VOLKSWAGEN
Universitätsbibliothek
Technische Universität und Universität der Künste Berlin
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:14 Uhr Seite 1
Studienräume
Wohnräume
Arbeitsräume
Lebensräume
Freiräume
Gustav Epple Bauunternehmung GmbH, Heinestraße 37, D-70597 Stuttgart, Tel.: 0711/76 93-0, Fa
Arbeitsräume: VEAG-HauptverwaltungWissensräume: Bibliothek TU/UDK
Unsere Bauten in Berlin – so faszinierend wie das Leben selbst.
Gestaltungsräume: Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung
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Wir bauen für Menschen.
… als Generalunternehmer zuverlässig, schlüsselfertig, komplett. So auch di
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:14 Uhr Seite 2
Unsere Bauprojekte sind so vielfältig wie die Menschen, die in ihnen wohnen, arbeiten und leben. Ob moderns-
te Gebäudekomplexe oder liebevoll restaurierte Altbauten: Wir schaffen anspruchsvolle Lebensräume zum
Entfalten und Wohlfühlen. Mit schlüsselfertigen Projekten in jeder Größe und – an jedem Ort. Und als
Generalunternehmer kümmern wir uns um alle Aufgaben am Bau: von der Idee, über Planung, Finanzierung,
Baubetrieb bis hin zur termingerechten Fertigstellung. Dabei stehen Ihnen unsere Spezialisten in jeder
Bauphase persönlich zur Seite und räumen auch bei schwierigen Projekten alle Steine aus dem Weg.
Lebensräume: Zollernhof, „Unter den Linden“
.Gustav Epple
ch die neue Bibliothek der TU/UDK Berlin.
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:15 Uhr Seite 3
INHALT
03 Orte des Staunens und Horte des Wissens Prof. Dr. Dr. h. c. Walther Ch. Zimmerli
04 Eine Adresse mit Zukunft Prof. Dr. Kurt Kutzler 05 Homo Faber und Tonio Kröger
Prof. Lothar Romain 06 Ein Baustein für ein neues Stadtquartier Hans Stimmann
08 Was lange währt… Von der Planung zum Bauwerk Carola Heffter und
Hans-Joachim Rieseberg 10 Das Quartier der neuen Universitätsbibliothek:
Vom suburbanen Standort zum City-Erweiterungsgebiet Harald Bodenschatz
12 ...modificare necesse est! Walter A. Noebel 16 Zwei Bibliotheken unter
einem Dach Andrea Zeyns und Wolfgang Zick 20 Bibliotheksfachtechnik und
Ausstattung Uwe Meyer-Brunswick und Andreas Richter 22 Energie- und Klimadesign
Jörg Baumgärtner 25 City Lights... - fiat luce! Raoul Hesse 26 Die Realität in
den Regalen - Widmung, Vermerk, Fußnote Elsbeth Arlt 27 Projekdokumentation
Planungsbeteiligte, Finanzierung, Daten zum Bau 28 Baugeschichte im Spiegel der
Presse Alexandra Habermann 30 Autorinnen und Autoren 31 Impressum
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ORTE DES STAUNENS UND HORTE DES WISSENS
Grußwort des Präsidenten der Volkswagen AutoUni
Nach Aristoteles beginnt das (philosophische) Denken mit dem Staunen, und die neuzeitliche Wissenschaft hat die-
sen Gedanken in Form der Hochschätzung aufgegriffen, die sie der Neugierde (curiositas) als Antrieb wissen-
schaftlichen Tuns entgegenbringt. Orte des Staunens und Horte des Wissens waren seit alters her die Bibliotheken.
In unseren Tagen geht der Trend hin zur individuellen orts- und zeitunabhängigen Informationsversorgung per PC
und Internet. Das macht jedoch Bibliotheken nicht überflüssig. Es stellt sie vor neue Herausforderungen. Sie müssen
das Equipment und die Online-Ressourcen für Informationsversorgung zur Verfügung stellen, ohne das gute alte
Buch zu vernachlässigen.
Die Eröffnung des Neubaus der
VOLKSWAGEN
Universitätsbibliothek
Technische Universität und Universität der Künste Berlin
ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass sich nicht nur diese Aufgaben bewältigen lassen, sondern dass es dafür
auch in schwierigen Situationen ungewöhnliche Lösungen gibt. Gleichzeitig ist sie ein Zeichen für die fruchtbare
Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
Der Volkswagenkonzern weiß, welche Bedeutung die Sicherung des Wirtschafts- und Hochschulstandorts
Deutschland hat und dass diese Sicherung einer soliden Grundlage bedarf. Der Neubau des Bibliotheksgebäudes,
das die heutigen Ansprüche erfüllt, war dringend notwendig.
Eine Bibliothek als Speicher des Wissens und der Wissenschaften muss mit den aktuellsten Informations- und
Kommunikationstechnologien ausgestattet sein. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass hervorragende Ergebnisse in
Lehre und Forschung überhaupt möglich sind. Dem Volkswagenkonzern ist es wichtig, in diese Grundlage zu inves-
tieren. Hat doch auch die Wissenschaft im Bereich Forschung und Entwicklung im Volkswagenkonzern ein beson-
deres Gewicht. Die Gründung der Volkswagen AutoUni, der firmeneigenen Hochschule für Postgraduiertenbildung,
unterstreicht dieses Engagement.
Und so soll die Volkswagen Universitätsbibliothek ein Forum sein, weit mehr also als die bloße Sammlung von
Büchern, Informationen und Fakten. Sie wird ein Ort sein, der zeigt, wie Wissen miteinander verknüpft ist, und lädt
Wissenshungrige ein, sich auf Entdeckungstour zu begeben.
Es freut uns sehr, dass die Realisierung des seit 1986 geplanten Projekts, das zwischenzeitlich durch finanzielle
und organisatorische Schwierigkeiten mehrfach kurz vor dem Aus stand, nun erfolgreich abgeschlossen wurde und
die eigentliche Arbeit der Bibliothek aufgenommen werden kann.
Wir wünschen dem Haus, dass es von interessierten und kreativen Menschen besucht wird, die bei all den uns
umgebenden Informationen das Staunen und die Neugier nicht verloren haben und sich seine neuen Räume mit
Ideen füllen.
Prof. Dr. Dr. h. c. Walther Ch. Zimmerli,
Mitglied der Geschäftsführung Volkswagen Coaching GmbH
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EINE ADRESSE MIT ZUKUNFT
Grußwort des Präsidenten der Technischen Universität Berlin
In diesem Jahr feierte die Technische Universität Berlin ihr 125-jähriges Bestehen. Es ist mehr als erfreulich, dass in
demselben Jahr die 1884 entstandene Universitätsbibliothek erstmals in ihrer Geschichte einen eigenständigen, auf
ihre speziellen Bedürfnisse abgestimmten Neubau erhält.
Zusammen mit der Universität der Künste begannen bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts die
Planungen für ein gemeinsames Gebäude. Das Projekt war immer wieder gefährdet, doch dank des persönlichen
Engagements meines 2002 verstorbenen Vorgängers, Prof. Dr. Hans-Jürgen Ewers, konnte die Finanzierung dieses
zukunftsweisenden Bibliotheksbaus schließlich gesichert werden. Ein einmaliges Finanzierungsmodell und das groß-
zügige Engagement der VOLKSWAGEN AG bildeten dafür die Basis.
Im Wintersemester 2004/2005, nach nur zweijähriger Bauzeit, öffnet die neue
VOLKSWAGEN
Universitätsbibliothek
Technische Universität und Universität der Künste Berlin
- wie der offizielle Name des Gebäudes lautet - ihre Pforten und steht fortan als Serviceeinrichtung für Forschung
und Lehre den ca. 35.000 Studierenden beider Universitäten, ihren mehr als 6.000 Wissenschaftlern, Künstlern
und Angestellten und der allgemeinen Öffentlichkeit zur Verfügung.
Für Spitzenforschung und -lehre braucht es exzellente Bibliotheken, die den Anforderungen des digitalen
Medienzeitalters gerecht werden. Der von außen eher sachlich erscheinende neue Bibliotheksbau trägt dem in
besonderer Weise Rechnung durch innovative technische Lösungen, zeitgemäße Arbeitsbedingungen und ein deut-
lich verbessertes Dienstleistungsangebot für die Kundinnen und Kunden der Bibliothek.
Über den nutzerorientierten Service-Charakter der Bibliothek hinaus bietet das Gebäude Raum für Begegnung und
Informationsaustausch. Zwei multimedial ausgestattete Hörsäle, eine Cafeteria, großzügige Freihandbereiche und
zahlreiche Arbeitsplätze sowie Gruppenräume machen das Gebäude zu einem lebendigen Treffpunkt.
Ich freue mich, dass dieser Bibliotheksbau realisiert werden konnte und danke allen, die dazu beigetragen haben,
sehr herzlich.
Prof. Dr. Kurt Kutzler
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HOMO FABER UND TONIO KRÖGER
Grußwort des Präsidenten der Universität der Künste Berlin
Kunst und Technik sind bekanntlich eng verwandt. Kein Künstler, der sein Talent ohne Zuhilfenahme der Technik
auch für andere wahrnehmbar machen könnte: Schauspieler brauchen Bühnentechnik oder, wie auch die Tänzer,
zumindest eine Körpertechnik, Musiker sind auf ihre Instrumente angewiesen; bei Sängern spricht man von der
Atemtechnik und bei Malern eben von der Maltechnik.
Und umgekehrt? Wie verhält es sich mit der Abhängigkeit der Technik von der Kunst? Brauchen Ingenieure mehr
als Statik und Statistik? Die Antwort ist einfach: Erst das Schöpferische der Konstruktion lässt Brücken elegant schwin-
gen, Fassaden einladend leuchten und Autos ansehnlich aussehen. Nicht zuletzt ließe sich auch darauf hinweisen,
dass im Ingenieur das lateinische „Ingenium“ sich verbirgt, also so etwas wie natürliche Begabung, Erfindungskraft,
Scharfsinn – allesamt Eigenschaften, die auch von den Studierenden und Lehrenden der Universität der Künste
erwartet werden.
Trotz solcher Gemeinsamkeit ist es aber noch lange keine Selbstverständlichkeit, dass sich nun die Bibliotheken aus-
gerechnet einer künstlerischen und einer technischen Hochschule ein Gebäude, noch dazu dessen Bau, und eini-
ges an Organisation teilen. Als äußerst hilfreich für das letztendliche Gelingen des gemeinsamen, von manchen
unvorhersehbaren Schwierigkeiten begleiteten Projekts hat sich die traditionell gute Nachbarschaft der beiden
Universitäten erwiesen. Schon seit 1902, als die Hochschulen für Bildende Kunst bzw. Musik in unmittelbarer
Nähe der damaligen Königlichen Technischen Hochschule eingeweiht wurden, haben sich immer wieder berei-
chernde Kontakte unter den vermeintlich so verschiedenen Disziplinen ergeben - und damit meine ich nicht nur den
gelegentlichen Besuch der TU-Mensa von hungrigen Kunststudenten.
Dass nun aber der angeblich typische Ingenieur Walter Faber und Tonio Kröger, die so genannte
Künstlerpersönlichkeit, nicht nur nebeneinander im Literaturmagazin auf Leser warten, sondern dass auch ihre leib-
haftigen Berufskollegen gemeinsam vor den Regalen stehen, wäre ohne den außerordentlichen Einsatz einer gan-
zen Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beider Häuser undenkbar gewesen. Allen Beteiligten an diesem
großen Projekt danke ich ganz herzlich und wünsche den Beschäftigten beider Bibliotheken eine erfolgreiche
Arbeit im neuen Haus.
Ich würde mich sehr freuen, wenn das neue Gebäude den Kontakt zwischen den Studierenden und Lehrenden bei-
der Hochschulen beflügelt, wenn es zum Treffpunkt wird von Mathematikern und Musikern (Präzision!), Malern und
Maschinenbauern (Feinmotorik!), Geologen und Gestaltern (Raumverständnis!), von Schauspielern und
Schwingungstechnikern (starke Auftritte!). Besucherinnen und Besucher sind natürlich ebenso willkommen.
