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[en] (orig)
Universität Ulm | 89069 Ulm | Germany Fakultät für
Ingenieurwissenschaften
und Informatik
Institut für Datenbanken und Infor-
mationssysteme
Visualisierung und Navigation
komplexer Produktdaten
Bachelorarbeit an der Universität Ulm
Vorgelegt von:
Stefan Hausladen
Gutachter:
Prof. Dr. Manfred Reichert
Betreuer:
Dipl.-Inf. Julian Tiedeken
2015
„Visualisierung und Navigation komplexer Produktdaten“
Fassung vom 16. Februar 2015
c
2015 Stefan Hausladen
Dieses Werk ist unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Germany
License lizensiert: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/
Satz: PDF-L
A
TEX2ε
Inhaltsverzeichnis
Abstract 1
1 Einleitung 3
1.1 Motivation...................................... 4
1.2 Aufgabenstellung.................................. 4
1.3 AufbauderArbeit.................................. 5
2 Das PROCEED-Framework 7
2.1 Problemstellung .................................. 7
2.2 Bestandteile von PROCEED . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
2.2.1 Produktdatenapplikation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
2.2.2 Produktdatenebenen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
2.2.3 LocalOntologies.............................. 9
2.2.4 Common Integration Ontology . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
2.3 Visualisierung und Navigation von Datenabfragen . . . . . . . . . . . . . . . 14
3 Grundlagen des Usability Engineerings 17
3.1 Bedeutungen und Funktionen eines Bildes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
3.2 Medienspezifische Lerntheorien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
3.3 Grundlagen der Bildgestaltung aus psychologischer Sicht . . . . . . . . . . . 20
3.3.1 Nutzung eines Bildes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
3.3.2 Einschränkungen durch die Arbeitsgedächtniskapazität . . . . . . . . 21
3.4 Einschränkungen des Begriffs „visueller Ansatz“ . . . . . . . . . . . . . . . . 22
3.5 UsabilityEngineering................................ 22
3.6 Benutzerschnittstellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
3.6.1 Ein-/Ausgabeschnittstelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
3.6.2 Dialogschnittstelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
3.6.3 Werkzeugschnittstelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
iii
Inhaltsverzeichnis
3.7 Gestaltungsgrundsätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
3.8 Allgemeines Vorgehen bei der Gestaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
3.9 Das Referenzmodell für Usability Engineering der Daimler AG . . . . . . . . . 29
4 Anforderungsanalyse 37
4.1 Geschäfts-/Einsatzziele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
4.2 AnalyseIst-Stand.................................. 38
4.3 Benutzerprofilanalyse ............................... 39
4.4 Kontextuelle Aufgabenanalyse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
4.5 Umgebungsbedingungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung 45
5.1 Anforderung 1: Darstellung der einzelnen abgefragten Objekte aus der CIO . 46
5.2 Anforderung 2: Ansicht der Artefaktattribute . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
5.3 Anforderung 3: Geeignete Gesamtdarstellung aller Ergebniselemente . . . . 49
5.3.1 GeordneteStruktur............................. 50
5.3.2 Geometrische Darstellungsform . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
5.3.3 Ungeordnete Darstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
5.4 Anforderung 4: Geeigneter Rahmen für die Gesamtdarstellung . . . . . . . . 54
5.4.1 Verwendung von Fenstern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
5.4.2 Verwendung von Tabs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
5.4.3 Verwendung von Seiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
5.5
Anforderung 5: Korrespondierende Elemente aus Local Ontologies berück-
sichtigen....................................... 57
5.5.1 Darstellungsort............................... 58
5.5.2 Darzustellende Informationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
5.5.3 Gesamtdarstellung............................. 62
5.5.4 Darstellung der Elemente standardmäßig oder auf Wunsch . . . . . . 63
5.5.5 Zusätzliche Möglichkeiten bei elementweiser Darstellung . . . . . . . 64
5.5.6 Zusammengehörigkeit von CIO- und korrespondierenden Elementen
darstellen.................................. 66
5.5.7 Berücksichtigung von mehrwertigen Korrespondenzen . . . . . . . . . 69
5.6 Anforderung 6: Ebenenwechsel zu Varianten und Versionen . . . . . . . . . . 70
5.6.1
Darstellung der einzelnen Varianten und Versionen samt Attributwerten
71
5.6.2 Geeignete Gesamtdarstellung der Varianten und Versionen . . . . . . 71
iv
Inhaltsverzeichnis
5.6.3
Geeigneter Rahmen für Gesamtdarstellung der Varianten und Versionen
72
Fenster ................................... 72
Tabs..................................... 73
Seitenansicht................................ 74
5.6.4 Ebenenwechsel - global oder elementweise . . . . . . . . . . . . . . . 76
Globaler Ebenenwechsel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Elementweiser Ebenenwechsel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
5.6.5 Ebenen der korrespondierenden Elemente berücksichtigen . . . . . . 79
6 Kompletter elementweiser Ansatz 85
6.1 Darstellung der einzelnen abgefragten Objekte aus der CIO . . . . . . . . . . 85
6.2 Ansicht der Artefaktattribute . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
6.3 Geeignete Gesamtdarstellung aller Ergebniselemente . . . . . . . . . . . . . 88
6.4 Geeigneter Rahmen für eine Gesamtdarstellung . . . . . . . . . . . . . . . . 89
6.5 Darstellung der korrespondierenden Elemente aus Local Ontologies . . . . . 90
6.5.1 Darstellungsort............................... 90
6.5.2 Dargestellte Informationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
6.5.3 Gesamtdarstellung............................. 91
6.5.4 Zeitpunkt der Darstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92
6.5.5 Darstellungsart............................... 92
6.5.6 Zusammengehörigkeit von CIO- und korrespondierenden Elementen . 94
6.5.7 Berücksichtigung von mehrwertigen Korrespondenzen . . . . . . . . . 94
6.6 Ebenenwechsel................................... 96
6.6.1
Darstellung der einzelnen Varianten und Versionen samt Attributwerten
96
6.6.2 Geeignete Gesamtdarstellung der Varianten und Versionen . . . . . . 96
6.6.3
Geeigneter Rahmen für Gesamtdarstellung der Varianten und Versionen
97
6.6.4 Art des Ebenenwechsels . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97
6.6.5 Ebenen der korrespondierenden Elemente . . . . . . . . . . . . . . . 98
7 Kompletter globaler Ansatz 101
7.1 Darstellung der einzelnen abgefragten Objekte aus der CIO . . . . . . . . . . 101
7.2 Ansicht der Artefaktattribute . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101
7.3 Geeignete Gesamtdarstellung aller Ergebniselemente . . . . . . . . . . . . . 102
7.4 Geeigneter Rahmen für eine Gesamtdarstellung . . . . . . . . . . . . . . . . 102
v
Inhaltsverzeichnis
7.5 Darstellung der korrespondierenden Elemente aus Local Ontologies . . . . . 104
7.5.1 Darstellungsort...............................104
7.5.2 Dargestellte Informationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
7.5.3 Gesamtdarstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
7.5.4 Zeitpunkt der Darstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
7.5.5 Darstellungsart...............................106
7.5.6 Zusammengehörigkeit von CIO- und korrespondierenden Elementen . 107
7.5.7 Berücksichtigung von mehrwertigen Korrespondenzen . . . . . . . . . 108
7.6 Ebenenwechsel...................................108
7.6.1
Darstellung der einzelnen Varianten und Versionen samt Attributwerten
110
7.6.2 Geeignete Gesamtdarstellung der Varianten und Versionen . . . . . . 110
7.6.3
Geeigneter Rahmen für Gesamtdarstellung der Varianten und Versionen
112
7.6.4 Art des Ebenenwechsels . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112
7.6.5 Ebenen der korrespondierenden Elemente . . . . . . . . . . . . . . . 113
8 Realisierung und Evaluation 115
8.1 Elektronische UI-Prototypen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116
8.2 Evaluationen und Tests . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
Zusammenfassung 123
Literaturverzeichnis 129
vi
Abstract
Heutige Fahrzeuge bestehen aus bis zu 120 elektronischen und elektrischen Komponenten.
Durch die steigende Anzahl solcher Komponenten steigt automatisch auch die Anzahl an
zu verwaltenden Produktdaten. Da diese in ihrer Entwicklung aktuell noch sehr individuell
behandelt und gespeichert werden, ist eine einheitliche Integration dieser Daten nur mit sehr
großem Aufwand möglich. Mit Hilfe des PROCEED-Frameworks
1
soll dieses Problem gelöst
werden. Durch die Schaffung von einer einheitlichen semantischen Datenstruktur soll sowohl
eine anwendungsunabhängige Datenintegration als auch eine einheitliche Datenabfrage
ermöglicht werden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Ergebnisse solcher
Datenabfragen visuell dargestellt werden können und wie man durch solche Ergebnisse
navigieren kann. Dabei wird vorab auf die psychologischen Hintergründe von Visualisierun-
gen und das Konzept des Usability Engineerings eingegangen. Dieses Konzept dient als
Grundlage für die Visualisierung und Navigation der komplexen Produktdaten. Nachdem die
für diese Arbeit relevanten Phasen des Usability Engineerings analysiert wurden, werden
Anforderungen für die Visualisierung von komplexen Produktdaten abgeleitet. Auf Basis
dieser Anforderungen werden in dieser Arbeit zwei komplette visuelle Ansätze entwickelt
und als digitale Mockups umgesetzt.
1PROactive Consistency for E/E-Product-Data-Management
1
1 Einleitung
Während Fahrzeuge in den 1980er Jahren überwiegend aus mechanischen Komponenten
bestanden, deren einzige elektronische Komponenten Scheibenwischer, Scheinwerfer und
wenn möglich ein Radio waren, so bestehen heutige Fahrzeuge aus bis zu 120 elektroni-
schen und elektrischen (E/E-) Komponenten [
Kar13
,
FGH+09
]. Neben Karosseriebelangen
und umweltfreundlicheren Faktoren sind die E/E-Komponenten ein Hauptentwicklungs-
punkt. Gemeint sind damit neben Steuergeräten, Aktuatoren und Sensoren für Antrieb und
Fahrwerk vor allem auch Komponenten der Komfortelektronik wie beispielsweise Klima,
Infotainment, Telekommunikation sowie Fahr-, Brems- und Abstands-Assistenten. Dabei
werden bereits vorhandene Komponenten stetig weiterentwickelt und immer wieder neue,
innovative Komponenten in das Fahrzeug integriert. Dadurch steigt der Grad der Komplexität
beziehungsweise insbesondere die Anzahl an zu verwaltenden Produktdaten innerhalb eines
Autos deutlich an. Doch viel entscheidender als die hohe Anzahl an Produktdaten ist die Art
und Weise, wie diese Produktdaten in ihrer Entwicklung behandelt werden. Die Entwicklung
findet heutzutage nicht mehr zentral an einem Standort unter der Leitung einer Abteilung
statt, sondern die Daten werden von mehreren Produzenten erstellt und von mehreren
Abteilungen verarbeitet und weitergereicht. Statt in einer zentralen und vor allem einheitli-
chen Applikation, werden die Produktdaten in unterschiedlichen heterogenen IT Systemen
dokumentiert, die untereinander keine Schnittstelle haben. Zusätzlich laufen dabei viele der
Entwicklungsschritte unabhängig und teils auch parallel voneinander ab. Gerade aus diesen
genannten Punkten muss dringend eine Vereinheitlichung stattfinden, damit ein Austausch
beziehungsweise eine Integration von Produktdaten erfolgen kann. Schließlich soll somit
eine verständlichere und klarere Informationsbereitstellung gewährleistet werden.
3
1 Einleitung
1.1 Motivation
Der Wunsch nach einer Vereinheitlichung der Datenstruktur zur Ermöglichung einer Integra-
tion von E/E-Produktdaten bedarf eines neuartigen Frameworks. Bisherige Ansätze weisen
leider noch erhebliche Probleme auf, die mit Hilfe des PROCEED-Frameworks aufgegriffen
und gelöst werden. PROCEED soll eine einheitliche Datenabfrage über Produktdaten aus
heterogenen IT Systemen ermöglichen, welche bisher aufgrund von z.B. fehlender Dokumen-
tation oder Mehrdeutigkeiten bei der Benennung gleicher Teile nur mit viel Aufwand möglich
war. Mit diesem Framework sollen Benutzer nicht nur in der Lage sein Abfragen einfacher zu
erstellen, sondern diese auch übersichtlich und grafisch an das System stellen zu können.
Doch eine Unterstützung hinsichtlich der Datenabfrage für den Benutzer ist nur dann wirklich
hilfreich, wenn er auch mit dem Ergebnis sinnvoll arbeiten beziehungsweise das Ergebnis
effizient analysieren kann. PROCEED wird unter dem Aspekt des Usability-Engineerings
entwickelt und zielt somit auf eine Entwicklung ab, die zu Gunsten der Benutzer ausfällt.
Alle nötigen Arbeitsschritte des Benutzers sollen damit so effektiv und effizient wie möglich
vollzogen werden können. Folglich ist es im Sinne der gesamten Entwicklung, dass auch
die Ergebnisse von Abfragen dem Benutzer in einer Art und Weise dargestellt werden, die
zum schnellen Verständnis beiträgt.
1.2 Aufgabenstellung
Das Ziel dieser Arbeit ist es, visuelle Ansätze zu konzipieren, die ein Ergebnis einer Daten-
abfrage darstellen sollen. Anhand einer vorher durchgeführten Usability-typischen Benutzer-
und Aufgabenanalyse ergeben sich bestimmte Anforderungen an das Framework und des-
sen Gestaltung, die entscheidend in die Entwicklung der Ansätze eingebunden werden.
Zusätzlich zur Visualisierung wird auch die Navigation durch einzelne Elemente ein Teil
dieser Arbeit sein.
4
1.3 Aufbau der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
Zunächst beschäftigt sich Kapitel 2 mit einer ausführlicheren Darstellung des PROCEED-
Frameworks, in dem die wichtigsten Begriffe und Strukturen geklärt werden. Dem folgt eine
Eingrenzung des Themengebiets auf den eigentlichen Fokus dieser Arbeit, nämlich der
Visualisierung und Navigation komplexer Produktdaten. In Kapitel 3 wird die Bedeutung von
Bildern und deren Vorteile gegenüber einer textuellen Darstellung hervorgehoben. Außer-
dem werden grundlegende Begriffe des Usability Engineerings und Designkriterien definiert
und erläutert. Im weiteren Verlauf dieses dritten Kapitels wird das Usability Referenzmodell
der Daimler AG herangezogen und dessen Phasen und Prozessschritte erklärt. Aufbauend
auf diesem Modell werden in Kapitel 4 die für diese Arbeit relevanten Prozessschritte der
Analysephase des Referenzmodells abgearbeitet. Anhand der dort erhaltenen Anforderun-
gen an das System werden diese in Kapitel 5 einzeln abgearbeitet und auf die Gestaltung
übertragen. Die Kapitel 6 und 7 präsentieren komplette visuelle Ansätze, die die vorher
analysierten Anforderungen berücksichtigen. Abschließend werden in Kapitel 8 digitale,
interaktive Mockups der beiden Ansätze gezeigt, um den Bezug zur technischen Umsetzung
herzustellen.
5
2 Das PROCEED-Framework
Das PROCEED-Framework ist ein Projekt des Instituts für Datenbanken und Informations-
systeme der Universität Ulm in Kooperation mit der Daimler AG. Mithilfe dieses Frameworks
soll die Produktdatenintegration im Automobilbereich verbessert werden. Der Sinn und
Zweck dieses Projekts sowie dessen wichtigste Bestandteile und Strukturen werden in
diesem Kapitel dargelegt.
2.1 Problemstellung
Das zugrunde liegende Problem der Automobilbranche lässt sich in einem Satz zusammen-
fassen: Produktdaten werden in heterogenen IT Systemen dokumentiert, die untereinander
keine Schnittstellen haben. Grund dafür sind neben der in den Jahren drastisch gestiegenen
Anzahl an Steuerelementen eines Autos auch die sehr dynamischen Entwicklungsprozesse
im E/E-Bereich. Mechanische Produktdatenmanagement-Systeme existieren schon sehr
lange. Im E/E-Bereich hingegen entstehen ständig neue Standards und Technologien. Doch
für die Dokumentation von relevanten Artefakten entstehen unabhängig voneinander Appli-
kationen, die untereinander keine Schnittstelle besitzen. Die Idee, alle Applikationen durch
ein Produktdatenmanagement-System abzulösen, ist jedoch auf Grund der Rahmenbe-
dingungen (verschiedene Personen bei der Entwicklung, unterschiedliche Anforderungen,
dynamische Entwicklungsprozesse, Änderungen) nicht möglich. Durch die enge Zusam-
menarbeit ist es aber dringend notwendig, Daten in bestimmten Entwicklungsschritten
(z.B. Digital Mockup
1
und Physical Mockup
2
) zu integrieren. Bisher können solche anwen-
dungsübergreifenden Anwendungsfälle durch die Vielzahl an meist unabhängig entwickelten
1
Digital Mockup bezeichnet ein möglichst wirklichkeitsgetreues, computergeneriertes Versuchsmodell, das haupt-
sächlich verwendet wird, um einen Teil der sehr teuren, realen Produktprüfung durch Computersimulationen zu
ersetzen [Wika].
2
Physical Mockup bezeichnet ein reales Versuchsmodell, an dem Funktionsweisen getestet und Probleme
aufgezeigt werden sollen [Wikb].
7
2 Das PROCEED-Framework
Systemen und Komponenten aber nur mit sehr hohem manuellen Aufwand realisiert werden.
An diesem Punkt setzt nun das PROCEED-Framework an, das relevante Produktdaten in
ein einheitliches Datenschema integriert.
2.2 Bestandteile von PROCEED
Das Ziel dieser Arbeit ist die Visualisierung und Navigation durch komplexe Produktda-
ten. Zum besseren Verständnis der Hintergrundthematik werden in diesem Abschnitt die
wichtigsten Begriffe und Bestandteile des PROCEED-Frameworks erläutert.
2.2.1 Produktdatenapplikation
Um die verschiedenen Entwicklungsaufgaben erledigen zu können, werden eine Vielzahl
von Anwendungen verwendet. Jede dieser Anwendungen besitzt ein konzeptuelles Schema,
welches die Beschreibung der jeweiligen Anwendung basierend auf Konzepten und ihren
Zusammenhängen darstellt. Dieses Schema resultiert aus Langzeiterfahrungen und bietet
somit einen hohen Geschäftswert, weshalb die jeweiligen Entwickler einer vollkommenen
Offenlegung ihrer Anwendung kritisch gegenüberstehen. Nichtsdestotrotz wird in der Praxis
auf eine große Menge solcher Anwendungen zurückgegriffen, wodurch zahlreiche Elemente
mit teilweise überlappenden, also redundanten Informationen entstehen. Außerdem enthält
jedes System neben dokumentierten Informationen auch nur selten dokumentiertes impli-
zites Wissen. Dieses Wissen beschränkt sich auf die Experten und Nutzer der jeweiligen
Anwendung. Eine explizite Dokumentation von Wissen, welches für die Experten und Mitar-
beiter selbstverständlich ist, bringt diesem Teil der Anwender keinen Mehrwert, aber einen
erheblichen Mehraufwand. Neben dem Geschäftswert ist vor allem das der Grund für die
oftmals fehlende Dokumentation des impliziten Wissens. Für das allgemeine Verständnis
aller anderen Nutzer kann das implizite Wissen jedoch wichtig sein. In einem größeren
Zusammenhang mit anderen Applikationen kann sogar ein Mehrwert für alle Beteiligten
entstehen. Ein Beispiel für implizites Wissen: Eine Komponente, z.B. „Scheinwerfer“, wird
in dem System nur einmal dokumentiert (um Redundanzen zu vermeiden), aber im Fahr-
zeug zweimal benötigt. Erst beim Exportieren dieser Produktdaten wird der Scheinwerfer
8
2.2 Bestandteile von PROCEED
dupliziert und ein linker und ein rechter angelegt. Deshalb ist es wichtig, auch das implizite
Wissen zu berücksichtigen. Zum besseren Verständnis veranschaulicht Abbildung 2.1 die
gesamte Problemstellung: Verschiedene Nutzer dokumentieren unterschiedliche Aspekte in
unterschiedlichen Applikationen. Da diese unterschiedliche Anforderungen haben, sind die
Datenmodelle heterogen statt homogen. Außerdem kommt hinzu, dass „gleiche“ Realwelt-
objekte unterschiedlich bezeichnet werden und somit eine direkte Zuordnung nicht immer
automatisch möglich ist. Aus diesen Gründen müssen die Produktdaten in ein gemeinsames,
konzeptionelles Schema (dieses wird im weiteren Verlauf Common Integration Ontology
genannt, vgl. Abschnitt 2.2.4) integriert werden.
2.2.2 Produktdatenebenen
Grundsätzlich wird bei den Produktdaten nach der Transformation in eine Local Ontology
(siehe Abschnitt 2.2.3) zwischen
Schema-Concepts
und
Individuals3
und innerhalb dieser
Trennung zwischen den vier Produktdatenebenen
Product Data Collection4
,
Object
,
Va-
riant
und
Version
unterschieden. Beispiele für Schema-Concepts auf Objektebene sind
z.B. Komponenten, Systeme, Netzwerke, Anforderungen und Tests. Jedes dieser Concepts
hat eine gewisse Anzahl an Individuals. Außerdem können Objekte in unterschiedlichen
Varianten vorhanden sein (z.B. ein Motorsteuergerät ist ein Objekt und kann für unter-
schiedliche Motorausführungen entwickelt werden, z.B. Diesel und Benziner). Da Produkte
während der Entwicklung kontinuierlich weiterentwickelt werden, entstehen eine Vielzahl an
Produktdatenversionen.
2.2.3 Local Ontologies
Da Produktdaten in jedem System individuell gespeichert werden (vgl. Abschnitt 2.2.1), müs-
sen Vorkehrungen getroffen werden, bevor sie in die Common Integration Ontology integriert
werden können. Damit ist vor allem eine Vereinheitlichung der Struktur aller Produktdaten
(vgl. Abschnitt 2.2.2) durch eine vorherige Transformation in eine sogenannte
Local Onto-
logy (LO)
gemeint. Diese Transformation ist wichtig, um die Datenmodellheterogenität zu
3Ausprägungen, vergleichbar mit Datenbankeinträgen
4
Objekte werden mittels Product Data Collections gebündelt. Hierbei kann es sich z.B. um eine Fahrzeugbaureihe
handeln.
9
2 Das PROCEED-Framework
Software
Testdokumente
Anforderungen
Legende:
implizites Wissen Privates IT-System Benutzer Datenaustausch
fehlender Austausch/
Schnittstellen
fehlender Austausch/
Schnittstellen
Abbildung 2.1:
Verschiedene Nutzer dokumentieren unterschiedliche Aspekte in unterschied-
lichen Applikationen. Da diese unterschiedliche Anforderungen haben, sind
die Datenmodelle heterogen. Zusätzlich werden „gleiche“ Realweltobjekte
unterschiedlich bezeichnet, wodurch eine direkte Zuordnung nicht immer au-
tomatisch möglich ist. Deshalb müssen die Produktdaten in die CIO integriert
werden.
10
2.2 Bestandteile von PROCEED
überwinden. Wie ein privates IT System seine Daten auf eine Local Ontology abbildet, bleibt
den Verantwortlichen des Systems letztlich selbst überlassen. Die Transformation wiederum
muss für alle Systeme durchgeführt werden. Um die unterschiedlichen Produktdatenebenen
und den Zusammenhang von Schema-Concepts und deren Individuals zu veranschaulichen,
zeigt die Abbildung 2.2 ein Beispiel für eine Local Ontology.
2.2.4 Common Integration Ontology
Die Local Ontologies sorgen für einen plattformunabhängigen und einheitlichen Zugriff auf
Produktdaten aus unterschiedlichen IT Systemen. Die eigentliche Integration, also Zusam-
menführung von Produktdaten, findet aber in der
Common Integration Ontology (CIO)
statt.
Genauer gesagt werden semantisch verwandte Elemente verschiedener Local Ontologies
zu neuen Elementen zusammengefasst, die dann Teil der CIO sind. Diese integrierten
Elemente bilden die Basis zur Abfrage von E/E-Produktdaten, weshalb diese weitere Ab-
straktionsschicht mitsamt seinen Elementen den Hauptfokus der weiteren Erkenntnisse
und Entwicklungen dieser Arbeit bildet. Wegen möglichen Unterschieden in den einzelnen
Local Ontologies besteht die Gefahr, dass Elemente aus mehreren dieser Ontologies das
gleiche repräsentieren, aber in der Common Integration Ontology nicht zugeordnet werden
können. Deshalb werden Abbildungsegeln benötigt, um trotzdem eine Zuordnung umsetzen
zu können. Solche Regeln werden im Folgenden auch als
Mappings
bezeichnet. Da die
Anzahl der Schema-Concepts überschaubar ist, kann ein Mapping auf dieser Ebene noch
manuell durch einen Mitarbeiter vollzogen werden. Dabei müssen für ein Element aus
einer Local Ontology und dessen passenden Elements aus der CIO Eigenschaften für das
Mapping angegeben werden. Zum einen muss angegeben werden, in welcher Art die beiden
Elemente in Beziehung stehen, also ob sie sich z.B. gleichen, das Element der Local Onto-
logy nur einen Teil des anderen Elements darstellt oder umgekehrt. Zum anderen besitzt
eine Mapping-Beziehung eine oder mehrere Regeln. Beispielsweise ähneln sich Elemente
oftmals in ihrer Bezeichnung, was durch eine einfache Zeichenketten-Übereinstimmung
bestimmt werden kann. Andere Möglichkeiten wären eine Zuordnung über reguläre Aus-
drücke oder einer Zuordnung über eine Tabelle. Ist ein solches manuelles Concept-Mapping
abgeschlossen, können daraus automatisch Mappings der zugehörigen Individuals abge-
leitet und durchgeführt werden. Es kann jedoch vorkommen, dass sich keine passenden
Mappings zwischen Individuals einer Local Ontology und einer CIO bilden lassen. Außerdem
11
2 Das PROCEED-Framework
Local Ontology
Product Data
Layer Object Layer Variant Layer Version Layer
Schema-Concept
Individual
Product
Name
Description
Responsible
Limousine
Limousine
Model 2015
John Doe
Network
Name
Description
Responsible
Component
Name
Description
Responsible
Engine Control
Engine Control
Main Engine Control
Paul Mayer
Comp. Variant
Name
Description
Feature
Diesel Engine V2
Diesel Engine
Bug fix 3423
2
Network Version
Name
Description
Versionnumber
Comp. Var. Version
Name
Description
Versionnumber
Gasoline Engine
Gasoline Engine
200kW, bi-turbo
Gasoline, Bi-turbo
Diesel Engine
Diesel Engine
120kW, turbo
Diesel, turbo
Diesel Engine V1
Diesel Engine
New Common Rail
1
Attribute
Attribute Value
inter layer schema connection
inter layer individual connection
Abbildung 2.2:
Beispiel einer Local Ontology mit allen dazugehörigen Produktdatenebenen
und beispielhaften Schema-Concepts und Individuals.
