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Universität Ulm | 89069 Ulm | Germany Fakultät für
Ingenieurwissenschaften
und Informatik
Institut für Datenbanken und
Informationssysteme
Entwurf und Implementierung eines
Prozesses aus der Verwaltung am Beispiel
einer Reisekostenabrechnung
Bachelorarbeit an der Universität Ulm
Vorgelegt von:
Alexander Bachmeier
Gutachter:
Prof. Dr. Manfred Reichert
Betreuer:
Andreas Lanz
2010
Fassung 28. Oktober 2010
c
2010 Alexander Bachmeier
This work is licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike
3.0 License. To view a copy of this license, visit
http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/ or send a letter to Creative
Commons, 543 Howard Street, 5th Floor, San Francisco, California, 94105, USA.
Satz: PDF-L
A
TEX2ε
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
1.1 AufbauderArbeit............................... 2
2 Ablauf einer Dienstreise 3
2.1 Dienstreiseantrag............................... 3
2.2 Reisekostenabrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
3 Modellierung des bestehenden Prozesses 7
3.1 BPMNModell................................. 8
3.1.1 Akteure ................................ 8
3.1.2 Ablauf ................................. 8
3.1.3 Dienstreiseantrag........................... 10
3.1.4 Reisekostenabrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
3.1.5 Prozessende.............................. 12
3.2 Fazit....................................... 13
4 Implementierung in Aristaow 15
4.1 Ablauf der Implementierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
4.1.1 Dienstreiseantrag........................... 16
4.1.2 Reisekostenabrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
4.2 Organisationsmodell............................. 22
4.3 Implementierungsdetails . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
4.4 Fazit....................................... 24
5 Fazit 25
5.1 Optimierungsmöglichkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
A Formulare 27
A.1 Dienstreiseantrag............................... 28
iii
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Inhaltsverzeichnis
A.2 Reisekostenabrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
B BPMN Modell 33
Literaturverzeichnis 37
iv
1 Einleitung
In dieser Bachelorarbeit wird der Prozess der Reisekostenabrechnung an der Univer-
sität Ulm untersucht. Ziel dieser Arbeit ist die Erfassung des Prozesses und auf die-
ser aufbauend eine Implementierung mittels der AristaFlow Business Process Ma-
nagement Suite [1].
Der Ablauf der Reisekostenabrechnung besteht zusammengefasst aus zwei Formu-
laren, welche zur Abwicklung der Dienstreise und der folgenden Erstattung der Rei-
sekosten benötigt werden.
Bisher ist dieser Prozess nicht in seinem vollständigem Ablauf durchorganisiert und
ist daher ein Prozess, welcher bisher nur in den Köpfen der beteiligten Personen
existiert. Dadurch ist der Ablauf momentan vielerorts fehleranfällig und im Wesent-
lichen unstrukturiert. Alle benötigten Formulare werden manuell bearbeitet, ohne
auf die Möglichkeiten von rechnergestützten Systemen zurückzugreifen. Außerdem
erfolgt keine automatische Überprüfung der Angaben in einem Formular oder eine
elektronische Archivierung der Daten. Auch muss der Antragssteller selbst für die
Organisation sorgen, da keine Möglichkeit für das Monitoring des Prozesses exis-
tiert.
Vorteile einer softwaregestützten Umsetzung
Durch die Umsetzung in einem Business Process Management (BPM) System kön-
nen die Abläufe an vielen Stellen automatisiert werden. Mittels der Monitoring Funk-
tionen ist der Status des Prozesses für alle Beteiligten jederzeit ersichtlich und mög-
liche Probleme, wie z.B. die Überschreitung von Zeitfristen, können frühzeitig von
den Akteuren oder durch das System erkannt werden. Alle für die Formulare benö-
tigten Daten und Belege einer Dienstreise werden elektronisch erfasst und sind bei
Bedarf auch zu einem späteren Zeitpunkt stets verfügbar. Fehlerquellen des manuel-
len Prozess werden minimiert, da durch die Formalisierung mögliche Schwachstel-
len im Ablauf erkannt und damit eliminiert werden können.
1
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1 Einleitung
Zusätzlich können einige Angaben in den Formularen automatisiert ausgefüllt wer-
den sowie ungültige Angaben durch eine automatische Überprüfung verhindert
werden. Auch ist eine automatisierte, statistische Auswertung der Dienstreisen rea-
lisierbar. Zusätzlich erlaubt ein rechnergestützter Prozess in Zukunft den Ablauf
noch weiter zu automatisieren. So könnte beispielsweise ein automatischer Daten-
austausch mit der Verwaltung stattfinden.
1.1 Aufbau der Arbeit
Der Rest der Arbeit gliedert sich wie folgt: Kapitel 2 enthält eine abstrakte Beschrei-
bung des Ablaufs einer Dienstreise und den damit verbundenen Formalitäten. In Ka-
pitel 3 wird dieser Ablauf mithilfe einer Modellierungssprache, der Business Process
Modeling Notation (BPMN), analysiert und erfasst. Dies erlaubt einen strukturierten
Eindruck des Prozesses und zeigt mögliche Fehlerquellen auf.
Kapitel 4 befasst sich mit der Umsetzung des Prozess mittels der AristaFlow BPM
Suite. Es wird auf die Motivation hinter dem angepassten Ablauf sowie die Funk-
tionen eingegangen, welche durch die BPM Suite bereitgestellt werden. Kapitel 5
erläutert zusammengefasst das Resultat der Implementierung dieses Ablaufs und
zeigt mögliche Optimierungsmöglichkeiten auf.
2
2 Ablauf einer Dienstreise
Eine Dienstreise beginnt auf Initiative des Reisenden oder auf Anordnung eines Vor-
gesetzten und wird von dem Reisenden durchgeführt. Für die Genehmigung und
eine spätere Abrechnung der Reisekosten werden zwei Formulare benötigt:
Der Dienstreiseantrag (Seite 29) zur Genehmigung der Reise, welcher vor der Rei-
se ausgefüllt wird, und die Reisekostenabrechnung (Seite 30), zur Erstattung der
Kosten. Um möglichst alle Kosten erstattet zu bekommen, muss sich der Reisende
hierbei an das Landesreisekostengesetz [7] halten. Es umfasst die wichtigsten Re-
gularien für eine Dienstreise als Angestellter des Landes Baden-Württemberg. Für
die Universität Ulm stellt das Dezernat III eine 17-seitige Zusammenfassung dieses
Gesetzes bereit [8].