Nutzen Sie das verbesserte und erweiterte Angebot der Bibliothek, schlagen Sie neue Seiten auf, und freuen Sie
sich mit mir über dieses bedeutende Kapitel in der Geschichte der Berliner Bibliotheken.
Prof. Lothar Romain
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:15 Uhr Seite 7
Ein Baustein für ein neues Stadtquartier ...
Zum Neubau der VOLKSWAGEN Universitätsbibliothek
Hans Stimmann
Der Neubau einer Bibliothek als traditionelles Gedächtnis der Universität - zugleich Ort der Forschung und der
Kommunikation - ist in mancher Beziehung eine Herausforderung. Dies gilt zunächst für die Aufgabe selbst, die sich
trotz der dramatischen Beschleunigung der Kommunikation durch die Virtualisierung auf merkwürdig traditionell
anmutende Art und Weise neu stellt.
Zumindest ist es auffällig, dass die vier Berliner Universitäten (Freie Universität, Humboldt-Universität, Technische
Universität und Universität der Künste) am Ende des 20. Jahrhunderts bzw. an der Schwelle zum 21. Jahrhundert
große neue Bibliotheken mit einem direkten Zugang zum Buch, an der Humboldt-Universität sogar mit einem tra-
ditionellen Lesesaal, bauen und planen. In diesem Text geht es um die Technische Universität Berlin und die
Universität der Künste mit ihrem gerade fertig gestellten Neubau einer gemeinsamen Hauptbibliothek an der
Fasanenstraße. Das ist ein Novum – eine Bibliothek für zwei Universitäten unterschiedlicher Ausrichtung: Kunst und
Technik. Das gedruckte Buch führt Leserinnen und Leser zunächst räumlich zusammen und hilft so vielleicht, eine
Brücke zwischen den Ingenieuren und den Künstlern zu bauen. Bereits realisiert hat die Humboldt-Universität ihren
Bibliotheksneubau in Adlershof. Hier entstand nach den Plänen des leider verstorbenen Architekten Daniel Gössler
das Nervenzentrum der Wissenschaftsstadt Adlershof als Neubau, der erhaltenswerte historische Technikbauten
integriert. Vor wenigen Wochen wurde der Wettbewerb für einen zentralen Bibliotheksneubau in unmittelbarer
Nähe des Hauptgebäudes Unter den Linden abgeschlossen. Der Architekt des preisgekrönten Projektes ist der in
Berlin lebende Schweizer Architekt Max Dudler. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch die Freie
Universität schon seit langem das Projekt einer neuen Bibliothek im Zentrum der so genannten „Rost- bzw.
Silberlaube“, eine 1967 von Georg Candilis Woods entworfene, als futuristische Idee einer Campus-Universität
geplanten Anlage, realisiert. Das biomorphe Gebäude entsteht nun nach den Plänen von Lord Norman Foster.
Die architektonische Herausforderung eines modernen Bibliotheksbaues erwächst aber nicht nur aus der traditio-
nellen Sache selbst, sondern auch aus dem Ort der jeweiligen Bibliothek in ihrem Verhältnis zu den Instituten, für
die sie ja Dienstleister ist.
Die Technische Universität und die Universität der Künste haben den schwierigen und langjährigen Prozess des
Planens und Bauens ihrer Bibliothek mit all den genannten Aspekten vor kurzem erfolgreich abgeschlossen. Der
Prozess begann Mitte der 80er Jahre, also lange vor dem Fall der Mauer, mit den Vorbereitungen für einen schließ-
lich 1988 durchgeführten Architektenwettbewerb für den jetzt fertig gestellten Neubau der Universitätsbibliothek
auf dem Grundstück Fasanenstraße/Ecke Hertzallee. Gewonnen wurde der Wettbewerb von dem Braunschweiger
Architekten Lothar Jeromin, der ein lang gestrecktes Gebäude an der Fasanenstraße entworfen hat. Lothar Jeromin
erhielt auch den Auftrag und begann zusammen mit den Nutzern und der Senatsverwaltung für Bau- und
Wohnungswesen das Projekt baureif zu planen. Allein die Schilderung der Planungs- und Baugeschichte wäre ein
Schwarzplan 1940 Schwarzplan 1989
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einer Vergabebeschwerde auf. Um diesem neuen Hindernis nicht noch weitere folgen zu lassen, entschied sich die
Verwaltung für eine Überarbeitung des Grundrisses und der Architektur des in den 80er Jahren des vorigen
Jahrhunderts geplanten Projektes. Die Überarbeitung wurde dem Berliner Architekten Walter A. Noebel übertra-
gen, der vor allem dafür sorgen sollte (und gesorgt hat), dass das Projekt innerhalb des festgesetzten
Kostenrahmens errichtet werden konnte. Den Prozess der Optimierung beschreibt Prof. Noebel in einem eigenen
Text.
Nun da die Bibliothek zwölf Jahre nach dem Wettbewerb endlich realisiert wurde, lohnt nicht nur der Blick auf das
eindrucksvolle Gebäude, sondern auch auf den Standort an der Peripherie des Hochschulgeländes zwischen der
Straße des 17. Juni - der Adresse der Technischen Universität Berlin - und der Hardenbergstraße, dem Sitz der
Universität der Künste. Was auf den ersten Blick disfunktional wirkt, liegt - nimmt man die beiden Hochschulen
zusammen - genau an der richtigen und zudem zukunftsträchtigen Stelle an der Fasanenstraße/Ecke Hertzallee.
Der Bau der Universitätsbibliothek an diesem Standort leitet den Neubeginn eines vergessenen und von
Verkehrsplanungen, provisorischen Bauten und Abstellplätzen überlagerten Bereichs des alten Westens ein. Das
beginnt mit der Reaktivierung der Hertzallee, einst die verbindende Straße zwischen dem Bahnhof Zoologischer
Garten und dem Knie am heutigen Ernst-Reuter-Platz. Das 1999 vom Berliner Senat beschlossene Planwerk
Innenstadt sieht diese Reaktivierung, wenn auch nicht als Fahrstraße, vor. Sie gibt der Adresse der neuen Bibliothek
im Gelände der beiden Universitäten an der gleichermaßen trennenden wie verbindenden Hertzallee eine ganz
neue Position. Dass diese Adresse so lange vergessen werden konnte, liegt, wie erwähnt, an der autoorientierten
Verkehrsplanung, die beginnend von der Spichernstraße eine teilweise als Hochstraße ausgeführte Straße vorsah.
Die Realisierung dieser Planung, die die Fasanenstraße in ihrem schönsten Teil zwischen der Meierotto-Straße und
dem Kurfüstendamm unter sich begraben hätte, blieb Gott sei Dank auf dem Papier. Die auf diese Planung aus-
gerichteten Eigentumsverhältnisse auf dem Gelände der jetzigen Universitätsbibliothek blockierten gleichwohl jahr-
zehntelang jegliche vernünftige Entwicklung. Die Bibliothek setzt hier nun einen neuen Anfang, der den Beginn für
ein neues Universitätsquartier östlich der Fasanenstraße einläuten könnte. So gesehen, markiert der glückliche
Neubau der Bibliothek nicht nur das Ende eines allzu langen Planungs-, Finanzierungs- und Realisierungsprozesses,
sondern auch den Beginn der Wiedergewinnung eines vergessenen Stadtraums für die Lehre und Forschung von
Kunst und Technik.
eigenes Kapitel der Baukultur der öffentlichen Hand, für das hier nicht der ausreichende Platz vorhanden ist. Die
Schwierigkeiten begannen mit dem Grundstück, das es als Baugrundstück in der vorgesehenen Form gar nicht gab.
Vielmehr handelt es sich bei diesem Grundstück um die Fragmente einer autobahnähnlichen Straßentrasse der auto-
orientierten West-Berliner Verkehrsplanung der 60er Jahre. Das Gelände war zudem interimistisch von der Berliner
BVG mit einem Sozialgebäude besetzt, für das erst auf den benachbarten Flächen ein Ersatzbau errichtet werden
musste. Als endlich alle Probleme gelöst schienen, sollte Mitte der 90er Jahre, also nach dem Fall der Mauer, end-
lich mit dem Bau begonnen werden. Nun sprachen allerdings Haushaltsprobleme dagegen. Es wurde ein
Baustopp verhängt und das Projekt ruhte fast sieben Jahre lang. Erst als auf Betreiben der Technischen Universität
1999 eine größere Spende der Volkswagen AG eingeworben wurde, konnte der Bau der Hauptbibliothek für
zwei Universitäten, nun unter dem Sponsorennamen VOLKSWAGEN Universitätsbibliothek, fortgesetzt werden. Die
inzwischen notwendig gewordenen Umplanungen wurden durch den Wettbewerbsgewinner Lothar Jeromin wie-
der aufgenommen, damit mit dem Bau durch einen Generalunternehmer im Jahr 2001 endlich begonnen werden
konnte. Und als hätte es nicht schon genug Probleme um dieses Gebäude gegeben, trat ein neues Problem in Form
Quelle Grafiken: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 2004
Schnellstraßenbau und -planung gem. FNP 1965 über Schwarzplan von 1953 Bestand 2004 mit Ergänzungen Planwerk Innenstadt
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Was lange währt …
Von der Planung zum Bauwerk
Carola Heffter und Hans-Joachim Rieseberg
Lange haben die Berliner Technische Universität und die Universität der Künste auf den ersten gemeinsamen Bau
ihrer Geschichte gewartet. Die Baugenese der nun fertig gestellten Universitätsbibliothek erstreckt sich über einen
Zeitraum, in dem die Hoffnungen auf eine konkrete Umsetzung der Planungen auf Grund tief greifender organisa-
torischer und finanzieller Schwierigkeiten mehrmals auf dem Nullpunkt anlangten, aber nie aufgegeben wurden.
Ende der 1980er Jahre, die Projektierung des Gebäudes war schon weit fortgeschritten und die Baugrube bereits
ausgehoben, schob der „Fall der Mauer“ die Realisierung des Baues auf unbefristete Zeit hinaus. Alle
Anstrengungen der Stadt konzentrierten sich auf ihren Ostteil. Das Bauprojekt an der Fasanenstraße geriet zwar
nicht in Vergessenheit, rückte aber auf der Prioritätenliste des Landes weit nach hinten.
Im Zuge der Wiedervereinigung veränderte sich nicht nur die Aufgabenstellung für Berlin, auch die Kassen des
Landes füllten sich nicht mehr im gewohnten Ausmaß. Im Abwägungsprozess über den investiven Ressourceneinsatz
der öffentlichen Hand fand der Bibliotheksbau keine Berücksichtigung mehr. Auch konnte das Land Berlin seinen
finanziellen Anteil im Rahmen der Hochschulbauförderung nicht aufbringen. Die Notwendigkeit einer neuen
Universitätsbibliothek auf hochmodernem technischen Standard blieb jedoch weiterhin akut, so dass nach anderen
Lösungsmöglichkeiten gesucht werden musste.
Der Bund hatte bereits die Übernahme von 50% der Kosten in Höhe von 25 Mio. Euro im Rahmen der
Hochschulförderung zugesagt. Um die Bundesunterstützung nicht zu verlieren und damit den Bau auf unbestimmte
Zeit zu vertagen, musste eine neue Quelle für die Finanzierung des Landesanteils in gleicher Höhe gefunden wer-
den. Das ausgeklügelte Finanzierungskonzept des damaligen Präsidenten der TU Berlin, Hans-Jürgen Ewers, beruh-
te auf der Übernahme des Landesanteils durch die TU. Die Finanzierung eines Kredits über die fehlende Summe
sollte über frei werdende Ressourcen durch die Aufgabe von Mietflächen ermöglicht werden. Die aus Mietobjekten
ausziehenden TU-Einrichtungen sollten in den durch den Umzug der Bibliothek frei werdenden TU-eigenen
Räumlichkeiten untergebracht werden. Die Einsparungen aus den Mietaufwendungen reichten jedoch nicht aus, um
die Gesamtkosten für den Neubau abzudecken; eine Finanzierungslücke von weiteren fünf Mio. Euro blieb beste-
hen.
Einmalig in der Geschichte der TU Berlin konnte für den Fehlbetrag ein Sponsor gewonnen werden, der von der
Notwendigkeit hochwertiger wissenschaftlicher Infrastruktur zur Förderung ausgezeichneter Forschung und Lehre
ebenso überzeugt war wie er sich von der Eigeninitiative der Universität anstecken ließ: die Volkswagen AG.
