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[en] (orig)
Umweltbericht
1994 1995 1996 1997 1998
Schützen
Verwerten
Vermeiden
Technische Universität Berlin
Inhalt
Zum Geleit 5
Rahmenbedingungen 6
Flächen und Gebäude 6
Studierende und Personal 6
Haushalt 1998 7
Organisation 7
Zentrale Verwaltung 7
Zentrale Einrichtungen 7
Bibliothek 7
Fachbereiche und Studienangebote 7
Umweltleitlinien 8
Umweltmanagementsystem 10
Ziel, Instrumente und Maßnahmen 10
Verantwortlichkeiten und
Zuständigkeiten 11
Kontrolle 12
Entwicklung des betrieblichen
Umweltmanagementsystems 13
Umweltdaten und ihre Bewertung 14
Energie 14
Strom 15
Gas und flüssige Brennstoffe 15
Fernwärme 16
Grundwasser, Zu- und Abwasser 17
Material, Ausstattungsgegenstände,
Geräte und Fahrzeuge 18
Material 18
Ausstattungsgegensnde,
Geräte und Fahrzeuge 19
Wertstoffe, Abfälle und Sonderabfälle 20
Wert- und Abfallstoffe 20
Sonderablle 21
Emissionen 24
Andere Umwelteinwirkungen 25
Forschung und Lehre 26
Überblick, zentrale Aktivitäten 26
Fachbereiche 29
Fachbereich 1
Kommunikations- und
Geschichtswissenschaften
29
Fachbereich 2
Erziehungs- und
Unterrichtswissenschaften
29
Fachbereich 3
Mathematik
30
Fachbereich 4
Physik
30
Fachbereich 5
Chemie
30
Fachbereich 6
Verfahrenstechnik, Umwelttechnik,
Werkstoffwissenschaften
31
Fachbereich 7
Umwelt und Gesellschaft
32
Fachbereich 8
Architektur
33
Fachbereich 9
Bauingenieurwesen und
Angewandte Geowissenschaften
33
Fachbereich 10
Verkehrswesen und
Angewandte Mechanik
35
Fachbereich 11
Maschinenbau und Produktionstechnik
36
Fachbereich 12
Elektrotechnik
37
Fachbereich 13
Informatik
38
Fachbereich 14
Wirtschaft und Management
38
Fachbereich 15
Lebensmittelwissenschaft
und Biotechnologie
38
Betriebliche Anwendung
umweltbezogener Lehre und Forschung 38
Betriebliche Umweltziele 40
Impressum 42
Umweltbericht 19941998
Zum Geleit
Der Umweltschutz gehört zu den Schwer-
punkten der TU Berlin. Dies belegen zahl-
reiche TU-Veröffentlichungen im For-
schungsbereich, die Ausrichtung von Lehre
und Studium, wiederholte Presseberichte
zu Themen wie Chemikalienbörse, Einrich-
tung von Dezentralen Umweltbeauftrag-
ten, Erlaß von Umweltleitlinien etc. sowie
der hier vorgelegte Umweltbericht, der
erstmalig alle TU-Aktivitäten in For-
schung, Lehre und Betrieb dokumentiert.
Der wissenschaftliche Teil zeigt in seiner
Breite und Vielfalt, daß eine Vielzahl von
TU-Aktivitäten von Bedeutung für die
Umwelt sind und in ihrer Anwendung
dazu beitragen, die Umwelt zu entlasten.
Im Rahmen der Strukturdiskussion und
der Bildung von Forschungsschwerpunk-
ten zur Profilbildung werden Modelle zur
Verbesserung der Kooperation im Bereich
der Umweltforschung angestrebt. Auch
die Einrichtung eines Beirates für Umwelt-
fragen in Forschung und Lehre wird hier-
bei geprüft und die Entscheidung dem Ku-
ratorium zur Beschlußfassung vorgelegt.
Der Bericht weist an Hand von Daten die
Erfolge der betrieblichen Umweltschutzar-
beit nach. Im Vordergrund steht die Ab-
nahme des Verbrauchs von Trinkwasser,
der als Sonderabfall entsorgten Lösemittel-
menge und die Verbesserung des Verhält-
nisses von halogenierten zu halogenfreien
Lösemitteln. Daneben werden Herausfor-
derungen sichtbar, die es in Zukunft zu
meistern gilt. Insbesondere muß der Strom-
verbrauch der Universität bei den jeweili-
gen Abnehmer/innen und in den gebäude-
technischen Anlagen verringert werden.
Dieser Bericht ist Teil des Rechenschaftsbe-
richts des Präsidenten. Ein nächster Um-
weltbericht soll die Ergebnisse eines Öko-
audits beinhalten.
Für Fragen, Anregungen und Kritik auch
für diesen Bericht steht als Ansprechpart-
ner der Leitende Umweltschutzingenieur
Thomas Albrecht zur Verfügung. Er ist zu
erreichen über:
(030) 314-2 13 92
(030) 314-2 11 45
T.Albrecht@TU-Berlin.de
WWW.tu-berlin.de/zuv/sdu/
Technische Universität Berlin
Der Präsident
SDU 2
Straße des 17. Juni 135
10623 Berlin
Umweltbeauftragte der TU Berlin: Umweltschutzingeneurin
Marianne Walther von Loebenstein und Leitender Umweltschutz-
ingenieur Thomas Albrecht
Umweltbericht 19941998
5
1Rahmenbedingungen
Soweit nicht anders angegeben, stam-
men alle im folgenden Kapitel angegebe-
nen Daten aus dem Jahr 1997 bzw. dem
Wintersemester 1997/98.
1.1 Flächen und Gebäude
Neben den TU-eigenen Flächen und Ge-
bäuden auf dem sogenannten „Stammgelän-
de“ rdlich und südlich der Stra-
ße des 17. Juni zwischen Charlot-
tenburger Tor und Ernst-Reuter-
Platz und den an das Stammgelän-
de angrenzenden Grundstücken
liegen die übrigen häufig gemie-
teten Gebäude und Flächen der
TU Berlin in teilweise weit ausein-
anderliegenden Stadtbezirken.
431.148 m
2
Hauptnutzfläche
635.001 m
2
Gesamtfläche
ca. 200 Gebäude
ca. 20.000 Räume
11 verpachtete Caféterien
und Kantinen,
1 Mensa (Studentenwerk)
1.2 Studierende
und Personal
32.243 Studierende
472 Professor/inn/en
1.797 wissenschaftliche Mitarbeiter/in-
nen
1561 studentische Beschäftigte
2.978 Verwaltungs- und technisches Per-
sonal, darunter
4 Fachkräfte für Arbeits- und techni-
sche Sicherheit sowie Gefahrstoffe,
1 Fachkraft für Strahlenschutz,
2 Fachkräfte für Betrieblichen Um-
weltschutz,
1 Fachkraft für Sonderabfallentsor-
gung sowie
1 Externer Beauftragter für Gefahr-
gut (1 Tag/Monat)
Jahr Gesamtfläche
1994 629.873
1995 632.453
1996 631.179
1997 635.001
Tab. 1: Entwicklung der
TU-Gesamtfläche
Das Stammgelände der Technischen Universität Berlin aus der Luft: Im Mittelpunkt der Südcampus mit Hauptgebäude,
im Hintergrund der Nordcampus
Technische Universität Berlin
6
1.3 Haushalt 1998
Gesamtvolumen etwa 673 Mio. DM, davon
ca. 553 Mio. DM Landeszuschuß (dar-
unter 21 Mio. DM investiv) sowie
ca. 120 Mio. DM Drittmittel.
1.4 Organisation
1.4.1 Zentrale Verwaltung
Präsident/in, Vizepräsident/inn/en
Kanzler/in
Abteilungen I bis V
Akademische und allgemeine Angele-
genheiten
Personalwesen
Finanzen und Forschungsangelegen-
heiten
Bau- und technische Angelegenheiten
Zentrale Dienste
1.4.2 Zentrale
Einrichtungen
Derzeit existieren die Zentralein-
richtungen Rechenzentrum, Moder-
ne Sprachen, Hochschulsport, Elek-
tronenmikroskopie, Kooperation
sowie Versuchsanstalt für Wasser-
bau und Schiffbau.
1.4.3 Bibliothek
Gesamtbestand etwa 2,6 Mio. Bän-
de, verteilt auf die Hauptbiblio-
thek und 20 Abteilungsbibliothe-
ken sowie weitere Fach- und Insti-
tutsbibliotheken.
1.4.4 Fachbereiche
und Studienangebote
An der TU Berlin finden Forschung und
Lehre in 15 Fachbereichen untergliedert
in 79 Institute –, etwa 60 Studiengängen
davon 28 Diplom-, 11 Magister-, 22 Lehr-
amtsteil- und 6 Postgraduierten- bzw. Wei-
terbildungsstudiengänge sowie 11 Son-
derforschungsbereichen statt.
Jahr TU-Mitglieder
1991 46.250
1992 47.210
1993 47.310
1994 46.608
1995 45.499
1996 42.742
1997 39.646
Tab. 2: Entwicklung der
TU-Mitgliederzahl
Hochschule der Künste (HdK)
Studentenwerk Berlin,
TU-Mensa
Physik-
Neubau
(P-N)
Physik-Altbau (P) Hauptgebäude (H)
Umwelttechnik
KF-Gebäude()
Chemiegebäude (C)
Technische Chemie
(TC-Gebäude)
Elektrotechnik-
Neubau (E-N)
Mathematik-
gebäude (MA)
Leitwarte
(TK-Gebäude)
Architektur-
gebäude (A)
BH-Gebäude
EB-Gebäude
Schematische Erläuterung des Luftbildes: Hervorgehoben sind lediglich die bedeutendsten Gebäude; das Studentenwerk
sowie die Gebäude und Anlagen der Hochschule der Künste sind nicht Teil der Technischen Universität Berlin
Umweltbericht 19941998
7
2Umweltleitlinien
Der Akademische Senat der TU Berlin hat
am 12. November 1997 einstimmig Um-
weltleitlinien für die Technische Universi-
tät Berlin beschlossen. Am 10. Dezember
1997 hat sich auch das Kuratorium der
Technischen Universität Berlin zustim-
mend zu den Umweltleitlinien geäußert.
Damit bekennen sich die Universitätslei-
tung und die Universitätsangerigen aller
Statusgruppen dazu, die Universität umwel-
torientiert zu entwickeln. Mit der Anwen-
dung der Leitlinien soll die Universität ih-
rer gesellschaftlichen Vorbildfunktion
nachkommen.
Der Akademische Senat und das TU-Präsi-
dium fordern damit die Mitglieder in den
Wissenschafts- und Betriebsbereichen der
TU Berlin auf, bei der Umsetzung der Um-
weltleitlinien in Lehre, Forschung und Be-
trieb aktiv mitzuarbeiten. Das tägliche
Handeln und die Entscheidungen an jedem
Arbeitsplatz sollen von dem Bewtsein
der Leitlinien beeinflußt sein. Ziel ist letzt-
endlich, eine breite Integration des Um-
weltschutzes zu erreichen.
Präambel
Die Technische Universität Berlin sieht
sich aufgrund der dramatischen globalen
Umweltsituation dem Grundsatz der nach-
haltigen Entwicklung verpflichtet:
Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Deve-
lopment) ist Entwicklung, die die Bedürfnis-
se heutiger Generationen befriedigt, ohne zu
riskieren, daß künftige Generationen ihre Be-
dürfnisse nicht befriedigen nnen. (World
Commission on Environment and Deve-
lopment, Our Common Future
(Brundtland-Bericht), 1987)
Die Universität trägt eine besondere gesell-
schaftliche Verantwortung, da sie zukünfti-
ge Entscheidungsträger/innen unserer Ge-
sellschaft ausbildet und prägt. Sie hat damit
eine Multiplikatorfunktion dieses ist Ver-
antwortung und Chance zugleich. Da wis-
senschaftliche Forschung Auswirkungen
auf Mensch und Natur hat, trägt die
Wissenschaft eine besondere Verantwor-
tung für ihre Forschungsziele und -er-
gebnisse.
Die Technische Universität Berlin stellt
sich mit ihrem breiten Fächerspektrum
und den interdisziplinären Möglichkei-
ten der ökologischen Herausforderung
durch die Entwicklung einer umweltge-
rechten und umweltvernetzten Wissen-
schaft, um so eine langfristige Entwick-
lung einzuleiten (Sustainable Develop-
ment).
Mit ihren ca. 37.000 Mitgliedern und
dem damit verbundenen Energie- und
Stoffumsatz ist die Technische Universi-
tät Berlin mit einem großen Wirtschafts-
unternehmen vergleichbar. Die durch
den Universitätsbetrieb entstehenden er-
heblichen Umweltbelastungen gilt es zu
minimieren.
Zur Verdeutlichung der Verantwortung
für die Ausbildung zunftiger Genera-
tionen und zur Förderung des universi-
tären Umweltbewußtseins und Umwelt-
handelns in Lehre, Forschung und in
der betrieblichen Praxis billigt die Tech-
nische Universität Berlin die CRE-Char-
ta for Sustainable Development (CRE-
COPERNICUS: The University Char-
ta for Sustainable Development, 1994)
und legt die folgenden Umweltleitlinien
fest:
Leitlinien
Der Schutz und Erhalt der natürli-
chen Lebensgrundlagen im Rahmen
einer nachhaltigen Entwicklung ist
vorrangiges Ziel unserer Universität
in Forschung, Lehre und Betrieb.
Der Auftrag ist die dafür tige
fachübergreifende Erarbeitung von
Grundlagenwissen zum Umwelt-
schutz sowie der Wissenstransfer in
alle Bereiche der Gesellschaft und in
die interne Praxis.
Technische Universität Berlin
8
Wir rdern das Umweltbewtsein al-
ler Mitglieder der Universität. Umwelt-
schutz ist ein festes Element in unseren
Lehr- und Studienangeboten und der
Forschung. Die Studierenden und Be-
schäftigten werden so aus- und weiterge-
bildet, daß sie ihre berufliche Tätigkeit
im Bewußtsein ihrer Verantwortung für
die Umwelt ausüben.
Forschung und Lehre betreiben wir un-
ter Umweltschutzaspekten. Versuche
und Technologien untersuchen wir vor-
sorgend auf mögliche Umweltbelastun-
gen. Die Fachbereiche und die fachbe-
reichsübergreifenden Einrichtungen der
Universität fördern wissenschaftliche
Arbeiten im Umweltbereich sowie die
Vernetzung und interdisziplinäre Bear-
beitung von umweltrelevanten Fragen
in Forschung und Lehre. Wir entwik-
keln unsere Universität entsprechend
den Handlungsprinzipien der CRE-
Charta. („Die Hochschulcharta für
nachhaltige Entwicklung“ ist bei der
TU-Abteilung Sicherheitstechnische
Dienste und Umweltschutz (SDU) er-
hältlich: Lose Blatt I.A.II.)
Unsere Universität strebt den intensi-
ven Austausch mit anderen Hochschu-
len zur Förderung des Umweltschutzge-
dankens an. Durch gezielte Zusammen-
arbeit in Forschung, Lehre und Betrieb
auf nationaler und internationaler Ebe-
ne stellen wir uns der globalen Verant-
wortung für Umwelt und nachhaltige
Entwicklung.
Wir setzen den Umweltschutz an unse-
rer Universität ressortübergreifend um,
so daß sowohl Verwaltung als auch
Fachbereiche in Umweltschutzangele-
genheiten ihre Verantwortung wahrneh-
men und kooperieren. Durch den um-
weltschonenden Einsatz der bestverfüg-
baren Techniken erreichen wir eine kon-
tinuierliche Verbesserung unseres be-
trieblichen Umweltschutzes. Bei zu-
künftigen Investitionen und Anschaf-
fungen der Universität werden wir die
Umweltauswirkungen im voraus in Be-
tracht ziehen und den umweltgerech-
ten Varianten den Vorzug geben.
Mit Ressourcen (Rohstoffe, Energie,
Wasser) gehen wir sparsam um. Um-
weltbelastungen wie Abluft, Lärm,
Abfälle und Abwasser reduzieren
wir auf ein wirtschaftlich vertretbares
Mindestmaß. Der Senkung des Mate-
rialeinsatzes und der Wiederverwer-
tung von Materialien geben wir den
Vorrang vor der Entsorgung.
Von unseren Lieferanten/innen und
Dienstleistenden erwarten wir das
Einhalten der gleichen Umweltmaß-
stäbe, wie wir sie für uns gesetzt ha-
ben. Wir wirken auf unsere Ge-
schäftspartner/innen ein, um eine
ökologische Verbesserung der von ih-
nen bezogenen Waren und Dienstlei-
stungen zu erreichen. Wir bevorzu-
gen soweit wie möglich Lieferan-
ten/innen die nach EGko-Audit-
Verordnung oder ISO (International
Standard Organization) 14001 zertifi-
ziert sind.