2.1 Dienstreiseantrag
Der Dienstreiseantrag legitimiert den Reisenden dazu, eine Dienstreise zu tätigen.
Er enthält die oberflächlichen Daten der Dienstreise, wie z.B. die Art der Reise, Zeit-
raum und, falls gewünscht, die Höhe der Abschlagszahlung und dient dazu, die
Reise vor Antritt genehmigen zu lassen.
Der Antrag wird zuerst von dem Reisenden ausgefüllt, welcher ihn dann seinem
Vorgesetzten vorlegt. Dieser genehmigt mit seiner Unterschrift die Dienstreise und
bestätigt damit auch, dass die Reise zur Erledigung eines Dienstgeschäftes getätigt
wird.
Der Dienstreiseantrag muss prinzipiell erst zusammen mit der Reisekostenabrech-
nung im Original vorgelegt werden. Aber nur wenn der Antrag schon vor der Dienst-
reise unterschrieben wurde, hat der Reisende Anspruch auf eine Versicherung und
vermeidet gegebenenfalls auch Probleme bei der Reisekostenabrechnung.
3
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2 Ablauf einer Dienstreise
Deshalb wird empfohlen, den Antrag vor der Dienstreise zur Überprüfung an das
Dezernat III zu übergeben [8]. Soll eine Abschlagszahlung erfolgen, muss der Antrag
ebenfalls vor der Reise eingereicht werden. Des Weiteren dient der Dienstreiseantrag
folgendem Zweck [8]:
1. Reisekostenrechtliche Prinzipien, die anschließend die Reisekostenabrechnung
erleichtern (die schriftliche Genehmigung ist Grundlage für die Berechnung
der Reisekostenvergütung und muss der Abrechnung im Original beigefügt
werden) können vor Antritt einer Dienstreise vom zuständigen Sachbearbeiter
geprüft und festgelegt werden.
2. Die schriftliche Genehmigung dient der Rechtssicherheit (z.B. Anspruch auf
Reisekostenvergütung, Unfallfürsorge nach einem Unfall während einer Dienst-
reise usw.).
3. Prüfung der Notwendigkeit einer Dienstreise.
Falls die Dienstreise in Verbindung mit einer privaten Urlaubsreise getätigt wird,
muss dies ausdrücklich auf dem Dienstreiseantrag vermerkt werden und der Rei-
sende muss sich mit seinem Reisekostensachbearbeiter in der Personalabteilung in
Verbindung setzen [2].
2.2 Reisekostenabrechnung
Das Formular für die Reisekostenabrechnung ist das umfangreichere der beiden For-
mulare in diesem Prozess. Hier werden die exakten Daten der Reise zusammen-
getragen. Hierzu gehören die Reisezeiten, Beginn des Dienstgeschäftes, sowie die
verwendeten Transportmittel. Zur exakten Bestimmung der Bezüge des Reisenden
werden zusätzlich sämtliche Mahlzeiten und Übernachtungen erfasst. Somit kön-
nen auch kostenlose Mahlzeiten in der Tagespauschale berücksichtigt werden. Zu
beachten ist auch, dass die Reisekostenabrechnung spätestens sechs Monate nach
dem Beenden der Dienstreise bei der Behörde eingereicht werden muss [8].
Die Reisekostenabrechnung wird vollständig ausgefüllt und zusammen mit dem
Dienstreiseantrag an die Verwaltung, in diesem Fall das Dezernat III der Univer-
sität Ulm, übergeben. Mit der Reisekostenabrechnung versichert der Antragssteller
4
2.2 Reisekostenabrechnung
die Richtigkeit seiner Angaben. Dies ist normalerweise ausreichend, um eine Rück-
zahlung der Ausgaben zu erreichen [8].
Belege müssen aber unter folgenden Bedingungen vorgelegt werden [8]:
Erstattung von Fahrtkosten beim Benutzen von nicht regelmäßig verkehren-
den Beförderungsmittel (z.B. Taxi, Mietwagen)
Erstattung von Mehrkosten der Übernachtung (Hotelrechnung, sofern der Be-
trag die Übernachtungspauschale des Landesreisekostengesetz (LRKG) über-
steigt)
Erstattung von Nebenkosten (z.B. Tagungsgebühren, Fax, Mail, Telefon, Park-
gebühren usw.)
Deshalb ist es wichtig, während der Reise möglichst alle Belege und Rechnungen
aufzubewahren, um eine spätere Rückerstattung zu gewährleisten. Falls für die Ab-
rechnung Belege benötigt werden, müssen diese im Original der Abrechnung bei-
gefügt werden. Um alle Ausgaben die während der Dienstreise anfallen erstattet zu
bekommen, muss der Reisende sich an die Vorgaben im Landesreisekostengesetz [7]
halten. Das Gesetz erfasst die vorgeschriebenen Tagessätze für Übernachtungen und
Verpflegung sowie die erlaubten Transportmittel und gegebenenfalls Ausnahmere-
gelungen, sofern die Pauschalen nicht ausreichend sind.
5
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3 Modellierung des bestehenden Prozesses
Bevor mit der Umsetzung des Prozesses in einem Process Management System be-
gonnen werden kann, muss der Prozess zunächst erfasst und analysiert werden.
Hierfür wird häufig die Business Process Modeling Notation (BPMN) [3] verwendet.
Die Business Process Modeling Notation ist ein Standard für die grafische Darstel-
lung von Prozessen [3]. Das Ziel von BPMN ist wie folgt definiert:
[...], the first goal of BPMN is to provide a notation that is readily un-
derstandable by all business users. This includes the business analysts
that create the initial drafts of the processes to the technical developers
responsible for implementing the technology that will perform those pro-
cesses. [9]
BPMN bietet somit einen guten Kompromiss zwischen einem implementierten Pro-
zess in einer BPM Suite und den fachlichen Modellen, wie z.B. einer Ablaufmappe:
Programmnahe Modelle lassen sich gut automatisieren und in Work-
flows umsetzen. Da sie eine eher technische Sicht auf die Prozesse bilden,
blenden sie die organisatorische Sicht oft aus und sind für „Nichttechni-
ker“nur schwer verständlich. [5]
BPMN bietet genügend Möglichkeiten, um auch für Entwickler den Großteil der
möglichen Abläufe in einem Prozess darzustellen. Deshalb ist der Einsatz der BPMN
vorteilhaft, um einen Prozess zu erfassen und ausgehend von diesem Modell, den
Prozess in einem Produktivsystem umzusetzen.
