Daniela Kiepe
Dr. med.
Ventrikelweitenmessung mit transkraniellem Ultraschall
Geboren am 22.03.1972 in Göttingen
Reifeprüfung am 27.05.1991 in Göttingen
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom SS 1992 bis SS 1998
Physikum am 15.03.1994 an der Universität Göttingen
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Heidelberg und Thun (Schweiz)
Staatsexamen am 03.11.1998 in Heidelberg
Promotionsfach: Radiologie
Doktorvater: Prof. Dr. med. J. Tröger
Es wurden 24 neurologisch gesunde Kinder älter als ein Jahr mittels eines 2 MHz-
Schallkopfes transkraniell untersucht. Es sollte geprüft werden, ob die Hirnventrikel anhand
standardisierter Schnittebenen vermessen werden können, um Grenzwerte für normalweite
Ventrikel zu erstellen. Die Untersuchung wurde abgebrochen, da die schlanken Hirnkammern
nicht zuverlässig darstellbar und nicht sicher vom umgebenden Hirnparenchym abzugrenzen
waren. Danach wurden mittels transkraniellem Ultraschall die Hirnventrikel
von 42 Kindern vermessen, die zusätzlich ein Schädel-CT oder -MRT bekamen. Die
Meßergebnisse wurden hinsichtlich einer Korrelation mit den CT- und MRT-Werten
untersucht. Zusätzlich wurden noch sieben weitere Punkte untersucht, wie zum Beispiel die
Abgrenzbarkeit der Hinterhörner und die Bildqualität.
Abhängig vom Schallfenster des Temporalknochens war die Darstellbarkeit der einzelnen
Ventrikelanteile sehr variabel. Die Schnittebene der Vorderhörner am Nucleus caudatus
vermessen, wies die deutlichste Abgrenzbarkeit vom umgebenden Hirnparenchym auf und
korrelierte am besten mit den CT- und MRT-Meßwerten.
Der Pars intermedia-Schnitt stimmte umso genauer mit den Werten von CT und MRT
überein, je aufgeweiteter die Hirnkammern waren. Alle deutlich dilatierten Ventrikel wurden
als Aufweitung im transkraniellen Ultraschall erkannt.
Der Einsatz des transkraniellem Ultraschalls ist auf die Beurteilung der Ventrikelweiten
beschränkt. Es ist sinnvoll, alle mit einem Shunt versorgten Kinder einer Basisuntersuchung
der Hirnkammern mittels transkraniellen Ultraschalls zu unterziehen. Falls eine
sonographische Untersuchung möglich war und wenn die Kinder Hirndruckzeichen
bekommen, kann die Untersuchung wiederholt werden und die Ventrikelweiten hinsichtlich
einer Aufweitung verglichen werden.
Mit Weiterentwicklung der Ultraschalltechnik ergeben sich möglicherwiese weitere
Indikationen des transkraniellem Ultraschalls.