auch
das Beantragen von Drittmittelförde-
rungen im In- und Ausland sein. Wer
die spätere Selbstständigkeit im Blick
hat, kommt ebenfalls auf seine Kos-
ten, da das Informationsangebot des
Gründungsservice in einzelnen Ver-
anstaltungen eingebunden ist. Künftig
sollen diese regelmäßig einmal im Se-
mester stattfinden. Die ersten Termine:
20. Januar 2011 (Fakultät VII, Raum
H 2036), und 10. Februar 2011 (Fa-
kultäten III und V, Raum noch offen),
jeweils 16.00–17.30 Uhr. Die Termine
werden auf der Homepage des Servi-
cebereichs Forschung und des Nach-
wuchsbüros bekannt gegeben. tui
)
dagmar[email protected]
å www.tu-berlin.de/?id=93646
Sicherheit in der Stadt
Wie Kommunen bei der zivilen
Sicherheit handeln
D
as Projekt „DynASS – Dynami-
sche Arrangements städtischer Si-
cherheitskultur“ beschäftigt sich mit
der Sicherheitsproduktion in deutschen
Städten. Die Grundlage für ein hohes
Gefühl an Sicherheit schaffen verschie-
denste kommunale und private Akteure
mit ihren jeweiligen Tätigkeiten. Wie sie
handeln wird in hohem Maße durch so-
genannte „Sicherheitsbilder“ geprägt,
die beschreiben, wo sie Kriminalitäts-
gefährdungen räumlich verorten.
Inhalt des Projekts ist es, zunächst die-
jenigen städtischen Akteure zu identi-
fizieren, die mit ihrem Handeln Ein-
fluss auf das Sicherheitsempfinden der
Stadtbewohner nehmen. Nachfolgend
werden deren spezifische Sicherheits-
wahrnehmung, die daraus resultieren-
de Konstruktion von Sicherheitsbil-
dern und deren Bedeutung für die Si-
cherheitsproduktion untersucht.
Hierzu werden Studien, Medienbe-
richte und Experteninterviews analy-
siert. Eine schriftliche Befragung von
Ordnungs- und Stadtplanungsämtern
in allen deutschen Städten mit mehr
als 50 000 Einwohnern soll zeigen, wie
diese beispielhaften Akteure in Sicher-
heitsfragen handeln, und die Basis für
drei Fallstudien legen, in denen ganz
konkret untersucht wird, wie städtische
Akteure in Einzelfällen interagieren.
Das Projekt DynASS soll helfen, die
Rationalität im kommunalen Sicher-
heitshandeln zu erhöhen– und damit
das Sicherheitsempfinden der Stadtbe-
wohner verbessern. Es wird durch das
BMBF im Zuge der Bekanntmachung
„Gesellschaftliche Dimensionen der
Sicherheitsforschung“ im Rahmen des
Programms der Bundesregierung „For-
schung für die zivile Sicherheit“ von
August 2010 bis Januar 2013 als Ver-
bundprojekt mit sieben Partnern geför-
dert. Die Federführung liegt im Fachge-
biet Stadt- und Regionalökonomie des
Instituts für Stadt- und Regionalpla-
nung (ISR) und wird von Prof. Dr. Diet-
rich Henckel und Dr. Gabriele Wendorf
(Projektleiterin), Dipl.-Ing. Jan Abt und
Dipl.-Ing. Josiane Meier betreut. tui
Die TU Berlin ist in ein neues euro-
päisches Projekt zur Entwicklung
von Basistechnologien für die zukünf-
tigen Herausforderungen der Program-
mierung eingebunden, das von der Eu-
ropäischen Union mit 3,5 Millionen
Euro gefördert wird. Computerprozes-
soren bestehen heutzutage nicht mehr
aus einem, sondern aus mehreren so-
genannten „Kernen“. Dabei zeigt der
Trend im High Performance Compu-
ting eine Verdoppelung der Kerne alle
zwei Jahre, was voraussichtlich zu Pro-
zessorchips mit mehr als 100 Kernen
in zehn bis 15 Jahren führen wird. Die
Entwicklung paralleler Anwendungen,
welche die Leistung derartiger Mehr-
Kern-Prozessoren ausnutzen, ist die
größte Herausforderung für Forschung
und Unternehmen im Bereich skalier-
barer Rechnersysteme, wenn nicht so-
gar innerhalb der gesamten Informa-
tik.
Das Ziel des ENCORE-Projekts (EN-
abling technologies for a program-
mable many-CORE/Basistechnologien
für programmierbare Viel-Kern-Syste-
me) ist es, diese Herausforderung zu
bewältigen, indem ein Programmier-
modell zur Verfügung gestellt wird, das
die Verwendung von Viel-Kern-Prozes-
soren vereinfacht und dabei vor allem
die Programmierbarkeit, Zuverlässig-
keit, Code-Portabilität und Skalier-
barkeit erheblich verbessert. Zu die-
sem Zweck wird das Projekt europä-
ische Spitzenleistungen bündeln und
verstärken.
Innerhalb seiner Aktivitäten soll das
auf drei Jahre angelegte und mit 3,5
Millionen Euro geförderte ENCORE-
Projekt einen ganzheitlichen Ansatz
für Parallelisierung und Programmier-
barkeit von Rechnersystemen finden,
der die Hardware sowie die gesamte
Software-Werkzeugkette (von Anwen-
dungen bis zur Systemsoftware) um-
fasst.
Das ENCORE-Projekt wird durch das
Barcelona Supercomputing Center ko-
ordiniert und bringt die folgenden füh-
renden Technologieforschungseinrich-
tungen zusammen: Delft University of
Technology (Niederlande), Foundation
for Research and Technology– Hellas
(Griechenland), KTH– Royal Institute
of Technology (Schweden), Technion–
Israel Institute of Technology (Israel),
ARM Limited (Großbritannien) und
die Technische Universität Berlin. fri
TU Berlin ist Partnerin im ENCORE-Projekt der EU
3,5 Millionen Euro für die Programm- und Chip-Entwicklung
Wie ein Sandwich sieht das Testobjekt „Si-
lent Structure“ mit Deckgewebe „Silent Me-
tal“ aus. Das Konzept zur Lärmminderung bei
Triebwerken wurde bereits mit dem „Airtec
Award“ ausgezeichnet
Kommunikationstechnologien werden im Verkehrsmanagement
und für die Sicherheit im Straßenverkehr immer wichtiger. Mit dem
Fachbuch „Vehicular-2-X-Communication“ bieten Experten von
Fraunhofer FOKUS und der TU Berlin erstmals einen umfassenden
Überblick über den aktuellen Forschungs- und Technologiestand im
Bereich Fahrzeug-zu-Fahrzeug- und Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kom-
munikation. Das Autorenteam– Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Radu Pope-
scu-Zeletin, Institutsleiter am Fraunhofer FOKUS und Professor für
offene Kommunikationssysteme an der TU Berlin, Dr. Ilja Radusch
und Dipl.-Ing. Mihai Adrian Rigani– stellt Kommunikationssyste-
me und Anwendungen vor, die auf Ad-hoc-Netzwerken basieren.
Dies ermöglicht einen nahtlosen und unmittelbaren Informations-
austausch der Fahrzeuge untereinander sowie zwischen Fahrzeugen
und Verkehrsinfrastrukturen. „Vehicular-2-X-Communication“ prä-
sentiert Forschungsansätze und Simulationsmodelle, die Verkehrs-
leitsysteme verbessern, Unfälle vermeiden und das Reisen komfor-
tabler gestalten können. tui
Radu Popescu-Zeletin, Ilja Radusch, Mihai Adrian Rigani:
Vehicular-2-X-Communication: State-of-the-Art and Research in
Mobile Vehicular Ad hoc Networks,
Springer Verlag Berlin 2010, ISBN: 978-3540771425
Von Auto zu Auto – Forschung zur Fahrzeugkommunikation
© FOKUS
Der neue
„Liner“ ist für den
Einbau in Flugzeug-
triebwerken vorgesehen
Seite 7
LEHRE & STUDIUM
TU intern Nr. 1 · Januar 2011
Ansprechpartner für
Auslandsstudium
/tui/ Die Fakultät IV Elektrotechnik und
Informatik hat seit dem 1. November ei-
nen Koordinator für das Auslandsstudi-
um. Der Diplom-Informatiker Wolfgang
Brandenburg berät sowohl Studieren-
de der Fakultät, die ins Ausland gehen
möchten, als auch ausländische Studie-
rende, die zum Austausch an die TU Ber-
lin kommen. Zu seinen Aufgaben zäh-
len unter anderem die allgemeine Erst-
beratung, die Vor- und Nachbetreuung
von ERASMUS- oder Dual-Degree-Pro-
gramm-Teilnehmern sowie die Hilfe bei
der Anerkennung von im Ausland er-
brachten Studienleistungen. Außerdem
ist er für die Programmkoordination und
-entwicklung zuständig. Sprechstunde:
Dienstag und Donnerstag von 9.30 bis
10.30 Uhr sowie nach Absprache, Ge-
bäude Franklinstraße, Raum 5517
%
314-2 47 09
)
wolfgang.brandenburg@tu-berlin.de
å
www.tu-berlin.de/?id=94853
Robotik für Schülerinnen
/tui/ Ein Professor „zum Anfassen“: Am
Montag, dem 28. Februar 2011, 16–18
Uhr, wird Prof. Dr. Oliver Brock in der
Kätze-Kollwitz-Oberschule einen Vor-
trag im Rahmen der Schülerinnen-Uni
der TU Berlin halten: „Künstliche Intel-
ligenz: Zukunftsvisionen aus dem La-
bor für Robotik und Biologie“. Die Ver-
anstaltung wird organisiert vom Projekt
GET-IT! [Girls, Education, Technology].
Ort: Dunckerstr. 65/66, 10439 Berlin
Meldungen
© Ariane Mielke
Referat für Presse und Information
Newsletter für
Studierende
Immer gut informiert
www.tu-berlin.de/?id=6290
Eisstiele im Rennen
SPURT-Wettbewerb im Januar
D
as TU-Projektlabor für Schülerin-
nen und Schüler an der Fakultät
IV Elektrotechnik und Informatik rich-
tet in Kooperation mit der Universi-
tät Rostock den ersten Vorentscheid
des SPURT-Wettbewerbs aus. Er fin-
det am 22. Januar 2011 in der gro-
ßen Hochspannungshalle der TU Ber-
lin statt. Das Gewinnerteam darf mit
15 Freunden in einen Kinofilm seiner
Wahl gehen und die Schnellsten sehen
sich am 20. Mai auf dem Bundeswett-
bewerb wieder, der jährlich an der Uni
Rostock veranstaltet wird. Ein SPURT-
Mobil ist ein Roboter, der möglichst
schnell entlang einer vorgegebenen
Linie fährt. Eine minimalistische Va-
riante besteht
aus einem
Eisstiel, zwei
Motoren, Ku-
gellagern als
Räder und ei-
nem Lichtsen-
sor zur Spu-
rerkennung.
Dieser kleine
Linienfolgero-
boter ist eines
der beliebtes-
ten Angebote
des Projektlabors. Zum Rennen zuge-
lassen ist jedes selbst gebaute Modell-
fahrzeug, das selbstständig fährt und
dabei einer Linie folgt; ob auf einem
Eisstiel, mit oder ohne Mikrocontroller
oder aus Lego. Jana Bialluch
I
m achten Jahrhundert trug ein
Mönch in einem kleinen Voka-
belheft die folgenschweren Wörter
„abrogans-dheomodi“ (=demütig)
ein. Damit begann nun ein latei-
nisch-althochdeutsches Glossar, das
zu den frühesten seiner Art zählt.
Nach diesem ersten Eintrag wird
das Werk in der Germanistik „Ab-
rogans“ genannt. 1200 Jahre später
sollen das erste lateinisch-deutsche
Glossar, der Sachsenspiegel als ers-
tes deutschsprachiges Rechtsbuch,
die erste gedruckte Zeitung und
viele andere Texte, die Studieren-
de der deutschen Philologie meist
nur aus Beschreibungen und mo-
dernen Editionen kennen, in einer
„Deutschen Sprachgeschichte in
Bildern und Dokumenten“ visu-
ell erfahrbar gemacht werden. So
die Idee, die Prof. Dr. Herbert Wolf
von der Universität Marburg jahr-
zehntelang vorschwebte. Die vielen
Dokumente, die er zur deutschen
Sprachgeschichte von den Anfän-
gen bis zur Gegenwart in Kopien
sammelte, warteten lange in Zettel-
kästen auf eine ambitionierte Projekt-
gruppe, die diesen Plan ausführen soll-
te. 2001 griff Prof. Dr. Rudolf Bentzin-
ger von der TU Berlin den Plan auf und
bald schon bildete sich um das Heraus-
geberteam, die Professoren Norbert
Richard Wolf, Wolf Peter Klein, Rudolf
Bentzinger und Dr. Annemarie Heyder,
eine Gruppe von TU-Studierenden und
Absolventen, die als Autoren und Re-
dakteure ihren Beitrag zu dem Buch-
projekt leisten.
