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[en] (orig)
Imperative vs.
Deklarative Prozessmodellierung -
Eine kritische Betrachtung
Masterarbeit an der Universität Ulm
Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik
Institut für Datenbanken und Informationssysteme
Vorgelegt von:
Julia Schwarz
julia.schwarz@uni-ulm.de
Betreuer:
Andreas Lanz, Universität Ulm
Gutachter:
Prof. Dr. Manfred Reichert, Universität Ulm
Dr. Barbara Weber, Universität Innsbruck
Vorgelegt am:
27.11.2014
Abstract
II
Abstract
Sowohl die Abbildung von Geschäftsprozessen in Form von Prozessmodellen, als auch die
damit verbundene Verwaltung der Prozessmodelle mit Hilfe von Business Process Mana-
gement, ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Forschungsgebiet geworden. Darü-
ber hinaus etabliert sich dieses Thema zusehends in der Industrie. r die Abbildung von
Geschäftsprozessen existieren zwei gegensätzliche Paradigmen: die imperative und die,
im Gegensatz dazu relativ junge, deklarative Prozessmodellabbildung. Hier stellt sich die
Frage, in wie weit sich diese beiden Abbildungsparadigmen unterscheiden bzw. welches
Abbildungsparadigma für welche Art von Geschäftsprozess besser geeignet ist. Ziel dieser
Arbeit ist daher der kritische Vergleich dieser beiden Prozessmodellierungsparadigmen
anhand realer Prozessbeispiele. Hierzu werden bei der Migration der Prozessmodelle von
einem imperativen in ein deklaratives Schema verschiedene Aspekte aufgezeigt, die mit
der deklarativen Prozessmodellierung nicht bzw. nur unzureichend erfasst werden kön-
nen. Anhand der untersuchten Prozessmodelle werden anschließend die Grenzen der
Abbildbarkeit durch die beiden Prozessmodellparadigmen aufgezeigt und Lösungsstrate-
gien für die Realisierung problematischer Aspekte entwickelt. Nachfolgend werden die
entstandenen Prozessmodelle hinsichtlich Vollständigkeit, Korrektheit Verständlichkeit,
Granularität sowie hinsichtlich deren Flexibilität bewertet und verglichen.
.
Inhaltsverzeichnis
iii
Inhaltsverzeichnis
Abstract .............................................................................................................................................. II
Inhaltsverzeichnis ............................................................................................................................... iii
1. Einleitung ........................................................................................................................................ 5
1.1 Motivation .................................................................................................................................... 6
1.2 Vorgehensweise der Arbeit .......................................................................................................... 6
2. Theoretische Grundlagen ............................................................................................................... 8
2.1 Einführung relevanter Grundbegriffe .......................................................................................... 8
2.2 Imperative Prozessmodellierung ................................................................................................. 9
2.3 Deklarative Prozessmodellierung ............................................................................................... 13
2.4 Unterschiede zwischen imperativer und deklarativer Prozessmodellierung ............................ 17
3. Deklarative Prozessmodellierung als Forschungsgebiet .............................................................. 19
3.1 Ursprung der deklarativen Prozessmodellierung ....................................................................... 19
3.2 Deklarative Prozessmodellierungssprachen .............................................................................. 20
3.3 Erweiterungen ............................................................................................................................ 21
3.4 Untersuchungen zur Verbesserung deklarativer Abbildung ...................................................... 22
3.5 Zusammenfassung ...................................................................................................................... 24
4. Test Driven Modelling Suite als praktische Grundlage ................................................................ 25
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen ........... 29
5.1. Möglichkeiten bei der Abbildung von Prozessen als deklaratives Prozessmodell .................... 30
5.1.1 Anzahl der Ausführungseinheiten von Aktivitäten ................................................................ 30
5.1.2 Flexible Reihenfolge von Aktivitäten ....................................................................................... 31
5.1.3 Granularität ............................................................................................................................. 33
5.1.4 Zusammenfassung................................................................................................................... 35
5.2. Schwierigkeiten bei der Abbildung von Prozessen als deklaratives Prozessmodell und
mögliche Lösungswege .................................................................................................................... 35
5.2.1 Sequenzflüsse .......................................................................................................................... 36
5.2.2 Kontextinformationen ............................................................................................................. 38
5.2.3 Zeitliche Aspekte: Die Frist ...................................................................................................... 42
5.2.4 Start- und Endereignisse ......................................................................................................... 45
5.2.5 Gateways ................................................................................................................................. 55
5.2.6 Subprozesse ............................................................................................................................ 61
5.2.7 Zusammenfassung................................................................................................................... 63
Inhaltsverzeichnis
iv
5.3 Ergebnisse und Vorgehensweise der Abbildung imperativer Prozessmodelle in das deklarative
Schema anhand dreier Beispielprozesse .......................................................................................... 64
5.3.1 Beispiel 1 ................................................................................................................................. 64
5.3.2 Beispiel 2 ................................................................................................................................. 67
5.3.3 Beispiel 3 ................................................................................................................................. 71
5.3.4 Zusammenfassung................................................................................................................... 74
5.4. Bewertung ................................................................................................................................. 75
6. Kritische Betrachtung der umgesetzten Prozessmodelle ............................................................ 77
6.1 Diskussion ................................................................................................................................... 77
6.1.1 Verständlichkeit ...................................................................................................................... 77
6.1.2 Vollständigkeit ......................................................................................................................... 81
6.1.3 Korrektheit .............................................................................................................................. 82
6.1.4 Granularität ............................................................................................................................. 82
6.1.5 Flexibilität ................................................................................................................................ 83
6.2 Gesamtbewertung ...................................................................................................................... 84
7. Zusammenfassung und Ausblick .................................................................................................. 88
7.1 Fazit ............................................................................................................................................ 88
7.2 Limitationen ............................................................................................................................... 89
7.3 Ausblick ...................................................................................................................................... 90
Abbildungsverzeichnis ...................................................................................................................... 91
Tabellenverzeichnis .......................................................................................................................... 92
Abkürzungsverzeichnis ..................................................................................................................... 93
Literaturverzeichnis .......................................................................................................................... 94
Anhang ............................................................................................................................................. 97
Erklärung ........................................................................................................................................ 115
1. Einleitung
5
1. Einleitung
Seit den 90er Jahren nimmt der Einsatz von computergestützten Informationssystemen
zur Darstellung innerbetrieblicher Prozessabläufe kontinuierlich zu. Unternehmen welt-
weit sind bestrebt, durch die Abbildung ihrer Geschäftsprozesse deren Transparenz, Fle-
xibilität, Effizienz und Qualität zu verbessern sowie Kosten zu reduzieren [ZPW11]. Auf
Grund der starken globalen Vernetzung der Wirtschaft und dem technischen Fortschritt
im Bereich der Informationstechnologie sind viele Unternehmen gezwungen, möglichst
flexibel zu agieren und auf Veränderungen zu reagieren. Die Schnelllebigkeit und die da-
mit verbundenen stetig wechselnden Anforderungen, erfordern die kontinuierliche An-
passung und Überarbeitung von Geschäftsprozessen [ZPW11].
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, hat sich in den meisten Unternehmen der
Einsatz von Business Process Management (BPM) etabliert. Der Begriff umschreibt die
Verwaltung der Prozesse, die innerhalb eines Unternehmens ablaufen, erfasst diese und
bildet sie mit Hilfe verschiedener Modellierungsarten sowie geeigneter Tools ab. Laut
[Wes07] umfasst BPM sowohl Konzepte als auch Methoden und Techniken, die das De-
sign, die Administration, die Konfiguration sowie die Übernahme und die Analyse von
Geschäftsprozessen unterstützen.
Aus der Notwendigkeit Geschäftsprozesse zu erfassen, ergibt sich ein Bedarf an geeigne-
ten Techniken und Werkzeugen für die Identifikation, Abbildung, Analyse und Simulation
von Prozessen [ADO00]. Dafür wurden verschiedene Arten von BPM-
Modellierungssprachen entwickelt. Diese kann man generell in zwei verschiedene Para-
digmen unterteilen: der imperativen und deklarativen Prozessmodellabbildung. Ein erstes
Annehmen des Themas erfolgte in der Entwicklung des imperativen Modellierungspara-
digmas. Da diese einen sehr starren und exakten Ablauf des Prozesses vorgibt, wurde
später die deklarative Abbildungsform entwickelt, um eine freiere und variablere Abbil-
dung der Prozesse zu ermöglichen.
Die deklarative Art der Modellierung ist eine noch relativ junge Methode der Prozessmo-
dellabbildung, die sich stetig weiter entwickelt. Aufgrund des Mangels an wissenschaftli-
1. Einleitung
6
cher Literatur zur vergleichenden Analyse der beiden vorgestellten Abbildungsformen soll
diese Arbeit einen Beitrag zu diesem Forschungsfeld leisten.
1.1 Motivation
Vor Beginn dieser Arbeit wurden in einem Teamprojekt die Prozesse des Hochschuldiens-
teportals der Universität Ulm in Form imperativer Prozessmodelle abgebildet. Diese sol-
len als Vorlage für die Implementierung eines neuen prozessorientierten Hochschuldiens-
teportals dienen. Es war jedoch nicht bei allen Prozessen möglich, diese imperativ korrekt
darzustellen. Es entstanden Schwierigkeiten bei dem Versuch, diese analog zum Ablauf
der realen Prozesse abzubilden. Daraus resultiert die Fragestellung, inwieweit diese Pro-
zesse in deklarativer Form besser abgebildet werden können. Auch die Frage, ob eine
Migration der bereits imperativ korrekt modellierten Prozessmodelle in das deklarative
Schema möglich ist war relevant. Bezogen auf die glichkeit der imperativen und dekla-
rativen Prozessmodellabbildung stellt sich nun allgemein die Frage, welche Art der Abbil-
dung für die betrachteten Prozesse besser geeignet ist und ob hier eindeutige Kriterien
festgestellt werden können. Diese Arbeit soll einen Beitrag zur Beantwortung dieser For-
schungsfrage leisten.
Das Forschungsfeld der vergleichenden Analyse der imperativen und deklarativen Pro-
zessmodellabbildung ist von einem Mangel an wissenschaftlicher Literatur gekennzeich-
net. Dieser Mangel an Literatur macht weitere wissenschaftliche Beiträge erforderlich.
Diese Arbeit leistet einen Beitrag zur Behebung des Mangels an Literatur und zur weite-
ren Erschließung dieses Forschungsgebietes. Hierbei liegt der Fokus auf dem Vergleich der
imperativen und deklarativen Prozessmodellabbildung anhand einer Reihe vom imperati-
ven in das deklarative Schema migrierter Prozessmodelle.
1.2 Vorgehensweise der Arbeit
Inhalt dieser Arbeit ist ein analysierender Vergleich der imperativen und deklarativen Pro-
zessmodellabbildung anhand einer repräsentativen Reihe von Prozessen. Es folgt ein Ver-
gleich der Möglichkeiten und Schwierigkeiten bei der Umsetzung imperativer Prozessmo-
1. Einleitung
7
delle in das deklarative Schema sowie eine anschließende Diskussion und Handlungsemp-
fehlung.
Zunächst wird in Kapitel 2 durch theoretische Grundlagen, wie die Definition der impera-
tiven und deklarativen Prozessmodellabbildung und einer kurzen Ausführung der theore-
tischen Unterschiede, die Voraussetzung für das Verständnis des Themas geschaffen. An-
schließend wird in Kapitel 3 der derzeitige Forschungsstand bezüglich deklarativer Pro-
zessmodellierung dargestellt. Kapitel 4 gibt einen Überblick über die für diese Arbeit not-
wendigen praktischen Grundlagen zur Modellierung der Prozesse mit Hilfe des deklarati-
ven Modellierungstools "Test Driven Modelling Suite" [TDMS]. Die Basis für Kapitel 5 bil-
det eine repräsentative Auswahl von Prozessmodellen des Hochschuldiensteportals, die
in imperativer Form vorliegen und die in das deklarative Schema migriert werden sollen.
Hierbei werden die Möglichkeiten und Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Prozess-
modelle sowie potentielle Lösungswege zur Bewältigung vorhandener Schwierigkeiten
erläutert. Anschließend wird anhand dreier beispielhaft ausgewählter Prozesse die Vor-
gehensweise bei der Migration der Prozesse vom imperativen in das deklarative Schema
und die daraus resultierenden Ergebnisse beschrieben. Zu jedem Modell wird eine Emp-
fehlung abgegeben, die begründet, welches Abbildungsschema für welches Modell am
besten geeignet scheint. Mit Hilfe der gewonnenen Ergebnisse wird in Kapitel 6 ein ab-
schließender Vergleich der beiden Abbildungsarten durchgeführt. Hier wird auf die Gren-
zen und Probleme bzw. Möglichkeiten in Bezug auf Verständlichkeit, Vollständigkeit der
Abbildung, Korrektheit, die Verwendung der Sprachkonstrukte sowie die Dynamik und
Flexibilität der Prozessmodelle eingegangen. In Kapitel 7 wird eine Gesamtbewertung mit
Handlungsempfehlung für die in dieser Arbeit betrachteten Prozesse abgegeben. Das letz-
te Kapitel stellt die Limitationen bezogen auf diese Arbeit dar und gibt einen kurzen Aus-
blick zur Weiterentwicklung des Themas.
2. Theoretische Grundlagen
8
2. Theoretische Grundlagen
Das folgende Kapitel bildet die theoretische Basis dieser Arbeit, definiert relevante Begriffe
und ordnet diese in den Gesamtkontext ein.
Zunächst werden die Begriffe Geschäftsprozess, Prozessmodellierung und Worflow definiert.
Diese Termini werden in den Kontext des BPM eingeordnet. Anschließend werden relevante
Methoden vorgestellt, mit welchen Prozesse grafisch dargestellt und modelliert werden
können. Danach werden die Ansätze der imperativen und deklarativen Modellierung bzw.
Prozessmodellabbildung sowie deren generelle Vor- und Nachteile erläutert. Zusätzlich wer-
den die für diese Arbeit verwendeten Notationselemente der imperativen und deklarativen
Prozessmodellabbildung eingeführt. Abschließend folgt eine Gegenüberstellung der theore-
tisch erarbeiteten Unterschiede und Gemeinsamkeiten imperativer und deklarativer Pro-
zessmodellabbildung.
2.1 Einführung relevanter Grundbegriffe
Ein Geschäftsprozess oder Business Process ist laut Hammer ‘‘a collection of activities that
takes one or more kinds of input and creates an output that is of value to the customer’’
[Ham90]. Somit definiert sich ein Geschäftsprozess im Gegensatz zu einem herkömmlichen
Prozess als ein Prozess, der innerhalb eines Unternehmens abläuft. Dieser besteht aus Ein-
zelaktionen, wie zum Beispiel den Tätigkeiten der Mitarbeiter, die logisch in einer Sequenz
und nach bestimmten Regeln ausgeführt werden, um ein gewünschtes Ziel zu erreichen.
Diese Geschäftsprozesse können beispielsweise in Form von Flussdiagrammen abgebildet
werden [ADO00].
BPM umfasst Methoden, Techniken und Tools, die das Design, die Abbildung, Entwicklung
und Analyse sowie das Management operativer Geschäftsprozesse unterstützen [AHW03].
Geschäftsprozesse, die Prozesse im Umfeld eines Unternehmens darstellen, können mit Hilfe
von BPM verwaltet werden [AHW03].
2. Theoretische Grundlagen
9
Ein Workflow ist eine definierte Kette von Aktivitäten, die durch ein Start- und ein Endereig-
nis begrenzt sind [Brü13]. Bezogen auf einen Geschäftsprozess sind dies z.B. bestimmte Ar-
beitsschritte, die hintereinander ausgeführt werden. Workflow-Management bezeichnet das
Modellieren, die Steuerung, die Spezifikation, die Ausführung und die Simulation der Work-
flows [Brü13]. Ein Workflow-Management-System (WFMS) ist ein System, dass die einzelnen
Aktivitäten des Workflow-Managements koordiniert [Brü13].
Die Prozessmodellierung hat das Ziel Prozesse grafisch darzustellen [AHW03]. Es existieren
verschiedene Methoden, um Prozesse und Workflows abzubilden. Diese unterscheiden sich
bezüglich ihres Aufbaus, der verwendeten Prozessmodellierungssprache, Benutzerfreund-
lichkeit, dem Zweck bzw. Ziel der Modellierung und den nötigen Vorkenntnissen des Model-
lierers [ADO00, Agu04]. Eine Prozessmodellierungssprache bietet hierzu Konzepte zur grafi-
schen Abbildung und Darstellung von allen möglichen Arten von Prozessen [FMRWWZ10].
Modellierungssprachen werden meist in Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium des zu-
grunde liegenden Modells verwendet [ADO00]. Diese untergliedern sich, wie bereits in Kapi-
tel 1 angemerkt, in die Ansätze der imperativen und deklarativen Prozessmodellabbildung,
die im folgenden beschrieben werden.
2.2 Imperative Prozessmodellierung
Imperative Modelle richten sich nach dem "outside-to-inside" Ansatz [FMRWWZ10]: Alle
glichen Ausführungsvarianten vom Start- zum Zielpunkt werden explizit angegeben und
jede gewünschte neue Alternative muss ausdrücklich hinzugefügt werden. Somit "spezifizie-
ren [die gegebenen] Bedingungen implizit Ausführungsalternativen" [Lic12] und es sind nur
die vorgegebenen Varianten und keine Abweichungen möglich.
Verdeutlicht wird dies in Abbildung 1: Das Sechseck repräsentiert ein in sich abgeschlossenes
Prozessmodell mit allen möglichen Ausführungsvarianten und Aktivitäten. Die weiße Fläche
innerhalb des Sechsecks repräsentiert die sog. ''verbotene Zone". Der Ablauf des Prozess-
modells erfolgt immer von links nach rechts, also vom Start- zum Endpunkt des Prozesses.
Die grauen Linien, die sich innerhalb des Sechsecks befinden, repräsentieren dabei die expli-
zit modellierten Lösungspfade. Folglich kann nur einer der bereits hinzugefügten Pfade ge-
2. Theoretische Grundlagen
wählt werden. Soll
der in der Abbildung rot dargestellte Pfad, der bisher nicht definiert wu
de, wählbar sein
, muss dieser
Imperative
Prozessmodelle
führungsvarianten er
lauben. Möchte man weitere Möglichkeiten realisieren, müssen diese
explizit hinzugefügt und zusätzlich modelliert werden.
explizit erlaubt ist, ist verboten."
sehenen Pfade bei der
Ausführ
zwischen
vorangegangener und nachfolgender Aktivität
Kontrollfluss gelegt
[PWZPMR12]
Abbildung 1
In Abbildung 2
ist eine Einführung in die wichtigsten BPM
in dieser Arbeit verwendet werden.
Aktivitäten
können Unterprozesse
nektoren
sind Pfade, die den Sequenzfluss eines Prozesses darstellen. Sie verbinden einzelne
Elemente, wie z.B. Aktivitäten miteinander
schen den einzelnen
Aktivitäten
zählen z.B. datenbasierte exklusive, ereignisbasierte, parallele, inklusive und komplexe G
teways. Den Beginn eines
Zeit-, Eskalations-
, Bedingungs
werden in eintretende (z.B. Nachrichtenzwischenereignis) und auslösende Zwischenereigni
se (z.B. Zeitzwischenereignis) unterschieden. Endereignisse
10
der in der Abbildung rot dargestellte Pfad, der bisher nicht definiert wu
, muss dieser
zuerst explizit hin
zugefügt werden [Igl11
Prozessmodelle
bilden somit Prozesse ab, die eine beschränkte Anzahl an Au
lauben. Möchte man weitere Möglichkeiten realisieren, müssen diese
explizit hinzugefügt und zusätzlich modelliert werden.
Ganz nach
der Maßgabe
explizit erlaubt ist, ist verboten."
[Igl11] sind
hier ausschließlich die vom Modellierer vorg
Ausführ
ung erlaubt. Hierbei wird besonderer
Wert auf die Beziehung
vorangegangener und nachfolgender Aktivität
und den dazwischen ablaufenden
[PWZPMR12]
.
: Darstellung
von expliziten Lösungswegen bei der imperativen
Prozessm
ist eine Einführung in die wichtigsten BPM
-
Notationselemente dargestellt, die
in dieser Arbeit verwendet werden.
Als Grundlage der Prozesse dienen
können Unterprozesse
(zugeklappt oder aufgeklappt)
angehängt
sind Pfade, die den Sequenzfluss eines Prozesses darstellen. Sie verbinden einzelne
Elemente, wie z.B. Aktivitäten miteinander
. Gateways dienen dazu,
die Sequenzflüs
Aktivitäten
aufzuspalten
oder diese wieder zusammenzuführen
zählen z.B. datenbasierte exklusive, ereignisbasierte, parallele, inklusive und komplexe G
imperativen
Prozesses bildet ein Startereignis
, Bedingungs
-Fehler-, Kompensations-
Startereignis)
werden in eintretende (z.B. Nachrichtenzwischenereignis) und auslösende Zwischenereigni
se (z.B. Zeitzwischenereignis) unterschieden. Endereignisse
(z.B. Nachrichten
der in der Abbildung rot dargestellte Pfad, der bisher nicht definiert wu
r-
zugefügt werden [Igl11
].
bilden somit Prozesse ab, die eine beschränkte Anzahl an Au
s-
lauben. Möchte man weitere Möglichkeiten realisieren, müssen diese
der Maßgabe
"Was nicht
hier ausschließlich die vom Modellierer vorg
e-
Wert auf die Beziehung
und den dazwischen ablaufenden
Prozessm
odellierung
Notationselemente dargestellt, die
Als Grundlage der Prozesse dienen
Aktivitäten. An diese
angehängt
werden. Kon-
sind Pfade, die den Sequenzfluss eines Prozesses darstellen. Sie verbinden einzelne
die Sequenzflüs
se zwi-
oder diese wieder zusammenzuführen
. Dazu
zählen z.B. datenbasierte exklusive, ereignisbasierte, parallele, inklusive und komplexe G
a-
Prozesses bildet ein Startereignis
(z.B. Nachrichten-,
Startereignis)
. Zwischenereignisse
werden in eintretende (z.B. Nachrichtenzwischenereignis) und auslösende Zwischenereigni
s-
(z.B. Nachrichten
- Eskalations-,
2. Theoretische Grundlagen
11
Fehler-, Abbruch- und Kompensations-Endereignisse) bilden den Abschluss eines imperati-
ven Prozesses.
Abbildung 2: imperative Notationselement
2. Theoretische Grundlagen
12
Es können auch Notationselemente integriert werden, die Zusatzinformationen bereit stel-
len. Hierzu hlen z.B. Artefakte oder Datenobjekte. Diese Elemente werden mit Hilfe von
gerichteten oder ungerichteten Assoziationen an die jeweilige Aktivität angeheftet. Durch
die Verwendung von Pools und Lanes kann der Prozess zusätzlich strukturiert und unterglie-
dert werden, indem den Aktivitäten Rollen zugewiesen werden.
Im oberen Teil von Abbildung 3 ist beispielhaft ein imperativer Prozess abgebildet. In diesem
Prozess sind die drei Aktivitäten A, B und C dargestellt. Die Aktivitäten sind durch Sequenz-
flusspfeile miteinander zu einem Prozess verbunden. Der einzige Pfad, der von dem Prozess
unterstützt wird, ist <A, B, C>.
