Martin Laqué
Dr. med.
Integrinexpression auf Kolonkarzinom-Zellinien und deren integrinvermitteltes
Adhäsionsverhalten auf definierten Molekülen der extrazellulären Matrix
Geboren am 24.01.1969 in Ludwigshafen
Reifeprüfung am 21.06.1988 in Ludwigshafen
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1988/89 bis SS 1996
Physikum am 23.08.1990 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Mannheim
Staatsexamen am 23.05.1996 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Pathologie
Doktorvater: Prof. Dr. med. P. Möller
Einer der entscheidenden prognostischen Faktoren für den Verlauf einer Tumorerkrankung ist
die Frage nach der Metastasierung des Primärtumors. Um zu metastasieren müssen sich
Tumorzellen aus dem ursprünglichen Zellverband lösen, in die Blut-oder Lymphbahn
einbrechen und an dem Metastasierungsort den Blut- bezw. Lymphstrom wieder verlassen.
Von großer Bedeutung ist hierbei der Gebrauch von Adhäsionsmolekülen auf der
Zelloberfläche. Neben Immunglobulinen, Selektinen und Cadherinen gehören die Rezeptoren
vom Integrin-Typ zu der großen Familie der Adhäsionsmoleküle.
Im Rahmen dieser Studie untersuchten wir mit Hilfe der Durchflußzytometrie und der
Immunzytologie die Expression von Integrinrezeptoren auf Kolonkarzinomzellinien sowie
deren Modulation durch Entzug von foetalem Kälberserum oder Zusatz von verschiedenen
Zytokinen. Wir etablierten in unserem Labor eine nichtradioaktive Methode zur Bestimmung
der Adhäsion sowie der Adhäsions-Inhibition von Kolonkarzinomzellen auf verschiedenen
Extrazellulärmatrixbestandteilen. Mit Hilfe dieser Adhäsionsassays untersuchten wir die
Bedeutung der einzelnen Integrine für das Adhäsionsverhalten auf den Matrixbestandteilen
Fibronektin, Laminin, Collagen I, Collagen IV und Tenascin und die Abhängigkeit dieses
Verhaltens von Serumfaktoren. Als Zellinien wurden die kommerziell erwerblichen
Kolonkarzinomzellinien COLO 205, HT-29, SW 480 und SW 620 gewählt sowie die in
unserem Labor aus einem besonders aggressiven Primärtumor etablierten CHD-1, CHD-1
SCID A und CHD-1 SCID B.
Zusammenfassend konnten wir die Bedeutung der Rezeptoren vom Integrin Typ für
Kolonkarzinomzellinien nachweisen. Diese Rezeptoren werden nicht nur auf der
Zelloberfläche exprimiert, sondern auch funktionell von der Zelle in Anspruch genommen.
Dabei führt ein Blockieren der Integrin-Rezeptoren zu einem auf manchen
Matrixbestandteilen vollständigen Adhäsionsverlust. Dies ist ein weiterer Hinweis auf die
mögliche Bedeutung von Integrinen für die Entstehung der Metastasierung.
Für den Matrixbestandteil Tenascin konnte mit dem α2β1-Integrin ein zur Zeit unserer
Experimente noch nicht beschriebener Rezeptor gefunden werden.