Gesetzliche Vorgaben und behördli-
che Auflagen zum Umweltschutz se-
hen wir als einzuhaltende Mindest-
standards an, die nach Möglichkeit
überboten werden sollen. Nicht ge-
setzlich Geregeltes wird in eigener
Verantwortung ausgefüllt. Regelmäßi-
ge Öko-Audits gewährleisten, daß
wir nftig die Vorgaben, Auflagen
und universitätsinternen Anordnun-
gen zum Umweltschutz eingehalten.
Unsere Universität führt einen offe-
nen Dialog und betreibt gezielte Öf-
fentlichkeitsarbeit. Damit ist gewähr-
leistet, daß die Umsetzung der hoch-
schulinternen Umweltpolitik öffent-
lich transparent und bewertbar wird.
Diese Leitlinien wurden an alle Beschäf-
tigten der Universität verteilt mit der Bit-
te, sie im jeweiligen Verantwortungsbe-
reich mit Leben zu füllen. Dazu gehört
insbesondere, einmal jährlich auf Sitzun-
gen und Bereichsbesprechungen über die
Umsetzung der Leitlinien zu beraten.
Umweltbericht 19941998
9
3Umweltmanagementsystem
3.1 Ziel, Instrumente
und Maßnahmen
Ziel des Umweltmanagements im Betriebli-
chen Umweltschutz ist dessen Integration
in jeden Arbeitsplatz über folgende Instru-
mente:
Grundsatzregelungen
und Rundschreiben
Grundsatzregelungen legen Zuständig-
keiten und Verantwortungsbereiche fest
und vermitteln Wissen zu Themen wie
Energiesparen, Abwasserein- bzw. -
nichteinleiten; Rundschreiben (siehe un-
ter http://www.tu-berlin.de/~sdu/
LBS/1c1.html) regeln innerbetrieblich,
vermitteln gesetzliche Vorschriften und
motivieren zum Handeln: z. B. „Pflich-
ten und Verantwortung der Mitglieder
der TU Berlin im Betrieblichen Umwelt-
schutz“, „Elektronikschrottbeseiti-
gung“, „Transportverpackung“, „Ener-
giesparendes Heizen“, „Grundwasser-
schutz etc.
Innerbetriebliche Weiterbildung,
Schulung, Einweisung, Beratung
Die arbeitsplatzbezoge innerbetriebli-
che Weiterbildung im Betrieblichen Um-
weltschutz erreicht in jährlich ca. 15
Kursen mit Themen wie „Umwelt-
schutz im Chemielabor“, „Umwelt-
schutz im Büro“, „Umweltschutz in der
Metallwerkstatt“, „Umweltschutz bei
der Bauerstellung und -unterhaltung“,
„Umweltschutz im Photolabor“, „Um-
weltschutz für Hausmeister“, „Ökologi-
sche Baustoffe“, „Sonderabfall und Ge-
fahrgut“, „Gewässerschutz“ etc. je 15
bis 20 Teilnehmer/innen. Der/die zen-
trale Umweltbeauftragte ist in der „Pla-
nungsgruppe Weiterbildung“ als Bera-
ter/in vertreten.
In den Jahren 1994 und 1995 betrugen
die Ausgaben für umweltbezogene Fort-
und Weiterbildungsmaßnahmen rund
17.000 DM (Honorare für externe Refe-
rierende, nichtbare Leistungen für inter-
ne Referierende sowie Maßnahmen au-
ßerhalb von Einzelmaßnahmen). Dabei
sind Kosten für Organisation, Betreu-
ung der Kurse und Vervielfältigen von
Materialien durch die Zentraleinrich-
tung Kooperation noch nicht erfaßt.
Für Lehrgänge und die Weiterbildung
der Dezentralen Umweltbeauftragten
wurden rund 9.000 DM aufgewandt.
Auf Anregung des Leitenden Umwelt-
schutzingenieurs der TU Berlin wurde
unter der Projektleitung von Prof. Star-
nick erstmals aus Beiträgen deutscher
Hochschulen ein Handbuch für den be-
trieblichen Umweltschutz an deutschen
Hochschulen erarbeitet. (Jürgen Star-
nick/Mathias Winzer: „Umweltschutz
an deutschen Hochschulen“. Hrsg.
HRK, Bonn, 1994). Finanziert wurde
das Projekt vom Umweltbundesamt,
Herausgeber des Buches ist die HRK
(Ahrstr. 39, 53175 Bonn). r Hoch-
schulen ist das Handbuch dort kosten-
los erhältlich. Dieses Handbuch wird in-
nerhalb der TU Berlin im Rahmen auf-
kommender Fragen genutzt.
Angebot zentraler Dienstleistungen
Informationsmaterialien mit den
Schwerpunkten „Betrieblicher Umwelt-
schutz“ und „Sonderabfallentsorgung“
werden in der „Loseblattsammlung Um-
weltschutz schriftlich und über das In-
ternet zentral zur Verfügung gestellt.
Das als EDV-Programm angelegte „Zu-
und Abwasserkataster TU Berlin“ gibt
einen Überblick über z. B. große Was-
serverbraucher, Technikdaten, Sparpo-
tentiale, Einleiteorte, Verantwortliche
und Zuständige. Seit 1994 wird eine
„EDV-On-Line-Chemikalienbörse auf
dem Rechnernetz durch das Umwelt-
Technische Universität Berlin
10
schutzreferat betrieben. Derzeit geht
ein „EDV-On-Line-Chemikalienver-
zeichnis“ auf dem Rechnernetz in Be-
trieb.
Institutsbegehungen
Bei Begehungen der wissenschaftlichen
Einrichtungen erfolgen Beratung und
Kontrolle durch die Umweltschutzinge-
nieure/-ingenieurinnen.
Förderung umweltdienlicher
Innovationen
Eine Liste mit Themen des betrieblichen
Umweltschutzes wird regelmäßig als An-
regung für entsprechende Projekt-, Stu-
dien- und Diplomarbeiten sowie Promo-
tionen veröffentlicht. Der „Ausschuß
für Verbesserungswesen“ ist vermehrt
ein Instrument für umweltdienliche In-
novationen. Darüber hinaus sind weite-
re Institutionen und Personen an die-
sem Themenkomplex beteiligt: Der Ar-
beits- und Umweltschutzausschuß be-
handelt regelmäßig Themen des betrieb-
lichen Umweltschutzes, Beschäftigte en-
gagieren sich im „Arbeitskreis Um-
welt“, der Personalrat unterstützt den
betrieblichen Umweltschutz und hat
dazu einem Mitglied die Zuständigkeit
gegeben, ein Vizepräsident/eineVizeprä-
sidentin vertritt die Interessen der Tech-
nischen Universität zu einem Jobticket,
im Allgemeinen Studierendenausschuß
arbeitet eine Verkehrsarbeitsgruppe u. a.
an der Konzeption und Durchsetzung
eines Semestertickets. Im Rahmen des
Wettbewerbs „Energiesparen und Um-
weltschutz“ werden Nutzer/innen mit
Prämien von bis zu 10.000 DM ange-
regt, Ideen für energiesparende und um-
weltentlastende Maßnahmen zu entwik-
keln.
Mitwirkung bei Investitionsmaßnahmen
Vermitteln zentraler Finanzierungsmög-
lichkeiten bei Sonderaktionen
Öffentlichkeitsarbeit
Für die Einführung der Abfalltrennung
wurden z. B. die Universitätszeitung
„TU-Intern und Plakate genutzt. Der
„Hochschultag Umwelt“ behandelte das
Thema in Forschung, Lehre und Betrieb.
3.2 Verantwortlichkeiten
und Zuständigkeiten
Der Präsident/die Präsidentin trägt grund-
sätzlich die Verantwortung für den gesam-
ten Bereich des betrieblichen Umweltschut-
zes nach innen und außen. Er/sie delegiert
die Organisationsverantwortung an die
Führungskräfte der jeweiligen Bereiche
(z. B. Leiter/innen der zentralen Einrich-
tungen, Dekane/Dekaninnen, Geschäfts-
führende Direktor/inn/en, Hochschulleh-
rer/innen). Die durchführende Verantwor-
tung liegt beim wissenschaftlichen, techni-
schen und Verwaltungspersonal sowie bei
den Studierenden. Somit ist jedes Mitglied
der TU Berlin an seinem Arbeitsplatz zur
Praxis des betrieblichen Umweltschutzes
verpflichtet (siehe auch Organigramm auf
der nächsten Seite).
Zentrale Angelegenheiten des betrieblichen
Umweltschutzes wie Hausrecht, Unterhal-
tung von Gebäuden und technischer Anla-
gen, allgemeiner Umweltschutz etc. wer-
den vom Präsidenten/von der Präsidentin
an den Kanzler/die Kanzlerin und an die
Zentrale Universitätsverwaltung deligiert.
Der Kanzler/die Kanzlerin hat die Auf-
sichts- und Kontrollpflicht im betriebli-
chen Umweltschutz für die gesamte Uni-
versität.
An den Belangen des betrieblichen Um-
weltschutzes sind der Arbeits- und Um-
weltschutzausschuß, der Personalrat, die
technische Abteilung, die Sicherheitsinge-
nieure/-ingenieurinnen, die Fachkräfte für
Arbeitssicherheit und die Sicherheitsbeauf-
tragten beteiligt.
Zur über den gesetzlichen Auftrag hinaus-
gehenden Förderung des betrieblichen Um-
weltschutzes erfolgte bundesweit modell-
haft 1991 die Bestellung von zentralen
Umweltschutzingenieur/inn/en mit bera-
tenden, initiativen und kontrollierenden
Aufgaben, auch für den Bereich der Gefahr-
gutbeförderung. 1995 wurde das Modell
auf Dauer eingerichtet. Ergänzt wurde das
Modell 1997 durch die Bestellung dezentra-
ler Umweltbeauftragter (DUB). Diese in-
formieren und beraten in den wissenschaft-
lichen Einrichtungen und der Zentralen
Umweltbericht 19941998
11
Universitätsverwaltung bezüglich des be-
trieblichen Umweltschutzes; sie initiieren
Maßnahmen und machen auf Mängel auf-
merksam.
Für die dezentralen Aktivitäten in den
Fachbereichen sind die hrungskräfte
(Hochschullehrer/inn/en), die Beschäftig-
ten und die Studierenden eigenverantwort-
lich tätig.
3.3 Kontrolle
Die Überwachung der Durchführung des
betrieblichen Umweltschutzes wird dezen-
tral durch die jeweils verantwortlichen Füh-
rungskräfte durchgeführt. Gleichzeitig sol-
len die Dezentralen Umweltbeauftragten
die Praxis permanent vor Ort prüfen. Eine
zentrale Kontrolle erfolgt mittels stichpro-
benartiger Begehungen der wissenschafli-
chen Einrichtungen (Labors, Werkstätten
etc.) durch die Umweltschutzingenieure/
-ingenieurinnen.
Ferner verlangt das Kuratorium veranlaßt
durch den Vertreter für Umweltbelange
regelmäßige Berichte über die Entwicklung
des betrieblichen Umweltschutzes und
regt Verbesserungen an. In den Berichten
an das Kuratorium finden sich unter ande-
rem auch Angaben zu umweltbezogenen
Kosten. Diese sind gleichzeitig im präsidia-
len Rechenschaftsbericht enthalten.
Bei der Durchsetzung der Anforderungen
des betrieblichen Umweltschutzes in die
Praxis verzichtet die TU Berlin weitgehend
auf Sanktionen sondern setzt auf Stärkung
der Eigenverantwortung sowie auf Verän-
derungen im Umweltverhalten durch Moti-
vation und Aufklärung. Die Weiterbildung
der Mitarbeiter/innen hat somit in der
Technischen Universität einen hohen Stel-
lenwert. Vorliegende Merkblätter wie Teile
der „Loseblattsammlung Umweltschutz
und Anweisungen wie Rundschreiben, Ver-
ordnungen etc. werden von den jeweiligen
Referenten/innen in die zu vermittelnden
Betrieblicher Umweltschutz TU Berlin
Organisation
1)
Präsident
trägt die Unternehmerverantwortung für die gesamte TUB nach innen und außen.
Er überträgt die Wahrnehmung seiner Haftungs- und Organisationsverantwortung an
die Führungskräfte, jeweils für ihren Bereich
Kanzler
Aufsichts- und Kontrollpflicht gesamte TU
unterstützt Führungskräfte bei
Arbeits- und Umweltausschuß (ASA)
Umweltschutzingenieure, Leitung
Dezentrale Umweltbeauftrage (DUB), Kanzler
Personalrat, Fachkräfte für Arbeitssicherheit,
Technische Abteilung (IV), Sicherheitsbeauftragte,
Sicherheitsingenieur
Umweltschutzingenieure (SDU 2)
zentral beraten, anregen, kontrollieren
gesamte TU
Sicherheitstechn. Dienste u. Umweltschutz
(SDU)
Durchführende Verantwortung
Vorgesetzte, Beschäftigte, Studierende
Zentrale
Einrichtungen
(ZE)
Leitung
Dezentrale
Umweltbeauftragte
DUB
beraten, anregen,
hinwirken
8 Fakultäten (bisher 15 Fachbereiche)
vorauss. ab 1.1.2000
Dekan/in Geschäfts- Fachgebiets-/ Apl. Prof.,
inclusive führende/r Arbeitskreis- Priv. Doz.,
Projektleitung, Direktor/in leitung Honorarprof.*)
Lehr-
beauftragte/r
DUB DUB DUB DUB
Zentrale Universitätsverwaltung (ZUV)
Zentrale Angelegenheiten des Umweltschutzes für die gesamte TUB
Abteilungen
Leitung I Leitung II Leitung III Leitung IV Leitung V
DUB DUB DUB DUB DUB
Durchführ. Zustand aller Hausrecht,
Pflichten- Gebäude, die Einkauf,
übertragung damit verbundenen Ver- und
an Führungs- techn. Anlagen, Entsorgung
kräfte Ver- u. Entsorgung Abfall und
Gas, Wasser, Wertstoffe
Abwasser
TU-intern (PR)
Weiterbildung (ZEK/WB)
Loseblattsammlung
Umweltschutz (SDU 02)
Rundschreiben
WWW.tu-berlin.de/zuv/sdu/
1) Ausführlich in:
Pflichten und Verantwortung der Mitglieder der TUB im betrieblichen Umweltschutz.
Loses Blatt Nr. I A 6 v. 29.8.94 erhältlich bei SDU 02.
Informieren
Informieren
Wahrnehmung der Haftungs- und
Organisationsverantwortung
Aufsichts- und Kontrollpflicht
Beraten, Anregen, Kontrollieren
Beraten, Anregen, Hinwirken
Durchführende Verantwortung
Organisation des Betrieblichen Umweltschutzes an der Technischen Universität Berlin unter Berücksichtigung aller
Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten
Technische Universität Berlin
12
1991
1993
1992
1994
1995
1997
Inhalte im Rahmen der Weiterbildungsver-
anstaltungen einbezogen. Darüber hinaus
wird über finanzielle Anreizsysteme auf
das Umweltverhalten der wissenschaftli-
chen Einrichtungen und der Verwaltung
Einfluß genommen, wie z. B. Budgetierung
der Kosten für Strom etc. oder antragsge-
bundene Zuweisung besonderer Zuschüsse
für Einzelmaßnahmen.
3.4 Entwicklung des
betrieblichen Umwelt-
managementsystems
Der akademische Senat stimmt dem
Umweltschutzkonzept TU Berlin mit
Aussagen zu Maßnahmen, deren zeitli-
cher Umsetzung und der Struktur des
aufzubauenden Umweltmanagementsy-
stems mit zentralen und dezentralen Zu-
ständigkeiten zu.
Ein Umweltschutzreferat mit zwei Inge-
nieur/inn/en in Stabsfunktion wird ein-
gerichtet. Die Aufgaben dieser zu die-
sem Zeitpunkt an deutschen Hochschu-
len einmaligen Umweltbeauftragten lie-
gen auf den Gebieten Initiative, Bera-
tung, Schulung, Weiterbildung, dem Be-
richtswesen, Kontrolle und Überwa-
chung sowie der zentralen Durchfüh-
rung der Sonderabfallbeseitigung.
Bestellung eines externen Gefahrgutbe-
auftragten des TÜV Berlin-Brandenburg.
Als wichtige Bestandteile des Abfallma-
nagementsystems Einrichten der Funk-
tion Abfallbeauftragte/r sowie Ansiede-
lung der Organisation, Durchführung
und Kontrolle der Sonderabfallentsor-
gung innerhalb des Umweltschutzrefe-
rats. Dadurch werden regelmäßige Qua-
litätskontrollen sowie Evaluation und
Optimierung des Systems gewährleistet,
um die gesetzlich definierten Anforde-
rungen einhalten zu nnen.
Aufbau der Innerbetrieblichen Weiterbil-
dung im Betrieblichen Umweltschutz.