12
2.2 Bestandteile von PROCEED
kann es passieren, dass die Integration nicht vollständig automatisch geschehen ist und
einige Abbildungen fehlen oder falsch vom Algorithmus erkannt worden sind. In diesem
Fall müssen Dokumentaristen (
Data Quality Engineers
) diese Elemente manuell überprüfen
und gegebenenfalls Mappings von Hand erstellen. Sind all diese Schritte vollzogen, findet
man eine einheitliche Datenbasis vor, in der man alle notwendigen Schemata und Individu-
als samt Attributen vorfindet. Anhand dieser Basis können nun Datenabfragen, die einen
Ausschnitt aus der Common Integration Ontology darstellen, für verschiedene Prüfungen
und fachliche Anfragen durchgeführt werden. Da das Thema Mappings beziehungsweise
Korrespondenzen zwischen den Produktdaten für das weitere Verständnis dieser Arbeit
wichtig sind, dient die folgende Zusammenfassung samt Abbildung 2.3 nochmals als Hilfe.
ECU
Title
Description
Responsible
Componentref
Model Series
Project
Description
Responsible
ECU
VariantVersion
Name
Description
Versionnumber
Requirements
Component
Name
Description
Responsible
Ref
Product
Name
Description
Responsible
Component
Variant
Name
Description
Featuredesc.
Component
VariantVersion
Name
Description
Responsible
VersionID
Req.-Doc
Geometrymodel
Schema Concept
Attribute Rule
Local Ontology L
1
5
Limousine
Limousine
Model 2015
John Doe
P_2014_L
P_2014_L
Release 15
David Bach
Engine Control
Engine Module
Main Module
Paul Mayer
N3/37
Engine
D-Mot
Engine
Main Module
Kelly Bilson
D-Mot Control
...
D-Mot
ECM
Engine_Version
_23
Engine_1
Main Module
Diesel Engine
Engine Module
Common Rail
Diesel, Turbo
Diesel Engine V23
Diesel Engine
Four cylinders
Bill Jackson
V23
EngineV1.jt
ECU
Variant
Name
Description
Features
Version_23
ECM.doc
String Equivalence,
(Levenshtein, 0.6)
Mapping Table
Regular Expression,
Version_([0-9]+)V\1
String Equivalence,
(Levenshtein, 0.5)
Mapping Table 1
2
3
4
5
override
AND
7
append 6
Schema Concept Attribute Inter Layer
Schema Concept
Connection
Legend:
Individual Attribute Value
Common Integration Ontology CIO
Abbildung 2.3: Beispiel von LO und CIO mit eingezeichneten Korrespondenzen
13
2 Das PROCEED-Framework
Beim Thema Mapping muss zwischen
Regeln
und
Aktionen
unterschieden werden:
Sche-
ma Concept Attribute Rules (SCARs)
beschreiben Regeln, um gleiche Realweltobjekte zu
finden. Zeichenketten-Äquivalenzen (string equivalences) oder reguläre Ausdrücke (regular
expressions) (vgl. Abbildung 2.3, Mittelspalte) sind Beispiele für solche Regeln, um zusam-
mengehörige Elemente zu finden. Dabei kann festgelegt werden, dass mehrere Regeln
zutreffen müssen um die Zuammengehörigkeit definitiv zu bestimmen. Noch detaillierter
können solche Regeln mit Hilfe von AND- und OR-Operatoren definiert werden. Wenn
eine Regel zutrifft, werden Attributewerte von Schema-Concepts einer Local Ontology in
Attribute von Schema-Concepts der CIO kopiert. Dazu werden Aktionen definiert, die
Sche-
ma Concept Attribute Actions (SCAA)
heißen. In Abbildung 2.3 wird zum Beispiel durch
Zeichenketten-Äquivalenzen festgestellt, dass das Element
Engine
der Local Ontology
L1
und das Element Engine Control aufgrund ihrer ähnlichen Namen zusammengehören. So-
mit können für diese beiden Elemente Aktionen definiert werden, um die Attributwerte von
Engine in das Element Engine Control in der CIO zu kopieren.
2.3 Visualisierung und Navigation von Datenabfragen
Abfragen der Common Integration Ontology können bisher textuell oder grafisch erfolgen.
Diese werden im PROCEED-Framework über einen Dialog erstellt und dann auf die CIO
angewendet. Damit ist die eine Seite einer Datenabfrage schon im Framework verwirklicht
worden. Sowohl die Darstellung von Abfrageergebnissen als auch die Navigation in diesen
Ergebnissen sind bisher nicht berücksichtigt worden und sollen in dieser Arbeit näher
untersucht werden. Wesentliche Gesichtspunkte, die dabei zu beachten sind, sind zum
Beispiel die Frage, ob die Ergebnisse textuell dargestellt werden sollen oder ob man sich
an einer grafischen Lösung orientiert. Eine weitere Frage ist, was überhaupt dargestellt
werden soll, also ob man als visuelles Ergebnis lediglich einen Teilausschnitt einer Common
Integration Ontology vorfindet oder passend zu den einzelnen verknüpften Elementen die
Local Ontologies mitgeliefert werden. Wenn dies der Fall ist, gilt es zu untersuchen, was
geschieht, wenn es zu einem Element der CIO zu viele Local Ontologies gibt, die noch
sinnvoll dargestellt werden können. Sobald man dieses Problem gelöst hat, ergeben sich
daraus jedoch direkt die nächsten Fragen: Wie kann man an dieser Stelle eine Navigation
durch ein Ergebnis steuern, welche Möglichkeiten gibt es dabei und an welche Grenzen
14
2.3 Visualisierung und Navigation von Datenabfragen
stößt man? Als Rahmen um die ganze Entwicklung ist die Gestaltung im Sinne des Usability
Engineerings gedacht, d.h. die Gestaltung fokussiert sich durchgehend auf die beteiligten
Benutzern und wie sie ihre Aufgaben am effektivsten, effizientesten und mit einem gewissen
Grad an Zufriedenheit erledigen können. Unter Berücksichtigung dieser Ziele soll dabei am
Ende ein System entstehen, welches nicht nur ein ästhetisches Design besitzt, sondern
auch den Aufgaben entsprechend gut umgesetzt worden ist. Einen tieferen Einblick in den
Bereich der Usability gibt das Kapitel 3, in dem unter anderem der Begriff genauer erklärt
und wichtige Elemente davon genannt und nähergebracht werden.
15
3 Grundlagen des Usability Engineerings
In dieser Arbeit werden Ansätze entwickelt in denen Teile der Common Integration Ontology
als Ergebnisse einer Datenabfrage visuell dargestellt werden. Dabei wäre es auch möglich,
die Ergebnisse in einer Tabelle oder einer anderen textuellen Beschreibung darzustellen.
Bilder ermöglichen jedoch eine schnellere Entstehung eines mentalen Modells im Kopf,
mit dem die wichtigsten Punkte eines Sachverhalts im Gehirn verstanden werden können.
Bei Texten dauert dieser Vorgang länger und belastet meist das Arbeitsgedächtnis des
Menschen in höherem Ausmaß [
Seu13a
]. Bilder haben folglich eine gewisse Mächtigkeit und
einen Einfluss auf das medienspezifische Lernverhalten von Menschen. Deshalb beschäftigt
sich dieses Kapitel zuerst mit der Bedeutung von Bildern und daraufhin mit dem Begriff
Usability, der für die Entwicklung visueller Ansätze und Oberflächen von großer Bedeutung
ist.
3.1 Bedeutungen und Funktionen eines Bildes
Bilder sowie Texte gehören zum Oberbegriff Multimedia. Dieser besteht aus einer techni-
schen, einer sensorischen und einer semiotischen Ebene. Die semiotische Ebene ist die
Ebene der Zeichenarten und behandelt Formen einer Darstellung wie Texte, Bilder und
Diagramme. Vor allem jedoch verdeutlicht sie den Unterschied zwischen Text und Bild. Es
gibt zwei Arten, um beispielsweise ein Auto zu beschreiben. Ein Auto kann man mit Hilfe der
Symbolstrukturen A, U, T und O beschreiben. Eine andere Möglichkeit wäre die Verwendung
von analogen Strukturen, wodurch ein Bild beziehungsweise eine grafische Darstellung
eines Autos als Beschreibung entsteht. Der Vorteil von solchen sogenannten Depiktionen ist
die Ähnlichkeit zum Begriff Auto, denn das Bild repräsentiert den eigentlichen Sachverhalt
deutlich anschaulicher als die vier Buchstaben des Wortes Auto. Aufgrund dieser Tatsache
ergeben sich einige Funktionen von Bildern (vgl. [Seu13b]):
17
3 Grundlagen des Usability Engineerings
Bilder helfen dem Verständnis, denn sie helfen eine konkrete Vorstellung zu entwickeln
und Prozesse vor dem geistigen Auge ablaufen zu lassen.
Sie veranschaulichen Informationen aus Statistiken oder Tabellen, sodass man alles
auf einen Blick sehen kann.
Bilder können dynamisch sein und dadurch reale Bewegungen mental vorstellbar
machen.
Bilder helfen Probleme (z.B. häufige Stellen von Blechschäden an Autos) zu lösen, da
eine bildhafte Beschreibung der Stellen einfach und offensichtlich ist.
Bilder leiten konkret bei Handlungen an und helfen beim Behalten und Verstehen von
Strukturen und Sachverhalten.
3.2 Medienspezifische Lerntheorien
Vergleiche von Text und Bild sowie die Erkenntnis einer unterschiedlichen menschlichen
Auffassungsgabe sind durch verschiedene medienspezifische Lerntheorien wissenschaftlich
untersucht und belegt worden. Die Grundtheorie, auf die all diese Theorien basieren, ist das
Modell der dualen Kodierung von Paivio [
Pai86
]. Hier wird davon ausgegangen, dass Text
und Bild verschiedene Systeme im menschlichen Gehirn ansprechen. Während abstrakte
Worte lediglich das verbale System aktivieren, können nur konkrete, anschauliche Worte
sowohl das verbale als auch das imaginale System aktivieren. Bilder jedoch aktivieren
grundsätzlich beide menschliche Systeme. Durch diese duale Kodierung beziehungsweise
der doppelten Abspeicherung im Gehirn kann man sich besser an Bilder als an Begriffe
und Texte erinnern. Zu jedem Bild lässt sich also eine Beschreibung erstellen, umgekehrt
jedoch nicht. Auch weitere Theorien wie die Cognitive Theory of Multimedia Learning
[
May01
] belegen eine unterschiedliche Verarbeitung von bildhaftem und textuellem Inhalt
und untermauern die Vorteile einer grafischen Darstellung. Ein weiteres Beispiel liefert das
Modell des integrierten Text- und Bildverstehens [
SB99
]. In diesem Modell (vgl. Abbildung
3.1) werden die einzelnen Verarbeitungsschritte für Text und Bild dargestellt, wobei zwischen
einer externen Darstellung, einer Oberflächenrepräsentation und einer tiefen Verarbeitung
des Textes beziehungsweise Bildes (von unten nach oben) unterschieden wird.
18
3.2 Medienspezifische Lerntheorien
Abbildung 3.1: Modell des integrierten Text- und Bildverstehens, siehe [Seu13a].
Angewandt auf das PROCEED-Framework bedeutet dies, dass eine textuelle Beschreibung
von Objekten eines Schema-Concepts beispielsweise zunächst auf subsemantischer Ebene
verarbeitet wird, d.h. man merkt sich lediglich die Textoberflächenrepräsentation (hier: die
Namen plus evtl. Attribute der Objekte und korrespondierenden Elemente). Basierend auf
diesem Schritt folgt die semantische Verarbeitung, indem versucht wird, einzelne Begriffe,
die die Kernaussage des Textes darstellen (Propositionen), aus dem Text zu bilden. Erst
nach diesen beiden Schritten auf sprachlicher Ebene folgt bei einer textuellen Darstellung die
Konstruktion eines bildhaften mentalen Modells. Aus den einzelnen abgeleiteten Begriffen
wird hierbei eine analoge Repräsentation geschaffen, die letztlich der des Abfrageergeb-
nisses ähnelt. Als Ergebnis besitzt man somit letztlich ein Bild im Kopf, das die einzelnen
betroffenen Objekte der Datenabfrage beschreibt, welche entsprechend mit ihren jeweiligen
korrespondierenden Elementen verknüpft sind. Bei einer bildhaften Repräsentation einer
Struktur geschieht die Konstruktion eines mentalen Modells in dieser Theorie schneller.
Das Bild muss zwar ebenfalls gedanklich auf seine Oberflächenrepräsentation reduziert
werden, daraus kann jedoch bereits ein mentales Modell erstellt werden. Dies ist zwar
19
3 Grundlagen des Usability Engineerings
ein wesentlich informationsärmeres Bild, ermöglicht aber eine klare Vorstellung von dem
gezeigten externen Bild.
Beim Textverstehen ist folglich ein interner Übersetzungsprozess beziehungsweise Sprach-
wechsel von Sprachzeichen zu Bildzeichen notwendig. Bei einem Bild entfällt dieser Schritt,
man erreicht also schneller den gewünschten Zielpunkt des Verstehensprozesses. Somit
kann für die visuellen Ansätze abgeleitet werden, dass es wesentlich sinnvoller ist, vor allem
die Zusammenhänge zwischen Ergebniselementen und korrespondierenden Elementen
bildhaft statt textuell darzustellen. Dadurch entsteht beim Benutzer ein schnelleres mentales
Modell und er versteht leichter, welche Elemente mit welchen in Verbindung stehen.
3.3 Grundlagen der Bildgestaltung aus psychologischer
Sicht
Aufgrund der Erkenntnisse des vorherigen Abschnitts sind Bilder beziehungsweise grafische
Darstellungen besser als textuelle Beschreibungen zur Veranschaulichung von Sachverhal-
ten geeignet. Dieser Abschnitt erläutert nun, was daraus für die Nutzung beziehungsweise
Gestaltung von Bildern abgeleitet werden kann. Daraufhin wird auf die Auswirkung auf das
Arbeitsgedächtnis eingegangen.
3.3.1 Nutzung eines Bildes
Betrachtet man die in Abschnitt 3.1 genannten Funktionen eines Bildes, so lassen sich
daraus zwei wesentliche Punkte bezüglich der Nutzung eines Bildes zusammen mit dem
Modell des integrierten Text- und Bildverstehens ableiten. Erstens müssen Bilder sowohl
das Verstehen als auch die Wahrnehmung fördern. Zweitens gehören zum Verständnis eine
klare Bildaussage sowie eine pragmatisch einfache Darstellung. Wichtig ist hierbei zum
Beispiel die Wahl eines passenden Diagramms und der farblichen Betonung der visuellen
Informationen. Möchte man beispielsweise Vergleiche mit Hilfe eines Diagramms darstellen,
sollte man Flächen oder Volumen vermeiden, da hierbei Unterschiede unterschätzt werden
können, die durch ein Balkendiagramm viel deutlicher ausfallen würden. Außerdem sollte
20
3.3 Grundlagen der Bildgestaltung aus psychologischer Sicht
man sich bei der Darstellung auf das Wesentliche konzentrieren, statt Details einfließen
zu lassen. Details sind meist nicht für das eigentliche Verständnis des Bildes notwendig,
sondern hindern den Betrachter eher in seiner Wahrnehmung.
3.3.2 Einschränkungen durch die Arbeitsgedächtniskapazität
Bezüglich der Wahrnehmungsförderung ist bei der Gestaltung neben der Beachtung von
Gestaltgesetzen (z.B. Gesetz der Nähe, der Ähnlichkeit oder der Geschlossenheit) auch
die beschränkte Kapazität des menschlichen Arbeitsgedächtnisses zu berücksichtigen.
Informationen können in unendlichen Mengen vom Arbeitsgedächtnis aufgenommen werden,
aber nur wenige davon direkt verarbeitet werden. Allgemein bekannt ist die grobe Schätzung
von ca. 7 Einheiten, die das menschliche Arbeitsgedächtnis an Informationen verarbeiten
kann [
Seu13a
]. Als Schlussfolgerung aus dieser Beschränkung muss für eine visuelle
Darstellung gelten, dass ihr Inhalt in diesen Rahmen passt. Ohne Beachtung dieser Grenze
kann es zu einer von Sweller und Chandler erforschten kognitiven Überlastung kommen. In
ihrer Cognitive Load Theory [
CS91
] beschreiben sie drei verschiedene Belastungsarten des
Arbeitsgedächtnisses (vgl. Abbildung 3.2).
Arbeitsgedächtnis
intrinsic load
extraneous load
germane load
Abbildung 3.2:
Der intrinsic load, der extraneous load und der germane load haben Einfluss
auf die Arbeitsgedächtniskapazität, vgl. [Seu13c]
Dabei gelten der sogenannte
intrinsic load
und der
extraneous load
zu den beiden Loads,
die man so gering wie möglich halten sollte. Ersterer bezieht sich auf die Schwierigkeit bezie-
hungsweise die Komplexität des zugrundeliegenden Inhalts. Je komplexer das Thema, desto
mehr Aufwand benötigt das Arbeitsgedächtnis, um die Informationen zu verarbeiten. Dieser
Teil kann lediglich durch das Vorwissen des Betrachters verbessert werden, wodurch der
Inhalt verständlicher wird. Das größte Problem der Verarbeitung stellt jedoch der
extraneous
21
3 Grundlagen des Usability Engineerings
load
dar. Je unstrukturierter und unübersichtlicher eine Darstellung gestaltet ist, desto höher
ist diese Art der kognitiven Belastung. Deshalb kommt es bei der Gestaltung von visuellen
Informationen vor allem darauf an, durch eine gute Darstellungsweise die Belastung zu
reduzieren. Die restliche Kapazität des Arbeitsgedächtnisses wird durch den sogenannten
germane load
aufgefüllt. Diese Belastung ist die einzige der drei genannten, die es zu
fördern gilt. Mit Hilfe dieser positiven Belastung wird der Lernprozess in Gang gesetzt, der
dem Betrachter hilft, die gezeigten Strukturen und Zusammenhänge zu verstehen und in
seinem Gehirn abzuspeichern. Je mehr man diese drei Belastungen des menschlichen
Arbeitsgedächtnisses bei der Gestaltung von visuellen Darstellungen berücksichtigt, desto
eher kann die mitgelieferte Information verarbeitet und verstanden werden [Seu13c].
3.4 Einschränkungen des Begriffs „visueller Ansatz“
Nachdem die vorherigen Kapitel die Eigenschaften und Verwendung von Bildern erläutert
haben, muss die Verwendung von bildhaften Darstellungen relativiert und eingeschränkt
werden. Hinsichtlich dieser Arbeit wurde sich zwar für eine visuelle statt für eine schlichte,
tabellenähnliche Darstellung entschieden, was jedoch nicht bedeutet, dass jedes einzelne
Element der Produktdaten im System durch einen analogen Stellvertreter repräsentiert wird.
Dies würde einen erheblichen Lernaufwand für die betroffenen Mitarbeiter bedeuten, da
diese sich alle Bilder der sehr hohen Vielzahl an E/E-Produktdaten vor ihrer eigentlichen
Arbeit einprägen müssten. Somit werden für die einzelnen Produktdaten symbolische Struk-
turen verwendet. Dies erleichtert das Verständnis ausreichend genug, um dem Benutzer
anzuzeigen, um welche Produktdaten es sich handelt. Mit „visueller Ansatz“ wird in dieser
Arbeit mehr das Gesamtbild verstanden, welches von den Produktdaten durch die einzelnen
Datenabfragen geschaffen wird. Welche Gesamtdarstellungen das sein können, wird in
Kapitel 4 analysiert.
3.5 Usability Engineering
Die Entwicklung einer visuellen Darstellung von Informationen bringt trotz der in Abschnitt
3.3 erläuterten Vorteile und Funktionen auch, wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, einige
22
3.5 Usability Engineering
Probleme mit sich. Diese darf man keinesfalls unterschätzen, denn sie sind im Endeffekt
dafür verantwortlich, ob die Mitarbeiter später mit dem System umgehen können. Sind
Zusammenhänge in der Gesamtdarstellung nicht klar ersichtlich oder Arbeitsschritte nur
schwer durchführbar, so erschwert ein solches interaktives System die Arbeit. Um dies zu
verhindern, wird heutzutage für viele Softwareentwicklungen oftmals auf das Konzept des
Usability Engineerings zurückgegriffen. Mit Hilfe des Usability Engineerings lassen sich
Faktoren bestimmen, die Einfluss auf die Benutzbarkeit eines Systems haben. Gleichzeitig
bietet es Möglichkeiten, diese Faktoren von der ersten bis zur letzten Entwicklungsphase zu
berücksichtigen. Doch bevor diese Punkte ausführlich erläutert werden, wird zunächst der
Begriff Usability näher betrachtet.
Für den Begriff
Usability
gibt es vielerlei Möglichkeiten für eine Übersetzung. Dabei sind die
meisten deutschen Wörter keine passenden Umschreibungen. In [
RF13
] kam man zu dem
Schluss, dass sowohl „Gebrauchstauglichkeit“ als auch „Benutzerfreundlichkeit“ nicht das
aussagen, was man mit
Usability
im eigentlichen Sinne meint. Die „Benutzbarkeit“ eines
interaktiven Systems war dabei noch die für die Autoren am ehesten geeignete Übersetzung.
Dabei unterscheidet man eine Beschreibung des Begriffs
Usability
in einem engeren und
einem weiteren Sinne. Grundsätzlich dient es als Gütekriterium für die Gestaltung einer
Benutzeroberfläche, doch diese sollte auch leicht und verständlich verwendet werden kön-
nen. Somit bedeutet eine hohe
Usability
, dass vorgesehene Benutzer das System einfach
bedienen und ihre Aufgaben effizient, effektiv und mit einem gewissen Maß an Zufriedenheit
bewerkstelligen können. [
RF13
] verdeutlicht diese anhand eines guten Beispiels: „Die Usa-
bility eines Hammers zum Einschlagen von Nägeln kann gut sein. Doch sie wird ziemlich
schlecht ausfallen, wenn ihre Aufgabe darin besteht, Schrauben einzudrehen“. Für den
Begriff
Usability
wurde sogar ein eigener ISO Standard (ISO-NORM 9241-11) definiert.
Allgemein wurde für den Bereich Ergonomie der Mensch-System-Interaktion, der diesen
und weitere verwandte Themen zur Gestaltung von Dialogsystemen aufgreift, die Normreihe
9241 definiert.
Das Ziel von Usability Engineering ist die „Konzeption und Einführung einer Methodik
zur Etablierung und Verbesserung von User-Interface-Entwicklungsarbeiten als integraler
Bestandteil von Software- und Systementwicklungsprozessen“ [
Off13c
]. Dies ermöglicht
unter anderem eine frühzeitige und kontinuierliche Zusammenarbeit am Gesamtprozess
der Systementwicklung von Auftraggeber und Auftragnehmer. Dadurch verbessern sich
die User-Interface-Entwicklungsprozesse und die Qualität der Benutzeroberflächen steigt
23
3 Grundlagen des Usability Engineerings
automatisch an. Das Usability-Konzept ist praxisorientiert und wird somit dauerhaft durch
Erfahrungen aus praktischen Projekten angereichert. Es basiert auf einem Prozessmodell
mit definierten Phasen und Prozessschritten (siehe Abschnitt 3.9) und bietet durch Methoden
und Hilfsmittel den gewünschten Mehrwert für die Entwicklung von interaktiven Systemen.
Außerdem bietet das Vorgehen eine frühe Verfügbarkeit von Oberflächen, wodurch sich
sowohl Entwickler als auch Benutzer frühzeitig näher mit dem System identifizieren können.
Hauptsächlicher Profiteur der Berücksichtigung der Usability im Projekt ist der Auftraggeber.
Handelt man nach den vorgegebenen Phasen und Prozessschritten, ist sichergestellt, dass
das System bei Auslieferung den Erwartungen entspricht. Das System ist damit automatisch
praxistauglich und die Mitarbeiter müssen lediglich noch eingearbeitet werden.
Dass ein solches Vorgehen seit Langem sinnvoll und notwendig ist, zeigt der schon 1994
veröffentlichte
CHAOS Report
der Standish Group [
The94
], der erschreckende Tatsachen
der „aktuellen“ Softwareentwicklung offenlegte. Laut diesem Bericht werden 31% aller Soft-
wareprojekte vor ihrer Fertigstellung abgebrochen. Von denjenigen Projekten, die vollendet
werden, kosten 53% davon fast doppelt so viel wie vorher berechnet. Lediglich 16% aller
Projekte werden zeit- und budgetnah fertiggestellt. Als Hauptursachen dafür wurden eine
fehlende Einbindung der späteren Benutzer und unklare Aussagen über Anforderungen
ausgemacht.
Bei der Entwicklung eines interaktiven Systems ist also unbedingt notwendig, die Benutzer
und deren Aufgaben in diesem System zu berücksichtigen. Das Schalenmodell der ganzheit-
lichen Gestaltung, welches in Kapitel 3.8 beschrieben wird, geht auf diesen Teil nochmals
detaillierter ein. Vorab gibt es aber drei wichtige Fragen, über die man sich als Entwickler
klar werden muss: Was kann man überhaupt gestalten? Nach welchen Grundsätzen und
Kriterien kann man gestalten und wie sollte man bei der Gestaltung vorgehen?
3.6 Benutzerschnittstellen
Im Fokus des Usability Engineerings stehen Systeme, die eine Interaktion mit einem Benut-
zer erfordern. Dies bedeutet meistens automatisch, dass eine grafische Benutzeroberfläche
(GUI) vorliegt, die dem Benutzer die Informationen darstellt. In Bezug auf das PROCEED-
Framework ist es ebenfalls ein solch beschriebenes System, welches als Desktopanwendung
24
3.6 Benutzerschnittstellen
auf den Mitarbeiter-PCs aufgerufen wird. Das IFIP-Modell [
Dzi83
], welches früher als Grund-
lage der Standardisierung von Benutzerschnittstellen diente, beschreibt für solche Systeme
drei anwendungsunabhängige Benutzerschnittstellen: Eine Ein-/Ausgabeschnittstelle, eine
Dialogschnittstelle und eine Werkzeugschnittstelle. Diese drei Teile stehen technisch gese-
hen zwischen Benutzer und Computer und bilden diejenigen Bereiche ab, die man gestalten
kann [Off13b].
3.6.1 Ein-/Ausgabeschnittstelle
Innerhalb der Ein-Ausgabeschnittstelle gibt es einen Dialogbereich, mit dessen Hilfe ein
Benutzer verschiedene Funktionen (z.B. Bearbeiten, Speichern, Hilfe) in dem Programm
ausführen kann. Meistens darunter befindet sich der eigentliche Ein- und Ausgabebereich
der Oberfläche, in welchem der Ausschnitt der Common Integration Ontology und die
korrespondierenden Elemente dargestellt sind. Statusinformationen über den Inhalt dieses
Bereichs werden meist am unteren Rand angebracht [Off13b].
3.6.2 Dialogschnittstelle
Der oben genannte Dialogbereich stellt eine eigene Schnittstelle dar. Zu ihm gehören
Untermenüs und Dialogboxen, mit denen Einstellungen getätigt werden können. Diese
Einstellungen beziehen sich meist auf Veränderungen bezüglich des dargestellten Inhalts der
Ein-/Ausgabeschnittstelle [
Off13b
]. Im PROCEED-Framework können dies beispielsweise
Schaltflächen oder Funktionsmenüs für die Ergebniselemente sein, um beispielsweise ihre
Attribute anzuzeigen oder zu verbergen.