Die Umsetzung des Bauvorhabens lag in der Verantwortung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und deren
Vertragspartnern sowie der TU-Berlin. Der realisierte Neubau im Herzen der City belegt Kompetenz und
Leistungsfähigkeit der Projektbeteiligten - sowohl der ambitionierte Zeitplan als auch die veranschlagten Kosten wur-
den eingehalten. Darüber hinaus stellt das neue Highlight innerhalb der universitären Raumplanung auch ein beste-
chendes Beispiel für public private partnership dar und wird sicherlich impulsgebend für ähnliche Bauvorhaben im
Hochschulbereich wirken. Die TU Berlin wird ihren Weg konsequent weiterverfolgen, Kooperationsmöglichkeiten
zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gezielt zur Förderung von Exzellenz in Forschung und Lehre einzusetzen.
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Das Quartier der neuen Universitätsibliothek:
Vom suburbanen Standort zum City-Erweiterungsgebiet
Harald Bodenschatz
Berlin hat eine neue Universitätsbibliothek: Das ist eine gute Botschaft nicht nur für Studenten und Lehrende, son-
dern auch ein gewichtiger Baustein der Wissenschaftsstadt Berlin. Die gemeinsame Bibliothek der Technischen
Universität Berlin und der Universität der Künste liegt aber in einer etwas merkwürdigen Gegend – in fußläufiger
Entfernung vom Kern der City West und dennoch im Schatten des urbanen Trubels, hinter dem Bahnhof Zoo. Mitten
in der City und doch meilenweit davon entfernt. Das Quartier zwischen Hertzallee, Fasanenstraße, Landwehrkanal
und S-Bahntrasse ist ein städtebaulicher Hinterhof, den kaum einer kennt und an dem kaum einer vorbeikommt.
Eine irgendwie vergessene Gegend im Dornröschenschlaf. Die Eröffnung der Bibliothek wird dieses Gebiet wach-
rütteln.
Das Quartier um die Universitätsbibliothek hat eine eigenartige Geschichte. Das umliegende Gebiet war insbe-
sondere in den 1840er Jahren stark verändert worden – durch die Realisierung der Pläne Lennés für den Neuen
See und die Anlage des Landwehrkanals wie des Zoologischen Gartens. Im Bereich des heutigen Bibliotheks-
Quartiers war das suburbane Hippodrom entstanden, das die vornehme Welt immer wieder weit vor die Tore
Berlins zog. An eine City West war damals nicht einmal im Traum zu denken. Allerdings wurde 1862 der so
genannte Hobrechtplan genehmigt, dessen Abteilung V die planerische Grundlage der späteren
Kernstadtentwicklung westlich des Zoologischen Gartens bildete. Im Jahre 1876 fiel die Entscheidung, westlich
des Hippodrom die neue Technische Hochschule zu verorten. Der heutige Breitscheidplatz wurde auf dem
Situationsplan von 1877 noch als namenloser Platz F geführt. Bewegung kam in diese Gegend erst mit dem Bau
der Stadtbahn 1882, die die wichtigste Voraussetzung für die Urbanisierung schuf: den Bahnhof Zoologischer
Garten. Nun ging es voran mit dem Bau des Kernbereichs des „Neuen Westens“, und um 1900 war das
„Romanische Forum“ mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche vollendet. Der Bereich des Hippodrom blieb von die-
ser rasanten Verstädterung unberührt, er rückte in den Schatten des Stadtbahnhofs.
In den 1920er Jahren wurde das suburbane Hippodrom-Gelände zur Sportanlage der Technischen Hochschule,
und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es zunächst von einer Trümmerverwertungsgesellschaft genutzt. 1950
erhielt die Kurfürstenallee den Namen Hertzallee. Auf dem Gelände der heutigen Bibliothek war ein
Schnellstraßenabzweig geplant, der das Gelände diagonal durchschnitten hätte. Seit 1954 entstanden auf der
Nordseite der imaginären Straßen-Diagonale in lockerer, suburbaner Ordnung schlichte Universitätsbauten, wäh-
rend südlich davon die Zoogärtnerei, ein Wirtschaftshof und ein BVG-Busbahnhof ihren Platz fanden. 1964 wurde
der Straßenabschnitt der Hertzallee zwischen Fasanenstraße und Ernst-Reuter-Platz entwidmet. Nunmehr war das
Quartier gänzlich ins städtische Abseits geraten. 1969-72 schließlich erhielt das Areal im Norden einen markan-
ten Abschluss: den Neubau der Versuchsanstalt für Wasser- und Schiffbau, ein Meisterwerk des Architekten Ludwig
Leo, der dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiern konnte.
Mit der Vereinigung Berlins im Jahre 1990 veränderten sich die Verhältnisse grundlegend. Zunächst aber weniger
für das Quartier der heutigen Bibliothek. Nur das städtebauliche Umfeld geriet in Bewegung. Vor allem im Norden,
jenseits des Landwehrkanals, schritt unter der Losung „Spreestadt Charlottenburg“ der Stadtumbau voran, dessen
Folgen schon mit der Eröffnung des Daimler-Chrysler-Komplexes im Jahre 2000 sichtbar wurden. Rund um die ehe-
malige Königliche Porzellan-Manufaktur entsteht dort jetzt ein neues Wohn- und Geschäftsviertel. Von dem Quartier
der Universitätsbibliothek ist dieses Stadtumbaugebiet aber durch einige Barrieren getrennt: durch die
Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau, die Straße des 17. Juni und das Ernst-Reuter-Haus. Auch die City
West selbst war – bislang allerdings vornehmlich auf dem Papier – ein Schwerpunkt des Berliner Stadtumbaus.
Das im Jahre 1999 verabschiedete Planwerk Innenstadt Berlin, ein ehrgeiziger Versuch, für das zentrale Gebiet
Berlins einen strategischen Rahmenplan zu entwerfen, hat auf die außerordentliche Lage des Quartiers um die
Bibliothek schon früh hingewiesen. Vorgeschlagen wurde dort die Entwicklung einer kompakten städtischen
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Bebauung, eines „attraktiven City-Quartiers mit Wohnanteilen“ und einem Quartiersplatz im Innern, das die City
West erweitert und eine Brücke zur neuen Spreestadt im Norden schlagen soll. Noch aber sind sämtliche Straßen,
die dieses Quartier fassen, keine urbanen Straßen. Die Hertzallee, die Fasanenstraße und erst recht die Müller-
Breslau-Straße sind eher Karikaturen einer Stadtstraße. Damit das Gelände schrittweise zu einem City-Quartier ent-
wickelt werden kann, muss der Block südlich der Bibliothek aus dem Schlummerdasein gerissen werden. Die
Fasanenstraße zwischen Hardenbergstraße und Müller-Breslau-Straße muss urbanisiert, der Eingang in das
Stammgelände der TU Berlin angemessen gestaltet, die Hertzallee im Inneren des Stammgeländes revitalisiert und
die ehemalige Versuchsanstalt für Wasser- und Schiffbau attraktiviert werden. Auch über einen Zugang zur
Universität der Künste über die Hertzallee sollte nachgedacht werden. Mit dem Bau der neuen
Universitätsbibliothek ist ein erster entscheidender Schritt in Richtung Reurbanisierung getan. Die Bibliothek ist mehr
als ein Gebäude, sie ist ein Motor der City-Erweiterung, ein Bindeglied zwischen der City West und der
Universitätslandschaft von TU Berlin und UdK.
Literaturnachweis:
Bollé, Michael (Hg.): Der Campus. Ein Architekturführer durch das Gelände der Hochschule der Künste und der
Technischen Universität Berlin. Berlin 1994
Brachmann, Christoph/Suckale, Robert: Die Technische Universität und ihre Bauten. Berlin 1999
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie:
Planwerk Innenstadt Berlin. Ergebnis, Prozeß, Sektorale Planungen und Werkstätten. Berlin 1999
Richard Lucae: Entwurfsvarianten zu einer polytechnischen Hochschule zu Berlin,
1877. Sichtbar ist die in den 1840er Jahren geschaffene, noch suburban gepräg-
te Landschaft mit dem neuen Landwehrkanal, dem nach Plänen von Lenné ange-
legten Tiergarten samt Neuem See, dem neuen Zoologischen Garten, der Trasse
der erst 1882 eröffneten Stadtbahn und dem Gelände des Hippodrom, auf des-
sen mittlerem Teil sich heute der Bibliotheksneubau erstreckt.
Vorschlag des Planwerks Innenstadt Berlin für das Bibliotheksquartier:
Gebietsausschnitt auf Grundlage des beschlossenen Leitbildes vom 18.05.1999.
Sichtbar ist neben dem Bibliotheksneubau eine kompakte städtische Bebauung mit
Quartiersplatz. Die Hertzallee ist aufgewertet, und in dem Quartier südlich der
Bibliothek sind entlang der Fasanenstraße Neubauten vorgesehen.
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...modificare necesse est!
Walter A. Noebel
Jeder architektonische Eingriff beschäftigt sich mit der Veränderung von etwas Vorhandenem, sei es einer
Topographie, eines Programms oder eines Gebäudes. Der Entwurfsprozess selbst ist die kontinuierliche
Modifikation eines Gedankens, die nur scheinbar zu einem Abschluss gelangt, er muss hingegen bewusst ange-
halten werden, um ein Ergebnis erkennbar werden zu lassen.
Es ist eine etwas ungewöhnliche Übung, den Entwurf eines Kollegen zu überarbeiten und ihn so ganz als etwas
anderes, Eigenes ausgeben möchte man es doch dann nicht ganz. Zu viele der wesentlichen konzeptuellen und
stadträumlichen Anlagen bleiben erhalten und behalten ihre ursprüngliche Qualität.
So ist denn die ganze Optimierungsphase eigentlich das, was sie ist, die Anpassung eines prämierten Entwurfes
aus dem Jahre 1988 an geänderte funktionale Anforderungen, an ein sensibilisiertes Kostenbewusstsein, an eine,
notwendigerweise grundsätzlich andere Ökonomie der Mittel – der finanziellen, wie aber auch der architektoni-
schen.
Auch ein scheinbar überholtes architektonisches Konzept ist deshalb recyclebar, wenn einige grundsätzliche kon-
zeptuelle und städtebauliche Ansätze richtig angelegt sind und das war hier – gottlob – der Fall. Nichtsdestotrotz
liegt gerade für den Architekten der Wert einer Arbeit darin, den ursprünglichen Gedanken zu Ende zu bringen.
Demzufolge haben wir nun zwei nicht ganz glückliche Kollegen, einen, der sein Werk nicht zu Ende führen konn-
te und einen anderen, der immer irgendwie aufgrund der Vorgaben fremd bestimmt war; Das sei der Aufgabe
geschuldet, die ja schließlich eine öffentliche ist.
Was haben wir getan; wir haben einen Entwurf, der aus Zeiten einer ganz anderen Euphorie heraus an die
Unbegrenztheit der Mittel glaubt in konzertierter Aktion und äußerst pragmatisch gestutzt, bereinigt, angepasst, und
auf das Wesentliche reduziert – optimiert eben.
Eine besondere Delikatesse lag in der Tatsache begründet, dass dieser Prozess nicht ohne einen bereits beauf-
tragten Generalunternehmer vonstatten gehen konnte. Eine Tatsache, die so manches Detail, so manche Ausführung
in erheblichem Ausmaß beeinflusst und erzwungen hat. Gleichwohl kann ein solcher Druck auch etwas
Befreiendes, etwas Notwendiges erhalten, indem sich alle Beteiligten über diese Tatsache im Klaren sind und
deren Unausweichlichkeit begreifen.
Was wurde getan? Alle wesentlichen Parameter des Gebäudes wurden, wie bereits gesagt, beibehalten! Es wurde
etwas zeitgeistiger und teilweise unsinniger Ökoballast abgeworfen, es wurde „eingekocht“ – wie meine Meister
Paul Bocuse, Pellegrino Artusi und Alain Ducasse zu sagen pflegten: Man muss eine Suppe groß aufsetzen und
dann stark einkochen, um den wirklichen Geschmack der Ingredienzen zu erhalten. Da lässt sich architektonisch
nichts oder wenig hinzufügen!