Pflichtenübertragung im Arbeits- und
Umweltschutz von Präsident/in auf
Kanzler/in, von diesem/dieser auf Abtei-
lungsleiter/innen, Leiter/innen der Ein-
richtungen, Dekane/Dekaninnen, Ge-
schäftsführende Direktor/inn/en und
Hochschullehrer/innen (siehe unter
http:// www.tu-berlin.de/~sdu/
LBS/1a6.html).
Zur Qualitssicherung Sonderabfallent-
sorgung werden die dezentralen Funktio-
nen Sonderabfallsammelstellenbetreuer
und Sonderabfallentsorger geschaffen,
Schulungen im Abfall- und Gefahrgu-
trecht durchgeführt und der interne Be-
gleitschein eingeführt.
Rundschreiben an alle Mitglieder der
TU Berlin zu „Pflichten und Verantwor-
tung der Mitglieder der TU Berlin im be-
trieblichen Umweltschutz (BU)
Das bereits vorhandene Personal (vier
Sicherheits- und drei Umweltschutzin-
genieure/-ingenieurinnen) wird in der
Stabsstelle Sicherheitstechnische Dienste
und Umweltschutz (SDU) mit den Ar-
beitsgebieten Arbeitsschutz, Strahlen-
schutz und Betrieblicher Umweltschutz
zusammengefaßt.
Der akademische Senat beschließt die
Umweltleitlinien der Technischen Uni-
versität Berlin, welche den Betrieblichen
Umweltschutz sowie die wissenschaftli-
chen Dienstleistungen umfassen.
Für alle Einrichtungen werden ca. 220
nebenamtliche Dezentrale Umweltbeauf-
tragte (DUB) in fünf Fachgruppen
aufgeteilt bestellt und im Rahmen des
internen Weiterbildungsprogramms qua-
lifiziert (Beginn Oktober 1997).
Umweltbericht 19941998
13
4Umweltdaten und ihre Bewertung
4.1 Energie
Die TU Berlin verwendet die Energiearten
Elektrizität, Erdgas, flüssige Brennstoffe
und Fernwärme. Elekrizität und Fernwär-
me werden vom kommunalen Energiever-
sorger BEWAG, das Erdgas wird vom kom-
munalen Gasversorger GASAG bezogen.
Der Verbrauch von Erdgas, flüssigen
Brennstoffen und Fernwärme wird derzeit
nur für die gesamte Universität und dann
in der Regel lediglich über die jeweiligen
Kosten erfaßt. Die Angabe der verbrauch-
ten Mengen je Gebäude bzw. Verbrauchs-
stelle ist bisher nur stark eingeschränkt
möglich; Maßnahmen zur Veränderung die-
ses Zustandes sind entweder getroffen
oder in Planung. Durch das Installieren
von Stromzählern an der Einspeisung jedes
Gebäudes kann inzwischen der Stromver-
brauch jedes Einzelgebäudes erfaßt werden.
In den Jahren 1995 und 1996 wurde im
Haushalt der TU Berlin gemäß einem ent-
sprechenden Beschluß des Berliner Senats
ein Titel Energieeinsparung eingestellt. Da-
mit standen jährlich rund 600.000 DM für
die Durchführung von energiesparenden
Maßnahmen zur Verfügung. Dies ent-
spricht 3 % der von der Universität insge-
samt jährlich für Energie aufgewandten Ko-
sten.
Einsparungen an Energie werden künftig
verstärkt mit Hilfe der Gebäudeleittechnik
erfolgen. Maßnahmen hierzu sind bereits
zur Hochschulbauförderung beim Bund an-
gemeldet und befinden sich zur Zeit in der
Planungs- bzw. Vorbereitungsphase. Ein
Auftrag an eine Betreibergesellschaft für
ein entsprechendes Gebäudemanagement
eines von der Universität genutzten Gebäu-
des auf dem TIB-Gelände (Gustav-Meyer-
Allee 25, 13355 Berlin-Wedding) ist erteilt.
Zielsetzung hierbei ist eine effektivere Be-
wirtschaftung der Gebäude durch Integrati-
on von besonderen technischen Anlagen
(z. B. Sensoren), insbesondere unter dem
Aspekt der Energieeinsparung in den Berei-
chen lüftungstechnische Systeme, Hei-
zungssysteme, Klimatechnik sowie Opti-
mierung der Betriebszeiten. Nach einer Er-
probungsphase und positiven Ergebnissen
sollen weitere Universitätsgebäude von Be-
treibergesellschaften bewirtschaftet werden.
Kontinuierlich wird eine Technikzentrale
in der bisherigen Leitwarte „Starkstrom/
Elektro“ aufgebaut. Das Ziel ist Gebäude-
technik- und Gebäudeleittechnikanlagen
mit den Prozessen der bisherigen Leitwarte
zusammenzuführen. Die Systeme sollen
unter Verwendung des Leitwartenrechners,
der Energieerfassung und der Aufbereitung
von Verbrauchsdaten integriert werden.
Um einen energiewirtschaftlich optimier-
ten Betrieb der Raum-Luft-technischen
Anlagen auf der Wärme- und Kälteseite zu
erreichen, wurde für das Mathematikgebäu-
de eine Ingenieurstudie beauftragt. Der In-
halt ist: Bestandsaufnahme, Datenermitt-
lung, Empfehlung von Umbaumaßnahmen,
Prüfung der Wirtschaftlichkeit. Ein Ener-
Ein Blick in die Leitwarte im TK-Gebäude auf dem Südcampus
Technische Universität Berlin
14
giemanagement für Strom und Wärme wird
ebenfalls unter Hinzuziehen eines Inge-
nieurbüros vorbereitet.
4.1.1 Strom
Erkennbar ist der durchschnittliche Rück-
gang des Stromverbrauchs bezogen auf die
Gesamtfläche (siehe Grafik 1 und Tab. 3).
Dies ist sowohl auf die effektivere Technik
als auch auf umweltbewußteres Nutzer/
inn/enverhalten aufgrund der betrieblichen
Aktivitäten im Umweltmanagement und
des inzwischen allgemein gewachsenen
Umweltbewußtseins zurückzuführen.
Exemplarisch für die Bemühungen, weitere
Senkungen des Stromverbrauchs zu errei-
chen, seien folgende Maßnahmen ange-
führt, die sich entweder in Ausführung
oder in konkreter Planung befinden:
Stromsparende Geräte
Für die Zentrale Universitätsverwaltung
werden nur noch Arbeitsplatzcomputer
sowie -drucker beschafft, die sich durch
geringe Energieaufnahme auszeichenen.
Arbeitsplatzcomputer ssen darüber
hinaus mit einer sogenannten Power-
Management-Funkion ausgestattet sein,
d. h. die Geräte schalten sich, sofern in-
nerhalb einer einstellbaren Zeit keine
Eingabe erfolgt, automatisch in einen
Stromsparmodus.
Stromsparen durch Verbrauchs-
erfassung und Budgetierung
Zwei vom Umweltschutzreferat ange-
regte Diplomarbeiten sind Grundlage
der Budgetierung der Stromkosten zur
Verbesserung des Verbraucherverhal-
tens. Zur verbesserten, individualisier-
ten Verbrauchserfassung wurden inzwi-
schen in allen relevanten universitären
Gebäuden insgesamt achtzig Stromzäh-
ler an den jeweiligen Gebäudeeinspei-
sungen installiert. Als Voraussetzung
für die geplante Budgetierung der
Stromkosten wurde auch die elektroni-
sche Übertragung der Verbrauchsdaten
auf ein Energieerfassungssystem einge-
richtet.
Mit einer Dezentralisierung der Strom-
kosten und der Einführung des Verursa-
cherprinzips sollen die einzelnen Ein-
richtungen der TU Berlin zum Strom-
sparen angehalten werden. Zur Prüfung
der Amortisation und Machbarkeit ei-
ner Stromkostenbudgetierung der Insti-
tute und Zentraleinrichtungen wurde
von der Abteilung IV ein Ingenieurver-
trag vergeben. Die Entscheidung über
die Einführung der Stromkostenbudge-
tierung ist inzwischen von technischer
Seite vorbereitet. In einem weiteren
Schritt müssen die hochschulinternen
Randbedingungen festgelegt werden.
4.1.2 Gas und
flüssige Brennstoffe
Über die Verwendbarkeit der vorhandenen
neun Notstromaggregate mit insgesamt
2,3 MW
el
für die Energieerzeugung in Spit-
zenlastzeiten basierend auf dem Prinzip
der Kraft-Wärme-Kopplung wurde eine
Studie durchgeführt.
Jahr Verbrauch Fläche Flächenbezogener
Verbrauch
Ausgaben
1994 47.127.019 kWh 629.873 74,82 kWh/m² 11.190 TDM
1995 45.036.543 kWh 632.453 71,21 kWh/m² 10.229 TDM
1996 45.175.477 kWh 631.179 71,57 kWh/m² 9.488 TDM
1997 44.283.614 kWh 635.001 69,74 kWh/m² 8.861 TDM
Tab. 3: Stromverbrauchsdaten der Jahre 1994 bis 1997
68
69
70
71
72
73
74
75
1994 1995 1996 1997
kWh pro m
2
Grafik 1: Entwicklung des Stromverbrauchs bezogen auf
die Gesamtfläche
Jahr Verbrauch Ausgaben
1991 1.312 693 TDM
1994 .900 658 TDM
Tab. 4: Einige Verbrauchsda-
ten für flüssige Brenn-
stoffe (ohne Kraft-
stoffe für Kfz)
Umweltbericht 19941998
15
4.1.3 Fernwärme
Für die Fernwärmeversorgung war im
Haushaltsplan 1994 ein Mittelleinsatz von
7,97 Mio. DM vorgesehen. Trotz erhebli-
cher Preiserhöhungen, der Übernahme der
Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiff-
bau sowie des Anschlusses des Grund-
stücks Rothenburgstraße an die Fernwär-
meversorgung hat sich der Mitteleinsatz
für 1996 nur unwesentlich auf 8,288 Mio.
DM erhöht. Erreicht wurde dies durch
Wärmedämmaßnahmen an mehreren Ge-
bäuden, den Einbau von Heizkörperther-
mostaten, Raumtemperaturminderungen in
Fluren, Treppenhäusern und Toiletten, wei-
tere technische Maßnahmen und evtl. ein
geändertes Nutzer/inn/enverhalten.
Vorhandene Heizungspumpen wurden bis
Ende 1997 schrittweise auf Differenzdruck-
steuerung und Leistungsregelung umge-
stellt. In Verbindung mit den installierten
Thermostatventilen wird so bis zu 50 %
Energie gespart.
Die gebäudeweise Erfassung der Wärmever-
brauchsdaten sowie der Aufbau einer tem-
peraturabhängigen Steuerung der Raumhei-
zung durch die BEWAG-Heizstationen
wurde bis Jahresende 1996 durch die
BEWAG im Auftrag der Universität reali-
siert. Als zweiter Teilschritt wird die Wär-
meverbrauchsdatenerfassung mit außen-
temperaturabhängiger Steuerung in den
TU-eigenen Stationen installiert, sowie ein
Datentransfer aller gemessenen Wärmever-
brauchsangaben zum zentralen Rechner in
der Schaltwarte vorbereitet. Damit sind die
Voraussetzungen für eine eventuelle Bud-
getierung des Wärmeverbrauchs vorhanden.
Die Installation von Heizkostenverteilern
in den einzelnen Räumen und deren Ab-
rechnung durch Firmen erscheint bei der
Vielzahl der TU-Gebäude und deren oft-
mals kleinteiliger Nutzung durch unter-
schiedliche Institute und sonstige Nut-
zer/innen äußerst kostenaufwendig und un-
wirtschaftlich.
Weitere Energieeinsparungen konnten
durch Anlagen- und Funktionsverbesserun-
gen der Raum-Luft-technischen Anlagen
im Gebäude Technische Chemie, wie z. B.
Einrichten der raumweisen Schaltung der
Laborzu- und -abluft, Anpassen der Volu-
menströme auf das nach Laborrichtlinien
erforderliche Mindestmaß, Stillegen der
maschinellen Lüftung für Büro- und Ver-
waltungsräume mit Fensterlüftung u. a. so-
wie durch Errichtung einer Absorptionskäl-
teanlage mit 400 kW Kälteleistung im Ge-
bäude Physik-Neubau erzielt werden, die
energetisch effizient die Energie aus dem
Fernwärmevorlauf für die Kälteerzeugung
verwendet. Die Durchführung der letztge-
nannten Maßnahme erfolgte in Form eines
gemeinsamen Pilotprojekts von TU Berlin
und BEWAG. Nach Beendigung der Ver-
suchsphase von zwei Jahren erfolgte die
Übernahme der Anlage ohne Ausgleichs-
zahlung durch die TU Berlin.
Zukünftig werden weitere Energie- und
Ressourceneinsparungen durch die von der
Abteilung IV initiierten Erneuerungen wei-
terer Gebäudefassaden, der geplanten Ein-
führung der Gebäudeleittechnik und die
Übergabe des Gebäudemanagements an ex-
terne Firmen erwartet.
0,2
0,3
0,4
0,5
0,6
0,7
0,8
0,9
1991 1992 1993 1994 1995 1996
m pro Kopf
3
Grafik 2: Entwicklung des Pro-Kopf-Erdgasverbrauchs
Jahr Gesamt-
verbrauch
Verbrauch
Heizgas
Allgemeiner
Verbrauch
Verbrauch pro Kopf
(ohne Heizgas)
1991 2.306.369 2.271.907 34.642 0,745
1992 2.022.433 1.991.694 30.739 0,651
1993 2.105.809 2.079.213 26.596 0,562
1994 2.176.120 2.137.733 38.387 0,824
1995 1.674.387 1.646.855 27.532 0,605
1996 1.237.828 1.220.721 17.107 0,400
Tab. 5: Verbrauchsdaten für Erdgas
Technische Universität Berlin
16
4.2
Grundwasser,
Zu- und Abwasser
Die Wasserversorgung der Universität er-
folgt über die Berliner Wasserbetriebe
(BWB).
Der Wasserverbrauch wird derzeit eben-
falls nur für die gesamte Universität und
dann in der Regel lediglich über die jeweili-
gen Kosten erfaßt. Bei Wasser bzw. Abwas-
ser sind Mengenangaben gemäß den Ab-
rechnungen mit dem Versorgungsbetrieb
nur für Grundstücksbereiche z. B. Stamm-
gelände, Nordgelände, Ostgelände glich.
Seit 1992 hat der Pro-Kopf-Wasserver-
brauch innerhalb der TU Berlin stetig abge-
nommen(sieheGrafik3undTab.6).
Trinkwasser sparen
Bis einschließlich 1997 wurden folgende
trinkwassersparende Maßnahmen umge-
setzt:
Obligatorischer Einbau von Sensor-
Spülungen in PP-Anlagen und was-
sersparende Druckspüler in Abortan-
lagen,
Ersatz von Wasserstrahlpumpen
durch Membranpumpen (Kosten:
rund 1 Mio. DM),
Ersatz einer Kühlanlage nach dem
Prinzip der Trinkwasserdurchlauf-
kühlung durch eine luftgekühlte Kalt-
wasseranlage im Erweiterungsbau,
Umstellung einer trinkwassergekühl-
ten Laserhlanlage auf Kreislauf-
kühlung im Physik-Neubau,
Austausch von wassergekühlten Kli-
matruhen gegen luftgekühlte im
Hauptgebäude, Ernst-Reuter-Haus
sowie im Gebäude Seestraße,
Aufbau einer luftgekühlten Kältean-
lage für drei rsäle im Gebäude
Elektrische Maschinen/Hochspan-
nungstechnik (EMH) sowie
Ersatz von bisher trinkwassergekühl-
ten Raumhlgeräten durch Geräte
mit Pumpenhlung im Gebäude
Technische Chemie.
Derzeit wird der Umfang der Verwen-
dung von Trinkwasser für Kühlzwecke
im Gebäude Jebenstraße gemessen, um
Jahr Wasserverbrauch Wasserverbrauch
pro Kopf
Abwasser
1991 613.463 13,26 567.692
1992 637.004 13,49 592.541
1993 549.546 11,62 515.339
1994 545.933 11,71 513.063
1995 533.679 11,73 497.700
1996 499.310 11,68 475.098
1997 445.232 11,23 424.802
Tab. 6: Verbrauchsdaten von Zu- und Abwasser
10
11
12
13
14
1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997
m pro Kopf
3
Grafik 3: Entwicklung des Pro-Kopf-Wasserverbrauchs
Gemeinsames Pilot-
projekt von TU Berlin
und BEWAG: Die Ab-
sorptionskälteanlage
(Infotafel) im Keller
des Physik-Neubaus
verwendet die Energie
aus dem Fernwärme-
vorlauf zur Kälteerzeu-
gung und erreicht da-
mit eine Kälteleistung
von 400 kW
Umweltbericht 19941998
17
nachfolgend eine Entscheidung über die
erforderlichen Baumaßnahmen zur Sub-
stitution des Trinkwassers zu treffen.