3.6.3 Werkzeugschnittstelle
Die Werkzeugschnittstelle ist eher für umfangreichere Systeme (z.B. Betriebssysteme) ge-
dacht, in denen man zusätzlich noch eine Desktopansicht mit verschiedenen Verknüpfungen
vorfindet. Dazu gehören auch eine Startleiste und das Startmenü. Diese Schnittstelle kann
im Rahmen dieser Arbeit jedoch vernachlässigt werden [Off13b].
25
3 Grundlagen des Usability Engineerings
3.7 Gestaltungsgrundsätze
Hat man diejenigen Teile des Systems identifiziert, die es zu gestalten gilt, sollte man
sich daraufhin bei der Gestaltung an gewisse Grundsätze halten. Speziell hierfür wurde
ebenfalls ein Standard (EN ISO 9241, Teil 110) eingeführt, der sieben Grundsätze für die
Gestaltung und Bewertung von interaktiven Systemen (auch: Dialogsysteme) definiert. Wenn
im Folgenden von Dialogen gesprochen wird, so meint man damit eine Interaktion zwischen
einem Benutzer und einem Dialogsystem, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Die sieben
Prinzipen des ISO-Standards (vgl. [Off13b]) umfassen:
Aufgabenangemessenheit
: Ein Dialog ist aufgabenangemessen, wenn er den Be-
nutzer unterstützt, seine Arbeitsaufgabe effektiv und effizient zu erledigen. Zu diesem
Punkt gehören die vier folgenden Anforderungen an ein Dialogsystem, um dieses
Ziel zu erreichen. Die Primäraufgabe eines Dialogsystems ist dessen
Nützlichkeit
.
Alle Funktionen und Informationen, die der Benutzer zu seiner Aufgabenerledigung
benötigt, sollen ihm angeboten werden. Um zu verhindern, dass der Benutzer durch
Handhabungsprobleme im Dialog belastet oder von seiner Aufgabenerledigung ab-
gehalten wird, sollen die Informationen komfortabel angeboten werden (
Komfort
).
Ein gewisses Maß an
Übersichtlichkeit
soll die Wahrnehmung, Lesbarkeit, Orientie-
rung und Aufmerksamkeit steuern und unterstützen. All dies kann jedoch nur dann
funktionieren, wenn das System überhaupt verfügbar ist (
Verfügbarkeit
). Ein System
kann einerseits nur dann benutzt werden, wenn eine gewisse Stabilität vorhanden
ist und ein Systemausfall verhindert werden kann. Andererseits wirkt sich auch das
Antwortzeitverhalten auf die Verfügbarkeit aus.
Erwartungskonformität
: Ist ein Dialog konsistent und entspricht den Merkmalen des
Benutzers (z.B. Kenntnisse, Ausbildung, Erfahrung) sowie anerkannten Styleguides
und Gestaltungsregeln, nennt man ihn erwartungskonform. Dialoge sollten sich ein-
heitlich verhalten, bei ähnlichen Aufgaben ähnlich aussehen und Rückmeldungen
bezüglich des Systemzustands liefern.
Selbstbeschreibungsfähigkeit
: Jeder Dialogschritt sollte durch eine entsprechende
Rückmeldung verständlich sein. Eine Beschreibung sollte spätestens auf Anfrage
des Benutzers geliefert werden. Dadurch wird eine Orientierung innerhalb mehrerer
26
3.8 Allgemeines Vorgehen bei der Gestaltung
Schritte des Dialogsystems gewährleistet. Der Benutzer weiß damit immer, wo er sich
befindet, was er tun kann, wie er dorthin kam und wohin er von dort aus gelangen
kann.
Steuerbarkeit
: Ist der Benutzer in der Lage, den Dialogablauf zu starten sowie seine
Richtung und Geschwindigkeit zu beeinflussen, bis sein Ziel erreicht ist, so nennt man
einen Dialog steuerbar.
Individualisierbarkeit
: Da Benutzer verschiedene Fähigkeiten und Vorlieben besitzen,
sollte ein Dialog individuelle Anpassungen an die Erfordernisse der Arbeitsaufgabe
zulassen. Diese Anpassungen sollen jedoch nur in bestimmten Grenzen möglich sein
(z.B. Anbieten alternativer Bedien- und Darstellungsformen, individuelle Bildschirmauf-
teilung, Farb- und Schriftwahl).
Lernförderlichkeit
: Ein Dialog ist lernförderlich, wenn er den Benutzer beim Erlernen
des Dialogsystems unterstützt und anleitet. Dazu gehören die Unterstützung relevanter
Lernstrategien, das Wiederauffrischen von Gelerntem und das Zugänglichmachen von
Regeln und zugrundeliegenden Konzepten für den Benutzer.
Fehlertoleranz
: Trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben soll das Arbeitsergebnis ent-
weder mit keinem oder nur mit minimalem Korrekturaufwand seitens des Benutzers
erreicht werden können.
All die genannten Grundsätze stellen jedoch nur allgemeine Leitlinien dar, die man bei der
Gestaltung und Bewertung von Systemen berücksichtigen soll. Dabei hängt die Art und
Weise jeder einzelnen Umsetzung von den Arbeitsaufgaben, den Merkmalen des Benutzers
und der Arbeitsumgebung ab. Der einzige und wichtigste Grundsatz an ein System ist die
Aufgabenangemessenheit. Speziell meint man damit die Nützlichkeit und den Komfort eines
Systems, um Arbeitsziele effektiv und effizient zu erreichen.
3.8 Allgemeines Vorgehen bei der Gestaltung
Auf die Frage, wie man bei der Gestaltung vorgehen sollte, helfen verschiedene Grundmo-
delle der Mensch-Maschine-Interaktion bei der Beantwortung. Einen ersten Anhaltspunkt
27
3 Grundlagen des Usability Engineerings
dafür liefert das ABC-Modell [
ITW
]. Dieses Modell umfasst die drei Sichten
Angemessenheit
,
Benutzer
und
Computer
und bildet „die Beziehungen zwischen der Aufgabe an sich, dem
Benutzer und dem Computer“ ab. Ein weiteres Modell, das Schalenmodell der ganzheit-
lichen Gestaltung, greift unter anderem die Punkte dieses Modells auf und verdeutlicht
vor allem die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Sicht. Ganzheitlichkeit bedeutet dabei,
dass zur Gestaltung und Bewertung von interaktiven Systemen nicht nur die Software und
Hardware berücksichtigt werden sollen. Der Aufbau und Ablauf aller Arbeitsschritte, die von
Benutzern durchgeführt werden müssen, sollen ebenso in die Entwicklung miteinfließen.
Die Reihenfolge (in Abbildung 3.3 als Bewertungsrichtung bezeichnet) der Vorgehensweise
ist dabei wie folgt vorgegeben (vgl. [Off13a]):
Mensch-Mensch-
Funktionsverteilung
Gestaltung der
Arbeitsabläufe
Mensch-Rechner-
Funktionsverteilung
Werkzeug
Dialog
Ein-/Ausgabe
Hardware
Arbeitsplatz
Arbeitsumgebung
organisatorischer
Bereich
Software
Bewertungsrichtung und
Gestaltungsspielraum
Abbildung 3.3: Das Schalenmodell der ganzheitlichen Gestaltung, vgl. [Off13a]
1. Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
: In diesem ersten Schritt konzentriert man
sich einzig und allein auf die Aufgabenverteilung zwischen den betroffenen Benut-
zern. Meistens gibt es bestimmte Benutzerrollen, die verschiedene Aufgaben in ihren
jeweiligen Abteilungen zu erledigen haben.
28
3.9 Das Referenzmodell für Usability Engineering der Daimler AG
2. Gestaltung der Arbeitsabläufe
: Nachdem alle Aufgaben unter den Mitarbeitern iden-
tifiziert wurden, muss geklärt werden, wie der Arbeitsablauf eines Benutzers einer
jeden Benutzerrolle aussieht. Somit steht hier die Reihenfolge der Teilschritte einer
Aufgabe im Vordergrund.
3. Mensch-Rechner-Funktionsverteilung
: Die dritte Ebene in diesem Modell klärt die
Frage, welche Aufgaben vom Benutzer selber getätigt werden sollen und welche vom
Computer übernommen werden. Die Kommunikation mit anderen Abteilungen oder
Kunden beispielsweise wird viel einfacher von einem Mitarbeiter durchgeführt. Die
Darstellung von Daten oder komplexe Rechenleistungen sollten jedoch lieber einem
PC überlassen werden.
4. Software/Hardware
: Die eigentlich zu entwickelnde Software wird erst in einem letzten
Schritt hinsichtlich der Gestaltung berücksichtigt. Dazu gehören die in Abschnitt 3.6
genannten Schnittstellen (Ein-/Ausgabe, Dialog, Werkzeuge).
Diese Reihenfolge, bei der man sich zuerst an den Aufgaben und den Benutzern orientiert,
sorgt letztlich dafür, dass auf „die Aufgabenbedürfnisse und die Eigenschaften des Benutzers
Rücksicht genommen worden ist“ [Off13a].
Beide genannten Modelle machen deutlich, dass es bei der Entwicklung eines interaktiven
Systems mehr als die Software zu beachten gilt. Die Analyse der Benutzer und ihrer
jeweiligen Aufgaben ist für ein System im Sinne einer hohen Benutzbarkeit unabdingbar.
Auf diesen Erkenntnissen aufbauend stellt das folgende Kapitel das Referenzmodell für
Usability Engineering der Daimler AG vor, anhand welchem die visuellen Ansätze dieser
Arbeit umgesetzt werden.
3.9 Das Referenzmodell für Usability Engineering der
Daimler AG
Der Mangel an Aufgaben- und Benutzerberücksichtigung stellt gleichzeitig die Motivation für
den Einsatz von Usability Engineering dar. Geht man bei der Entwicklung einer Benutzero-
berfläche nicht auf diese Punkte ein, hat das möglicherweise verheerende Auswirkungen auf
29
3 Grundlagen des Usability Engineerings
das gesamte System. Das Problem heutiger Systementwicklungsprozesse (vgl. Abbildung
3.4) ist jedoch, dass kaum Spielraum für Eingreifmöglichkeiten geboten ist.
Folien MMI Usability Engineering: ue1.ppt (Seite 7)
Typischer Systementwicklungsprozeß:
Phasen und ihre Prozessschritte
System-
anforderungen
Software-
anforderungen
Hardware-
anforderungen
Software-
implementierung
Software-
integration
System-
integration
Abnahme
Installation
Übergabe
Pflege und
Wartung
Projekt-
vorbereitung Anforderungs-
analyse Entwurf Entwicklung,
Integration
und Tests
Überleitung
in die Nutzung
Phase 1 Phase 2 Phase 3 Phase 4 Phase 5
Projektidee
Planung
Projektbudget
Planung
Projektarbeiten
Planung
Projektteam
Systementwurf
Software-
grobentwurf
Software-
feinentwurf
Abbildung 3.4: Typischer Systementwicklungsprozess, siehe [Off13c].
Zu Beginn findet die Projektvorbereitung statt, in der grundlegende Thematiken wie Budget,
Teamaufteilung und Projektidee besprochen werden. Nach einer Analyse der System-,
Software- und Hardwareanforderungen werden dazu passende Entwürfe entwickelt. Stehen
ausgereifte Entwürfe zur Verfügung, werden diese implementiert und die Software sowie das
System integriert. Ein letzter Schritt dient sowohl der Abnahme, Installation und Übergabe
als auch der Pflege und Wartung des Systems. Da in keinem einzigen der genannten
Schritte eine Evaluierung der Entwürfe mit den Benutzern stattfindet, kann erst ganz spät
ein Statement über das System abgegeben werden. Dadurch entspricht das Resultat otmals
einem gebrauchsuntauglichen Produkt. Weitere Hauptursachen dafür sind organisatorische
Unzulänglichkeiten, eine saubere Dokumentation und zeitliche Verzögerungen aufgrund von
nachträglichen einzuarbeitenden Funktionalitäten. Diese Probleme können grundsätzlich
nur durch ein teures Redesign behoben werden. Das bedeutet, dass die Entwicklung unter
Umständen bis zurück zur Anforderungsanalyse gehen muss, um die neuen Erkenntnisse
einzuarbeiten. Der Einsatz des Referenzmodells für Usability Engineering der Daimler AG
soll diesen Problemen von Beginn der Entwicklung an entgegenwirken. Statt auf eine Diagno-
se am Ende der Entwicklung, baut das Referenzmodell auf eine „Therapieorientierung mit
ganzheitlichem Ansatz“ [
Off13c
]. Wie in Abbildung 3.5 dargestellt, erfolgt nach jeder Phase
eine Evaluation, die in den meisten Fällen direkt mit den späteren Benutzern stattfindet.
30
3.9 Das Referenzmodell für Usability Engineering der Daimler AG
Folien MMI Usability Engineering: ue1.ppt (Seite 9)
Möglichkeiten der User-Interface-Qualitätssicherung (2):
Therapieorientierung mit ganzheitlichem Ansatz
> Durchgängige Berücksichtigung ergonomischer Aspekte
> Kontinuierliche Beteiligung der späteren Benutzer
Endprodukt
mit hoher
ergonomischer Güte
Systementwicklungsprozeß
Projekt-
vorbereitung Anforderungs-
analyse Entwurf Entwicklung Installation/
Inbetriebnahme
Projekt-
vorbereitung Anforderungs-
analyse Entwurf Evaluation
& Test Überleitung
in die Nutzung
begrenztes/günstiges Redesign
wegen schrittweiser
und iterativer Begleitung
des Software-Entwicklungsprozesses
beginnend schon in fhen Phasen
User-Interface-Prozeßmodell
Evaluation 1 Evaluation 2 Evaluation n
Anpassung Anpassung
Abbildung 3.5: Therapieorienterter Entwicklungsansatz, siehe [Off13c].
Diese Art der Modellstruktur kann dazu führen, dass Phasen oder Prozesse einer Phase
iterativ durchlaufen werden müssen, bis ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht ist. Durch
diese schrittweise und iterative Begleitung des Software-Entwicklungsprozesses können
Verbesserungen beziehungsweise Änderungen durch wenige kostengünstige Schritte (vor
allem in den ersten Entwicklungsphasen) vollzogen werden.
Das Referenzmodell für Usability Engineering der Daimler AG (siehe Abbildung 3.6) definiert
für alle Phasen eine Vielzahl an Prozessschritten und Einzelaktivitäten. Dabei gilt, dass
nicht jeder einzelne Schritt für jedes Projekt notwendig ist. Ein geringes Projektbudget
oder eine beschränkte Anzahl von zu entwickelnden Dialogen sind Beispiele für projekts-
pezifische Randbedingungen, weshalb man auf manche Schritte verzichten kann. Es gibt
jedoch auch Schritte, die unbedingt Teil der Entwicklung sein müssen, um die Vorteile des
Usability Engineerings (vgl. Abschnitt 3.5) nutzen zu können. Zu diesen Schritten zählen die
Benutzerprofilanalyse, kontextuelle Aufgabenanalyse und Usability-Tests aus den Phasen
Anforderungsanalyse, User-Interface-Entwurf und Evaluationen und Tests [Off13c].
Um einen Überblick über die Phasen des Referenzmodells zu geben, werden die Hauptziele
und -bestandteile jeder einzelnen im Folgenden kurz zusammengefasst:
31
3 Grundlagen des Usability Engineerings
Abbildung 3.6: Das Referenzmodell der Daimler AG, siehe [Off13c].
1. Projektvorbereitung
: Da eine frühzeitige Einplanung von Usability Engineering in den
Softwareentwicklungsprozess für den Erfolg eines Projektes wichtig ist, werden schon
in dieser ersten Phase alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, um dies sinnvoll und
reibungslos durchführen zu können. Dazu gehören hauptsächlich organisatorische
Aufgaben wie die Erstellung von Angeboten oder Ausschreibungen, die Erstellung von
Zeitplänen, Arbeitspaketen und Meilensteinen sowie einer Rollenverteilung aller an
dem Projekt beteiligten Personen. Am Ende dieser Phase sollten alle Vorbereitungen
vollzogen und die Mitarbeiter für das Thema Usability sensibilisiert sein [Off13d].
2. Anforderungsanalyse
: Mit ca. 40% der Entwicklungszeit stellt die Phase der Anfor-
derungsanalyse den aufwändigsten und wichtigsten Teil der Entwicklung dar. Durch
sie werden wesentliche Basisarbeiten zur letztendlichen Gestaltung des Systems
durchgeführt. Das Hauptziel dieser Phase ist, so viele Informationen wie möglich über
den jetzigen Systemstand, die Benutzer und deren Aufgaben zu erhalten. Je besser
die Analyse ausfällt, desto eher können passende Grundanforderungen an das zu
entwickelnde System definiert werden. Zusätzlich werden hier Randbedingungen, die
durch die Umgebung des Systems und der Hard- und Software anfallen, sowie gene-
32
3.9 Das Referenzmodell für Usability Engineering der Daimler AG
relle Entwurfsprinzipen geklärt, die sich auf firmeninterne Gestaltungsregeln beziehen
[Off13e].
3. User-Interface Entwurf
: Auf Basis der Ergebnisse der vorherigen Analyse wird in
dieser Phase das System gestaltet. Die identifizierten und verfeinerten Anforderungen
dienen als Vorlage, um passende und konkrete Benutzeroberflächen umzusetzen.
Die beteiligten Benutzer werden damit erstmals mit konkreten, sichtbaren Entwürfen
konfrontiert. Durch die Berücksichtigung der Anforderungen soll letztlich eine aufgaben-
angemessene Benutzerschnittstelle entworfen werden, die auf die vorher definierten
Usability-Ziele abgestimmt ist. Dieser Schritt kann jedoch nur dann einen erfolgrei-
chen Endentwurf liefern, wenn die vorherigen Entwürfe unter dauerhafter Prüfung der
Benutzer standen und die dabei gefundenen Mängel in neuen Entwurfsprozessen
eingearbeitet wurden [Off13f].
4. Evaluationen und Tests
: Zum einen werden hier die elektronischen Prototypen aus
dem User-Interface-Entwurf in das Zielsystem überführt und zum anderen werden
weiterhin Evaluationen und Tests durchgeführt. Dies soll sicherstellen, dass alle getrof-
fenen Entwurfsentscheidungen im realen System umsetzbar sind [Off13g].
5. Überleitung in die Nutzung
: In dieser Phase findet die Überleitung des entwickelten
Systems in die Nutzung statt. Der Auftraggeber wird dabei begleitet und erhält zusätz-
lich eine Bedienanleitung. Außerdem findet am Ende meist eine Benutzerschulung
statt, die durch die gut dokumentierten Anforderungen und Entwicklungen leicht erstellt
werden kann. Mit der Überleitung endet gleichzeitig die Unterstützung der eigentlichen
Systementwicklung [Off13g].
6. Nutzung und Pflege
: Die Phase der Nutzung und Pflege stellt eine Besonderheit des
Usability Engineerings dar. Obwohl die ergonomische Begleitung abgeschlossen ist,
werden in dieser Phase nochmals Evaluationen durchgeführt, um Rückmeldungen
der Endbenutzer zu bekommen. Durch die Nutzung des Systems können Benutzer
nützliche Hinweise für eine Systemverbesserung oder -erweiterung liefern. Sind einige
Punkte vorhanden, bildet diese Phase die Grundlage für den Start in eine neue
Entwicklung. Somit ist diese Phase gleichzeitig Endpunkt der alten und Startpunkt
einer neuen Entwicklung [Off13g].
33
3 Grundlagen des Usability Engineerings
Für eine visuelle Darstellung gibt es zusammenfassend also einige sowohl psychologische
als auch designtechnische Vorgaben und Einschränkungen. Man sollte sich über die Funktio-
nen und Vorteile von Bildern bewusst sein und dabei die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses
berücksichtigen. Hinsichtlich der eigentlichen Gestaltung von Benutzeroberflächen und der
Mensch-Maschine-Interaktion gilt die Normreihe ISO 9421, die unter anderem die wich-
tigsten Grundsätze der Dialoggestaltung beinhaltet, als wichtiger Bezugspunkt. Zusätzlich
existieren Modelle wie das ABC-Modell und das Schalenmodell der ganzheitlichen Gestal-
tung, welche die Notwendigkeit der Aufgaben- und Benutzerorientierung untermauern. Für
die Entwicklung der visuellen Ansätze in dieser Arbeit wurde sich für das Vorgehen nach
dem Referenzmodell der Daimler AG entschieden. Anhand dieses Modells wird im Verlauf
dieser Arbeit auf die folgenden Phasen und Prozessschritte eingegangen (vgl. Abbildung
3.7):
Anforderungsanalyse
: Geschäfts-/Einsatzziele, Analyse Ist-Stand, Benutzerprofil-
analyse, Aufgabenanalyse und Umgebungsbedingungen
User-Interface Entwurf
: User-Interface Mock-Ups, Detailentwurf, Elekronische UI-
Prototypen
Evaluationen und Tests
Abbildung 3.7: Alle für diese Arbeit relevanten Phasen und Prozessschritte.
34
3.9 Das Referenzmodell für Usability Engineering der Daimler AG
Aus diesen Schritten resultieren zwei visuelle Ansätze, die jedoch auf Grund von Zeit
und fehlenden Nutzern nicht in Zusammenarbeit mit den Anwendern entwickelt werden.
Zur Überprüfung der technischen Umsetzbarkeit werden beide Ansätze am Ende der
Entwicklung mit Hilfe eines Mockup- und Wireframe-Tools umgesetzt. Basierend auf all den
in diesem Kapitel erörterten Fakten und dem Referenzmodell für Usability Engineering wird
zunächst im folgenden Kapitel die Anforderungsanalyse für Datenabfragen im PROCEED-
Framework erläutert.
35
4 Anforderungsanalyse
Wie schon in Abschnitt 3.9 beschrieben, ist die Analysephase die wichtigste Phase des
gesamten Referenzmodells des Usability Engineerings. In ihr werden die grundlegenden An-
forderungen an das zu entwickelnde System identifiziert. Die Entwicklung eines Systems wird
auf Basis von Geschäfts- und Einsatzzielen bestimmt. Dabei werden unter anderem vorhan-
dene Altsysteme analysiert, um Erkenntnisse und Randbedingungen bereits existierender
Systeme zu identifizieren und aufzubereiten. Zusätzlich folgt eine ausführliche Analyse der
beteiligten Benutzer des zu entwickelnden Systems. Dabei wird geschaut, ob es sich um
Experten oder Laien handelt und ob diese das System regelmäßig oder nur sporadisch
nutzen. Stehen die Eigenschaften der Benutzer fest, werden deren Aufgaben betrachtet.
Jede einzelne Aufgabe wird dabei in Teilschritte aufgegliedert, um detaillierte Kenntnisse
zu erhalten. Zusätzlich werden Umgebungsbedingungen untersucht, da unterschiedliche
Einsatzorte des Systems (z.B. im Büro, an öffentlichen Orten) weitere Anforderungen an das
System mit sich bringen. Auf eine Analyse von Soft- und Hardware, genereller Entwurfsprin-
zipien und auf eine Festlegung von Usability-Zielen wird in dieser Arbeit jedoch verzichtet.
Die Visualisierung von Datenabfragen ist nur ein Teil des gesamten PROCEED-Frameworks
und liegt somit im Rahmen einer eigenen umfassenden Analyse, in der auch diese Punkte
betrachtet werden. Im Folgenden werden die für diese Arbeit relevanten Prozessschritte
der Anforderungsanalyse (vgl. Abbildung 4.1) auf Basis des Usability-Referenzmodells der
Daimler AG entwickelt. Insbesondere werden in diesem Abschnitt Anforderungen an das
System abgeleitet, die die Basis für die Entwicklung der visuellen Ansätze darstellen.
4.1 Geschäfts-/Einsatzziele
Der Sinn und Zweck einer visuellen Darstellung von komplexen E/E-Produktdaten wurde
in den vorherigen Kapiteln ausführlich beschrieben. Ziel dieser Darstellungsart ist eine
37
4 Anforderungsanalyse
Abbildung 4.1:
Für dieses Kapitel relevante Prozessschritte der Anforderungsana-
lyse des Referenzmodells der Daimler AG: Geschäfts-/Einsatzziele,
Analyse-Ist-Stand, Benutzerprofilanalyse, Aufgabenanalyse und
Umgebungsbedingungen.
einfache Bereitstellung der Daten, um die Komplexität ihrer Strukturen deutlich zu reduzieren.
Zusätzlich soll es möglich sein, durch die angezeigten Produktdaten navigieren zu können.
4.2 Analyse Ist-Stand
Diese Arbeit fließt in die Entwicklung des PROCEED-Frameworks mit ein und soll die bishe-
rige Arbeitsweise durch die Transformation von Produktdaten einer Applikation in eine Local
Ontology und die anschließende Integration in die Common Integration Ontology (siehe Ka-
pitel 2) deutlich verbessern. Da bisher keine vergleichbaren Systeme vorhanden sind, kann
keine Analyse bezüglich existierender Konkurrenzsysteme durchgeführt werden. Welche
Probleme die bisherige Arbeit mit E/E-Produktdaten aufweist, wurde bereits ausführlich in
Kapitel 2 beschrieben.
38
4.3 Benutzerprofilanalyse
4.3 Benutzerprofilanalyse
Da sich diese Arbeit ausschließlich auf die Analyse der integrierten Produktdaten bezieht,
gibt es auch nur eine zu betrachtende Benutzerrolle. Die sogenannten
Business User
sind
Teil des PROCEED-Frameworks und stellen die Datennutzer auf fachlicher Ebene dar (z.B.
Komponentenverantwortlicher
,
Releasemanager
oder
Testingenieur
). Obwohl diese Nutzer
Hauptbereitsteller und Nutzer der Produktdaten sind, ist ihr Ausbildungshintergrund nicht
immer IT geprägt. Somit haben
Business User
in der Regel keinerlei Kenntnisse über die
Wissensrepräsentation (z.B. durch Ontologies) oder die dadurch geschaffene einheitliche
Datenstruktur im PROCEED-Framework. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf den Produktdaten.
Aus der Klassifizierung der
Business User
als ungeübte und regelmäßige Benutzer kann
man für die Gestaltung der Benutzerschnittstelle folgende Schlüsse ziehen: Neben der
Berücksichtigung von
Nützlichkeit
und
Komfort
, welches die wichtigsten Kriterien unab-
hängig vom Benutzer sind, sollte das System unbedingt eine hohe
Verfügbarkeit
besitzen.
Regelmäßige Benutzer dürfen nicht durch Systemabstürze oder zu lange Antwortzeiten von
ihrer Arbeit abgehalten werden. Zusätzlich sollte eine Navigation durch die Ergebnisse so
gestaltet sein, dass sie vom Benutzer intuitiv durchgeführt werden kann. Ein hohes Maß an
Erwartungskonformität
ist gerade für ungeübte Benutzer ein großer Vorteil, da diese sich
zwar mit der fachlichen Materie auskennen, jedoch mit einem neu entwickelten System
arbeiten müssen. Somit sollte eine Navigation so durchzuführen sein, wie man es als Be-
nutzer erwarten würde. Ebenfalls wichtig in diesem Kontext sind die Kriterien
Erlernbarkeit
,
Fehlerrobustheit
und
Übersichtlichkeit
. Ist eine Benutzerschnittstelle leicht zu erlernen und
übersichtlich gestaltet, spielt die fehlende Routine eines Anwenders keine Rolle mehr, da
dieser sich durch Beachtung der genannten Kriterien meist genauso gut zu Recht findet wie
ein erfahrener und geübter Benutzer.
