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Petros Ioannidis
Dr. med.
Gefäß- und Gallengangskomplikationen nach Lebertransplantation
Geboren am 27.06.1970 in Serres, Griechenland
Reifeprüfung am 30.05.1988 in Stuttgart
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1989/90 bis WS 1996/97
Physikum am 30.03.1992 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr im Salem-Krankenhaus Heidelberg
Staatsexamen am 02.04.1996 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Promotionsfach: Chirurgie
Doktorvater: Herr Priv.-Doz. Dr. med. E. Klar
In dieser Studie haben wir uns mit den Gefäß- und Gallengangskomplikationen nach LTX
beschäftigt. Untersucht wurde die absolute Zahl der Gefäß- und Gallengangskomplikationen
sowie der Einfluß von Anastomosenart bzw. Lokalisation auf Morbidität und Mortalität. Wir
haben 179 Lebertransplantationen bei 144 Patienten in den ersten drei postoperativen
Monaten hinsichtlich Inzidenz untersucht.
Die Einjahresüberlebensrate betrug 73%, die Retransplantationsrate 16,9%, die biliäre
Komplikationsrate 14,7% und die Gefäßkomplikationsrate 13,9%. Die biliäre Komplikations-
rate besteht zu 4,5% aus Stenosen und zu 10,2% aus Leckagen (mit oder ohne Peritonitis). Die
Gefäßkomplikationsrate besteht zu 11,7% aus arteriellen Komplikationen (Dissektionen,
Stenosen, Blutungen, Thrombosen, Steal-Phänomen) und zu 2,2% aus venösen
Komplikationen (Thrombosen, Kinking).
Arterielle Komplikationen treten unabhängig von der gewählten Empfängerarterie gleich
häufig auf, eine Retransplantation infolge arterieller Komplikationen geht in unserem
Patientengut im Vergleich zur Neuanlage der Anastomose mit einer sehr hohen Mortalität
einher. Die Einjahresüberlebensrate mit (47%) und ohne (79%) vaskuläre Komplikationen
zeigt einen signifikanten Unterschied (p<0,05).
Bei den Gallengangsanastomosen wies die [E-E]-Gruppe insgesamt die höchste
Komplikationsrate (20%) auf. Anteilsmäßig am häufigsten fand sich eine Stenose (12,5%) im
Vergleich zur [S-S]-Gruppe, bei der die häufigste Komplikation (bei einer Komplikationsrate
von 12,5%) die Leckage (10%) war.
Zwischen den oben genannten Gruppen zeigten sich im Hinblick auf die Komplikationsrate
keine signifikanten Unterschiede, bezüglich der Reoperationsrate der beiden Gruppen war der
Unterschied aber signifikant (p<0,011). Im Vergleich zu der Gruppe mit der biliodigestiven
Anastomose fand sich ebenfalls kein signifikanter Unterschied der Komplikationen.
Die Rate an Leckagen bei der biliodigestiven Anastomose lag mit 15,5% zwar tendenziell
höher, wies aber keinen signifikanten Unterschied auf. Sie lag bei den (E-E) [C-C] bei 7,5%,
die den (S-S) [C-C]-Anastomosen bei 10,2%. Die niedrige Komplikationsrate bei der E-S-
und der S-E-Anastomose kann in Anbetracht der geringen Gruppengröße derzeit nicht
bewertet werden.
Zur Sicherung einer Differentialdiagnose bzw. erfolgreicher interventioneller oder operativer
Maßnahmen nach einer Gefäß- oder Gallengangskomplikation können neben den apparativen
Möglichkeiten der quantitative und zeitliche Verlauf der Laborparameter GOT, GPT, AP und
Bilirubin in Betracht gezogen werden.
Je nach Steigungsgrad dieser Parameter kann man vermuten, ob es sich um eine primäre
Gefäß-, Gallenwegs- oder gefäßinduzierter Gallengangskomplikation handelt.