Abwasserreinhalten
Derzeit werden vierzig Luftdruckanla-
gen mit vollautomatischen Öl-Wasser-
Trennaggregaten nachgerüstet (Kosten:
120.000 DM).
Erstmals seit 1994 werden wäßrige Lö-
sungen mit organischen Verunreini-
gungnen als Sonderabfall regelmäßig ge-
sammelt und entsorgt.
Ein 1995 erstelltes Zu- und Abwasserka-
taster ist Grundlage weiterer Maßnah-
men und einer derzeit in der Entwick-
lung befindlichen Abwasserregelung
TU Berlin. Mit diesen und weiteren Prä-
ventivarbeiten sollen die Abwassergren-
zwerte eingehalten, glichst aber un-
terschritten werden.
Grundwasserschutz
Im Zuge der Umsetzung der Verordnung
über Anlagen zum Umgang mit wasserge-
fährdenden Stoffen und über Fachbetrie-
be (VAwS) wurden 1997 die verantwortli-
chen Betreiber von Lageranlagen sowie
sog. HBV-Anlagen (Herstellen, Behan-
deln, Verwenden) per Rundschreiben um-
fassend informiert sowie vor Ort befragt
und beraten. Seitdem werden diese Anla-
gen entsprechend nachgerüstet, (z. B.
Ausrüstung von Hydraulikanlagen mit
Wannen und Spritzschutzvorrichtun-
gen); gleichzeitig wird ein Anlagenkata-
ster aufgebaut. Sonderabfall-Lager wur-
den hinsichtlich des Grundwasserschut-
zes aber auch des Arbeitsschutzes und
der technischen Anforderungen an die
Lagerung gefährlicher Stoffe saniert.
4.3 Material, Ausstattungs-
gegenstände, Geräte
und Fahrzeuge
Eine Bilanzierung der vom Referat Zentra-
ler Einkauf veranlaßten Stoffeingänge, vor
allem Geschäftsbedarf, Büromaschinen, Mö-
bel, technischer Unterhaltungsbedarf und
Kraftfahrzeuge, ist nur mit unverhältnismä-
ßig hohem Zeit-, Personal- und Sachmitte-
laufwand möglich. Der beabsichtigte Zweck
rechtfertigt einen solchen Aufwand nicht.
Daneben beschaffen die wissenschaftlichen
Einrichtungen vor allem Geräte, Ausstat-
tungsgegenstände und Materialien für For-
schung und Lehre. Daten darüber liegen
nicht vor.
4.3.1 Material
Bevorzugung umweltgerechter Produkte
Im zentralen Einkauf werden unter Be-
achtung entsprechender Rechts- und
Verwaltungsvorschriften und der Vorga-
ben für ein wirtschaftliches Handeln um-
weltgerechte Produkte bevorzugt (z. B.
Blauer Engel, Recycling-Papier als Stand-
ard-Papier). Die Auflagen der Senatsver-
waltung für Wirtschaft und Technologie
zur umweltgerechten Beschaffung von
1995 (z. B. keine Einweg-Textmarker,
-Filz- und -Kugelschreiber) werden im
zentralen Einkauf erfüllt.
Abfallvermeidung
durch Wiederverwendung
Tonerkartuschen, Schreibmaschinenkas-
setten und Farbbänder sollen zukünftig
koordiniert durch ein zentrales Verfah-
ren das auch die Rückführung durch die
Anbieter regelt, wiederverwendet und
recycled werden. Die EDV-Online-Che-
mikalienbörse soll zu einer Ressourcen-
börse erweitert werden.
Ein Beitrag zum Grundwasserschutz: Lösemittellagerung in Spezial-
kanistern und auslaufgeschützten Regalen
Technische Universität Berlin
18
Verwendung umweltverträglicher
Baustoffe
Sowohl die Aspekte des flächensparen-
den Bauens, als auch die Aufgabe der
Ökologie der Baustoffe und des Ge-
sundheits- und Umweltschutzstandards
in Verbindung mit Bauprodukten treten
beim „Planen und Bauen immer mehr
in den Vordergrund. Um dieser Zielset-
zung zu entsprechen, hat die Senatsver-
waltung für Bau- und Wohnungswesen
für öffentliche und öffentlich geförder-
te Bauvorhaben für eine Reihe von Bau-
stoffen Verwendungsverbote und Ver-
wendungsbeschränkungen durch Rund-
schreiben erlassen. Entsprechend einer
dort festgelegten Regelung sollen bei
der Planung und Bauausführung nur
Materialien vorgesehen und verwendet
werden, die hinsichtlich ihrer Gewin-
nung, Verarbeitung, Funktion und Be-
seitigung eine hohe Gesundheits- und
Umweltverträglichkeit aufweisen. Nicht
verwendet werden dürfen:
asbesthaltige Baustoffe,
Baustoffe, die Fluorchlorkohlenwas-
serstoffe (FCKW, HFCKW, CFC)
enthalten,
Bauteile aus Tropenholz,
Bauteile aus Polyvinylchlorid (PVC),
Bauteile aus Aluminium (mit Ein-
schränkungen) und
Mineralstoffe (mit Einschränkun-
gen).
Die Überprüfbarkeit der Einhaltungen
der ökologischen Anforderungen bei
der Bauausführung von TU-Baum-
nahmen ist vertraglich umfassend gere-
gelt, d. h. die „Verwendungsverbote und
Verwendungsbeschränkungen von Bau-
stoffen sind Bestandteil aller Verträge
nach
ABau,
HOAI (über Architekten- und Inge-
nieurleistungen) sowie
VOB (bei der Vergabe von Baulei-
stungen).
Ein besonderer Hinweis auf die notwen-
dige Einhaltung dieser Regelung durch
den Auftragnehmer/die Auftragnehme-
rin trägt zur Erhöhung der Effektivität
der Verwendungsverbote bei der Verga-
be von Bauleistungen bei. Bei Nichtbe-
achtung behält sich die Universität vor,
Anspruch auf kostenlose Beseitigung
und Ersatz von widerrechtlich eingebau-
ten Baustoffen geltend zu machen. Es
wird angedroht, daß im Wiederholungs-
fall keine Aufträge mehr erteilt werden.
Übersicht durch Gefahrstoffverzeichnis
Mit dem derzeit im Aufbau befindlichen
universitätsweiten EDV-Online-Gefahr-
stoffverzeichnis soll erstmals eine laufen-
de Übersicht über die gesamte zentral
und dezentral gelagerte Menge, Art,
Standort etc. an Gefahrstoffen geschaf-
fen werden.
4.3.2 Ausstattungsgegenstände,
Geräte und Fahrzeuge
Abfallvermeidung durch
Wieder- bzw. Weiterverwendung
Bei Computern, die im Bereich der Uni-
versität aufgrund nicht mehr hinreichen-
der Leistungsfähigkeit oder entspre-
chender Betriebsvereinbarungen nicht
mehr einsetzbar sind, wird versucht, sie
einer Nutzung außerhalb der TU Berlin
zuzuführen und zwar in Bereichen, in
denen eine Nutzung aufgrund geringer
Leistungsanforderungen möglich ist
bzw. wo lediglich ein temporärer Ein-
satz erfolgt.
Durch Betrieb des zentralen Möbella-
gers wird seit Jahren Abfallvermeidung
praktiziert.
Verringerung von Emissionen
und Sonderabfallmengen
Grundsätzlich werden Kfz mit Katalysa-
tor beschafft. r den Einkauf von Kfz
mit Dieselmotor fehlen Informationen
z. B. des Umweltbundesamtes, welche
Anbieter die US-Norm einhalten.
Im Bereich der Arbeitsplatzdrucker wer-
den grundsätzlich Geräte mit geringem
Anteil an Verbrauchs- und Austausch-
teilen, die als Sondermüll entsorgt wer-
den müssen, eingesetzt. Insofern wird
derzeit die Tintenstrahldrucktechnik
präferiert.
Umweltbericht 19941998
19
4.4 Wertstoffe, Abfälle
und Sonderabfälle
Abfälle und Sonderabfälle werden gemäß
Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz jähr-
lich in der Abfallbilanz dokumentiert. Die
Universität weist ihre entsorgten Sonderab-
fälle seit 1979 als Bilanz aus, die entsorgten
Abfälle und Wertstoffe sind in dem ersten
Abfallwirtschaftskonzept von 1995 zentral
erfaßt.
4.4.1 Wert- und Abfallstoffe
Die Erfassung der Mengen im Bereich des
hausmüllähnlichen Gewerbeabfalls kann ge-
genüber dem stark verrechtlichen Bereich
des Sonderabfalls nur weitaus ungenauer
vorgenommen werden. Da die Abrechnung
nach Behältervolumen statt nach tatsächli-
chem Gewicht vorgenommen wird, kön-
nen die Mengen hier lediglich abgeschätzt
werden. Aufgrund der ersten vorgenomme-
nen Schätzung im Jahr 1994 sind diese
Mengen nicht voll bewertbar. Eine Doku-
mentation erfolgt erst seit 1994.
Gegenüber 1994 werden heute mehr Wert-
stoffarten gesammelt und der Verwertung
zugeführt. Dieses begründet auch den Zu-
wachs an der Gesamtmenge im Laufe des
Beobachtungszeitraumes (siehe Grafik 4
und Tab. 7). 1997 haben große Umzüge zu
einem Mehraufkommen an Abfällen zur
Verwertung geführt. Zu einer weiteren Er-
höhung der Wertstoff- und Abfallmengen
trägt die Verkleinerung der Universität bei,
in deren Verlauf Lager abgebaut, Räume
aufgegeben und Altlasten entsorgt werden.
Abfallvermeidung, -trennung
und Recycling
Die Fachbereiche und Beschäftigten
sind über Rundschreiben zur Abfallver-
meidung und -trennung sowie zum Re-
cycling aufgefordert und verpflichtet
worden. Über Plakate sollen die TU-
Angehörigen für die Thematik zusätz-
lich sensibilisiert und zu entsprechen-
dem Verhalten motiviert werden.
Als Maßnahme zur Trennung der ent-
stehenden Abfälle im Holsystem in die
Fraktionen Glas (weiß und bunt), Pa-
pier, Grüner Punkt und Restmüll wur-
den die entsprechenden Sammelstellen
zur getrennten Wertstoffsammlung bei
den Verursachern eingerichtet. Deswei-
teren wurde die Infrastruktur auf den
Großentsorgungsplätzen den vorste-
hend genannten Bedürfnissen angepaßt.
Neue Abfallbehälter in verschiedenen Gebäuden erleichtern die
Trennung von Abfall- und Wertstoffen
30
40
50
60
1995 1996 1997
kg pro Kopf
Grafik 4: Entwicklung der Pro-Kopf-Mengen an Abfall- und
Wertstoffen
Jahr Wert- und
Abfallstoffmengen
Pro-Kopf-
Mengen
1995 1.827.982 kg 40 kg
1996 1.931.990 kg 45 kg
1997 2.193.660 kg 55 kg
Tab. 7: Entwicklung der Mengen an Wert- und
Abfallstoffen
Technische Universität Berlin
20
Durch die bestehende Abfall- und Wert-
stofflogistik ist die Zuordnung der Frak-
tionen zu einem Verursacher bisher
nicht möglich, weder zu einem Gebäude
noch zu wissenschaftlichen Einrichtun-
gen. Es wird daran gearbeitet, die Erfas-
sungs- und Entsorgungslogistik derart
effizienter zu gestalten, daß die Gesamt-
bilanzierung, die Evaluierung der Müll-
trennung und das Feststellen von Berei-
chen mit ungenügender Abfalltrennung
besser glich wird. Darauf aufbauend
soll z. B. bei nicht vorhandener Abfall-
trennung auf die Abfallerzeuger Einfluß
genommen werden können. Die Anwen-
dung des Verursacherprinzips ist erst
nach positiven Ergebnissen des neuen
Systems und dann für definierte Fraktio-
nen denkbar.
Geräteentsorgung
Für die Entsorgung von Geräten sind
die einzelnen wissenschaftlichen Ein-
richtungen, die diese betreiben, zustän-
dig. Die Kosten für eine ordnungsgemä-
ße Entsorgung müssen die wissenschaft-
lichen Einrichtungen aufbringen. Die
Zentrale Universitätsverwaltung berät
die wissenschaftlichen Einrichtungen in
allen Fragen der Aussonderung von
technischen Geräten. Seit 1995 wird
Elektronikschrott von zentraler Seite
systematisch zur Verwertung gegeben.
Dem Vermeidungsprinzip nachkom-
mend, entfernt der Fachbereich Infor-
matik weiterhin verwendbare Kompo-
nenten aus Rechnern vor deren Entsor-
gung.
4.4.2 Sonderabfälle
Die Organisation der Sonderabfallentsor-
gung hinsichtlich Ablauf, Verantwortlich-
keiten sowie der Gefahrgutlogistik sind in
untenstehendem Organigramm dargestellt.
Die Daten über Art, Umfang und Kosten
der Sonderabfallbeseitigung liegen zentral
bei den Umweltschutzingenieur/inn/en
vor.
Behörden Umweltschutz-
ingenieure
Verantwortlichkeiten
Funktionen
Stoffluß
Sonderabfallorganisation Gefahrgutverantwortlichkeiten
z. B. Institut I z. B Institut II z. B. Abteilung IV
Lager/Sammelstelle Lager/Sammelstelle
Entsorgungsbetriebe
Gefahrgutbeförderer
Sammelstellen-
betreuende
Entsorger
Instituts-/Abteilungs-
leitung
A CB
Überwachung
der TU
Überwachung
der Firmen
Abfallbeauftragte
Organisieren der
Sonderabfall-
entsorgung
Zentrales
Nachweisbuch
Abfallbilanzen
Abfallwirtschafts-
konzept
Schaffen von
Rechtssicherheit
bei der Sonder-
abfallentsorgung
z. B. durch
Kontrolle der
Firmen
intern:
Beraten,
Schulen,
Auftragsvergabe
zeichnet Antrag
auf Entsorgung
deklariert Gefahrgut
als Absender
(beauftragte Person)
zeichnet internen
Begleitschein (RESIS)
befördert Gefahrgut
(sonstige verantwort-
liche Person)
zeichnen Begleitschein/
Übernahmeschein
Gefahrgutverlader
(sonstige verantwort-
liche Person)
AB B CC
Labor/Werkstatt Labor/Werkstatt
A, B, C: Sonderabfallfraktionen
Gefahrgutrelevanter
Transport
Labor/Werkstatt
Sonderabfallorganisation und Gefahrgutverantwortlichkeiten an der Technischen Universität Berlin
Umweltbericht 19941998
21
Sonderabfall wird abfallerzeugernah in de-
zentralen Sammelstellen erfaßt. Die Entsor-
gung wird von den Umweltschutzingenieu-
ren zentral koordiniert beauftragt. Eine Ab-
fallregelung für Abfälle, Wertstoffe und
Sonderabfälle wird derzeit erarbeitet. Ra-
dioaktive Abfälle werden regelmäßig über
die gesetzlich vorgeschriebenen Wege ent-
sorgt.
Die Mengen an Sonderabfall unterliegen
grundsätzlich den forschungsbedingten
Schwankungen, da die Hochschule kein
Produktionsbetrieb ist.
Nach Aufnahme der Arbeit der Umwelt-
schutzingenieure/-ingenieurinnen im Jahr
1992 und Erreichen einer gesicherten Ent-
sorgung im Jahr 1993 nach dem, bedingt
durch die Novellierung des Landesabfallge-
setzes, neue Genehmigungen eingeholt
werden mußten ist sowohl ein Anstieg
der absoluten Sonderabfallmengen als auch
ein Anstieg der Anzahl der Fraktionen
bzw. Fraktionsgruppen (siehe Grafiken 5
und 6 sowie Tab. 8) zu verzeichnen.
Der Anstieg der Sonderabfallmengen im
Jahr 1994 ist vorwiegend bedingt durch ge-
setzlich vorgeschiebenen Stoffaustausch,
Altlastenabbau sowie Aufbau der Infra-
struktur für neue Stoffgruppen (Leucht-
stofflampen, Lösemittel-Wasser-Gemische,
Kühlgeräte, Elektronikschrott etc.).
Nach diesem „Boom“, der 1995 etwas ab-
flachte, stieg die Sonderabfallmenge 1996
auf 101,2 t über die Menge von 1994. Ver-
antwortlich für diesen neuerlichen Men-
genanstieg waren die Entsorgung von As-
bestplatten und Spritzasbest aus Kleingerä-
ten, große Mengen von Öl- bzw. Benzinab-
scheiderinhalten sowie die Entsorgung von
verunreinigtem Kraftstoff.