Für die Gestaltung und Navigation eher irrelevant sind Grundsätze wie
Individualisierbarkeit
und
Steuerbarkeit
. Da die
Business User
ungeübt sind, kommt es ihnen weniger darauf an,
sich ihren individuellen Arbeitsbereich zu erstellen, als ihre Aufgabe erledigen zu können.
39
4 Anforderungsanalyse
4.4 Kontextuelle Aufgabenanalyse
Neben Reports und Konsistenzüberprüfungen ist die wesentliche Hauptaufgabe der
Busi-
ness User
die Analyse der Produktdaten. Der Fokus dieser Arbeit liegt somit auf der reinen
Informationsbereitstellung. Dabei soll das System bestimmten Anforderungen genügen, die
in diesem Abschnitt analysiert werden.
Durch entsprechende Datenabfragen sollen die
Business User
jegliche Information bekom-
men, die sie vom System haben möchten. Zur Erinnerung: Ergebnisse von Datenabfragen
sind Teilausschnitte der Common Integration Ontology, d.h. was die Benutzer zentral dar-
gestellt bekommen sollen, sind die abgefragten Produktdaten aus der CIO (
Anforderung
1
). In Abbildung 4.2 beispielsweise besteht das Ergebnis der Datenabfrage (links) aus
den Artefakten (Schema-Concepts oder Individuals)
Fuel Pump
,
Engine
,
Head Lamp
,
Door
Driver und Door Passenger.
CIO
Fuel Pump
Door
Driver
Door Pas-
senger
Head
Lamp
Engine Engine
Engine
Engine Control Module
John Doe
...
Abbildung 4.2:
CIO-Anzeige mit Beispielergebnissen links und einem Beispielelement mit
dazugehörigen Attributen rechts.
Da die Artefakte Attribute innerhalb einer Attributliste enthalten, soll es mit dem PROCEED-
Framework ebenfalls möglich sein, auf diese Informationen zuzugreifen (
Anforderung 2
).
Im Beispiel von Abbildung 4.2 ist dafür exemplarisch das Objekt
Engine
mit dessen Attri-
butliste auf der rechten Seite hervorgehoben. Jedoch gilt es nicht nur zu entwickeln, wie
die einzelnen Elemente auszusehen haben, sondern auch, wie diese Elemente als Ge-
40
4.4 Kontextuelle Aufgabenanalyse
samtergebnis dargestellt werden. Somit muss auch eine geeignete Gesamtdarstellung aller
Ergebniselemente geschaffen und angezeigt werden (
Anforderung 3
). Dabei wird in dieser
Arbeit grundsätzlich zwischen einer geordneten (z.B. ein-/mehrspaltige Liste, Anordnung
innerhalb einer geometrischen Form) und einer ungeordneten, also willkürlichen Anordnung
innerhalb des Darstellungsraumes unterschieden. Da Software-Anwendungen in eigenen
Fenstern gestartet werden und wiederum neue Fenster generieren oder die Verwendung
von Tabs ermöglichen, muss in diesem Kontext auch darauf Bezug genommen werden
(
Anforderung 4
). Hierbei müssen vor allem die Wichtigkeit der Überschaubarkeit und Ver-
gleichsmöglichkeiten miteinbezogen werden. Fenster kann man beispielsweise mehrfach auf
dem Bildschirm anordnen, wodurch der
Business User
eine gute Vergleichsmöglichkeit der
einzelnen Fensterinhalte erlangt. Eine Verwendung von einzelnen Tabs vermeidet jedoch
das Öffnen und Vorhandensein vieler Fenster auf dem Bildschirm, wodurch die Benutze-
roberfläche wesentlich aufgeräumter ist. Aufgrund der Tatsache, dass alle Elemente der
CIO aus Local Ontologies integriert wurden, besitzen einige der Artefakte Mappings zu
korrespondierenden Elementen aus verschiedenen Local Ontologies (vgl. Kapitel 2). Da in
die CIO nicht jedes Element und jedes Attribut eines Elements bei der Integration übernom-
men wird, beinhalten die LOs meist zusätzliche Informationen (vgl. Abbildung 4.3). Diese
Component
Name: Engine
Responsible: John Doe
Requirements: -
ECU
Name
Responsible
Requirements
Ports
Model
Local Ontology 1 Common
Integration Ontology
Abbildung 4.3: Attributverlust bei Integration von LO nach CIO.
41
4 Anforderungsanalyse
zusätzlichen Informationen können für die Analyse der Produktdaten von entscheidender
Bedeutung sein. Die Local Ontology 1 aus Abbildung 4.3 beinhaltet unter anderem das
Schema-Concept
ECU
mitsamt den Attributen
Name
,
Responsible
,
Requirements
,
Ports
und
Model
. Nach der Integration in die CIO besitzt das korrespondierende Schema-Concept
Component
jedoch nur noch die Attribute
Name
,
Responsible
und
Requirements
, während
die Attribute
Ports
und
Model
in der CIO unberücksichtigt bleiben. Somit muss es neben der
Anzeige der Ergebnisse aus der CIO auch die Möglichkeit geben, die betroffenen Elemente
der LOs zu sehen und auf diese zugreifen zu können. Das System muss also sowohl die
CIO als auch die korrespondierenden LOs bei der visuellen Darstellung berücksichtigen
(
Anforderung 5
). Dabei soll zusätzlich gewährleistet werden, dass
Business User
durch
alle angezeigten Elemente navigieren können. Dies bedeutet zusätzlich, dass er in der
Lage sein soll, sich durch die vier Datenebenen Product Data Collection, Objects, Variants
und Versions zu navigieren. Für die Entwicklung der Darstellung muss also gelten, dass
das System eine Möglichkeit bieten muss, dem Benutzer sowohl die Objekte anzuzeigen
als auch über einfache Interaktionen Varianten und Versionen darzustellen (
Anforderung
6
). Tabelle 4.1 stellt noch einmal die wesentlichen Anforderungen dar, die das System
hinsichtlich der Datenabfragen ermöglichen soll:
Anforderung 1 Darstellung der einzelnen abgefragten Objekte aus der CIO
Anforderung 2 Ansicht der Artefaktattribute
Anforderung 3 Geeignete Gesamtdarstellung aller Ergebniselemente
Anforderung 4 Geeigneter Rahmen für die Gesamtdarstellung
Anforderung 5 Korrespondierende Elemente aus Local Ontologies berücksichtigen
Anforderung 6 Ebenenwechsel zu Varianten und Versionen
Tabelle 4.1: Anforderungen an das PROCEED-Framework bzgl. Datenabfragen.
42
4.5 Umgebungsbedingungen
4.5 Umgebungsbedingungen
Das PROCEED-Framework wird unter üblichen Bürobedingungen auf Desktop-Rechnern
ausgeführt. Daher sind keinerlei besonderer Einschränkungen für die Entwicklung gege-
ben.
43
5 Übertragung der Systemanforderungen auf
die Gestaltung
Nachdem im vorherigen Kapitel die Anforderungen für die Visualisierung und Navigation
komplexer Produktdaten erörtert wurden, gilt es in diesem Kapitel, diese Anforderungen auf
die Gestaltung zu übertragen und dazu passende UI-Mockups zu erstellen (vgl. Abbildung
5.1). Je nach Anforderung lassen sich mehrere Ansätze finden, die jeweils Vor- und Nachteile
Abbildung 5.1:
Für die Kapitel 5, 6 und 7 relevante Prozessschritte der Phase User-Interface-
Entwurf des Referenzmodells der Daimler AG: User-Interface Mock-Ups und
Detailentwurf.
mit sich bringen. Dabei gilt es für die finalen visuellen Ansätze abzuwägen, welche Seite
davon im Einzelfall überwiegt und was dies für Konsequenzen für die Visualisierung und
Navigation hat. Darauf aufbauend werden Detailentwürfe erstellt (vgl. Kapitel 6 und 7) und
45
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
diese anhand von elektronischen UI-Prototypen auf ihre technische Umsetzbarkeit geprüft
(vgl. Kapitel 8).
5.1 Anforderung 1: Darstellung der einzelnen abgefragten
Objekte aus der CIO
Bei der ersten Anforderung kommt es darauf an, wie man jedes einzelne abgefragte Element
einfach, lesbar und übersichtlich darstellen kann. Worauf es dem Benutzer ankommt, ist eine
Anzeige aller Ergebniselemente, die er möglichst auf einen Blick betrachten kann (siehe
Abschnitt 5.3). Somit muss für die einzelnen Elemente gelten, dass so viele Informationen
wie nötig, aber so wenig wie möglich über sie angezeigt werden. Für einen ersten Überblick
sollte es demnach ausreichen, dem Benutzer die Namen der einzelnen Artefakte anzuzeigen.
Um die schlichten Textfelder visuell ansprechender zu machen, bietet es sich an, die Namen
zusammen mit einer einfachen geometrischen Form (z.B. Quadrat, Rechteck, Kreis oder
Dreieck) darzustellen (vgl. Abbildung 5.2 (oben)). Wahlweise ist statt einer zweidimensio-
nalen auch eine dreidimensionale Darstellung wie in Abbildung 5.2 (unten) denkbar. Das
Engine
Fuel Pump
Head Light
Engine
Fuel
Pump
Head
Light
Engine
Fuel
Pump
Head
Light
Abbildung 5.2:
Zweidimensionale Darstellung der Elemente oben und 3D-Ansicht der Er-
gebniselemente unten.
46
5.2 Anforderung 2: Ansicht der Artefaktattribute
Ziel der Darstellung der abgefragten Objekte aus der CIO muss folglich eine einfache, aber
klar strukturierte und übersichtliche visuelle Anzeige sein. Unter Umständen ist es sinnvoll,
unterschiedlichen Elementen eine unterschiedliche Form zu geben. Eine andere Möglichkeit
ist die Verwendung unterschiedlicher Hintergrundfarben der Elemente, falls sich dies nicht
mit Lösungen weiterer Anforderungen überschneidet.
5.2 Anforderung 2: Ansicht der Artefaktattribute
Jedes Artefakt (Schema Concept, Individual) besitzt auf allen Ebenen eine Menge von
Attributen (z.B.
Name
,
Responsible
oder
Description
), die das Artefakt näher beschreiben.
Damit der
Business User
auf diese Informationen zugreifen kann, muss das PROCEED-
Framework ihm diese Informationen entweder standardmäßig anzeigen oder ihm eine
erweiterbare Ansicht anbieten. Der Vorteil einer standardmäßigen Anzeige des Namens
sowie der zugehörigen Attribute (vgl. Abbildung 5.3, Bild 1) ist der schnellere Zugriff auf alle
Informationen des einzelnen Artefakts. Dies geschieht jedoch auf Kosten der Einfachheit
und Übersichtlichkeit, denn je mehr Informationen dargestellt werden müssen, desto voller
wird die Anzeige selbst für wenige Ergebniselemente.
Im Gegensatz dazu löst eine erweiterbare Ansicht (vgl. Abbildung 5.3, Bild 2, 3 und 4) die
Anforderung wesentlich übersichtlicher, denn in ihr sieht man anfangs nur die Namen der
jeweiligen Objekts. Möchte der
Business User
in diesem Kontext nähere Informationen zu
den Elementen, so ist eine Interaktion mit dem System nötig. Erst durch eine Aufforderung
seitens des Benutzers werden ihm die Attribute eines oder aller Elemente angezeigt. Dabei
muss an dieser Stelle zwischen einer
globalen
und einer
elementweisen
Interaktion unter-
schieden werden. Diese Unterscheidung zwischen globaler und elementweiser Interaktion
wird auch in späteren Abschnitten noch von wichtiger Bedeutung sein, da beide Arten Vor-
und Nachteile mit sich bringen. Bei einer globalen Interaktion durch Klicken einer angezeig-
ten Schaltfläche (vgl. Abbildung 5.3, Bild 2) ändern sich alle dargestellten Elemente und
man sieht von dort an sowohl den Namen als auch eine Attributliste. Diese Ansicht ist dann
gleichzusetzen mit der oben genannten standardmäßigen Anzeige der Attribute. Dadurch
hat man den Vorteil einer sofort greifbaren, vollkommenen Informationsmenge. Jedoch müs-
sen alle Artefakte automatisch flächenmäßig größer werden, damit in ihnen die Attributliste
lesbar angezeigt werden kann. Das Gegenstück dazu bildet die elementweise Interaktion,
47
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
Engine
Engine
Engine Control Module
John Doe
... V
V
Engine
Engine
Engine
Engine Control Module
John Doe
... V
V
Attributliste anzeigen/verbergen
Engine V
Engine
Engine
Engine Control Module
John Doe
... V
V
V
Klick auf
Dropdown-Symbol
Engine
Mouseover
über Element Engine
Engine
Engine Control Module
John Doe
... V
V
1
2
3
4
Abbildung 5.3:
Verschiedene Möglichkeiten, die Artefaktttribute darzustellen: (1) standard-
mäßig, (2) durch Klick auf eine globale Schaltfläche, (3) Klick au ein
Dropwdown-Symbol am Artefakt oder (4) Mouseover über Artefakt.
48
5.3 Anforderung 3: Geeignete Gesamtdarstellung aller Ergebniselemente
bei der der Benutzer lediglich in der Lage ist, einzelne Elemente zu erweitern, um dessen
Attribute zu sehen. Dies kann zum Beispiel durch ein Dropdown-Symbol (vgl. Abbildung 5.3,
Bild 3) umgesetzt werden. Das Symbol wird an jedem Element platziert und kann durch
einen einfachen Mausklick aktiviert werden. Eine andere Möglichkeit ist beispielsweise eine
Anzeige der Attribute eines einzelnen Elements mit einem Tooltip bei einem Mouseover oder
Mausklick auf eines der Elemente (vgl. Abbildung 5.3, Bild 4). Mit Hilfe der elementweisen
Interaktion für die Anzeige der Attribute ermöglicht man dem Benutzer eine aufgeräumte
Oberfläche mit den nötigsten Informationen. Gleichzeitig bietet das System aber die Möglich-
keit, individuell weitere Informationen ohne viel Aufwand anzuzeigen. Für welche der beiden
Interaktionen man sich letztlich entscheidet, hängt von weiteren Entscheidungen ab. Denn je
nach Gesamtdarstellung aller Ergebniselemente und dem Darstellungsrahmen, in dem sie
angezeigt werden (z.B. Seitenansicht, Tabs oder in eigenen Fenstern), ist eine der beiden
Alternativen sinnvoller. Diese noch offenen Punkte werden in den nächsten Abschnitten
erörtert.
5.3 Anforderung 3: Geeignete Gesamtdarstellung aller
Ergebniselemente
Nachdem festgelegt wurde, wie die einzelnen Elemente in etwa auszusehen haben (vgl.
Abschnitt 5.1 und 5.2), muss darauf aufbauend eine geeignete Gesamtdarstellung all dieser
Elemente entwickelt werden. Wie bereits angemerkt, ist eine einfache, übersichtliche, aber
aufgabengerechte visuelle Anzeige das Ziel. Aus Kapitel 2 ist bekannt, dass bei einer um-
fangreichen Abfrage mehrere hundert Elemente angezeigt werden müssen. Zur Erinnerung:
Eine Element-Darstellung besteht aus dessen Namen und eventuell dessen Attributliste.
Obwohl heutige Desktop-Bildschirme einen enormen Darstellungsspielraum bezüglich der
Oberflächenentwicklung bieten, muss man sich bei der Entwicklung trotzdem ausführlich
Gedanken machen. Worauf es bei dieser Anforderung hauptsächlich ankommt, ist eine
Darstellung, mit der man eine Vielzahl an Elementen optimal auf dem Bildschirm platziert.
Optimal bedeutet in diesem Kontext, dass so viele Elemente wie möglich lesbar dargestellt
werden, ohne dass der Benutzer erst lästige Navigationsinteraktionen tätigen muss, um
sich einen kompletten Überblick über die Ergebnismenge zu verschaffen. Im Folgenden
49
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
werden verschiedene Ansätze vorgestellt, die diese Anforderung auf unterschiedliche Weise
erfüllen.
5.3.1 Geordnete Struktur
Als erster Ansatz einer geeigneten Gesamtdarstellung aller Ergebniselemente kommt eine
geordnete Struktur in Frage. Mit dem Begriff geordnet ist in diesem Kontext sowohl die reine
Anordnung der Elemente als auch eine gewisse Reihenfolge gemeint.
Idee 1: Einspaltige Liste
: Die erste und einfachste Idee für eine Darstellung einer
Menge von Dingen ist eine einspaltige Liste wie die einer Einkaufs- oder To-Do-
Liste. Für eine überschaubare Menge an Produkten oder Aufgaben ist diese Lösung
völlig ausreichend. Auf einen Blick sieht man alle Listenelemente und kann diese
analysieren. Sobald man jedoch eine Vielzahl von Produktdaten in der Liste hat, verliert
man schnell den Überblick. Was also für wenige Elemente klappt, kann schon für
mehrere Elemente ein Problem werden. Da es durchaus vorkommen kann, dass viele
Elemente als Ergebnis geliefert werden, kommt eine einspaltige Liste für die visuelle
Ergebnisanzeige im PROCEED-Framework als allgemeine Lösung des Problems nicht
in Frage. Selbst eine seitliche Ausrichtung der Liste aufgrund des Seitenverhältnisses
der meisten Bildschirme wird der Anforderung für mehrere Elemente kaum gerecht
werden. All dies ist nur auf Kosten der Lesbarkeit der Elemente umsetzbar, welche
jedoch durch Anforderung 1 eingehalten werden muss.
Idee 2: Zweispaltige Liste
: Um dem Problem der ersten Idee entgegenzuwirken,
könnte man statt einer einzigen Spalte eine zweispaltige Darstellung verwenden. Dies
ergäbe zwar eine nur noch halb so lange Liste, erfordert bei der Vielzahl an möglichen
Ergebnissen jedoch ebenfalls einen Mehraufwand, um alle Elemente zu überblicken.
Letztlich ist die Idee einer Auflistung jedoch praktisch und erweiterbar, weshalb eine
weitere Idee in Betracht gezogen wird: eine mehrspaltige Liste.
Idee 3: Mehrspaltige Liste
: Die Herangehensweise mit einer mehrspaltigen Liste
wird das Darstellungsproblem selbst für eine Vielzahl an Elementen im passenden
Zusammenspiel mit dem äußeren Rahmen (siehe Abschnitt 5.4) verhältnismäßig
zufriedenstellend lösen. Zufriedenstellend bedeutet in diesem Zusammenhang ein
50
5.3 Anforderung 3: Geeignete Gesamtdarstellung aller Ergebniselemente
angemessenes Verhältnis zwischen Überschaubarkeit der Elemente und Naviga-
tionsaufwand. Außerdem impliziert der Begriff mehrspaltig automatisch auch eine
Darstellung einer zweispaltigen Liste, womit auch auf kleine Ergebnismengen Rück-
sicht genommen wird. Im Falle nur sehr weniger Elemente kann jedoch durchaus auch
auf eine einspaltige Lösung zurückgegriffen werden. Diese dritte Idee vereinigt somit
die Vorteile der ersten beiden Ideen und löst gleichzeitig deren Probleme bezüglich
mehrerer Elemente.
Das eine solche Lösung sinnvoll ist, beweisen in der Praxis einige Anwendungen, die
ebenfalls mit einer Vielzahl von darzustellenden Elementen zu kämpfen haben. Neben
Datei-Explorern, die jegliche Arten von Dateien und Ordnern meist in einer mehrspaltigen
Liste anzeigen, dient Microsofts Betriebssystem Windows 8 mit dessen Kachel-Oberfläche
als gutes Beispiel. Im Microsoft Store befinden sich derzeit ca. 150.000 verschiedene Ap-
ps [
Win14
]. Ungeachtet der Möglichkeit, die Apps in verschiedenen Größen darzustellen,
werden alle heruntergeladenen Apps als einzelne Kacheln gemeinsam auf der Startoberflä-
che dargestellt. Diese Fläche lässt sich ein Stück weit nach unten, aber vor allem seitlich
erweitern, sodass man mehr Platz für die Apps hat. Um durch die Ansicht zu navigieren,
benötigt man in diesem Fall je nach Berücksichtigung weiterer Anforderungen beispielsweise
lediglich eine Scrollbar an den Rändern der Oberfläche oder eine Schaltfläche, um eine
Anzeigen-Seite weiter zu blättern (vgl. Abschnitt 5.4). Zu einer solchen Darstellung gehört
automatisch auch eine bestimmte Reihenfolge, in der die einzelnen Elemente angeordnet
werden müssen. Dabei unterscheidet man zwischen einer chronologischen, alphabetischen
und einer durch Zählen definierte Reihenfolge [
Wikc
]. Im Falle des PROCEED-Frameworks
und der Produktdaten kommen beispielsweise folgende Reihenfolgen in Frage:
Alphabetische Reihenfolge:
Die Menge der Elemente wird anhand der Objektnamen alphabetisch geordnet.
Einzelne Attributwerte können ebenfalls für eine alphabetische Reihenfolge herge-
zogen werden. Falls diese jedoch nicht gleich erkenntlich sind (vgl.
Anforderung
2), könnte dies den Benutzer eventuell verwirren.
Chronologische Reihenfolge
: Elemente, die erst kürzlich hinzugefügt wurden, könn-
ten vom System als erste Elemente dargestellt werden. Dadurch entsteht eine chrono-
logische Reihenfolge der Elemente, in der der
Business User
direkt erkennen kann,
51
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
welche Elemente neu und welche schon älter sind. Diese Art der Reihenfolge erfordert
jedoch über alle Individuals einheitlichen Attributwert wie „Datum“ oder „Erstelldatum“
oder Ähnliches. Dies verpflichtend zu verlangen, nur um eine Reihenfolge definieren
zu können, ist eher keine gute Lösung. Da Individuals aus unterschiedlichen Local
Ontologies stammen, ist es eher unwahrscheinlich, ein solches Attribut zu finden,
welches in allen Systemen auch im gleichen Format gepflegt wurde.
Reihenfolge durch Zählen
: Da eine Reihenfolge, die auf Zahlen basiert, gleichzeitig
auch immer diese Zahlen vorangestellt haben sollte, macht diese Art der Reihenfolge
für die Auflistung von Ergebniselementen einer Datenabfrage wenig Sinn und würde
nur unnötig Darstellungsraum verschwenden.
Beliebige Reihenfolge
: Statt die Elemente an irgendeine Reihenfolge zu binden, ist
es auch denkbar, die Elemente in einer beliebigen Reihenfolge anzuordnen. Aufgrund
der fehlenden Orientierungsmöglichkeit des Benutzers bei einer Anordnung mit keiner-
lei Reihenfolge, könnte die Analyse der Datenabfrage schwerer fallen als bei der Wahl
einer konkreten Reihenfolge. Wenn man als Benutzer keinerlei Kriterium feststellen
kann, nach welchem sich die dargestellte Menge richtet, brauchen Suchvorgänge
nach einzelnen Elementen auf dem Bildschirm womöglich entsprechend länger. Da
das System jedoch nach Usability-Richtlinien entworfen wird, ist eine solche Lösung
für eine gute Benutzbarkeit nicht geeignet. Dies müsste jedoch im entsprechenden
Fall getestet und evaluiert werden.
5.3.2 Geometrische Darstellungsform
Ähnlich zu der in Abschnitt 5.3.1 rechteckigen Darstellung ist es denkbar, andere geometri-
sche Formen zu verwenden. Zum Beispiel kommen dabei Dreiecke, Kreise und Sechsecke
in Betracht. Zu Beginn der Überlegung macht es Sinn, den Flächeninhalt der genannten
Formen zu betrachten. Denn Ziel des Ganzen ist und bleibt eine übersichtliche Darstel-
lungsart, durch die so viele Elemente wie möglich auf der Bildschirmoberfläche angezeigt
werden sollen. Somit werden diejenigen Formen gesucht, die einen großen Flächeninhalt
aufweisen. Das Diagramm in Abbildung 5.4 vergleicht den Flächeninhalt eines gleichseitigen
Dreiecks mit einem Kreis und einem Rechteck als Richtwert. Die Längen der beiden Seiten
des Rechtecks wurden dabei im Verhältnis 3:2 gewählt. Eine Analyse des Diagramms ergibt,
52
5.3 Anforderung 3: Geeignete Gesamtdarstellung aller Ergebniselemente
0
200
400
600
800
1000
1200
1400
510 15 20 25 30 35 40
Flächeninhalt in cm2
Durchmesser / Grundseite / längere Seite der geometrischen Form in cm
Dreiecksfläche
Kreisfche
Rechtecksfläche
Abbildung 5.4:
Darstellung des Flächeninhalts je nach Durchmesser/Länge der Grundseite
der geometrischen Form.
dass die Wahl einer Dreiecksfläche nur wenig sinnvoll ist, um in ihr so viel Informationen
wie möglich anzuzeigen. Außerdem resultiert aus dem Diagramm, dass es letztlich kaum
einen Unterschied macht, ob man sich für eine kreisförmige oder eine rechteckige Fläche
entscheidet. Somit kann als Endergebnis dieser Analyse geschlossen werden, dass sowohl
Rechtecke als auch Kreise als einzelne Darstellung und auch als Gesamtdarstellung der
Ergebniselemente in Frage kommen.
5.3.3 Ungeordnete Darstellung
Als Alternative zu den beiden bisherigen Ansätzen wird jetzt eine Idee angesprochen,
die sich an keine Ordnung hält. Was damit gemeint ist, spiegelt Abbildung 5.5 wider. Die
einzelnen Ergebniselemente werden dabei irgendwie auf der verfügbaren Fläche dargestellt.
Durch die beliebige Anordnung kann in diesem Fall auf keine Reihenfolge zur Orientierung
zurückgegriffen werden. Nachteilig zu betrachten ist hierbei auch der unnötig verlorene
53
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
EC
G
FB
A
D
Abbildung 5.5:
Ungeordnete Darstellung der einzelnen Ergebniselemente auf der verfügba-
ren Oberfläche.
Platz, der bei dieser Anordnung entsteht. Andererseits bietet er bei wenigen Elementen
automatisch Fläche zur Vergrößerung der Elemente für die Anzeige der Attributliste. Dadurch
könnte eine Überdeckung oder Verschiebung geschnittener Elemente verhindert werden,
was bei den oben genannten Ansätzen in Kauf genommen werden muss. Bei mehreren
Elementen könnte man den Platz zwischen den Elementen sowie deren Größe verringern,
sodass eine weitere Anzahl an Elementen ohne Benutzerinteraktionen auf einer einzigen
Oberfläche sichtbar ist. Dieser Vorgang kann soweit ausgereizt werden, bis die Elemente
gerade noch lesbar sind oder die Darstellung zu einer geometrischen Darstellungsform
zusammen geschrumpft ist.
5.4 Anforderung 4: Geeigneter Rahmen für die
Gesamtdarstellung
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der „Rahmen“ für die Gesamtdarstellung. Damit ist eine
bestimmte Oberfläche gemeint, in der sich das Gesamtgebilde der Ergebniselemente
befinden soll.