Abbildung 3: imperativer Beispielprozess
Analog zu dem bereits beschriebenen Ansatz der imperativen Prozessmodellabbildung muss
jeder gewünschte zusätzliche Pfad oder jede Änderung des Prozessablaufs explizit hinzuge-
fügt werden. Soll etwa der bereits bestehende Prozess (siehe Abbildung 3 oben), der aus den
Aktivitäten A, B und C besteht, z.B. um einen neuen Pfad mit der Aktivität D erweitert wer-
den, muss dieser explizit hinzugefügt werden (siehe Abbildung 3 unten). In diesem Fall wird
das Hinzufügen des neuen Pfades mit dem datenbasierten exklusiven Gateway realisiert. Das
datenbasierte exklusive Gateway stellt eine Verzweigung des Typs "entweder-oder" dar. Es
2. Theoretische Grundlagen
13
kann nach Ausführen der Aktivität A entweder der Pfad mit der Aktivität B oder der Pfad mit
der Aktivität D gewählt werden. Der neue Prozess beginnt nun mit der Aktivität A; danach
kann einer der Pfade mit Aktivität B oder D folgen. Der Prozess wird mit C beendet. Es wird
in diesem Prozess die Ausführung der Pfade <A, B, C> und <A, D, C> unterstützt.
2.3 Deklarative Prozessmodellierung
Durch das häufig festgestellte Problem der Überspezifizierung und der zu starken Einschrän-
kung der Ausführungsvarianten bei imperativen Prozessmodellen entwickelte sich die dekla-
rative Prozessmodellierung [Igl11]. Diese verfolgt den "inside-to-outside-
Ansatz" [FMRWWZ10]. Hier ist der Hauptaspekt die Beschreibung der Abhängigkeiten zwi-
schen den Aktivitäten und der Einschränkungen der einzelnen Aktivitäten untereinander.
Der temporale Aspekt wird dabei weitestgehend außer Acht gelassen [Jab14]. Das Prozess-
modell beinhaltet zu Beginn des Prozesses alle möglichen Ausführungen der Aktivitäten, die
durch bestimmte Restriktionen begrenzt werden. Grundsätzlich ist jede Ausführungsvariante
erlaubt, die nicht gegen die vorgegebenen Einschränkungen verstößt [Igl11]. Im Gegensatz
zum imperativen Ansatz müssen dabei nicht explizit neue Wege hinzugefügt werden. Soll
eine neue Variante hinzukommen, so ist diese standardmäßig im Modell vorhanden, soweit
sie nicht gegen die Regeln verstößt [Igl11].
Das in Abbildung 4 dargestellte Sechseck repräsentiert, wie auch in Abbildung 1, ein Pro-
zessmodell mit einem Start- und Endpunkt, jedoch in deklarativer Form. Hier sind als graue
Linien nur eine repräsentative Anzahl der erlaubten Pfade dargestellt. Die rot unterlegten
Flächen repräsentieren die sogenannten "verbotenen Zonen" und bilden somit die Ein-
schränkungen des Modells ab. Die weiße Fläche ist der Raum, in dem sich der Pfad frei be-
wegen darf. Folglich sind keine Pfade erlaubt, die die roten Flächen berühren. Neue Pfade
müssen nicht explizit hinzugefügt werden, es sind vielmehr alle Pfade erlaubt, die sich auf
der weißen Fläche vom Start- zum Endpunkt bewegen und die roten Zonen nicht schneiden
[Igl11].
Somit basiert die deklarative Modellierung auf einer Anzahl von vorgegebenen Regeln inner-
halb eines abgesteckten Gebietes. Diese bilden die Abhängigkeiten untereinander bzw. ge-
2. Theoretische Grundlagen
genseitigen Einschränkungen
Flexibilität als bei der sequentiell vorgegebenen Reihenfolge der imperativen Prozessmode
le gewährleistet. Außerdem ist die Anzahl der möglichen Pfade von Beginn an erheblich h
her als bei imperativen
Prozessm
Abbildung 4
: Darstellung von er
In der folgenden
Tabelle 1
Abbildung deklarativer Prozessmodelle verwendet werden, dargest
len a und b Aktivitäten dar.
Bezeichnung
Abbildung
exactly
existence
at most
init
last
response
14
genseitigen Einschränkungen
zwischen den einzelnen Aktivitäten ab. Hierdurch wird mehr
Flexibilität als bei der sequentiell vorgegebenen Reihenfolge der imperativen Prozessmode
le gewährleistet. Außerdem ist die Anzahl der möglichen Pfade von Beginn an erheblich h
Prozessm
odellen.
: Darstellung von er
laubten Lösungswegen bei der deklarativen
Prozessm
Tabelle 1
sind grundlegende Notationsele
mente, die in dieser Arbeit zur
Abbildung deklarativer Prozessmodelle verwendet werden, dargest
ellt. In dieser Tabelle ste
len a und b Aktivitäten dar.
Die Erklärungen beziehen sich immer auf
eine Pr
Abbildung
Erklärung
a darf exakt n mal ausgeführt werden
a muss mindestens n mal
a darf maximal n mal ausgeführt werden
a muss als erstes ausgeführt werden
a mu
ss als letztes ausgeführt werden
wenn a ausgeführt wurde, muss b danach
ebenfalls ausgeführt werden (aber nicht
notwendi
gerweise direkt nach a)
zwischen den einzelnen Aktivitäten ab. Hierdurch wird mehr
Flexibilität als bei der sequentiell vorgegebenen Reihenfolge der imperativen Prozessmode
l-
le gewährleistet. Außerdem ist die Anzahl der möglichen Pfade von Beginn an erheblich h
ö-
Prozessm
odellierung
mente, die in dieser Arbeit zur
ellt. In dieser Tabelle ste
l-
eine Pr
ozessinstanz.
Erklärung
a darf exakt n mal ausgeführt werden
a muss mindestens n mal
ausgeführt werden
a darf maximal n mal ausgeführt werden
a muss als erstes ausgeführt werden
ss als letztes ausgeführt werden
wenn a ausgeführt wurde, muss b danach
ebenfalls ausgeführt werden (aber nicht
gerweise direkt nach a)
2. Theoretische Grundlagen
15
precedence
b darf nur ausgeführt werden, wenn zuvor a
ausgeführt wurde
succession
wenn a ausgeführt wurde, muss b danach
ebenfalls ausgeführt werden (aber nicht
notwendigerweise direkt nach a) und b darf nur
ausgeführt werden, wenn zuvor a ausgeführt
wurde
chained re-
sponse
wenn a ausgeführt wurde, muss b direkt danach
ausgeführt werden
chained pre-
cedence
b darf nur ausgeführt werden, wenn a direkt
davor ausgeführt wurde
chained suc-
cession
wenn a ausgeführt wurde, muss b direkt danach
ausgeführt werden und b darf nur ausgeführt
werden, wenn a direkt davor ausgeführt wurde
responded
existence
wenn a ausgeführt wurde, muss b entweder
davor oder danach ausgeführt werden
co-existence
wenn a ausgeführt wurde, muss b entweder
davor oder danach ausgeführt werden; wenn b
ausgeführt wurde, muss a entweder davor oder
danach ausgeführt werden
not co-
existence
a und b dürfen nicht gemeinsam vorkommen
negation-
response
nachdem a ausgeführt wurde, darf b anschlie-
ßend nicht mehr ausgeführt werden
exact choice
Genau m von n Aktivitäten der Menge {a₁, a₂, …,
an} m ≤ n müssen ausgeführt werden
2. Theoretische Grundlagen
16
multi re-
sponse
nachdem a ausgeführt wurde, muss mindestens
eine Aktivität der Menge {b₁, b₂, …, bn} ausge-
führt werden (aber nicht notwendigerweise
direkt nach a)
multi succes-
sion
wenn eine der Aktivitäten der Menge {a₁, a₂, …,
an} ausgeführt wurde, muss danach mindestens
eine Aktivität der Menge {b₁,b₂, …, bn} ausge-
führt werden;
um eine Aktivität der Menge {b₁, b₂, …, bn} aus-
führen zu können, muss zuvor mindestens eine
Aktivität der Menge {a₁, a₂, …, an} ausgeführt
worden sein
Tabelle 1: deklarative Notationselemente
Im oberen Teil von Abbildung 5 ist ein Beispielprozess zur deklarativen Prozessmodellabbil-
dung dargestellt. Das Prozessmodell besteht aus den Aktivitäten A, B, C und D. In diesem
Prozess gibt es keinerlei Einschränkungen der Aktivitäten. Sie dürfen in jeder Reihenfolge
und beliebig oft (auch mehrmals direkt hintereinander) ausgeführt werden. Folglich wird
jede Art der möglichen Ausführbarkeit des Prozesses unterstützt. Beispielsweise ist hier die
Ausführung der Pfade <A, D, B, C> oder <A, A, B> möglich.
Im unteren Teil von Abbildung 5 sind die gleichen Aktivitäten wie im Prozessbeispiel im obe-
ren Teil, jedoch mit Einschränkungen, dargestellt. Der Prozess unterstützt nun nicht mehr
jede mögliche Prozessvariante. Folgende Einschränkungen betreffen das Prozessmodell in
Abbildung 10 im unteren Teil: A muss die erste Aktivität sein, die innerhalb des Pfades aus-
geführt wird. C muss exakt einmal ausgeführt werden. B und D dürfen nicht beide innerhalb
einer Prozessinstanz ausgeführt werden und B darf nur ausgeführt werden, wenn A zuvor
(nicht notwendigerweise direkt davor) ausgeführt wurde. Es wird zum Beispiel die Ausfüh-
rung der Pfade <A, B, C>, <A, C> und <A, D, D, C> unterstützt.
2. Theoretische Grundlagen
17
Abbildung 5: deklarativer Beispielprozess
2.4 Unterschiede zwischen imperativer und deklarativer Prozessmodellierung
Im Allgemeinen unterscheiden sich die imperative und deklarative Prozessmodellabbildung
in ihrer Art des Aufbaus, ihrem bei der Modellierung verfolgten Ansatz, der zu Grunde lie-
genden Prozessmodellierungssprache und dem Zweck der Modellierung [ADO00, Agu04].
Der hauptsächliche Unterschied der imperativen und deklarativen Prozessmodellierung liegt
im Ursprung der Computerprogrammierung: Die imperative Programmierung unterliegt dem
Prinzip "how to do something" [RH04] und gibt genaue Angaben und Regeln, wie etwas er-
reicht wird. Im Gegensatz dazu basiert die deklarative Programmierung auf dem Grundsatz
"say what is required and let the system determine how to achieve it" [RH04]. In imperati-
ven Prozessmodellen wird zuvor spezifiziert, in welcher Reihenfolge und unter welchen Be-
dingungen die Aktivitäten ausgeführt werden sollen. Deklarative Prozessmodelle fokussieren
sich darauf was getan werden muss. Durch Regeln wird hier unerwünschtes Verhalten des
Prozesses eingedämmt [RH04].
2. Theoretische Grundlagen
18
An den Beispielprozessmodellen in Abbildung 4 und 10 ist zu erkennen, dass sich die impera-
tive und deklarative Prozessmodellabbildung ebenfalls in ihrer Art der Modellierung unter-
scheiden. Imperative Modelle verwenden Pfade, die genau den Ablauf des Modells darstel-
len. Deklarative Prozessmodelle hingegen geben durch die Verwendung von Constraints Re-
geln vor, die unerwünschtes Verhalten des Prozesses eindämmen.
Allgemein ist festzustellen, dass die imperative und deklarative Prozessmodellabbildung Un-
terschiede im Ansatz und im Modellablauf aufweisen. Diese Unterschiede sollen im Laufe
dieser Arbeit weiter diskutiert und anhand von Prozessbeispielen belegt werden.
3. Deklarative Prozessmodellierung als Forschungsgebiet
19
3. Deklarative Prozessmodellierung als Forschungsgebiet
Nachdem die theoretischen Grundlagen für diese Arbeit geschaffen worden sind, gibt dieses
Kapitel einen Überblick über die deklarative Modellierung als aktuelles Forschungsgebiet.
Zuerst wird auf den Ursprung der deklarativen Prozessmodellabbildung eingegangen. An-
schließend wird eine Auswahl deklarativer Prozessmodellierungssprachen sowie damit ver-
bundene Erweiterungen vorgestellt. Abschließend folgt eine Übersicht über verschiedene
aktuelle Untersuchungen, die der qualitativen Verbesserung der deklarativen Abbildung die-
nen sollen.
3.1 Ursprung der deklarativen Prozessmodellierung
Die deklarative Abbildung von Prozessen ist ein relativ junger Ansatz im Bereich des BPM.
Die imperative Prozessmodellabbildung hingegen existiert schon nger und war Vorreiter in
der modellhaften Abbildung von (Geschäfts-) Prozessen [HZSHRPW13]. Allerdings ist das
Interesse an deklarativen Möglichkeiten der Darstellung und somit auch der Anspruch an die
Forschung in diesem Gebiet in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Als Grund für das
Interesse an der deklarativen Prozessmodellabbildung nennt die wissenschaftliche Literatur
verschiedene Mängel der imperativen Prozessmodellabbildung [HZSHRPW13].
Imperative Prozessmodelle können laut [Pes08] zu einer Überspezifizierung von Prozessmo-
dellen führen und weisen einen Mangel an Flexibilität auf. Dagegen hat sich laut [Pes08] der
Wunsch des Benutzers, Prozesse selbst zu steuern und somit fehlerhafte oder unerwünschte
Ausführungen zu vermeiden, verstärkt. Die Prozesse sollten daher so viel Flexibilität wie
möglich aufweisen und die Handlungsweise des Nutzers nicht einschränken. Um genau die-
ser Anforderung gerecht zu werden, wurde die deklarative Prozessmodellabbildung als Al-
ternative zum imperativen Ansatz entwickelt [APS09].
Hull et al [HLSSDKZ99] unterstützen die Ansicht von Pesic et al und sehen den Ursprung der
deklarativen Prozessmodellabbildung ebenfalls in Flexibilitätsmängeln der imperativen Pro-
zessmodellabbildung. Auch van der Aalst et al [AWG05] stellen fest, dass die Flexibilität von
3. Deklarative Prozessmodellierung als Forschungsgebiet
20
Workflows durch die imperative Prozessmodellabbildung bisher nicht erfüllt werden konnte
und führen den Vorschlag an, Prozesse auf Basis eines deklarativen Modells abzubilden.
[GHV07] ist der Ansicht, dass in den letzten Jahren viel wissenschaftliche Aktivität zum The-
ma Restrukturierung und Neuordnung der BPM-Modelle stattfand und nach einem prozess-
orientierten Ansatz zur Modellierung von Prozessen gesucht wurde [GHV07]. Daraus resul-
tierte nach der Meinung der Autoren die deklarative Prozessmodellabbildung.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die wissenschaftliche Literatur vor allem
den Mangel an Flexibilität in imperativen Prozessmodellen als Grund r die Notwendigkeit
und die Entwicklung von deklarativen Prozessmodellen anführt.
3.2 Deklarative Prozessmodellierungssprachen
Im Rahmen des deklarativen Prozessmodellierungsansatzes wurden verschiedene Prozess-
modellierungssprachen entwickelt. Hierzu zählen z.B. Vortex [HLSSDKZ99], EmBrace
[GHV07], ConDec [PA06], DecSerFlow [AP06] und Declare [PSA07].
Hull et al erreichte mit der Entwicklung von Vortex [HLSSDKZ99] einen ersten Schritt in die
Richtung der flexiblen, deklarativen Prozessmodellabbildung. Vortex ist eine objekt-
orientierte Programmiersprache, mit der Workflows deklarativ abgebildet werden können
[HLSSDKZ99]. [GHV07] stellt mit der Entwicklung von EmBrace (Enterprise Modeling using
Business Rules, Agents, Activities, Concepts and Events) ebenfalls einen Ansatz zur Abbildung
von Workflows durch eine deklarative Prozessmodellierungssprache zur Verfügung [GHV07].
ConDec [PA06] und DecSerFlow [AP06] sind zwei an der Universität Eindhoven entwickelte,
deklarative Sprachen zur Modellierung und Darstellung dynamischer Workflows. Bei diesen
Sprachen steht die Flexibilität der Anwendung im Vordergrund. Die Basis bildet der deklara-
tive Ansatz: "It specifies what should be done, and users can decide how they will do it"
[PA06]. Es ist zu erwähnen, dass an der Universität Eindhoven ein erheblichen Teil zur For-
schung auf dem Gebiet der deklarativen Prozessmodellabbildung stattfindet und neben
ConDec und DecSerFlow auch die Prozessmodellierungssprache Declare [PSA09, PSA07,
PSSA07, APS09] entwickelt wurde. Declare dient der Erstellung, Überprüfung, Durchführung
3. Deklarative Prozessmodellierung als Forschungsgebiet
21
und der dynamischen Veränderung constraint-basierter Prozessmodelle [PSA07]. Dabei un-
terstützt es lose strukturierte Prozesse, ohne wichtige Aspekte von Workflow-Management
Systemen, wie die Veränderung eines Prozesses zur Laufzeit, die Unterstützung des Benut-
zers und die nötige Flexibilität außer Acht zu lassen [PSA07].
Die hier vorgestellten Ansätze sind eine Auswahl an deklarativen Prozessmodellierungsspra-
chen, die dazu dienen sollten, Workflows im Gegensatz zur imperativen Prozessmodelldar-
stellung glichst flexibel abzubilden. Dadurch hat der Nutzer die Möglichkeit, die in den
Workflows abgebildeten Prozesse selbst zu steuern. Die Autoren sind sich dabei einig, dass
deklarative Prozessmodellierung dadurch definiert wird, dass das Ziel und nicht die Errei-
chung des Ziels entscheidend ist.
Die hier beispielhaft angeführten Prozessmodellierungssprachen dienen als Grundlage ver-
schiedener Tools zur Unterstützung der deklarativen Prozessmodellierung, wie z.B. Declare
Toolset [DTS], Alaska Simulator [ALA] oder Test Driven Modelling Suite [TDMS].
3.3 Erweiterungen
Die deklarativen Prozessmodellabbildungssprachen bieten in ihrer ursprünglichen Form
nicht die Möglichkeit, alle Anforderungen der Nutzer wie maximale Flexibilität oder die In-
tegration von zeitlichen Aspekten ausreichend darzustellen. Daraus resultiert die Forderung
nach Erweiterungen, wie Timed Declare [Mag14] oder ConDec-R [BV12].
Laut [Mag14] erlaubt kaum eine der Prozessmodellierungssprachen die Integration der Zeit-
perspektive. Vor allem für Geschäftsprozesse ist es jedoch von großer Bedeutung, zeitliche
Ereignisse, wie Fristen oder optimierte Antwortzeiten, abzubilden. Zu diesem Zweck beinhal-
tet Declare metrische zeitliche Einschränkungen. Diese garantieren die korrekte Ausführung
eines Prozesses in Bezug auf Latenzzeiten sowie die Einhaltung von Fristen. Das Timed Decla-
re stellt eine Erweiterung der Prozessmodellierungssprache Declare dar und ermöglicht die
Überwachung der metrischen zeitlichen Einschränkungen während der Laufzeit [Mag14].
Dadurch ist die Integration der Zeitperspektive basierend auf der Sprache Declare möglich.
Allerdings benötigt die Anwendung von Timed Declare noch weitere Forschung, da es bei-
3. Deklarative Prozessmodellierung als Forschungsgebiet
22
spielsweise nicht möglich ist, ein genaues Datum anzugeben, an dem eine Aktivität ausge-
führt werden soll [MW14].
Die mehrfache Ausführbarkeit von Aktivitäten führt in der deklarativen Prozessmodellabbil-
dung häufig zu Schwierigkeiten. [BC08] sieht einen Lösungsansatz dieses Problems in der
Aufstellung eines Algorithmus, der Regeln zur Filterung enthält. Diese Regeln ermöglichen
es, die Beziehungen von Aktivitäten, die mehrfach ausgeführt werden können, zu filtern.
Eingeschränkt wird dieser Ansatz dadurch, dass hier untypische zeitliche Bedingungen, wie
der z.B. die alternierende Ausführung von sich Wiederholenden Aktivitäten zusammen mit
der variablen Anzahl von Ausführungen der Aktivitäten nicht abgebildet werden können
[BLWRV12].
[BV12] schlägt aufbauend auf dem Konzept zur Aufstellung eines regelbasierten Algorithmus
einen constraint-basierten Lösungsansatz zur Planung und Terminierung der Ausführung von
Aktivitäten vor. Dieser Ansatz basiert auf Regeln zur Filterung der Beziehungen zwischen den
sich wiederholenden Aktivitäten. Dies ermöglicht die Spezifikation des Problems durch glo-
bale Einschränkungen und erhöht gleichzeitig die Effizienz bei der Suche nach einem Lö-
sungsansatz [BV12]. Dieser Ansatz wird von den Autoren durch die erweiterte Sprache Con-
Dec-R [BV12] verfolgt. ConDec-R baut auf der bereits beschriebenen Prozessmodellierungs-
sprache ConDec auf und stellt eine Ressourcenerweiterung der deklarativen Prozessmodell-
abbildung dar. Eingeschränkt wird die erweiterte Sprache ConDec-R dadurch, dass hier keine
Lösung der Integration des Zeitproblems für alle möglichen Fälle, sondern nur für eine be-
stimmte Anzahl getesteter Fälle existiert und hier noch weiterer Forschungsbedarf besteht
[BLWRV12].
Die hier beschriebenen Beispiele zur Erweiterung stellen eine Auswahl dar. Es kann festges-
tellt werden, dass auf diesem Gebiet auch weiterhin Forschungsbedarf besteht.
3.4 Untersuchungen zur Verbesserung deklarativer Abbildung
Die Deklarative Prozessmodellabbildung weist nicht nur Unzulänglichkeiten in der Integrati-
on des zeitlichen Aspekts oder in der mehrfachen Ausführbarkeit von Aktivitäten auf, son-
dern ebenfalls in der Abbildung bezogen auf deren Struktur und die Integration von Hier-
3. Deklarative Prozessmodellierung als Forschungsgebiet
23
archieebene von Prozessmodellen. Dies führt dazu, dass von verschiedenen Autoren Unter-
suchungen zur Verbesserung der deklarativen Prozessmodellabbildung diskutiert werden.
Diese Verbesserungen zielen darauf ab, die Prozessmodelle übersichtlicher und für den Nut-
zer besser verständlich zu gestalten.
In [Zug11] wird die Frage untersucht, inwieweit die Qualität von deklarativen Prozessmodel-
len durch eine zielgerichtete Übertragung von kognitiven Konzepten aus der Psychologie
verbessert werden kann. Dies bezieht sich auf Aspekte wie die Erstellung, Verständlichkeit,
Wartbarkeit und Modularisierung eines Prozessmodells. Der Autor kommt dabei zu dem
Ergebnis, dass die Qualität eines Prozessmodells mit Hilfe bestimmter Konzepte aus der kog-
nitiven Psychologie, wie z.B. Visual Search oder Recognition verbessert und weiterentwickelt
werden kann [Zug11].