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Man kann dagegen nicht mit der architektonischen Reduktion beginnen; sie ist demgegenüber ein mühsamer, lang-
wieriger Prozess, der nicht mit der Askese beginnt, sondern aus dem Vollen schöpft und erst so die Anreicherung
erfährt, aus der sich das Wesentliche kondensieren lässt!
Außenabmessungen, Anzahl der Geschosse, stadträumliche Position des Hauses und die wesentliche Zonierung
der Funktionen wie auch der Lage der Fluchttreppenhäuser wurden beibehalten, andernfalls wäre ein völlig neuer
Bauantrag erforderlich gewesen und dies hätte den Zeit- und Kostenrahmen gesprengt. Bereinigt wurde hingegen
das konstruktive Konzept mit einer Reduktion von fünfzehn auf zwei Stützenabmessungen und -typen, die Fassaden
wurden tragend und aus einem Material konstruiert, die beiden Lichtschlitze wurden in eine Sequenz von drei
Lichthöfen modifiziert.
In diesem Zuge konnten einige Aspekte der Gebäudeerschließung, der Sicherungsmaßnahmen und der inneren
Organisation optimiert und auf den Stand der Diskussion und der Technik angepasst werden. So wurden die
Hörsäle aus dem ersten Obergeschoss in das Erdgeschoss verlagert, die Verwaltungsbereiche insgesamt gestrafft,
das Konzept der Freihandbereiche, der eingegliederten Leseplätze und der Magazine dem Diskussionsstand einer
zeitgemäßen Organisation angepasst. Insgesamt konnten bei gleich bleibender Bruttogeschossfläche durch
Optimierung etwa 1.100 m2Nutzfläche gewonnen werden.
Dieser sehr komplexe Prozess verlief unter hohem Zeitdruck und da sind Fehler oder besser Fehlentscheidungen
nicht immer auszuschließen. Das Risiko, dass hier etwas schief laufen könnte, war demzufolge allgegenwärtig; wir
haben uns jedoch bemüht, das Scheitern auf einem möglichst hohen Niveau zu halten. Dass es gelingen konnte,
diese Maßnahme zu einem, wie ich meine, ordentlichen Ergebnis zu führen, ist einigen Beteiligten geschuldet. An
erster Stelle sei hier die hervorragende Kooperation mit der Technischen Universität sowie der Universität der Künste
erwähnt. Herrn Rieseberg und seiner Assistentin Frau Heffter, stellvertretend für die Nutzer, danke ich für ihr kon-
struktives Engagement und das Vertrauen in unsere Arbeit. Auf der Seite der Senatsverwaltung wurde das kompli-
zierte Verfahren von Fritz Hensel mit ruhiger Umsicht, die dem Verfahren und dem Ergebnis gut getan haben,
begleitet. Manfred Schasler und sein Team zeichnen verantwortlich für die Projektsteuerung und die Kostenkontrolle,
Norbert Müller und seine Mitarbeiter für die Optimierung und Überwachung der Gebäudetechnik. Allen bin ich
zu großem Dank für die engagierte Leistung verpflichtet.
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Planung Architekt Lothar Jeromin (1988 - 1999)
Ansicht Fasanenstrasse
Grundriss Erdgeschoss / Regelgeschoss
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:15 Uhr Seite 16
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VOLKSWAGEN UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK
Optimierung Architekt W. A. Noebel (2002)
Ansicht Fasanenstrasse
Grundriss Erdgeschoss / Regelgeschoss
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:15 Uhr Seite 17
Zwei Bibliotheken unter einem Dach
Andrea Zeyns und Wolfgang Zick
Die Universitätsbibliotheken von Technischer Universität und Universität der Künste Berlin werden sich im neuen
gemeinsamen Bibliotheksgebäude, eine der modernsten Einrichtungen dieser Art in Europa, als ein Dienstleistungs-
unternehmen präsentieren, das auf enger Kooperation bei gleichzeitiger organisatorischer Eigenständigkeit der
beteiligten Einrichtungen beruht. Dabei können beide Institutionen auf eine traditionsreiche Vergangenheit zurück-
blicken: Die Geschichte der Bibliothek der Universität der Künste reicht bis zur Gründung der Akademie der Künste
1696 zurück, die Bibliothek der Technischen Universität wurde 1884 ins Leben gerufen. Zum Angebot beider
Bibliotheken gehören mehr als drei Millionen Bücher und Zeitschriften, multimediale und digitale Medien sowie der
umfangreichste und historisch bedeutsamste Bestand an Notendrucken unter den deutschen
Musikhochschulbibliotheken.
Oft wird die Frage gestellt, ob Bibliotheken im 21. Jahrhundert überhaupt noch zeitgemäß sind, ob nicht das
Internet und die elektronischen Medien Bibliotheken überflüssig machen. Um das zu beantworten, ist ein Blick in
die Technikgeschichte hilfreich. Dabei zeigt sich, dass neue Technologien die alten in der Regel nicht vollständig
ersetzen, sondern um neue Aspekte ergänzen und zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten eröffnen. Dies gilt auch für
die Informationsmedien: Die spezifischen Vorteile gedruckten Materials, wie einfache Handhabung, relativ gerin-
ger Aufwand für die Lagerung, gute Alterungsbeständigkeit, ergänzen sich mit den Vorteilen der elektronischen
Medien, der schnellen Verfügbarkeit, räumlicher Ungebundenheit und einfacher Weiterverwertbarkeit in idealer
Weise.
Deswegen wird die Bibliothek der Zukunft auch keine rein elektronische oder virtuelle Bibliothek sein, sondern eine
hybride Bibliothek, also eine Einrichtung, die eine Vielfalt von Medien unterschiedlicher Art und technischer
Ausprägung unter einem Dach anbietet. In gewisser Weise gilt dies in dem gemeinsamen Gebäude, dem „VOLKS-
WAGEN-Haus“ bereits jetzt, bringt doch die UdK-Bibliothek einen großen Bestand an Schallplatten, CDs, Videos,
DVDs und anderen audiovisuellen Medien mit – die Ausbildung von Künstlern, Designern, Architekten und Musikern
ist seit jeher multimedial. Die Bibliothek als Gebäude, als Ort des Denkens und Arbeitens in ruhiger, kontemplati-
ver Atmosphäre, ist für einen funktionierenden Wissenschaftsbetrieb heute, morgen und auch in absehbarer Zukunft
unerlässlich!
Was erwartet die Kunden?
Im Eingangsbereich der Bibliothek kann sich der Kunde zunächst orientieren: Von der Pförtnerloge aus wird der rei-
bungslose technische Betrieb des Gebäudes überwacht, Garderobenschränke dienen der Aufnahme von Taschen
und Rucksäcken, EDV-Terminals für kurze Recherchen in den Online-Katalogen stehen zur Verfügung. Geplant ist
auch eine Verkaufsstelle, die u. a. die Publikationen beider Universitäten anbieten soll. Hinter dem Durchgang der
Buchsicherungsanlage gelangen die Kunden in den eigentlichen Bibliotheksbereich, der im Erdgeschoss des
Gebäudes die gemeinsame Leihstelle (Anmeldung für beide Institutionen, Abholung und Rückgabe von Medien)
sowie die Lehrbuchsammlung der TU umfasst. Eine Etage tiefer befindet sich das gemeinsame Zeitschriften-
Freihandmagazin, in dem direkter Zugang zu insgesamt 12.000 lfm gebundener Zeitschriften besteht. Ebenfalls
im Untergeschoss, aber nicht zugänglich, sind die Bestände des gemeinsamen geschlossenen Magazins sowie
besonders wertvolle Medien in speziell gesicherten Magazinen untergebracht. Hier ist außerdem die Zentrale
eines leistungsfähigen Buchtransportsystems installiert, das alle Etagen durch ein System von Aufzügen und
Förderbändern miteinander verbindet.
Im ersten Obergeschoss sind die Bestände der Bücherei des Deutschen Gartenbaues e.V. sowie das
Informationszentrum der TU zu finden. Auf den ersten beiden Etagen bietet die TU-Bibliothek neben allgemeinen
Nachschlagewerken die Literatur zu ihren naturwissenschaftlichen und technischen Fachgebieten (Mathematik,
Informatik, Chemie, Elektrotechnik, Maschinenbau etc.) an, hinzu kommen im 3. Obergeschoss eine Reihe gei-
steswissenschaftlicher Fächer (Kommunikations- und Geschichtswissenschaften, Germanistik, Philosophie etc.). Die
Bestände sind einheitlich nach der „Regensburger Verbundklassifikation“ erschlossen und aufgestellt. Die zu den
genannten Fachgebieten gehörenden Zeitschriftenbestände (gebundene Jahrgänge ab 2000 und die Einzelhefte
aus dem aktuellen Jahrgang) befinden sich ebenfalls auf den jeweiligen Etagen, so dass sich insgesamt eine
„Bibliothek der kurzen Wege“ ergibt; dieses Konzept wird durch die übersichtliche Gebäudestruktur und den
Verzicht auf einen zentralen Lesesaal unterstützt.
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:15 Uhr Seite 18
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Die UdK-Bibliothek führt in der 4. Etage erstmalig das multimediale Angebot zu den an der Universität der Künste
vertretenen Fachgebieten räumlich zusammen. Die Monografien sind nach den bestehenden Systematiken in vier
Fachgruppen aufgestellt: Bildende Kunst/Architektur, Kommunikation, Design sowie Musik/Theater. Auch diesen
Gruppen sind die entsprechenden laufenden Zeitschriften zugeordnet. Die Noten, zumindest ein Teil des
Gesamtbestandes, stehen nach Notensystematik aufgestellt den Nutzern frei zugänglich zur Verfügung. Ein großer
abgeschlossener Bereich dient der Arbeit mit Sondermedien (Tonträger, Videos, DVDs, Mikroformen und besonders
wertvolle Druckschriften), hier stehen entsprechende technische Geräte an den Abhör- und Sichtplätzen bereit.
Für die Kunden der Bibliothek nicht einsehbar ist die Bürospange, die auf allen Etagen des Gebäudes an die
Längsseite der Lesesäle anschließt. In diesem Bereich sind auch die EDV-Abteilungen der Bibliotheken unterge-
bracht; die räumliche Nähe zu den über 400 angeschlossenen Endgeräten wird den Betreuungsaufwand wesent-
lich reduzieren. Neben dem Haupteingang zur Bibliothek besteht die Möglichkeit, in einem abgeteilten Bereich
des Gebäudes eine Cafeteria zu besuchen. Für Vorlesungen und Tagungen stehen zwei Hörsäle mit hochwertiger
multimedialer Ausstattung zur Verfügung, in zwei Seminarräumen können Schulungen angeboten werden. Der
Personaleingang befindet sich an der Ostseite des Gebäudes, ebenso die Anlieferungsstelle für die Post. Einige
Besucherparkplätze, Behindertenparkplätze und viel Abstellfläche für Fahrräder grenzen das Gebäude zum
Busbahnhof und zum Bahnhof Zoologischer Garten ab.
Das bibliothekarische Konzept, die zukünftige Zusammenarbeit
Bei stetigem Personalabbau, sinkenden Etats und gleichzeitig wachsenden Aufgaben muss die Kooperation beider
Bibliotheken in einem Haus als Chance begriffen werden. Zugleich ist es eine Herausforderung für zwei
Bibliotheken mit ihren jeweils unterschiedlichen Zielgruppen - eine Bibliothek für die technischen Wissenschaften,
eine Spezialbibliothek für alle Künste -, ihre Benutzer mit der Weiterentwicklung kundenorientierter
Dienstleistungsangebote zu überzeugen. Die Zusammenarbeit kann auf bereits Vorhandenem aufbauen. Die loka-
len integrierten Bibliothekssysteme von TU und UdK werden seit vielen Jahren zwar mit getrennten Datenbanken,
aber auf einem Rechner betrieben, der von der EDV-Abteilung der TU-Bibliothek administriert wird. Als Ausgleich
dafür erhält die TU von der UdK finanzielle Mittel für die Bereitstellung der entsprechenden Personalkapazität. Eine
weitere Zusammenarbeit gibt es auf dem Gebiet der Speicherung elektronischer Dokumente; auch hier stellt die
TU-Bibliothek in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum der TU die erforderliche Serverkapazität zur Verfügung.