Ziel ist es, eine DVD mit digitalisier-
ten Bildern und Dokumenten zu den
fünf Themenschwerpunkten der „äu-
ßeren“ Sprachgeschichte, Medienwan-
del, Sprachkontakt, Fach- und Sonder-
sprachen, Deutschunterricht und Dia-
gliederung des Deutschen zu erstellen.
Kommentare geben Auskunft über die
Quellen der Digitalisate, die Inhalte
der Dokumente, ordnen sie sprach-
geschichtlich ein und geben Litera-
turhinweise für Studierende. Zu der
DVD wird ein Begleitbuch in Über-
blickskapiteln in die Themenkomple-
xe einführen. Das auf privater Initiati-
ve beruhende Projekt wird besonders
unterstützt durch das Forschungskol-
loquium der Älteren Deutschen Phi-
lologie, bisher von Prof. Dr. Jürgen
Wolf geleitet. Der Verlag S. Hirzel in
Stuttgart will es als Supplement zu
Wilhelm Schmidts auflagenstarker
„Geschichte der Deutschen Spra-
che“ veröffentlichen.
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt
auf der Verknüpfung von Sprachge-
schichte und Kulturgeschichte sowie
fachübergreifend auch auf Themen
wie dem Medienwandel. Hier wird
nach sprachlichen Auswirkungen
von Handschrift, Buchdruck oder
Computer gefragt, die die Medien
revolutionierten, sowie nach sozia-
len und kulturellen Veränderungen,
die wiederum auf die Sprache ein-
wirken. Besonders das junge elekt-
ronische Medium „Computer“ kann
Prozesse des Medienwandels sicht-
bar machen. So präsentiert die DVD
zur „Geschichte der Zeitung“ ne-
ben Flugblatt und Flugschrift auch
die frühen handschriftlichen Zei-
tungen. So können die Studieren-
den nebeneinander die Reprodukti-
on einer Seite der frühesten erhal-
tenen deutschen Zeitung „Aviso“
(1609) und eine zeitgleich verfass-
te handschriftliche Zeitung betrach-
ten. Sprachgeschichtliche Informatio-
nen wie die Entwicklung des Zeitungs-
stils werden so neben technischen wie
der formalen Ausgestaltung des neuen
Mediums im frühen 17. Jahrhundert im
wahrsten Sinne des Wortes„vor Augen
geführt“. Die Drucklegung ist für Ende
2011 geplant.
Ronny F. Schulz, M. A.,
Doktorand im Fachgebiet
Ältere Deutsche Philologie
)
å www.tu-berlin.de/?id=15673
Von A wie Abrogans bis Z wie Zeitung
Deutsche Sprachgeschichte visuell erfahrbar machen
Der erste Eintrag in dem Glossar des Deutschen Ab-
rogans lautet „abrogans-dheomodi“ (=demütig)
Studierende der Technischen Univer-
sität Berlin erarbeiten ein städtebau-
liches Konzept im Westen Tansanias.
Dabei soll eine Gemeinde von 100
Häusern für 1000 Menschen ent-
stehen. Ziel ist es, Menschen einen
besseren und sicheren Lebensraum
zu schaffen, um Lebensqualität und
Arbeitsbedingungen zu verbessern
sowie die Förderung der kulturellen
Vielfalt und eine Eingliederung in
den Wirtschaftskreislauf zu gewähr-
leisten.
Die Hauptverursacher von klima-
schädlichen Treibhausgasen und so-
mit hauptverantwortlich für den Kli-
mawandel, sind die Industrieländer.
Unter den Folgen des Klimawandels
haben jedoch vor allem die Entwick-
lungsländer enorm zu leiden. Nicht
nur Wetterextreme werden dadurch
begünstigt, sondern die Balance der
besonders empfindlichen Ökosysteme
wird nachhaltig zerstört. Gleichzeitig
fehlen diesen Ländern die finanziellen,
technischen und organisatorischen Vo-
raussetzungen zur Anpassung an den
Klimawandel. Dieser intensiviert und
potenziert daher bereits existierende
Probleme in dramatischer Geschwin-
digkeit und verursacht weitreichende
Schäden, die das Leben der Menschen
auf dem Land negativ beeinflussen.
41 Architekturstudierende der TU Ber-
lin erarbeiten in Zusammenarbeit mit
der Universität von Daressalaam ein
Konzept für eine klimafreundliche,
ökologische und autarke Siedlung in
Kigoma, Tansania. Neben der Erwei-
terung wirtschaftlicher und sozialer
Strukturen ist auch die Auseinander-
setzung mit nachhaltiger Energiever-
sorgung sowie ökologischen Wasser-
systemen für den Entwicklungsprozess
maßgeblich. Die Schaffung von Ar-
beitsplätzen, die Förderung von Frau-
en und Kindern, Schutz der Biodiver-
sität sowie eine nachhaltige Landwirt-
schaft sind ebenfalls Bestandteil des
Siedlungskonzepts und sollen später
das Handeln der Bewohner prägen.
Zur Verwirklichung eines Hauspro-
totyps werden die Studierenden im
Sommer 2011 nach Tansania reisen
und dort gemeinsam mit den Einhei-
mischen ein Gebäude errichten. Im
Sinne eines Selbsthilfeprojektes wer-
den somit Kenntnisse und Fähigkeiten
ausgetauscht und weitervermittelt. Die
Studierenden suchen für die Realisie-
rung des Projektes noch Kooperations-
partner, Sponsoren und Spender. Für
die Finanzierung von Baumaterialien
sind sie auf Spenden angewiesen. Die
Arbeit der Studierenden, Mitarbeite-
rinnen und Mitarbeiter ist jedoch eine
Eigenleistung und wird nicht durch
Spenden finanziert.
Unter dem Motto „Studierende Bau-
en in…“ wurden am Fachgebiet Pla-
nungs- und Bauökonomie bereits meh-
rere Projekte in Entwicklungsländern
unter der Leitung von Professor Klaus
Mertes erfolgreich realisiert. Im Vor-
dergrund dieser Projekte stehen im-
mer der interkulturelle Austausch und
die Verbesserung der Lebensqualität
der Menschen vor Ort, welche durch
vorsichtige Planung und ein umwelt-
schonendes Bauvorhaben gestärkt
und gesichert wird. Um in Kigoma
eine nachhaltige Entwicklung ansto-
ßen zu können, ist dieses Projekt auf
Hilfe und Unterstützung angewiesen.
Constantin Jäger, kigomaplus-Team
å www.kigomaplus.com
Wasser und Energie für Kigoma
In Tansania entsteht das nächste Projekt von „Studierende bauen in…“
Kunst und
Premieren
V
or tausend und einem Jahr wurde
eines der größten Epen der Weltli-
teratur vollendet: das Buch der Könige,
das „Shahname“, das über 50 000 Verse
enthält. Vom 19. März bis 19. Juni 2011
stellen die Orientabteilung der Staats-
bibliothek und das Museum für Islami-
sche Kunst anlässlich des Jubiläums das
Epos mit über 100 herausragenden Ob-
jekten in einer Sonderausstellung vor.
Beteiligt an der Ausgestaltung dieser
Ausstellung sind Studierende des drit-
ten Semesters des TU-Masterstudien-
gangs „bühnenbild_szenischer raum“.
Sie entwickeln sowohl eine Raumins-
tallation als auch die Kostüme für eine
dort stattfindende Kinderoper.
Ebenfalls im März feiert „Orfeus re-
loaded“ an der Bauhausbühne Dessau
Premiere. Für das Bühnenstück, nach
Jacques Offenbachs Operette „Orpheus
aus der Unterwelt“, erarbeiten die Stu-
dierenden raumgreifende Objekte, Kos-
tüme und Puppen. Dabei arbeiten sie
eng mit den Puppenspielstudierenden
der Hochschule für Schauspiel „Ernst-
Busch“ Berlin zusammen. Außerdem
entsteht derzeit ein Wettbewerbsent-
wurf für Bühnenbild und Kostüme für
Puccinis Oper „La Bohème“ im Auftrag
der Landesbühne Sachsen. Premiere ist
am 9. April 2011 in Radebeul. pp
å www.tu-buehnenbild.de
Ein weiteres Lehrangebot an der TU Ber-
lin, das „Praktikumsseminar Mexiko“, ver-
bindet Lernen mit sozialem Engagement
und ermöglicht den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern, eigene Ideen zum Wohle an-
derer einzusetzen. Es richtet sich an Stu-
dierende der Architektur wie auch ande-
rer Studiengänge wie Bauingenieurwesen
oder Landschaftsplanung. Sie sollen ihre
Disziplin hier als reale und kreative, inter-
disziplinäre Arbeit erleben. Im vorbereiten-
den Wintersemester werden Gebäudeent-
würfe bis zur Ausführungsreife erarbeitet,
die in der vorlesungsfreien Zeit Mitte Feb-
ruar bis Mitte April im mexikanischen Bun-
desstaat Oaxaca in Kooperation mit der
Universidad Nacional Autonoma de Mexi-
co (UNAM) umgesetzt werden. Im darauf-
folgenden Sommersemester werden Ent-
wurf und Ausführung dokumentiert und
veröffentlicht. Das nächste Praxisseminar
wird voraussichtlich erst im Oktober 2011
stattfinden. pp
å
http://www.a.tu-berlin.de/mexico/
Studierende bauen in Mexiko
Viel öffentliches Interesse finden die Besprechungen für das Selbsthilfeprojekt in Kigoma
© Hanns Fischer: Schrifttafeln zum althochdeutschen, Lesebuch, Tübingen: Max Niemeyer Verlag, 1966
© Projektlabor/Seifert
STANDPUNKTE
Seite 8 TU intern Nr. 1 · Januar 2011 Seite 9
STANDPUNKTE
TU intern Nr. 1 · Januar 2011
C
haos herrscht auf deutschen
Schienenwegen, bei der S-Bahn
Berlin, im Fernverkehr, im Regional-
verkehr und– weniger von der Öf-
fentlichkeit bemerkt– auch im Schie-
nengüterverkehr: ein seit Jahren in
dieser Frage hilfloser Berliner Senat,
die Länderverkehrsminister treffen
sich zur Krisensitzung, da es in an-
deren Bundesländern auch nicht viel
besser aussieht als in Berlin, die Bun-
desregierung beginnt sich zu äußern,
die Zeitungen, Magazine und Nach-
richtensendungen sind voll von Bei-
trägen zur Problematik. Sogar die
Feuilletons beschäftigen sich zuneh-
mend mit dem Thema. Es bewegt die
Menschen auf vielen Ebenen. Und es
herrscht weitgehend Ratlosigkeit und
Verunsicherung. Warum ist das so, wie
kam es dazu, und welche Lösungswe-
ge aus der Krise gibt es? Der folgen-
de Beitrag will hier Handreichungen
bieten.
Vorteil Raumeffizienz
Zunächst ist es erstaunlich und ver-
wunderlich, dass dem Verkehrsträ-
ger Schiene solche Beachtung ge-
schenkt wird. Der Marktanteil an der
Verkehrsleistung (Personenkilometer
und Tonnenkilometer) in Deutschland
lag 2009 im Personenverkehr nur bei
knapp acht Prozent und bei etwa 17
Prozent im Güterverkehr. Das sieht
zunächst nach einem unbedeutenden
Anteil aus.
Diese Meinung herrschte in den Fünf-
zigern und zu Beginn der 60er-Jahre
vor und man betrachtete den Schie-
nenverkehr als gestrige, auslaufende
Verkehrsart. Im heutigen Bahnmus-
terland Schweiz gab es damals sogar
einen generellen Investitionsstopp für
den Schienenverkehr.
Mitte der 60er-Jahre reifte dann die
Erkenntnis, dass es die autogerechte
Stadt nicht geben kann und nicht ge-
ben wird, da der Flächenbedarf für
den fließenden und den ruhenden
Automobilverkehr einfach nicht zu
befriedigen ist. In dieser Zeit began-
nen dann die Planungen für komplett
neue Schienenverkehrssysteme wie
„Bay Area Rapid Transit“ (BART) in
San Francisco, Baubeginn 1966 und
Eröffnung der ersten Strecke 1972,
oder der U-Bahn in München, Bau-
beginn 1965 und Eröffnung der ers-
ten Strecke 1971. Beide Systeme sind
übrigens mit ihren technischen Para-
metern sehr weit gehend identisch mit
der S-Bahn Berlin, wie auch viele spä-
ter neu gebaute Nahverkehrssysteme
(Metro Washington, Prag, Helsinki und
viele andere).