[HZSHRPW13] beschäftigt sich ebenfalls mit möglichen Verbesserungen der Abbildung dekla-
rativer Prozessmodelle und untersucht, ob eine grafische oder eine textuelle Abbildung von
deklarativen Prozessmodellen für den Benutzer plausibler ist. Die Autoren stellen sich weiter
die Frage, ob diese Modelle durch das Hinzufügen neuer Notationselemente in Form von
grafischen Darstellungen oder Text verständlicher werden. Sie kommen zu dem Ergebnis,
dass eine rein textuelle Abbildung nicht zu einer Verbesserung der Lesbarkeit führt. Deswei-
teren führen die Autoren in ihrer Arbeit an, dass hierarchische Konzepte in der Abbildung
deklarativer Prozessmodelle eine bessere Verständlichkeit für den Leser mit sich bringen
[HZSHRPW13].
Diesen Ansatzpunkt hat [ZSHPRW13] ebenfalls aufgegriffen und die Frage untersucht, ob
eine automatische Strukturierung von wichtigen und unwichtigen Elementen als Subprozes-
se die Hierarchie in einem Prozessmodell positiv beeinflusst. Die Autoren kommen zu dem
Ergebnis, dass die Verwendung von Subprozessen zum Verständnis beitragen, dieses jedoch
bei übermäßiger Verwendung auch verschlechtern kann, und somit mit Vorsicht zu verwen-
den ist. Außerdem wird durch die Hierarchisierung nicht nur die Struktur, sondern auch die
Semantik beeinträchtigt [ZSHPRW13].
In [HZSHRPW13] wird vorgeschlagen, äquivalent zu den für die imperative Modellierung be-
stehenden Seven Process Modelling Guidelines [MRA10] ebenfalls Richtlinien für deklarative
Prozessmodelle zu erstellen und empirisch zu belegen. Laut [HZSHRPW13] würden diese
3. Deklarative Prozessmodellierung als Forschungsgebiet
24
auch zu einer effektiveren Nutzbarkeit der Prozessmodelle und ihrer Vereinheitlichung bei-
tragen.
Die verschiedenen Ansätze zur Verbesserung der Abbildung von deklarativen Prozessmodel-
len, die hier erläutert wurden, bieten noch viel Raum für weitere wissenschaftliche Arbeiten.
Bestenfalls können diese, nach erfolgreicher theoretischer Forschung und Validierung in be-
reits bestehende bzw. in zukünftige Prozessmodellierungssprachen integriert werden.
3.5 Zusammenfassung
Die theoretische Grundlage für diese Arbeit bildet die deklarative Prozessmodellierung. Ih-
ren Ursprung hat dieses Paradigma in dem Wunsch des Benutzers, die Flexibilität der bisher
üblichen imperativen Prozessmodellabbildung zu erhöhen und dadurch möglichst großen
Einfluss auf die Steuerung des Prozesses ausüben zu können. Aus diesen Anforderungen ha-
ben sich verschieden deklarative Prozessmodellierungssprachen, wie Votex, Declare, Con-
Dec, DecSerFlow und EmBrace, entwickelt. Sie sind Grundlage für verschiedene Tools, die zur
Abbildung der deklarativen Prozessmodelle verwendet werden können. Aus den stetig
wachsenden Anforderungen an die deklarative Prozessmodellabbildung wurden Ressour-
cenerweiterungen wie Timed Declare oder ConDec-R entwickelt. In der Literatur werden
weitere Ansätze zur Verbesserung der deklarativen Prozessmodellabbildung diskutiert
[Zug11, HZSHRPW13, ZSHPRW13].
Allgemein besteht zur deklarativen Prozessmodellierung in der wissenschaftlichen Literatur
weiterhin ein Mangel an Forschungsbeiträgen. Insbesondere im Bereich von Schnittpunkten
von imperativen und deklarativen Prozessmodellen ist dieser Mangel besonders ausgeprägt.
Diese Arbeit soll einen Beitrag zur Behebung dieses Mangels leisten, indem sie einen analyti-
schen Vergleich von imperativer und deklarativer Prozessmodellabbildung anhand prakti-
scher Beispiele aufstellt und die Abbildung imperativer Prozessmodelle in die deklarative
Form diskutiert.
4. Test Driven Modelling Suite als praktische Grundlage
25
4. Test Driven Modelling Suite als praktische Grundlage
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem für die Umsetzung der beschriebenen Prozessmo-
delle und deren Abbildung notwendigen Toolsupport. In Kapitel 3 wurde bereits die Ent-
wicklung der deklarativen Prozessmodellabbildung, sowie das daraus resultierende impe-
rative und deklarative Prozessmodellierungsparadigma dargestellt. Basierend auf dem
deklarativen Prozessmodellierungsparadigma haben sich verschiedene Prozessmodellie-
rungssprachen, wie z.B. Declare, entwickelt. Diese Prozessmodellierungssprachen benöti-
gen operative Unterstützung und Werkzeuge zur Abbildung der Prozessmodelle. Diese
Unterstützung bieten sogenannte Tools, wie z.B. die Test Driven Modelling Suite (TDMS)
[TDMS].
Das Konzept, das der TDMS zu Grunde liegt ist das Test Driven Modelling (TDM). TDM
basiert laut [ZPW11] auf der Erprobung des gewünschten Verhaltens eines Prozesses mit
Hilfe von Testfällen. Dadurch kann der Benutzer feststellen, ob der von ihm modellierte
Prozess korrekt bzw. nach seinen Wünschen ausgeführt wird oder wenn nötig, diesen zur
Laufzeit beeinflussen. TDM besteht aus genau einem deklarativen Modell und einer be-
liebigen Menge dazugehöriger Prozessinstanzen. Jeder Testfall beschreibt ein eigenes
Szenario, das vom Modell unterstützt werden soll. Das bedeutet, dass während des Mo-
dellierens gleichzeitig ein Testen auf die korrekte Ausführbarkeit des Modells statt findet
[ZPW11]. Jeder Prozess beinhaltet somit eine automatisierte Prüfung in Echtzeit.
Die TDMS bietet beim Modellieren die notwendige operative Unterstützung in Form eines
Tools [ZPW11]. Diese Toolunterstützung dient der visuellen Darstellung der Prozesse mit
Hilfe eines Modellierungsprogramms. Das Prozessmodell wird mit Hilfe des Modellie-
rungsprogramms iterativ in der TDMS erstellt. Declare bildet hier als Prozessmodellie-
rungssprache die Basis der TDMS. Zum Zweck der Verfikation wird das Prozessmodell
durch die TDMS so konvertiert, das es von Declare gelesen und in der Workengine von
Declare ausgeführt werden kann [ZPW11]. Das Tool wird auf der Website der Universität
Eindhoven [TDMS] kostenlos zur Verfügung gestellt.
Abbildung 6 zeigt die TDMS mit einem beispielhaften, deklarativen Prozessmodell. Der
Test Case Editor, der auf der linken Seite der Abbildung zu sehen ist (grün markiert), stellt
4. Test Driven Modelling Suite als praktische Grundlage
26
einen kalenderartigen Testfall-Simulator für das Prozessmodell zur Verfügung. Dieser er-
möglicht die Überprüfung der Ausführbarkeit eines Prozessmodells und bietet zeitgleich
im unteren rechten Bereich eine Testcase-Creation-and-Validation-Sektion (rot markiert).
In dieser werden bei einer Nichtausführbarkeit des Prozessmodells eine detaillierte Prob-
lembeschreibung und mögliche Lösungsvorschläge angezeigt. In der Mitte von Abbildung
6 ist der Declarative Process Model Editor (blau markiert) zu sehen, der den Arbeitsbe-
reich des Nutzers zur Modellierung der Prozessmodelle darstellt. Auf der rechten oberen
Seite befinden sich alle zur Verfügung stehenden gängigen deklarativen Modellierungs-
elemente (schwarz markiert), die zur Modellierung eines deklarativen Prozessmodells in
Declare verwendet werden können.
Testcase Editor
Testcase-Creation-and-Validation-Sektion
Declarative Process Model Editor
Modellierungsinstanzen
Abbildung 6: TDMS
4. Test Driven Modelling Suite als praktische Grundlage
27
Der Test Case Editor, welcher in Abbildung 7 dargestellt ist, gibt dem Nutzer die Möglich-
keit, die einzelnen Ausführungsvarianten des erstellten Prozessmodells zu überprüfen
[ZPW11]. Er ermöglicht zu testen, ob eine Aktivität an einer bestimmten Stelle ausführbar
ist: Die linke Spalte des Test Case Editors gibt an, ob ein Prozess in der hier dargestellten
Reihenfolge, beispielsweise der Aktivitäten A, B und C, ausgeführt werden darf. Andern-
falls wird hier eine Fehlermeldung in Form eines rot markierten Aktivität (siehe Aktivität
C) ausgegeben. Die mittlere Spalte des Testcase Editors überprüft, ob eine Aktivität an
dieser Stelle ausgeführt werden darf. Damit ist z.B. gemeint, dass die Aktivität D nicht
zwischen der Aktivität A und B ausgeführt werden darf und somit einen Fehler verursacht.
Die rechte Spalte zeigt an ob ein Prozessmodell beendet werden kann. Ist dies nicht der
Fall, wird ebenfalls ein Fehler ausgegeben und das Feld E färbt sich rot.
Abbildung 7: Testcase Editor der TDMS
Die TDMS hat den Vorteil, dass sie intuitiv zu bedienen und übersichtlich aufgebaut ist.
Desweiteren bietet sie nicht nur die Möglichkeit des TDM, sondern auch die Ausgabe des
4. Test Driven Modelling Suite als praktische Grundlage
28
fertigen Prozessmodells als pdf-Dokument. Eine Einschränkung ist die r den Nutzer un-
logische Speicherung des erstellten Prozessmodells. Insbesondere gibt es keine Möglich-
keit, den Speicherort selbst zu wählen bzw. einen selbst gewählten Dateinamen zu verge-
ben. Die Dateien werden unter Datum und Uhrzeit der Erstellung abgelegt. Dies er-
schwert ein Wiederauffinden. Weiterhin ist das gleichzeitige Öffnen mehrerer Dateien
(z.B. zum Vergleich verschiedener Prozessmodelle) nicht möglich. Teilweise führt auch die
nachträgliche Anordnung oder Verschiebung der Constraints zu grafisch verworrenen
Ergebnissen. Die TDMS könnte durch einige kleine Erweiterungen und Verbesserungen
noch bedienerfreundlicher gestaltet und optimiert werden.
Dennoch ist TDMS, vor allem im Vergleich zu anderen existierenden Tools, geeignet um
deklarative Prozesse nachvollziehbar darzustellen. Deshalb wird im Folgenden dieser Ar-
beit die TDMS zur Abbildung der deklarativen Prozessmodelle und gleichzeitig zur Echt-
zeitüberprüfung auf die Korrektheit der Prozessmodelle verwendet.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
29
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand
von Prozessbeispielen
Nachdem bereits die Grundlage für das Verständnis von imperativen und deklarativen
Prozessmodellen sowie deren Abbildung mit Hilfe von Tools geschaffen wurde, stellt die-
ses Kapitel den Hauptteil der Arbeit dar. Es beschäftigt sich sowohl mit den sich bei der
praktischen Umsetzung der Prozessmodelle ergebenden Schwierigkeiten, als auch den
positiven Aspekten bezüglich der Migration imperativer Prozessmodelle in ein deklarati-
ves Schema.
Es werden zunächst die Möglichkeiten, die bei der Umsetzung der Prozessmodelle beste-
hen in Form von positiven Faktoren aufgezeigt. Anschließend folgt eine Diskussion und
Charakterisierung der Schwierigkeiten, die sich bei der Migration ergeben. Es werden Lö-
sungsalternativen, die im Rahmen dieser Arbeit entwickelt wurden, dargestellt. Abschlie-
ßend wird die praktische Umsetzung und die daraus resultierenden Ergebnisse anhand
von drei beispielhaft ausgewählten, repräsentativen Prozessen erläutert und eine Emp-
fehlung gegeben, welche Art der Prozessmodellabbildung sich für welchen Prozess besser
eignet.
Im Folgenden ist zu beachten, dass sämtliche Abbildungen mit zwei verschiedenen Pro-
zessmodellen immer links bzw. oben das imperative und rechts bzw. unten auf der Abbil-
dung das deklarative Prozessmodell zeigen. Weiterhin werden aus Platzgründen lediglich
Ausschnitte der Prozessmodelle dargestellt, die kompletten Abbildungen der ursprünglich
imperativen sowie der migrierten deklarativen Prozessmodelle befinden sich im Anhang
dieser Arbeit.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
30
5.1. Möglichkeiten bei der Abbildung von Prozessen als deklaratives Pro-
zessmodell
Im Folgenden werden die Möglichkeiten zur Umsetzung imperativer Prozessmodelle in
ein deklaratives Schema anhand passender Beispiele aufgezeigt und diskutiert. Ferner
wird auf positive Aspekte bei der Migration eingegangen, die zum besseren Verständnis
anhand von kurzen Beispielen erläutert werden.
5.1.1 Anzahl der Ausführungseinheiten von Aktivitäten
Im deklarativen Ansatz der Prozessmodellierung gibt es die Möglichkeit, die Anzahl der
Ausführungseinheiten einer Aktivität anzugeben und grafisch abzubilden. Diese Angabe
kann von nicht spezifiziert, was bedeutet, dass die Aktivität beliebig oft (auch direkt hin-
tereinander) innerhalb eines Prozesses ausgeführt werden kann, bis hin zu einer be-
stimmten Zahl oder einem Intervall definiert werden (siehe Kapitel 2.3). Der Vorteile, den
die deklarative Prozessmodellierung durch die Angabe der Ausführungseinheiten von Ak-
tivitäten hat, ist dass Aktivitäten, die sich innerhalb eines Prozessmodells wiederholen,
nicht mehrmals abgebildet werden müssen.
Die imperative Prozessmodellierung sieht nicht vor, die Anzahl der Ausführungseinheiten
eines Tasks anzugeben, da hier durch den eindeutig bestimmten Ausführungspfad genau
vorgegeben ist, wann, wie oft und zu welchem Zeitpunkt eine Aktivität ausgeführt wird.
Ein Beispiel hierfür ist in Abbildung 8 zu sehen. Im imperativen Prozessmodell auf der lin-
ken Seite der Abbildung müssen die Aktivitäten Antrag in das 1. FS (blau markiert) und
Antrag in ein höheres Fachsemester (grün markiert) jeweils zwei mal abgebildet werden.
Der Grund hierfür ist, dass beide Aktivitäten an verschiedenen Stellen des Prozesses aus-
geführt werden können. Die Aktivität Antrag in das 1. FS zum Beispiel kann sowohl auf die
Aktivität Antrag aus 3. FS oder höher, als auch auf die Aktivität Antrag aus dem 1. oder 2.
Fachsemester folgen. Im deklarativen Prozessmodell auf der rechten Seite von Abbildung
8 müssen die Aktivitäten Antrag in das 1. FS - Abt. II-2 Studiensekretariat (Uni Ulm) und
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
31
Antrag in ein höheres Fachsemester - Abt. II-2 Studiensekretariat (Uni Ulm) jeweils nur
einmal abgebildet werden.
In diesem Beispielmodell werden alle Aktivitäten im imperativen Prozessmodell von der
selben Rolle ausgeführt. Einschränkend ist jedoch zu erwähnen, dass bei einer Zusam-
menfassung mehrerer Aktivitäten mit unterschiedlichen Rollenzuweisungen im deklarati-
ven Prozessmodell die Kontextinformation über die ausführende Instanz der einzelnen
Aktivitäten verloren geht.
Zusammenfassend ermöglicht die deklarative Prozessmodellierung durch die Angabe der
Ausführungseinheiten einzelner Aktivitäten die Reduktion der Anzahl von Aktivitäten, da
diese nicht mehrmals abgebildet werden müssen.
Abbildung 8: Anzahl der Ausführungseinheiten von Aktivitäten
5.1.2 Flexible Reihenfolge von Aktivitäten
Die deklarative Prozessmodellierung erlaubt eine flexible Reihenfolge bei der Ausführung
von Aktivitäten. Die imperative Prozessmodellierung hingegen verlangt einen strengen
Ablauf des Prozesses und legt genau fest, wann welche Aktivität ausgeführt werden muss.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
32
Ein Beispiel für die Flexibilität in der deklarativen Prozessmodellierung stellt das Interlea-
ved Parallel dar. Das Interleaved Parallel Routing besteht aus einer Reihe von Aktivitäten,
die in einer willkürlichen Reihenfolge ausgeführt werden können [WADH03]. Jede dieser
Aktivitäten darf nur einmal, jedoch keine der Aktivitäten gleichzeitig ausgeführt werden
[WADH03].
Die Darstellung des Interleaved Parallel Routing lässt sich deklarativ sehr einfach lösen.
Der Grund hierfür ist, dass in der deklarativen Prozessmodellabbildung eine "lose" Rei-
henfolge der Aktivitäten auf Grund der hohen Flexibilität problemlos darstellbar ist. Au-
ßerdem rfen in der deklarativen Prozessmodellierung im Gegensatz zur imperativen
Prozessmodellierung keine Aktivitäten parallel ausgeführt werden.
Ein Beispiel für die Abbildung des Interleaved Parallel Routing ist im deklarativen Pro-
zessmodell in Abbildung 9 zu sehen. Hier werden die beiden Aktivitäten Rückerstattung
im CMS auslösen - Abt. II-2 Studiensekretariat (Uni Ulm) und Immatrikulation im CMS
stornieren - Abt. II-2 Studiensekretariat (Uni Ulm) jeweils genau ein mal in einer nicht
festgelegten Reihenfolge ausgeführt.
In der imperativen Prozessmodellierung ist die Abbildung des Interleaved parallel Routing
nicht möglich, da hier keine flexible Reihenfolge der Aktivitäten abgebildet werden kann.
Das Interleaved Parallel Routing ist ein Beispiel dafür, dass die deklarative Prozessmodel-
lierung im Gegensatz zur imperativen Prozessmodellierung eine erhöhte Flexibilität er-
möglicht. Die erhöhte Flexibilität führt dazu, dass die Abbildung von allen Aktivitäten, die
keine bestimmte Reihenfolge einhalten müssen im deklarativen Prozessmodell problem-
los dargestellt werden können.
Abbildung 9: Interleaved Parallel Routing
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
33
5.1.3 Granularität
Die Granularität eines Prozessmodells beschreibt den Detailgrad, den ein Prozessmodell
abbildet [GHV07]. Es gibt verschiedene Granularitätsstufen, von grobgranular bis feingra-
nular. Ein feingranulares Prozessmodell enthält einen hohen Detailgrad, ein grob granula-
res Prozessmodell verschafft eher einen Überblick über den Prozess [GHV07].
Deklarative Prozessmodelle können im Gegensatz zu imperativen Prozessmodellen jegli-
che Art von Granularitätsstufe abbilden. Auf Grund der Flexibilität der deklarativen Pro-
zessmodellierung ist hier z.B. die Abbildung verschiedener Eltern- und Subprozesse inner-
halb eines Prozessmodells möglich. Dadurch wird eine sehr feingranulare Abbildung des
Prozessmodells ermöglicht. Imperative Prozessmodelle können im Vergleich zu deklarati-
ven Prozessmodellen als grobgranular eingeordnet werden. Hier werden beispielsweise
verschiedene Hierarchieebenen separat und als eigenständiger Prozess behandelt.
Ein Beispiel hierfür ist in Abbildung 10 im oberen Teil auf der linken Seite zu sehen. Das
imperative Prozessmodell integriert den Subprozess 2.9.1 NR durchführen. Der Subpro-
zess 2.9.1 NR durchführen ist ebenfalls in der Abbildung in der rechten oberen Hälfte ab-
gebildet und besteht aus drei Aktivitäten. Der Subprozess wird im imperativen Prozess-
modell als aufklappbarerer Subprozess dargestellt, der sich eine Hierarchieebene tiefer
befindet als der Hauptprozess. Der Subprozess wird im Hauptprozess in einer Aktivität
verlinkt, jedoch nicht im Elternprozess mit abgebildet.
Ein Beispiel für die hohe Granularität eines deklarativen Prozessmodells ist in Abbildung
10 im unteren Teil zu sehen. Hier ist das zuvor beschriebene Prozessmodell inklusive des
Subprozesses im deklarativen Schema abgebildet. Die Granularität des deklarativen Pro-
zessmodells ist somit höher.
Im Vergleich des imperativen Prozessmodells samt dazugehörigem Subprozess mit dem
deklarativen Prozessmodell fällt auf, dass hier die Flexibilität der Abbildung des deklarati-
ven Modells großen Einfluss auf die Granularität hat. Fein granulare Prozessmodelle mit
einem hohen Detailgrad und vielen Hierarchieebenen können deklarativ besser abgebil-
det werden als imperativ. Die Integration von Subprozessen ist deklarativ auf Grund der
erhöhten Flexibilität meist problemlos möglich. Folglich können jegliche Ebenen des Pro-
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
34
zessmodells innerhalb eines Prozessmodells dargestellt werden. Die imperative Prozess-
modellierung verlangt hier eine Verwendung von Subprozessen. Die Subprozesse werden
als eigenständiger Unterprozess in das Prozessmodell integriert und bilden somit eine
eigene Hierarchieebene. Die Information des gesamten Prozesses wird nicht innerhalb
eines Prozessmodells dargestellt, sondern durch Unterprozesse eingebunden. Folglich ist
die Granularität des Hauptprozessmodells hier grob.
Abbildung 10: Granularität im deklarativen Prozessmodell
Subprozess 2.9.1 NR durchführen
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
35
5.1.4 Zusammenfassung
In diesem Abschnitt wurden glichkeiten der Migration imperativer Prozessmodelle in
das deklarative Schema anhand verschiedener Beispiele diskutiert und die Vorteile der
deklarativen Abbildung aufgezeigt
Zusammenfassend ermöglicht die deklarative Prozessmodellierung durch die Angabe der
Ausführungseinheiten einzelner Aktivitäten die Reduktion der Anzahl von Aktivitäten, da
diese nicht mehrmals abgebildet werden müssen.
Des Weiteren ist die Abbildung einer losen Reihenfolge von Aktivitäten, wie z.B. beim
Interleaved Parallel Routing auf Grund der benötigten Flexibilität deklarativ eindeutig
besser darstellbar und kann imperativ nicht korrekt abgebildet werden. Imperative Pro-
zessmodelle basieren auf strengen Verfahrensvorgaben und sind nicht dafür geeignet
Prozessmodelle mit hohen Flexibilitätsanforderungen abzubilden.
Zusätzlich zeichnen sich deklarative Prozessmodelle dadurch aus, das sie jegliche Art von
Granularität abbilden können. Imperative Prozessmodelle sind im Gegensatz dazu als
eher grobgranular einzuordnen.
Die deklarative Prozessmodellierung hat also im Vergleich zur imperativen Prozessmodel-
lierung den Vorteil, flexiblere Darstellung zu ermöglichen, Ausführungseinheiten für Akti-
vitäten anzugeben und Modelle jeglicher Granularität besser abzubilden.