Die Mengenerhöhung von 1996 zu 1997 ist
hauptsächlich auf die vom Umweltschutz-
referat neu geregelte Elektronikschrottbe-
seitigung in Verbindung mit Entsorgungen
bei Umzügen und nach Kontroll- und Bera-
tungsgängen zurückzuführen. Umzüge
wirkten sich auch auf die Menge entsorgter
Chemikalienreste im Jahr 1997 aus.
Der auffallend steile Anstieg bei der zen-
tral entsorgten Elektronikschrottmenge ist
auf den ab 1997 vom Umweltschutzreferat
und der Abteilung V eingeführten Service
zurückzuführen (siehe Grafik 7 und
Tab. 9).
Durch Hinzukommen bzw. Weiterauftren-
nen von Abfallarten ist die Anzahl der
Sammelbehälter für halogenhaltige und halogenfreie Lösungsmittel-
abfälle werden ebenfalls auslaufgeschützt gelagert
0
1
2
3
1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997
kg pro Kopf
Grafik 5: Entwicklung der Pro-Kopf-Mengen an Sonderabfällen
Jahr Sonderabfallmenge Pro-Kopf-Menge Anzahl der
Fraktionen
1991 56.060 kg 1,21 kg k. A.
1992 77.610 kg 1,64 kg 23
1993 77.700 kg 1,64 kg 18
1994 95.011 kg 2,04 kg 28
1995 77.499 kg 1,70 kg 25
1996 101.230 kg 2,37 kg 29
1997 116.372 kg 2,94 kg 28
Tab. 8: Entwicklung der Sonderabfallmengen
Technische Universität Berlin
22
Fraktionen von 23 im Jahr 1992 auf 28 im
Jahr 1997 gestiegen. Von insgesamt 29
Fraktionsgruppen (zusammengefaßte Frak-
tionen) werden heute über 50 % (das sind
15 Fraktionsgruppen) der Verwertung zu-
geleitet, Abfälle von 14 Fraktionsgruppen
werden über Verbrennung und Deponie
entsorgt. Nicht zuletzt aufgrund des Ver-
wertungsgebotes des Kreislaufwirtschafts-
und Abfallgesetzes wird heute stärker ver-
wertet als noch 1991, insbesondere durch
Aussortieren, Behandeln, Zerlegen und
dann stofflich verwerten.
Von 1991 bis heute ist eine verbesserte
Trennung der Lösemittel in halogenierte
und halogenfreie sowie eine Reduzierung
der Menge halogenhaltiger semittel
durch Vermeiden des Einsatzes zu beob-
achten. Weiterhin ist eine erhebliche Redu-
zierung der Gesamtmenge an semitteln
durch internes Recycling festzustellen
(siehe Grafik 8 und Tab. 10).
Zentrale Maßnahmen zur Sonderabfallver-
meidung sind die EDV-Online-Chemikali-
enbörse, das EDV-Online-Gefahrstoffver-
zeichnis und entsprechende Weiterbil-
dungskurse. Auch die Loseblattsammlung
„Umweltschutz“ gibt Hinweise zur Abfall-
vermeidung. Angaben zur Entsorgung fin-
den sich im Betrieblichen Abfallwirtschafts-
konzept.
Dezentral wird das Vermeiden von Sonder-
abfall fast flächendeckend praktiziert, z. B.
durch Recycling von Lösungsmitteln in La-
boren, sparsamen Einsatz von Chemikali-
en, eine effiziente Lagerhaltung, Nutzung
des geplanten Chemikalienverzeichnisses
und der Chemikalienbörse sowie Umstel-
len von Verfahren, beispielsweise in der
Zerspantechnik, wodurch Kühlmittel men-
genmäßig erheblich reduziert bzw. ganz
eingespart werden können.
Die Anwendung des Verursacherprinzips
auf die vielen Abfallerzeuger, die ihre Son-
derabfälle zur nächsten Sammelstelle brin-
gen, würde eine systematische umfangrei-
che Auswertung aller internen Begleitschei-
ne („RESIS“) erfordern und erhebliche ver-
waltungsseitige Arbeitskapazität binden.
Die Anwendung des Verursacherprinzips
würde derzeit der Entwicklung zu einer
umweltgerechten Entsorgung entgegenar-
beiten. Ein erhöhter Kontrollaufwand wäre
erforderlich. Beides ist z. Zt. nicht praktika-
bel. Reduzierung der Abfallmengen ist
eher durch gezielte Unterstützung der Be-
reiche, Aktionen, Beratung vor Ort und
Aufklärung zu erzielen.
Als Sanktionsmaßnahme wird der Abfaller-
zeuger bei Falschdeklaration mit den Zu-
satzkosten belastet.
40
60
80
100
120
30
20
10
0
1992 1993 1994 1995 1996 1997
tAnzahl Fraktionen
Grafik 6: Entwicklung der Sonderabfallmengen
und der Anzahl der Fraktionen
0
4.000
8.000
12.000
16.000
20.000
24.000
28.000
1994 1995 1996 1997
kg
Grafik 7: Entwicklung der Elektronikschrottmengen
Jahr Menge Elektronikschrott
1994 2.000 kg
1995 2.500 kg
1996 7.500 kg
1997 26.780 kg
Tab. 9: Entwicklung der
Elektronikschrottmengen
Umweltbericht 19941998
23
4.5 Emissionen
Emissionen durch Lehr- und
Forschungstätigkeit
Durch unumgängliche Lehr- und For-
schungstätigkeit verursachte Emissio-
nen treten in vielen Bereichen der
TU Berlin auf. Grundsätzlich handelt es
sich dabei um räumlich verteilte Emis-
sionen in die Luft aus Abluftanlagen der
Laboratorien (Laborabzüge, Arbeits-
platzabsaugungen) sowie Versuchsanla-
gen im Labormaßstab. Hierbei ist ge-
währleistet, daß die Emissionen an ih-
rem Entstehungsort abgesaugt werden.
Meldepflichtige Havarien sind nicht be-
kannt.
Emissionen durch Kühlmittel
Im Zuge der Ablösung aller ozon-
schichtschädlichen Kühlmittel wie R 12
und R 502 wurde in
vorhandenen Anlagen
ein Minderbedarf an
Kühlleistung ermittelt.
Alle zentral bekannten
Anlagen sind entwe-
der bereits umgestellt
oder in der Umstell-
phase. Der zugelasse-
ne, aber für das globa-
le Klima nicht neutrale
Ersatzstoff 134a soll
soweit wie möglich
vermieden werden.
Auf den Dächern der
Gebäude Ernst-Reuter-Haus und Tele-
funken-Hochhaus wurden Anlagen mit
dem Kühlmittel Ammoniak installiert,
auf dem Dach des Gebäudes Physik-Alt-
bau mit dem Kühlmittelgemisch Pro-
pan/Butan. Diese Kühlmittel sind ozon-
schicht- und klimaneutral. Der für das
gesamte Nordgelände installierte, über-
dimensionierte und ineffektive Turbo-
kaltwassersatz mit dem Kältemittel R 12
wurde fachgerecht entsorgt.
Emissionen durch TU-eigene Fahrzeuge
Der Betrieb TU-eigener Dienst- und
Versuchsfahrzeuge verursacht ebenfalls
Emissionen: Im Jahr 1995 fuhren 73
Dienstkraftfahrzeuge einschließlich Ver-
suchsfahrzeuge, wie Mwagen und Ak-
kerschlepper, insgesamt 976.000 Kilo-
meter. Der Kraftstoffverbrauch betrug
im Jahr 1997 insgesamt rund 84.000 Li-
ter.
Jede Fahrt TU-eigener Fahrzeuge ist in
Fahrtenbücher einzutragen, die regelmä-
ßig jährlich und zusätzlich durch Stich-
proben zentral kontrolliert werden. Seit
1996 werden die laufenden Unterhalts-
kosten der Fahrzeuge durch die Institu-
te getragen. Die Fahrzeuge im Sinne des
Dienstzweckes einzusetzen, liegt daher
im Interesse der Institute. Um Wirt-
schaftlichkeit und Sicherheit zu gewähr-
leisten, werden die Fahrzeuge zentral
verwaltet.
Emissionen durch An- und
Abfahrten der TU-Mitglieder
Weiterhin ist die TU Berlin indirekt für
die durch die täglichen An- und Abfahr-
ten ihrer Mitglieder verursachten Emis-
sionen verantwortlich; allein für das
Stammgelände beträgt die Anzahl der
täglichen Fahrten ca. 35.000, davon ca.
10.000 verursacht durch motorisierten
Individualverkehr sowie ca. 25.000
durch den Öffentlichen Personennah-
verkehr (aus: Verkehrswesenseminar
des FB 10: Verkehrskonzept für die TU
Berlin).
Eine „Projektwerkstatt“ der TU Berlin (sie-
he unter http://www.tu-berlin.de/~ifvt/
EMANA/index.htm ermittelt und analy-
siert im Rahmen des Lehrangebots die
Jahr Lösemittelmengen
halogenfrei halogenhaltig
1991 1.600 kg 16.300 kg
1992 2.400 kg 17.000 kg
1993 4.500 kg 8.900 kg
1994 3.958 kg 6.315 kg
1995 4.004 kg 4.779 kg
1996 6.144 kg 6.930 kg
1997 3.376 kg 6.667 kg
Tab. 10: Entwicklung der Mengen von
halogenierten und halogen-
freien Lösemitteln
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997
halogenhaltig halogenfrei
kg
Grafik 8: Entwicklung der Mengen von halogenierten
und halogenfreien Lösemitteln
Technische Universität Berlin
24
durch den Universitätsbetrieb entstehen-
den Emissionen und will Vorschläge zu
Verminderung erarbeiten.
4.6 Andere
Umwelteinwirkungen
Soweit rechtlich möglich, werden bei der
Verpachtung von Cafeterien und Kantinen
Auflagen in die Verträge aufgenommen,
die die Zubereitung gesunder Speisen unter
Verwendung von umweltverträglich produ-
zierten Nahrungsmitteln gewährleisten.
Das Café Campus im Gebäude BEL
(„AStA-Villa“, Marchstr. 6, 10587 Berlin)
bietet in verstärktem Maß Vollwertkost an.
Die Mensa (Hardenbergstraße) fällt als Be-
trieb des Studentenwerks nicht in die Zu-
ständigkeit der TU Berlin.
Die neu installierte Kühlanlage auf dem Dach des Telefunken-Hoch-
hauses wird mit dem ozonschicht- und klimaneutralen Kühlmittel
Ammoniak betrieben
Umweltbericht 19941998
25
5Forschung und Lehre
5.1 Überblick,
zentrale Aktivitäten
Die Beschäftigung mit umweltrelevanten
Fragestellungen gehört zum Aufgabenspek-
trum vieler Fachgebiete der Technischen
Universität Berlin besonders in den Inge-
nieur- und Naturwissenschaften. Dabei ste-
hen über die Erfassung und Analyse von
Umweltproblemen hinaus Beiträge zur Ver-
hütung und Behebung von Umweltschä-
den sowie konkrete Lösungsansätze im
Vordergrund. Da die Ausprägungen der
einzelnen Fachgebiete im Hinblick auf ihre
Aufgaben in Lehre und Forschung an der
Technischen Universität Berlin sehr vielfäl-
tig sind, ist das Spektrum der Aktivitäten
an der Technischen Universität Berlin im
Bereich der Umweltforschung in seiner
Gesamtheit betrachtet unvermeidlich
weit gestreut und sehr heterogen. Jedoch
liegt gerade in dieser fachlichen Breite auch
eine große Chance für die rderung der
Umweltforschung. Durch sie ist ein wert-
volles Netzwerk entstanden, das Verbin-
dungen bilateraler Art innerhalb der Hoch-
schule, aber auch über ihre Grenzen hinaus
ermöglicht. So existiert eine Vielzahl von
interdisziplinären Projekten, die über die
Fachbereichsgrenzen hinausgehen.
Mit einer Bestandsaufnahme der aktuellen
Aktivitäten in Lehre und Forschung im Be-
reich des Umweltschutzes verfolgte der im
April 1995 durchgeführte Hochschultag
zum Thema Umwelt das Ziel, die Diskussi-
on über weitere Entwicklungsmöglichkei-
ten der Umweltforschung erneut zu bele-
ben (siehe unter http://www.tu-berlin.de/
zuv/sdu/doku/~uws1.html). Ausgangs-
punkt dafür war die bereits Ende 1992 vom
Wissenschaftsrat im Rahmen der Evaluie-
rung der Umweltforschung in Deutschland
durchgeführte Begutachtung der Umwelt-
forschung an der Technischen Universität.
Die im Mai 1997 erschienene Stellungnah-
me zeigt sehr deutlich, daß die Technische
Universität im großen und ganzen sehr zu-
frieden sein kann.
Einer der entscheidenden Impulse der
Empfehlungen des Wissenschaftsrats
abgesehen von der grundsätzlichen Forde-
rung nach mehr Kooperation, Vernetzung
und Nutzung von Synergien in der Um-
weltforschung der Berlin/Brandenburgi-
schen Wissenschaftslandschaft bestand
darin, den erkannten Mangel an disziplin-
übergreifender Forschung zu beseitigen.
Der Technischen Universität ist es bereits
gelungen, die ingenieurwissenschaftlichen
und naturwissenschaftlichen Disziplinen in
größeren Forschungsvorhaben zu integrie-
ren. Offensichtlich besteht jedoch ein er-
hebliches Defizit bei der Integration von
sozial- und gesellschaftsrelevanten Betrach-
tungen im Rahmen dieser Forschung.
Auch der vorsorgende Umweltschutz hat
noch nicht den Stellenwert erreicht, der
ihm heute zukommen müßte. Es ist daher
ein erklärtes Ziel, Forschungsfragestellun-
gen dieser Art zu rdern.
Die Umsetzung der Empfehlungen des
Wissenschaftsrates zur Umweltforschung
hängt unmittelbar von Initiativen und Vor-
haben aus den Fachbereichen ab. Im Be-
reich der interdisziplinären Zusammenar-
beit zwischen Ingenieur- und Sozialwissen-
schaften liegen bisher noch keine konkreti-
sierten Vorschläge vor. Im Wintersemester
1995/96 wurde jedoch im Fachbereich Um-
welt und Gesellschaft, Institut für Land-
schaftsökonomie, ein Kolloquium zum
Thema „Nachhaltige Entwicklung“ mit
dem Ziel initiiert, einen Nukleus für weite-
re disziplinübergreifende Vorhaben in Leh-
re und Forschung zu erzeugen.
Zur besseren Vernetzung von Umweltfor-
schungs- und -lehraktivitäten an der Tech-
nischen Universität wurde von Prof. Hüb-
ler und dem Vertreter für Umweltbelange
im Kuratorium der Technischen Universi-
tät die Einrichtung eines Umweltbeirates
Technische Universität Berlin
26
angeregt. Dies wird jedoch nur dann als
sinnvoll angesehen, wenn sich repräsentati-
ve Vertreter der Universität zur Mitarbeit
bereit erklären. Initiativen des Beirates n-
nen dann selbstverständlich auch nur mit
kompetenten Ansprechpartnern in den zu-
ständigen Fachbereichen erörtert werden,
um die Umsetzung und Realisierung sicher-
zustellen.
Andere Instrumentarien zur infrastrukturel-
len Förderung der Umweltforschung existie-
ren an der Technischen Universität schon
längere Zeit. Zu nennen ist hier die „Ko-
operations- und Beratungsstelle für Um-
weltfragen“ (KUBUS), die seit 1993 in der
„Zentraleinrichtung Kooperation (ZEK)
mit den weiteren Arbeitsbereichen „Koope-
rationsstelle Wissenschaft/Arbeitswelt“
(KOOP), „Berliner Modell: Ausbildung
für nachberufliche Arbeitsbereiche“
(BANA) und „Weiterbildung/Interne Wei-
terbildung (WB) zusammengefaßt ist. Die
ZEK hat die Aufgabe, die Kooperation zwi-
schen der Technischen Universität und ge-
sellschaftlichen Gruppen auf den Gebieten
sozialer und ökologischer Fragestellungen
voranzutreiben. Sie initiiert und organisiert
als Service-Einrichtung, großenteils unter
Einwerbung von Drittmitteln, entsprechen-
de Kooperationsprojekte und Weiterbil-
dungsveranstaltungen derzeit etwa fünf-
zig Vorhaben, davon etwa zwei Drittel auf
den Gebieten Ökologie und Umwelt-
schutz, die gemeinsam mit Wissenschaft-
ler/inne/n und Studierenden, Gewerk-
schaftler/inne/n, Betriebsräten, Umwelt-
verbänden, Bürgerinitiativen usw. durchge-
führt werden. Diese Vorhaben dienen ei-
nerseits der Anwendung wissenschaftlicher
Ergebnisse in der Praxis, andererseits zur
Anregung für Wissenschaftler/innen und
Studierende der Technischen Universität,
sich den konkreten Problemen in der Regi-
on Berlin/Brandenburg stärker zuzuwen-
den. Der Umweltschutz wird vor allem bei
KUBUS bearbeitet, tritt aber als Aufgaben-
schwerpunkt bei allen Arbeitsbereichen der
ZEK auf, so bei (Branchen-) Konzepten
für betrieblichen Umweltschutz bzw. Wei-
terbildung, z. B. im Handwerk, in kommu-
nalen Einrichtungen und Industriebetrie-
ben, sowie regionalen Konzepten z. B. zur
Energie- oder Verkehrspolitik. Auch die
Weiterbildungseinrichtung BANA für älte-
re Erwachsene hat als einen Studienschwer-
punkt „Ökologie im lokalen Umfeld“. Die
Zentraleinrichtung Kooperation organi-
siert zudem die interne Weiterbildung der
TU Berlin zum Umweltschutz.