In dieser Arbeit wurde der Signavio Process Editor [10] benutzt, um die BPMN Dia-
gramme zu erstellen. Die hier verwendete Symbolik entspricht der Vorabversion von
BPMN 2.0 [10].
7
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3 Modellierung des bestehenden Prozesses
3.1 BPMN Modell
Abbildung 3.1 bietet eine Übersicht des erstellten BPMN Diagramms und damit ver-
bunden dem Umfang des Prozesses. Dies verdeutlicht anschaulich, wie komplex
auch einfachste Prozesse aus der Verwaltung bei genauerer Betrachtung sein kön-
nen. (Eine größere Darstellung ist in Anhang B verfügbar.)
3.1.1 Akteure
In der Abrechnung einer Dienstreise sind zwei Gruppen von Akteuren beteiligt: Die
Verwaltung, im Fall der Universität Ulm das Dezernat III, und die Abteilung des
Reisenden. Dargestellt werden diese zwei Gruppen durch die beiden Pools „Verwal-
tung (Dezernat III)“ und „Abteilung“. Die Verwaltung ist für die Bearbeitung und
Überprüfung der Formulare sowie für die Auszahlung der Abschlagszahlung zu-
ständig. Die Abteilung des Reisenden besteht wiederum aus zwei Akteuren:
Reisender: Der Mitarbeiter welcher die Reise durchführt. Er kann den Prozess
starten und ist für das Stellen des Dienstreiseantrags sowie der Reisekostenab-
rechnung verantwortlich.
Vorgesetzter: Der Vorgesetzte des Reisenden kann die Reise anordnen (den
Prozess starten) und muss den Dienstreiseantrag des Reisenden schriftlich ge-
nehmigen, sowie die Richtigkeit der Reisekostenabrechnung bestätigen.
3.1.2 Ablauf
Zu beachten ist, dass der Prozess von zwei Akteuren gestartet werden kann. Der
Regelfall ist, dass ein Mitarbeiter eine Dienstreise durchführen will und somit selbst
den Prozess startet (siehe (1) in Abbildung 3.1 ). Aber der Prozess kann auch durch
den Vorgesetzten gestartet werden, falls der Vorgesetzte die Dienstreise anordnet (2).
Der restliche Ablauf ist in beiden Fällen nach diesen beiden Knoten gleich. Nachdem
der Prozess gestartet wurde, beginnt der Reisende mit dem Ausfüllen des ersten
Formulars, dem Dienstreiseantrag.
8
3.1 BPMN Modell
Dienstreise BPMN2.0
Verwaltung (Dezernat III)
Verwaltung (Dezernat III)
Dienstreise-
antrag
reisekosten-
rechtliche
Prinzipien
überprüfen
Abschlags-
zahlung prüfen
Abschlags-
zahlung
auszahlen
Für optionale
Überprüfung oder
Abschlagszahlung
Reisekosten-
abrechnung
durchführen
Dienstreise-
antrag Reisekosten-
abrechnung
Überweisung
durchführen
Falls die Überprüfung
fehlschlägt, muss der Antrag
erneut ausgefüllt werden
Bei Beanstandungen,
erneut ausfüllen. Wahl
zwischen Dienstreise
antreten oder
Überprüfung/ Abschlags-
zahlung anfordern
Abteilung
Reisender
Abteilung - Reisender
Will Dienstreise
durchführen
Dienstreise-
antrag ausfüllen
Dienstreiseantrag
überprüfen
Dienstreise-
antrag
weiterleiten
Dienstreise
durchführen
Reisekosten-
abrechnung
ausfüllen
Zahlung
bekommen
Antrag
überarbeiten
Dienstreisean-
trag
Vorgesetzter
Abteilung - Vorgesetzter
Ordnet
Dienstreise an
Dienstreise
genehmigen Dienstreiseantrag
unterschreiben
nötige Dokumente
während der Reise
aufbewahren (Rechnungen,
...)
automatischer Ablauf 6
Monate nach Ende der
Dienstreise, sofern die
Reisekostenabrechnung
nicht ausgeführt wird
Belege
Reisekosten-
abrechnung
überprüfen
Reisekosten-
abrechnung
unterschreiben
Reiseksoten-
abrechnung
Falls der Dienstreiseantrag
genehmigt wurde, kann die
Dienstreise angetreten werden.
Sonst erneut ausfüllen.
Bei fehlerfreier
Reisekostenabrechnung,
auf die Zahlung warten.
Sonst: überarbeiten
genehmigt?
Abschlagszahlung
muss nur geprüft
werden, wenn
angefordert
Wenn keine Beanstandung vorliegt,
unterschreibt der Vorgesetzte den
Antrag. Sonst muss er nochmals
überarbeitet werden
Überweisung erfolgt nur bei
einer Fehlerfreien
Reisekostenabrechnung
Alexander Bachmeier 1 von 1 27.10.2010
134
2
Abbildung 3.1: BPMN Modell der Dienstreise
9
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3 Modellierung des bestehenden Prozesses
3.1.3 Dienstreiseantrag
Das Ausfüllen des Dienstreiseantrags wird durch den Subprozess „Dienstreisean-
trag ausfüllen“erfasst.
Dienstreiseantrag ausfüllen
Dienstreise-
antrag
herunterladen
Dienstreise-
antrag als PDF
ausfüllen
Dienstreise-
antrag
ausdrucken
Dienstreise-
antrag
unterschreiben
Dienstreiseantrag
(Papier)
Dienstreiseantrag
(Datei)
Alexander Bachmeier 1 von 1 27.10.2010
Abbildung 3.2: Subprozess: Dienstreiseantrag ausfüllen
Der Subprozess setzt sich aus den vier folgenden Knoten zusammen:
Dienstreiseantrag herunterladen
Dienstreiseantrag als PDF ausfüllen
Dienstreiseantrag ausdrucken
Dienstreiseantrag unterschreiben
Das Formular für den Dienstreiseantrag ist auf der Webseite des Dezernats III erhält-
lich [2]. Der Reisende lädt das Formular als PDF herunter und kann es mittels geeig-
neter Software, z.B. dem Adobe Reader, ausfüllen. Danach wird es ausgedruckt und
von dem Reisenden unterschrieben. Damit ist der Subprozess für den Dienstreisean-
trag beendet. Darauf folgt die Weitergabe des Formulars an den Vorgesetzten. Hier
gibt es nun zwei Möglichkeiten für die weitere Ausführung des Prozesses. Sollte
der Vorgesetzte dem Antrag nicht zustimmen, so wird der komplette Prozess sofort
beendet. Es findet keine Dienstreise statt und es sind auch keine weiteren Arbeits-
schritte erforderlich.