Daneben ist die TU-Bibliothek Leitbibliothek für die Fernleihbestellungen aus der Universität der Künste.
Für die Zusammenarbeit der Bibliotheken im Neubau wurde zwischen der TU und der UdK auf Kanzlerebene eine
Vereinbarung geschlossen. In dieser Vereinbarung ist als Ziel definiert, "im Neubau der 'VOLKSWAGEN
Universitätsbibliothek' eine dienstleistungs- und benutzungsorientierte Bibliothek auf hohem technischen Niveau bei
Wahrung der organisatorischen Eigenständigkeit beider Einrichtungen .... einzurichten und zu betreiben."
Insbesondere ist vorgesehen, gegenüber den Kundinnen und Kunden der Bibliothek einheitlich aufzutreten (gemein-
same Benutzungs- und Gebührenordnung, gemeinsamer Bibliotheksausweis für externe Benutzer, gemeinsame
Benutzerdatenverwaltung, gemeinsame Nutzung vorhandener technischer Einrichtungen usw.) und benutzungs-
orientierte Öffnungszeiten einzurichten. Grundsatz ist: Die Kunden sollen davon profitieren, dass sich in dem
Gebäude zwei Bibliotheken befinden, die problemlos zusammenarbeiten.
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:15 Uhr Seite 19
Vom Bibliothekssystem
zum Informationsservice
www.exlibrisgroup.com
Wir wünschen unserem Kunden
– der Volkswagen Universitätsbibliothek –
einen erfolgreichen Start und freuen uns auf eine weiterhin
partnerschaftliche Zusammenarbeit.
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:15 Uhr Seite 20
Innovationen mit Mikrowellen und Licht
Ferdinand-Braun-Institut
für Höchstfrequenztechnik
... translating ideas into innovation
Das Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) erforscht
Schlüsseltechnologien in der Mikrowellentechnik und Optoelektronik. Es
realisiert Höchstfrequenz-Bauelemente und Schaltungen für die Kom-
munikationstechnik und Sensorik sowie hochbrillante Diodenlaser für die
Materialbearbeitung, Lasertechnologie, Medizintechnik und Präzisions-
messtechnik.
Das Ferdinand-Braun-Institut ist ein international anerkanntes Kompe-
tenzzentrum für III/V-Verbindungshalbleiter. Es betreibt industriekompa-
tible und flexible Reinraumlabore mit Gasphasen-Epitaxieanlagen und
einer III/V-Halbleiter-Prozesslinie. Seine Forschungsergebnisse setzt es
in enger Zusammenarbeit mit der Industrie um und transferiert innova-
tive Produktideen erfolgreich durch Spin-offs.
aktuelle Forschungsschwerpunkte
∑
∑
∑
Mikrowellensender bis 80 GHz und Leistungstransistoren bis 10 GHz
Elektronik für optische Übertragungssysteme bei 80 Gbit/s
Diodenlaser hoher Leistung und Strahlqualität für 0,6 - 1,2 µm
Ferdinand-Braun-Institut
für Höchstfrequenztechnik
Gustav-Kirchhoff-Str. 4
12489 Berlin
Tel.
Fax
Web
E-Mail
+49.30.6392-2600
+49.30.6392-2602
www.fbh-berlin.de
Partner für Industrie und Forschung
In der akademischen Lehre und Forschung ist das FBH mit zahlreichen
Universitäten und Fachhochschulen eng verbunden. Als Partner der
Technischen Universität Berlin kooperiert das Institut mit den Fachge-
bieten Elektrotechnik, Informatik und Physik.
Für Kunden aus Forschung und Industrie entwickelt das FBH hochwer-
tige Produkte und Services, die exakt auf individuelle Anforderungen
zugeschnitten sind. Seinem internationalen Kundenstamm bietet es
Know-how und Komplettlösungen aus einer Hand: vom Entwurf bis zum
lieferfähigen Modul. Kontakt
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:15 Uhr Seite 21
Bibliotheksfachtechnik und Ausstattung
Uwe Meyer-Brunswick und Andreas Richter
Der Neubau der Universitätsbibliothek verfügt über zum Teil hoch innovative technische Lösungen, die sowohl in
der Bibliotheksfach- als auch in der Haustechnik zum Einsatz kommen. Gegenstand unserer Betrachtung sind an
dieser Stelle nur die Besonderheiten der Bibliotheksfachtechnik und die EDV-Konzeption:
1. Selbstverbuchung
Selbstverbuchungsgeräte, an denen Benutzer und Benutzerinnen das Entleihen ihrer Medien selbst vornehmen kön-
nen, sind bereits seit einigen Jahren im Bibliotheksbereich eingeführt. Diese Verbuchungen erfolgten bisher über
Barcode-Etiketten. In der VOLKSWAGEN Universitätsbibliothek wird dagegen auf neueste technologische
Verfahren gesetzt. Die Verbuchung wird nun mittels eines Mikrochips durchgeführt, der auch als Tag, RFID-Etikett,
Smart Label oder Transponder bezeichnet wird. Das technische Prinzip ist eine Kombination von Funk mit
Radartechnik, die in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt wurde. Heute verwendete Transponder beste-
hen aus einem Mikrochip, der gleichzeitig Kondensator ist, und aus einer Spule oder einem Dipol. Sie nehmen bis
zu 100 Kilobyte an Daten auf. Das mit dem Transponder ausgestattete Buch wird einfach auf die Verbuchungsflä-
che gelegt und das Gerät liest den Transponder aus. So können auch mehrere Medien gleichzeitig verbucht wer-
den. Gleichzeitig wird die Buchsicherung der Medien aus den Freihandbereichen beim Ausleihvorgang deakti-
viert. Das digitale Identifizierungssystem vervollständigt ein bisher nur von der Firma 3M angebotener Digitaler
Bibliotheks-Assistent. Dieses Gerät unterstützt das Bibliothekspersonal bei der Mediensuche, der
Standortidentifizierung und Bestandsordnung am Regal. Das Gerät überprüft, ob die Medien in der richtigen
Signaturenfolge stehen und ortet versteckte oder verstellte Medien mit einem optischen und akustischen Signal.
2. Buchförderanlage
Auch für die Buchförderanlage bot sich der Einsatz von Transpondern als Steuerungsmechanismus an. Vorbild dafür
sind so genannte Materialfluss-Systeme, die in der Automobilindustrie oder im Versandhandel schon seit längerem
erfolgreich eingesetzt werden. So wurde gemeinsam mit der MMG Ingenieurgesellschaft mbH eine auf bibliothe-
karische Bedürfnisse und gebäudetechnische Anforderungen optimal abgestimmte Buchförderanlage entwickelt,
die im Bibliotheksbereich – soweit bekannt – deutschlandweit hier erstmalig zum Einsatz kommt. Durch die
Verwendung von Transpondern entfällt das manuelle Einstellen der Regler bei den bisher gebräuchlichen
Zielleistensystemen. Beim Versand des Transportbehälters muss nur noch an einem Bedienterminal (Touchscreen
Panel) die Zieladresse eingegeben und damit der Transponder codiert werden. In Stoßbetriebzeiten entfällt das
bisher notwendige Vorsortieren der Kisten nach Zielorten, da die Zielangabe auf dem Transponder einfach über-
schrieben werden kann. Auch lässt sich der Weg eines Transportbehälters durch die Buchförderanlage verfolgen,
da jeder Behälter individuell codiert ist.
Die Meldung der Ankunft eines Transportbehälters erfolgt an einer Bedienstation über ein akustisches und/oder
optisches Signal. Im Verwaltungsbereich ist aber keine der beiden Möglichkeiten einsetzbar. Über eine Schnittstelle
zur Telefonanlage wird hier die Ankunft am digitalen Telefon des Raumes, für den der Behälter bestimmt ist, gemel-
det. Die Buchförderanlage, die insgesamt 64 Zielstationen erreicht, verbindet die einzelnen Etagen und den
Benutzungs- bzw. Verwaltungsbereich. Das System besteht aus vier Aufzügen, die vom Untergeschoss bis in das
vierte Obergeschoss reichen, sowie einem Förderbandring mit einem integrierten Bahnhof für Leerbehälter, der die
vier Aufzüge verbindet und unter der Decke des Untergeschosses verläuft. An diesen Ring ist ein weiterer Aufzug
angeschlossen, der die zentrale Leihstelle im Erdgeschoss mit der im Untergeschoss angeordneten Sortierstation ver-
bindet. Hier laufen alle Behälter mit Rückgaben aus der Leihstelle auf. Die Medien werden nach Standorten sor-
tiert, um dann weiter versandt zu werden. Ein Behälter benötigt für die Überwindung der größtmöglichen Distanz
zwischen Sende– und Empfangsstation bei voller Auslastung nicht mehr als fünf Minuten.
3. Multimedia, Netzwerk und EDV-Ausstattung
Neben Büchern und Zeitschriften verfügt die Bibliothek der UdK über ein umfangreiches Angebot an audiovisuel-
len Medien. Rund 33.000 Tonträger, 20.000 Videotitel (auf knapp 9.000 Kassetten), 1.200 DVDs und andere
Medien stehen zur Verfügung. Zur Aufbewahrung und Nutzung dieses Materials wurde im obersten Stockwerk, der
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:15 Uhr Seite 22
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Etage der UdK-Bibliothek, ein rund 300m2großer, durch eine verglaste Wand vom Freihandbereich abgeteilter
Sonderraum eingerichtet. Die Bestellung der Medien erfolgt über den Onlinekatalog der Bibliothek. Bei älteren,
noch nicht durch EDV erfassten Medien müssen mitunter noch konventionelle Zettelkataloge berücksichtigt werden.
Den größten Teil des Raumes nehmen die Benutzerarbeitsplätze in Anspruch. In einer doppelseitigen und einer ein-
fachen Reihe sind insgesamt 20 Carrels angeordnet, die meisten für ein oder zwei Personen. Am Ende der Reihen
wurde für kleine Gruppen Platz geschaffen. Seitliche Trennwände sorgen für eine optische Abschirmung. Es gibt
spezifische Geräteausstattungen für Phono-, Video-/DVD- oder Multimedia-Anwendungen. Für Videoaufzeichnun-
gen sind an den entsprechenden Plätzen Anschlüsse zur hauseigenen Satellitenantennenanlage vorhanden. Für
Rollstuhlfahrer stehen je ein behindertengerechter Phono- und ein Videoplatz mit höhenverstellbarem Arbeitstisch zur
Verfügung.
Das gesamte Gebäude ist mit einem leistungsfähigen Informations- und Kommunikationsnetzwerk ausgestattet. Die
Anbindung an das Campus-Netz erfolgt über eine LWL-Verkabelung, die sich im Gebäude bis in die Wiring-Center
und Rechnerräume der EDV-Abteilung fortsetzt. Von dort erfolgt die Anbindung der Freihand- und Verwaltungsberei-
che über ein Ethernet, insbesondere sind alle 715 Arbeitsplätze im Benutzungsbereich mit einem EDV-Anschluss
versehen. Auf den Einsatz von WLAN-Technologie wurde verzichtet, da alle Arbeitsplätze an das EDV-Netzwerk
angeschlossen werden und das WLAN demgegenüber keine Vorteile bietet. Im Gegenteil: Die Einrichtung stiller
Arbeitsplätze ließe sich ungleich schwieriger gestalten, da eine räumliche Abtrennung nicht möglich wäre. Es ist
denkbar, zu einem späteren Zeitpunkt für Teilbereiche ein überlagerndes WLAN nachträglich zu installieren. Für
Arbeitsplätze, die seitens der Bibliothek mit einem Endgerät ausgestattet werden, ist eine Terminal-Server-Lösung mit
Thin-Clients realisiert. An den übrigen Plätzen ist der Anschluss von Laptops an das EDV-Netzwerk möglich.