Ein modernes, leistungsfähiges Bahn-
system kann heute 80 000 Personen
je Stunde und Richtung auf vier Me-
tern Fahrwegbreite transportieren.
Das schafft bei Weitem kein ande-
res Verkehrssystem. Schienenverkehr
ist somit eine Grundvoraussetzung
für erfolgreiche Urbanisierung. Nur
Städte mit leistungsfähigen Schie-
nenverkehrssystemen ermöglichen
eine hochwertige Lebens- und Wirt-
schaftsumgebung. Für den Güterver-
kehr und den Personenfernverkehr
zwischen den Metropolen gelten die-
se Vorteile in gleicher Weise.
Vorteil Energieeffizienz
Mit der Ölkrise und den Autofahrver-
boten 1973 wurde der zweite wesent-
liche Vorteil der Schiene gegenüber
Luft und Straße deutlich, die westli-
che höhere Energieeffizienz. Im Per-
sonenverkehr und auch im Güterver-
kehr werden bei guter Systemgestal-
tung nur 25 Prozent der Energie der
Straße im Personen- oder auch im Gü-
terverkehr benötigt. Bereits heute be-
tragen die Kostenanteile der Energie
im Bahnverkehr nur etwa zehn Pro-
zent an den Gesamtkosten, während
sie auf der Straße und in der Luft cir-
circa 33 Prozent ausmachen (www.
deutschebahn.com/site/shared/de/
dateianhaenge/publikationen__bro-
schueren/zukunftsstudie.pdf). Dieses
Verhältnis wird sich mit steigenden
Energiekos-ten noch weiter zuguns-
ten der Schiene entwickeln.
Die Gründe für diese hohe Energieef-
fizienz sind der sehr kleine Rollwider-
stand zwischen Stahlrad und -schiene
und der geringe Luftwiderstand durch
die Zugbildung.
Bei Elektrofahrzeugen kommen noch
weitere mögliche Vorteile hinzu: Beim
Bremsen können die Fahrmotoren als
Generatoren arbeiten und die Energie
ins Netz zurückspeisen, wenn dieses
in der Lage ist, diese Energie aufzu-
nehmen. Zudem können problemlos
regenerative Energiequellen verwen-
det werden, die dann schon heute zu
sogenannten Zeroemissionsverkehrs-
systemen führen können, zu Syste-
men, die keinerlei Schadstoffe emit-
tieren. Norwegen, Schweden und die
Schweiz haben das bereits umgesetzt.
Bei der Schienenelektromobilität exis-
tiert wegen des Fahrdrahtes das Bat-
terieproblem der Straßenelektromo-
biliät nicht.
Die Vorteile der Schiene sind relevant
und liegen auf der Hand. Die Frage
ist, warum hat dieses Verkehrssystem
dennoch einen so geringen Marktan-
teil und ist nicht in der Lage, seiner
Bedeutung gemäß stark und schnell zu
wachsen, sondern lässt Fahrgäste zu-
rück oder vergrault die Kunden auch
im Güterverkehr auf die vielfältigsten
Weisen?
Funktionsweise
Bahnverkehr
Um diese Frage beantworten zu kön-
nen und notwendige Änderungen
aufzuzeigen, muss bekannt sein, wie
Schienenverkehr funktioniert (Bild 1).
In der Diagonalen des Bildes läuft der
Bahnbetrieb ab. Die Strategie wird bei
einem integrierten Unternehmen wie
der Deutschen Bahn in der Holding
gemacht, bei Privaten meist in Verbän-
den wie Mofair (www.mofair.de) oder
Erfa (www.erfa.be).
Das Angebot ist im Fahrplan sehr
kompakt dargestellt, über Zeit und
Ort wird die Geschwindigkeit defi-
niert, die Zughäufigkeit und auch die
Netzwirkung. Der Betrieb nutzt die
technischen Elemente Infrastruktur
und Fahrzeuge, deren Funktionalität
durch die Instandhaltung gesichert
werden muss.
Externe Vorgaben vor allem durch die
Politik, die verfügbaren Finanzen und
die hoheitliche Aufgabe der Zulassung
bezüglich der Sicherheit und Umwelt-
verträglichkeit setzen Rahmenbedin-
gen. Die Auswirkungen ergeben sich
dann im „Modal Split“, dem Anteil
am Verkehrsmarkt, an der Zuverlässig-
keit, dem Ertrag, der Wirkung auf die
Umwelt und auch an der Sicherheit.
Von etwa 1880 bis 1990 war die übli-
che Eisenbahnorganisation in Europa
die Staatsbahn. Die Verkehrsmengen
der Bahnen blieben in der Nachkriegs-
zeit in etwa konstant. Wegen des all-
gemeinen starken Verkehrswachstums
verringerten sich damit die Markt-
anteile, die Erträge waren sehr un-
befriedigend, Defizite wuchsen. Ob-
wohl ein großer Vorteil der Eisenbahn
in der Weitstrecke liegt – und das ist
in Europa grenzüberschreitender Ver-
kehr–, waren und sind die Marktan-
teile grenzüberschreitend noch viel
geringer als im Inland. Der Grund da-
für wurde in der divergierenden tech-
nischen Entwicklung der Staatsbah-
nen erkannt.
Ermutigt durch die Entwicklung in den
USA, wo sich die Güterverkehrsmen-
ge auf der Schiene zwischen 1960 und
2000 verdreifachte (stark unterstützt
durch die Liberalisierung des Verkehrs
durch den Staggers Act 1980), wurden
auch in Europa ab 1990 völlig neue
Randbedingungen für den Bahnver-
kehr vorgegeben mit dem Ziel des
Wachstums im „Modal Split“ und der
wirtschaftlichen Gesundung.
In Deutschland fiel das mit der Wen-
de zusammen, sodass die Vereinigung
von Bundesbahn und Reichsbahn
gleich mit der Umsetzung der euro-
päischen Vorgaben aus Brüssel, insbe-
sondere der Richtlinie 91/440/EWG,
verknüpft werden konnte und 1994
endlich in der Firmierung der Deut-
schen Bahn mündete. Seither fand das
stärkste Wachstum mit über 50 Pro-
zent im Regionalverkehr statt, wäh-
rend die anderen Bereiche Güterver-
kehr und Personenfernverkehr kaum
wuchsen, respektive teilweise sogar
schrumpften.
Eine große Aufgabe, um Wachstum der
Marktanteile zu ermöglichen, ist die
Anpassung der Fahrzeuge und der Inf-
rastruktur (siehe Bild 1). Diese müssen
sowohl qualitäts- als auch mengenmä-
ßig verbessert werden.
Die Eisenbahn braucht außer Know-
how dringend Geld zur Modernisie-
rung und zur Kapazitätsausweitung.
Es klemmt an allen Ecken und Enden.
Die Fahrzeuge sind zu alt (neue Eu-
rocitywagen sollen schon seit 20 Jah-
ren beschafft werden, aber es passiert
nichts, der ICE 1 war für 20 Jahre Le-
bensdauer konzipiert und soll nun
mindestens 40 Jahre eingesetzt wer-
den) und es sind zu wenige (Fahrgäs-
te müssen aus überfüllten Zügen wie-
der aussteigen, sonst fährt der Zug
nicht weiter), die Stellwerke sind ex-
trem überaltert (in Cottbus konn-
te Ende 2010 ein Stellwerk aus dem
Jahr 1904 endlich außer Betrieb ge-
stellt werden. [Eisenbahnrevue Inter-
national 1/2011, S. 3, Unzureichende
Zugkontrolleinrichtungen zur Vermei-
dung von Betriebsstörungen / Elektri-
sche Bahnen 12/2010, S.569ff]. Die
Strategie der Deutschen Bahn für die-
se Finanzbeschaffung zur Modernisie-
rung und Kapazitätsausweitung ist da-
für seit vielen Jahren der Börsengang.
Kurioserweise passiert nun genau das
Gegenteil der eigentlichen Absicht.
Um das Unternehmen durch großen
Gewinnnachweis attraktiv dastehen
zu lassen, werden dringend benötigte
Investitionen zurückgestellt. Die offe-
ne und zunehmend bezweifelte Frage
bleibt, ob ein Schönen der Bilanzen
durch unterlassene Modernisierungen
tatsächlich die Attraktivität für einen
Börsengang schafft oder nicht eher
das Gegenteil bewirkt.
Die oben beschriebene Bahnreform
wurde auch auf dem halben Weg be-
endet. Ursprünglich war vorgesehen,
die einzelnen Geschäftsbereiche völlig
in die Unabhängigkeit zu führen. Die
einzelnen technischen Bereiche (nach
Bild 1) wurden jedoch wie früher zu
Staatsbahnzeiten in einem Unterneh-
men belassen, aber dieses Unterneh-
men wurde in Geschäftsfelder mit ei-
gener Finanzverantwortung aufge-
gliedert. Die Infrastruktur ist in „DB
Netz“ für das Gleis und die Stellwer-
ke, in „DB Station und Service“ für
die Bahnhofsgebäude einschließlich
Bahnsteige und in „DB Energie“ für
die Strom- und Kraftstoffversorgung
aufgegliedert. Der Personenverkehr
wie der Güterverkehr umfassen je-
weils die Bereiche Betrieb und Fahr-
zeuge und teilweise auch die Instand-
haltung. Die schwere Instandhaltung
erfolgt im eigenen Bereich, insbeson-
dere Revisionen nach typischerwei-
se acht Jahren (www.deutschebahn.
com/site/bahn/de/geschaefte/fahr-
zeuge/fahrzeuginstandhaltung/fahr-
zeuginstandhaltung.html).
Dadurch, dass jeder dieser Geschäfts-
bereiche eine eigene Rechnungsfüh-
rung hat, ist ein unkooperativesVer-
halten vorprogram-
miert, das dem
Ganzen schadet:
Beispielsweise
nützt der Ausbau
von Weichen dem
DB-Netz, da da-
durch die Instand-
haltungskosten zu-
rückgehen. Die
Schweizer haben
zum Beispiel etwa
fünfmal so vie-
le Weichen je Ki-
lometer Netzlän-
ge. Die Kosten der
Fahrzeitverlänge-
rungen durch feh-
lende Weichen bei
Bauzuständen oder
anderen Störungen
werden von Eisen-
bahnverkehrsunter-
nehmen getragen,
sei es nun ein Un-
ternehmen der DB
oder ein privates.
Letztendlich hat der
Endkunde durch
viele Verspätungen den Schaden. Auch
das Fehlen von Einzäunungen an den
deutschen Hochgeschwindigkeitsstre-
cken führt oft zu Betriebsbehinderun-
gen, seien es spielende Kinder, verirr-
te Schafe oder Selbstmörder. Andere
Länder überlegen sich, ob statt des
Einfachzaunes nicht ein Doppelzaun
notwendig wäre, während in Deutsch-
land aus Kostengründen nur die S-
Bahn Berlin komplett eingezäunt ist,
nicht aber die S-Bahn Hamburg. Dies
sind nur zwei Beispiele einer endlosen
Kette grundsätzlicher Probleme.
Es gibt zu wenige beziehungsweise oft
falsche Anreizsysteme.
Für die Bekämpfung des größten
Umweltproblems der Eisenbahn, des
Lärms, gibt es gar keine Anreizsyste-
me. Leise Fahrzeuge, die unvermeid-
bar etwas teurer sind als laute, werden
deshalb von den Eisenbahnverkehrs-
unternehmen nicht beschafft, nicht
nachgefragt und
entsprechend auch
nicht entwickelt.
Ein Beispiel für fal-
sche Anreizsysteme
sind die Halteprei-
se für Personenzü-
ge, was im Stations-
preissystem unklar
erläutert ist (www.
deutschebahn.com/
site/shared/de/da-
teianhaenge/info-
material/sonsti-
ge/praesentation_
sps_11.pdf):
Hält der Zug an ei-
nem 76 Zentimen-
ter hohen Bahn-
steig, so darf DB
Station und Servi-
ces mehr verlan-
gen als an einem
55 Zentimeter ho-
hen Bahnsteig. Da-
durch besteht ein
Anreiz, 76 Zenti-
menter hohe Bahn-
steige zu bauen.
Problematisch ist nicht nur, dass fast
alle Nachbarländer sich auf 55 Zenti-
meter festgelegt haben, sondern dass
bei dieser geringeren Höhe die Dop-
pelstockfahrzeuge ebenerdig und stu-
fenlos betreten werden können, nicht
aber bei 76 Zentimetern. Wenn man
wirklich deutliche Kapazitätsverbes-
serungen erreichen will, sind Doppel-
stockzüge im Nah- und Fernverkehr
unabdingbar. Und nicht zuletzt wegen
des demografischen Wandels sollte das
„Steigenmüssen“ beim Betreten eines
Zuges der Vergangenheit angehören.
