Andrea Tauscher
Klinische Studie zur Wertigkeit der dreidimensionalen Meniskussonographie
Geboren am 28.08.1969
Reifeprüfung am 12.05.1989
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom SS 1990 bis SS 1996
Physikum am 30.03.1992 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Bad Mergentheim und Luzern
Staatsexamen am 30.04.1996 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Chirurgie
Doktorvater: Prof. Dr. med. P.-J. Meeder
In die Methoden der Diagnostik von Meniskusläsionen hat sich im letzten Jahrzehnt neben der
klinischen Untersuchung, der Arthrographie und der Arthroskopie die sonographische Technik
eingegliedert und hat einen festen Platz in der klinischen Praxis eingenommen. Durch die
Entwicklung eines dreidimensional arbeitenden Ultraschallgerätes hat sich nun die Frage
gestellt, ob der Einsatz dieser Technik in der Meniskusdiagnostik einen Vorteil erbringt. Das
Ziel dieser klinisch orientierten Arbeit war es, die diagnostischen Möglichkeiten der 3D-
Sonographie zu beurteilen. Hierzu wurden 60 Menisken von 46 Patienten, bei denen die
Indikation zu einer Arthroskopie gestellt worden war, erst mit der konventionellen
Sonographie und anschließend mit der 3D-Technik untersucht, indem 60 Schnittbilder mittels
Computer zu einem gläsernen Image, welches auf einem Monitor rotiert, umgerechnet wurden.
Anhand von Sensitivitäten, Spezifitäten, positiven und negativen Vorhersagewerten wurden die
Untersuchungsergebnisse der beiden Methoden miteinander verglichen. Hierbei hat die 3D-
Sonographie mit einer Sensitivität von 100% gegenüber 91,7% in der Diagnose einer
bestehenden Läsion eine Verbesserung erbracht. Ebenso liegt die Spezifität der 3D-
Sonographie mit 87,5% gegenüber 83,3% über derjenigen der konventionellen Sonographie.
Diese Werte zeigen, daß der dreidimensionale Ultraschall mehr Meniskusläsionen richtig
erkennen läßt, aber auch gesunde Menisken mit höherer Sicherheit als intakt diagnostiziert als
der zweidimensionale Ultraschall. Von besonderer klinischer Bedeutung ist der hohe negative
Vorhersagewert der dreidimensionalen Sonographie, da hiermit Patienten mit unverletztem
Meniskus mit hoher Sicherheit erkannt werden, was für die weitere Planung möglicher
invasiver und kostenaufwendiger diagnostischer Mittel für den jeweilig betroffenen Patienten
von Relevanz sein könnte. Der beschriebene hohe zeitliche Aufwand ist inzwischen durch eine
Weiterentwicklung der Software zur 3D-Sonographie erheblich reduziert worden. Dies wäre
die Voraussetzung zum etwaigen Einsatz dieser Methodik in der klinischen Routine. Die
beschriebene hohe Spezifität der 3D-Sonographie liegt jedoch noch in einem Bereich, der die
klinische Relevanz im Vergleich zum MRT erheblich relativiert.