5.2. Schwierigkeiten bei der Abbildung von Prozessen als deklaratives Pro-
zessmodell und mögliche Lösungswege
Nachdem bereits glichkeiten der Migration imperativer Prozessmodelle in die deklara-
tive Form aufgezeigt wurden, werden im Folgenden Prozessmodellaspekte diskutiert, bei
denen eine Migration nicht ohne weiteres möglich und mit Schwierigkeiten verbunden
ist. Es wird hierbei auch auf Auswirkungen der Schwierigkeiten auf das Prozessmodell
eingegangen. Des Weiteren werden die Grenzen bei der korrekten und vollständigen Um-
setzung der deklarativen Prozessmodelle aufgezeigt.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
36
Diese Grenzen sind unter anderem auf den bereits erläuterten grundlegend unterschied-
lichen Ansatz der beiden Abbildungsvarianten sowie die damit verbundenen begrenzten
Darstellungsmöglichkeiten der beiden Modellierungsparadigmen zurückzuführen. Um
dennoch eine korrekte Übertragung der imperativen Prozessmodelle in das deklarative
Schema zu gewährleisten, werden hier mögliche sungswege aufgezeigt. Sie basieren
auf den durch die Sprache Declare zur Verfügung stehenden Mitteln und werden auch
damit realisiert. Die einzelnen Ergebnisse werden wie im vorherigen Abschnitt anhand
von Beispielen aus Prozessmodellen erläutert.
5.2.1 Sequenzflüsse
Ein Sequenzfluss beschreibt eine Abfolge von Aktivitäten, die innerhalb eines Prozessmo-
dells in einer bestimmten Reihenfolge ablaufen.
Grundsätzlich lassen sich Aktivitäten in der deklarativen Prozessmodellierung genauso gut
abbilden wie in einem imperativen Prozessmodell. In beiden Prozessmodellierungspara-
digmen werden diese als beschriftetes Kästchen dargestellt und nnen somit vom Nut-
zer ohne Probleme interpretiert werden. In der deklarativen Prozessmodellierung ist die
Ausführung jeder Aktivität zu jeder Zeit möglich, so lange keine Einschränkungen gegeben
sind. Constraints stellen die Einschränkungen, wie z.B. Beziehungen zwischen Aktivitäten,
dar und werden nach der Art der Einschränkung und deren Funktion unterschieden (siehe
Kapitel 2.3). Soll ein bestimmter Verlauf eines Prozesses dargestellt werden, muss dieser
durch das Hinzufügen von Constraints realisiert werden. Constraints stellen allerdings
keinen Richtungsverlauf des Prozessmodells in Form von Pfeilen dar, sondern geben die
Beziehungen der Aktivitäten untereinander an. In der imperativen Prozessmodellierung
wird der Sequenzfluss in Form von Pfaden dargestellt, die den Verlauf des Prozesses
durch Richtungspfeile abbilden.
Ein Beispiel für die Verwendung von Pfaden im imperativen Prozessmodell ist in Abbil-
dung 11 zu sehen. Es ist erkennbar, dass durch die Pfade der Verlauf des Prozesses gra-
fisch veranschaulicht wird. Der Prozessausschnitt beginnt mit der Aktivität 6.5 Anmeldung
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
37
zu Lehrveranstaltungen. Anschließend kann die Aktivität zur Vorleistung anmelden folgen
oder es wird sofort die Aktivität vorläufig zur Prüfung anmelden ausgeführt.
Das migrierte deklarative Prozessmodell ist in Abbildung 11 auf der rechten Seite zu se-
hen. Hier stellen Constraints nicht wie im imperativen Prozessmodell der Verlauf des Pro-
zesses bildlich dar, sondern geben die Beziehungen bzw. Einschränkungen der Aktivitäten
untereinander an.
Abbildung 11: Abbildung von Sequenzflüssen
r den Betrachter ist die deklarative Darstellung des Prozessmodells auf Grund der Ver-
wendung von Constraints weniger gut verständlich. Ein eindeutiger Prozessablauf ist
meist nicht erkennbar. Mit ansteigendem Umfang der Sequenzflüsse des Prozessmodells
steigt auch die Komplexität der Constraints an. Im imperativen Prozessmodell hingegen
kann der Nutzer dem Verlauf des Prozesses anhand der Pfade folgen, der hier bildlich,
ähnlich einer Landkarte, dargestellt wird.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
38
5.2.2 Kontextinformationen
Im Folgenden wird auf Kontextinformationen in Form von Rollenzuweisungen durch Pools
und Lanes, sowie Artefakte und Kommunikationsereignisse eingegangen. Es ist eine Un-
terscheidung zwischen einem fachlichen und einem technischen Prozess notwendig, um
einen Lösungsweg zur korrekten Abbildung des Prozessmodells zu gewährleisten. In ei-
nem technischen Prozess kann die Prozessmodellierungssprache Declare den Inhalt nicht
vollumfänglich darstellen. Meist ist hier die Integration z.B. von Kontextinformationen,
wie Rollen, Artefakte und Kommunikationsereignisse nur durch die Erweiterung der Spra-
che möglich. Diese Erweiterung der Sprache ist jedoch nicht Thema dieser Arbeit. Deshalb
werden die Prozessmodelle bei den folgenden Lösungswegen als fachliche Prozesse be-
trachtet. Um die korrekte Abbildung der Kontextinformation bei Rollenzuweisungen, Ar-
tefakten und Kommunikationsereignisse zu gewährleisten, wird hier auf sog. Worka-
rounds zurück gegriffen. Sie ermöglichen die Integration der Kontextinformation ohne
Erweiterung der Prozessmodellierungssprache und bieten einen Lösungsweg mit den be-
reits vorhandenen Möglichkeiten von Declare. Die Workarounds werden in den folgenden
Abschnitten für die Verwendung von Rollenzuweisungen, Artefakten und Kommunikati-
onsereignissen in deklarativen Prozessmodellen beschrieben.
Rollen
Im Gegensatz zur imperativen Prozessmodellierung sind in der deklarativen Prozess-
modellierung keine Rollenzuweisungen durch Pools und Lanes vorgesehen. Die Zuwei-
sung von Rollen ist jedoch von großer Bedeutung für das Verständnis eines Prozesses,
da sie angeben wer welche Aktivität ausführt. Sie gewährleisten einen eindeutigen
Ablauf des Prozesses und geben dem Nutzer wichtige Kontextinformationen.
Um die korrekte Migration des Prozessmodells in das deklarative Schema und somit
auch die Ausführung der Aktivitäten durch die richtige Person oder Organisationsein-
heit zu gewährleisten, ist es notwendig, die deklarativ abgebildeten Aktivitäten durch
ihre Rollenbezeichnungen zu ergänzen. Die einzelnen Aktivitäten werden bei der Mig-
ration nicht nur mit ihrer ursprünglichen Bezeichnung übernommen, sondern durch
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
39
die Beschriftung der Aktivität der ausführenden Instanz ergänzt. Zur Vereinheitlichung
der für diese Arbeit migrierten Prozessmodelle wird nach der Übernahme der Be-
schriftung der Aktivitäten die Bezeichnung der Lane nach einem Spiegelstrich und die
Bezeichnung des Pools in Klammern hinzugefügt.
Ein Beispiel hierfür ist in Abbildung 12 dargestellt: auf der linken Seite ist die im impe-
rativen Prozessmodell abgebildete Aktivität Lehrendendaten aktualisieren, die sich in
der Lane Abt .III-1 Personalservice im Pool Universität Ulm befindet, zu sehen. Bei der
Übertragung in das deklarative Prozessmodell wird die Beschriftung in Lehrendenda-
ten aktualisieren - Abt. III-1 Personalservice (Universität Ulm) umbenannt.
Abbildung 12: Integration von Rollen im deklarativen Prozessmodell
Durch diesen Workaround wird die korrekte Migration des Prozessmodells in das dek-
larative Schema und somit auch die Ausführung der Aktivitäten durch die richtige Per-
son oder Organisationseinheit gewährleistet. Betrachtet man den Prozess in techni-
schem Sinn, kann die Integration der Rollen nicht mit einer Ergänzung der Aktivitäten
gelöst werden und verlangt nach einer Erweiterung der Sprache.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
40
Artefakte
Artefakte, wie z.B. die Zuweisung eines IT-Systems zu einer Aktivität, werden in den
vorliegenden deklarativen Prozessmodellen häufig verwendet. Sie dienen ähnlich wie
die Rollenzuweisungen dazu, Kontextinformationen für den Nutzer bereit zu stellen.
Artefakte spezifizieren, mit Hilfe welches Systems (z.B. CMS, uni-assist, Hochschul-
start, SVA) eine Aktivität ausgeführt wird bzw. geben die Beteiligung des Systems an
der Aktivität an.
In der deklarativen Abbildung steht jedoch keine Möglichkeit der Zuweisung von Arte-
fakten zur Verfügung. Auch hier muss wie bei der Integration der Rollen zwischen dem
technischen und dem fachlichen Prozess unterschieden werden.
Wird der Prozess aus der fachlichen Sicht betrachtet, wird auch hier auf einen sog.
Workaround zurück gegriffen: Die Bezeichnung der Aktivität wird um das jeweilige Ar-
tefakt ergänzt und dieses schriftlich hinzugefügt.
Ein Beispiel dazu ist in Abbildung 13 zu sehen: Die im imperativen Prozessmodell ab-
gebildete Aktivität Bewilligungsbescheid erstellen auf der linken Seite der Abbildung
wird um das angehängte IT-System ergänzt. Folglich wird die Aktivität nach Ergänzung
der Artefakte und Rollen in Bewilligungsbescheid im CMS erstellen - Abt. I-2 Recht und
Organisation (Uni Ulm) umbenannt.
Abbildung 13: Integration von Artefakten im deklarativen Prozessmodell
Ohne diesen Workaround, der eine Lösung mit den durch die Prozessmodellierungs-
sprache Declare zur Verfügung stehenden Mitteln darstellt, müsste die Sprache ent-
sprechend erweitert werden. Somit ist auch in diesem Fall, analog zur Ergänzung der
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
41
Rollenzuweisungen, eine Integration der Artefakte notwendig. Sie ist Voraussetzung,
um eine korrekte Ausführung des Prozesses zu gewährleisten und dem Nutzer die nö-
tigen Hintergrundinformationen zur Verfügung zu stellen.
Kommunikationsereignisse
Eine weitere Schwierigkeit bei der Migration der Prozessmodelle stellt die Abbildung
von Kommunikationsereignissen dar. Diese werden imperativ durch eintretende oder
auslösende Zwischenereignisse in Form eines Nachrichtensymbols dargestellt. Kom-
munikationsereignisse repräsentieren die Übermittlung bzw. den Empfang einer
Nachricht. Ähnlich wie bei der bereits erwähnten Integration von Rollen und Artefak-
ten sind Kommunikationsereignisse jedoch nicht in der deklarativen Prozessmodell-
abbildung vorgesehen.
Auch in diesem Fall muss zwischen fachlichem und dem technischem Prozess unter-
schieden werden. Aus technischer Sicht ist eine Erweiterung der Prozessmodellie-
rungssprache Declare, um die Kommunikationsereignisse vollständig integrieren zu
können, notwendig. Die Lösung aus fachlicher Sicht erfolgt intuitiv in Form eines Wor-
karounds. Es muss zwischen einem Send- bzw. Receive-Nachrichtenereignis und ei-
nem Nachrichtenfluss unterschieden werden, der von einer Aktivität ausgeht. Handelt
es sich um ein Send- und Receive-Nachrichtenereignis, wird das Nachrichtenereignis
als eigenständige Aktivität in das deklarative Prozessmodell migriert. Hier ist es wich-
tig auf die korrekte Migration der Reihenfolge der einzelnen Aktivitäten zu achten
damit die Sequenzbeziehung erhalten bleibt. Geht der Nachrichtenfluss von einer Ak-
tivität aus, wird dieser ähnlich wie bei der Integration von Rollen und Artefakten in die
bestehende Aktivität integriert und textuell ergänzt.
Ein Beispiel für de Migration eines Send- und Receive-Nachrichtenereignisses ist in
Abbildung 14 zu sehen. Hier werden das auslösende und das eintretende Nachrich-
tenereignis Nominierung senden und Nominierung empfangen in die gleichnamigen
und im deklarativen Prozessmodell abgebildeten Aktivitäten migriert. Diese Aktivitä-
ten werden durch ein Chained-Succession-Constraint mit ihrer jeweiligen vorange-
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
42
henden bzw. nachfolgenden Aktivität verbunden. Somit sind diese beiden Aktivitäten
bezüglich der Ausführung und der Reihenfolge eindeutig bestimmt und die Sequenz-
beziehungen werden korrekt migriert.
Zur Vereinfachung der hier abgebildeten Prozessmodelle wird in dieser Arbeit auf die
Migration der Kommunikationsereignisse in die deklarativen Prozessmodelle verzich-
tet.
Abbildung 14: Integration von Nachrichtenereignisse im deklarativen Prozessmodell
5.2.3 Zeitliche Aspekte: Die Frist
Zu zeitlichen Aspekten zählen in der imperativen Prozessmodellierung z.B. die Gesamt-
dauer eines Prozesses, die Dauer einer Aktivität, der zeitliche Abstand zwischen zwei auf-
einander folgenden Aktivitäten oder die Frist. Die Frist beschreibt eine eingeschränkte
Dauer und gibt den Zeitpunkt für das Eintreten eines Ereignisses an [Lan08]. Dies kann der
frühestmögliche Zeitpunkt (Start), aber auch der spätestmögliche Zeitpunkt (Ende) sein,
zu dem eine Aktivität begonnen werden darf bzw. abgeschlossen sein muss [Lan08]. Ähn-
lich wie bei den bereits thematisierten Aspekten der Rollen und Artefakte, ist in der dek-
larative Modellierung keine Verwendung zeitlicher Aspekte möglich, weder als Symbole
noch in anderer Form.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
43
Allgemein stellt die Abbildung zeitlicher Aspekte an sich ein sehr umfangreiches und
komplexes Thema dar [LWR14] und würde deshalb den gesteckten Rahmen dieser Arbeit
überschreiten. Es wird daher nur in geringem Umfang auf mögliche Lösungen für die In-
tegration von zeitlichen Aspekten bei der deklarativen Prozessmodellabbildung eingegan-
gen. Eine häufig auftretende zeitliche Einschränkung, vor allem innerhalb der im Rahmen
dieser Arbeit betrachteten Prozessmodelle, ist der zeitliche Aspekt in Form von Fristen.
Auf sie wird im Folgenden auch das Hauptaugenmerk gelegt.
Im imperativen Prozessmodell führt eine Frist nach deren Ablauf zur Beendigung einer
Aktivität, an die sie angehängt ist. Meist folgt darauf eine weitere Aktivität, die an den
Ablauf der Frist geknüpft ist. Die Frist ist symbolisch durch eine Uhr dargestellt, die durch
einen schriftlichen Zusatz die zeitliche Begrenzung angibt (siehe Abbildung 15 oberer Teil)
Deklarativ kann eine Frist als zusätzlicher Weg dargestellt und somit in den Prozess integ-
riert werden. Sie kann jedoch nicht explizit in Form eines Symbols abgebildet werden.
Ein Beispiel für die Migration einer Frist von einem imperativen Prozess in einen deklara-
tiven ist in Abbildung 15 zu sehen. Hier bestehen nach der Ausführung der Aktivität In-
formationen überprüfen prinzipiell drei verschiedene Möglichkeiten: bei einhalten der
Frist die Ausführung der Aktivität zeugnisrelevante Informationen bearbeiten und bei
nicht Einhalten der Frist die Ausführung der Aktivität Information erneut versenden oder
der Aktivität Zeugnis, Urkunde und Diploma Supplement erstellen.
Bei der Migration des imperativen Prozessmodells in das deklarative Schema wird die
Frist, wie im unteren Teil von Abbildung 15 zu sehen, nicht explizit dargestellt. Die sym-
bolhafte Darstellung der Frist, wie in Form einer Uhr im imperativen Prozessmodell, ent-
fällt hier. Nach der Aktivität Informationen im CMS überprüfen folgt auch in diesem Pro-
zessmodell eine der drei bereits genannten Aktivitäten. Dies wird durch die in der Abbil-
dung im deklarativen Prozessmodell rot eingekreisten Constraints realisiert. Sie geben an,
dass eine der drei Aktivitäten folgen muss.
Diese Lösung stellt für den Betrachter zwar keine bildliche Frist z.B. in Form eines Symbols
dar, allerdings bleibt analog zum imperativen Prozessmodell die Semantik weitestgehend
erhalten.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
44
Abbildung 15: Integration zeitlicher Aspekte im deklarativen Prozessmodell: Die Frist
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
45
5.2.4 Start- und Endereignisse
Einer der größten Unterschiede zwischen der imperativen und der deklarativen Prozess-
modellierung ist die Verwendung von Start- und Endereignissen. Im Folgenden wird die
Verwendung von Start- und Endereignissen sowie deren Unterscheidung nach Art und
Funktion anhand von konkreten Beispielen veranschaulicht, dabei auftretende Schwierig-
keiten diskutiert und mögliche Lösungswege vorgeschlagen.
Verwendung von mehreren Start- oder Endereignissen
Imperative Prozessmodelle bilden Start- und Endereignisse in Form von Symbolen ab,
die mehrfach innerhalb eines Prozessmodells verwendet werden können. Beispielhaft
hierfür zeigt das imperative Prozessmodell im oberen Teil von Abbildung 14 die Ver-
wendung der vier verschiedenen Startereignisse Hat Beratungsbedarf durch den Stu-
dierenden, Doktoranden, Bewerber und Schüler. Jeder dieser Startpunkte kann den
Prozess anstoßen.
Die deklarative Prozessmodellierung sieht im Gegensatz zur imperativen Prozessmo-
dellierung keine Start- und Endereignisse in Form von Symbolen vor [HZSHRPW13]. In
der deklarativen Prozessmodellabbildung wird die Aktivität, die zuerst ausgeführt
werden soll, mit dem Zusatz Init gekennzeichnet. Die Aktivität, die zuletzt ausgeführt
werden soll erhält den Zusatz Last. Die Zusätze dürfen innerhalb eines Prozessmodells
jedoch nur einmal verwendet werden und ermöglichen somit keine Kennzeichnung
mehrerer Aktivitäten als Start- oder Endereignis. Ein deklarativer Prozess kann genau-
so wie ein imperativer mit einer oder mit mehreren Aktivitäten beginnen oder enden,
die jedoch nicht eindeutig gekennzeichnet werden können. Solange keine Aktivität
den Zusatz Init oder Last erhält oder durch Einschränkungen der eindeutige Pfad des
Prozesses bestimmt wird, kann der Prozess mit jeder beliebigen Aktivität beginnen
oder enden. Soll jedoch nur eine bestimmte Anzahl von Aktivitäten innerhalb eines
Prozessmodells als Start- (siehe Beispielmodell in Abbildung 16) oder Endpunkt fun-
gieren, stellt dies eine große Herausforderung für die deklarative Modellierung dar.
Die Notwendigkeit diese Aktivitäten durch Einschränkungen, wie Constraints, zu cha-
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
46
rakterisieren, führt schnell dazu, dass die einzelnen Pfadmöglichkeiten kaum mehr er-
kennbar sind. Das Prozessmodell wird für den Betrachter unübersichtlich und schlecht
lesbar.
Ein Beispiel r die Migration eines imperativen Prozessmodells mit mehreren Start-
oder Endpunkten in das deklarative Schema ist in Abbildung 16 zu sehen. Das impera-
tive Prozessmodell beginnt mit einem der vier Startpunkte Hat Beratungsbedarf mit
der Rolle Studierender, Bewerber, Doktorand oder Schüler. Jeder dieser Startpunkte
wird von der Aktivität Beratungsbedarf übermitteln (mit der entsprechenden Rolle)
gefolgt. Anschließend wird in allen Fällen die Aktivität Beratung planen und abstim-
men - Abt. II-4 Zentrale mit der Rollenzuweisung Studienberatung (Universität Ulm)
ausgeführt. Auch im deklarativen Prozessmodell, das im unteren Teil von Abbildung
16 zu sehen ist, beginnt der Prozess mit einer der Aktivitäten Beratungsbedarf über-
mitteln durch den Studierenden, Doktoranden, Bewerber und Schüler. Im Gegensatz
zum imperativen Prozessmodell sind hier die Aktivitäten, die den Prozess anstoßen
können, nicht gekennzeichnet und können daher vom Betrachter nicht eindeutig iden-
tifiziert werden. Es ist jedoch deutlich zu erkennen, dass dieser bedingt durch die gro-
ße Anzahl von notwendigen Constraints weniger übersichtlich ist.
Der in Abbildung 16 dargestellte Ausschnitt eines Prozessmodells bildet verschiedene
Varianten des Prozessmodells ab. Im Rahmen der imperativen Abbildung von Prozess-
varianten wurde festgestellt, dass die Abbildung mit hohem Anpassungs- und War-
tungsaufwand verbunden ist [Hal09]. Da im imperativen Beispielmodell nur eine ge-
ringe Anzahl an Prozessvarianten abgebildet ist, kann das Prozessmodell übersichtlich
dargestellt werden. Die Modellierung dieser Prozessvarianten stellt im deklarativen
Prozessmodell dagegen eine große Herausforderung dar. Bei dem Beispielprozessmo-
dell in Abbildung 16 ist kaum Flexibilität gefragt, sondern die Ausführung des Pro-
zessmodells nach einer begrenzen Anzahl genau festgelegter Pfade vorgegeben. Bei
Modellen, die eine noch größere Anzahl von verschiedenen Startereignissen enthal-
ten, kann es sinnvoll sein, diese in verschiedene Einzelmodelle oder Subprozesse auf-
zuspalten, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen.
5
. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
Abbildung
. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
47
Abbildung
16: verschiedene Startpunkte im deklarativen Prozessmodell
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
48
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Kennzeichnung mehrerer Start-
oder Endereignisse innerhalb eines deklarativen Prozessmodells nicht möglich ist. Dies
führt zu einer schlechteren Lesbarkeit für den Betrachter.
Unterschiedliche Arten von Start- und Endereignissen
Die imperative Prozessmodellabbildung ermöglicht nicht nur die eindeutige Deklarierung
von Start- und Endereignissen, sondern ebenfalls deren Unterscheidung nach Art und
Funktion. Beispielsweise können Fehler-, Abbruch- oder "normale" Endereignisse und
Nachrichten-, Eskalations- oder Fehlerstartereignisse durch ein spezifisches Symbol ab-
gebildet werden (siehe Kapitel 2.2). In der deklarativen Prozessmodellabbildung ist im
Gegensatz dazu keine bildliche Darstellung in Form von Symbolen oder die Unterschei-
dung von Start- und Endereignissen nach Art oder Funktion möglich. Somit ist es für den
Betrachter nicht ersichtlich, aus welchem Grund ein Prozess beendet oder begonnen
wird.
Ein Beispiel für ein Prozessmodell mit mehreren Start- bzw. Endereignissen, die nach ih-
rer Art und Funktion unterschieden werden, ist in Abbildung 17 zu sehen. Hier wird im
imperativen Prozessmodell im oberen Teil einerseits das "normale" Endereignis STG-
Wechsel erfolgt und andererseits das Fehlerendereignis STG-Wechsel nicht erfolgt ver-
wendet.