Wenn der Vorgesetzte der Dienstreise zustimmt, unterschreibt er den Antrag und
gibt das Formular zurück an den Reisenden. Der Reisende überprüft nun nochmals
10
3.1 BPMN Modell
die Angaben auf dem Antrag. Sollte er hierbei Fehler finden, kann er den Antrag
erneut ausfüllen. Wenn alles zufriedenstellend ist, kann der Reisende, ohne weite-
re Arbeitsschritte bis zur Dienstreise, fortfahren oder den Antrag der Verwaltung
zukommen lassen. Es wird empfohlen, den Antrag noch vor der Reise zur Überprü-
fung an die Verwaltung zu geben, da hier eventuelle Probleme noch vor Beginn der
Dienstreise festgestellt werden können. Falls der Reisende eine Abschlagszahlung
beantragt hat, muss er den Antrag immer an die Verwaltung weitergeben, da die-
se sonst nicht ausgezahlt werden kann. Mit der Übergabe des Dienstreiseantrags an
die Verwaltung wird der Prozess auf Seite der Abteilung angehalten, bis die Verwal-
tung sich bezüglich des Antrags zurückmeldet. Die Verwaltung prüft den Antrag
auf Fehler und überweist gegebenenfalls die Abschlagszahlung.
Sobald eine Rückmeldung bezüglich des Dienstreiseantrag erfolgt ist, wird der Pro-
zess in der Abteilung fortgeführt. Falls es zu Beanstandungen der Daten auf dem
Dienstreiseantrag kommt, wird der Prozess beginnend mit dem Subprozess „Dienst-
reiseantrag ausfüllen“ wiederholt (3) und der Dienstreiseantrag muss erneut ausge-
füllt werden.
Weiter geht es mit der Durchführung der Dienstreise. Die Dienstreise ist für den
Ablauf des Prozesses nicht direkt von Bedeutung und wird deswegen auch nicht
im Detail behandelt. Während der Dienstreise muss der Reisende jedoch alle Belege
und Rechnungen für die spätere Abrechnung aufbewahren.
3.1.4 Reisekostenabrechnung
Auf die Dienstreise folgt die Reisekostenabrechnung. Die Reisekostenabrechnung
muss innerhalb von sechs Monaten nach Ende der Dienstreise eingereicht werden
[8]. Wird die Reisekostenabrechnung nicht durchgeführt, wird der Prozess beendet
und der Reisende kann sich seine Reisekosten nicht mehr erstatten lassen. Das für
die Modellierung des Sachverhalts verwendete Zeit-Zwischenereignis (4) wird mit
Fertigstellung der Reisekostenabrechnung deaktiviert.
Ähnlich wie beim Dienstreiseantrag besteht der Subprozess für die Reisekosten-
abrechnung (Abbildung 3.3) aus dem Ausfüllen des Antrags. Im Gegensatz zum
Dienstreiseantrag werden zusätzlich aber noch die entsprechenden Belege für die
Reisekostenabrechnung hinzugefügt.
11
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3 Modellierung des bestehenden Prozesses
Reisekostenabrechnung ausfüllen
Reiseksoten-
abrechnung
herunterladen
Reisekosten-
abrechnung als
PDF ausfüllen
Reisekosten-
abrechnung
ausdrucken
Reisekosten-
abrechnung
unterschreiben
Reisekostenantrag
(Papier)
Belege
zusammen-
stellen
Belege
Reisekosten-
antrag
(Datei)
Alexander Bachmeier 1 von 1 27.10.2010
Abbildung 3.3: Subprozess: Reisekostenabrechnung
Das Formular für die Reisekostenabrechnung wird im Original, zusammen mit den
originalen Belegen und dem Dienstreiseantrag an die Verwaltung geschickt. Der Pro-
zess wird wieder auf Abteilungsseite angehalten, bis eine Antwort der Verwaltung
eintrifft.
3.1.5 Prozessende
Nachdem die Verwaltung die Reisekostenabrechnung überprüft hat, erhält der Rei-
sende die Zahlung für die Kostendeckung seiner Reise. Sollte der Antrag noch eine
Überarbeitung benötigen, wird der Antrag von dem Reisenden nochmals überarbei-
tet und der Verwaltung erneut zugesandt. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis der
Reisende seine Zahlung bekommt.
Mit der Zahlung wird der Prozess beendet.
12
3.2 Fazit
3.2 Fazit
Mit einem Blick auf das BPMN Diagramm wird ersichtlich, wie komplex der Prozess
eigentlich ist. Die Komplexität ist auch ein Hinweis auf die Fehleranfälligkeit des
Prozesses in der bisherigen Form. Auch die Vielzahl an Möglichkeiten, um die selbe
Aufgabe zu erledigen, tragen erheblich zu dieser Fehleranfälligkeit und Komplexität
bei.
13
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4 Implementierung in Aristaow
Für die Implementierung des Prozesses wird auf die AristaFlow BPM Suite gesetzt.
AristaFlow erlaubt eine integrierte Verwaltung aller Daten und Abläufe sowie die
Zuordnung von Aufgaben an bestimmte Rollen und/oder Akteure.
Im Gegensatz zum BPMN-Modell ist die Verwaltung nicht in den AristaFlow Pro-
zess eingebunden. Dies liegt einerseits an den rechtlichen Bestimmungen, welche
die Papierform vorschreiben, und anderseits daran, dass die Verwaltung nicht auf
eine Business Process Management Suite setzt. Die Konsequenz ist, dass jeglicher
Datenaustausch zwischen der Abteilung und der Verwaltung in Schriftform durch
den Reisenden getätigt werden muss. Die BPM-Suite kann hier nur unterstützende
Anweisungen an den Reisenden geben. Das Resultat der einzelnen Aufgaben muss
durch den Reisenden in AristaFlow manuell bestätigt werden.
4.1 Ablauf der Implementierung
Die Implementierung gliedert sich in einen Hauptprozess und zwei Subprozesse.