Handlungsbedarf
Wie in Bild 1 aufgezeigt, geht der
Handlungsbedarf von der Politik
aus. Die EU gibt die groben Richtli-
nien vor, wie oben schon dargelegt,
die dann national konkret umgesetzt
werden müssen. Insbesondere die Si-
cherheit kann nicht mehr wie in der
Staatsbahnvergangenheit aus Unfäl-
len rückschließend verbessert wer-
den, sondern muss durch vorangehen-
de Risikoansätze im Vorfeld gesichert
sein. Gerade Deutschland hat durch
den schlimmsten Eisenbahnunfall in
Nachkriegseuropa, Eschede 1998,
hier eine besondere Verantwortung
(www.hochgeschwindigkeitszuege.
com/deutschland/ice-unfall-eschede.
php). Nachfolgend zeige ich zunächst
abstrakt auf, wie Änderungen prinzi-
piell anzusetzen sind, und nenne dann
einige konkrete Beispiele von Maß-
nahmen, die unmittelbar nötig sind.
Abstrakte Ziele
Insbesondere der Schlichterspruch
zum Thema „Stuttgart 21“ zeigt den
Ausweg aus dem Dilemma auf, der
zum einen aus technisch solider Ar-
beit, zum anderen aus zeitgemä-
ßer Kommunikation besteht (www.
sueddeutsche.de/politik/stuttgart-
schlichterspruch-kompromiss-bahn-
muss-leistungsfaehigkeit-bewei-
sen-1.1030406).
Die Deutsche Bahn wird heute mit ju-
ristisch-wirtschaftlichen Schwerpunk-
ten geführt, aber aus Bild 1 wird deut-
lich, dass ein Schienenverkehrssystem
technisch sehr anspruchsvoll ist. Des-
halb muss die technische Kompetenz
deutlich vergrößert werden. Insbe-
sondere die europäische Harmonisie-
Deutschland: Wir haben ein (Verkehrs-)Problem
Bahnkrise: Ratlosigkeit und Verunsicherung prägen das Bild nicht nur in Berlin– Der Börsengang zur Finanzbeschaffung und Verbesserung führt zur Rückstellung dringender Investitionen– Möglichen Lösungen müssen strukturelle Änderungen vorausgehen
Von Markus Hecht
rung verlangt heute höhere technische
Kompetenz als in der Vergangenheit.
Die vorhandene Kompetenz, vor al-
lem außerhalb des DB-Konzerns,
muss genutzt und erweitert werden.
Als beispielhaft kann das Forschungs-
programm „Rad Schiene“ aus den
1980er-Jahren gelten. Damals hatte
man die kluge Entscheidung getroffen,
in die Radschiene-Technik ebenso viel
Forschungsgeld zu stecken wie in die
Magnetschwebetechnik. Mit diesem
Geld wurden insbesondere die Mehr-
körperdynamikprogramme entwickelt
und validiert, die heute einen siche-
ren Schnellverkehr bis 400 Stunden-
kilometer mit der Radschiene-Tech-
nik ermöglichen, während zuvor die
vertretbare Grenze bei 200 Stunden-
kilometern lag. Auf dieser Erfahrung
basieren noch heute die starke Positi-
on der Deutschen Bahnindustrie und
der starke Exportanteil von über 60
Prozent.
Ähnlich soll hier angeregt werden,
dass die Elektromobilitätsforschung
der Straße mit dem gleichem Betrag
für die Elektromobilitätsforschung
der Schiene gespiegelt wird. Dadurch
könnte sowohl die Erderwärmung be-
grenzt als auch der Industriestandort
Deutschland vorangebracht werden.
Grundvoraussetzung für solche Erfol-
ge ist eine Offenheit in der Kommu-
nikation, sowohl im Unternehmen als
auch in der Öffentlichkeit.
Die deutschen Eisenbahnen waren
bis zur Privatisierung ähnlich wie das
Militär organsiert. Dadurch war die
Kommunikationsrichtung unidirekti-
onal von oben nach unten vorgege-
ben. Durch den starken Personalab-
bau weist auch das operative Personal
bei der DB einen sehr hohen mitt-
leren Altersdurchschnitt auf und ist
weitgehend durch die Vorgängerbah-
nen geprägt. Anregungen und Proble-
me gelangen so nicht von unten nach
oben (www.welt.de/print/wams/wirt-
schaft/article11828193/Ein-Wunder-
dass-ueberhaupt-was-faehrt.html).
Zugegebenermaßen ist die bidirektio-
nale Kommunikation bei einem in der
Fläche rund um die Uhr arbeitenden
Verkehrsbetrieb schwieriger als bei
einem auf wenige Standorte konzen-
trierten Industriebetrieb. Die moder-
ne Kommunikation bietet hier viele
Lösungsmöglichkeiten wie auch für
die Kommunikation mit dem Kunden.
Aber auch die brancheninterne Kom-
munikation ist von vielen Missver-
ständnissen geprägt. So ist das Eisen-
bahn-Bundesamt (EBA) ausschließlich
für die Einhaltung der Sicherheits-
und Umweltvorschriften zuständig.
Eine unzuverlässige Bahn kann sehr
wohl sicher sein, wie die S-Bahn Ber-
lin beweist. Das EBA ist jedoch nicht
für die Zuverlässigkeit eines Systems
zuständig, sondern nur für die Prüfung
der vorliegenden Technik und Konzep-
te auf Sicherheit und Umweltverträg-
lichkeit. Die Aufgabe, Zuverlässigkeit,
Attraktivität und Sicherheit gleichzei-
tig zu erreichen, muss vom Verkehrs-
unternehmen erbracht werden, das für
diese Aufgabe natürlich andere, zum
Beispiel die Industrie oder Ingenieur-
büros, einbeziehen sollte.
Deutschland hat als Transitland in der
EU eine besondere Verantwortung.
Wir grenzen unmittelbar an Frank-
reich, Luxemburg, Belgien, die Nie-
derlande, Dänemark, Polen, Tschechi-
en, Österreich und die Schweiz, und
durch die Bahnfähren auf Nord- und
Ostsee sind weitere EU-Länder unmit-
telbar zu erreichen.
Während weltweit in den USA, Aust-
ralien, China, Russland, der Schweiz
der Schienengüterverkehr einen
Marktanteil von 40 bis 50 Prozent hat,
liegt der Anteil in Deutschland wie im
Europäischen Mittel bei circa 17 Pro-
zent. Das ist für das europäische Tran-
sitland absolut unbefriedigend. Einzel-
maßnahmen reichen nicht, sondern es
muss ein Bündel an Maßnahmen er-
griffen werden, um hier auf angemes-
sene Zahlen zu kommen. Auch im Per-
sonenverkehr müssen Maßnahmen
zur Kapazitätsverbesserung getroffen
werden. Die Methoden sind vielfältig.
Eine dazu ist, auf Nebenbahnen
schneller zu fahren. Während in
Deutschland die Nebenbahnhöchstge-
schwindigkeit bei 80 Stundenkilome-
tern liegt, beträgt sie im oft geschol-
tenen Großbritannien 80 Meilen pro
Stunde, also 128 Stundenkilometer.
Die verschiedenen britischen Eisen-
bahnen bieten dadurch nicht nur ihren
Kunden ein sehr attraktives Angebot,
sondern benötigen auch wesentlich
weniger Zuschüsse als in Deutschland,
da sie so weniger Aufwand haben. In
Berlin passiert gerade das Gegenteil.
Die Reduktion der Fahrgeschwin-
digkeit auf 60 Stundenkilometer für
die S-Bahn macht nicht nur die oh-
nehin schon langen Fahrzeiten noch
unattraktiver, sondern verringert die
Anzahl der ebenfalls schon knappen
Fahrzeuge weiter, da bei einem vor-
gegebenen Takt umso mehr Fahrzeu-
ge auf einer Linie eingesetzt werden
müssen, je langsamer man fährt.
Konkrete Ziele
Um die aktuellen Probleme zu lösen,
sind die Schnittstellen dringend viel
klarer und weitreichender zu beschrei-
ben. Auch Bauzustände und das Stör-
fallmanagement mit Zeitvorgaben je
nach Störfall und mit Rückkehrzeiten
zum Normalbetrieb sind zu vereinba-
ren. Das Trassen- und das Stationspreis-
system sind so anzupassen, dass gerech-
tere Preise entstehen. Heute liegen sie
deutlich über dem europäischen Durch-
schnitt. Betreiber, die gleisschädigende
und/oder laute Fahrzeuge einsetzen,
müssen den gleichen Trassenpreis be-
zahlen wie solche, die leise und gleis-
freundliche verwenden. Das ist sehr
ungerecht und behindert so die tech-
nische Entwicklung und den Umwelt-
schutz. Wie heute bei allen fortschritt-
lichen Bahnen weltweit üblich, ist für
mehr Transparenz zu sorgen, zum Bei-
spiel sind Lärmmonitoringstationen
mit öffentlich zugänglichen Ergebnis-
sen an den Brennpunkten zu installie-
ren, und die Leistungszahlen wie ver-
spätete Züge und statistische Auswer-
tungen davon sind öffentlich zugänglich
ins Netz zu stellen.
Mittelfristig ist die Netzsparte auszu-
gliedern, um Ungleichbehandlungen
zu vermeiden. Heute fühlen sich DB-
Betreiber gegenüber Fremden ebenso
benachteiligt wie umgekehrt. Nachzu-
weisen ist das heute nicht.
Diese Ausgliederung würde die zuvor
geforderte Schnittstellenbeschreibung
deutlich vereinfachen.
Zusammenfassung
Es wird aufgezeigt, dass die Probleme
der Bahn nicht Einzelereignisse sind
wie „Stuttgart 21“, die S-Bahn-Dau-
erkrise in Berlin, ausfallende Klima-
anlagen im Hochsommer, Güterzug-
lärm im Rheintal oder nichtbediente
Strecken im Regionalverkehr (http://
spnv.de/website/cms/upload/pres-
se/2011-01-05_Hintergruende_der_
aktuellen_Winterprobleme_im_SPNV.
pdf). Vielmehr geht das Problem tie-
fer, insbesondere die beim Beginn der
Bahnreform richtigerweise definierten
Wachstumsziele wurden nicht erreicht
und werden ohne strukturelle Ände-
rung nicht erreicht werden können.
Jedoch ist die Eisenbahn ein ideales
Instrument zur Klima- und Struktur-
politik. Deshalb sind zwar die aktuell
sichtbaren Probleme schnellstmöglich
zu lösen, aber gleichzeitig auch die
eher strukturellen anzupacken, da-
mit das Wachstum im „Modal Split“,
die dringend benötigte Lärmminde-
rung und die Stärkung des Industrie-
standortes Deutschland wirklich erfol-
gen können. Dauerhaft kann die hohe
Exportquote der Deutschen Bahnin-
dustrie nur gehalten werden, wenn die
Produkte vor Ort auch vorbildlich ein-
gesetzt werden.
Die TU Berlin, neben einigen anderen
deutschen Hochschulen, hat in allen
ihren Fakultäten Lehr- und Fachkom-
petenz, um hier einen Beitrag zu leis-
ten und den Prozess durch die Ausbil-
dung junger Ingenieurinnen und Inge-
nieure nachhaltig zu unterstützen.
Bild 1 Schienenverkehr – ein System
mit starker Vernetzung
© Dubbel, Taschenbuch des Maschinenbaus
Prof. Dr.-Ing. Mar-
kus Hecht leitet an
der TU Berlin das
Fachgebiet Schie-
nenfahrzeuge und
ist geschäftsfüh-
render Direktor
des Instituts für
Land- und Seeverkehr (Fakultät V Ver-
kehrs- und Maschinensysteme).
)
Der Autor
© Steinmetz
Besonders betroffen von der Misere ist die Beliner S-Bahn
© Deutsche Bahn AG
Reparaturarbeiten an einer S-Bahn in der Werkstatt Oranienburg
© S-Bahn GmbH
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
MENSCHEN
Seite 10 TU intern Nr. 1 · Januar 2011
Carl-Ramsauer-Preis
an Hagen Telg
/tui/ Für seine Dissertation, die am In-
stitut für Festkörperphysik der TU Ber-
lin entstanden ist, wird Dr. Hagen Telg
mit dem Carl-Ramsauer-Preis geehrt.
