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Sorin Cristea
Dr. med. dent
Embolisation von Tumoren des Skelettsystemes
Geboren am 22.11.1965 in Stockholm
Reifeprüfung am 11.06.1985 in Wiesbaden
Studiengang der Fachrichtung Zahnmedizin vom SS 1986 bis WS 1994
Naturwissenschaftliche Vorprüfung am 26.03.1987 an der Universität Ulm
Zahnärztliche Vorprüfung am 13.03.1989 an der Universität Ulm
Staatsexamen am 09.12.1994 an der Universität Frankfurt am Main
Promotionsfach: Radiologie
Doktorvater: Priv.-Doz. Dr. med. G. M. Richter
Gegenstand der Arbeit ist die katamnestische Betrachtung von 31 Patienten bei denen im
Zeitraum vom 23.08.1988 bis zum 23.01.1995 in der Abteilung für Radiodiagnostik der
Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg insgesamt 33 Embolisationen von
Knochentumoren durchgeführt wurden. Untersucht werden die Indikationen, Komplikationen
und die Auswirkung auf den Krankheitsverlauf bei der therapeutischen Okklusion der
Gefäßversorgung skelettaler Neoplasmen.
Der mittels arterieller Katheterembolisation herbeigeführte künstliche Gefäßverschluß kann in
geeigneter präoperativer Indikationsstellung insbesondere bei hypervaskulären Metastasen
des Skelettsystems und ausgeprägter neurologischer Symptomatik durch eine rasche und
effiziente Reduzierung der intraoperativen Blutung ein chirurgischen Eingriff erheblich
erleichtern bzw. auch erst ermöglichen. Dies gilt vor allem für Metastasen von Schilddrüsen-
und Nierenzellkarzinomen, die meist einen hohen Vaskularisationsgrad aufweisen bzw. wenn
ein großer Weichteilanteil eine erhöhte intraoperative Blutung erwarten läßt und eine lokale
Gefäßabklemmung keine ausreichende Blutstillung verspricht. Eine weitere Indikation stellt
eine bei der ersten Intervention an intensiven Blutungen gescheiterte Tumorresektion oder
eine seltene Blutgruppe des Patienten dar.
Auch palliativ bei inoperablen Situationen, aufgrund des Allgemeinzustandes des Patienten
oder eines umfangreichen Tumors stellt die artifizielle Katheterembolisation eine Alternative
in der Therapie knochenassoziierter Prozesse dar. Dies gilt insbesondere für die häufigen
ossären Metastasen von Nierenzell-Ca als auch für die Schilddrüsenmetastasen, die beide
aufgrund Ihrer mangelhaften Radio- und Chemosensibilität eine besondere Therapieresistenz
aufweisen. Vor allem bei älteren, kachektischen Tumorpatienten ist damit in einigen Fällen
bei geringer Belastung des Patienten und einer sehr niedrigen Komplikationsrate ein guter
analgetischer Effekt und eine deutliche Mobilitätssteigerung zu erzielen, die eine wesentliche
Verbesserung der Lebensqualität mit sich bringen. Eine signifikante Verlängerung der
Lebenszeit durch eine Embolisations-behandlung ist jedoch nicht zu erwarten.
Darüberhinaus bietet die therapeutische Gefäßokklusion entscheidende Vorteile bei akuten
Blutungen hypervaskulärer Knochenfiliae aufgrund der relativ schnellen Zugangsmöglichkeit
zu tiefer gelegenen Blutungsquellen.
Die Embolisationstherapie bedeutet ebenfalls in den relativ seltenen Fällen einer kurativen
Zielsetzung eine sinnvolle Erweiterung des therapeutischen Spektrums, insbesondere in
chirurgisch schwer erreichbaren Fällen.
Die Effektivität der Embolisationstherapie kann angesichts von angiographischen
Erfolgsquoten zwischen 75% und 100% und klinisch von 72,7% (präoperativ) bis 100%
(kurativ) als hoch bezeichnet werden. Lediglich in der Gruppe der neun palliativ embolisierten
Patienten betrug der Anteil mit positivem klinischen Verlauf ca. 33%.
Die Komplikationshäufigkeit der Katheterembolisation ist mit einem Anteil von 9% niedrig,
vor allem ist die Tragweite der Zwischenfälle aufgrund der geringen Invasivität des
Verfahrens meist vernachlässigbar, d.h. eine bleibende Symptomatik entsteht äußerst selten.
Relativ häufig ergeben sich jedoch leichtere Nebenwirkungen wie passagere ischämische
Schmerzen, Übelkeit und Fieber, welche als Postembolisationssyndrom zusammengefaßt
werden.
Betrachtet man insgesamt die Ergebnisse der vorliegenden Studie, so läßt sich feststellen, daß
die
transkatheterale therapeutische Embolisation bei entsprechender Indikation eine
wirkungsvolle und sichere Methode insbesondere in der Behandlung von hypervaskulären und
stahlenresistenten Raumforderungen im Skelettsystem darstellt.