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[de] (orig)
Mark Michael Lyons
Dr. med.
Einfluß der subakuten Infusion von physiologischen Dosen von 1,34-Parathormon
auf Blutdruck und Insulinsensitivität
Geboren am 29.09.1970 in Dublin, Irland.
Reifeprüfung am 21.06.1991.
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1991/92 bis WS 1998.
Physikum am 25.08.1993 an der Universität Heidelberg.
Klinisches Studium in Heidelberg.
Praktisches Jahr in der Universitäts-Kinderklinik (Heidelberg), Krehl Klinik (Heidelberg)
und am Texas Heart Institute (Houston, Texas).
Staatsexamen am 02.11.1998 an der Universität Heidelberg.
Promotionsfach: Innere Medizin
Doktorvater: Prof.Dr.med.Dr.h.c.mult.E.Ritz
Es wird vermutet, daß chronisch erhöhte Plasmaspiegel des Parathormons und erhöhte
intrazelluläre [Ca2+]i-Konzentrationen für die Genese der arteriellen Hypertonie von
Relevanz sind. Man weiß aus Studien an urämischen Patienten mit sekundärem
Hyperparathyreoidismus und Patienten mit primärem Hyperparathyreoidismus, daß die
arterielle Hypertonie bei diesen Patienten mit erhöhten PTH-Spiegeln und erhöhter
intrazellulärer [Ca2+]i-Konzentration einhergeht. Von besonderem Interesse sind
andererseits jedoch tierexperimentelle Studien, die im Kurzzeitversuch eine
vasodilatierende und somit blutdrucksenkende Wirkung des PTH dokumentieren.
Allerdings zeigen andere tierexperimentelle Studien, daß im Langzeitversuch PTH eine
permissive Rolle in der Genese verschiedener Hochdruckformen spielt. Bis jetzt konnte
beim Menschen durch Interventionsstudien noch nicht eindeutig gezeigt werden, daß der
Blutdruck durch Parathormon beeinflußt wird.
Die Untersuchung mit Parathormon ist als blutdruckschwacher Störfaktor zu
bedenken, da PTH und die intrazelluläre [Ca2+]i-Konzentration die insulinabhängige
Glucoseaufnahme beeinflußen. So wird bei Patienten mit primärem und sekundärem
Hyperparathyreoidismus eine Insulinresistenz Insulin beeinflußt das intrazelluläre
Calcium. Ob eine Interaktion zwischen PTH und Insulin in Bezug auf das intrazelluläre
Calcium besteht, ist ungeklärt.
Zur Klärung dieser Frage wurde eine doppel-blinde und Placebo-kontrollierte
Studie durchgeführt. Zehn gesunde junge Männer wurden unter hyper-insulinämischen
euglykämischen Bedingungen mit Hilfe der Klemm-Technik untersucht. In randomisierter
Reihenfolge wurde an zwei Untersuchungstagen entweder eine Placebo-Infusion oder eine
Infusion mit 200 Einheiten von 1,34-Parathormon über jeweils zwei Stunden durchgeführt.
Der mittlere arterielle Blutdruck wurde in regelmäßigen Intervallen automatisch gemessen,
die intrazelluläre [Ca2+]i-Konzentration spektrofluormetrisch und PTH mittels eines
Radioimmunassays ermittelt.
Es wurde ein signifikanter Anstieg des mittleren arteriellen Blutdrucks unter PTH-
Infusion gefunden, während unter Placebo-Bedingungen der MAD nahezu unverändert
blieb. Weiterhin kam es unter PTH-Infusion zu einer Erhöhung der intrazellulären [Ca2+]i-
Konzentration, die bei der Placebo-Infusion ausblieb. Zwischen der Erhöhung der
intrazellulären [Ca2+]i-Konzentration und dem Anstieg des mittleren MAD konnte nach der
Methode von Pearson eine positive Korrelation berechnet werden. Ein Anstieg des
ionisierten Calciums im Blut konnte an beiden Untersuchungstagen, d.h. sowohl unter PTH
al auch unter Placebo, vermutlich als Ausdruck zirkadianer Schwankung, gemessen
werden, wobei allerdings der Anstieg nach der PTH-Infusion deutlicher ausfiel. Im
Gegensatz zu der signifikanten Beeinflußung des MAD durch PTH, konnte keine
Auswirkung von PTH auf die Insulinsensitivität nachgewiesen werden.
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß durch die subakute Verabreichung
physiologischer Dosen von 1,34-Parathormon bei gesunden Probanden ein
Blutdruckanstieg hervorgerufen wird. Dieses Ergebnis wurde unter euglykämischen
Bedingungen und bei kontrollierten Insulinspiegeln erhalten. Der Blutdruckanstieg war
von einer Erhöhung der intrazellulären [Ca2+]i-Konzentration begleitet. Diese Beobachtung
ist mit einer permissiven Rolle des PTH in der Genese des Bluthochdrucks bei Patienten
mit primärem und sekundärem (renalen) Hyperparathyreoidismus vereinbar.