Bei der Migration des Prozessmodells in ein deklaratives Schema wird auf die Verwen-
dung spezifischer Endereignisse verzichtet. Wie in Abbildung 17 im unteren Teil zu sehen,
werden lediglich die Aktivitäten übernommen. Die Aktivitäten werden so lange anhand
der Bedingungen ausgeführt, bis der Prozess beendet ist und sich keine Aktivität mehr im
Zustand waiting oder running befindet. Die korrekte Abbildung des Prozesses bleibt also
in jedem Fall gewährleistet, da dieses äquivalent zu seinem Vorlagemodell in imperativer
Form, auch bei der Migration in das deklarative Schema entweder mit der Aktivität Stu-
diengangswechsel im CMS - Abt. II.2 Studiensekretariat (Uni Ulm) durchführen oder An-
nahme löschen (nicht zulassungsfreie Studiengänge) - Abt. II.2 Studiensekretariat (Uni
Ulm) beendet wird. Falls nötig, kann somit überprüft werden, durch welche Aktivität der
Prozess beendet oder begonnen wurde, um zu entscheiden ob eine Kompensation not-
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispiel
wendig ist. Jedoch ist es
für den Nutzer
prünglichen Prozess nach dieser Aktivität ein "normales" Ende oder ein Abbruch stattfi
det.
Abbildung 17
: Art der Endereignisse wird im deklarativen
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispiel
49
für den Nutzer
des Prozessmodells
nicht ersichtlich,
prünglichen Prozess nach dieser Aktivität ein "normales" Ende oder ein Abbruch stattfi
: Art der Endereignisse wird im deklarativen
Prozessmodell
nicht erfasst
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispiel
en
nicht ersichtlich,
ob im urs-
prünglichen Prozess nach dieser Aktivität ein "normales" Ende oder ein Abbruch stattfi
n-
nicht erfasst
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
50
Da die Art des Startes oder Endes in vielen Fällen nicht von vorrangiger Bedeutung ist,
kann häufig auf die Abbildung und Unterscheidung des einzelnen Anfangs- bzw. End-
ereignisses verzichtet werden. Bei der deklarativen Modellierung ist es nur wichtig, dass
der Anfang oder das Ende des Prozesses durch die richtige Aktivität gewährleistet wer-
den kann.
Eine Ausnahme bilden Endereignisse in einem Prozess, die eine Kompensation durch ei-
nen Subprozess erfordern. Kompensationsendereignisse dienen der Fehlerbehandlung
nach einem Abbruch in einem imperativen Prozessmodell. Dieses Kompensationsend-
ereignis und die Fehlerbehandlung durch einen Subprozess gehen bei der Migration in
das deklarative Schema verloren. Es ist daher notwendig, dass die Aktivität, die den Pro-
zess beendet, explizit abgegriffen wird. Weiterhin ist es sinnvoll, diese Aktivität entspre-
chend zu kennzeichnen. Damit wird gewährleistet, dass das Kompensationsendereignis
korrekt ausgeführt und der Fehler entsprechend durch den Subprozess behandelt wird.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Unterscheidung der Start- und
Endereignisse nach ihrer Art in der deklarativen Prozessmodellabbildung nicht möglich
ist.
Startpunkte ohne folgende Aktivitäten
Existieren in einem imperativen Prozessmodell zwei oder mehr verschiedene Startpunk-
te, die durch ein Gateway synchronisiert werden, wobei zwischen dem Startereignis und
dem Gateway keine Aktivität vorkommt, so werden diese im deklarativen Schema nicht
abgebildet. Der Grund hierfür ist, dass wie zuvor beschrieben, im deklarativen Schema
keine expliziten Start- oder Endereignisse für die Modellierung vorgesehen sind. Hier
muss unterschieden werden, ob es sich um eine technische oder fachliche Betrachtung
des Prozesses handelt. Im technisch betrachteten Prozessmodell sind die explizit darges-
tellten Startereignisse irrelevant. Betrachtet man das Prozessmodell hingegen von der
fachlichen Seite, ist deren Unterscheidung relevant.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
Abbildung 18
: Startpunkte ohne
Für einem solchen Fall
gibt es zwei Möglichkeiten, die im folgenden beschrieben werden:
Ein Beispiel für ein s
olches Szenario,
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
51
: Startpunkte ohne
nachfolgende Aktivitäten im deklarativen
Prozessmodell
gibt es zwei Möglichkeiten, die im folgenden beschrieben werden:
olches Szenario,
ist auf Abbildung 18
im oberen Teil
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
Prozessmodell
gibt es zwei Möglichkeiten, die im folgenden beschrieben werden:
im oberen Teil
im imperativen
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
52
Prozessmodell dargestellt: Die beiden parallelen Startpunkte Prozess 12.1.1 Datenimport
und Alumnus möchte Daten ändern, welche die möglichen Ausgangsbedingungen dar-
stellen, werden ohne vorherige Aktivität durch ein datenbasiertes exklusives Gateway
zusammengeführt.
Die erste Möglichkeit, um einen solchen Fall im deklarativen Schema abzubilden ist im
linken Teil von Abbildung 18 unten unter Variante 1 zu sehen. Hier wurden die beiden
Startereignisse nicht explizit in das deklarative Prozessmodell übertragen. Der Prozess
wird dennoch korrekt abgebildet und beginnt wie der imperative Prozess entweder mit
der Aktivität Auswahl aller Mitglieder, bei denen die E-Mail-Adresse oder Postanschrift
nicht stimmt oder mit der Aktivität meldet sich über Webportal an. Es ist jedoch nicht er-
sichtlich, dass die Aktivität meldet sich über Webportal an durch zwei verschiedene
Startereignisse ausgelöst werden kann.
Die explizite Abbildung der beiden Startereignisse im deklarativen Prozessmodell wird in
Variante 2 im rechten Teil von Abbildung 18 unten abgebildet. Die beiden Startereignisse
können als zwei zusätzliche Aktivitäten ohne Funktion modelliert werden. In diesem Fall
beginnt der Prozess mit einer der drei Aktivitäten Auswahl aller Mitglieder aus dem CMS,
bei denen die E-Mail-Adresse Alumni Geschäftsstelle (Uni Ulm) oder Postanschrift nicht
stimmt, möchte Daten ändern - Alumnus (extern) oder Datenimport durch Prozesse
12.1.1 - Alumnus (extern). Auch hier wird das Prozessmodell deklarativ korrekt abgebil-
det, mit dem Unterschied, dass die zwei Startpunkte als Aktivitäten integriert wurden.
Zusammenfassend ist es je nach Bedeutung der Startereignisse möglich, diese als Aktivi-
täten einzufügen und somit für den Betrachter deklarativ explizit darzustellen. Beginnt
man jedoch wie üblich mit den darauffolgenden Aktivitäten des Prozesses, wird dieser
ebenfalls korrekt abgebildet. Hier kann der Modellierer abwägen, welche Variante den
Prozess korrekt wieder gibt und ob die Kontextinformation relevant ist.
Abbruch als zusätzliche Aktivität
Wie aus den bereits beschrieben Schwierigkeiten bezogen auf die Abbildung von Start-
und Endereignissen im deklarativen Schema hervorgeht, ist eine eindeutige Lösung hier
nicht immer glich. Um jedoch die fehlerfreie Abbildung der Prozesse zu gewährleis-
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
53
ten, ist in der deklarativen Modellabbildung in einzelnen Fällen das Einfügen einer Aktivi-
tät zur expliziten Abbildung eines Endereignisses notwendig. Hier handelt es sich um
Endereignisse, die sich innerhalb eines Pfades des Prozessmodells befinden und frühzei-
tig zu einem Abbruch des Prozesses führen. Hier muss je nach Fall unterschieden wer-
den, ob eine zusätzliche Aktivität zur korrekten Abbildung des Prozesses notwendig ist
oder nicht.
Ein Beispiel hierfür ist in Abbildung 19 zu sehen. Nach dem Gateway mit der Bezeichnung
Kann nachrücken? folgen die zwei Abbruch-Endereignisse vorläufig abgelehnt und abge-
lehnt. Da sich zwischen dem Gateway und den Endereignissen keine Aktivitäten befin-
den, wird die Unterscheidung der beiden Endereignisse nicht in das deklarative Schema
übernommen.
Hier gibt es zwei Lösungsmöglichkeiten, die im Folgenden erläutert werden:
Im ersten Fall werden die bestehenden Aktivitäten aus dem imperativen Schema in das
deklarative übernommen und die Abbruch-Ereignisse nicht explizit abgebildet. Diese Va-
riante der Migration ist auf Abbildung 19 unten links unter Variante 1 zu sehen. Der Pro-
zess endet entweder nach der Aktivität Brief mit Ergebnis erstellen und versenden oder
es folgt die Aktivität Bankdaten und Einwilligungen bzügl. Informationen an Förderer
formlos zusammenfassen und übermitteln. Das Modell kann deklarativ korrekt ausge-
führt werden und wird ebenfalls an den Stellen beendet, wo sich imperativ die Abbruch-
ereignisse befinden. Allerdings ist im deklarativen Prozessmodell für den Betrachter we-
der erkennbar, dass es sich um ein Abbruchereignis handelt, noch um welche Art von
Abbruch.
Der andere Fall, der im unteren Teil von Abbildung 19 auf der rechten Seite unter Varian-
te 2 dargestellt ist, sieht die Integration der Abbruch-Endereignisse in Form von zusätzli-
chen Aktivitäten vor. Hier endet das Modell entweder mit den Aktivitäten vorläufig abge-
lehnt - Studierender (Uni Ulm), abgelehnt - Studierender (Uni Ulm), oder fährt mit der Ak-
tivität Bankdaten und Einwilligungen bezügl. Informationen an rderer formlos zusam-
menfassen und übermitteln fort. Hier wurden die Abbruch-Endereignisse vom imperati-
ven Prozess als Aktivitäten in das deklarative Schema übernommen. Es ist deutlich zu er-
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
kennen, dass bei zunehmender Komplexität des Prozesses, die Übersichtlichkeit a
nimmt und selbst bei einfachen Sachverhalten schnell ansteigt.
Abbildung 19
: Endpunkte ohne
Ist die Unterscheidung
der Endpunkte für den Prozess von Bedeutung,
durch Hinzufügen von
Aktivitäten
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
54
kennen, dass bei zunehmender Komplexität des Prozesses, die Übersichtlichkeit a
nimmt und selbst bei einfachen Sachverhalten schnell ansteigt.
: Endpunkte ohne
voran gehende Aktivitäten im deklarativen
Prozessmodell
der Endpunkte für den Prozess von Bedeutung,
Aktivitäten
berücksichtigt und in das deklarative Modell integriert
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
kennen, dass bei zunehmender Komplexität des Prozesses, die Übersichtlichkeit a
b-
Prozessmodell
der Endpunkte für den Prozess von Bedeutung,
können diese
berücksichtigt und in das deklarative Modell integriert
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Proze
werden.
Andernfalls endet der Prozess
hier kann der Modellierer abwägen, mit welcher Darstellung das Modell korrekt abgebi
det wird.
5.2.5 Gateways
datenbasiertes exklusives Gateway
Datenbasierte exklusive Gateways
sc
hen einer bestimmten Anzahl von möglichen Pfaden
basierter exklusiver
Gateways
da hier die Entscheidungsregel nicht übertragen werden kann.
Abbildung 20
stellt beispielh
deklarative Schema dar.
Im deklarativen Prozessmodell in
Seite folgt auf
die Aktivität
Ulm) entweder die Ak
tivität
oder
Antrag in ein höheres Fachsemester
nur eine der beiden
Aktivitäten
traint Not Co-Existence
sicher gestellt, welches in
zu sehen, dass durch die Aufspaltung der Pfeile eine modellgetreue und einfache Mode
lierung sowie
eine für den Betrachter bi
inte
rpretieren lässt und für den Nutzer verständlich abgebildet ist.
Abbildung 20
:
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Proze
ssbeispielen
55
Andernfalls endet der Prozess
mit der letzten auszuf
ührenden Aktivität. Auch
hier kann der Modellierer abwägen, mit welcher Darstellung das Modell korrekt abgebi
datenbasiertes exklusives Gateway
Datenbasierte exklusive Gateways
dienen dazu, eine "entweder-oder
-
hen einer bestimmten Anzahl von möglichen Pfaden
abzubilden. Die
Gateways
im deklarativen Schema ist mit
Einschrän
da hier die Entscheidungsregel nicht übertragen werden kann.
stellt beispielh
aft die Migration eines Gateways vom imperativen in das
Im deklarativen Prozessmodell in
Abbildung
die Aktivität
Antrag aus 3. FS oder her - Abt. II-
2 Studiensekretariat (Uni
tivität
Antrag in das 1. FS - Abt. II-
2 Studiensekretariat (Uni Ulm)
Antrag in ein höheres Fachsemester
- Abt. II-
2 Studiensekretariat (Uni Ulm)
Aktivitäten
ausgeführt werden darf, wird
deklarativ
sicher gestellt, welches in
Abbildung 20
rot eingerahmt ist.
zu sehen, dass durch die Aufspaltung der Pfeile eine modellgetreue und einfache Mode
eine für den Betrachter bi
ldhafte Darstellung gegeben ist, die sich leicht
rpretieren lässt und für den Nutzer verständlich abgebildet ist.
:
datenbasiertes exklusives Gateways
im deklarativen Prozessmodell
ssbeispielen
ührenden Aktivität. Auch
hier kann der Modellierer abwägen, mit welcher Darstellung das Modell korrekt abgebi
l-
-
Entscheidung" zwi-
abzubilden. Die
Abbildung daten-
Einschrän
kungen möglich,
aft die Migration eines Gateways vom imperativen in das
Abbildung
20 auf der rechten
2 Studiensekretariat (Uni
2 Studiensekretariat (Uni Ulm)
2 Studiensekretariat (Uni Ulm)
. Dass
deklarativ
durch das Cons-
rot eingerahmt ist.
Es ist
zu sehen, dass durch die Aufspaltung der Pfeile eine modellgetreue und einfache Mode
l-
ldhafte Darstellung gegeben ist, die sich leicht
im deklarativen Prozessmodell
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
56
Die Einschränkung der korrekten Migration datenbasierter exklusiver Gateways stellt je-
doch die Entscheidungsregel dar. Das datenbasierte exklusive Gateway des in Abbildung
20 auf der linken Seite imperativ dargestellten Prozessmodells beinhaltet die Entschei-
dungsregel 3. FS oder höher?, die mit ja oder nein beantwortet werden kann. Folglich
wird einer der beiden Pfade mit der Aktivität Antrag in das 1. FS - Abt. II-2 Studiensekre-
tariat (Uni Ulm) oder Antrag in ein höheres Fachsemester - Abt. II-2 Studiensekretariat
(Uni Ulm) ausgeführt. Diese Entscheidungsregel kann im deklarativen Prozessmodell
nicht wieder gegeben werden. Es wird zwar einer der beiden Pfade gewählt, allerdings
nicht basierend auf der explizit dargestellten Entscheidungsregel.
Paralleles Gateway
In der imperativen Prozessmodellierung kann ein paralleles Gateway verwendet werden,
um einen Pfad in mehrere parallel ablaufende Pfade zu untergliedern. Diese laufen zeit-
gleich ab und werden wiederum durch ein paralleles Gateway synchronisiert. Vorausset-
zung hierfür ist, dass alle Aktivitäten bei der Wiederzusammenführung der Pfade durch
das schließende Gateway ausgeführt worden sein müssen, bevor der Prozesspfad fortge-
setzt werden kann. Im Gegensatz zur imperativen Prozessmodellierung erlaubt die dekla-
rative Prozessmodellierung keine gleichzeitige Ausführung parallel ablaufender Aktivitä-
ten.
Im imperativen Prozessmodell in Abbildung 21 auf der linken Seite wird der Pfad nach
der Aktivität Bewilligungsbescheid erstellen in die beiden parallel ablaufenden Pfade mit
den Aktivitäten Bewilligungsbescheid an Student verschicken oder Bewilligungsbescheid
an Abt. IV-3 Kasse verschicken und Zahlung an Stipendiaten anweisen untergliedert. Die-
se Aktivitäten laufen gleichzeitig ab und werden anschließend wieder durch ein paralle-
les Gateway synchronisiert. In Abbildung 21 auf der rechten Seite ist die Übertragung des
Prozessausschnitts in ein deklaratives Schema zu sehen. Hier wird vom Prozess vorgege-
ben, dass die beiden Aktivitäten Bewilligungsbescheid an Abt. IV-3 Kasse verschicken -
Abt. I-2 Recht und Organisation (Uni Ulm) und Zahlung an Stipendiaten anweisen - Abt.
IV-3 Kasse (Uni Ulm) aufeinander folgen müssen. Der Ablauf der Aktivitäten, die auf die
Aktivität Bewilligungsbescheid erstellen - Abt. I-2 Recht und Organisation (Uni Ulm) ist
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
57
nicht weiter eingeschränkt, allerdings können diese im deklarativen Prozessmodell nicht
parallel, sondern ausschließlich nacheinander ausgeführt werden.
Da parallele Gateways in der deklarativen Prozessmodellabbildung nicht zeitgleich ablau-
fen dürfen, dies jedoch in manchen Fällen gefordert ist, wäre hier eine Erweiterung der
Prozessmodellierungssprache sinnvoll. Das in Abbildung 21 vorgestellte Prozessmodell-
beispiel stellt in der deklarativen Form eine nicht zufriedenstellende Lösung dar, da die
eigentlich parallel ablaufenden Aktivitäten hintereinander ausgeführt werden müssen.
Abbildung 21: paralleles Gateways im deklarativen Prozessmodell
Viele aufeinander folgende Gateways ohne Aktivitäten
Ähnlich wie bei Endereignissen ohne vorangehende Tasks nach einem Gateway, können
mehrere Gateways, die im imperativen Prozessmodell ohne dazwischenliegende Aktivi-
täten aufeinander folgen, im deklarativen Schema nicht explizit abgebildet werden. Bei
der Migration eines imperativen Prozessmodells mit vielen aufeinander folgenden Ver-
zweigungen, jedoch wenigen oder keinen Tasks, in das deklarative Schema, ist das Pro-
zessmodell zwar korrekt übertragbar, jedoch werden die Gateways nicht übernommen.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
58
Im Vordergrund steht hier die Fragestellung: Wann ist der Prozess zu Ende?, lässt jedoch
das Wie? außen vor. Wie bereits thematisiert, werden im deklarativen Prozessmodell
keine Entscheidungsregeln der Gateways abgebildet, wodurch ein großer Teil des Kon-
textes verloren geht.
In dem Fall des imperativen Prozessmodells in Abbildung 22 im oberen Teil folgen z.B.
auf die letzte Aktivität 3.2.1. Prüfung mehrere Gateways, die zu den verschiedenen End-
ereignissen Ende/Exma und Prüfung erfolgreich durchgeführt führen. Werden hier bei
der Migration ausschließlich die Aktivitäten übernommen und in das deklarative Schema
übertragen, befinden sich nach der Aktivität 3.2.1. Prüfung - Prüfer (Uni Ulm) keine Ver-
zweigungen oder Endereignisse, sondern bei erfolgreicher Ausführung endet der Prozess
mit dieser Aktivität. Es wird deutlich, dass hier z.B. die Entscheidungsregel Prüfung be-
standen? nicht übernommen wird. Der Prozess rde, wie in Abbildung 22 im unteren
Teil deklarativ dargestellt, beispielsweise mit der Aktivität 3.2.1. Prüfung - Prüfer (Uni
Ulm) enden, ohne das der Nutzer wüsste, ob die Prüfung bestanden oder ein Freiversuch
möglich ist. Folglich geht ein großer Teil der für das Prozessmodell notwendigen Kontext-
information verloren. Der Nutzer erfährt hier nicht wie und wieso das Prozessmodell be-
endet wird, sondern erhält nur die Information, durch welche Aktivität der Prozess be-
endet wird.
Um das Prozessmodell inhaltlich korrekt und r den Nutzer verständlich abbilden zu
können, muss der Modellierer abwägen, welche Verzweigungen und vor allem Entschei-
dungsregeln für das Modell notwendig sind und diese in Form von zusätzliche Aktivitäten
einfügen. Es ist jedoch anzumerken, dass das Hinzufügen von zusätzlichen Aktivitäten zur
Abbildung von Entscheidungsregeln lediglich durch den Bezug zum Kontext begründet
wird. Das Einfügen der Aktivitäten ist hier nicht für die korrekte Abbildung des Prozesses
notwendig.
Ohne das Hinzufügen zusätzlicher Aktivitäten, um eventuell für das Verständnis notwen-
dige Gateways abzubilden, bleibt das Modell übersichtlicher. Die Aktivitäten bleiben hier
auf ein Minimum beschränkt und lenken nicht durch zusätzlichen Aktivitäten vom
Hauptprozess ab
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
Abbildung 22: viele
aufeinander folgenden
.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
59
aufeinander folgenden
Gateways ohne
Aktivitäten im deklarativen Prozessmodell
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
Aktivitäten im deklarativen Prozessmodell
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
60
Schleifen, die durch Gateways erzeugt werden
In der imperativen Modellabbildung kommen häufig sog. Schleifen vor, die sich dadurch
auszeichnen, dass bestimmte Aktivitäten wiederkehrend hintereinander in einem Pro-
zessmodell ausgeführt werden können. Diese bilden einen Kreislauf in Form von Pfaden,
der bei Nichterfüllung der Bedingung immer wieder wiederholt wird.
Im imperativen Beispielprozessausschnitt auf Abbildung 23 im oberen Teil befinden sich
die Aktivitäten Studienplan anpassen und Änderung prüfen innerhalb einer solchen
Schleife. Nach Ausführung der beiden Aktivitäten, wird an dem darauffolgenden XOR-
Gateway abgefragt, ob die Änderungen ok waren, wenn dies nicht der Fall ist, werden
die beiden Tasks erneut ausgeführt. Ansonsten läuft der Prozess seinen vorgesehenen
Pfad weiter. Die Schleife wiederholt sich so lange, bis die Frage Änderung ok? am XOR-
Gateway mit Ja beantwortet wird und der Prozess fortgeführt werden kann.
Abbildung 23: Schleifen im deklarativen Prozessmodell
Deklarativ ist die Abbildung einer solchen einfachen Schleife gut zu realisieren. Die einzi-
ge Einschränkung ist auch hier, dass die Entscheidungsregel, die zum erneuten Ausführen
der Schleife führt, nicht abgebildet wird. Da die beiden Aktivitäten Studienplan anpassen
- Fakultät/ Studiengang (Uni Ulm) und Änderung prüfen - Abt. II-2 Studiensekretariat
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
61
(Universität Ulm) direkt aufeinander folgen, ist dies die einzige Einschränkung die im dek-
larativen Prozessmodell abgebildet wird.
Einschränkend ist zu sagen, dass jede Schleife im Kontext des Prozessmodells betrachte-
te werden muss, um eine genaue Aussage über die Komplexität der deklarativen Abbil-
dung treffen zu können. Handelt es sich beispielsweise um eine verschachtelte Schleife,
nimmt hier die Komplexität bei der Abbildung durch die verschiedenen Beziehungen der
Aktivitäten untereinander zu.
5.2.6 Subprozesse
Mit wachsender Größe eines Prozessmodells sinkt auch dessen Übersichtlichkeit. Die impe-
rative Prozessmodellierung erlaubt eine hierarchische Abbildung von Prozessmodellen, was
bei komplexen Prozessen die Übersichtlichkeit erhöht. Subprozesse können als eigenständi-
ge Prozessmodelle abgebildet und in den Elternprozess integriert werden. Für deklarative
Prozessmodelle schlagen Haisjackl und Zugal ebenfalls eine hierarchische Abbildung z.B. in
Form von Subprozessen vor (siehe Kapitel 3.4). Die Verwendung von Subprozessen ist bei
relativ umfangreichen und großen Modellen sinnvoll, da die Übersichtlichkeit erhöht und zur
Strukturierung des Prozesses beigetragen wird [HZSHRPW13, ZSHPRW12]. Dadurch ist das
Modell für den Nutzer verständlicher.