4. Kopier- und Druckservice
Diese Dienstleistung wird insgesamt von einer Fremdfirma angeboten. Für Bücher und Zeitschriften kommen Buch-
(Aufsicht-)Scanner zum Einsatz. Dadurch werden Bücher und Zeitschriften geschont und die Reparatur- und
Bindekosten gesenkt. Die ebenfalls vorhandenen herkömmlichen (digitalen) Kopiergeräte verfügen über einen
Einzelblatteinzug. Die angefertigten Scans können wahlweise ausgedruckt, per E-Mail versandt, auf einem
Memory-Stick gespeichert oder auf CD beziehungsweise DVD gebrannt werden. Grundsätzlich wird
schwarz/weiß in den Formaten A3/A4 gedruckt. Darüber hinaus ist auch ein High-End-Gerät vorhanden, das
Ausgaben bis zum Format A0 und Farbausdrucke ermöglicht. Die von der Bibliothek eingerichteten PC-Pools sind
ebenfalls in die Drucklösung der Fremdfirma integriert.
5. Schlussbemerkung
Die VOLKSWAGEN Universitätsbibliothek präsentiert sich mit ihrer technischen Ausstattung und mit ihren
Dienstleistungen im digitalen Bereich multifunktional und zukunftsorientiert. Die ihr heute zur Verfügung stehenden
Mittel moderner Informationsgewinnung können von den Kundinnen und Kunden in einer optimalen Umgebung
genutzt werden; die technischen Lösungen, insbesondere zur Weiterverarbeitung der gewonnenen Informationen,
bieten echten Mehrwert bei hohem Bedienkomfort.
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Energie- und Klimadesign
Jörg Baumgärtner
Das vom Steinbeis-Transferzentrum Energie-, Gebäude- und Solartechnik, Stuttgart entwickelte ganzheitliche
Energiekonzept für das Gebäude wurde in der Vor- und Entwurfsplanung mit dem Bauherrn, den Architekten und
den beteiligten Fachplanern abgestimmt. Im Rahmen eines integralen Energie- und Klimadesigns wurden bauliche
Maßnahmen zur energetischen Verbesserung der Gebäudehülle und der Energieerzeugung und -verteilung unter-
sucht und umgesetzt.
Gebäudehülle
Das Gebäude ist auf einer 0,5m bis 1,6m dicken wasserundurchlässigen Stahlbetonbodenplatte gegründet. Die
10cm starke Wärmedämmung liegt unter der Bodenplatte und besteht aus Schaumglas. Weitere erdberührte
Bauteile sind die Magazinwand und die Decke des Magazins. Die gesamte Fassade des Gebäudes ist als
Lochfassade ausgeführt. Die opake Außenwand besteht aus zweischaligem Mauerwerk mit der inneren, tragen-
den Stahlbetonwand und der äußeren, hinterlüfteten Vormauerschale. Zwischen den Wänden ist die
Wärmedämmschicht aus Mineralfaser angeordnet. Die nach Norden orientierten Aluminiumfenster sind mit einer
Wärmeschutzverglasung mit einem Gesamtenergiedurchlassgrad von 58% und einem Lichttransmissionsgrad von
76% ausgestattet. Der Sonnenschutz ist als Fallarmmarkise ausgeführt. Er wird abhängig von der Einstrahlung und
der Windgeschwindigkeit automatisch gesteuert. Das Dach ist ein Warmdach.
Raumkonzept
Die Bürobereiche werden über Dreh-/Kippflügel natürlich belüftet. Im Winter wird die Grundheizlast über die
Betonkernaktivierung und die Spitzenlast über die statischen Heizkörper gedeckt. Im Sommer wird über die
Betonkernaktivierung gekühlt (s. Abb.1). Die Belüftung des Lesesaalbereichs erfolgt ganzjährig über eine Zu-/
Abluftanlage mit Sorptionstechnik. Die Luft wird auf 20°C vortemperiert und fassadenseitig impulsarm über
Quellauslässe eingeblasen, siehe Abbildung. Auf der fassadenabgewandten Seite wird die Abluft über Abluftgitter
abgesaugt. Die Betonkernaktivierung wird zur Heizung und Kühlung genutzt. Statische Heizkörper an der Fassade
decken die Spitzenlast ab. Die separaten Carrels sind über Kombi-Quellauslässe an die Lüftungsanlage des
Lesesaalbereichs angeschlossen. Gekühlt werden die Carrels über Umluftkühlgeräte. Die Beheizung erfolgt über
Plattenheizkörper. Der Freihandbereich wird ganzjährig über eine Zu-/Abluftanlage mit Sorptionstechnik belüftet
und die Luft auf 20°C vorkonditioniert. Die Luft wird über Schlitzauslässe eingeblasen und über Abluftgitter abge-
saugt. Da keine Wärmeverluste über Fassaden oder Lüftung vorhanden sind, ist eine Beheizung dieses Bereichs
nicht notwendig. Das Magazin im Untergeschoss wird ebenfalls ganzjährig über eine Zu-/Abluftanlage mit
Sorptionstechnik belüftet. Statische Heizkörper decken den Heizwärmebedarf des Bereichs. Aufgrund der geringen
inneren Lasten kann auf eine Kühlung verzichtet werden.
Abb. 2: Montage des Bodenplattenabsorbers
Abb. 1: Energiekonzept Gebäude
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:16 Uhr Seite 24
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Energieversorgung
Das Gebäude verfügt über einen Netzstrom- und zwei Fernwärmeanschlüsse in Dreileiter-Technik. Ein
Fernwärmeanschluss mit konstant 120°C versorgt im Sommer die Lüftungsgeräte mit Sorptionstechnik und trocknet
bzw. kühlt die Zuluft auf ca. 20°C. Eine zentrale Rolle bei der Energieversorgung spielt der Bodenabsorber, wel-
cher das Erdreich unter dem Gebäude als thermischen Energiespeicher nutzt, siehe Abbildung 2. Insgesamt wur-
den unter der 8100m2großen Bodenplatte ca. 16km Kunststoffrohre verlegt. Das im Laufe des Winters abgekühlte
Erdreich wird im Sommer als Kältequelle für die Betonkernaktivierung genutzt. Eine Kältemaschine mit 73kW ther-
mischer Leistung versorgt die Umluftkühlgeräte in den Carrels und die Kühlregister für die Sondermagazine. Reicht
die Kühlleistung des Bodenabsorbers nicht aus die Geschossdecken zu kühlen, kann auf die Kältemaschine umge-
schaltet werden.
Im Winter und gegebenenfalls während der Übergangszeit wird mittels einer elektrischen Wärmepumpe mit 80kW
thermischer Leistung dem Erdreich Wärme entzogen und den Geschossdecken zur Verfügung gestellt. Je nach
Bedarf wird der Fernwärmeanschluss mit konstanter Vorlauftemperatur über die Lüftungsgeräte mit Sorptionstechnik
zur Heizung oder Kühlung der Zuluft genutzt. Während der Übergangszeit mit geringen Heizleistungen versorgt
der Fernwärmeanschluss über einen Wärmetauscher die statischen Heizflächen bzw. die Betonkernaktivierung. Bei
niedriger Außenlufttemperatur und hoher Heizleistung wird zusätzlich der Fernwärmeanschluss (420kW) mit glei-
tender Vorlauftemperatur aktiviert. Besteht Kühlbedarf in den Sondermagazinen oder den Serverräumen, so wer-
den die Umluft- und Kühlregister über den Kühlturm rückgekühlt.
Lüftung
Das Lüftungskonzept eines Bibliotheksgebäudes soll insbesondere dem Erhalt des Bibliotheksbestands und der
Einhaltung des aus Hygienegründen notwendigen Luftwechsels dienen. In den vier Hauptzonen des Gebäudes
(Lesesäle, Magazin, Freihand, Büros) haben die oben genannten Anforderungen unterschiedliche Prioritäten. Daher
ist das Lüftungskonzept entsprechend den verschiedenen Gebäudezonen unterteilt. Die Cafeteria wird mit einer Zu-
/Abluftanlage ohne und der Hörsaal mit einer Zu-/Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung belüftet. In den WCs
und Räumen mit Technikräumen kommen Abluftanlagen zum Einsatz. Das Magazin, das Freihandmagazin und
der Lesesaal werden mit Zu-/Abluftanlagen mit sorptiver Klimatisierung belüftet. Diese innovative und energieeffi-
ziente Technik ermöglicht im Sommer die Kühlung und Entfeuchtung und im Winter die Beheizung und Befeuchtung
der Zuluft ohne zusätzliche Kältemaschinen. Die sorptive Klimatisierung zeichnet sich dadurch aus, dass Fernwärme
als Antriebsenergie für die Kälteerzeugung genutzt werden kann und dass eine hohe Wärmerückgewinnung aus
der Abluft erreicht wird.
Geothermisches Heiz- und Kühlsystem
Ein Schema der Anlagentechnik ist in Abbildung 3 dargestellt. Die Bodenplatte wird auf einer Nettofläche von
7800m2thermisch aktiviert. Bezogen auf die Nettofläche des Bodenabsorbers beträgt der Abstand dieser Rohre
45cm und der spezifische Massenstrom 2kg/(hm3). Anhand der mittleren Außentemperatur der letzten 24 Stunden
wird entschieden, ob die Anlage im Heizbetrieb (< 10°C) oder im Kühlbetrieb (> 15°C) arbeitet. Die
Abb. 3: Schema des geothermischen Heiz- und Kühlsystems - Ergebnisse Abb. 4: In die Bodenplatte ein- und ausgespeicherte Wärmemengen
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:16 Uhr Seite 25
Insgesamt werden während der Heizperiode 128MWh entzogen und 125MWh während der Sommerzeit zuge-
führt. Mit einer Abweichung von 2,3% bezogen auf den Gesamtumsatz an Energie ist die Bilanz annähernd aus-
geglichen. Im Februar, März und April werden etwa die gleichen Energiemengen von jeweils ca. 12MWh ent-
zogen, was darauf hindeutet, dass während dieser Zeit die Frostschutzfunktion aktiv ist und die Wärmeentnahme
begrenzt wird.
Zusammenfassung
Das im Bauvorhaben VOLKSWAGEN Universitätsbibliothek Technische Universität und Universität der Künste Berlin
realisierte Energie- und Klimakonzept ist auf die speziellen Anforderungen des Gebäudes zugeschnitten. Mit einem
innovativen Lüftungs- und Heizungskonzept werden sowohl Investitions- als auch Betriebskosten reduziert. Neben
einem erhöhten Wärmeschutz der Gebäudehülle ist das Kernstück des Energiekonzepts der Bodenplattenabsorber
mit Wärmepumpe und Betonkernaktivierung. Das Lüftungskonzept sieht Fensterlüftung in den Bürobereichen und
Sorptionstechnik in den Magazin-, Lesesaal- und Freihandbereichen vor. Der Überhitzung im Sommer wird mit einer
farbneutralen Sonnenschutzverglasung in Kombination mit einem außenliegenden Sonnenschutz begegnet. Durch
Simulationsrechnungen wurde ermittelt, dass die Vorgaben des Nutzers in Bezug auf den thermischen Komfort mit
dem geothermischen Heiz- und Kühlsystem eingehalten werden können. Entsprechend dem Energiebedarfsausweis
vom 18.6.2004 wird ein Jahresprimärenergiebedarf von 10,1kWh/(m2a) prognostiziert. Der berechnete
Primärenergiebedarf liegt damit ca. 30% unter dem erforderlichen Grenzwert nach der Energieeinsparverordnung.
Wärmepumpe hat eine elektrische Aufnahmeleistung von 20kWel und eine Heizleistung von 100kWth. Ein
Pufferspeicher mit einem Volumen von 10m3wird durch die Wärmepumpe auf eine Solltemperatur für die
Betonkernaktivierung von 24°C geheizt. Optional kann mit Fernwärme nachgeheizt werden. Bei verdampferseiti-
gen Rücklauftemperaturen unter 2,5°C verhindert eine Frostschutzschaltung das Einfrieren des Wärmeträgerfluids
und der Bodenplatte. Erwärmt sich der Rücklauf auf über 3,5°C wird die Wärmepumpe wieder aktiviert. Im
Sommer (Kühlfall) wird die Anlage ohne Wärmepumpe betrieben („free-cooling“). Die Solltemperatur für die
Betonkernaktivierung beträgt 17°C. Niedrigere Temperaturen erhöhen die Gefahr von Oberflächenkondensation
an den aktivierten Bauteilen und werden daher über eine Rücklaufbeimischung vermieden. Die jährlich ein- und
ausgespeicherten Wärmemengen sind in Abbildung 4 dargestellt.
