Collin Blume
Dr.med.
Untersuchung von niedriggradigen Astrozytomen und normalem Hirngewebe mit Hilfe
der Vergleichenden Genomischen Hybridisierung und der Interphasezytogenetik
Geboren am 19.10.1969 in Düsseldorf
Reifeprüfung am 21.05.1990 in Düsseldorf
Studiengang der Fachrichtung Medizin vom WS 1991/92 bis SS 1998
Physikum am 25.08.1993 an der Universität Heidelberg
Klinisches Studium in Heidelberg
Praktisches Jahr in Gent, Belgien; Harare, Zimbabwe; Heidelberg
Staatsexamen am 16.11.1998 an der Universität Heidelberg
Promotionsfach: Humangenetik
Doktorvater: Herr Prof. Dr. med. Thomas Cremer
In dieser Arbeit wurde die Technik der Vergleichenden Genomischen Hybridisierung
(Comparative Genomic Hybridisation, CGH) angewandt, um Veränderungen der Kopienzahl
von DNA-Abschnitten in 18 primären niedriggradigen Astrozytomen (WHO Grad II) (10
Erwachsene, 8 Kinder) zu untersuchen. In 5 von 10 Astrozytomen bei Erwachsenen (50%)
wurde ein Gewinn von 7q gefunden. Das ist die häufigste in dieser Arbeit identifizierte
Veränderung. Des weiteren wurden Amplifikationen auf 8q (2 Fälle) und Gewinne auf 12p (2
Fälle) beobachtet.In jeweils 2 Fällen konnte ein Verlust von chromosomalem Material auf 1p,
4q und dem X-Chromosom nachgewiesen werden (bei einem der beiden Patienten war ein
Turnersyndrom bekannt, das heißt, daß der Tumor die Keimbahnveränderung beinhaltete). In
einem weiteren Fall konnte ein Gewinn von 13q34 aufgezeigt werden. Bei den kindlichen
Astrozytomen hingegen wurden keine durchgängigen chromosomalen Imbalancen beobachtet.
Es wurden jeweils in einem Fall ein Gewinn von Chromosom 9, 11 und 19 und ein Verlust
von Chromosom 2, 19 und 22 nachgewiesen. Um eine Hypothese von Heim et al. zu
überprüfen, nach der auch in nichtneoplastischem Hirngewebe eine Trisomie 7 vorkomme,
wurde autoptisches Hirngewebe von acht Patienten, die keine Hirnerkrankung hatten, mit
Hilfe von CGH und Interphasezytogenetik untersucht. Ein Verlust des X-Chromosoms war
die einzige Veränderung, die in 2 von 8 Fällen beobachtet werden konnte. Diese Ergebnisse
sprechen dafür, daß der Gewinn von Chromosom 7 eine frühe Veränderung in der
Tumorentwicklung von niedriggradigen Astrozytomen bei Erwachsenen ist. Die
unterschiedlichen Befunde in niedriggradigen Astrozytomen bei Erwachsenen und Kindern
lassen einen verschiedenen Entstehungsmechanismus in den beiden Altersgruppen für diese
Tumorart vermuten.