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Lilla Vizkeleti
Dr. med.
Emboliedetektion mittels transkranieller Doppler-Sonographie
Geboren am 23.04.1968 in Szöny (Ungarn)
Reifeprüfung am 18.06.1986
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1986 bis SS 1993
Rigorosum in der Fächer Anatomie, Physiologie und Biochemie1988 an der
Semmelweis Universität Budapest
Klinisches Studium in Budapest
Praktisches Jahr in Heidelberg
Staatsexamen am 19.09.1993 an der Semmeilweis Universität Budapest
Promotionsfach: Neurologie
Doktorvater: Priv.-Doz. Dr. med. R. Winter
Zerebrale ischämische Insulte bei symptomatischen Patienten sind überwiegend auf
embolische Verschlüsse intrakranieller Arterien zurückzuführen. Befriedigende
Kriterien für eine genau abgestufte primäre Prophylaxe vor klinisch manifester
Ischämie fehlen weitgehend. Das in den letzten Jahren entwickelte transkranielle
Doppler-sonographische Emboliemonitoring ist ein potentielles Instrument für die
frühzeitige Erkennung einer Ischämiegefährdung durch Embolien. Zielsetzung der
vorliegenden Studie war, zu bestimmen inwieweit für kardiale und arterielle Quellen
die etablierten Marker der Emboliegefährdung mit der Prävalenz und Rate von
transkraniell Doppler-sonographisch bestimmten Mikroemboliesignalen (HITS)
übereinstimmen.
Im Ergebnis konnten wir auf der Basis von 169 einstündigen Ableitungen beider Aa.
cerebri mediae bei 141 Patienten für Karotisstenosen zwischen den Markern
"Stenosegrad" und "zeitlicher Abstand von der letzten ipsilateralen zerebralen
Ischämie" einerseits und der Prävalenz der HITS andererseits keine Korrelation
feststellen. Ebensowenig konnten wir unter Antikoagulatientherapie einen
konsistenten Zusammenhang zwischen Gerinnungsparametern und HITS-Prävalenz
oder -rate beobachten. Kongruent zur Literatur fanden wir bei symptomatischen
Karotisstenosen einen signifikant höheren Anteil HITS-positiver Untersuchungen als
bei asymptomatischen. Es war jedoch kein Zusammenhang zwischen Risikomarkern
und HITS-Raten innerhalb des HITS-positiven Kollektivs zu beobachten. Diese
Befunde sprechen dafür, daß die Mikroembolieaktivität einem "alles-oder- nichts"-
Gesetz folgt und die klinische Stabilität als prognostischer Marker von
Karotisstenosen verwendbar ist. Unsere Beobachtungen und Schlußfolgerungen
müssen jedoch noch in weiteren Studien validiert werden.
Beim Vergleich unserer Patienten mit kardialen Emboliequellen (Zustand nach
Klappenersatz, Vorhofflimmern, Vitien und offenes Foramen ovale) fanden wir
übereinstimmend mit anderen Autoren, daß lediglich der mechanische Klappenersatz
eine signifikant höhere HITS-Prävalenz und -Rate als die übrigen aufweist. Da die
Embolien beim Vorhofflimmern und offenem Foramen ovale auch nach klinischer
Erfahrung eher singuläre Ereignisse darstellen, das heißt multiple "simultane"
Embolien nur ausnahmsweise beobachtet werden, entspricht die sehr niedrige HITS-
Prävalenz während 1-stündiger Ableitung den Erwartungen. Bei unserem Vergleich
der Embolieprävalenzen standen die Vitien nach dem mechanischen Klappenersatz
an zweiter Stelle. Bei der Bestimmung der Antikoagulanzienwirkung auf die HITS-
Prävalenz und -Rate bei Patienten mit Vitien bzw. mit mechanischem Klappenersatz
konnten wir einen Einfluß der Therapieintensität nicht klar belegen. Sowohl in der
Subgruppe der Patienten mit Vitien als bei Patienten mit Klappenersatz fanden wir
aber einen Trend zu höheren HITS-Raten unter subtherapeutischer Heparintherapie.
Kongruent zu publizierten Daten über höhere HITS-Prävalenzen und höhere
thrombembolische Risiken bei mechanischem Klappenersatz im Vergleich zu
biologischem Klappenersatz fanden wir bei ersteren eine signifikant höhere HITS-
Prävalenz. Für die Klappenposition wie auch für die Verweildauer der
Klappenprothesen, beides Parameter der klinische Risikoeinschätzung, konnten wir
keinen eindeutigen Einfluß auf die HITS-Prävalenzen und -Raten nachweisen,
möglicherweise als Folge des starken Überwiegens der Patienten mit
Aortenklappenersatz im Kollektiv.
Unsere Daten sprechen ebensowenig wie die bislang publizierten Studien dafür, daß
sich die Emboliedetektion für die Diagnose, Prognoseabschätzung bzw.
Therapieplanung oder Therapiesteuerung bei kardialen Emboliequellen eignet. Ein
Schwerpunkt weiterer Studien wird aber darin liegen, den prognostischen
Aussagewert von HITS bei asymptomatischen Karotisstenosen zu bestimmen mit
dem Ziel, die Nutzen-Risiko-Abschätzung der Karotis-TEA bei asymptomatischen
Stenosen zu verbessern. Da multiple streng unilaterale HITS nicht bei kardialen
Emboliequellen, sondern nur bei arteriellen Emboliequellen zu erwarten sind, stellt
bei symptomatischen Patienten bereits jetzt die Abgrenzung kardialer und
arterioarteriellen Quellen voneinander eine plausible Anwendung des transkraniellen
Doppler-sonographischen Mikroemboliemonitoring dar.