Als wichtiges Anreizintrumentarium zur
Förderung disziplinübergreifender For-
schung sowie innovativer Forschungsansät-
ze verfügt die Technische Universität seit
über 15 Jahren über zentrale Mittel zur uni-
versitätsinternen Forschungsförderung.
Diese dient auch der Förderung der Um-
weltforschung und hat wesentlich dazu bei-
getragen, im Bereich der Umweltforschung
die Drittmitteleinwerbung zu verbessern.
Insgesamt ist die Technische Universität
mit einem Drittmittelvolumen von etwa
120 Mio. DM eine der aktivsten Hochschu-
len Deutschlands. Bei kritischer Durch-
sicht der Forschungsprojekte liegt der An-
teil, der auf die Umweltforschung entfällt,
bei inzwischen fast 20 %.
Im Rahmen des Hochschulsonderpro-
gramms II hat die Technische Universität
sechs Innovationsprofessuren im Bereich
der Umweltwissenschaften eingerichtet,
von denen inzwischen die Fachgebiete
„Ökologie der Mikroorganismen“ (seit
September 1994) und „Energiesysteme“
(seit 1995) besetzt sind. Die Fachgebiete
„Umweltmanagement“, „Ökosystemfor-
schung“ sowie „Umweltmikrobiologie und
Technische Hygiene“ befinden sich im Zu-
weisungs- bzw. Besetzungsverfahren.
Aktuelle Beispiele für interdisziplinäre,
fachbereichsübergreifende Projekte im Be-
reich der Grundlagenforschung sind die fol-
genden von der Deutschen Forschungsge-
meinschaft finanzierten Sonderforschungsbe-
reiche:
Der Sfb 193 „Biologische Behandlung in-
dustrieller und gewerblicher Abwässer“
(Sprecher: Prof. Wiessmann), eingerich-
tet 1990, dient der Erarbeitung von
Grundlagen für die Entwicklung neuer
Verfahren zur Behandlung von Abwäs-
sern. Ziel der gemeinsamen Forschung
von Biologen, Chemikern und Ingenieu-
ren ist einerseits der Einsatz von kosten-
günstigen biologischen Reinigungsver-
Umweltbericht 19941998
27
fahren und andererseits die Einsparung
von Wasser.
Der Sfb 281 „Demontagefabriken zur
Rückgewinnung von Ressourcen in Pro-
dukt- und Materialkreisläufen“ (Spre-
cher: Prof. Seliger), eingerichtet 1995,
beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit
der Entwicklung von Technologien zur
sortengerechten Entsorgung und Wie-
derverwendung von Komponenten von
ausgedienten technischen Konsumgerä-
ten, vor allem Haushaltsgrgeräten.
Desweiteren hat der Akademische Senat
der Technischen Universität Berlin im Sep-
tember 1997 die Einrichtung eines fachbe-
reichsübergreifenden Forschungsschwerpunk-
tes „Biotechnologie-Zentrum“ beschlossen,
der unter anderem auch im Bereich Um-
weltbiologie Aktivitäten entwickeln wird.
Das Netzwerk der Forschung schlägt sich
ebenfalls in einer Vielzahl von Kooperati-
onsvereinbarungen der Technischen Univer-
sität Berlin mit außeruniversitären Institu-
tionen nieder. Im Umweltsektor sind dies
neben den anderen beiden Berliner Univer-
sitäten insbesondere
das Umweltbundesamt,
das Wissenschaftszentrum Berlin sowie
die Biologische Bundesanstalt.
Darüber hinaus existiert eine Reihe von
Forschungskooperationen, die auf der Initia-
tive einzelner Wissenschaftler/innen beru-
hen. Beispielhaft hierfür sind die beiden fol-
genden, im Umweltbereich aktiven An-In-
stitute, mit denen Kooperationsvereinba-
rungen spezieller Art geschlossen wurden:
das Institut für wassergefährdende Stof-
fe und
die Arbeitsgruppe Umweltstatistik.
Die Förderung regionaler Forschungsver-
bünde ist Ergebnis einer auch vom Wissen-
schaftsrat immer wieder formulierten For-
derung nach mehr Vernetzung im Bereich
der Umweltforschung. Die Technische
Universität ist derzeit an folgenden For-
schungsverbünden beteiligt:
Interdisziplinärer Forschungsverbund
„Wasserforschung“ (Sprecher: Prof.
Steinberg, Humboldt-Universität zu
Berlin), eingerichtet Ende 1994, Förde-
rung durch die Senatsverwaltung für
Wissenschaft, Forschung und Kultur;
Interdisziplinärer Forschungsverbund
„Angewandte Geosystemanalyse“ (Spre-
cher: Prof. Klitzsch, TU Berlin), einge-
richtet Anfang 1995, rderung durch
die Senatsverwaltung für Wissenschaft,
Forschung und Kultur; sowie am
Forschungs- und Anwendungsverbund
„Verkehrssystemtechnik“ Berlin (Spre-
cher: Prof. Ewers, TU Berlin), einge-
richtet Mitte 1997, Förderung durch die
Senatsverwaltung für Wissenschaft, For-
schung und Kultur gemeinsam mit der
Technologiestiftung und der Firma Her-
litz.
Zentrale Aktivitäten im Bereich der Lehre
mit Schwerpunkt Umwelt konzentrieren
sich vor allem auf die seit 1985 auf der
Grundlage des „Tutorenprogramms für
fachliche und didaktische Innovation be-
stehenden, interdisziplinär und fachbe-
reichsübergreifend organisierten „Projekt-
werkstätten für sozial und ökologisch tz-
liches Denken und Handeln“. Projektwerk-
stätten sind ein Beitrag von Studierenden
zur Verbesserung der Studiensituation. Sie
sollen die Teilnehmer/innen zu prakti-
schem und innovativem Arbeiten befähi-
gen sowie zum Erwerb einer weitgehend
selbstbestimmten Arbeitshaltung führen.
Daher werden konkrete Projekte gemein-
Rollout des Luft
ff
isch No. 1: Fernziel der Projektwerkstatt ist der
Entwurf und Bau eines zwei Personen tragenden Solar-Luft
ff
isches
für Anwendungen im Bereich des Umweltmonitoring und für
Kameraflüge
Technische Universität Berlin
28
sam entworfen und ausgeführt („learning
by doing“) und in Zielsetzung und Arbeits-
weise von den Teilnehmer/innen gestaltet
(„selbstbestimmtes Lernen“). Die Projekte
sollen einen konkreten Mangel in der Aus-
bildungsstruktur thematisieren und sich in
ihrer Zielsetzung am Leitbild einer sozial
nützlichen, umweltverträglichen Wissen-
schaft und Technik orientieren.
Sie werden von Dr. Karl Birklzer (Insti-
tut für berufliche Bildung, Hochschulbil-
dung und Weiterbildungsforschung, FB 2)
betreut. Derzeit beschäftigen sich die fol-
genden Projektwerkstätten schwerpunkt-
mäßig mit Umweltthematiken:
„Wechselwirkung zwischen Natur und
Technik“,
„Meer(es)-Energie“,
„Emissionsspezifische Analyse der
TU Berlin EMANA“,
„Nachhaltigkeitsprüfung“,
„Regenerative Energieerzeugung im In-
selbetrieb“,
„Luftffisch“,
„Das Kraftwerk zum Mitnehmen“ sowie
„Ökologie und Internet Konzept für
eine effiziente Internetnutzung durch
Umweltakteure“.
5.2 Fachbereiche
5.2.1 Fachbereich 1
Kommunikations- und
Geschichtswissenschaften
Fragen des Umweltschutzes sind zwar
nicht direkter Forschungsgegenstand der
geisteswissenschaftlichen Fachgebiete der
TU Berlin, werden jedoch in zahlreichen
Lehrveranstaltungen mehr oder weniger
thematisiert. Exemplarische Studienfelder
des Fachbereichs, in denen die Umwelt-
Thematik relevant ist, sind:
Kosmologie,
Natur-, Wissenschafts- und Technik-
philosophie/-ethik,
Mensch-Natur-Verhältnis (Anthro-
pologie),
Natur- und Kulturgeschichte,
Technik(-folgen) und Gesellschaft,
Umweltschutz und Technikentwick-
lung,
Natur, Umwelt und Technik in der
Repräsentation der Medien sowie
mediale Aufbereitung von Themen
der Ökologie und des Umweltschut-
zes.
5.2.2 Fachbereich 2
Erziehungs- und
Unterrichtswissenschaften
Neben Lehrveranstaltungen zu den The-
men
Ökologische Pädagogik,
Naturwissenschaft und Allgemeinbil-
dung Mensch und Natur,
Wissenschafts- und Technikgeschich-
te im Unterricht,
Umwelterziehung im Biologieunter-
richt,
Ökologie und Ethik in der Baupraxis,
Umwelterziehung,
Bildung, Technologie und Ökologie
in der Dritten Welt,
Frauen in der Entwicklungspolitik,
Internationale Migration Ursachen
und Folgen,
Ökologisches Bewtsein und Sozia-
lisation,
Entwicklung des europäischen, insbe-
sondere naturwissenschaftlichen
Fahrzeug mit Elektro-Hybridantrieb entwickelt von einer Projekt-
werkstatt an der TU Berlin
Umweltbericht 19941998
29
Denkens in bezug auf das Mensch-
Natur-Verhältnis,
Geschichte des Mensch-Natur-Ver-
hältnisses in seiner Konsequenz für
ökologisch-sozialpädagogisches Den-
ken sowie
Ökotechnik und Umweltbildung
werden im Fachbereich folgende For-
schungsthemen behandelt:
Lernen im informellen Sektor in der
Dritten Welt,
Lokale Ökonomie, Exploration und
Evaluierung lokaler Strategien in Kri-
senregionen,
Ökologie versus Ökonomie sowie
Integration umweltrelevanter Inhalte
in die Lehrpläne bestimmter Baube-
rufe.
Darüber hinaus befaßt sich die Arbeitsstelle
„Dritte Welt“ mit umweltbezogenen Bil-
dungsmaßnahmen für junge Erwachsene.
Außerdem werden vom Fachbereich die
Projektwerkstätten für sozial und ökologisch
nützliches Denken und Handeln betreut
und unterstützt.
5.2.3 Fachbereich 3
Mathematik
Derzeit bestehen keine spezifisch um-
weltrelevanten Angebote in Lehre und For-
schung.
5.2.4 Fachbereich 4
Physik
Umweltrelevante Themen werden bei der
Vergabe von Studien-, Diplom- und Dok-
torarbeiten besonders berücksichtigt und
finden bei den Studierenden großes Interes-
se.
Einige Arbeitsgruppen befassen sich mit
dem Nachweis von Schadstoffen in der
Umwelt. Dabei werden vor allem die sehr
empfindlichen Verfahren der Laseranalytik
eingesetzt. In Zukunft sollen Untersuchun-
gen auf dem Gebiet des Nachweises gering-
ster Stoffmengen in gasförmigen, flüssigen
und festen Proben sowie ihre Anwendung
in Industrie, Medizin usw. einen Schwer-
punkt der umweltbezogenen Forschungs-
aktivitäten bilden.
5.2.5 Fachbereich 5
Chemie
Über Forschungsprojekte mit den Themen
Immisscible Solvent Displacement
Process for the Recovery of Aque-
ous Acids from Process Effluents,
Prüfung der Restlebensdauer von
Flüssigkristall-Displays sowie
Recycling von Flüssigkristallen (bei-
de letztgenannten sind in Vorberei-
tung und sollen gemeinsam mit dem
FB 12 durchgeführt werden)
hinaus sind umweltbezogene Forschungs-
aktivitäten nach Angabe des Fachbereichs
hauptsächlich in den Fachgebieten der
Technischen Chemie zu finden. Dort be-
faßt man sich mit Themen wie
Mikrobieller Abbau von Schadstof-
fen in der Umwelt, insbesondere von
Chlorkohlenwasserstoffen,
Sanierung kontaminierter Grundwäs-
ser,
Entfernung halogenierter Verbindun-
gen in gewerblichen Abwässern mit-
tels elektrochemischer Dehalogenie-
rung (SfB 193),
Reinigung von Abluft durch Biofilter,
Gasreinigung durch Adsorption,
Rauchgasentstickung,
Rauchgasentschwefelung bzw. Abga-
sentschwefelung sowie
Ein modern ausgestatteter Laborraum in einem bereits sanierten
Teil des Chemie-Altbaus
Technische Universität Berlin
30
Produktionsintegrierter Umwelt-
schutz im Rahmen von Umweltma-
nagementsystemen in der chemi-
schen Industrie.
Die vorgenannten Themen sind mehr oder
weniger auch Bestandteil der Lehrveranstal-
tungen des Institutes; außerdem werden
die auftretenden Umweltprobleme in der
chemischen Industrie behandelt. In den
vergangenen Jahren wurden mehrere the-
menrelevante Diplomarbeiten angefertigt.
Aufgrund des großen Interesses der Studie-
renden werden für Seminararbeiten um-
weltschutzrelevante Themen im Rahmen
des Seminars Technisch-chemische Prozesse
an Beispielen vergeben.
5.2.6 Fachbereich 6
Verfahrenstechnik,
Umwelttechnik,
Werkstoffwissenschaften
In Zusammenarbeit mit anderen auch au-
ßeruniversitären Einrichtungen und indu-
striellen Kooperationspartnern ist in die-
sem Fachbereich ein breit gefächertes Spek-
trum von grundlagenorientierten und ange-
wandten Forschungsvorhaben mit starker
Ausrichtung auf Themen des Umwelt-
schutzes vorhanden. Der Fachbereich ist
federführend bei zwei entsprechenden Son-
derforschungsbereichen (SfB 193 und
SfB 339).
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einsatz
des Computers bei der Lösung verfahren-
stechnischer und energietechnischer Pro-
bleme. Die Vorteile solcher rechnergestütz-
ten Simulationen liegen vor allem darin,
daß die relevanten Einflußgrößen meist bil-
liger, schneller und gefahrloser untersucht
werden nnen. Ein Anwendungsbeispiel
ist die Entwicklung eines Schulungssimula-
tors für die Mitarbeiter/innen der Klär-
schlammverbrennungsanlage der Berliner
Wasserbetriebe.
Im Bereich der Werkstoffwissenschaften un-
tersuchen Polymerphysiker das Verhältnis
zwischen makroskopischen Eigenschaften
und dem mikroskopischen Aufbau polyme-
rer Materialien, um zielgerichtet die Her-
stellungsprozesse und die Kunststoffend-
produkte zu optimieren. Die Wissenschaft-
ler/innen der Polymertechnik forschen an
der Wieder- bzw. Neuherstellung von Ge-
genständen aus recycelten Kunststoffen.
Ein Forschungs- und Lehrgebiet besonde-
rer Art ist die Bionik und Evolutionstech-
nik. In Langzeitexperimenten, die die Evo-
lution nachvollziehen, sollen biologienahe
Lösungen entwickelt werden, die Umwelt-
verträglichkeit garantieren. In der Lehre
wird den Studierenden zugleich biologi-
sches und technisches Wissen vermittelt.
Das Fachgebiet Technische Akustik betreibt
ein Schlaflabor, in dem der ständige Ein-
fluß von Verkehrsgeräuschen, insbesonde-
re von Fluglärm, auf den Nachtschlaf un-
tersucht wird. Aktuell sind diese Forschun-
gen im Zusammenhang mit dem geplanten
Flughafenbau Berlin/Brandenburg.
Am Institut für Verfahrenstechnik wird ge-
meinsam mit einer Berliner Firma ein Ver-
fahren zur biologischen Behandlung von
Bodenverunreinigungen entwickelt.
