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Jürgen Bosch
Dr.med.dent.
Charakterisierung von Subpopulationen von Zellen unterschiedlicher
Aggregationstendenz aus menschlichen kolorektalen Karzinomen
Geboren am 28.11.1964 in Mannheim
Reifeprüfung am 15.05.1984 in Mannheim
Studiengang der Fachrichtung Zahnmedizin vom SS/WS 1989 bis SS/WS 1995
Physikum am 01.04.1992 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Staatsexamen am 18.07.1994-15.01.1995
Promotionsfach: Biochemie
Doktorvater: Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. R. Brossmer
Karzinomgewebe setzt sich aus einer Vielzahl von Zellpopulationen zusammen, die sich in
ihren adhäsiven Eigenschaften unterscheiden. Von großer Bedeutung für die Metastasierung
kolorektaler Karzinomzellen ist deren homotypische Aggregation, die sowohl für die
Ablösung der Zellen vom Primärtumor, wie deren Anhaftung an das Zielgewebe wichtig ist.
In welcher Art die homotypische Aggregation von kolorektalen Karzinomzellen aus
Biopsiematerial durch verschiedene Oberflächenmoleküle beeinflußt wird, sollte in dieser
Arbeit untersucht werden. Kolorektale Tumorresektate von insgesamt 13 Patienten wurden
schonend in eine Einzelzellpopulation überführt. Unterschiedlich aggregierende
Zellpopulationen wurden dann durch einen Filtrationsapparat- mit Filtern in einer
Maschenweite von 10, 40 und 100 Mikrometer- voneinander getrennt. Eingesetzt wurden das
mit (2,6 gebundener Sialinsäure reagierende Sambuccus nigra Agglutinin, spezifisch gegen
(2,3 gerichtetes Maackia amurensis Agglutinin, Weizenkeim Agglutinin, spezifisch für
Sialinsäure und Polylaktosamine, Erdnuss Agglutinin, gerichtet gegen Gal ß1,3 GalNAc und
Ulex europeus Agglutinin, spezifisch für (1,2 Fucose. Die Expression der Antigene CEA,
Sialyl-LeX, Sialyl-LeA und E-Cadherin wurde mit entsprechenden monoklonalen Antikörpern
untersucht. Diese Moleküle werden im Zusammenhang mit der Metastasierung und Adhäsion
kolorektaler Karzinome diskutiert.
Aus unseren Untersuchungen geht hervor, daß sich die Mengen an membrangebundener
Sialinsäure in (2,6 Stellung, an E-Cadherin und Sialyl-LeA in den verschiedenen
Subpopulationen signifikant unterscheiden. Im Einzelnen konnten wir zeigen, daß (2,6
gebundene Sialinsäure in nicht aggregierenden Tumorzellen signifikant erhöht ist, während
die Menge an Sialinsäure in (2,3 Stellung nicht mit der Aggregation korreliert. Außerdem
haben wir gefunden, daß die E-Cadherin Reaktivität in nicht aggregierenden Zellen signifikant
reduziert ist. Zusammengefaßt ergibt sich, daß sowohl eine erhöhte Menge an (2,6 gebundener
Sialinsäure wie eine down-Regulation von E-Cadherin zu einer Reduktion der homotypischen
Aggregation kolorektaler Karzinomzellen aus Biopsiematerial führen und daher von
Bedeutung für die Metastasierung solcher Zellen sind.