Im Rahmen der Migration der Prozessmodelle in die deklarative Form wurde auch die Ver-
wendung von Subprozessen in der deklarativen Modellabbildung untersucht. Diese ist je-
doch im Gegensatz zur imperativen Prozessmodellierung in den meisten deklarativen Pro-
zessmodellierungssprachen nicht möglich. Hier kann der Subprozess nicht, wie z.B. im impe-
rativen Prozessmodell direkt in die Aktivität als Unterprozess verankert werden.
Im Beispiel in Abbildung 24 auf der linken Seite befindet sich vor Beginn des Subprozesses
die Aktivität Antrag stellen und Unterlagen beilegen - Studierender (Uni Ulm) mit genau ei-
nem Constraint als Verbindung zum folgenden Subprozess. Dieser (Abbildung 24 auf der
rechten Seite) wird anschließend wie ein normaler Prozess ausgeführt, bis sich keine der
Aktivitäten mehr im Zustand running oder waiting befinden. Anschließend uft der Haupt-
prozess mit der Aktivität über Antrag entscheiden und im CMS vermerken (Beiträge, HZB) -
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
62
Abt. II-2 Studiensekretariat (Uni Ulm) weiter, bis auch hier alle Aktivitäten ausgeführt wur-
den.
Abbildung 24: Subprozesse im deklarativen Prozessmodell
Subprozesse können jedoch in der deklarativen Modellabbildung nur unter bestimmten Vor-
aussetzungen verwendet werden. Die Einschränkung zur Verwendung eines Subprozesses
ergibt sich daraus, dass der Subprozess genauso wie in der imperativen Prozessmodellierung
als abgeschlossener Prozess gesehen werden muss. Dieser Prozess wird eigenständig an ei-
ner bestimmten Stelle des Elternprozesses ausgeführt. Dies ist in Abbildung 24 auf der rech-
ten Seite dargestellt. Hier ist der Subprozess als eigenständiger Prozess dargestellt. Auf
Grund der fehlenden Abbildung zeitlicher Aspekte ergibt sich bei der Integration von Sub-
prozessen in der deklarativen Prozessmodellabbildung das Problem, dass nicht klar ist, wann
der Subprozess beendet ist und der Elternprozess weiter ausgeführt werden kann. Hier wäre
eine Erweiterung der Sprache sinnvoll, um eine korrekte Integration des Subprozesses zu
gewährleisten.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
63
5.2.7 Zusammenfassung
Zusammenfassend treten bei der Abbildung imperativer Prozessmodelle im deklarativen
Schema eine Reihe von Schwierigkeiten auf, die durch alternative Lösungsansätze kompen-
siert werden müssen.
Die deklarative Prozessmodellierung bietet keine Möglichkeit der Integration von Kontextin-
formationen, wie Rollen, Artefakte, Nachrichtenereignisse oder zeitliche Aspekte. Der voll-
ständige Verlust dieser Informationen führt dazu, dass der Kontext eines Prozessmodells
kaum dargestellt wird und für den Nutzer weniger verständlich ist.
Gateways mit Entscheidungsregeln, wie z.B. das datenbasierte exklusive Gateway können im
deklarativen Prozessmodell nicht korrekt abgebildet werden. Die Entscheidungsregel zur
Wahl des Pfades wird nicht berücksichtigt und fällt bei der Abbildung weg. Auch die Abbil-
dung paralleler Gateways können im deklarativen Prozessmodell nicht korrekt wieder gege-
ben werden, da eine zeitgleiche und somit parallele Ausführung von Aktivitäten in der dekla-
rative Prozessmodellierung nicht möglich ist.
Deklarative Prozessmodelle verwenden im Gegensatz zu imperativen Prozessmodellen keine
Start- oder Endereignisse, wodurch die Information über das Ende und den Anfang des Pro-
zessmodells für den Nutzer verloren geht. Des Weiteren können diese im deklarativen Pro-
zessmodell nicht nach ihrer Art und Funktion unterschieden.
Die Integration von Subprozessen ist in der deklarativen Prozessmodellierung ebenfalls nicht
standardmäßig möglich und erfordert eine Erweiterung der Sprache.
Die Möglichkeit, deklarativ die Ausführungseinheiten der einzelnen Aktivitäten anzugeben,
führt in einigen Fällen zu Abbildungsschwierigkeiten. Imperativ wird dies bei der Modellab-
bildung nicht verwendet, da sich hier die Ausführungsanzahl aus dem Ablauf des Prozesspfa-
des ergibt.
Die imperative Prozessmodellierung hat also im Vergleich zur deklarativen Prozessmodellie-
rung den Vorteil, Prozessmodelle verständlicher und vollständiger abzubilden. In vielen Fäl-
len der deklarativen Prozessmodellabbildung ist die Verwendung eines Workarounds oder
die Erweiterung der Sprache notwendig, um die Prozessmodelle korrekt, verständlich und
vollständig abbilden zu können.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
64
5.3 Ergebnisse und Vorgehensweise der Abbildung imperativer Prozessmodel-
le in das deklarative Schema anhand dreier Beispielprozesse
Im Folgenden wird an drei beispielhaft ausgewählten Prozessmodellen repräsentativ die
Migration von Prozessmodellen vom imperativen in das deklarative Schema erläutert und
dabei auf die genaue Vorgehensweise bei der Übertragung eingegangen. Es werden hier
einige der bereits beschriebenen Aspekte der deklarativen Prozessmodellierung aufgegriffen
und in den Kontext der Beispielprozessmodelle eingeordnet. Es folgt eine Art Leitfaden zur
Migration imperativer Prozessmodelle in das deklarative Schema, der in dieser Form für fast
jedes hier migrierte Modell angewendet werden konnte. Zu jedem Beispielprozessmodell
wird eine Empfehlung gegeben, welche Art der Prozessmodellierung für welches Prozess-
modell am besten geeignet ist.
5.3.1 Beispiel 1
In Abbildung 25 und 26 ist die Migration eines beispielhaft ausgewählten Prozessmodells
dargestellt, das vom imperativen in ein deklaratives Schema übertragen wird.
Bei der Migration des in Abbildung 25 imperativ abgebildeten Beispielprozessmodells in ein
deklaratives Schema, müssen als erstes alle bestehenden Aktivitäten inklusive des Textes in
das deklarative Modell übertragen werden. Das Beibehalten der imperativ bereits bestehen-
den Bezeichnungen erleichtert den Vergleich der Modelle, ist jedoch nicht zwingend not-
wendig. Anschließend werden hier die Aktivitäten textuell um die Bezeichnung ihrer Rollen
(Pools und Lanes) ergänzt. Es wird nach dem in Kapitel 5.2.2 bereits erläuterten Schema ver-
fahren.
Ein Beispiel hierfür ist die Aktivität Studienplan anpassen im imperativen Prozessmodell in
Abbildung 25, die sich in der Lane Fakultät/Studiengang und im Pool Uni Ulm befindet. Diese
wird analog zu allen anderen Aktivitäten um ihre Rolle basierend auf der Bezeichnung des
Pools und der Lane ergänzt und bei der Migration in Studienplan anpassen - Fakul-
tät/Studiengang (Uni Ulm) umbenannt. Da in diesem Prozessmodell keine Artefakte abgebil-
det sind, müssen diese nicht zusätzlich ergänzt werden.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
65
Durch die Ergänzung des Textes durch die Rollen wird, wie bereits beschrieben (siehe Kapitel
5.2.2) keine technisch äquivalente Abbildung erreicht. Da die deklarative Prozessmodellie-
rungssprache Declare keine Möglichkeit zur vollständige Abbildung ermöglicht. Auch hier
stellt die Ergänzung des Textes nur einen Workaround dar.
Bei der deklarativen Prozessmodellabbildung spielt die Angabe der möglichen Ausführungs-
einheiten eine große Rolle. Das bedeutet, wie bereits in Kapitel 5.1.2 beschrieben, dass bei
jeder einzelnen Aktivität, wie im deklarativen Prozessmodell in Abbildung 26 zu sehen, in
einem kleinen Kasten die Anzahl der glichen Ausführungseinheiten einer Aktivität inner-
halb einer Prozessinstanz angegeben werden muss. Die beiden Aktivitäten Studienplan an-
passen - Fakultät/Studiengang (Uni Ulm) und Änderung prüfen - Abt. II-2 Studiensekretariat
(Uni Ulm), die im deklarativen Prozessmodell in Abbildung 26 dargestellt sind, können
unendlich oft innerhalb einer Prozessinstanz wiederholt werden, da sie sich innerhalb einer
Schleife befinden. Deshalb wird bei diesen beiden Aktivitäten keine Anzahl der Ausfüh-
rungswahrscheinlichkeit angegeben. Die drei anderen Aktivitäten 1.3 Module verwalten -
Fakultät/Studiengang (Uni Ulm), Studiengangsbeschreibung, -ziele, -... , anpassen - Fakul-
tät/Studiengang (Uni Ulm) und DS aktualisieren - Abt. II-2 Studiensekretariat (Uni Ulm) dür-
fen maximal ein mal pro Instanz ausgeführt werden und werden deshalb mit dem Intervall
0...1 gekennzeichnet.
Als nächstes werden die Beziehungen der Aktivitäten in Abbildung 25 untereinander be-
trachtet. Diese sind imperativ als Pfade abgebildet und werden deklarativ durch Constraints
dargestellt. Betrachtet man die einzelnen Pfade, die sich aus dem inklusiven Gateway erge-
ben, wird deutlich, dass hier immer die Aktivitäten Studienplan anpassen und Änderung prü-
fen, sowie die beiden Aktivitäten Studiengangsbeschreibung, -ziele, -..., anpassen und DS
aktualisieren gemeinsam und direkt aufeinander folgend ausgeführt werden müssen. Um
diese Bedingung zu gewährleisten, werden diese Aktivitäten bei der Migration in ein deklara-
tives Schema jeweils mit dem Chained Succession Constraint verbunden (siehe Abbildung
26).
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
66
Abbildung 25: Beispiel 1, imperatives Prozessmodell
Abbildung 26: Beispiel 1, deklaratives Prozessmodell
Das inklusive Gateway am Anfang und am Ende des Prozessmodells stellt eine Oder-
Entscheidung dar. Es gibt hier einen oder mehrere mögliche Pfade, die ausgeführt werden
können. Da hier nur die bereits dargestellte Reihenfolge der Aktivitäten auf den einzelnen
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
67
Pfaden eingehalten werden muss, jedoch nicht spezifiziert wird, wie viele Pfade und in wel-
cher Reihenfolge diese ausgeführt werden ssen, ist hier eine hohe Flexibilität gefragt. In
dem deklarativen Prozessmodell in Abbildung 26 werden keinerlei weitere Einschränkungen
vorgenommen, da die Aktivitäten flexibel ablaufen können.
Der Ablauf des deklarativen Prozessmodells gibt zusammengefasst nur die folgende Ein-
schränkung vor: Die Aktivitäten Studienplan anpassen - Fakultät/Studiengang (Uni Ulm) und
Änderung prüfen - Abt. II-2 Studiensekretariat (Uni Ulm) müssen direkt nacheinander ausge-
führt werden. Das gleiche gilt ebenfalls für die beiden Aktivitäten Studiengangsbeschreibung,
-ziele, -..., anpassen - Fakultät/Studiengang (Uni Ulm) und DS aktualisieren - Abt. II-2 Stu-
diensekretariat (Uni Ulm). Alle anderen Ausführungszeitpunkte der Aktivitäten sind nicht
spezifiziert und ermöglichen dem Prozessmodell eine flexible Ausführung.
Bei diesem ersten Beispielmodell ist deutlich zu erkennen, dass auf Grund der geforderten
Flexibilität innerhalb des Prozessmodells die deklarative Abbildung besser geeignet ist. Dies
ist Zurückzuführen auf das im imperativen Prozessmodell verwendete inklusive Gateway.
Dieses verlangt die Ausführung eines Pfades oder mehrerer parallel ablaufender Pfade. Dek-
larativ kann diese Flexibilität der Ausführung der Pfade sehr einfach und übersichtlich dar-
gestellt werden.
5.3.2 Beispiel 2
Analog zu der Vorgehensweise im ersten Beispielprozessmodell wird auch hier das in Abbil-
dung 27 dargestellte imperative Prozessmodell schrittweise in ein deklaratives Schema mig-
riert. Zunächst werden wieder alle Aktivitäten samt der Beschriftung vom imperativen in das
deklarative Prozessmodell übertragen. Anschließend werden die Aktivitäten um die Rollen-
zuweisungen der Lanes Abt. II-4 Zentrale Studienberatung, Studierender, Doktorand, Bewer-
ber und Schüler sowie die hier verwendeten Pools Uni Ulm und Extern textuell ergänzt. Da
dieses Prozessmodell keine Artefakte enthält, müssen diese auch hier nicht zusätzlich hinzu-
gefügt werden. Weiterhin werden, wie im ersten Beispielmodell, die Ausführungshäufigkei-
ten zu jeder Aktivität hinzugefügt (siehe Abbildung 28). Hier gibt es genau eine Aktivität, die
genau ein mal in jeder Instanz vorkommen muss: Beratung planen und abstimmen - Abt. II-4
Zentrale Studienberatung (Uni Ulm). Die Aktivität an Beratung teilnehmen muss vier mal im
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
68
deklarativen Schema abgebildet werden, da er sich durch die jeweiligen Rollenzuweisungen
unterscheidet und somit nicht auf eine Aktivität reduziert werden kann, ohne entsprechend
an Information zu verlieren.
Dadurch, dass das Prozessmodell, wie in Abbildung 27 zu erkennen, nur mit einem der vier
verschiedenen Startereignisse Beratungsbedarf übermitteln - Studierender (Uni Ulm), Bera-
tungsbedarf übermitteln - Doktorand (Uni Ulm), Beratungsbedarf übermitteln - Bewerber
(Extern) und Beratungsbedarf übermitteln - Schüler (Extern) beginnen darf, muss im deklara-
tiven Prozessmodell in Abbildung 28 eine große Anzahl an Not-Co-Existence-Constraints
verwendet werden, um die Ausführung der jeweils anderen Aktivitäten auszuschließen. Die
Integration mehrerer Startereignisse wurde bereits in Kapitel 5.2.4 erläutert und wird auch
auf dieses Beispielprozessmodell übertragen. Die starke Einschränkung des Pfades wird
durch die Auswahl der Startaktivität bedingt. Es darf, abhängig vom Startpunkt nur ein be-
stimmter Folge- bzw. Endpunkt ausgeführt werden. Wird zum Beispiel der Startpunkt Bera-
tungsbedarf übermitteln - Studierender (Uni Ulm) gewählt, muss auch der dazugehörige
Endpunkt an Beratung teilnehmen - Studierender (Uni Ulm) ausgeführt werden.
Weiterhin werden im deklarativen Prozessmodell durch Constraints die Folgebeziehungen
und Einschränkungen der Aktivitäten untereinander dargestellt.
Auf die Migration der im imperativen Prozessmodell verwendeten Nachrichtenereignisse
wird hier zur Vereinfachung des Prozessmodells verzichtet
Das in Abbildung 27 vorgestellte Beispielmodell bildet verschiedene Varianten eines Pro-
zessmodells ab. Hier stellt sich die Frage, ob alle Aktivitäten, die hier verwendet werden,
tatsächlich notwendig sind. Es wäre sicherlich sinnvoll, bei der Abbildung im deklarativen
Schema über eine Reduktion der Aktivitäten nachzudenken. Beispielsweise könnten die ver-
schiedenen Startaktivitäten Beratungsbedarf übermitteln (Studierender, Doktorand, Bewer-
ber, Schüler) und an Beratung teilnehmen (Studierender, Doktorand, Bewerber, Schüler) je-
weils zu einer Aktivität zusammengefasst werden, ohne dabei die Rollen anzugeben. Diese
Vorgehensweise ist in Abbildung 29 zu sehen. Hier wurden die Rollen bei der Abbildung des
Prozesses vollständig weggelassen. Es ist zu sehen, dass der Prozess dadurch erheblich ver-
einfacht wird. Allerding ist ebenfalls anzumerken, dass hier wichtige Kontextinformationen,
z.B. beim Ausführen der Aktivität weitere (externer) Gesprächspartner hinzuziehen verloren
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
69
geht. Diese darf nur durch die Rolle Studierender ausgeführt werden. Zusammengefasst ist
bei der deklarativen Abbildung des Prozessmodells in Abbildung 29 zu sehen, dass dieses
durch das Zusammenfassen der Aktivitäten erheblich vereinfacht werden konnte. Hier wer-
den die verschiedenen Varianten des Prozessmodells in einem Prozess zusammengefasst.
Allerding gehen auch hier wichtige Kontextinformationen verloren.
Vergleicht man das in Abbildung 27 dargestellte imperative Prozessmodell mit dem in Abbil-
dung 28 abgebildeten deklarativen Prozessmodell, ist hier eine eindeutigere Tendenz im
Bezug auf die richtige Wahl der Abbildung für diesen Prozess zu erkennen. Insbesondere ist
deutlich erkennbar, dass das imperative Prozessmodell eine übersichtlichere Darstellung
bietet. Dies liegt daran, das sich die Ausführungsvarianten des Prozessmodells auf einige
wenige mögliche Pfade reduzieren und somit die deklarative Abbildung nur bedingt geeignet
ist. Es ist ein strenger Ablauf des Prozesses und keine Flexibilität verlangt. Je nach Wahl des
Startereignisses ist immer nur ein Prozess mit dem zur Rolle passenden Endereignis glich.
Die deklarative Prozessmodellierung ist eindeutig besser zur Abbildung von Prozessmodellen
geeignet, die eine höhere Flexibilität und keine strenge Vorgabe bei der Ausführung der Ak-
tivitäten erfordern.
Vergleicht man das in Abbildung 27 dargestellte imperative Prozessmodell mit dem in Abbil-
dung 29 dargestellten deklarativen Prozessmodell, ist zu erkennen, dass hier das deklarative
Prozessmodell durch die Reduktion auf einige wenige Aktivitäten, sowie die übersichtliche
Darstellung des Prozessmodells besser zur Abbildung geeignet ist. Hier werden mehrere Pro-
zessvarianten innerhalb eines Prozessmodells abgebildet. Es ist in diesem Fall vom Modellie-
rer abzuwägen, inwieweit der Verlust der Kontextinformation die Zusammenfassung der
Aktivitäten rechtfertigt.
Zusammenfassend wurde in dieser Arbeit bei der Umsetzung der Prozessmodelle jedoch
großen Wert auf die Integration der Rollen gelegt und auf eine einheitliche Umsetzung aller
Prozessmodelle geachtete. Um die Kontextinformation in Form von Rollenzuweisungen hier
zu erhalten wird die Umsetzung des deklarativen Prozessmodells in Abbildung 28 empfoh-
len.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozes
smodelle anhand von Prozessbeispielen
smodelle anhand von Prozessbeispielen
70
Abbildung 27: Beispiel 2, imperatives Prozessmodell
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
71
Abbildung 28: Beispiel 2, deklaratives Prozessmodell 1
Abbildung 29: Beispiel 2, deklaratives Prozessmodell 2
5.3.3 Beispiel 3
Auch bei diesem Prozessmodellbeispiel (siehe Abbildung 30) wird bei der Migration des im-
perativen Prozessmodells in das deklarative Schema nach dem bereits im ersten und zweiten
Beispiel beschriebenen Schema vorgegangen. Es werden zunächst die Aktivitäten vom impe-
rativen Prozessmodell in das deklarative übernommen. Diese werden textuell um ihre jewei-
lige Rollenzuweisung und die Artefakte, wie in diesem Fall das CMS und das Regisafe, er-
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
72
gänzt. Anschließend werden die eigentlichen Beziehungen der Aktivitäten untereinander in
Form von Constraints dargestellt.
Eine große Herausforderung bei der Migration des imperativen Prozessmodells in ein dekla-
ratives Schema stellt die Verwendung vieler datenbasierter exklusiver und paralleler Gate-
ways dar (siehe Abbildung 30). Der in der Abbildung blau eingekreiste Bereich beinhaltet ein
paralleles Gateway, das sich wiederum in zwei datenbasierte exklusive Gateways aufspaltet.
Das parallele Gateway führt dazu, dass auf jeden Fall beide nachfolgenden Pfade (in Abbil-
dung 30 grün und rot markiert) ausgeführt werden. Danach folgt jedoch auf jeden der bei-
den parallelen Pfade ein datenbasierte exklusive Gateways. Es darf hier jeweils nur einer der
Pfade ausgewählt werden. Nach der Aktivität Beglaubigungen und Anschreiben erstellen und
Durchschrift in Regisafe ssen dementsprechend zwei der vier verfügbaren Folgeaktivitä-
ten Dokumente zusenden lassen, Dokumente abholen, 3.5 Studiengang-wechsel und 3.3 Ex-
matrikulation ausgeführt werden. Allerdings dürfen die beiden Aktivitäten 3.5 Studiengang-
wechsel und 3.3 Exmatrikulation sowie Dokumente zusenden lassen und Dokumente abholen
jeweils nie gemeinsam innerhalb einer Prozessinstanz ausgeführt werden. Dies kann, wie in
Abbildung 31 zu sehen, deklarativ durch ein Exclusive-Choice-Constraint dargestellt werden.
Hier ist es möglich, dass beliebig viele Aktivitäten aus einer bestimmten Menge ausgewählt
und diese gemeinsam innerhalb einer Prozessinstanz ausgeführt werden. Das Not-Co-
Existence-Constraint verhindert, dass dabei zwei Aktivitäten innerhalb eines Prozessmodells
ausgeführt werden, die nicht gemeinsam ausgeführt werden dürfen.
Eine weitere Besonderheit an diesem Prozess ist, dass im imperativen Prozessmodell, wie in
Abbildung 30 zu sehen, eine Frist in Form einer symbolischen Uhr verwendet wird, welche
an die Aktivität Informationen überprüfen angehängt ist. Wie bereits in Kapitel 5.2.3 erläu-
tert wurde, ist die Abbildung zeitlicher Aspekte, wie in diesem Fall einer Frist, in der deklara-
tiven Prozessmodellabbildung nicht vorgesehen. Wie in Abbildung 31 des bereits in die dek-
larative Form migrierten Prozessmodells zu sehen ist, muss die Frist bzw. der Fristablauf als
Aktivität Abbruch durch Fristablauf - Studierender (Uni Ulm) hinzugefügt werden. Die Benen-
nung des Abbruchs wird äquivalent zur Benennung der Aktivitäten aus dem imperativen Pro-
zessmodell in das deklarative übernommen, um einen direkten Vergleich der beiden Model-
le zu gewährleisten. Somit ist die Frist bzw. der Abbruch des Modells durch deren Nichtein-
halten entsprechend in das deklarative Prozessmodell integriert.