Das Studienangebot im 1976 erstmals in
Deutschland eingerichteten Studiengang
Technischer Umweltschutz wurde vor kur-
zem um die Bodenkunde und den Boden-
schutz ergänzt, so daß nunmehr die The-
menbereiche Luft, Wasser und Boden abge-
handelt werden. Neben den grundständi-
gen Lehrveranstaltungen, in denen naturge-
mäß der Umweltschutz und die relevanten
Forschungsergebnisse ausführlich berück-
sichtigt werden, behandeln auch die Stu-
Messen der Ge-
räuschentwick-
lung einer Werk-
zeugmaschine
Umweltbericht 19941998
31
dienprojekte Themenstellungen unter um-
weltrelevanten Gesichtspunkten. Beispiel-
haft sind hier das Energieseminar und das
Planspiel Einführung in die Abfallwirtschaft
zu nennen. Das studentische Projekt Ganz-
heitlicher Umweltschutz verfolgt das Ziel,
über die vielfach dominierenden, nachsor-
genden und technikzentrierten Konzepte
des Umweltschutzes hinaus, die sozialen,
kulturellen, rechtlichen, ökonomischen
und politischen Bedingungen der Umwelt-
zerstörung in die Betrachtung mit einzube-
ziehen.
5.2.7 Fachbereich 7
Umwelt und Gesellschaft
Im Fachbereich sind die umweltrelevanten
Studiengänge Landschaftsplanung, Stadt-
und Regionalplanung und Biologie angesie-
delt. In den Lehrveranstaltungen aller Stu-
diengänge, insbesondere in den Studienpro-
jekten, werden Fragen des Umweltschut-
zes behandelt. Die Bandbreite geht von ei-
ner ökologischen Außenpolitik über alle Be-
reiche der Planung bis hin zum Verhalten
und Wirkungen von Schadstoffen in den
und im Wasser. Die Lehrangebote der Poli-
tikwissenschaften bzw. der Sozialkunde be-
treffen nationale und internationale Um-
weltpolitik mit Themen wie Rahmenbedin-
gungen, Instrumente und Implementation
der nationalen Umweltpolitik, internationa-
le Abkommen zum Umweltschutz (z. B.
Klimaschutz) sowie ökologische Außenpo-
litik; das Wahlpflichtfach Umwelt- und
Technikpsychologie in der Psychologie be-
handelt zum Teil auch psychologische Fra-
gen des Umweltschutzes, wie grundlegen-
de psychische Prozesse in Interaktion mit
Umwelt und Technik, Anwendungsberei-
che und spezielle Probleme der Umwelt-
und Technikpsychologie.
Als Aktivitäten in Forschung und Lehre
mit Umweltbezug sei folgende Auswahl an-
gegeben:
Gesundheits- und Umweltfor-
schung/Public Health (Gesundheits-
wissenschaften),
Ökologische Stadtplanung,
Lokale Agenda 21,
Großschutzgebiete und Regionalent-
wicklung,
Gesellschaftliche Rahmenbedingun-
gen der Umweltkrise und des Um-
weltbewußtseins,
Ökonomische Instrumente im Um-
weltschutz,
Umweltpolitik bei nachholender In-
dustrialisierung,
Umweltverträglichkeitsprüfungen,
Landeignungsbewertung und Land-
nutzungsplanung,
Umweltschutz im ländlichen Raum,
Beobachtung von Waldschäden,
Waldschadenerfassung,
Indikatoren zur Beschreibung der
Umweltqualität,
Konversion, Rekultivierung, Renatu-
rierung,
Erarbeitung von Schutzkonzepten
für Auenlandschaften,
Anbau nachwachsender Rohstoffe,
Nachhaltige Nutzung von Waldöko-
systemen,
Kombinationswirkung von Schad-
stoffen,
Ökotoxikologische Testverfahren
für die Bodenbewertung,
Bodenschutz in Planungs- und Ge-
nehmigungsverfahren,
Ein im Rahmen
des Forschungs-
projektes Bal-
lungsnahe Wald-
ökosysteme ver-
wandtes Deposi-
tionsmeßgerät
(Waldmeßstation,
Berlin)
Technische Universität Berlin
32
Berücksichtigung der Belange von
Naturschutz und Landschaftspflege
in der Bauleitplanung,
Strategien zur Bekämpfung der Bode-
nerosion und der Übersalzung in den
Trockengebieten der Erde,
Bodengefährdungen durch Schad-
stoffbelastung,
Stoffeinträge ins Grundwasser,
Energie- und Stoffkreisläufe in der
Weidenwirtschaft- und Tierprodukti-
on,
Versalzung durch Bewässerungsland-
wirtschaft,
Klimafolgeabschätzung, Klimaände-
rung, Klimaschutz,
Wirkungen des globalen Treibhausef-
fektes,
Fernerkundungsmethoden, Satelli-
tendaten zur Umwelt- und Vegetati-
onsbeobachtung,
Ökosystemforschung,
Artenschutz sowie
Problematik der Freisetzung gen-
technisch veränderter Organismen.
Der Fachbereich dokumentiert seine Er-
gebnisse in Lehre und Forschung unter an-
derem in seinen Schriftenreihen Land-
schaftsentwicklung und Umweltforschung
und in den Publikationsreihen Arbeitshefte,
Diskussionsbeitge und Studienprojekte so-
wie in Dissertationen.
Die Aspekte des Umweltschutzes wurden
bei der Wiederzuweisung der Hochschul-
lehrerstellen Standortkunde/Bodenschutz,
landespflegerische Begleitplanung, Ökosy-
stemkunde (Pflanzenökologie/Tierökologie)
hervorgehoben.
5.2.8 Fachbereich 8
Architektur
In der Lehre werden Umweltbelange haupt-
sächlich in den Entwurfsfachgebieten be-
rücksichtigt, wobei die folgenden Themen-
schwerpunkte einfließen:
Energie,
Stadt- und Kleinklima,
Stadt- und Bauökologie,
Baustoffe,
Wasser,
Freiraum- und Stadtvegetation,
Bodenschutz sowie
Abfall.
Als Forschungsschwerpunkte mit Umwelt-
bezug sind zu nennen:
Energie,
Stadt- und Kleinklima,
Stadtvegetation, Hof- und Dachbe-
grünung,
Siedlungsökologie unter Berücksich-
tigung außereuropäischer Kulturen,
Baustoffe/Bauökologie,
Umweltverträglichkeitsprüfung in
der Objektplanung,
Kulturhistorische Landschaftsele-
mente,
Neue Konzepte der Landschaftspla-
nung, insbesondere in besiedelten
Räumen,
Revitalisierung von Stadtbrachen,
Sanierung und Wohnumfeldverbesse-
rung von Großsiedlungen in Platten-
bauweise,
Arbeitshilfen zur Anwendung um-
weltrelevanter Bau- und Planungs-
rechtsvorschriften,
Analyse ökologischer Regelungen
und Regelungsbedarfe im For-
schungsverbund Public Health,
Entwicklung von stadtökonomi-
schen Standards und ihre Integration
in das Städtebaurecht sowie
Rechtstatsachenforschung zur An-
wendungspraxis umweltrelevanter
städtebaulicher Regelungen.
5.2.9 Fachbereich 9
Bauingenieurwesen und
Angewandte Geowissen-
schaften
Für umweltbezogene Forschung und Lehre
im Bauingenieurwesen wurden folgende
Themenbereiche benannt:
Bauwerkerhaltung,
Umweltschonende Injektionsverfah-
ren zur Abdichtung in den,
Ausbreitung von Kontaminationen
in Böden,
Verhalten von Deponieabdichtungs-
materialien,
Umweltbericht 19941998
33
Erkundung und Gefährdungsabschät-
zung von Altlasten,
Sanierungs- und Sicherungsmetho-
den von kontaminierten Standorten
sowie
Deponiebau.
Mit dem noch relativ neuen, in Deutsch-
land bisher einzigartigen Studiengang
Geoingenieurwissenschaften und Ange-
wandte Geowissenschaften wird das Ziel
verfolgt, die Studierenden zu Arbeiten an
Aufgaben zu befähigen, wie sie in den Be-
reichen Umwelt, Rohstoff- und Energiege-
winnung einschließlich der Wasserversor-
gung, der Materialentwicklung sowie der
Entsorgung von Abfall- und Reststoffen
und der Sanierung von Altlasten anstehen.
Die Absolvent/inn/en sollen vor allem bei
der Nutzung, dem Schutz und der Sanie-
rung des oberflächennahen Untergrundes
durch ihre untersuchende, beratende und
planerische Tätigkeit sicherstellen, daß Si-
cherheit, Umweltverträglichkeit und Wirt-
schaftlichkeit optimal erfüllt werden. Die
umweltbezogenen Forschungsansätze kon-
zentrieren sich vor allem auf Probleme bei
der Rohstoff- und Energiegewinnung so-
wie die umweltschonende Nutzung dieser
Ressourcen. Spezifische Zielsetzungen sind
unter anderem die Minimierung der Um-
weltbeeinträchtigung bei der Rohstoffge-
winnung durch Reduzierung der Flächenin-
anspruchnahme und optimierte Rohstoff-
nutzungskonzepte, die Erfassung und Be-
grenzung der Schadstoffbelastung von Hy-
dro- und Atmosphäre sowie die verstärkte
Nutzung bisher eher vernachlässigter Ener-
gieressourcen, wie z. B. der geothermi-
schen Energie. Im einzelnen sind folgende
umweltrelevante Themenschwerpunkte in
Forschung und Lehre zu nennen:
Bestimmung anthropogener Schad-
schoffbelastungen des Bodens und
des Grundwassers,
Grundwasserreinhaltung, Grundwas-
serschutzmaßnahmen,
Reststoffinertisierung, Reststoffver-
wertung,
Voruntersuchung und Bewertung
von Deponiestandorten, Deponie-
technik,
Erkundung, Überwachung sowie Sa-
nierung/Renaturierung/Rekultivie-
rung von Altlastenflächen,
Geo-Systemanalyse neu zu erschlie-
ßender oder geschädigter Regionen,
Nutzungsfolgen für Oberflächenwas-
ser, Böden und Landschaftsentwick-
lung,
Erschließung großräumiger Grund-
wasserreservoire z. B. in Entwick-
lungsländern sowie in der Beurtei-
lung von Folgen der Rohstoffer-
schließung sowie
Nutzung geothermischer Energie.
Geodät/inn/en stellen traditionell den
Raumbezug für die Dokumentation ver-
schiedenartigster Informationen her. Gera-
de im Umweltbereich haben alle erfaßten
Informationen einen starken räumlichen
Bezug. Diese räumliche Anordnung von
Daten, z. B. die Verteilung von Luftgüte-
Meßstationen im Untersuchungsgebiet,
bildet die Grundlage für eine repräsentative
und aussagekräftige Analyse umweltrele-
vanter Aspekte.
Mit den Methoden der Fernerkundung ge-
lingt es, zeitlich dicht aufeinanderfolgende
Umweltbeobachtungen zur permanenten
Überwachung bestimmter Parameter bzw.
zur Registrierung von Veränderungen her-
anzuziehen. Dabei können große Gebiete
unter Zuhilfenahme von satellitengestütz-
Nullheizenergiehaus vorgestellt im Rahmen der internationalen
Tagung Bauphysik der Außenwände an der TU Berlin im Septem-
ber 1997
Technische Universität Berlin
34
ten Sensoren mit hoher Bodenauflösung
beobachtet werden.
Im Rahmen der Lehre sind es insbesondere
die Lehrveranstaltungen Photogrammetrie,
Neuordnung des ländlichen Raumes und
Geo-Informationssysteme, die den Themen-
bereich Umweltschutz berühren.
5.2.10 Fachbereich 10
Verkehrswesen und
Angewandte Mechanik
Im Mittelpunkt der Arbeit aller Institute
des Fachbereichs steht weniger das Maxi-
mum des technisch Möglichen zu erzielen,
als vielmehr das Optimum unter Einbezie-
hung von Fragen der Umwelt, der Bedürf-
nisse der Menschen und der Anforderun-
gen der Wirtschaft. Beispielhaft dafür ist
die Beteiligung einer Vielzahl seiner Wis-
senschaftler/innen an dem interdisziplinä-
ren TU-Forschungsschwerpunkt „Zen-
trum Mensch-Maschine-Systeme“. Folgen-
de weiteren Forschungsthemen mit Um-
weltrelevanz werden im Fachbereich behan-
delt:
Umweltwirkung von Flugantrieben
und von Lärmschutzmaßnahmen,
Konfigurationsoptimierung von Ver-
kehrsflugzeugen hinsichtlich Be-
triebskosten und Schadstoffauswir-
kungen,
Methoden zur Bewertung der Schad-
stoffemission ziviler Flugzeuge im
Nahbereich von Flugplätzen,
Heißwasserrakete „Aquarius“,
Bekämpfung von Öl- und Chemikali-
enverschmutzungen auf dem Wasser
sowie im Ufer-, Watt- und Strandbe-
reich,
Untersuchung alternativer Antriebs-
systeme, Elektroautos,
Nutzung alternativer Energien,
Windkraftanlagen,
Recyclingsfähigkeit von Automobi-
len,
Maßnahmen zur Minderung des
Kraftstoffverbrauchs, der Schadstof-
femission (z. B. Rußfilter für Diesel-
fahrzeuge) und der Lärmvermeidung,
Verkehrsminimierende Siedlungs-
strukturen, Ballungsraumverkehr,
Reduzierung des Energieverbrauchs
bei Zugfahrten,
Ökobilanz bei Schienenfahrzeugen
sowie
Optimierung von Dämpfungs- und
Lärmschutzmaßnahmen bei Rad und
Schiene.
Die Ergebnisse und Fragestellungen der
vorrangig anwendungsbezogenen For-
schung am Fachbereich finden ihren Nie-
derschlag in der Lehre und umweltrelevan-
te Themen sind damit in die Lehrveranstal-
tungen einbezogen. Besonders ausgewiese-
ne Lehrveranstaltungen sind:
Einführung in das Verkehrswesen,
Verkehrsplanungstheorie,
Verkehrsmaßnahmen und -auswir-
kungen,
Lärm- und Abgasemissionen von
Flugantrieben,
Flughafenplanung,
Luftverkehrsbetrieb,
Grundlagen der Kraftfahrzeugtech-
nik,
Alternative Energien und Antriebe
von Luftfahrzeugen,
„Bike and Ride“,
CO
2
-Reduzierung bei wachsendem
Transportbedarf,
Entwicklung um-
weltschonender
Nahverkehrsträ-
ger auch eine
universitäre Auf-
gabe
Umweltbericht 19941998
35
Verkehrskonzept Technische Univer-
sität Berlin,
Alternative Antriebstechnologie für
spurgebundenen Verkehr,
Neuartige Bahnsysteme,
Umwelt- und Energieaspekte im Ei-
senbahnwesen,
Windkraftanlagen,
Umweltverträglichkeitsprüfung für
Verkehrskonzepte,
Entwurf von Anlagen des Straßenver-
kehrs,
Straßenerhaltung,
Offshore-Technik, Maritime Tech-
nik sowie
Seeverkehr, Multimodaler Verkehr,
Binnenschiffahrt.
5.2.11 Fachbereich 11
Maschinenbau und
Produktionstechnik
Die Aktivitäten des Fachbereichs in um-
weltrelevanter Forschung und Lehre kon-
zentrieren sich vor allem auf die Themen-
felder Entwicklung emissionsarmer Fahr-
zeugantriebe, Anwendung umweltfreundli-
cher Werkstoffe, Verringerung der Um-
weltbelastung durch den Produktionspro-
zeß, Rückgewinnung von Ressourcen in
Produkt- und Materialkreisläufen, Abfall-
vermeidung, -verminderung und -verwer-
tung, Nutzungsverlängerung und Nut-
zungsintensivierung. Folgende Auswahl
einzelner Themen soll dies belegen:
Recyclinggerechte Konstruktion,
Kreiselpumpen in Rauchgasent-
schwefelungsanlagen,
Wind- und Solarpumpen,
Abwasserreinigung mit Kavitation,
Injektorbelüftung,
Dynamisches Motorenmanagement,
Dynamische Prozeßoptimierung,
Alternative Kraftstoffe,
Partikelmessung bei Fahrzeug-Die-
selmotoren,
Entwicklung geräuschfreier Bremssy-
steme in der Verkehrstechnik,
Umweltfreundliche Demontage von
Klebverbindungen durch Ultraschall-,
Wärme- und Wasserstrahl,
Substitution chemischer Klebflächen-
vorbehandlung durch umweltfreund-
liche Plasma- und Coronatechnik,
Korrosions- und verschleißbeständi-
ge Beschichtung von Maschinen-
und Apparateteilen,
Untersuchungen zur Verlängerung
der Standzeiten von Maschinenkom-
ponenten, Werkzeugen und Ferti-
gungshilfsmitteln,
Qualifizierung neuer Fertigungsver-
fahren, die perspektivisch umweltbe-
lastende Verfahren ersetzen werden,
Untersuchungen zur Dreh-, Fräs-
und Schleifbearbeitung metallischer
Werkstoffe ohne Kühlschmiermittel,
die derzeit als Sondermüll entsorgt
werden müssen,
Arbeiten zur technologischen Pro-
zeßauslegung bei der Verwendung
von biologisch abbaubaren Kühl-
schmiermitteln,
Erarbeitung konstruktiver Lösungen
für den Einsatz von Leichtbauwerk-
stoffen, wie faserverstärkten Kunst-
stoffen,
Konstruktion und Fertigung von
thermischen Solarkollektoren sowie
Reduzierung von Siedlungsabfällen
in Berlin.
