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Marion Burger
Dr. med.
Molekularepidemiologische Analyse von
Mycobacterium tuberculosis Kulturisolaten aus Brasilien
Geboren am 17.01.65 in Caràzinho, RS (Brasilien)
Schulbildungsabschluß in 1982: Brasilianisches Abitur
Medizinstudium an der Bundesuniversität von Paraná in Curitiba, PR (Brasilien)
vom SS 1983 bis WS 1988
Physikum in 1983 und 1984
Klinisches Studium in 1985 und 1986
Praktisches Jahr in 1987 und 1988
Abschluß: Ärztin für Humanmedizin
Facharztausbildung für Kinderheilkunde an der Bundesuniversität von Paraná in Curitiba,
PR (Brasilien) vom SS 1989 bis WS 1990
Spezialisierung im Lehrfach Infektionskrankheiten bei Kindernan der Paulistaner
Hochschule für Medizin in São Paulo, SP (Brasilien) vom SS 1991 bis SS 1992
Promotionsfach: Hygiene
Doktorvater: Prof. Dr. med. H. K. Geiss
Molekularbiologische Typisierungsmethoden in Verbindung mit konventionellen
Kulturverfahren sind die Grundlage für die Erkennung von Tuberkuloseausbrüchen, die
Aufdeckung von Indexfällen bei Ansteckungsketten und Laborkontaminationen.
Großraumepidemiologische Untersuchungen erfordern aber gleichzeitig den umgehenden
Transport von Proben in ein zentrales Labor, was angesichts der Kontagiosität der Erreger
sehr problematisch ist. In der vorliegenden Arbeit wurde die Validität zweier
unterschiedlicher Transportverfahren als Grundlage für eine epidemiologische Untersuchung
von 159 M. tuberculosis Komplex Kulturisolaten aus Südbrasilien untersucht.
Hierzu wurde Kolonienmaterial von Löwenstein-Jensen-Agar zum einen in 1 ml
physiologischer NaCl-Lösung suspendiert, zum anderen auf Filterpapier aufgetragen, bei
80oC im Brutschrank hitzebehandelt und in Plastiktüten eingeschweißt. Nach Transport der
Proben nach Deutschland wurden aus den Kochsalzproben die Stämme wieder angezüchtet
und für das DNA-Fingerprinting präpariert. Von den Filterproben gelang in keinem Fall die
kulturelle Anzucht, die DNA-Extraktion erfolgte direkt aus einem ca. 3mm großen
Filterpapierstück.
Die genetische Typisierung aller Proben wurde mit Hilfe der Mixed-Linker PCR
durchgeführt. Der Vergleich von 55 parallel aufgearbeiten Kochsalz- und Filterpapierproben
erbrachte, mit Ausnahme einer Probe, bei der eine zusätzliche Bande nachzuweisen war, in
allen Fällen ein identisches Fingerprint-Muster, so daß für die nachfolgenden Untersuchungen
ausschließlich auf die Filterpapierproben zurückgegriffen werden konnte.
Für die molekularepidemiologische Untersuchung lagen 159 Isolate von 146 Patienten aus
dem Staate Paraná vor, die im Staatlichen Zentrallabor in Curitiba charakterisiert und deren
Antituberkulotika-Empfindlichkeit bestimmt worden war. 21% der Isolate wiesen eine
Mehrfachresistenz gegen bis zu 3 Substanzen auf. Dieses Ergebnis korreliert allerdings nicht
mit dem HIV-Status und der Erkrankungsdauer der Patienten.
Die Ergebnisse der Fingerprint-Methode zeigten mit Ausnahme von 8 Clustern mit jeweils 2
identischen Isolaten keinen epidemiologischen Zusammenhang der Isolate, was für ein
Vorherrschen von reaktiverten Tuberkulosen in der untersuchten Bevölkerung spricht.
Insgesamt zeigen die vorliegenden Ergebnisse, daß mit der Filterpapiermethode ein einfaches
und sicheres Verfahren zum Transport dieser hochkontagiösen Erreger verfügbar ist und
damit eine Grundlage geschaffen wurde, um auf zuverläßige Weise
großraumepidemiologische Untersuchungen mit Hilfe der Molekularbiologie zu ermöglichen.