Vergeben wird der Preis durch die Phy-
sikalische Gesellschaft zu Berlin. Hagen
Telg hat sich mit sogenannten Kohlen-
stoff-Nanoröhrchen beschäftigt. Dies
sind winzige Hohlzylinder, deren Wän-
de aus hexagonal angeordneten Koh-
lenstoffatomen aufgebaut sind. Je nach
Ausrichtung der Hexagone kommt es
zu großen Unterschieden in den physi-
kalischen Eigenschaften der Röhrchen.
„Ramanuntersuchungen an einzelnen
Nanoröhrchen und Röhrchen-Ensem-
bles– Schwingungseigenschaften und
Streueffizienzen“ ist der Titel seiner Dis-
sertation, die von Prof. Dr. Christian
Thomsen betreut wurde.
Ins Gremium „Blauer
Engel“ berufen
/tui/ Prof. Dr. Matthias Finkbeiner wur-
de als Vertreter der Wissenschaft von
Bundesumweltminister Norbert Rött-
gen in die sogenannte Jury „Umweltzei-
chen“, das oberste Gremium des „Blau-
en Engels“, berufen. Der „Blaue Engel“,
seit 1978 Maßstab für umweltfreundli-
che Produkte und Dienstleistungen, ist
das erste und bekannteste Umweltzei-
chen der Welt. Die Maßstäbe, die eine
Vergabe dieses Gütezeichens erfordert,
werden von einer unabhängigen Jury
nach definierten Kriterien beschlossen.
Mit dem „Blauen Engel“ werden Unter-
nehmen für ihr Engagement im Umwelt-
schutz belohnt. Sie können ihre umwelt-
freundlichen Produkte seriös am Markt
bewerben. Professor Matthias Finkbeiner
leitet das Fachgebiet „Sustainable Engi-
neering“ im Institut für Technischen Um-
weltschutz der TU Berlin.
å
www.blauer-engel.de
Meldungen
Referat für Presse und Information
Newsletter für
Studierende
Immer gut informiert
www.tu-berlin.de/?id=6290
Schnelle Aufzüge
Klaus Tschira Preis für
Benjamin Hiller
D
er Mathematiker Dr. Benjamin Hil-
ler wurde am 14. Oktober 2010
in Heidelberg mit dem Klaus Tschira
Preis für verständliche Wissenschaft
ausgezeichnet. Er hat bei Prof. Dr.
Martin Grötschel an der TU Berlin pro-
moviert. „Das Warten der Anderen“–
so hieß Hillers Siegerbeitrag. Er han-
delte von fortschrittlichen Aufzügen,
die ihre Passagiere nicht unnötig lange
warten lassen. Hinter diesem Komfort
stecken moderne mathematische Ver-
fahren, die Aufzüge so zu steuern, dass
Wartezeiten optimiert werden. Diese
Art der Steuerung nutzt die Vorteile
eines Zielrufsystems: Noch bevor die
Passagiere einsteigen, geben sie ihre
Zieletagen an. Aufgrund der bekann-
ten Fahrgastwünsche wird dann ein
Fahrplan berechnet, der kurze War-
te- und Fahrzeiten für die wartenden
Fahrgäste erzielt und auch für künf-
tige Fahrgäste ermöglicht. Die Klaus
Tschira Stiftung ehrt einmal jährlich
im Rahmen des Wettbewerbs „Klar-
Text! – Klaus Tschira Preis für ver-
ständliche Wissenschaft“ junge Nach-
wuchswissenschaftlerinnen und -wis-
senschaftler für eine verständliche
und spannende Darstellung ihrer For-
schungsergebnisse. Der Preis ist mit
5000 Euro dotiert. tui
Wer ist denn die Geschlechterfor-
schung? Welche Ansprechpart-
ner gibt es?“, fragen mitunter Förder-
organisationen und Ministerien, wenn
es um Geschlechterpolitik und -for-
schung geht, auch Gender Studies ge-
nannt. Um eine Anlaufstelle zu schaf-
fen, gründeten 204 Wissenschaftlerin-
nen, Wissenschaftler und Studierende
vor einem Jahr an der Technischen
Universität Berlin die Fachgesellschaft
Geschlechterstudien/Gender Studies
Association. Inzwischen hat sie über
300 Mitglieder.
Die Geschlechterforschung braucht
diese Institution und Personen, die sie
repräsentieren. Eine von ihnen ist Prof.
Dr. Sabine Hark, Gründungs- und Vor-
standsmitglied der Fachgesellschaft.
Sie erklärt: „Immer wenn eine Pro-
fessur in diesem Gebiet frei wird, gibt
es Bestrebungen, sie wieder loszuwer-
den. Wir möchten dazu beitragen, dass
die Gender Studies ein selbstverständ-
licher Teil des akademischen Lebens
werden.“ Und was heißt das für die TU
Berlin? „Wenn wir beispielsweise ein
GenderZertifikat für Ingenieure ent-
wickeln, dann ist es schade, Einwände
zu hören wie ,Man kann den Ingenieu-
ren nicht zumuten, sich auch noch mit
Gender zu beschäftigen‘“, führt Sabi-
ne Hark aus.
Die Fachgesellschaft hat sich vorge-
nommen, die Geschlechterforschung
inhaltlich und wissenschaftspoli-
tisch voranzutreiben, Forschende und
Lehrende zu vernetzen und den Ge-
schlechterstudien mehr Sichtbarkeit
zu verleihen. Sie vermittelt Exper-
tinnen und Experten, knüpft Kontak-
te zur Deutschen Forschungsgemein-
schaft sowie zu Ministerien und ar-
beitet an einer Kooperation mit der
Zeitschrift „Feministische Studien“
für einen zentralen Publikationsort.
Seit April 2009 leitet Sabine Hark
das TU-Zentrum für Interdisziplinäre
Frauen- und Geschlechterforschung
(ZIFG). Dem Ruf der TU Berlin folg-
te sie gern: „Ich bin jetzt beruflich an
dem Ort, an dem ich sein wollte.“ Sie
schätzt besonders die Interdisziplina-
rität des ZIFG und die TU Berlin als
Forschungsstandort. „Ich habe zwar
meine beruflichen Qualifikationen in
der Soziologie, verstehe mich aber
als interdisziplinäre Geschlechterfor-
scherin“, sagt sie über sich selbst und
führt fort: „An der TU Berlin gibt es
ein Set an Forschungsfragen, die über
den etablierten Kanon der Geschlech-
terforschung hinausgehen, und die an
einer traditionellen und alle Fächer
umfassenden Universität eher ausge-
blendet werden können.“ Die andere
Seite der Medaille:
Die Natur- und Tech-
nikwissenschaften
verstünden sich als
gesellschaftsferner
als andere Diszipli-
nen und es gebe eher
Vorbehalte gegen die
Geschlechterstudien.
Eines ihrer For-
schungsinteressen ist
die Frage nach Ge-
sellschafts- und Ge-
schlechterentwürfen
in Technologiepro-
jekten aus der Nano-
, der Bio- und der
Informationstechno-
logie sowie aus den
Neurowissenschaf-
ten. „Wir sind eine
Gesellschaft, die in
einem sehr hohen
Maße – wie wir es
uns oft nicht klarmachen– technolo-
gisiert ist. Das ist für die Gender Stu-
dies ein großes Feld, wo es viel zu for-
schen gibt“, betont Sabine Hark. Wie
beispielsweise verändern sich die Be-
ziehungen von Menschen, wenn Pfle-
geroboter, also Maschinen, ihre Pflege
übernehmen? Was bedeutet das für die
geschlechtliche Arbeitsteilung, wenn
Roboter stark feminisierte Arbeit ver-
richten? Sie überprüft in verschiede-
nen Projekten, ob und wie Techno-
logien helfen, selbstbestimmt und
gewaltfrei zu leben, oder ob sie gesell-
schaftliche Spaltung fördern. Sabine
Hark bringt durch ihr wissenschafts-
politisches Engagement und ihre For-
schung die Geschlechterforschung vor-
an, die oft verkannt und deren Themen
gern als erledigt abgehakt werden.
Jana Bialluch
Ein großes Feld für Gender Studies
Sabine Hark ist Mitbegründerin der Fachgesellschaft Geschlechterstudien
Thomas Mansky hat eine Metho-
de entwickelt, mit der Zahlen an die
Öffentlichkeit gelangen, von denen
viele früher in der Medizin geheime
Verschlusssache waren. Für die einen
wurde er so zum Verräter, für die an-
deren zum Revolutionär. Doch wenn
es um die Patienten geht, ist Thomas
Mansky, neu berufener Professor für
Strukturentwicklung und Qualitäts-
management im Gesundheitswesen,
gern der Systemveränderer.
Mit Mans kys Methode kann jedes
Krankenhaus wissen, wie hoch die
Sterblichkeit bei jedem behandelten
Krankheitsbild ist. Manskys Metho-
de misst die Qualität medizinischer
Behandlung. Und da die Messung auf
vorhandenen Daten beruht, kann sie
auch von den Krankenkassen vor-
genommen werden, sodass sie nicht
mehr allein auf die Information der
Ärzte angewiesen sind.
Um zu verstehen, welche Unruhe er
auslöste, muss man sich bewusst ma-
chen, dass es in der Medizin lange als
undurchführbar galt, die Qualität einer
Behandlung zu messen.
Der Mediziner und Informatiker
forscht seit 2000 daran. „Die Sterb-
lichkeit ist bei vielen Krankheiten ein
wichtiger Parameter, an dem die Qua-
lität einer Behandlung im Kranken-
haus ablesbar ist. Sie gibt entschei-
dende Hinweise auf gravierende De-
fizite– wie mangelnde Kooperation
zwischen den Abteilungen, nicht sach-
gerechte Behandlung oder Hygiene-
mängel“, erklärt Mansky. „Und wenn
man Behandlungsabläufe bei Sterbe-
fällen untersucht, können oft Prozesse
im Krankenhaus verbessert und Leben
gerettet werden.“
Als Erste in Deutschland machten die
Helios Kliniken 2007 ihre Mortali-
tätsraten öffentlich. Thomas Mansky
war dort von 2000 bis 2010 für den
Bereich „Medizinische Entwicklung“
verantwortlich und hat in jener Zeit
die Methodik federführend erarbei-
tet, von der auch die oberste Schwei-
zer Gesundheitsbehörde überzeugt ist:
Auf Grundlage seiner Methodik wird
sie dieses Jahr für alle Schweizer Kli-
niken die Mortalitätsraten für wichtige
Krankheiten zugänglich machen.
Ausgangspunkt für seine Forschun-
gen bei Helios war das DRG-System.
Darin sind alle Daten über Diagno-
sen und Behandlungen erfasst, die in
einer Klinik vorgenommen werden.
Mit dem DRG-System wurde 2003
in Deutschland eine Vergütung nach
Leistung eingeführt. „Es legt fest, dass
eine Lungen-OP mehr wert ist als eine
Blinddarm-OP und um wie viel“, so
Mansky. Die Abkehr von einer festen
Budgetierung für alle Kliniken hin zu
einer Leistungsvergütung wurde in
den Fachkreisen als „kopernikanische
Wende“ beschrieben. An der Entwick-
lung und Einführung dieser leistungs-
bezogenen Bezahlung war der 57-Jäh-
rige, der Facharzt für Innere Medizin
ist und sich an der Universität Lübeck
in Medizinischer Informatik habilitier-
te, maßgeblich beteiligt.
„Als die Leistungsvergütung ein-
geführt war, lag es für mich auf der
Hand, nun zu untersuchen, wie gut
eine Herz-OP im Vergleich zur an-
deren ist und welche Parameter für
die Qualität der jeweiligen Behand-
lung aussagekräftig sind.“ Neben der
Sterblichkeit ist zum Beispiel die Le-
bensdauer eines künstlichen Hüftge-
lenkes ein solcher Indikator. Die Qua-
lität zu messen ist für Mansky jedoch
kein Selbstzweck. „Wenn sie messbar
ist, kann sie auch bezahlt werden.“
Was heißt, dass sein nächstes Ziel ist,
eine Vergütung auch nach Qualität in
der Medizin einzuführen. Eine solche
Wende würde vor allem einem nutzen:
dem Patienten. Sybille Nitsche
Manskys Methode
Neu berufener Professor misst die Qualität medizinischer Behandlung
100 Jahre
Klaus Federn
M
it 100 Jahren noch voller Le-
bensfreude und -kraf – so prä-
sentierte sich Professor Klaus Federn,
als TU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg
Steinbach anlässlich dieses besonde-
ren Jubiläums kurz vor Weihnachten
2010 zu einer Feier in den Lichthof
der TU Berlin lud. Zahlreiche Gratu-
lanten, Freunde und Wegbegleiter hat-
ten sich versammelt, um den ehema-
ligen Professor für Konstruktionsleh-
re und Maschinenelemente, der 1991
zum Ehrenmitglied der Universität
ernannt wurde, zu ehren. Nachzule-
sen sind sein wissenschaftliches Werk
und vieles aus seinem Leben in Ver-
bundenheit mit der TU Berlin nun in
dem Buch „Klaus Federn– Eine Wür-
digung seines Lebens als Ingenieur,
Wissenschaftler und Hochschullehrer
anlässlich seines 100. Geburtstages“,
herausgegeben von mehreren TU-Pro-
fessoren, das auf der Feier präsentiert
wurde. tui
å www.wgmk.d
David Williamson
erhält Humboldt-
Forschungspreis
D
er Mathematiker Prof. Dr. David
P. Williamson von der amerikani-
schen Cornell University erhält einen
der diesjährigen Forschungspreise der
Alexander von Humboldt-Stiftung.