Die Subprozesse entsprechen im Wesentlichen den Subprozessen der BPMN Model-
lierung und beziehen sich auf das Ausfüllen des Dienstreiseantrags und der Reise-
kostenabrechnung. Das Szenario der Anordnung der Dienstreise spielt für die Im-
plementierung keine Rolle. Sollte eine Dienstreise angeordnet werden, so kann der
Reisende den Prozess selbstständig starten. Der Hauptprozess wird somit immer
durch den Reisenden gestartet. Der Hauptprozess besteht aus den Subprozessen
„Dienstreiseantrag ausfüllen“ und „Reisekostenabrechnung ausfüllen“ welche sich
auf die Äquivalenten Antragsformulare beziehen.
In den Formularen erfolgt eine syntaktische Überprüfung der Angaben des Reisen-
den. Formelle Fehler, wie z.B. mehr Übernachtungen als die Dauer der Dienstreise,
werden nicht kontrolliert. Die Einhaltung des Gesetzes wird durch die Verwaltung
15
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4 Implementierung in Aristaflow
Abbildung 4.1: Dienstreise Hauptprozess in AristaFlow
überprüft, da Gesetze nicht eindeutig sind und Interpretationsspielraum bieten. Des-
wegen kann nur eine Überprüfung durch einen Menschen die Richtigkeit garantie-
ren.
4.1.1 Dienstreiseantrag
Nachdem der Reisende den Hauptprozess gestartet hat, muss er den ersten Subpro-
zess, „Dienstreiseantrag ausfüllen“, bearbeiten.
Im Subprozess werden in einer Eingabemaske (Abbildung 4.2) alle benötigten Da-
ten des Antrags erfasst. Für einige Felder, wie z.B. die Kostenstelle, wird hier auf
Werte aus einer Datenbank zurückgegriffen. Das ermöglicht eine externe Pflege der
Angaben und vermeidet die Angabe von fehlerhaften Daten. Die weiteren Felder
der Eingabemaske sind typsicher, es kann z.B. kein Fließtext für die Höhe der Ab-
schlagszahlung angegeben werden. Somit werden auch an dieser Stelle diverse Feh-
lerquellen ausgeschlossen.
Die Daten werden nach der Eingabe im nächsten Schritt mittels einer selbst imple-
mentierten AristaFlow Aktivität, einer Erweiterung für AristaFlow, in das gewohnte
Antragsformular der Verwaltung eingetragen. Der Reisende bekommt dann das aus-
gefüllte Formular angezeigt und kann das Formular erneut überarbeiten sofern er
Änderungsbedarf sieht. Für dieses erneute ausfüllen werden die bereits eingegeben
Daten übernommen, so dass das Formular nicht noch einmal vollständig ausgefüllt
werden muss.
Ist der Antrag für den Reisenden zufriedenstellend ausgefüllt, muss der Antrag im
nächsten Schritt gespeichert und ausgedruckt werden.
16
4.1 Ablauf der Implementierung
Abbildung 4.2: Eingabemaske am Beispiel des Dienstreiseantrags
17
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4 Implementierung in Aristaflow
Nachdem der Antrag ausgedruckt wurde, wird er vom Reisenden unterschrieben
und an seinen Vorgesetzten weitergegeben. Da das Landesreisekostengesetz ein Ori-
ginaldokument mit Unterschrift fordert, muss hier auf Papier als Medium zurückge-
griffen werden. Der Reisende ist selbst dafür verantwortlich das Dokument weiter
zu reichen. Sobald der Reisende den genehmigten Dienstreiseantrag vom Vorgesetz-
ten erhält, muss er diesen an das Dezernat III zur Überprüfung weiterleiten. Nach
dem Erhalt der Bestätigung durch die Verwaltung muss der bestätigte Dienstreise-
antrag aus Datenhaltungszwecken eingescannt werden und mithilfe einer entspre-
chenden Aktivität in den Prozess eingebracht werden. Das Formular wird später
für die Reisekostenabrechnung im Original benötigt und muss daher zusätzlich von
dem Reisenden aufbewahrt werden. Als letzte Aktivität in diesem Subprozess wer-
den alle markanten Werte der Dienstreise (Datum, Name, etc.) sowie der generierte
Dienstreiseantrag in einer externen Datenbank gespeichert. Diese externe Datenbank
dient einerseits Archivierungszwecken sowie andererseits einer möglichen externen
Protokollierung der Dienstreise.
Eine Änderung im Vergleich zu dem ursprünglichen Prozess ist die zwingende Ge-
nehmigung der Dienstreise durch den Vorgesetzten und die anschließende Weiter-
leitung an das Dezernat III zur Überprüfung der reisekostenrechtlichen Prinzipien.
In dem ursprünglichen Ablauf existierte keine Kontrolle, um zu verhindern, dass
ein Dienstreiseantrag erst nach einer Dienstreise von dem Reisenden ausgefüllt und
durch den Vorgesetzten unterschrieben wurde. Diese Änderung garantiert eine mög-
lichst einwandfreie Reisekostenabrechnung, da bereits vor der Dienstreise Probleme,
wie z.B. eine Dienstreise welche nicht genehmigt wurde, verhindert werden.
18
4.1 Ablauf der Implementierung
Abbildung 4.3: „Dienstreiseantrag ausfüllen“ Subprozess in AristaFlow
19
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4 Implementierung in Aristaflow
4.1.2 Reisekostenabrechnung
Der zweite Subprozess (Abbildung 4.4) bezieht sich auf das zweite Formular, die Rei-
sekostenabrechnung. Da die Reisekostenabrechnung spätestens sechs Monate nach
Ende der Dienstreise abgegeben werden muss, wird der Subprozess durch die inter-
ne Planungsfunktion von Aristaflow überwacht. Hierbei werden verschiedene Es-
kalationsstufen verwendet, um die Aufmerksamkeit des Reisenden zu erhalten. Das
Datum für das Reiseende wird dabei automatisch aus dem Dienstreiseantrag ent-
nommen
Die Eskalationsstufen gliedern sich wie folgt:
1. 20 Wochen nach Reiseende: Priorität erhöhen
2. 24 Wochen nach Reiseende: Priorität erhöhen und E-Mail Benachrichtigung
3. 30 Wochen nach Reiseende: Subprozess wird abgebrochen und der Prozess
wird beendet
Durch die gestaffelten Eskalationsstufen, soll ein versehentliches Überschreiten der
Frist so gut wie möglich verhindert werden.