54
5.4 Anforderung 4: Geeigneter Rahmen für die Gesamtdarstellung
5.4.1 Verwendung von Fenstern
Üblicherweise werden für solche Zwecke Fenster verwendet, wie z.B. der Datei-Explorer
unter Windows. Dabei können die Fenster über den kompletten Bildschirmbereich ragen
oder in einer kleineren Form auf dem Bildschirm zu sehen sein. Außerdem können mehrere
Fenster auf einem Bildschirm angezeigt werden beispielsweise nebeneinander, überein-
ander oder überlappend wodurch man gleichzeitig den Blick auf mehrere Inhalte richten
kann. Dies ist ein entscheidender Punkt bei der Darstellung vor allem zusammengehöriger
Elemente. Besonders wenn mehrere Ansichten angeboten werden sollen (vgl.
Anforderung
5
und
Anforderung 6
), ist eine Darstellung von Vorteil, dessen Größe und Position individuell
verändert und zusammen mit anderen Anzeigen am Bildschirm platziert werden kann. Der
Nachteil einzelner Fenster liegt jedoch auf der Hand: Je mehr Fenster man öffnet, desto
voller und unübersichtlicher wird es auf dem Bildschirm. In Bezug auf die Übersichtlichkeit ist
dieser Nachteil definitiv bei der Entwicklung miteinzuberechnen. Andererseits hängt dieser
Fakt auch sehr vom jeweiligen Benutzer ab. Schließt er nicht mehr benötigte Fenster gleich
wieder, erspart er sich das Problem.
5.4.2 Verwendung von Tabs
Eine andere Möglichkeit, mehrere Ansichten in einem einheitlichen Rahmen darzustellen,
sind Tabs wie sie beispielsweise von den üblichen Webbrowsern verwendet werden. Öffnet
man einen Webbrowser, erscheint ein einzelner Tab am oberen Rand, welcher es ermöglicht,
auf dieser Anzeige im Internet zu surfen. Möchte man seine aktuelle Webseite angezeigt
lassen, aber zum Beispiel eine dazu passende weitere Webseite aufrufen, so kann man
einen weiteren Tab daneben öffnen. Somit hat man sowohl die Möglichkeit, die Infos der
ersten Seite nicht zu verlieren, als auch die Möglichkeit, zwischen beiden Ansichten hin und
her zu navigieren. Sobald mehrere Tabs ins Spiel kommen, wird zu ihrer Darstellung die
volle Fensterbreite des Browsers genutzt. Überschreitet die Anzahl der Tabs die Breite, so
wird beispielsweise in Google Chrome die Breite der einzelnen Tabs verringert. Der Vorteil
dieser Art der Darstellung ist eindeutig die flexible Anzeigennavigation durch mehrere darge-
stellte Inhalte in einem einzigen geöffneten Fenster. Man hat parallel Zugriff auf mehrere
Webseiten, die nur durch einen einfachen Klick auf den entsprechenden Tab voneinander
getrennt sind. Außerdem besteht die Möglichkeit, einen einzelnen Tab aus der „Reihe“
55
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
zu lösen, wodurch ein eigenes neues Webbrowser-Fenster mit diesem Tab geöffnet wird.
Dadurch eröffnet sich zusätzlich der Vorteil der Fensterdarstellung, nämlich das Anordnen
mehrerer Fenster auf dem Bildschirm. Damit hat der Benutzer die Möglichkeit, auf einen
Blick mehrere Ansichten miteinander zu vergleichen. Für die Aufgabe der Datenanalyse
ist dies ein wichtiges Argument. Je nach Anzahl der einzelnen Fenster ist hierbei jedoch
wieder das Problem der Übersichtlichkeit zu beachten. Der Nachteil einer Tab-Ansicht ist
die Beschränkung der Ansicht auf einen Tab, insofern man sie nicht in einzelne Fenster
auslagert. Außerdem wird je nach Anzahl der verschiedenen benötigten Ansichten (vgl.
Anforderung 5
und
Anforderung 6
) die Reihe der Tabs entsprechend lang. Bei vielen Tabs
muss durch die Liste gesucht werden, um eine der schon geöffneten Ansichten zu finden.
Entscheidet man sich für die Variante der Tabs, so müssen unter anderem diese Punkte
dabei berücksichtigt werden.
Zusammenfassend für die beiden Abschnitte 5.4.1 und 5.4.2 ist zu sagen, dass typische
Anwendungen auf diese beiden Konzepte (Fenster und Tabs) üblicherweise zurückgreifen.
Um den Mitarbeitern keinen unnötigen Aufwand zu generieren, sollten sich Ansätze für
das PROCEED-Framework zumindest hinsichtlich der Datenabfragen auf eins der beiden
Konzepte konzentrieren. Dabei spricht auch wenig gegen dieses Vorhaben, denn die Vorteile
passen gut zu den in Kapitel 4 analysierten Anforderungen und der Nachteil der Unübersicht-
lichkeit liegt allein am Benutzerverhalten. Nur wenn der
Business User
viele Fenster oder
Tabs öffnet, hat dies negativen Einfluss auf die Übersichtlichkeit. Hält er die Anzahl in einem
überschaubaren Rahmen, so kann er die genannten Vorteile ohne wirkliche Nachteile nutzen
und sich ganz auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren. Außerdem sind im Hinblick auf
die beiden genannten Konzepte Erweiterungen (z.B. engere Kombination beider Konzepte
oder neue Features) denkbar, die eine individuellere und möglicherweise noch passendere
Anwendung hervorbringen.
5.4.3 Verwendung von Seiten
Innerhalb der Fenster und Tabs wurde bisher von einer Oberflächenbehandlung ausgegan-
gen, die bei der Darstellung von zu vielen Elementen ein Scrolling vorsieht. Diese Methode
ist eine sehr platzsparende und einfache Art und Weise, mit vielen Artefakten umzugehen
(vgl. Abschnitt 5.3.1). Alternativ dazu ist auch eine bestimmte Anzahl von Seiten denkbar.
56
5.5 Anforderung 5: Korrespondierende Elemente aus Local Ontologies berücksichtigen
Eine Seite ist dabei wie eine Buchseite (z.B. E-Book) zu verstehen. Sie entspricht beispiels-
weise der Größe der Oberfläche im Fenster/Tab und enthält so viele Elemente, wie dort
hineinpassen. Gibt es mehr Elemente, so wird eine zweite Seite angefügt und der Benutzer
kann über eine kleine Schaltfläche durch die Seiten blättern (vgl. Abbildung 5.6).
1 / 2
A B C
D E F
G H I
Mausklick auf
Schaltfläche
2 / 2
J K L
M N
Abbildung 5.6:
Seitenansicht der Ergebniselemente. Sind mehrere Seiten verfügbar, so kann
der Benutzer über eine Schaltfläche zu den nächsten Seiten navigieren.
5.5 Anforderung 5: Korrespondierende Elemente aus
Local Ontologies berücksichtigen
Nachdem in den vorherigen Abschnitten die grundsätzlichen Rahmenbedingungen für die
Darstellung sowohl der einzelnen Elemente als auch ihrer Gesamtheit in einem passenden
Rahmen festgelegt wurden, folgen mit diesem und dem nächsten noch zwei letzte wichtige
Abschnitte. Der erste konzentriert sich auf die Berücksichtigung korrespondierender Artefak-
te (Schema Concepts und Individuals) aus Local Ontologies. Zur Erinnerung: Die Artefakte
der Local Ontologies besitzen bestimmte Mappings zu korrespondierenden Elementen in
der CIO (vgl. Kapitel 2). Diese Elemente geben Aufschluss über weitere Informationen oder
verbundenen Elemente, die in der CIO nicht dargestellt sind. Für die Gestaltungsentwicklung
ist nun die Frage, in welcher Art und Weise man die Darstellung dieser Elemente ins System
eingliedert und wie man darauf zugreifen kann. Relevante Fragen sind hierbei:
57
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
Wo werden die Elemente dargestellt?
Welche Informationen werden dargestellt?
Wie werden Elemente aus Local Ontologies sowie der Common Integration Ontology
zusammen dargestellt?
5.5.1 Darstellungsort
Die erste wichtige Entscheidung bestimmt, an welchem Ort die korrespondierenden Elemen-
te der Local Ontologies platziert werden. In Frage kommen dabei die Hauptansicht, also die
Anzeige der Ergebniselemente oder die Anzeige der korrespondierenden Elemente in einem
eigenen Fenster oder in einem eigenen Tab. Entscheidet man sich für die gemeinsame
Darstellung in einer Anzeige, so muss man den dadurch erhöhten Platzmangel berücksich-
tigen (vgl. Abbildung 5.10). Da es sich bei den Ergebnissen schon um eine Vielzahl von
Elementen handeln kann, wird die zusätzliche Anzeige der dazugehörigen Elemente der
Local Ontologies ein großes Problem und sollte vermieden werden. Eine Auslagerung in
ein eigenes Fenster oder eigenes Tab ist dabei die wesentlich geeignetere Lösung (vgl.
Abbildung 5.7 und 5.8).
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO
korrespondierende Elemente
F Pump
Pmp_Fu
Engine_
Module
Lamp_
Module
Seat
X
X
X
Abbildung 5.7: Auslagerung der korrespondierenden Elemente in ein extra Fenster.
58
5.5 Anforderung 5: Korrespondierende Elemente aus Local Ontologies berücksichtigen
Hauptfenster CIO Hauptfenster CIO
F Pump
Pmp_Fu
Engine_
Module
Lamp_
Module
Seat
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
korrespondierende Elemente
Abbildung 5.8: Auslagerung der korrespondierenden Elemente in ein neues Tab.
Alternativ zu einer Darstellung im CIO-Bereich oder in weiteren Fenstern beziehungsweise
Tabs kann beispielsweise auch an eine Anzeige der entsprechenden Elemente in einem
Tooltip per Mouseover-Effekt realisiert werden (vgl. Abbildung 5.9).
Während die schon genannten Ansätze eine globale Anzeige aller Elemente repräsentieren,
ist diese Tooltip-Lösung eine Variante für eine elementweise Darstellung der korrespondieren-
den Elemente eines einzelnen Ergebniselements. Je nach Anzahl der korrespondierenden
Elemente und Bildschirmgröße muss hierbei eine passende Größe des Tooltips gewählt
werden. Wie genau die Elemente darin dargestellt sind, ist ebenfalls zu bedenken. Um
das System konsistent zu halten, sollte man sich hierbei an eine Darstellung der Elemente
halten, für die man sich in Anforderung 1 entschieden hat.
5.5.2 Darzustellende Informationen
Nachdem feststeht, welche Darstellungsorte für die korrespondierenden Elemente in Frage
kommen, muss geklärt werden, welche Informationen dieser Elemente relevant sind. Grund-
sätzlich gilt, dass der Elementname unbedingt angezeigt werden muss. Der Hauptfokus
dieses Punktes liegt viel eher auf der Information, aus welcher Local Ontology das jeweilige
Element stammt, also ob der Benutzer diese Information direkt zusammen mit dem korre-
spondierenden Artefakt angezeigt bekommen muss oder erst nach einer Interaktion mit dem
System.
59
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO X
korrespondierende Elemente
F Pump Pmp_Fu
korrespondierende Elemente
Seat
korrespondierende Elemente
Eng_Mod Engine_
Module
ENGINE Modules
Abbildung 5.9: Verwendung von Tooltips zur Anzeige von korrespondierenden Elementen.
Fall 1
: Die Abbildung 5.10 fasst die Darstellungsmöglichkeiten zusammen, insofern man
sich für eine Anzeige zusammen mit der Ergebnismenge entscheidet.
Links oben in Abbildung 5.10 zeigt das PROCEED-Framework lediglich die betroffenen LOs
(
Local Ontology 1-4
), wodurch der Benutzer zwar einen Überblick über die jeweiligen LOs
bekommt, aber ohne Interaktion nicht weiß, welche Elemente aus der CIO genau betroffen
sind. Da er mit dieser dort fehlenden Information aber wesentlich mehr anfangen kann, bleibt
die Wahl zwischen einer reinen Darstellung der korrespondierenden Elemente (Abbildung
5.10, links unten) oder einer gemeinsamen Anzeige (Abbildung 5.10, rechts oben). Da
diese sehr viel Platz in Anspruch nimmt, muss diese Darstellungsart mit Vorsicht betrachtet
werden. Eine Alternative der drei Möglichkeiten ist die Verwendung einer kleinen Information
beim Klick auf eines der Ergebniselemente (Abbildung 5.10, rechts unten). Beim Klick auf
das korrespondierende Element
F_Pump
beispielsweise bekommt der Benutzer die kleine
textuelle Mitteilung, dass dieses Element aus der LO2 stammt.
Fall 2
: Bei der Wahl eines Fensters als Darstellungsort der korrespondierenden Elemente
(samt LOs) kommen wiederum andere Möglichkeiten in Frage. Die erste Idee ist es, für
jede betroffene LO ein eigenes Fenster darzustellen, in dem die dazugehörigen korrespon-
dierenden Elemente der Ergebnis-Artefakte angezeigt werden (vgl. Abbildung 5.11). Der
60
5.5 Anforderung 5: Korrespondierende Elemente aus Local Ontologies berücksichtigen
Engine
Local Ontology 4
Local Ontology 1
Local Ontology 3
Local Ontology 2
LO 4
LO 1
LO 3
LO 2
Fuel_
Pump
Head_
Lamp
Door_
Driver
Door_
Pass
Engine
Fuel_
Pump
Head_
Lamp
Door_
Driver
Door_
Pass
Seat
Engine_
Mod
Lamp_
Mod
F_Pump
Pmp_Fu
Engine
Fuel_
Pump
Head_
Lamp
Door_
Driver
Door_
Pass
Seat
Engine_
Mod
Lamp_
Mod
F_Pump
Pmp_Fu
Engine
Fuel_
Pump
Head_
Lamp
Door_
Driver
Door_
Pass
Seat
Engine_
Mod
Lamp_
Mod
F_Pump
Pmp_Fu
aus: LO 2
Abbildung 5.10:
Möglichkeiten der Darstellung der korrespondierenden Elemente mit oder
ohne LO.
Fenstername entspricht dabei jeweils dem Namen der Local Ontology. Die zweite Idee ist
ein neues Fenster, in dem für jede Local Ontology ein Tab in diesem Fenster geöffnet ist,
welches wiederum die korrespondierenden Elemente enthält (vgl. Abbildung 5.12). Da sich
diese beiden Ideen bei ungünstigen Abfragen, in denen eine Vielzahl von LOs betroffen sind,
als äußerst unangenehm für den Benutzer herausstellen, ist vor allem das Fensterbeispiel
eher als Negativbeispiel zu betrachten. Bessere Lösungen sollten sich auf ein einziges
neues Fenster konzentrieren, um den Bildschirm des Benutzers vor allem bei größeren
Abfragen nicht zu überfüllen. Dabei kann beispielsweise eine einfache, interne Untergliede-
rung in diesem Fenster als ausreichende Informationsdarstellung genügen. Jede betroffene
LO wird zum Beispiel als eine Art Darstellungsfläche angezeigt, in der die dazugehörigen
korrespondierenden Elemente positioniert sind (vgl. Abbildung 5.13).
61
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO X
X
Local Ontology 4
X
Local Ontology 3
X
Local Ontology 2
X
Local Ontology 1
Pmp_Fu
F Pump
Seat
Engine_
Module
Lamp_
Module
Abbildung 5.11:
Für jede LO wird ein eigenes Fenster verwendet, um die dazugehörigen
korrespondierenden Elemente anzuzeigen.
Fall 3
: Entscheidet man sich für einen extra Tab als Darstellungsort, so kommen wie bei
dem Fenster-Ansatz ebenfalls keine einzelnen Tabs für jede einzelne LO in Frage. Auch hier
ist eine Darstellungsform wie in Abbildung 5.13 möglich, die nicht in einem Fenster, sondern
in einem Tab zu sehen ist.
5.5.3 Gesamtdarstellung
Wie bei der Entwicklung der Ergebniselement-Darstellung muss auch bei den korrespon-
dierenden Elementen an eine passende Anordnung beziehungsweise Gesamtdarstellung
gedacht werden. Denn hierbei handelt es sich letztlich ebenso wie bei den Objekten (und
später auch Varianten und Versionen) um nichts anderes als eine Menge von Elementen.
Auf welche Art und Weise man diese Art von Menge anordnen und als Gesamtdarstellung
anzeigen kann, wurde ausreichend in Abschnitt 5.3 für Objekte analysiert. Deshalb wird
62
5.5 Anforderung 5: Korrespondierende Elemente aus Local Ontologies berücksichtigen
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO X
korrespondierende Elemente X
Local Ontology 1 Local Ontology 2 Local Ontology 3 Local Ontology 4
Pmp_Fu
.... | .....
Abbildung 5.12:
Ein Fenster mit jeweils einem Tab pro LO wird für die Darstellung der
korrespondierenden Elemente verwendet.
in diesem Punkt auf eine nochmalige Analyse verzichtet und auf die Ansätze in diesem
Abschnitt verwiesen.
5.5.4 Darstellung der Elemente standardmäßig oder auf Wunsch
Die nächste Entscheidung bestimmt, ob die korrespondierenden Elemente (evtl. samt
Angabe zu LO) standardmäßig oder erst auf Wunsch des Benutzers angezeigt werden.
Hierbei kommt es darauf an, wie hoch man die Bedeutung dieser Information einstuft.
Stuft man sie hoch ein, so muss das System diese Elemente zeitgleich zusammen mit der
Ergebnismenge anzeigen. Abhängig vom gewählten Darstellungsort stellt das System die
korrespondierenden Elemente zusammen mit der Ergebnismenge in einer Ansicht dar oder
öffnet automatisch ein eigenes zweites Fenster beziehungsweise einen eigenen zweiten
Tab. Stuft man die Bedeutung der korrespondierenden Elemente nicht so hoch ein, reicht
es aus, wenn das System eine Schaltfläche anbietet, die dem Benutzer ermöglicht, diese
63
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO
korrespondierende Elemente
X
X
F Pump
Pmp_Fu
Engine_
Module
Lamp_
Module
Seat
Local Ontology 1
Local Ontology 2
Local Ontology 3
Local Ontology 4
Abbildung 5.13:
Ein Fenster mit nur einer Anzeige für die korrespondierenden Elemente, die
in den Rahmen der jeweiligen LO positioniert sind.
Elemente auf Wunsch in der Hauptansicht oder in einem neuen Fenster beziehungsweise
neuen Tab anzeigen zu lassen. (vgl. Abbildungen 5.14 und 5.15).
5.5.5 Zusätzliche Möglichkeiten bei elementweiser Darstellung
Während die bisherigen Ansätze dieses Abschnitts mit einer globalen Anzeige beziehungs-
weise Interaktion zusammenhängen, ermöglicht die Darstellung auf Wunsch zusätzlich
die Alternative der elementweisen Darstellung. Entscheidet man sich für die elementweise
Anzeige der korrespondierenden Elemente, ergibt sich dadurch eine wesentlich übersichtli-
chere und von Benutzerseite aus einfach handhabbare Arbeitsumgebung. Auf Klick eines
CIO-Elements oder durch eine ähnliche Interaktion damit kann sich der Benutzer für dieses
spezielle Element die dazugehörigen LO-Elemente anzeigen lassen (z.B. mit Hilfe eines
Tooltips (vgl. Abbildung 5.9), eines Dialogs oder eines kleinen Fensters (vgl. Abbildungen
5.16 und 5.17)). Hat der
Business User
alle nötigen Informationen aus dieser Anzeige
64
5.5 Anforderung 5: Korrespondierende Elemente aus Local Ontologies berücksichtigen
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO
korrespondierende Elemente
F Pump
Pmp_Fu
Engine_
Module
Lamp_
Module
Seat
X
X
korrespondierende Elemente anzeigen | ....
1
2
Mausklick auf Schaltfläche
neues Fenster
öffnet sich
Abbildung 5.14:
Auslagerung in ein neues Fenster nach Klick auf entsprechende
Schaltfläche.
korrespondierende Elemente anzeigen | ... korrespondierende Elemente anzeigen | ...
2neuer Tab
öffnet sich
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
1
Mausklick auf
Schaltfläche
Hauptfenster CIO korrespondierende Elemente
F Pump
Pmp_Fu
Engine_
Module
Lamp_
Module
Seat
Hauptfenster CIO
Abbildung 5.15: Auslagerung in ein neues Tab nach Klick auf entsprechende Schaltfläche.
65
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO X
1Mausklick auf
Element Door Passenger
2
Funktionsmenü
erscheint
korrespondierende Elemente
anzeigen
.....
.....
Abbildung 5.16:
Durch Klicken eines Elements erscheint das Funktionsmenü mit der Schalt-
fläche „tiefere Elementebenen anzeigen“.
entnommen, kann diese offen bleiben, minimiert oder wieder geschlossen werden. Ob
mehrere solcher einzelner Ansichten erlaubt sind, hängt vom jeweiligen endgültigen Ansatz
ab. Alternativ könnte sich beim Klick auf ein anderes Element die alte Anzeige schließen
und die Neue öffnen.
Im Gegensatz dazu ermöglicht eine globale Interaktion wie in Abschnitt 5.5.4 die Informati-
onsanzeige aller korrespondierenden Elemente. Dadurch muss sich der Benutzer nicht erst
durch die möglicherweise hunderte Elemente einzeln durchklicken, um sich über die jewei-
ligen korrespondierenden Elemente zu informieren. Andererseits wird bei diesem Ansatz
eine Zuordnung zwischen Ergebniselement(en) und korrespondierenden Elementen (siehe
Abschnitt 5.5.6) eventuell schwieriger. Es sprechen somit einige Argumente für eine globale
Interaktion und Darstellung, aber gleichzeitig auch viele Argumente für eine elementweise.
Letztlich ist keiner der beiden Ansätze perfekt und ohne Nachteile, weshalb es letztlich auf
eine Abschätzung ankommt, was für den Benutzer am besten ist.
5.5.6 Zusammengehörigkeit von CIO- und korrespondierenden
Elementen darstellen
Trotz aller bisherigen Überlegungen ist noch völlig ungeklärt, wie man die Zusammen-
gehörigkeit der CIO-Elemente und deren korrespondierender Elemente der LOs darstellt.
66
5.5 Anforderung 5: Korrespondierende Elemente aus Local Ontologies berücksichtigen
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO X
3
korr. Elemente von Door Passenger
F Pump Pmp_Fu
X
4
korrespondierende Elemente
anzeigen
.....
neues Fenster
öffnet sich
Mausklick auf
Schaltfläche
.....
Abbildung 5.17:
Klickt der Benutzer auf die Schaltfläche, erscheint ein neues Fenster mit
dem Namen des Elements benannt und den korrespondierenden Elementen
darin.
Bis zu diesem Punkt wurde zwar über den Darstellungsort, die nötigen Informationen und
die Art und Weise der Interaktion und Darstellung gesprochen, jedoch lässt keine der ge-
zeigten Abbildungen eine richtige Zusammengehörigkeit zwischen korrespondieren und
CIO-Elementen erkennen. Die einfache räumliche Nähe der Elemente wie in Abbildung
5.10 beispielsweise reicht noch nicht aus, um definitiv aussagen zu können, welche kor-
respondierenden Elemente zu welchen Elementen der Local Ontologies gehören. Um die
Zusammengehörigkeit zu verdeutlichen, kann man zum Beispiel auf direkte Verknüpfungen
(z.B. durch Linien) oder auf farbliche Unterlegungen zurückgreifen (vgl. Abbildung 5.18).
Abbildung 5.18 zeigt ein Beispielergebnis einer Datenabfrage. In diesem Fall wurde der
Einfachheit halber eine gemeinsame Darstellung in einer Ansicht gewählt und die korrespon-
dierenden Elemente am Rand der Anzeige werden nur durch ihren Namen repräsentiert.
Der entscheidende Unterschied zwischen der linken und rechten Ansicht ist die Art der
Verknüpfung: Links wurde eine direkte Verknüpfung durch Linien gewählt und rechts ein
farblicher Zusammenhang hergestellt. Sind die Elemente nicht gemeinsam in einer Anzeige
platziert, so sind die korrespondierenden Elemente nach den Erkenntnissen der vorherigen
Abschnitte entweder in einem extra Fenster oder in einem neuen Tab ausgelagert. Ver-
knüpfungen machen in beiden Fällen weniger Sinn, denn Verknüpfungen zwischen zwei
Fenstern/Tabs können darstellungstechnisch nur schwer zugeordnet werden. Farbliche
Unterlegungen kommen in diesem Kontext deutlich besser zum Tragen.
67
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
Fuel_
Pump
Head_
Lamp
Door_
Driver
Door_
Pass
Seat
Lamp_
Mod
F_Pump
Pmp_Fu
Engine_
Mod
Engine
Fuel_
Pump
Head_
Lamp
Door_
Driver
Door_
Pass
Seat
Lamp_
Mod
F_Pump
Pmp_Fu
Engine_
Mod
Engine
Mapping
Abbildung 5.18:
Beispiele verschiedener Darstellungsarten von Zusammengehörigkeit: di-
rekte Verknüpfungen (links) und Verwendung von Farbe (rechts).
Der Inhalt zweier Fenster, die sich der Benutzer auf dem Bildschirm aneinander platziert,
lässt sich gut analysieren und vergleichen (vgl. Abbildung 5.19). Die farbliche Zusammenge-
hörigkeit fällt dem Benutzer dabei direkt ins Auge. Andererseits sinkt die Unterscheidbarkeit
der farblichen Elemente mit steigender Anzahl an Ergebniselementen. Außerdem ist das
Problem bei der Verwendung von Tabs, dass jeweils nur ein Tab angezeigt werden kann.
Wenn man als Benutzer erst zwischen beiden Tabs hin und her klicken muss, ist der kognitive
Aufwand wesentlich höher. Grund dafür ist, dass sich der Benutzer ein CIO-Element aussu-
chen muss, sich dessen Farbe merken muss, daraufhin zum Tab der korrespondierenden
Elemente klicken muss und dort die farblich passenden Elemente finden muss. Um dem
Benutzer diese eigentlich einfache Aufgabe nicht unnötig zu erschweren, sollte man bei der
Entwicklung entweder auf eine Tab-Anzeige verzichten oder den Benutzer so unterstützen,
dass sich dieser Tab automatisch in ein eigenes Fenster umwandelt. Dadurch kann der
Benutzer die beiden Fenster wieder nebeneinander am Bildschirm platzieren und wesentlich
leichter seiner Arbeit nachgehen. Andernfalls muss dem Benutzer bewusst sein, dass er
den Tab als Fenster auf dem Bildschirm anordnen kann.
68
5.5 Anforderung 5: Korrespondierende Elemente aus Local Ontologies berücksichtigen
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO
korrespondierende Elemente
F Pump
Pmp_Fu
Engine_
Module
Lamp_
Module
Seat
X
X
korrespondierende Elemente anzeigen | ....
Abbildung 5.19: Farbliche Zusammengehörigkeit bei Verwendung eines Extra-Fensters.