Aus der Entwicklung einer völlig neuen
Kollektorbauweise unter Nutzung ökologi-
scher Werkstoffe ging eine Firmengrün-
Die Abgasmeßanlage der TU Berlin am Institut für Fahrzeugtechnik
des Fachbereichs Verkehrswesen und Angewandte Mechanik
Technische Universität Berlin
36
dung hervor. Die Aktivitäten zur Solartech-
nik nden in einen weiteren Sonderfor-
schungsbereich, der derzeit vorbereitet
wird.
Da der Umweltschutzaspekt immer stärker
an Bedeutung gewinnt, ist die Umsetzung
der Forschungsergebnisse in Lehrinhalte
von besonderer Wichtigkeit. Hervorzuhe-
ben ist, daß die Studierenden im Rahmen
von Konstruktiven Übungen sowie von
Studien- und Diplomarbeiten teilweise di-
rekt in die oben beschriebenen Arbeiten
einbezogen werden und auf diese Weise Zu-
gang zur Entwicklung umweltgerechter
Produkte und Technologien erhalten. Dar-
über hinaus sind Inhalte des Umweltschut-
zes in den Lehrveranstaltungen im Zusam-
menhang mit dem Arbeitsschutz systema-
tisch integriert.
5.2.12 Fachbereich 12
Elektrotechnik
Umweltrelevante Forschungsvorhaben des
Fachbereichs finden sich vor allem auf den
Gebieten Regenerative Energien, Energie-
speicher und Energiewandlung. Einzelne
Vorhaben sind:
Datensammlung über Windenergien,
Erfassung von Solardaten für photo-
voltaische Energiesysteme,
Simulationen von photovoltaischen
Systemen und von Windkraftanlagen
in Energieversorgungsnetzen,
Schattentolerante Photovoltaik-Mo-
dule,
Hybridsysteme für Entwicklungslän-
der,
Nickel-Metall-Hydrid-Speicher,
Untersuchung der Einsatzfähigkeit
von Elektrofahrrädern,
Batteriemanagementuntersuchungen
für den Einsatz in Elektrofahrzeugen,
Ozonproblematik und Gesundheit
sowie
Tageslichtfassaden und Tageslicht-
lenksysteme.
Auch das Lehrangebot enthält eine Reihe
von Veranstaltungen bzw. Themen mit
Umweltbezug:
Elektrofahrzeuge Batterie und An-
triebe,
Solarstrahlung: Grundlagen und Wir-
kungen,
Analyse von photovoltaischen Syste-
men und Energiespeichern,
Analyse von photovoltaischen Syste-
men mit elektromechanischen Ener-
giewandlern,
Stromerzeugung aus Windkraftanla-
gen,
Wirkungsgradverbesserung von Ma-
schinen und Stromrichtern,
Neue Technologien in der Energie-
wandlung, Energiespeicher,
Solarthermische Systeme für Archi-
tekten und Bauingenieure sowie
Beleuchtungstechnik für Architek-
ten.
Im Rahmen der Projektübungen im Ver-
suchsfeld für Elektrische Maschinen haben
die Studierenden Gelegenheit, neuartige
Komponenten und Teilsysteme innerhalb
der genannten Bereiche zu bauen und zu er-
proben. Das Weiterbildungsprogramm
Energieberatung/Umweltmanagement be-
handelt alternative Energiesysteme, Um-
weltschutz und Energiewandler, Ver-
brauchsverhalten und Energiesparmarke-
ting.
Solaranlage des Instituts für elektrische Maschinen am Fach-
bereich Elektrotechnik
Umweltbericht 19941998
37
5.2.13 Fachbereich 13
Informatik
Der Fachbereich Informatik bietet regelmä-
ßig als Service für alle Studiengänge an der
Technischen Universität folgende Lehrver-
anstaltungen an:
Umweltdaten-Erhebungen und
Visualisierung von Umweltdaten.
Für Studierende im Studiengang Informa-
tik wird das Nebenfach Umweltinformati-
onsmanagement angeboten. In mehreren
Lehrveranstaltungen des Informatik-
Hauptstudiums werden Fragen der Erhe-
bung und Verarbeitung von Umweltdaten
behandelt.
Im Bereich der Forschung ist ein Schwer-
punkt die Kooperation mit der Arbeits-
gruppe Umweltstatistik (Argus e. V.). Die
Kooperation vollzieht sich in der gemein-
samen Betreuung von Studien- und Diplo-
marbeiten und gemeinsamen Drittmittel-
projekten.
5.2.14 Fachbereich 14
Wirtschaft und
Management
Am Fachbereich werden Umweltbelange
auf volks- und betriebswirtschaftlicher Ebe-
ne vor allem von dem Fachgebiet Wirt-
schaftspolitik und Umweltökonomie be-
rücksichtigt. Die Schwerpunkte in For-
schung und Lehre liegen auf folgenden Ge-
bieten:
Umweltökonomische Ansätze der
Grundversorgung,
Regionale und internationale Um-
weltpolitik sowie
Indikatoren der Umwelt- und Le-
bensqualität.
Darüber hinaus sensibilisieren die Lehrver-
anstaltungen Entsorgungslogistik-Technolo-
gien und Entsorgungslogistik-Management
für den Umweltschutz aus logistischer
Sicht. Weiterhin betreut der Fachbereich
die Weiterführung des Studienreformpro-
jektes Ökologische Aspekte der Betriebswirt-
schaftslehre, bietet Lehrveranstaltungen
zum Umweltrecht sowie eine Veranstal-
tungsreihe zum Themenschwerpunkt Kli-
maveränderungen und Umweltmanagement
an.
5.2.15 Fachbereich 15
Lebensmittelwissenschaft
und Biotechnologie
Der Fachbereich bearbeitet vor allem im
Rahmen der Lebensmittelwissenschaften
Fragestellungen mit engen Bezügen zur
Ökologie, z. B.
Analytik von Kontaminanten und
anderen Rückständen in Lebensmit-
teln, Trink- und Grundwässern,
Biogene organische Abfälle, thermo-
phile Methanisierung und Optimie-
rung des Energieverbrauchs in der
Rohrzuckerindustrie,
Entwicklung eines abwasserlosen Io-
nenaustauschverfahrens für die Ent-
färbung von technischen Saccharo-
selösungen sowie
Methoden zur Verarbeitung von
Rückbrot.
In den Lehrveranstaltungen des Fachbe-
reichs, insbesondere des Instituts für Le-
bensmittelchemie werden ökologische Fra-
gestellungen angesprochen bzw. relevante
Methoden vermittelt, so daß eine Vielzahl
der Absolvent/inn/en in Umweltschutzla-
boratorien und anderen entsprechenden
Einrichtungen Arbeit findet.
5.3 Betriebliche Anwendung
umweltbezogener Lehre
und Forschung
Die r den betrieblichen Umweltschutz
zentral zuständigen Umweltschutzinge-
nieure veröffentlichen seit einigen Jahren
regelmäßig schriftlich und elektronisch
(siehe unter http:// www.tu-berlin.de/
~sdu/kooptub.html) Anregungen für Pro-
jekt-, Studien- und Diplomarbeiten sowie
Promotionen zu konkreten, auf die Ver-
besserung des betrieblichen Umweltschut-
zes gerichteten Themen. In der Vergangen-
heit entstanden so jährlich durchschnitt-
lich zwei Arbeiten im Bereich des Betrieb-
lichen Umweltschutzes, deren Ergebnisse
in den Betrieb eingeflossen sind bzw. auch
weiterhin einfließen werden, wie beispiels-
weise
Technische Universität Berlin
38
Entwurf einer Abwasserregelung für die
TU Berlin,
Online-Vernetzung von Chemikalienla-
gern an der TU Berlin,
Verwendung und Entsorgung von Chemi-
kalien in anorganischen und analytischen
Praktika des Studienganges Chemie,
Möglichkeiten zur Verringerung der
Umweltbelastungen in chemischen La-
boratorien,
Ermittlung von Einsparpotentialen bei
der Raumwärmeversorgung des Haupt-
gebäude-Neubaus (Grundlage der Inve-
stition von 100 TDM zur Realisierung
des Potentials),
Vergleich von zentralen und dezentra-
len Sonderabfallerfassungssystemen der
TU Berlin,
Erstellung eines Abfallwirtschaftskon-
zeptes für die TU Berlin,
Analyse der Abfälle von Bereichen der
TU Berlin sowie
Vorarbeiten zur Erstellung eines Abwas-
serkatasters für die TU Berlin.
Eine darüber hinausgehende, stärkere Aus-
richtung von Forschung auf Anforderun-
gen des Betrieblichen Umweltschutzes ge-
staltet sich schwierig, da Zielrichtung und
Grundlage der jeweiligen Arbeit trotz vor-
handener Überschneidungen häufig zu un-
terschiedlich sind. Jedoch besteht sowohl
von Seiten der Wissenschaft als auch von
der Seite der für den Betrieblichen Umwelt-
schutz zuständigen Teile der Verwaltung
grundsätzlich Interesse an einer Zusam-
menarbeit.
Umweltbericht 19941998
39
6Betriebliche Umweltziele
Folgende Schwerpunktthemen und
Maßnahmen sind für eine weitere Ver-
besserung im Umweltbereich für die
TU Berlin bis zum Jahr 2005 vorgese-
hen:
Durchführung eines Öko-Audits
Derzeit wird für die TU Berlin ein Öko-
Audit vorbereitet, in dessen Rahmen
erstmals ein detailliertes Umweltpro-
gramm mit den dazugehörigen Umwelt-
zielen erarbeitet werden soll. Eine gute
Grundlage dafür bietet das seit 1991 auf-
gebaute Umweltmanagementsystem.
Einsetzen eines Umweltbeirats
Über die Behandlung der Belange des
Betrieblichen Umweltschutzes im Ar-
beitsschutzausch der Zentralen Uni-
versitätsverwaltung hinaus erscheint das
Einsetzen eines Umweltbeirates zur bes-
seren Vernetzung von Umweltfor-
schungs- und -lehraktivitäten unter Mit-
arbeit des Umweltschutzreferates sinn-
voll.
Weitere Verringerung des Energie- und
Wasserverbrauchs, weitere Verbesse-
rung der Abfallerfassung und -trennung
Für die Themen Energie- und Was-
sereinsparung sowie Abfallerfassung
und -trennung sollten auf der Grundla-
ge eines im Rahmen der Verwaltungs-
und Strukturreform zu schaffenden Ziel-
und Anreizsystems (Budgetierung) für
die Verwaltung entsprechende Zielver-
einbarungen getroffen werden; z. B. er-
scheint eine Verringerung des Energie-
verbrauchs von 25 % im Zeitraum 1990
bis 2010 gemäß dem „Energiekonzept
Berlin (SenStadtUm: Aktionsplan
Energieeinsparung in öffentlichen Ein-
richtungen, Heft 14, 3.4, Seite 22) als
Beitrag der TU Berlin zur CO
2
-Minde-
rung im Land Berlin durchaus reali-
stisch. Die Anwendung des genannten
„3 %-Beschlusses zur Energieeinspa-
rung“ muß aber unter Berücksichtigung
der glichkeit des Haushaltes gesehen
werden und kann nicht unbegrenzt
durchgeführt werden. Im Jahr 1996 wur-
den beispielsweise bereits 600.000 DM
für energiesparende Maßnahmen ver-
wendet.
Verringerung der Anzahl
von Pkw-Stellplätzen
An allen Standorten der TU Berlin ist je-
weils nur eine geringe Anzahl von Pkw-
Stellplätzen vorhanden. Nicht nur aus fi-
nanziellen Erwägungen wurden u. a.
Parkplätze bei Mietobjekten der
TU Berlin bis auf das zum Aufrechter-
halten von Lehre und Forschung not-
wendige M (ein Parkplatz pro wissen-
schaftlicher Einrichtung) reduziert. So-
weit keine bauordnungsrechtlichen Er-
fordernisse bestehen, nnten die Stell-
plätze noch weiter verringert werden
und dann im wesentlichen der Anliefe-
rung, Dienstfahrzeugen und besonderen
Nutzergruppen zur Verfügung stehen.
Hierdurch nnte eine Verringerung in-
dividuellen Pkw-Verkehrs erreicht wer-
den. Die Voraussetzung für eine gute
Erreichbarkeit durch den Fußgänger-
und Fahrradverkehr ist für alle Standor-
te der Universität gegeben.
Einführen einer
Parkraumbewirtschaftung
Auf den Flächen der TU Berlin beste-
hen ca. 1400 Stellplätze an 24 Standor-
ten, die den Dienstkräften gegen eine
Entgelt überlassen werden nnten. Ein
Parkraumbewirtschaftungskonzept soll
dem Kuratorium der TU Berlin vom
Präsidenten im Jahr 1998 vorgelegt wer-
den.
„Verkehrskonzept TU Berlin
Die Projektgruppe Verkehrswesensemi-
nar des Fachbereichs 10 erarbeitete ein
Verkehrskonzept für die TU Berlin, wel-
ches vom AStA der TU Berlin veröf-
fentlicht wurde. Einige Vorschläge aus
diesem Verkehrskonzept sind von der
Bauabteilung bereits umgesetzt worden.
In den vergangenen Jahren ist eine er-
hebliche Anzahl von zusätzlichen Fahr-
Technische Universität Berlin
40
radständern installiert worden, um Au-
tofahrer zum Umsteigen auf umwelt-
freundliche Verkehrsmittel zu bewegen.
Verbesserung der Anbindung an
den Öffentlichen Personennahverkehr
Für die Entwicklungsstandorte ist vor-
gesehen, durch die Einrichtung von zu-
sätzlichen Haltestellen des Öffentlichen
Personennahverkehrs bzw. die Einbezie-
hung einer nstigen Anbindung an das
Wegesystem für Fußgänger und Radfah-
rer schon während der Planung die ge-
wünschte Erreichbarkeit herzustellen.
Semesterticket für die Studierenden
Die Allgemeinen Studierendenausschüs-
se der Berliner Hochschulen verhandeln
derzeit über ein günstiges sogenanntes
„Semesterticket“ für den Öffentlichen
Personennahverkehr mit dem Verkehrs-
verbund Berlin-Brandenburg (VBB).
Die Einführung des Semestertickets ist
für April 1999 geplant; eine Urabstim-
mung der Studierenden darüber wird im
November 1998 durchgeführt.
Jobticket für die
Beschäftigten der TU Berlin
Auf Initiative der Berliner Personalver-
tretungen fand an der TU Berlin Ende
1994 eine Befragung der Beschäftigten
zum Jobticket statt. Auf Antrag der
TU Berlin beschloß die Landeskonfe-
renz der Rektoren und Präsidenten der
Berliner Hochschulen einstimmig, daß
die Berliner Hochschulen gemeinsam
das Jobticket einführen wollen, hierzu
eine Arbeitsgruppe aus drei Personal-
rats- und drei Hochschulleitungsmitglie-
dern gebildet werden und diese Ver-
handlungen mit der BVG aufnehmen
solle.
Funktionelle Fahrradstellplätze vor dem Telefunken-Hochhaus
Umweltbericht 19941998
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Stand des Berichts:
Dezember 1998
Herausgeber:
Der Präsident
Sicherheitstechnische Dienste
und Umweltschutz
i. A. Umweltschutzingenieur
(Gesch.-Z. SDU 2)
Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
Redaktion und Layout:
Thomas Koegstadt
Druck:
Druckerei der TU Berlin
Auflage:
1000 Exemplare
Bildnachweis:
Titelfotos und Fotos auf den Seiten 5,
14, 17, 18, 20, 22, 25 und 41: Fotostudio
der TU Berlin, Frau Weiß
Foto Seite 6: RAF
Fotos auf den Seiten 8 und 9: entnom-
men aus der Broschüre „Umweltleitlini-
en“ der TU Berlin
Fotos auf den Seiten 28, 30 und 36:
Inge Kundel-Saro
Foto Seite 29: Frank Peters, privat
Foto Seite 31: Bernd Markowsky
Foto Seite 32: Dieter Lohse
Fotos auf den Seiten 34und 35: TU Ber-
lin, Referat für Presse und Information
Foto Seite 37: Prof. Hanitsch, TU Berlin
Danksagung:
Allen an dem Zustandekommen dieses
Berichts beteiligten Personen sei hier-
mit für ihre Arbeit gedankt. Ein beson-
derer Dank gilt den Mitarbeiter/inne/n
des Referats für Presse und Informati-
on, Frau Weiß vom TU-Fotostudio und
vor allem Herrn Krause von der TU-
Druckerei für seine umfassende Unter-
stützung bei den drucktechnischen Vor-
arbeiten sowie all jenen, die mit Rat und
Kritik zu vorliegendem Layout beigetra-
gen haben.
Impressum
Technische Universität Berlin
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