Ähnlich wie beim Dienstreiseantrag besteht der Subprozess für die Reisekostenab-
rechnung (Abbildung 3.3) aus dem Ausfüllen des Antrags mit der darauffolgenden
Überprüfung der Daten und dem Ausdrucken des generierten PDFs. Wenn möglich
werden hierbei die benötigten Daten aus dem Dienstreiseantrag übernommen.
20
4.1 Ablauf der Implementierung
Abbildung 4.4: „Reisekostenabrechnung ausfüllen“ Subprozess in AristaFlow
21
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4 Implementierung in Aristaflow
Analog zum Dienstreiseantrag muss der Reisende in der Reisekostenabrechnung
nach einer Überprüfung der Angaben die ausgefüllte Reisekostenabrechnung spei-
chern, ausdrucken und zur Überprüfung an seinen Vorgesetzten geben. Das Formu-
lar kann überarbeitet werden, wenn während der Überprüfung Fehler durch den
Reisenden oder später durch den Vorgesetzten gefunden werden. Wird der Antrag
durch den Vorgesetzten unterschrieben, muss der Reisende das Formular einscan-
nen und über eine entsprechende Aktivität in den Prozess einfügen. Als nächstes
werden im Gegensatz zum Dienstreiseantrag zusätzlich die relevanten Belege und
Rechnungen der Dienstreise erfasst. Der Reisende muss hierzu seine Belege einscan-
nen, bevor die Reisekostenabrechnung beendet werden kann. Die Belege werden an-
schließend intern in AristaFlow und in einer externen Datenbank erfasst und sind so-
mit auch in Zukunft verfügbar. Der Antragssteller muss für die Reisekostenabrech-
nung die relevanten Belege wieder im Original einreichen. Aufgrund der Vorschrift
im Landesreisekostengesetz, welche ausdrücklich die Schriftform vorschreibt, kann
hier keine automatische Weiterleitung der Daten durchgeführt werden. Die Reise-
kostenabrechnung wird dann zusammen mit den Belegen an die Verwaltung weiter-
geleitet, welche den Antrag überprüft und die angeforderten Bezüge auszahlt. Stellt
die Verwaltung hier Fehler fest, muss der Reisende den Antrag überarbeiten und alle
darauffolgenden Schritte erneut ausführen. Sobald der Antrag von der Verwaltung
angenommen wurde, bestätigt der Reisende dies in der Aktivität „Reisekostenab-
rechnung angenommen“. Daraufhin werden noch relevante Angaben automatisiert
in eine externe Datenbank geschrieben und der Prozess wird daraufhin vom System
beendet.
4.2 Organisationsmodell
Für die Implementierung ist es notwendig ein Organisationsmodell mittels dem Ari-
staFlow „Org Model Editor“ zu erstellen. In dem Editor werden die am Prozess
beteiligten Akteure und ihre zugewiesenen Rollen festgelegt. Für den Prozess der
Reisekostenabrechnung werden drei Rollen in der Abteilung definiert:
Vorgesetzter
Mitarbeiter
SekretärIn
22
4.3 Implementierungsdetails
Abteilung
Mitarbeiter VorgesetzterSekretärIn
hat hat
hat
hat
ist
ist
Abbildung 4.5: Organisationsmodell der Implementierung
Der Vorgesetzte und die SekretärIn können zur Kontrolle den Status aller laufen-
den Prozesse einsehen und gegebenenfalls an diesen Änderungen vornehmen oder
den Status überprüfen. Der Mitarbeiter ist der Reisende, welcher den Prozess startet
und alle Aktivitäten bearbeitet. Der Vorgesetzte ist wie in Abbildung 4.5 ersichtlich
gleichzeitig auch ein Mitarbeiter und kann somit auch selber Dienstreisen durchfüh-
ren. In diesem Fall kann er selbst die Überprüfung der jeweiligen Formulare unter-
schreiben.
4.3 Implementierungsdetails
Für die Implementierung werden einige zusätzliche Werkzeuge neben AristaFlow
verwendet. Für den Export der Daten in die vorhandenen PDF Formulare wurde
eine AristaFlow Aktivität in Java implementiert. Die Java Implementierung verwen-
det z.B. im Falle der Reisekostenabrechnung eine Hashtabelle. Die Hashtabelle ord-
net die Eingabeparameter entsprechend ihres Datentyps einer Funktion zu, welche
mittels der iText Bibliothek [6] die Angaben in das Formular einfügt. Um den kor-
rekten Namen der Parameter zu gewährleisten, hat die Aktivität in AristaFlow eine
entsprechende Parameterliste.
Zur Erstellung der Eingabemasken wurde der WJ&P FormDesigner [11] benutzt.
Der Editor ist ebenfalls eine AristaFlow Aktivität. Da dieser auf der Microsoft .NET
Plattform aufbaut, ist die Plattformunabhängigkeit von AristaFlow während der Er-
stellung von Prozessen nicht mehr gegeben. Die Ausführung des Prozesses ist jedoch
23
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4 Implementierung in Aristaflow
weiterhin auf allen Plattformen möglich, da die erstellten Formulare auf HTML/Ja-
vaScript aufbauen.
Für die externe Datenbankanbindung wird eine Apache Derby [4] Datenbank ver-
wendet. Die Datenbank enthält Tabellen für die Daten der Reisekostenabrechnun-
gen, Dienstreiseanträge sowie drei Tabellen für die Buchungsstellen (Projekt, Haus-
haltsprogramm, Finanzstelle).
4.4 Fazit
Die Implementierung zeigt weiterhin die Komplexität des Prozesses auf. Die große
Anzahl von Datenelementen, im Fall des Subprozess für die Reisekostenabrechnung
106 Stück, ist nur ein Indiz dieser Tatsache. Die durch die Implementierung vermie-
denen Schwachstellen des existierenden Ablaufs sind ein nennenswerter Vorteil des
durchorganisierten Prozesses. Erschwerend für die Implementierung ist, dass die
Verwaltung nicht direkt eingebunden werden kann. Viel Aufwand muss hier durch
den Reisenden betrieben werden, um die Formulare an die Verwaltung weiterzulei-
ten.