5.5.7 Berücksichtigung von mehrwertigen Korrespondenzen
In Kapitel 2 dieser Arbeit wurden verschiedene Korrespondenzen beschrieben, die zwischen
Schema-Concepts, Individuals und Attributen bestehen können. Gilt dabei eine 1:1 Kor-
respondenz, so wird jedes korrespondierende Element aus den LOs im entsprechenden
Bereich dargestellt. Gilt jedoch eine 1:n Korrespondenz (z.B. Subsumes), so gibt es für ein
Element aus einer Local Ontology mehrere korrespondierende CIO-Elemente. Die Frage die
sich hierbei stellt ist, ob dieses Element dann jeweils für jedes der
n
CIO-Elemente darge-
stellt wird oder ob es nur einmal dargestellt wird. Je nach Kenntlichmachung der Verbindung
(Verknüpfung, Farbe) macht eines der beiden Ansätze mehr Sinn. Bei Verknüpfungen durch
Linien beispielsweise müsste das Element der Local Ontology so positioniert werden, dass
die Linien der
n
korrespondierenden CIO-Elemente so übersichtlich wie möglich gezogen
werden können. Bei einer farblichen Zusammengehörigkeit reicht es wiederum, wenn man
das korrespondierende Element nur einmal darstellt. Der Zusammenhang ergibt sich dann
aus den mehreren farblich hinterlegten CIO-Elementen. Die Wahl eines dieser genannten
Möglichkeiten hängt stark von mehreren Faktoren wie der Ergebnismenge, der Darstel-
69
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
lungsform, dem Darstellungsrahmen, dem verfügbaren Platz und der Menge von LOs sowie
korrespondierenden CIO-Elementen ab. Bei der Verwendung von Linien oder anderen Ver-
knüpfungen kommt es stark auf die Anordnung der Elemente an. Je mehr Elemente und je
unvorteilhafter diese abgebildet sind, desto eher überschneiden sich die Verknüpfungen und
werden von anderen Elementen überdeckt. Auch das farbliche Repertoire ist eher nur bei
kleineren Ergebnismengen sinnvoll einsetzbar. Während sich bei sechs Elementen deutlich
unterscheidbare Farben finden lassen, so ist dies bei höheren zweistelligen Ergebnismengen
nicht mehr der Fall. Eine ebenfalls an dieser Stelle wichtige, zu erwähnende Abhängigkeit
dieser Entscheidung ist der Darstellungsort der korrespondierenden Elemente. Eine Ver-
knüpfung macht nur dann Sinn, wenn sich die Elemente auf einer Bildebene befinden, d.h.
in einem Fenster und auf einem gemeinsamen Tab sind. Sind die CIO-Elemente z.B. in
Fenster A und die korrespondierenden Elemente in Fenster B oder gar in verschiedene Tabs
aufgeteilt, so machen Verknüpfungen durch Linien beispielsweise keinen Sinn. In diesem
konkreten Beispiel ist, wenn überhaupt, eine farbliche Unterlegung passender. Dabei ist
gerade bei mehreren Elementen zu überlegen, ob eine farbliche Zusammengehörigkeit
nur beim Klick auf ein CIO-Element erfolgt. Dies würde dem oben genannten Problem der
Farbenvielfalt entgegenwirken. Gerade an dieser Stelle sind Erweiterungen der eigentlichen
Idee denkbar.
5.6 Anforderung 6: Ebenenwechsel zu Varianten und
Versionen
Ein letzter zentraler und wichtiger Punkt des gesamten PROCEED-Frameworks sind die
verschiedenen Datenebenen Product Data Collection, Object, Variant und Version. Bekannt
ist, dass die Datenabfragen gewöhnlich auf Objektebene beginnen. Davon ausgehend
soll jedoch ein Ebenenwechsel vollzogen werden können. Das bedeutet, dass das System
sowohl die Objekte darstellen als auch in der Lage sein muss, gegebenenfalls neue Anzeigen
für Varianten und Versionen einzelner und/oder aller Objekte zu erstellen. Dieser Vorgang
soll durch entsprechende Interaktion vom Benutzer vollzogen und die Elemente durch
passende Navigation angesteuert werden können. Wie schon bei der Betrachtung der
Objekte können auch hier die in Kapitel 4 analysierten Anforderungen abgeleitet und als
Grundlage für die Gestaltung betrachtet werden.
70
5.6 Anforderung 6: Ebenenwechsel zu Varianten und Versionen
5.6.1 Darstellung der einzelnen Varianten und Versionen samt
Attributwerten
Varianten und Versionen bestehen wie Objekte aus einem Namen und dazugehörigen
Attributwerten. Wie schon bei den Objekten, sollten Varianten und Versionen nur so viel
wie nötig, aber so wenig wie möglich Informationen anzeigen müssen. Deshalb wird es
am geeignetsten sein, sich auch hier auf den Namen des Elements samt einem äußeren
Rahmen zu beschränken. Zur besseren Unterscheidbarkeit und Übersichtlichkeit sollte die
Wahl eines andersförmigen Rahmens für jeweils die Objekten, Varianten und Versionen
gewählt werden. So könnten beispielsweise die Objekte rechteckig, die Varianten kreisförmig
und die Versionen mehreckig sein (vgl. Abbildung 5.20). Bezüglich der Attributliste der
Varianten und Versionen gilt das gleiche wie für die der Objekte. Auch hier muss man sich
bei der endgültigen Entwicklung eines visuellen Ansatzes entscheiden, ob man die Attribute
standardmäßig oder erst nach Benutzerinteraktion anzeigen möchte. Wie dies dann im
konkreten Fall aussehen kann und welche Möglichkeiten der Darstellung es dabei gibt, ist
ausführlich in Abschnitt 5.2 beschrieben.
Object Layer
Variant Layer
Version Layer
Abbildung 5.20: Verschiedene Formen für Objekte, Varianten und Versionen.
5.6.2 Geeignete Gesamtdarstellung der Varianten und Versionen
Je tiefer sich der Benutzer durch die Datenebenen navigiert, auf desto mehr Elemente wird er
für gewöhnlich stoßen. Somit werden die in Abschnitt 5.3 analysierten Gesamtdarstellungs-
71
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
Möglichkeiten für Varianten und vor allem Versionen von noch wichtigerer Bedeutung. Wie
aus diesem Abschnitt bekannt ist, kommen beispielsweise mehrspaltige Listen, eine geome-
trische Darstellung als Rechteck oder Kreis oder eine eher unübersichtlichere ungeordnete
Darstellung in Frage. Bei Gestaltungsfragen ähnlicher Komponenten kommt es darauf an, ob
man als Entwickler das Kriterium der Konsistenz schwächer oder stärker berücksichtigen will.
Entscheidet man sich bei der Darstellung der Objekte beispielsweise für eine mehrspaltige
Listendarstellung, so stellt sich die Frage, ob man diese für die Varianten und Versionen
ebenfalls umsetzen soll oder sich für eine unterscheidbare Darstellung entscheidet. Wäh-
rend die Wahl der gleichen Gesamtdarstellung dem System einen gestaltungstechnisch
konsistenten Eindruck verleiht, sind anderweitige Darstellungen der Varianten und Versionen
aufgrund ihrer Vielzahl möglicherweise besser geeignet. An dieser Stelle gilt es also beim
endgültigen Ansatz zu begründen, wieso man sich gerade für Gesamtdarstellung X (im
Vergleich zu Y) entschieden hat.
5.6.3 Geeigneter Rahmen für Gesamtdarstellung der Varianten und
Versionen
Um die Varianten und Versionen bestmöglich für den Benutzer am Bildschirm platzieren
zu können, ist erneut die Frage des geeigneten Rahmens für die Gesamtdarstellung zu
stellen. Wie schon in den beiden vorherigen Unterkapiteln kann auch in diesem auf einen
früheren Abschnitt (Abschnitt 5.4) für die möglichen Umsetzungen eines Rahmens verwiesen
werden. Jedoch ist an diesem Punkt eine gemeinsame Darstellung mit den Objekten der
Ergebnismenge und möglicherweise auch noch deren korrespondierender Elemente allein
aus Platzgründen kategorisch auszuschließen. Nichtsdestotrotz liefert die Wahl von Fenstern
oder Tabs beispielsweise genug Möglichkeiten, um dem Benutzer die nötigen Informationen
auf eine wesentlich angenehmere und aufgabenfreundlichere Art und Weise darzulegen.
Fenster
Entscheidet man sich bei einem Ebenenwechsel zu Varianten und Versionen für Fenster als
Darstellungsrahmen (vgl. Abbildung 5.21), konfrontiert man den Benutzer an dieser Stelle
erneut mit den Vor- und Nachteilen von Fenstern.
72
5.6 Anforderung 6: Ebenenwechsel zu Varianten und Versionen
Fuel
Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO X
Variants X
Versions X
Abbildung 5.21:
Für jede Datenebene (Object, Variant, Version) wird ein eigenes Fenster
verwendet.
Es erscheint zwar ein neues Fenster, das seinen Platz entweder auf der Taskleiste oder
am Bildschirm benötigt, aber dieses bietet dem Benutzer gleichzeitig einen schnellen und
unkomplizierten Zugriff samt einfacher Vergleichsmöglichkeit mit anderen Anzeigen. Dieses
neue Fenster bietet ausreichend Platz für entsprechende Darstellungen der Elemente der
tieferen Ebene und ist mit nur einem Mausklick von der Bildfläche wieder verschwunden.
Alternativ kann in einem gemeinsamen Fenster für die zwei tieferen Ebenen jeweils ein Tab
angeboten werden (vgl. Abbildung 5.22).
Tabs
Auch die Wahl von einem neuen Tab als Darstellungsfläche einer neuen Ebene erweist
sich als einfach und praktisch für diesen Zweck. Durch einen vom Benutzer interagierten
Ebenenwechsel erscheint ein neuer Tab in der Leiste, der für die Varianten oder Versionen
73
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO
andere Elementebenen X
Versions
X
Variants
Abbildung 5.22:
Statt mehrerer Fenster wird nur eines verwendet. Dieses beinhaltet zwei
Tabs für die beiden tieferen Elementebenen.
als Darstellungsplatz (evtl. mit Hilfe von Unterstützungswerkzeugen wie Scrollbars oder
einer Schaltfläche zum Umblättern einer Anzeigenseite) ausreicht (vgl. Abbildung 5.23).
Seitenansicht
Statt einen der beiden oberen Ansätze zu nehmen, kann eine weitere Idee, die Anwendung
mehrerer Seiten auf einer einzigen Bildschirmfläche, nützlich sein. Statt einigen Fenstern
oder Tabs wird die Darstellung eines Ergebnisses einer Datenabfrage wie eine Art Buch
gehandhabt. Dies bedeutet, dass man als Benutzer auf den ersten Seiten beispielsweise
die Objekte des Ergebnisses dargestellt bekommt, auf den daran anschließenden Seiten
die Varianten all dieser Ergebnisobjekte und zum Schluss des kleinen „Buches“ findet der
Benutzer alle Versionen der Abfrage (vgl. Abbildung 5.24). Inwiefern sich dieser Ansatz
mit weiteren Anforderungen (z.B. den korrespondierenden Elementen) vereinbaren lässt,
kommt auf den jeweiligen endgültigen Ansatz an.
74
5.6 Anforderung 6: Ebenenwechsel zu Varianten und Versionen
Objects Variants Versions
Objects Versions
Objects Variants
Fuel
Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Variants
Versions
Abbildung 5.23: Verwendung von einzelnen Tabs pro Elementebene.
75
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
Objects: Variants: Versions:
1 / 9 3 / 9 6 / 9
Abbildung 5.24:
Seitenansicht der verschiedenen Elementebenen. Das „Buch“ beginnt mit
den Objekten, gefolgt von Varianten und den Versionen am Ende.
5.6.4 Ebenenwechsel - global oder elementweise
Da nun einige Darstellungsmöglichkeiten und -rahmen für verschiedene Ebenen feststehen,
muss noch analysiert werden, auf welche Art und Weise der Ebenenwechsel vollzogen
werden soll. Wie schon wiederholt in anderen Anforderungen angesprochen, kommt auch
hier erneut die Unterscheidung zwischen global und elementweise ins Spiel. Dabei können
die vorherig genannten Darstellungsrahmen sowohl für eine globale als auch für eine
elementweise Herangehensweise verwendet werden.
Globaler Ebenenwechsel
Die eine Möglichkeit ist, den Ebenenwechsel global mit einer entsprechenden Schaltfläche
anzubieten (vgl. Abbildung 5.25). Diese Schaltfläche sollte entweder global innerhalb des
systeminternen Rahmens oder in den beiden analysierten Darstellungsrahmen für Ergebnis-
und korrespondierende Elemente zu finden sein. Klickt man beispielsweise auf eine ähn-
liche Schaltfläche wie in Abbildung 5.25 dargestellt, so muss einer der in Abschnitt 5.6.3
genannten Darstellungsrahmen (Fenster, Tabs, Seitenansicht) durch das System sichtbar
werden. Dieser beinhaltet dann alle Varianten oder Versionen (je nach Ebenenwechsel),
die an den Ergebnisobjekten dranhängen. Diese Möglichkeit sollte zum Einsatz kommen,
wenn man es als Entwickler für wichtiger hält, dem Benutzer schnell und einfach alle die
für seine Abfrage betroffenen Elemente anzuzeigen. Dadurch erhält der Benutzer jedoch
bei größeren Abfragen eine enorme Vielzahl an Elementen auf verschiedenen Ebenen,
ohne jeglichen Bezug auf die vorherige Ebene. Er weiß somit nicht, welche Variante zu
76
5.6 Anforderung 6: Ebenenwechsel zu Varianten und Versionen
zu Object Layer wechseln
zu Variant Layer wechseln
zu Version Layer wechseln
Door
Driver
Door
Passenger
Engine
Hauptfenster CIO X
korr. Elemente anzeigen | andere Elementebenen anzeigen
Object Layer
Variant Layer
Version Layer
Objects
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
korr. Elemente anzeigen | Ebene nach oben | Ebene nach unten
Abbildung 5.25:
Verschiedene Möglichkeiten der Darstellung einer globalen Schaltfläche für
die Interaktion in eine andere Ebene.
Objekt A aus der vorherigen Ansicht gehört und umgekehrt (vgl. Abbildung 5.26). Die-
ser fehlende Zusammenhang muss entweder in Kauf genommen oder erst noch passend
dazu entwickelt werden. Nichtsdestotrotz kann eine umfassende Entwicklungsarbeit eine
zusätzliche Funktion ermöglichen, die dem Benutzer sowohl einen globalen als auch einen
elementweisen Ebenenwechsel anbietet. Dadurch erhielte der Benutzer die volle Kontrolle
über die Handlungsschritte und könnte selbständig entscheiden, welche Information ihm im
konkreten Fall wichtiger ist. Wie genau ein elementweiser Ebenenwechsel aussehen kann,
beschreibt der folgende Abschnitt.
Elementweiser Ebenenwechsel
Die andere Möglichkeit eines Ebenenwechsels ist die, dass der Benutzer sich individuell
durch nur einzelne Objekte in dessen tiefere Ebenen navigieren kann. Diese Art der Navi-
77
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO X
Variants X
? ? ??
? ?
Abbildung 5.26:
Nach einem globalen Ebenenwechsel kann nicht zugeordnet werden, wie
die Elemente der unterschiedlichen Ebenen in Beziehung zueinander
stehen.
gation lässt sich durch Klick auf ein Element sowohl mit einer globalen Schaltfläche (vgl.
Abbildung 5.27) als auch mit einer elementweisen Schaltfläche umsetzen (vgl. Abbildung
5.28). Wie schon in Abschnitt 5.5.5 bei der elementweisen Darstellung der korrespondie-
renden Elemente, kann man auch hier die Anzeige der Elemente der tieferen Ebene zum
Beispiel in einem neuen, kleinen Fenster platzieren (vgl. Abbildung 5.29). Alternativ kann
beispielsweise auf die Tab-Darstellung wie in Abbildung 5.30 zurückgegriffen werden.
78
5.6 Anforderung 6: Ebenenwechsel zu Varianten und Versionen
Door
Driver
Door
Passenger
Engine
Hauptfenster CIO X
korrespondierende Elemente anzeigen | tiefere Elementebenen anzeigen
1Mausklick auf Objekt Door Passenger
Door
Driver
Door
Passenger
Engine
Hauptfenster CIO X
korrespondierende Elemente anzeigen | tiefere Elementebenen anzeigen
2Schaltfläche wird
freigeschalten
Abbildung 5.27:
Ein angeklicktes Element aktiviert die globale Schaltfläche für den element-
weisen Ebenenwechsel.
5.6.5 Ebenen der korrespondierenden Elemente berücksichtigen
Je nach Entscheidung für einen globalen oder elementweisen Ebenenwechsel müssen
noch zusätzliche Überlegungen hinsichtlich der korrespondierenden Elemente gemacht
werden. Denn korrespondierende Elemente sind ebenfalls entweder Objekte, Varianten oder
Versionen. Entscheidet man sich für einen elementweisen Ebenenwechsel bei den Ergeb-
niselementen, so können alle dafür analysierten Darstellungen und Eigenschaften auch für
die korrespondierenden Elemente übernommen werden. Einzig beim Fensternamen kann
man überlegen, ob eine Zusatzkennung für das korrespondierende Element sinnvoll ist. Bei
einem globalen Ebenenwechsel kommen je nach Darstellungsort der korrespondierenden
79
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
Fuel Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
Hauptfenster CIO X
1Mausklick auf
Element Door Passenger
2Funktionsmenü
erscheint
korrespondierende Elemente
anzeigen
tiefere Elementebenen
anzeigen
.....
Abbildung 5.28:
Durch Klicken auf ein Element erscheint ein Funktionsmenü am Mauszeiger,
der dem Benutzer u.a. erlaubt, die tieferen Ebenen anzuzeigen.
Door
Driver
Door
Passenger
Engine
Hauptfenster CIO X
korrespondierende Elemente anzeigen | tiefere Elementebene anzeigen
1Schaltfläche
klicken
Variants von Door Passenger X
X
Abbildung 5.29:
Verwendung eines eigenen Fensters für die Variantendarstellung eines
einzelnen Objekts (hier: Door Passenger).
80
5.6 Anforderung 6: Ebenenwechsel zu Varianten und Versionen
Door
Driver
Door
Passenger
Engine
Hauptfenster CIO X
korrespondierende Elemente anzeigen | tiefere Elementebenen anzeigen
1Schaltfläche
klicken
Elementebenen von Door Passenger X
Variants Versions
2
neues Fenster für die Varianten
und Versionen des Objekts
Door Passenger
X
X
Abbildung 5.30:
Alternative Darstellung der beiden tieferen Datenebenen eines einzelnen
Elements in zwei einzelnen Tabs.
Elemente entsprechende Anforderungen beziehungsweise Möglichkeiten zur Umsetzung
ähnlich in Frage:
Fall 1
: Die korrespondierenden Objekte werden gemeinsam mit den Ergebnisobjekten in
einer Ansicht dargestellt. Klickt der Benutzer nun auf die Schaltfläche für einen Ebenen-
wechsel, so sollten hierbei auch die korrespondierenden Objekte durch die passenden
Varianten beziehungsweise Versionen ausgetauscht werden. Da dieser Vorgang bei Wahl
der gemeinsamen Darstellung zu viel Platz beansprucht, wird davon für die Wahl des
Darstellungsrahmens der korrespondierenden Elemente erneut abgeraten.
Fall 2
: Die korrespondierenden Objekte werden in einem eigenen Fenster angezeigt. Um
zwischen korrespondierenden Objekten, Varianten und Versionen zu unterscheiden, können
sowohl einzelne Fenster (vgl. Abbildung 5.21), die in Abschnitt 5.4.3 und 5.6.3 erläuterte
Seitenansicht (vgl. Abbildung 5.24) als auch Tabs verwendet werden (vgl. Abbildung 5.31).
Jeder Tab entspricht dabei einer Ebene und zeigt die entsprechenden Elemente aus den
verschiedenen Local Ontologies an. Für Vergleichszwecke kann sich der Benutzer hierbei
wieder insofern bereichern, als dass er einen Tab als einzelnes Fenster umfunktionieren
81
5 Übertragung der Systemanforderungen auf die Gestaltung
korrespondierende Elemente X
Objects
tiefere Elementebene anzeigen | ....
Fuel
Pump
Door
Driver
Door
Passenger
Head
Lamp
Engine
korrespondierende Elemente X
tiefere Elementebene anzeigen | ....
Objects Variants
korrespondierende Elemente X
tiefere Elementebene anzeigen | ....
Objects Variants Versions
Abbildung 5.31:
Darstellung der korrespondierenden Elemente in einem eigenen Fenster
mit drei eigenen Tabs.
kann. Verwendet man verschiedene Seiten, so entspricht dies wieder einer Art Buch, in
welchem Seite für Seite erst die Objekte, dann die Varianten und zuletzt die korrespondie-
renden Versionen erscheinen. Alternativ zu eigenen Tabs und Seiten könnte pro Ebene
ein eigenes Fenster aufgehen, welches die für die ausgewählte Ebene entsprechenden
Elemente beinhaltet. Da sich die Tiefe der Datenebenen auf höchstens vier beschränkt, ist
die Anzahl der geöffneten Fenster noch im Rahmen des ermesslichen.
Fall 3
: Die korrespondierenden Objekte werden neben dem CIO-Tab in einem eigenen Tab
angezeigt. Dann ist es möglich, für jede Ebene einen weiteren Tab zu öffnen, sobald der
Benutzer mit dem System entsprechend interagiert (vgl. Abbildung 5.32). Andernfalls ist
auch hier eine Seitenregelung möglich. Dies erspart das Erscheinen weiterer Tabs, auf
das der Benutzer nicht unbedingt vorbereitet ist. Nachteilig ist in diesem Falle jedoch das
82
5.6 Anforderung 6: Ebenenwechsel zu Varianten und Versionen
tiefere Elementebene anzeigen | korr. Elemente anzeigen
korr. Objects
F Pump
Pmp_Fu
Engine_
Module
Lamp_
Module
Seat
Hauptfenster CIO korr. Variants korr. Versions
1Mausklick auf
Schaltfläche
2 3 4
Tabs für korrespondierende
Objekte, Varianten und Versi-
onen öffnen sich
Abbildung 5.32:
Verwendung einzelner Tabs für korrespondierende Objekte, Varianten und
Versionen, falls Tabs als allgemeiner Darstellungsrahmen gewählt wurden.
Durchklicken der Seiten, denn bei der Vielzahl der Elemente kann es sich um ziemlich viele
Seiten handeln. Da der Benutzer aber recht schnell einen Überblick haben möchte, muss
abgewogen werden, welche Nachteile überwiegen.
In diesem Kapitel sind nun alle aus Kapitel 4 gestellten Anforderungen auf die Gestaltung
übertragen und erste Entwürfe und Ideen für eine visuelle Umsetzung entwickelt worden.
Darauf aufbauend können somit in den beiden nächsten Kapiteln 6 und 7 komplette Ansätze
für die Visualisierung und Navigation komplexer Produktdaten entwickelt werden.
83
6 Kompletter elementweiser Ansatz
Mit Hilfe der Analysen aus Kapitel 4 und 5 wurde eine umfangreiche Grundlage geschaffen,
die es erlaubt, komplette visuelle Ansätze zu entwickeln. Dabei orientiert sich die Entwicklung
wie im vorherigen Kapitel an den Anforderungen des Systems und dessen Gestaltung und
wird diese Schritt für Schritt abarbeiten, um letztlich zu einem Gesamtergebnis zu kommen.
In diesem sechsten Kapitel wird der erste visuelle Ansatz entwickelt, der sich auf eine
elementweise Darstellung und Navigation von Produktdaten fokussiert.
6.1 Darstellung der einzelnen abgefragten Objekte aus
der CIO
Wie schon zu Beginn des letzten Kapitels muss als Erstes die Darstellung eines einzelnen
abgefragten Objekts aus der CIO festgelegt werden. Um sich nur auf das Nötigste zu be-
schränken, werden die Objekte mit ihrem Namen zentriert in einer rechteckigen Umrandung
angezeigt (vgl. Abbildung 6.1).
Objectname
Abbildung 6.1:
Einzelne Objekte werden mit ihrem Namen in einem Rechteck mit leichtem
Grauton und schwarzem Rand dargestellt.
Damit kommt man dem gesteckten Ziel, nämlich einer schlichten, einfachen und übersichtli-
chen Darstellung der Elemente am nächsten. Um sich etwas vom weißen Systemhintergrund
85
6 Kompletter elementweiser Ansatz
abzuheben, besitzt die Fläche jedes Objekts einen leichten Grauton und einen schwarzen
Rand.
6.2 Ansicht der Artefaktattribute
Nun muss entschieden werden, ob die Artefaktattribute standardmäßig oder erst auf Wunsch
des Nutzers angezeigt werden. Für diesen endgültigen Ansatz wurde eine Darstellung auf
Wunsch gewählt, da eine nähere Beschreibung der Objekte durch deren Attribute lediglich
Zusatzinformationen sind. Um die spätere Gesamtdarstellung weder verschieben noch
mit dem gesamten Objekt überdecken zu müssen, wurde ein eigenes kleines Fenster
als elementweiser Darstellungsrahmen gewählt. Geöffnet wird dieses Fenster mit Hilfe
einer Schaltfläche innerhalb eines Funktionsmenüs, welches durch einen Mausklick auf ein
Element nahe daran erscheint (vgl. Abbildung 6.2).
Objectname
Attributliste anzeigen
Funktion 2
Funktion 3
....
Mausklick auf
Objekt
1
2Funktionsmenü
öffnet sich
Abbildung 6.2: Durch Klick auf ein Objekt öffnet sich das elementweise Funktionsmenü.
Nach Klick auf die entsprechende Schaltfläche (vgl. Abbildung 6.3) werden die Attribute als
einspaltige Liste innerhalb eines neuen Fensters dargestellt (vgl. Abbildung 6.4). Sollte der
Platz für den Text eines Attributs nicht ausreichen, wird beim Klick auf das entsprechende
Attribut ein Tooltip mit dem gesamten Text angezeigt. Außerdem bietet eine Scrollbar am
rechten Rand die Möglichkeit, die Attributliste zu scrollen. Dies verhindert ein zu großes
Fenster bei Objekten mit vielen Attributen.
86
6.2 Ansicht der Artefaktattribute
Objectname
Attributliste anzeigen
Funktion 2
Funktion 3
....
3Mausklick auf
Schaltfläche
Abbildung 6.3:
Das Funktionsmenü bietet die Möglichkeit, die Attributliste des Elements
anzuzeigen.
Objectname Attribute von Objectname X
Objectname
Model 2015
John Doe
....
Fenster
öffnet sich
4
Description:
This object lorem ipsum dolor sit amet, consetetur
sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor
invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat
sed diam.
Abbildung 6.4:
Durch Klick auf die Schaltfläche in Abbildung 6.3 öffnet sich ein neues kleines
Fenster, in dem die Attributliste des Elements dargestellt ist. Bei längeren
Einträgen hilft ein Tooltip, das den kompletten Textinhalt anzeigt.
87
6 Kompletter elementweiser Ansatz
6.3 Geeignete Gesamtdarstellung aller Ergebniselemente
Zur Erhaltung der Systemkonsistenz und um den Darstellungsplatz optimal auszunutzen,
werden die Elemente als Gesamtes ebenfalls als ein großes Rechteck dargestellt (vgl.
Abbildung 6.5).
A.... B.... C.... D....
E.... F.... G.... H....
I.... J.... K.... L....
M.... N.... O.... P....
Abbildung 6.5:
Für diesen elementweisen Ansatz wurde eine geordnete, rechteckige Ge-
samtdarstellung gewählt. Dabei werden die einzelnen Elemente alphabetisch
von links nach rechts auf der Fläche platziert.
