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Jürgen Horst Imiolczyk
Dr. med.
Der Stellenwert des PSA als prognostischer Faktor beim Prostatakarzinom - Eine retro-
spektive Studie
Geboren am 21.07.1965 in Berlin
Reifeprüfung am 22.05.1984 in Eppingen
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1986 bis WS 1994
Physikum am 05.04.1989 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Jerusalem und Heidelberg
Staatsexamen am 03.03.1995 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Chirurgie
Doktorvater: Herr Prof. Dr. med. S. Pomer
Im Rahmen dieser retrospektiven Analyse an 162 radikal prostatektomierten Patienten sollte die
Bedeutung der präoperativen PSA-Serumspiegel in der Prognosebeurteilung des Prostatakarzinoms
bei in kurativer Absicht vorgenommener radikaler Prostatektomie untersucht werden. Als Resultat
konnten wir in bezug auf 1. das Tumorstadium und 2. den Lymphknotenbefall, ausgedrückt in TNM
sowie 3. das Vorhandensein positiver Resektionsränder nach radikaler Prostatektomie präoperative
PSA-Cut-Off-Werte isolieren, die eine signifikante Korrelation zeigten. Hierbei fiel insbesondere
der PSA-Cut-Off-Wert von 30 ng/ml (Tandem-R-Hybritech) auf, der mit hoher Signifikanz eine
Trennung zwischen T1/T2-Tumoren einerseits und T3/T4-Tumoren andererseits erlaubte.
Dieser Cut-Off-Wert war auch geeignet, die Gesamtheit der Patienten in bezug auf den
vorhandenen/nicht vorhandenen Lymphknotenbefall bzw. negative/positive Resektionsränder bei
der radikalen Prostatektomie in jeweils zwei Gruppen zu unterteilen.
Patienten mit negativen Resektionsrändern bzw. ohne Lymphknotenbefall zeigten andererseits
Überlebensvorteile. Eine direkte Korrelation zwischen präoperativen PSA-Werten und Überleben
war im vorliegenden Kollektiv der radikal prostatektomierten Patienten jedoch nicht nachweisbar.
Als Erklärung kann der wesentliche - präoperativ kaum abschätzbare - Einfluß der Radikalität der
Prostataexstirpation postuliert werden.
Bei der Untersuchung weiterer Prognoseparameter fanden sich ferner folgende Zusammenhänge:
zwischen 4. Grading und Überleben, 5. Allgemeinzustand vor OP und Überleben, angedeutet auch
zwischen 6. Tumorstadium, ausgedrückt in TNM und A-D und Überleben wie auch zwischen
7. dem Nachweis von negativen Resektionsrändern (also der Radikalität der radikalen
Prostatektomie) und dem progreßfreien Überleben.
Bei 62 Patienten mit Fernmetastasen ließ ein Vergleich zwischen Orchiektomie und totaler
medikamentöser Androgenblockade hinsichtlich des Überlebens keinen Unterschied erkennen.
Vergleicht man nun die Patienten mit Lymphknotenpositivität nach radikaler Prostatektomie mit
den lymphknotenpositiven Patienten mit ausschließlich hormonablativer Therapie, so ergibt sich ein
deutlicher Überlebensvorteil für die prostatektomierten Patienten. Die Vorselektion der Patienten,
die für eine radikale Prostatektomie überhaupt in Frage kommen relativiert diese Aussage.
So ist zusammenfassend der Stellenwert des PSA als organ- und nicht tumorspezifischer,
präoperativer Prognoseparameter zwar als relativ hoch anzusehen. In der Gesamtheit aller
Prognoseparameter allerdings spielt der Laborwert PSA allein eher eine ergänzende Rolle, sobald
klinische Parameter des Tumorwachstums wie T-Stadium, Lymphknotenbefall oder nachgewiesene
Fernmetastasierung perioperativ verfügbar sind.