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Daniela Schmid
Dr. med.
Die Wirkung von Angiotensin II auf die endogene basale und pulsatile sowie
glukosevermittelte Insulinsekretion
Geboren am 12.03.1971 in Annweiler am Trifels
Reifeprüfung am 26.05.1990 in Landau in der Pfalz
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1990/91 bis WS 1997/98
Physikum am 04.09.1992 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Mannheim
Staatsexamen am 14.11.1997 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Innere Medizin
Doktorvater: Prof. Dr. Dr. h.c. E. Ritz
Ein wichtiger Regelkreis, der in enger Wechselwirkung mit dem Blutdruck und der
Insulinwirkung steht, ist das Renin-Angiotensin-System bzw. das Hormon Angiotensin II.
Angiotensin II bewirkt eine Steigerung der renalen Natriumrückresorption und führt zur
Verschiebung und Abflachung der fiktiven Nierenfunktionskurve (Druck-Natriurese-
Beziehung), d.h. der Blutdruck wird "kochsalzsensitiv". Patienten mit metabolischem
Syndrom sind in der Regel kochsalzsensitiv und bei ihnen ist ein dem Gesamtkörper-
Natriumgehalt nicht adäquat supprimiertes Renin-Angiotensin-System vorhanden.
Obwohl gezeigt wurde, daß Ang II die Insulinwirkung (Insulinsensitivität) beim
Menschen beeinflußt, gibt es bisher keine Untersuchung über den Effekt von Ang II auf
die Insulinsekretion.
In der vorliegenden prospektiven, doppel-blinden, randomisierten und Placebo-
kontrollierten klinischen Studie an gesunden Probanden sollte folgende Frage überprüft
werden:
„Hat Angiotensin II einen Einfluß auf die endogene basale (tonische), pulsatile sowie
glukosevermittelte Insulinsekretion?
Die Klärung dieser Frage sollte vor allem zum Verständnis der pathophysiologischen
Wechselbeziehung zwischen dem Renin-Angiotensin-System und dem Glukosestoff-
wechsel dienen.
Die Insulinkonzentrationen wurden mittels eines ELISA bestimmt. Um die Halbwertszeit
von Insulin und zusätzlich auch die Insulinsensitivität der Probanden zu erhalten, wurde
die euglykämische Klemmtechnik verwendet. Diese klinisch-experimentelle Unter-
suchungsmethode ermöglicht die Messung insulinvermittelten Glukoseaufnahme an
seinem Hauptzielorgan, der Skelettmuskulatur, in vivo. Blutdruck und Puls wurden
mittels Dinamap bestimmt. Zur Darstellung der endogenen basalen und pulsatilen
Insulin-sekretion wurde das mathematische Modell der multiparametrischen
Dekonvolutions-analyse benutzt, um die in minütlichem Zeitabstand gemessenen
Plasmainsulin-konzentrationen zu analysieren.
Die Studienergebnisse zeigen einen deutlichen Einfluß von Angiotensin II auf die
endogene und auch auf die glukosestimulierte Insulinsekretion. Angiotensin II vermindert
sowohl die basale als auch die pulsatile Insulinsekretion. Infolgedessen wird weniger
Insulin pro Zeiteinheit ausgeschüttet. Gleichzeitig unterdrückt Angiotensin II die glukose-
vermittelte Insulinausscheidung und bewirkt bei gesunden Personen eine Hyperglykämie.
Zusammenfassend zeigt die vorliegende Untersuchung, daß Ang II die Insulinsekretion
beeinflußt. Diese Ergebnisse erweitern unseren Wissensstand über die Wechselbe-
ziehungen zwischen dem Renin-Angiotensin-System und dem Glukosestoffwechsel.