24
5 Fazit
Der implementierte Prozess für die Reisekostenabrechnung zeigt auf, dass es durch-
aus ein valides Szenario ist, auch alltägliche Prozesse aus der Verwaltung mit den
Mitteln von Business Process Management Software zu realisieren. Die Dienstreise
ist auf den ersten Blick sehr linear aufgebaut und wirkt nicht überaus komplex. Die
Komplexität des eigentlichen Ablaufs wurde erst durch die Formalisierung und die
Modellierung ersichtlich. Vor allem Problemstellen, wie z.B. die Möglichkeit, eine
Dienstreise ohne unterschriebenen Antrag durchzuführen, gehen aus der Modellie-
rung hervor und können in der Implementierung beseitigt werden. Unnötige und
fehleranfällige Verzweigungen im Prozess sind im BPMN Modell gut zu erfassen.
Dadurch können diese Verzweigungen in der Implementierung ausgeschlossen oder
restriktiver und damit weniger fehleranfällig gestaltet werden.
5.1 Optimierungsmöglichkeiten
Es gibt viele Punkte, an denen die Möglichkeiten welche ein Process Management
System bietet, noch weiter ausgereizt werden können. Aufgrund der rechtlichen
Vorgaben, dass alle Formulare sowie Belege nur in originaler Fassung akzeptiert
werden, müssen die erfassten Daten ausgedruckt und in Papierform weitergeleitet
werden. Als ersten Schritt könnte man hier die Formulare in digitaler Form auto-
matisch nach der Eingabe an die Verwaltung weiterleiten. Denkbar wäre auch, nur
eine Weiterleitung der benötigten Daten an die Verwaltung über eine entsprechen-
de Schnittstelle zu realisieren. Um den Prozess noch reibungsloser zu gestalten, ist
in Zukunft auch die Möglichkeit von digitalen Signaturen in Erwägung zu ziehen.
Zum Beispiel würde der neue Personalausweis (nPa) eine eindeutige und rechtlich
abgesicherte „Unterschrift “ermöglichen. Durch die Einbindung der Verwaltung in
das System könnten damit weitere Fehlerquellen im Prozess beseitigt werden. Wür-
de die Verwaltung ebenfalls auf ein BPM System setzen, könnte sie vollständig in
25
Advertisement
5 Fazit
den Prozess eingebunden werden und ein vollständiger Datenaustausch würde den
Medienbruch eventuell vermeiden und den benötigten Zeitaufwand für die Reise-
kostenabrechnung minimieren.
Auch könnte man den Prozess auf das Gebiet der Mobile Services ausweiten. Soft-
ware auf einem Smartphone könnte beispielsweise verwendet werden, um relevante
Daten schon während der Dienstreise zu erfassen.
26
27
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A Formulare
A Formulare
A.1 Dienstreiseantrag
Dienstreiseantrag
Name, Vorname
Universität Ulm
Dez. III / Abt. III-1
Helmholtzstr. 16
Einrichtung
D - 89081 Ulm
Seite 1 von 2
Ziel der Reise: Zweck der Reise:
Beginn d. Dienstgeschäfts
Tag Monat Jahr
Uhrzeit:
Geplanter Beginn der
Reise
Tag Monat Jahr
Wohnung
Dienststelle
*
Uhrzeit:
Ende des Dienstgeschäfts
Tag Monat Jahr
Uhrzeit:
Ende der Reise tägl. Rückkehr
Tag Monat Jahr
Wohnung ja
Dienststelle nein
*
Uhrzeit:
Beförderungsmittel: Begründung für die Benutzung eines Privat-Kfz/Taxi/Inlandsflug o. ä.
Bundesbahn Bahncard vorhanden
Dienst- Kfz
Privat- Kfz
Flugzeug
Abschlags Zahlung Ich beantrage für die o. g. Dienstreise eine Abschlagszahlung in Höhe von €.
Bankverbindung Kto-Nr.: BLZ: Kreditinstitut:
BIC IBAN
Datum:
Unterschrift Dienstreisende/r
Genehmigung der/des Vorgesetzten I Einrichtungsleiters I des Projektleiters
Die beantragte Reise dient der Erledigung eines Dienstgeschäftes und wird von mir genehmigt!
Finanzstelle: Haushaltsprogramm: Projekt:
Angabe der Buchungsstelle:
Datum:
Einrichtungsleiter/ -in.
28
A.1 Dienstreiseantrag
Wichtige Hinweise:
1. Nach Beendigung der Dienstreise übersenden Sie der Personalabteilung bitte die Reisekostenabrechnung (in
2-facher Ausfertigung), sowie den genehmigten Dienstreiseantrag bzw. die schriftliche Anordnung und die
Originalbelege der Ihnen entstandenen Kosten (z.B. Taxi, Hotelkosten, Tagungsgebühren usw.)
2. Wünschen Sie für die Dienstreise eine Abschlagszahlung, vermerken Sie bitte auf der Vorderseite die Höhe
des Betrages und Ihre Bankverbindung. Geben Sie bitte den Betrag der gewährten Abschlagszahlung auf der
Reisekostenabrechnung an.
3. Die Reisekostenvergütung muss innerhalb eines Jahres nach Beendigung der Dienstreise bei der
Personalabteilung beantragt werden. Hierbei handelt es sich um eine gesetzliche Ausschlussfrist, d.h. eine
Kostenerstattung ist nach Ablauf der Frist nicht mehr möglich.
4. Sämtliche Leistungen Dritter (z.B. Vortragshonorar, Erstattung von Fahrt-, Übernachtungs- und
Verpflegungskosten, unentgeltliche Mahlzeiten) müssen bei der Abrechnung der Dienstreise angegeben
werden.
* Eine Verbindung von Dienstreise und Urlaubsreise muss ausdrücklich angegeben werden. Wegen der erstattungsfähigen
Kosten setzen Sie sich bitte vorab mit Ihrem zuständigen Reisekostensachbearbeiter in der Personalabteilung in Verbindung.
© Universität Ulm * Dez. III * 22.02.2008 Seite 2 von 2
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A Formulare
A.2 Reisekostenabrechnung
30
A.2 Reisekostenabrechnung
31
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B BPMN Modell
33
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B BPMN Modell
Dienstreise BPMN2.0
Verwaltung (Dezernat III)
Verwaltung (Dezernat III)
Dienstreise-
antrag
reisekosten-
rechtliche
Prinzipien
überprüfen
Für optionale
Überprüfung oder
Abschlagszahlung
Falls die Überprüfung
fehlschlägt, muss der Antrag
erneut ausgefüllt werden
Bei Beanstandungen,
erneut ausfüllen. Wahl
zwischen Dienstreise
antreten oder
Überprüfung/ Abschlags-
zahlung anfordern
Abschlags-
zahlung prüfen
Abschlags-
zahlung
auszahlen
Reisekosten-
abrechnung
durchführen
Dienstreise-
antrag
Reisekosten-
abrechnung
Überweisung
durchführen
Abteilung
Reisender
Abteilung - Reisender
Will Dienstreise
durchführen Dienstreise-
antrag ausfüllen
Dienstreiseantrag
überprüfen
Dienstreise-
antrag
weiterleiten
Dienstreisean-
trag
Dienstreise
durchführen
Reisekosten-
abrechnung
ausfüllen
Zahlung
bekommen
Antrag
überarbeiten
Vorgesetzter
Abteilung - Vorgesetzter
Ordnet
Dienstreise an
Dienstreise
genehmigen Dienstreiseantrag
unterschreiben
Falls der Dienstreiseantrag
genehmigt wurde, kann die
Dienstreise angetreten werden.