Abb. 5: Bodentemperaturen bei einer asugeglichenen jährlichen Energiebilanz
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:16 Uhr Seite 26
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City Lights ...fiat luce!
Zum Lichtkonzept
Raoul Hesse
Eine Enfilade von 15 Lichtstelen bildet einen räumlichen Filter zwischen Fasanenstraße und dem
Bibliotheksgebäude. Sie sind Stahl-/Glaskonstruktionen, die in ihrem Sockel die Entrauchungsklappen des
darunter liegenden Magazingeschosses beherbergen. Die geänderte Ausbildung dieser Entrauchungsfunktion stellt
eine der wesentlichen Maßnahmen zur Reduktion der Baukosten dar. Damit bot sich die Gelegenheit, mit geringem
Aufwand über ein serielles, räumlich wirksames Element im Stadtraum die neue Bibliothek auch im nächtlichen
Stadtbild präsent zu machen. Der obere Teil der Körper ist mit mattierten Glasflächen bekleidet, die den Raum für
die Leuchtkörper bilden.
Die dimmbare Hinterleuchtung der Lichtkörper ist mit RGB-Farben ausgerüstet und wurde dahingehend optimiert,
eine möglichst gleichmäßige Ausleuchtung zu erzielen, ohne dabei auf eine gewisse Tiefenwirkung des
eigentlichen Lichtkörpers zu verzichten. Die Stelen sind mit einer zentralen computerunterstützten Lichtsteuerung ver-
bunden, die beliebige Farbwechsel sowie Farb- und Helligkeitsverläufe über die Lichtstelen aber auch zeitlich ge-
steuert ermöglicht. So bilden diese Lichtstelen eine Plattform, auf der künstlerische und gestalterisch anspruchsvolle
Lichtkonzepte realisiert werden können; von einem monochromen hell-dunkel Verlauf bis über Farbsequenzen in
rhythmischen Zeiträumen.
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Die Realität in den Regalen - Widmung, Vermerk, Fußnote
Zur Kunst am Bau
Elsbeth Arlt
Die Masse Buch könnte einen zum Verlassen der Bibliothek veranlassen, doch das Studium verpflichtet. Kunst sollte
hier die Rolle der Imagination einer Realität hinter der Realität in den Regalen befördern. Auf den Ebenen des
Innehaltens, des Lächelns, des Fragens eine Tür zum anderen Leben im Innern der Bibliothek zu öffnen, wäre ihr
Anliegen. Die Kunst am Bau in den drei Lichthöfen des Gebäudes darf als Reverenz an das Medium Buch ver-
standen werden. Alle ausgewählten Texte sind Büchern unterschiedlicher Inhalte entnommen. Buchtitel und Inhalte
haben in diesem Zusammenhang keine Bedeutung und werden den Lesern vorenthalten. Losgelöst von den aus-
gelesenen Ausgaben sind die Texte in den Raum geschrieben. Widmung, Fußnote und Vermerk stehen im Buch an
nachgeordneter Stelle.
1. Lichthof
Die schönsten Widmungen finden sich in wissenschaftlichen und technischen Veröffentlichungen. „Mann“ bedankt
sich bei Müttern, Ehefrauen und Geliebten, haben sie ihm doch den Rücken für die Arbeit an seinem Werk freige-
halten. Wer „Lorna“ ist, wissen wir nicht, aber ihr wird ein Werk „in Liebe gewidmet“, das wir auch nicht kennen,
dem wir aber suchend in der Bibliothek begegnen könnten. „Lorna in Liebe gewidmet“ erscheint 6x auf den
Unterzügen der 2., 3. und 4. Obergeschosse. Es ist von allen Seiten lesbar, umkreist in losen Abständen den
Lichthof. „Lorna“, „wer ist Lorna?“, „Lorna gewidmet“, „in Liebe“, „gewidmet Lorna“, „in Liebe gewidmet“, so klingt
es, wenn die Leser den Text sich gegenseitig vor- oder für sich lesen. Im ersten Lichtschacht, also im
Eingangsbereich, bildet er die Ouvertüre.
2. Lichthof
„All rights reserved. No part of this book may be reproduced, in any form or by any means, without written per-
mission from the publisher.“ Dieser Copyrightvermerk erscheint im mittleren Schacht auf den Unterzügen des 3.
Obergeschosses. Er ist so angeordnet, dass er als endloser Text gelesen werden kann. Ende und Anfang schließen
gebetsmühlenhaft aneinander. Das Gebot findet man in formelhaften Varianten in nahezu allen Veröffentlichungen.
Es verweist auf den Grundsatz heutiger Publikationsgepflogenheiten, das Urheberrecht als Regelwerk für den
Umgang mit geistigem Eigentum.
3. Lichthof
Die Handhabung der Fußnoten belegt die Sorgfalt im Gebrauch von Verweisen und Zitaten. Hier wird zitiert ohne
Autor und Verlag zu benennen. Das Werk, auf das in der Fußnote verwiesen wird, sollte im Bestand der neuen
Bibliothek vorhanden sein. „19 Vgl. hierzu: Hans Arp, Unsern täglichen Traum, S. 25.“ Hans Arp, Dada-
Mitbegründer in Zürich, schildert in dem Band die Anfänge des Dadaismus. Bildender Künstler und Dichter glei-
chermaßen öffnet er die Grenze zwischen Sprache und Bild und führt den Leser in „Unsern täglichen Traum“. Hier
erscheint er 2x als sich gegenüberliegender Schriftzug. Auf den Unterzügen der 2., 3. und 4. Obergeschosse im
dritten Lichtschacht darf er als Aufforderung verstanden werden, den eigenen Traum zu träumen.
Die ausgewählten Schriften werden auf den Betonunterzügen montiert. Die ausgewählte Schriftype DTL
Documenta, 1993 von Frank E. Blokland entworfen, eignet sich besonders für die Umsetzung in einen
Buchstabenkörper. Die Buchstaben sind aus Edelstahl, sie erhalten eine 30mm starke umlaufende Zarge.
„Lorna in Liebe gewidmet“
„All rights reserved. No part of this book may be repro-
duced, in any form or by any means, without written per-
mission from the publisher.
„19 Vgl. hierzu: Hans Arp, Unsern täglichen Traum, S. 25.“
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:16 Uhr Seite 28
SEITE 26 I 27
Projektdokumentation
Projektbeteiligte
Projektleitung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt.V Wettbewerbsentwurf (1988)
Architekt Lothar Jeromin Überarbeitung (1999): Generalfachplaner mit Architekt Lothar Jeromin
Optimierung (2002): Architekt Prof. Walter A. Noebel, Mitarb. Haiko Wolf, Astrid Kartmann
Energiekonzept Steinbeis Transferzentrum Energie-, Gebäude- und Solartechnik, Stuttgart-
Braunschweig Ausführungsplanung Firma. G. Epple, Stuttgart Ausführungsbegleitung
Architekt Prof. Walter A. Noebel Projektsteuerung und Kostenkontrolle Büro M. Schasler,
Berlin, Mitarb. Oliver Gerlach, Evelin Wulle, Karin Kuster Optimierung der Gebäudetechnik
pin Planende Ingenieure, Berlin, Mitarb. H. Wernitz, H. Freiholz, H. Hauptmann, H. Hahn Raum-
und Bauakustik sowie Medientechnik ADA Acoustic Design Ahnert, Berlin Planung
Bibliothekstechnik E. Neu, M. Neu, Gummersbach Planung Buchförderanlage mmg
Ingenieurges. für Materialmanagement, Berlin Lichtplanung Stelen Lichtvision, Berlin, Raoul Hesse
Baudurchführung als GU Firma G. Epple, Stuttgart
Finanzierung
Gesamtbaukosten 55 Mio. Euro, davon: Bundesrepublik Deutschland (im Rahmen der
Hochschulbauförderung) 25 Mio. Euro; Technische Universität Berlin 25 Mio. Euro; VOLKSWAGEN
AG 5 Mio. Euro
Daten zum Bau
Gebäudemaße 120m/45m/23 m (l / b / h); Geschosshöhen 4m; Gesamtfläche 30.000 m2
Fläche der Benutzungsbereiche 16.000m2Fläche der Verwaltung 4.400 m2Fläche der
Magazine 7.000m2Medien insgesamt 3.000.000 Bände in den Lesesälen 400.000
Bände im geschlossenen Magazin 1.700.000 Reserve 900.000 Anzahl der Lese-/Arbeits-
plätze 715 (alle Plätze verfügen über einen EDV-Anschluss)
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:16 Uhr Seite 29
Baugeschichte im Spiegel der Presse*
Zusammengestellt von Alexandra Habermann
TU sucht Platz für eine Bibliothek in ICC–Ausmaßen
J. Lehmkuhl, verantwortlich beim Bausenator für Universitätsneubauten, rechnet mit einem Start der Bauarbeiten „frü-
hestens 1983“. Wie das neue Mammut-Gebäude einmal aussehen wird, ist unklar. Die Baukosten werden schon
heute auf etwa 60 Millionen Mark geschätzt.
Berliner Morgenpost 04.08.1980
Neue Universitätsbibliothek 1996 bezugsfertig
Neubau auf dem Ostgelände wurde nach 20-jähriger Geschichte jetzt endlich vergeben
Die Technische Universität bekommt eine neue Universitätsbibliothek. Auf 19.250m2werden dann auf der Ecke
Fasanenstraße/Hertzallee gemeinsam mit der Hochschule der Künste fast 3 Mill. Bücher und AV-Medien unterge-
bracht werden. Baubeginn soll 1990 sein, der Bezug ist für 1996 vorgesehen. Insgesamt werden dann nach der-
zeitigen Planungen 120 Mill. DM verbaut worden sein.
TU intern April 1988
Den ersten Preis gewann Lothar Jeromin aus Hötzum/Braunschweig
Wettbewerbe aktuell 5/88
Unterkunft für Asylbewerber an geplanter Großbaustelle errichtet
In wenigen Tagen soll ein neues Quartier für rund 200 Asylbewerber an der Fasanenstraße in Charlottenburg fer-
tiggestellt sein. Die zwei Gebäude werden nach weiteren Angaben des Landesamtes für zentrale soziale Aufgaben
(LaSoz) „vorübergehend“ als Gemeinschaftsunterkunft dienen, die Rede ist dabei allerdings von fünf Jahren. Auch
die Technische Universität sei darüber „nicht glücklich“, hieß es im Landesamt.
Der Tagesspiegel 28.02.1989
Bau einer Großbibliothek für die TU muß verschoben werden
Still ist es um ein Großprojekt geworden, das die Bauverwaltung, die TU und die HdK vor mehr als zwei Jahren
ankündigten. Für 120 Mill. DM sollte – möglichst noch 1990 – eine Großbibliothek für TU und HdK an der
Fasanenstraße in Charlottenburg entstehen. Wegen kostenbedingter Überarbeitungen wird jetzt mit einem
Baubeginn frühestens 1992 gerechnet.
Der Tagesspiegel 07.10.1990
Baubeginn für Zentral-Bibliothek der TU und HdK wurde wieder einmal verschoben
Seit mehr als 20 Jahren wird davon geredet – schon 1989 sollte der Grundstein gelegt werden: Die geplante
Bibliothek für T U und H d K wird dringend gebraucht. Doch wieder wurde der Baubeginn verschoben. Statt in
diesem Jahr soll der erste Spatenstich nun erst 1994 das TU-Grundstück an der Fasanenstraße aufwühlen.
1989 waren dem Senat die veranschlagten 170 Mill. DM zu viel. Die Abstriche dauern bis 1991. Opfer des
Rotstifts werden u. a. ein Tiefgeschoß mit 200 Stellplätzen und die Vollklimatisierung. 1992 sollen die Bautrupps
anrücken. Doch als die Finanzierung endlich gesichert scheint, wird sie plötzlich erst recht zum Problem. Die Folgen
der deutschen Einheit belasten den Senatshaushalt – und die Großbibliothek „rutscht von einer Finanzplanung zur
anderen“.