Der Preis ist mit 60 000 Euro dotiert
und ermöglicht ausländischen Wissen-
schaftlern einen Forschungsaufenthalt
in Deutschland. Bereits seit Anfang
September forscht David Williamson
in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr.
Martin Skutella am Institut für Ma-
thematik der TU Berlin.
David Williamson ist ein internatio-
nal renommierter Forscher auf den
Gebieten der Diskreten Mathematik,
der Theoretischen Informatik und des
Operations Research. Während seines
Aufenthalts in Deutschland beabsich-
tigt er unter anderem, am „Problem
des Handlungsreisenden“ (Travelling
Salesman Problem) zu arbeiten. Hier-
bei besteht die Aufgabe darin, die Ab-
folge für den Besuch mehrerer Orte so
zu optimieren, dass der zurückgelegte
Weg möglichst kurz ist.
Außerdem besetzt David Williamson
im Wintersemester 2010/11 die „BMS
Professur“ an der Berlin Mathemati-
cal School (BMS), der Graduierten-
schule der drei Berliner Universitä-
ten im Rahmen der Exzellenzinitia-
tive des Bundes und der Länder. Die
„BMS Professur“ wird jährlich wech-
selnden herausragenden internationa-
len Gastdozenten angeboten. Während
ihres Aufenthalts in Berlin halten sie
die „BMS Semestervorträge“ über be-
deutende Entwicklungen in ihrem For-
schungsbereich. fri
Experte für Qualität im Gesundheitswesen: Thomas Mansky
Sabine Hark leitet das TU-Zentrum für Frauen- und Geschlechterfor-
schung seit 2009
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Benjamin Hiller
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Klaus Federn während des Festakts
© privat
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Seite 11
TIPPS & TERMINE
TU intern Nr. 1 · Januar 2011
Herausgeber: Presse- und Informa tions-
referat der Technischen Universität Ber-
lin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
% (030) 314-2 29 19/-2 39 22
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Chefredaktion:
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Chef vom Dienst:
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(pp, KoKo)
Redaktion:
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Ramona Ehret (ehr) (Tipps & Termine),
Bettina Klotz (bk) (Alumni), Sybille
Nitsche (sn)
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Auflage: 16 000
Erscheinungsweise:
monatlich, neunmal
im Jahr/26. Jahrgang
Redaktionsschluss:
siehe letzte Seite.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge
müssen nicht unbedingt mit der Mei-
nung der Redaktion übereinstimmen.
Unverlangt eingesandte Manuskripte
und Leserbriefe können nicht zurück-
geschickt werden. Die Redaktion behält
sich vor, diese zu veröffentlichen und
zu kürzen. Alle Rechte vorbehalten.
Nachdruck, auch auszugsweise, sowie
Vervielfältigung u. Ä. nur mit ausdrück-
licher Genehmigung des Herausgebers.
E intern wird auf überwiegend aus Alt-
papier bestehendem und 100 % chlor-
frei gebleichtem Papier gedruckt.
„Preis für das beste deutsche Hoch-
schulmagazin“, verliehen von „Die
Zeit“ und der Hochschulrektorenkon-
ferenz (HRK), November 2005, für
das Publikationskonzept der
TU-Presse stelle
Impressum
Akademischer Senat
jeweils um 13.00 Uhr
Ort: TU Berlin, Hauptgebäude,
Str. des 17. Juni 135, Raum H1035
2. Februar 2011
13. April 2011
4. Mai 2011
25. Mai 2011
15. Juni 2011
6. Juli 2011
å www.tu-berlin.de/asv/menue/
gremien/akademischer_senat/
Kuratorium
jeweils um 9.30 Uhr
Ort: TU Berlin, Hauptgebäude,
Str. des 17. Juni 135, Raum H 1035
4. Februar 2011
28. Februar 2011
19. Mai 2011
13. Juli 2011
13. Oktober 2011
14. Dezember 2011
å www.tu-berlin.de/asv/menue/
gremien/kuratorium/
Sprechstunden des
TU-Präsidenten
TU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Stein-
bach bietet allen TU-Angehörigen an,
sich mit ihren Anliegen und Vor schlägen
direkt an den Präsidenten zu wenden.
Termine:
26. Januar 2011
23. Februar 2011
jeweils von 11.00–12.30 Uhr
Aus organisatorischen Gründen bit-
ten wir um Voranmeldung bei der Per-
sönlichen Referentin, Gabriele Müller:
) p1@tu-berlin.de
Gremien
In for ma tio nen zu Ver an stal tun gen und
Terminen der TU Berlin:
å www.tu-berlin.de/?id=731
å www.ca reer.tu-ber lin.de/ver an stal tun gen
å www.gruendung.tu-berlin.de/286.html
å
www.studienberatung.tu-berlin.de/
?id=7007
– Preise und Stipendien –
Graduierten-Stipendien
Deutschlands erste Graduiertenschule für
die Künste und die Wissenschaften an der
Universität der Künste Berlin schreibt sechs
Stipendien aus. Bewerben können sich Ab-
solventinnen und Absolventen aller künst-
lerischen, gestalterischen oder wissen-
schaftlichen Fächer, deren Studienabschluss
einem Master entspricht. Gefördert werden
Vorhaben, die in einer künstlerischen, ge-
stalterischen oder wissenschaftlichen Dis-
ziplin verankert sind und die Kooperation
mit einer anderen Disziplin erfordern oder
thematisieren. Das Stipendium beginnt vo-
raussichtlich im Juli 2011 und ist mit 1000
Euro zuzüglich Sachkostenzuschuss und
gegebenenfalls Kinderzulage dotiert. Be-
werbungsschluss ist der 21. Januar 2011.
å www.udk-berlin.de/graduiertenschule
Robert Wischer Preis 2010
Die Stiftung Public Health verleiht wieder
den „Robert Wischer Preis“ in Höhe von
je 2000 Euro für drei herausragende stu-
dentische wissenschaftliche Arbeiten auf
dem Gebiet der Gesundheitsforschung an
der TU Berlin. Teilnahmeberechtigt sind mit
sehr gut bewertete Studien-, Diplom- und
Magisterarbeiten beziehungsweise Bache-
lor- oder Masterarbeiten, die zwischen WS
2009 und Ende SS 2010 fertiggestellt wur-
den und sich vorrangig durch einen prak-
tischen Nutzen auszeichnen. Bewerbungen
können bis zum 23. Januar 2011 einge-
reicht werden.
å www.ige.tu-berlin.de
Schinkel-Wettbewerb 2011
Der 156. Schinkel-Wettbewerb des Archi-
tekten- und Ingenieur-Vereins (AIV) zu
Berlin thematisiert unter dem Motto „SCI-
ENCE CITY– Die unbedingte Universität“
Entwicklungsperspektiven universitärer
Strukturen. Dabei sollen für den innerstäd-
tischen Campus der Technischen Universi-
tät und der Universität der Künste in der
Berliner City-West exemplarisch zukunfts-
fähige bauliche Visionen entworfen werden.
An dem mit insgesamt ca. 16 000 Euro do-
tierten Förderwettbewerb dürfen Architek-
tinnen, Architekten, Ingenieurinnen und In-
genieure aus dem deutschsprachigen Raum
teilnehmen, die nicht älter als 35 Jahre sind.
Abgabeschluss für die Entwürfe ist am 24.
Januar 2011.
å www.aiv-berlin.de
Teilstipendium für
Sprachreisen
Jugendliche und junge Erwachsene zwi-
schen 17 und 30 Jahren mit geringem Ein-
kommen können sich bei den Carl Duisberg
Centren um ein Teilstipendium für Eng-
lisch-Intensivsprachkurse in London oder
Cardiff bewerben. Interessierte sollten be-
reits über Grundkenntnisse der englischen
Sprache verfügen und schriftlich erklären,
warum der Kurs für ihre persönliche oder
berufliche Entwicklung von Bedeutung ist.
Die zwei- bis vierwöchigen Kurse finden
ganzjährig statt; die Stipendien können
aber nur für bestimmte Reisezeiträume ge-
nutzt werden. Eine Stipendienbewerbung
ist laufend möglich.
å www.cdc.de
Ideenwettbewerb Gründer-
hochschule
Unter dem Motto „Gib uns Dein Rezept–
die exzellente Gründerhochschule“ sucht
der Gründungsservice der TU Berlin inno-
vative Ideen für die Weiterentwicklung sei-
ner Angebote zur Unterstützung von Grün-
dungsvorhaben– egal, ob bisher nur eine
erste Idee oder schon ein fertiger Business-
plan vorhanden ist. Die zwei besten Ideen
werden mit einem MacBook Air und einem
iPad prämiert. Einsendeschluss ist der 4. Fe-
bruar 2011.
å www.gruendung.tu-berlin.de
Stipendien der Studienstif-
tung des deutschen Volkes
Seit Februar 2010 ist bei der Studienstif-
tung des deutschen Volkes auch die Selbst-
bewerbung möglich. Studierende im 1. oder
2. Studiensemester, die über die deutsche
Hochschulzugangsberechtigung verfügen
oder an einer deutschen Universität be-
ziehungsweise Fachhochschule studieren,
können sich vom 10. Januar bis 15. Feb-
ruar 2011 zu einem ersten Auswahltest an-
melden.
å www.studienstiftung.de/
selbstbewerbung.html
–––––– Veranstaltungen ––––––
–––––– Personalia ––––––
Lange Nacht der Wissenschaften: Jetzt Pro-
jekte und zum Science Slam anmelden!
Brückenbau-Versuche, explosive Vorlesungen,
Mathematikspiele und viele weitere spannen-
de Angebote aus den Fakultäten und Einrich-
tungen der TU Berlin werden schon jetzt ge-
plant. Bis zum 14. Februar 2011 können Sie
Ihre TU-Projekte für die Lange Nacht der Wis-
senschaften am 28. Mai anmelden. „Alte“ Pro-
jekte aus den Vorjahren stehen Ihnen zur Ak-
tivierung zur Verfügung und neue können Sie
mit einem Online-Formular anlegen. 2011 ist
das Jahr der Gesundheit und im Lichthof des
Hauptgebäudes werden Projekte zum Thema
gebündelt.
Premiere: Zum ersten Mal wird an der TU Ber-
lin ein „Science Slam“ veranstaltet. Junge Wis-
senschaftlerinnen und Wissenschaftler präsen-
tieren auf prägnante, verständliche und unter-
haltsame Weise ihre Forschung.
Nehmen Sie bitte mit dem Veranstaltungsteam
Kontakt auf, wenn Sie sich im Hauptgebäude
präsentieren oder am „Science Slam“ beteili-
gen möchten.
Jana Bialluch
Informationen und Anmeldung unter:
% 314-2 78 79
å www.lndw.tu-berlin.de.
© TU Berlin/Pressestelle/Dahl
Ruferteilungen
Professorin Dr. Radosveta Ivanova-Sten-
zel, Universitätsprofessorin im Beamten-
verhältnis auf Lebenszeit an der Helmut-
Schmidt-Universität Hamburg, für das
Fachgebiet „Mikroökonomie“ der Fakul-
tät VII Wirtschaft und Management der TU
Berlin.
Professor Dr. Christoph Weber, Univer-
sitätsprofessor im Beamtenverhältnis auf
Lebenszeit an der Universität Duisburg-
Essen, für das Fachgebiet „Energie- und
Ressourcenmanagement“ der Fakultät VII
Wirtschaft und Management der TU Berlin.
Rufannahmen
Dr. Hans-Christian von Herrmann, Rufer-
teilung vom 3. September 2010, Akademi-
scher Rat im Beamtenverhältnis auf Zeit
an der Friedrich-Schiller-Universität Jena,
für das Fachgebiet „Literaturwissenschaft
mit dem Schwerpunkt Literatur und Wis-
senschaft“ in der Fakultät I Geisteswissen-
schaften der TU Berlin.