Sonst erneut ausfüllen.
genehmigt?
Belege nötige Dokumente
während der Reise
aufbewahren (Rechnungen,
...)
automatischer Ablauf 6
Monate nach Ende der
Dienstreise, sofern die
Reisekostenabrechnung
nicht ausgeführt wird
Reisekosten-
abrechnung
überprüfen
Reisekosten-
abrechnung
unterschreiben
Reiseksoten-
abrechnung
Bei fehlerfreier
Reisekostenabrechnung,
auf die Zahlung warten.
Sonst: überarbeiten
Abschlagszahlung
muss nur geprüft
werden, wenn
angefordert
Wenn keine Beanstandung vorliegt,
unterschreibt der Vorgesetzte den
Antrag. Sonst muss er nochmals
überarbeitet werden
Überweisung erfolgt nur bei
einer Fehlerfreien
Reisekostenabrechnung
Alexander Bachmeier 1 von 1 27.10.2010
34
Dienstreise BPMN2.0
Verwaltung (Dezernat III)
Verwaltung (Dezernat III)
Dienstreise-
antrag
reisekosten-
rechtliche
Prinzipien
überprüfen
Für optionale
Überprüfung oder
Abschlagszahlung
Falls die Überprüfung
fehlschlägt, muss der Antrag
erneut ausgefüllt werden
Bei Beanstandungen,
erneut ausfüllen. Wahl
zwischen Dienstreise
antreten oder
Überprüfung/ Abschlags-
zahlung anfordern
Abschlags-
zahlung prüfen
Abschlags-
zahlung
auszahlen
Reisekosten-
abrechnung
durchführen
Dienstreise-
antrag
Reisekosten-
abrechnung
Überweisung
durchführen
Abteilung
Reisender
Abteilung - Reisender
Will Dienstreise
durchführen
Dienstreise-
antrag ausfüllen
Dienstreiseantrag
überprüfen
Dienstreise-
antrag
weiterleiten
Dienstreisean-
trag
Dienstreise
durchführen
Reisekosten-
abrechnung
ausfüllen
Zahlung
bekommen
Antrag
überarbeiten
Vorgesetzter
Abteilung - Vorgesetzter
Ordnet
Dienstreise an
Dienstreise
genehmigen
Dienstreiseantrag
unterschreiben
Falls der Dienstreiseantrag
genehmigt wurde, kann die
Dienstreise angetreten werden.
Sonst erneut ausfüllen.
genehmigt?
Belege nötige Dokumente
während der Reise
aufbewahren (Rechnungen,
...)
automatischer Ablauf 6
Monate nach Ende der
Dienstreise, sofern die
Reisekostenabrechnung
nicht ausgeführt wird
Reisekosten-
abrechnung
überprüfen
Reisekosten-
abrechnung
unterschreiben
Reiseksoten-
abrechnung
Bei fehlerfreier
Reisekostenabrechnung,
auf die Zahlung warten.
Sonst: überarbeiten
Abschlagszahlung
muss nur geprüft
werden, wenn
angefordert
Wenn keine Beanstandung vorliegt,
unterschreibt der Vorgesetzte den
Antrag. Sonst muss er nochmals
überarbeitet werden
Überweisung erfolgt nur bei
einer Fehlerfreien
Reisekostenabrechnung
Alexander Bachmeier 1 von 1 27.10.2010
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Literaturverzeichnis
[1] AristaFlow Business Process Management Suite.
http://www.aristaflow.com/
,
Abruf: 2010.10.09
[2] Antrag auf Genehmigung einer Dienstreise. Version:02 2008.
http:
//www.uni-ulm.de/fileadmin/website_uni_ulm/zuv/zuv.dezIII.
abt1/3-1oeffentlich/reisekosten/Antrag_auf_Genehmigung_einer_
_Dienstreise_09-2010.pdf
, Abruf: 2010.09.29. PDF
[3] Business Process Management Initiative: Object Management Group/Business Pro-
cess Management Initiative.
http://www.bpmn.org/Documents/FAQ.htm
, Abruf:
2010.10.10
[4] Apache Derby.
http://db.apache.org/derby/
, Abruf: 2010.10.25
[5] GOETZER, Klaus: Vom Geschäftsprozess zum Workflow. Hanser Fachbuchverlag,
2008. ISBN 3446414827
[6] iText Software Corp: iText PDF manipulation library.
http://itextpdf.com/
,
Abruf: 2010.10.25
[7] Landesreisekostengesetz, Land Baden-Württemberg.
http://www.landesrecht-bw.
de/jportal/?quelle=jlink&query=RKG+BW&psml=bsbawueprod.psml&max=
true&aiz=true
. Version: 10 2010, Abruf: 2010.10.25
[8] Zusammenfassung Landesreisekostengesetz (LRKG). Version: 01 2009.
http://www.uni-ulm.de/fileadmin/website_uni_ulm/zuv/zuv.dezIII.
abt1/3-1oeffentlich/reisekosten/Zusammenfassung1_LRKG.pdf
, Abruf:
2010.09.17
[9] OWEN, Martin ; JOG, Roj: BPMN and Business Process Management.
http:
//bpmn.org/Documents/6AD5D16960.BPMN_and_BPM.pdf
, Abruf: 2010.10.11
[10] Signavio GmbH: Signavio Process Editor.
http://www.signavio.com/de/
produkte/process-editor-as-a-service.html
, Abruf: 2010.10.25
37
Advertisement
Literaturverzeichnis
[11] WJ&P WebFormDesigner.
http://www.wjp.de/index.php?option=com_
content&task=view&id=33&Itemid=52
, Abruf: 2010.10.25
38