5. Vergleich imperativer und deklarativer P
Vergleicht man das Ergebnis des deklarativen Prozessmodells mit dem imperativen, ist an
diesem Beispiel deutlich erkennbar, dass hier auf Grun
ten, die sich durch die diversen Gateways und Schleifen des Modells ergeben, die deklarative
Abbildung besser geeignet scheint, da die verschiedenen möglichen Pfade kompakter, übe
sichtlicher und unverschleierter abbilde
Abbildung
5. Vergleich imperativer und deklarativer P
rozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
73
Vergleicht man das Ergebnis des deklarativen Prozessmodells mit dem imperativen, ist an
diesem Beispiel deutlich erkennbar, dass hier auf Grun
d der Vielzahl von Ausführungsvaria
ten, die sich durch die diversen Gateways und Schleifen des Modells ergeben, die deklarative
Abbildung besser geeignet scheint, da die verschiedenen möglichen Pfade kompakter, übe
sichtlicher und unverschleierter abbilde
t.
Abbildung
30: Beispiel 3, imperatives Prosezzmodell
rozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
Vergleicht man das Ergebnis des deklarativen Prozessmodells mit dem imperativen, ist an
d der Vielzahl von Ausführungsvaria
n-
ten, die sich durch die diversen Gateways und Schleifen des Modells ergeben, die deklarative
Abbildung besser geeignet scheint, da die verschiedenen möglichen Pfade kompakter, übe
r-
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
Abbildung
5.3.4 Zusammenfassung
Zusammenfassend ist zu bemerken, dass bei der Migration de
tiven in das deklarative Schema immer nach dem gleichen
Zuerst werden die Aktivitäten inklusive ihrer Benennungen in das deklarative Prozessmodell
übernommen. Anschli
eßend werden diese soweit nötig
nen, wie Rollenzuweisungen und Artefakte in Form von textuellen Ernzungen der Aktivit
ten, erweitert.
Die textuelle Erweiterung der Aktivitäten ist jedoch nur als Workaround zu
betrachten.
Im deklarativen Prozessmodell werde
führungen
ergänzt und anschließend die Constraints hinzugefügt.
Dies ist lediglich eine Art Schema, das genutzt werden kann, um ein imperatives
dell in ein deklaratives
zu übertragen. Wie man an den drei Bei
konnte, existieren
oft Abweichungen und Besonderheiten bei den
individuell gehandhabt werden müssen.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
74
Abbildung
31: Beispiel 3, deklaratives Prozessmodell
Zusammenfassend ist zu bemerken, dass bei der Migration de
r Prozessmodelle vom imper
tiven in das deklarative Schema immer nach dem gleichen
Schema verfahren
Zuerst werden die Aktivitäten inklusive ihrer Benennungen in das deklarative Prozessmodell
eßend werden diese soweit nötig
d
urch weitere Kontextinformati
nen, wie Rollenzuweisungen und Artefakte in Form von textuellen Ergänzungen der Aktivit
Die textuelle Erweiterung der Aktivitäten ist jedoch nur als Workaround zu
Im deklarativen Prozessmodell werde
n alle Aktivitäten
um die Anzahl der Au
ernzt und anschließend die Constraints hinzugefügt.
Dies ist lediglich eine Art Schema, das genutzt werden kann, um ein imperatives
zu übertragen. Wie man an den drei Bei
spiel
prozess
oft Abweichungen und Besonderheiten bei den
Modellen
individuell gehandhabt werden müssen.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
r Prozessmodelle vom imper
a-
Schema verfahren
werden kann:
Zuerst werden die Aktivitäten inklusive ihrer Benennungen in das deklarative Prozessmodell
urch weitere Kontextinformati
o-
nen, wie Rollenzuweisungen und Artefakte in Form von textuellen Ernzungen der Aktivit
ä-
Die textuelle Erweiterung der Aktivitäten ist jedoch nur als Workaround zu
um die Anzahl der Au
s-
Prozessmo-
prozess
modellen sehen
Modellen
, die je nach Fall
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
75
Des Weiteren konnte festgestellt werden, dass bei der Migration der Prozessmodelle und
vor allem bei der Modellierung der deklarativen Prozesse nicht immer einheitlich vorgegan-
gen werden kann und hier oft der Modellierer entscheiden muss, ob eine Information rele-
vant ist oder nicht. Bei vielen Abbildungskonstruktionen muss eine variable Herangehens-
weise verwendet werden, da nicht in jedem Prozess z.B. ein Endereignis auf die gleiche Art
und Weise abgebildet werden kann. Dies resultiert daraus, dass immer die Korrekte Abbil-
dung des Prozesses im Vordergrund steht und sich die Art der Modellierung danach richtet.
Bei der Frage danach, welche Abbildungsart sich am besten für ein gegebenes Prozessmodell
bzw. einen Prozess eignet, ist ebenfalls nicht immer eine eindeutige Entscheidung möglich.
Zusammenfassend ist jedoch festzuhalten, dass bei Prozessen mit vielen verschiedenen Aus-
führungsvarianten und möglichen Pfaden die deklarative Abbildung besser geeignet ist. Die
imperative Modellabbildung ist, wie bereits zu Anfang dieser Arbeit diskutiert, für starre Pro-
zesse vorgesehen, die kaum Abweichungen und nur eine geringe Anzahl an Pfaden erlauben.
5.4. Bewertung
Überraschenderweise war die Umsetzung der imperativen Prozessmodelle in das deklarative
Schema in vielen Fällen relativ problemlos möglich. Die Größe der meisten imperativen Pro-
zessmodelle stellte jedoch eine Herausforderung bei der Umsetzung und der Integration der
Constraints dar. Mit Hilfe der Testfallanalyse der Test Driven Modelling Suite war jedoch eine
schrittweise Überprüfung auf die Richtigkeit und Ausführbarkeit der deklarativen Prozess-
modelle möglich.
Eine Erschwernis bei der Lösung der bei der Migration auftretenden Schwierigkeiten stellte
die Limitierung der zur Verfügung stehenden Konstrukte dar. In diesem Kapitel wurden Lö-
sungen anhand der bereits vorhandenen Abbildungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Da sich
diese jedoch weitestgehend auf die Abbildung von Aktivitäten und Constraints beschränkt,
besteht häufig nur die Möglichkeit, Änderungen in Form von schriftlichen Zusätzen zu reali-
sieren. Diese trifft beispielsweise auf Artefakte, zeitliche Ereignisse und auch Start bzw. End-
ereignisse zu.
5. Vergleich imperativer und deklarativer Prozessmodelle anhand von Prozessbeispielen
76
Insgesamt wäre es sicherlich sinnvoll, über eine Erweiterung der Modellierungselemente in
der deklarativen Modellierung nachzudenken. Diese würden die Lesbarkeit und auch die
Abbildbarkeit in vielerlei Hinsicht erleichtern. Zukünftig wäre Forschung bzw. Überlegungen
in diese Richtung sicherlich von großem Nutzen und würden die deklarative Abbildung posi-
tiv unterstützen und erleichtern.
Es fällt ebenfalls auf, dass bei vielen Fällen keine einheitliche Lösung des Problems möglich
ist, sondern diese je nach Problemstellung gewählt werden muss. Dies tritt zum Beispiel häu-
fig bei der Migration von Endereignissen vom imperativen in das deklarative Schema auf.
6. Kritische Betrachtung der umgesetzten Prozessmodelle
77
6. Kritische Betrachtung der umgesetzten Prozessmodelle
6.1 Diskussion
Dieses Kapitel diskutiert die in Kapitel 5 erarbeiteten glichkeiten und Schwierigkeiten der
Umsetzung von imperativen Prozessmodellen in ein deklaratives Schema und betrachtet die
Ergebnisse bezogen auf deren Verständlichkeit, Vollständigkeit, Korrektheit, Granularität
und deren Flexibilität. Dazu wird anhand dieser Aspekte ein Vergleich der imperativen und
deklarativen Prozessmodellabbildung erarbeitet.
6.1.1 Verständlichkeit
Ein wichtiger Aspekt der imperativen und deklarativen Prozessmodellabbildung ist die Ver-
ständlichkeit eines Prozessmodells. Hierunter versteht man, ob das Prozessmodell für den
Benutzer klar und unmissverständlich dargestellt ist [RW12].
Wie bereits zu Beginn des 5. Kapitels beschrieben, bietet die deklarative Prozessmodellab-
bildung im Gegensatz zur imperativen Prozessmodellabbildung bisher keine Möglichkeit,
Kontextinformationen, wie z.B. Artefakte, Kommunikationsereignisse oder Rollen in das Pro-
zessmodell zu integrieren und symbolhaft darzustellen [GV07]. Der Vorteil ist hierbei, dass
weniger verschiedene Abbildungssymbole, die auf Aktivitäten und deren Interaktion in Form
von Constraints beschränkt sind, verwendet werden. Es findet somit durch die Reduktion auf
das Wesentliche keine Überladung der Prozesse durch zu viele verschiedene Symbole statt
und der Nutzer wird nicht vom Hauptprozess abgelenkt. Ein Nachteil ist jedoch, dass dem
Betrachter durch das Fehlen der (symbolhaft abgebildeten) Kontextinformationen Informa-
tion zum Verständnis des Prozessmodells verloren geht. Dies kann zu Fehlern bei der Lesbar-
keit und Ineffizienz führen [VGHJZ13]. Folglich ist die Verständlichkeit eines Prozessmodells
in der imperativen Prozessmodellabbildung auf Grund fehlender Kontextinformation eher
gering.
Die imperative Prozessmodellabbildung hingegen kann zum Verständnis notwendige Kon-
textinformationen in Form von Symbolen darstellen und somit die Lesbarkeit erleichtern
[FLMRWWZ09]. Durch die Verwendung von Symbolen und der damit verbundenen Integra-
6. Kritische Betrachtung der umgesetzten Prozessmodelle
78
tion von Kontextinformationen ist die Verständlichkeit des Prozessmodells für den Nutzer
hoch. Es ist jedoch anzumerken, dass in der imperativen Prozessmodellabbildung eine große
Anzahl an verschiedenen Symbolen zur Verfügung steht, die sicherlich nicht alle Verwendung
finden. Somit wäre in der imperativen Prozessmodellabbildung eine Reduktion der zur Ver-
fügung stehenden Symbole auf eine tatsächlich notwendige Anzahl Symbole sinnvoll, um die
Verständlichkeit weiter zu erhöhen.
Die in der imperativen Prozessmodellierung verwendeten Symbole helfen dem Betrachter im
Vergleich zur deklarativen Modellierung die Prozesse leichter zu erfassen. Die Hintergrundin-
formation wird bildlich dargestellt, wodurch der Nutzer auch ohne das Lesen des Textes den
Ablauf des Modells erfassen kann. Die in der deklarativen Abbildung fehlenden Symbole
werden in dieser Arbeit durch einen Workaround kompensiert, indem beispielsweise die
Beschriftung der Aktivitäten durch zusätzlichen Text ergänzt werden. Eine Folge davon ist,
dass die Bezeichnung der Aktivitäten teilweise sehr lang wird und sich die Verständlichkeit
des Modells verschlechtert. Dies ist z.B. anhand des Beispiels in Abbildung 32 zu erkennen
ist. Hier wird die imperativ abgebildete Aktivität Bewilligungsbescheid erstellen durch Rollen
und Organisationseinheiten sowie dem angehängten Artefakt ergänzt und in Bewilligungsbe-
scheid im CMS erstellen - Abt. I-2 Recht und Organisation (Uni Ulm) benannt.
Abbildung 32: Beschriftung einer Aktivität im deklarativen Prozessmodell
Die imperative Prozessmodellabbildung stellt wichtige Informationen zum sequentiellen Ab-
lauf des Prozessmodells zur Verfügung, indem sie die Pfade bildlich darstellt - ähnlich einer
6. Kritische Betrachtung der umgesetzten Prozessmodelle
79
Landkarte. Die Richtung der Pfeile gibt den Pfadverlauf des Prozessmodells wieder. Deklara-
tive Prozessmodelle liefern die Information zum sequentiellen Ablauf weniger verständlich
als imperative Prozessmodelle. Die in der deklarativen Prozessmodellierung verwendeten
Constraints stellen nicht den Verlauf des Prozesspfades dar, sondern vielmehr die Beziehun-
gen der Aktivitäten untereinander [WZP11]. Diese sind für den Betrachter meist schwer ver-
ständlich und lassen den Nutzer meist keinen eindeutigen Ablauf des Prozesses erkennen
[WZP11].
Ein Beispiel hierfür ist in Abbildung 33 zu sehen. Das imperative Prozessmodell im oberen
Teil liefert dem Betrachter Informationen über den sequentiellen Ablauf des Prozessmodells.
Dies geschieht mit Hilfe von Pfaden, die die Aktivitäten miteinander verbinden. Hier werden
die Informationen zum Ablauf des Prozesses für den Nutzer verständlich abgebildet. Das
deklarative Prozessmodell im unteren Teil in Abbildung 33 hingegen besteht aus einer gro-
ßen Anzahl verschiedener Constraints, die dem Nutzer kaum Informationen über den se-
quentiellen Ablauf des Prozessmodells zur Verfügung stellen. Die Pfade im imperativen Pro-
zessmodell sind r den Betrachter leichter verständlich und übersichtlicher dargestellt als
die Constraints im deklarativen Prozessmodell.
Ebenfalls wichtig für die verständliche Abbildung eines Prozessmodells sind Start- und End-
ereignisse. Die imperative Prozessmodellabbildung kann Start- und Endereignisse in Form
von Symbolen darstellen. r den Betrachter erhöht sich die Verständlichkeit des Prozess-
modells, da Beginn und Ende des Prozessmodells klar erkennbar sind. Die deklarative Pro-
zessmodellabbildung ermöglicht dagegen die Kennzeichnung von nur einer Start- und End-
ereignisse innerhalb eines Prozessmodells (siehe Kapitel 5.2.4). Folglich ist die Kennzeich-
nung mehrerer Start- und Endaktivitäten nicht möglich. In solchen Fällen kann der Betrach-
ter Start- und Endereignisse nicht identifizieren [HZSHRPW13]. Sofern ein deklaratives Pro-
zessmodell nur eine Start- bzw. Endaktivität enthält, die eindeutig gekennzeichnet werden
kann, ist der Beginn bzw. das Ende des Prozessmodells verständlich dargestellt.
Die imperative Prozessmodellabbildung bildet im Gegensatz zur deklarativen Prozessmodell-
abbildung keine Entscheidungsregeln bei Gateways, insbesondere beim datenbasierten ex-
klusiven Gateway, ab. Hier geht eine wichtige Kontextinformation für den Nutzer verloren,
die zum Verständnis des Prozesses beiträgt.
6. Kritische Betrachtung der umgeset
Abbildung
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verwendung von Subprozessen.
zessmodellabbildung sieht im Gegensatz zur imperativen Prozessmodellabbildung keine
Verwendung von Subprozessen vor. Die Verständlichkeit des
bei wachsender Größe
gering, da hier keine Strukturierung durc
ebenen möglich ist.
Zusammenfassend führt das Fehlen von Abbildungsmöglichkeiten
Start- und Endereignisse
sowie die Unterscheidung nach deren Art und Funktion
tiven Prozessmodellen zu einer
ter. Des Weiteren
bedingen die Verwendung von Contraints, das Wegfallen der Entsche
dungsregeln bei Gateways und die nicht vorhandene Möglichkeit der Integration von Su
prozessen eine
schlechteren Verstä
Prozessmodellierung.
6. Kritische Betrachtung der umgeset
zten Prozessmodelle
80
Abbildung
33: Sequenzfluss im deklarativen Prozessmodell
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verwendung von Subprozessen.
Die deklarative Pr
zessmodellabbildung sieht im Gegensatz zur imperativen Prozessmodellabbildung keine
Verwendung von Subprozessen vor. Die Verständlichkeit des
deklarativen
gering, da hier keine Strukturierung durc
h verschiedene Hierarchi
Zusammenfassend führt das Fehlen von Abbildungsmöglichkeiten
für Kontextinformationen,
sowie die Unterscheidung nach deren Art und Funktion
tiven Prozessmodellen zu einer
vergleichsweise
geringen Verständlichkeit für den Betrac
bedingen die Verwendung von Contraints, das Wegfallen der Entsche
dungsregeln bei Gateways und die nicht vorhandene Möglichkeit der Integration von Su
schlechteren Verstä
ndlichkeit des Prozessmodells als bei der deklarativen
Die deklarative Pr
o-
zessmodellabbildung sieht im Gegensatz zur imperativen Prozessmodellabbildung keine
deklarativen
Prozessmodells ist
h verschiedene Hierarchi
e-
für Kontextinformationen,
sowie die Unterscheidung nach deren Art und Funktion
bei deklara-
geringen Verständlichkeit r den Betrac
h-
bedingen die Verwendung von Contraints, das Wegfallen der Entsche
i-
dungsregeln bei Gateways und die nicht vorhandene Möglichkeit der Integration von Su
b-
ndlichkeit des Prozessmodells als bei der deklarativen
6. Kritische Betrachtung der umgesetzten Prozessmodelle
81
6.1.2 Vollständigkeit
Für die Abbildung eines Prozessmodells ist nicht nur eine verständliche Darstellung wichtig,
sondern auch eine vollständige Wiedergabe. Dies bedeutet, dass das Modell inhaltlich aus-
reichend Informationen enthalten muss, um es für den Nutzer verständlich zu machen
[RW12].
In dieser Arbeit wurde bereits thematisiert, dass die deklarative Prozessmodellabbildung im
Gegensatz zur imperativen keine Integration von Kontextinformation erlaubt. Dazu zählt das
Fehlen von Abbildungsmöglichkeiten für Rollen, Artefakte, Kommunikationsereignisse sowie
die symbolhafte Unterscheidung von Start- und Endereignisse nach ihrer Art. Das Fehlen
dieser Abbildungsmöglichkeiten führt dazu, dass das Prozessmodell nicht vollständig abge-
bildet werden kann und wichtige Kontextinformationen verloren gehen.
Ein weiterer Aspekt der (im Gegensatz zur imperativen Prozessmodellabbildung) unvollstän-
digen Abbildung deklarativer Prozessmodellierung ist der temporale Aspekt, wie z.B. der
Frist (siehe Kapitel 5.2.3). Die imperative Prozessmodellierung integriert den zeitlichen As-
pekt, die deklarative lässt diesen jedoch vollständig außen vor. Auch dadurch ist keine voll-
ständige Abbildung des Prozessmodells möglich.
Zur vollständigen Abbildung des Prozessmodells würde des Weiteren die Möglichkeit, Ent-
scheidungsregeln bei Gateways abzubilden beitragen. Die deklarative Prozessmodellierung
ermöglicht die Abbildung von Entscheidungsregeln, die imperative Prozessmodellierung lässt
diese jedoch weg.
Abschließend kann festgehalten werden, dass imperative Prozessmodelle in den meisten
Fällen eine vollständige Darstellung der Prozesse gewährleisten. Grund sind die umfangrei-
chen Möglichkeiten, die bei der Abbildung zur Verfügung stehen. Deklarative Prozessmodel-
le dagegen erfassen weder den temporalen Aspekt, noch ermöglichen sie die Integration von
Kontextinformation oder die Abbildung von Entscheidungsregeln bei Gateways, was dazu
führt, dass hier meist keine Vollständige Abbildung möglich ist.
6. Kritische Betrachtung der umgesetzten Prozessmodelle
82
6.1.3 Korrektheit
Die inhaltliche Korrektheit eines Prozessmodells definiert sich durch die Übereinstimmung
eines Prozessmodells mit der Realität [RW12]. Es ist wichtig, dass ein Modell den real existie-
renden Prozess originalgetreu wiedergibt.
Sowohl die imperative als auch die deklarative Prozessmodellabbildung ermöglichen nicht
immer eine korrekte Darstellung eines Prozesses. Die imperative Prozessmodellabbildung
bietet eine Vielzahl von Abbildungsmöglichkeiten, die zu einer korrekten Abbildung des Pro-
zesses beitragen. Sie stellen dazu möglichst viele Informationen zur Verfügung. Beispielswei-
se können Start- und Endereignisse nach ihrer Art unterschieden werden. Es ist möglich, ab-
zubilden, ob es sich um ein normales Ende, um einen Abbruch des Prozesses oder um ein
Ende handelt, dass Kompensation erfordert. In der deklarativen Prozessmodellabbildung ist
diese Unterscheidung nach der Art der Start- bzw. Endereignisse nicht möglich.
Die Zuweisung von Rollen, die angeben durch welche Instanz eine Aktivität ausgeführt, wird
tragen ebenfalls zur Korrektheit eines Prozessmodells bei. Die Verwendung von Rollenzuwei-
sungen wird jedoch in der deklarativen Prozessmodellabbildung vollständig vernachlässigt.
Auch das Fehlen des zeitlichen Aspektes, führt dazu, dass ein Prozessmodell nicht korrekt
wiedergegeben werden kann.
Insgesamt weist die deklarative Prozessmodellabbildung im Gegensatz zur imperativen mehr
Unvollständigkeiten in der Abbildung auf. Dies führt dazu, dass nicht jeder Prozess korrekt
abgebildet werden kann.
6.1.4 Granularität
Die Granularität eines Prozessmodells gibt an, inwiefern das Prozessmodell die Ansprüche
bezüglich der Detailtiefe erfüllen kann. Ein feingranulares Prozessmodell enthält einen ho-
hen Detailgrad, ein grob granulares Prozessmodell verschafft eher einen Überblick über den
Prozess [GHV07].
In deklarativen Prozessmodellen ssen Subprozesse nicht wie in der imperativen Pro-
zessmodellabbildung künstlich abgegrenzt werden. Durch die Abbildung mehrerer Prozesse
6. Kritische Betrachtung der umgesetzten Prozessmodelle
83
innerhalb eines Prozessmodells muss eine Aktivität, die in mehreren Prozessen verwen-
det wird, nur einmal abgebildet werden. Dies ermöglicht eine feingranulare Abbildung
des Prozessmodells [GHV07].
Bei der Integration von Subprozessen (siehe Kapitel 5.1.3) wurde bereits thematisiert, dass
imperative Prozessmodelle Subprozesse direkt in den Elternprozess integrieren können. Vie-
le Aktivitäten werden in mehreren Prozessvarianten verwendet und können keinem be-
stimmten Prozessmodell eindeutig zugeordnet werden. Damit ist die imperative Prozess-
modellabbildung im Vergleich zur deklarativen Prozessmodellabbildung als grobgranular
einzuordnen [GHV07].
Die Abbildung der Granularität ist zusammengefasst im deklarativen Prozessmodell eindeu-
tig besser abbildbar, da die imperative Prozessmodellabbildung die Integration mehrere
Hierarchieebenen innerhalb eines Prozessmodells und somit eine fein granulare Abbildung
ermöglicht.
6.1.5 Flexibilität
Die Flexibilität von Prozessmodellen beschreibt die Reaktion des Prozessmodells auf mögli-
che Änderungen der Rahmenbedingungen im Umfeld einer Prozessinstanz. Speziell wird be-
trachtet, wie sich der Prozess innerhalb einer Ausnahmesituation, beispielsweise beim Auf-
treten von Fehlern oder unvorhersehbaren Ereignissen, verhält [SAMS01]. In solchen Situa-
tionen ist eine flexible Reaktion des Prozesses gefordert.