Die Flächeninhaltsanalyse in Abschnitt 5.3.2 ergab, dass diese geometrisch geordnete Form
für diesen Kontext am besten geeignet ist. Ist das Ergebnis einer Datenabfrage klein, so wird
das eigentliche Rechteck von links nach rechts mit den Elementen aufgefüllt. Als Kriterium für
die Reihenfolge der Elemente dient das Alphabet beziehungsweise der erste Buchstabe des
Ergebniselements. Dabei werden aufeinanderfolgende Elemente nebeneinander platziert.
Da ein Ergebnis viele Elemente beinhalten kann, können diese mit Hilfe einer Scrollbar
am rechten Rand innerhalb ihres Rahmens (siehe Abschnitt 6.4) durchgescrollt werden.
Hierbei wurde sich gegen die Idee einer zweifachen Scrollbar (horizontal und vertikal)
entschieden, um dem Benutzer innerhalb der Anzeigenfläche nicht unnötig die Orientierung
zu erschweren.
88
6.4 Geeigneter Rahmen für eine Gesamtdarstellung
6.4 Geeigneter Rahmen für eine Gesamtdarstellung
Als geeigneter Rahmen für die Darstellung einer Ergebnismenge wurde für den ersten visu-
ellen Ansatz ein Fenster als optimale Lösung ausgemacht (vgl. Abbildung 6.6). Ein Fenster
A.... B.... C.... D....
E.... F.... G.... H....
I.... J.... K.... L....
M.... N.... O.... P....
Fenstertitel X
Abbildung 6.6:
Als Rahmen dient in diesem Ansatz ein Fenster, in dem die Gesamtdarstel-
lung der Ergebniselemente angezeigt wird.
bietet im Vergleich zu den anderen in Kapitel 5 genannten Alternativen vor allem die besten
Vergleichsmöglichkeiten, da man mehrere davon gleichzeitig am Bildschirm platzieren und
betrachten kann. Diese lassen sich mehrfach nebeneinander beziehungsweise übereinander
am Bildschirm platzieren und gleichzeitig betrachten. Dadurch wird bestmöglich auf die
Aufgabe des
Business Users
, die hauptsächlich die Analyse des Ergebnisses sein wird,
Rücksicht genommen. Bezüglich des Designs wird zur besseren Unterscheidbarkeit der
Rahmen des Fensters in schwarz gehalten und dessen Titel in weißer Schrift zentriert plat-
ziert. Die Größe des Fensters kann beliebig und individuell vom Benutzer durch Interaktion
am Fensterrand verändert werden.
89
6 Kompletter elementweiser Ansatz
6.5 Darstellung der korrespondierenden Elemente aus
Local Ontologies
Neben der eigentlichen Darstellung der Ergebnismenge gibt es noch weitaus mehr Anforde-
rungen, die das System erfüllen muss. Dazu gehören unter anderem auch die korrespondie-
renden Elemente, die zu jedem Ergebniselement gehören.
6.5.1 Darstellungsort
Der Darstellungsort der korrespondierenden Elemente ist passend zur Attributliste (vgl.
Abschnitt 6.2) ein eigenes Fenster (vgl. Abbildung 6.7). Dabei gelten die gleichen Bestim-
mungen wie bei dem Fenster für die Ergebniselemente. Das Fenster öffnet sich nach einem
Mausklick auf das Objekt und der darauf folgenden Auswahl einer Schaltfläche des er-
scheinenden Funktionsmenüs. Wie genau die korrespondierenden Elemente innerhalb des
Fensters dargestellt werden, wird erst in einem späteren Abschnitt definiert.
korrespondierende Elemente X
Abbildung 6.7:
Auch für die korrespondierenden Elemente wurde ein eigenes Fenster als
Darstellungsort gewählt.
6.5.2 Dargestellte Informationen
Was die Informationen des jeweiligen korrespondierenden Elements betrifft, so unterschei-
den sich die Angaben kaum von denen der Ergebniselemente. Korrespondierende Objekte
werden ebenfalls sowohl durch ihren Namen als auch durch einen rechteckigen Rahmen
90
6.5 Darstellung der korrespondierenden Elemente aus Local Ontologies
repräsentiert. Zusätzlich wird jedoch bei den korrespondierenden Elementen die jeweilige Zu-
gehörigkeit zur Local Ontology direkt unter dem Objektnamen angezeigt (vgl. Abbildung 6.8).
Der Grund für diese Entscheidung ist die bessere und schnellere Zuordnung der einzelnen
korrespondierenden Elemente zu ihrer „Umgebung“ durch den Benutzer. Dieser erkundigt
sich nämlich nur dann nach korrespondierenden Elementen zu einem Ergebniselement,
wenn er nähere Informationen zu dessen dazugehörigen Produktdaten analysieren will.
Diese Aufgabe wird durch die zusätzliche Anzeige der Local Ontology wesentlich erleichtert.
Name des korr. Elements
Name der Local Ontology
Abbildung 6.8:
Von den korrespondierenden Elementen wird nicht nur der Elementname
angezeigt, sondern auch die Angabe, aus welcher Local Ontology es stammt.
Andernfalls müsste der Benutzer erst einen weiteren Dialog oder Ähnliches öffnen, um an
diese kleine, aber doch recht wichtige Information zu gelangen. Um ihm diese Zeit zu sparen,
macht es Sinn, ihm diese Information direkt mit anzuzeigen. Da der Name des Elements
jedoch wichtiger ist, wird dieser in einer größeren Schrift angezeigt. Möchte man auch bei
den korrespondierenden Elementen auf die Attribute zugreifen, so öffnet sich auch hier nach
einem Mausklick auf ein Element das elementweise Funktionsmenü mit der Schaltfläche
„Attributliste anzeigen“ (vgl. Abbildung 6.9). Dadurch öffnet sich wie schon in Abschnitt 6.2
ein eigenes kleines Fenster, in dem die Attribute ablesbar sind.
6.5.3 Gesamtdarstellung
Um erneut das Designkriterium der Konsistenz zu erfüllen, wird sich auch die Gesamtdar-
stellung der korrespondierenden Elemente an einer rechteckigen Form orientieren. Dabei
gelten die gleichen Bestimmungen zur Reihenfolge und Position, welche schon in Abschnitt
6.3 definiert wurden.
91
6 Kompletter elementweiser Ansatz
6.5.4 Zeitpunkt der Darstellung
Da es sich bei den korrespondierenden Elementen um eine Zusatzinformation der eigent-
lichen Ergebnisdarstellung handelt, wird diese wie die Attributliste auch erst auf Wunsch
des Benutzers angezeigt. Durch diesen geeigneten Umstand wird das Funktionsmenü aus
Abschnitt 6.2 einfach um eine weitere Funktion erweitert (vgl. Abbildung 6.9).
Attributliste anzeigen
korrespondierende
Elemente anzeigen
Funktion 3
....
Abbildung 6.9:
Das elementweise Funktionsmenü wird um die Funktion erweitert, um die
korrespondierenden Elemente anzeigen zu können.
6.5.5 Darstellungsart
Durch die Entscheidung für eine weitere Schaltfläche im elementweisen Funktionsmenü
ist auch die Frage der globalen oder elementweisen Darstellung der korrespondierenden
Elemente für diesen Ansatz geklärt. Um den
Business User
nicht mit zu vielen Informationen
zu überfluten und aufgrund der Annahme, dass er sich grundsätzlich leichter tut, wenn er
nur für ein Element gleichzeitig nähere Informationen bekommt, wurde sich für diese Art
der Darstellung entschieden. Die Abbildungen 6.10, 6.11 und 6.12 zeigen den Ablauf der
Interaktion, mit der sich der Benutzer die korrespondierenden Elemente für ein Objekt
anzeigen lassen kann. Der Inhalt des Fensters, wie es Abbildung 6.12 zeigt, ist nur vorerst
so dargestellt. Genaueres dazu wird erst in Abschnitt 6.6 definiert.
92
6.5 Darstellung der korrespondierenden Elemente aus Local Ontologies
Objectname
Attributliste anzeigen
korrespondierende
Elemente anzeigen
Funktion 3
....
Mausklick auf
Objekt
1
2Funktionsmenü
öffnet sich
Abbildung 6.10: Durch Klick auf ein Element wird dessen Funktionsmenü angezeigt.
Objectname
Attributliste anzeigen
korrespondierende
Elemente anzeigen
Funktion 3
....
3Mausklick auf
Schaltfläche
Abbildung 6.11:
Die neue Funktion im Funktionsmenü ermöglicht die Anzeige derjenigen
korrespondierenden Elemente, die zu dem angeklickten Element gehören.
93
6 Kompletter elementweiser Ansatz
korr. Elemente von Objectname X
Fenster
öffnet sich
4
Objectname
korrElem_A
LO1
korrElem_B
LO2
korrElem_C
LO3
korrElem_D
LO4
korrElem_E
LO5
Abbildung 6.12:
Das nach dem angeklickten Element benannte Fenster für die Anzeige der
korrespondierenden Elemente öffnet sich nach Klick auf die Schaltfläche
aus Abbildung 6.11.
6.5.6 Zusammengehörigkeit von CIO- und korrespondierenden
Elementen
Aufgrund der Wahl einer elementweisen Darstellung der korrespondierenden Elemente ist
eine extra Darstellung der Zusammengehörigkeit nicht notwendig.
6.5.7 Berücksichtigung von mehrwertigen Korrespondenzen
In diesem endgültigen Ansatz spielt auch der Punkt der mehrwertigen Korrespondenzen
keine Rolle. Besteht eine 1:n Beziehung zwischen Ergebniselement und korrespondierenden
Elementen, so werden alle
n
korrespondierenden Artefakte im entsprechenden Fenster
angezeigt (vgl. Abbildung 6.13). Bei einer n:1 Beziehung tritt das eine korrespondierende
Element sowohl im passenden Fenster für Ergebniselement A als auch B auf (vgl. Abbildung
6.14).
94
6.5 Darstellung der korrespondierenden Elemente aus Local Ontologies
korr. Elemente von ErgElem_A X
ErgElem_A
korrElem_A
LO1
korrElem_B
LO2
korrElem_C
LO3
ErgElem_B
Abbildung 6.13:
1:n Beziehung zwischen Ergebniselement und korrespondierenden
Elementen.
korr. Elemente von ErgElem_A X
ErgElem_A
korrElem_A
LO1
korrElem_B
LO2
korrElem_C
LO3
ErgElem_B
korr. Elemente von ErgElem_B X
korrElem_A
LO1
korrElem_Y
LO2
korrElem_Z
LO3
ErgElem_E
ErgElem_D
ErgElem_F
ErgElem_G
Abbildung 6.14:
n:1 Beziehung zwischen Ergebniselement und korrespondierenden
Elementen.
95
6 Kompletter elementweiser Ansatz
6.6 Ebenenwechsel
Während sich alle bisherigen Schritte einzig und allein auf die Objektebene bezogen, kommt
in diesem Abschnitt noch hinzu, dass es nicht nur Objekte, sondern dazu auch verschiedene
Varianten und Versionen gibt. Wie man diese passend zu diesem Ansatz berücksichtigen
und einen Ebenenwechsel ermöglichen kann, zeigen die folgenden Unterkapitel.
6.6.1 Darstellung der einzelnen Varianten und Versionen samt
Attributwerten
Bei der Darstellung der einzelnen Varianten und Versionen orientiert sich dieser Ansatz
an dem Beispiel aus Abschnitt 5.6.1. Dieser definiert für Varianten und Versionen die
Verwendung des Elementnamens in einer Kreis- beziehungsweise Sechseckform (vgl.
Abbildung 5.20). Da sich die Elemente lediglich in ihrer Ebene unterscheiden, müssen für
sie keine Erweiterungen oder Einschränkungen bestimmt werden. Sie verhalten sich wie die
oben beschriebenen Objekte und können auch wie diese angeklickt werden, wodurch sich
das elementweise Funktionsmenü aus Abbildung 6.9 öffnet. Mit Hilfe dieses Funktionsmenüs
kann, wie bei den Objekten auch, der Zugriff auf die Attributliste des jeweiligen Elements
erfolgen.
6.6.2 Geeignete Gesamtdarstellung der Varianten und Versionen
Im Hinblick auf die Konsistenz und die Flächeninhaltsanalyse aus Abschnitt 5.3.2 wird auch
in den tieferen Ebenen auf ein Rechteck als Gesamtdarstellungsform zurückgegriffen. Bei
den gewählten Formen für Varianten und Versionen wird innerhalb dieser Gesamtdarstellung
noch verhältnismäßig wenig Darstellungszwischenraum (schwarz) vergeudet (vgl. Abbildung
6.15). Bei einer Dreiecksdarstellung beispielsweise wird mindestens die Hälfte der Fläche, in
die wiederum Dreiecke passen würden, zu Ungunsten der Gesamtdarstellung verschwendet.
96
6.6 Ebenenwechsel
Abbildung 6.15:
Darstellung des verschwendeten Darstellungsplatzes (schwarz) je nach
Wahl der Darstellungsform der einzelnen Elemente (weiß).
6.6.3 Geeigneter Rahmen für Gesamtdarstellung der Varianten und
Versionen
Varianten und Versionen sind grundlegende, wichtige Informationen. Trotzdem werden auch
diese in ein eigenes Fenster ausgelagert, um ausreichend Darstellungsplatz für die Vielzahl
an Informationen zu ermöglichen (vgl. Abbildung 6.16).
6.6.4 Art des Ebenenwechsels
Ähnlich zu den korrespondierenden Elementen wird auch der Ebenenwechsel in diesem
Ansatz elementweise gelöst. Dadurch wird einfach eine weitere Schaltfläche „andere Ebe-
nen anzeigen“ im Funktionsmenü eingefügt (vgl. Abbildung 6.17). Durch Klick auf diese
Schaltfläche öffnet sich das Fenster aus Abbildung 6.16 mit einem Tab für jeweils beide
anderen Ebenen des angeklickten Elements (hier: Objektebene, vgl. Abbildung 6.18).
97
6 Kompletter elementweiser Ansatz
andere Ebenen von Elementname X
Abbildung 6.16:
Um die Konsistenz des Frameworks zu bewahren, wird auch für die anderen
Ebenen ein Fenster als Darstellungsrahmen gewählt.
Attributliste anzeigen
korrespondierende
Elemente anzeigen
andere Ebenen
anzeigen
Abbildung 6.17:
Das endgültige Funktionsmenü für diesen elementweisen Ansatz beinhaltet
als dritte Funktion die Möglichkeit, die anderen Ebenen eines angeklickten
Elements anzuzeigen.
6.6.5 Ebenen der korrespondierenden Elemente
Da korrespondierende Elemente letztlich nichts anderes als die Elemente eines Ergeb-
nisses sind, kann der im vorherigen Abschnitt definierte elementweise Ebenenwechsel
dafür ebenfalls angewendet werden. Denn letztlich möchte der Benutzer nichts anderes,
als sich tiefergehend für dieses spezielle Element zu informieren. Ob es sich dabei um ein
abgefragtes oder ein korrespondierendes Element handelt, ist dabei irrelevant. Bezüglich
der Form der Elemente wird ebenfalls auf die Unterscheidung verwiesen, die schon für
die Ergebniselemente definiert wurde, damit insgesamt ein einheitlicher und konsistenter
Eindruck des Systems erweckt wird.
98
6.6 Ebenenwechsel
andere Ebenen von Elementname X
Variants Versions
Abbildung 6.18:
Zur Darstellung der Elemente der beiden anderen Datenebenen wurde für
diesen Ansatz ein Fenster mit einem Tab für jeweils beide Ebenen.
Nach Abarbeitung aller Schritte dieses Kapitels existiert nun ein kompletter visueller An-
satz, der die Anforderungen der Benutzer- und Aufgabenanalyse berücksichtigt und auf
eine elementweise Arbeitsweise ausgerichtet ist. Außerdem wurden gestaltungstechnische
Kriterien wie Übersichtlichkeit, Komfort und Konsistenz in diesen Ansatz integriert. All das
sollte dem Benutzer eine bestmögliche Darstellung bieten, damit er seine Aufgaben gerecht
bewerkstelligen kann. Im nächsten Kapitel wird ein Ansatz beschrieben, der statt einer
elementweisen auf eine globale Herangehensweise abzielt.
99
7 Kompletter globaler Ansatz
Der folgende Ansatz dieses Kapitels ist vor allem danach ausgerichtet, dass der Benutzer
einen schnell zugreifbaren, kompletten Überblick über das Ergebnis seiner Abfrage bekommt.
Dabei sollte es ihm weniger um die tiefergehenden Informationen einzelner Elemente gehen,
sondern eher darum, welche Elemente im Hinblick auf die entsprechende Abfrage betroffen
sind.
7.1 Darstellung der einzelnen abgefragten Objekte aus
der CIO
Da sich die Darstellung der Objekte als Rechteck mit dem Objektname als zentrierte
Information als gut erwiesen hat, wird sie auch für diesen Ansatz gewählt.
7.2 Ansicht der Artefaktattribute
Anders als beim ersten Ansatz wird in diesem nicht nur der Name eines Elements dargestellt,
sondern zusätzlich auch ein Teil der dazugehörigen Attribute (vgl. Abbildung 7.1). Mit Hilfe
einer Scrollbar kann durch die Liste gescrollt werden, um die restlichen Attribute sichtbar
werden zu lassen. Zusätzlich gibt es auch hier wieder die Möglichkeit, einzelne Attribute
anzuklicken, um die vollständige Beschreibung des jeweiligen Attributs in einem Tooltip
angezeigt zu bekommen.
101
7 Kompletter globaler Ansatz
Objectname
Name
Description
Responsible
...
Description:
Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing
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labore et dolore magna aliquyam erat sed diam.
Objectname
Name
Description
Responsible
...
Abbildung 7.1:
Für diesen Ansatz wurde erneut eine rechteckige Darstellung der einzel-
nen Objekte gewählt. Zusätzlich dazu wird gleichzeitig die Attributliste mit
anklickbaren Attributeinträgen angezeigt.
7.3 Geeignete Gesamtdarstellung aller Ergebniselemente
Als geeignete Gesamtdarstellung wird auch in diesem Ansatz ein Rechteck verwendet. Alle
weiteren Bestimmungen und Einschränkungen entsprechen den Festlegungen aus Abschnitt
6.3
7.4 Geeigneter Rahmen für eine Gesamtdarstellung
Für den Rahmen der Gesamtdarstellung bietet dieser Ansatz eine kleine Besonderheit, denn
es wird weder auf Fenster, noch auf Tabs zurückgegriffen. Der Rahmen dieses Ansatzes
befindet sich innerhalb des Systems in einer eigens dafür vorgesehenen Anzeige. Diese
interne Anzeige bietet am oberen Ende eine Schaltfläche für bestimmte Befehle, die im wei-
teren Verlauf näher betrachtet werden. Als zentraler Punkt dieser Anzeige wird anfangs über
den kompletten Platz des Rechteckes die gesamte Ergebnismenge platziert (vgl. Abbildung
102
7.4 Geeigneter Rahmen für eine Gesamtdarstellung
7.2). Als Navigationshilfsmittel zur Übersicht aller Elemente wird in diesem konkreten Fall
auf eine Seitenansicht zurückgegriffen. Zusätzlich gibt es ebenfalls die Möglichkeit, durch
die Schaltfläche „Attribute verbergen“ im globalen Menü, die Attributlisten der Elemente
zu verbergen, falls der Benutzer eine aufgeräumtere, informationsärmere Ansicht wünscht.
Durch einen Mausklick auf diese Schaltfläche verschwinden die Attributlisten und es bleibt
lediglich der Name der Elemente sichtbar.
Attribute verbergen | .... | .....
A....
A...
lorem ipsum
John Doe
...
B...
B...
lorem ipsum
John Wayne
...
C...
C...
-
Chuck Norris
...
D...
D...
-
Sherlock Holmes
...
E...
E...
lorem ipsum
Jack Sparrow
...
F...
F...
lorem ipsum
Alfred Hitchcock
...
G...
G...
-
Harry Potter
...
H...
H...
lorem ipsum
Ron Weasley
...
1 / 2
. . . . .
. . . . .
. . . . .
. . . . .
Abbildung 7.2:
Der Rahmen dieses Ansatzes befindet sich innerhalb des Systems in einer
eigens dafür vorgesehenen Anzeige. Diese interne Anzeige bietet am oberen
Ende eine Schaltfläche für bestimmte Befehle. Zusätzlich wird über eine
Seitenansicht eine Navigation durch alle Elemente ermöglicht.
103
7 Kompletter globaler Ansatz
7.5 Darstellung der korrespondierenden Elemente aus
Local Ontologies
Bis hierhin wurde festgelegt, wie die einzelnen Ergebniselemente aussehen, welche Infor-
mationen diese beinhalten und wie sie als Gesamtes dargestellt werden. Außerdem wurden
ihr Darstellungsort und der Zugriff darauf über mehrere Seiten definiert. In diesem Abschnitt
wird nun festgelegt, in welcher Art und Weise die korrespondierenden Elemente aus Local
Ontologies angezeigt werden.
7.5.1 Darstellungsort
Der Darstellungsort der korrespondierenden Elemente muss in diesem konkreten Fall
erst konstruiert werden. Dies bedeutet, dass platztechnisch anfangs das Augenmerk des
Benutzers auf die Ergebnismenge gerichtet sein soll. Möchte er die korrespondierenden
Elemente abrufen, so muss zuerst die Ansicht verändert werden. Während die bisherige
Anzeige der Ergebniselemente wie in Abbildung 7.2 über den gesamten Bildschirm ging,
bleibt dafür am Ende nur noch die linke Hälfte des Bildschirms übrig, d.h. die Anzeige wird
zusammengestaucht (vgl. Abbildung 7.3).
Der rot markierte Bereich auf der rechten Seite in Abbildung 7.3 stellt dabei den Darstel-
lungsraum für die korrespondierenden Elemente dar. Bei dieser Umsetzung ist zu beachten,
dass sich die Seitenanzahl der Ergebniselemente erhöhen kann, da weniger Platz pro Seite
für deren Darstellung vorhanden ist. Außerdem verschieben sich die Elemente, weshalb
sich der Benutzer kurz neu orientieren muss, falls er sich auf ein bestimmtes Element
konzentriert hat. Aufgrund der alphabetischen Reihenfolge sollte dies jedoch kein wirkliches
Problem sein. Dieser kleine Nachteil kann auch ohne größere Bedenken eingegangen
werden, denn die Möglichkeit, mit diesem Darstellungsort beide Hauptbestandteile eines
Abfrageergebnisses direkt nebeneinander zu haben, ist ein erheblicher Vorteil gegenüber
anderen erwähnten Möglichkeiten. Außerdem wäre denkbar, den mittig platzierten Trennbal-
ken als eine Art Schieberegler zu realisieren, den der Benutzer sowohl nach links als auch
nach rechts schieben kann, um eine der beiden Ansichten komplett am Bildschirm zu haben.
Standardmäßig gilt die komplette Breite nämlich lediglich für die Ergebnismengen-Ansicht.
104
7.5 Darstellung der korrespondierenden Elemente aus Local Ontologies
Attribute verbergen | .... | .....
A....
A...
lorem ipsum
John Doe
...
B...
B...
lorem ipsum
John Wayne
...
C...
C...
lorem ipsum
Chuck Norris
...
D...
D...
-
Sherlock Holmes
...
E...
E...
-
Jack Sparrow
...
F...
F...
lorem ipsum
Alfred Hitchcock
...
G...
G...
-
Harry Potter
...
H...
H...
lorem ipsum
Ron Weasley
...
1 / 2
Abbildung 7.3:
In diesem globalen Ansatz ist links der Platz für die Ergebniselemente und
rechts der Platz für die korrespondierenden Elemente. Dieser Platz entsteht
jedoch erst nach Interaktion des Benutzers.
7.5.2 Dargestellte Informationen
Da dem Benutzer mit diesem Ansatz gleich einige Informationen angeboten werden sollen,
bietet es sich an, die korrespondierenden Elemente ebenso wie die Objekte mit Objektna-
men samt Attributliste darzustellen (vgl. Abbildung 7.4). Dabei wird die erste Zeile jeder
Attributliste die Angabe sein, zu welcher Local Ontology das entsprechende Element gehört.
Damit unterscheiden sich Ergebnisobjekte und korrespondierende Objekte optisch nur von
der ersten Attributzeile.
7.5.3 Gesamtdarstellung
Da die Ergebniselemente auf der linken Seite mehrspaltig (rechteckig) innerhalb einer
beziehungsweise mehrerer Seiten angezeigt werden, macht es Sinn, diese Form auch für
die Gesamtdarstellung der korrespondierenden Elemente zu wählen (vgl. Abbildung 7.5).
105
7 Kompletter globaler Ansatz
KorrObjectname
Local Ontology
Name
Responsible
...
Abbildung 7.4:
Auch die korrespondierenden Objekte werden rechteckig samt Attributliste
dargestellt. Dabei gibt die erste Zeile an, aus welcher Local Ontology das
Element stammt.
Dadurch entsteht ein konsistenter Gesamteindruck und der Benutzer kann beide Seiten
ähnlich handhaben.
7.5.4 Zeitpunkt der Darstellung
Wie aus den oberen Abschnitten bereits erwähnt, werden die korrespondierenden Elemente
nicht standardmäßig, sondern erst auf Wunsch des Benutzers angezeigt. Dies wird durch
eine weitere Schaltfläche am oberen Rand des „Systemrahmens“ ermöglicht (vgl. Abbildung
7.6).
7.5.5 Darstellungsart
Da sich dieser Ansatz an einer globalen Ausrichtung orientiert, wird auch bei den korrespon-
dierenden Elementen eine globale Darstellung gewählt. Diese wirkt sich insofern auf das
System aus, als dass diese nicht mehr für jedes Element der Ergebnismenge, sondern nur
noch für alle Elemente angezeigt werden. Dadurch erspart man dem Benutzer, vor allem bei
einer großen Ergebnismenge, sich durch jedes Element zu klicken, um sich nach und nach
alle betroffenen korrespondierenden Elemente zusammen zu suchen. Klickt der
Business
User
folglich auf die Schaltfläche „korr. Elemente anzeigen“, so gleitet die Ergebnisanzei-
ge nach links und rechts erscheinen alle betroffenen, korrespondierenden Elemente der
Abfrage (vgl. Abbildung 7.7 - 7.9).
106
7.5 Darstellung der korrespondierenden Elemente aus Local Ontologies
Attribute verbergen | .... | .....
A....
A...
lorem ipsum
John Doe
...
B...
B...
lorem ipsum
John Wayne
...
C...
C...
lorem ipsum
Chuck Norris
...
D...
D...
-
Sherlock Holmes
...
E...
E...
lorem ipsum
Jack Sparrow
...
F...
F...
lorem ipsum
Alfred Hitchcock
...
G...
G...
-
Harry Potter
...
H...
H...
lorem ipsum
Ron Weasley
...
1 / 2 1 / 5
korrElem_A
LO1
korrElem_A
John Doe
...
korrElem_B
LO3
korrElem_B
John Doe
...
korrElem_C
LO4
korrElem_C
Chuck Norris
...
korrElem_D
LO2
korrElem_D
John Doe
...
korrElem_E
LO5
korrElem_E
John Wayne
...
korrElem_F
LO1
korrElem_F
Jack Sparrow
...
korrElem_G
LO8
korrElem_G
Ron Weasley
...
korrElem_H
LO3
korrElem_H
Harry Potter
...
