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Yuming Li
Dr. med.
Immunoreaktives bone Sialoprotein im Serum:
Einfluß anthropometrischer, chronobiologischer und ambienter Faktoren
Grboren am 20. 10. 1962 in Wuhan /VR. China
Reifeprüfung am 7-9. 7. 1980 in Wuhan
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1980 bis SS 1985
Physikum (keine in China)
Klinisches Studium in Xiehe Klinik der Tongji Med. Universität
Praktisches Jahr in Xiehe Klinik der Tongji Med. Universität
Staatsexamen am 30. 6. 1985 an der Tongji Med. Universität
Promotionsfach: Endokrinologie und Stoffwechsel
Doktorvater: Priv.-Doz. Dr. med. MJ. Seibel
Zusammenfassung
Bone Sialoprotein (BSP) macht circa 10-15% der nicht-kollagenen Proteine im
Knochen aus. Es handelt sich hierbei um ein phosphoryliertes Glykoprotein mit
einer Molekularmasse von ca. 70000 Dalton (4-20 % SDS-PAGE), wobei 32000
Dalton auf den Proteinanteil entfallen. Bone Sialoprotein findet sich in Osteoblasten,
Osteoklasten und an der Bildungslinie der Osteoidmatrix. Durch seine oberflächen-
und membranadhäsiven Eigenschaften spielt BSP eine wichtige Rolle bei der
Organisation der extrazellulären Knochenmatrix. Mittels eines spezifischen, von uns
mitentwickelten Immunoassays kann BSP jetzt auch im Serum nachgewiesen
werden. Der Serum-BSDP-Spiegel reflektiert u.E. die osteoklastische Aktivität und
kann als ein neuer Marker der Knochenresorption betrachtet werden.
Zur Charakterisierung sowie zur Evaluation der diagnostischen Sensitivität und
Spezifität des BSP im Serum wurden die biochemische Variabilität, circadiane
Rhythmik und Stabilität des BSP im Serum bei gesunden Probanden untersucht. In
der vorliegenden Arbeit wurden die folgenden Fragen beantwortet:
Anthropometrische Variablen: Einfluß von Geschlecht, Alters,
Menopausenstatus und Körpermasse auf die Konzentration von
immunoreaktivem BSP im Serum.
Chronobiologische Variablen: Einfluß von circadianem Rhythmus und Tag-zu-
Tag-Schwanhungen auf Serum-BSP.
Ambiente Variablen: Stabilität von Serum-BSP unter verschiedenen Lagerungs-
bedinungen und unterschiedlicher Lagerungsdauer.
Kovariation mit anderen Knochenstoffwechselmarkern (DPD, CTX).
Die Serum-Konzentration von BSP zeigt bei Kindern und Adoleszenten eine
deutliche Altersabhängigkeit. Die höchsten sBSP-Werte treten bei Neugeborenen
und Jugendlichen während der Wachstumsphase auf. Bei Erwachsenen ist die
Altersabhängigkeit des sBSP nicht erkennbar. Der Menopausenstatus hat einen
deutlichen Einfluß auf den Serum-BSP bei Frauen. Nach der Menopause wurde ein
signifikanter Anstieg des sBSP gezeigt. Bei prämenopausalen Frauen wurde ein
höherer Serumwert von BSP vor dem 30. Lebensjahr beobachtet. Bei Erwachsenen
wurde keine Korrelation zwischen Serum-BSP und Körpergröße, Körpergewicht
oder Body Mass Index (BMI) nachgewiesen.
Die circadiane Rhythmik des BSP zeigt einen hohen sBSP-Spiegel während der
Nacht und niedrige Werte am frühen Nachmittag. Die Amplitude der diurnalen
Variation beträgt ±20% mit einer mittleren Konzentration von 10.5 ng/mL. Die
intraindividuellen Tag-zu-Tag-Schwankungen von sBSP sind gering, die Amplitude
der Tag-zu-Tag-Variabilität liegen zwischen 7.3 und 18.6 % mit einem Mittelwert
von 11.7%.
Die ambienten Bedingungen nach Blutentnahme zeigen einen deutlichen Einfluß auf
den Serum-BSP-Spiegel. Bei Lagerungstemperaturen über 0°C stieg die
Konzentration des Serum-BSP deutlich (bis 30%) an. Tauzyklen zeigen dagegen
keinen deutlichen Einfluß auf den Serum-BSP-Gehalt.
Serum-BSP zeigt eine signifikante Korrelation mit anderen Markern der
Knochenresorption (sCTX, uDPD).
Serum-BSP zeigt damit die typischen Charakteristika eines sensitiven
Knochenstoffwechselparameters mit guter intraindividueller Reproduzierbarkeit