In einer dynamischen Umgebung ergibt die imperative Prozessmodellabbildung großen An-
zahl an Prozessvarianten, die eine sehr komplexe und umfangreiche Abbildung zur Folge
haben und somit nur schwer abgebildet werden können [VGHJZ13]. Grund dafür ist die
strenge Vorgabe der Aktivitätsabfolgen. Der deklarative Ansatz hingegen erlaubt auf Grund
seiner Flexibilität bei der Abfolge von Aktivitäten eine große Anzahl an Ausführungsmöglich-
keiten in nur einem Modell [Brü13].
Dazu ist die Darstellung von Prozessmodellen bei denen die Reihenfolge der Aktivitäten nicht
relevant ist im imperativen Ansatz problematisch. Die sequentielle Abfolge der Aktivitäten
6. Kritische Betrachtung der umgesetzten Prozessmodelle
84
steht hier im Vordergrund und wird durch Pfade repräsentiert. Deklarativ lassen sich Prozes-
se mit einer losen Reihenfolge von Aktivitäten ohne Schwierigkeiten realisieren. Damit sind
deklarative Prozessmodelle vor allem r Prozesse mit relativ losen Verfahrensvorgaben und
ohne explizit vorgesehene Reihenfolge geeignet. Ein Beispiel hierfür ist das Interleaved Pa-
rallel Routing (siehe Kapitel 5.1.2). Auch hier ist Flexibilität bei der Abfolge der Aktivitäten
gefragt, die sich deklarativ sehr gut abbilden lässt
Die Wartbarkeit und das Realisieren von Änderungen ist bei beiden Modellierungsansätzen
sehr zeitaufwändig und schwierig, da diese das komplette Modell beeinflussen können
[FMRWWZ10, PWZPMR12]. Aufgrund der komplexen Zusammenhänge von Aktivitäten die
Änderung eines imperativen oder deklarativen Prozessmodells zur weiterhin korrekten Aus-
führung mit hohem Aufwand verbunden. Die deklarative Prozessmodellabbildung bietet
allerdings die Möglichkeit der Laufzeit-Flexibilität [GV07]. Diese Funktion ermöglicht es, den
Prozess während der Laufzeit zu beeinflussen und auf die Richtigkeit zu überprüfen.
Die Verwendung von Ausführungseinheiten in der deklarativen Prozessmodellierung ermög-
lichen eine Reduktion der Aktivitäten auf ein Minimum und trägt zu einer hohen Flexibilität
des Prozessmodells bei.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die deklarative Prozessmodellabbildung
im Gegensatz zur imperativen Abbildung ein heres Maß an Flexibilität aufweist. Dies
zeigt sich in der Möglichkeit, eine große Anzahl von Prozessvarianten innerhalb einer Pro-
zessmodells abzubilden sowie der Möglichkeit der Abbildung einer losen Abfolge von Aktivi-
täten. Auch die Laufzeit-Flexibilität und die Möglichkeit, die Ausführungseinheiten eines Ak-
tivität anzugeben tragen zur Flexibilität des deklarativen Prozessmodell bei
6.2 Gesamtbewertung
Zusammenfassend hält diese Arbeit fest, dass sich die imperative und die deklarative Pro-
zessmodellabbildung in vielen Bereichen deutlich unterscheiden. In Tabelle 2 sind die im
Laufe dieser Arbeit erarbeiteten Unterschiede zusammengefasst.
6. Kritische Betrachtung der umgesetzten Prozessmodelle
85
imperativ deklarativ
Ansatz inside-to-outside outside-to-inside
Integration von Kontextinformation ja nein
symbolhafte Abbildung ja nein
Verwendung von Start- und Endereignissen ja teilweise
Integration des zeitlichen Aspekts ja nein
Unterscheidung
von
Start und
Endereignissen nach Art und Funktion ja nein
Integration von Subprozessen ja nein
Wartbarkeit zeitaufwändig zeitaufwändig
Information zum sequentiellen Ablauf des
Prozessmodells leicht verständlich schwer verständlich
zeitgleiche Ausführung von Aktivitäten ja nein
flexible Reihenfolge von Aktivitäten nein ja
Abbildung der Entscheidungsregel bei
Gateways ja nein
Angabe der Ausführungseinheiten bei
Aktivitäten nein ja
Dynamik des Prozessmodells unflexibel flexibel
Tabelle 2: Unterschiede der imperativen und deklarativen Prozessmodellabbildung
Die in Tabelle 2 dargestellten Unterschiede von imperativer und deklarativer Prozessmodell-
abbildung wurden im weiteren Verlauf der Arbeit in Bezug auf ihre Verständlichkeit, Voll-
ständigkeit, Korrektheit, Granularität und Flexibilität analysiert. Eine Übersicht über die Er-
gebnisse dieser Analyse sind in Tabelle 3 dargestellt. Es wurde festgestellt, dass die imperati-
ve Prozessmodellierung im Vergleich zur deklarativen Prozessmodellierung Prozessmodelle
eindeutig verständlicher, vollständiger und korrekter abbildet. Die deklarative Prozessmo-
dellabbildung weist dagegen im Vergleich zur imperativen Prozessmodellabbildung ein ho-
hes Maß an Granularität und Flexibilität auf.
Die in Tabelle 3 abgebildeten Eigenschaften haben zur Folge, dass sich die imperative und
die deklarative Prozessmodellierung für unterschiedliche Arten von Prozessmodellen eignen,
die im Folgenden charakterisiert werden.
6. Kritische Betrachtung der umgesetzten Prozessmodelle
86
imperativ deklarativ
Verständlichkeit hoch gering
Vollständigkeit hoch gering
Korrektheit hoch gering
Granularität gering hoch
Flexibilität gering hoch
Tabelle 3: Vergleich der imperativen und deklarativen Prozessmodellabbildung
Die imperative Prozessmodellabbildung ist für sich rasch ändernde und schnelllebige Ge-
schäftsprozesse eine ineffiziente Lösung, da die dynamische Umgebung eine große Anzahl
verschiedener Prozessvarianten zur Folge hat [VGHJZ13]. Sie eignet sich vor allem für Pro-
zesse mit einer klar definierten sequentiellen Reihenfolge von Aktivitäten, die eine strenge
Verfahrensvorgabe, aber wenig Flexibilität erfordern. Wird innerhalb des Prozessmodells
Wert auf die Bereitstellung von Kontext- und Hintergrundinformationen wie Rollen, Artefak-
ten, Kommunikationsereignisse o.ä. gelegt, so bietet die imperative Prozessmodellierung
eine übersichtliche sung. Imperative Prozessmodelle eignen sich ebenfalls zur Abbildung
von Modellen, die für den Nutzer leicht lesbar und verständlich sein sollen. Imperative Pro-
zessmodelle sind z.B. für Workflows im IT-Bereich geeignet, die als Vorlage zur Erstellung
eines Programms oder einer Software dienen.
Die deklarative Prozessmodellierung ist ideal zur Abbildung von sehr flexiblen und dynami-
schen Prozessmodellen, die eine große Anzahl von Varianten enthalten. Es ist außerdem
möglich, Aktivitäten ohne festgelegte Reihenfolge darzustellen. Dabei wird auf strenge Ver-
fahrensvorgaben verzichtet. Des Weiteren sind deklarative Prozessmodelle für die Abbildung
von Prozessen geeignet, die keine oder wenig Kontext- und Hintergrundinformationen benö-
tigen. Die deklarative Prozessmodellabbildung ermöglicht eine sofortige Überprüfung der
Ausführbarkeit durch die Laufzeit-Flexibilität. Deklarative Prozessmodelle sind beispielsweise
für flexible Workflows, wie z.B. im Gesundheits- oder Bildungswesen, gut geeignet [Mal09].
Die für diese Arbeit verwendeten Prozessmodelle stellen den Ablauf von Prozessen inner-
halb des Hochschuldiensteportals der Universität Ulm dar. Diese Prozesse haben einen klar
definierten Ablauf von Aktivitäten, die sich kaum ändern und somit wenig Dynamik und Fle-
6. Kritische Betrachtung der umgesetzten Prozessmodelle
87
xibilität der Prozessmodellierung erfordern. Damit ist die imperative Prozessmodellierung
gut für diese Prozesse geeignet. Die Prozesse sind weiterhin stark auf die Angabe von Kon-
textinformationen angewiesen, was ebenfalls die Verwendung de imperativen Prozessmo-
dellierung erfordert. Die Kontextinformationen wurden in Form von Rollenzuweisungen,
zeitlichen Aspekten wie Fristen (die für den Hochschulbetrieb unerlässlich sind) und Kom-
munikationsereignisse in die Prozessmodelle integriert. Da diese Modelle hauptsächlich zur
Erstellung eines neuen Hochschuldiensteportals genutzt werden, ist hier auch eindeutig die
imperative Prozessmodellabbildung geeignet. Dies gilt auch in sofern, da die Prozessmodelle
von weiteren Personen analysiert werden müssen und als Vorlage für eine spätere Imple-
mentierung dienen. Hierfür wird eine übersichtliche Darstellung und eine schnelle Erfassung
des Prozesses benötigt, die ebenfalls durch die imperative Prozessmodellabbildung gegeben
ist.
Zusammenfassend betrachtet ist der Großteil der hier verwendeten Prozessmodelle des
Hochschuldiensteportals durch die imperative Prozessmodellabbildung besser verständlich
abgebildet als durch die deklarative Prozessmodellabbildung. Nur ein kleiner Teil dieser Pro-
zessmodelle erfordert eine erhöhte Flexibilität und Granularität, die eine deklarative Pro-
zessmodellabbildung rechtfertigen würde. Im Vergleich mit dem Nutzen durch eine impera-
tive Modellabbildung kann dieser Teil aber vernachlässigt werden.
7. Zusammenfassung und Ausblick
88
7. Zusammenfassung und Ausblick
7.1 Fazit
Das Ziel dieser Arbeit war es, anhand von realen Prozessbeispielen eine vergleichende Analy-
se zwischen der imperativen und der deklarativen Prozessmodellierung zu erarbeiten und
die Ergebnisse zu diskutieren. Die Aufgabenstellung erforderte auch die kritische Betrach-
tung der Migration imperativer Prozessmodelle in ein deklaratives Schema. Ein weiteres Ziel
war das Aufzeigen von Aspekten, die in der deklarativen Prozessmodellierung nicht bzw. nur
unzureichend erfasst werden können. Für diese Schwierigkeiten der Erfassung sollten alter-
native Lösungen aufgezeigt werden.
Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass sich die imperative und die deklarative Prozessmo-
dellabbildung nicht nur in der Art der Modellierung von Grund auf unterscheiden, sondern
auch in der Eignung der Anwendung für verschieden Arten von Prozessmodellen. Die hier
verwendeten Prozessmodelle aus dem Kontext des Hochschuldiensteportals der Universität
Ulm weisen in der deklarativen Prozessmodellabbildung eine höhere Flexibilität und Granu-
larität auf. In der imperativen Prozessmodellierung lassen sich die Prozessmodelle im Ver-
gleich verständlicher, vollständiger und korrekter abbilden. Um den Anforderungen an die
Prozesse des Hochschuldiensteportals zu genügen, empfiehlt diese Arbeit die Prozessmodel-
le in dieser Form fortzuführen.
Die Migration der imperativen Prozessmodelle in ein deklaratives Schema ergab diverse
Schwierigkeiten. Die erste Schwierigkeit bestand darin, einen ersten Ansatz zur Übertragung
zu finden und einen korrekt ablaufenden Prozess zu erstellen. Weitere Probleme ergaben
sich aus Limitierungen der deklarativen Prozessmodellierungssprache. Hier wurden alterna-
tive Lösungsvorschläge anhand der zur Verfügung stehenden Konstrukte erarbeitet. Bei-
spielsweise lassen sich mit Workarounds viele Darstellungsprobleme, wie z.B. die Integration
von Rollen oder Artefakten im deklarativen Ansatz umgehen. Aber auch mit diesen alternati-
ven sungen bietet die deklarative Darstellung in den meisten Fällen eine im Vergleich zur
imperativen Abbildung unverständlichere und unvollständigere Darstellung. Die Handlungs-
empfehlung, die Beispielprozessmodelle in imperativer Form abzubilden, wird durch die
Analyse der Migration also bestätigt und verstärkt.
7. Zusammenfassung und Ausblick
89
Im Rahmen dieser Arbeit wurde der Mangel an wissenschaftlicher Literatur im Forschungs-
feld der vergleichenden Analyse der imperativen und deklarativen Prozessmodellabbildung
bereits thematisiert. Der Grund hierfür ist das noch junge Alter der deklarativen Prozessmo-
dellierung im Vergleich zur imperativen. Diese Arbeit liefert einen Forschungsbeitrag zur
Erschließung dieses Gebietes. Vor allem zu Prozessen aus dem universitären Umfeld liefert
diese Arbeit einen Erkenntnisgewinn. Zukünftig kann die Abwägung zur Verwendung impera-
tiver und deklarativer Prozessmodellierung in diesem Umfeld anhand der Ergebnisse dieser
Arbeit vereinfacht werden. Des Weiteren hat diese Arbeit durch die grundlegende verglei-
chende Analyse imperativer und deklarativer Prozessmodellierung das Forschungsfeld durch
theoretische Erkenntnisse ergänzt.
7.2 Limitationen
Die Ergebnisse dieser Arbeit müssen mit einigen Einschränkungen betrachtet werden. Zu-
chst wurden r diese Arbeit ausschließlich Prozessmodelle verwendet, die aus einem
Teamprojekt zur Abbildung des Hochschuldiensteportals der Universität Ulm stammen. Die
Ergebnisse dieser Arbeit treffen damit auch nur auf die zu Grunde liegenden Prozessmodelle
zu und können nicht in eine allgemeingültige Aussage zur Prozessmodellierung übertragen
werden. Des Weiteren sind die Ergebnisse dieser Arbeit auch nur für die hier verwendete
Prozessmodellierungssprache Declare ltig. Andere Sprachen bieten andere Möglichkeiten
der Darstellung und könnten somit zu abweichenden Ergebnissen führen.
Beim Vergleich der imperativen und deklarativen Prozessmodellierung wurde der zeitliche
Aspekt bis auf die Frist vollständig außer Acht gelassen. Dazu wurde auf die Migration der
Kommunikationsereignisse vom imperativen in das deklarative Schema verzichtet, um die
Übersichtlichkeit der deklarativen Prozessmodelle soweit wie möglich zu erhalten. Deshalb
stellt auch die Nichtbetrachtung der zeitlichen Aspekte und der Migration von Kommunika-
tionsereignisse eine Einschränkung dieser Arbeit dar - die Ergebnisse der Arbeit sind nur für
den betrachteten Bereich gültig.
7. Zusammenfassung und Ausblick
90
7.3 Ausblick
Um eine verständlichere, vollständigere und korrektere Abbildung der deklarativen Pro-
zessmodelle zu erreichen, wäre weitere Forschung im Bereich der Erweiterungen der Pro-
zessmodellierungssprache Declare sinnvoll. So wäre beispielsweise eine Ergänzung zur Integ-
ration von Kontextinformationen empfehlenswert.
Eine weitere Möglichkeit zu weiterer Forschung auf Grundlage dieser Arbeit wäre die Migra-
tion imperativer Prozessmodelle in ein deklaratives Schema auf Basis einer anderen Pro-
zessmodellierungssprache, wie z.B. ConDec, DecSerFlow oder EmBrace. Damit könnte die
Frage beantwortet werden, ob mit anderen Prozessmodellierungssprachen ähnliche Ergeb-
nisse erzielt werden.
Außerdem bietet die Arbeit die Grundlage für die Validierung ihrer Ergebnisse. Nach Vorbild
der Struktur dieser Arbeit könnte die Analyse sowie die Migration von imperativen und dek-
larativen Prozessmodellen für Prozesse aus anderen Bereichen, wie zum Beispiel für Ge-
schäftsprozesse aus dem Unternehmensumfeld, verwendet werden. Dadurch könnte über-
prüft werden, ob die Ergebnisse der Arbeit sich auf andere Anwendungsfelder übertragen
lassen.
Die Ergebnisse dieser Arbeit können aber auch praktisch genutzt werden. Dies trifft vor al-
lem auf das Anwendungsfeld der Hochschulen und Universitäten zu. Zum einen ist die Uni-
versität Ulm in der Lage, mit Hilfe dieser Arbeit eine Entscheidung über die zukünftige Ver-
wendung einer Prozessmodellierung für ihr Hochschuldiensteportal zu treffen. Dazu können
aber auch andere Institutionen im universitären Umfeld die Arbeit nutzen, um für ähnliche
Prozesse Entscheidungen zur Verwendung einer Prozessmodellierung zu treffen. Dabei sollte
darauf geachtet werden, dass die zu Grunde liegenden Prozesse ähnliche Anforderungen an
Vollständigkeit (hoch), Verständlichkeit (hoch), Korrektheit (hoch), Flexibilität (niedrig) und
Granularität (niedrig) stellen wie die Prozesse des Hochschuldiensteportals.
Abbildungsverzeichnis
91
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Darstellung von expliziten Lösungswegen bei der imperativen Prozessmodellierung.... 10
Abbildung 2: imperative Notationselement .......................................................................................... 11
Abbildung 3: imperativer Beispielprozess ............................................................................................. 12
Abbildung 4: Darstellung von erlaubten Lösungswegen bei der deklarativen Prozessmodellierung ... 14
Abbildung 5: deklarativer Beispielprozess ............................................................................................ 17
Abbildung 6: TDMS ................................................................................................................................ 26
Abbildung 7: Testcase Editor der TDMS ................................................................................................ 27
Abbildung 8: Anzahl der Ausführungseinheiten von Aktivitäten .......................................................... 31
Abbildung 9: Interleaved Parallel Routing ............................................................................................. 32
Abbildung 10: Granularität im deklarativen Prozessmodell ................................................................. 34
Abbildung 11: Abbildung von Sequenzflüssen ...................................................................................... 37
Abbildung 12: Integration von Rollen im deklarativen Prozessmodell ................................................. 39
Abbildung 13: Integration von Artefakten im deklarativen Prozessmodell .......................................... 40
Abbildung 14: Integration von Nachrichtenereignisse im deklarativen Prozessmodell ....................... 42
Abbildung 15: Integration zeitlicher Aspekte im deklarativen Prozessmodell: Die Frist ...................... 44
Abbildung 16: verschiedene Startpunkte im deklarativen Prozessmodell ........................................... 47
Abbildung 17: Art der Endereignisse wird im deklarativen Prozessmodell nicht erfasst ..................... 49
Abbildung 18: Startpunkte ohne nachfolgende Aktivitäten im deklarativen Prozessmodell ............... 51
Abbildung 19: Endpunkte ohne voran gehende Aktivitäten im deklarativen Prozessmodell .............. 54
Abbildung 20: datenbasiertes exklusives Gateways im deklarativen Prozessmodell ........................... 55
Abbildung 21: paralleles Gateways im deklarativen Prozessmodell ..................................................... 57
Abbildung 22: viele aufeinander folgenden Gateways ohne Aktivitäten im deklarativen Prozessmodell
............................................................................................................................................................... 59
Abbildung 23: Schleifen im deklarativen Prozessmodell ...................................................................... 60
Abbildung 24: Subprozesse im deklarativen Prozessmodell ................................................................. 62
Abbildung 25: Beispiel 1, imperatives Prozessmodell ........................................................................... 66
Abbildung 26: Beispiel 1, deklaratives Prozessmodell .......................................................................... 66
Abbildung 27: Beispiel 2, imperatives Prozessmodell ........................................................................... 70
Abbildung 28: Beispiel 2, deklaratives Prozessmodell 1 ....................................................................... 71
Abbildung 29: Beispiel 2, deklaratives Prozessmodell 2 ....................................................................... 71
Abbildung 30: Beispiel 3, imperatives Prosezzmodell ........................................................................... 73
Abbildung 31: Beispiel 3, deklaratives Prozessmodell .......................................................................... 74
Abbildung 32: Beschriftung einer Aktivität im deklarativen Prozessmodell ......................................... 78
Abbildung 33: Sequenzfluss im deklarativen Prozessmodell ................................................................ 80
Tabellenverzeichnis
92
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: deklarative Notationselemente ............................................................................................ 16
Tabelle 2: Unterschiede der imperativen und deklarativen Prozessmodellabbildung ......................... 85
Tabelle 3: Vergleich der imperativen und deklarativen Prozessmodellabbildung ................................ 86
Abkürzungsverzeichnis
93
Abkürzungsverzeichnis
BPM Business Process Management
BPMN Business Process Model and Notation
bzgl. bezüglich
bzw. beziehungsweise
et al et alia
etc. et cetera
IT Informations Systeme
o.ä. oder ähnliches
sog. sogenannte/r/n
TDMS Test Driven Modelling Suite
TDM Test Driven Modelling
WFM Workflow Management
WFMS Work Flow Management System
z.B. zum Beispiel
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94
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Anhang
Anhang
Beispiel 1:
Ranking und Zulassung zum Deutschlandstipendium
97
Ranking und Zulassung zum Deutschlandstipendium
- imperativ
Anhang
98
Beispiel 1: Ranking und Zulassung zum Deutschlandstipendium- deklarativ
Anhang
Beispiel 2: Beratung - imperativ
99
Anhang
100
Beispiel 2 Beratung: - deklarativ
Anhang
Beispiel 3: Abschlus
sdokumente ausstellen
101
sdokumente ausstellen
- imperativ
Anhang
102
Beispiel 3: Abschlussdokumente ausstellen - deklarativ
Anhang
Beispiel 4: Studiengangswechsel -
imperativ
103
imperativ
Anhang
104
Beispiel 4: Studiengangswechsel - deklarativ
Anhang
Beispiel 5:
Pflege der Lehrendendaten
105
Pflege der Lehrendendaten
- imperativ
Anhang
106
Beispiel 5: Pflege der Lehrendendaten- deklarativ
Anhang
Beispiel 6:
Durchführen von Prüfungen
107
Durchführen von Prüfungen
- imperativ
Anhang
108
Beispiel 6: Durchführen von Prüfungen- deklarativ
Anhang
Beispiel 7 : Datenpflege -
imperativ
109
imperativ
Anhang
110
Beispiel 7 : Datenpflege - deklarativ
Anhang
Beispiel 8: Datenü
bermittlung Bewerber
111
bermittlung Bewerber
- imperativ
Anhang
112
Beispiel 8: Datenübermittlung Bewerber - deklarativ
Anhang
113
Beispiel 9: Modulhandbuch verwalten - imperativ
Anhang
114
Beispiel 9: Modulhandbuch verwalten - deklarativ
Erklärung
115
Name: Julia Schwarz Matrikelnummer: 806270
Erklärung
Ich erkläre, dass ich die Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die
angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet habe.
Ulm, den 27.11.2014
___________________________
Julia Schwarz
Dateiname: Masterarbeit_23_11
Verzeichnis: C:\Users\Julia\Desktop
Vorlage:
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m
Titel:
Thema:
Autor: Julia
Stichwörter:
Kommentar:
Erstelldatum: 17.11.2014 09:05:00
Änderung Nummer: 21
Letztes Speicherdatum: 26.11.2014 21:40:00
Zuletzt gespeichert von: Julia
Letztes Druckdatum: 27.11.2014 13:32:00
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Anzahl Wörter: 22.613 (ca.)
Anzahl Zeichen: 142.464 (ca.)