Berliner Morgenpost 12.06.1992
Kein Geld für höchste Dringlichkeiten
So schwierig wie in diesem Jahr waren die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern über die gemeinsame
Finanzierung des Hochschulbaus noch nie. ... Dabei schiebt Berlin in seinen Voranmeldungen für den HBFG-
Rahmenplan eine Liste von insgesamt 25 Bauprojekten vor sich her, die als Vorhaben der Kategorie 1 höchste
Dringlichkeit haben. Bei der Rumpf-Version des 23. Rahmenplanes können aber nur drei bis vier Projekte in Angriff
genommen werden. Die wahrscheinlichsten dieser Neu-Projekte sind neben anderen der Neubau der gemeinsa-
men Uni-Bibliothek von TU und HdK (Gesamt: 127 Mio. DM, in 1994: 2 Mio. DM).
Der Tagesspiegel 17.10.1993
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:16 Uhr Seite 30
SEITE 28 I 29
Die kritischen Jahre beginnen nach 1998
Aufbau Ost hat Vorrang vor dem Ausbau West. Das ist eine bundesweit gültige Formel. In Berlin wird sie sich im
Hochschulbau beweisen. Alle Großvorhaben nach 1996 liegen im Ostteil der Stadt.
Bis 1996 wird sich der Hochschulbau in Berlin noch stark auf den Westteil der Stadt konzentrieren. Besonders
dringlich ist der Neubau einer Gemeinschaftsbibliothek für die TU und die HdK. Dafür sind 130 Mill. DM veran-
schlagt worden. Diese Finanzierung ist im (Berliner) Doppelhaushalt 1995/96 gesichert.
Der Tagesspiegel 23.11.1994
Millionen-Loch in bester City-Lage
Weil gespart werden muß, leistet sich Berlin eine teure Baugrube in bester City-Lage: 25 Mill. DM haben Planung
und Vorbereitung des Bibliotheksneubaus für die TU und die HdK bisher gekostet. Doch der – schon mehrfach ver-
schobene – Baubeginn für das 130 Mill. DM-Projekt ist in weite Ferne gerückt.
Berliner Morgenpost 06.12.1996
„Es ist gelungen, den Wildwuchs zu bändigen“
Mit der Investitionsplanung bis zum Jahr 2000, die gestern beschlossen wurde, hat der Senat „Schwerpunkte“
zugunsten der Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Berlin und des Hauptstadtausbaus gesetzt.
Neue Projekte hat der Senat nur bei „zwingendem Bedarf“ in die Investitionsplanung aufgenommen. Dazu gehört
nicht die Weiterführung des Neubaus der Universitätsbibliothek von TU und HdK.
Der Tagesspiegel 19.02.1997
Mit Phantasie und Sponsorengeld
Der TU ist es nun gelungen, ein völlig neues Finanzierungskonzept auf die Beine zu stellen und ganz entscheidend
war dabei die Bereitschaft des Volkswagenwerkes, eine Lücke von 10 Mill. DM zu schließen. Das
Finanzierungsmodell zeugt von der Phantasie seiner Erfinder: Wenn in der künftigen Bibliothek 18.000m2
Nutzfläche zur Verfügung stehen, werden entsprechende Flächen in den TU-Gebäuden, die bisher als
Bücherstandorte genutzt wurden, frei. Dadurch können TU-Institute aus Mietgebäuden in das Stammgelände umzie-
hen und dadurch werden Mietaufwendungen gespart, die die TU zur Vorfinanzierung des Landesanteils im
Hochschulbereich aufbringen will. Der Bau soll im Jahr 2000 beginnen und 2003 abgeschlossen sein.
Tagesspiegel 10.07.1999
Uni-Bibliothek nach Sponsor VW benannt
Die Volkswagen AG sponsert den Neubau der Universitätsbibliothek. Als erste deutsche Universitätsbibliothek wird
sie offiziell nach ihrem Förderer in „Volkswagen Universitätsbibliothek Technische Universität und Hochschule der
Künste Berlin“ benannt.
Berliner Morgenpost 10.07.1999
Bau der TU-Bibliothek soll im Dezember beginnen
Die Bauzeit werde längstens drei Jahre dauern. Der erste Besucher solle spätestens 2003 sein erstes Buch lesen
oder seine erste wissenschaftliche Arbeit an modernen Flachbildschirmen bearbeiten können.
Der Tagesspiegel 06.07.2000
Auftrag an Groth wackelt
Der auf knapp 90 Mill. DM veranschlagte Neubau der Bibliothek der TU wackelt. Wie die Senatsbauverwaltung
bestätigte, haben mehrere Konkurrenten Widerspruch gegen die Vergabe an die Firmengruppe des Berliner
Projektentwicklers Klaus Groth eingelegt.
Berliner Zeitung 20.02.2001
Ende gut, alles gut
Die Bibliotheken der UdK und der TU haben eine lange Tradition. Die eine reicht bis zur Gründung der Akademie
der Künste in das Jahr 1696 zurück, die andere wurde zusammen mit der Technischen Hochschule 1884 ins Leben
gerufen. Nun ziehen beide Bibliotheken erstmalig in der Geschichte in ein gemeinsames Bibliotheksgebäude.
Nach 18 Jahren Planung und knapp zweijähriger Bauzeit ist es soweit. Eine der modernsten Einrichtungen in
Deutschland, die „Volkswagen Universitätsbibliothek“ öffnet am 18. Oktober ihre Pforten.
Der Tagesspiegel 15.07.2004
*Die Artikel wurden stark überarbeitet und gekürzt und sind daher nicht namentlich gekennzeichnet.
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:16 Uhr Seite 31
Autorinnen und Autoren
Elsbeth Arlt Künstlerin, Flensburg Jörg Baumgärtner Dipl.-Ing., Steinbeis-Transferzentrum, Energie-,
Gebäude- und Solartechnik – Stuttgart / Braunschweig Harald Bodenschatz Prof. Dr., Institut für Soziologie
an der Technischen Universität Berlin Alexandra Habermann stellvertretende Direktorin a.D. der
Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin Carola Heffter Teamleiterin und stellvertretende
Abteilungsleiterin Abteilung Gebäude- und Dienstemanagement der Technischen Universität Berlin Raoul Hesse
Dipl.-Ing., Gesellschafter Lichtvision GmbH Kurt Kutzler Prof. Dr., Präsident der Technischen Universität Berlin
Uwe Meyer-Brunswick Dr., stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek der Universität der Künste Berlin
Walter Arno Noebel Prof., Fakultät Bauwesen der Universität Dortmund, Architekt in Berlin Andreas Richter
stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin Hans-Joachim Rieseberg
Leiter der Abteilung Gebäude- und Dienstemanagement der Technischen Universität Berlin Lothar Romain, Prof.,
Präsident der Universität der Künste Berlin Hans Stimmann Dr., Senatsbaudirektor, Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen, Umwelt, Verkehr Berlin Andrea Zeyns Direktorin der Universitätsbibliothek
der Universität der Künste Berlin Wolfgang Zick Dr., Direktor der Universitätsbibliothek der Technischen
Universität Berlin Walther Ch. Zimmerli Prof. Dr. Dr. h.c., Präsident der Volkswagen AutoUni, Mitglied der
Geschäftsführung Volkswagen Coaching GmbH
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:16 Uhr Seite 32
SEITE 30 I 31
IMPRESSUM
Herausgeber Universitätsbibliothek der TU Berlin, Fasanenstraße 88, 10623 Berlin,
Telefon (030) 314-76053, Fax (030)314-76054, Internet www.ub.tu-berlin.de, E-Mail [email protected]
Redaktion Dr. Anke Quast, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Universitätsbibliothek der TU Berlin
Buchkonzept und Layout Architekturbüro Noebel
Fotografie Stefan Müller, Berlin; Siebrand Rehberg, Berlin
Druck und Herstellung WEKA Infoverlag
Auflage 4.000 Stück
Redaktionsschluss November 2004
Copyright Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch die des Nachdrucks von
Auszügen und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten.
TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:16 Uhr Seite 33
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Eine neue moderne Bibliothek in Berlin
Die neue Volkswagen-Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin und der Universität der
Künste öffnete im Oktober 2004 ihre Tore. Damit stehen erstmals über 1,5 Mio. Bücher und Medien, 300
Fachdatenbanken sowie 3.000 elektronische Zeitschriften an einem zentralen Ort zur Verfügung – ein
Bestand, der sich früher auf über 17 Bibliotheken Berlins verteilte.
Die CADAC GmbH, führender Anbieter von server- sowie netzwerkbasierten Sicherheitslösungen, hat
gemeinsam mit SUN Microsystems, Spezialist für offene, vernetzbare und leistungsfähige
Computerlösungen, Produktionsserver und Testserver für das integrierte Bibliothekssystem ALEPH 500
geliefert und installiert. ALEPH 500 basiert auf Industriestandards wie Open URL, XML, OAI, NCIP und
ODBC. Es arbeitet mit einer Oracle® Datenbank, voller Unicode Unterstützung, XML Management Reports
und API Links zu anderen mehrschichtigen Anwendungen. Über den zentralen Bibliotheksserver können alle
Medien rund um die Uhr über das Web im OPAC recherchiert und Bestellungen aus dem geschlossenen
Magazinbestand vorgenommen werden. Sind die gewünschten Titel geordert, können sie in der Leihstelle
entliehen werden. Entleihbare Titel aus den frei zugänglichen Beständen können von den Lesern selbst auf
ihren passwortgeschützten, persönlichen Account an Selbstverbuchungsautomaten verbucht werden.
Ebenfalls hat die CADAC GmbH gemeinsam mit SUN Microsystems die Backup-Lösung bestehend aus
Server, Plattencache und Tape-Library mit den benötigten Veritas-Komponenten geliefert und installiert.
470 Bildschirmarbeitsplätze für Benutzer und Mitarbeiter der Bibliothek wurden mit Monitoren und
Computern ausgestattet. Weitere Workstations sind geplant.
Damit verfügt die Technische Universität Berlin – auch dank der Spezialisten von CADAC und der
Hochleistungstechnik von SUN – über ein hochmodernes Bibliothekssystem.
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CADAC GmbH, Tel.: 030 / 747 097 10; Fax: 030 / 747 097 49
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TUB Festschrift+AZ 26.11.2004 9:16 Uhr Seite 38
Hotels Büros Historische Gebäude Museen
Computerräume und Telekomeinrichtungen
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Metros und Straßentunnel
GetestetGetestet
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hervorragende Brandbekämpfungs-
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geringer Wasserverbrauch
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Im neuen Gebäude der Volkswagen-Universitätsbibliothek haben wir, die Marioff GmbH,
eine vorgesteuerte Sprinkleranlage installiert. Als VdS-anerkannter Errichter blicken wir auf
eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und Generalunternehmer zurück.
Seit Anfang des Jahres 2004 bieten wir unseren Kunden neben den traditionellen Sprinkler-
und Sprühflutanlagen auch Hochdruck-Nebellöschanlagen an. Diese innovativen neuen
Systeme bieten viele Vorteile hinsichtlich geringerer Wasser-, Rauch- und Brandschäden.
Marioff ist auf dem Gebiet der Hochdruck-Nebellöschanlagen Weltmarktführer. Die
Erfahrungen des Unternehmens im Schiffsbau haben zur Entwicklung neuer
Brandschutztechnologien auch in anderen Bereichen beigetragen.
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Nebellöschanlagen. Es wurden spezielle Systeme für den Schutz von Zügen, Tunnelanlagen,
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Krankenhäuser, Hotels und denkmalgeshützte Gebäude entwickelt. Eine
Wasserbeaufschlagung von 5-30% sowie geringe Rohrleitungsquerschnitte gegenüber tradi-
tionellen Löschanlagen sind nur einige der hervorragenden Eigenschaften.
Seit der Einführung 1991 hat sich HI-FOG®weltweit schnell einen Namen in der
Brandschutzbranche gemacht. Es wurde zum Standard, an welchem andere Wassernebel-
Systeme gemessen werden. HI-FOG®ist nicht nur erste Wahl für innovative Anwendungen
sondern auch Ansprechpartner für Versicherer und Industrie, um neue Wege auf dem Gebiet
der Brandschutztechnik zu gehen.
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