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Oliver Michael Linke
Dr. med. dent.
Möglichkeiten der Optimierung des Drehmoments bei der Insertion von IMZ-
Zylinderschraubenimplantaten
Geboren am 14.11.1970 in Karlsruhe
Reifeprüfung am 16.05.1990 in Pfinztal
Studiengang der Fachrichtung Zahnmedizin vom WS 1991 bis WS 1996/97
Physikum am 17.03.1996 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Staatsexamen am 02.01.1997 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Mund-Zahn-Kieferheilkunde
Doktorvater: Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Stefan Haßfeld
Ein optimierter Drehmomentverlauf ohne ungünstige Spitzenwerte stellt bei der Insertion von
selbstschneidenden Schraubenimplantaten eine wesentliche Voraussetzung für den
langzeitigen Implantationserfolg dar.
Ein zu hoch angesetztes Drehmoment (über 35 Ncm) führt in der Regel zu einer Erhöhung der
thermischen Schädigung der periimplantären Knochenstrukturen bei der Implantatinsertion.
Ist das Drehmoment zu niedrig dimensioniert besteht hingegen die Gefahr einer
ungenügenden Primärstabilität, einer der Basisvoraussetzungen des Implantationserfolges.
Geeignete Parameter zur Beeinflussung des Drehmomentes sind u.a. die Modifikation des
Implantatdesigns, die Nachbearbeitung der Gewindeschneidnuten und die Variation der
Implantatbettpräparationsinstrumente. Ziel der vorliegenden Arbeit war die Untersuchung des
Einflusses dieser Parameter auf den Drehmomentverlauf bei der Implantatinsertion in
Polyethylen- und Rinderknochenpräparate.
Durch Veränderungen der Gewindesteigung h sowie des apikalen Durchmessers Da der
Zylinderschraube wurde das entstehende Drehmoment modifiziert. Kombinationen von
Gewindesteigung und apikalem Durchmesser von h=0,95 und Da=3,3 sowie h=0,85 und
Da=3,45 zeigten günstigere Eigenschaften als Implantate mit einer niedrigeren
Gewindesteigung und vergrößertem apikalem Durchmesser. Diese später nicht weiter
untersuchten Implantatdesignvarianten wiesen deutlich höhere Insertionsdrehmomente auf.
In der vorliegenden Arbeit zeigt sich weiterhin sehr deutlich der positive Einfluß von
nachgefrästen Schneidnuten auf das Insertionsdrehmoment. Insbesondere bei der Insertion in
kortikale Knochenabschnitte führt diese Oberflächenmodifikation zu einer deutlichen
Drehmomentreduktion und damit zu einer verringerten Gefahr einer thermischen Schädigung.
Besonders in Knochenqualitäten der Klassen D1 und D2 ist der positive Einfluß der
nachgeschärften Nuten damit von essentiellem klinischem Interesse. Die Nachschärfung für
die Verwendung in spongiösem Knochen oder in Knochen der Qualitäten D3 und D4
erscheint auf Basis der vorgelegten Ergebnisse nicht zwingend notwendig.
Der Durchmesser des präparierten Implantatbettes korreliert unmittelbar mit dem
erforderlichen Drehmoment bei der Insertion. Eine optimal auf das Implantat abgestimmte
Präparation soll das aufzubringende Drehmoment, bei ausreichender Primärstabilität,
möglichst gering halten. Für eine gute Primärstabilität und gleichzeitig einen intensiven
Implantat-Knochen-Kontakt hat sich die implantatkongruente Kavitätengestaltung mit
Präparation einer apikalen Stufe als geeignet herausgestellt.
Die Erweiterungsbohrung des Durchmessers 3,6 mm zeigte in den vorliegenden
Untersuchungen ein günstigeres Verhalten mit niedrigeren Drehmomentmeßwerten als jene
mit einem Durchmesser von 3,5 mm. Aus diesen Gründen wird für den klinischen Einsatz
eine Kavitätenpräparation mit den Spiral-, bzw. Kanonenbohrern bis zu einem
Kavitätendurchmesser von 3,6 mm empfohlen. Die abschließende Bohrung sollte
anschließend mit einem längenreduzierten Bohrer des Durchmessers 4,0 mm durchgeführt
werden.