Abbildung 7.5:
Um das Gesamtbild dieses globalen Ansatzes zu vervollständigen, wer-
den die korrespondierenden Elemente in gleicher Art und Weise wie die
Ergebniselemente platziert.
7.5.6 Zusammengehörigkeit von CIO- und korrespondierenden
Elementen
Durch die Wahl einer globalen Anzeige der korrespondierenden Elemente kann eine Dar-
stellung der Zusammengehörigkeit nur auf Kosten der Reihenfolge der korrespondierenden
Elemente geschehen. Denn nur dadurch kann immerhin eine gewisse Gruppierung auf
der rechten Seite geschaffen werden. Klickt man auf eines der Ergebniselemente, so wird
dieses farbig markiert. Zusätzlich werden die dazugehörigen Elemente auf der rechten Seite
in der gleichen Farbe markiert (vgl. Abbildung 7.10). Das System unterstützt den Benutzer
insofern, als dass es an das erste korrespondierende Element der „Gruppe“ springt, die zu
dem angeklickten Element auf der linken Seite gehört. Dabei kann sich der Benutzer so
lange durch die Seiten klicken, bis kein Element mehr markiert ist. Dadurch wird angezeigt,
107
7 Kompletter globaler Ansatz
korr. Elemente anzeigen | Attribute verbergen | .....
Abbildung 7.6:
Die Schaltfläche „korr. Elemente anzeigen“ ermöglicht die Aufteilung der
Bildschirmanzeige und der Platzierung der korrespondierenden Elemente.
dass er alle korrespondierenden Elemente seines angeklickten Artefakts gesehen hat. Klickt
er wiederum ein korrespondierendes Element an, so wird dieses farblich markiert und
die Anzeige auf der linken Seite springt auf das dazugehörige Ergebniselement, welches
passend dazu markiert ist.
7.5.7 Berücksichtigung von mehrwertigen Korrespondenzen
Durch die farbliche Markierung spielt dieser Punkt wie auch schon beim ersten Ansatz keine
Rolle.
7.6 Ebenenwechsel
Bis hierhin sind fast alle Anforderungen erfüllt, einzig und allein der Ebenenwechsel muss in
diesen Ansatz noch integriert werden. Dieser wirkt sich sowohl auf die Ergebniselemente
als auch auf die korrespondierenden Elemente aus. Wie auch schon in den vorherigen
Abschnitten wird auch hier eine globale Herangehensweise bevorzugt.
108
7.6 Ebenenwechsel
korr. Elemente anzeigen | Attribute verbergen | .....
A....
A...
lorem ipsum
John Doe
...
B...
B...
lorem ipsum
John Wayne
...
C...
C...
lorem ipsum
Chuck Norris
...
D...
D...
-
Sherlock Holmes
...
E...
E...
lorem ipsum
Jack Sparrow
...
F...
F...
lorem ipsum
Alfred Hitchcock
...
G...
G...
-
Harry Potter
...
H...
H...
lorem ipsum
Ron Weasley
...
1 / 2
1Mausklick auf
Schaltfläche
Abbildung 7.7:
Um den Vorgang für die Anzeige der korrespondierenden Elemente zu
starten, muss auf die Schaltfläche „korr. Elemente anzeigen“ geklickt werden.
A....
A...
lorem ipsum
John Doe
...
B...
B...
lorem ipsum
John Wayne
...
C...
C...
lorem ipsum
Chuck Norris
...
D...
D...
-
Sherlock Holmes
...
E...
E...
lorem ipsum
Jack Sparrow
...
F...
F...
lorem ipsum
Alfred Hitchcock
...
1 / 3
korr. Elemente anzeigen | Attribute verbergen | .....
2Ergebnisanzeige
wandert nach links
Abbildung 7.8:
Durch den Klick auf die Schaltfläche wandert die Gesamtdarstellung der
Ergebniselemente nach links und ein Balken trennt die Bildschirmanzeige
mittig.
109
7 Kompletter globaler Ansatz
A....
A...
lorem ipsum
John Doe
...
B...
B...
lorem ipsum
John Wayne
...
C...
C...
lorem ipsum
Chuck Norris
...
D...
D...
-
Sherlock Holmes
...
E...
E...
lorem ipsum
Jack Sparrow
...
F...
F...
lorem ipsum
Alfred Hitchcock
...
1 / 3 1 / 5
korr. Elemente anzeigen | Attribute verbergen | .....
3Anzeige für
korrespondierende Elemente
wird sichtbar
korrElem_A
LO1
korrElem_A
John Doe
...
korrElem_B
LO3
korrElem_B
John Doe
...
korrElem_C
LO4
korrElem_C
Chuck Norris
...
korrElem_D
LO2
korrElem_D
John Doe
...
korrElem_E
LO5
korrElem_E
John Wayne
...
korrElem_F
LO1
korrElem_F
Jack Sparrow
...
Abbildung 7.9:
Als Ergebnis dieses Vorgangs erscheint auf der rechten Seite die Gesamt-
darstellung der korrespondierenden Elemente.
7.6.1 Darstellung der einzelnen Varianten und Versionen samt
Attributwerten
Obwohl sich die Kreis- beziehungsweise Sechseckform in den Analysen als nützlich er-
wiesen hat, wird darauf in diesem Ansatz aufgrund der zusätzlich angezeigten Attributliste
verzichtet. Das bedeutet, dass sowohl die Objekte als auch die Varianten und Versionen der
Ergebnismenge rechteckig mit Elementname sowie Attributliste angezeigt werden.
7.6.2 Geeignete Gesamtdarstellung der Varianten und Versionen
Bezüglich der Gesamtdarstellung wird ebenfalls auf die mehrspaltige beziehungsweise
rechteckige Positionierung der Elemente wie schon bei den Objekten zurückgegriffen (vgl.
Abbildung 7.2).
110
7.6 Ebenenwechsel
A....
A...
lorem ipsum
John Doe
...
B...
B...
lorem ipsum
John Wayne
...
C...
C...
lorem ipsum
Chuck Norris
...
D...
D...
-
Sherlock Holmes
...
E...
E...
lorem ipsum
Jack Sparrow
...
F...
F...
lorem ipsum
Alfred Hitchcock
...
1 / 3 1 / 5
korr. Elemente anzeigen | Attribute verbergen | .....
1 / 3 2 / 5
korrElem_D
LO1
korrElem_D
John Doe
...
korrElem_J
LO3
korrElem_J
John Doe
...
korrElem_Z
LO4
korrElem_Z
Jack Sparrow
...
korrElem_P
LO2
korrElem_P
John Doe
...
korrElem_E
LO5
korrElem_E
John Wayne
...
korrElem_T
LO1
korrElem_T
Sherlock Holmes
...
A....
A...
lorem ipsum
John Doe
...
B...
B...
lorem ipsum
John Wayne
...
C...
C...
lorem ipsum
Chuck Norris
...
D...
D...
-
Sherlock Holmes
...
E...
E...
lorem ipsum
Jack Sparrow
...
F...
F...
lorem ipsum
Alfred Hitchcock
...
korrElem_A
LO6
korrElem_A
John Doe
...
korrElem_W
LO2
korrElem_W
Chuck Norris
...
korrElem_C
LO4
korrElem_C
Chuck Norris
...
korrElem_U
LO9
korrElem_U
Harry Potter
...
korrElem_I
LO1
korrElem_I
Alfred Hitchcock
...
korrElem_B
LO4
korrElem_B
John Doe
...
korr. Elemente anzeigen | Attribute verbergen | .....
Abbildung 7.10:
Durch farbliche Unterlegungen wurde in diesem globalen Ansatz die Zu-
sammengehörigkeit zwischen Ergebniselementen und korrespondierenden
Elementen geregelt.
111
7 Kompletter globaler Ansatz
7.6.3 Geeigneter Rahmen für Gesamtdarstellung der Varianten und
Versionen
Für die Ergebnismenge wurde in diesem Ansatz anfangs die komplette Anzeige und bei
gleichzeitiger Ansicht der korrespondierenden Elemente die linke Hälfte des Bildschirms
gewählt. Da es sich bei Varianten und Versionen auch um Ergebniselemente handelt, ist
ihr Darstellungsrahmen ebenfalls die gesamte beziehungsweise linke Hälfte der Bildschirm-
anzeige innerhalb der Seitenansicht. In diesen Seiten werden die Varianten und Versionen
angezeigt. Dadurch kann sich der Benutzer gut merken, wo er die Ergebniselemente unab-
hängig von ihrer Ebene findet. Zur Unterscheidung der Ebenen dient eine Anzeige in einem
Dropdown-Menü, auf welches im folgenden Abschnitt eingegangen wird.
7.6.4 Art des Ebenenwechsels
Wie schon in den vorigen Abschnitten mehrfach angemerkt, ist dieser Ansatz global aus-
gerichtet, sodass auch der Ebenenwechsel global vollzogen wird. Dies hat zur Folge, dass
durch ein einfaches globales Dropdown-Menü im systeminternen Menü ausgewählt werden
kann, welche Ebene sich der Benutzer anzeigen lassen möchte (vgl. Abbildung 7.11).
korr. Elemente anzeigen | Attribute verbergen
Ebene: Object V
Variant
Version
Abbildung 7.11:
Durch ein einfaches globales Dropdown-Menü im systeminternen Menü
kann zwischen den verschiedenen Ebenen gewählt werden.
Daraufhin werden alle Elemente der ausgesuchten Ebene im dafür vorgesehenen Rahmen
dargestellt. In Abbildung 7.12 sind beispielsweise links alle Varianten der Datenabfrage
angezeigt und gleichzeitig rechts die dazugehörigen korrespondierenden Elemente.
112
7.6 Ebenenwechsel
A....
X...
lorem ipsum
John Doe
...
E...
E...
lorem ipsum
John Wayne
...
G...
G...
lorem ipsum
Chuck Norris
...
L...
L...
-
Sherlock Holmes
...
N...
N...
lorem ipsum
Jack Sparrow
...
O...
O...
lorem ipsum
Alfred Hitchcock
...
1 / 3 1 / 5
korr. Elemente anzeigen | Attribute verbergen Ebene: Variant V
Object
Version
korrElem_D
LO1
korrElem_D
John Doe
...
korrElem_J
LO3
korrElem_J
John Doe
...
korrElem_Z
LO4
korrElem_Z
Jack Sparrow
...
korrElem_P
LO2
korrElem_P
John Doe
...
korrElem_U
LO9
korrElem_U
Harry Potter
...
korrElem_B
LO4
korrElem_B
John Doe
...
Abbildung 7.12:
Beispielhafte Anzeige der Varianten von Ergebnis- und korrespondierenden
Elementen.
7.6.5 Ebenen der korrespondierenden Elemente
Bezüglich der Form der unterschiedlichen Ebenen der korrespondierenden Elemente ist zu
sagen, dass sich diese nicht voneinander unterscheiden. Aufgrund der Attributliste ist eine
rechteckige Darstellung die optimalste, wodurch sich eine Änderung nur negativ auf das
Design und die Darstellung auswirken würde. Somit ist der Benutzer angewiesen, sich an der
Anzeige im Dropdown-Menü zu orientieren, um feststellen zu können, auf welcher Ebene er
sich gerade befindet. Passend zur Ebene der Ergebnismenge wird das System bei Änderung
der Ebene im Dropdown-Menü auch die Ebene der korrespondierenden Elemente ändern.
Wechselt der Benutzer also beispielsweise von der Objektebene zur Variantenebene, so
aktualisiert sich sowohl die linke als auch die rechte Ansicht.
Damit sind auch für diesen Ansatz alle notwendigen Anforderungen erfüllt und der Ansatz
somit komplett. Statt einer elementweisen Darstellung und Navigation wurde hierbei mehr-
113
7 Kompletter globaler Ansatz
fach auf eine globale Ausrichtung hin entwickelt. Dadurch beinhaltet diese Arbeit nun zwei
visuelle Ansätze für eine Darstellung und Navigation von komplexen Produktdaten aus zwei
verschiedenen Blickwinkeln.
114
8 Realisierung und Evaluation
Mit den visuellen Ansätzen aus den Kapiteln 6 und 7 ist der wichtigste Teil dieser Arbeit
für das PROCEED-Framework erfüllt. Mit diesem letzten Kapitel 8 wird die Phase
User-
Interface-Entwurf
durch die Vorstellung von elektronischen UI-Prototypen abgeschlossen
und es werden Aussagen über die Phase
Evaluationen und Tests
getroffen (vgl. Abbildung
8.1).
Abbildung 8.1:
Für dieses Kapitel relevant ist der Prozessschritt „Elektronische Prototypen“
der Phase User-Interface-Entwurf und die Phase Evaluationen und Tests.
115
8 Realisierung und Evaluation
8.1 Elektronische UI-Prototypen
Sinn und Zweck des Prozessschritts
Elektronische UI-Prototypen
ist die Entwicklung von
groben, interaktiven Benutzeroberflächen auf Basis der erstellten User-Interface-Mockups.
Diese Protoypen sind lauffähig, beinhalten die wesentlichen Dialogelemente und lassen eine
Navigation im System zu. Somit sind sie zwar bedienbar, jedoch fehlt ihnen eine detaillierte
Anwendungsfunktionalität, die damit nur grob simuliert werden kann. Für diese Arbeit
wurde dafür auf ein online Mockup, Wireframe und UI-Prototyping Tool namens
moqups1
zurückgegriffen, um die interaktiven Mockups zu erstellen. Obwohl die online gefundenen
Mockup Tools wie
moqups
für die Erstellung von Webseiten ausgelegt sind, gab es bei der
Umsetzung der beiden Ansätze keine Probleme. Jede Ansicht der beiden Ansätze entspricht
dabei einer einzelnen Seite. Viele der benötigten Elemente wie beispielsweise geometrische
Formen, Standard-Fenster und -Tabs und einige weitere waren dabei schon vorgegeben
und konnten über Drag and Drop einfach auf die Seite gezogen werden. Die notwendigen
Interaktionen innerhalb der Ansätze wurden über Verlinkungen zwischen den Seiten gelöst.
Die folgenden Abbildungen 8.2 - 8.10 zeigen Ausschnitte der erstellten Mockups.
Abbildung 8.2: Ansatz 1: Nach Klick auf ein Element öffnet sich das Funktionsmenü.
1https://moqups.com
116
8.1 Elektronische UI-Prototypen
Abbildung 8.3:
Ansatz 1: Die Attributliste eines Elements wird in einem eigenem Fenster
angezeigt.
Abbildung 8.4:
Ansatz 1: Auch die Varianten und Versionen lassen sich in einzelnen Tabs
umsetzen.
117
8 Realisierung und Evaluation
Abbildung 8.5:
Ansatz 1: Die korrespondierenden Elemente finden ebenfalls in einem eige-
nen Fenster Platz.
Abbildung 8.6:
Ansatz 1: Nähere Informationen zu einem korrespondierendem Elemente
erlangt man über das Funktionsmenü.
118
8.1 Elektronische UI-Prototypen
Abbildung 8.7:
Ansatz 2: Die Startansicht der Ergebnismenge mit Attributliste, die sich aber
auch verbergen lässt.
Abbildung 8.8:
Ansatz 2: Ein Dropwdown-Menü bietet die Auswahl der verschiedenen
Datenebenen.
119
8 Realisierung und Evaluation
Abbildung 8.9:
Ansatz 2: Ansicht der Ergebniselemente links und der korrespondierenden
Elemente rechts.
Abbildung 8.10:
Ansatz 2: Farbliche Markierungen zeigen die Zusammengehörigkeit eines
Ergebniselements und dessen korrespondierenden Elementen an.
120
8.2 Evaluationen und Tests
8.2 Evaluationen und Tests
Durch die Erstellung der elektronischen, interaktiven Mockups ist gezeigt, dass sich die
in dieser Arbeit entwickelten Ansätze auch technisch umsetzen lassen. Somit ist im Rah-
men der Visualisierung und Navigation von Produktdaten nur noch ein Abgleich mit den
Benutzern durchzuführen. Dieser ist zwar für ein ergonomisch hochwertiges Softwaresys-
tem von essentieller Bedeutung, konnte jedoch auf Grund von Zeit und fehlenden Nutzern
für diese Arbeit nicht durchgeführt werden. Nichtsdestotrotz unterlag die Entwicklung der
Ansätze dem Referenzmodell für Usability Engineering, wodurch auf einige Kriterien des
Usability Engineerings Rücksicht genommen wurde. Somit ist auch trotz fehlender Benut-
zereinbeziehung eine benutzerfreundliche beziehungsweise benutzbare Umgebung für die
Visualisierung und Navigation von Produktdaten entstanden.
121
Zusammenfassung
Technischer Fortschritt in der Automobilbranche bedeutet gleichzeitig eine steigende An-
zahl von elektrischen und elektronischen Produktdaten. Da diese teils gleichen Daten von
verschiedenen Nutzern auf unterschiedliche Weise in unterschiedlichen Applikationen be-
zeichnet und dokumentiert werden, sind die Datenmodelle heterogen. Dieses Problem soll
mit Hilfe des PROCEED-Frameworks gelöst werden, indem die Produktdaten mit diesem
Framework in die einheitliche Sicht, die Common Integration Ontology, integriert werden.
Vorab jedoch müssen die Produktdaten erst noch in Local Ontologies transformiert werden,
um alle Daten einheitlich auf die vier Produktdatenebenen Product Data Collection, Object,
Variant und Version zu bringen. Auf Basis der CIO können dann Datenabfragen realisiert
werden, deren Ergebnisse durch die Erkenntnisse und Entwicklungen dieser Arbeit visuell
dargestellt werden können. Bevor jedoch auf die eigentliche Entwicklung eingegangen wer-
den konnte, mussten sowohl grundlegende psychologische Theorien und die Bedeutungen
und Funktionen von Bildern als auch das Konzept des Usability Engineerings nähergebracht
werden (vgl. Kapitel 3). Die Usability ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt in der heuti-
gen Softwareentwicklung, bei der unentwegt die späteren Benutzer miteinbezogen werden.
Außerdem definiert die Normreihe 9241 unter anderem einige Grundsätze bezüglich der
Gestaltung von Dialogsystemen, an denen sich ebenfalls in dieser Arbeit orientiert wurde.
Als roter Faden bei der Berücksichtigung der Usability der Visualisierung und Navigation von
Produktdaten im PROCEED-Framework diente das Referenzmodell für Usability Engineering
der Daimler AG. Von diesem wurden die für diese Arbeit relevanten Phasen und Prozess-
schritte genannt und jede einzelne davon analysiert. Innerhalb der Analysephase entstanden
dabei entsprechende Anforderungen vom Framework (vgl. Kapitel 4), die in Kapitel 5 an die
Gestaltung übertragen wurden. Dabei ist vor allem eine rechteckige Darstellungsform für
die einzelnen Elemente und eine mehrspaltige Liste als Gesamtdarstellung als vorteilhaft
herausgekommen. Als Darstellungsrahmen kamen von Beginn an Fenster oder Tabs in
Frage, da sich diese beiden Ansätze in typischen Softwareanwendungen an Computern
123
Zusammenfassung
durchgesetzt haben. Eine zentrale Unterscheidung, die oftmals in der Arbeit getätigt werden
musste, war die Wahl zwischen einer elementweisen oder globalen Herangehensweise bei
der Darstellung oder Navigation innerhalb der Ergebnisse. Beide Punkte bringen sowohl
bestimmte Vor- und Nachteile mit sich, die im jeweiligen Fall abgewogen werden mussten.
Diese Unterscheidung trat hauptsächlich bei der Berücksichtigung der Darstellung der korre-
spondierenden Elemente und beim Ebenenwechsel innerhalb der Ergebnisanzeige auf. Auf
Basis all der gewonnenen Erkenntnisse in diesen Kapiteln wurde in den Kapiteln 6 und 7
ein kompletter elementweiser und ein kompletter globaler visueller Ansatz entwickelt. Dabei
wurde bei der jeweiligen Entwicklung durchgehend Bezug auf die analysierten Anforde-
rungen genommen. Um die technische Umsetzbarkeit der beiden Ansätze zu überprüfen,
wurden mit Hilfe eines Online Mockup und Wireframe Tools elektronische UI-Prototypen der
beiden Ansätze entwickelt. Dadurch lässt sich schlussfolgernd sagen, dass trotz fehlender
Benutzerevaluationen zwei Ansätze entstanden sind, die aufgrund der Berücksichtigung
psychologischer und benutzerfreundlicher Aspekte sowie einer ausführlichen Anforderungs-
analyse durchaus für eine Realisierung innerhalb des PROCEED-Frameworks in Frage
kommen.
124
Abbildungsverzeichnis
2.1 Datenheterogenität................................. 10
2.2
Beispiel einer Local Ontology mit allen dazugehörigen Produktdatenebenen
und beispielhaften Schema-Concepts und Individuals. . . . . . . . . . . . . . 12
2.3 Beispiel von LO und CIO mit eingezeichneten Korrespondenzen . . . . . . . 13
3.1 Modell des integrierten Text- und Bildverstehens . . . . . . . . . . . . . . . . 19
3.2 Arbeitsgedächtniskapazität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
3.3 Schalenmodell ................................... 28
3.4 Typischer Systementwicklungsansatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
3.5 Therapieorientierter Entwicklungsansatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
3.6 Referenzmodell der Daimler AG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
3.7 Relevante Phasen und Prozessschritte dieser Arbeit . . . . . . . . . . . . . . 34
4.1 Relevante Prozessschritte Analysephase . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
4.2 CIO-Anzeige mit Beispielergebnis und Beispielelement . . . . . . . . . . . . 40
4.3 Attributverlust bei Integration von LO nach CIO . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
5.1 Relevante Prozessschritte des User-Interface-Entwurfs . . . . . . . . . . . . 45
5.2 2D- bzw. 3D-Ansicht der Ergebniselemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
5.3 Darstellungsmöglichkeiten der Artefaktattribute . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
5.4 Flächeninhalts-Diagramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
5.5 Ungeordnete Darstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
5.6 Seitenansicht.................................... 57
5.7 Auslagerung der korr. Elemente in extra Fenster . . . . . . . . . . . . . . . . 58
5.8 Auslagerung der korr. Elemente in neues Tab . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
5.9 Verwendung von Tooltips . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
5.10 Möglichkeiten der Darstellung der korr. Elemente mit oder ohne LO . . . . . . 61
5.11 Eigenes Fenster für jede LO . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
125
Abbildungsverzeichnis
5.12 Ein Fenster mit jeweils einem Tab pro LO . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
5.13 Ein Fenster mit einer Anzeige für korr. Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . 64
5.14 Auslagerung in neues Fenster nach Klick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
5.15 Auslagerung in neues Tab nach Klick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
5.16 Elementweises Fenster nach Klick im Funktionsmenü . . . . . . . . . . . . . 66
5.17 Elementweises Fenster nach Klick im Funktionsmenü . . . . . . . . . . . . . 67
5.18 Beispiele verschiedener Darstellungsarten von Zusammengehörigkeit . . . . 68
5.19 Farbliche Zusammengehörigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69
5.20 Verschiedene Formen für Objekte, Varianten und Versionen. . . . . . . . . . 71
5.21 Eigenes Fenster für jede Datenebene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
5.22 Ein Fenster für beide Ebenen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
5.23 Verwendung von einzelnen Tabs pro Elementebene. . . . . . . . . . . . . . . 75
5.24 Seitenansicht der verschiedenen Elementebenen . . . . . . . . . . . . . . . . 76
5.25 Darstellung einer globalen Schaltfläche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
5.26 Zuordnungsproblem beim globalen Ebenenwechsel . . . . . . . . . . . . . . 78
5.27 Aktivierte globale Schaltfläche nach Klick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
5.28 Elementweiser Ebenenwechsel im Funktionsmenü . . . . . . . . . . . . . . . 80
5.29 Darstellung der Varianten in neuem Fenster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80
5.30 Alternative Darstellung beider Ebenen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
5.31 Korr. Elemente in eigenem Fenster mit drei Tabs . . . . . . . . . . . . . . . . 82
5.32 Verwendung einzelner Tabs für korrespondierende Ebenen . . . . . . . . . . 83
6.1 Form der einzelnen Objekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
6.2 Klick auf Objekt öffnet elementweises Funktionsmenü . . . . . . . . . . . . . 86
6.3 Funktion zur Anzeige der elementweisen Attributliste . . . . . . . . . . . . . . 87
6.4 Elementweises Fenster mit Attributliste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
6.5 Elem. Ansatz: Rechteckige Gesamtdarstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
6.6 Elem. Ansatz: Fenster als Rahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
6.7 Elem. Ansatz: Fenster für korr. Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
6.8 Elem. Ansatz: Infos der korr. Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
6.9 Elem. Ansatz: erweitertes Funktionsmenü . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92
6.10 Elem. Ansatz: Klick auf Element öffnet Funktionsmenü . . . . . . . . . . . . . 93
6.11 Elem. Ansatz: Klick auf Schaltfläche für korr. Elemente . . . . . . . . . . . . . 93
6.12 Elem. Ansatz: geöffnetes Fenster für korr. Elemente . . . . . . . . . . . . . . 94
126
Abbildungsverzeichnis
6.13 Elem. Ansatz: 1:n Beziehung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95
6.14 Elem. Ansatz: n:1 Beziehung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95
6.15 Elem. Ansatz: verschwendeter Darstellungsplatz . . . . . . . . . . . . . . . . 97
6.16 Elem. Ansatz: Fenster für andere Ebenen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
6.17 Elem. Ansatz: endgültiges Funktionsmenü . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98
6.18 Elem. Ansatz: Fenster plus Tabs für Ebenen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99
7.1 Glob. Ansatz: Darstellung einzelner Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102
7.2 Glob. Ansatz: Rahmen der Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103
7.3 Glob. Ansatz: Darstellungsort korr. Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
7.4 Glob. Ansatz: Darstellung korr. Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
7.5 Glob. Ansatz: Gesamtdarstellung korr. Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . 107
7.6 Glob. Ansatz: Schaltfläche für korr. Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108
7.7 Glob. Ansatz: Anzeige korr. Elemente 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109
7.8 Glob. Ansatz: Anzeige korr. Elemente 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109
7.9 Glob. Ansatz: Anzeige korr. Elemente 3 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110
7.10 Glob. Ansatz: Zusammengehörigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111
7.11 Glob. Ansatz: Ebenenwechsel Dropdown-Menü . . . . . . . . . . . . . . . . . 112
7.12 Glob. Ansatz: Beispiel Varianten-Auswahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113
8.1 Elektronische UI-Prototypen und Phase Evaluationen und Tests . . . . . . . . 115
8.2 Ansatz 1: Funktionsmenü . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116
8.3 Ansatz1:Attributliste................................117
8.4 Ansatz 1: Varianten und Versionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117
8.5 Ansatz 1: Korrespondierende Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118
8.6 Ansatz 1: Funktionsmenü bei korr. Elementen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118
8.7 Ansatz 2: Ergebnismenge mit Attributen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
8.8 Ansatz 2: Dropwdown-Menü für Ebenenwechsel . . . . . . . . . . . . . . . . 119
8.9 Ansatz 2: Ansicht der korr. Elemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120
8.10 Ansatz 2: Zusammengehörigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120
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131
Name: Stefan Hausladen Matrikelnummer: 750801
Erklärung
Ich erkläre, dass ich die Arbeit selbständig verfasst und keine anderen als die angegebenen
Quellen und Hilfsmittel verwendet habe.
Ulm,den ..............................................................................
Stefan Hausladen