Professorin Dr.-Ing. Vera Meyer, Rufertei-
lung vom 2. Februar 2010, Assistant Profes-
sor an der Leiden University, Niederlande,
für das Fachgebiet „Angewandte und Mo-
lekulare Mikrobiologie“ in der Fakultät III
Prozesswissenschaften der TU Berlin.
Professor Dr. Frank Neitzel, Ruferteilung
vom 7. Juni 2010, Professor im Beamten-
verhältnis auf Lebenszeit an der Fachhoch-
schule Mainz, für das Fachgebiet „Geodäsie
und Ausgleichsrechnung“ in der Fakultät VI
Planen Bauen Umwelt der TU Berlin.
Dr.-Ing. Angela Uttke, Ruferteilung vom 9.
August 2010, Projektleiterin am Deutschen
Institut für Urbanistik Berlin, für das Fach-
gebiet „Städtebau und Siedlungswesen“ in
der Fakultät VI Planen Bauen Umwelt der
TU Berlin.
Rufannahme einer
Juniorprofessur
Dr. Martin Keller-Ressel, Ruferteilung vom
30. September 2010, Postdoc an der ETH
Zürich, für das Fachgebiet „Wahrschein-
lichkeitstheorie und Finanzmathematik“
in der Fakultät II Mathematik und Natur-
wissenschaften der TU Berlin.
Honorarprofessuren–
verliehen
Professor Dr. Randolf Anger, Referent im
Vorstandsbereich Bau und Betrieb des Lan-
desbetriebes für Straßenwesen in Branden-
burg, für das Fachgebiet „Straßenbau und
-erhaltung“ in der Fakultät VI Planen Bau-
en Umwelt der TU Berlin.
Professor Dr. Ulrich Böhling, Oberarzt bei
HELIOS EVB Berlin, für das Fachgebiet
„Bildgebende Verfahren in der Medizin“ in
der Fakultät V Verkehrs- und Maschinensys-
teme der TU Berlin.
Gast-/Vertretungs-
professuren– verliehen
Professor Dr. Frank Böner, Fachgebiet „An-
gewandte Geophysik“, in der Fakultät VI
Planen Bauen Umwelt der TU Berlin, zum
1. November 2010.
Professor Dr. Shigeyoshi Inoue, Fachgebiet
„Metallorganische Chemie“, in der Fakul-
tät II Mathematik und Naturwissenschaften
der TU Berlin, zum 1. Dezember 2010.
Lehrbefugnis– verliehen
Dr. Veronica Biermann, für das Fachgebiet
„Kunstgeschichte“ in der Fakultät I Geis-
teswissenschaften der TU Berlin, zum 15.
Oktober 2010.
Lehrbefugnis– erloschen
Dr. Cornelia Conte, Fachgebiet „Neuere
Geschichte“ in der Fakultät I Geisteswis-
senschaften der TU Berlin, zum 31. Okto-
ber 2010.
Ernennungen in Ausschüsse,
Beiräte, Gremien und
Preisverleihungen
Professor Dr. Werner Rammert, Fachge-
biet „Techniksoziologie“ und Sprecher
des Zentrums für Technik und Gesellschaft,
wurde zum Mitglied des Scientific Adviso-
ry Board des Human Technology Centre an
der RWTH Aachen ernannt. Es besteht aus
internationalen Persönlichkeiten und be-
rät und bewertet die Forschungsaktivitäten
von sieben Research Houses, die als Ele-
ment der dritten Förderlinie im Exzellenz-
Wettbewerb entwickelt werden.
Professor Dr. Drs. h. c. Helmut Schwarz,
Fachgebiet „Physikalisch-Organische Che-
mie“ und Präsident der Alexander von
Humboldt-Stiftung, wurde für die Verwen-
dung des Massenspektrometers als chemi-
sches Laboratorium mit einer Ehrendok-
torwürde der Eidgenössischen Technischen
Hochschule Zürich gewürdigt. Traditionell
zeichnet die ETH an ihrem akademischen
Feiertag Personen für ihre herausragenden
Leistungen in Wissenschaft, Lehre und Pra-
xis oder in der Synthese von Forschung und
praktischer Arbeit aus.
Wechsel an eine andere
Hochschule
Professorin Dr. Gesche Joost, Fachgebiet
Interaction Design & Media in der Fakul-
tät VI Planen Bauen Umwelt der TU Berlin,
an die Universität der Künste Berlin zum
30. November 2010.
Bis 11. März 2011
100 Jahre Nachbarschaften in der Metropol-
region: Kleinmachnow & Zehlendorf
Ausstellung
Kuratoren: Dr. Nicola Bröcker, Andreas
Jüttemann, Celina Kress Veranstalter: Ar-
beitskreis Bröcker, Jüttemann, Kress (BJK)
Kleinmachnow-Zehlendorf in Kooperati-
on mit dem Center for Metropolitan Stu-
dies der TU Berlin Kontakt: Dr.-Ing. Celi-
na Kress, Center for Metropolitan Studies
(CMS) der TU Berlin,
%
030/314-28400,
) celina.kr[email protected]
Ort: Rathaus Kleinmachnow, Adolf-Grim-
me-Ring 10, 14532 Kleinmachnow Zeit:
13.1.2011, 17.00 Uhr (Ausstellungseröff-
nung) Mo.–Fr. 7.00–19.00 Uhr
26. Januar 2011
BASF Praxisvortrag
Gastvortrag
Praxisvortrag zu aktuellen Herausforde-
rungen von Dr. Thomas Franck, Senior Vice
President Supply Chain Operations Euro-
pe BASF
Veranstalter: TU Berlin, BASF Kontakt: Jan
Simon Raue, % 030/314-26748, ) raue@
ilnet.tu-berlin.de, å www.ilnet.tu-ber-
lin.de Ort: TU Berlin, Straße des 17. Juni
135, 10623 Berlin, Hauptgebäude, Raum
H 0110 Zeit: 18.30 Uhr
Bis 1. März 2011
FÉLIX CANDELA– Künstler der Konstruktion
Ausstellung
Veranstalter: Stadt Madrid, Politechnische
Universität Madrid und Fundación Juanelo
Turriano in Zusammenarbeit mit dem Fach-
gebiet Entwerfen und Konstruieren der TU
Berlin, dem Deutschen Museum in München
und dem Ingenieur Baukunst e.V. Kontakt:
Dr. Annette Bögle,
%
030/314-72136,
)
an-
nette[email protected] Ort: TU Berlin,
Gustav-Meyer-Allee 25, 13355 Berlin, Ins-
titut für Bauingenieurwesen, Gebäude 13b
Zeit: Mo.–Fr. 8.00–18.00 Uhr Hinweis: Die
Ausstellung wird von der Vortragsreihe „Fé-
lix Candela– Was wurde aus seinen Beton-
schalen?“ begleitet, jeweils 18.00 Uhr, im
Institut für Bauingenieurwesen, Hörsaal B
16. Februar 2011
Kompetenzorientierung in der Hochschul-
lehre
2. Hochschuldidaktische Wintertagung des
Berliner Zentrums für Hochschullehre
Veranstalter: Berliner Zentrum für Hoch-
schullehre Kontakt: Dr. Sabine Brendel,
%
030/314-28834,
)
sabine.brendel@tu-berlin.
de,
å
www.bzhl.tu-berlin.de Ort: Umwelt-
forum Berlin, Auferstehungskirche, Pufen-
dorfstraße 11, 10249 Berlin Zeit: 9.00–17.00
Uhr Hinweis: Um Anmeldung wird bis zum
31. Januar 2011 gebeten. Die Anmeldung
kann im Internet oder per Mail erfolgen:
å
www.bzhl.tu-berlin.de/wintertagung2011
oder,
)
e.stoyanova-kostova@tu-berlin.de
16. Februar 2011
Lange Nacht der Unternehmen
Veranstalter: TU Berlin, Career Service
und Fundraising/Unternehmensbeziehun-
gen in Zusammenarbeit mit TEMA Techno-
logie Marketing AG und weiteren Partnern
Kontakt: Bettina Satory, Career Service,
%
030/314-25131, Fax: -24087,
)
bettina.sa-
tory@tu-berlin.de Kontakt: Petra Schubert,
Fundraising und Unternehmensbeziehun-
gen,
%
030/314-29692, Fax: -29689,
)
petra.
schubert@tu-berlin.de,
å
www.berlin.nacht-
derunternehmen.de Ort: TU Berlin, Straße
des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hauptgebäu-
de, Lichthof Zeit: 15.00 Uhr Hinweis: Fir-
men können sich noch anmelden.
18 Freitag 2011
Order and Chaos in Physical Systems: Analy-
sis and Control
Kollquium aus Anlass des 60. Geburtstages
von Prof. Dr. Eckehard Schöll, Ph. D.
Veranstalter: TU Berlin, Institut für Theo-
retische Physik Kontakt: Andrea Schulze,
% 030/314-28445, ) andrea.schulze@tu-
berlin.de Ort: TU Berlin, Hardenbergstra-
ße 36, 10623 Berlin, Hörsaal EW 201 Zeit:
14.00 Uhr
VERMISCHTES
Seite 12 TU intern Nr. 1 · Januar 2011
Fallobst
„Wir haben jahrelang über Schneekano-
nen für den Harz diskutiert, jetzt müssen
dort die ersten Pisten wegen zu großer
Schneemassen gesperrt werden.“
Christian Budde, Wirtschafts- und Ver-
kehrsministerium Hannover, Weserkurier
30. Dezember 2010
„Eine ausgeklügelte Technik allein mache
noch keine gute Lehre aus… So werde
Frontalunterricht nicht dadurch besser,
dass er im Internet zu sehen ist.“
Aus: „Pauken per Podcast:
E-Learning verändert das Studieren“
Berliner Morgenpost, 1. September 2010
„Wir fürchten nicht, eine falsche Mei-
nung zu haben, sondern mit ihr allein
zu stehen. Die Isolationsangst regiert die
Welt.“
TU-Medienprofessor Norbert Bolz
in Focus 37/2010
W
er kennt nicht den Satz: „Was
sich überhaupt sagen lässt,
lässt sich klar sagen; und wovon man
nicht reden kann, darüber muss man
schweigen“? Formuliert wurde er von
Ludwig Wittgenstein (1889–1951) im
„Tractatus Logico-Philosophicus“,
das vor 90 Jahren erschien. Es ist das
einzige von ihm selbst zu Lebzeiten
publizierte sprachtheoretische Werk,
das zu den einflussreichsten philoso-
phischen Texten gehört. Weltweit gilt
Wittgenstein– 60 Jahre nach seinem
Tod– als bedeutendsten Denker des
20. Jahrhunderts. Durch den von ihm
vollzogenen „linguistic turn“ ist Phi-
losophie vor allem Sprachkritik. We-
niger bekannt ist, dass Wittgenstein
von Oktober 1906 bis Mai 1908 an
der TH Berlin unter der Matrikelnum-
mer 18.083 eingeschrieben war. Er
studierte Ingenieurwissenschaften, in-
teressierte sich für Flugtechnik und
schied „mit Abgangszeugnis“ aus. Wie
kommt ein junger Wiener Millionärs-
sohn nach Berlin? Wittgenstein wur-
de am 24. 4. 1889 als jüngstes Kind
einer superreichen assimilierten jüdi-
schen Stahlmagnatenfamilie geboren.
Im Hause der Eltern verkehrten Gus-
tav Mahler und Gustav Klimt. Vater
Karl war als großer Kunstmäzen ge-
schätzt. Ludwig erhielt Privatunter-
richt und ging erst mit 14 Jahren auf
die Linzer Realschule, wo er 1906 die
Matura ablegte. Wegen seiner tech-
nisch-mathematischen Begabung– der
Junge las schon mit zehn Jahren Bü-
cher über Physik und Kinematik von
Ludwig Boltzmann und Franz Reu-
leaux– wollte er in Wien Physik stu-
dieren. Doch dann entschied er sich
nach väterlichem Rat für Berlin. Die
preußische TH galt zu jener Zeit als
führendes Polytechnikum Europas.
