Marc Klaus Kollum
Dr. med.
Proliferation und Apoptose im experimentellen Modell der Restenose nach
Angioplastie
Geboren am 20.11.1971
Reifeprüfung am
Studiengang der Medizin vom bis
Physikum am an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Akademisches Lehrkrankenhaus Bruchsal
Staatsexamen am an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Innere Medizin
Doktorvater: Priv.-Doz. Dr. med. C. Hehrlein
Der Schwerpunkt dieser Arbeit basiert auf dem Vergleich der Proliferation und
der Apoptose im experimentellen Restenosemodell nach Ballonangioplastie mit
Stent-Implantation im Vergleich zur Ballonangioplastie alleine.
Grundlegende Methoden der Arbeit sind (1) die histomorphologische
Quantifizierung der restenotischen Gefäßparameter (z.B. Neointimafläche,
Zelldichte und -zahl), (2) die in situ Detektion apoptotischer Zellen durch die
TUNEL-Technik und Propidiumjodidfärbung, (3) die immunhistochemische
Differenzierung der apoptotischen und proliferierenden Zellen in glatte
Muskelzellen und Makrophagen in der Media und Neointima durch Doppelfärbetechnik
sowie (4) die elektronenmikroskopische Beurteilung und Quantifizierung
apoptotischer Zellen.
Die Ergebnisse zeigen eine 2-3fach erhöhte Zunahme der Neointimafläche von der
ersten bis zur 12. Woche nach Stent-Implantation im Vergleich zur
Ballonangioplastie. Im gleichen Zeitraum zeigt die Zelldichte nach Stent-
Implantation eine kontinuierliche Abnahme, während eine maximale Zelldichte 4
Wochen nach der Ballonangioplastie vorgefunden wird. Die Untersuchung der
Proliferationsrate in der Neointima zeigt keinen Unterschied nach beiden
Interventionen. Die Neointima gestenteter Gefäße zeigen eine erhöhte Rate an
TUNEL-positiven Zellen im Vergleich zu ballonierten Gefäßen. Im Verlauf von 12
Wochen nach beiden Interventionen nimmt die Apoptosehäufigkeit kontinuierlich
ab. Im gestenteten Gefäß finden sich apoptotische glatte Muskelzellen und
apoptotische Makrophagen, wohingegen im ballonierten Gefäß nur apoptotische
glatte Muskelzellen detektiert werden.
Die erhöhte Rate apoptotischer Zellen in der Neointima 1 Woche nach Stent-
Implantation, verglichen mit der Ballonangioplastie, deutet auf eine gesteigerte
Absterberate glatter Muskelzellen und Makrophagen hin. Die Anhäufung und
Apoptose von Makrophagen in der frühen Phase nach Stent-Implantation gehen mit
einer Reduktion der Zelldichte der Neointima einher und scheinen in diesem
Modell bei der Sekretion von extrazellulärer Matrix und deren Akkumulation zu
der Neointima eine Rolle zu spielen.