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Immanuel Widmann
Dr. med. dent
Abstoßungsdiagnostik bei nierentransplantierten Patienten mittels 99mTc-MAG3
Geboren am 20.06.1967 in Niederhofen
Reifeprüfung am 09.05.1989 in Eppingen
Studiengang der Fachrichtung Zahnmedizin vom SS 1990 bis WS 1995/96
Physikum am 22.03.1993 an der Universität Heidelberg
Staatsexamen am 11.01.1996 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Radiologie
Doktorvater: Prof. Dr. med. P. Georgi
In der vorliegenden retrospektiven Studie wurden 340 nierentransplantierte Patienten mit und
ohne Abstoßungsreaktion in den ersten 4 Wochen jeweils mit szintigraphischen, zum Teil
histologischen (n= 148) und anderen klinischen Befunden analysiert. Von den 340 Patienten
lagen insgesamt 2561 Nierenszintigramme vor. Von diesen 340 Patienten durchliefen 96
Patienten eine Abstoßungereaktion. Bei 77 Patienten lag ein histologisch gesicherter Befund
vor. Für das nierenszintigraphische Verfahren ergab sich für eine Abstoßungsreaktion bei
Patienten mit histologischem Befund ein positiv prädiktiver Wert von 69% und ein negativ
prädiktiver Wert von 92%. Ohne histologisch abgesicherten Befund, d. h. aufgrund des
klinischen Verlaufes und der Reaktion auf Kortisontherapie als Beurteilungskriterien, ergab
sich ein positiv prädiktiver Wert von 58% und ein negativ prädiktiver Wert von 97,4%. Im
Erkennen einer ATN lag die Treffsicherheit bei 93%.
Bei einer relativen Abnahme des Perfusionsindex um 30-39% liegt der positiv prädiktive Wert
bei 69,5% und der negativ prädiktive Wert bei 69,2%.
Ziel dieser Arbeit war es, Zusammenhänge zwischen den erhobenen szintigraphischen Pa-
rametern einerseits und den histologischen Befunden andererseits aufzuzeigen.
Durch die nuklearmedizinische Untersuchung der nierentransplantierten Patienten kann man
eine Abstoßungsreaktion mit einer Sensitivität von 90% und einer Spezifität von 74%
diagnostizieren. Über die Hälfte aller Abstoßungsreaktionen traten in den ersten 28 Tagen
post operationem auf. Das Patientengut mit einer Abstoßungsreaktion zeigte im Vergleich
zum Patientengut ohne Abstoßungsreaktion hinsichtlich Altersstruktur, Geschlechtsverteilung
und der Perfusions- und Funktionsindices der MAG3-Szintigraphie keine auffälligen Ab-
weichungen. Die Übereinstimmung der HLA-Faktoren beeinflußt weder die anfänglichen
Perfusions- und Funktionsindices noch die Häufigkeit einer Abstoßungsreaktion. Es konnte
auch nachgewiesen werden, daß weder die ATN-Dauer noch eine Abstoßungsreaktion in
Abhängig von der Länge der kalten Ischämiezeit steht.
Nierentransplantierte Patienten, die bei dem Eingriff jünger als 20 und älter als 60 Jahre
waren, schienen geringfügig einem höheren Abstoßungsrisiko ausgesetzt zu sein. So trat bei
54,5% dieser Patientengruppe eine Abstoßungsreaktion auf, wohingegen bei Patienten zwi-
schen dem dreißigsten und vierzigsten Lebensjahr nur für 30,8% eine Abstoßungsreaktion
vorlag.
Für die Frühdiagnose einer Abstoßungsreaktion besitzt die Nierenszintigraphie aufgrund ihrer
hohen Sensitivität und der geringen Invasivität einen hohen diagnostischen Stellenwert. Es ist
deshalb notwendig Ausgangsszintigraphien und- vor allem in den ersten Wochen nach der
Transplantation- Verlaufskontrollen der Transplantatfunktion mittels 99mTc-MAG3
durchzuführen.