Außerdem schätzte der Vater die Pro-
fessoren Reuleaux und Alois Riedler,
die hier Maschinenbau lehrten. Für
den jungen Wittgenstein war bedeut-
sam, dass in Berlin ein Zentrum der
Aeronautik entstand. Der Gleitflug-
pionier Otto Lilienthal war Absolvent
der TH. Hier wurde 1906 eine Mo-
tor-Luftschiff-Studiengesellschaft und
1908 eine Luftfahrzeug-Gesellschaft
gegründet. 1912 nahm die Deutsche
Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL)
in Johannisthal ihre Arbeit auf. 1909
entstand die erste studentische Abtei-
lung für Luftschifffahrt im Rahmen der
TH-Freistudentenschaft. Neben Flug-
zeugtechnik interessierte er sich auch
für das Berliner Musikleben und für
Philosophie. Im Sommer 1908 wech-
selte Wittgenstein an die Universi-
tät von Manchester und befasste sich
mit Propellertechnik. So entstand der
1911 patentierte Blattspitzenantrieb
für Drehflügel-Flugapparate. An den
Enden der Rotorblätter wurde durch
Ausströmen von Luft oder Gasen nach
dem Rückstoßprinzip eine Bewegung
erzeugt. Praktisch relevant wurde die
Erfindung erst Jahrzehnte später bei
Hubschraubern.
Die Wende in Wittgensteins Leben
brachte ein Treffen mit dem berühm-
ten Mathematiker Bertrand Russell.
Ihm stellte er sich noch als „Pilot“
oder „Luftschiffer“ vor. Russell er-
kannte Wittgensteins philosophische
Genialität und bewog ihn zum Stu-
dium am Trinity College Cambridge.
In diese Zeit fielen die ersten Arbei-
ten am „Tractatus“. Den Ersten Welt-
krieg erlebte Wittgenstein als österrei-
chischer Offizier und arbeitete nach
dem Krieg als Volksschullehrer in Nie-
derösterreich. Nach einem kurzen In-
termezzo als Architekt in Wien kehr-
te er 1929 nach Cambridge zurück,
wo er zehn Jahre später Professor für
Philosophie wurde. In den folgenden
Jahren schuf und modifizierte er sein
sprachphilosophisches Lebenswerk,
das als umfangreicher Nachlass vor-
liegt. Wittgenstein starb am 29. 4. 1951
in Cambridge. Dort befindet sich sein
Grab auf dem Ascension-Parish-Buri-
al-Ground-Friedhof. Hans Christian
Förster
Die nächste Ausgabe der
E intern erscheint im Februar.
Redaktionsschluss:
31. Januar 2011
SCHLUSS
Ludwig Wittgenstein – Pilot und Philosoph
Einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts studierte an der TH Berlin
© © Andrew Dunn
Ludwig Wittgensteins Grabstein auf dem Friedhof der Chapel for Ascension an der Huntingdon
Road in Cambridge, England
Ohne sie geht gar nichts. Viele gute Geister
sorgen in der Universität dafür, dass der Be-
trieb von Forschung und Lehre rund läuft.
E
intern stellt einige von ihnen vor.
„Grübelnd sinn ich: Ach, nur schrei-
bend bin ich…“ Schon in der Schule
hat Christiane Schwirner gern geschrie-
ben, vor allem Tagebücher. Früh hat sie
sich mit Philosophischem und Spirituel-
lem befasst. Es war ihre Mutter, die ihr
Arthur Schopenhauer und Rudolf Stei-
ner nahegebracht hat. Nun ist ihr ers-
ter Gedichtband „Falter am Eismond“
erschienen, der ein lyrisches Werk aus
drei Jahrzehnten umfasst.
Dabei ist das
Dichten nur ihre
„Nebentätig-
keit“. Im Haupt-
beruf ist Christia-
ne Schwirner Se-
kretärin an der TU
Berlin. Bereits seit
1991 ist die Nie-
dersächsin aus
Celle an der Uni-
versität tätig; zuerst in der Soziologie,
dann in der Informatik. Vor drei Jahren
kam sie dann zu Professor Manfred H.
Wagner ins Institut für Polymertechnik.
Obwohl Dichten ihre favorisierte Be-
schäftigung ist, liebt sie auch ihren Be-
ruf: „Die Arbeit im Sekretariat ist schon
sehr vielseitig geworden“, sagt sie. „Wir
haben in unserem Fachgebiet viele in-
ternationale Stipendiaten und ich bin
froh, meine Englischkenntnisse häufi-
ger anwenden zu können; die Fachbi-
bliothek muss betreut werden und vie-
les mehr.“
Ihr Leben, ihre Eindrücke, ihre mensch-
lichen Beziehungen, alles verarbeitet
Christiane Schwirner in ihren bildhaft-
poetischen Versen. Der Gedichtband
„Falter am Eismond“ enthält Lyrisches
aus vielen Bereichen, besonders aber
Naturbetrachtungen, Liebesgedich-
te und Spirituelles. „Ich glaube an die
Wiedergeburt“, sagt Christiane Schwir-
ner, „denn Gott ist nicht ungerecht. Ein
Leben reicht nun mal nicht aus, um al-
les zu lernen.“
Kreativ ist die Autorin allerdings auch
auf anderen Ebenen. Sie näht, strickt,
fotografiert, erfindet Reime für ihr En-
kelkind und klebt Collagen. Das Letz-
tere übrigens so schön, dass der Ver-
lag eine Schmetterlingscollage von ihr
gleich als Titelbild für ihren Gedicht-
band genommen hat. Derzeit arbei-
tet sie in ihrer Freizeit– „Ich bin Nacht-
schreiberin“– an ihrem zweiten Ge-
dichtband. Und wenn sie in einigen
Jahren in den Ruhestand geht, wird
Christiane Schwirner sich sicherlich
nicht langweilen. „Dann wird vielleicht
auch mal ein Roman draus.“ pp
Christiane Schwirner, Falter am Eismond,
Asaro Verlag, ISBN: 978-3-941930-30-8
Arbeitsplatz Uni
S
ex auf dem Campus. 19 Prozent
aller Studierenden haben „es“
nach Recherchen des Studenten-
magazins „unicum“ schon auspro-
biert. In Gedanken aber noch viel
mehr. Immerhin 70 Prozent könn-
ten es sich vorstellen. Der Winter
ist vielleicht nicht die richtige Jah-
reszeit dafür, aber, so weist die un-
ter 1500 Studierenden durchgeführ-
te Umfrage aus, der interaktive Ver-
kehr findet ohnehin eher innerhalb
von vier Wänden statt, die doch ei-
gentlich der geistigen Erbauung die-
nen sollen. Immerhin fragen sich vie-
le: „Ist das denn erlaubt?“ Müssen
die „Delinquenten“ wegen Erregung
öffentlichen Ärgernisses einen Platz-
verweis, eine Verwarnung oder eine
Anzeige fürchten, wenn ihre Gedan-
ken um diese natürlichen Vorgänge
kreisen und nach Umsetzung ver-
langen? Doch dienen gewisse Expe-
rimente nicht auch der Freiheit von
Forschung und Lehre? Wendet man
den Blick nach Österreich, konn-
te man dieser Tage lesen, dass ohne
großes Lamentieren in Wiener Labo-
ren eine Lanze für die Sexualität ge-
brochen wurde. Eine Biochemikerin
brachte den bisher als asexuell gel-
tenden Trichoderma reesei dazu, sich
sexuell fortzupflanzen; im Labor und
vor ihren Augen. Einen Platzverweis
müssen aber weder Trichoderma ree-
sei noch die Forscherin befürchten.
Im Gegenteil. Sie erhielt dafür so-
gar einen Preis. Er, ein Schimmel-
pilz, vermehrte sich erfolgreich. Im
braven Deutschland dagegen schei-
nen sich die Uniangehörigen noch et-
was zu zieren. Sex an der Uni wird
von 24 Prozent der Befragten konse-
quent abgelehnt. pp
DAS ALLERLETZTE
Öffentliches Ärgernis
Im November 2010 feierte die studen-
tische Gruppe Akaflieg ihr 100-jähri-
ges Bestehen. Seit den ersten Treffen
1910 fanden die Studierenden mit
Mut, Organisationsgeschick und Prä-
zisionswillen immer wieder Wege,
Segel- und Motorflugzeuge zu bauen
und mit ihnen abzuheben. Auch poli-
tische Einflüsse prägten zeitweise das
Vereinsleben. Akaflieg zählt derzeit
33 Mitglieder und betreibt fünf eige-
ne Flugzeuge, die auf dem Flugplatz
Kammermark in der Prignitz beheima-
tet sind. 1910 fanden die ersten Treffen
statt und die Gruppe konstruierte ih-
ren ersten Gleitdoppeldecker, mit dem
sie in Bork bei Beelitz diverse Probe-
flüge unternahm. Ihre 100-jährige Ge-
schichte ist geprägt von Erfolgen und
Bruchlandungen, großen Aufträgen
und finanziellen Engpässen, von Nie-
dergängen und Neugründungen. Wich-
tige Eckpunkte sind beispielsweise die
Neugründung nach dem Ersten Welt-
krieg 1921, die Einrichtung der Lehr-
stühle für Flugzeugbau und Luftfahr-
zeugführung 1956 an der TU Berlin
und die Betriebsaufnahme des aktu-
ellen Flugplatzes in Kammermark in
der Prignitz 1994. Akaflieger Prof.
Hans Joachim Wefeld gedenkt in sei-
nem Buch „Die vor uns flogen“ von
1998 jenen Akaflieg-Piloten, die beim
Fliegen ihr Leben ließen, und erzählt
ihre Geschichten (Akaflieg-Schriften-
reihe). jb
å http://akaflieg.extern.tu-berlin.de
Die vor uns flogen– 100 Jahre Akaflieg
WISSENSCHAFTSJAHR
GESUNDHEIT
Klinische Studien–
was ist notwendig?
Workshop an der TU Berlin zum
Medizinproduktgesetz
G
esundheitsforschung ist das gro-
ße Thema, das über dem Wis-
senschaftsjahr 2011 des Bundesfor-
schungsministeriums steht. 1,2 Mil-
liarden Euro hat Ministerin Annette
Schavan für die Gesundheitsforschung
zur Verfügung gestellt. Vor allem will
sie damit einen schnelleren Ergebnis-
fluss von der Forschung in die klini-
sche Anwendung erreichen. Gesund-
heitsforschung ist auch ein wichtiges
Schwerpunktthema an der TU Berlin.
Seit zwei Jahren arbeitet das Innova-
tionszentrum Technologien für Ge-
sundheit und Ernährung (IGE) an der
Universität. Ziel dieser übergeordne-
ten Einrichtung ist es, im Zukunftsfeld
„Gesundheit und Ernährung“ viele
neue Themengebiete zu erschließen,
Erfolg versprechende interdisziplinä-
re Forschungsanträge auf den Weg zu
bringen und Drittmittelprojekte einzu-
werben. Bis zum Ende des Jahres 2010
war die Zahl der Mitglieder auf 110
aus 58 verschiedenen Fachgebieten
angewachsen. Es wurden eigene Pro-
jekte initiiert, aber auch Kooperatio-
nen über die TU Berlin hinaus. Auch
im Jahr 2011 plant das IGE Veranstal-
tungen, die darauf zielen, das IGE mit
seinen Forschungspotenzialen sowohl
in den Forschungsinstitutionen als
auch bei den Industrieunternehmen
der Region bekanntzumachen und
den Wissens- und Technologietransfer
zu verbessern.
PRAKTISCHE KONSEQUENZEN
Als Nächstes geplant ist ein Workshop
zum Medizinproduktgesetz (MPG)
und zur Verordnung über klinische
Prüfungen von Medizinprodukten
(MPKPV) am 27. und 28. Januar 2011.
Er will Entwickler und Hersteller da-
rüber aufklären, welche klinischen
Studien nach den neuen Verordnun-
gen notwendig sind, wie sie durchzu-
führen und welche weiteren Neuerun-
gen damit verbunden sind.
Insbeson-
dere sollen in der Veranstaltung neben
den praktischen Konsequenzen auch
die für einen Laien oft missverständ-
lichen Fachbegriffe erläutert werden.
Themen sind unter anderem: „Gerät–
Werkzeug– Software– Diagnoseme-
thode…– Was ist ein Medizinprodukt
im Sinne des MPG?“, „Dokumenta-
tionspflichten: Was ist während und
nach Abschluss der Entwicklungsar-
beiten zu beachten?“, „Welche Aufga-
be kommt der ,Ethikkommission‘ zu?.
Die Veranstalter bitten um rechtzeiti-
ge Anmeldung, da die Teilnehmerzahl
begrenzt ist. pp
)
info@ige.tu-berlin.de
å www.ige.tu-berlin.de
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Technische Universität Berlin
Christiane
Schwirner
© privat
Die „Akaflieger“ geben auch Flugstunden
Buchtipp
Aus Anlass des 50. Todesjahres Ludwig
Wittgensteins gab es 2001 an der TU
Berlin die Wissenschaftliche Konferenz
„Ludwig Wittgenstein. Ingenieur– Phi-
losoph – Künstler“. Die gleichnamige
Publikation, herausgegeben von Günter
Abel, Matthias Kroß und Michael Nedo,
erschien 2007 im Parerga Verlag.
© Akaflieg