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Robert Großelfinger
Dr.med.
Untersuchung zur Chemoseparation von Tumorstammzellen autochthoner Rat-
tenleukämien mit ET-18-OCH3 und zum stammzellprotektiven Effekt von
Testosteron
Geboren am 07.12.1960 in Obergünzburg
Reifeprüfung 1980 in Hohenschwangau
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom SS 1982 bis WS 1988
Physikum am 29.03.1984 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Heidelberg
Staatsexamen am 01.12.1988 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Doktorvater: Herr Prof. Dr.med. W.J. Zeller
Schwerpunkt der Arbeit waren die vergleichende Untersuchung der stammzelltoxi-
schen Wirkung von ET-18-OCH3 auf gesunde und leukämische Knochenmark-
stammzellen einerseits und im Vergleich in-vitro-Inkubation zu in-vivo-Inkubation an-
dererseits. Hierfür wurde ein autochthones Leukämiemodell der Ratte gewählt.
Die Leukämien wurden mit ENH in BD-II-Ratten induziert und anschließend im Tier-
versuch und im Stammzell-Assay untersucht. Von der Inkubation der Leukämien
über den vergleichenden CFU-C- und CFU-L-Assay bis hin zum in-vivo-Experiment
wurde die gleiche Tierspezies verwendet. Damit sind die Ergebnisse aus in-vitro und
in-vivo-Experimenten an normalen und leukämischen Zellen gut vergleichbar.
Die aus Ratten gewonnenen Leukämiestammzellen wurde mit monoklonalen Anti-
körpern markiert und in die Subtypen T-Zell-, B-Zell- und Ia-positive Leukämien diffe-
renziert. Nach 10- /21-tägiger Inkubation im Soft-Agar wurden die gesun-
den/leukämischen Stammzellen anhand ihrer Koloniebildung mit einem hierfür ent-
wickelten und standardisiertem Verfahren mit einem Imageanalyser elektronenop-
tisch ausgewertet.
Bei diesen Untersuchungen erwies sich für ET-18-OCH3 eine in-vitro-Inkubationszeit
von > 12 Std. als erforderlich, damit ET-18-OCH3 seine volle Wirksamkeit entfalten
kann.
Im Vergleich der CFU-C- und CFU-L-Assays überlebten die leukämischen Stamm-
zellen bis zu viermal häufiger als die normalen. Dieser Effekt hat sein Optimum bei
74,0 µM ET-18-OCH3 und sinkt mit zunehmender Konzentration auf ein zweifach hö-
here Eliminierung gesunder Stammzellen bei 148,0 µM.
Durch eine Koinkubation mit Testosteron während des in-vitro-Purgings konnte eine
Protektion der normalen Stammzellen erreicht werden, ohne die antileukämische
Zytotoxizität von ET-18-OCH3 abzuschwächen. Bei Zugabe von 22 nM Testosteron
und 74 µM ET-18-OCH3 werden ungefähr gleich viele normale wie leukämische
Stammzellen gehemmt, ohne Testosteronzugabe überleben die leukämischen
Stammzellen fast viermal häufiger.
Der Vergleich der Ergebnisse aus dem Tierexperiment mit den Daten aus den CFU-
C- und CFU-L-Assays unterstreicht, daß ET-18-OCH3 offenbar nicht alleine durch
seine zelltoxischen Effekte kurativ wirksam sein kann. Effekte wie die diskutierte Er-
höhung der Immunogenität der Leukämiezellen scheinen eine größere Bedeutung,
als bisher angenommen, zu haben.