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Jian Shi
Dr. med.
In Vitro Untersuchungen zur Rolle des AN2-Glykoproteins bei der Myelinisierung
Geboren am 08. 02. 1964 in Wuhan. V. R. China
Reifeprüfung am 07. 07. 1981 in Wuhan
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom 01. 09. 1981 bis 07. 07. 1987 an der Universität
Tongji, V. R. China. Bacherlor
Postgraduiertstudiengang vom 01. 09. 1987 bis 07. 07. 1990 an der Universität Tongji, V. R.
China. Master
Promotionsfach: Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Doktorvater: Priv.-Doz. Dr. med. B. Kyewski
Zusammenfassung
Die vorliegende Studie beschreibt das Membranprotein AN2 (Molekulargewicht: 330 kDa),
das eine bisher nicht beschriebene Subpopulation OVZ der Maus definiert, welche sich durch
keinen der schon bekannten Marker für OVZ nachweisen läßt.
Die Maus-Kleinhirne verschiedener Entwicklungsstadien wurden immunohistochemisch mit
dem AN2-Antikörper gefärbt. Die Lokalisation und zeitlich begrenzte Expression des AN2-
Proteins weist darauf hin, daß das AN2-Antigen auf oligodendroglialen Vorläuferzellen
vorkommt und nicht mehr von reifen Oligodendrozyten exprimiert wird.
Die Aggregat-Zellkulturen aus embryonalem Gehirn wurden bereits als in vitro Modell für die
Myelinisierung beschrieben. Durch elektronenmikroskopische Untersuchungen konnten wir
diesen Befund in unseren Aggregat-Zellkulturen bestätigen. Weitere immunohistochemische
und biochemische Studien während der Entwicklung der Aggregat-Zellkulturen zeigen, daß
die AN2-exprimierenden oligodendroglialen Vorläuferzellen von AN2-negativen Zellen
abstammen und sich zu Myelinantigen-positiven Zellen weiterentwickeln. Das AN2-Antigen
wird im Myelin nicht mehr exprimiert.
Die Aggregat-Zellkulturen wurden in Abständen von drei Tagen mit anti-AN2 Antikörper und
Komplement behandelt. Trotz dieser wiederholten Elimination des AN2-Antigen-
expriminierenden Zellen wurde das AN2-Protein weiterhin von Aggregat-Zellkulturen
exprimiert. Es fand sich jedoch eine zeitliche Verschiebung und Reduzierung der MBP-
Expression sowie eine unvollständige Elimination der oligodendroglialen Vorläuferzellen,
welche das AN2-Antigen tragen.
Zusätzlich wurden die Aggregat-Zellkulturen an den fortlaufenden Tagen 7,8,9 und 10,
während denen sich die AN2-Expression allmählich verstärkt, mit anti-AN2 Antikörper
behandelt. Die daraufhin beobachtete Reduktion der Myelinprotein-Expression zeigte, daß
eine Abtötung der AN2-Antigen-tragenden Zellen die Myelinisierung effektiv verhindern
kann und gibt Anlaß zu der Annahme, daß die AN2-exprimierenden Zellen essentiell für die
Myelinisierung, eventuell auch für die Remyelinisierung sind. Die oligodendroglialen
Vorläuferzellen in den Aggregat-Zellkulturen durchlaufen in ihrer Entwicklung zu
myelinbildenden Zellen ein AN2-Antigen-positives Stadium.
Die Ergebnisse dieser Arbeit können als Grundlage für weitere Experimente in Tiermodellen
oder an MS-Patienten dienen. Eine Untersuchung der Seren oder der CSF von EAE-Tieren
sowie MS-Patienten auf AN2-Antikörper wäre ebenso interessant wie die Fragestellung, ob
das AN2-Antigen im Fall einer schlechten Remyelinisierung auch in erwachsenen Tieren oder
Patienten Ziel einer autoaggressiven Immunantwort ist.